ftr. 229 Zwetter Blatt W4. Jahrgang Mittwoch, 30. September IW Erscheint töqüch mit Ausnahme deS Sonntag?. Die „«lehrner §a«iIt«»dtStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelcgt, da? „Xretrdlat! für den llreir Kietzen" zweimal wöchentlich. Die „LandwirtichaslNchen Zeit- fragen" erscheinen monaUich zweimal. General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Universität? - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e-sObl. Redaktion:sqA112. Tel.-Adr.:AnzeigerGietzcn. Rnegrdnefe aur dem westen. Von mrserm Kriegsberichterstatter. tRub eirchtiqler Nachdruck. mich anSMgSwerje. verboten-) Givrt-Dinant. Großes Hauptquartier, 24. Sept. ' Tief in belgisches Gebiet ernspringend, liegt aus einem erst senkrecht in die Maas absallenden und deren Tal weithin leherrschenden Felskegel die von Vauban, dem berühmten Festungserbauer Ludwigs UV., errichtete, später ent- prechend den Erfordernissen der modernen Bclagerungstaktik ister verstärkte Festung G i v e t, die am 31. August nach drei- ägiger Beschießung in unsere Hände fiel Man überschreitet )ie Maas, da die Franzosen die alte Brücke gesprengt haben, ruf der sogenannten „Sachsenbrücke", die eines der zahl« eeichen Zeugnisse dafür ist, mit wie vielseitigen Mitteln sich »er Soldat im Felde zu Helsen weiß. Es sind eine Anzahl der )urch den Krieg ohnehin zu unfreiwilliger Ruhe verurteilen Lastkähne zusammengefahren worden, holländische, welche ;emietet, und belgische, welche requiriert worden sind. Dav- Iber hat man einen festen Brettersteg gelegt. Das Ganze war )as Werk weniger Stunden, und die Brücke hält dennoch die chwerfte Belastnng, sogar den Uebergang unserer größt- 'alibrigen Belagerungsartillerie aus. Den Ortseingang hat eine Baubansche Redoute ge- chütz», die nuix, wie es scheint, durch efln einziges Geschoß! für chren Zweck auf immer verdorben ist. Unmittelbar voü rem Stadttore liegt ein deutscher Infanterist beerdigt, vor ressen Holzkreuz sein Helm ausgestellt ist. Die Kameraden haben dies Grab in ein Blumenbeet verwandelt. Der Ort selbst ' ist ivenig beschädigt, aber in den Straßen herrscht Grabesstille. Alle Türen und Läden sind geschlossen, nur hin und wieder begegnet man einem deutschen Posten, einer Patrouille oder einem Müßiggänger, der so aussieht, als ob er nichts zu verlieren hätte und der gleichmütig den deutschen Soldaten nachblickt. Die aus einem schwierigen, steil ansteigenden Wege zu erreichende Zitadelle bietet ein ebenso vollkommenes Bild der Zerstörung, wie Longwq. Die Zugbrücke ist von einer Granate zertrümmert und in den Festungsgraben geworfen worden, so daß von dieser Leite die Deutschen nicht hätten eindringen können, wenn sie hätten stürmen müssen. Aber dafür haben die Granaten an vielen Stellen des Walles und der Umfassungsmauer solche Breschen geschlagen, daß ein Möbelwagen hindurchfahren könnte. Die Kasernen, aUe Gebäude aus der Erbauungszeit, sowie die Häuser und die Kirche des in der Zitadelle gelegenen Dorfes sind so vollkommen zerschossen, daß vielfach nicht einmal die Außcnmauern mehr stehen. Bon einem Wachthaus hat eine Granate den ganzen Obe.stör samt dem Dach abgerissen und eine Strecke fortgetragcn, um dann alles als wüsten Trümmerhaufen zu Boden zu schmettern. Wäre die Festung nur noch wenige Stunden länger beschossen worden, so wäre wahrscheinlich kein Stein auf dem andern geblieben, und die sächsische Besatzung hätte jetzt Schwierigkeiten, ein Unterkommen zu finden. Am dritten Tage sah aber der französische Kommandant ein, daß jeder weitere Widerstand nutzlos sein würde und hißte die weiße Flagge. Schon vorher war er mU der gesamten Besatzung in eine Kasematte geflüchtet, die vor einigen Jahrzehnten so tief wie ein Bergwerk unter den Felsen gegraben worden war. Säe bot zwar vorläufig einen unmittelbaren Schutz, doch bestand schließlich Gefahr, daß die nächste Granate der Belagerer den Eingangsschacht verschüttete. Damit war das Schicksal von Givet besiegelt. All das erzählten mir zwei französische Aer?>te, die mit einigen französischen Santtatsmannschaften zur Pflege ihrer Verwundeten zurückgeblieben waren. Von ihnen erfuhr ich auch, daß die Franzosen den Angriff der Deutschen stets von der Ostseite her erwartet hatten, nach welcher die Festung besonders stark armiert war. Statt dessen schossen die österreichischen Motorbatterien, welche hier die erste Probe ihrer formidablen, später an Maubeuge erprobten Leistungen ab- ,egten, vom jenjeitrgen Maasuser aus westlicher Richtung uirü ztvar aus solcher Entsernung daß die aui den Nahlainps vorzüglich eingerichtete Festung kaum die Hossnung haben konnte, mit ihren viel schivächeren Geschützen diesem furchtbaren Gegner etwas anzuhaben. Unö die deutsch-österreichischen Verbündeten schossen mit vernichtender Sicherheit! Ein französischer Sanitätssoldat, der den Untergang von Givet, eingeschlossen in den Bauch der Felsenhöhlen, miterlebt hat, behauptete, daß die Deutschen und Oesterreicher im ganzen 105 Granaten ab gefeuert hätten, von denen 96 Treffer gewesen seien, während die übrigen genügten, um das Glacis zu verwüsten. Von der Wirkung der Treffer kann man sich einen Begriff machen, wenn man sieht, daß an einer SteUe die Belagerten vier Gefallene sowie ein totes Pserd zusammen in der Grube begraben konnten, welche eine klaslerttes in die Erde geschlagene Granate ausgerissen hatte. Die Mannschaftsräume der Kasernen, soweit diese noch in einigen Resten erhalten und von unserer sächsischen Besatzung noch irüht aufgeräumt sind, biete» dasselbe Bild unglaublicher Unsauberkeit, das wir bisher in allen von uns eroberten französischen Wassenplatzen gefunden haben. Besser sieht es in den von dem Kommandanten bewohnten Räumen aus, wo wir aus einem ausgefundenen Aktenstück der „Commission de döfense" die Feststellung machten, daß infolge einer ministeriellen Depesche die Festung Givet be- rerts am 12. März 1814 nachts um 1 Uhr in Mobilisattons- zustand versetzt wurde. Das gibt eine interessante Jlluftra- tion zu der Tatsache, daß gerade um dieselbe Zeit in einev andern französischen Ostgarnison der viel bemerkte falsche Alarm entstand, der dann als ein unschuldiges Mißverständnis beschönigt und vertuscht wurde. Die Akten von Givet beweisen ebenso wie diejenigen, welche wir in andern Festungen und Garnisonen, besonders aber in Brüssel, gesunden haben, daß unsere Feinde sich über ihre Verschwörung gegen Deutschland längst geeinigt und schon monatelang vorher alles zum Uebersalle vorbereitet hatten. Es wird gut sein, dies gegenüber den im Auslande von unseren Feinden verbreiteten Verdrehungen immer wieder zu betonen, und namentlich nach dem Kriege werden diese Akten den geschichtlichen Wert gewinnen, welcher ihnen gebührt. In friedlichen Zeiten mag man sich nicht leicht etwas Schöneres denken können, als eine Wanderung durch das liebliche Tal der Maas. Ruinen aus allen Zetten, von der in die Vorgeschichte