kr. 228 Zweiter Blatt m. Zahrgavg Erscheint täglich mit Ausnahme d«Z Sonntag?. Die „Kietzen« ZamiUendlätter" werden dem „Anzeiger' mermai wöchentlich beigelcgt, da? „rleeirblatt für den lkreir Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Dienstag, 29. September \9\% Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universitäts - Buch- und Steindrrlckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: es® 51. Redaktion:^-® 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGicßen. Die „Waffenbrüder" vor Uiautschau. Uur ihre Kulturschcrnde zu besiegeln, vereinigen die Eny- inder ihre vstosiattsche Armee mit den Japanern vor Kiau- schou. Die englischen Truppen sind unter Besehl des si'»m= randanten der englischen Streitkräfte von Notdchina in der kähe des Loschan-Golfs angekonrmen, um an dem Feldzug egen die Deutschen in Tsingtau teilzunehmen. Im Tokio rohlockt man natürlich darüber, mtb als gelehrige Schüler er adgrunüriefen englischen Heuchelei verkünden die Jauner, es käme ihnen vor Kiomtschau nur darauf an, den ,latz durch Aus hunge r n und vielleicht durch einen leich- en Schkußangriff möglichst unblutig in ihre Hand zu ringen. Diese angeblich humanen Absichten der Kriegsfüh- ung haben natürlich nur den einen Sinn und Zweck, die Ztadt und ihre Anlagen unversehrt tit die Gewalt zu be- ommen. Der Vorstoß der edlen „Waffenbrüder" vor Küru- schan wird sich jetzt voraussichtlich zunächst gegen die 5 chan tung-Dah n richten. Dieses unser deutsches Werk st 540 Kilometer lang und läuft von Tsingtau über Weihsien :>ach Tsingfu, der ProvinKialhouptstadt von Schantung. Npch m März dieses Jahres erläuterte Staatssekretär v. Tir- ,itz im Deutschen Reichstag die Fortschritte dieses Eisen- »cchnbcrues, insbesondere die endliche Realisierung der beiden reuen Schantung-.Zweigbahnen und ihren Einfluß auf die Entwicklung des Schutzgebiets: er wies darauf hin, daß durch >ie verschiedenen Bahnanschlüsse Tsingtau so intensiv mit >em Innern Chinas verbunden werde, daß es ein nützliches Med des chinesischen Wirtschaftslebens zu werden vcr- preche. Diese wirtschaftliche Lebensader soll also jetzt durch -nglischc Hehlerei und Mittäterschaft in den Besitz des japa- nschen Diebes übergehen. Aus diesem Verkehrswege hofft Zapan die Provinz Schantung und dann das weitere China nit seinen billigen Jmdustrieschundwareil überschwemmen zu linnen. Rafft man sich in Peking angesichts dieses immer larer hervortretenden Planes immer noch nicht zu entschiedenem Handeln auf? Die chinesische Regierung hat zu einer bewaffneten Neutralität und zum Widerstand gegen die Eindringinge zurzeit nur etwa 12000 Mann zur Verfügung. Die ruderen Trupenteile liegen in den verschiedenen Provinzen fest und sind auch nicht alle sicher. Eine Beförderung an den zeutsch-englisch-iapanischen Kriegsschauplatz bei Tsingtau ist mit Schwierigkeiten verbunden, denen die unerfahrene Heeresverwaltung Juantschikais nicht gewachsen sein dürfte. Wir können also wohl kaum lcrn das chinesische Heer, wir müssen an die chinesische Bevölkerung appellieren. Aber auch hier türmen sich fcht unübersteiglich erscheinende Schwierigkeiten auf. Das gebildete Chinesentum liest fast durchweg englische Zeitungen, die gespeist werden vom Reuterschen Tclegraphendrcnst und englisch gefärbten Artikeln. Die große Masse der chinesischen Journalisten, die vielfach auf recht niedriger Bildungsstufe, auch im chinesischen Sinne, stehen, beherrscht als einzige Fremdsprache das Englische. Die meisten von ihnen haben ihr bißchen Ausbildung in England oder Japan erhalten und beziehen ihre Belehrungen fast immer nur aus -der Presse dieser Länder und ihren in Ost- crsien erscheinenden Organe?:. Die Folge im jetzigen Kriege ist, das: die deutschen Waffentaten in den chinesischen Maliern in der unglaublichsten Weise entstellt und verkleinert, werden, daß die Hetzarlikel gegen uns genau so blühen, wie in manchem neutralen Lande Europas, daß die deutschen Leistungen systemaftsch totgeschwiegen oder böswillig in das (Gegenteil verkehrt werden. Die einzige Quelle fiir deutsche Wahrheiten ist die in Schanghai in chinesischer Sprache erscheinende Zeitung,Zsieh-ho-Pou", deren Artikel, wie uns ein vorzüglicher Kenner der Verhältnisse mitteilt, bisher in erfreulicher Häufigkeit in die chinesische Presse übergehen konnten. Es ist -aber sehr fraglich, ob dieses Mittel nicht jetzt angesichts des englischen Lügenfeldzuges vollständig versagt. England kann seine Absichten jetzt wahrscheinlich ohne rede Kontrolle und Krisik der chinesischen Oeffentlichkeit durch-, führen. Man hat ja leider von -diesen Plärren auch in Deutschland Jahre hindurch viel zu wenig erfahren. Es blieb merkwürdigerweise in Deutschland beinahe unbemerkt, daß Eng- land während des Boxerkrieges schon den Versuch machte, eine Garnison an die Mündung des Pangtse zu logen und Schanghai die Rolle des zweiten Alexandrien spielen zu lassen. Jener Trick wurde den Engländern dadurch verdorben, daß. auch deutsche uüd andere europäische Truppen sofort nach Schanghaj. dirigiert wurden. Hätte die englische Macht damals nicht noch im Burenkriege festgelagen, so ivären die englischen Truppen von Schanghai nrcht zurückgenommen