D. 222 Zweiter Statt * 64 . Jahrgang Erscheint täglich mrt Ausnahme des Sonntag?. Die „Sießener ZamAiei,»lStter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich brigelegt, das „Ärmblett ffir den Ktels «letzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- frag««" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejsen Dienstag, 22. September *9*4 Rotationsdruck und Berlag der Brühl'schcn Unwersitäts - Buch- und Steindruckere'.. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition unb Berlag: ecuK 51. Redaktion:«Ktit2. Tel.-Adr.:AnzcigerGießcn. -M- Die Unruhen in Marokko. Neben den Revolntionsqerüchten -ms Indien und Aegypttn dringen rienerdrnps auch Meldungen über Unruhen in Marokko durch die feindliche Lirqenmmicr zu nnSi durch. Also nicht nnr Eirglcmd, sondern auch Frankreich hat in diesem großen .Errege für seinen kolonialen Besitzstand zu fürchten, und zwar wirklich M fürchten. Denn er- handelt sich nicht etwa nm Besetzung durch kleine Militärtrupps. woS England rn einigen nnserer Kolonien so „heldenhaft" durchgesiUnl hat, sondern uni Auflehnung und i'lbsall der empörten eingxdorenen Bevölkerung. Bon verschiedenen Zeiten wir-d-beslötigt, daß,in Marokko Unruhen ansgebrochen sind. In Gibraltar beobachtet man nrit Zorge, daß die Ma rokkaue r sich entlang der ganzen nord,afrikanischen Küste zu richren beginnen. Man hat Frmrkreich und Spanien davon verständigt Frankreich hat nur eben an anderer Stelle seine letzte Kraft arrkübieden, und so nnrßten die Spanier ein- springen: es gelang ihnen nach eurer letzten Meldung unter schweren Kämpfen Kirdin und Bnjajfl zu besetzen, Zweifellos wird die marokkanische Revolution an der Küste zunächst keinen Erfolg haben. Denn der Wirkung von Schiffsge- sch-ützen sind die Waffen der marokkanischen „Rebellen" nickst gewachsen Aber die revolutionäre Bewegung dehnt sich über Marokko aus, und einem allgemeinen Aufstand gegen ist Frankreich zurzeit nahezu ohnmächtig. Bisher verstanden es die Frairzosen ja ausgezeichnet, die einzelnen Stämme gegeneinander anszuspielen und dadurch aridere die Arbeit der Unterwerfung verrichten zu laKeu. Aber auch zu solcher Wtigkeit gehören Kräfte und Menschen, die man jetzt an der Marne und in Bordeaux nicht entbehren Earat Gewiß war die Unterwerfung des großen Gebietes der Ebene den Iranzoscn erleichtert durch den Charakter der Bevölkerung. Die Araber dort besitzen kein Baterlaudsgefühl, keinen Nationalstolz- und keinen Sin» für «in einheilktches, nach außen geschloffenes Staatswesen. Es sind Einzelstänrme, die nur durch Rasse, Sprache und. Reich u m zusaurmeugehalten werden. Wovor aber den Franzosen schon immer bangte, ist der religiöse A u f st a n d, der „heilige Krieg", dem die Fahne des Propheten voran getragen wird. Die Böller des Islams besitzen ähnlich und noch besser wie die Negrrstänrme Fnnercrfrikas Verständigungsmittel, die fast so prvi n pt arbeiten wie unsere Kabel und Telefunken. Und mit jenen Mitteln arbeitet die Bewegung in Fitdien, in Aegypten und nun auch in Marokko. Wie militärischen Kräfte, dre Frankreich bisher in Marokko auswandte, um den allgemeinen Ausstand hintanzu- tmlteu, waren sehr beträchtlich, sie betrugen über 90 000 Mann. Dir Mehrzahl davon war dem in Algier und Tunis stehenden 19. Armeekorps entnommen, dazu kamen Senegal- truppen (Neger) und eingeborene marokkanische Truppen, soweit man sich auf diese verlassen zu Wunen glaubte. Der grStzte Teil dieser ganzen Armee ist im ersten Monat des jetzigen Krieges über Marseille—Lyon auf die deutsch-sran- wNchen Schlachtfelder gebracht worden. Zurück blieben