kr. 229 Der Sletzener Anzeige» erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich riehenerKamIlienblätter; ,weunal wöchcntt.rlreir- blattsüröenNreirSichen IDienstag und Freitag): zweimal monatl. Lani» virtschastliche Zeitfragen - Ferniprech - Anlchlnssc: iür die Nedaklio» 112, Bcrlag u. Expedition öl Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt (64. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Mittwoch, 30. September 19W Keue Kämpfe auf dem deutschen rechten Zlügel. Beschießung berZortz vonAntwerpen. Erfolgreichesvorgehen derOftarmee. Kückzug der Küssen vor den verbündeten Deutschen und Oesterreichern. vedrangung der Küssen in Mittelasien. tWTB.) Trotzes H a u p t qu a r t i t r , 29. Septemb. r-ends. (Amtlich.) Auf dem rechten Heeresflüqel in Frank- 'eich fanden heute bisher noch unentschiedene Kämpfe statt. (Zn der Front zwischen Oise und Maas herrscht im allgä- nernen Ruhr. Dir im Angriff gegen die Maassorts stehende .Armee schlug erneute französische Vorstöße aus Verdun und Loul zurück. Gestern eröffnctc unsere Bclagerungsartilleric legen einen Teil der Forts von Antwerpen das Feuer. Ein Vorstoß belgischer Kräfte gegen die Einschlicszungslinic ist '.urückgewiesen morden. Im Osten scheiterten russische Vor- tösze. die über den Njemcn gegen das Gouvernement Suwalki -rfolgten. Gegen die Festung Ossowiecz trat gestern schwere Artillerie in Kampf. (WTB. Wien, 29. Lept. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspresseguarticr wird amtlich gemeldet: 29. Sept. mittags. Angesichts der von den verbündeten deutschen und oft erreicht sch-ungarischen Streitkräften eingcleitetcn neuen Operationen find beiderseits der Weichsel rückgängige Bewegun- llen des Feindes im Zuge. Starke russische Kavallerie wurde unsererseits bei Biecz zersprengt. Nördlich der Weichsel werden mehi'ere feindliche Kavallerie- Divisionen vor den verbündeten Armeen hergctriebcn. Der stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H ö f e r, Generalmajor. Eine ganze Fülle von bedeutungsvollen Nachrichten ists heute M verzeichnen, die uns so recht zeigt, welche gewaltigen Umwälzungen sich auf dem Erdball vollziehen. Aus dem Westen günstige Meldungen. Die Kämpfe aus dem '.rechten Flügel unseres Heeres sind zwar, wie aus der amtlichen Meldung hervorgeht, noch unentschieden, ■ aber wir vergleichen damit die wortkargen amtlichen Berichte der Franzosen, die wir durch ein englisches Blatt kennen gelernt haben, und darin heißt es, die Deutschen machten „übermenschliche Anstrengungen", und die Verbündeten zögen sich etwas zurück, machten aber zugleich einen heftigen Ausfall aus Verdun. Man sieht, das stimmt mit der ,dern so wirksame Untcrjtütznng geliehen haben. Es mögen Verschiebungen eingetreten sein, die sich unserer Kenntnis entziehen, besonders, da wir über die Lage in Polen in der letzten Zeit wenig gehört haben. Biecz liegt etwa 40 Kilometer südöstlich von Tharnow, und wenn es heißt, daß beiderseits der . 'eichsel die Russen rückgängige Bewegungen vollziehen, so ,cyeint es sich um sehr bedeutsame strategische Operationen der deutschen und österreichischen Heere zu handeln. Wenn bereits nördlich der Weichsel die Russen fliehen nrüssen, so sbeht es fest, daß sie alle ihre bisher errungenen Erfolge wieder im Stich lassen müssen. Und nun kommt noch hinzu, daß der russische Koloß auch von Mittelasien her bedrängt wird. Persien, das revolutionär zerrüttete Land, wird zwar schwerlich in der Lago sein, sich zu einer einheitlichen Kriegssührung aufzurassen, um die Fremdherrschaft abzuschütteln, allein die Moskowiter werden hier die Früchte ihrer langjährigen Arbeit schließlich schwinden sehen. Bei Jaschkale an der russisch-persischen Grenze sollen schon für die Russen verlustreiche Kämpfe stattgefunden haben, und die Provinz Aserbcidschan, wo statt des russischen Günstlings Samad Khan, ein Gegner der Russen, Gouverneur geworden ist, wird geräumt werden müssen. Der englisch-russische Vertrag Über die Teilung Persiens wird in Stücke zerrissen werden. Auch die Türkei hat aus der neuen Weltlage wieder Mut geschöpft und wird aus der neuesten englischen Herausforderung, die in der Bedrohung eines türkischen Schiffes, das die Dardanellen verlassen wollte, lag, möglicherweise die Konsequenzen ziehen. Wir Deutsche können das alles mit Genugtuung verfolgen, denn diese Ablenkung unserer Feinde wird uns schließlich zugute kommen. Beginnender Rückzug des Feindes. Kopenhagen, 29. Sept. Der Pariser Korrespondent der „Politiken" meldet: Die Deutschen machen übermächtige Anstrengungen, um die Linie der Verbündeten zu durchbrechen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Kämpfe der kommenden Tage auf diesem. Teile der Schlachtlinie für die Entscheidung der ganzen Aisne-Schlacht bestimmend werden. Die Verbündeten ziehen sich etwas zurück, unternehmen aber zugleich einen heftigen Ausfall aus Verdun. Aus Paris meldet dasselbe Blatt: Der Kampf ist in den letzten Tagen mit verdoppelter Heftigkeit in der ganzen UmgegendvonRohon ausgenommen worden. Die Militärzensur unterdrückt sämtliche Einzelheiten. Tie eingeleitete Aktion hat schnell! einen unerhört großen Umsang angenommen. Vielleicht werden wir gezwungen, einige weniger wichtige (?) Punkte aufzugeben. Ter französische Nmsassungsversuch. Rotterdam, 29. Sept. Wie aus London gemeldet wird, geben die englischen Zeitungskorrespondenten in Frankreich zu, daß die Umgehung des deutschen rechten Flügels vorläufig mißlungen ist. (Berl. Tagebl.) Die Belagerung von Antwerpen. R o m, 29. Sept. Die Mittagsblätter aus London bestätigen alle Berichte, wonach die Deutschen Antwerpen abgeschnitten haben und die Belagerungsaktion bevor st e h t. Rotterdam, 29. Sept. Bon der Südgrenze wird gemeldet, daß die Deutschen sowohl östlich als westlich von Antwerpen nach Norden vorgerückt sind. Genf, 29. Sept. Nach einem amtlichen belgischen Bericht aus Antwerpen sind deutsche Truppenabteilungen, bestehend aus einer Infanterie-Brigade, 2 Kavallerie-Regimentern und 6 Batterien Artillerie, davon 2 Batterien schwerer Artillerie, im Marsch begriffen auf Termonde über A l o st mit belgischen Truppen zusammengestoßen. Gestern beschossen die Deutschen Mecheln und unternahmen mit außerordentlich starken Kräften eine allgemeine Bewegung auf die feindliche Fron t zwischen Mecheln und Alost, wo es zum Kampf mit einer belgischen Kavalleriedivision kam. Durch die Beschießung hat der Bahnhof von Mecheln sehr gelitten. Viele Häuser sind eingestürzt: andere stehen in Flammen. Englands Kolonialtruppen. London, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Premierminister Asquith sagte in einer Rede in Dublin, er glaube, das erste indische Kontingent werde heute in Marseille landen. In allen Kolonien sammelten sich Kontingente. In Großbritannien hätten sich 500000 Mann unter die Fahnen gesammelt. Ter ausgezeichnete deutsche Lustdienft. Mailand, 29. Sept. Der „Secolo" meldet ans Paris: Der Korrespondent des „Journal" in Bordeaux hatte eine Unterredung mit einem bekannten französischen Flieger. „Meines Erachtens," sagte dieser, „hat man die Aufgabe der Aeroplane nicht voll zu verwerten gewußt. Die Deutschen dagegen haben uns wirklich überrascht, weil sie in aller Stille die Luftflotte herrlich orga nisiert haben. Die Flieger lvaren zahlreicher, als man annehmen konnte, nnd hatten gute Apparate zur Verfügung. So konnten die Deutschen von Anfang an einett großartigen Dienst der Vorausforschung organisieren. Sie beobachteten zur Nachtzeit die Stellungen unserer Truppen, und beim Morgengrauen war die Wirkung ihrer schweren Artillerie verheerend und furchtbar." Haag, 29. Sept. Am Samstag warf eine Taube zlvei Bomben über Dueffel, die aber ins Wasser fielen und keinen Schaden anrichtetcn. Nach der „Nieuwe Dgazet" war die Zerstörung der Antwerpener Wasserleitung geplant gewesen. Am Freitag ließ ein deutscher Flieger über Calais und Bonlogne Bomben fallen, die angeblich nur unbedeutenden Schaden anrichteten. (Boss. Ztg.