hineinrageuden Herrschaft der Kelten an über die Römer- und Völkerwanderungs-Periode, dem Mittelatter und bis zu den Raubkriegen des Sonnenkönigs spiegeln sich in romcmttschem Wechsel in den Wellen des ewigen Stromes, der unablässig weiter rinnt, als ob er keine Zeit habe, sich mtt den Kleinigkeiten der wandelbaren Menschengeschichte aufznhatten. Heute sieht man diese malerischen Ruinen mit ander,: Augen an. Denn mttten zwischen ihnen stehen in unablässiger Reihe frische Brandruinen aus unfern Tagen, Dome, Schlösser, prunkhafte Villen und kleine Bauernhütten, über die alle der Kriegsbrand hinwvggegcrngen ist, um sie wahllos in Trümmer und Schutt zu verwandeln. Jede einzelne dieser Ortschaften ist ein Buch der Schrecken des Krieges für sich. Das grausigste Bild aber bietet, wie es früher dank seiner malerischen Lage und alten Geschichte das lieblichste bot, die ehedem weltberühmte Stadt der Kupserschläger, Di- n a n t. Auf einer senkrecht hinter der hier gairz schmalenl Talbreite aufsteigenden Felswand liegt die Festung, die in früheren Zeiten die Stadt beschirinen sollte und die heute zu unbedeutend ist, als daß ihre Nähe den Häusern der Bürger hätte verhängnisvoll werden können. Die Anwohner selbst sind am Untergänge ihrer Wohnsitze schuld. Es hätte hier bei den schon recht beträchtlichen Verwüstungen bleiben können, welche die schlecht schießende Artillerie der fliehenden Franzosen während deren Rückzug in Dinant angerichtet hatte, wobei leider auch die Kathedrale gettofsen wurde, so daß ihr Dach und ihr hölzerner Glockenspieliurm in Flammen aufgingen. Nach dem Einzuge der Deutschen wurde aber aus den Häusern auf unsere Leute geschossen, und in dam nun entbrennend«, Sttaßenkampfe sollen etwa 500 Einwoh- Die „vocche di Lattaro". Air der Bucht von Cattaro hat die französische Mittelmeerflotte einen empfindlichen Verlust erlitten. Schon vor 100 Jahren ist ein sranzösifcher Versuch, den Oesterrrichern diesen ihren südlichen Kriegshafen mit Unterstützung der Montenegriner zu entreißen, mißlungen. Im Jahre 1797 war Cattaro an Oesterreich gefallen. Als Napoleon wenige Jahre später das Königreich Jlltzrien schuf, ließ er den Hasen durch seine Schiffe und die verbündeten Russen und Montenegriner belagern: doch erst der Friedensschluß von 1807 machte die Franzosen zu dessen Herren, nachdem die monatelange Belagerung erfolglos geblieben war. Schon das Jahr 1814 gab aber Cattaro den Oesterreichern zurück, die es seither ununterbrochen in Besitz haben. Gleich den Fingern einer Riesenhand strecken sich die Fjords der „Bocche di Eattaro" tief hinein in das Land bis an die „schivarzen Berge", aß deren Hängen noch vor wenigen Jahrzehnten Gemsen weideten. Hat man die von der Brandung wild zerrissene Punta d'Ostro an ihrer Einfahrt glücklich umschisst, so gelangt man unter den Kaiwnen des auf einem Felsenriff erbauten Forts Mamula in den Borhof der bei Punta Kobika in das erste Becken, in die Bucht von Topla, führt. An ihrem Nordufer dehnt sich die Riviera von Castelnuovo mit einem der ilah lienischen Riviera vergleichbaren Klima. Castelnuovo selbst ist ein urattes, halb verfallenes Städtchen von nicht viel mehr als 1000 Einwohnern. Ein bosnischer König hat es im Jahre 1380 gegründet und zur Hauptstadt des Herzog- tumes Saba gemacht. Doch vermochte es der türkischen Macht nicht lange zu widerstehe». Erft im 16. Jahrhmz- dett vertrieb Venedig die Türken: die alten bosnischen Mau- ern wurden durch neue Befestigungen ersetzt und am Hang des Berges, 50 Meter oberhalb des Häsens, errichteten die Venezianer ein neues Seekastell, dessen noch sichtbare Mauern einem späteren Erdbeben zum Opfer fielen. Heute liegt das die Bucht beherrschende Fort Spanguolo etwa eine hawe Stunde von der Stadt entfernt. Durch den Kanal von Eonchur fährt das Schiff weiter in die dreieckige Bucht von Tevdo, deren Nordküste von zahlreichen Ortschaften und kleinen Kirchen besetzt ist, wahrem» das unwirtliche südliche Gestade nur wenige menschliche Wohnungen ausweist. An der dritten, der östlichen Seite, liegt Deodo, die süddalmatinische Flottenstatton der österreichischen Kriegsmacht. Ein zweites Pola ist hier in kurzer Zeit entstanden; der Hafen wurde durch den Bau einer 130 Meter langen Mole erweitert, große Kohlenmagazine wurden erbaut und unweit des Arsenals dehnt sich der palmengeschmücktc Marinegarten, die tägliche Promenade der Offiziere und Bewohner der Stadt, während auf den Höhen ringsum der an der Adria weit gerühmte Marzeminowein wächst. Im nordöstlichen Winkel des Dreiecks von Terüw öffnet sich die schmale Durchfahrt in den Golf von Cattaro, das innerste Becken der Bocche. Wie noch ihr Name le Catens anzeigt, wurde sic einst allnächtlich durch schwere Ketten gesperrt. .Heute wachen Kanonen und Minen, doch das südliche der beiden, eng an den Felsen ge- schnnegten Kettenhäuser hat den Stürmen der Jahrhunderte widerstanden und erinnern noch an die früheren Zetten. Ein großartiges Panorama erschließt sich dem Auge nach der Durchfahrt. Anr Fuße eines 1000 Meter hohen Felsenberges liegt das verödete Perasto, reich an ruhmvollen Erinnerungen, denn seine Söhne waren die tapfersten Kapitäne in allen Seekriegen Venedigs. Auf zwei Felsenriffen erheben sich alte Kirchen, darunter die der Madonna del Scarpello, im August das Ziel katholischer Wallfahrer. Im Hintergrund liegt Risano, die von dunklen Waldüevgen umschlossene ern- sttge ttlyrische Königsresidenz Rhizinium. Zur Rechten stteckt sich Mischen blühenden Gärten Dobrota, deren Mauern noch heute mtt Schutzlöchern zur Verteidigung gegen die montenegrinischen Räuber versehen sind. Ihm gegenüber an der Westküste das langgestreckte Per- zag^ mtt verlassenen Palästen und dem unvollendeten Renaissancetempel der Madonna di Gospo. Und endlich im äußersten Winkel, inmitten eines Kranzes kahler Berge, die von Lowken hochmütig überragt werden^ und deren Zacken Adler umkreisen, die Stadt Cattaro. Schon längst leuchtet der Tag vom tiefblauen Himmel der Sldria, ehe die Sonnenstrahleu in den Felsenwiiikel von Eattaro dringen, ünd schon wenige Sturcden nach Mittag ist das Tagxs- I gesttrn »weder hinter den Bergen verschwunden. Während uer getötet worden sein. Und säst die ganze Stadt ist dabei in Flanimen ausgegangen! Der alte Staotpsarrer, dem ich in der Kathedrale Notre-Dame begegnete, wo er Brevier lesend auf und ab ging und sein Gotteshaus bewachte, gibt freiwillig alle schuld den Franzosen. Er erklärt es als besonders schändlich, daß eine winzige Schar der Rothosen, die als Nachhut zurückgeblieben waren, im letzten Augenblicke vor ihrer Flucht die Maasbrücke in die Lust gesprengt hat, wobei die benachbarten Stadtviertel schwer gelitten haben. Tann sei aus die einziehcnden Deutschen aus den Hau sehn geschossen worden, aber der Geistliche behauptet, beweisen zu können, daß keines seiner Pfarrkinder unter den Verbrechern gewesen sei, sondern die aus den