ageutlich nur die marokkanischen Truppen, und die sind nicht ind inert Frankreich hat eisige sehen, daß man sic in einem europäischen Kriege vorläufig überhaupt noch nicht verwenden kann. Es bestätigt sich, was die deutsche Regierung im April ds. Js. durch Unterstaatssekretär Zinrmevnrauu im Budgetausschuß des Reichstags erklären ließ, nämlich, daß nach chrer Ansicht Frankreich noch nicht so weit sei, um als Protektionsmacht über die Marokkaner zum Zwecke der Trnp- pencmshebnng verfügen zu können. Was aber jetzt auf europäischem Boden im Kriege nicht zu brauchen ist, dürfte auch bei einem Aufftande in Marokko selbst versagen. Wie schliunn es zurzeit in Marokko für die Franzosen steht, geht aus folgender Schilderung eines Schweizer Herrn hervor, der jahrelang im Scherisenreich gelebt und jetzt wie so viele andere den Staub des unruhig gewordenen Landes von seinen Füßen geschüttelt Hai. Unser Gewährsmann schreibt: „Die Zentrale der drohende» Revolutwn ist die Stadt Fez. Dieser geheimnisvollste nnb unheimlichste Ort Mrdwestafrikas wird den Franzosen wahrscheinlich wieder furchtbar zu schassen machen. In der Stadt herrscht ein bedrückende Schweigen. In dem Gewirr von schmalen Gäßchen und engen Durchgängen spinnt die politische Intrige und die glimmende^ Meuterei ihre Fäden. In seinen niederen Klassen hat Fez, die Stadt von 120 000 Einwohnern, eine höchst uiivcrlässigc Bevölkerung, die stets zu Ge- walttätigkeüen geneigt ist, wcü sie schon vor der fianzösiscbcn Schutzhrrrfch-rft allzulange nmcr einer entsetzlichen Schreckens Herrschaft lebte. Die maroktanischen Meuterer haben auch militärisch inancheS gelernt. Früher kamen sie am lullen Tage in dichten Reüerscharen vor dir feindlichen Schanzen, feuerten ihre Büchsen ab und wurden von Kartätschen und Mitraillensen nieder genialst. Jetzt schleichen sie in Schützenlinien heran, arbeüen mü Spreng- vattoncn und manchen anderen Kriegswerkzeugen, deren Verwendung sic den Franzosen abgescham baden. Deutschland erfährt wohl jetzt nicht viel von diesen Geheimnissen, aber sie erheben sich wie eine drohende Wetterwolle im Rücken seines französischen Gegners." Die Kriegsanleihe. (WTB.) Berlin, 21. Sept. «Nichtamtlich.) In einer offiziösen Darlegung wird daraus Istngeroiesen, daß man beabsichtigt hatte, von dem in der Reichstagssitzung vom 4. August bewilligten Kredit eine Milliarde Schatzanweistmgen und eine Milliarde Reichsanleihc zu begeben. Das in Wirklichkeit infolge der Mchtlinritieruuq der Reichsanleihe erzielte Ergebnis übersteigt also den veranschlagten Betrag um mehr als das Doppelte. Im Gegensatz zu manchen Scheinzeichnungen in Friedenszeiten war jeder Zeichner sich von vornherein darüber im Laren, daß jede Zeickntuug diesmal voll berücksichtigt werden würde und bezahlt werden müffe. Das sei bei" der Beurteilung des Zeichnungsergebttisses auf die Anleihe, die so gut wie ausschließlich in Deutschland untergebracht ist, zu berücksichtigen. Das endgültige Ergebnis der Zeichnungen auf die Kriegsanleihen kami auch heute abend noch nicht bekannt- gegeben werden, da noch immer Anmeldungen eiulaufen, die nach berücksichtigt werden müffen, da sie rechtzeitig zur Post gegeben und lediglich wegen der Berlarigsaniung des postalffchen Verkehrs rächt bis zum Schluß des Zeich- nungstermins eingetroffen sind. Berliner Landwehrleute als Befreier Tilsits. Dir „Tilsiter ZmtuugS schildert ausMhpl-ich, wie am 12. September die Russen aus Diffit, wo sie drei Wochen laug die Herrschaft innegehabt hatten, vertrieben wurden. Wir entnehmen der 'Schilderung folgende Einzelheiten: „ . . . Noch find