> * . * Tie Sperrung der Dardanellen. Konstantinopel, 29. Sept. (W.B. Nichtamtlich.) Die Hafenpräfektnr teilt amtlich mit, daß die Dardanellen heute früh gesperrt worden sind, da die Notwendigkeit dieser Mahregel erkannt worden sei. Kein Schiff werde demnach in die Dardanellen einlaufen oder dieselben verlassen können. Konstantinopel, 29. Septemb. (WTB.) „Tertschu- man-i-Hakikat" tadelt lebhaft dieHaltungderTriple- Entente, die, während die T ü r k e i ihre Neutralität proklamierte, statt auch ihrerseits die Neutralität gegenüber der Türkei zu wahren, den Versuch macht, die Nachbarn der Türkei und die Muselmanen in ihren eigenen Ländern ge- gendieTürkei aufzuhetzen und die unter den Muselmanen in ihren Ländern durch falsche Nachrichten gegen die Türkei und das Kalifat wühle. Die Türkei müsse auf der Hut sein. Das Blatt hebt schließlich hervor, daß zwischen den Treibereien des Vorsitzenden des englischen Balkan komitees, Buxtons, welcher im Namen des Na- tionalitätcnprinzips Bulgarien zu gewinnen versuche und der Haltung der Engländer in A e g y p t e n, welche die arabische Nationalität zertreten und die arabischen Parteiführer gezwungen haben, oder sie zu Zwangsausenthalt verurteilten, ein Widerspruch bestehe. Wien, ,29. Sept. (W.W. Nichtamtlich.) Die „Südslawische Korrespondenz" meldet aus K o n st an t i n o p el: Eine von dem deutschen Botschaster gezeichnete Erklärung stellt fest, daß nirgends deutscher Boden noch im Besitz französischer Truppen sei, daß in Belgien völlige Ordnung herrsche, und schildert ferner die Niederlagen der russischen Armeen in Ostpreußen. Wien, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Tie „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Konstantinvpel: Eine Sonderausgabe der angesehenen arabischen Zeitung „Al Adel" beklagt sich darüber, daß die englische Regierung Aegypten vollständig isoliert habe, die Prinzen des Landes zum grössten Teil in Gefangenschaft halte und indische Truppen nach Aemzpten gebracht habe. Aegypten gehöre ganz und gar der Türkei. England habe es zu räumen und werde als der größte Feind des Islams heute seinen Lohn finden. Russisch-persische Zusammenstöße. Konstantinopel, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Jkdam" erfährt, hat zwischen den Russen und dem persischen Stamme der Kardar ein Zusammenstoß stattgefunden. Ter Angriff der Russen ist abgeschlagen worden, ein Offizier und 20 Soldaten getötet. Derselbe Stamm nahm den Scheich von Barzam und seine Anhänger sest, alles russische Parteigänger, die vor längerer Zeit geflüchtet waren, und lieferte sie den türkischen Behörden ab. Aus persischen Blättern übernimmt der „Jkdam" folgende Meldungen : Die Russen ziehen sich aus Persien zurück. Tie russischen Kosaken sind aus Mesched über Aschabad angerückt, haben aber einen Teil ihrer Waffen, Kanonen und Munitton zurückgelassen. Die Russen haben aus Angst vor der Revolution über alle von Muselmanen bewohnten Gebiete Rußlands den Belagerungszustand verhängt. — Die Nachricht, daß die Russen von den Oesterreichern und Deutschen geschlagen worden sind, hat eine heftige Strömung gegen Rußland hervorgerufen. In T u r k e st a n dauert der Transport von Truvven nach Rußland fort, der Post- und Handelsverkehr ist eingestellt. Tie Russen verstärken die Befestigungen an der afghanischen Grenze bei Kuschk. Tie Afghanen haben den Hügel angegriffen, der den nach Afghanistan führenden russischen Tunnel beherrscht ^.er -vunnel soll eingestürzt und mehrere Russen darin verschüttet sein. Der Emir von Afghanistan entsandte 180000 Mann an die Grenze von Tur- kestan, diese Truppen sollen noch verstärkt werden. Die Russe» sollen auch befürchten, daß die Perserprovinzen Aserbeidschan und C h o r a s s a n gegen sie marschieren würden. Konstantinopel, 29. Sept. (W.B. NicktamtliL) Nachrichten aus hiesigen liberalen Kreisen zufolge mmai Ixr (SkittrcrigoHWrnnrr von Aserbeidschmi, der berüchtigt» Sam ad Khan, ein Parteigänger Rußlands, abgesetzt und durch den jüngeren Bruder des Schahs, den Thron fokger Mehmed Hassan Mirza, ersetzt. Dem neuen Generalgouverneur wird der ehemalige Walt von Kennen schätz, Prinz Ferman Fernra, zur Seite gestellt werden. Die britische Admiralität in Verlegenheit. Stockholm, 29. Sept. Dem „Aftenbladct" wird aus London gemeldet: Die britische Admiralität erklärt, a% die Forderung, daß Helgoland angegriffen und rfo ein Weg gebahnt werden solle, unmöglich erfüllt werden könnte. Der Borwurf, daß die Flotte sich untätig verhalte, sei ungerecht. Um aber den Forderungen des Volkes in gewisser Hinsicht entgegenzukommen, sei eine gründliche und systematische Razzia mit kleinen Kreuzern, Torpedos und Unterseebooten eingeleitet worden. Vom Kreuzer „Emden". L-o-udv n, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich!.) Die „Mor- ttingpost" meldet aus Kalkutta: Der deutsche Kreuzer „Einbert" ankerte am Donnerstag friih in der Nähe von Pond ich e r y und Verschvand später. Roch eine Auszeichnung für Kapitänleutuant Wcddigen D r e s d e n, 29. Sept. (WTB. Nichamtlich.) Der König hat dem Kapitänleutnant W e d d i g e n des „II9" das Ritterkreuz des Militäv-St.-Heinrichsordens verliehen und zwei weiteren Angehörigen der Besatzung andere sächsische Auszeichnungen. Die „Hölle von Soissons". Luigi B a r z i n i setzt im „Corriere" seine Kriegsberichte fort und schildert die furchtbare deutsche Kanonade in der Gegend von Soissons. Er kam von Süden her aus die Aisne zu: Da hiuten fließt die Aisne. Unterhalb von Soissons bereitet sich ein Ueber- gang vor und die deutsch Artillerie such vom anderen Flußuser das Vorrücken zu hindern. Da ist die Schlacht noch im Zustande der Vorbereitung, der Erwartung. Bei Soissons ist die Hölle. Da hinten wbt die Kanonade ohne Pause. Der Donner der Kanonenschüsse ist unaufhörlich. Man erkennt das heftige, metallisch Krachn der Granaten und das tiefe ferne Brüllen der Kanonen. Die Banmreihen an der Straße umralMkm das Panorama der Stadt, deren Dächr hinter einer grünen Barre aut- tauchn, und zwischen ihnen reckt sich kühn und prächtig der Turm der Kathedrale empor. Unendlich Rauchschioaden wallen einher, werden vom Wind umhergetricben, ballen sich zu gewaltigen Wolken zusammen, schwinden dahin und erstehen von neuem. Von diesem Wolkenmeer hebt sich Soissons, die altsranzösische Stadt, mit ihren Giebeln und Dächern ab. Von Zeit zu Zeit verschwindet sie völlig im Rauch. Wir rücken weiter vor. Nirgends sind mehr Truppen, nirgends Wagen: