Nr. 226 Zweiter Blatt 164- Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „»lehener Lamiliendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da; „Xrekblatt für den llreir Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Samstag. 26. September 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität; - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Drurkerei: Schul» straße 7, Expedition und Verlag: bi. Redaktion:eE112. Teh-Adr.: AnzeigerGießen. Die Spannung am Borporur. Nach den letzten Meldungen ans Konstantinopel bat die Pforte die Minensperre am Bosporus außerordentlich verstärkt, nactcheni das russische Stationärschiff vor der Soimnerresidenz ^>es zarisckzen Botschafters, das letzte der fremdländischen Stationäre, endlich seinen Posten verlassen hatte. Es war iin besten oder vielmehr schlimmsten Sinuc ein BeobachtungSposten forvvhl nach dein S.chtvarzen Ädeere nne nach dem oberen Bosporus hin, und es hat vermittelst seiner Funkentclegraphie alles, was da zu beobachten war, nach Sewchtopol hinüber gefunkt. Den Türken war dies natürlich überaus lästig, und sie bohkottierten das Sta- tionsfclstff, um es fortzuärgern: niemand durfte ihm noch etwas liefern. Und nachts nmrde es derart in das Licht der türkischen .Scheinwerfer gebadet, daß ihm diese Lage allmählich zrnerträglich wurde. Nun ist es hinaus ins Schwarze Meer gefahren, und die Türken haben sich beeilt, ,u beiden Seite» des Bosporus eine Ddinen- und Geschützkette einzurichten, an der jede feindliche Annäherung zerschellen soll. Sie wissen nur zu gut warum. Wie der Feuerfuuke darauf sinnt, sich zu eirtfesselu, so beschäftigt die russische Strategie und Diplomatie dort nur noch der eine Gedanke und der «ine Wunsch, das Gefängnis Xs Schwarzen Meeres zu sprengen. Nach den, Kleinkrieg »alten die siegreichen Westmächte den Russen die Haltung fiuer KrieLSniarine im Schwarzen Meere verboten und yie Dardauellendnrchfahrt untersagt, wobei der Sultan als Htzbietsherr mit der Kontrolle betraut wurde. Die deutschen Lriegserfolge von 1870 benutzte Rußland schlau, um jenen xiolicheu Schwarzmeervertrag zu durchlöchern. Es setzte n London durch im Schwarzen Meere wieder eine starke Kriegsmarine bilden zu dürfen. Nur die Klausel des alten pariser Vertrages blieb in Kraft, wonach weder russische roch fremde Kriegsschiffe die Dardanellen ohne türkische Lrlaubnis passieren dürfen Vergeblich suchten seitdem die Küssen frei Passage zu gewinnen. Sie scheiterten damit nmrer au Englands Widerspruch. Und heute? Heute wäre natürlich den Engländern nichts lieber, als «ajj die Russen durch die Dardanellen kamen und sich den nAisch-ifraiizösischen Operationen im Mittelländischen läeere anschlossen. Wie das alles abgekartet und vorbereitet Mt und nur der Krieg zu früh ouÄrach, wird jetzt immer -eutlicher. Roch iin Mai dieses Jahres brachte der russische Karrnenrcnister in der Reichsdtuna eine Geheim vor» age ein» die das nette Sümmchen von 200 Millionen kübeln für die Schwarzmeerflotte verlangte. Schon der letzte ussrsche Marrncvoranschlag sah ordentliche Ausgaben im letrage von 250387 540 Möbeln vor, was gegen das vor- ergehende Jahr eine Mehrausgabe von rund 23 Millionen kübeln bedeutete; die Hälfte jener Mehrausgabe wurde ir die Fortsetzung des tschiffsvaues der Schwarzmecr-- wtte bestimmt. Der russische Plan ist nun folgender: Im ühwarzen Meere fch wiiiuu eii zurzeit fünf russisch« Linien- lstffe. Es sind gerade keine Dreadnoughts, aber doch ziem- ch kriegstüchtige Kästen. Sie sollen um jeden Preis um rei Linienschiffe, richtige Dreadnoughts verstärkt werden, ins der Werft englischer Firmen in Nikolajew am schwarzen Meere liegen .^tzmperatriza-Maria", ,^ftnpe narr Alexander III." und „Jekaterina II ". Die Kiellegung icser drei Schiffe erfolgte am 30. Oktober 1811; sie sind 2500 Tonnen groß und sollen 12 Geschütze niit 30,5 Zenti- reter-Mäliber tragen. Es arbeiten an diesen Schiffen zwei öersten, von denen die eine in die Hände von Iwanow und iunge unter Leitung der e n g l i s ch e n Firma John Brown j egaugen ist, während die andere von der englischen “ irma Vickers geleitet wird, was lange Zeit nicht zugegeben mrde. Den Zweck der genannten Geheimvorlage hat der hef des russischen Marinegeneralstabes Fürst Lieven vor I jnger Zeit unvorsichtigerweise verraten: Erfüllen der Histörchen Aufgabe der Erreichung einer freien Verbindung tuschen dem Schwarzen und dem Mittelländischen Meere, orüber die Mächte an der Nord- und Ostsee entscheiden ürden! Befähigung, in dem Kampf um die Hegemonie forschen England und Deutschland den Ausschlag zu geben! lso es war alles, alles abgekartet. Soll nun der fein en<- gefädelte Plan jetzt ausgesührt iverden? Will man daran gehen, das Dardancllcnlor auszubrechen? Die Pforte kann mir ihrem jetzigen Schissszustand, wem, es auch für sie zum Kriege kominen sollte, der russischen Schwarzinccrflolle und insbesondere de» verbündeten Mächten vom Aegäischcn Meere her wohl nicht die Spitze bieten, Aber sie hat ja ihre Minen- taklik, ausgeprobt im türkisch italienischen Kriege und in den Balkankriegcn. Auch ohne Kriegserklärungen hat der Sulla» schon heule zweifellos das Reckst, die Meerengen zu sperren und zwar bei der drohenden Gefahr „effektiv" unter Aufbietung der denkbar stärksten Minentechnik, Die Türeki ist dabei nur verpflichtet, sich an das Mincnabkommen der letzten Haager Konferenz zu halten, also keine unverankerten Kontaktminen usw. zu legen. Die kann diese Minentechnik durch außerordentliche Küstenbefestigungen unterstützen, ohne durch diese Mobilmachung jemanden zu bedrohen. Sollte dies aber als „Kriegsgrund" gelten, ift'S der Pforte wohl auch recht. * . * Ein Gießencr von der Besatzung der „Goeben" hat an seine Eltern in Gießen einen Brief aus Konstantrnopel vom 1. 9.14 geschrieben, der treffend Zeugnis gibt von dem Geiste, der unsere „Blauen" beherrscht. Ei» Volk, dessen Wehr aus solchem Holze geschnitzt ist, kann nicht untergehen. Der Briefschreiber ist der Matrose Georg Keil, Sohn des Schornstcinsegernieisters Keil. Er trat 1811 in die Marine ein und befindet sich seit zwei Jahren aus der „Goeben", mit der er zu Beginn des Baltankrieges nach dem Mittelmeer dampfte. Nach der Beschießung einiger befestigter Plätze an der Algerischen Küste dampften „Goeben" und „Breslau" noch Messina, von wo aus die Schiffe durch geschickte Führung die hohe See gewannen und der Verfolgung durch die feindliche Flotte entschlüpften. Der Brief laictet; Liebe Eltern und Käthe!.....Wie Ihr ja gelesen habt, ist „Goeben" und „Breslau" an die Türkei verkauft, trotz allem Lamento von den Engländern und Franzosen. Die Franzosen schrieben in der Gazette und im Echo oe Paris: „Für die „Goeben" und „Breslau" gchts nur einen Platz und der ist im Mittelmeer ans dem Grunde des Meeres, eine Besatzung, die wehrlose Häfen beschießt (und dabei sind Böne und Philippeville die stärksten befestigten Häfen Algiers), verdienen irichts besseres." Hier, wo man Zeitungen aller Nationen hat, muß man lachen un5 fühlt Mitleid mit den Leuten, die