wir nicht cm der Werthmannschcn Villa angelangt, da kommen ein paar kleine Mädchen sreudcstrichiend, mü Gesichtern, wie wü sie in diesem Glanz und mü so verklärten Augen noch nie im Lkchen gesehen, atemlos angelanfen: Die Oefterreicher kommen! Und richtig, zu beiden Säten der Sttaße tauchen Pickelhauben ans. Es sind nicht die Oesterreicher, die wir auch siendig begrüßt hätten'/ es sind viclmhtzr »tan» ßischc Landwehr-Infanteristen, alles Berliner »nd M ä r k er. Die Wackeren sind noch nicht einmal feldgrau, sie tragen die blaue Litewka der Friedens-Infanterie. Fast atemlos vor Staunen lassen wir die ersten Preußen an uns vorüberzichen, um uns zu vergewissern, ob es denn nun auch wirklich wahr fft, was sich vor unseren Augen ab- spielt. Dann aber, als die Scharen der einrückenden Anfolger immer dichter werden, gehl ein Jubeln, ein JanckHen an, das mit Worten zu schildern hier unmöglich ist. Junge Mädchen, alt» Frauen, Kinder, gereiste Männer, alles, alles läuft den Befreier»! vom russischen Joch entgegen. Jeder möchte die .Hand der ersten erfassen, sie drücken und schütteln und bedenkt in all der Freude gar nicht, daß die Truppen m aus der Verfolgung begriffen und von einem Ingrimm, die fliehenden Russen zu erreichen, er- stillt sind, der sich einfach nicht schildern läßt. Blumen in ungezählten Mengen stiegen unseren braven VaterlaiidSverieidigcrn zu. Man kommt ans dem Staunen nicl/t heraus, ivoiher, genstffer- maße» im Handumdrehen, alle düse riesigen Mengen von Blumen kommen Aus allen Häusern eüen Frauen, Männer und Kinder heraus, um den anrückenden Preußen Waffer, Bier, andere Wo tränke, Wurst, Brötchen. Schokolade in einer Aderige zu reichen, daß die über diesen beispiellosen begeisterten Empfang gerührten Soldaten lachend und mancher vielleicht mit einer verstohlenen: Freudenträne im Auge schließlich dankend abiebnen. Jetzt saustl auch die erste Frldartillerü heran.....Als dem ersten Jn- sanleristen der einrückenden Spitze von atemlos hinzurilenden Zivilisten in der Königsbevger Straße gemeldet wüd, daß von 'bet Dragoncrkasernc aus die Russen -feschoffen haben und noch schü» ßcn, eilen sie iosort vom Hohen Tor ans und durch dü Reü- bahnstraße dorthin. Sie legen da- Gewehr an, eüi kurzes Zielen« und die reitenden und r abführenden Russen Arerpurzetn sich. Unsere Landwehr schießt gut, daS muß man ihr lassen. In der Go- richtSstraßc, am Hcrzog-'Albrechtplatz, vor allem aber in der Vnhndofstraße liegen zahlreiche Pferdeleichen. Lluch in der Hohen Straße werde» einige Raffen abgeknallt und in den zunächst ßK- legenen Hausfluren sosort verbunden. Jetzt knallen auch drüben! Uebermemcl schon Kcuwnenschüffc unserer Verfolger aut die ausreißenden Russen. Auf dem Rar hause ist der russische Fetzen, den wir .zähneknirschend vom 26. August bis zu diesem denllvür- digcn 12. September haben tagtäglich über unseren Häuptern flattern sehen müffen, sosort cingezogen worden. M seiner Sülle wehen die deutschen und preußischen Fahnen wieder vom Rcü- hausc. . . . Döberitzer Gefcmgenenbilder von Björn Björnjon. Björti Björnson, der sich mit ehrenwerter Hingabe der schönen Aufgabe widmet, das neutrale Ausland und besonders die skandinavische Presse mit wahrheitsgemäßen Berichten und Darstellungen über den Krieg und die BerhäK- nisse in Deutschland zu versorgen, veröffentlicht in der Kppenhagener Zeitung „Politiken" die lebensvolle und seine L>childcru>ig eines Besuches, de» er dem bekannten Gesängen en lag er bei Döberitz abstaiten konnte. Um sich von den dortigen Verhältnissen, wie sic sind, eine eigene Anschannng zu verschaffen, erhielt