die Straße ist einsam. An einer lleinen Brücke stehen zwei Generale mit ihrem Stabe, wartend aut das Geländer gelehnt. Es sind Divisionsgeneral Drude und der Brigadegenerat Ditte. Sic sprechen ruhig miteinander. „Wie ist die Lage, Herr General," trage ich den General Ditte, durch seine wohlwollende Miene ermutigt. „Um den Ucbergang über die Aisne aus der Brücke in Soissons zu verhindern, bombardieren die Deutsch» die Stadt regelmäßig und svüematisch. Sie unterhalten sich damit, sie zu zerstören. Sie haben ihre schwere Artillerie etwa 7 Kilometer vom Flusse aufgestellt, und um sie zu vertreiben, müßte man oberhalb und unterhalb den Fluß überschreiten und sie umfassen. Das ist ihre — übrigens sehr gute — Art des Rückzuges. Das Gelände eignet sich vortrefflich für diese Taktik, also . . . warten wir. Wir sind schon seit gestern abend hier. Die Engländer haben bei Bille- ncuve schwere Artillerie ausgestellt, und ich denke, daß sie schon das Feuer begonnen haben." Schüsse in der Nähe verkünden in der Tat, daß die „Lang Toms" ihre Arbeit begonnen haben. Mer sogleich schckt sich eine deutsch Batterie au, sie mit ver- zweiseller Gewalt auszusuchn, und es entsteht ein furchtbarer Lärm von Explosionen, und dichte Wolken von Rauch steigen aus dem Tale auf . . Das ' Bombardement der Stadt geht unaufhörlich weiter: drei oder vier Batterien vereinigen ihre Wirkung auf die Häuser. Soissons ist schn beinahe von Truppen geleert. „Kann man weiter vor?" fragen wir den General Ditte. „Gewiß, man muß nur die Schüsse beobachten und ft* danach richten. Die Deutsch» wechseln nich nach jedem Schuß das Ziel. Wenn sic mit der Beschießung einer Stelle begonnen haben, bleiben sie ein paar Minuten dabei. Man kann daher die tödlich Zone vermeiden. . ." Der Weg geht durch blühende Gärten, über erneu kreisförmigen Platz mit einem Denkmal, und von dieser Seite bietet Soissons keinen außergewöhnlichen Eindruck. Man braucht aber nur einige Schrille nach der Hauptstraße zu tun: da sieht alles aus, als ob ein Erdbeben gewütet hätte, ein Erdbeben, das Stück für Stück, Winkel für Winkel, Dach für Dach, alles verwüstet hat. Man geht über Schutthaufen, über Ziegelsteine, über Fensterratzmen, über Hausrat, der aus den Fenstern geworfen worden ist. Die Granaten tzabeu die Dächr weggefegt, als hätten Kartenhäuser dagestanden. Unten in der Stadt brennt eine lange Reihe von Häusern, und der Brand schreitet unter der Wirkung beä Windes fort. Ungeheure Wolken durchziehen die Straßen, Branh- rauch, der sich mit dem Rauch der Geschosse und dem Staub der zertrümmerten Häuser misch. Die Bevölkerung ist nicht vollständig geflohen: die Leute sitzen in den Kellern, und wenn wzi- fchen den Kanonenschüssen eine Pause cintritt, stecken sie den Kopt heraus oder kommen auch wohl aus die Sttaßc. Wenn mau aber das Eleheul der über die Stadt hinwegsausenden Granaten hört, drückt mau sich unwillkürlich an die Wand. Plötzlich klingt aus nächster Nähe Gcwehrscuer. Gewehrfeuer?, nein, es sind ein paar Turkos, die sich einen Spaß machen: sic sind beauftragt, die Verwundeten einzusammeln, schleichen Miln an den Mauern entlang und werfen von Zeit zu Zell zum Vergnügen große Knallerbsen aus den Boden, die sie aus einem geplünderten Geschäft mitgenommen haben. Bum, bum! sie lochen und llatschen, als sei es ein glänzender Witz! Die prachtvolle Kathedrale von Soissons wird von Zell zu Zeit von Rauchwolken eingehüllt, aber e s s che int, als ob die Schüsse vor ihr Achtung haben. Nur einmal trifft eine Granate ein 'Baugerüst für die ?lusbcsserungsarbeiten. Ter Tag neigt sich seinem Ende zu: das Feuer der deutschen Geschütze wird immer heftiger. Offenbar haben die Deutschen genug Munition: pausenlos donnern die Kanonen. „Sie lassen keinen Stein aus dem anderen," bemerkt der General Ditte mtt unerschütterlicher Ruhe. Der erste Pom- le M^rite für einen Leutnant. Wie berichtet, ist der Leutnant OttovonderLinde .vom 5. GardesRegiment zu Fuß. ein Sohn des Potsdamer ilAmtsgerichtsrats von der Linde, der erste preußische Leutnant, der seit 1866 den „Pour le Märite" verdient hat. Leutnant von der Linde hat die Auszeichnung dadurch erworben, daß er mit einem Handstreich am 24. August das Fort Malonne, das zum Fortgürtel von Namur gehört und völlig unbeschossen war, mit vier Mann in deutschen Besitz brachte. Der 22jährige Offizier schildert |in einem Briefe an seine Eltern diesen Handstreich in folgenden Worten: „Ich mußte mtt 500 Mann auf ungedecktem Gelände auf das Fort losgehen. Ueberall starrten mtt Schießscharten entgegen, aus denen jede Sekunde es losknallen könnte, und wenn das nicht, so kmmte ich aus eine der vielen Minen, die ringsherum (agrtt] treten. Von allen Offizieren, die sich sreiwttlig dazu gemeldet hatten, wurde ich ausgesucht. Ich nahm von meinem Zug nur vier Mann mtt, und im G..nsemarsch näherten wir uns dem Fort. Heran konnte ich selbst nicht, weil die Brücke über den großen Wassergraben zurückgezogen war. Als der Kommandant nns bemerkte, ttef sch ihn an und redete ihm vor, daß ein ganzes Regiment und Artillerie draußen im Walde stünde und das Feuer sofort erössnet würde, wenn noch eine Attnute mtt der Ucber- gabc gcwattet würde. Der Kommandant ließ die Brücke herunter, and imv betraten das stark befestigte Fort. Ich ließ jeden einzeln, vortretcn. Wir untersuchten sie. Die Waffen mußten sie im Fort lassen. Meine vier Leute hatten das Gewehr im Anschlag. Der KommandaM vom Fvtt Malonne übergab mtt seinen Säbel. Dann ließ ich die Belgier in eine Ecke treten, damtt sie nicht sehen konnten, wer heran käme. Neben dem Kommandanten nahm ich 5 Ossizierc und 20 Mann gefangen: die übrigen 400 waren schon geflohen. Ich ließ nun meinen Zug Nachkommen. Die Gesichter der belgischen Offiziere hättet Ihr sehen sollen, als sie nachher unsere geringe Anzahl sahen. Ich holte die belgische Flagge her- uitter, und meine Leute verserttgtcn aus einer belgischen Hose, einein Hemd und einer französischen Bauchbinde eine deutsche Fahne und hißten sie. Vorher hatten wir den Weinkeller ausgemacht und ließen beim Ausziehen der Fahne ein paar Sektstaschen knallen. Bis zur Ablösung mußte ich das Fort, das gänzlich unbeschosien war, besetzt halten. Ich erbeutete vier schwere 21-Zenttmeter-Ka- nonen und eine Anzahl lleinerer Kaliber, über 100 Gewehre uttb Pistolen, 500 Granaten und mehrere tausend Gewehrvattonen. ^cch wurde erst an, nächsten Morgen abgelöst. Wir schtvelgteu inzwischen in den groben Mengen aufgestapelter Vorräte." Leutnant von der Linde hat seinen Eltern den Degen des Kommandanten und die Fahne des Forts Malonne als Siegcstrophäe geschickt. Die Verleihung des Ordens Pour le Mo rite wurde den Eltern am Freitag durch das folgende Telegramm mttgeteilt: „Pour le Msrite bekommen. 5. Garde-Regiinent." * * * Tie Kämpfe mit den Serben. Wien, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener K. K. Korr.