lr. 228 Det Sletzener Anzklgkk rschcint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: nermal wöchentlich iiebener^amiliendlätter; wcimal wöchentl.iireir- latlfürdenirreirAiehen Dienstag und Freitag): weimal monatl. Land- -irtschastlichr Seitfragea lernsprech - Anschlüsse: är die Redaktion 112, ierlag ». Expedition öl l breite tür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige» Ir die Taqesnninmer is vormittags 3 Uhr. Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag. 29. erAmeiger Dienstag. 29. September 19$ General-Anzeiger für Oberhessen B-zugdprctS: monatlich75Ps.,v>erlet- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: Surch diePost Mk.2.— Vierteljahr!. ausschl. Beslellg. Zeilenpreis: lokallöPf, auswärts 20 Pisnniq. Chesredakteur: A. Goetz. Perantworllich sür den polit. Teil: Aug. Goetz: für .Feuilleton', »Vermischtes' und.Gcrichts- saal": Karl Rcurach; iür „Stadt »ud Land": Kurt Bendt; sür den Rotcttiülrsdnrck und Verlag der Srühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7 . Anzeigenteil: H. Beck. Der letzte französische Rriegsberichi. Mmpse in Afrika. Rems m® Balkan. Paris, 28. Sept. (Ctr. Fickst.) In einem am 27. September nachts 11 Uhr ausgegebenen Bulletin heißt es u. a.: „Dre Deutschen haben in der Nacht vom 25. auf den 26. und bis zum 27. bei Tag und Nacht auf unserer ganzen Front unaufhörlich mit unerhörter Heftigkeit ihre Angriffe erneuert, mit dem offenbaren Zweck, unsere Linie zu durchbrechen. Die gesamte Anlage der Angriffe beweist, daß Instruktionen vom Oberkommando gekommen sein müssen, eine Lösung der Schlacht zu suchen. Tie französischen Konrmaudostellen teilen mit, daß die Stimmung der Truppen -trotz der riesigen Anstrengungen ausgezeichnet s e i." Die deutsche Heeresleitung hat heute bis .zur Stunde inen Bericht über die Lage aus gegeben. Wir wissen jedoch, rch wenn wir die obige Pariser Meldung nicht zur Kenntnis uunnrnen hätten, daß die deutschen Angriffe, die bei Verdun - erfolgreich waren und tveitere günstige Wendungen beriechen, mit aller Kraft fortgesetzt werden. Es ist bezeich- :nd, daß die Franzosen und Engländer, die bei Beginn eses Krieges in Lügen und Herabsetzungen der deutschen enrühlungen sich nicht genug tun konnten, jetzt beinahe weltfern, unsere Erfolge festznstelllen und uns Gerechtigkeit iderfahren zu lassen. Wenigstens insoweit die Kriegsersolge . Betracht kommen; die Berteumdungen über angebliches rrbarischcs Vorgehen der Deutschen bei der Beschießung >n Reims dauern dagegen fort. Eitrige Engländer und Jta- ener waren indessen so vernünftige anzuerkennen, daß die rutschen Truppen korrekt vorgegangen sind und daß die ranzosen die Benutzung der Turme jener Kathedrale zu eobachkungsstationen hätten unterlassen müssen. Daß deutsche Luftschiffe und Flieger vielfach über den cruptstädten in Feindesland schweben, während in urw ren deutschen Landen von feindlichen Fliegern nichts zu hcn ist, beweist doch auch, daß tvir den Franzosen, Eng-- urdern und Russen „über" sind. Am Sonntag hat die fran-t isische Hauptstadt wieder einen deutschen Flicgerosfizier ich in den Lüften zu Gast gehabt; er hat jtoct Bomben rrabgeworfen, die nicht viel Schaden cmrichteten, hat ier im übrigen die Höflichkeit besessen, sich mit seinem amen vorzustellen: die zweite Bombe soll nämlich! nach ner nicht ganz zweifelsfreien Pariser Meldung eine lagge getragen haben mit dem Namen des liegers „von der Decken". Am selben Nachmittag soll ein eiterer dentscher Flieger über Paris gewesen sein, und Ber- ilaungen haben, wie von dort gemeldet wird, wiedernm ichts ausgerichtet. Das Reuter-Bureau aber hat das Bc- ürfnis, den deutschen Zeppelinen eins auzuhängen. Ein uftschiff soll über Warschau gewesen und zwei Bomben erabgeworfen haben, dann jedoch bei Modlin herunterge- hossen worden sein Die Besatzung werde gefangen gehaltener halten diese Meldung für müßigen Schwindel. Die „neue englische Armee". Amsterdam, 28. Sept. sWTB. Nichtamtlich) In inem Artikel der gestrigen Londoner „Tinies" heißt es: 2an zweifelt in E n g l a n d sehr an der Tüchtigkeit er neuen Armee, und jedenfalls ist auch ein großer Man- el an Offizieren wahrscheinlich, besonders da infolge er Ricsenverluste die meisten Offiziere schon jetzt nach Frankeich gehen. Für die neue Armsee werden also nur wenige >ssiziere übrig bleiben. Ein Zeppelinlustschiff über Flandern. Ostende, 27. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Zeppe- inlustschifs unternahm in der letzten Nacht eine neue ötreiffahrt, ohne jedoch über Ostende zu kommen. Es überlog Almoet, Gent und Depnze, wo es um 1.30 Uhr fünf Bomben rars. Darauf wandte sich das Lufsschifs nach Thourout in der kichtung auf Cortrai-Tournai und schlug schließlich die iichtung nach Osten ein. Eine „Taube" über Paris. Paris, 27. Sept. lWDB. Nichtamtlich.) Eine „Taube" log heute vormittag ess Uhr uMer dem Schutze des Nebels über l a t i 3 und warf in der Umgebung des Einelturmes mehrere öomben. Eine fiel in die Avenue de Trocadero, tötete einen öreis und verwnndetc seine Tockter. Man glaubt, daß die Bom- en für die Funkenstation des Eiffelturmes bestimmt waren. Englischer Millisterbesuch in Antwerpen. lWTB.) Berlin, 28. Sept. Ter britische Minister Mc. Kenna ist von London kommend in Antwerpen ingetroffen. Ter Schaden an der Reimser Kathedrale. (WTB.i Rotterdam, 28. Sept. Ter „Nieuwe Rot- erdamsche Courant" gibt Berichte englischer B later wieder, aus denen hcroorgeht, daß, obwohl die Kathcß >rale von Reims unersetzliche Verluste erlitten hat, nian es licht sagen könne, daß die Kirche „zerstört" sei. Ein engli- cher Korrespondent sagt: Die französische Regierung mußte iröbltch schlecht unterrichtet sein, als sie der Hielt bekannt iah, daß von der Kathedrale in Reims nur noch ein