kr. r>1 Zweiter Blatt 164. Jahrgang Erscheint ISgllch mit Ausnahme de? Sonntag?. Dir „Stttzener ZamMrilblSttre" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da? „Hrtfsft'att für den itreir Eietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschastllchen Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Gberhessen Zrettag. 2. ONoder Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls» Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: fcsäjöl. Redaktion: Tel.-M>r.:2lnzeigerGießen. )n Mecheln und vor Antwerpen. Ern militärischer Mitarbeiter jenbct uns folgende Aus- hrungen, in denen auch die neuesten Vorgänge noch ein- al Msanrm enge faßt sind, die war gestern nur in einem dS. unserer Ausgabe noch ccufnehmen konnten: Drum hatte die belgische Regierung offiziell berichten ssen, der Augrisf der deutschen Truppen in der Richtung Lchelu-Anttoerpen sei mißlungen, da mußte sie ebenso fizietl genau das Gegenteil zugeben: In nächtlicher Stille rren die Deutschen in Mecheln eingezogen und mittags >on spien ihre Geschütze Tod und Verderben gegen die utwerpener Außensorts Waelhem, St.Caih6rine undWanre. vn diesen ist Waelhem das wichtigste. Es hat schon Endel rgust bei dem Ausfall der Antwerpener Besatzung eine ALe dadurch gespidkt, daß es die Flucht des Heeres deckte, ; tft 1S05 gebaut worden, während die beiden anderen ,rts späteren Datums und deswegen vielleicht auch nto» rneter Bauart finb. An Fronktireurkrieg ist wohl diesmal in Mecheln crus- schlosscp. Die Belgier scheinen endlich Vernunft cmznneh- en. Kardinal Mercier, der kürzlich vom Konklave in Rom ich Mecheln zurückgekehrt war, weilte noch am vergange- n Sonntag in seiner Residenz, imt abcmds nach Antwerpen zuretsen. Sein erzbischöflich« Palast (sett 1560 ist Mecheln r Sitz des Erzbischofs von Belgien) hat nicht gelitten und : Deutschen werden kein Sternchen davon berühren, wenn ; Zivilbevölkerung sich ruhig verhalt. Auch der berühmten cthedrale St. Rombaud, einer der größten und inter- antrsten Kirchen Belgiens mit einem vorderen Turm von Patern Höhe wird nichts geschehen. Die Feldgrauen wer- n, wenn der Krieg ihnen eine Ruhestunde gönnt, auf dem arktplcch vor der Kathedrale dem schönen Glockenspiel illchen »nnen, das aus 45 Glocken im Gesamtgewicht von 000 Kilogramm ertönt. Me umfassend die neuen Bcrvegnngen der deutschen ruppen in Belgien sind, gebt daraus hervor, daß großü -^stärkungen gegen A a l st (französisch: Most) vorrückten ch den Ort hefttg beschossen. Aalst ist Kantonshauptorh tt etwa 36 000 Einwohnern, die bereits zum größten Teil flohen find, au der Dendre gelegen; es gehört zu den testen Städten Belgiens und den Hauptorten für die xtilindustrie. Während Mecheln von Antwerpen 20 Kilo- -ter entfernt ist, sind es von Aalst bis Antwerpen 51 Kilo- tter. Aber der Besitz von Aalst erscheint für die Deutschen chtig, um eine Operationsbasis gegen die Festungswerke ii Termonde zu haben. Als man 1005 an den Ausbau der siung Antwerpen ging, war der damals eingesetzte nriü- risthe Ausschuß der Ansicht, daß die EinLezicharnq Ter- »cides in den Befestigungsplan Antwerpens „nicht urtt den rsügbaren Mitteln in Einklang zu bringen sei", dagegen rcbe beschlossen, Mel neue Batterien aus dem rechten hcldeufer onzulvgeu «ud die bestehenden Ateoen Werke verstärken. Termonde gehört also nicht eigentlich zu dem Here« Festungsgürtel Autwerpeus, sondern steht für die mischen sozusagen finfö in der Ecke. Da es aber eine» sährttchen Hinterhalt bilden würde und die krümmnngs- bche Schelde beherrscht, darf der deutsche Aufmarsch dieses roeschodene Fort nicht links liegen lassen, sondern muß «steichzettig mit dem Angriff auf die Südforts Antwerpens Luipsen- Erst die Südforts vor Mecheln gehören zu der rühmten Brialmontschen Befesttgungslinie; die an Stelle r alten geschlosienen Umwallung getreten ist. Die alten rrts Rr. 1 ms 8 sind beute durch Äsengitter, Drahtverhaue, oischenbatterien «nv alle sonstigen Seufefeien eines stungSwerkes verbunden und bilden eine Umfassung von Wometern, Davor aber liegt der neue Gtrrtel>, der setzt schossen wird. Er besteht aus 5 alten Forts und 3 Zwischen- rrken, sowie aus 11 neuerbanten Forts mit 12 Zwischen- ■xftn. Der neue Gürtel hat vom alten im Norden einen »stand von nur 4 Kilometern, im Süden aber, wo jetzt e Kämpfte einsetzen, den dreifachen Zwischenraum. Der uze äußere Ring mißt rund 100 Kilometer. Daß es den rutschen nicht nur daraus aukonrmt, die Antwerpen« Festung vor Mecheln auszubrechen, sondern den Riesenring an verschiedenen Punkten anzugreisen, scheint daraus hervorzugehen, daß der ganze Norden Belgiens von belgischen Soldaten gesäuert und die deutsche Vormacht bereits in Turnhout erwartet wird. Nach den vorliegenden holländischen Meldungen treiben die deutschen Truppen die belgische Feldarmee aus drei Richtungen nach dem Antwerpener Festungsgürtel vor sich her. Ern furchtbares Drama beginnt. Ariegrdriese aur dem Osten. Bon unserem zum Ostheere entsondteu Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachbruch auch auszugÄveise, v erb ote n .) - Ein Besuch bei der Landwehr. Ar m ee-O berko mm ando-Ost, 26. Scpt. Rach d« Schlacht bei Tannenberg trafen wir die Landwehr zum erstenmal Hohenstein brannte; die glühenden Giebel der zerborstenen Häuf« drohten auf die Straße zu stürzen. In dem glimmenden Schutt lagen Russenleichen ver- kohll und noch schwelend. Wir standen bei einer kleinen weißen Bank, die eine Anlage am Ende des Städtchens ehemals geziert hatte. Da trafen wir die Landwehr. Sie wdr schon im Weiterrücken. „Wir haben den Dreck hier nämlich gestürmt", sagte mir ein brav« Sergeant, mit dem Daumen aus die flammende Stadt zeigend. Damals habe ich von der samosen Haltung d« Landwehr gesprochen, die fünf Geschütze im Sturmangriff nahm und die nach der blutigen Arbeit so frisch und sest war wie es die aktive Truppe nur immer sein könnte. Nun besuchten wir die Landwehrdivision auf rusiischem Boden. Exzellenz hatte die Freundlichkeit, uns zu empsangen. Man hatte gewisse Vorstellungen von einem alten General, der die Landwehr führt und so führt, daß sie wie eine aktive Division verwandt werden kann. Meistens pflegen Wirllichkeit und Ideen nachher nicht recht zusammen zu stimmen; in diesem Fall gingen sie bis ins kleinste zusammen. Von dem festen Gesicht mit den lebendigen, scharfen blauen Augen bis zu dem schweren Stock in der rechten Hand, um die nicht mehr recht mitwollenden Gehwerkzeuge zu unterstützen, fehlte kein Zug, den man als dazu gehörig sich vorstellt. „Das ist ordentlich, daß Sie einmal die Landwehr besuchen", meinte Exzellenz. „Die Leute verdienen es, daß man von ihnen spricht. Jetzt vier Tage hier im Biwak unter Marm, ab und zu russische Granaten. Verflucht kalte Nächte. Na und Hohenstein____" „Wir waren dort, Exzellenz." „Ra ja, wir haben fünf Geschütze genommen. Es war doch nicht unsere Schuld, daß es nicht achte wären. Weiß Gott, die Kerls hätten sie auch in einem miterobert...." j£>a§ Gespräch kam auf das Gefecht bei Lyck am 10. und 1L September. Die Landwehr sich«te den äuß«sten rechten Flügel. Sie war zwei Tage lang bis 60 Kilomet« marschiert, in Lyck sollt« sie Ruhetag haben. Es kamen Meldungen üb« anrückende russische Kräfte von Prosken. Man glaubte zunächst nicht daran, und die Kavallerie war ziemlich kaput, sie konnte nicht viel auslläre». Am 10. rückten russische Truppen, das sibirische Korps, über die Höhen. Am 11. früh drangen sieben Kompagnien Landwehr durch ein lleines Wäldchen vor Lyck und nahmen Richtung auf die Hügel vor ihnen, die von unserer Artlllerie befeuert worden waren. Das übliche Bild: die Russen winkten mit den von weitem weißen Taschentüchern. Da stürmten die Kompagnien. Sie waren auch ziemlich begierig, welche von den Sibiriaken zu fangen. Die Gesellschaft hat wunderschöne hohe weiße Pelzmützen. Das war etwas ganz Neues! Also los! „Kartoffelsupp, Kartoffelsupp, den ganzen Tag Kartoffelsupp____ “ Kurz vor den Höhen aus ein paar Büschen, die auf den Stoppelfeldern standen, ftngen plötzlich vier russische Maschinengewehre an zu knattern. Es ging wie mit Bleiduschen über die stürmende Landwehr. Man mußte zurück, die Russen stteßen vor. Im Schritt fuhr die deutsche Reservcbatterie in eine neue Ausnahmestellung. !Jn Lyck an der Seengc steht ein hübsches weißes Haus; dort hielt Exzellenz Goltz. Die schweren 15-Zentimct«-Hau- bitzcn arbeiteten, und ein paar Schritt weiter promenierten die Lyckerinnen. „Die Sache stand etwas brenzlich", meinte der General, „aber man mußte doch «unfreundliches Gesicht machen." Inzwischen waren Kräfte von d« anderen Brigade h«- angerufen worden. Nach d« Festung Lötzen hatte man nm Hilfe telephoniert. Als der Offizier am Sprecher ansing, den Befehl zu wiederholen, gab es einen hohen Ton im Apparat, der dann schwieg. Die Russen hatten die Leitung zerstört. Man wußte nid#», ob der Besehl richsig verstanden war, ob nicht. Eine eklige Spannung. Man hatte richtig verstanden in Lötzen. Mit außerordentlich« Umsicht und Energie verlud man, was eben möglich war zu verladen. Um fünf Uhr, als die Sache ansing, verdammt kritisch zu werden, pftfs die erste Lokomotive in der Flanke, fast im Rücken der Russen. Es war ein regenschwerer Tag, man konnte nicht weit sehen. Der scharfe Pfiff flog wie mit Raubvogelschwingen über die Hügel. Die Russen stutzten. Sie waren fast eineinhalb Korps stark, aber sie dachten nicht mehr daran, bei Lyck durchzustoßen, sie dachten wie immer nur an den Augenblick. Die Kavallerie jagte in Karriere voran und im Laufschritt die Infanterie hinterdrein bis Prosken. Am andern Morgen, als die Landwehr meinte, jetzt beginnt der Tanz, waren die Russen nicht mehr da. Im Grunde waren sie tatsächlich vor dem Psifs ein« Lokomotive sortgelausen. Natürlich keineswegs in der Ansführlichkeft wie hi« wurde so das Landwehr-Gefecht in Lyck besprochen. und nun liegen die Leute hier im russischen Dreck. Puppcnlnstig!. dabei. Seit vier Wochen haben sie keine Nachricht von zu Hmise. Gott, und Landwchrleute sind ja keine Jünglinge mehr! Familienvät«. Sehr viel Hamburg«. Sie haben nicht mal mehr Ziga«en!" Es ist aus mit Forte aus Hamburg, aber warmes Zeug und Zigarren sollten für unsere herrliche, unnachahmliche Landwehr da sein. Bitte Hancbnrg und Berlin und ihr andern alle — namentlich Hamburgs Söhne sind ja hier — schickt mal der Landwehrdivision ordentlich Sttümpse, Rauchzeng und ein pcurr nette Dinge. Es muß doch eine helle Freude sein,, der Landwehr etwas schicken zu dürfen. Vielleicht kann bei der Gelegenheit der Feldpost etwas Dampf gemacht w«den. Woran es liegt, weiß ich nicht, ab« sie funktioniert üb«haupt nicht! Exzellenz verabschiedete sich: „Also sorgen Sie für dir Landwehr. Wir haben's verdient." Wer die Landwehr gesehen hat, weiß, daß sie Sorge und Ruhm verdient hat, sie macht das H«z hell, diese deutsche Landwehr. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. - - — - -■ ■ ---------- ■ ' Erlebnisse eines oftpreutzischen Mchllingr werden uns aus Schweidnitz geschild«t: .... Gumbinnen. In der Rocht vom 9. znm 10. August- als wir im besten Schlafe waren, Überfielen uns die Kosaken. Mit großem Spektakel holten sie uns aus den Betten, verlangten zu essen, zu trinken und zu rauchen. Sie sprachen ein gebrochenes Deutsch, das wir leiblich gut verstehen konnten. Nachdem sie das Verlangte bekommen hatten, wollten sie uns Jünglingen und den alten Männern an den Kragen, während sie die Frauen zunächst in Ruhe ließen. Ich ergriff das Notwendigste von meinen Sachen, was ich gerade zu packen bekam, warf es durch ein „ach dem Hose gehendes Fenster hinaus und kletterte nach. Meine Ersparnisse, bis auf das Gelb, das ich in der Tasche hatte, gingen verloren/ Ebenso mußten alle besseren Sachen, Wäsche usw. zurückblcibcn. Wir, eine Reihe von Flüchtlingen, denen es ebenso erging, versteckten uns im Walde, wo wir auch über Nacht blieben, sedew Augenblick befürchtend, daß uns das räuberische Gesindel entdecken würde. Kaum, daß wir uns das Notwendigste zuzuflüstern wagten. Die Nacht verlief schaudervoll. Ueberall sah man helles Feuer aulleuchten und HUferuse geguälter Benwhner drangen zu ims herüber. Zu helfen vermocht«! wir nicht. Bei Tagesanbruch verließen wir unser Versteck, die Kosaken waren vcrschwun- Mechel«. Mecheln. halbwegs zwischen Brüssel und Antwerpen gelegen, nunmehr van den deutschen Truppen genommen und besetzt «eben. Wenn einer ans dem Luftschiffe ans diese altberühmte ndt niederblickte, so würde er einen dichtgedrängten Häuserhaufen »cn, der im ganzen annährrnd ine Form eines dicken Eies hat. indum llefcn früher die Mauern, die heut in breite Boulevards rwandelt sind. Etwa in der Mitte bricht sich ein breiter Dovvel- rtz Raum durch das Gewirr von Straße». Sträßchen und Gallen, ° von hier aus, gleich den Fäden eines Spinnennetzes, nach allen nie» hin, vielfach sich krümmend, anslaufen. Oft würde der Luft- iffer aus seiner Höhe zwischen den hohen Häusern der Sttaßcn aller aufblitzen sehen: das ist das Wasser der schlachtberühmten ,le, die, in viele Anne geteilt, Mecheln durchstießt. Nicht weniger 5 35 Krücken führen über diese Flußarm«, und von vielen dieser nicken genießt man gar schöne Ausblicke. Stattlich« Türme ragen s der dichten Häusenoalle empor; der größte von ihnen aber, c Turm ber Kathedrale St, Romuald, der als ein Riese von 6 Meiern geplant war, blickt melancholisch als unvollendetes «I ans die Stadt nieder — es war noch nicht die Höhe von 0 Metern erreicht, als den Mechelnern die Kraft zum Weiter- n ansging. All das würde der SegEr in den Lüften mit einem Mcke flössen. Was er aber am wenigsten sehen würde, das sind — enschen. Rege pullierendes Leben ist in Mecheln nur am Bahn- fr zu finden, den die Züge verschiedener belgischer .Hauptlinien rchbrcwsen. Sonst ist Mecheln eine wtr Stadt. Leer ist der örvße Platz", und nur, wenn das berühmte Glockenspiel aus - Romualds Turme im Wetteifer mit den anderen Türmen