vollständig im Wahn gehakten werden, die „Grande Aruree" Frankreichs ging siegreich vor und die Russen spielten im Cafe Bauer Billard: Aber, Gott sei Dank, haben sie mit schrecklicher Nüchternheit die Augen geöffnet bekommen durch unsere deutschen Zeitungen und Depeschen der Heeresleitung. Wir liegen zurzeit tatenlos und doch wieder nicht ruhig da, na, darüber kann ich erst später schreiben, da unsere Post cibqefangen werden kann. Vorerst bin ich ein ruhiger Türke, aber unsere Klauen sind noch nicht abgestumpft, und die Maulhelden lernen noch den Schrecken des Mittelmeers kennen; mehr als chnen lieb sein durste. Heute hatten wir einen erbaulichen Gottesdienst an Bord, vom Botschastspre- diger Graf Lüttichau gehalten, und jeder ging gefestigt und gewappnet für die Zukunft vom Mitteweck, innerlich den Tag von Sedan im Herzen und die Greueltaten Belgiens vor Augen, trotzdem der Pfarrer keins von beiden erwähnte; aber er führte uns als Beispiel das israelitische Volk vor Augen, und mit welchen Waffen es seinen Glauben erhalten hat: durch das Gottvertrauen. Für uns fft es schon viel »s lange, wo wir hier warten und Türken ausbilden und Türken werden, aber unsere Offiziere sagen : Wir nützen jetzt politisch dem Vaterlande mehr als im Felde. Die Engländer machten der Türkei den Vorschlag, sie könnten die Schiffe ruhig behalten, nur sollten sie die Besatzung aus einen Dampfer vor die Dardanellen senden (damit sie uns absänfen könnten, wie den Hilfskreuzer „Kaiser Karl der Große" vor Rio d'Oro), sie würden dafür die bei ihnen bestellten Schiffe sofort liefern. Aber auch der Türke hat seine Erfahrungen mit dem Gesindel gemacht, das sich vor nichts scheut. Nun, also, jetzt gehts mir noch gut und Euch auch, und Kopf hoch, keine Gedanken um mich gemacht, jetzt kommt zuerst das Vaterland und dann erst ich; ich. kann auch nicht den ganzen Tag an Euch denken und stelle meinen Mann voll und ganz, und kann nicht rumläufen und.meinen Dienst versehen, wenn ich von der Heimat! „döse". Also nochmals Ruhe, Kopf hoch, und die Nerven schonen, das nützt für den Frieden mehr als jetzt noch schließlich krank werden. Nach Zeitungen sind wir schon fünfmal in die Lust gegangen und sind noch da. Anbei zwei Gedtckste über den Geist, der unter uns herrscht. Seid herzlich gegrüßt und geküßt von Eurem Sohn Georg. —* Ich schreibe so oft ich kann. _ Bei den deutschen Gefangenen in Aldershot. In -der hochgelegenen Gegend etwa 5 Kilometer von dem Dorf Friniley liegt ein breites Plateau, bedeckt mit Gestrüpp und eingerahmt von einzelnen Gruppen hoher Dannen und »liefern. Mehr als 16 Heftar dieses Landes sind von dem Dickicht gereinigt und- in zwei Lager mifgeteilt worden. In dem einen dieser Lager befinden sich bürgerliche Kriegsgefangene, die man in England zurrukge halten hat; in dem andern haben die deutschen Soldaten Aufnahme gesunden, die aus dem -wchlachtselde gefangen genommen wurden. Einen Besuch bei diesen gefangenen deutschen Soldaten schildert ein Mitarbeiter der „Dimes": „Zu der sriedlichen idyllischen Umgebung stehen die llnisoe- men in einem merkwürdigen Gegensatz, und die Gestalten der Krieger, die sich hier auf uno ab bewegen, erscheinen säst unwirklich; in dieser Stille der Natur. Jeden Tag erkalten die Gefangenen Brot und Fleisch Sie holen sich selbst ihr Wasser aus einer Anzaho von Cisternen und sammeln sich selbst das Holz für ihre Feuer. Außer diesen Beschäftigungen baben sie nichts zu tun, und sie scheinen sich dabei recht wohl zu fühlen, so weit die Beobachtung von einem Punkt, so nah als die offizielle ttzcn.ehniig.ung rmd der Draht-» zaun das gestatten, dies seststellen läßt. An einer Stelle gibt die Absperrung dem Publikum die Möglichkeit, bis zu 50 Mir, au die Lager heranzukommen, und davon machen viele Gebrauch. Den ganzen Nachmittag hindurch konnte man Dutzende von Leuten sehen, die den langen Hügel bis zu der Einfriedigung emporsticgen De« Zahl der Automobile, die unten auf die Besucher warteten, erweckte den Anschein, als sei Renntag. Viele Leute kamen auch zu Fuß, andere hatten Räder benutzt, und olle wollten die deutschen Soldaten sehen. Die Deutschen zeigen nicht den geringsten Unwillen darüber, daß sie so angestarrt werden. Sie stehen in Gruppen hinter dem: Draht und blicken auf die Besucher mit einer Miene belustigter Duldung. Alle Soldaten tragen die graue Uniform und herrscht hier Einförmigkeit, so herrscht desw größere Mannigfaltigkeit rrq ihren Kopfbedeckungen. Jede nur mögliche Form ist da zu sehen. Einige erinnern an die Soldaten auf den alten Bildern von Waterloo, andere sehen wieder so aus wie die kegelförmigen Mutzen, die! von den kanadischen Jägern getragen werden. Da gibt es Tschakos, Mützen und Helme. Der Helm eines Ofsiziers war ohne die Schutzhülle von Tuch, die auf den meisten zu scheu ist. Es war ein wahres Wunder. Ein Ding von Schwarz und Gold, das im Sonnenlicht: leuchtete und blitzte. Stets, wenn dieser Offizier in den Gckuhtskreis der Zuschauer kam, dann lies eiu Gemurmel durch die Reihen, und die anwesenden Damen machten gewöhnlich die Bemerkung: Ah» das ist zweifellos em Man." Soweit man das beurteilen kann, find diese gefangenen Soldaten alles Leute von kräftigem Körperbau, viele von ihnen sind ungewöhnlich groß, doch ist wenigstens ckfi Kleiner unter ihnen. Ich sah ihn gestern Sem Haar war strohgelb, sein Gesicht bartlos. Die ungewohnte Umgebung, in der e» sich befand, brachte ihn nicht im geringstell aus seiner Ruhe, sondern er wusch gleichmütig sein Hemd. Die bürgerlichen Gefangene» find läöjt so ruht» sondern sic vertreiben sich auf alle mögliche Weise die langwelligen Stunden der Gefangensthast, Heute hätten sie einen inrpwoisierteiH Boxkampf, und sonst ist Bockspringen eine beliebte Unterhaltung. Das Lager selbst hinter dem ewigen Drahtzaun besteht aus ein« großen Anzahl von weißen Zelten und Wellblechbanteu. Da gib« cs Küchen und Waschplätze, und nachts erfolgt die Beleuchtung durch Bogenlampen, die von hohen Pfählen ihr Licht hernieder» giesen. Zwischen den Drahtzäunen, von denen es zwei 10 Fuß hohe gibt, marschieren Schildwachen mfi gefällten Bajonetten auf und ab. Es sind etwa 900 Soldaten in dem Lager nnÄ beträchtlich mehr Zivilisten." London, 2/5. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die „Times" melden, sind am 22. September 400 deutsche Gefangen« nach Irland befördert worden. Heer «nd Flotte. Generalleutnant Steinmetz f. In dem aus dem Feld der Ehre gefallenen Generalleutnant Steinmetz ist ein hervorragender Sohn des Hessenlandes tx*> hingegangen. Ludwig Steinmetz wurde im Jahre 1861 zu G rün- 3m Argonnerwalde. Westlich von Verdun, zwischen Lothringen und der Cham- S lgne, liegen die in den Kämpfen der letzten Tage vielfach gerinnen Argonnen; Barennes, das nach der letzten amtlichen I lcldung von den deutschen Truppen genommen worden ist, liegt I I ittcn in diesem Gebiete, am Ostrrnde des eigentlichen Argvunev- “ aldes. Dieser Argonnerwald, der westlichste Teil der Argonnen, •x zwischen Aire und Aisnc liegt, ist trotz der geringen Höhe von wa 300 Metern ein richtiges Waldgebirge mit steilen Schluchken, ffen Talern und jähen Abhängen, sehr unwegsam und an Regen- gcn überhaupt kaum zugänglich. Die Berge sind größtentells mll inbwatd bedeckt; mau findet ausgedehnte Bestände von Buchen ld Birken, untermischt mfi Mooren und Heidestächen; von estcn nach Osten zieheit sich wenige, schluchtartige Wege, Echtes genannt, hindurch, die bereits im Feldzuge des Jahres 1792 re Rolle gespielt haben, diese Roll« 1870 wiederholten und sich I i dem Flankenmarsche der deutschen Maasarmec in den letzten ugusfiagen als nicht allzu schwierig erwiesen. Von Norden her, 1 misch wie unsere Truppen, kommt der Reisende geivöhnlich in den cgoirnerwald: Bouziers, eine steine Hafenstadt an der Aisne, lt als Eintrittspforte, und wenn man hier im Tale der Aisne ht, hat man zur Linken und zur Rechte» zwck ganz verschiedene mdschasten; rechts, am linken Aisne-llfer also, erblickt mau die ftercn Grenzhügel der Champagne mit ihrem Nadelwald, links t man die prünen Bergwälder zwischen Aisne und Aire, die zu- chst noch den Tharaster einer lieblichen Hügellandschaft tragen, rs Flußtat ist mäßig brefi; Felder bedecken es zum Test, und mn man die Hügel in die Höhe steigt, findet man ausgedehnte sttpstanzunaen an. Bei dem Doppelortc Mourrm-Baux, wo die re in die Aisne mündet, verläßt inan die Msnc und folgt der re in das Herz der Argonnen durch das Defilec von Grandpre, > 1792 Dumouriez seine Hauptmacht ausgestellt hatte. Dickes fllee macht zunächst gar nicht den Eindruck eines solchen; es llt sich als breite Talmulste dar, in du sich von Süden her ein isläufer des Argonncrwaldes vorschiebt. In diesem Teste des Ar- nnerwaldes findet sich noch etwas Industrie. Dir alten Hochöfen fi> freilich längst erlöscheu, west das Eisen, das sie lickcrtcn, it hinter dem des Mosel- und Meurthegebietes zurückstand; stau sscn erzeugt man hier inmitten der schönen Obstgärten nt Mahl- Tten, die graugrün bestaubt sind, aus Pho sph v cch er bnidüngen dos gonnerwaldes Kunstdünger. Fm Tale der Aire wie in dem der Aisne stößt man häufig aus solche Kunstdüugerwerke, und die Dörfer, in denen sie liegen, machen einen ganz merkwürdigen Eindruck. Jmnitten der Wicken, der Erlen und der Pappeln, die am Unterlaufe der Aire sehr zahlreich sind, dienen die Kunstdüngeaverke gewiß nicht zur Zierde der Landschaft. Wckder flußanswärts hören sie bald ans und in den malerischen Döffern des Airetales trifft man dann allenfalls noch ein ocknzelne Zuckerfabrik oder einzelne Eisenwerke, so ber- spielswcks« bck Cornay. Bei der Wanderung wckter stußauftvärts, die inan auch durch die Eisenbihnfahrt im Airetal «setzen kann, gelangt man schließlich nach Chatel, und jetzt ändert sich das Nnß- tal, es wfid enger nnd immer mehr erscheint der Fluß von den Bergen zusanrmcngedrängt nnd bei Apremout erreicht man sckne engste Stelle. Hier endet die Eisenbahn am Fuße eines Berges, der von eiuein hübschen Schlößchen gekrönt ist, unterhalb dessen das Dort mfi seiner Küche liegt. Es hat sckne sttcficgischcn Gründe, daß dfi Eisenbahn hier cndck und aus strategischen Gründen ist sie zweiglcksig ausgebaut, beim Handck und Verkehr des Argoimer- ivaldes sind recht bescheiden. Will man von Apreniont südwärts ins Hepz des Argonnerwaldes Vordringen, so wird am Flusse die Wanderung recht beschwerlich, und der Hanptwcg zietzt es vor, ostwärts nach Verdun abzubieqen, und nach efifiger Zckt wieder südwärts cknzusckwenken und sich zwischen der Afie und ihrem Nebenflüsse BuaMhc hinzuziehen. Sobald der Weg die Arve wieder errckcht, sieht inan hoch oben Varennes liegen, ein kleines Oertchen, das sefi dem 21, Juni 4791, wo die Wmht Ludwigs des XVI. hier endete, eine tvanrigc Berü^nthckt erlangt hat. Es besteht aus ckncr „Untecktaüt", die sich amphfiheatralijch an bckden llsern der Tire an den Hügckn erhebt, und ckncr Oberstadt, drc sich stolz Chateau nennt. Bon dieser Oberstadt hat man einen hübschen Mick in das hier wieder breitere Tal der schnell strömenden Aire. Folgt man dem Flulssc wckter. so getz es immer in großen Windungen zwischen bewaldckeu Hügckn hin, bald stößt man wieder aus die Eifinbahu, dann erreicht man Clermont, eine steine Stadt, gelmssermaßen cknen Vorposten des Argonnerwaldes im Süden, jemals war Clernwut Festung. Heute ist die Stadt als Eisenbahnknotenpunkt der Linien Paris-Berdmo-Metz und Bouziers—Bar-le-Duc wichttg. Uunrfitrlbar unter der Bergkupve von Clermont steht inmitten uralter Linden eine reizende Berg- kapcste, und wenn man dir Kuppe selbst erklimmt, steht man aig eurem Berge, von dem aus man oshnär ts die ganze Ebene von, Verdun bis nord- wie südwäcks fast das ganze Airetal äücxn blicken kann. — Lichtenber^gs Entwurf zu einem Schimpfe Wörterbuch Lichtenberg hatte im Jahre 1764/65 cknmal den vckginellcn Gedanken, sich prophckisch mfi einem Mrßkatalog« vom Jahre 1868 zu bckchäifigen. llnter den Bücher», die er dicke« hypothefischen Bücherverzckchniffe andichtcte, befand sich auch eines mfi dem Titel „Bon den Schimpfwörtern der alten Deutsche« Anttchckst und Anfikrfiikus, Erfurt 1860," Wie nur einer Mit» tcklung Ebsteins im neuen Hefte der .Lefischckfi für Büchecsrrimde" (Verlag von E. A Seemann in Leidig) entnehmen, hat es gar nicht bis zum Jahre 1860 gedauert, daß ckn Verfasser sich dev Ausgabe der Zusammenstellung ckues Schimpfwörterbuches mrler» zog. Schon im Jahre 1839 ist in Arnstadt ein Buch erschirneu, dckien Deffasser »ubckaunl geblieben ist Es war betilckt „Deutsches > Schmpfwörterbnch oder die Schnnpfwörter der Deutschen. Zum allgemcknen Nutzen gckammckt und alphabckisch gcvrdnck nebst einer Borvor-, Bor- und Nachrede von Mfi Selbst" Was dicker Unbekannte hier zum ./lllgemcknen Nutzen", wie er sich ansdrütst, zufilmmeugetvagen hat, das hat den Göttinger Philosophen schon zwck Mcnscheualter vorher ernstlich bq-bästigt. Lichtenberg fchefitt sich wirstich eine Art Schimpfwöckerbuch angelegt zu haben. Ilm 1773 schrieb er cknmal: „Als ich fit mcknem Schimpfwvrtrrbuch nachjah, so fand ich kein passenderes als das arabische Dreck ans dcknen Bart." Diese schön« Schimpfwörterblütt hatte Lnhtenberg aus Niebuhrs Bckchreibung von Arabien gepflückt. Etwa 1775 hat er sich dann gegen 60 »erschiedenc Schimpfwörter notiert und darunter hat er sogar eine ganze Anzahl, dfi dzs oben erwähnt« deutsche Schinipswörterbuch nidjt kennt Es find recht kräftige Ausdrücke dabet, als: alter Krachwcdck, Reckck, Flohbäuchck, Saa* Wedel und dergleichen mehr. Lichtenberg sagte einmal: „Dfi wenigen Schimpfwörter, dfi ich brauche, sind treffend nnd schwer nnd der Schlag allezckt in ckner gnauen Verhältnis mit dem Fell, woraus >r fällt", und er bedauert, daß wir in Deutschland zwar allgemckne Gebefi, aber kckncn allgemcknen Fluch und lau Schimps-- wvrt hätten, das überall gelte. fi c c n in £>effen «itfmmt cf-? bet Sohn des Martert Dr Emir Steinmetz, der im Iahte 18ti5 nach Mainz versetzt wurde und dort nach langjähriger Tängkett ün Iahte 1905 gestorben ist. Stnnmctz trat hei dem Fußartillerieregiment Pr. 3 in Mainz ein und erregte Haid durch seine ungewöhnliche Tüchtigkeit Aussel>en. Schon im Aller von 37 Jahren wurde er zu Straßburg Major und Batail- lonskommandeur. Vor Ausbruch des Krieges war er Inspekteur der 3. Hutsarti! 