Nr. 226 Der Sietzener Anzeiger erschein! täglich, außer EonntagS. - Beilagen: viermal mücheiiilich Sithener§amil>«nd>älteri ztvennal ivöchentl.Nreis- biattliirdenNreirSikhen (Dienstag und Freitag); zweimal inonail. Land- wirtschastlich« Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: iiir die Redaktion 112. Perlag ». Erpedikio» bl Adresse kür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme van Anzeige» Erster viatt 164. Jahrgang Giehener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Gberhessen 5am§tag, 26. September M Bezilqsvrclö: monatlich 7»Ps., viertel, jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen ntonallich 65 Pf.; surctz diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestell,. Zeilenpreis: lokal 15Psi auswärts 20 Pienniq. Lhesredakleur: A Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", ,Ver- niischtes" und.Gerichts- saal": Karl Neurath; lür .Stadt und Land": stir die Tagesnmniner — „ . o i b's vormittags 9 Uhr, »otationrdnxk und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- u„- Steindnttkerei 8. Langt. Redaktion. Lxpedition und vruckerei: Schulstrahe r. An^ig-m-tl:' H? B-ch Neue Nämpse des deutschen rechten Flügels. Ein Sperrfort südlich von Verdun gefallen. (WTB > Grobes Sauptguartier. 25. Srptemb. 'AmUüü.) Der Fortgang Ser Operationen führte aus urr- crem äuhersten rechten Flügel zu neuen Kämpen, in denen eine Entscheidung bisher nicht fiel. In >er Mitte der Schliulitfront heute, von einzelnen Zorstötzen beider Parteien abgesehen, ist nichts ge- chehen. Als erstes der .Sperrsorts südlich von Zerdun fiel heute Eamp des Romains bei 51. Mihiel. Das bäurische Rcgimeut von der Dann hat ms dem Fort die deutsche Fahne gehißt. Unsere Trupp«, »aber, hier die Maas überschritten. Im üdrigen sind weder im Westen noch im Osten rgendwelche Prränderungen eingetreten. ^ * * Tie Franzosen wiederholen imnrer und immer wieder en Versuch, den deutschen rechten Flügel zurückzuschlagen nd zu i Angehen, um dann unsere Schlachtfront anszn-> ollen. Sie wissen es. dass die deutschen Bemühungen uss heißeste darauf gerichtet sind, in der Gegend von 4er dun zu entscheidenden Schlägen zu kommen und dort ic französischen Verbindungen zu unterbrechen. Die Fran- osen haben, wie wir aus der obigen Meldung erfahren, e in Glück gehabt, die deutschen Angriffe dagegen haben in Sperrfort südlick) von Verdun in ihren Besitz gebracht, ie deutschen Truppen haben an jener SteUe die Maas berschritten. Ter französische Generalstab hat in den letzten agen einen Bericht herausgegeben, der die Lage in einem hnlichen Licht erscheinen läßt Es heißt darin nämlich: Fm Zentrum haben die Deutschen östlich der Argonnen id auf den, Maasuser den Angriff mit besonderer tucbt fortgesetzt. Die Kämpfe dauern hier mit wechselndem Er- lge an. In der Gegend von Nancy versuchte der Feind wie- rum aus französisches Gebiet eiirzuprmgen und die leichten eäungSabteilnngrn ziurückzndrängen Fn den letzten Stunden at im Zentrum und auf dem französischen rechten Flügel Ruhe a, während auf dem linken Flügel die Kämpfe hes- ger wurden. Die Franzosen, von Norden und von Osten her schwer drängt, befinden sich in der schwierigsten Lage. Erleiden ? an irgendeiner Stelle eine Schlappe, so macht sich dies ich auf dem übrigen Kampfplatz verderblich geltend. Ein militärischer Mitarbeiter des Berl. „Lok-Anz." urteilt den Stand der Kämpfe wie folgt: Wir hören von Versuchen des französischen linken Flügels, n Truck aus unseren rechten Flügel wieder ausznnebmen, und r wissen, daß jeder Äsersuch scheitern muß. Wir hören von irstöben unsererseits im Zentrum, die oiieubar langsam, aber her Erfolg verbürgen. Die mittleren, der zivischcn Verdun und ml liegenden Sperrforts besindrn sich in der Arbeit unserer tveren Geschütze und haben wahrscheinlich, seitdem es dem igreiscr gelang, den Ostrand der Cötr Lorraine dem 8. sran- iischen Armeekorps zu entreißen, schwer zu leiden. Das Pom- y-Massiv hat nur noch sür Toul und Nancy Bedeutung, so rge es nicht von der Berbindimg mit dem Rest c französischen Schlachtironi durch die Durckwrecbung c Spcrrsortlinic abgcirennt ist. Wenn die ftan ischen Militärkrilikcr saacn, daß die Ehanccn des Kampfes der Voevre-Ebcne vorläufig unbestimmbar seien, so ist 'dies ein mcpcr Versucki, deni französischen Volk und anderen Sand in • Augen zu streuen. Tie Kämpfe in der Ebene von Vorvrc inen nicht mehr unbestimmbar sein, nachdem wir im Westen den chenrand der Cöte Lorraine besetzt haben. Tie Franzosen sollten .t ihr „vorläufig unbestimmbar" in „aussichtslos" abändern. >4 würde stimmen. __ _ '_ Aus dem Rordwcstcn Frankreichs. London, 25. Sept. (WT.B. Nichtamtliche) „Times" lden ans dem Nordwesten Frankreichs: Am 22. September t eine Abteilung Ulanen nachanittags die Brücke bei Mi- m o n t zwischen Amiens und Arras gesprengt. Tic Tätigkeit der Zcppclinluftschiffc. (WTB.) London, 25. Sept. (Nichtamtlich.» Nach einer trigcn Reutcrmeldung aus Ostende hat ein Zeppelin- tschiff die Stadt um 11 Uhr abends überflogen und ei Bomben abgeworfen, die wenig schaden an- ftchtct und niemanden getötet haben. Tas Luftschiff kam rt Thielt über Thorhout und kehrte in der Richtung ielt zurück. Tie erste Bombe ftcl in den Bois de Boulogrre, zweite auf den Fischmarkt, die dritte in ein Bassin. Amsterdam, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter ldct aus Antwerpen: Ein Z e P P e li n l u f t s ch i f s hat der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch längs der e r st e n rteidigungslinie der befestigten Stellungen vor twerpen in der Richtung Moll—Lieve signalisiert, gen der starken Scheinwerfer ist das Luftschiff umge-, rt. Ter belgische und der englische König. B e r l i ii , 25. Sept. (Ctr. Bin.) Der „33. B.-K." meldet > London: Der König der Belgier hat sich bewogen ühlt, dem Verfechter der Neutralität Belgiens folgendes (egramm zu senden: An Se. Majestät den König! London. Ich erlaube mir, Ihnen stich zu r4cr glänzenden Betätigung der britischen Truvocn in Schlacht an der 'Marne zu gratulieren. Im Namen der gelten belgischen Nafton drücke ich Ihnen i n e^e tiefste Ben,un:er> irg den unbeugsamen Mul der Ofsiziere und Soldaten Ihrer Armee . Gott wird sicherlich unseren Heeren beistehen und die Ab- ulichkeiten rächen, die gegen ftiedliche Bürger begangen wurden, gegen ein Land, dessen einziges Verbrechen darin bestand, daß ich weigerte, seinen Verpflichtungen umreu zu werden. Albert. Der König von England erwiderte: An Se. Majestät den König der Belgier! Ich danke Ihnen sichtig für Ihr freundliches Telegramm »uö für die Anerkennung der Dienste meiner Truppen. Ich vertraue fest darauf, daß den gemeinsamen Operationen der alliierten Truppen in »Gemeinschaft mit Ihrer Armee, deren heldenhafte Taten über alles Lob