T r ü m - nerhaufen übrig sei. — Das Gebäude ist nach Meldun- icn eines anderen Korrespondenten ziemlich unversehrt, doch ind die Fenster beschädigt und alles Holzwcrk im Innern »ernichtet. An dem westlichen Giebel wurden Bilder be- chädigt, aber das steinerne Gewölbe, der Turm und andere Teile des Baues sind gänzlich unversehrt geblieben. Die ostbaren Gobelins und die Gemälde sind bereits während der Besetzung der Stadt von den^Teutschen sortgeschasft wor- I den. Die Strebepfeiler an der Südseite sind beschädigt und an der Nordostecke zerstört. Viele gemalte Fenster, ausgenommen im Ostgicbcl, sind erhalten. Ter Hanplschaden ist dadurch entstanden, daß die zu Reparaturzwccken errichteten Gerüste in Brand gerieten und brennende ^Balken Dachstnhl und Seitenschiff in Flammen setzten. Der Schaden ist groß genug, doch lange nicht so groß, als man anfangs angenommen hatte. Rom, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Gior- nale d'Jtalia" brachte gestern abend eine Zuschrift von Domenieo Gwoli, der schon in einer Protestversamni' lnng gegen die Beschädigungen der Kathedrale von Reims in gerechter Weise gegen die Ucbertreibungen Stellung genommen hatte. Gwoli bittet das Blatt, zwei Dokumente zu veröffentlichen, deren Vorgeschichte er kurz skizziert. Er schreibt: „Gestern sagte ich-, daß die Schäden in Reims bewiesen seien, und daß der Krieg an sich barbarisch sei. Wer könMe zweifeln, daß Frankreich die zivilisierteste Natron ist? Und doch beschossen sie im Jahre 1849 unser „Rom". .Um dieser Worte willen gab es vielen Lärm in der Versammlung. Einige junge Leute scheinen mir nicht glauben zu wollen. Deshalb bäte ich, folgende zwei Tolumcntc zu veröfienUichen. Ter Senator von Rom Advokat Strubmcttl und fünf Konservatvren wandten sich am 24. Junr 1849 au die Konsuln der verschiedenen in Rom vertretenen Staaten mit der Bitte, bei dem General -Oudinet wegen der Einstellung des Bombardements vorstellig zu werden. Sie schrieben folgenden Brief: Seit 22 Tagen werten französische Truppen Geschosse auf das Wohnviertel dieser Stadt, sie beschädigen auch den Tempel uno dre bedeutungsvollsten Monumente. Ter Brrcs weist darauf hm, daß zahllose Unschuldige bereits getötet worden seien, und daß auch die Vertreter der großen zivilisierten Nationen nicht untätige Zeugen einer derartigen', barbarischen Handlungsweise gegen die Stadt und die Baudenkmäler par excellence bleiben köm.-e'.' Ter -nglrsche Konsul als Doyen richtete daraufhin an Oudinet einen Brief, in dem er u. a. namens seiner Kollegen energischen Einspruch gegen die siauzösische Handlungsweise erhob, die nicht nur Gut und Leben friedlicher Neutraler und von Kindern und Frauen aufs Spiel setze. Außer zahlreichen Menschenopfern habe das Bombardement auch die Zerstörung von Hauptwerken der schönen Künste, die nie ersetzt werden könnten, auf dem Gewissen. Man erwarte, daß das Bombardement eingestellt werben ^würde, um eine vollkommene Zerstörung der monumentalen Stadt, die unter dem moralischen Schutz aller Nationen stehe, zn verhindern. „Giornale d'Jtalia" druckt ferner einen Brief von Ugo Ojetti ab, der darauf hinweist, daß in Krakau; wichtige altitalienische Bauwerke sind, nämlich der Palast Sigismund des Großen, erbaut 1502 bis 1520, von einenr toskanischen Architekten, ferner die Kathedrale, in dem die Russen ermahnt werde», bei einem eventuellen Bom-j bardcment Krakaus diese Gebäude zu schonen. B e r l i n, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In der „Associazione artistica internationale" fand am Samstag eine Protest Versammlung gegen die Beschießung der Kathedrale von Reims statt. Nach dem uns vorliegenden Bericht soll der Vorsitzende, Architekt Bazzani, einleitend erklärt haben, es sei unmöglich, nicht gegen die Zerstörung von Löwen, Mecheln und Reims zu protestieren. Zahlreiche Zustimmungserklärungen wilrden verlesen. Ebenso wurde ein würdiger Gegenvrotest der in Rom lebenden deutschen Gelehrten und Künstler zur Kenntnis gebracht. T-as Ergebnis der Aussprache, in welcher auch zum Abwarten mahnende Stimmen sich vernehmen ließen, war die Annahme einer Tagesordnung, in welcher gesagt wird, der Schutz, welcher dem Roten Kreuz gewährt wird, werde von den internationalen Abmachungen auch den Kunstdenkmälern zugebilligt. Man protestiere gegen die Beschießung gothischer Bankunstwerke und appelliere nicht nur an neutrale Mächte, sondern auch an Deutschland, damit es diese Monumente respektiert, die nicht einem Volke, sondern der ganzen Menschheit angchören. — Tie Angehörigen der „Associazione arfistica internationale", welche diesem Protest zugestimmt haben, verkennen durchaus die Situation. Möglichste Schonung der Baudenkmäler ist von jeder Kulturnation anerkanntes Gebot und wird außerdem durch internationale Vereinbarungen den Belagernden und Beschießenden allerdings zur Pflicht gemacht. Die deutschen Truvven sind mit der größten Schonung dcmgemätz verfahren, wie insbesondere das imniilen von Häusertrümmern wohl erhaltene Rathaus von Löwen beweist. Voraussetzung ist aber, daß solche Bauwerke n i cht g l ci ch z ei ti g , u m i l,it ä ri s chen Zwecken Verwendung finden. Es ist amtlich seitgestellt, und die Franzosen haben dem nicht zu wlversprechen gewagt, daß die Kathedrale von Reims unter dem Schutze der weinen Fläggeals militärischer Beobachtungsposten benutzt oder richtiger mißbraucht worden ist. Nicht die Deutschen, sondern die Franzosen haben also gegen das Recht der Kultur gehandelt. Die Herren von der „Associazione arti.llca internationale" hätten ihre Entrüstung an die sranzösische Adresse richten sollen, und was Löwen und Mecheln betrifft, an die belgische. W i r D e u t s ch c lehnen ihren Protest ab. Keine scindliche» Schiffe in der Ostsee. (WTB.) Berlin, 