und die Gleichberechtigung der europäischen Interessen am Pangtse nicht anerkannt worden. Heute liegt das englische Militär im europäischen Kriege fest, zum Teil ia schon sehr fest in deutscher Gefangenschaft, aber man hat ja die japanischen Waffenbrüder. Mrt deren Hilfe sollen die verschiedenen Pläne gelingen. Hoffentlich wird einst im europäischen Friedensschluß durch -dieses ostasiatische Konzept Englands ein recht dicker Strich gezogen! vaterländische Kundgebung in der Reichshauptffadt. Berlin, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der heute vormittag im großen Konzertsaal der P h i l h a r monie veranstalteten Ärndgebmng des Deutschen tzan-» delstages, des Deutschen Landwirt schafts- rats, des Kri e gsaus schuf s es, der Deutschen Industrie und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages waren alle 7000 Betreter des Deutschen Erwerbslebens aus allen Teilen oes Reiches zugegen. Bald nach 10 Uhr erössnete Reichstagspräsident Dr. K ä m p f die Versammlung, in der man neben den Vertretern des Deutschen Wirtschaftslebens viele Reichstags- und Landtags» abgeordnete sah. Die Eröffnungsrede hielt Präsident Kämpf. Er erinnerte an das Wort des Kaisers, daß er keine Partei mehr kenne, sondern nur noch Deutsche, das iu der denkwürdigen Sitzung des Reichstages eine glanzvolle und einmütige Antwort durch das deutsche Voll gefunden habe. Schocke Lasten seien der Gesanrtheü auserlegt und schwere oorgen habe jeder Einzelne zu tragen, wer aber glaube, durch Drohungen den tkrüg in die Länge ziehen und das deutsche Volk, wie das deutsche Wirtschaftsleben mürbe machen zu können, der habe sich verrechnet. (Lebhaftes Bravo.) Wir halten aus, schloß der Redner, bis das Ziel dieses Riesenkampses erreicht ist, eine wirtschaftliche Entwicklung für alle Zeit. Ein dreifaches Hoch auf Kaiser und Reich schloß sich diesen Worten an. Als nächster Redner betrat Geheimer Kommerzienrat Neven Du Mont-Köln die Tribüne. Er schilderte dre Lage des Wirt« schastslebrns in Deutschland, ging aut die Tätigkeü der Industrie ein und schilderte unter brausendem Beifall der Versammlung die Taten eines Zeppelin und eines ibrupp. Er legte ferner dar, daß die Hoffnung Englands, uns aushungern zu können, elend scheitern würde, ioas auch der Ausfall der Kriegsanleihe beweise. Während alle anderen Länder, selbst neutrale, nur durch die Ausstellung von Moratorien ihre wirffchaftlichcn Verhältnisse zu regeln vermochten, seien in Deutschland ohne solche Hilfsmittel die Geld- vcrhältnissc in Ordnung geblieben. Wenn auch dieser Krieg alle unsere Kräfte bis zum Aeußerstrn anspannc und nicht von.kurzer Dauer sein werde, so müsse und werde doch ein Frieden folgen, der alle wirtschaftlichen Schädigungen ausgleichen und diese Wunden schließen werde. Mit Icmtcm Jubel begrüßt, gab sodann der Präsident des Abgeordnetenhauses, Gras Schwerin-Löwitz im Namen der gesamten Ämdwirtschastlichen Körperschaften Deutschlands in seiner Eigenschaft als Präsident des DeMschcn Landwirtschastsrates eine Erllärung ab, in der es heißt: wenn auch die Deutsche Landwirtschaft nicht minder hart als die übrigen Erwerbsstände von dem uns ausgezwungenen Krieg betroffen sei, so sei sü sich doch ihrev großen vaterländischen Pflicht bewußt. Heer und Voll auch während der ganzen Dauer des Krieges ausreichend zu versorgen, und das Volk vor jeder ungebührlichen Verteuerung des Lebensmittel zu bewahren. Der Vorsitzende des Zentralverbandes Deutscher Industrieller, Landrat a. D. R o e t g e r, führte aus: die Ueberzeugung, daß wir siegen müssen und werden, koste es, was es wolle, werde auch von der Industrie geteilt, und zivar in zahlreichen Geschäftszweigen, denen der Krieg schwere Sorgen gebracht habe. Eine Verständigung gebe es nicht, die Deutsche Industrie werde nur in einem siegreichen Deutschen Reiche fortbestehen, Kommerzienrat Friedrich, der Vorsitzende des Bundes der Industriellen, hielt den Worten des englischen Schatzkanzlers, Lloyd George, daß der Krieg mit der letzten Milliarde gewonnen werde, entgegen, daß bei dieser charakteristischen Berechnungsart nicht der Faktor der hingckung der ganzen Nation zur Verteidigung ihrer höchsten Güter berücksichtigt sei. Auch die Exportindustrie, die vielleicht am meisten gelitten habe, sei bereit, alle Opfer auf sich zu nehmen, um dem deutschen Volke einen dauernden Frieden zu erkämpfen. Obermeister Plate- Hannover, Mitglied des Herrenhauses, führte im Namen des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages aus, das .Handwerk ivisse ebenso, daß so wichtig, wie die Abwehr unserer Feind« die Aufrechterhaltung des deutschen Wirtschaftslebens sei. Die Früchte der Siege unserer Heere könnten nur in einem ehrenvollen Frieden geerntet werden, der die dauernde Gewähr für eine ruhige und stete Weiterführung der deutschen Wirtschaft biete. In dem Gefühl der wirtschaftlichen Zusammengehörigkeit aller Erwerbsständc werde auch das deutsche Handwerk seinen Platz ausiüllen und allen Opfern zum Trotz im Kampfe um den Sieg der deutschen Wirtschaft anshalten. Reichsrat v. Miller-München schilderte in einer begeistert aufgenommenen Rede die Kriegsstimmung in Bayern, das dem Kaiser immer neue, frische Heere