erhaben sind, fortdauernder Erfolg beschirdcn sein und Ihr vielgeprüftes Land von dem Eindringling befteien wird. Georg V. Britische Flieger über deutschen Rheinstädtcn. London, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Berichterstatter der „Moruürg Post" an der deutschen Grenze meldet, die britischen Flieger seien zuerst zu den vorgeschobenen Posten an der Grenze geflogen, dann hätte sich) eine Abteilung von ihiten getrennt, um nach Köln zu fliegen. Die letztere kreuzte 80 Minuten über Köln, das von einem dichten Nebel cingehllllt war. Sie fürchteten, Bomben aufs Grateivohl abzuwerfcn aus Besorgnis, Kirchen oder privates Eigentum zu beschädigen. Da sie außerstande waren, die Ze pp el in ln ft sch isf hal l e festzustellen, kehrten sie zurück. Auch Düsseldorf sei von einem Dunstschleier, jedoch nicht von Nebel eingehüllt gewesen. Ein Flieger warf Bomben ab. Er fürchtete, daß eine Bombe infolge der geringen Höhe nicht explodieren würde, sah jedoch Flammen auffchlagen. Aus Belgien. An twerpen , 24. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Belgische Gendarmen sind in das deutsche Nonnenkloster in Boosbeck eingedrungen und haben vicrzigNonncn verhaftet, die über die Grenze gebracht werden sollen. 3lls Grund der Maßgabe wird angegeben, daß eine Nonne einen Arbeiter aufgefordert habe, für den deutschen Kaiser anstatt für den König der Belgier zu beten. Die Kathedrale von Reims. (WTB.) London, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Times" schlecht aus Reinrs, es scheine gar kein Grün dl für die Befürchtung vorhanden zu sein, daß die Kathedrale nicht wieder hergestellt werden könne. Eine Feststellung des schweizerische» Gencralstabschefs. (WTB.) Wien, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Die Deichs- Post" meldet aus St. Gallen: Den schweren Verlemnbungen des deutschen Heeres tritt der schweizerische Generalstabs-- chef Oberst Sprecher entgegen. In der franzosenfrenich- lichen „Gazette de Lausanne" erschien kürzlich ein 33ericht, in welchem es hieß: Aerzte der französischen Roten-i Kreuz-Abteilung, welche von den Deutschen gefangen genommen worden waren, aber wieder freigelassen umrden, um an die schweizerische Grenze gebracht zu werden, erklärten, die Deutschen hätten ihnen alles abgenommen, sie ihrer Instrumente, Uhren, Ringe und Barschaft beraubt. Gegenüber dieser schweren Verleumdung veröffentlicht der schweizerische Generalstabschef einen Bericht des Platzkonrmandos in Basel über den Durchmarsch dieser französischen Ambulanzgruppe. Ter Bericht lautet: Dre Offiziere tragen ihre Dekorationen und das Kreuz der Ehrenlegion. Ihre Portefeuilles waren reichlich mit Geld versehen. Ich sah solche, die ganze Bündel von Tausend-Francs- Noten bei sich trugen. Ich selber wechselte mehreren aus Gefälligkeit Fünfzig-Francs-Noten. ?luch wurden die Dienste des Wechselbureaus am Babnboj in 'Anspruch genommen. Ter beste Beweis, daß die französischen Offiziere nicht von den Deutschen ausgeplündert worden sind, liegt darin, daß verschiedene von ihnen Champagner von hervorragenden Marken zum Imbiß im Bahnhofsrestamant bestellten, wie ich persönlich sestgeslellt habe. * * * Falsche Angaben im letzten englischen Weißbuche. (WTB.) Wien, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Das „Fremdenblatt" schreibt: In dem von der britischen Regierung veröffentlichten Bericht des früheren großbritanuischcn Boilchasters in Wien vom I. September 1914, betreffend die Vorgeschichte des gegenwärtigen Krieges, beftndet sich die von seinem russischen Kollegen stammende Behauptung, der österreichisch-ungarische Botschafter in Petersburg, Sza- 'pary, habe Sasonow mitgeteilt, daß Oesterreich-Ungarn zustimme, diejenigen Punkte der Note an Serbien, die init der Erhaltung der serbischen Unabhängigkeit unvereinbar schienen, einer Vermittlung zu unterbreiten. Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, entspricht diese Angabe keineswegs den Tatsachen. Nach der Natur des von der Monarchie Belgrad unternommenen Schrittes wäre dies auch ganz undenkbar gewesen. Die angeführte Stelle des Botickiafterterichts sowie einige andere Wendungen in ihm sind ofsenkmr von dem Bestreben cingegeben, durch die Behauvtung der angeblichen Nachgiebigkeit Oesterreich-Ungarns das Vorgehen der d e u l s ch e n T i v l o m a t i e als eigentliche Ursache des Kriegsausbruchs hinzustellen. Solche Versuche können die Wahrheit nicht verdunkeln, daß Oesterreich-Ungarn und Deutschland sichin demWunsche nach Erhaltung des europäischen Friedens begegneten. Berlin, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nord- deuts che Allgemeine Zeitung" schreibt über den Bericht des bisherige,^ englischen Botschafters in Wien, de B u n f e n , vom 1. September: Es sei unschwer die Absicht dftser Veröffentlichung zu erkennen, nämlich England von aller Schuld cm dem gegenwärtigen Krieg zu entlasten und diese Deutschlands und Oesterreich-Ungarn znzuschieben, und ferner zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn Zwietracht zu säen, indem sie Deutschland in höherem Grade als Oesterreich für den Krieg vcrantworilich mache. Das Blatt bezeichnet es als naiv, wenn der englische -Botschafter sich darüber beklage, daß der deutsche Botschafter in Wien bei seinen Friedensbemühungen nuht seine Unterstützung noch die des russischen und des französischen Botschafters nachgcsucht habe. Dies sei unmöglich gewesen, nachdem bereits Greys Versuch, den serbisch-österreichischen Konflikt zur Masorisierung Oeslerreich-Un garns vor das Forum der Großmächte zu ziehen, als Fntrigue gegen das deulsch-österreichisä>e Bündnis abgelehut ivordcn war. Du Anstrengung der deutschen Regierung, die unablässig in Wien aus ftiedliche Entschließungen zu dieser Weise hingewirkt bat, wie cs England in St, Petersburg zu tun versäumt hat, würde in ein sonderbares Licht gerückt worden sein, wenn an die Stelle vertraulicher Ratschläge der Anschein eines europäischen Schiedsspruchs getreten wäre, Deutschland lullte seine Bündnisbezichungen zu Oesterreich-Ungarn gejührdc» sollen, während England sich hütete, den Freund an der Newa zu verstimmen. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" widerlegt sodann die Behauptung, daß Deutschland durch sein Ultimatum die erfolgversprechenden Verhandlungen zwischen Wien und Petersburg gestört habe, während einige Tage Aufschub eine furchtbare Heimsuchung Europas erspart lullten. Sie betont, daß ohne die durch Deutschlands 'Arbeit auch in Wien geschaffene Frist, die England in Petersburg ungenutzt verstreichen ließ, der Krieg mehrere Tage früher ausgebrvchcn wäre, da Rußland schon am 24. Juli aintlich erklärte, es könne in einem österreichisch-serbischen Konslikt unmöglich untätig bleiben, und dieser Erklärung militärische Maßnahmen folgten, die den Beginn der von langer Hand vorbereiteten Mobilmachung der russischen Armee darstellten. Dies gehe aus dem Telegramm des Zaren an den Kaiser vom 30. Juli hervor, worin milgeteilt werde, daß jene militärischen Maßregeln schon am 25, Juli beschlossen worden seien. Die „Norddeutsche 'Allgemeine Zeitung" zählt dann in lückenlosester Folge die russischen Mobtli- sierungsmaßnahmen in verschiedenen Gouvernenients auf, die trotz der ehrenwörtlichen Versicherung des Kriegsministers gegenüber dem deutschen Militärattache, daß rwch keine Mobil- machnngsorder ergangen sei, daß kein Pferd ausgehvben, kein Reservist eingczogen werde, ersolgte. Tie „Nordd. Allg. Ztg," bemerkt sodann, daß auch England den Krieg gewollt habe, da eine einfache Erklärung, daß vanstawistische Bestrebungen Rußlands gegen Oesterrcich-Un- arn durch den Dreiverband nicht gedeckt seftn, genügt hätte, um te russische Kriegslnst zu dämpfen, und Frankreich die Möglichkeit gegeben Hütte, sich dem Bündnisfalle zu cnizieheu. Zum Schluß ziticrk das Aatl als Zeucznis für Englands Mitschuld am Siege der russischen Kriegsvartci den Bericht des belgischen Geschäsks- trägers in Petersburg an den belgisckzen Minister des Auswärtigen vom 30, Juli, worin es heißt: Unbestreitbar bleibt, daß Deutschland sich hier laus St. Petersburg) ebenso sehr wie in Wien bemüht habe, irgend ein Miltel zu finden, um einen allgenreinen KHuflikt zu vermeiden, daß es dabei aber eincrserts auf die feste Entschlossenheit des Wiener Kabinetts gestoßen ist, keinen Schritt zurückzuweichen, und andererseits auf das Mißtrauen des Petersburger Kabinetts) und weiterhin: England gab anfänglich zu verstehen, daß es sich nicht in einen Konflikt hineinziehcn lassen wolle, Sir George W, Buchanan, beauftragter britischer Botschafter in St, Petersburg, sprach dies offen aus. Heute aber ist man in Petersburg fest davon überzeugt — ja, man habe sogar die Zusichcning —, daß England Frankreich beistehen werde. Dieser Beistand fällt ganz außerordentlich ins Gewicht und hat nicht wenig dazu beigetragen, der Kriegspartei Oberwaster zu verschaffen, . , * Auszeichnung der Besatzung des „U 9“. Berlin, 25. Sept, (WTB, Nichtamtlich,) Ter Kaisek hat dem Kommandanten des Unterseebootes „U, 9", Kapitän- leutnant Otto Wed digen, das Eiserne Kreuz er st er und zweiter Klasse und den übrigen Offizieren und Mannschaften das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Der Tank der Stadt Kiel an „U 9“. Kiel, 25, Sept, Zu Ehren der Heldentat von „I:!)" hat die Stadt reich geflaggt. In allen Schuten wurden Feiern abgehalten. Der Unterricht siel aus, Tic städtischen Behörden haben an den Kommandanten des „II9" folgendes Schreiben gesandt: Tic Reichskriegshafenstadt Kiel, die sich mit der Kaiserlichen Marine in Freud und Leid innig verbunden weiß, beglückwünscht auss herzlichste den heldenmütigen Kommandanten von „U 9", den ruhmvollen Ritter des Eisernen Kreuzes l. Klane und seine ihnr ebenbürtige Mannschaft zu dem einzig dastehenden Erfolg über die englische Streitmacht zur See, Ter Heldengeist des „U 9" ist es, der die ganze Flotte beseelt und der der Stolz und die Zuversicht unseres Vaterlandes ist. Ein norwegischer Admiral über „II b'“. Kristiania, 25. Sept. (WTB. Nichtamtsich.) Uebek die Heldentat des deutschen Unterseebootes „U 9" schreibt ein bekannter norwegischer 'Admiral im „'Morgen- blade t": Die englische Blockade der Nord- und Ostsee ist zum Tode verurteilt, da durch die gesamte englische Bcwachungs- kette und über 200 Seemeilen von der eigenen Basis ennernt. bis zum Kanal, jenem von Älgland seit Jahrhunderten b, herrschten Seeterritorium, sich cm deutsches Unterseeboot mit 20 Mann Besatzung schleichen konnte. Daß die vernichtenden Panzerkreuzer älter sind, ist gleichgültig. Wie es gestern diesem in den Grund gebohrten Kreuzcrgeschwader erging, kann es morgen der ganzen englischen Hochseeslotte ergehen. Die Nord- und Ostsee sind nicht länger Besitz englischer blockierender Ungclümc. Eine neue Zeit, eine neue Methode beginnt, bedeutungsvoll für die lleinen Sec- staaien, da sie i;nstande^sind, eine beträchtliche Zahl dieser nicht teuren und furchtbaren Sccwasfrn anzuschasfen. Die „Times" zu dem Untergang der drei Kreuzer. Tie „Times", deren kurzen Vorschlag !vir gestern schon mitgeteilt haben, besprach das englische Unglück zur See wie Mine oder Torpedo, es liegt auf der Hand, daß deutsche Unterseeboote in der Nähe waren, denn als Crelsy und Hogue zu dem getroffenen Sctiwestenchnf fließen und wahrmieinlim itopp- len, um ihre Boote abzulasscn, fielen sie lotort g.orveüos zum Opfer, und ihr Schicksal ivar noch tchneller bcnegelt als das der Moukir . . Es ergeben sich aus diesem Unglück Lehren für die Marine und die Nation Es ist keinen Slugenblick anzunehmen, daß unsere Seeleute die Gefahr der Unlcrseeboote unterschätzt hätten. Es kann nicht zum ersten 3Aale geivesenffein, daß die Deutschen in der 'Nähe unserer Küsten in der Nordsee vorgingcn. Der Fall des Pathsinder ist noch in Erinnerung, der, wie sich später ergab. turnt) an Untrctfrfwot zum Sin kor ofOradit fein muß Was anrf) uitfar Schiffe unternahmen, es n»ar sicher, Hatz die deutschen Schisse einen derartigen Versuch machen luürden. Daß die Leistungen dieser Art t>ei den Unterseebooten nicht häufiger sind, ist wohl hauptsächlich den Maßregeln zuzuschreibcn. die getroffen worden find, uui sie zu empsanqen, und der Wachsamkeit bei der Ausführung dieser Maßregel"- Die Küste vo» Essex liegt nicht mehr als 250 Seemeilen von Emden entfernt, mid wenn dal>er die Schifte (es nmr nnr ein Schiff!), denen die Vernichtung der drei Kreuzer gelungen ist, am Montag aus diesem Hasen ausgelaufen sind, so können sie gestern morgen an der mutmaßlichen Unglücksstätte angelangt sein. Es gibt anscheinend für die Flotte kern besseres Abwehrmitlcl gegen Unterserbootc als stetige Wachsamkeit und häufiges Wechseln des Standortes, Solange unsere Schiffe in Bewegung bleiben, wird die Gefahr, bo« einem Torpedo getroffen zu werden, für sic wesentlich vermindert. Dat man, um den begreiflichen Wunsch der Oeffentlichkeit nach Neuigkeit zu befriedigen, nicht etwas zu sehr in der Zurückhaltung nachgelassen, die mit Bezug auf die Bewegungen in der Flotte in den ersten Tagen des Krieges so streng eingehaltcn wurde? Es ist in den Zeitungen dieser Tage viel die Rede gewesen von schlechtem Wetter, und die Wirkung mag die gewesen sein, daß die Tätigkeit der Z er st ö r erpatr o u i l l e n eingeschränkt wurde. Es sind neuerdings auch ziemlich oft Berichte über Truppentransporte nach Frankreich laut geworden, und solche Transporte sind nicht ohne Geleit zu denken. Es scheint daher möglich, da man nicht weiß, bis zu welchen- Maße Deutschland durch seine Agenten von hier