der cbt seine eigenartig er g rei f e n den Weisen erschallen läßt, dann nmeln sich zu diesem Feste, das alljährlich im Sommer statt- cdct, hier auf dem Grootcn Markt ein paar Tausend audäch- rer Zuhörer. Das Mecheln von heute ttägt das Gepräge einer istlichen Stadt. Es ist Belgiens kirchliche Hauptstadt, s es darauf verzichten mußte, fürder die Residenz des svani- en Statthalters z» sein, da ward hier gleichsam als Entschädigung s Erzbistum gestiftet mtb diesem das Primat über ganz Belgien rlieben. Aber die Denkmäler der Kunst, die Mecheln anziehend rcheu, stammen bereits aus älterer Zeit. Sie stammen aus der oßen Zeit der fteien Blüte der Stadt im Mittelalter, da hier s Gewerbsleben sich großartig entfaltete und die 17 Zünfte von ccheln an Reichtum, Macht und Ucbermut nnt einander wetteifern. Ganz besonders waren es die Mechelner Leineweber, die dazumal die Köpfe gar hoch trugen; sie dursten es auch, denn nicht weniger als 3200 Werkstätten hatten sie in der Stadt und chrer llmgcbnng. Schließlich gingen sie soweit, daß sie mit den Waffen in der Hand die Obermacht in der Stadt zu erringen versuchten und dabei verspielten sic. Aber noch lange behielt die Leinwand- und Tucherzeugnng von Mecheln ihren Ruf. Das waren die Tage der Gvttk, die erste Mtt^eft Mechelns. Die Epoche aber, an der die Erinnerungen der Mechelner vor allem hängen, das ist die Zeft der Margarete von Oesterreich, der sie ans dem Großen Matze auch ein Denkuml errichtet haben. Sie war hier groß geworden, sie liebte die. Stadit, sie residierte hier. Ihr Palast ist heute noch zu sehen; er steht iml Osten der Stadt, unwett der alteu Umwallung und dient heute als Justizvalast. Zum Tell zeigt er noch die Formen der spätgotischen Baukunst, die sich in Mecheln lange urtt Hartnäckigkeit erhalten haben, aber die jüngeren Telle des Gebäudes sind kunstgeschichllich als das Weste Beispiel der Renaissance in Belgien besonders interessant. Hier wohnte, hier regierte die von Goethe so fein geschll- derte Statthalterin, und später war der umfängliche Gebäude- komplex lange das Eigentum der Fcnnllic Granvella, Denn ein Granvella war der erste, der den erzbischöllichen Stuhl von Mecheln entnahm. Die Hauptkirchen der Stadt gehen alle aus die gvttsche Zett zurück, vor Wem die den Großen Matz beherrschende Kathedrale. Die Gebeine des helligen Romuald, die hier beigesetzt sind, übten ans die ftonrmen WWsahrer des Mittelalters eine gewaltige Wirkung; reichlich strömten rwrinne Spenden herbei, und so konnten die Mechelner den Plan einer Riesenkathettale fallen. Nicht weniger als 3870 Quadratmeter mißt die Fläche des Inneren, aber well, wie bereits bemerkt, der gewalttg geplante Turm nicht zur Vollendung gediehen ist. so wirkt das ungeheure Bauwerk doch gedrückt und massig. Und alles in allem genommen ist dieser Große Platz eine melancholische Stätte. Die Gegenwart schläft, und es ist nur die Vergangenhett und immer die Vergangeichett, von der die einstige Tuchhälle und von der die alte», hohen, oft fein gegliederten Giebelhäuser zu erzählen wissen. Aber Mecheln besitzt doch verfchiedene Kostbarkeiten, die selbst llüchtigere Reisende veranlassen, hier einen Zug ja überspringen Das sind die beiden Meisterwerke des Rubens, die es hütet. Beides sind eigenhändige Schövinngen des Künstlers. Für den HochWar der spätgottschen JohannesArche hat er eine prächtige Anbetung der Könige und eine Reihe von Flügelbüdern urtt Motiven aus dem Leben des Johannes gemalt und im Chorunrgange der noch später entstandenen Liebsraucnüvche hängt sein kcrühn»- ter Fischzug, den er 1618 für die Fischergllbe der Stadt gemalt und für den er 1600 Gulden Honorar erhalten hat. Was iür ein Feuer, was für ein Temperament, was für eine Lebensfülle ist hier aus ei» paar Quadratmeter Leinwand gebannt! Und nun tritt man wicker auf den Kirchplatz hinaus — schweigende Oede . . . . schlafende Häuser .... eine träumende Stadt .... » Paris als Riesenviehstall. Paris hat sich diesmal gründlich ans die Belagerung vorbe- rettet, und besonders so reiche Nahrungsmtttelvorsorge getroffen, daß es als „Riesenviehstall" bezeichnet werden kann. Barzini, der Kriegsberichterstatter des „Corriere", der seinem Blatte sett einiger Zeit Schilderungen des Pariser Lebens während der Marneschlacht schickt, widmet diesem Riesenviehstall Paris darin einen längeren Abschnitt. Aus Wen Wiesen, in den Gehölzen, aus den Rennbahnen, überall sind große Viehherden vorhanden Die Ratten von Paris können ganz beruhigt fein, diesmal brauch«, sie nicht daran zu glauben. Wenn man sich den Viehherden von weitem nähmt, hört man ein solches Gebrüll, daß man glaubt, ans eine Mastviehausstellung zu kommen — überall weidet Meh, Longchcrmps, St. Clvud, St. Germain, die Parkanlagen, alles ist schwarz von Biehherden, und überall sieht man gewaltige Heuhaufen cwsgeschichtet. Was in und bei Paris ftülnr Rennbahn, Park und Wiese war, ist jetzt Viehweide und es riecht ganz ländlich nach dem sieben Vieh. Die Bevölkerung hat sich zum großen Teile dem cmgepaßt, denn das Vieh braucht viel Aussicht und Pflege, und wer in eine solche Riesenviehherde hineingerät, kann leicht glauben, er sei auf einem argentinischen Ranckw. Müßige Pariser kommen in Scharen zu den Viehherden, um sie anznschm und sich selbst davon M überzeugen, daß sie nicht werden hungern müssen, und andere, dir sich in den Dienst der QesieMlichkett gestellt haben, pflegen und bettenen das Bich. Alle möglichen Berufe haben die Pariser »erlaffen, nm zu Viehhitten und zu Viehsüttern zu werdeu. Angesehene Leute, sogar einer der angesehensten Rechtsanwälte von Paris, füttern getzt das Bieh. Und dennoch hat die Milttärbehördr in Daris für einen mtt der Vieh- vflege verbundenen Beruf bisher nicht aenng Hände beschcrffett können. 5 Franken bekommt man täglich, wenn man >cch aus? Melken versteht, und die Pariser Blätter, die noch erscheine», richten daher vielfach an ihre Leser die schicksasichwerr Frage: Können Sie melken? b« n. Der Gasthoß in dem wir gewohnt batten, verschiedene andere Gedöste und Häuser waren zerstört. Sir stellten nur iwch Trümmerhaufen dar. Leichen fanden wir zwischen Schntthanfen und nicht einmal ganz. Einzelne Leicheutcile waren in nicht «sicher zu gebender Atrise besudelt. Es bot sich uns ein grauenvoller Anblick, den ich nicht vergessen >verde Was wir an Wagen zusammcnbringen konnten, schafften wir zusammen, um Frauen. Kinder und Greife und deren allcrnotwendigste Labe zu retten. Insgesamt hatten wir rund IbOlangeLeiterwagen zusammengebracht. Kaum noch brauchbare Pferde muhten die Bespannung bilden. Biele von ihnen waren zu alt und manche von ihnen brachen zusammen, ehe unsere Flilchtlingskarawaue eist recht in Gang kam. Endlich waren »dir so weit, dah sich unser trauriger Zug in der Richtung auf das entfernte Soldau in Be- Ivcgung setzen konnte. Unterwegs sahen wir überall blutenden Herzens die gleichen Greuel. UeberaU fanden wir auch Leichen von Ermordeten vor, vornehmlich