-Bur. Von serbischer Seite ist in den letzten Tagen im Auslande die Behauptung in Umlauf gesetzt worden, daß die Serben bei Krupanj einen Sieg errungen hätten. Zur Widerlegung dieser Behauptniig genügt es, die Tatsachen der damaligen Lage kurz zu schildern: Die österrcichisch-amgarischen Truppen überschritten trotz heftiger Gegenwehr bei Beginn der Offensive die Drina. Sie stehen auch heute durchweg auf serbischem Gebiet. Besonders südöstlich Krupanj und Losniza mußten die stark verschanzten serbischen Stellungen als erstes Operationsziel nach mehrtägigen harten Kämpfen von den österreichischen Truppen genommen werden. Hierbei eroberte n w i r 14 Ge s ch ü tz e, die bereits nach der Landeshauptstadt unterwegs sind: die Gefangenen befinden sich auf dem Wege nach verschiedenen Provinzstädten. Unsere Truppen halten auch henke die eroberten Höhen. Sechs serbische Divisionen, und zwar die beiden Drina-Tivi- sionen, das zweite Aufgebot der Morawa-Divisron, eine ans überzähligen Regimentern zusammen gestellte Division, die von der Save zugeschobene Donau-Division des ersten Aufgebots und Teile der Donau-Division ' zweiten Aufgebots sowie zahlreiche Ersatztrnppen und Truppen dritten Aufgebots versuchen, wtt aus den Aussagen zahlreicher Gefangener und Ueberlänfer festgestellt wurde, durch unausgesetzte Angriffe bei Tag und Nacht vergeblich, die Höhen wieder in Besitz zu nehmen. Die Ber- luste der von den Offizieren mit dem Revolver vorgetriebenen serbischen Aufgebote sind ungeheuer. Fn den letzten Tagen haben die Serben zu einem neuen Mittel gegriffen, um die Widerstandskraft unserer zum Teil aus Suüslaweu bestehenden Regimenter zu sc^vachen, indem sic vor dem Angriff die kroatische Hymne anstimmten; wohlgezieltes Salvenfeuer war die Antwort unserer Truppen. Die Neutralität Italiens. Rom, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Laut „Agenzia Stefani" veröffentlicht das Amtsblatt eine Bekanntmachung, welche die Bürger, die militärische Dienste in den kriegführenden Armeen angenommen haben, anzunehmen beabsichfigen oder auf irgend eine Weise Verletzungen der Neutralität fördern, davon in 'Kenntnis setzt, dah derartige Handlungen, die im Widerspruch stehen zu den Pflichten, die den Bürgern durch die Neutralität des Staates auferlcgt sind, von derRegierungnichtge- billigt werden. Tic Regierung erinnert in bester Absicht daran, daß diese .Handlungen die Bürger nicht nur des Rechts berauben, sich auf ihre Eigenschaft als Untertanen eines neutralen Staates zu berufen, sondern daß sie sich auch den im Strafgesetzbuch und in dem Gesetz über die staatsbürgerlichen Rechte vorgesehenen Strafen aussetzen. In den letzten Tagen macht sich eine gerechtereundi besonnenere Sprache Deutschland gegenüber in der hiesigen Presse bemerkbar, obgleich natürlich gewisse italienische Organe auch jetzt noch den Text ihrer Auslaffun- gen besttmmten verpflichtenden Rücksichten anpassen müssen. Im „Giornale dkJtalia" findet inan jetzt täglich offene Briefe von verschiedenen Seiten, die gegen Ueberttnsibuivgen und besonders gegen die Reims-Hetze Stellung nehmen und die deutsche Kultur gegen den Vorwurf der Barbarei verwahren. So schreibt heute der frühere Unterstaatssekretär der schönen Künste, Alfonso Lucifero, zunächst müsse man verbieten, daß Städte mit besonderen Baudenkmälern be- fessigt werden, dann kämen sie auch nicht in die Gefahr, beschossen zu werden. Man könne nicht verlangen, daß, wenn man Geschütze im Schutze der Baudenkmäler aufstelle, der Feind die feindlichen mörderischen Batterien aus Verehrung für die Schönheit des Baudenkmals schont. Ferner findet sich im „Giornale" ein deutsch-freundlicher Brief von Cesare de Tollt und dem Advokaten Ernesto Ascenzi. — Die „Tri- buna" bringt einen Brief des Kommunalassessors, Ingenieurs Sprega, der zunächst hervorhebt, daß der größte Teil der Baudenkmäler nicht zerstört und daß ferner die Jnternasionale Associazione mtt ihrem internationalen Charakter am wenigsten der Ort für Proteste sei, durch welche doch eigene Mitglieder mit betroffen würden. Schließlich erinnert Sprega an die Haltung Frankreichs während der Ma- nuba-Affäre und an die heftigen und hochmüsigen Worte in einer französischen Kammersitzung, dae der damalige Minister des Aeußern und jetzige Präsident gegen Italien gebraucht hat. _ Au§ dem Reiche. Berlin, 29. Sept. Unter den Frauen und Mädchen, die beim Ausbruch des Krieges sich in den Dienst des Vaterlandes steltten, befindet sich auch Fräulein von Bcthmann Holl- wcg. Während ihr Vater im Hauptguartter des Kaisers wellt, befindet sich das junge Mädchen tu dem Krankenhaus „Bethanien" bei Sttndal und hilft hier bei der Pflege der Verwundeten, nachdem »ic die vorgeschriebenc Prüfung abgelegt hat. Unter den anderen Krankenschwestern dieses Krankenhauses ist auch eine Herzogin von Schleswig-Holstein. Hannover, 28. Sept. Ten» „Hannover'schen Courier" zufolge hat gestern in Wtttmund die mttionalliberale Bertrauens- männerversammlung im Wahlkreis Aurich—Wittmund für den verstorbenen Wgeordneten Semler den früheren Reichstagsabgeordneten Dr. Stresemaun als natttnalliberalen Kandidaten aufgestellt. Oldenburg, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.> Der Groß Herzog hat eine Kriegsauszeichnung jttt Offiziere und Mannschaften tm Felde gelttftet, sowie für diejenigen, die zur Lm. derung der Kriegsleiden in der Heimat beigettagen haben, (jj nennt die Auszeichnung „Frirdrich-August-Kreuz". Es wird j» zwei Klassen verliehen und am Bande getragen. Mülhausen i. E., 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Staatz. iettetär v. Rödern ist in Begleitung des Bczirkspräsiücnteu »*» Puttkammer zum Besuch« der in den Lazaretten des Oberelsir liegenden Verwundeten und zur Besichtigung der durch die Kämpst im Oberelsaß verursachttn Schäden hier eingetroffen. Eine Hjw, aktton in großem Maßstabe ist eingelettet worden. M ünster i. W., 29. Sept. Die stir die diesjährige Kat ho. l i k c n v e r s a ni m l ii n g ans den» Neuplatz in Münster errichtet, Riesenhalle wird, da die Tagung wegen des Krieges aus fällt derzeit abgebrochen. Deutsche Kolcnicm Duala besetzt. Paris, 29. Sevt. (W. B. Nichtamtlich.) Aus Bor. d c a u x wird gemeldet: Eine französisch-englische Er. V e d i t i o n , die von französischen und englischen Kriegsschiffs, begleitet war, besonders von dem englischen Kreuzer „Cumberland" und dem sianzösischen Kreuzer „Drnix", ist in Kamerun gx. landet. Duala ist ohne Kampf besetzt worden. Daß die offenen Hafcnvlätzc unserer Kolonien gegen über, legene feindliche Kräfte nicht zu halten sein würden, war von vorne herein anzunehmen. Au» Stadt und Land» Gießen, 30. September 1914, Aus dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Muskctter Johann Lambert h, Inf.-Rgt. 117 und Land- wchrmann Daniel Lamberth, Inf.-Rgt. 118 aus Ludwigshöh, bei Mainz. — Unteroff. d. Res. Julius Schloß, Inf.-Rgt. U8 aus Mainz. — Res. Heinr. Tannhäuser, Inf.-Rgt. 118 aus Worms. — Res. Ernst Behrend aus Wiesbaden. — Hmiptniann Franz Haß, Inf.-Rgt. 91 in Wiesbaden. — Offiz.-Stcllv. Aus. Heckel, Inf.-Rgt. 80 aus Biebrich. — Oberlt. d. Res. und Land wirtschaftslehrer Dr. Karl B o g e l e y, Inf.