zur Verfügung stelle, die mit dcyu beitragen, einen auch noch so schwer zu erkämpfenden Sieg herbeizuführen, zu dem die Deutschen es nicht nötig hätten, wilde Völkerschaften heranzuholen. Das bayerische Volk, bei dem der Standesunterschied nie besonders groß gewesen sei, zeige sich jetzt als eine einzige große Familie. Geheimer Oberfinanzrat Müller, der Direktor der Dresdner Bank, hob die großen Verdienste des Reichsbankpräschenteu havenstein hervor, dessen Organisationstalent der Riesenerfolg der Reichsauleihe zu verdanken sei. Endlich werde jetzt wie die Landwirtschast so auch die für das Vaterland mobil gemachte Kraft der Kapitale gewürdigt. Als letzter Redner schilderte Generallandivirtschoftsdirektor Dr. Kapp-Königsberg die schweren Leiden Ostpreußens, das aber allen schweren Prüfungen zum Trotz unverzagt und voller 'Zuversicht bleibe. Es wurde einmütig folgende Erklärung angenommen : Ein frevelhafter Krieg ist gegen uns entbrannt. Eine Welt von Feinden hat sich verbündet, um das Deutsche Reich politisch und wirtschaftlich zu vernichten. Voll Zorn und voll Begeisterung erhob sich, um seinen Kaiser geschart, das deutsche Volk einmütig. Jeder unserer Krieger in Heer und Flotte weiß, daß es sich um Sein oder Nichffein des Vaterlandes handelt, 'Daher haben unsere Waffen ibre glänzenden Erfolge errungen, daher wird ihnen der Sieg beschicken sein, hierfür bürgt auch die starke Gesundheit unserer Volkswirtschaft und der beispiellose Erfolg der mit fast Ist» Milliarden Mark gezeichnete Kriegsanleihen. Wohl bat uns der Krieg scilwere w-irt- sckgrstliche Lasten auserlix,!, freudig sind sie für das Vaterland über- nommm worden. Zu jedem Hinteren Opser bereit, sind alle Teile des deutsckxm Wirtschaftslebens, der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und des haudtoerks einmütig entschlossen, bis zu dem Ergebnis diirchzuhalten, das den ungeheuren Opfern dieses Krieges entspricht und dessen Wiederkehr ausschließt. Dann wird eine gesicherte Grundlage gegeben sein für neue Blüte, neue Macht und neue Wohlfahrt des Deutschen Reiches. Es wurde dann beschlossen, folgendes Telegramm abzusendcn: „Sr. Majestät dem Deuffchen Katser, Großes haupt- guartter: Eurer Majestät bringt die von dem Deutschen handelstag, dem Deutschen Landnurffchastsrat, dem Kriegsaussäwß der Deutschen Industrie und dem Deutschen Handwerks- und Ge- werbckanrmcrtag veranstaltete große Versammlung die ehrfurcksts- vollste Huldigung dar. Einmütig im Zorn über den frevelhaft egen^uns eMstammten Krieg, einmütig in der Zuversicht auf en Sieg unserer Waffen und cftrnrütig in dem Gefühl .unserer wirtschaftlichen Kraft, bekunden die Vertreter aller Teile des deutschen Wirtschaftslebens, der Landwirffchast, der Industrie, des Handels und des Handwerks, ihre feste En tschlo s se n h ett, dnrchznhalten bis zu dem Ergebnis, das den ungeheuren Opfern dieses Krieges entspricht und dessen Wiederkebr ausschließt. Dann tvird unter seinem glorreichen Kaiser das Deutsche Reich auf sicherer Grundlage zu neuer Macht und Wohlfahrt gelangen. Dr. Kämpf, Graf von Schwerin-Löwitz, Roetger, Friedrichs, Plate." Um llt/e Uhr schloß Präsident Dr. Kaempf nnt einem brausenden dreifachen Hoch aus den Kaiser die Versaumm lung, die nach dem Gesang des Liedes: „DeutschlanA, Deutschland Mer alles" auseinanderging. Att» Stadt und Land» Gießen, 29. September 1914. ** Dekanatssynode, Die diesjährige Dekanatsynode des Dekanats Gießen sindet morgen, den 30, Sept., in dem Konfirmandensaal der Johanniskirche dahier statt. Der Hauptgegenstand der Verhandlungen wird neben den Wahlen zur Landessynode ein von Dekan Gußmann zu hallender Vortrag sein über die Frage: „Welche Ausgaben erwachsen dem cvang. Geistlichen und den kirchlichen Gemcindeorganen gerade in jetziger schwerer Zeit?" Die Verhandlungen sind öffentlich und werden mit einer Ansprache des Psarrers Ausfeld, hier, eröffnet. B. ** Die Getreidepreise. Dem Generalkommando des 18. Armeekorps zu Frankfurt a. M. hat, wie uns mitgeteilt wird, der Oberbürgermei st er unterm 26. d. M. unter näherer Begründung den Antrag unterbreitet, das Generalkommando wolle an den zuständigen Stellen die einheitliche Festsetzung eines Hoch st Preis es für die verschiedenen .Getreidearten im Gebiete des Deutschen Reiches veranlassen. ** Liebes gabentransport. Am 21. August haben sich cruf Veranlassung ^des Oberbürgermeisters voir Gießen die Herren Direktor Stolte, Kaufmann Wallenfels und Dentist G r ä f mit drei Automobilen cruf den Weg gemacht, um Liebesgaben nach dem Kriegsschauplatz zu bringen. Die Sendung bestand aus Zigarren, Tckbak, Streichhölzern, Wurstwaren und sonstigen Lebensmitteln. Der Transport schloß sich einer Kolonne von ?luto- mobilen an, welche zu gleichem Zweck ab Darmstadt nach Frankreich fuhr. Die Reise ging durch Belgien Mer Sedan bis zu dem Punkt, wo unsere 116er im Felde lagen. Die Liebesgaben, die in der Hauptsache fiir die Verwundeten der hessischen Division besttmmt wirren und teilweise direkt an solche von den Ueberbringern verteilt wurden, lösten große Freude bei unseren Kriegern aus. ** Der Post austragsverkehr mit Oe st erreich (nicht auch mit Ungarn und Bosnien-Herzegowina) wurde am 28. September wieder ausgenommen. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Heften und den Nachbargebieten.) Lt. d. Res. Dchl.-Jng. Hcinr. Glantz, Gren.-Rgt. 89. — Lt. d. Res. Aug. Schneider, Felö-Art.-Rgt. 27, aus Mainz. —* Osfizier-Stellv. Hans Barth, Res.--Jnf.-Rgt. 118 aus Mainz. — Gesr. Michael Zoch, Landw.-Jnf.-Rgt. 118 aus Mainz-Kost» heim. — Res. Phil. Lahm II., Jnf.-Rgt. 118 aus Monsheim. Unterosf. d. Res. Lehrer Phil. Röder, Jnf.-Rgt. 118 aus Monsheim. —.Musk. Ferdinand Gernandt, Jnf.-Rgt. 116 ans heuchelhcim. — Landwchrmann Ludwig hauß,Jnf.-Rgt. 116 aus Gießm. — Gesr. Karl Baiser, Jns.-Rgt. 118 aus Gießen. — Res. Ludwig Bamberg« r, Jnf.-Rgt. 116 aus Mnschen- heim. — Lt. d. Res. Oberlehrer in Mülheim (Ruhr) Karl Doep» f e r, Jnf.-Rgt. 159 aus Gießen. — Vizefeldw. d. Res. Gustav D c h l i n g c r aus Weilrrhof hei Wvlfskehlen. — Res. Kack Fülberth aus Neustadt i. Odenwald. — Res. Otto Preis, Jnf.-Rgt. 81 aus Niederscheld. — Ilnteroff. d. Res. und Lehrer in Schotten Karl P o r t w i ch, aus Bad-Nauheim. — Gesr. d. Res. Friedrich Brück, Jnf.-Rgt. 116 aus Blasbach. — Musk. Karl eiih, Jnf.-Rgt. 45 aus Wetzlar. — Gesr. und Lehrer Wilh chütz, Jnf.-Rgt. 174 aus Garbenherm. — Res. Aug. Stamm, Jnf.-Rgt. 167 aus Waldgirmes. — Res. Firedrich M osbach Jnf.-Rgt. 116 aus Friedbcrg. — Musk. Joseph Wrngcnfeld Jns.-Rgt. 118 aus Heidesheim. Auszug aus der Verlustliste. (Angehörige des Leidgarde-Jnf.-Rgts. 115 aus Oberhessen.) Res. Franz Strubel, Aftenhcim, Kr. Friedberg, verw. — Gard. Heinrich Dein, Langsdorf, Kr. Gießen, »erw. — Gard. Heinrich Klicbe, Londorf, 'Kr. Gießen, verw. — Gard. Johannes Rehberger, Gunzenau, Kr, Lauterbach, l, verw. — Gard. Albert Dörr, Grvßen-Buseck, l. verw. — Gard. Ludwig Juni, Weiters Hain, tot. — Gefr. Heinrich Nagel, Leusel, Kr, Alsfeld, l. verw. — Gard. Wilhelm Petto, Hattenrod, l, verw. — Gard. Rudolf Schmidt II., Weickartshain, l. verw. — Gard. Karl Schneider, Leihgestern, l, verw. — Unterofs. Karl Modebach, Frau-Rombach, Kr. Lantcrbach, l. verw. — Gard. Gottfried Kötter, Groß-Karben, l. verw. — Gard. Karl Wagner, Muschenheim, l. verw. — Gard. Friedrich Gebhardt, Einardshausen, Kr. Schotten, verw. — Gard. Heinrich Meyer, Rabertshausen, verm, — Scrg, Heinrich Sckrlosser, Elpeniod, Kr. Alsfeld, schw, verw, — Gard. Johannes Köbel, Ober-Wöllstadt, schw, verw, — Gard. Heinrich Pfeffer, Alsfeld, l. verw, — Gard. Karl Schreiber, Eichelsdvrf, Kr. Schotten, verw. — Gard. Philipp Weil, Nieder-Wöllftadt, verw. — Unterost. Wilhelm Rullmann, Gedern, tot. — Unterost. itzonrad Stein, Bobenhansen, schw. verw. — Gest d. Res. Ernst Kleinen, Alten- schlrrf, schw. verw. — Gard. Heinrich Risfer, Eifa, Kr. Alsfeld, l. verw. — Gard. Wolf Schompert, Queckborn, l. verw. — Gard. Heinrich Becker, Ober-Seibettenrvd, l, verw. — Gard. Friedrich Schmitt I., Mrttel-Gründau, l. verw. — Gard. Valentin Steinmann, Dannenrod, Str. Ms selb, l. verw. — Gard. Friedrich Klinkel, Rmtershausen, l. verw. — Gard. Ludwig Nahrgang, Romrod, l. verw. — Gard. Jakob Wallbott, Garbenteich, l. verw. — Gard. Georg Dichl, Billingen, l. »erw. — Gard. Friedrich König, Ober-Lais, Kr. Schotten, l. verw. — Bizeseldw. Heinrich Gaul, Breungeshain, Kr. Schotten, l. verw. — Gard. Martin Jak. Joh. Geiß. Groß-Karben, l, verw, — Gard. Karl Ruckels- hausen, Michelbach, Kr. Schotten, l. vw. — Gard Gustav Serth, Solms-hohdori, Kr. Schotten, vm. — Gard. Will). Gebhardt, Burg Gräfenrode, Kr, Friedberg, verw. — Res. Johann Schmidt, Mittel-Gründau, verw. — Res. Friedrich Engelleitner, Klenr» Mittclgründan, verw. — Gard. Gottfried Wießner, Ober-Ofstek- den, verw. — Gard. Hermann Möller, Mtenschlirs, verw. — Gard. Rudolf Rack, Oberlars, Kr. Schotten, verm. — Res Wilh. Baiser, Rödgen, verm. — Gard. Heinrich Enders, Rodhcim, Kr, Friedberg, verm, — Gard. Wilh. Kaiser, Mittel-Seemen, Kreil Schotten, l. verw. — Gefr Otto Kämmer, Ruppettenrod, tot Gefr. Karl Selanz, Arnsheim, Kr. Alsfeld, ichw. verw — Gefr. Karl Jochun, Ulfa, Kr, Schotten, l. verw. — Gefr. Fried» >sti,nipf, Garbenkeich, schw. verw. — Gard. Fricdrick) Herd, Langcnbergheim, Kr, Büdingen, schw. verw. — Res. Konrav Michel, Rixfcll), verw. Unterost, Karl Westerweller, Melbach, Kr, Friedbcrg, l. verw. — Unterosf. d. Res. Adolf Engel, stttedberg, ,l. verw.,— Eg. Heinrich Schäfer, Rainrod, l. vettv. — Unterosf. d. Re,. Wilhelm Hofmann, heuchclheim, sckw. verw. Vizefeldw. Heinrich Rau, Liederbach, Kr Msseld. tot. — ctzardefüs. Auguit Geyer, Bindsachsen, l verw. — viordesüs. Otto Koch, Rodheim, Kr. Gießen, schw verw — Gardesüs. .'wnrad Wächter, Holzheini, verm. — Gardesüs. Karl Jung, Kl.