bedient wird, daß ein Eindruck hervorgerufen wurde, wonach sich in den nähern Gebieten der Nordsee Schiffe befänden, denen nachzugehen sich lohne, und daß infolge des Wetterwechsels die Wachsamkeit nachgelassen haben möge. Es gilt noch eine andere Erklärung für die Gefahr der Unterseeboote, und es war schon darauf hingewiesen worden: Diese Boote können unter Waffer nicht sehen, und ihre Tätigkeit kann durch hie Verwendung von Minen beträchtlich vermindert werden, Bisher haben die Marinebebörden, wie sie uns erklärten, sich des Gebrauchs von Minen enthalten. Allein, wenn es kein anderes Mittel gibt, um die deutschen Unterseeboote von der Wirffamkeit in unfern Gewässern abzuhalten, in denen wir die Macht haben, wäre cs da nicht vorteilhaster, diedeutscheKüstemit Mi neu zu umgeben und sic mitsamt der Flotte auf diese Weise einzuschließen? Wieder ei« englisches Schleppboot auf eine Mine gestoßen. Grimsby, 34. Sept. (WTW. Nichtamtlich.) Ein wei- tereS Schleppboot ist gestern auf eine Mine crufge- swtzen und in 10 Minuten gesunken. Die Besatzung ivurde bis ans einen Mann gerettet. Vom Kreuzer Emden. Madras, 23. Sept. (WTB Nichtamtlich.) DerdaUftsche Kreuzer „Emde n" hat, wie weiter gemeldet wird, bei dem Bombardement nenn Schuß abgegeben. Er traf die Tanks der „Birma Oil Company", von "denen zwei brennen. Anderthalb Millionen Gallonen Oel sind verloren. Auch das Telegraphenamt nnd das Seemannsklnbhans wnrden getroffen. Ein englisches Fort erwiderte das Feuer. „Emden" löschte die Lichter nnd verschwand nach, 15 Min. Rentralitätsbruch Englands gegenüber Holland. Stettin, 25.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ueber den Neutralitätsbruch Englands gegenüber Holland erfahren die „Stettiner Neuesten Nachrichten" von durchaus zuverlässiger Seite: Die Dampfer „Batavia" und ,,K a t- wij k", der erste der Firma Müller, der zweite der Firma Erhardt u. Deckers, beide in Rotterdam, gehörig, die mit schwedischen Eisenerzen von Narwik in Norwegen nach Rotterdam unterwegs waren, sind von englischen "Kreuzern in der Nordsee gekapert nnd beide nach Middlesborongh geschleppt worden. In Middlesborongh befinden sich die größten Hochöfen Englands. Englische Klage über Norwegen. Kristiania, 25. Sept. (WDB. Nichtamtlich.) „Mdr-> gerchladet" schreibt: England beklagt sich über das Verhalten der norwegischen Presse, daß sie nur Woffs-Telegramme abdruckc, die Depefchai aus London aber größtenteils unterdrücke, wesbalb in England norwegische Zeitungen nicht mehr zu gelassen werden sollten. Ein Blick in di« hiesigen Zeitungen zeige, daß die Londoner Telegramme bei weitem den größten Matz einnähmen: ine.englische Klage ist nichts als Heuchelei nnd UnwaHrhaftigkeit. Musikalische Rekrutenanwerbung in England. Kopenhagen, 25. Sept. Ein englischer Komponist, Paul Rubens, hat ein Lied komponiert „Dein König und Dein Vaterland brauchen Di ch". Diese Komposition soll nicht allein aus allen Phonographen in den öffentlichen Lokalen gespiell werden, sondern auch über 10 000 Sänger und Sängerinnen haben sich verpflichtet, das Lied in der kommenden Woche allerorts vorzntragen. Die Stärke des britischen Expeditionskorps. Ueber die brifische Heeresmacht bringt das Militär- Wochenblatt nach englischen Quellen folgende Angaben: Das Feldheer besteht aus 3 Armeekorps, jedes zu 2 Divisionen: außerdem ist eine Kavallerie-Division unter dem Befehl des Generalmajors Edmund Allenby ausgestellt. Jedes Armeekorps ist gebildet aus 24 Infanterie-Bataillonen, 6 Kavallerie-Regimentern, 8 Batterien reitender Artillerie, jede zu 6 Geschützen, 18 Batterien Feldartillerie, die Batterie ebenfalls zu 6 Geschützen, 2 Haubitzbatterien zu je 4 Geschützen und aus Pionieren, Signallorps, Train usw. Das britische Hilfskorps würde demnach umfassen: 72 Infanterie-Bataillone zu 1024 Mann, 18 Kavallerie-Regimenter zu 674 Monn, 24 Batterien reitender Artillerie mit 144 Geschützen, 54 Batterien Feldarfillerie mit 324 Geschützen, 6 Hanbitz-Batterien mit 24 Geschützen. Die Kriegsstärke einer Batterie beträgt 199 Mann. Zusammen mit den Pionieren, Fliegertruppen, Signallorps usw. beträgt die Stärke des Feldheeres also etwa 100000 Mann. Führer des 1. A.-K. ist Gen.-Lt. Sir Douglas Hig, des 3. Gen.-Maj. Wt P, Poultenay, das 2. sollte Gen.-Lt. Sir James Grierson erhalten, der plötzlich am 17. August starb. Oberbefehlshaber ist bekanntlich Feldmarschall Sir John French. Wieder eine Falschmeldung über Italien. (WTB.) Rom, 25. Sept, (Nichtamtlich.) Ein Mailänder Blatt brachte die Nachricht, daß zwischen der italienischen und französischen Regierung auf Anregung der englischen Regierung Verhandlungen zum Zwecke der Intervention Italiens in dem qrgenwärfigeu europäischen Kriege stattfinden. Diese Nachricht ist, wie die Agencia Stefan, milteilt, durchaus unbegründet, Rumänien bleibt nentrar Bukarest, 25, Sept, (Priv,-Tel., Ctr. Bln.) Der heutige Ministerrat beschloß, daß Rumänien neutral bleiben soll. Die Deutschen in Südserbien. '(WTB.) Wien, 25. Sept. (Nichtcmrtt.) Die „ Südslawische Korrespondenz" meldet aus Saloniki: Die serbischen Behörden in Südserbien behandeln in der unerhörtesten Weise die deutschen Landwirte, die seit Jahren in ien ehemals türkischen Gebieten augesiedelt sind, nnd die die einzigen Musterwirtschaften errichtet haben. Die deutsche« Ansiedler, die die serbische Staatsangehörigkeit nccht erwerben wollten, als diese Gebiete an Serbien fielen, und die unter der türkischen Herrschaft eins Sonderstellung cinnahmcn, werden jetzt von den serbischen Behörden cmfgesordmü, das Land und ihre Besitzungen zu verlassen. Die Ausweisung erfolgte in der brutalsten Form und unter Drohungen. Die deutschen Ansiedler schickten zunäclfit ihre Frauen und ünider nach Saloniki, die aber ans der Ftuckst in Gewgeki von den serbischen Militärbehörden angehalten und belästigt wurden. Aus Veranlassung des deutschen Generalkonsuls in Saloniki begab sich ein Beamter des italienischen Konsulats nach Gewgeli, dem die Befreiung der Frauen und Kinder gelang. Die deutschen Ansiedler dürsten ihr ganzes Hab und Gut verlieren. Die Beschießung Belgrads. Ofenpcst, 25. Sept. Während S e m l i n durch die serbische Beschießung nur geringe Schäden erlitten hat, ist B e l- g r a d von den österreichischen Geschützen in großem Umfange verwüstet worden. Auch das Denkmal Karageorg, des ersten serbischen Fürsten, liegt in Trümmern. Die Lage der Serbe«. Wien, 25. Sept. (WTB, Nichtamtlich.) Die „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Sofia: Die bulgarischen Blätter berichten aus Nisch, daß die Ereignisse aus brm österreichisch ungarisch-serbischen Kriegsschauplatz in allen serbischen Kreisen nn verhehlte sie Bestürzung Hervorrufen. Der vollständige Mißerfolg der serbischen Offensive gegen die Monarchie