Nr. 25, Der Eichener Anzeiger erscheint täglich, äuher Sonntags. - Beilagen: viermal wöckeittlich SiehenerZamiliendlätier, zweimal wöcheml.Nreir- bkiti sör den »reis Sichen sTicnstog und Freitag): jweimal mono». Land- wirtschaftliche Seitsragln Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchriitleitung,12 Verlag, GcschäNsstellebl Adresse iiir Drahtnachrichten: Anzeiger Siehcn. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang Freitag. 2. Oktober Bezuqsvrci,. monatl. 75 Ps., oiertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Ps.: durch diePost Mk.2.— oiertcl- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokalI5Ps., ausw. 20 Ps. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz: sür „Feuilleton', „Vermischtes' und„Gerichts- saal": Karl Äieurath; . iür „Stadt und Land': Rofation$6ruer Belgier und die ^vperrforts in der Linie Tonl-Verdnn rus dem Wege zu räumen. Nach Prwatnieldungen aus Paris glaubt die französische (Bevölkerung nicht mehr an das Eintreffen exotischer Hilfs- Truppen; sie weiß vielmehr jetzt, daß man sich nur aus die Ergänzungen aus dem eigenen Lande verlassen kann. Ob 1 Frankreich die neuen schweren Verluste, die es bei den kämpfen gegen die Deutschen in den allerletzten Tagen | vieder gehabt hat, durch neue Truppen ausreichend wieder 'rsetzen kann, steht dahin. Die Londoner und Pariser Siim- > uungsbevichte lauten in dieser Hinsicht nicht viclvcr- precheick». Der Angriff auf Antwerpen aber schreitet, wie aus | >em deutschen Hauptquartier gemeldet wird, erfolgreich fort. Als interessante und bedeutungsvolle Neuigkeit ist nun l wüte hiiizugekonimen, daß der Emir von Afghanistan seine Streitmacht gegen England und Rußland aufzubieten im Segriffe stehe. Afghanistan, ösllich von Persien gelegen, xrenzt wie dieses im Norden an Rußland, im Süden an >as indische Reich. Afghanistan Hai jahrzehntelang den Engändern heiß zu schassen gemacht, und schließlich hat immer ,ur die sinanzielle Politik Englands, nicht aber seine Waffengewalt gesiegt. 'Der Emir von Afghanistan hält die Ge- egenheil für gekommen, sich nicht mehr mit dein Golde Eng- ands zu bemrügen; er ivird die Fahne des Aufruhrs auch ach Nordinöien tragen. Die Grenze zivischen beiden Reül)en äust von Südwcsten nach y lordosten. Es ist weifellos übertrieben, daß Afghanistan zusammen 60 000 Mann aufznbringen vermag. Das Zand ist twa halb so groß wie das Denffche Reich. Der afghanische sriedensstand beträgt 50 000 bis 60 000 Männ, genug, um ei Heu .kriegsmäßigen Ergänzungen England und Ruß- ^rnd zugleich gehörig zu sclwffen zu machen. Dabei dauert die Spannung an den Dardanellen un- ! ermindert fort. Die englisch-französische Flotte hat sich war bis Tenedos zurückgezogen, wenn man einer Privat- reldung glauben darf, aber die Pforte beharrt vorläuftg | uf der Sperrung der Dardanellen. In einem amtlichen russischen Bericht wird zuge- | eben, daß die Deutschen die die galizischc Grenze be- errschenden Hügel im Süden des Gouvernements Kielce | efefligen, mit dem offenbaren Zweck, den Vorstoß eines 'ilfskorps von Schlesien nach Krakau zu decken. Ein hes- ger Kampf scheine in diesem Gebiet bevorzusieben. Hofsenv- ch hören nur bald von weiteren Erfolgen der dcutsch-öster- ffchischen Heere! * . ' Die erschöpften Feinde. Berlin, 1. Okt. Das „Berllner Tagebl." meldet aus otterdcrm : Eine amtliche Pariser Meldung von >r letzten Nacht besagt: Tie Lage ist im allgemeinen be- l iedigend. Ter „Temps" schreibt: Dies ist der 60. Tag des I riegcs, der siebzehnte der großen Aisne-Schlacht. Es ist 1 ne Schlacht der Erschöpsung. ^ Das deutsche Borrückcn in Französisch-Lothringcn. Rotterdam, 1. Okt. Eine Depesche der „Times" aus ! aney vom 24. Sept. besagt: Die Deuffchen rücken wieder I >r. Sie besetzten Thiancourt und No m e n y. Die Deut- I )en rücke» durch das Lezousc-Tal vor. Fürst Leopold zu Lippe ist am gestrigen Donnerstag dem Bataillone, dessen Che' er ist, ins Feld gefolgt. In Begleitung des Fürsten sind zur Front gegangen Oberhosinarjchall Generalleutnant z. D. v. Loos, Flügeladjutant Hauptmann v. Natzmer und Geh. Kabinettsrat Leutnant d. R. a. o. Professor Epstein. Die Belagerung von 'Antwerpen. Rotterdam, l. Okt. Aus Antwerpen wird gemeldet: Beim Fort Waelhem sprengten die Deutschen das Pulvermagazin. Sie sollen die Plätze Li er und Heerenthals besetzt haben. ? Das Antwerpener „Handelsblad" gibt eine längere Erzählung über die Beschießung von Lier, südöstlich von Antwerpen. Auch hier kehrt der ausführliche, .geradezu traditionell gewordene Bericht über die Beschießung des Hospitals wieder, der niemals fehlt, wenn es sich um die Beschießung eines belgisck)en Platzes handelt. Ganze Karawanen von Flüchtlingen aus den Gemeinden, die zwischen den einzelnen Forts liegen, kommen in Antwerpen an. Ueber 150000 Flüchtlinge sind außerdem nach Gent und 5000 nach Brügge gegangen. Der Ort Bilsen an der holländischen Grenze bei Maastricht, von dem behauptet wurde, er sei niedergcbrannt, steht fast vollkommen unver-, schrt, nur etwa ein Dutzend Häuser sind durch Feuer zerstört. Auch Heerenthals, das angeblich bei dem gegenwärtigen Vormarsch der Deutschen zerstört worden sein soll, ist nach holländischen Berichten unversehrt. 80 Millionen deutscher Schaden in Brüssel. Brüssel, 1. Okt. Von deuffchen Flüchtlingen sind bisher mehr als 8 0Millionen Franks Schaden angemeldet, der von den Brüsselern vor dem Einzug der Deutschen angerichtet worden ist. Me Schäden, die vor der Besetzung Brüssels dort angerichtct wurden, muß die Stadt Brüssel selbst bezahlen. Gesuche um Rückführung Gefallener. Berlin, 1. Okt. (WTB.) Dem Wolss-Bureau wird amtlich mitgeteilt: In letzter Zeit sind zahlreiche Gesuche um Rücksührung Gefallener gestellt worden. Das Aussuchen, Ausgraben und Uebersuhren Gefallener aus dem Bereich der vordersten Linie ist überhaupt unausführbar. Aber auch sonst wird die Rückführung auf so große Schwierigkeiten, wie z. B. Mangel an Transportmitteln stoßen, daß nur dringend davon abgeraten werden kann, solche Gesuche zu stellen. Für die Soldaten ist das Schlachtfeld das schön st e und ehrenvoll st e Grab. Die holländische Rcutratitätsverletzung durch englische Fliegerbomben. Rotterdam, 1. Okt. Dem „Amsterdamer Telegraas" zufolge hat die holländische Regierung Befehl gegeben, in Zukunft alle fremden Flieger, die niederländisches Gebiet überfliegen, herunterzu schießen ohne Rücksicht auf weiße Flaggen. Wie der holländischen Presse gemeldet wird, erfolgte der Bombenwurf eines englischen Fliegers über Maastricht nach den behördlichen Feststellungen nicht bei Nebel, sondern nur bei bewölktem Himmel. Bevor der Flieger die Bomben abwarf, schwebte