Bürgerhäusern schießenden Zivilisten seien in Wirklichkett dort eingedrungene fran- zösische Soldaten gewesen, welche ihren Waffeurock mit den im Tornister mitgefühtten oder unterwegs gefundenen Zivilkleidern vertauscht hätten. Dafür hätten dann die Ein- wohner von Dinant büßen müssen. Wie sich das in Wirk lichkeit verhält, wird hier wie in anderen Fällen die von deutscher Seite cingeleitete amtliche Untersuchung ergeben. Die Kathedrale ist glücklicherweise so wett erhalten geblieben, daß ihre Ausbesserung keine Schwierigkeiten machen wird. Sie hat schlimmere Zerstörungen überstanden, durch die Burguicher Karls des Kühnen und durch die Jakobiner der großen Revolution, von deren Untaten man heute noch die Spuren an dem herrlichen Portale des Domes erblickt. Daß in diesem Falle von belgischer Seite die Franzosen für das Unglück verantwort sich gemackst werden, ist >ehr kennzeichnend und steht keineswegs vereinzelt dp. An- derersetts behaupteten in Belgien ansässige Franzosen, daß die belgischen Soldaten selbst auf der Flucht die belgischen Ortschaften angezündet hätten, daß sie sogar gerauht und geplündert hätten, um die nachfolgenden Deutschen der Srchsistenzmittel zu berauben. Wie das französische Heer im eigenen Lande in Ortschaften, welche von ihren Bewohnern verlassen waren, gehaust hat, davon haben wir zahlreiche Beispiele namentlich in der Gegend von Reims und Verdun erlebt, wo die ersten Mannschaften der einziehcnden deutschen Vorhut in den von Deutschen vorher nie bettetenen Dörfern alles ausgeraubt, verwüstet, zertrümmert und besudelt fanden. Wenn die Greuel des Krieges einen Umfang angenommen haben, der durch die militä- rischen Operationen nicht nötig war, sö beklagt das niemand mehr als wir Deutschen. Kein Deutscher wird anders als blutenden Herzens durch das sinn- und nutzlos verwüstete Röaastal wandern. Deutsche Art ist es nie gewesen, den Krieg in Bürgerhütten zu tragen. Me Franzosen aber führen den Krieg wie sie ihn geffihrt haben, als Melac und die Schandgesellen seiner Art die Schlösser und Dörfer im ckriMichen Luxemburg, an der Maas und am Rhein« aussengten. Und die Belgier scheinen ihren Bundesgenossen die schlimmsten Unmenschlichkeiten inzwischen abgesehen zu haben. Wie anders darin deuffche Art ist, dos habe ich in diesen Tagen bei Nenfchateau beobachtet, wo ztoei Landsturm- männer einem belgischen Bauer dabei behilflich waren, sein während der Schlacht in Flammen aufgegangenes Haus wieder aufzubauen. Deutsche Offiziere haben während der furchtbaren Revolte in Löwen die Kunstschätze der Kathedrale gerettet, sowett das möglich war, während hie Belgier keinen Versuch gemacht lßiben. auch nur einen Band der hochberühmten Universitätsbibliothek zn retten, obwohl dazu Zeit genug gewesen wäre, denn die Bibliothek lag nicht im Schußfelde und wurde erst später von den Flamchen völlig ergriffen. Wenn das Wertvollste von Löweus Knnsffchätzen gerettet worden ist, so dankt die Welt das den deutschen Offizieren, die mitten im Kugelregen mehr an ihre Gewissensverpflichtnng gegenüber der Kulturmenschheit als an ihr eigenes Leben gedacht haben. Wie hätten im gleichen Falle Franzosen und Belgier gehandelt? W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. eines Teiles des Jahres hat die Stadt nur vier Stunden Sonnenschein. Bon ungangbaren Jelsenwärrden umgeben, liegen die Häuser eng zusammengedrängt hinter hohen Steinwällen, die die Venezianer im 17. Jahrhundert erbauten. Darüber thront auf einem mehrere hundert Meter hohen Felsenabsatz das Fort San Giovanni, während zu beiden Seiten der Stadt Gebirgsflüsse gleichsam natürlich« Wallgräben bilden. Me Umgegend ist bis aus einen schmalen Küstensanm unfruchtbar und liefert narr wenig Oel und Wein. Tie wenigen Tausend Bewohner der Stadt nähren sich fast ausschließlich vom Handel nach dem angrenzenden Montenegro und das Leben der Stadt hat ein ausgesprochen Militärisches Gepräge. Es ist ein ewiges Kommen kmd Gehen von abgelösten oder ablösenden Besatzungen, von Abtettungen, die aus ihren adlerhorstartigen Bergfvrts herabgeklettert sind, um neue Nahrungsmittel zu holen, von Ofiizieren, die sich zum Menst mellien, oder die nach längerem Einsiedlerdasein einen nrehrmonatlichen Urlaub nach „Europa" antreten. Wie heute war schon in früheren Jahrhunderten Eattaro als eine der meist bedrohten Pfotten der Scheidewand zwischen vem zivilffierten Westen und dem anstürmenden Osten ein strategisch »nichtiger Punkt, und die österreichischen Artilleristen, die jetzt in den Befestigungen der Bocck>e di Cattaro nach dem Feinde Auslug halten, können sich rühmen, die Schüler jenes deutschen Meisters Hieronymus zu sein, der im Aufträge des venezianischen Senates im Jahre 1545 zu Cattaro eine Geschützmeisterschule eingerichtet hatte. ttsrrihe, 28. Seat. (Prrv.-Tckegrll Du Kammer- Ada v. Westhoven, die vom Winter 1903 bt* 1912 lsruher Hoftbeater «mqchvrtr. cst -U>»rn m Badm-Baden von 36 Jahren gestorben. Breslau ge- nd »rach ihrem eckten Engagement 189 c m Olnrutz nach :n beruscn worden. nchen, 28. Sept. lW B. Nichtamtliche Geh Rat >bert v Pöhlmann, Vertreter der alten Gelchichte veiß nicht, was in ihrem. Inneren vorgeht, daß sie uns, die Eindring- Ujm£, so gitt behandeln. Als wir gestern durchnaß hier wieder ankamen, waren unsere Zimmer tadellos in Ordnung und sogar geheizt! Allerdings hoben sie Vertrauen besonders zu den Offizieren, und wenn das geringste ist, kommen sie gleich zu uns und bitten rfn Abhilfe, was gleich geschieht. Wenn ich so höre, bei uns beginnt die Schube, olles geht seinen Gang, so konimt ein heißes Daukgefühl gegen Gott, daß er unsere Grenzlande verschont. Du müßtest hier die Unordnung sehen! Alles überladen mft Truppen, keine Verwaltung, die Ernte nicht herein, der Krüger droht, schrecklich. Ganz sassuugsbos stehen die Leute dem Schrecklichen gegenüber. Jetzt sind acht Tage seft den schrecklichen Tagen im Bois de X verflossen, ich denke mft Schauder daran prrück. Ja der Schlacht, wenn mau sich wehren kann, ist es! was < vilKt . es . Aber verstvü im Wall», im fteseu dichten Wald und dann M ar sich» um sich, neben sich dieses eutseykiche .Krachen, Borsten der schtueiieu Granaten, mm denen ein Schuß ganze Lich- tanpen riß. ahn» zu wissen, woher, ohne die Möglichkeit, sich zu wehren, das war schrecftich. Wir haben morgens ans dem Walde das ganz« SEKSxfcn der Franzosen ustu., ine ans da nicht ver- mifteleu, in aller Gemütsruhe beobachten können und haben sie nur deshalb nicht unliebsam gestört, weil wir unsere Stellung nicht verraten sollten. Gestern kam auch die Nachrickst, daß mein Pa- trouillengang bei £. ein weiteres Opfer gefordert, ein bei mir Verwundeter ist gestern gestorben. Ehre seinem Andenken. Ein Bild ist mir uuoergrßlich. Als wir am l. September morgens die Chasseurpatrouille abgeschossen hatten und zwei Mann, die liegen «chlteben waren, gefangen genoimnen hatten, ging ich mit einem Chasseur