machte alle noch gehegte Hoffnung für den Ansgang des Krieges zunichte. „Kainbann" sagt: Nach der Vernichtung der Timok-Tivisivn erlitt jetzt die Schu- ma-Di Vision, die man den Oesterrcichern entgegenwarf, die furchtbarsten Verluste. Der serbische Größenwahn ertrinke in einem wahren Blutstrome. Berlin, 25. Sept. Die ,,B. Z. a. M" meldet ans Wien: Einer Zeitung in Lfenpest wird ans Sofioter Regie- rungskreisen mitqetcllt, daß die bisherigen serbischen V e r l n st e an Verwundeten, Töten und Cholerakranken über 60 000 Mann betragen. Die Russen in der Bukowina. Berlin, 25. Sept. In der Bukowina haben die Rnffc» ihre Regierungstätigkeit sofort mit Plünderung begonnen. Der Bürgermeister von Ezernowiß sah sich veranlaßt, dem General N a w r o ck i von den unerhörten Schandtaten der russischen Soldaten Mitteilung zu niachen. In Sadagura wurden zahlreiche Einwohner von den verrohten Kosaken mighandcll, beraubt und dann niedergeschosicn. Drei Soldaten, die aus frischer Tat ertappt wurden, wurden stehenden Fußes erschossen. In Czernowitz selbst mußte eine Schar russischer Soldaten, die in einem Geschäft plündern wollten, von der Wache abgeführt werden, da sie ihrem Offizier den Gehorsam verweigerten. Fürst Radziwill nach Petersburg geschleppt. O f e n p e st, 25. Sept Die russische Regierung hat, dem „Pester Lloyd" zufolge, den Führer der Polcnpartei im deutschen Reichstage, den Fürsten Radziwill, dessen Verhaftung in Wolhynien in den ersten Angnsttagen gemeldet worden war, nach Petersburg gebracht, wo seine Aburteilung woge» Spionage erfolgen soll. Echt Russisch! In einem von unseren Truppen aufgefundenen O r i g i - n a l b e s e h l des russischen Reserve-Jnsanterie-Regiments Nr. 221 steht nach der Krcuzzeitung, daß General Rennen- kampf anempsiehlt, „den weißen Flaggen nicht z» trauen und sie nicht zu beachten, da es wiederholt erwiesen ist, daß der llstigr Feind mit der weißen Flagge Mißbrauch treibt". Es ist, so meint dazu sehr richfig die „Köln. Ztg.", wirklich die Höhe von Unverfrorenheit, daß ein russischer Tagesbefehl uns Mißbrauch der weißen Flagge vorwirfi. Der ritterliche Kommandeur unseres ostpreußischcn Füsilier-Regiments Nr, 33, Oberst v. Fumetti, ist von einem russischen Offizier aus der Schützenlinie, die durch andauerndes Schwenken weißer Tücher und Flaggen ihre Absicht zur llebergabc — nach Einstellen des Feuers — kundgetan hatte, in meuchlerischer Weise über den Hausen geschossen worden. Sowohl diese bedauerliche Handlungsweise wie jener verleumderische Tagesbefehl sind „echt russisch"! Im übrigen sind die deutschen Truppen im Verlauf dieses Feldzuges überhaupt nicht in die Lage gekommen, weiße Flaggen zu gebrauchen. Da solche bei uns auch nur bei der Absendung von Parlamentären gezeigt werden, ist dieser Tagesbefehl Renneukampfs nichts Geringeres als eine Aufforderung zum Schießen aus Parlamentäre, also — zum Völkerrechtsbruch. Wien, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Wiener Korresp.-Bur." meldet: Russische Truppen drangen in das Spital von Kossow ein und rissen den Verwundeten die V e rb änd e ab. Maxim Gorki als Freiwilliger. Kopenhagen, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) „Poli- fiken" meldet aus London: Maxim Gorki hat als Freiwilliger im russischen Heere an mehreren Kämpfen in Galizien teilgenommen. Französische Artillerie in Antivari. (WTB.) Bordeaux, 85. Sept. Micht amtlich.) Angagnenr teilte dem Ministerrat mit, daß die Flotte in Antivari mehrere Batterien schwerer Artillerie sowie ein Artilleriekarvs ansgeschifft habe, die vom Lovern aus die Forts, die Stadt und den Hafen von Cattaro beschießen sollcn. DaS Endergebnis der Kriegsanleihen. Berlin, 25, Sept. (Amtlich.) Durch rechtzeitige Anmeldung, aber verspätet eingegaugene Zeichnungen auf die Kriegsanleihen hat sich das Resultat um rund 70 Mill. erhöht. Es sind also gezeichnet worden: Reichsauleihe 3 121001 300 Mk. (darunter Mt Sckmldduche i n tr agung und Sperre bis zum 15. April 1915 1198 987 700 Mk.), Reicho - schatzanweisungen 1339 727 600 Mk., zusammen 4 460 728900 Mark. Unter den Zeichnungen auf die Schatzanweisungen befinden sich 5>82.9 Millionen Wahlzeichnnngen, deren Zeichner für den Fall der lleberzeichnung der Schcchauwei- sungen ertlärt haben, daß sie bereit seien, sich statt derselben auch Reichsanleiben zuteilen zu lassen. Die Zeichnung ist nunmeyr geschlossen. Es sind daher vorstehende Ziffern als endgültig zu betrachten. Die Waffen nnd AnSrüstnngSgegenstände von den Schlachtfeldern. (WTB.) Berlin, 24. Sept. (Amtlich.) Die auf den Kriegsschauplätzen sich findenden Waffen und Ausrüstungsgegenstände der eigenen und der verbündeten sowie der feindlichen Armeen werden durch die Militär- bchövden crusgesammelt und bestimmten, besonders einge- richteten Sammelstelten zngeführt. Sie werden dort, soweit es nur irgend möglich ist, für Zwecke der Landesverteidigung nutzbar gemacht. Das Unbrauchbare muß zugunsten der Reichskasse'verwertet werden. Durch Zusammenfassung der einzelnen Bestandteile werden auch aus den unbrauchbaren Stücken erhebliche Werte au Metallen, Leder, Stoffen u. dergl. gewonnen. Das Aufsuchen und die Aneignung solcher Fundstücke durch Unbesugle wird nicht gestattet. Pri- vater Handel damit laun nicht in Frage kommen. Au» Stadt und Land. Gießen, 26. September 1914. "NuhestandSversetzung und Ordensverleihung. In den Ruhestand versetzt ivurde der Lehrer an der Volks, schule zu Worms Martin Lehr aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste, und ihm aus diesen) Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse de? Verdienstordens Philipps des Großnnitiqen verlieben. ** Stadtverordneter Friedrich Helm f. Wieder ist einer unserer in weiten Kreisen bekannten Mitbürger aus dem Leben geschieden, Herr Stadtverordneter Friedrich Helm. Der Verstorbene hat ein Alter von 64 Jahren erreicht. Er wurde in Lich als Sohn des damaligen Bürgermeisters Helm geboren und siedelte mit seinem Vater nach dessen Ausscheiden aus dem Amt nach Gießen über. Obwohl schon vor längerer Zeit sein leidender Zustand ihn veranlaßte, sein Geschäft aufzugeben, wirkte er noch mit den ihm zu Gebote stehenden Kräften in einer Reihe von Ehrenämtern. Neben seiner zwölsjährigen Tätigkeit als eifriges Mitglied unserer Stadtverordneten-Ber sammln ng und mehrerer Ausschüsse in der städtischen Verwaltung beNeidete Helm seit langen Fahren das Amt eines Aussichtsrates unserer Ge werbe bank. Die Gießener Turnerschaft nicht nur, sondern der Kreis Mittelrheiu und der Gau .Hessen verlieren in dem Dahin geschiedenen einen eifrigen Förderer der Turnsache. Auf diesem Gebiete wurden ihm mannigfache Ehrungen zuteil, noch vor 2 Jahren durch Ernennung zum Cchrentnrnwvrt des Gaues Hessen. Sein Talent, vaterstädtische Feste