er, eine weiße Fahne schwenkend, in nur 400 Meter Höbe über der Stadt. Verluste der Znavcn. Berlin, 1. Okt. (W. B. Nichtaintlich.) Ein Mittagsblatt gibt eine llnierredung wieder, welche der Korrespondent der „Daily Mail" in Paris mit einem verwundeten Zuavenoffizier hatte, welcher erzählte, am 20. September sei eine Brigade von 8000 Zuaven in daS deutsche Maschinengcwehrfeucr geraten und bis auf 1000 Leichtverwundete aufgcrieben worden. Ein Zeitungsvcrbot in Belgien^ Rotterdam, 1. Okt. Der Verkauf des „Nieuwe Rotterdamsche Courant" ist in den von den De utscheu nicht besetzten Gebieten Belgiens verboten worden. Die neue Offensive in Galizien. Berlin, 1. Okt. Der Kriegsberichterstatter des „Bert. Tagebl." meldet ans dem österreichischen Kriegsprffsequar- tier: In den letzten beiden Wochen konnte sich die österreichisch-ungarisch« Armee unter dem Schutze ihrer starken neuen „Stellung hinter der S a n - L i n i e in Ruhe verproviantieren, die Verluste durch ffische Mannschaften aus- gleichen und den Gejamtbestand durch große Reserven erhöhen. Dank ihrer Erschöpsung und Munitionsverausgabung kamen die Russen währenddessen nicht über die Besetzung der freiwillig verlassenen Gebietsteile hinaus. Ueberdies ersclstverte der wochenlang« Regen, der die russischen Aufuhrgebiete in Sümpfe ver - wandelte, die Nachschübe und die Verproviantierung der russischen Armee. Infolgedessen setzten die russischen Operationen gegen das Heranziehen der deutschen Truptz.en viel zu spät ein und blieben wirkungslos. Die denffche Armee reichte nunmehr ihre Hand der verbündeten österreichisch-ungarischen Armee, die einen Monat lang den Stoß der numerisch weit überlegenen russischen Hauptmacht ausgehalten und den geplanten Durchbruch zweimal vereitelt hat. Außerstande, die Bereinigung im Nordwesien zu verhindern, suchten die Russen durch Einbrüche in die Karpathenpässe eine Krästezersplitterung der österreichisch-ungarischen Armee hcrbeizuführen. Nachdem auch dies mißglückte, waren sie gezwungen, den Kamps in dem von den Verbündeten vorgesehenen unb vorbereiteten Gelände aufzunehmen. Tie Verluste der Russen. Zürich, 1. Okt. (WB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der „Neuen Zürcher Ztg." veröffentlichen die Londoner Blätter glaubwürdige Meldungen über die Verluste d>er Russen in Ostpreußen und O st g al i z i e n. Danach seien auf dem galizischen Schlachffelde gegen 100000 Russe» gefallen. Einstellung von Sträflingen und Ausländer« ins russische Heer. Stockholm, 1. Okt. Dem „Stockholmer Tageblatt^ wird aus St. Petersburg gemeldet, daß angeordnet worden ist, sämtliche Sträflinge, die auf administrativem Weg« verhaftet ivorden waren und kriegstauglich sind, frei zu lassen unb ins Heer einzustellen. Im Ministerrat wurde beschlossen, daß neutralisierte Ausländer unter 30 Jahren nach den allgemeinen Besffmmnngen Dienst tun sollen, während die zwischen 30 und 50 Jahren von Aerzten aus ihra, Kriegstauglichkeit hin untersucht werben sollen. Die letzte serbische BerteidigungSliue. Wien, 1. Okt. Wie aus Sofia berichtet wird, arbeiten die Serben eisiig an ihrer letzten Verteidigungtstz linie Novi-Basar-Poscharcwatz. Ausbruchversuch gefangener Russen. (WTB.) Crossen, 1. Okt. (Nichtamtlich.) In dem hiesige,.. Lager russischer Gefangener benutzten vor einigen Tagen etwa zweihundert dort untergebrachte Rußen einen Augenblick schweren llnwetters mit heftigem Sturm und Reg» zu einem Ausbruchversuch. Sie stürmten aus den nah« der iKnatine gelegenen Baracken aus den Platz zu, wo dieGew e h r< Pyramiden der wachthabende» Kompagnie ausgestellt waren. Ter Posten eröfsncte sofort das Feuer aus dtc Aus» brechenden und alarmierte das Wachtkommando, das zum- Teil ebenfalls die Waffe gebrauchte. Als die vordefften der Ge- Gesaugencn fielen, wurde der Ausbruch sofort aufgegebeu. ®iei Russen sind getötet, acht schwer und mehrere leicht verletzt. Eine abirrende Kugel traf den Garnison» er- waltungsinspektor a. D. Schulz an der Lunge. Außerdem verletzte eine Kugel einen Posten der Landsturmleute am linken Unter- arm leicht. Aerztliche Hiffe war sosort zur Stelle. Infolge der Boffälle wurde dann noch eine Kompagnie des Landsturms alarmiert und zur Verstärkung des Wachtlommandos. herangezogen. Es trat aber bald wieder Ruhe und Ordnung ein. Die schaffen Schüsse, die weithin hörbar waren, verursachten, große Aufregung in der Stadt. Die Untersuchung soll ergeben haben, daß der Ausbruch tat-, sächlich von einer lleinen Gruppe, die des Zwanges des Lager- lcbens überdrüssig war, vorberfftet wurde. Der Wind soll vorher dazu benutzt worden sein, um Zettel zur gegenseitigen Befftän- digung nach den anderen Baracken ju vermitteln. Ein getötete, Ausbrecher war dicht bei den Gewehrpvramidcn zusammengestürzt. Generalmajor Ludendorfs Ehrendoktor. Berlin,!. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Wie das „Berliner Tageblatt" meldet, hat die philosophische Fakultät der Univeffität Königsberg dem Generalstabschef des Generalobersten von Hindenburg, Generalmajor Ludendorfffdü» Würde eines Ehrendoktors verliehen. Afghanistan auf dem Kriegsmarsch? Konstantinopel, 1. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ein hiesiges Matt gibt die Meldung des ofsiziösen afghanischen Organs „Aradjnlah Barulafghan" wieder, nach welchem der Emir von Afghani st an eine Streitmacht von etwa 400 006 Mann regulärer Truppen unter dem Oberbefehl seines Bruders Naer-Ullah Khan mit dem Aufträge enffandt habe, die Stadt Peschawar, den Schlüs - selJndiens zu besetzen, und eine andere aus 300 000 Mann bestehende afghanische Streitmacht unter dem Befehl! des Thronfolgers Narec Jere gegen Rußland. Die Stimmung in der Türkei. Wie n, 1. Okt. Einer Konstaniinopeler Meldung zu« folge erregen die Nachrichten über die deutschen und österreichischen Siege im Orient ungt« tj e u r r o Aufsehen. Sie werden i» allen Bazaren ausführlich besprochen. Es wurden Mittel »nd Wege gefunden, diese Meldungen traft der uvn den Engländern bereiteten Hindernisse weithin zu verlachten Aus dem bekannten Wall fahrtsort Kerbel« liegt die Nacisrickt Var, daß, dort Jubel Elfter die russischen Niederlagen herrsche. Wien, 1. Okt. Ans Kon st a n ti n o pe l wird gemeldet: Die Sperrung der Dardanellen wurde durch das Kreuzen einer aus 21 Einheiten bestehenden englischen Flotte veranlaßt. Die Verhinderung der Ansfahrt van türkischen Torpedobopten wurde als Ge- walttiirigkeit empfunden. Schließlich wurde eine Erklärung des englischen Botschafters, daß England den „Uarriz- Eultan" (früher „Goebe n") und „Midilli" (früher „Breslau") als deutsche Kriegsschiffe betrachte, und daß diese beim Austritt aus den Dardanellen von der englischen Flotte vernichtet würden, als b e l e i d i g e n d c r gewalttätiger Schritt empfunden Darauf aniwortcte die Pfvrte 'mit der Dardancllcn-^perrung. Die Psorte und Griechenland. Ko n st a n t i n o p e l, 1. Oft. (WTB. Nichtanitlich.) Nach Mitteilungen aus authentischer Quelle sind im Anschluß an den letzten Notenwechsel zwischen der Pforte und Griechenland, der die Beschlagnahme des Grundbesitzes von Muselmanen in Mazedonien und Epirus betraf, beide Regierungen übereingekommen, den Sitz des türkisch hclleni- schen Auswandernngsausschusscs von Smnrna nach .Konstantinopel zu verlegen, um die Prüfung der Frage des Austausches von beiderseitigen! Grundbesitz zu beschleunigen. Die Haltung Bulgariens. Sofia. l.