1 enetnipeftton Köln und hat in dieser Eigenschaft mst die Erstürmung der Festungen Lüttich, Nanuir und Maubeuge ge- leftet. Als Divisionskommandeur ist er aus französischer Erde gefallen. Uiüer großen militärischen Ehren tourde seine Leiche in Köln zur Bahn gebracht, unr auf dem Mainzer Friedhofe an der Sefte der Eltern des für das Vaterland in den Tod gegangenen Helden bestattet zu werden. Airche «nd Schule. Vom neuen Erzbischof in Posen. Berlin. 25. Sept. (WTB. Amtlich.) Auf das gestrige Glückwunschtelegramm des Reichskanzlers an den Erzbischof Likowski in Posen ist folgende telegraphische Antwort ein- gegangen i Ew. Exzellenz spreche ich für die gnädigst übersandten Glückwünsche meinen ergebensten und verbindlichsten Tank aus. Ich bin mir voll bewußt des Ernstes des Augenblickes, in welchem ich das hohe Amt übernehme, und der grasten Verantwortlichkeit, die damit verbunden ist. Unter Gottes Beistand werde ich mich bemühen, dem in mich gesetzten allerhöchsten Vertrauen zu entsprechen. Erzbischof Likowski. hessischer Lantzerverein vom Roten Rreuz. Darmstadt, 24. Sept. Der Automobilzug mit Liebesgaben für die Lazarette und die kämpfenden Truppen, den auch diesmal wieder Kommerzienrat Hickler führt, ist Dienstag morgen von Darm- sbadt abgegan-gen. Die Wagen enthielten u, a.: Verbandstoffe, Medilamente, warmes Untermeng, geräucherte Würste und Schinken, Zigarren, Tabak, Pfeifen und viele Pakete cm Soldaten des hessischen Landsturm-Bataillons in Sedan. Hoffentlich gelingt es diesmal, nicht nur den Lazaretten etwas znzufuhren, sondern auch näher an die Front zu kommen Und die Sachen so in die Hände unserer wackeren Soldaten zu bringen. Ende dieses Monats soll eine dritte Sendung Liebesgaben abgehcn. Wir hoffen, daß dazu reichlich freiwillige Gaben fließen, haben aber Mich bereits einen erheblichen Geldbetrag zum 'Ankauf insbesondere von Ver- barldmaterial für die Lazarette nnd Gennßmittcl. wie Tabak, Zigarren usw., für die Truppen bestimnit. Die größte Schwie- riAeit, mit der wir eben noch zu kämpfen haben, ist nicht die Li»besgaben zu beschaffen, sondern sie nach der Front zu bringen. Eisenbahnwagen stehen dafür zurzeit überhaupt nicht zur Verfügung, und wenn sie auch verfügbar wären, so würden dcnnit die Sachen doch nicht nahe genug an die kämpfenden Truppen herangeschoben werden können. Wir find deshalb außerordentlich dankbar dafür, daß eine Anzahl von Autobefitzern sich der schönen Ausgabe, die Liebesgaben tfinanszubringen, unterzieht. Es sei darauf hingewiesen, daß die Tätigkeit des Roten Kreuzes in .Hessen in den setzten Wochen recht rege geworden ist. Sieben Verband- und Erfrischungsstellen /für durchfahrende Verwundeten- und Krankenzüge mit den nötigen Baulichkeiten und Einrichtungen sind unter Aufwendung^ von zum Teil recht großen Beträgen in Darm- ifircht, Offenbach, Heppenheim, Worms, Bingen und Gießen geschaffen worden, Betrieb nimmt die Arbeitskräfte wie die Geldmittel des Roten Kreuzes fortgesetzt in Anspruch. Die Schaffung von Ernrichtuntgen, die denen einer Verband- und Erfrrschungsstelle ähnlich sind, hat sich ferner nötig erluchsen an Orten mit einer militärischen Kriegsverpslegungs- anstalt. An allen Orten mit Reserve- oder Vereinslazaretten — bis heut« schon fast 40 — sind Empfangs stellen eingerich- itet, deren Aufgabe es ist, die eintreffenden Verwundeten -vom Bahnhof oder dem Schifflcmdeplatz nach den Lazaretten au befördern. Außer den im Frieden bereits vorbereitetere 120 Dereinslazaretten mit 1272 Betten sind inzwischen 25 wei- rtere Lazarette niit 912 Betten verfügbar gemacht worden, -und Verhandlungen über eine Vermehrung dieser Zahl gehen /ständig weiter. Von den im Frieden ausgebildeten und zur Verwendimg im Etappengebiet bereitgestellten Pflegekräften find bereits äbgrgangen: am 10 . Mobilmacchmgstag 15 Schwestern, 6 Köchinnen nrrd 48 Krankenpfleger der -Sanirätskolonne nach dein Aufstellungsort Frankfurt a. M.; am (>. September 25 Schwestern nach Straßburg und Um- rgpgcni). 3 Schwestern folgen dieser Tage, um einen Hilss- kkrzarettzug, in dem liegende Verwundete befördert werden, auf seinen Fahrten zwischen dem Etappengebiet und der Heimat zu begleiten. Zur Verfügung des stellvertretenden Militär-Inspekteurs bleibe» noch 130 Schwestern, 32 Krankenpfleger und zahlreiche Krankenträger. Die Ausbildung von Helferinnen nnd Krankenpflegern nimmt ihren Fortgmrg. Erhebliche Geldmittel sind erfreulicherweise bereits verfügbar gemacht und werden uns hoffentlich für die Zukunft zu- sstirsten, damit wir allen uns gestellten Ausgaben gerecht werden können. Sonstige Liebesgaben sind uns in reicher Menge zugekommen und gehen ebenfalls erfreulicherweise täglich neu ein. Sie werden, soweit es sich um verderbliche Gegenstände handelt, ausschließlich den Lazaretten zugewiesen. Die gnderen Gegenstände loerden unter den Lazaretten Mn Ort, den Lazaretten im Felde verteilt und. soweit irgend möglich, den käuipsenden Truppen zugeführt. Au» Stadt und Land» Gießen, 26. September 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebiete».) Unteroff. Wilh. Pf ei ff. Res.-Drag.-Rgt. 4 aus Kcsselbach. -Landwehrmann Jakob M enger aus Worms. — Osfiz.-Stellv. Karl Reinhardt, J«s.-Rgt. 88 in Hanau. — Grenadier Paul Appel, Kaiser-Fran»-Rgt. 2 aus Hanau. — Seewehrmann Tech- nitfec Heinrich Hcusohn, 2. Marine-Jnf.-Rgt. aus Hanau, — Gefr. d. Rcf. Lehrer Markig Jmiq, Jnf.-Rgt. 31 aus Edingen bei Wetzlar. — Unteroft. d. istcs. Adam Espenschied, Jnf.- Rgt. 118 aus Horrweiler. — Wehr mann Friedr. Adam Kern, Jnf.-Rgt. 118 aus Horrweiler. Leib-Dragoner-Regiment Nr. 24. Darmstadt. /Gefechte bei Braudvülr und Beaufort am 29. und 31. August. Leib-Eskadron: Lt. d. Res Ewald v. Masiow, Rohr, Kreis Rummcksburg. tot. — Lt. d. Ref. Eugen Schuchard, Bomt fl. vw — Trvmp.-Sergt. Hermann Buslau, Eisstden, schw. vw^ — Unteroff. Heinrich Reifenberg, Worms, schw. vw. — Eins - jyretni. Unteroff. Eugen Asnmnrn, Lüden,cheid, l. vw. — Drag. Philipp Schusters I., Heppenheim, L vw — Dragoner Friedrich Schweitzer, Düdcksl^im, schw. vw. — Drag. Ich ei Färber, Hnndsschwcil, Kpeis Aschaftenburg, schw vw. — Drag. Georg Wilhelm Heinz, Erzhausen, i-bw. vw. — Drag. Philipp Rund, Ebersladt. Krers Darnrstadt, sckM. vw. — Drag. Franz Marlin Pfleger, KcoutergenSheim. Kreis Entern, l. vw. — Gefr. b. Res. 5.