28.Sept. In den letzten Tagen waren in Schweden Gerüchte verbreitet, daß es englischen Unterseebooten gelungen sei, in die Ostsee einzudringen. Mit diesem Gerücht wurde die vorübergehende Einstellung der Fahrten des auf der Saßnitz—Trelleborger Route verkehrenden deutschen Dampfers „Preußen" und das Ausbleiben der regelmäßigen Fahrten der auf der Route Lübeck — Kopenhagen — Malmö verkehrenden deutschen Dampfer in Verbindung gebracht. Diese Gerüchte sind nach einer Kopen- hagener Meldung des „Berliner Lokalanzeigers" vollkommen unbegründet. Die Hilsstätigkeit in Ostpreußen. Berlin, 28. Sept. Zur Beseitigung der Kriegs- v e r w ü st u n g e n in Ostpreußen werden in den nächsten Tagen abermals 2000 Arbeiter von Dresden nach Ostpreußen abgehen. Sicgcstrophäen für Tilsit. Zur Erinnerung an die schwere Zeit der Besetzung dev Stadt Tilsit durch die Russen hat der Gouverneur von Königsberg der Stadt Tilsit eine Reihe von Siegestrophäen überwiesen. Die Uebergabe erfolgte nach der „Tilsiter Ztg." am Samstag durch einen General bei strömendem Regen. Auf dem lociten Platze vor dem Rathanse hatten in einem offenen Viereck der Kriegervcrein, die übrigen militärischen Vereine und die Tilsiter Schützengilde mit ihren Fahnen Aufstellung genommen, um sie herum wohnten auf dem Fahrdamm und aus den Bürgersteigen viele Hnn!- derte von Bürgern der Stadt und zahlreiche in der Stadt einquartierte Landwehrleute der Feier bei. Auf dem Bürgersteig unmittelbar vor dem Rathause hatten die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung Aufstellung genommen. Punkt 5 Uhr marschierte unter Führung eines Majors eine Landwehrkompagnie vor das Rathaus. Dann fuhren zwei erbeutete russische Geschütze vor, denen eine weitere Landwehrkompagnie mit erbeuteten russi-, scheu Gewehren folgte. Der General hielt darauf eine Ansprache, in der er sagte: Herr Oberbürgermeister! Die Stadt hat Schweres erlitten, aber Ihre weise Führung hat sie das Schwerste nicht erleiden lassen. Sie haben sie durchgebracht durch all die Unbilden, so daß man ihr heutigentags kaum etwas ansieht, ihr kaum ansieht, daß die Russen hier gewesen sind, seitdem die Gesichtsfelder ringsum in Ordnung gebracht sind. Sie werden diese Waisen voraussichtlich so aufstellen, daß die Einwohnerschaft von Tilsit sie sehen kann; die Gewehre, so vermute ich, im Vestibül des Rathauses, die Kanonen vor dem Rathause. Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf himveisen, daß diese Waffen des Feindes für uns die Erhärtung dessen sind, daß das Deutsche Reich stark sein muß, wenn es Ruhe und Frieden und Platz für seine Entwicklung haben will. Und iveiter möchte ich daran erinnern, daß sie ein Zeichen sein sollen dafür, daß Einigkeit stark macht. Noch niemals, wo Deutschland fest und treu zusammengestanden hat, ist das Deussche Reich geschlagen worden, noch niemals! Oberbürgermeister Pohl, der wegen Einsetzung seines Lebens in der Russenzeit zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden ist, erwiderte: „Die außerordentliche Ehrung, die der Stadt Tilsit zuteil geworden ist, wissen wir zn würdigen, und wir werden bemüht sein, uns diesep Ehrung auch würdig zu zeigen. Die Geschütze und Gewehre' werden auch weiterhin uns und die nachwachsenden Enkeh- geschlechter erinnern an das Dichterwort unseres Freiheitsdichters Max v. Schenckendorff, dessen Denkmal wir vor uns sehen, und an die Wvrttz, die dort eingegraüen stehen: „Ich will mein Wort nicht brechen. Will reden und will sprechen Von Kaiser und von Reich." Deutsche Fürsten auf dem Kriegsschauplatz. Stuttgart, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Del Kaiser hat dem Fürsten von Hohenzollern für seine Teilnahme an den Operationen des 14. Armeekorps das EiserneKreuz erster und zweiter Klasse verliehen. Oldenburg, 28.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der G r o ß h e r z o g hat sich heute morgen wieder auf den w e st- lichen Kriegsschauplatz begeben. Außer ihm verließ eine Anzahl Automobile mit Liebesgaben für die oldenbuv- gischen Truppenteile die Stadt. Die in Frankreich zurückgebliebenen Deutschen. Berlin, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Nach Zeitungsmeldungen aus der Schweiz soll wegen Erlaubnis zur Heimreise deutscher Frauen und Kinder und nicht wehrpflichtige Männer, die in Frankreich festgehalten sind, zwischen der deutschen uno französischen Regierung eine Verständigung getroffen sein. Die Nachricht ist in dieser Form jedoch unzutreffend. Verhandlungen schweben allerdings, sind aber noch nicht zum Abschluß gelangt. Die Behandlung der Kriegsgefangenen. Berlin, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Zeitungsnachrichten sotten die Kriegsgefangenen zuviel Fürsorge genießen. Auch ist abfällig bemerkt worden, daß für sie Einkäufe an Tee, Kakao und anderen besseren Materialwaren gemacht wurden. Selbst die Abgabe frischer Butter an die in den hiesigen Reservelazaretten untergebrachten französisch« Verwundeten ist gerügt worden. Wir «sichren dazu von unterrichteterSette, daß sich die Kosten für die V«oilegung eines einzelnen Dncgs- gefangenen vro Tag auf sechzig Pfennig belaufen, ein roatz, der genügend beweisen dürste, daß die Vervllegung nur den Umständen entivrechcnd sein kann. Um die Kosten des Unterhalts nach Möglichkeit zu decken, werden die Geiangenen ausnahmslos zur nützlichen Anlage von Tennis- oder Golfplätzen »«wendet. Wenn Tee, Kakao,'Butt« uiw. für die Kriegsgetangenen zum Ankauf kommen, handelt es sich hierbei um d-e Vervllegung k r a n- kcr Verwundeter, die aut Grund ärztlicher Vorschrift besondere Berücksichtigung finden müssen. » r « * Aus Südafrika. London, 28. Sept. WLM. Nichtamtlich. Das Reutersche Burrau meldet aus Pretoria vonc 24. September: Die Polizei- stclion Rietfontcin ist am 19. -September von einer deutschen Abteilung, die ungefähr 200 Mann stark ist, g e n o m m e n worden. Notiz des LBolkfburoaus: Es bandelt such um eine ziemlich bedeutende englische Station, die östlich von Keetmanshoop liegt. Französisch-deutsche Kämpfe im Kongo-Gebiet. Bordeaux, 28. September. (WTB. Nichtamtlich.) Augagneur teilte im Ministerium mit, daß das französische Kanonenboot „Surprise" während der Operationen gegen Kamerun und Deutsch-Kongo Cocobeach besetzte. Notiz des Wolfsbureaus: Cocobeach ist der frühere Name der Station Ukoko in dem deutschen Munigebict, das durch den Vertrag von 1912 von Frankreich an Deutschland abgetreten wurde. Eine neue Beleuchtung der englischen Politik. (WTB.