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Das Blatt „Knmbana" tritt den russensreundlichen Zeitungen, welche die Sache Rußlands von der Sache Serbiens trennen wollen, entgegen und schreibt: Beide Staaten seien untrennbar verbunden: wer mit Rußland gehe, müsse ein freund Serbiens sein. Es wäre einfältig, aus Rußlands Tücke Hoffnungen aufzubauen. Die mazedonische Frage ist mit der Frage der Beziehungen zu Rußland innig verknüpft. Die Illusion, daß Rußland die bulgarischen nationalen Ideale verwirklichen könne, müsse endgültig zerstört werden. Das Blatt will wissen, daß Rußland neuerdings an Bulgarien Forderungen gerichtet habe, die mit dessen Neutralität unvereinbar sind. Das bulgarische Volk werde eine entschiedene Zurückweisung dieser Forderungen einmütig billigen. Es müßten sofort Maßnahmen gegen jeden Versuch, die bulgarische Neutralität zu verletzen, getroffen werden. Das italienische Parlament und die Neutralität. Rom, 1. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die Versammlung der l i b e r a l c n D e p u t i c r t e n , die unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten der Kammer, Grippo, tagte, hat folgende Beschlußfassung angenommen: „Die liberalen Deputierten erkennen die Rechtmäßigkeit der Neutralitätserklärung an, welche die Regierung beim Kriegsausbruch abgegeben bat, und versichern von neuem, daß sie v o l l e s V e r I r a u e ii zur Regierung haben, von der sie annehmen, daß sie den hohen Pflichten und der großen Verantwortlichkeit gegenüber Italien sich bewußt iit. Sie vertrauen daraus, daß die Regierung mir Vorbedacht und Tatkraft die obersten nationalen Interessen wahrzunebmen wissen wird." Nach Schluß der Versammlung begab sich die Abordnung zum Ministerpräsidenten S a l a n d r a, um ihm die Beschlußfassung zu überreichen. Japanische Berluste vor Tsingtau. Rotterdam, 1. Okt. Die „Daily Mail" berichtet aus Tokio, daß die Japaner in den ersten vier Wochen in den, Kämpfen um Tsingtau .112 Tote gehabt und 9 Flugzeuge verlor'en haben. Die Mängel in England. Mailand, 1. Okt. Wie der „Corriere della Sera" aus London meldet, fehlt es in England an Kasernen, Artillerie und sonstigem Zubehör, abgesehen von Khakiuniformen. In ganz England sei kein Khakistoff mehr zu haben, und bis zur Neuhcrstellung müssen die Soldaten die bekannten Rotröckc tragen. Mittlerweile kauft die Regierung alles vorhandene blaue Tuch auf, um provisorische Uniformen zu schassen. — Londonliege zurzeit n achts in tief st em Dunkel. Die Riesenuhr von Westminster sei erloschen, ebenso ein großer Teil der Straßenbeleuchtung. Nur vom Dache von Charing Croß slarmncn Reflektoren, die den Rachthimmel nach den 20 Zeppelinen absuchen, die beständig erwartet werden. Eine innere Anleihe in Dänemark. Kopenhagen, l.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Blättermeldungen bereitet die Regierung die Ausgabe einer vierprozentigen inneren Staatsanleihe von ungefähr sech- zigMillionenKronen vor. Die Anleihe soll innerhalb 40 Jahren getilgt werden und ihre Unterbringung bereits gesichert sein. Minen im adriatischen Meere. Rom, l.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nachdem die zahlreich an mehreren Stellen des Adriatischen Meeres treibenden Minen den Tod mehrerer Fischer herbeigeführt haben, har das Marineministerium Torpedobootszerstörer au^ge sandt, um die Minen zerstören zu lassen. Das Ministerium hat die Unterbrechung der Schisfahrt bis auf Widerruf für die vom Staate subventionierten Linien angeordnet und denjenigen empfohlen, welche das Risiko einer Reise übernehmen wollen, nur bei Tage und mit der größten Vorsicht zu fahren. Das Zahlungsverbot gegen England. Berlin, l.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Mg. Ztg." bringt einen „Das Zahlungsverbot gegen England" betitelten Artikel, in welchem es heißt: Sein-n vrinziviellen und allgemeinsten Ausdruck findet der englische Standpunkt in dein BerbotdesHalndelnsmitdem Feinde. In weiten Kreisen unseres Volkes ist die Frage aufgeworfen, ob wir dicstn uns zugedachten Schlag einfach hinnehmcn sollen, oder ob wir nicht besser Vergeltung üben sollen. Immer allgemeiner ist ein Zahlungsverbot gegen England verlangt worden. Die Bundesratsverordnung vom 30. September trägt dem Rechnung Nur ein Zahlungsverbot, worauf der deutsche Kaufmann uiid der deutsche Schuldner sich berufen kann, versetzt ihn in die richfige Stellung gegenüber seinem englischen Gläubiger oder dessen Agenten. Es ist nicht zu verkennen, daß es Fälle geben kann, wo Zahlungen nach England eine Notwendigkeit sind, sei es, mn den dortigen Deutschen Unterstützung zu gewähren oder um deutsche Filialen in England zu unterstützen, sei es, um wirkliche Werte für unser nationales Ber- nrögen zu erlangen oder sicher zu stellen. Solchen Sonderfällen trägt die Verordnung Rechnung, indem sie die Reichskanzlei ermächtigt, eine Ausnahme zu bewilligen. Die Zahlung darf auch nicht über ein neutrales Land ersolgen. Wissentliche Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot ist mit G e - sängnisstrasebis zu drei Jahren oder xnit Geldstrafe bis zu 5 0000 Mark bedroht. Selbstverständlich läßt dieses Zahlungsverbot das Recht des Gläubigers als solches bestehen. Die Schulden sind nicht erlassen, sondern mir bis mis werteres gestundet. Diese Stundung ist aber nicht nur für Geldsvrderun- gen ausgesprochen, auf deren Erfüllung sich das Verbot erstreckt, sondern sie ist aus vermögensrechtliche Ansprüche aller Art ausgedehnt. Eine Verzinsung während der Dauer der Stundung braucht nicht geleistet zu loerden, soweit Zinsen für die Zeit vor der Fälligkeit der Forderung geschuldet werden, laufen sie bis r Fälligkeit weiter. Die Protesterhebung wird bei cchscln, die uMer das Zahluugsverbot fallen, hinausge- s ch o b e'tt. Hat der Schuldner ein Interesse daran, sich alsbald von der Schuld zu befreien, so kann er ztn diesem Zweck den