zu dem gleichfalls gesallcnen fangen Osfizier. Ich sah es sofort, er hatte Herzschuß. Aber der mich begleitende Chasseur der ihu ossenbar gern hatte, sragte mich angstvoll: Mon officier, vive-J-fl? Und als ich verneinend den Kovf schüttelte: II est mort, kniete der Mann nieder und betete lange für seinen Leutnant! <8n ergreifendes Bild: Weit sah man ins sonnenüberflutete Land, vor uns inmitten von vier toten Pferden lang hingestrcckt friedlich der junge tote Offizier, drum meine Leute mit den Gern gen en, u»d mitten drin kniete der Soldat! Es war totensftll, wohl jeder fühlte den Schritt des Todes, der auch ihn morgen treffen kann! Und auch ich habe mft dem Chasseur still ein Gebet gesprochen für den braven itameraden: Leutnanl der Reserve Gaston Forgues de Bordeaux. Seine sikbergeschmücktc Brieftasche und viel Geld zeigte den reichen Kausmannssohn. MleS ist abgc- liefert worden, ferne junge Frau wird es erhalten. — Bor einigen Tagen erhielt ich auch einen Brief eines Fabrikanten aus Rem- Veü», eines Schwagers meines Kameraden P., der an meiner Sette gefallen und dessen junge Frau ich benachrichtigt hatte. Er schrieb sehr traurig, und bat um nähere Einzelheiten, die ich >i«n sofort mittftkte. Ja, Mntting, es gibt so viel Leid, und nicht immer gelingt es, die trübernste Stimmung zu verscheuchen. Was wird, weiß ich nicht. Wir hören dauernd ans der Ferne Kanoueudonner, auch spricht man von einer Schlacht vor Paris, von deren Ausgang wohl unsere weitere Verwendung abhängen Sitzung Ser StaStverordneten. Gestern vormittag fand »ach 8 wöchentlicher Pause wieder eine Sitzung unserer Stadtverordneten statt. Zuerst wurde eine Auslosung von Schuldverschreibungen der Stadt Gießen vorgenommen, nachdem die Stadtverordneten Orbig und Hclsrich als Urkundspersonen ernannt waren. Oberbürgermeister Keller gedachte i» warmen Worten der Anerkennung des verstorbenen Kollegen Friedrich Helm: er gedachte seiner als eines zuverlässigen und erfahrenen Beraters der Stadt in Fragen des Verkehrs. Man werde in der städtischen Verwaltung dem Verstorbenen allezeit ein ehrendes Gedenken bewahren. Ueberqehend zu ,,Mitteilungen" bemerkte der Vorsitzende, daß er die Absicht gehabt, einen vollständigen Bericht über die TÄtjgkeit der Brrnmkftmg seit dem Mobilmachungstagc zu geben, doch sei er l>ei der Fülle der Arbeit bisher nicht dazu gekonnnen. Wichftg für die Bevölkerung sei jedoch, zu erfahren, daß der Oberbürgermeister unter dem 13. September sich an die zuständige Stelle geioendet hat, um zu veranlassen, daß Mitteilungen über den Berbleib unserer Angehörigen im Felde schneller als dies bisher der Fall war, hierher gelangen. — Der Oberbürgermeister kommt auf das be- refts mftgetelltc Ergebnis der Zeichnung der Deutschen Kriegsanleihe in unserer Stadt zu sprechen. Er bezeichnet das Ergebnis gegenüber den Beträgen, die in anderen Städten gezeichnet sind, als glänzend, wofür er den vielen kleinen und mittleren Zeichnern, die sich in unserer Stadt hervorragend bei der Kriegsanleihe betätigt haben, öffentlich Dank ausspricht. — Aus Universitätskrersen war angeregt worden, um zwischen der Heimat und unfern Soldaten im Felde eine geistige Verbindung herznstellen, eine Hessische Feldpost in Form einer 4 Seiten starken Wochenschrift zur Gratislieserung an die hesWlhc Divifion herzustellen Nachdem die Darmstädlcr Zeitung es abgelekmt hatte, diese Zeitung unentgeltNch zu drucken, wollte man den Plan verwirklichen, wenn die größere» Garnisonstcidte in Hessen die Truckkosten übernehmen würden. Gießen, Offenbach und Worms fanden sich hierzu bereft, Darmstadt und Mainz lehnten eine Brittagsleistung ab. Damit ist der Plan geschettett. Stadtv. Sommer crklätt, unsere Truppen lechzten nach Nachrichten aus der Heimat, er schlag« deshalb vor, allwöchentlich ein Auto nach dem Kriegsschauplatz zu senden, das die neuesten Tageszeitungen für die Soldaten dahin bringt, es sei dies besser und billiger als ein besonderes lfterarisches Unternehmen. Der Oberbürgermei st er bemerkte, daß in der nächsten Zeit sechs Automobile mit Liebesgaben von Gießen nach Frankreich abgehen, er werde veranlassen, daß die Fahrzeuge Zeitungen nach dort mitnchmen. Es sei nicht möglich, jede Woche jemand zu senden, der Zeitungen nach der Front bringe, denn die Automobile leiden bei diesen Fahrten durch Feindesland ganz außerordentlich. — Der Vorsitzende spricht dem Geheimen Kommerzienrat Heichelheim namens der Stadt seinen Dank aus für die Spende von 10 000 Mk., durch die es ermöglicht wurde, für die Stadt ein Kranken-Automobil anzuschasfen, welches zurzeit für den Transpott von Verwundeten dient. (Es wurden bisher über 250 schwer verletzte Krieger damit in die Lazarette befördert.) Ucber die in der Gründung begriffene Kriegskreditkasse berichtet der Oberbürgermeister. Es bleibe vorerst abzuwatten, ivelcher Betrag aus der Mitte der Bürgerschaft für das Unternehmen gezeichnet wird, um zu erwägen, in welcher Höhe die Stadt Gt-ßen sich an der Kreditgenossenschaft beteilige. — Beigeordneter Justizrat ffltiiitcltiolb war zuerst darüber im Zweifel, ob eine solche Gründung für unsere Stadt eine Notwendigkeit sei. In der darüber oorgenommenen Aussprache sei er aber überzeugt worden, daß es für die Stützung durch den Krieg schwach gewordener Existenzen erforderlich sei, ein solches Kredit-Institut in unserer Stadt zu schaffen, das besonders das Handwerk und dem Handel weft- gehendst cntqrgenkommt. Es sei notwendig aus Gründen der allgemeinen Fürsorge, daß sich besonders an dem Unternehmen als Genossen diesenigen .Kreise der Bürgerschaft beteiligen, die den Kredit des Instituts nicht brauchen, die aber durch ihren Beitritt zu ihrem Teil der allgemeinen Kredftirot gewisser Streife unserer Gewerbetreibenden mit ab Helten müssen. — Der Oberbürgermeister verweist aut die von der Universität zu veranstaltenden B o r t r ä g e und bittet, dies« zahlreich zu besuchen. Nach seinem Borschlage soll der Erlös zur Unterstützung der Hinterbliebenen der im Kamvs für das Baterland gebliebenen Strieger Berwenbung finden. — Der Oberbürgermeister teilt mit, daß er an zuständiger Stelle beantragt habe, daß von Berlin aus für das Reich eine einheitliche Festsetzung der Preise für Getreide iestgesctzt werde, damit die Preise für Mehl und Backwaren für die Bevölkerung sich etträglich gestalten. — Stadtv. Heichelheim bemerkt, daß sich dies wohl schwerlich durchführen lasse, da zwischen den Gettcidepreisen in Berlin und denen in Gießen auch in normalen Zeiten ein Preisunterschied vorhanden sei. — Stadtv. Loeber bemerkt, die Differenz betrage etwa 2,50 Mk. — Der Oberbürgermeister bemerkt, man möge doch den nötigen Ausgleich der Zentralstelle in Berlin überlassen. — Es wird dann vom Oberbürgermeister der Aufruf des Oberbürgermeisters Körte in Königsberg verlesen, den dieser im Interesse der durch den Einfalt der Rüssen in Ostpreußen geschädigten Bevölkerung erlassen