- Berlin, 28.Sept. (Nichtamtl.) Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Aus Geschäftskreisen erhalten wir die nachstehende wiedergegebene verbürgte Mitteilung: Das englische Bankhaus „Royal Bane of Canada" in Anti ll a auf K u b a hat am 28. Juli an einen seiner spanischen Geschäftsfreunde ein Schreiben gerichtet, das folgende Stelle enthalt: „Bezüglich des Umwechselns in Markwährung, um welche Sie uns bitten, teilen wir Ihnen mit, daß es uns augenblicklich unmöglich ist. Ihnen Papiere in Markwährung zu geben, da wir heute telegraphisch Order erhalten haben, aus Grund deren uns die Ausgabe von Giros auf Europa verboten wird und zwar verursacht durch die ungünstige politische Lage in diesen Ländern." Hieraus geht zur Genüge hervor, daß schon am 28. Juli, also eine Reihe von Tagen vor dem Zeitpunkt, an dem der deutsche Einmarsch in Belgien den Vorwand zur englischen Kriegserklärung vom 4. August gegeben hatte, England an die ausländischen Banken Ordre gegeben hat, den Geldverkehr mit Europa, besonders Deutschland, einzustellen. Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und Griechenland. Athen, 28. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agence d'Athen es, Nach zuverlässigen Nachrichten gehen die b u l - garischen Komitadschis im Einvernehmen mit den Türken vor. Eine tausend Mann starke Bande versuchte, die G r e n z e zu überschreiten, wurde aber zurückgewiesen. Eine andere Bande, die aus Türken und Bulgaren zusammengesetzt >var, machte den gleichen Versuch. Reim Türken wurden dabei getötet. Die griechische Regierung übermittelte vorgestern der türkischen Gesandtschaft die Antwort aus deren Note vom 7. (20.) September, betr. die von den griechischen Behörden aus Grundstücken mvhanmiedanischer Auswanderer getroffenen Maßregeln. In der Antwort wird gesagt, daß die griechisch« Regierung sich in ihrem Verhalten gegenüber den Mohammedanern in Mazedonien und Epirus stets von einem weitherzigen, versöhnlichen Geiste habe leiten lassen. Wenn sich die griechischen Behörden gezwungen gesehen hätten, die von denjenigen Mohammedanern verlassenen Grundstücke und Gebäude zu benutzen, welche endgültig aus den neuen griechischen Provinzen ausgrwandert seien, so seien sie durch die unbedingte Notwendigkeit dazu gezwungen worden, wenigstens einen Teil der mindestens 230 000 Personen zählenden griechischen Flüchtlinge zu beherbergen, die gezwungen worden seien, ihre Güter im türkischen Thrazien und Kleinasien zu verlassen. Dieses Verhalten der griechischen Behörden entspreche dem Geist des im Mm zwischen Griechenland und der Türkei getroffenen Uebereinkommrns, betreffend den Austausch derartiger Besitzungen. Auch die türkische Regierung habe muselmanische Flüchtlinge in Thrazien und Kleinasien in den von gestüchteten Griechen verlassenen Häusern untergebracht. Uebrigens seien nur die Bestbungen solcher Mohammedaner besetzt worden, die endgültig ausgcwandert sind. Die erwähnte Maßregel bedeute keineswegs eine Beschlagnahme, da die fraglichen Besitzungen bei gegebener Zeit von einer gemischten Kommission abgeschätzt werden würden, um den Austausch der griechischen Besitzungen in der Türkei gegen die mohammedanischen in den neuen griechischen Provinzen zu ermöglichen. Wenn auch Zugeständnisse im einzelnen nicht möglich seien, könne man doch den Weg der Gegenseitigkeit beschreiten. Die griechische Regierung sei bereit, die Rückgabe besetzter mohammedanischer Besitzungen an ihre rechtmäßigen Eigentümer zu befehlen, wenn die türkische Regierung den griechischen Flüchtlingen gestatte, ihre beschlagnahmten Güter wieder in Besitz zu nehmen. Russisch-österreichische Grenzplänkelcicn. Ofenpest, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Ungarische Korrespondcnzbureau" ist von zuständiger Seite ermächtigt, folgendes bckanntzugeben: Bei dem Uzsvker Paß ist gestern eine mehrere tausend Mann starke rnssischeTrnppen- abteilung ein gedrungen, die bei Malonrret zwischen Fenhvcswvelgy und Czvnws zurückgeschlagen wurde. Im Maramoroser Komitat sind btt Tornya ebenfalls Plänkeleien mit dort eingebrochenen russischen Truppen und unseren znm Grenzschutz befohlenen Truppen im Gang. Von M n n k a c s und Duszt sind größere Truppcnabteilnngen unterwegs, um' die Unseren zu unterstützen. Alle diese Grenzplänkel tten sind von geringerer Bedeittung und geben, nachdem wir bei der Grenze und im Landesinnern über genügende Truppen verfügen, keinen Anlaß zur Besorgnis. Bon der Wiener polnischen Legion. Wien, 28. Sept (WTB. Nichtamtlich.) Gestern nachmittag erfolgte die Abreise einer zweiten Kompagnie der Wiener polnischen Legion nach KraLrn. Die Legionäre marschierten durch die Straßen der Stadt und an dem Kriegs- mtnisteriuni vorbei. Unter überaus lebhaften Kundgebungen und den Hochrufen des Publikums begaben sie sich zum Nordbahnhof, wo eine feierliche Derabschiedüng stattfand. Der Obmann des Wiener polnischen Komitees, das Herrenhausmitglied Zgorski, hielt eine Ansprache, in der er die Legionäre dazu beglückwünschte, daß es ihnen