aber von Frauen. Einig« Stunden unterwegs, sahen wir uns plötzlich von russischen Truppen umzingelt. Schon fürchteten wir nun auch des Letzte, was wir noch hatten, ya verlieren. Und nicht nur das. Wir fürchteten uni unser Leben und das der Frauen in unserer Karawane. Da tauchten in höchster Not deutsche Reiter am Horizont auf, die . . . Ulanen und die . . . Dragoner. In loenigen Minuten kam es in unserer Nähe zu einem blutigen Zusannncnswß. Bald pfiffen auch uns die Kugeln um die Ohren, wenig später waren die Gegner dicht auseinander und in einem wütenden Handgemenge. Mit Freude konstatierten wir, dah auf deutscher Seite nur wenig» Mann sieleic und daß die Russen die größeren Verluste an Toten hatten. Die Rüsten suchten bald das Weite. Aber dann meldete sich auch der Hunger. Das einzige, das wir bei unserer Flucht nritnehmen komrten, war verbraucht, es mußte auch den weinenden und schreienden Kindern überlassen bleiben. Doch Hunger trecht 's ein. Kohl und Runkelrüben rissen wir aus dem Boden und verzehrten diese Feldfrüchtc mit einem wahren Heißhunger. Schließlich hatten wir auch keine Geräte und das notwendigste Material, um uns etwas zu kochen. Es gelang uns, frei irmihcrlauscnde Kühe cinzufangen, die den Kleinsten die Milch liefern mußten. Am nächsten Tage wurden wir nochmals von den Russen überfallen, aber auch jetzt erschienen unsere braveu Soldaten rechtzeitig, um uns vor dem .'lergtzen zu bewahren. In Secburg hatten die Russen besonders schlimm gehaust. Am Waldesrande fanden wir eine Reihe ermordeter Frauen, viele von ihnen mit zerschnittenen Brüsten. Grauenvolle Bilder boten sich uns dar, die wir alle nie vergessen werden.... Noch rund 14 tägiger Fahrt in den Leiterwagen kamen wir in Soldau au, vollkommen ermattet, lind beschmutzt sahen wir aus! Die reinsteu Neger! In Soldau unterstützten uns Soldaten bei der Verladung der Sachen nach Berlin. Wagen und Pferde bkrchcu Ar mllitärische Zwecke zurück. Bei Soldau hatte kurz vorher ein Kampf stattgesirnden. Hier und da lagen noch gefallene Russen. Mit der Eisenbahn kamen wir, nach Tannenberg, wo Hindeuburgs tapfere Armee inzwischen die 'große Schlacht geschlagen hatte. Einen zweistündigen Aufenthalt benützten wir Männer zur Besichtigung eines Testes der Schlachtfelder. Noch jetzt boten sich aus schreckliche Anblicke dar. In Sümpfen und Seen konnten wir noch ums Leben gekommene Rüsten entdecken. Biele unserer deutschen Brüder lagen noch verbunden auf dem Schlachtfelde, da sie nicht alle so schnell abtransportiert werden konnte». Schlimm war es auch hier mit den Nahrungsmitteln bestellt. Hier in Tanrrenberg bekamen wir ebensowenig das notwendigste Essen wie in Soldau. Endlich kamen wir auch in Thorn an. Es war nachts 3 Uhr. Sechs Stunden hatten wir Zest. Nahezu 4)000 Flüchtlinge hatten sich hier bereits zusmnmengefunden. Das erste, nwzu wir alle das größte Bedürfnis hatten, war eine gründliche Reinigung. Das Rote Kreuz versah uns mit frischer Wäsche. Und dann gab es warmes Essen. Wie sind wir nach unserer ermüdenden zwei Wochen langen Fahrt über dieses Essen hcrge- sallc»! Erbsemsuppe gab es und Boot. Immer wieder mußten die Kessel gefüllt werden und inrmler wieder worden sie auch geleert. Frisch gestärkt, ging die Fahrt weiter über Bromberg und Schneide- urühl, wo wir wiederum vom Roten Kreuz beköstigt wurden. Und je näher wir dem Herzen Deutschlands kamen, um so bepcr wur!» unsere Aufnahme. Ueber Landsberg a. d. Warthe ging es nach Berlin. In mustergültiger Weise wuchc hier für uns gesorgt. Ruhe war uns einstweilen das Kehße. Am 20. September war für uns ostpreußischeu Flüchtlinge Gottesdienst im Berllner Dom, der uns unvergeßlich bleiben unrb. Hofprrdiger Dry ander sprach. Ein jedes Eckchen und ein jedes Plätzchen war besetzt. Ruhe haben wir nun für die nächsten Tage. Wie aber werden wir wicdersinden, was unr verlassen mußten? und wie wird sich dann unsere nächste Zukunft gestalten... Au§ dem Reiche. Berlin, 1. Okt. (WTB. Nickitaiittlich? Im Aufträge des Kaisers hat der Generalintendant des Feldheeres, Generalmajor v. Schaler, der „Allgemeinen Fleischerzeitung", ?lkffen- gesellschaft, mitgeteilt, daß der Kaiser die Spende der deutschen Fleischermeister an Schinken, Speck, Wurst und Dauerwaren, sowie Fleischkonserven mit Dank annimmt. Tie „Allgemeine Fleischerzeitung" hat demgemäß eine Sammlung solcher Liebesgaben eingeleitet, dir in großen Ladungen dem Wesd- und Ostheer zugehen werden, Berlin, 1. Okt. abe, wegm' unbefugten Weidenlassens von.Gänsen den Feldschützen.mtflOWe oder anzeigen lassen. Angellagter Münch will davon nichts mehr wissen. Es loird ihm daraushtti eine dahingehende Anzeige,, de seine Unterschrift trägt, vvrgelegt. Münch, bcftagt, ob er Unterschrift anerkenne, sagt, er habe seine Brille vergessen utw erinnert sich nicht mehr. , In der Zeugenvernehmung erllärte Geh. Justizrat Mecker> Grünberg, der ajs Richter dem ?lngcllagten den in Red« stedomw Eid nbgenominen hat, er habe den damaligen Zeugen eejetzlnpr Bvrschrist gemäß, vor Meineid verwarnt. Der Zeuge Meck« ^ damals den Eindruck gehabt, daß der Angellagtc dcc cm chu eilten und eidlich verneinten Fragen verstanden hat und auch icht im Zweifel gewesen ist, warum ihm der Verteidiger die er- ; ahnten Fragen vorgelegt hat. Der Zeuge bemerkt, daß er lang! ' ahre dienstlich mit dem Angeklagten in seiner Eigenschaft al r uffichtsbclxörde über das Ortsgericht in Berührung gekommen ist I r habe dabei nie wahrgenommen, daß Münch an Schwerhörigkeit I rde. Den Feldschützen schätze er als einen pflichttreuen. vorsichtigen I:d wahrheitsliebenden Mann. Auch dem Angeklagten steh: ein « ,tcr Leumund zur Seite, doch habe er sich leider zum Sprachrob. I ner dem Feldschützen feindlichen Partei in Larbach gemacht. - 'er Gerichtsschreibcr Fo r m h a l z - Grünberg hat bei der in ede stehendeti Schössengcrichtsverhandlung protokolliert. Der An klagte lxtt damals als Zeuge entschieden in Abrede gestellt, das, mit dem Feldschützen verfeindet sei, auch ebenw bestritten gegen esen eine Anzeige erstattet zu haben. Ter Zeuge erklärt, ihm sei bei dieser Bekundung kalt über den Rücken gelaufen, denn er atzte aus seiner amtlichen Tätigkeit, daß mindestens eine bei den ften liegende Anzeige gegen den Feldhüter die Unterschrift de. maligen Zeugen trug. Zeuge Formhals erklärt, er hätte damal- n Eindruck gehabt, als ob der Zeuge Münch wissentlich die Un rhrheit unter seinem Eid gesagt hätte. — Rechtsanwalt B e,l ■ i n bekundet, datz er in der fraglichen Sache die Fragen an den ag-klagten, den damaligen Zeugen, gestellt hat. Derselbe gab er>t ausweichende Antworten. Soweit sich Rechtsanwalt Beil in erinnert, bemerkte dann Münch, er habe nichts gegen den ldschütz, seines Erinnerns wollte der heutige Angeklagte damals ' Feindschatt nicht zugeben. Die Frage nach den Anzeigen stellte glatt >n Abrede. — (tzerichtsdicner K r ö m m el b e i n aus Grün- rg bekundete, datz Münch die Fragen des Rechtsami«lts Beil- in