-Rgt. 36 aus Worms. — Res. Fritz Hoch aus Worms. Auszug aus der Verlustliste. (Angehöttge des Infanterie-Regiments Nr. 118 (Worms) aus Oberhessen.) Musk. Sali Bracher, Wenings, Kr. Büdingen, vrrm. — Res. Valentin Quanz, Bernshansen, Kr. Lauterbach, verm. — Musk Wilhelm Rupp, Msfeld, verm. — Musk. Heinr. Vier heller, Hergen» Hain, Kr. Schotten, verm. — Musk. Heinrich Nies, Rinderbügrn, verw. — Musk. Ferdinand Adam König, Obermörlcn, verw. * Trinker-Fürsorgestelle lür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Donnerstag abend 8 bi; 7h, Uhr. *• Ihre Königlich e Hoheit die Großherzogh, hat telegraphisch ihren Dank für die vom Roten Kreuz ab- geschickte reichhaltige Liebcsgabensendung ausgesprochen und gebeten, den patriotischen Spendern ihren Dank übermitteln zu wollen. ** Neue Schnellzüge. Abi. Oktober verkehren aus der Strecke Frankfurt — Hannover folgende D-Züge: Nr. 77, Gießen an 5,56, ab nach Hannover 6,00 nachmittags: Nr. 78 Gießen an 12,23, ab nach Frankfurt 12,28 mittags. ** Das eiserne Kreuz. Von Gicßener Offizieren wurden ferner mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: Dir .Hauptlruir Claus und v. Pentz. — Wetter erhielten das Eiserne Krem: Oberleut. d. Res. u. Regimentsadjutant Domänenpächter Fritz R u o s s und Leutn. Ferd. Weber, Sohn des Forstmeisters Dr. Weber in Konradsdorf bei Ottenberg und Fürst zu Leiningen, Standesherr im Großherzogtum Hesien. ** Das erste Konzert ehemaliger hiesiger Re« gimentsmusiker und anderer Herren findet am kommenden Sonntag auf der Liebigshöhe statt. Der gesamte Erlös des Konzertes soll bedürftigen Hinterbliebenen im Kriege gefallener Gießener zufallen und wird zu zweckentsprechender Verteilung der Bürgermeisterei überwiesen. Der lleine Einttittspreis, der wohltätige Zweck und das reichhalttge Programm rechtfertigen einen zahlreichen Besuch, der im Interesse des guten Zweckes, dem das Konzert dient, auch sehr wünschenswett erscheint. (Siehe die Anzeige im heuttgen Blatte.) ** Deutsche Missionen weisen englische Anerbietungen zur Hilfe zurück. Kurz nach Ausbruch des Krieges beschlossen englische Christen und Ms- sionsfreuude, offenbar unter deni Eindruck der öffentlich verbreiteten Lügen über eine Revolution und den völligen Zusammenbruch in Deutschland und in der Erwartung, daß der Krieg für Deutschland mit einer schweren Niederlage enden werde, Sammlungen zu veranstalten, um die konttncntalen Missionsgesellschaften zu unterstützen. Die Berliner Missions gesellscl>aft, die hiervon auf dem Umweg über das neutrale Ausland benachrichtigt umrdc, erwiderte jm Einverständnis mit der Goßncrschen Mission,, daß sie durchaus nicht in der Lage sei, irgendwelche Unterstützungen von englischer Seite auzunehmen. Das siegreiche Deutschland ersieue sich so wohlgeordneter und befestigter Verhältnisse, daß. es seinen Aufgaben, auch seinen Missionsaufgaben, ohne siemde Mithilfe gewachsen sei, aber auch wenn in Deutschlanddie bitterste Notlagebest ände, würden die deutschen Christen zurzeit englische Unterstützungen unter allen Umständen ablehnen müssen: dagegen sei die wegen ihrer vortrefflichen Arbeit auch in Deutschland geschätzte Pariser protestantische Missionsgescllschaft durch die furchtbare Niederlage Frankreichs in ihren Lebeusbedingungen so schwer bedroht, daß die deutschen Christen nur anheim geben könnten, den Ertrag jener Sammlimg restlos ihr zuzuführcn. Es ist auzunehmen, daß die übrigen deutschen Missionsgesellschaften sich dieser Anttvort der Berliner und Goßuerschcu Mission einmütig crnscbließen werden. Die öffentliche Meinung wird dieser Haltung nur bei stimmen. Es ist unvermeidlich^ daß mit unserem gesamten Volksleben, und insbesondere mit allen aus Mitteln der freien Liebestätigkcil sich erhaltenden Unternehmungen, auch die christlichen Missionen, jetzt empfindliche Einschränkungen erleiden. Aber unser Volk wird sie um so lieber durch die Kriegszeit hindurchbriugen und ihnen nach hergestcllteni: Frieden wieder aufhelfen, je mehr es erkennt,' baß auch die deuffchen Missionen zu seinem eigensten Besitz gehören. ** Be t r. Liebesgaben. Das stellvertretende Generalkommando ersucht um Aufnahme folgender Mitteilung: „Es sind mehrfach Anträge beim stellvertretenden Gencral-- tttmmando eingegangen, in welchen.gebeten wurde, Liebesgaben für besttmmte Truppenteile in Personenautos mi- mtttelbar in das Operattonsgebiet zu befördern. Eine solche Beförderung darf bcsttmmungsgemäß nur durch Vermittelung der Annahmestelle des Roten Kreuzes für Liebesgaben für die Truppen in Frankfurt a. M., Theaterplatz 14, erfolgen. Derarttge Anträge sind mttknn an die genanntt Stelle unmittelbar zu richten. Letztere sord.-rt vom Generalkommando die für die Transporte erforderlichen Bcnzob mengen an. Das Begleitpersonal der Automobile und diese selbst muffen durch die Antragsteller zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidung über Geeignetheit dieses Begleitpersonals untersteht der Annahmestelle des Roten Kreuzt 1° / l ».• k- ! i S 1 I t l\ ii Ai in 4 - Liebesgaben für die Trappe», welche auch die ersorder- n Fahrtausweise auszustelkn hat. Das Generalkom- m do verfehlt aber nicht, darauf aufmerksam zu machen, pt diese Art der Beförderung von vielen Zufälligkeiten ab- ? , ft und daß keinerlei Gewähr dafür übernommen werden l> i, das; diese Automobile iwer das Etapyengcbiet hinaus jo en dürsen. Als sicherstes Beförderungsinittcl für Liebes- g ; n sind nach wie vor die vorn 28. September an frei« 8 'denen Sendungen durch Vermittelung der Jmmobilen- W apen-Kominandanturen Skr. 2 in Frankfurt a. M.-Süd, ft! :lerer Hasenpfad 5, und Nr. 3 in Darmstadt, Postamt Ih enntzen. t > IM FELDE erwarten unsere Angehörigen aus der Heimat Nachrichten über die Vorgänge daselbst und über die Ereignisse und Fortschritte auf den Kriegsschauplätzen. Durch die regelmäßige Uebersendung des Gießener Anzeigers kann mancher lebhafte Wunsch erfüllt werden. Die Nachsendung des Gießener Anzeigers ins Feld erfolgt am zweckmäßigsten durch die Post. Man bestelle ihn deshalb bei den zuständigen Postämtern vom I. Oktober an unter genauer Angabe des Namens, des Armeekorps, der Division, des Regiments un d der Kompagnie. Außer dem üblichen Bezugspreis E erhebt die Post nur eine monatliche Umschlaggebühr von 40 Pfennig. Bestellungen nimmt außerdem entgegen die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. . W __y ** Trauerfeier für Rechtsanwalt Kaufmann, dem sinnig geschmückten Konfirmondmrsaal der Markusgememd« cde am Dienstag abend die von dem Verein ehemaliger 6 c r zum Gedächtnis seines ersten Vorrtzenden, Rechtsanwalt ct Kaufmann, veranstaltete Trauerseier abgehalten. Rach ingung des Lutherliedes „Eine sestc Burg ist unser Gott" hielt zweite Vorsitzende, Obertelegraphenassistenl R e i tz eine An- ache, in der er in trefflichen Worten die Verdienste des Ge- enen um den Verein, wie seine stete Hilfsbereitschaft für die neraden hervorhob. Der Verein werde seinem ersten Vor- 'nden ein dauerndes Angedenken bewahren, ebenso dem gefalle» c anderen Kameraden Klein, Happel und Hütten» r g e r. Die Gedächtnisrede hielt Psarrer Schwabe unter grnndelegung des Textes: ..geben nnr des Herrn" usw. Pfarrer iwabe zeichnete ein treffliches Bild der Dabingcschiedenen und rer Verdienste um den Verein und seine Mitbürger, seine Be- >ung in Rede und Schrift, seine liebevolle Hingabe als Gotte ) Vater, und seine unbegrenzte Vaterlandsliebe Trauern soll- wir um die für das Vaterland Gesallenen, aber nicht lammern > verzogen, die um das Höchste auS dieser Welt Gegangenes rden fortleben in imserem Gedächtnis. Der Herr Pfarrer gab Hoffnung Ausdruck, daß die Opfer, die