*go Max Schneider, Pösneck, l. vw. — Ref. Peter Jofet Halenbach, Kriftel, .Kreis Höckht a. M., schw. vw. — Ref Friedrich Joses Strauß, Groß-Zimmern, vw. — Gefr. Valentin Kern, Osten buch, vm. — Trag. Philipo Hardt, Mörfelden, tot. Drag. Johann Müller I., Erfelden, tot. — Drag. Heinrich (Beulet, Maar, Kreis Lauterbach, tot. — Trag Heinrich Riedel, Zeilhard-, Kreis Dieburg, tot. — Trag Karl Kurtz, Sckstettstadt, vm. — Res. Max Karl Vollrath, Fürth, tot. 2. Eskadron: Obervetennär Dr. Kranich, l. vw. — Drag. Karl Scheu, Klein-Bothar, vm. — Res. Peter Rothenburger, Worfelden, l. vw — Unteroff. d. Ref. Peter Geiß, Ober-Mumbach, l. vw. — Gefr. Heinrich Götz, Biebelsheim, t. vw. 4. Eskadron: Drag. Otto Vonhold. Lüdenscheid, Kreis Lüdenscheid, vw. — Drag. Wilh. Herth, Langen, Kreis Offcn- bach, mn. 5. Eskadron: Fahnenjunker Alfred 'Miwemtz. Hannover, schw. vw. — Sergt. Leonhard Eckrich, Klein-Sternhestn, Kreis Ostenbach, tot. — Unteroff. d. Res. Georg Balzet, Homburg, tot. - Gefr. d. Res. Adam Fleck, Raibreitenbach. tot. — Drag. Georg Weber, Ebersladt, Kiers Darnrstadt, tot. — Drag. Jakob Wilten- bücher. Hetzbach, tot. — Unteroff. d. Res. 'Albert Lotz, Homburg v. d. H., l. vw — Trag. Andreas Poth, Monzernheim, 1. vw. — Drag. Johann Sprengling, Eich, Kreis Worms, l. vw. — >— Trag. Heinrich Koch, Ober-Bessingeir, Kreis Gießen, l. vw. Trag. Johann Ebert, Oppenheim, l. vw. — Drag. _ Fnedrrch Wolf I., Essenheim, Kreis Mainz, l. vw. — Res. Adolf Schmitt, Homburg v. d. H., schw. vw. Infanterie-Regiment Nr. 118, Worms. Musk. Phil. Christ, Ostenbach, verw. — Musk. Herrn. Reitz, Ostenbach, verm. — Musk. Adam Sattler, Jügesheim, verm. — Ref. Peter Hach, Groß-Bieberau, verm. — Res. Heinrich Dörr, Rothenstein, Kr. Dieburg, verm — Res. Adam Keller, Ober- Ntodau, verm, — Res. Adam tz. Ober klingen, verm, Res. Ludwig Lank, Münster, verm. — Res. Johann Blank, Dieburg, verw. — Musk. Wilh. Grosch, Offenbach. verw. — Musk. Friedr. Lehr, Groß-Umstadt, verw. — Musk. Beruh. Nitschke, Ofsenbach, verw — Musk. Georg Hechler, Groß-Zimmern, verw. — Musk. Philipp Psasf, Sprendlingnr, verm, — Geft, .Peter Hopp, Dieburg, verm, — Musk, Fernkorn, Ofsenbach, verm, — Musk, Joh, Soft, Ofsenbach, verm. — Unteroft. Linde. Lohrum, Dieburg, veno. — Musk. Hugo Andreas Heßberger, Ofsenbach, verw. — Res. Georg Baldaus, Brandau, schw, verw. — Unteroff. Ludwig Mager, Niederhausen, leicht veno. — Musk. Georg Ohl, Richen, verm. — Hornist Jakob Psannemüller. Dreieichenhain, verm, — Musk, Peter Heinr, Stahl, Babenhausen, leicht verw. — Musk. Kohl I., Neu-Jsenbnrg, schw. verw — Musk. I. I. Angemeier, Groß Zimmern, verm. — Musk. Phil. Strauß, Niederroden, verm. — Musk N. Sieb, Bieber, verm. — Gefr. b. Res. G. Ph. Michel, Ueberau, verm. — Unteroff. b. Res Jakob Seifert, Münster, verw. — Musk. Friedrich Göttmann, Rheinheim, Kr. Dieburg, verm. — Musk. Heinrich Kilian, Rheinl/eim, verm. — Ntusk Johann Kunz, Egelsboch, verm. — Minsk. Peter Vogel, Fränk.-Crumbach, verm. - Musk. Nikolaus Adam Spahn, Dietesheim, verm. — Musk. Paul Kenner, Ofsenbach, verw. — Musk. Walter VoUrath, Fechenheim, verw. — Musk, Adam Tardein, Babenhausen, verw, — Musk, Valentin Geiß, Groß-Zimmern, verm. — Musk Heinrich Degonirie, Groß-Steinheim, verm. * ** Aus dem Militär Wochenblatt. Befördert: zu Lls. d. Res. ö. Jnf.-Regts. Nr. 116 die Vizeseldmebel Dohm il Darmstadt), Adam, Freitag, Bornemann, Petri, Metz, Blaß, Heineck, Menges (Gießen). ** Erweiterter Zngverkehr. Vom 15.Oktober ab tritt der ständige Eisenbahnfahrplan im Eisen- bahndirekrionsbczirk Frankfurt wieder in Kraft. Der 1. Oktober wird jedoch schon erhebliche Erleichterungen im Personenverkehr bringen. ** Gedenkfeier für Rechtsanwalt C. Kaufmann. Ter Märmer-Turnverein Gießen hatte für seinen am 9. September- als Feldwebel-Leutnants im Landlvehr-Regiment Nr. 116 in Frankreich gefallenen ersten Sprecher gestern abend in der Turnhalle der Lberrealfchule eine Gchenkferer veranstaltet, der zahlreiche 'Damen und Herren beiwohnten. Aus einem Aufbau .aus Eiche und Lorbeer erhoben sich ein schwarz verhängtes Pult und eine Staffelet mit dem ©üb? des fürs Vaierlrnd Gestorbenen. Auch ein Rahtnen mit einer Feldpostkarte aus Bitry, dem ersten und letzten Gruß des Verblichenen au den Vorstand des Vereins, loar angebracht nnd betonte die persönlichen /Beziehungen Kaus- mannS M dem trauernden Verein. Die beiden umflorten Jahnen des Vereins, die alte und neue, bildeten, von Turnern getragen, den seitlichen 'Abschluß Eröffnet wurde die Trauerfeier durch das von den Gesangvereinen Liederkranz und Heiterkeft unter Lmrmonium-iBegleitung stimmungsvoll vvrgetragene Lied „Wir treten zrmr Beten" sLefter: Fr. Bauer). Herr C. Fix als zweiter Sprecher hielt die Erüffnun^anfproche rend begrüßte dre Versammlung im Namen des Vorstandes und Turnrates. Er verlas eingegangene Begleitschreiben und Telegramme aus Turner- kreisen in- und außerhalb des Turngaues Hessen und erteilt« dann Herrn G. Kling das Wort zur Gedächtnisrede. Der Redner knüpfte an die Zeft vor hirndert Jahren, insbesondere das Leben nnd Wirken Friedr. Ludw Jahns an und gedachte der Tatjache, daß gegeuivärtig 600 000 deutsche Turner unter den Fahnen stehen. Auch C. Kaufmann bade seine treudeutsche Geftn- mrng in die Tat umgesetzt und sei mit ins Feld gezogen. Ihr warnen Worten gedackste der Redner dessen, was Kauftnami dem Verein gewesen und was er für ihn uich die deutsche Turnsache überhaupt geleistet habe. Im Jahre 1904 habe der so jäh aus dem Leben Gerissene den Vorsitz im Verein übernommen und seitdem eine rege Werbetätigkeft entfaltet und numdjen Eichenkranz errungen. Die Fechtriege wurde zu neuem Leben erweckt, eine Gesangsriege begründet. An den Verhandlungen der Gauturntage und Kreisturntage beteiligte sich Kmistnairn eifrrg wich pflegte echt turnerische Fveundsckiaft und Kamerobschaft; auch verstand er die schwere Kunst, etwaige Gegner zai Freunden urnzn- stiimuen. Die Riege für Turnerinnen, die Sckülerobteilimg, das Schülerwettilrnen, die guten und fteundschaftlähen Bitziehungen des Männer-Turnvereins zu den Brudervereiueu, di« Kriegsipiele, die Feier des 25/ährlgen Bestehens des Bererns, die neue Fahne, der Turn- und Spielplatz des Vereins verdanken der Tätigkeft des Verstorbenen unendlich voll: seine ureigenste Schöpfung aber seien die neuen Satzirugen Zum Schluffe rühmte der Redner noch eiiwial die Treue zu Kaiser und Vaterland, zur Turnsache und zu allen, die ihm im Leben nahegrstiinhen. wodurch sich Kaustnann bleibende Liebe und Dankbarkeit erworben Hab«. Mit der Trauer um ih» verbinde sich die um zwei iveidere Turnbrüder, die fürs Vaterland ihr Leben gck-ffen haben, den Feldwebel I e n t s ch und den Einjähr.