-Linden, l. verw. — Feldw. hrch. Mom» vercier, b, tot. — Gardcsüs, Ernst Zeiß, Griedel, verm. — Elesr. Heinrich ©cum, Ulla, Kr. Schotten, l. verw. — Unleross Friedrich Jüngling, Slockkerm, l verw. — Serg. Johannes Reihschneider, Burgbracht, Kr. Büdingen, l. verw. (Angehörige des Jnsanterie-Regiments Rr. 118 aus Oberhessen.) Musst Ludwig Hohmann, Giehen, tot. — Musk. Heinrich Braun, Ober Breilenbach, Kr. Msseld, verw. — iWusf. Heinrich Keller, Ober Bessingen, verm. — Fahnen, Unleross. Hans Fritz Karg. Friedberg, verm. — Rdusk. Heinrich Glich, Harheim, Kr. Friedberg, verm. — Res. Karl Orth, Eckarisborn. Kr. Büdingen, veriu — Mnsk. Wilh. Stegmann, Lindheini, Kr. Büdingen, verm. — Res. Georg Walther, Wiesenhol, Kr. Schotten, verm. — Unterost. Fra nt Rack, Oppershofen, Kr. Friedberg, tot. — Mnsk August Tietz, Gilnscnau, Kr. Lanterbach, verm. — Musk. Karl Dainbmaiiil, Büdingheim, Kr. Schotten, verm. — Untcrosi. Rickiard .'uifob. Inheiden, verm. — Musk. Wilhelm Jakob Dochslcin, ''udeirveim. Str. Büdingen, verm. — Mnsk. Engelbert Henkel, Reichlos. str Lauterbach, verm. — Musk. Gottsried Reinhard, Ilbenstadt, Kr. Friedberg, verm. — Mnsk. Heinrich Eckardt, Lauter, verm. — Mnsk Heinrich Hccb, Allendorl, verw. — Mnsk. 'favl Hoimann, Wetterield, Kr Schotten, verm. — Mus!. Otto Gilbert, Birklar, l. verw — Oieir. Heinrich Hartmann, Münster, Kr. Giehen, verm. — Musk. Philipp Böhmer, Geilshausen, tot. — Musk. Felsing, Ober-Gleen, Kr. Alsfeld, tot. — Muss. Land- mauu, Niederseemen. Kr. Schotten, schw. verw. — Musk. Lederin an u, Lick, schw. verw: — Musk. H. Becker, Ruppertsburg, Kr. Selotten, tot. ** Briefsend ungeninfremderSprache. Mit Zustimmung der Militär- und Marinebehörden sind Brief- i e n d u n g e n in fremder 2 p r a ch e nach C esterreicki- llngarn und dem neutralen Auslande voft jetzt ab wieder,zur Posldeförderung zugelassen. Tie Sendungen, die offen sein müssen, lönneu auch durch die Briefkasten nusaeliesert werden. Schwnrgericbt. th. Gießen, 29. September. Gestern vormittag erössnete als Vorsftendcr Landgerichtsrat Reuen Hagen das diesmalige Schwurgericht der Provinz Ober- hessen. Berhandelt wurde gegen den 34 Jahre alten ledigen Tienstknecht Willi Müller ans Rtippertsburg, zu letzt in Betten- hauscu wohnhaft, der angeklagt ist des Verbreckstns aus Kl 761, 173 des StrG. Tie Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Hofmann, die Berleidigung rührte Rechtsanwalt Justizrat Tr. I ii ii g. Es waren 4 Zeugen zu hören. Rach der Anklage soll Müller, der im Jahre 1910 bereits vom Schwurgericht wegen des Versuchs der Vergewaltigung zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, am 13. Juli in der Gemarkung Hungen das gleiche Verbrechen gegen eine Tienstmagd auszusühren versucht haben Tie Verhandlung wurde unter Ausschluß der Oessentlich- leit geführt und batte das Ergebnis, daß die Geschworenen den Angeklagten iür schuldig erklärten und nach Lage der Sache das Vorliegen mildernder Umstände versagten. Ter Gerichtshof er- fanntc darauf auf zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus, unter Abrechnung von 2 Monaten Zuchthaus für die verbüßte Untersuchungshaft. Aivchliche Nachrichten« Evangelische Gemeinde. Mittwoch, den 30. Sevleuider, abends 8 Uhr: Krieqsbetslunde in der Johanneskirche. Psarrer A u s s e l d. vereine unds siegte überlegen 10: l. Bei Gieße» spielten sieben Mitglieder mit, die zurzeit ireiwillig im Jnlanlerie-Regimeiit Kotier Wilhelm dienen. Das Zusamuienspiel der Mannschaft war sehr gut. Die Einnahme, 38 Alk,, wurde dem Roten Kreuz überwiefen. Am kommenden Sonntag spielt die Wetzlarer Mannschaft in Gießen a»i dem Svortplaße a» der Hardt »»d wäre ei» reger tejudi der sportliebende» Piiblikmns sehr erwünscht, da die Ein- »ahme^z»^Gi»pwnd^jteld>iichenKriegsh>1e^erwendl^ Letzte Nachrichten. Was die Franzosen verschweigen. Berlin, 29. Sept. Was die Franzosen verschweigen, darüber schreibt der „Berliner Lokalanzeigcr": Von französischer Seite ist bis zur Stunde der Fall des Forts Camp des Romains, der den Durchbruch unserer Armee zwischen Toul und Verdun nach sich gezogen hat, verschwiegen worden. Diese Verschwiegenheit der iranzösischen Regierung Hai natürlich ihre guten Gründe. Man ist sich in Frankreich wohl bewußt, daß die Riederzwingung dieser bet>cutenden Festung und die damit verbundene, schwere Gesährung des französischen Zentrums, in den neutralen Städten einen schlechten Eindruck machen wird und zieht es daher vor, diese wichtige Nachricht vorläufig zu unterschlagen. In dem französischen Hauptquartier geht man von der richtigen Annahme aus, daß der Fall des Camv des Romains gerade in gewissen Streifen romanischer Länder, besonders in Rumänien, den Glauben an die Widerstandskraft der iranzösischen Arniec jetzt schon zerstören und damit einen Umschwung in der Beurteilung der europäischen Kriegslage nach sich ziehen könnte. Den Franzosen ist es dagegen nach wie vor darum zu tun, in den neutralen Staaten den Eindruck zu erwecken, als wäre es mit der strategischen Lage ihres Heeres am besten bestellt, und sie scheuen daher auch nicht vor dem Mittel der amtlichen Fälschung zurück. Panik auf dem französischen Geldmarkt. Berlin, 29. Sept. In einem Arftkel „Borboten des großen Krachs" glaubt die „Tägliche Rundschau" Voraussagen zu können, daß die heute schon den französischen Geldmarkt ver - w ü st e n d c Panik irur noch wilder und die Flucht der Millionen ins Ausland noch allgemeiner werde, weiiii die 300 000 Depot-Einleger keine Dividende vom Crckit Lvonnais erhielten. Am Schlüsse des Artikels heißt es: Ter französische .Krach und das Versagen der Millerundschen Heeresverwaltung kann den raschen Abstieg der Poincarsi, Delcasss uim. nur noch beschleunigen. Briand, der dieser Firma geistig wett überlegene Exgenosse, steht um kühl zu ihr und wartet