als Zeuge unter seinem Eide glatt verneint hat. K. hatte den »druck, das der heutige Angeklagte genau verstanden hat. worum sich bandelte — Die übrigen Zeugen konnten zugunsten des igeklagten nichts bekunden, trugen vielmehr teilweise noch zur 'lastung bei Sekretär P ä hl e r«Ofsenbach und Dr.Si e v e r- avkfvrt bekundeten beide als Schreibiachverständige, datz die -terschrist unter der bei den Akten liegenden Anzeige gegen den kldschüben Münch von der Land des Angeklagten herrührt. ^vezialarzt Dr. W c i l-Gießen, als medizinischer Sachver- ndiger gehört, erklärte, datz sehr schwer sestzustellen ist, ob iiand schwerhörig sei. Jedenfalls sei es für ihn unmöglich, eine ststellung zu treffen, datz der Angeklagte zu der Zeit, als er den ter Anklage stehenden Eid geleistet hat, schwerhörig gewesen ist. Den Geschworene» wird die Schuldsrage loeqen Meineids d aut Antrag des Verteidigers Rechtsanwalts Dr. Spvhr für den ill der Verneinung dieser Frage auch die Schuldfrage wegen hrlissigen Falscheides vvrgelegt. Der Vertreter der Anklage, Gerichtsassessor Knauß, plädierte Beiahung der Frage, datz der Angeklagte wissentlich falsch ge- tvvreu hat Der Angeklagte war in der Beleidigungsklage gegen i ihm verfeindeten Feldschützen Belastungszeuge und wutzte iau, das, die bestellende Feindschaft zwischen ihm lind dem Gegner ne belastende Aussage in den Augen des Gerichts unwirksam ichen würde, und deshalb hat er unter seinem Eide die bestehende indschait verneint, deshalb and» abgeleugnet, datz er Anzeigen ,en den Feind schon erstattet hatte. Der Verteidiger Rechtsanwalt Tr. S v o b r trat dafür ein, tz man die Frage, ob der Angeklagte den falschen Eid wissentlich gegeben hat. verneinen müsse, weil ein ausreichender Nachweis fit daiür erbracht ist. Tr. Svohr hob alle Momente der Beweis- inabne fieroor, die dafür sprechen, datz die Geschworenen mir Vorliegen eines fahrlässig geleisteten salschcn Eides bejahen inen. Ter Spruch der Geschworenen lautete in Uebereinstimmung t der Ansicht des Vertreters der Anklage auf Schuldig des e i n e i d s, woraus der Gerichtshof auf die geringste zulässige raie von l Jahr Zuchthaus erkannte. Dem Angeklagten wiirden bürgerlichen Ehrenrechte aui die Dauer von 8 Jahren aberkannt | d dauernde Eidesunsähigkeit über ihn ausgesprochen. th. G i e 6 e n, 2. Oktober. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den 29 Jahre I en landwirtschaftlichen Arbeiter Ludwig Fur m a ns ky, ge- . :ig a»-> Rarziee in der Provinz Posen. Derselbe war beschuldigt, ien Mitarbeiter Scheid in der Nacht vom 16. zum 17. August, dieser schlafend im Bett lag, mit einer Flasche tot geschlagcm haben. Tie Anklage vertrat Gerichtsassessor Dr. Eckert, die Irteidigung führte Rechtsanwalt Leun. Als medizinische Sach- I ständige waren Geh. Medizinalrat Dr. Laberkorn und ivcltdozent Dr. Berliner geladen. Außerdem traten 6 Zeu- i aus Der Angeklagte, der wegen Betteins vorbestraft ist, macht den rdruck eines stupiden Menschen und erklärt, datz er in Fauerbach Dienste» stand, wo auch bei demselben Lerrn der getötete Scheid | chästigt war. Beide schliefen in Klammern, die durch eine Holz- nd getrennt waren. In der Wand befand sich eine TLr. Am chmittag des 16. August, also an einem Sonntag, l Furmanskh im Polenhaus aut dem Gute des ! i rn von Lelmold längere Zeit verweilt haben. Er habe dort mit :en Landsleuten Schnaps getrunken und ist dann am Abend n Essen zu seinem Dienstberrn ins Haus zurückgekommen. ch dem Essen will er mit seinem Kollegen Scheid auf seinetm »mer gewesen sein. Man holte, weil man noch trinken wollte, s dem Keller einen Krug Stachelbeerwein, der etwa noch halb üllt war und tat sich gemeinsam daran gütlich. Dann gab der 1 geklagte seinem Kollegen 30 Pfennig, wofür dieser Schnaps en sollte. Als dieser damit wieder auf der Bild fläche erschien, ! übte Furmanskv nach dem Quantum des Getränkes schließen müssen, der Kollege babe nur für 15 Pf. jgeboacht und für andern 15 Ps. schon seinen Teil Sckmavs getrunken Es kam | einet Auseinandersetzung. Nach der Schilderung des Angeklag- i bat Scheid die auf dem Tisch stehende brennende Stallaterne rissen und ibm damit eins über die Schulter versetzt, so datz Lamve erlosch und in Scherben ging. Hieraus erst will T. einer Bierflasche nach dem Gegner geschlagen haben Scheid darauf durch die Tür nach seiner Kanrnrer zu gestolpert. Dckc I geklagte gibt an. datz ihn in diesem Augenblick infolge des ken Alkoholgenusses die Sinne verlassen haben und datz er am >ern Morgen vor seinem Bette liegend von dem Dienstberrn >eckt worden sei Er bestreitet entschieden, wissentlich die Kam- |: des Arbeitskollegen Scheid in jener Nacht betreten zu haben. Die Zengenvernebmung ergab, datz die Tat nicht im Zimmer Angeklagten erfolgt sein kann, sondern der Ortsbesund lützt es erwiesen erscheinen, daß Scheld in seiner Kammer erschlagen Irden ist. llebrigeiis lutt der Angeklagte am Tage seiner Ver- tung versucht, die Schuld auf einen Arbeitskollegen abzuwälzeu, ie Aussage dann aber widerrufen. Sachverständiger Geh. Medizinalrat Dr. Laberkorn er- rt, datz er den Angeklagten vor der Verhandlung nicht unter- it hat, auch über dessen Jugend aus den Akten mit wenig zu er» fein sei. Aus dem Gange der Verhandlung allein könne er ein tachten, wie man cs von ihm verlange, nicht abgeben. Dieselbe sicht habe auch sein Kollege Dr. Berliner. Es sei notwendig, tn man sich gutachtlich darüber äußern soll, ob der Stras- ^'schlietzungsgrnnd des § 51 d. Str.G. vorliege oder nicht, den geklagten aus 6 Wochen einer Anstalt zuzusühren. um ihn dort beobachten. Dr. Berliner schließt sich dieser Ansicht an. Der | richtshof beschließt aus Antrag des Verteidigers Rechtsanwalt un, die Verhandlung zu vertagen, um den Angeklagten 6 Wochen einer Irrenanstalt oder Nervenheilanstalt zur Beob- ! timg zuzusühren. ke. Fronkliirt a. M. Diehhol Marktbericht vom I. Okt. trieb: Rinder 125, Ochsen 2g, Bulle» 7, Kühe und Färsen 88, | der 6 9, Schale 28g, Schweine 1420. Tendenz: Geschä't bei Schweinen und Kälbern lebhast, bei nie» ruhig. Es wurde geräumt. Preis sür 100 Pta. Lebend- Schlachi» Kälber. > ntze Mastkälber ...... 58-62 tlere Mast- tntb beste Saugkälber. . . . | anger» Mast- und gute Saugkälber . . . » ch ai Stall mastschal«: >s!Iämmer «ns längere Mastäarnmek . . tere Mafthammel. gut genährte junge Schaf« nd geringere Mastlämmer......34-35 gewicht Mk. Mk. 58 -62 98-103 52 56 86-95 46-52 81-88 41—43 90 - 93 34-35 80-83 Schwsin^ | Vollsteilchige Schweine »on30 — IV) :» Lebendgewicht........ 51.01—540) 80 . 10 - 83 i ^vllsteischig; Schwein« unter 8) cg Lebendgewicht ..... . - • 51 51—53.00 65.10- 67 » Vollfleffchtge Schweine von 100—120 ä» Lebendgewicht...... . 52,00-51.0) 65.01-68 > Lollfletschige 2.H sein; von 120— 151c: Lebendgewicht . . ...... 