bat. Ter Oberbürgermeister verweist aut den Beschluß des Deutschen Städtetages, wonach die Heilung der Schäden in der Provinz Ostpreußen eine Angelegenheit aller deutschen Städte sei. Mit großer Wärme tritt der Oberbürgermeister dafür ein, daß die Stadtverordneten für die schwer tzeimgesuchte Provinz Ostpreußen 3000 Mark bewilligt, indem er bemerkt, daß bereits von privater Seite ihm für den gleichen Zweck Geldbeträge überwiesen seien. — Der Antrag wird einstimmig zum Beschluß erhoben. — lieber die Wiedereröffnung des Stadtthecitrrs berichtet Beigeordneter Justizrat Grünewald, indem er das Folgende ausführte: Die Frage, ob das Stadttheaier in dieser Saison spielen soll oder nicht, wird verschieden beurteilt. Die Sftmmungen darüber in der Bevölkerung seien Schwankungen unterworfen, wie dies aus den verschiedenen Stadien, in denen die kriegerischen Angelegenheiten sich bewegten, sich leicht erkläre. Pflicht der Stadtverordnetenversammlung sei, unabhängig von diesen Stimmungen zu prüfen, was dem Gemeinwohl diene. Wie grundsätzlich alle wirtschast- lichen Tätigkeitsgebiete aufrecht erhalten werden müßten, Handel und Wandel, industrielle Betriebe nach Möglichkeit nicht still gelegt, soitdern höchstens eingcschränft werden dürften, so dürfe auch nach seiner Ansicht und nach der der Ausschüsse, die über diese Frage beraten hätten, der Tbeaterbetrieb nicht aushörcn. Im ganzen Reiche seien jetzt Entschließungen dahin getroffen worden, ins- l>esondere auch auf Anregung des Vorstandes des deutschen Bülmen- vercins, daß man die Theater spielen lasse: eine Stadt wie Meßen dürfe in dieser Hinsicht nicht nach der Zahl ihrer Einwohner gemessen werden, man müsse bedenken, daß in ihr eine llnioersi- tät, eine Garnison, die Zeittralc einer Reihe von Behörden sich befinde, also eine starke Schicht intellektueller Elemente. Gerade in einer Zeit, die erfüllt sei von Krieg und Kriegsgoschrei, in der man nur höre von Gewalt, von Raubein und Rohem, dürften die kulturellen Werte nicht vernachlässigt werden. Es sei wichftg, daß wenigstens an einem Abend in der Woche die Bürger Gelegenheft hätten, zusammen zu kommen, ihre Meinungen auszutauschen, sich aneinander aufzurichten und aus den Werken unserer deutschen Dichter und Denker neue Hosfnmig, neue Zuversicht und Wiederbelebung des patrioftschen Sinnes zu schöpfen. Da Geselligkeft vollständig mangele, Konzette und dergleichen nicht stattsinden, biete das Theater die einzige Zeittrale ideeller Bestrebungen. Unterblieben die Vorstellungen, so n>erde die Bevölkerung sich des Theaterbesuchs überhaupt entwöhnen, das Theater würde auch für die Zukunft veröden. Was den Spielplan betreffe, so würden in der ersten Zeit wohl vorwiegend patriotische Werke zur Aufführung gelangen müssen, es böten sich aber auch eine Reihe anderer ernster Werke von ftescm Sinn und Inhalt, die wohl geeignet seien, erhebende Empfindungen auszulösen Und er stehe nicht an, zu wünschen, daß zwar nicht Erzeugnisse der leichten Muse zur Ausführung gelangten, aber doch auch gute deutsche Lustspiele, die hier und da eine heilere Stunde hervorftestn. Die vereinigten Ausschüsse hätten beschlossen, die Spielzeit am l. November beginnen zu laßen und die Dauer bis zum l März vorzusehen. Ein Aufruf an die Bürgerschaft solle zum Abonnement ernruntern. »oährend die bereits gezeichneten Abvnneiiwius rechtlich verbindlich seien. Die Mitwirkung der Stadt solle sich beziehen auf die Gewährung sreier Heizung und Beleuchtung und aus Zeichnung einer Garantie bis zu 10 000 Mk. für die Soietzftt Die Stadtverordnetenversammlung, wenn sie dem zustintme. werde auch tu dieicr Beziehung eine Opierwillcgkeit in patriotischem Sinne betätigen, jeder Stadtverordnete möge in seinem Kreise aber auch dahin wirken, daß das Theater fteguenftere, hierdurch dem Zwecke der Aufnahme der Vorstellungen gedient und das Risiko der Stadt vermindert werde. Dtc Stadtverordneten Habenicht und Schaffstacdt sprechen »ich nicht für eine vollständige Schließung des Theaters aus, waren aber übereinstimmend dec Ansicht, daß die Zeit noch, nicht dazu angetan sei, das Theater am I. November wieder zu eröffnen. Man war der Ansicht, daß es vollständig genüg«, wenn das ->picl cmr 1. Dezember oder, »oic Stadtv. Schasfftaedt meinte, am l. Januar wieder eröffnet würde. Stadtv. Dr. Ebel teilt vollständig die Ansicht des Beigeordneten Grünetvald: er verweist daraus, daß das Theater nicht irnr erne Stätte des Vergnügens, sondern eine Stätte der Aufrichtung mrd Erbauung auch bei chrveren Schicksalsschlägen, wie sie ftnzelne. Menschen tressen können, sei. Nach einem eindrtttgiichen Schlußwort des Redners tvird einstimmig beschlossen, daß das Theater am l. November seine Pforten wieder öffnet, daß die Stadt für das Utttseneh- men freies Licht und Heizung liefert und einen etwaigen Fehlbetrag bis zu 10000 Mk. zu decken übernimmt. Oberbürgermeister Keller teilt mft, daß sich in Gießen >vic in anderen sotädlen in den ersten Tagen der Mobilmachung der Brauch ftngcfchlichcn habe, daß die Soldaten die Straßenbahn Schlachtviehpreise ni F r a nk t urt a« M. Flftschprftse in Gießen Ccbieu Kälber Schweine 50 Ka. Schlachtgewicht 81—100 Mk. ", Kg. Echlachtgw. 75 93 Pf. V. . . 63-6« . ’/, Kg. 86—96 Btt. 7. . 70-75 . . 70-96 . Eetreidepreise in Mannheim Drotpreise in Gießen: Weizen 100 Kq. 28.75-27.50 Mk. Roggen 100 Kg. 23.09- 24.00 Mk. I Weißbrot 2 «q. «8 Ul,. I Schwarzbrot 2 Kg. 60 Wz. unentgeltlich benutzen konnten. Diese Hebung babe mft der Lm der Zeit zu llnzuftäglichkeiten gesühtt und müsse einmal em (£i nehmen. Es wird dabee beantragt, daß vom 1. Oktober an uw Berlvundetc und Aerzie im Dienste des Roten .Kreuzes imentgelt- sich befördett werden, dagegen M ilitärpcrsonen ern Fahx- gcld von5 Pfg. zu bczahlen haben. Dir Wirlschastsfirsuchk des Bäckermeisters Ludwig R e u ß für das Haus Seltersweg 46 'Kaffecanssch-mk', des Heinrich Schmitz, Sonnenstraße 13 , und des Ern st Al brecht, Kaiser-Allee 24, iverden bcsürwvrtet. — Beigeordneter Grünewald tveist daraus hin, daß das hessisch Ministerium bet Ausbruch des Krieges angcordnet habe, daß alle öffentlicheil Arbeiten tunlichst eingestellt werden sollen. Wie verkehrt diese Anordnung sei, beweise die Tatsache, daß der Unter- nehmer, der die Fenster sür das Amtsgericht bereits serttggestelst, aber infolge der Anordnung des Mimsteriums deren Lieserung nicht vornebmen könne, aut diese Fenster eine ?lnleihc. ansnehms, will, um sich Geld »u verschaffen, damit er ferne Verpflichtungen erfüllen kann. Der Redner stellt deshalb den Antrag, die Veftcmun- lung möge beschließen, daß der Oberbürgermeister an das Ministerium den Anttag stellt, daß alle össknilichtn Arbeiten in Gießen, besonders aher die Staaisbauten, die in Angerff genommen sind, ferftggestellt tverden und daß die in Aussicht genommenen Arbeften in Gießen in Angriff genommen werden, damit Arbeit und Verdienst sür Handwerk und Gewerbe ge- schaffen wird. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. ° Hirchliche Aachri^ten. Evangelische Gemeinde. Heute abend 8Uhr: ilttegsbetstunde in der Jobanneskirche. . Pfarrer A n S s e l t>. Die Marktpreise siir Vieh «nd Frircht und die tstießcner Fleisch» «nd Brotpreise am 28. September 1814. Lehle Nachrichten. Ein Gesechl bei Lüderitzbucht. (WTB.- Lüderitzbucht, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Meldung des Reuter-Bureaus. Gestern fand ein sehr lebhaftes Gefecht bei Lüderitzbucht zwischen Engländern undDeulschen statt. Die Deulschen hatten fünf Tore und zwei Verwundete, die Engländer drei Tote und vier Verwundete. Me Lage des deutschen Geldmarktes. (WTB.) Berlin, 29. Sept. (Mchtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Aentralcrusschuises der Reichsbank führte der Präsident v. Havenstein u. a. nutz: Der deutsche Geldmarkt hat in diesen beiden ersten Monaten des Krieges verhältnismäßig am besten unter allen Ländern abgcschnftten. Der Geldmarkt ist verhältnismäßig nüssig. Die Banken und sonstigen Kreditorganisaftonen haben —; im Gegensatz zu England und Frankreich — feinen Tag lang ihre Tätig- j keft ausgesetzt oder die Auszahlung von Bankguthaben eingesäiränkl und l>aben, gestützt aus die Reichsbank, ihre Kredftgewährung ohne rigorose Einschränkungen ausrecht erhalten und ihre Gutkmbeu bei der Reichsbank beträchtlich verstärkt. Die Reichs b anl selbst darf mft Genugtuung aus diese ersten Monate zurückbluken. Wir haben in wenig Wochen eine starke Geldvarftk urtd Zahlungsmittelnot überwunden, wir haben der nach ihr drohenden tiredit- kftfis wirksam gesteuert und haben nunmehr auch die Arme srrr und regen sie, um auch die letzte liftsahr^die aus dem Weltkriege für unier Wittschaftslchen erwachsenden Schwierigkritrar und Nile zu bannen. Ueberall aber bat es sich gezeigt, daß dir ! Kreditnot tatsächlich bei weitem nicht so groß ist, wie du erste Sorge sic sich vorstellte, tleberall wird taftächlich viel weniger Kredit in Anspruch genommen, als woran! alle Organisationen sich eingerichtet hatten. Selbst die D a r le hn s ka ssen bähen in diesen ersten zwei Monaten nur 320 Millionen von Darlehen auszugebrn brauchen. Die Begebung der Kriegsanleihe ist unter all dem Großen, was diese gewaltige, erusir Zeit in unserm Volke gezeftigt hat, ein neues leuchtendes Bild, das sich würdig den Taten unseres Heeres an die Seite stellt. Es ist von besonderem Interesse, daß unsere Au s f u h r im August trotz aller ihr bereiteten Hemmungeir absolut wie rclaftv weniger zurückgegangcn ist als die Englands. Aus Südafrika. i. Köln, 30. Sept. Die „Köln Ztg." meldet au? Amsterdam: Ans llpinton (Südafrika) wird gemeldet, daß etwa 300000 (?) Soldaten am Mittwoch übrr den Oranje-Flutz gezogen sind. Sie üderschritten diesen Fluß in 20 Kilometern südlich von Scuit Drift und rückten vor in der Richtung von Pella. Man glaudt, daß sie einen neuen Angriff auf Romansdrift beabsichtigen. Eine russische Stimme gegen Bulgarie«. (i.) Köln, 30. Sept. Die „Köln. Ztg." meldet aus Sofia: Das lwlbamtliche Blatt „Narodni Prawa" lcitarftkelt über das Thema „Das Ende naht" und meiM, Bulgarien müsst bei der endgültigen Liauidation des Weltkrieges ehenfalls besetzt werden, denn seine politische Neutralität will wettere Ziele als nur die Unversehrtheit des jetzigen Besitzes. Wir mußten einmal vorbereitet sein bei Beginn des jetzigen Kftcgcs, dreifach vorbereftet sein bft seinem Ende. Rumänisches Ausfuhrverbot für Hafer »nd Bohnen. i. Köln, 30. Scvt. Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: Nach hier eingcirossenen Berichten lwt Rumänien kein Verbot für die Getreideausfuhr, dagegen eiu solches sür Hafer und Bohnen erlassen. Bestätigte Todesurteile. Leipzig, 29. Sept. (Prrv.-'Tel.) Das Reichsgericht verwarf die Revision des Bergmanns P s a i s , der vom Sch!vurgerubt Aachen am 2. Juli ds. wegen Mordes zum Tode und wegm Totschlags zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Er hatte den Mord am 22. Dezember 1913 im Walde bft Altenwald an sftuer Ehefrau Wilhelminc begangen Ten Totschlag verübt: er in der Nacht zum 13. Januar 1914 in Streifteld an der Ehr- srau des Bergmanns Hustcr. Ferner wurde verworstn die Revision des Werkmftstcrs Fritz V e i t h, der vom Schwurgericht Bielc- ield am 10. Juli 1914 wegen Mordes zum Tode vcrurtftlt worden war. Er hatte in der Nacht zum 14. Juli 1913 in Bergkirrhen sftne Ehefrau ermordet. Ein RmUunord. Paderborn, 29. Sept. (Privattelegramm.) Die Ebestutt Bekemaier wurden heute nachmittag in ihrem Hause am Senneweg ermordet Llfgesunden. Angeblich handelt es sich um einen Raubmord. VerantworSftd den gesamten redaktionellen Tftl: Aag. ®oeg< ff Amtlicher Teil. Bekanntmachung Ise: .: Feldscnbungen an Offiziere. »chstchende Bekamitmochung wird bicrmit veröffentlicht, icßen, dcii 23. Scvteinbec 1914. Aroßherzogliches Kreisanck Gieren, vr. U sing er. Bekanntmachung. m eserante:i von SHmerbefleibung für im Felde stehende Os- i lK> werden darauf auiinccksam gemacht, daß das Unterzeichnete n rlkommando keine Pakete abnimmt. Dieselben sind in allen j j_l den immobilen Etappen kommandankuren 2 in Frankfurt v sn-Süd bezw. 3 in Darmstadt zuzuführen. ranksurt o. M., den 25. Sevtembcr 1914. > lellvertretendes Generalkommando XVIII. Armeekorps. Bekanntmachung. p .: Die Abgabe chemischer Stoffe, en Avotbeken, Drogengeschästen und sonstigen Berkaussstel-- i cd hiermit eröffnet, daß die Abgabe der nachstehend verzeich- t und ähnlich wirkender chemischer Stoffe wieder gestattet ist. ali chloricunt^ Schwefel, Kohlevulver, Salpeter, Stib. sulfur. Phosphor, Salpetersäure, Schwefelsäure, Glycerin, Pikrin- Collodiumwolle, Nitroglycerinzubereitungen, Erythroltetra- tnbereitungc» und ähnliches. ie Abgabe unterliegt jetzt wieder den gesetzlichen Bestimmun- ießen, den 28. September 1914. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Bekanntmachung. achsiehende Bekanntmachmtg toird hiermit veröffentlicht, ießen, den 29. September 1914. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, vr. U s i n g e r. Bekanntmachung. iebesgaben für Angehörige des Feldheeres können zur Abgabe ,en: bei sämtlichen Ersatztruppenteilen des Kvrpsbezrrks, ber den immobilen Etappen-Konrinandanruren Nr. 2 Frank- Süd (Bureau: Sachsenhausen, Mittlerer Hasenpsad 5)> und Darmstadt (Bureau: Postamt II>, bei der Abnahmestelle freiwilliger Gaben (Kriegsfürsorge) ankfurt a. M., Tlicaterplatz 14. s wird erneut darauf hingewirsen, daß es nur auf diesem möglich ist, mir Sicherheit der Truppe die Gabe zuzusühren, nd keine Gewähr dafür übernommen werden kann, daß Liebesauf Autos über das Etappengebiet hinaus die Truppe wn. Bon seiten des Generalkommandos. Der Chef des Stabes: de Graaff, Generalmajor. : :.: Die Abhaltung von Messen und Märkten, tt Die G rösch. Bürgermeistereien Der LanDgcmeinDcn Des Kreises. >roßh. Ministerium des Innern hat durch Verfügung vom Mts. zu Nr. III. 10025 angeordnet, daß gegen Abhaltung! Iligen Messen und Märkte, soweit nicht etwa Bedenken mili- ,er Art geltend gemacht werden sollten, Einwendungen nicht icben sind. Es soll vielmehr, ebenso wie den übrigen Erwerbs- ii, auch dem Stande der Meß- und Marktreisenden Gelegenegeben werden, seinem Erwerb nach Möglichkeit nachzugehen. Indem wir sie hieraus Hinweisen, bemerken wir, daß, soweit bei iessen und Märkten Lustbarkeiten in Frage kommen, in jedem nen Fall gevrüft werden muß, ob diese mit dem Ernst der Zeit in Einklang gebracht werden können; Musikbegleitungen werden wir jedenfalls nicht zulasscn. Gießen, den 29. September 1914. Großhcrzogliches Kreisamt Gießen. Dr. U sing er. _ Bekanntmachung. Betr.: Walzarbeiten aus den Kreisstraßen. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Kreisstraße Ettingshausen—Oberbessingen bis zur Einmündung in die Kreis- straße Lich—Lauüach bis auf weiteres für den Automobil- und Last- wagenvcrkehr gesperrt. Der Verkehr ist über Queckborn—Münster bzw. über Lich zu leiten. Gießen, den 28. Septcmbiw 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. vr. U s i n g e r. _ _ Bekanntmachung. Betr.: Walzarbeiten aus den Kreisstraßen. Die am 7. d. Mts. angeordnete Sperre der Kreisstraße Lich— Niederbessingen wird aufgehoben. Gießen, den 26. September 1914. Grobherzogliches Krcisamt Gießen. _ Dr. 11 i i n a e r. _ Betr.: Ferien. An Die Schulvorstände Des Kreises. Diejenigen von Ihnen, die mit der Anzeige der Herbstfericn noch im Rückstand sind, werden unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 4. Juni l. Js. zur sofortigen Berichterstattung aus- gesordert. Gleichzeitig wird daraus aufmerksam gemacht, daß die mit einer Schulbcsichtigung verbundenen Unkosten, wenn diese infolge der Vernachlässigung der Anzcigepflicht nicht stattfinden kann, dem betreffenden Schulvorstand zur Last fallen. Gießen, den 26. September 1914. Grobherzogliche .Kreisschulkommission Gießen. _ vr. U s in g er. _ Bekanntmachung. Nachstehenden Beschluß des Bundesrotes bringen wir hiermit zur Kenntnis der Jntercssenlen. Gießen, den 26. September 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J.B.: Hechler. Der Bundesrat hat auf Grund des Art. 3 des Gesetzes, betreffend vorübergehende Einfiihrerleichterungen, vom 4. August d. I. (Reichsgesetzblatt Seite 338) für die Dauer des Krieges folgende Abänderungen von Einfuhrverboten und Einsuhrbeschränkungen beschlossen: 1. Der Abs. 1 des §12 des Fleischbeschaugesetzes wird außer Kraft gesetzt. Die Untersuchung des in das Zollinland eingehenden Fleisches in luftdicht verschlossenen Büchsen und ähnlichen Gesäßen, von Würsten und sonstigen Gemengen aus zerkleinertem Fleische bat sich aus die Feststellung einer äußeren guten Beschaffenheit zu beschränken. Die Untersuchung ist bei der Einfuhr (durch dre Zrfflstellen) vorzunehmen. Der Zuführung zu den llntersuchungsstellen bedarf es nicht. 2. Die Ziffer 1 in Abs. 2 a. a. O. wird dahin abgeändert, daß es der M i t e i n fu hr der Organe, soweit sie durch Gesetz oder durch Beschluß des Bundesrats angeordnet ist und des natürlichen Zusammenhanges dieser Organe mit dem Tierkörper Nicht bedarf, ferner, daß der Tierkörper bei Rindern, ausschließlich der Kälber, auch in Viertel zerlegt sein kann. 3. In Ziffer 2 Ws. 2 a. a. O. wird der zweite Satz gestrichen. Pökelfleisch darf demnach auch in Stücken unter 4 kg ein» geführt werden. 4. Soweit nach den vorstehenden, die Einfuhr erleichternden Bestimmungen eine Untersuchung des frischen Fleisches nicht in dem Umfange möglich ist, wie fte in den Aussührungsbestimmungen O zum Fleischbeschaugesrtze vorgeschrieben ist, hat sie nach den allgemein gültigen Grwrdsätzen der wissenschaftlichen Fleischbeschau zu erfolgen. Frische« Fleisch, das danach in aestcnvheitlicher Brztednng zu Bedenken Anlaß gibt, ist, soweit es mcht nach § 181 der Aussührungsbestimmungen O in unschädlicher Weise zu beseitigen ist, von der Emfuh-r zurückzuweisen. _ Bekanntmachung. Betr.: Den Transport französischer Kriegsgefangener. In einigen Städten haben sich bei Einlteferung französischer Kriegsgefangener Vorfälle zugctrogen, welche in »oeitesten Kreisen der Bevölkerung berechtigte Entrüstung hervorriefen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß auch in Gießen französische Kriegsgefangene eingelieiert werden. Es wird nicht erwartet, daß die Bevölkerung sich hierbei unwürdig verhalten wird. Für alle Fälle ist jedoch Vorsorge genossen, daß diejenigen Personen, die unbefugtec Weise sich mit Hilfeleistungen irgendwelcher Art an die Kriegsgcsan- genen herandrängen sollten, mit Namen sestgestellt und wegen gro- ben Unfugs und Erregen öffentlichen Aergernisses angezeigt werden. Auch werden die Rainen dieser Personen rücksichtslos veröffentlicht iverden. Gießen, den 29. September 1914. Großherzogliches Polizeianrk Gießen. H e m m e r d e. Bekanntmachung. Betr: Feldbereinigung Holzl^tm: hier Drainagen. In der Zeit vom 1. bis einschließlich 14. Oktober k. I, liegt auf Gro sch. Bürgermeisterei Holzheim das Projekt über Drainlerung von Grundstücken in den Fluren V und VII der Gemarkung Eberstadt und in den Fluren V und XV der Gemarkung Holzheim zur Einsicht der Beteiligten. Einwendungen hiergegen sind bei Meldung des AusschluffeI innerhalb der obenangegebenen Offen!egnngssrist bei Großh. Büre germeisterei Holzhciin schriftlich effrzursichm und zu begründen« Friedberg, den 24. Llugust 1914. Der Großherzogliche Feldbereinigungskomissäpi Schnitts pah n , Krrisanktmamr. Bekanntmachung. Betr.: Fcldbereinigung Leihgestern: hier die G-reitzregiilierimgen mit Großen-lfinden, Ober-Stcinberg, Watzenborn-Sterw- berg und Schiffenberg. Mit Entschließung vom 11. Juni 1914 hat Großhei«ogk>chetz Ministerium des Innern, Abteilung für Landwrrtsckwfi, Handel und Gewerbe den Ziiteilnngsplan über die den Nachbargemar- kungen Großen-Linden, Ober-Tteinberg, Watzenbosn-Sleiiiberg und Schiffcnberg zugezogenen Gemldstücke aus Grund Wnt Artikel 36 des Feld ber einignngSgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. Juli 1906 für vollziehbar erklärt. Ich bestimme nunmehr als Zeitpunkt der Ausführung (Sigen- tumsÜbergang- den 1. Oktober 1914 und überweise mit Wirkung von diesem Tage den Beteiligten die neuen Grundstücke. Die Uebcrweisnng erfolgt unter folgenden Bedingungen: 1. Meliorationen können aut''den neuen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden. 2. Die beteiligten Grundeigentümer müffen sich etne Berände« rung der Zuteilung gefallen lassen, di« infolge der Ausführung von Meliorationen, der Wlage von Wegrn, Gräben oder aus sonstigen Gründen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig wird. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wrrd dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet beNy, zugeschrieben. Friedberg, den 24. September 1914. Der Grobherzogliche FeldbereinigungskoMiffärk Schnittspahn, Kreisanrtmann. rVucksachen aller Art iraa^' liefert In Jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Biühl’sche Universitäts-Druckerei. Schulstr. 