er von den zuständigen Stellen die Erlaubnis zur Besichtigung, die in Begleitirng eines deutschen Offiziers erfolgte. „Drarptzm in den 'Baracken unter den grünen Bäumen saßen oder gingen etwa 1800 Mann, dazu ein paar Foaiien und eü, vaar Kinder. Die mefften davon gehörten dem russischen Arbeiter- stande an. Dazwischen ern paar seinere, dekadente Tnvcn: nffffsche Studenten beiderlei lveschlechts. Ein sehr langer Engländer sdand in einsamer Majestät und ragte aber all diese Neinen säMutzigen Menschen empor: er glich einem bckcidcgten Storch und vaßtc zu seinen Umgebeingeii hier ebenso wenig, ivie Englorrd in diesen Krieg paßt. Er sah besonders wenig vergnügt ans, obglesth er, als nur vorbei gingen, nnt ein paar ungeheuer langen Bvrdev- zähnen griiiste Ich spvach mit einer Anzahl steanzösischer Gefangener, zuerst nur mit einem, und da dü andern, die ni der Nähe standen, die französische Sprache twrten, kamen s«e augenblicklich schnell aut uus losgegangen. Zum Schlüsse stand ich in einem Halbkreise von Fwnzasen. Die Offiziere ließen mich mit ilmen reden, wie ich wollte. Ein kleiner dünnhoarigrr Krastwagen- sührer, unrasiert, mü großen grauen Augen unü läonü, wie- ein Mann aus dein Norden, sagte mit gedämvster Stimme: „Was für eine Dnmniheü, dieser Krieg, Monsieur." — . . . Und dann: „Der Frieden, Mom'üur, wann kommt er?" Ter kleine Chauffeur beugte sich bä diesen Worten vornüber imd starrte wie aus ein weit entferntes Ziel hin. Es bebte uni seinen Aüind. Keiner antwortete. Alle waren in Nachdenken versunken .... Zffland. der Deiche. Zn seinem 100. Todestage, 22. September. Bon Dr. Paul L a n d-an. Deuksch. irrdeiiksch in Art und Wesen hat Ludwig Treck, der Rdmantiker, der ans sachlichen oder persönlichen Gründen dem nüchternen Vertreter des tüchtigen Bnrgertunis nicht hold war, den Theaterdirektor, Schauspieler uird Dichter August Wilhelm Jfsland genannt Als solch eines „ehrlichen deutschen Mannes^', wie ihn die Königin Luise in einem ihrer Brief« anredet, wollen wir heute in erster Lüne dieser für Tenkschünids Bnhnenkunst und Kultur so bedeuüämen, höchst einslnßrcichä, Persönlichkeit gedenken. Mag sein Eckiauspielerrnhui, der einst die Welt erfüllü, heute verblaßt sein — er lwt es nicht nötig, für seine Unsterblichkcü auf die ilüchiigS .Kunst des Mimen zu bauen. Für ewig ist sein Name in der Geschichte des deutschen Theaters verzeichnet, weil er den Komödianten von, Fluch der llnehrlichkeit und des Vagabundentums erlöste, als Generaldirektor der Berliirer Hofbühne eine Stellung erllommen, die man bis dahiu für einen Schauspieler als selbst nicht im Traume erreichbar awäh. Als Schöpfer eines llaffischen Bühnenstüs lebt er fort und zugleich als eüier der beliebtesten und tüchtigsten Theaür- dichter seiner Zeit, dessen Dramen, durchaus nicht ohne künstlerischen Wert, >vas sie an Frische nird Leben verloren haben, als kultur- geschichttiche Zeirgnisse in erhöhteni Maße wiedergewinnen. Und endlich erinnern wir ims gerade jetzt mit besonderer Freude des großen Patrioten, der, seinem KöiÜAshanse getreu^ in der Zeit der höchsten Not den Mut zuni The-üeripielen nicht verlor und dü süt- liche Bedeutung der Bühne in Krüg und Trauer, ihren erhebenden und sortreißenden Wert für dü bedrückten Gemüter in einem leuchtenden Beffpiel ossenbcrrte. Eine so fest in sich ruhende, geistesstarke und praktilch klare Natur, wie sic Jfsland ivar, ist selten im wandelbar launischeii, wunderlich vhmitastischen Volk der Schausvüler lind wir wollen nicht verkenneii, daß tue wahren „Könige der Bretter", die höchsten Genies, aus eurem anderen ^c-tvff gemacht sind. Die wilde Leiden- schaftllchkeit, der inibezwinglichc Drang, die Schranken des Alltags zu sprengen, der Musch einer die Wirllichkeil verachtenden Phantasie — 'all das, was dü Fleck, Ludwig Devrünt, Atttterwurzer, Matkowski zu strahlenden Helden des Scheins erhob, daS war Jff- land versagt, und selbst seine Vorbilder Ekhof und Lckiröder, die Löben und Welt schon siegreicher zu beherrschen wußten, standen den unbewußten Quellen des Künstlertums viel näher, als- düier kluge, überlegte, kühle Beobachter und Rechner. Deshalb wird man den neiren darstellerischen Geholt, den der junge Jflland während seines Wirkens in der Glanzzeit der Mannhämer Bühne dem deutschen Tlbeater brachü, ioohl nicht so hoch anschlagen dürfen, als düs vüljach geschieht. Wichüger war sein ideelles Wirken für die Reinheit und Grüße der Thcaterkunst, in dem er sich mü dem edlen Deribcrt von Dalberg vereinigte. Zwischen den beiden Gcgcntätzen des eben erst geschaffenen deutschen Ngiinnaljchanspüls, dem Realismus der Hamburger und dem Idealismus der Weimarer Schule, vermittelte er und neigte dabei nrü gesundem Sinn mehr zu der starken Wirllichkeüskunst des großen Schröder als zu dem unnatürlichen hohen Kothurn, den der Theaterdirektor Goethe ans seiner Bühne eingeführt hatte. ! Unübertrefflich muß der Schauspieler Jfsland in getvissen ko- inffchen, spießbürgerlichen Rollen gewesen sein, für dü sich sein Temperament wie seine untersetzte Gestalt und piepsige Sttmme trefflich eigncün. Aus einer Fülle der lustigsten und wahrsten Einzelheiten setzte der scharf beobachtende und beurteilende Künstler Figuren, wie etwa seüien berühmten „Essighändler'/ zusammen. ,^Jn solchen närrischen Originalen, wie der taube Apotheker", urteilt Schiller, „sii es eigentlich, wo JWand mich immer entzückt. Denn das Naturell tut hier so viel, alles scheint hür augenbliMchcr Einfall und Genialüät. Hingegen in edlen, ernsten und empsin- dungsvollen Rallen bewundere ich mehr seine Geschicklichkeit, seinen Verstand, Calcill und seine Besonnenheit. Daher würde er mü für di« Tragödie kaum eine pocttsche Sttmmnng geben können." Jfs- land wußte sreilich auch dü höchsten Ausgaben zu bewälttgen, indem er sie sich mit seinem überlegenen Verstand zurechllegü So übertrieb er den Franz Moor inrrch Hänfung der stärksten Efiekü zum entnienschten Bösewicht uiw „vermenschlichte" den düster» Helden Wallenstein zum ./bürgerlichen Hausvater". Allmählich traten in seinem Spiel, das immer von der Rücksichtnahme des Theaterpraktikers auf das Publikum Zeugnis abgäegt hatte, die virttwsen- hasten Einzelheiten stärker hervor: stets aber wirkte er bedeutend durch die Wucht seiner kraftvollen, tüchtigen Persönkühkeit, dü lebendig aus seinen großen Augen sprach. Jfslands Charakter und Spiel können wir uus heiüe noch au- schanlich vontcllen. ivenn wir seine Dramen lesen. Man Hai düse sorgsam und liebevoll gezeichneten Famüieugemälde lange als süßlich, empfindsam, banal oersäirieen, und sie haben auch alle etwas von der übertreibenden Charakterzeichilung des Schausvieürs: aber es lebt in ihnen doch auch viel non dem helläugigen WirllichkeüSffnn und der lebenskräftigen Heiterkeit der deutschen Aufllärung. die uns an Cbodowiecki entzücken. Bei keinem andern Autor der Zeft süht man so tief hinein in die Sttmmnng des deutschen Bürgerhauses» dessen aufstrebende Bildung trotz aller Enge die Grundlage bot für die Blüte imsercr llaffischen Literattir. Jffland wollte durch seine Stücke predigen und bessern; daher haben sie etwas Lehrhaftes und verherrlichen die goldene Mittelmäßigkeit, die bürgerliche Rechtlichkeit, die besonnene Mäßigung der Alten gegenüber dem Sturm und Drang der jungen Genies. 