auszugestalten, ist allgemein bekannt, einerlei ob es sich um Türner-, Sänger-, Schutzen-, Feuerwehr- oder sonssige Feierlichkeiten lfandelte. Die Geschäfte des Vereins Krcditreform versah er lange Jahre hindurch mit Umsicht und Gewissenhaftigkeit. Auch der Humor kam bei ihm zu seinem Rechte, aber er wuW auch, wenn es galt, ein krüfsiges ernstes Wort zu reden. — Ehre seinem Andenken! ** Technische Hochschule in Darmstadt. Unsere Leser machen wir auf die im Anzeigenteil unseres Blattes enthaltene Bekanntmachung der Technischen Hochschule zu Darmstaöt aufmerksam. In besonderen Abteilungen werden Architekten, Ban- Jngcnicnre, Kultur-Ingenieure, Maschiuen-Jnoenieure, Papier- Ingenieure, Elektra-Ingenieure, Chemiker, .Eleltro-Chemiker und Apotheker ausgcbildet: desgleichen in der allgemeinen Abteilung Lcbra für Mathcmasik und Naturwiffenichastcn, sowie Geometer. Auch Frauen werden zum Studrum zugclaffen. Akademisch gebildete Personen und selbständige Männer, tnc ihrer äußeren Lebensstellung noch nicht als Studierende oder Hörer erntreten können, ebenso Frauen können als Gäste zum Besuch einzelner Vorlesung« und Hebungen zugelasien werden. Die Technische Hochschule hat das Recht, aus Grund besonderer Prüfungen den Grad eines Divlom- Jnacnieurs und die Würde eines Doktor-Ingenieurs zu erteilen. Infolge Vertrags zwischen der Großh. Hessischen und Köni«>l. Preußischen Landesregierung besteht Gleichstellung und gegenseitige, Anerkennung für die Vorprüfung und erste Hauptprüfung für bat Staatsdienst im Hochbau-, Ingenieurbau- und Maschinenbansache sowohl hinsichtlich der seitherigen vor dem Technischen Prüftmgs- amte abgelegten Staatsvrüsiing als auch hinsichtlich der an der« Stelle getretenen auf Grund neuer Tiplomprüfungsvorschriftca abzn haltenden Tivlomprüsirngen. Feiner werden an der Technisch« Hochschule Fackvrüsungcn almehalten. Für die Rcichsprüsung der Apoldeka ist der Besuch der Technisckren Hochschule dem einer llw- vcrsität gleichgestellt: auch ist der vdarmazenttschen Pruftingsko». Mission zu Darmstadt durch BundeSratsbeschluß bst Bererytrqnng- zur Erteilung für daS ganze Reich gültiger Approbationen gegeben worden Die Vorbereitung zum höheren Staatsdienst des Groß- Herzogtums Hessen im Forstsach kann teilweise ans der Technisch« Hochschule erlangt werden: für die Vorbereitung zum Gymuafial- und Real-Lehramt, soweit dieselbe Mathematik und Raturwipa» schasten betrifft, wird das Studium an der Technischen Hochschick dem Studium an Universitäten bis zu drei Halbjahren gleich- gereckmet. Besonders ist noch hervorzuhekcn, daß durch die eingerichteten Herbst- und Ostcrkurse es möglich ist, zu Ostern oder i» Herbst mit dem Studium zu beginnen und samt! ohne Zeitveo- säumnis nach je vier Semestern die Vorprüfung und nach je acht Semestern die Hauptprüfung abzulegen. **FürdieLazarette. Die Firma GotthilfRöhrle, Biergroßhandlnng und Mineralwassersabrik (Inhaber Leonhard Kaiser) hat dem Oberbürgermeister für verwundete Krieger cm größeres Quantum stärkender und erfrischender Getränke «Wein, Kognak, Bier, Minerallvaffer, Limonade nnd Limetta) zur Be» fügnng gestellt. Der Herr Oberbürgermeister hat diese Getränke nach Möglichkeit an die verschiedenen Lazarette in der Stadt zur zweckmäßigen Verwendung überwiesen. "Vaterländische Konzerte. Wie wir erfahren, findet demnächst ans der Liebigshöhe unter Leitung unseres bekannten Sxrrn Musikdirektors Krauße eine Reihe von Konzerten statt, der» gesamter Erlös deni Herrn Oberbürgermeister zwecks Verteilung ar bedürftige vom Kriege betroffene Gießener ungekürzt überwies« wird. Das Konzert mit durchaus erirstem, großenteils patriotischem Charakter nfird ausgcführt von ehemaligen, jetzt im Zivilleben stehenden Mitgliedern der Regimentskapelle, die von einer Reih« in Musikkrciscn bekannter Kräfte aller Stände unterstützt werden. In dieser ernsten Zeit wird für jeden der Genuß gediegener Musik ein Bedürfnis sein, abgesehen davon, daß der wohltätig« Zweck jeden veranlaffen sollte, die Veranstaltung zu unterstütz». " Tie Universität veranstaltet in den Monaten Okiober und November in ihrer neaen Aula eine Reihe von Bo rt ragrabenden. Eine Anzabl Dozenten verlchiedener wlfsenschastlnher Fächer haben sich zu diesem Zweck zulammengetan. Die Ilebersutl im Anzeigenteil wird de,, Eindruck reicher Manntgialtigkcit bieten. Durchweg wollen die Vortragenden sich aus die Gegenwart, den Krieg mit seinen gelchtchllichen Dorausschrmgen, seinen technischen und aeistigen Bedingungen, beziehen. Zum Besuche wird um so dringender eingeladcn, als die EinlrittSvrelle möglichst niedrig gestellt find »nd der Ertrag für einen Zweck bestimmt ist, der unS allen am berzen liegt: den pinlcrblicbenen der im Felde gciallener Gießener das Leben, soweit es »nß möglich ist, zu erleichtern. " Gießener Freilicht-Bühne. Aus die morgen (Lonnlag) um S Uhr anlangende vaterländische Feier der Frcilnbb Bühne sei >wchmal§ ausnierkfam gemacht. Die Beteiligung >w" seit«» der Derwundeten wird voraussichllich sehr groß, denn ausast allen Lazaretten werden unsere lieben Feldgrauen, soweit s>e gehen können, daran teilnehinen. ** Sammelt Eicheln! In dftsem Jahre ist ewc große Ernte von E i ch e l n zu verzeichnen. Es dürfte sich nun für die Lehrer in den Dörfern, ivelche in der Nähe der Wälder liegen, empfehlen, für die Schüler Erlaubnisscheine zuw Sammeln der Eicheln von den betr. Forstämtern zu beschaffen und dafür zu sorgen, daß die Sr&üfei an freien Nackd Mittagen die als Futtermittel sehr »«schätzten Früchte sammeln. Bei dem Ernst der Zeiten und in Anbetracht des Umstandes, daß der Winter vor der Türe steht, wäre es schade- wenn man nicht in ausgiebigem Maße die Eicheln samrnlln und das geschätzte Futtermittel unnötig verderben ließe ' Hessen-Nassau. . X Hanau, 25. Seat. Für lapiereS Verhalten vor dem S** 1 * hgt Obermusikmeiner Urbach vom hiesigen Ulanciiregfinent olr. das Eiserne Kreuz erhallen. w' *m letterauS sichten m Hessen am Sonntag, irrer der bestehenden Witterring. den 27. Sept. 1914: kehle Nachrichten. Die Franzosen melden deutsche Erfolge. WTB.) Frankfurt. 26. Scpt. Die „Franks. Ztg." t aus Paris: Nach dem amtlichen Pariser Bericht 25., nachmittags 3 Uhr. finden im Zentrum auher- -ntlich heftige Kämpfe statt, bei denen dir tschen an der Maas, nördlich von Verdun, wichtige Erfolg« davon trugen. Ocftttch der nnen hat der Feind von Varennes auf das rechte Ufer staas vorftohen können. Es ist ihm gelungen, auf den a an der ALaaS bei Hattonchaicl Fuß zu fassen. Er auf St. Mihiel vor und hat die Forts Parches Eampdes-Romains beschofseu. Der deutsche Erfolg bei Verdun. Berlin, 26. Sept. Die Erwartung, daß sich an der rfortskinie zwischen Verdun und Toul bald etwas er-< n werde, hat sich also erfüllt, so schreibt der „Berl. Lok.