55 01 — 58 11 65.00—68 0 ) fc. Wiesbaden, 1. Okt. Heu» und Stroh markt, slngelahren waren lg Wagen mit Le» »nd Stroh. Man notierte: Leu 3,70-0,00 Mt., Strotz 1,90—0,00 Mk., Kruinin- äroh 0,00-0,00 Pik. — Fruchtmarkt. Haler 13,00-0 >.00 Mk. Olles je 50 Kilo. — Herborn, 1. Okt. Aus dem heute abgehaltenen 10. diesjährigen Markte waren aukgetricben 245 Stück Rindvieh »nd 288 Schweine. Es wurde» bezahlt für Fcltvietz und zwar Ochsen 1 . Qualität 00—00 Mk., 2. Qualttät 00—i o Mark , Kühe und K'nder I. Onalität 80—83 Mk., 2. Qualität 75—80 Mark sür >0 Kilo Schlachtgewicht. — Aus dem Schwcineniarkt kosteten Ferkel t8—30 Pik., Lanier 35—60 'Mk. und Einlegschweine 60—80 Mk, Las Paar. Ter nächste Markt findet am 2’. Oktober 1914 statt. Klein« Lageschionik. Auf dem Kalischacht „Preußen" der deutschen Kaliwerke in Bernterode (Eichsseld) wurden durch ein herabstürzendes Salzlager drei Bergleute getötet und einer verletzt. Welteraussichten in Dessen am Samstag, diu 3. Okt. 1314 Wolkig» doch meist trocken, nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Tie Amerikaner in Berlin. Berlin, 2. Okt. Unter Beteiligung ihres Botschafters waren gestern die Amerikaner Berlins im Hotel Adlon zusammen. Auch Oberbürgermeister Wermuth gehörte zu den Geladenen und er nahm während des Zusammenseins im Kaisersaal des Hotels Gelegenheit, den Sympathien Deutschlands für die Amerikaner Ausdruck zu verleihen. „In vollem Vertrauen ans seine Zukunft," sagte Exzellenz Wermuth, „wird Deutschland den Kamps bis zu Ende führen. Bon allen Ländern der Erde haben die Vereinigten Staaten und Deutschland in den Jahrzehnten des Friedens die wundervollsten Fortschritte auf den Gebieten des Handels, des Verkehrs und aus manchen anderen Gebieten verzeichnen können. Möchten die beiden Länder ihre Missionen zum Wöhle der ganzen Welt weiter führen können. Es geschieht aus vollem und aufrichtigem Herzen, wenn ich auf diese Fortschritte und auf die deutscktz-amerikauische Freundschaft mein Glas erhebe" — Der Botschafter Gerard sagte: „Es ist kein Bruch der von den Vereinigten Staaten befolgten Neutralität, wenn wir den Berlinern, ihrem Oberbürgermeister, und vor allem 'auch den deutschen Banken für die Art und Weise unseren Dank sagen, in der sie sich der hier weilenden Amerikaner angenommen haben." Es konnte dann noch mitgeteilt werden, datz die Damen der amerikanischen Kolonie beschlossen haben, während des harten Kriegswinters täglich 200 Bedürftige zu speisen. Hindenburg Ehrenbürger von Magdeburg. (WTB.) Magdeburg, 1.Okt. (Nichtamtlich.) In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde dem Antrag des Magistrats aul Ernennung des Generalobersten v. Hindenburg zum Ehrenbürger der Stadt einstimmig zugestimmt. Generaloberst v. Hindenburg war früher Kommandeur des 4. Korps. Stiftung von einer halben Million. (WTB.) Köln, I.Okt. (Nichtamtlich) Der Geheime Kommerzienrat Theodor Guilleaume hat der Stadt Köln 500 000 Mark für die Zwecke des Bereinigten Vereins des Roten Kreuzes überwiesen. Der Erfolg auf dem deutschen rechten Flügel. Berlin, 2. Okt. Es geht weiter vorwärts, heißt es im „BerlinerLokal anzeig er". Dann schreibt das Blatt: Die Nachrichten vom westlichen Kriegsschauplatz sind auher- ordentlich erfrischend. Wir ahnten zwar aus dem Zurückweichen zahlenmäßig überlegener französischer Kräfte, datz die französische Offensive im Zusammenbrechen begriffen ser, aber daß unsere Truppen nach 17tägigen, ununterbrochenen Kämpfen imstande sein würden, ihrerseits die Offensive zu übernehmen, das ist ein ganz außerordentlicher Beweis für die Brauchbarkeit unserer Soldaten und für den prächtigen Kampfesmul, der sie erfüllt. Der Feind ist beträchtlich zurückgedrängt worden imd was das bei einem ermatteten Feinde bedeutet, liegt auf der Hand. Uniformierung der nicht gedienten Aerzte. (WTB.) Berlin, 1. Okt. (Amtlich.) Es hat sich das Bedürfnis herausgestellt, die zur Dienstleistung bei mobilen und immobilen Formationen vertraglich verpflichteten irichtgedienteu Zivilärzte als zum Heere gehörig besonders kenntlich zu machen. Für diese Aerzte wird daher folgende Uniform vorgeschrieben: Graue Joppe nach Art der Litewka, an Stelle der bei den Sanitätsossizieren blauen Spiegel beiderseits den Aeskulapslab ohne Dienstgradabzeichen, am Arm die weiße Binde mit dem Roten Kreuz. Kopsbedeckung : Mütze der Sanitätsoffiziere. Lauge oder Stieselbeinkleider (Wahl freigestellt). Als Waffe wird die Mauser- Selbstladepistole 7,63 mm gestattet. Diese Bestimmungen gelten auch für die landsturmpslichtigen Aerzte ohne Rücksicht aus ihren Dienstgrad, soweit sie nicht zum Tragen der Sanftätsoffiziers- uuisorm bcrechsigt sind. Der Angriff auf Aittwerpen. Berlin, 2. Okt. Das „Berliner Dageblvtt" meldet aus Amsterdam: Es wird hierher gemeldet, daß gestern die Beschießung der Forts Waethem, Wawre und St. Ca - thelyne fortgesetzt worden ist. Auch sollen deutsche Truppen schon einen Jnsanterieangriff zwischen Schelde und Tenne gegen die erste Ber- teidigu n gslinievon Antwerpengemacht haben. Es zeigt sich, daß die Deutschen energisch gegen Antwerpen Vorgehen. Sie haben Geschütze auf den Höhen bei Heyst op den Berg ausgestellt und beschießen von dort aus Li er. Auch wird erneute Ossensive aus der Gegend von Dendermonde gemeldet. Der „de Wet des Meeres". weil die „Emden" viele Buchten benutzen und sich vor den englischen Kreuzern verbergen kann. Außerdem hat die „Emden" den großen Vorteil der Schnelligkeit ; sie kann stets, wenn sie in Gefahr ist, flüchten. Ihre Leistungen erfüllen uns mit Bewnnderung. Mr dürfen den Kapitän v. Müller zu seinem Unternehmungsgeist beglückwünschen, weil er nicht nur mit Menschlichkeit, sonder» auch mit Rücksicht gegen die brisische Mannschaft verfährt. Dieser Seeoisizier muß als der de Wet des Meeres bezeichnet werden. Seine Politik ist ganz einzigartig. In keinem Seekriege der alten und neuen Zeit hat ein feindliches Schiff die Taktik des berühmten Gucrillasührers zu Lande ver- iolgt, nämlich die, Bott der Beute zu leben und die Gefangenen ftctznlassen. Gerade der Erfolg der „Emden" macht cs schwer, sic zur Strecke zu bringen. In diesem Falle wird es inchtS nutzen, vcrdächsige Kvhlenschiffe zu verfolgen. Die „Emden" kann Kohlen umsonst bekommen, und sie nimmt natürlich, so viel sie wbreu kann. Wir beherrschen die Meere, aber nicht iet* Quadratmekle ber Meere. Wir benutzen die Herrschaft zur See, um uns die Zufuhr au Lebensmitteln und Rohswffcn zu sicheni sowie zirr sort- schreitenden militärischen Mobilisierimg. Die Leistungen der „Emden" können den Verlauf des Krieges nicht ändern. Sie bleiben eine Episode. Der „Manchester Suordian" schätzt den Schaden, den der Kreuzer „Emden" der englischen Schiffahrt im Indischen Ozean zugcsügt hat, aus eine Atillion Pfund Sterling Ter Tonnengehalt der zerstörten Schiffe betnig 50 000. Das Blatt rühmt den Kapitän der „Emden", der die Bemamiuug der Kauffahrer schont«, und bemerkt, die englische Marine habe in den asiatischen Ge- wässeni kaum sechs Kreuzer, die au Schnelligkeit der „Emden" gleich kommen. Französisches Ausfuhrverbot. (WTB.) Bordeaux, 1. Okt. (Nichtamtlich,) Ein To kret