7 Dringende Sitte! Den Linien-, Reserve- und Landwehrtruppen des hiesigen Regiments, sich in schweren Kämpfen heldenmütig geschlagen haben, sollen iu aller rze Liebesgaben auf die rascheste Weise zugeführt werden. Die Bürgerschaft der Stadt Gießen wird hiermit aufgerufen, die in er Linie notwendigsten Liebesgaben, namentlich: Pulswärmer Leibbinden Tabak, Zigarren, Streichhölzer Dauerwurst Schokolade Dörrobst usw. ollene Hemden ollene Unterjacken ollene Sotten lstlappen ans Leinen oder lebertuch,ungesäumt, etwa v Ztm. im Quadrat hlich und möglichst sofort zu spenden. Es wird gebeten, ans den Paketen — namentlich bei Wäsche halt zu vermerken. Annahmestelle der Stadt: Stadtknabenschnle an der Nord-Anlage lich von 8—12 und 2—6 Uhr. Annahmestelle des Roten Kreuzes: Alte Klinik täglich von 8—6 Uhr. Gießen, den 22. September 1914. Ter Oberbürgermeister: Keller. den 10229B ^eignerem vom Roten Kreuz: Wiener. Alicefrauenverein: Frau Gebhardt. :htung! Achtung! Morgen Donnerstag von 8 Uhr an findet irr Verkauf von Zwctfchen und Gemüse auf Braudplatz statt. . 06988 Fr. Huhn. Achtung! Achtung! Ein Waggon irische Aepfel, Zwefschen und Birnen eittgetroffen Vahnhosstraße Sir. 52 , Hüs. ♦ o Für die kältere Jahreszeit q bringe den o Eingang der Henkelten § r Paletots, Ulster, Bozener Mäntel, Capes, O Joppen, Buckskin-Hosen und praktischer X Knabenbekleidung ^ ln empfehlende Erinnerung;. Wahrend der Kriegszeit gewähre auf sämtliche Artikel ^ einen Ausnahmerabatf von 10 %. militärpflichtige S finden große Answahl ln q Unterhosen ohne Naht nach Vorschrift, q! Pelz-Unterhosen, Unter-Jacken, Walk- ^ Jacken, gestrickte Herrenwesten, Hosen- O träger, Taschentücher etc. ^ mein hager in 5ercen«Anzugsstoffen bietet bei reich« haltiger Auswahl die neuesten Ausmusterungen. Q L Z ©H. Kaess üadif.o o 4 W. Born Während des Ileubaues mäusburg 5. 10123a Vermietungen Gutenbergstraße 141 hachl. 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Prof. Dr. Elbs: Aus der Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland und England. Prof. Dr. Krüger: Die rateriändische Dichtung in den grossen Kriegsjahren. Prof. Dr. Leist: Vom Recht der Zukunft. Prof. Dr. Behaghel: Der Krieg im altdeutschen Epos. Prof. Dr. König: Die Verwendung der Naturkrftfte im Kriege. Dezember 3. Prof. Dr. Eck: Der Schotte Carlyle, Deutschland und England. November 5. 12 . 19. 26. Zum Besten von Hinterbliebenen im Felde gefallener Gießener. Eintrittskarten — eine zu 30 Pfg., zehn zu 2,50 Mk. — sind in den Buchhandlungen von Frees, Seitersweg, Koch, Seltersweg, Legier, Süd- Anlage, Schneider, Neuen Baue, sowie Ernst Baiser, Mäusburg und abends an der Kasse zu haben. 1010D Bekanntmachung. Wir suchen für Ausführung von Installationen und Ablesen von Zählern 10113 D tüchtige Elektromontcnre. 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L, 1, 30, 36. 131. 184. 259 „ M. 146, 162, 205, 232, 248, 309, 382, 391 „ N. 36, 54, 84, 126, 189, 212, 216, 246, 261, 326, 386, 528, 049, 683, 680, 719 . . „ 0. 14, 117, 129, 162, 206, 258 ..... „ P. 1, 12, 135, 158. 240, 296, 309, 327 . . b) vom 1894er Anleben: Lit. L. 308, 337 ........... „ M. 439, 455 ........... „ N. 802, 845, 915. 1004, 1053, 1093 .. . , 0. 310, 346, 375 .......... „ P. 417, 426, 496, 600 ....... c) vom 1895er Anleben: Li4 L. 404 ............. „ M. 530 ............. „ N. 1112 ............. „ 0, 493, 4M........... P. 624 über 2000 , » 1000 500 200 100 2000 1000 500 200 100 2000 1000 500 200 100 Die Verzinsung hört mit Ende Dezember 1914 > Die Einlösung kann bei der Stadikafie Gieften und der Mitteldeutschen Kreditbank in Franksurt a, M , Gieften erfolgen. Bon in früheren Jahren ausgelosten Schuldveri» bungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegi tto«. vom 1.893er Anlehcn Lit. N. Nr. 286,829,1069 über ie500° Gieften, den 29. September 1914. Der Oberbürgermeister _ Keller. N» .Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermö: der Firma Carl Stückrath in Giesjen ist' Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderun: Termin auf Monlag, den 19. Oktober 1914, 0 mittags IO 1 /, Uhr, vor dem Großherzoglichen An gericht in Gießen anberaumt. Gießen, den 26. September 1914, ^ Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgeriö .Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermg des Bauunternehmers Heinrich Keßler in An: rod wird nach erfolgter Abhaltung der Schl termins hierdurch aufgehoben. Gießen, den 25. September 1914. 1(a _ Großherzogliches Amtsgericht. Vergebung. Für die Großh. medizinische Klinik, Frau klinik und Klinik für Hautkranke in Gießen soll Wege des öffentlichen Angebots vergeben wer die Lieferung von: 1. 25 Ztr. Acpfeln, 2. 800 Ztr. Speisekartofst 3. 10 Ztr. gelbe Rüben, 4. 10 Ztr. untererdi Kohlrabi, 5. 10 Ztr. Zwiebeln, 6. 2 Ztr. Mi rettich, 7. 35 Ztr. Weißkraut, 8. 10 Ztr. Rotktl 10. 200 St. La: 9. 400 Stück Wirsing, II. 400 St. Sellerie. Die Bedingungen können nachmittags 3—5 Uhr auf dem Vcrwaltungsbureau, M straße 32, eingeschen werden. Verschlossene Angebote und Muster sind trennt mit entsprechender Aufschrift versehen zum Eröffnungstcrmin SRitfrooffi, Den 14. MM 1014, minitt. 11 v bei der Verwaltung einzureichen. Zuschlag erfolgt bis zum 20. Oktober 191 Gießen, den 29. Sevtcmber 1914. Großh, Verwaltungsdirektion der medizinischen Kli Frauenklinik und Klinik für Hautkranke. Voit. 102 Lieferuugsvergebutt! Für die chirurg. Univ.-Klinit in Gießen soll dem Wege öffentlicher Ausschreibung die Lieferung! 600 Ztr. Speisekartoffel, 10 „ Tafeläpfcl, 10 „ Zwiebeln, 8 Roterüben, 10 Gelberüben, 5 „ untererd. Kohlrabi, 4 „ Meerrettich, 200 Stück Rotkraut, 300 Stück Sellerie, 500 Stück Lauch an vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen Werktagen von 3 bis 5 Uhr nachmittags auf Verwaltungsbureau offen. Angebote, verschlossen und mit entsprechet Aufschrift versehen sind mit den Mustern bis , Mittivsch, den 14. Mober I. $3., vormittag 11' abzugcbeu. Die Zuschlagsfrist beträgt 8 Tage. Gießen, den 30. September 1914. Großh. Direktion der chirurg, Univ.-Klinik.^ Poppert. 105 KartoffeMeferrmg. Die Lieferung von ca. 90000 kg 2pe kartoffeln für die hiesige Anstalt soll äffen vergeben werden. 9® Angebote sind verschlossen und mit entsprechet Aufschrift versehen, bis spätestens Lamötag, 10. Lttobkr 1014, uormittogS 10 hierher einzurcichen. In den Angeboten sind Kartoffelsorten zu benennen und die Bedingun die aus dem Geschäftszimmer des Unterzeichn offen liegen, anzuerkennen. Die Proben sind gctn von den Angeboten cinzureichen. Es bleibt behalten, die Lieferung zu teilen. , Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 22. September 1914, Eroßherzoglichc Direktion der Landcs-Hcil- ß' Pflcgeanstalt bei Gießen. I. A.: Lotz, Großh. Hausverwalter. I