vergönnt sei, sich ihren Anteil cm dem Siege der gerechten Sache, der unausbleiblich sei, zu sichern. Mit Rücksicht darauf, daß auch eine Anzahl Wiener und deutscher Freiwilliger sich den polnischen Legionären angeschlossen hat, richtete der Redner an diese eine deutsche Ansprache, in der er sagte: Ihr deutschen Brüder werdet mit uns zusammen kämpfen für das Wohl Oesterreichs, die Ehre der Monarchie und für die Zukunft des Landes. Wir Polen haben viel geopfert, >vir wurden gebrandschatzt und aus unseren Häusern vertrieben. Wir haben geblutet. Trotzdem verzagen wir nicht, weil >vir wissen, daß unsere gerechte Sache siegen muß. (Stürmische Heilrufe unterbrochen diese Ausführungen. Der Redner fuhr fort:) Nicht nur uns erweisen Sir einen.Dienst, sondern auch der Sache des Vaterlandes. Es ist ein Kamps um die Ehre unserer und der deutschen Natton, ein Kamps gegen den Erbfeind der Kulttir. Der Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch ans den Kaiser als den Obersten Kriegsherrn der Armee, in deren Reihen die polnische Legionäre kämpfen werden. Nach W singen der Volks Hymne und Verabreichung von Erfrischungen beivegte sich der Zag aus der Halle unter den Rufen: „Es lebe Oesterreich, cs lebe Polen!" Höchstpreise für Weizen in Oesterreich. Ofeupest, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dem ,.Bester Llohd" beabsichtigt die Regierung, um der Preissteigerung in Weizen entgegenzutreten, die Festsetzung von Höchstpreisen. Die Notiz für essektivcn Weizen ist vom 3. August (14.75) bis gestern auf 18.70 gestiegen. Verlängerung des Moratoriums in Italien. Rom, 28. Sept. (WTB.) Durch Königlichen Erlaß ist das Moratorium vom 30. September bis zum 30. Dezember hinausgeschoben worden. Der Erlaß bestimmt vor allem, daß die Kreditinstitute die Auszahlung von Depositen, die vor dem 4. August eingelegt sind, auf 10 Prozent für jeden der Monate Oktober, November und Dezember beschränken können. Die Emissionsbanken sowie die Postsparkassen müssen jedoch, wie immer, die Einlagen voll auszahlen. Für Wechsel, die im Oktober, November und Dezember fällig werden, wird ein Mora-, torium von einem bis zu drei Monaten gewährt, vvr-i ausgesetzt, daß in jedem Monat 20 Prozent 'des Betrages! abgezahlt und Zinsen von sechs Prozent für das Jahr gezahlt werden. Aur dem Reiche. Berlin, 28. Sept. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde dem Entwurf einer Bekanntmachung über die Unverbindlichkeit gewisser Zahlungsver- einbarungen die Zustimmung erteilt. Berlin, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich,) Die,,Nordd. ,Allg. Ztg." veröffentlicht folgenden Aufruf: Dag für Tag bringen die Züge unsere Krieger zurück, die draußen in heißem Kampfe für das Vaterland geblutet haben. Da gilt es, zu helfen und den Tapferen ihre Leiden zu lindern. Wir richten an alle, die Helsen können und wollen, die herzlichste Bitte, für die P f l e g e u n s e r e r V e r wu nd e t e n baldigst Gab e n zu spenden. Zur weiteren Ausstattung der Lazarettzüge sind M a t r a tz e n erwünscht. Wir bitten um Mittel zur Anschaffung dieser Matratzen. Wir bitten ferner um Liebesgaben für die Lazarettzüge und Lazarette in folgenden Gegenständen: Eingeniachtes und frisches Obst, Fruchtsäfte, Fruchtgelees, Pappteller, Papierservietten, Luftkissen und Gummiwvfsertissen. Die freundlichen Geber bitten wir, ihre giitigst gespendeten Gaben in dem Jagdschlösse Klein-Glienicke oder in dem Palais des Prinzen Leopold, Berlin, Wilhelmsplatz Nr. 8, abzugcben. Die Unterzeichneten sind! zur persönlichen Entgegennahme dieser Gaben täglich in Berlin von 11 bis 1 Uhr, im Jagdschloß Klein-Glienicke von 12 bis 3 Uhr bereit, und zwar in der Zeit vom 1. bis 10. Oktober. Luise Sophie, Prinzessin Friedrich Leopold von Preußen, Frau General von Friedeburg-Potsdam, Frau Geh. Rat Ravens-Berlin. Berlin, 28. Sept. (WTB.) Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Landrats a. D. Tortile- witsch v. Batocki-Friede in Bledau bei Königsberg znm Oberpräsidenten der Provinz Ostprentzen, des Staatsministers v. M o ltke zum Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein, sowie die Versetzung des bisherigen Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen Wirkt. Geh. Rats v. W i n d h e i m nach Hannover als Oberpräsident der Provinz Hannover. Hannover, 28. Sept. Das „Berl. Dagebl." meldet: Der frühere wel fische Reichstaglsabgeordnete Freiherr La n o w c r t h v. Si m m e r n ist im Älter von 80 Jahren auf seinem Gute Vichtringhausen am Deister gestorben. Der Verstorbene vertrat 1879 bis 1890 den Wahlkreis Nienburg-Stolzenau. Au» Stadt und Land. Gießen, 29. September 1914. **BessernngimEis enbahnverkehr. Der neue Winterfahrplan sieht die Hälfte der Personenzüge vor, die sonst im Winter verkehren. Damit dürfte dem Verkehr während des Krieges in genügender Weise Rechnung getragen sein. Der 'Güterzngsahrplan soll möglichst vollständig eingehalten Iverden. Allgemein ist eine ständige Steigerung des Personen- und Güterverkehrs auf allen Bahnlinien zu beobs achten, der beste Beweis für das Wiedererwachen auf wirlt- schaftlichem Gebiete. ’* Schuldienst-Nachrichten. Uebertragen wurden den Lehrern Otto Gremm zu Berstadt, Kreis Büdingen, und Hermann Horst zu Zotzenbach, Kreis Heppenheim, Lehrerstellen an der Volksschule zu Neu-Isenburg, Kr. Offenbach. ** E h r u n g. Dem Hauptlehrer Ludwig S ch a a f an der hiesigen Stadtmädchenschule, der nach 50 jähriger Dienstzeit mit dem 1. Okt. d. I. in den Ruhestand tritt, wurde unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste der Charakter als „Rektor" verliehen, ** Die Beerdigung Friedrich Helnis. Eine zahlreiche Trauergemeinde hatte sich am Montag nachmittag in der Kapelle des neuen Friedhofs am Rodberg eingefunden, um dem