-Geft.' Hermann M ö b u s. Der Redner schloß nnt dem Wort des Dichters: „Wer im G-dächtriis ferner Lieben lebt, ist ia nicht tot, er ist Nur fern Tot nur ist, wer vergessen wird." Ms Vertreter des Turngmies Hessen drückte Herr E i d m a n n dem Verein sein herzliches Beileid aus iwd ;,ab die Versicherimg, daß der Name Kaufmann immer in ehrendem Andenken fortleben werde. Mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Atorgenwt, Morgenrot!" erreichte die von Herzen kommende und zu Herzen gehende Feier ihr Ende ** Union-Theater (Seltersweg 81). Nur noch drei Tage gelangt das abwechielimg^reiche PvoyrcMim zur Dor- führring. Besonders sei bervorzuheben: „Ae Sklavin des Harems", großes orientalisches Dwcrma in 3 Akten, gespielt von den besten italienischen Kürrsclrrn, „Eine heimliche Ehe", >v-nnderbares Gesellschaftsdralma in drei Akten, sowie das übrige dezente Programm. ** Der Turnverein von 1846 unternimmt morgen. Sonntag, einen Turngang mit den Schülern und Jugendturnern, Abgang 2Uhr von der ehemaligen Ak- tienbrauerei. ** Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen für das 3. Vierteljahr 1914. Montag, 28. Sept., vorm. 9y* Uhr: Angeklagter Wilhelm Müller von Ruppertsburg wegen Notzuchtsversuch. Die Anklage vertritt Großh. Sberftaatsanwalt Hosmann; Verteidiger: Jrrstizrat Dr. Jung. Dienstag, 29. Sept., vorm 8 V 2 Uhr: Angeklagter Johannes Marchewka von Stenschewo wegen Nvtzjucht und Versuch derselbeit. Tie Anklage vertritt Großh. "iertchts- Assessor Knauß/ Verteidiger: Jirstizrat Metz. Mittwoch, 30. Sept., vorm. 8 V 2 Uhr: AilNage gegen Christian Münch von Harbach ivegen Meineid. Die Anklage vertritt Großh. Gerichts-Assessor Knauß/ Verteidiger: Rechtsanwalt Röm- held. Donnerstag, 1. Okt., vorm. 8 V 2 Uhr: Anklage gegen Katharina Götz von Gießen wegen Kindestötung. Die An- Uage vertritt Großh. Oberstaatsanwalt Hofmann/ Verteidiger: Rechtsanwalt Engisch. Freitag, 2. Oft., vorm. 8 h» Uhr: Angeklagter Karl Heinrieh Schneider von Oder-sNörlen lvegen Meineid. Die Anklage vertritt Großh. Gerichtsassessor Knanß/ Verteidiger: Jilstizrat Katz. Samstag, 3. Oft., vorm. 8 Vr Uhr: Anklage gegen Heinrich Hamei und Karl Kipper von Gießen wegen Raub. Die Anklage vertritt Großh. Gerichts-Assessor Kiians;; Verteidiger: Rechtsanwälte Dr. Spohr und Dr Aron. Montag 5. Okt., vorm. 81/2 Uhr: Auflage gegen Wilhelm Weller von Klein-Linden wegen Ilotzuchis- verfuch. Ae Anklage vertritt Großh. Oberstaatsanwalt Hof- mann; Verteidiger: Rechtsamvalt .Kochs. Dienstag, 6 . Oft., vorm. 8 V 2 Uhr: Anklage gegen Lorenz Schmidt Ehefrau, Christian Noll und Christian Noll Ehefrau von Gießen wegen Meineid und Berleiwng zürn Meineid. Me Anftage vertritt Großh. Gerichts-Assessor Dr. Cckert; Verteidiger: Justizrat Katz und Rechtsanwalt Homberger. Mittwoch, 7. Okt., vorm 8Vr Uhr: Anklage gegen Ludwig Furmanski von Raczici n>egen Totschlag. Ae Anklage vertritt Großh. Gerichts- Assessor Dr. Eckert; Verteidiger: Rechtsantvali Lenn. ** Vergebung von Lebensmitteln für die Gefangenen. Laut Bekanntmachungen der Kassenverwaltung des Landstrirm-Jnfanterie-Ersatz-Bataillons Gießen sindel am 28. September die Vergebung der Lieferung von Brot, sowie von Küchcnbedürsnisien für die demnächst ein- tressenden Kriegsgefmigenen statt. Der Bedarf ist vorerst für 1000 'Mann erforderlich, wird sich aber voraussichtlich in kurzer Zeit erhöhen. Ae Angebote sind im Geschäfts zimnier Nr. 32 der Kassenverwaltung, Aenftgebäude des Bezirkskommandos, Landgrasenskraße 6 , abzugeben. Landkreis Gießen. (l) G a r b e n t e i ch, 24. Sept. Für das Rote Kreuz wurden in hiesiger Gemeinde 330Mark gesammelt. Die Kirchenkollekte ergab 100 Mark. Die beiden Gesangvereine Viktoria und Frohsinn sftsteten je 100 Mark. Außerdem wurden dem Roten ükreuz überwiesen: 74 Paar Strümpfe, 8 Paar Stauchen, 37 leinene und 5 wollene fremden, 9 Bettücher, 8 Handtücher, 28 Paar Fußlappen, 22 Taschentücher, 3 Unterhosen, 3 Pfund Seife, 1 Pfund Kakao, 3Kistchen Zigarren, 1150 Eier, mehrere Pfund Burst, Speck und Butter. b. Nieder-Bessingen, 25. Sept. Gesteru al'end starb der Großlx Bürgermeister Horst im 65. Lebensjahre. Er war eine bei seiner Vorgesetzten Behörde wie auch bei der Bevölkerung geachtete und beliebte Persönlichkeit. Im Ater von 30 Jahren zum Ortsoberhaupt gewählt, versah er nahezu 34 Jahre mit Treue und Gewissenhaftigkeit sein Amt. Wegen seiner reichen Kenntnisse nnd seiner erprobten Erfahrungen war es ihm vergönnt, verschiedene Ehrenämter zu belleiden. So war er z. B. langjähriges Mitglied des Kreistages. Kreis Frirdbrrg. O Friedberg, 25. Sept. Der Allgem. Staatsei s c n b a h n v e r e i n hat sein gesamtes Barvermöge» von 700 Mk. für die Zwecke des Krieges überwiesen. Die Summe wird fürs Rote Krenz, für die allgemeine Kriegs fürs vrg.' und für die im Felde stehenden Mitglieder verwandt. — Vom! hiesigen Bataillon erhielten die Hanptlente Stettin und Domizlafs und Bat.-Adjutant Buchholz das Eiserne Kreuz. Major Gudewill, der Kommandeur unseres Bataillons, der bei Neufchateau durch einen Lungenschuß ver- wuttdet wurde, besindet sich seit gestern in Behandlung des hiesigen Reservelazaretts. L. Friedberg, 24. Sept. Stadtverordnetenoersaunnlung am 24. September. Den Gebt Ullrich wird für ihren Neubau am Bahnhofsplatz, Ecke WUHelmstraße, die Mibringung überdeckter Lustschächte von 30/70 3enttarnter gestattet und Dispens für eine Eigentunrsüberschreibung befürwortet. — Der Marg. Keller wird die Anbringung eines Schaukastens an dem Haust Kaiferstraße 107 gegen Revers und Anerkennungsgebühr genehmigt. — Bei der Auslosung der städt. Sckmldverschreibungrn werden zur Rückzahlung aus den 1. Jmmar 1915 gezogen: von Lit. A ä 200 Mk. Nr. 152, von Lit. A ä 200 Mk. Nr. 69, von Lit. A ä 200 Mk. Nr. 178, von Lit. L ä 500 Mk. Nr. 41, von Lit. C ä 1000 Mk. Nr. 44. — Dem Armenftmds sollen 1900 Mk. städtische SckMldverschreibungen .zu 87 Prozent sowie wefterc von der Stadt angekaufte städt. Wertpapiere zum Ankauf angeboren werden. — Seitens des Großh. KreisanUs ist ein Ersuchen ergangen, für das Gesästifts-Zimmer einer tlieclüsaul- kunftsstelle Räume zur Verfügung zu stellen. Dem Gesuch wird entsprochen. — Zur Unterstützilng der NoUeiüenden in Ostpreußen werden vorläufig 300 Mk. bewilligt. — Der Familid des für das Vaterland gefallenen, srüheren Mitglieds der Stadtverordne- tcn-Versammlung, Kammerdireftors Dern-Assrnheim ist festendes Bürgermeisters das Bdileid der Stadt ausgesprochen worden. — Bon einer Mitteilung des Großh. Kreisamts und Großh Ministeriums, die Notprüftrng an der Gewerde-Akademie betreffend, wird Kenntnis genommen. O Nieder-Eschbach, 25. Sept. Der Sohn des hiesigen Lehrers Dirlmn, Oberlehrer E r n st D i r 1 a m au-i Remscheid, hat das Eiserne Kreuz erhalten. 3ti em tf ttei 1 « In nu umt Kt Ilbi ä KI «il im Oi M nli «ui m a (li iba. iji U irt iii 10 I« «t, tl irnl Hessen-Nassau. nt. Neustadt, 25 Sept. Ar hiesige Krieger« verein stiftete 50 Mk. fürs Rote Kreuz. Desgleichen zeichnete der hiesige Turnverein für den gleichen Zweck 100 ML. — Trotz des im allgemeinen schwachen Behanges der Bäume löste die hiesige Stadt für verkauftes Obst 621,90 Mk., diese Summe bleibt um 668,90 gegen den vorjährigen Erlös zurück — Tie Kartoffelenrte in der hiesigen Gemarkung hat begonnen und liefert einen sehr guten Ertrag. Vom Acker werden durchschnittlich 50 bis 60 Sack geerntet. h Frankfurt a. M„ 25. Sept. Ten Folgen eines Schlag- anlallcr erlag heute nachmitlag Musikdirektor Georg Krug. Ter Verstorbene gehörte 42 Jahre dem Kollegium der Tomfchule an und war lange Jahre Ttrigent de? .Verein- !