seine Diktatorstundc ab. Das L-chwanken der Regierungs- männer zwischen Bordeaux und Paris untergräbt den Rest von Ansehen, der ihnen noch verblieben ist. Daran, daß diese Republik im Sterben liegt, ist nicht mehr zu zweifeln. Englands Handelskrieg gegen Deutschland. Berlin, 29. Sept. Warum Englands Handelskrieg gegen Deutschland scheitern muß, wird von dem Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Heinecken, im „Berliner Tageblatt" ausführlich besprochen. In England erkenne man bereits, wie sehr man sich mit dem Handelskrieg, den man gegen uns entfesselte, ins eigene Fleisch schneide. Die Qualität der deutschen Volkswirtschaft und der deutschen Waren, die in immer steigendem Maße in den letzten Jahrzehnten die Alleinherrschast der nachlässig und bequem gewordenen englischen Expornndustrie untergraben^ hatte, würde sich, sobald die ft eie Konkurrenz 'wieder in ihr Recht trete, siegreich behaupten. Märkte. Gießen, 24. Sept Marktbericht Au! den, heutigen Wockienuiarkte kostete: Butter das Pfund 1,10—1,30 Mk,: Hühnereier 1 Stück I0Pig., 2 Stück 00 Pfq.; Enteneier 1 St. 0 Psg„ 2 Sl, 00 PIq.: Gnnseeier 1 St. 0-0 Piq„ 2 St. 00 Psg,: Käse las Stück 10 — 12 Big,, Kaseinaite 2 Stück 5—8 Psg.: Taube» das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk., Hahne» las Stück 1,50 - 3,00 Mk., Enten das Stück 3,00-4,00 Mk., Gänse das P!d. 00—GO PI,.: Welsche 4—5Mk.: Ochienfleiich das Psd. 86—96 Pia., Rindfleisch das Pinnd 90—94 Psg., Kuhfleisch 80 Psg., Schwei,>e- sleisch das Pinnd 70—86—96 Pig , Kalbfleisch das Ptd. 70—7 > Psq„ Hannnelfleisch 1 PId. 70—96 Pig.; Kartoffeln im Zentner3,5 I Mk„ imPsnnd 4 Psg., Weißkraut das Sl.^—löPig.: Zwiebeln der sttr. 6,00-8,00 Mk.: Milch das Liter 22 Psg.: Aepsel der Zentner 8—15 Mk.: Birnen da? Pinnd 8—15- Psg, Nüsse 100 Stück 60 Pig,, Zwetschen der Zentner 6—8 P!ark. — Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. 1c. Franksnrt a. M., 28. Sept. (Oria.-Teleqr. des „©te'i. -'nz.'i Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktoreii!. Weizen shiesiqerl Mk. 26.00—26.50, Kurheinjcher Mk. 26 0»-26.50, Wettcraner Mk. 00,00 - 00.00, Roggen shiesigers Mk. 23.00 -23.25, Gerste sWettecaner, Mk. 22.00-22.76, Gerste. Franken, Pfälzer, Rie» Mk. 2 .00—22.75, Haler Mk. 23.00—23.20, Mais Mk. 00.00 - 00.0», Weizenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Weizenmehl I Mk. 00.00 —00.00, Weizenmehl III Mk. 00.00 - 00.00, Roggenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 00.00—00.00, Rogqenmehl I Mk. 00,00— OO.'X), Weizenklei« Mk, 0.00 —0.00, Weizenschalen 'Ulf. 0.00—0.00, Roggen» Ileie Ml, 00.00 -00.00, Malzkeime Mk. 00.00—00.00, Biertreber 00.00 - 00,00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alles „er 100 kg ab hier. fc. Frankfurt a. M», 28. Sept. (Orig.-Telegr. des „Gießener Anzeigers".) K a r t o s s c l in a r k t, Man notierte: Kartoffeln m Wag ons Alk. 5,25-5,50, im Kleinhandel Mk. 6,00—7,00 für je 100 kg. lc. Frankfurt a. M. V i e h h o i m a r k t b e r i ch I vom 28. Sept. Austrieb: Rinder 1648, Ochsen 366, Bullen 124, Kühe und Färsen 1158, Kälber 374, wchake 130, Schweine 2223. Tendenz: Geschäft in Ochsen und Kälbern lebhait. später La», Schale ruhig, Schiveine rege; bei Rindern und Schweinen lleberstand. Preis für 100 Pis. Ledend» Schlachtgewicht Ochsen. Mk. Pig. 7 rllfleiichige, ansgeniästet-, höchsten Schlachtwertes, 4—7 Jahre alt....... 52—58 95-100 die noch nicht gezogen haben lnnqejochtes . . 48—51 90-94 Junge flciichiqe, nicht ausgemästete uns ältere ausgemästete............ 44—47 81—87 Bullen. Bollkleilchsge, ausgewachsene. I-öchsten Schtach'v, 44 -47 Vollfleischige, jüngere..........40—43 Mäßig genährtt junge u. aut genährte ältere 36-39 Färsen. Kühe, Bolllleilchig» ausqem. Färsen höchst. Schlachtw, 41—44 Pollfieischiga aukgeinästeteKüh«höchstenSchlach- wertes bis ,» 7 Jahreir........38 -43 iventg gut entwickelte Färsen.......36—40 ältere ausgemästete Kühe......... 34—37 Mäßig genährte Kühe und Färsen.....23—33 ' ering genährte Kühe uns Färsen .... 23—27 73- 78 70-74 65-70 74— 80 70-75 70—73 62-70 56-60 52-61 Kälber. Leinste Maltkälber ... .... 5t-56 90 - 93 Mittlere Mast- und beste SangkAb«. . . . 50 - 54 85 - 92 Geringer« Mast- und gut: San,käldr: . . . 44 - 48 75 - 81 S ch a' Stallinasticha!« Mostlämmer »ns jüngere Masthrmmel . 42—17 92 94 Schwei n!. Bollfleischig- Schweine r>ou80-10» Lebendgewicht ........50.01—53.0) 61 . 00—86 11 Voll fleischig; Schwein» »nt« 80 k» Lebendgewicht ........ 50.01—58.10 63.10— 63» Pollfleischtq» Schweine von 100—120 r; Lebendgewicht ........ 50,00 - 53.0 ) 64,00 — 66 )1 tzollfleischige Schweine oort 180—l»»n Lebendgewicht . . ...... 