verstorbenen Stadtverordneten He hm die letzte Ehre zu erweisen. Abgesaüdte vieler Turnvereine des Gaues Hessen, darunter mehrere mit Fahnen, um st an--, den den reich mit Kr anz gewiirden belegten Sarg. Pfarrer A u s f e l d hielt die Gedächtnisrede, in der er die Biel--» seitigkeit Helms hexvorhob, mit der er sich, in den Dienst der Stadt und durch das) wa!s er fütr die Durnjäche getan, in den Dienst des Vaterlandes gestellt hat, und durch dessen Hinscheiden eine schmerzliche Lücke hinterlassen wurde. Rühmend hob der Geistliche hervvr, daß der Verstorbene aus dem Elternhause einen tief gegründeten Gottesglauben mit in das Leben genommen Hab« und daß er glücklich in seinem Familienleben war, dem er sich als treuer Gatte und Vater mit Liebe stets gewidmet habe. Oberbürgermeister Keller widmete als Vettre- tcr der Stadt Gießen und namens der Stadtverordneten dem Entschlafenen einen warm empfundenen Nachruf; er wies darauf hin, daß Friedrich Helm seit 1905 ununterbrochen der Stadtverordneten-iBersammluna angehört hat, daß er sich besonders den Fragen des Verkehrs mit Energie und Eifer gewidmet hat. Als Mitglied des Vorstandes des Verkehrsvereins habe der Verstorbene Tausende von Anfragen über das Leben und Treiben in unserer Stadt und über irnsere Verhältnisse erledigt und unermüdlich dahin gestrebt, unsere Stadt nach außen bekannt zu machen und dadurch sich den Dank unserer Bürgerschaft verdient. Als Mitglied des Wrfsichtsrates der Gewerbebank und an der Spitze des Vereins Kreditreform fei .Helm tätig gewesen. Sein Andenken werde in unserer Stadt stets in (Lyren bleiben. Zum Zeichen des Dankes legte der Oberbürgermeister zwei Kränze am Sarge des Entschlafenen nieder. Gautnrnwart Will sprach namens des Gaues Heffcn der deutschen Turnerschaft: er rühmte Helms Tätigkeit für die Tnrnsache. Er fei schon zu einer Zeit für die Turnerei eingetretcn, als man deren Wichtigkeit für die Wehrkraft des Vaterlandes »och nicht erkannt hatte, er hat viel für die Turner des Gaues Hessen, ja für den Mittelrheinkreis getan, und das werde man dem Männe über das Grab hinaus danken. Es sprachen noch unter Niederlegung von Kränzen Vertreter der Turnvereine Wetzlar« Butzbach, Qrtenbcrg,, Lautcrbach, Kirchhain, B ad-Na n h e t m, Grün. borg, Nidda sowie des Sclstiheuvcreins Gießen der beiden Gicßcner Turnvereine. Ferner spracl-en noch Direktor Arnold für die Gewerbebank Gießen, Kirchenrat D. Schlosser für den Kir che n v o r st and dessen Mitglied der Verstorbene war, Oberbibliothekar Dr' Heuser für die Abteilung Gießen des Deuts chen Fl»;) tenvereins und Stadtverordneter Petri für den Verkehrs verein. **ErinnernngenandasKricgsjahr 1870/71 hat das Museum des Oberhess. Geschichtsvereins zur Ansicht ausgestellt. Beachtenswert sind die photographischen Ausnahmen der Baracken, in denen damals die französischen Gefangenen auf der Schönen Aussicht untergebracht waren. Ein Bild zeigt eine Gruppe von 12 in Gießen untergebrachten feindlichen Offizieren. Deutsche und französische Karikaturen über den Krieg, sowie die Truppen der neugegründeten Republik vervollständigen die Bilder aus jener Zeit. ** Vereins-Spende. Der Verband hessischer Kommunalforstwarte hat dem Roten Kreu; in Gießen 50 Mark gespendet. ** Keine Feldpost karten m i t A n t w o rt. Tcr „Rcichsanzciger" meldet: Von der Privatindustrie sind Feld- postkarten mit Antwort in den Verkehr gebracht worden, bei denen die anhängende Antwortkarte den Vordruck für die Adresse nicht innen, sondern außen trägt. Derartige Formulare sind vorschriftswidrig, weil die Postanstaltcn, wenn der Absender beide Adressen ausgcsüllt hat, nicht wissen können, welche von beiden maßgebend ist. Das Publikum wird daher gewarnt, derartige vorschriftswidrige Feldpostkarten zu benutzen, da sie die Post nicht befördert, sondern zurückweisen muß. ** Beförderung von Briefen undGeldscn- dungen an Angehörige in London. Briefe und Geldsendungen an in England lebende Angehörige werden am besten der Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft in den Niederlanden im Haag übersandt. Die Gesandtschaft übergibt die Sendungen der amerikanischen Gesandtschaft im Haag zur Weiterbeförderung nach London. Es ist hierbei zu beachten, daß Briefe unverschlossen und in englischer Sprache abgefaßt sein müssen. ** Deutscher Verein für Sanitätshunde. Mit dem Sitze in Frankfurt a. M. wurde für die preußische Provinz Hessen-Nassau, die bayerische Provinz Unterfranken und das Großh erzo gtum Hessen ein Zweigoerein des Deutschen Vereins für Sanitätshunde, Sitz in Oldenburg (Protektor Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Oldenburg) gebildet. 'Den Ehrenvorsitz des neuen Zweigvereins hat der Kommandierende General des 18. Arm«- korps, Freiherr v. Gall, übcriwmmen. Der Verein erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: Der Nutzen gut ausgebildeter Sanitätshunde im Felde in durch die Erfahrungen dieses Krieges vielfach erwiesen. Zahlreiche Verwundete, die durch Sanilätsmanni'chasten bei Nacht und Nebel, oder toegen des unübersichtlichen Geländes nicht rechtzeitig gefunden werden und so einem traurigen Tode verfallen könnten, werden durch die Hilfe der Hunde ihren Angehöttgen und dem Vaterland« erhalten. Nachdem der erste Versuch mit 12 Sanitätc- hunden, welche den Sanitätsbvmvagnien des Garde-Korps zugeteill wurden, zu durchaus befriedigenden Ersvlgen geführt hat, werden in der allernächsten Zeit weitere Hunde in Dienst gestellt werden. Tie Ausbildung der Hunde sowie deren endgültige Prüfung un» Ucbcrweisung an das Kriegsministerruni erfolgt durch den Deutschen Verein für Scmitätshundr. Die täglich vor- und nachmittags statlfindenden Uebungen finden im Frankfurter Stadtwalde statt und unterstehen der Leitung des bekannten Jawehrmann Heinrich Bast von hier beim Jnf.