untersagt die Ausfuhr von Zuckerrüben. Ein Perbot des Pariser Militärgouverneurs. (WTB.) Paris, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Der Pariser Msti- tärgouverncur gibt bekannt, daß es den A u t o in o b i l f a h r c r u streng uwersagt ist, selbst mit Passierschein, in den Bereich der kämpfenden Truppen vorzudringen. Jeder Versuch dazu würde die härteste Bestrafung zur Folge haben. Prrmindermtg der englischen Staatscinllinfte. (WTB.) London, 1. Okt. (Nichtamtl.) Die Staatseinkünfte der letzten drei Monate betrugen 35681 283 Pfund Sterling, das bedeutet eine Berminde rung um 6 570 516 Pfund Sterling gegen den gleielw» Zeitraum im Jalxre 1913. Die Einckunste der letzten neun Monate weisen nur eine Dermindcrniig um 2 730 781 Pfund Sterling auf. (WTB.) Sidney, 1. Okt. (Nichtamtl. Neutcr.) Ter Premierminister kündigte in der Zweiten Kammer von Neu- Südwalcs einen Gesetzentwurf zur Verringerung bei BcamlengcHalter um 10 Prozent an infolge der Verminderung der Slaatseinkünfte durch den Krieg. Euglische Pcrlustr in Südafrika. (WTB.) Pretoria, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Nach einer amtlichen Bekanntmachung betrugen die englischen Verluste im Gefecht an der Grenze am 26. September 15 Tote, 41 Verwundete und sieben Vermißte. Englische Handelspolitik. (WTB.) London, l. Okt. (Nichtamtlich.) Eine in der Londoner „Gazette^' veröffentlülzte Proklamation verbiet^ dm Bewohnern der brisisckim Kolonien die Einfuhr und den .Handel mit rohem und raffiniertem Zucker, der ui Feindesland hergcsteltt, sowie mit raffinierten Produkten aus Rohzucker gleichm Ursprungs. Die Sperrung der Dardanellen. (WTB.) Ko n fta n t i n o pe l, I.Okt. (Nichtamtlich.) Der „Tanin" schreibt: Tie Tatsache, dast englische Flotten vor den Dardancllm in türkischen K ü sl e n g e w ä i j e r n kreuzen, stellt einm Verswß gegm das Völkerrecht dar, da die Türkei ihre Neutralität erklärt hat. Aus Grund von Nachrichten, die bet der Psortc eingelaufcn sind, verlautet, daß die mglsiche und französische Flotte infolge der Maßnahmen der Piorle die Dardanellen verlassm l>abm. Sie sollen sich in den Gcwässem von Tenedos beiftidm. ' Rußlands Ileberseeverbindung. lWTB.) Kristiania, 1. Oft. (Nichtamtlich.) „Tidcns Tegn" schreibt über die augenblickliche BedmMng von Archangelsk als Exporthasen Rußlands »ach England imd Amerika sür .Holz. Nachdem durch die dmtschc Flotte die russischen Ostseehäsm völlig abgesperrt sind, ist Archangelsk nunmehr die einzige U c b e r s ce v e r b i n d u u g Rußlands. Die russische Amerika lrme hat die Fahrt nach New Bork mjst drei Dampsern eröffnet, England Iwt für die Fahrt im Weißen Meer die sonst so strengen Bestimmungen über die Deckladungm aufgehoben. Ob es aber mög sich ist, die Ueberseefahtten für die Dauer aufrecht zu erhalten, erscheint sehr unwahrscheinlich. Unverständliche Verhaftungen in Odessa. (WTB.) Wien, I. Okt. (Nichtamtlich.) Tie „Südslaw Korrespondenz" meldet aus Kon staut in opcl: Nach einer Meldung aus Odessa hat die Polizei aus Befehl des Stadtkommandanten Mitglieder des Oesterreichisch-unga rischen und Teutsä>eii Flottenvereins verhaftet. Tie Gründc der Verhaftung sind nnbekamit. Der gute Wille der Russen. (WTB.) London, l. Okt. (Nichtanttlich.) Nach einer hier peröfimtsichtm Petersburger Reuter Meldung wird in Rußland eine große Armeevonfü ns MillioiienManii gebildet, die unter dem Oberbeieht des Zaren steht, und welche in Riga. Wilna, Warschau, Lublin und Romw zusammeugczogm wird. Mau meint, das; durch diese Armee der feindliche Widerstand weggesegt wird. Die Armee soll gleickizeitig ans Wien und Berlir marschieren. Der gute Wille genügt aber nicht. Militärische Maßnahmen in Bulgarien. Sofia, l. Okt. Agenec Bulgare. (Nichtamtlich » Die Re- giemng beabsichtigt, gewisse Kontingente, die gegenwärsig unter den Fahnen stehen, aut gewisse Zeit zu beurlaubm und gleichzetiic einige Jahresgänge der Reserve zu Wasstnllbuiigeu cinzuberusen, um die sür den Garnisviidienst sowie für die Ausrechterholtung der Ruhe und der Ordnung im Lande notwendigen Tmppmbeständ« zu ergänzen. Die Sozialdemokraten Rumäniens. lWTB.) Wien, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Nack; Blätter,itel- dungen aus Bukarest haben die dortigen Sozialisten in einer großen Protestversammlung einen Beschluß angenommen, in welchem sie jede Möglichkeit eines Krieges verdammen, da ein solcher die Interessen der arbeitenden Klasse schädigen müsse. Der Beschluß fordert loyale und dcsinttive Neutralität. Eine Aeußerung aus Norwegen. (WTB.) K r i st i a n i a , 1. Okt. (Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der „Astenposten", ein h v h e r e r G e - neralstabsoffizier, schreibt über die Kriegslage, die er als günstig für Deutschland, besonders auch sür Oesterreich-Ungarn, bezeichnet. Er schließt die Betrachtung mit folgenden Worten: Wenn gerade jetzt der deutsche Generalstab mitteilt, daß die Beschießung AnNverpens begonnen hat, ein Loch durch die Sverr- sortlrnie Verdun—Toul geschlagen wurde und die Narewlinie erschüttert sei, so müssen wir bekennen: Die Verhältnisse wirken überwältigend groß. Wahlen in Schweden. (WTB.) Stockholm, I. Okt. (Nichtamtlich.) Die Wallten zur Zweiten Kammer sind heute beendet worden. Es sind gewählt 97 Sozialisten, 86 Milgtieder zur Bertcidigungspartei mid 57 Liberale. Die Sozialisten werden also zum ersten,Malc die stärkste Partei der neuen Kammer sein, in der bislier^ 7.! Sozialisten, 86 Mitglieder der VertcidigungSpcrtte, und 71 Liberal» saßen. Die Haltung Griechenlands. (WTB.) Athen, I.Okt. -Nichtamtlich. In der Kam mer warf Denizclos einen Rückblick aut, die Ereignis,e. ttr erinnert« an die Erklärung der Regterimg, »f otrtechenlani nentr.it bleibe. Er verheimlichte aber nicht, das, Griechenland 3 » n d n is Verpflichtungen mit Serbien emgegaugen ie, Griechenland wünsche in der Tat, daß oer Europa verkeacude Brand nicht auch aus die Balkmihalbinscl übergrerie. deren Volker „ach den jüngsten Kriegen Ruhebedürs nts häncm __ Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. K.: August Goctz, Den Heldentod förs Vaterland starb am io. September unser lieber A. H. Oberlehrer Dr. Lttdw.Weise Leutnant der Res. im Inf.-Regt. 117. Sein Andenken wird die Landsmannschaft stets in Ehren halten. MS 82 D Die Landsmannschaft Chattia. Nachruf. Am 10. September 1914 starb den Heldentod fürs Vaterland unser Junior-Chef Herr Julius Menges Leutnant derftes. im Inf.-Regt. „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116. Wir werden ihm ein ewiges Andenken bewahren. Das Personal der Firma Wlenges Zigarrenfabrik, Großen-Linden. Köoe - Da rodest sanft — wenn auch in fremder Erde, Wir denken Dein in Treue immerdar. Dein Ehestands-Glück, es sollt nicht lange werden, Gott tröste Fran — und teures Elternpaar. P. K. A-nf dem Felde der Ehre starb in Frankreich am 24. September den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgeliebter, unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Kühl, Kaufmann Wehrmaan der 8. Komp. Res.