geschuldeten Betrag bei der R e i ch s b a n k hinterlegen. Es war zu berücksichtigen, daß eine große Zahl deutscher Geschäftsleute es bereits seit dem Ausbruch des Krieges und insbesondere seit dem BckauMwcrden des englischen Zahlungsverbotes abgelehnt hat, noch nach England zu zahlen. Auch diese berells ein getretene Zahlungsverweigerung ist nachträglich gebilligt worden: etwaige an sich bereits eingctretene Berzugsfolgrn sind wieder aufgehoben worden. Die Stundung wirkt auch gegenüber den: Erwerber einer Forderung. An die hiesigen Niederlassungen englischer Unternehmungen, mögen sie tn englischen oder deutschen Hütchen sein, soll auch weiterhin gezahlt werden müssen, vorausgesetzt, daß die Forderung in dein inländischen Betriebe dieser Unternehmungen entstanden ist. Es kommt darauf an, daß das Geld nicht nach England gehen darf. Die Abführung der cin- genonimencn Gelder nach dem Mutterland ist natürlich den hiesigen englischen Fllialen verboten. Man hat sie in der Hauptsache bisher durch Bestellung einer Ueberwachung nach der Verordnung vom 4. September 1914 daran zu verhindern gewußt. Sck-ars zu trennen von den erwähnten Fällen sind diejenigen, bei welchem es sich um Agententätigkeit im Aufträge von Gläubigern in England handelt. Diese fallen unter das Verbot, das heißt, es darf nicht an die Agenten des englischen Gläubigers gezahlt werden und der Agent selbst darf sein Geld nicht nach England abführen. Eine besondere Vorschrift ist mit Rücksicht aus die überseeischen Geschäfte deutscher Kausleute getrvffen. Infolge der kriegerischen Ereignisse, z. Ä. infolge der Beschlagnahme von Waren und der Schließung deutscher Geschäftssilialen ün Auslande ist es leicht möglich, daß Weckpel, die auf ausländische Kimden oder sonst aus das Ausland gezogen sind, gegenwärtig nicht zur Einlösung gelangen. In solchen Fällen sollen auch die in Deutschland befindlichen Niederlassungen englischer Gesellschaften bis aus weiteres nicht berechfigt sein, tvegm Nichteinlösung der Wechsel Rückgriffsansprüche wechselrechllicher oder zivilrechtlicher Art in Deutschland geltend zu tnachen. Bon den übrigen Bestimmungen der Verordnung wäre noch zn erwähnen, daß Ilcbcrtretiiugcn von Ausfuhrverboten, sofern die Waren nach England gehen sollen, unter strengere Strafen gestellt sind, als gewöhnliche Uebcrtrctnngen von Ausfuhrverboten. Au» SterSt und ikanv» Gießen, 2, Oktober 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebietcn.s Res. Äug. R e i tz, Inf.-Rgt. l 16 aus Flensungen. — Lt. d. Res. und Oberlehrer Dr. Ludwig Weise, Inf.-Rgt. 147 aus Gießen. — Lt. d Res. und Oberincenieur Arnold Buslerdrech, Inf.-Rgt. 70 ans Worms. — Lt. d. Res. Diplom-Jng. Fritz M o- rell, Jns.-Ngt. 118 aus Darmstadt. — Bizeseldw. ©tim. Rau, Inf.-Rgt. 116 aus Liederbach. — Res. Georg Kaufmann und Fritz Nickel aus Rodheim v. d. Höhe. — Vizefeldw. d. Landw. Jean L. W a l l d o r f, Jns.-Rgt. 118 aus Nieder-Saulheim. — Landwehrmonn Karl N ö h r b a ß aus Weinheim in Hessen. — Gesr. Heim. N a u l h, Ers.-Res.-Jns.-Rgt. 85 aus Mainz. — Minsk. Arthur Löbsock, Jns.-Rgt. 87 aus Frankfurt a. M. — Gesr. d. Res. Johann Lahr, Inf.-Rgt. 118 aus Mzey. — Vizefeldw. d. Res. Gerichtsaktuar Fritz Wagner, Inf.-Rgt. 83 mis Biedenkopf. — Lt. b. Landwehr und Gerichtsassessor Karl E s ch m a n n, Jns.-Rgt. 83 aus Biedenkopf. — Mnsk. Herrn. Schneider, Jns.-Rgt. 116 aus Offenbach a. M. — Wehrmann und Postschaffner Peter Krämer, Inf.-Rgt. 168 aus Ofienbach a. M. — Gesr d. Res. Johannes Kohlenberger, Inf.-Rgt. 115 aus Osfenbach a. M. — Ltl. d. Res. Otto E. Diethche aus Ossenbach a. M. — Mnsk. Wilh. Walther, Jns.-Rgt. 87 aus Hanau-Pnlvcrsabrik. — Landtvehrmann Hermann Hofmann II. ans Schwalheim. — Landtvehrmann Jvhs. Keil III.,Jnf.Rgt. 116 aus Lumda. — Res. Karl P f a ff, Jägerbat. 11 aus Stockhansen bei Wetzlar. — Einst -Gefr. Leon Spe ier, Feld-Art.-Rgt. 63 in Frankfurt a. M. Auszug aus der Verlustliste. (Angehörige des Garde-Dragoner-Regiments Nr. 23 aus Ober Hessen.) Unterosf. Karl Keil, Rieder-Roßbach, Kr. Friedberg, schwv. — Ilntervsi. Karl Heil, Gießen, tot. — Gesr. Karl Häuser. Stcin- berg. Kr. Gießen, lv. — Gesr. Heinrich Schrimpf, Zahmen, Kr. Lauterbach, tot. — Drag. Christian Steuernagel, Storndors, Kr. Alsfeld, lv. Liebesgaben für die hessischen Truppe«. Wie uns aus Darmstadt gemeldet wird, ist gestern mittag von dort ein der Großherzogin zur Verfügung gestellter Sonderzug mit Liebesgaben für die hessischen Truppen abgegangen. Dieser erste „Eleonorenzug" bestand aus elf offenen Güterwagen, auf denen sich ebensoviele hoch mit Liebesgaben beladene Automobile be- ssrnden, und aus einer Reihe von geschlossenen Wagen. Das Gesamtgewicht der Sendung betrug 500 Zentner, der Wert über 65 000 Mk. Der Zug soll möglichst bis zmu Divisions- stsabquartier geleitet werden. Bon dort bis zu den Truppen sollen die Autos die Beförderung übernehmen. Am 7. Oktober geht der zweite „Elermovenxug" zu der 25. Reser v e- division und am 14. Oktober der dritte zu den hessischen Landsturmtrnppen ab. Am vorigen Dienstag ist ein aus vier hochbeladenen Antos bestehender Liebesgabentransport unter der Führung des Leutnants von -Gnstedt zn der außerhalb des Verbandes der hessischen Division stehenden 25. K«va>lleriekrigtad-e abgegangen. ** Der Ehrenbürger unserer Skadt Gehermer Ober-Meditzinalrat Dr. Georg Gaffkh-Berltn, Geueralarzi ä la suite der Armee, ist nach dem westlichen Kriegs- sck«uplatz berufen und hat sich gestern dahin begeben. Bekanntlich ist Dr. Gaffkv, der sich seit einem -Jahre im Ruhestand befindet, eine hervorragende Wborität (ruf dem Gebiete der Insektion skranl- beiten. Die Berufung Dr. Gafskvs dürfte nrft der Eiuseikung vorbeugender Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten in den Kriegs- lazaretten in Zusammenhang stehen. ** Hessische Medaille fstr Tapferkeit. Dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen wurde von dem Großherzog von Hessen die Hesssiche Medaille für Tapferkeit verliehen. Der GroßherMg Kbeogab sie dem Prinzen» als er verwundet im Lazarett zn Bovzäers lag. ** Bon der Landsmannschaft Darinstadlia sind über 40 jüngere Mitglieder Kriegsfreiwillige. Bei den hiesigen Truppen sind allein 14 Mitglieder «ingetreten. An 140 Mitglieder stellt Darmstadsia insgesamt dem Vaterland zur Verfügung. Vier Mttglieder starben bereits den Heldentod, nämlich drei Offiziere der Reserve, ein Offizier- Stellvertreter. Das Eiserne Kreuz haben erhalten Forstassessor Rompf, Leutn. d. Res. von Lang-Göns, cand. Phil. Wenner, Vize-Feldwebel d. Res., von Darmstadt. — cand. jur. E i d m a n n, Vizewachtmeisier oer Res.» J ist für das Eiserne Kreuz vorgeschlageu. ** Stadttheater. Auf