-Rcgt. 116. Die Trauerbotschaft versetzte seine Ehefrau derart Khretten, daß sie schwcrkrank iurrniederliegt. Kreis Friedberg. , Friedberg, 28. Sept. Der Kreistag beschloß, allen auen aus dem Kreise, deren Männer stch im Felde bcnnden, .eichsgesetzlichen Unterstützung?,uschuß von 9 aus 12, bezw. von ,s lä Mk. monatlich aus lausenden Kretsmitteln zu erhöhen. Unterstützungssatz sür Kinder ersnhr keine Erhöhung. V. Frie dbe r g, 28. Sept. (Dekanatssynode.) Am woch fand in Bad-Nauheim die Synode des Deka- Friedberg statt. Pfarrer W i s s i g - Bad-Nauheim hielt inleitende Andacht. Dekan Wahl-Beienheim eröfsncte Zer Hand tun gen, hinweisend auf den Ernst und die Größe ^legenwart. worauf der Rechenschaftsbericht des Synodal- 'chnsses erstattet wurde. Das Referat von Pfarrer Sacker-Weisel über.Inwiefern birgt das weltliche Bereins- n Gefahren für das kirchliche Genieirrdeleben in sich, wie kann diesen Gefahren seitens der Organe der Einzel- nnde begegnet werden?" zeigte, auch durch die darauf- mde Aussprache, daß es trotz der Kriegszeit uns für die inft recht viel zu sage» habe. Als Mitglieder für die wssvnodc wurden die seitherigen Vertreter wiedergewählt. Es sind dies die Herren: Dekan Wahl-Beienheim, Sanitätsrat Dr. Becker-Frieidberg; als Stellvertreter: Pfarrer Möbus-Ostheim, Rentner A. Steinhäuser-Butzbach. Der Schwesternstation Steinsurth wurden sodann aus drei weitere Jahre je 300 Mk. aus den Mitteln der Dekanatskasse bewilligt. Ms Kriegshilse für unsere verwundeten Soldaten wurden ebenfalls 200 Mk. zur Verfügung gestellt, deren Verwendung dem Dekancrtsansschutz überlassen wurde. Starkrnburg und Rhrinhesjen. m. O ffenbach a. M., 28. Sept. Die Großherzogrn von Hessen traf heule nachmittag gegen 3 Uhr ini Autoinvbil hier ein und stattete den in den 10 hiesigen Reservrlazarclten befindlichen Verwundeten unter Führung des Mcüizüialralcs Dr. R e b e n t i s ch ihren Besuch ab. Gegen 7 Uhr reiste die Großherzogin nebst Gesolge wieder ab. Worms, 20. Sept. Infolge Schlagansalls starb am Sonir- tag im Mter von 71 Jahren der Geh. Kommerzienrat W. I. D. Vatckenberg. Der Verstorbene, der als Chef einem großen Industriebetrieb vorswnd, gehört viele Jahre der Stadtverordnetenversammlung an und wurde vom Großherzog in die Erste Kammer der Stände berufen. Er stattete eine Anzahl wohltätige Stiftungen reich mit Dritteln au» iuib schuf einen Unter* stützungssonds sür seine Arbeiter. Einer seiner Borfalwen war, als Worms noch französisch war, Maire der Stadt uird auch, als Worms hessisch wurde, stand ein Balckcnbcrg Ml der Spitze der Stadtverwaltung. Kreis Wetzlar. x Atzbach, 28. Sept. Das Eiserne Kreuz erhielten zwei Söhne unserer (Gemeinde: der Gerichtsaktuar Karl F c i l i n g (Jnf.-Regt. dir. 87) und der Postassistcnt Fried- richMüller (Fnf.-Regt. Nr. 88), beides ehemaitige Schüler g IJnf.-Regt. 3kr. 87) und der Postassistent Fried- der Gießener Realschule. --- Kinzenbach, 28. Sept. Präparandenlehrer Ludwig Medebach ist auf seinen Wunsch nach Grafenberg bei Düsseldorf versetzt. z. Waldgirmes, 28. Sevt. Aus unserem Dorse sind in Feindesland g e s a l l c n: die Soldaten Etamni, Will und Reservist Koch. _ Hessen-Nassau. X Hanau, 28. Sept. Die hiesige Handelskammer hat an den Reichskanzler und an den preußischen Handelsminister eine Eingabe gerichtet mit der Bitte, für den Großhandel mit den wichtigsten Lebensmitteln, soweit sich infolge ungerechtfertigter Preissteigerungen die Nottvendigkeit ergeben hat oder Mißstände zu erwarten stehen, gemäß dem Reichsgesttze vom 4. August Höchstpreise sür die Dauer des gegenwärtigen Krieges ein- sührcn zu wollen. Wenn dieses auch in aitderen Bimdesstaaten geschehe, so möge dafür Sorge getragen werden, daß es im Gebiete des Deutschen Reiches »ach einheitlichen Gesichtspunkten erfolge, damit nicht durch erhebliche Preisunterschiede etwa die Versorgung der Bevölkerung gefährdende Vorratsverschicbungen stattsinden. Frankfurt a. M., 28. Sept. Aus dem Hauptgüterbahnhos trafen am Sonntag ungefähr 160 Lastautos aus der weitesten Umgebung ein. Sie waren überreich mit Liebesgaben aller Art beladen und wurden aus Eisenbahnwagen sestgemacht. Heiüc stüh ging der erste Zug mit 70 Autos nach Südbelgien ab, von wo die Wagen zu den einzelnen Truppenteilen fahren. (WTB.) Bad Homburg, 28. Sept. (Nichtamtlich.) Seine Kgl. Hoheit Prinz Oskar von Preußen und Gemahlin mit kleinem Gefolge treffen heute abend zu längerem Aufenthalt aus dem hiesigen Kgl. Schloß ein. Gerlchtifaal. — Leipzig» 28. Sevt. Das Reichsgericht verwart die Revision der verwitweten Elisabeth Scherelien und deren Tochler, der Kutscherslra» Rosine Mars, die voui Schwurgericht Insterburg an, 13. Juni zun» Tode verurteilt wurden. Sie hatten gcniemsam den Ehemann der Erstgenannten, den Altbesttzer Johann Scherelien, im August 1912 durch Eist getütet. vermischte». * Der 8 im Kriege. Es ist aufeinem belgischen Schlacht- feldc. Tic Patrouille, die das Schlachtscld nach Verwundeten ab- sucht, stößt auf zwei Bauern, die die Toten bestehlen, aus Leichenräuber. Man nimmt sie gefangen, fesselt sie, da der Offizier die Füsilierung verbietet. Nur mit Wut schassen die Leute diese Hyänen des Schlachtfeldes ans das Auto. Warum schießt man diese Halunken nicht über den Haufen? Der Offizier hat daraus die Antwort: „Nach dem militärischen Strafgesetzbuch steht auf Lcichenraub nur Zuchthaus. Ich bin daher nicht berechtigt, die Leute tot zu schießen, sondern muß sie an dein Otte des nächsten Kriegsgerichtes zur Aburteilung ablieiern." Man sieht, in Deutschland schweigen während der Massen nicht die Gesetze, und der Ordnungsstaat schütz mit seinen Paragraphen auch den Auswurf der Feinde. QattOeL — Berlin, 28. Scpt. Exzellenz Herz, der stühere Prä scheut der Berliner Handclskanuner, ist heute morgen g e st o r b e n. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Lessen am Mittwoch, den 30. Sept. 1914; A»she,ternd, nördliche Winde, nachts kühler. 8etr. unser Preisausschreiben meuiT über 12000 Mark. Fürden praktischsten Vorschlag, den Segen dieser Seife den weitesten Kreisen zugängigzu machen, nd.: Kür ein Spot t gediclitbezw. Knüttel versod. kurz. Satz, in denen in lustiger, aber nicht verletzender Form diejenigen gegeißelt werden, welche die von ersten Autoritäten anerkannten Leistungen derProvidol-Seifeken- nen u. sich nicht sof. durch Gebrauch derSeife die gross. Vorteile derselben zunutze machen. Das Preisgerichthat seineEntscheidung. getroffen. die Preise sind bereits zugestellt Infolge der Kriegslage haben wir die Namen der Preisträger nur im .Berliner Tageblatt“ veröffentlicht. jedoch wird jedem Interessenten eine Liste derselben kostenlos zugesandt Providol Ge*, lll. b. II., Kerlin SW. Einige Schreiner für einfache Arbeit gesucht. 101 “l Tb. Brück, Möbelfabrik. Tüchtiger Weißdinder kann sofort cinlrelen. 110166 Frankfurter Straße 29. Huf-und Wagen Schmiede iosort gef. E. Mobrmann, Großb. Hosschmted, Darm- ttadt, Bleichstr. 15. 06875 Kräftige jüngere Arbeiter gesucht. 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Oktober 1914, vormittags 10v, Uhr, werden im Sladtbaus, Gartenstraße 2, die ui den Waldungen der Stadt Gießen ersorderlichen Kultur- und Wegbauarbeiten öffentlich wenigstnehmend verstetgert. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der mr.* liegenden Gemeinden werden ersucht, dies alsbald oris- üblich bekannt mache» zu lassen. 10164 H Zn dem Fonds sür Liebesgaben Oberbürgermeister weiter eingegange von Eließener Oberlehrern...... von Stadtgeometer Wißner, 2. Rate . . von Photograob Ludwig Uhl..... von Hermann Winther Witwe .... von Landgerichtsrat Schudt..... von Professor Dr. Kalbffeisch..... von Frau S............ von Gustav Lehr Witwe....... von Karl Horn .......... von Stadtrechner Mäser....... von Ungenannt.......... vom Gießener Lokomotiosühter-Berein, 2.Rate vom Gießener Lebrer-Berein, 2. Rate . vom Verein städtischer Beamten, 3. Rate von Reallehrer Jann. 2. lliale .... von Bürgermeiitereisekretär Kolb, 2. Rat von Landgerichtsrat Neuenhagen, 2. Raie von Finnnzrai vr. Offenbächer, 2. Rate, von Prokurist Georg Kreuder .... von N. N............... von Feldbereinigungsgeometer Meyer, 2, Rate von Proseffor Schaumann...... von Reniamttnann Weimer, 2. Rate . , von Milckibändler Nathan Lbarack. . . von Kaufmann Robert Stuhl..... von Müoelsabrikant Franz Brück . . . von riausmann Bruno Krohm .... von Heinrich Zimmer Witwe..... von Geb. Schulrat vr. Stoeriko .... von Proseffor vr. Hirt........ von Buchdruckereibesitzer I. Weinert . . von Muftkalienbändler E.Eballier. . . von Emil Schwall Witwe...... von Landgerichtsrat Wiener..... von Glasermeister Georg Lub .... von Hoffieserant Heinrich Hettler . . . von August Leitbäuser........ von Weinbändler Karl Küchel .... von Metzaermeister Friedrich Schreiner Inhalt einer Sammelbüchse, ausgestellt bei der 21uSzahiung der EinguartiertiitnSgeldet Zusammen: sind bei dem 160,- 20 ,- 15,- 6 ,— 30,— 20 ,- 50,— 10 ,- 20 ,- 30,- 100,— 80,— 206,— 100 ,— 15,— 20 ,- 20 ,— 20 ,— 20 ,— 3,- 10 ,- 10 ,- 10,- 7.50 18,- 6 ,- 3,- 3,- 18.- 42,- 6 ,— «,- 5,— 1350 9,- 4.50 1.50 18 — 37.50 Mk. 173,5« „ 134004 ®f f. Mil herzlichem Dank für diese Gaben wird um weitere .luwendungen gebeten. 10184 H Kartoffelpreise. Die bisherigen VerkauiSvreise für Kartoffeln sieben in einem starken Mißverbällnio zu der Überaus retchen Ernte, Nach Ansicht Sachverständiger ist em Berkau-s- preis von 3,5 Psg. im Kleinhnndel schon überaus hoch. Ich weise daraus bin, daß ick, genötigt hm. Höchst preise sür dir .Kartoffeln seslzusetzen. wenn von jetzt ab noch höhere Preise als 3,5 Pia. sür das Psund int Kleindaudcl bcanioruchi werden. Gießen, den 25. September 1914. Der Oberbürgermeister. K«"er. 101088 t Minna Körners ind Tomlinlr ------ - West-Anlage 48 ===== I.ehrlücher: Gehörbildung, Musikdiktat, Analyse. Primavista- .Singen, Theorie der Musik, Harmonielehre, Elemen- tar-KUvterspiel, Höheres Klavierspiel (Solo, Ensemblespiel, Ucbungen im Begleiten). AnfangdesWinter- Semesters 1914/15 llontaj;, den 5. Oktober. Festsetzung des Stundenplanes Donnerstag, den 1. Oktober, nachmittags 2'/» Uhr. mi Alice-Schule. Ahtciluns I: Beginn der Kurse für Schneidern, Bügeln und Weißzengnähen Montag, den 5. Oktober. Kurse sür Berussschneiderin und Weißzengnähen mit anschließender Gesellenvrüsnng. Ableitung II: Beginn der Kurse für Koch- und Hans- haltungSschule Montag, den 12. Oktober. Anmeldung für beide Abteilungen SamStag. den 3. Oktober, vormittags 1»— 12, nachmittags 1—6 Uhr, im Schulbaus ans Oswaldsgaricn. 10146 D Frisch eingetroffen: Fc>n«tc 10182a Am 15,September siel im Kanios sürS Vnler- land mein beitzgeliebier treuer Sohn unser »»- vergeblicher Bruder, Schwager und Nesse Ludwig Schmidt im Landwchr-Jnfanterie-Regiment Nr. 116 im 32. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Katharine Schmidt geh. SvöHrer Elisabeth Merkel geh, Schmidt Margarete Schmidt Johannes Merkel z. Zt. im Feld Familie Svöhrer. Allendors a. d. Lda„ 27. September 1914. te* Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dah mein lieber Mann, unser guter Sohn und Bruder Kon rad Kies» infolge eines Schlagansalls verschieden ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Gertrud Heb Ww. Gießen ILiebigstraße 27 II.), 27. Sepl. 1914. 10181 Stück 1 « Pfg. Rollmöpse, vorzügl., §tlk. 10 Pfg. Feinste Sardinen Pfd. 40 Pfg. > Hundens. Jitild) vorzügliches deutsches Erzeugnis .Dose SS Pfennige. V ■ - I Limburgerkäse Pfd. 38 Pfg. 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