ür Kirchenaelaiiq' und etliche Jalire Leiter des .Schulerschen Männerchors^. Bti in sein hohes Alter — er starb im 78. Lebensjahre — galt Krua als einer der t>«rvorragendsten Miisikpädagogen. Georg Krag entstammte einer angesehenen Familie in beldenbergen i>. (h) Gelnhausen, 25.Sepl. Das Landratsainl hat für den Kreis Gelnhausen für Brot und Schweiuesleisch Höchstpreise festgesetzt. Es kosten das Pfund Schwarzbrot l4Psg., Weißbrot 16Psg., Blut- und Leberwurst 65Pfg- Schwartenmagen 80Psg., Schweinefleisch 65Psg. Die Fest' setzung der Höchstpreise für Rind- und Kalbfleisch steht uli- mittelbar bevor. Zuwiderhandlungen werden bis zu 3000Mk- Geldstrafe und mit Schließung der Verkaufsstelle geahndet. FC. Wiesbaden, 25. Sept. Heute wurde erstmaug »ul dem Diehmarkt die Bekanntmachung des Reichskanzlers, beiresfeiid das vorzeitige Schlachten von Vieh, gehandhabt. Aach dieser Verordnung ist das Schlachten von Kälbern unter 75 Kilogramm Lebendgewicht, sowie von Rindern unter 7 Jahren, ausgenommen von Weidevieh aus bestimmten Gegenden, vor allem Norddeutjchland, verboten. f f ■ [ur Vermeidung Verwechselungen .bcftcllung von Vermietung s- r« oder dgl. wird dringend «m e bffHTi rrigenwum nxr gebet. ag desGich.Anzeigers j-Zism.-Woh». lerrlchastl., 1. Stock, mit , Komfort. 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Ingenieurwesen, Maschinenbau, Papieringenieurwes., Elektrotechnik, Chemie (Elektrochemie u.Phannazie). Allgemeine Abteilung (insbesondere f. Mathematik u. Naturwissenschaften),Kursus f. Geometer I Kl. Prüfungen zur Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs u. der Würde eines Doktor-In- genieurs. Fachprüfungen. Reichsprüfung für Pharmazeuten u. Nahrun^sinittel-Chemiker. (Gegenseitige Anerkennung der Diplom-, Vor- u.Hauptprüfung in Hessen u. Preussen für den Staatsdienst im Hochbau , Ingenieurbau- u. Maachinenbaufache.) Beginn des Studiums im Herbst oder zu Ostern. Aufnahmen vom 16. Oktober bis 16. November. Beginn des Unterrichts 20. Oktober, Programm gegen postfreie Einsendung von 60 Pfg., Ausland 80 Pfg._ [lOllohv] Dan Rektorat Herzogi- Braunschw. Baugewerkschuie Holzminden. "JST fjod)bau -“"äSm«" 55 '* Tiefbau c . m»mm ^vmmeruMerrichi 2. Rprtl. Rdleprüfung. tDlnterunttrridjt 15. Oktober, , Sleichveretyngl mit den KOnlgl. Prcufi. Baugeroerkfdjulro. - «staatlich Uonzes». höhere Privatschule) IalivtlaeU. Unterricht in allen Fächern der Ober - Realschule des Gymnasiums und Realgymnasiums. Beste Vorbereitung für alle Schulpriifungeu: Ein- jtthi lgen-. Primaner-, Abltnrlen- (en-Examen. Fortgesetzt gute Erfolge, daher beste Empfehlungen aus allen Kreisen. — Arbeitsstunde» — Aufnahme von Knaben u. Mädchen jederzeit Abendkarse. Kur geprüfte Lehrkräfte. 7629] Alles Nähere (Prospekte, ReferenzOdurch Direktor Memanno, BleicMr« 0. Habe meine Tätigkeit hier wieder ausgenommen. Der Unterricht U Bassaehmea, Sebnillnelebnea, Za- sebatid*» ead AalerUge» aiaderasr Baneagardersb» beginnt am 5. Oktober. Gefällige Anmeldungen jeden Samstag nachmittag und Sonntag?. 1*817 Susanna Dippel akad. gebild. Lehrerin und Dumenschneidermeisteriu, Lodwigaplatz 2. ___ Lndwigsp laty, __ Kartoffel-Berdingung. Für die Piol'inzial-Liechengnstalt Ober- hesskn in Gicftc» soll die Lleferung von ca. 800 Zentner guter Speise-Kartoffeln vergeben werden. Die näheren Bedingungen liegen auf dem BerwallungSbureau vom 30. September bis einschl. 3. Oktober 1914 nachmittags von 3 bis 5 Uhr osten, woselbst Angebote, mit der Ansschrift „Liescrung an Kartosteln für die Provinzial-Siechen- anftalt“ versehen, bis zum Erbfsnnngslermin, Montag, den 12. Oktober 1814, vormittags 1V Uhr. einzureichen sind. Gießen, den 18. Septeniber 1914. 99061) Direktion der Provinzial-Siechenanstalt. Bekanntmachung. Auf dem nächsten Montag, den 28. d. Mts., vorm. */,9 Uhr in Hungen stattfindenden ,-jiegen- markte komnicn ca. 40 Zirgenböcke und ca. 20 Ziegen und Lämmer zum Austrieb. Beste Ankaussgelegcnheit für Gemeinden und Private. — Zuni regen Besuch wird hiermit freundlichst eingcladen. Gießen, den 23. September 1914. I0049v KreiSzicgenzuchtverein Gießen. Bekanntmachung. Belreffend: Verlegung einer Geflügelziichlstatson. Die seither t» Stein bei g. Kreis dienen, erridttete LeistmigSzuchtstation iiir Peking-Enten soll gndcrwciiig innerhalb des Kreises untergebracht werden. Bewerber um dieselbe «vollen sich bis z»ni 3. Oktober beim LandwirlichastSkannner-Anssdiust in Ehesten meiden, woselbst auch die Vertragsbesll«:i«»»»gen erhältlich sind Giesten, de» 25. September 1911. 19111 Landm rts Mskamer-Alis s Mß für Lberlicsstil. Obstversteigerung. Dienstag, den 28. September d. I. werde» in der Gemeinde Münzenberg ca. 80 Ztr. Aepfel, ca. 1b Ztr. Birnen und ca. 5 Ztr. Zwetschen ab- teilungSweise meistbietend versteigert. Zusammenkunft vormittags 9 1 /, Uhr am Gasthaus »Zur Burg Mnnzenberg". Münzenberg, 24. September 1914. Großherzogliche Bürgermeisterei. Wetz, 10098 Düngt jetzt mit Kaflkmeh! ist billig macht die Pstanzen gesund u»> widerstandSsähig erzeugt das beste , yimcr macht den Boden lucker wirlt Stickstoss sparend kann jederzeit, auch denWinter über, anSgestveut werden Oberh. Kalk- u. Stein-Industrie G.m.b.H. 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Aber die Hoffnung unserer Feinde, daß unser reichgegliedertes Wirtschaftsgebiet unter dem Kriege zusannnenbrechen werd«, soll zu Schanden werden wie chre sonstigen Erwartungen und Hoffnungen: sie entspringen der Unterschätzung unserer Leistungsfähigkeit und Kraft. Allenthalben regt es sich im Deutschen Reiche, der Ruf nach Wiederaufnahme der Betriebe, nach Schaffung von Arbeitsgelegenheit ergeht an die Kreise des Handwerks, des Handels und der Industrie, der Starke will dem Schwachen die Hand reichen, die Mitwirkung zur Rufrechterhaltung des Wirtschaftslebens ist als vaterländische Pflicht erkannt. Der Kreditbedarf ist in solchem Maße gestiegen, daß er aus den gewohnten Kreditguellen nicht mehr befriedigt werden kann. Die Reichsdarlehens- kassen sind eingesprungen und wirken ersprießlich, ste geben aber Vorschüsse nur auf bestimmte Wertpapiere und gewisse Waren. Wo die Beleihungs- fähiqkeit dieser als Staatsinstitute an strenge Vorschriften gebundenen Kassen ihre Grenzen findet, da wollen die in vielen Städten bereits ins Leben getretene» ttriegskredillasjen helfend uod fördernd «»treten' auf sie sind namentlich die kleineren und mittleren Handwerker, Gewerbetreibenden und Handelsfirmen angewiesen. Ruf Anregung des Bürgervereins hat eine größere Versammlung von Bürgern aller Kreise die Frage erörtert, ob auch in Gießen das Bedürfnis nach Gründung einer solchen Kreditkasse bestehe und sie einmütig bejaht. Der Unterzeichnete Ausschuß wendet sich an die dem Bezirk der Handelskammer für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach angehörenden Städte und sonstigen Körperschaften, an alle Kreise des Handels und der Industrie, an alle Bürger, denen die Aufrechterhaltung unseres Wirtschaftslebens am Herzen liegt, mit der Bitte, unserer > Eichener Kredit-Genossenschaft von lstlf e. S. m. b. h. beizutreten. ' Nicht nur derjenige soll sich beteiligen, der vielleicht selbst in die Lage kommt, den Kredit der Genossenschaft in Anspruch zu nehmen — allen Kreisen des Warenhandels und der Industrie kommt indirekt zugute, was die Genossenschaft leistet, indem sie die kleineren und schwächeren