-Inf.-Regt. u 6 im 27. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Margarete Kühl Ww. Giessen (Wolfstrasse 16), den 2. Oktober 1914. 06997 Auf dem Felde der Ehre starb den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgeliebter und unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Fay, Kaufmann Reservist d. Leibkomp, des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 in Giessen im 25. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Adam Ludwig Fay n. Fran Luise geb. Isheim Familie Adam Christian Fay Familie Christian Karl Leidig Familie Heinrich Wilhelm Fay II. Familie Jakob Fay. Groningen, 1. Oktober 014. 06979 Todes-Anzeige. Heute morgen verschied sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, Sohn, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Heinrich Gilbert II. im vollendeten 55. Lebensjahre. Die t*eftraoernden Hinterbliebenen: Familie Kilbert Familie Rinn. Heuchelheim, den 1. Oktober 1914. wm Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Oktober, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehanse, Sandweg 10, aus statt. Danksagung. Kür die vielen Beweise Herzlicher Teilnahme beim Heimgange meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Mathilde Höcher geb. Büttner sagen wir ans diesem Wege herzlichftenDank. Im Namen der tiestrauernden Hinterbliebenen! A. Höcher. Gießen, den 2. Oktober 1914. m79 Statt Karten Ihre Verlobung zeigen Wenhrrch an Emmy Ritsert Dr. raed. Walter Sülze Privat dozent Giessen, Oktober 1914 J Dr. Weyl Spezialarzt für Hals-, Nasen-und Ohrenleiden 10M * znm Sanitätsdienst einberufen. 0 Zimmer A-Ailijt 4011 Stoff. «schönste, fotmtae Lage« 6 Zimmer m. Zubeb. sos. oder später zu vermieten. Näh. Seltersweg 52 H. 4 Zimmer UZininier-Wvdiiuug p. lof. ob. spät, an vermieten. Näh. Klrchenplat» 11 , |. Laien ' w . 3 Zimmer 3-Z.-W. alob. *. verm. l**" Wolsftr.26. Ecke Lieber Str. 3 Zimmer-Wobn. mit Zub. abgeschLBorvt a. ruh. L-tz. v. 069741 Babnbosftrahe 641. ®rf!.3-Zim.-Wohn.,Sfäb. Gart. SlefcbpLUw] Frankf.Str.95. 2 Zimmer LL-Zm.-WM?L 0 g. Schlier, UcherStr.9. [9004 verm. [06990] Löweng. 11. Zivei-Zmmer-Wohming zu vermieten. 10295 Weft-Anlage 7. Für die kältere Sahreszeif rui me Kuiieie ^ bringe den o Eingang der Ileuheifen J | Verschiedene | Kleine sreimiil. Wohnung per 1. Okwber zu veruüeten. Daselbst auch Zimmer und Kabinett. 19699s Ne«Nadt21. Ailsenberger Weg 2. 3—4-Zim.-Wobn. v. 1. Nov. zu verm. Näh, daselbst v.J“ Möbl. Zimmer] Pension Itrnndl ivor Aua. 1914 Pension Bellevue). Behagl. möbl. Zimmer. Zen- trnlheiz-Bad. Tett08ö. Möbl. Z. m. elektr. Licht zu verm. Löweng. 51. Frenndl. möbl. Zimmer, Nahe den Kliniken, z. verm. 10294: Wetzlarer Weg 69 kl. Frdl. möbl. Zim. z. verm. 06996 Babnbositr. 66 II. L,&den u. dffl. Pserdektall mit Burichen- qelah zu vermiet. itiäheres Walltorstr. 75 l., Bureau. 18128 ) Schöne 4-Zimmer-Wodn. sofort gesucht. Schr. Anged. u. 06978 a. d. Gieh. Anz. erb. Stellenangebote a. einige Tage gesucht. [10303 Avsrlweinkelterei Wilhelm Mayer Kaiser-Allee 27 Telephon 348 Heizer f für Bedienung ein. Zentral- heizg. v. l. Novbr. d. I. ges. Zu melden Friedrichstr. 3». Junger Arbeiter treu, zuverl., gesucht. <06992 Nord-Anlage 42 H. Erdarbeiter gesucht. Stendenlohn 42 Pfg. Svnten u. Schautet sind mit- zubringen. 10290 H.,W.H.EmeManpMt, Baust: Werk,,Hinunel3bneh“ in Nidda. Einige Sand langer u.Tage> löbnerkönnen noch eintreten. 102931 FrnntsurterTtr. 29. Laufjunge,°Ld^ <14 bis 15 Jahre alt) d. läng, bleibeu will, gesucht Meld. nur Samstag erbeten. 105M Pelikan-Apathnh«, Krens 2. Lehrling aus gut. Ttarailie gegen Vergütung sofort gesucht [10297 S. Loeb. Zigarrengeschäft, Babnhositrasie 52 a. O Paletots, Ulster, Bozener Mäntel, Capes, Q ^ Joppen, Buckskin-Hosen und praktischer Knabenbekleidung in empfehlende Erinnerung. Tüchtiges, nicht zu junges Rflädchen flci. LX0273L ©ft-Slul. 31 Hl. Wahrend der Kriegszeit gewahre auf sämtliche Artikel einen Ausnahmerabatt von 10V ■ militärpflichtige ■ finden grolle Aoownhl in © o * o ♦ © ♦ © ± o ♦ o o SH« Kaess Rächt. ^ W. ßorn Während des Neubaues INausburg 5. Unterhosen ohne Naht nach Vorschrift, Pelz-Unterhosen, Unter-Jacken, Walk- Jacken, gestrickte Herrenwesten, Hosenträger, Taschentücher etc. ITlefn hager in 5erren»Hnzugsstoffen bietet bei reichhaltiger Auswahl die neuesten Ausmusterungen. 10123a Junger oder auch Fräulein mit guter Handschrift und durchaus bewandert im Rechnen zum iosortigcn Eintritt aus das Kontor einer hiesigen Zigarreniabrik gesucht. Schriftliche Angebote unter Nr. 10277 an die Geschäfts- stelle des Giehener Anzeigers erbeten._ Lehrling °d. Lehrfraulein zum bald. Eintritt gesucht. Näheres bei 10267 August Wallensels. Ein tüchtiges Möschen, welches gute Zeugnisse hat und etwas kochen kann, in gutes Geschäftshaus nach auswärts gesucht. Zu erfragen Sotcl Kubne am Bahnhof_ [10230 Suche j. 1. resp. 15. Novbr. tüchtig. Mädchen das gut lochen kann u. alle Hausarbeit verfteht. 110246 Babubosstratze 65 B III. Ges. z. 15. Oft. erfahr., kräft. Miidch., das schon ln bess. Häuf gedient bat s. Küche u. etwas Hausarb. L Hilse vorhanden. Näh. i. d. Geschäftsstelle d. Gieh. Anzeig. [10287 069731 sucht . . Stellung. Witionktrahe 8 vt. aus gut. Hause, ^.'llmr, 27 Jahre, tuchiig und ers. in all. Zweigen d. Hausb. s. Stell, i. bess. ftauent. Haush. Schr. Angeb. u.06977 a« den Gieh. Anzeiger erb. Suche Stellung t g. Hause, für Kochen u. alle Hausarb. Brandstetter. Wetzlar. 069891 Waidschmidtstrahe 30. Jung. Fräulein mit sreundl. Wesen jucht v- sos. Stell, als Stütze obe W“e. leib - Schriftliche Angebote unter 10291 a. d. Gieh. Anzeiger. 3 r«eisp. K stenwag., IGigg, Kieiderschrank, Vertiko, Tisch., Sttthl..Wasehkommod. Nachttisch nsw. z. verlausen. 069831 Batinbosstrahe 43. Kolhbirncil iu Derfanfcn 05411 Wcierftrasie 9. 2 Ztr. Honig-Birnen zu verk. 06995]_ Ost-Anlage 27. Gute Eft u Einmachbiriicn billig zu verkaufen. 06970 Babnbosstraiie 26 H. Himbcrfträucher tGoliatb- bimbeere) wegzugshalb, sehr billig abzugebcn. Bestellung, bis spätestens Montag, den 5. Olt. l'°«) Kaiser-Allee 115. Bringe Sgmslag a. d. Mnrkt, die bctiebien roten rhein. Ein- mach-Ptirsiche, sowie irische Walnüsse billig z. Verkauf Der rhemische Obsthändler Auto« Schneider. [10266 Rei« Wasserkrüge kauft R. Ovvcnbeimcr Sob», Walltor. MW» G USster • evtl, gebraucht, für schlanke Figur, z. kauf, gesucht San. Angeb. unter 06982 an den Giehener Anzeiger erbeten. Kräftiger Junge angekommen, welches hocherfreut anzeigen A.Kahn und Frau Gießen, Darnmstraße 41 Nachhilfe in Mathematik für Uniersek. d. Realgemn gef Schr. Skngcb. unt. 069« an den GteH. Anzeiger erd. DienIIinan» Svcrtina, Llehigstrafie 65 emosiehlt 9® im Krautbobctn. Kartoffeln vrima Svcisckartoffeln für den Winierbedars sow. gel»e Satatkartoffel» iPaulsenS Juli) emvsieblt billigst I. Weisel, Lonnenur. <>. !>,?"! Tel-A ksciiiiMtisc-iiiihLlilllt- KtttiiffclNdSLL. Reuen Baue,