den heutigen Aufruf im Inseratenteil zur Beteiligung ain Wonnement im StM- theater sei ganz besonders hinaeiviesen. .Es ist zu lonnschag, daß alle, denen es irgend möglich ist ihr Abonnement trotz der ernsten Zeiten allsrechterhalten. Die DurchsülzruAy des Betriebs unserer Bühne, die sich liber Hessens Grenzen hinaus steigenden Ruf erworben hat, darf wohl ans starkes lokalpatriotischcs Interesse zählen, sic ermöglicht zugleich eine größere Anzahl bewährter künstlerischer Kräfte tvießen zu erhalten. Sicher wird auch das Stadttheater, beim Mangel an anderen Veranstaltungen, für viele neben der geistigen Anregung einen erwünschten Treffpunkt bieten, an dem man unter llmständen svährcnd der Vorstellung neueste Kriegs- nachrichtcn erfahren kann. Möge der Direktor unserer Bühne recht zahlreiche Siegesdepeschen eineni recht zahlreichen Publikum von der Bühne aus verkündigen können. Daß aus einen zeitgemäßen Spielplan besondere Sorgsalt verwendet werden soll, sei noch ausdrücklich hervorgehoben. ** Unsere Lazarette haben sich in den drei letzten Tagen gefüllt, und es sind jetzt im ganzen nt unserer Stadt rund 1600 Bcnvundete untergebracht. Die verletzten Krieger sind nachts hier angelangt. Das Sanitätspersonal hatte am Bahnhof sehr anstrengenden Dienst. Hoch anzuerkenncn ist, daß sich eine sehr große Anzahl dafür geeigneter kräftiM- jüngcrer und älterer Männer in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt hat, denn dieser Dienst stellte besonders in den letzten kalten Nächten hohe Anforderungen. Bei der Anzahl der Verwundeten, die in den letzten Nächten hier ankamen, mußte man viele, da die Straßenbahn und die zur Verfügung stehenden Aulos den Transport nicht bewältigen konnten, aus Tragbahren vom Bahnhof nach den Lazaretten schaffen. Die 13 Mannschaften der Sanitätskolonne und die 10 bis 12 Samariter, welche den Bahnhofsdienst alle acht Stunden mit Ablösung versehen, nehmen es mit ihrem menschenfreundlichen Amt überaus ernst, was öffentlich anerkannt werden muß. ** Dum-Dum-Geschosse überall. 'Dem Feld- Postbriefe eines 116 e r s an seine in Gießen wohnenden Eltern entnehmen wir, daß auch dieses Regiment die unmenschliche Kriegführung unserer Feinde ans eigener W- schaunng kennen lernen konnte. Der Brieffchreiber fand in verlassenen französischen Schützengräben Patronen, in denen das Geschoß verkehrt herum steckte. Es handelt sich auch dabei um den Zweck, die Schußwunden möglichst zu verschlimmern, also um typische Dum-Dnm^Geschoffe. ** Ein Bild aus einem englischen Gefangenen- l a g c r entwars uns ein gestern durch einen besonderen Glückszufall aus einem englischen Internierungslager entwichener Gie- ß e n e r. Angesichts der durch die deutsche Presse gegangenen Nachrichten von der humanen Behandlung der Kriegsgefangenen bei unseren englischen Vettern, wonach denselben sogar die Erlaubnis znm Billardspiel und zu täglichen Ausgängen grgebsil sein soll, ist es nützlich, mit den Angaben eftiLs, der es wüsssq kann, zu beweisen, daß es mit der Humanität Albions gegen die Gefangenen nicht gar so weit her ist. Unser Gewährsmann, der sich mit vielen hundert Landsleuten am 25. August in Amerika nach Deutschland eingeschifft hat, ist aus der Höhe von Barnwuth, als das von den deutschen Reservisten benutzte holländisch« Schiff von den Engländern aufgebracht wurde, mit seinen Fahrtgenosseu in Gefangeuschast geraten. Die Deusicben wurden dann nach dem etwa 15 Icm südlich von Oxford gelegenen Camv Dorchester gebracht, , wo sie trotz der kalten Wllteruug in Zelten kampieren mußt«. Das verabreichte Essen unterschied sich kaum von.Sträflings- k v st und bestand durchweg «rns zähein Fleisch, ein oder zwei Kartoffeln und trockenem Brot. Me männlichen Gefangenen, unter denen sich auch 'Krüppel und Blinde befanden, mußten die Versicherung abgeben, während des gegenwärtigen Krieges gegen England nicht kämpfen zu wollen. Die Wache der Internierten, deren Zahl etwa tausend betrug, bestand aus sieben Soldaten. spach dem Bericht unseres Gewährsmannes müssen deren militärische Eigenschaften lebhaft an das Svldatspielen unserer Inend erinnert haben, denn dem englischen Wachtkommandv sollen ie Gewehre meistens dann losgehen, wenn man es am wenigste» erwartet, beim Laden, Präsentieren usw. Allerdings bsiiand das Kommando ans noch nicht lange eingetretenen Leuten. Die Brief- z e n s n r wird äußerst strenge gehandhabt. Wenn einmal ein Brief, die Behörde passiert, dann geschieht es nur stückwesie, und in diesen' Stücken ist noch manche Stelle dürft» lleberstreichen mit Tinte unleserlich gemacht. Die Spionensurcht der Engländer kam eines ?lbends ergötzlich zum Ausdruck, als die englischen Posten eine Jagd aus eine zutrauliche unschuldige Taube veraustalleten, die von d« Gesangencn gefüttert tourdc. Ein in der Nähe des schließlich erjagten Tierchens befindlicher Papicrsetzen Ivurde als gefährliche, nach Deutschland bestimmte Naclnicht angesehen, bis man erkannte, daß es sich um ein patriotisches Lied handelte, das einer der Deutschen verloren hatte. Aus der Spionensurcht erklärt es sich auch, daß die Engländer sich sogar nicht ensichließen können, einen Gefangenan, der sich wegen einer Armampntakwn noch in ärzllick«r Behandlung befindet, zu enllassen. — Jedenfalls geht aus alldem hervor, daß das Geschick unserer in englischer Gefangenschaft befindlichen Landsleute nicht gerade benelbensweck ist, und namentlich im HiMick aus die eingangs erwähnten Presse- äußerimgen wird man guttun, seine Ansichten von der in England selbst geübten Menschenfteundlichkeft ei» wenig zn korn- giercn. ** Das Grohh. Hessische Regierungsblatt Nr. 34 vom 30. September 1914 enthält: Verordnung, die Wanderung der Verordnung vom 8. November 1909 über die Dampfkessel beretffend. ** Die gegenwärtig« Sterblichkeit der jüdischen und christtlichen Bevölkerung des Großher zvgtnms Hessen nach Geschlecht, Alter und Todesursachen. Eine eingehende Untersuchung hierüber, die im 4 und 5. Heit der Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden, Jahrgang 1914, veröffentlicht ist, kommt, toie Reg.