zur Verteidigung des lterland gebracht wurden, die nicht umsonst gebracht worden, daß Früchte tragen zum dauernden Frieden und zum Heile des irschen Volkes. Mit Gebet und Segen wurde die Gedächtnis» er geschlossen. ** Gichener freiwillige Feuerwehr. Am Mon- i fand die letzte diesjährige Uebung statt, die nicht gut bebt war, da nach der leiden Einberufung 45 Mitglieder zum ilitärdienst cinrückten und der größte Test von dieser bereits t Anfang des Krieges im Feld steht. Durch die stete Bereitschaft : Feuerwache am OßwaldSgortcn und dadurch, datz die noch an- scndcn Feuerwehrleute nunmehr mit der Handhabung sämtlicher räte vertraut sind, wird auch noch die kleine Schar von Feuer» brlcuten in Gemeinschaft mft der sreiwüligrn Gailschen Feuer- hr, bei Ausbruch eines größeren Brandes ihren Ausgaben noch li und ganz gewachsen sein. Immerhin würde es gern gesehen nn aus den Kreisen der Bürgerschaft sich Leute zur Ausbildung Fcuerlöjchdienst und als aktive Mitglieder meldeten. Es kann- l auch in diesem Jahre eine Anzahl Kameraden Dienstauszeich- ngen verliehen werden: es erhielten das vom Großherzog ver- henc Ehrenzeichen für 25 jährig« Dienstzeit die Kameraden Wenzel und Schloffermeister K. Schmidt. Das von der Stadt rliehene Diplom für 1b jährige Dienstzeit erhielten die Kame- dcn K. Herbert und K. Heck, das Abzeichen für 2V jährige Dienst» ct die Kameraden H. Barth, K. Schmidt und C. Vaubel, für > jäbrige Dienstzeit die Kameraden H. Blum, C. Löivcr und . Schreiber. Landkreis Gießen. -ch Langsdorf, 29. Sept. Bon Langsdorf wurden an is Kreiskomitee fürs Rote Kreuz und Kriegshilfe in ictzen abgeliescrt: 2210 Stck. Eier, 6 1 /* Ztr. Gemüsekohl, 3 Ztr. nrken, IV, Ztr. rote Rüben, 0,34 Ztr. oberird. Koblraben, 20 Psd. eviel «zur Verfügung stehen noch 4 Fässer Salzbobnen), 123 Psd. räucherte Wurst, 145 Pid. Schinken und Speck, 85 Stck. leinene ettüchcr, 38 Teckbettbezüge, 77 Liiienbczüge, 207 leinene Hem- :n, 14 Haitdlücher, l leinenes Tischtuch, 3 bezogene Federkissen, inenc Fußlappen. 163 wollene Hemden, 183 Paar Strümpfe, 7 Leibbinden, 13 Paar Stauchen und 607,50 Mark in barem >elde. Vorder wurden nach Dormstadt abgcführt 407,05 Mark nd 56,31 Mark. Kreis Büdingen. Büdingen, 29. Sept. Aut Vorschlag des Kreisausschusscs bew'lligte der K r e i s t a g für bedürittge Angehörige von Fcldzugs- leilnehmern eine besondere Kreis Unterstützung bis zu 50 Prozent der Reichsiätze. Bisher imirdeu 1050 Personen mit rund 22 700 Mark unterstützt. Zur Deckung der Ausgaben für die Kricgsimter- stützungen wird zunächst ein den Jahren 1870—71 entstammender Fonds von 10 360 Mark Verwendung finden, später sollen Anleihen ausgenommen werden. — Ter Voranschlag für die Unterhaltung der Kreisstrahen im Jahre 1915 wurde mit 182 502 Mk. (gegen 184 493 Mk. im Vorjahr) genehmigt. Für die Landarmenpslege bewilligte man 4107 Mk. Kreis Schotten, n. Schotten, 29. Sept. Ten Ehrentot für- Vaterland starb Lehrer Karl Pvrtwich von hier als Unteroifizier der Reserve im Jnf.-Rgt Nr. 116. Unsere Schule verliert in dem Gefallenen einer ihrer tüchtigsten Lehrer. Der hiesige Gemischte Chor beklagt durch seinen allzuftühen Tod den Verlust seines hochgeschätzten musikverständigen Dirigenten, und der Volksbildungsvercin einen seiner treuesten Mitarbeiter, der gleichzeittg das Amt eines Büchcrwarts versah. Portwich, aus Bad-Nauheim gebürtig, war hier eine Reihe von Jahren als Lehrer läng. Kreis Fricdbcrg. L. Friedberg, 29. Sept. Heute nachmittag trafen eine größere Anzahl s r a n z ö s i s ch e, russische und englische Verwundete, Lssiziere und Mannschaften, hier ein. Sie kamen in eines der hiesigen Lazarette. h. Vilbel. 29. Sept. Ter nach Belgien zum Bahndienst beorderte Dilsswärter Kilian Z i r k e l b a ch von hier wurde dort von einem Posten erschossen. Vermutlich hat Zirkelbach den Anrui überhört, woraus der Posten Feuer gab. Starkenburg und Meinhrssen. Darmstadt, 30. Scpt. Der älteste hessische flammet» Beamte, Kanzleirat i. P. Peter Schäfer, ist am Sonntag hier im fast vollendeten 84.Lebensjahre gestorben. Er war über ein halbes Jahrhundert hindurch Sekretär der Ersten Ständekammer und konnte schon vor mehreren Jahren in beneidenswerter Frische und Gesundheit sein 50jähriges Dienstjubiläum begehen. m. Lfsenbach, 30. Sept. Ein größeres Schadenfeuer brach gestern abend gegen 8 Uhr in dem am Schncckenberg gelegenen Kalkwerk von Alexander G v i x aus, wobei der große hölzerne Luftsck)>acht der Kalkbrennerei ein Raub der Flammen wurde. F. C. Mainz, 29. Sept. Ti: Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, eine Eingabe an die zuständige Behörde zu richten, worin die alsbaldige Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide und Mehl für das ganze deutsche Reich beantragt nnrd, da die mit der diesjährigen guten Ernte in Widerspruch stehende übertriebene Preissteigerimg besonders für Getreide und Mehl in hohem Maße die VolkScrnährung gefährde. Hessen-Nassau, rr F r a II k s u r t a. M., 29. Sept, Heute mittag hat der 67jährige Hätner Ebristoph Hensel in Bockeuheim, Leipziger Straße 42. in einem Anfall von Eöcrsnchl seine 50jährige Ebesrau durch einen Schuß in de» Kops getötet »nd ist daun aus seiner Wohnung geflohen, nachdem er sich, wie Anwohner behaupten, auch einen Schutz in die Brust begebracht hotte. Schwurgericht. ■th. Giene», 30. September. Gestern veibnndelte das Schwurgericht wieder unter Aus- schlnü der Oesseullichkeil gegen den vcrheiraielen 3 «jährigen Kutscher Johannes Ai a r s ch e w s k a , geboren in Zlenlcheivo, Kreis Posen, der wiedcrbolt ivegen Tiebsiabls, darunter auch mit Zuchlbaus. vorbestraft ist. Ter Angeklagte, der zuletzt aus dem Ludwigshos bei Leihgestern in Tiewl staub, ist beschuldigt, in zwei Fällen, am 96. Mai und am 6. Juli, gegen polnische Arbeiterinnen den Versuch und ei» volleiidctes Silllichkeitsverbicchen begnügen zu haben. Tie An'lage vertrnt Gerichtsassessor st n a n b : Verteidiger war Rechtsanwall Geb. Iustizrat 91! e tz. Außer einem Tolmctscher — der Angeklagte sprach stiebend deutsch — waren süns Zeugen ge» tadeu, doch war eine der Hanvlbelastuiiqszeiiginiien, eine Polin, dem Termin ierngeblieben. Nachdem die Geschworenen eine der Echnldiragen verneint, das Porliegen eines Silllichkcitsverbrechens aber bejaht, dem Angeklagten auch mildernde Umstände bewilligt hatten, verurteilte ihn der Gerichtsbos z» 1 Jahr 8 Monaten Geiängnis, lehnte auch die Anrechnung der UnteisuchmigShait ab. Der Vertreter der Anklage hatte I Jahr 3 Monate als ausreichende Kühne lür die Tat des Aiiaeklaaten bcanlrnal._ QattdeL w Frankinrl a. 911., 29. Ceot. (Nichtamtlich.! Nach einer Mitteilima des Verbandes zum Schutze der Deutschen Tabak- industrie ist ebenso wie die Zignrelteiilabrik I a s m a tz i, A.-6).