-- " und er sährt fort: Inn 11. bayerischen jRetrimfnt von der Tan» gebührt die Ehre, esten Vorstoß aus dos starke Hindernis der Sperrsorts Zwischen in nnd Tont gemacht zu Koben, was für unsere, seit Wochen senden Truppen zwischen Maas und Oise twn so großer Beug ist. Die dominierende Lag« des gefallenen t§ Campdes-Romaines war. wie schon der Name von den alten Römern erkannt worden. Das Fort liegt nur slm. von dem un Maastat liegenden Ort Besitze, dessen Brücke den erwünschten Uebcrgang über die Maas bot. So i die ersten Truppen des bayerischen Kronprinzen i m tu der französischen Front und damit dürste seichen zn einem letzten verzweifelten Du rch br uch oder zum ug auf der ganzen Linie gegeben sein. Westerc Kämpfe auf reckten Flügel zeigen, daß wst de» Angreifern hart aus die e bleibe» werden, so daß selbst ein unerwarteter Rückzug ranzoscn uns gute Erfolge bringen wird. Von der Garde Erfah-Division. Berlin, 26. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kommando starbe-Ersatz-Division teilt mit. die Garde-Ersatz- io» hatte in den schweren Kämpfen in Lothringen und bei vUle ruhmreiche Anteile. In der Berlcihung von Eisernen zen hat der oberste Kriegsherr seine Zufriedenheit zu er- ii gegeben. Besonders in der Zeit vom 5. bis 11. Sept. hat die Division gemeinsam mit den Banen, wiederholt stanzösischc Angrifsc — teilweise sogar mit ausgepslauztrm Leitengcwehr — siegreich abgeschlagen. Untaten von Franktireurs. Berlin, 25. Sept. (WTB. Amtlich.) Rach einer dem Chef des FeldsorritätSwesens vorliegenden Meldrutg ist im Etappengebiet eine Krankenlpansportabteilung, die mit der Herbeischafsung verwundeter Franzosen beauftragt war, am 23. Septeniber vormittags von französischen Franktireurs .überfallen morden und hat dabei an Verwundeten urrd Toten eineu Oberarzt und sieben freiwillige Krankenpsleger verloren. Eine Falschmeldung. (WTB..'! Berlin, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Die im Zei- tungsdrensie von der englischen Marconistalion P o l d h u gebrachte Nachricht, daß der russische Kreuzer „Balsa n" in der Ostsee einen deutt'chcn Kreuzer und 2 deutsche Torpedoboote zum Sinken gebracht habe, ist, wie wtt an zuständiger Stelle erfahren, erfunden. Holland und die Geretteten der drei englischen Kreuzer. i. Köln, 26. Sept. Die „Köln. Ztg." meldet aus Amsterdams Die holländische Regierung hat der englischen Gesandtschaft im Haag mitgeteilt, daß die von den englischen Kreuzern Geretteten Gäste der holländischen Regierung seien und nach ihrer Genesung nach England zurückkehren können. Der jüngste Inhaber des Eisernen Kreuzes. Berlin, 26. Sept. Der jüngste Inhaber des Eisernen Kreuzes durfte nach der „Nordd. Allg. Ztg." der Fähnrich Günther Paulus sein, der noch nicht 16 Jahre alt ist. Der junge Krieger hat bereits zwei Schlachten nnd drei kleinere Gefechte nritgemacht, bei deren einer er sich durch Tapferkeit besonders aus^eichnete. Paulus befindet sich zurzeit im Lazarett in Wiesbaden. Die Aufgabe Italiens. Berlin, 26. Sept. Ucbcr die Ausgabe Italiens heißt es in einem osicnen Brief des Herzogs von Cassorta, den das „Gioritale d'Jtalia" veröffentlicht: Der Herzog geißelt die Versuche, Italien in den Krieg h i n e c »zu t reib nt, bis aufs Blut. Gewiß Hobe die österreichische Politik gegenüber Italien manches Unrecht begangen, aber warum vcrgesicn die Italiener all das schwere Unrecht, das die Franzosen gegen Italien beginge»? Bou der Besitzergreifung von Tunis bis zur Metzelei von Aigues-Mortes und zur Unterstützung Moneliks, endlich zu dem für Jtasien so lies kränkenden Zwtschemall der Dampfer „Carthogo" und „Manuba" wahrend der n.’.ü. kriege- Der Herzog jetzt alsdann aus.rnander, wir iehr chädlch ein Zusammengehen Italiens mit der Entente wäre und kommt schließlich zu dem Schluß, daß die Regierung die Politik der Neuttalität unbedingt sottführen werde. Rom, 26. Sept. Die italienischen Sozialisten veranstalteten am 24 September in Turin eine von einer enormen Menschenmenge besuchte P c o l e st v e r s a m in l u n g g e g e n d e n K r i c g und die strikte Einlialtung der italienischen Neuttalität. Nach Schluß der Versammlung durchzog die Menge unter den Rusen: „Nieder mit dem Krieg!" die Sbauptftrafet'it. Die Menge wurde schließlich von der Polizei zerstreut. Eine Maßregel in Norwegen. (WTB.) C h r i st i a n i a , 25. Sept. iNichtamtlich.) Entsprechend der außergewvnlichcit Weltlage bestinnnt ein heute erlassenes Kgl. Dekret Strafen für anti- militaristische Tätigkeit. Ausländer, die sich einer derartigen Tätigkeit schuldig machen, werden ausgewiesen. Der Erlaß soll wieder aufgehoben werden, sobald die Lage wieder normal ist. Neue Unruhen in Albanien, i. Köln, 26. Sept. Me „Köln. Ztg." meldet aus Brindisi: Reisende, die von der albanischen Küste hier eingetroffen sind, geben gleichlautende Ätittaitungrii über die Unruhen in Balona und Durazzo. Essad Pascha wird an der albanischen Grenze erivartet. Seine Anhänger zählen nach Tausenden. Sie sind alle gut bewaffnet, und ohne Zweifel ist die Eroberung von Durazzo ihr Ziel. Ein Ausfuhrverbot Rumäniens, t. Köln, 26. Sept. Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: Nach hier einttcffenden Berichten Ijat die rumanische Regierung ein Ausfuhrverbot für sämtliche Getreidearteir erlassen. Mangelhafte Fürsorge für den Verwundeten Transport in Frankreich. i. Köln. 26. Sept. Im „Petit Journal" wird über die Art Und Weise der Verwundeten-Transporte in Frankreich heftig Klage geführt. Durch die Rückwärtsbewegung der ftanzösischen Armeen nach der Marne seien die Sanitätseinheiten, welche in der Gegend der gegenwärtigen Schlachtfelder gescbafsen worden waren, vollständig in Unordnung! geraten. Man habe in Fricdenszeiteri bei der Sanität zu sehr gespart. _ )urch die Geburt eines Sohnes wurden erfreut ItabsarztDr. Werner Neuinann, z.ZimFeld .nd Frau Ulla geb. Spengel, z. Z. Giessen. Den 24. September 1914. 1MM .icht-Spiel-Haus BahnhofstraBe 34. •lclfolge von 29. Kept. bin InkL 2.»kt. 1914 ler Freund der Königin e grob*- kinematograph. Kunstsehöpfung aller erstell Hanges. Koloriert 3 Akte, an ünchenk einer Fee. Lsstit* Filmposse. i leMctieo Brüder Ecbt B ?iT3jJ2L mlnstepSel anvwnml bringt sieb selbst ins Grab. Burleske enenestenAufnahnien von denKriegsschanpIätzen hmiedeeiserne transportable Vorträge in der neuen Aula der Universität jeden Donnerstag, abends 8>/ 1 Uhr. Oktober 1. Prof. Dr. Koloff: Die Entstellung des gegenwärtigen Krieges. , 8. Prof. Dr. Kinkel: Der Krieg nnd die deutsche Kultur. Prof. Dr. Skaiweit: Der Krieg und die deutsche Volkswirtschaft. Prof. Dr. Schian: Die Gerechtigkeit gegenüber unseren Feinden. Prof. Dr. Elbs: Aus der Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland nnd England. Nocember 5. Prof. Dr. Krüger: Die rate Hündische Dichtung in den grossen Kriegsjahren. Prof. Dr. Leist: Vom Recht der Zukunft. Prof. Dr. Behaghel: Der Krieg im altdeutschen Epos. Prof. Dr. König: Die Verwendung der Naturkräfte im Kriege. Dezember 3. Prof. Dr. Eck: Der Schotte Carlyle, Deutschland nnd England. Zum Besten von Hinterbliebenen im Felde gefallener Gieöener. Eintrittskarten — eine zu 30 Pfg., zehn zu 2,50 Mk. — sind in den Buchhandlungen von Frees, Seltersweg, Koch, Seltersweg, Legier, Süd- Anlage, Schneider, Neuen Baue, sowie Ernst Baiser, Mäusburg und abends an der Kasse zu haben. J01Ö7D 15. 