50.01—58.00 64.01—66.00 Svorr. — Der Verein sürR äsen spiele spielte am Sonntag in Wetzlar gegen eine Städtemaimjchait der Wetzlarer Fußball- Tie deutschen Flieger Uber Paris. Berlin, 29. Sept. Daß über Paris am 27. September nicht ein, sondern zwei deutsche Flieger aus einer „Taube" erschienen sind, wird dem „Berliner Tageblatt" über Turin be- stäftgt. Ter zweite Flieger erschien nachmittags über Passy und war 'einem heftigen Gewehrseuer ausgesetzt. Er hatte mrr Zeft, eine einzige Bombe herabzuwersen, weil die inzwischen von Jssh les Maulrneauz herbeigeeilte französische Fliegerabteilung sssart Jagd auf ihn machte. Aus Norwegen. MDB.: London, 29. Sept (Nichtamtlich.) Die norwegische Regierung hat zur Bezahlung des Dienstes ihrer auswärtigen Schuld 600 000 Pfund Sterling Schatzwechsel an das Londoner Bankhans I. C. Hambro Son begeben. Ter Zinsfuß beträgt 7 Prozent. Die beschlagnahmte Jacht des Herrn Krupp v. Bohlen und Halbach- Berliu, 29. Sept. Unter den von den Engländern beschlagnahmten Fahrzenaen befindet sich einer Rotter« damer Meldung der „Deutschen Tagesztg." zufolge auch die Jacht des Herrn Krupp v. Bohlen und H a l l> a ch. Das Prisen- gcricht hat gestern die Einbehaltung des Schisses angeordnek. Die Kruppsche Jacht „Germania" war seinerzeit in Southampton ein- getrossen, um an der Regatta in Coives teilzunehmen. Aus dem Orient. (WDB.) .Konstantinopel, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Die Leuchttürme von Kara Burun und Jninda an der europäi- schen und von Schile an der asiatischen Küste des Schwarzen Meeres nahe dem Bosporus sind >nieder angezündet worden. Eine gute Maßregel der Militärverwaltung in Halle. Dalle (Saale), 29. Sept. Die Militärverwaltung in Halle an der Saale hat dem „Berliner Tageblatt" zufolge zur Linde- rungderNotder Arbeitslosen den Weißenfelser Schuhfabriken einen Auftrag in Militärsfiefeln für 2 Millionen Mark gemacht. Der Eintritt des Prinzen zu Wied ins deutsche Heer. Berlin, 29. Sept. Der Wiedereintritt des Prinzen zu Wied in die deutsche Armee ist nach einer Wiener Meldung der „Bvsjischen Zeitung" dem Prinzen in Wien empfohlen worden, nachdem er sich erkundigt hatte, ob mau seine Beteiligung am Kampfe in den Reilzen des deutscheii Heeres billigen werde. Neue Briefmarken i» Oesterreich-Ungatn (WTB.) Wien, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Vom -4. Oktober ab werden während der Dauer der kriegerische» Ereignisse neue Briesuiarken zu 5 und 10 Hellern mit einem Aufschlag von je 2 Hellern ausgegeben. Die aus dem Aufichlag sich ergebende Summe wird zur llnterstütziiug der Witwen und Waisen gefallener Krieger verwendet. Ein Aufruf der Deutsch-Amerikaner. Berlin, 29. Sept. Alle Zeitungen der Vereirngten Staaten haben einen Aufruf an die Deutsch-Amerikaner veröffentlicht, der in slammenden Worte» gegen die Aufbietung der Javaner durch die Engländer zum Kancpse gegen Deutschland protesfiert. Unwetter in Berlin. Berlin, 29. Sept. In den gestrigen Nachmittags- und Abendstunden wütete i» Berlin ein von außerordentlich starken Regensällen begleiteter, orkanartiger Sturm, der zahlreiche Schäden und Verkehrsstörungen mit sich brachte. Mehrere Personen sind erheblich verletzt worden. Ein Grubenbraud. Saarbrücken, 28. Sept. lPriv.-Tel.) Das Fettkohlenflbz unter dem Delbrück-Schach! mit Grube Luiscuthal steht seit heute früh in Flammen. 2 7 Grube npf erde sind erstickt ausgesunden worden Das Feuer ist durch ein bei Schmiedearbeiten van oben den Schacht huruntcrfallendes rotglühendes Stück Eisen, das gerade ans die Einmündung der Wetterführung in Kohlen fiel, verursacht worden. Die Kohlen entzündeten sich und der Luftstrom trieb den Brand dmch das Flöz, in dein Schlagwetter entzündet wurde. Das Feuer wurde abgedämmt. Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Llug. Go etz, Einen ganz neuen Weg um den Segen eines Fabrikats den weitesten Kreisen zugängig zu machen, beschnom Sommer dieses Jahres die Providol-Gesellschast m. b. ft A forderte nämlich das gesamte Pichlikum auf, selbst praktische sg?* schlage zu machen, und derartige von den Verbrauchern gegAs' Anregungen sollten durch Preese im Betrage von 12 000 MQ prämiiert werden. Ganz überraschend groß war der Erfolg m,i! er zeigte, welcher Beliebtheit sich die Providol-Seife ersreul. % Preisverteilung ist bereits erfolgt und wird ein namentliches zeickniis der Preisträger kostenlos jedem Jnteressenteii von der oidol-Gesellschast m. b. £>., Berlin N. W. 21, gern überf an £’ Amtlicher Teil. Belr.: Das vorzeitig« Schlachten von Vieh. Zu Nr. M. d. I. II 5960 Ail die Großh Krrisämler. Unter Bezugnahme aus die Bekannttnachaing des Reichsi^^„ lers vom 11 l Mts. und unsere Bekanntmachung vom 16. l. % betr. das Verbot des vorzeitigen Sckilachtens von Vieh iabgedriilft in Nr. 218 der Dormslädter Zeitung und Regierungsblatt Nr. Zz, teilen wir Ihnen im Nachstehenden die von dem Königlich ßiichen Minister für Landwirfichast, Domänen und Forsten o- lasseneu Aussührungsvorschristeu unter dem Hinweis mit, p,» aus Preußen cingesuhrte weibliche Rinder unter 7 Jahren guck innerhalb des Groslttrzvgtums geschlachtet werden dürfen, wg,n die fiir Preußen gültigen Ausweise vorgelegt werden. Ta fiir Preußen ein Verbot hinsichtlich der Scklweine bjz jetzt nicht erlassen ist, steht der Schlachtung von aus Preußkn cingesühtten Schweine» unter 80 Kilogramm Lebmdgeivicht nichts entgegen. " 4, armsladt, den 21. Septenrber 1914. Großherzogliches Ministertum des Innern. I. B.: H öl z in »er. Ausführungsbestimmungen zu der Bekanntmachung des Stellvertreters bei Reichskanzlers vom 11. September 1914, betr .Verbot des vorzeitigen Schlachtens von Vieh (Reichs-Gcsetzbl. S. 4051 1. Gemäß Kl ivird von dem Verbot ausgenommen Werbemastvieh aus solgenden Gebieten: im Regierungsbezirk Schlei- w i g aus den Kreisen ^Eiderstedt, Husum, Norderdithmarschen, Schleswig, Sleiuburg, Süderdithmarschen, Tandem: im Regj^ rungsbezirk Stade aus den Marschgebieten der Kreise Hadeln, ^h. dingen, Neuhaus, sowie der Kreise Achim, Blumenthal, Gaeßs münde, Lehe, Verden: im Regierungsbezirk Osnabrück ans den Kreisen Aschendors und /Bersenbrück: im Regi.nmngsbeNft Düsses dort aus den Kreisen Eleve, GAdem, Kempen, Mxri. Rees: im Regierungsbezirk Köln nies den Kreisen «tzmnmsi. bach, Mülheim (Rhein», Sieg, Waldbroel, Wipversürth. 