-M K n ö p s e 1 in den Mitteilimgen der Zentralstelle für Landesstaüml seststellt, zu folgendem Ergchuis: „Die Sterblichkeit der jüdischen Kruder ist halb so groß wre die der christlichen. An dieser Untersterblichkeit haben sämtliche Todesursachen Antell, was aus eine sorgsälllgere Pflege der jüdischen Kinder zurückzuMren ist Me Untersterblichkeft der Inden im Alter von 15 — 29 Jahren betragt gegenüber der Sterblichkeit der Christen 30—40 Prozent unt durch dre sehr geringe Tnberkiilosesterblicksteft bei beiden Gescmab tern und durch die geringe Zahl von Vcrnnglückungsfällen bei den jüdischen Männern bedingt. Inder Altersklasse von 30—b9Ja-ra> ist die Untersterblichkeit der Juden bis aus 15 Prozent zurnlk- gegangen. Diese ist wie in der vormigehcnden Altersllasse zu n- tlärei, Die Uebersterblichkeit der jüdischen Männer an Hcrzkawo heften wird dmch ihre Untersterblichkeit an Tuberkulose mehr wü ausgewogen. In den 2 höchsten Mtcreklasscn ist nur noch bei tn jüdische» Frauen im Alter von 60 69 Jahren eine Untersterbüld- fett festznstellen. Bei den übrigen Personengruppen ist die allgL meine Sterblichkeit gleich groß. Recht verschieden ist jedoch d« Sterblichkeit nach einzelnen Todesursachen. Gering ist wiederm» die Tuberkulosesterblichkeit und iu der Wersllasse von 60--°/ Jahren auch die Sterblichkeit durch Erkrankungen der dltvnmg-^ organe Dagegen überwiegen die Herzkrankheiten und der Gchftw schlag bei den jüdischen Männern >md Frauen, der Krebs bn den beiden Geschlechtern im Alter von 70 und mehr Jahren lim,"; Krankheiten der .Hornorgane bei den jüdischen Männern allem. Kreis Schotten. n. Schotten, 1 Okt. Die für Mtttooch, 7 Okkover^ vorgesehene Hauptversarmnluiig des Vereins „Lehrerheim Bogelsherg", die alljährlich in den Herbstserten f dem Heim akgehalten wird, muß iu dies«u Jahre des reges wegen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben •eben. Das Lehrerherm war bis zum Ausbruch des Krieges n Erholungsbedürftigen sehr gut besucht und auch sür , ' Monate August und September lagen zahlreiche SSor» l Sbestellungen vor, die allerdings nach Lage der Verhält- , |e daun zurückgen »armen wurden. Starkeuburg und Nhrinhessrn. O Darnrstadt, 1. E Der Beiyeordne te der i adt Darmsbadt, Baurat Friedrich Jäger, ist heute , enrittag im Älter van 62 Fahren an den Folgen eines czschlags gestorben. Baurat Jäger war ein geborener ! irmstädter, der hier auch die Technische Hochschule be- hte und 1877 seine Staatsprüfung für den höheren Staats- ust im Baufach ablegte. Er war darnach zehn Jahre bei , c Main--Nttkar-Bohn tätig und trat 1887 zur Bmwcrwol- rg über, um zunächst das Sreisbauamt Dieburg zu veralten. Fm Jahre 1888 wurde er zum Kreisbawneister des eises Groß-Gerau und 1895 zum Kreisbaumeister in Bens- an ernannt. Gin Jahr darauf erfolgte seine Wahl zum soldetrn technischen Beigeordneten der Stadt Darinstadr nächst auf 12 Jahre und darnach auf Lebenszeit. Im Jahre 39 u«rde ihm vom Gaoßherzpg der Charakter als Großh. «rat verliehen. l Hessen-Nassau, d. Are d «r-Frsch b ach, 1. Ott. I« der Grub« „Glücks- inneu' geriet der 38jährige Bergmann Heinrich Jung unter dergehende Gesteinsmassen. Er wurde zu Tode gedrückt, r Fall ist um jo bedauernswerter, als ein Bruder des Ver» glückten schwer verletzt in einem Lazarett liegt und der jüngste uder dieser Tage ins Heer eintreten muß. Die Brüder waren Ernährer ihrer Ellern. w. Tronberg. 1. Okt. Die Großherpogin von Hessen trat cte mit ihrem Sohne Prinz Philipp hier ein, um dem Prinzen iedrich Karl von Hessen einen Besuch zu machen. Nach dem Ter )r die Grotzherzogin im Automobil nach Darmstadt zurück. Die tapfere Bürgermeisterin. I» Soissons hat beim Herannahen der deutschen Truppen eine serzte Frau, Mme. Macherez, die Zügel der Regierung, die erwählten Stadtväter am Soben schleisen ließen, in ihre Hände ronimen und sie mit solchem Geschick gelenkt, daß die Pariser ätter nun eine neue Volksheldin haben, mich der sie sich eiw- jotb beschäftigen Konen. Die erste Folge dieser Volkstümlich, t ist natürlich ein „Interview", das sie einem Pariser Jour- listen gewährte und in dem sie ihr Licht keineswegs uMer den Hessel stellte. Ns die deutschen Trupven hcrannahten, so wird erzählt, hat der Bürgermeister der Stadt die Vorsicht für den seren Teil der Tapferkeit gehalten und sein Amt ^niedergelegt. rraus bat Mme. Macherez, die die Witwe eines Senators ist, s im Stich gelassene Amt übernommen. Als der Journalist sie richte, fand er sie im Rathaus, wie sie Anordnungen sür den enst der Krankenpssege traf. „Es schien," so erzählt der Besucher, ls ob sie in ihrem Hause Befehle erteilte, so groß war ihre cherheit und die Ungezwungenheit chres Benehmens. Mme. Ma- crcz macht den Eindruck einer entschlossenen Frau; ihr Blick ruhig, aber fest, und die weißen Haare verleihen ihrem Gesicht ce große Vornehmheit. Um den Gemeinderat zu ersetzen, ist ein anitee ernannt worden, zu dem auch ein früherer Stadtrat gc- rt. Der Bischof der Stadt hatte die Aufgabe, den zurückgeblie- ren Einwohnern die Anordnungen des neuen Gemeinderates mit« juteilen. Täglich um 4 Uhr nachunttags begaben sich die Stadtbewohner in die Kirche, wo der Bischof von der Höhe der Kanzel herab die Anordnungen verlas, die die Bürger besolgen sollten, und welche Opfer scher Einzelne für das Gemcinöewohl zu bringen hätte." Soissons sah zweimal den Durchmarsch der deutschen Truppen, die zunächst auf ihrem raschen Vormarsch aus Paris durch, kamen unb dann nach der Schlacht an der Marne zurückgingen. Wochenlang füllte die Straßen von Soissons ein ununterbrochener Zug von Truppen. Natürlich forderte das deutsche Heer auch Re- auisitioneu. und bei dieser Gelegenheit konnte Mme. Macherez ihre Unerschrockenheit beweisen. Die Stadt sollte 70900 Klg. Hafer, 70000 Klg. Lebensmittel für die Soldaten und Tabak liefern. Da erklärte die Bürgermeisterin: „Sic fordern nicht genug, meine Herren! Sie müssen auch die Sonne und den Mond fordern . . ." Wir find ebenso gut in der Lage, diese zu liefern . . ." Darauf begrrügteu sich die Deutschen ^mit geringeren Licscrungcn, und cs war alles iu Ordnung ... So erzählen, wie gesagt, Pariser Blätter, zur Erbauung ihres Publikums. Ganz so wird es gewiß nicht gewesen sein. Aber immerhin hat Mme. Macherez als kaviere Frau doch einen Posten besetzt und ausgesüllt, den ein französischer Mann eiligst im Stich gelassen hatte. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Sept. Okt. 1914 £ O^J 2 Sä Z°r- i« i* « ZH 55 & sg c ® II §! *2 "c i j;i elf« i3i ffiette» 1 762 a 14 0 70 68 w 2 0 Sonnenschein 1 . 9^ 760,ä 75 6,9 89 WSW 2 3 Bsw. Himmel 2 . i" 749,4 9.9 8,5 93 SW 2 10 Bed. Himmel Höchste Temperatur am 30. Sept. bis I. Okt. 191* = -s- 14,2 C. Niedrigste , . 