22 . 20. 12 . 19. 26. Verpflegungsstationen und Lazarette sofort ab Lager lieferbar. 9674 a li Pistor Nächtig., Giessen. Den Eingang sämtlicher Neuheiten zu billigsten Preisen zeigt an Mathilde Naehmann. 10020 101 n. meHrZtr. 26 .- ver 100 Kit» Von unserer Saaibausielle emvreblen wir in dovveii iuigter Ware: _ ube’s Square 1—20 21—100 head Weizen 28 — 27 .— tkuser Roggen ausverkauft er Getreide ist zum Samenwecksei sehr geeignet, weil :obcr Gebirgslage gewachsen. 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M., nachm. 3'/z Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 10127D Statt besonderer Anzeige. Nach Gottes Willen ist mein lieber Bruder, unser treuer Onkel, der Grossh.Bürgermeister Heinrich Horst langjähriges Mitglied des Kreistages heute abend 9V2 Uhr durch einen sanften Tod von längerem Leiden im 65. Lebensjahre erlöst worden. Charlotte Fotz geb. Horst Familie Heinrich Fotz H. Familie Wilhelm Fotz HI. Familie F. (Traulich. Nieder-Bessingen, den 25. September 1914. >»»» Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 27. d. Mts., nachm. 3 Uhr. Freunden nnd Bekannten, insbesondere auch den Schulfreunden des Gefallenen vom Fried- berger Gymnasium und Regimentsangehörigen die schmerzliche Nachricht, dass am 15. September unser heissgeliebter Sohn. Gatte, Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Anverwandter Julius Scriba OharUntnut lm S. BroBh. Hess. lat.-Best. Br. 1BB ud Ksrnpignieffilirar den Heldentod für Fürst und Vaterland, für Kaiser und Reich an der Spitze seiner Kompagnie gestorben ist. Leuchtenden Auges zog er gegen den Erbfeind in glanzvoller Erinnerung an die Ruhmestat seines Onkels Oberstleutnant Scriba und dessen tapferen Mitkämpfer (Erstürmung des Schlosses Chambord 1870); nun deckt ihn, der Tapfersten u. Hoffnungsvollsten Einer, die feindliche Erde, beschirmt von den Gebeten seiner Hinterbliebenen. Wer den selten Anhänglichen, vornehmen, treuen und lieben Menschen, den strengen, aber gerechten und warm herzigen Frennd seiner Soldaten gekannt, wird unseren tiefen Schmerz verstehen. Friedrich Scriba, Pfarrer zu Langstadt bei Darmstadt, Ritter d. Krz. Phil. d. Gr. M., Paula Scriba, geh. Bettgenhänser, Frau Else Scriba, Wittwe geb. Saenger, zu Offenbach a. M., Elfrledchen Scriba, vaterlose Waise (2 Jahre alt), Richard Scriba, Rechtsanwalt zu Bad Nauheim, Landsturmmann, Gretel Scriba, geh. Wolff, Lieselchen Scriba. Carlo Steinberger, Oheramtsriehter zu Hungen, Laura Steinberger, geb. Scriba, Annemarieeben Steinberger, Lieselottchen Steinberger, Robert Thomas, Gymnasiallehrer, Dr. phil., Bad- Hersfeld, Reservelentnant im II. bayr. Jäger- bataillon, z. Zt. Schwerverwundeter im Reservelazarett in Stuttgart, Ritter des eisernen Kreuzes 1914, Paula Thomas, geb. Scriba, z. Zt. im Elternhanse, Erikachen Thomas, Adolf Sänger, Fabrikherr,Offenbach (M.), n. Frau, Heinz Sänger, cand. ing., Feldartillerie-Vize- Wachtmeister der Reserve, seit der kürzlichen Rückfahrt von Amerika vermtl. in englischer Gefangenschaft, A. Staab, Kaufmann nnd Direktor, Gross-Umstadt bei Darmstadt, A. Wolff. Rechtsanwalt nnd Gr. Notar, Jnstizrat daselbst, Elise Wolff, geh. Staab, Walther Rotbwell, Kapellmeister nnd Direktor in St. Pani (N.-A.), z. Zt. Hoek van Holland, Elisabeth Rotbwell, geb. Wolff, Opernsängerin, Fritz Wolff, Versichernngsrorstandebeamter zu Berlin, Feldartillerie-Vizewachtmeister der Reserve u. Offiziersstellvertr., z. Zt. im Felde. . — den 24. September 1914 — . Ave anima plal 10126D Verwandten, tzteunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dnh meine liebe Krau, unsere gute Mutter, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Fm MürWreth« 'Mr geb. Kriill im 32 Lebensjahre sonst entschlafen ist. Jik ttmifrnöen Hintttblikbkllkn 0M “ Heinrich Becker, Wngensiihrer. nebst Sinder. Giehen sWiesecker Weg 401, den 26. Sept. 1914. Dte Beerdigung findet Sonntag nachm. >/,4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhnses aus statt. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dnh meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante FmLmseWsergckPiiiisi- im 48. Lebensjahre nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden heute morgen 9 Uhr sanst dem Herrn entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen' Carl Schäfer I». nebst Kinder Familie Schäfer Familie Pausch Familie Rau. Wieseck, Hamburg. Chicago (Amerika!, den 26. September 1914. Ä 7 Am 8. September starb unser lieber Bundesbrnder Wilh. Scheele Forstassessor, Leutnant d. Res. im Inf.-Regt. Nr. 118 den Heldentod fürs Vaterland. 10114D In tiefer Traner: Die Landsmannschaft Darmstadtia. Heute nachmittag entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere liebe Tochter, Schwester, Nichte und Tante Karolinehen Schmidt In tiefem Schmerz: Familie KaruMellbesitcer Schmidt Familie Albrecht. Bieber bei Giessen, den 24. September 1914. Die Beerdigung findet vom Trauerhause aus statt Sonntag, den 27. September, nachmittags 2 Uhr. 06842 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben unvergesslichen Adolf sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: 10U9 K. Schön, Feldschütz. q kür die kältere Jahreszeit bringe den o Eingang der Ileuheiten in Paletots, Ulster, Bozener Mäntel, Capes, Joppen, Buckskin-Hosen und praktischer Knabenbekleidung in empfehlende Erinnerung. Während der Kriegszelt gewähre auf sämtliche Artikel einen Ausnahmerabatt von ,°f Io. [10128 Die Beerdigung findet Montag nachm. 2 Uhr in Wieseckvom Stcrbchaus, Sieben. Sir. 40, aus statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meiner lieben Frau, unserer gutenMutter,Schwiegermutter Großmutter und Urgroßmutter sagen wir innigsten Dank. ,„ 4 , Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Freund I- Alten-Buseck, 26. September 1914. | 10 q ■■ militärpflichtige H finden proße Auswahl in q Unterhosen ohne Naht nach Vorschrift, + Pelz-Unterhosen, Unter-Jacken, Walk- © Jacken, gestrickte Herrenwesten, Hosen- O ♦ träger, Taschentücher etc. Schnupfen Mein hager in ßerren*Anzugssfoffen bietet bet reich* q haltiger Auswahl die neuesten Ausmusterungen. oH, Kaess Hackt. ♦ W. Born 10 ^ Während des Neubaues Illäusburg 5. 040+0+0+S0 ♦0+0+