- Tresden, auch dieFirnmA. Balschari in Baden-Baden unter Etaatsanisicht gestellt worden. Die Beteiligung englischen Kapital« wurde also bei beiden Firmen nunmehr auch behördlich kestaestellt. _ vermischte». * Das erste öffentliche Denkmal Hindenburgs ist bereits in Berlin errichtet worden. Es ist eine in Marmor ausgesührte Büste von Professor E b e 1 1 e i n , di: an der Straßenfront des zum Eberlcin-'Musc um eingerichteten HauieS am Lützow- Uscr Ausstellung gefunden ha! An der Ttiriiseitr ist folgende Jnsckirist eingemeihelt: „Dindenburg, der siegreiche Führer der Ostarmee 1914". WcttcrauSsichten in .Hessen am Donnerttag, de i 1. Cft. l 'tl: Meist trocken, wechselnde Bewölkung, nördliche Winde, nachts kalt Letzte Nachrichten. Reue von französischen Geistlichen bestätigte Grcueltaten der Franzosen. (WTB.) G r o ß e s H a n p t g u a r t i e r , 30. September. (Amtlich.) Ter Generalstabsarzt der Armee und Chef des Sanitätswesens von Schjerning hat dem Kaiser folgende Meldung erstattet: Bor einigen Tagen wurde in Orchies ein Lazarett von Franktireurs überfallen. Bei der am 24. September gegen Orchies unternommenen Strasexpedi- tion durch das Landwehr-Bataillon Nr. 35 stieß dieses aus überlegene seiichliche Truppen aller Gattungen und mußte unter Verlusten von 8 Toten und 35 Berwundaten zurück. Ein am nächsten Tage entsandtes bayerisches Pionier-Bataillon stiieß aus keinen Feind mehr. Es fand Orchies von den Einwohnern verlassen. Im Orte wurden 20 beim Gefechte am vorhergehenden Tage verwundete Deutsche grauenl-ast verstümmelt aufgefunden. Ohren und Nasen waren ilpien abgeschnitteii und man hatte sie durch Einfuhren von Säae- mchl in Mund und Nase erstickt. Die Richtigkeit des darüber aufgenommenen Befundes ist von z-wei französischen Geistlichen unterschriftlich bestätigt. Orchies ist dem Erdboden gleich gemacht. Die Beschießung der Forts von Antwerpen. Amsterdam, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) „Tele- graaf" meldet aus Antwerpen: Am 28. September nachm, haben die Deutschen mit der Beschießung der Forts Waelhem, «t. Katherina und Wavre begonnen, tztach einer offiziellen belgischen Mitteilung sind die Deutschen nachts in Mecheln eingezogen. i. Köln, 30. Sept. Tie „Köln. Zeitung" meldet aus Antwerpen: Gestern nachmittag um 4>/o Uhr flog eine deutsche Taube über die Stadt. Es waren besondere Geschütze ausgestellt, die Luftschisse empfangen sollten und so bald dir Taube in dem Kiwis hervorkam, wurde das Feuer eröffnet. Das Flugzeug wurde jedoch nicht getroffen. Es stand in großer Höhe und kehrte zurück, ohne Bombeil in die Stadt geworfen zu haben. Aus einigen anderen Stelle» hat das Flugzeug Bomben geworfen, jedoch ohne großen Schaden anzurichlen. (WTB.) Brüssel, '29. Sept. (Nichtamtlich.) Das Kom- maudo der Antwerpen belagernden deutschen Truppen hat behufs Verständigung der belgischen Regierung dem amerikaiiischen und dem spanischen Gesandten in Brüssel folgendes ,nitgeteilt: Soweit die belgischen Militärbehörden sich verpflichten, Kunstdenkmäler, insbesondere Kircheiitürme, nicht für militärische Zwecke nutzbar zu machen, sind die deutschen Belagerungstrnppen bereit, diese Bauten bei einer Beschießung tunlichst, das heißt insofern es bei der ungeheuren Sprengwirkung der modernen Geschosse möglich ist, zu schonen. Brüssel, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Bei dem Kainpfe um M e ch e l n hatte die schwere Artillerie des deutschen Heeres den ausdrücklichen Beseht erhalten, nicht auf die Stadl zu schießen, damit die Mthedrale geschont werde. Die Belgier selbst aber warfen aus dem Fort Waelhem nördlich von Mecheln schwere Granaten in die von den deutschen Truppen besetzte Stadt. Die Türkei und die Triple-Entente. Berlin, 30. Sept. Zu der Nachricht über die vollständige Schließung der Dardanellen wird im „Berliner Tageblatt" gesagt: Während nach Ausbruch des Krieges andere neutrale Staaten sich mindestens schwankend verhielten öden: die llmstände im stillen zu nutzen versuchten, ist in der Türkei sehr bald eine entschiedene Spinpathiebewegung für Deutschland und Oesterreich-Ungarn bemerkbar geworden. Am 22. September hat die Agenca Havas aus peschen ergibt sich, sagt das „Berliner Tageblatt", daß eine Situation, über die man bisher nur andeutungsweise spreche» konnte, und die man auch jetzt nur mit Vorsicht erörtern kann, gewissermaßen reis zu werden beginnt. ^ . . (WTB.) London, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Darlp Mail" veröffentlicht einen Brief aus Jerusalem vom 8. September, in dem es heißt: Wenige gebildete Mohammedaner sympathisieren mit den Verbündeten. D i e M a s s e i st s ü r d i e T e u t - s ch e n. Türkische Beamte äußerten Sympathie für Deutschland. In Damaskus, Beirut, Aleppo. Haifa und Jerusalem sind groß« Militärlager. DieSoldatentrageiidiedeulscheKops- bedeckung statt des Fez. Bezeichnend ist, daß dieser Bruch mit der alten Sitte ivenig beachtet ivird. Engl a n d wird allgemein für den Urheber allen Unheils gehalten. Die Mohammedaner zeigen den hiesigen Engländern gegenüber Hohn, daß der Handel stillsteht infolge der Schließung der Banken. Wien, 29. Sept. (NichtainUich.) Die Blätter melden aus Konstantinopel: Tie h i e s i g e n B e r t r e t e r r u s s i s ch e rB l ä t- ter haben gemäß der ihnen von der russischen Regierung erteilten. Weisung die Türkei verlassen. Von russischer Seite wird die Maßregel damit erklärt, daß man von der Wsicht der türkischen - Regierung.' alle russischen Zeitungskorrespondenten aus dem otta manischen Gebiet auszuweisen. Kenntnis erlangt und es für zweckmäßig erachtet habe, der Ausführung des Planes zuvorzukommen Die Haltung der Italiener. Berlin. 30. Sept. lieber das Bestnden des italienischen Ministers di San Aiuliano werden von radikaler Seite Gerüchte verbreitet, deren Zweck leicht erkennbar ist. Nach dem „Berliner Tageblatt" ist eS nicht ivahr, daß der Minister durch feine Krankheit an der Arbeit verhindert ist. Aus Bulgarien. (WTB.) Sofia, 30. Sept. (Nichtamtlich.) Die offiziöse .Narodm Drava" ist der Meinung, Bulgarien brauche nicht zu sürchten, bei der zu erwartenden Auseinandersetzung in seinem Gebiet geschädigt zu werden. Seine Neuttalitöt habe kein weiteres Ziel als im Besitz der Grenzen zu bleiben, die es bei Beginn des Krieges gehabt hak. Tie Wahrung seiner unversehrten Krä'te erscheine unter diesen Bedingungen als ein sehr werwolles Ergebnis und eine Bürgschaft für eine bessere Zukunft. Aus Altianien. (WTB.) Wien, 30. Sept. <9tichtamtlich.) Die „Albanische Korrespondenz" metdel aus D u r a , ; o: Die Ausständigen haben zwei holländische Offiziere, die seinerzeit in den Kämpfen um Elbassan geiangen genommen ivorden waren, in Freiheit gesetzt. Die beiden Offiziere sind in ihre Heimat abgereist. Französische Einberlifungsordres vom 1. August. Berlin, 30. Sept. Der „Tägl. Rundschau" wird geschrieben: Unter den durchkoininenden Gesangcncn von M a u b e n g e sind vielfach Exemplare der französischen Gin» berusungsordre gesunden worden, die vom 1. August datier» sind. Bei uns war bekanntlich erst der 2. August der crsto Mobilmochungstag, trotzdem aber wollen die Franzosen erst durch unsere Drohungen zur Mobilmachung veranlaßt worden sein. [Liebigshöhe I Sonntag, den 4. Oktober 1914 Großes Konzert (Streich-Musik) 102ä4D im Besten der Hinterbliebenen lerimKriegegefallenenGießener Gasführende: 34 Herren ehemalig.Militärmusiker ruck sonstige Kräfte. Direktion: Der Grossh. Musikdirektor a. D. M. C. Krausse. Vnfaoa: ’/i5 Ihr. Eintritt 50 Pfff. - Verwundete 6ind Gäste. - Bei Abnalim. v. 100 St. bei 500 Haslock . . . 525 5.— Fasan . . . (j.50 «125 HaneUaaa Patronen: SUvaans . . 6.50 8w9 P. H. . . . . 650 (450 Specht . . . 7J50 7.25 Fasan ... 