30. „ , 1. . ISlt = + 2 , 2 1 , Niederschlag: 0,2 mm. «erichtssaal. rb. Darmstndt, 1. Okt. Das Schwurgericht der Pro- binz Starkcirbiirg beschäfsigte sich heute mit einer Anklage wegen Mordversuchs, dessen Triebfedern Eifersucht und verschmähte Liebe waren. Der (6887. in Niederbayern geborene Steinhauergehilsc Joseph S ch o p p e r hatte während seiner Beschäftigung in Auerbach a. d. B. mit der Diensttnagd Katharine Schindler ein Verhältnis augcknüvtt, das letztere jedoch unter Zurückgabe des Ringes wieder löste. Sie nahm dann eine Stellung in Psinrgstadt an. Der Angeklagte besuchte sie im Sommer daselbst und cs kam dabei zu einem erregten Austritt. Er faßte daber angeblich den Entschluß, erft__ seine Geliebte und dann sich zu töten. Er begab sich am Sonntag, den 6 . Juli, nach Pfungstadt. Dort saß die Familie mit der Schindler beim Mittagessen: er gab soforl einen Schuß aus sie ab, der jedoch fehl ging. Tor Attentäter wurde cntivassnct und sestgenommcn. In der heutigen Verhandlung ergab sich, daß der Angeklagte ein leicht erregbarer Mensch ist und seine frühere Braut ihn am Rarrenscil herum- gesührt hat. Er wurde wegen Tolschlagsversuchs unter Zubilligung mildernder Umstände zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. t> Frankfurt a. M., I. Okt. Die Strafkammer verurteilte die bereits mit 13 Jabren Zuchlbaus vorbestralte 48jä»rige Schneidersirau Katharine Winter aus Jriedberg zu 27, Jabren Zuchthaus. Sie hat in Frankfurt und Umgebung unter der Vorspiegelung, in, Besitze großer Erbschaften mit Millionen werte» zu sein, zahlreiche Perlone» um erhebliche Summen beschwindelt. Schließlich kamen ihre Betrügereien, die sich bis »ach Gießen, Kassel, Tarmsladt und Mainz erstreckten, heraus. Wegen Unterstützung der mütterlichen Schwindeleien erhielt der uneheliche Sohn der Winter, der 23jährige Mechaniker Heinrich Appel aus Mainz, 6 Monats Gefängnis. Letzte Nachrichten. Tchlachtenbilber aus dem Westen. Berlin, 2. Okt. lieber die Erstürmung des Forts Camp des Romains gibt der Kriegsberichterstatter des „Berliner Tageblatts" nachträglich eine sehr lebendige Schilderung, an deren Schluß er über einen Besuch des Kaisers beim Prinzen Oskar plaudert: Als Rachtguarticr war das alte Metz ausersehen. Im Europäischen Hof fand ich Unterkommen. In der zweiten Etage hatte Prinz Oskar ein Zimmer bezogen. Seine Königsgrenadiere hatten auch am 24. September in der Gegend von Verdun wie die Löwen gckämpst. Wie Assen im Urwald waren die Turkos aus den Bäumen versteckt und schossen ans unsere Grenadiere. Es gab ein Ringen und ein mörderisches Kämpfen. Unsere Soldaten mußten jeden Zoll des Bodens beiß erstreiten, denn immer und immer wieder knallte und krachte es aus den Kronen der hohen Bärane Der Prinz führte sein Regiment durch Kampf zum Sieg Rach dem Kamps brach der Prinz jedoch an einer akuten Herzschwäche zusammen. Die tagelangcn Anstrengungen und Gefechte, das grausame Finale, der Tod seiner Kameraden und braven Soldaten, die er selbst ins Feuer gerissen und gerührt hatte, das alles zusammen drang auf ihn ein und legte seine Kräfte für kurze Zeit lahm. Er fuhr nach Metz, um neuen Kämpfen und Siegen entgegen zu genesen. Am 26. Sept. mittags gegen l Uhr traf die junge Gemahlin des Prinzen in Metz ein. Sie hatte den Weg von Köln aus im Automobil zuriickgelegt. Nachmittags 3 Uhr kam der Kaiser, um seinen kranken Sohn zu besuchen. Der Zufall liatte mich in das Treppenhaus des Hotels geführt, als der Kaiser seinen Sohn auffuchte. In der Tür des Zimmers ersäßen die blasse, junge Gräsin, der der Kaiser ritter lich die Hand küßte. Ms die Tür aufging, fiel das Lickst der hellen Nachmitlagssonne auf die Lüge des Kaisers. Rechts neben der Türe stand das Bett des Prinzen. Der Kaiser ging hinein, m der Tür die Arme schon «crusbreitend mit den Worten: .Junge,Junge,sia bist du ja!" lieber eine Stunde weilte der oberste Kriegsherr bei dem jungen Oberst. Als er hinausging, malte sich Freude« u ii dZ u verficht auf seinen ernsten Zügen. Am Montag morgen erhielt der Prinz ein Telegranrm, das ihm die Verleihung des Eisernen Kreuzes erster Klasse ankündigte. Die zweüc hatie er sck.on vorher erhalten; mitten im Felde war sic ihnr zu>- crkannt worden. Und da keim Eisernes Kreuz vorhanden war im Augenblick, so nahm General v. Strantz sein im Kriege 1870 71 erworbenes Eisernes Kreuz von der Brust und gab es dem Prinzen, der in der Jugendkraft seiner 27 Jahre sein Regiment zum blutigen Siege geführt hat. Der Sohn Delcassss. Halle (Saale), 2. Okt. Der Sohn Delcassss, Leutnant Delcasss, welcher Schüsse durch beide Ober-- s ch e n ke l erhalten hatte und als Verwundeter in das Lazarett in Merseburg cingeliefert worden war, ist als geheilt entlassen und nach deni Gefangenenlager Halle übersteführt worden. Er rühmt die ausgezeichnete, zuvorkommende Bc- handlung der französischen Verwundeten und Gefangenen. cftfrljuug des HSGpreises für Kartoffel«. Auf Grund des RcichsgesetzeS vom 4. August 1914 und der Bekannt- ichung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 7. August 1914 rd für den B^irk der Stadt Gießen bis auf weiteres *t Höchstpreis für das Pfund bester Speifekartoffeln im Kleinverkanf auf 3 Pfg. t gesetzt. Dieser Höchstpreis bildet die äußerste Grenze der Preisstellnng und aucht weder gefordert, noch bewilligt zu werden. Die Verkäufer haben den Preis mit Angabe der Menge, auf die er sich zieht, durch einen sichtbaren Anschlag an der Verkaufsstelle zur Kenntnis bringen. Wer den festgesetzten Höchstpreis überschreitet, wird nach dem Reichssetz vom 4. August 1914 mit Geldstrafe bis zu 3000 Mk. oder im Un- rmögensfalle mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. Gießen, den 1. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister: Keller. _«ß<»B SielS.SritgSnMiutt «nnJÜ. Man ist eingeir. rnd kann auch von den Abonnenten in den Ber- 'auisitcllen Scltcrsw. 44. Zabnhosstr. 27 (SioSkf zu i Pfg. ssrüber 7 Vsg.l in Smpianagenom, werden. Karl Herr, Agentur DaS Illustrierte Blatt kSocieiäts-Druckerei. T&eltch iich einte essend 10268 W. Hantel, eucn Baue 7 «Tel. 612.) >♦♦♦♦♦♦♦♦ Vene gesunde, gute iartoffeini nd Zwiebeln billigst bei lug. Wallenfels iloalal m a. Delikatlasen arktplati 17, Tal. 262. awstag, den 3. Oktober abends 9 Uhr Iioswv MonntsnttsaiimliW t Vereins lokal, West-An- «-64. Der Vorstand. Vergebung. Für die Großh. medizinische Klinik, Frauenklinik und Klinik sür Haulkranke in Gießen soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden die Lieferung von: 1. 25 Ztr. Aepfeln, 2. 800 Ztr. Speifekartoffeln, 3. 10 Ztr. gelbe Rüben, 4. 10 Ztr. untererdigen Kohlrabi, 5. l0 Ztr. Zwiebeln, 6. 2 Ztr. Meerrettich, 7. 35 Ztr. Weißkraut, 8. 10 Ztr. Rotkraut, 9. 400 Stück Wirsing, 10. 200 St. Lauch, 11. 400 St. Sellerie. Die Bedingungen können nachmittags von 3—5 Uhr auf dem Berwaltungsbureau, Klinikstraße 32, eingesehen werden. Verschloffene Angebote und Muster sind getrennt mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Mittwniii, Sen ll.Mber 1914, normitt. 