Angehörigen dieser Wirtschaftsgebiete stützt. Und jeder Bürger möge erkennen, daß die Leistungen unserer Genossenschaft im gemeinnützigen Interesse erfolgen. Die Kreditgenossenschaft ist gedacht als Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht: jeder Geschäftsanteil soll 250 Mark betragen, die mit demselben verbundene Haftsumme beträgt 1 0 00 Mark. Zeichnung mehrerer Anteile ist zulästig; Kredtt wird nur an Mitglieder gewährt. Die Drgane der Genosienschaft, Vorstand und Aufsichtsrat, fungieren ehrenamtlich. Sie haben über die Kreditgesuche zu entscheiden und können denselben gegen Verpfändung von Werten aller Art, Wechsel, Waren, Buchausständen, Bürgschaften entsprechen. Die Städte, die Handelskammer, der Gewerbeverein, die Banken werden voraussichtsich größere Beträge zeichnen. Zeichnungslisten befinden sich im Umlauf. Zur Entgegennahme von Zeichnungen sind außerdem bereit: Mitteldeutsche Lredttbank Bant für Handel und Industrie Gewerbebank Bankgeschäft Jakob GrSnewald Bankgeschäft Joseph Herz Bankgeschäft Baruch 5ttanh Bachs, die Handelskammer, sämtlich in Gießen. Ferner sind auch alle privaten vankinstttute und Kassen im Kammerbezirke wie auch die einzelnen Mitglieder d« Handelskammer zur Entgegennahme und Uebermittlung der Seichnungsscheine an das Sekretariat der Handelskammer bereit. wir bitten unsere Mitbürger, nns zu helfen, der Genossenschaft beizu- treten und eingedenk zu sein, daß wie unser« Brüder im Felde wir. denen es nicht vergönnt war. mit hinauszuziehe». zu Haufe auch wirtschaftlich Alle für Einen und (Einer für Alle ein treten müssen. Gießen, den 22. September 1914. Oberbürgermeister Keller. Stadtverordneter Friedberger. Beigeordneter Iuftizrat G rü n e w a l d. Bankier H ofrat G r ü n e w a l d. Geheimer Kommerzienrat Heichelheim. Fabrikant Horst. Oberlehrer Prof. Dr. Krausmüller. Stadtverordneter Krumm. LehrerDalevtin Mü ll e r. Stadtverordneter Petri. Kaufmann Röhr. Stadtverordneter Winn. Dringende Kitte! Den Linien-, Reserve- und Landwehrtruppen des hiesigen Regiment; die sich in schweren Kämpfen heldenmütig geschlagen haben, sollen in alle Kürze Liebesgaben auf die rascheste Weise zugeführt werden. Die Bürgerschaft der Stadt Gießen wird hiermit aufgerufen, die i> erster Linie notwendigsten Liebesgaben, namentlich: Wollene Hemden Wollene Unterjacken Wollene Socken Fußlappen aus Leinen oder Biebertuch,ungesäumt, etwa 45 Ztm. im Quadrat Pulswärmer Leibbinden Tabak, Zigarren, Streichhölzer Dauerwurst Schokolade Dörrobst usw. reichlich und möglichst sofort zu spenden. Es wird gebeten, aus den Paketen — namentlich bei Wäsche — bei Inhalt zu vermerken. Annahmestelle der Stadt: Stadtknabenschnle an der Rord-Anlag täglich von 8—12 und 2—6 Uhr. Annahmestelle des Roten Kreuzes: Alte Klinik täglich von 8—6 Uhr Gießen, den 22. September 1914. m Der Oberbürgermeister: Keller. Zweigverein vom Roten Kreuz: Alicesrauenverei» Wiener. Frau Gebhardt. Verein ehemaliger 11 Ger. Aufforderung. Es ist eine Ehrenpflicht, unserer Kameraden, die im Felde unter Auf opferung ihrer ganzen Person und unter den größten Entbehrungen sür- unser geliebtes Vaterland kämpfen, dadurch zu gedenken, daß wir durch Übermittlung von warmen Unterkleidern an sämtlichen Truppen der hiesigen Garnison diese vor der Kälte des bevorstehenden Winters zu schützen suchen. Wir richten daher an unsere Mitglieder die dringende Bitte, neue oder gut erhaltene wollene Unterkleider jeglicher Art uns baldigst zugehen lasten zu wollen; auch alle übrigen Mitbürger Gießens bitten wir, uns bei dieser Sammlung tatkräftig unterstützen zu wollen; wir sind gerne bereit, diese Liebesgaben auf Wunsch bei jedem einzelnen der Spender abholcn zu lassen. Die Unterzeichneten nehmen die Gaben sowie Anmeldungen zur Abholung derselben gerne entgegen: Heinrich Böller, Frankfurter Albert Reubürger, Steinstr. 17. Straße 58. Heinrich Spieß, West-Anlage 27. Karl Haupt, Landgrafenstr. 4. Karl Weidig, Liebigstraße 87. Leopold Mayer, Bahnhosstr. 63. Heinrich Werner, Bahnhofstr. 27. Der Vorstand des Vereins ehemaliger 116 . _ R ritz_ 10085v Jur die bemnätfift einttr fenbett Kriegsgefangenen so fiivbtc Dauer ihrer Anwkicn heil die Verpflegung an de Mindestsordcrnden vergebe werben. Es werben braucht: Kartoffeln, (Srtrfer weiffc Bobnen, Grauven obc Grütze, Bruchreis, Wetzen mebl, Maismehl, Kornlnße tgebr. Roggen!, Zichom Weizengries, Nudeln, Snl schwarzer Pfeffer, Gewür, Lorbeerblätter, Wechkob Dörrgemüse, Mohrrübe, Untcrkablrabi, Lauer bih Zwiebeln, Heringe,Pflanzen seit. Der Bedarf isi voretz für ungefähr 1000 Mannet torderiich, wird sich aber not aussichilich in kurzer Sei erhöhen. (10109) Angebote sind bis Menu, den 28. ds. Mts. mittag 12 Uhr an die unterzeichnet Kaffcnverwatiung — Zin mer 82 im Diensigebäude de Bezirkskominandos, Laut grasenstrahe 8 — schrisilit abzugeben, woselbst aut nähere Auskunft erteilt wir! Die Kaffenverwaliu«! Landsturm ° Jnsant, Bataillon Giehen ra ÜB sorgtäliigst, schnell u. billig' H.Hansel. Löberstr, 19, " Kartosfelpreise. Die bisherigen Berkauisoreise für Kartoffeln stehen in einem starten Mitzverbältnis zu der überaus reichen Ernte. Nach Anffcht Sachverständiger ift ein Berkauss- »on 3,5 Psg, im Kleinhandel schon überaus hoch, weise daraus bin. daß ich genötigt bin, Höchstpreise lür die Kartoffeln scstzuietzen, wenn von jetzt ab noch höhere Preise als 3,5 Psg. für das Pfund im Kleinbaodel beansprucht werden, Greben, den 25, Sevtember 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. 101088 Quittung. lliür die Pffegc der Verwundeten »»lerer Mariae spendeten weiter folgende Betröge: Ungenannt, Heuchetheim 3 Mk„ Frl. Baum 2 Mk„ Bbittvo Vogel, Londorf 10 Mk., Eifert. Londorf 5 Mk., Frau Luise Lotz 20 Mk., Georg Schneider 10 Mk,, Ungenannt 10 Mk,, desgl, 10 Mk,, G, D. 10 Mk., Bauunlev- nebmer Georg Becher 10 Mk„ Pir, G, B, in 2B. 10 Mk,, Fteckenkaffegeld einer Tischgesellschaft 8 Mk,, zusammen 108 Mk„ mit den früheren Svenden von 1575,16 Mk. gingen im ganzen ein: 1683,16 Mark, Den gütigen Gebern herzlichen Dank! Pros. VSlziog, Goetheftratze 19. im Reichsbankgebäude 1181 9322 D Rückständige Zinsen können kostenlos bis 11. Ropember d». IS. bezahlt werden. 10OT0 Spar und Leihkaste Langgöns. Volksküche Cafe Ebel Giessen Burggraben 9 Telephon 993 t&flrlich von 8 bis 3 Uhr geöffnet erbittet weitere Geld- Hod Natnralien-Spenden. UnD bt Silberne, künstlerisch ausgeführte Kriegs-Talismane Stück Mk. 2.— bei Carl Brück, Juwelier, Krenzplatz k matadorshern wollen { —. nicht filzend. nicht etnlaufend beste Schweisswollen für Strümpfe * Soeben ^^TugsquellenrienntdieSternwollspinnerc»in Bahrcotej j Bruch - Heilung 2*6 BernfsstörofjJ 1 SanH*tsr* Dr.med Müller . Direktor H. Hahcaicht Audi «Uffad des Krieges ffaden Sprechstunden statt in: Mainz Klrchatrafte »/» Jeden Mittwoch von 9 bis 1 Öhr. Giessen AHcestrafte 26 Jeden Freitag von 9 bis 1 Öhr. Frankfurt a.M. SehantborafrfraBel’ Jeden Donner**** von 9 bis 1 vkr 100 Adrenen Gehellter n. d Schrift über den Unterlelbabrncfc ?'ti «i •ui 't| : «ji wii jfyj «t< U, s Is