850 8.25 Tloer .... 8.50 8.L Jagikinlg . , 10.— 9.50 Preise für Kal. 16 KaL 12 pro 100 St M. 1 mehr. 500 St. ab Fabrik frei eder Bahnstation. A. Dickore Schansenstr. 8 P"*) Tsl. 416 Für i taittB eignet sich besonders mein ßiK-Moö derselbe ist besonders nabr- hast, »ui guiein Geschmack und nicht stopieud. V« Bld. 35 Psg. Reform haus Lreuzplat? 5. [102t4 ln wirklich g»> sducidcnacn So- lingcr Stablwaren bestelle »dort in eigenem Inuresu unseren fiauptka- »alog über tausend« üriikel «Her flrl, den wir gratis und franko versenden. Göbr. Bell, Gräiraihl37 b. Soiiag — ■ lakria-Ucuaathan. »—— Maichiiiengesorune Biberschwänze, in Form und Größe der srüheren Blattziegel, sowie Falzziegel, Drainröhren und Ringofensteine, alles in naturroter Farbe, empfehlen 10203D Liclier Tonwerke G.m.b.H. V. D. H. Morgen Donnerstag abend 9 Mir: Aoiiat.-<- Versamuilong im Hot. Groüberzog. LICHTSPIELHAUS' BahnhcistraBe BabaiiofatraSa Heute neues Programm Der Freund der Königin Koloriertes Film sch au spiel. Eins der besten Werke der Filmkunst. 4 Akte. Die feindlichen Brüder oder DieFirmaentz weitsich Deutsches Lustspiel in 2 Akten. 10228a Die neuesten Aufnahmen von den Kriegsschauplätzen. Ferner noch Variete-Posten utw. Am 17. September starb den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Bundesbruder Karl Doepfer Oberlehrer am Gymnasium in Mühlheim a. d. Ruhr Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment Nr. 159 . 10199D In tiefer Trauer: Burschenschaft Alemannia. Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland nach Gottes Willen unser hoffnungsvoller, unvergesslicher Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Hermann Olbrich Reservist der 5. Komp, im Inf.-Reg. Kaiser Wilhelm Nr.116. In tiefer Trauer: Familie Johannes Olbrich. Dornholzhausen (Kreis Wetzlar), ■ Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Bruders und Onkels, des Großh. Bürgermeisters Heinrich Horst sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Freytag für seine ergreifende Grabrede, dem Herrn Vertreter des Grossh. Kreisamts für seine Worte der Anerkennung, seinen Herren Kollegen, dem hiesigen Orts- und Schulvorstand, dem Ortsgericht, dem Kriegerverein und der freiwilligen Feuerwehr, innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. 10217 Nieder-Bessingen, 29. September 1914. St att Karten Die Verlobung unserer Kinder FRIEDA GENGNAGEL HANS SALZMANN Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 233, Amstadt in Thüringen zeigen hiermit an Dr. med. F. Gengnagel und Frau Berta, geb. Dittmar Professor Salzmann und Frau Else, geb. Schilbach Großen-Buseck b. Gießen Gotha (Thüringen) September 1914. 102M Gaslampen und Gasherde einpf. z. ganz bedeut, herabges. Preisen >06793 J. Thärner Installations-Geschäft, Liulivigstraßc 40. ^ Feidpost-Versandkartons f IN verschiedenen Grätzen für 50, 250 Gramm und Paket- Bervackg. zn billig. Preisen Wiederverfänt. gern. Rabatt. Papieplidl. Jung, Seltersweg 33 Zeige den Eingang sämtlicher Herbst- und Winter-Neuheiten ju billigsten Preisen höfl. an Marie Reitz Ww, Bleichstr. 8 p Am 10. September starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebten herzensguter, unvergesslicher Gatte, unser hoffnungsvoller Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager Julius Menges,Zigarrenfabrikant Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment 1/116 im 25. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Luise Menges, geb. Jung Grossen-Linden, Ostheim bei Butzbach, den 30. September 1914. 10213 Auf dem Felde der Ehre starb den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgeliebter und unvergesslicher KD Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Kessler Reservist der Leib-Kompagnie des Inf.-Reg. „Kaiser Wilhelm 1- Nr. 116 in Giessen im 25. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Kessler IV. Steinbach b. Giessen. Familie Ludwig Menges Familie Carl Jung Familie August Jung Nachruf! Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser treuer Freund Ernst Strack °«939 p-i. Einjähri^er-Unteroffizier im Infanterie-Regiment Nr. 116 . Wir verlieren in ihm einen treuen Freund, dessen Gesinnung und Charaktereigenschaften ihm bei uns ein ehrendes Andenken über das Grab hinaus sichern. Seine Freunde aus seiner Heimat. Leihgestern, den 30. September 1914. Für Telephonieren Sie unter Nr. 249 u. Sie erhalt.sof. Auswahl empfehlen unser Lager Trauerhüt., schw. Schürzen, schw. Satin - Blusen, schw. Handschuhen, Trauer-Flor, Cr6pe, schwarze Krawatten, Trauer-Schleier. 8635a Modehaüs Ä. Salomon & Cie.,®^ u 4. Alice-Schule. Abteilung I: Beginn der Kurse für Schneidern, Bügeln und Weitzzeugnähen Montag, de« 5. Oktober. Kurse für Berussschneiderin und Weitzzeugnahen mit anschließender Gesellenprüfung. Abteilung II: Beginn der Kurse sür Koch- und HauS- baliungsschule Montag, den IS. Oktober. Anmeldung für beide Abteilungen Samstag, den 3. Oktober, vormittags 10 — 12 . nachmittags 4—6 llbt, im Schulhaus auf Oswaldsgarien. 19146 D Here Handelsschule Melm-Teck beginnt in allen Klassen das neue Semester (d i s 106.) mit vollem Lehrpersonal am 8. Oktober. Prospekte u. Referenzen durch i re „ss Direkter Aheimer Jet Tlriofltnnttrridit licpnt amE 1 W. Bräunirig, Kaiser-Allee 41. Bekanntmachung. Betreffend: Verlegung einer Gestügelzuchtstatipn. Die seither in Sleinbetg. Kreis Gietzen, errichieie LeistungSzuchlsiation sür Peking-Enten soll anderweitig innerhalb des Kreises untergebracht werden. Bewerber um dieselbe wollen sich bis zum 3. Oktober beim LandwirtschastSkammer-Ausschuh in Gietzen melden, woselbst auch die Vertragsbestinimungen erhältlich sind. Gießen, den 25. September 1914. 10110 LMMsWslamer-MsW für Akrhejscii. Düngt jetzt mit ICalkmehl ist billig macht die Pllanzen aesund erzeugt kräftige Körner liefert gutes üppiges Futter marin den Boden locker wirkt Stickstoff sparend kann jederzeit, auch den Winter über, auSgestreut werden. 0i)6rh. Kalk- u. Stein-Industrie G.m.b.H. Butzbach (Oberhessen) Während des Rektorates vom 1.Oktober 1914 an halteich ärztlicheSprechstundennurDienstag, Donnerstag und Samstag von 11 bis 1 Uhr in derKlinik,Frankfurterstr.99. Vertreter an den anderen Tagen Herr Oberarzt Dr. Berliner. % Prof. Dr. Sommer, Geh. Med.-Rat Verlag von vmil Roth in Gietzen. Soeben erschien in meinem Berlage: Deutsche Reichsgesetze in Einzelabdrucken. Nr. 532/533. Die Kriegögesetze milrMickicil ZilW. Pom 4. August 1914. I. Gesetz, beir. den Schutz der insolge des Krieges an Wahrnehmung ihrer Rechte behinderten Personen. II. Gesetz über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen und über die Bet- längerung der Fristen des Wechsel- u. Scheckrechis. IN. Gesetz, beir. die Abwickelung von börsenmätzigen Zeitgeschästcn in Waren. PreiS: 46 Psg. Nr. 534/535. Die KriegSgesetze verwaltungs- u«d öffentlich-rechtlichen Inhalts. Dom 4. Auguit 1914. TertauSgabe mit Anmerkungen, Wiedergabe der angeführten Gesetzesstellen u. alphabet. Sachregister. Herausgeber: Geh. Jmiiir.rnt I>r. Karl Garei«, o. ö. Professor der Rechte an der Universität München. Preis: 4» Psg. 10175K Zu haben in allen Buchhandlungen. Neu eingetroffen! Braune Und Schwarze Neu eingetroffen Militär-Stiefel und Gemescheu Schuhhaus W. Herbert Ä!Ä.i