11 Uhr, bei der Verwaltung einzureichen. Zuschlag erfolgt bis zum 20. Oktober 1914. Gießen, den 29. September 1914. Großh. Verwaltungsdirektion der medizinischen Klinik, Frauenklinik und Klinik für Hautkranke. Boit. I 02 liv Lieferungsvergebung. Für die Großh. Univ.-Augenklinik Gießen soll die Lieferung von 3 Ztr. Taftläpseln und 250 Ztr. Kartoffeln durch öffentliche Ausschreibung vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können bei der Verwaltung der Klinik nachm, von 3—5 Uhr eingesehen werden. Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen — mit entsprechender Aufschrift versehen — bis zum Eröffnungslermin MittM, den ll.Atl>bcr 1811, narmitt. 11 Uhr, bei der Verwaltung einzureichen. Zuschlagsftist 5 Tage. Gießen, 30. September 1914. Großh. Direkt»»» der Universitäts-Augenklinik. Loi.sius. 10269B Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Restaurateurs Conrad Köhler in Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen — und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögensstücke — der Schlußtermin auf den 27. Oktober 1914, vormittags 9»/, Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte Hierselbst bestimmt. Gießen, den 29. September 1914. 10285 B Der Gerichlsschreiber des Großh. Amtsgerichts. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma F. Bender 8- Co. in Gießen eingetragen: Dem Kaufmann Wilhelm Laudon in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 30. September 1914. 10286 B Großherzogliches Amtsgericht. Achtung! Achtung! Treffe nächsten Samstag am Brandvlatz mit großer Sendung 06986 T afelbirnen zu billigen Preisen ein. Heinrich Graf V., Tillingen. Achtung! Achtung! Morgen kommt eine große Sendung lvK93 prima Tafel- und Winschastsitpfel aut Oswaldsgarlen »um Verkauf. A. Hammel. Dam6nfi°isi6r6n Shampoonieren — Kopfwäschen — mit neuestem Wanuluftstrom-Trockenapparat Frau Bernh. Dosch Neuen Baue 12, Ecke Weideng-aase Damen-Frisiersalon separat Ankauf von Wirrhaar. 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Oktober 1914 der Fahrvreis für alle Militär- perionen aui 7> Big. für die Fahrt cinichl. einmaligen Umsteigens seligesetzt. 10236B Gteheri, den 30. September 1914. Der Oberbürgermeister. _ Keller. _ Samstag, den 3. Oktober 1914, vormittags 10 */., Hbr, werden im Stadthaus, Garlenstrahe 2 , die in den Waldungen der Stadt Gießen erforderlichen Kultur- nnd Wegbanarbeiten öffentlich wenigstnehmend versteigert. Die Grohherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, dies alsbald orts- üblich bekannt machen zu kaffen. _ 10164 B Betrifft: Verknus von Birkcnbesenrriier. l>0273B Samstag, den 3 . Oktober 1914. vormittags l I Ubr, werden in Stadthaus, Garlenstrahe L die in den Waldungen der Stadt Giehen sich ergebenden Birkcnbeien- rciier in verschiedenen Losen meistbietend versteigert. Stadt. Wohnungsnachweis Gießen, Astcrweg 9. Es ssnd zu vermieten: 102836 1 Wohnung von 5 Zimmern und 1 Mansardenzimmer, 1 Wohnung von 5 Zimmern, 3 Wohnung, von 4 Zimmern, IWohnung v. 4—äZimmern, 3Wohnungenv.3Zimmern, 1 Wohnung von 1 Zimmer, 1 Wohnung von ein bis zwei Zimmern, 1 Lager- oder Fabrtkraum, 1 dreistöckiges Lagerhaus mit Pserdestall und Heuboden, ö möblierte Zimmer, Zu mieten gesucht: 23 Wohnun ge n von 2—6 Zimmern. kftädt. 'rfrbeitsnachüleis giessen. Asterweg 9. fi 0284 B Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern 1 Schreiner, 1 Küfer, 2 Zimmerleute. 1 Bäcker, 1 Metzgerbursche, 1 Schuhmacher, Fahr- und Hausburiche», tandwirischasll. Arbeiter, Zetlungsoerkäuser, 2 Dienstmädchen. d. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Nieter, 1 Müller. 2 Bäcker, 1 Schreiner, kandwirt- schastliche Arbeiter und Rechte, Drainagearbeiter, Erdarbeiter, Mineure, Maurer, Zlinmerleutc, Betonarbeiter und Taglühner, 2 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Schuhmacherlehrling. ES suchen Arbeit: _ , . 1 Schmied. 10 Schlaffer, 2 Spengler. 1 Elektromonteur, 2 Mechaniker. 5 Polsterer und Tapezierer, 10 Schreiner. 2 Glaser, 1 Müller, 2 Schuhmacher, 2 Maurer, I Zimmer- mann. 6 Weihbinder und Lackierer. 1 Stukkateur. 2 Hei- -er, 4 Kausleute. Schreiber, landwirtsch. Arbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Taglühner, Kellner, Hausburschen, Putz-, Was» und Lauiiraucn, Mädchen zur Erlernung der Haushaltung, Lehrlinge: 1 Schlosierlehrttng. 1 I Neuheiten für Herbst und Winter Unter tausenden und abertausenden Mustern der ersten und grössten Fabriken Deutschlands suche ich die schönsten und besten Qualitäten aus ‘Ulster ‘Paletots Lodenjoppen^ jtfnjüge Pelerinen J3og. ‘ftläntel Pyjaes DieneuestenSchöpfungen der deutschen Mode in Herren- u.Knaben- Konfektion von den einfachsten bis zu den elegantesten Ausführungen sind größtenteils eingetroffen = Ein Besuch ist unbedingt lohnend Streng reelle Bedienung Billigste Preise J. 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Nachdem durch das dankenswerte Entgegenkommen der Stadt und die kn Ausficht gestellte Beteiligung von Marburg die Vorbedingungen für eine Spielzeit 1914/15 geschaffen worden sind, soll durch Auflegung eines Abonnements weitere Bürgschaft für die erfolgreiche Durchführung des Theaterbetriebes erreicht werden. In Anbetracht der Zeitverhältnisie wird nur ein beschränkter Betrieb und zwar ab 1. November ausgenommen werden. Borgesehen sind zwei Abonnements, am Dienstag und Freitag; ein Mittwoch-Abonnement wird nicht ansgekrgt werden. Wegen der kürzeren Spielzeit sind statt der bisherigen 21 Borstellungen nur 1b Vorstellungen für jeden Abonnementstag geplant und die Abonnementspreise werden in dem Verhältnis 15:21 erniedrigt werden. Reflektanten aus Mittwochabonnementskreisen werden sicher am Dienstag oder Freitag Unterkommen können, da an diesen Tagen voraussichtlich genügend Plätze vorhanden sein werden. An die Bürgerschaft Gießens ergeht nun der Aufruf, durch zahlreiches Abonnement das Institut erhalten zu helfen, das uns allen lieb geworden ist und das in diesen ernsten Zeiten nicht nur eine Stätte der Erbauung und patriotischen Erhebung durch Aufführung geeigneter Stücke, sondern auch ein müwendiger und gern ausgesuchter Sammelpunkt aller Kreise zu werden verspricht. Mögen alle, den«» das Gießener Stadttheater schon frohe und erhebende Stunden bereitet hat, bedenken, daß durch Unterstützung des Theaters in dieser schweren Zeit auch unseren geschätzten Künstlern ein entsprechender Wirkungskreis erhalten wird und daß unsere Bühne nach außen an Rus nur noch gewinnen kann durch Aufnahme der Vorstellungen im Kriegsjahr 1914. An alle Abonnenten gelangen in den nächsten Tagen Karten zur Versendung, aus denen sie über ihre Beteiligung am Abonnement sich erklären wollen. Gieße«, den 1. Oktober 1914. ioa»D Her Atllterbmmni. 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