2. Für das voni Verbot ausgenommene Weidemastvieh tz» 1 > sind, falls cs außerhalb des Kreises seines Ursprungsortes geschlachtet wird, Ursprungszeugnisse belzubringm. Tie Ursprungszeugnisse sind von den Gemeindevorstehe» (Gutsvorstehem auszustellen. Aus ihnen müssen zu eriehen sein/ Geschlecht, Farbe, Abzeichen, das ungcsä!>re Alter, sowie etwaige besondere Kennzeichen iOhrmark", Hautbrand, Hombrand, Fach- zeiche», Haarschnitt usw.) der einzelnen Tiere: semer der Ur. sprungsort und der Name des Viehhalters, aus dessen Veftcate das Vieh stammt. Auch müssen sie die Angaben enthalten, dag die Tiere die Eig«nsck>ast von Weidemaswieh haben Die Gü< tigkeitsdaucr der Urspmngszeugnisse beträgt zwei Wochen, von der Ausstellung an gerechnet. 'Die Ursprungszengnisie sind bei der Schlachtung den amtLch« Fleischbeschanem vorzulegen und von diesen zu vernichten. Eines Urspmngszeugnisses bedan es nickst, sosem der Ur- svmngsort des Biehö durch andere behördliche Zeugnisse zuverlässig nachgewiesen wird 3. Ws Behördm, die gemäß ß 2 in Eiuzeliällen bet Borliegen : eines dringmden wirtsckwftlichen Bedürfnisses Ausnahmen von dem Verbote zulassen können und denen die gemäß S 3 vorgenommenen Schlachtungen anzuz ige» sind, werden die für de» Schlach- tungsort zuständigen Ortspolizeibehördm besfimmt, üliisnahmen gemäß. 8 2 können jedoch auch von der für den Wohnsitz des Eigentüniers des Viehs zirständigm OrtAvtzei- behörde -ugelassen werden In diesen Fällen find für das Bied stets iftsprungsznignis e bfizubringen, die den Bestimmungen zu 2 Abs. 2 entsprechen imd mit einer Besck>einigiing der Ortspolizei- behörde über die Zulassung der Ausnahme versehen sein müssen. Tie Ursprungszeugnisse sind bei der Schlachtung den amtlichen Fleischbeschauern vorzulegen und von diesen zu vernichten. 4. Beim Schlachten von Vieh, das nach 8 1 Satz 2 von dem Verbot ausgenommim oder für das nach § 2 eine Ausnahme von dem Verbot zugelassen ist, muß, falls der Urlprungsort des Viehs in außerpreußisck'eii Bundesgebieten liegt, das Vorhrndensem der Voransselmngen für die Zlilässigkeit der Abschlachtung zuverlälstg nachgewiesen werden. 5. Ausnahmen gemäß § 2 dürfen nur in Einzelfällcn zu gelassen werden. Sie kommen in der Regel nur in Frage bei einer besonderen wirtschaitlichen Notlage des Eigentümers des Viehs oder in Fällen, in denen ein dringendes Fleischbedürsnis (z. B. ba der Versorqirng von Krankenhäusern, Lazaretten: aus andere Wesir nicht genügend bn'riedigt werden kann. Berlin, den 15. September 1914. Ter Minister für Landwirtschoit, Domänen und Forsten. Freiherr von Schorlemer. Bekanntinachung. Betr.: Feldbereiiiiguug Holzheini: hi ei: Trainagen. In der Zeit vom l. bis einschließlich 14. Oktober l. I. liegt auf Großh. Bürgermeisterei Holzheim das Pro,eit über Drain,ernng von iönrndstücken in den Fluren V und VH der iöemarkung Eberstadt und in den Fluren V und XV der Gemarkung Holzheim zur Einsickst der Beteiligten. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ansschtusses innerhalb der obenangegebenm Ofienlegungssrist bei Großh. Bür- gernleisderei Holzhcim )chriftlicii einzureichen und zu degrünben. Friedberg, den 24. August 1914. Der Grösst,erzogliche Feldbereinigungskomissär: Schntttfpahn, .Kreisamtmann. Bckanntmachun«,. Betr.: Feldbereinigung Leihgestern: hier die Gceuzregulterung«» mit Großen-Linden, Ober-Stkinberg, Watzenborn-Stem- berg irnd Schiftenberg. Mir Entschließung vom U. Juni 1914 hat Groß,herzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, .Handel und Gewerbe den ZuteilungSplan über die den Nachh.rrgenmr- kimgen Großen-Linden, Ober-Steinberg, Watzenborn-Steinbergund Schiffeiiberg zugezogcnen Grundstücke auf Grund von Wstikel 36 des Feldbereinigungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachimg vom 7. Juli 1906 für vvllziehbar erklärt. Ich bestimme nunmehr als Zeitouukt der Ausführung lEigen- tumsüberganw den 1. Oklober 1914 und übcriveise mit Wirvmg von diesem Tage den Beteiligten die neuen Grundstücke. Die Ueberweisung erfolgt unter solgenden Bedingu7«gen: 1. Meliorationen können aus''den neuen Grundstücken ailcb fernerhin vorgenommen werden. 2. Die beteiligten iörundeigeniümer müssen sich eine Veräuöe- rnng der Zuteilung gefallen lassen, die infolge der 'S«*“ sührung von Meliorationen, der Anlage von Wegen, Gräben oder aus sonstigen Gründen innerhalb der Zeit der illussüdrmrg dieser Arbeiten notwendig wird. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem BonitäkSwerk vergütet bezw. zugeschriebe» Friedberg, den A4. September 1914. Der Grobherzogliche Feldbereinigungskomissär; Schnittspahn, Kreisamtmann,