2Iber der kundige Theatermann wollte sein Publikuni auch unterhalten, und so stattete er seine Ausschnittc aus dem alltäglichen Leben mit einer bunten Fülle treffender Züge und Einzelheiten aus, ließ seine Personen zioar etivas geschraubt, aber doch aus vollem warmen Herzen reden und säms ewige Konflille nach wie den von ,/8ätern und Söhnen" in „Verbrechen aus Ehnncht" und in den „Mündeln", gestaltete ein däctsches Heim- und Waldmüüu iu den .»Jägern", das Otto Ludwigs „Erbförster" vorausahnt. So sind uns seine Stücke zwar keine Dictftimgen, aber dü treuesten Zeugnisse der Zeit. Mit Recht nennt ihii Jmmerinmin den „besten Cicerone durch alle Schätze und Kuriositäten des damattgen deutschen Familienlebens. Seine Regün fft eine beschränkte, aber mit dem Durchblick auf eine tvefte Perspektive, auf die un.zer- störbarc Macht und Würde des Hauses, und in seiner Beschränkung waltet er durchaus als Meister." Sedle Dramen sind effie vorzüglich« llilturgcschichtliche Quelle für das .Hauswesen in jener Epoche vor l00 Jahren, da sich Preirßen aus tiefer Erniedrigung zur Besieinng und stolzen Höhr erhob: sie zeigen, daß der innere Kern dieser Kultur noch gesund ivatr, so wie ihr Schöpfer an seinem Beispiel die Tüchtigkeit und Treue des deutschen Bürger- ttims offenbarte. Jfslands eigeittknl,e Bedeutung und Größe enffaltet sich erst, als er 1796 nach Berlin komnit. Sein brennender Ehrgeiz war durch dffüomattschc Gcschicllichkett zum Ziele gelangt: das Unerhörte war Taffache geworden: ein gewöhnlicher Schauspieler zum Direktor des preußischen NairoaaltheaterS ernannt 'Aus dem Institut, dessen ganze Bedeutting damals auf dein ZufallSglück einiger guter Schauspieler stand, machte er eine Kunstbüh-ne ersten Ranges mit einem einheitlichen Stil, mit nncni vorbildlichen Repertoire. Jfsland, neben dem als Regisseur nnr Laube in der deutschen Theatergcschichte genannt iverden kann, war ein hervorragender Lehrmeister, der sich ein gläntzeicdcs Peffonal beran- bildcü. In seinem Spielvlan standen zwar der imvermeidliche Kotzebuc, dem sich selbst Goethe als Theaterleiter ergab, und er fflbst mit den Zug- und Kaffenstückrn an erster Stelle: aber der un- parteüsvie, für echte Dichtung durchaus empfängliche Mann wurde doch den dichterffchen Idealen gerecht, dü hoch über den seinen standen. Er brachte Shakesvearc zuerst in Schlegels Meistecüber- setznngen, eroberte Lessings „Nathan" und Goethes „Egmont" die Bühne, nahm sich in Zacharias Werner selbst der ihm geistrs- ffemden Romanffker an und spülte vor allenr Schiller und wieder Schiller, den Führer und Propheten iener Zeit, voni „Waltcn- stein" bis zum „Tcll". Der Briefwechsel zwffchäi ihuen ist ein schönes Zeugnis dafür, wie Dichter und Tbeaterinann einaiiüer in die Häicde arbeiten können. Inland hat sogar einen bedeu tai- den Einfluß auf Schüler ausgeübi, seinen Bühnenfffril gestärkt und dabei trotz aller praktischen Gesichtspunkte den idealen Flug des Genies bewundernd mücnipfunden. Dieser ideale Sinn besäbigre ib» dann amb >elbn, in der Franzoienzeit das Schiff seiner Bühne mit ungebrochenem Mut durch das Chaos der Fremdherrsä, ?i, steuern und im irnnzö- sischen Berlin, während sein König ' ioar, das königlich preu- ßische Theater als Hochburg aller erländischei, (hefühü zu er- hallcu Lockende Anerbietungen, I, . Jsrömc oder in Wien Theaierdirettor zu werden, lehnte . ab. Verzweifelt und mit En'olg ivcbrie er fidt dagegen, daß am keiner Bülnie eine rranHöfische Truppe ciuzog. Seinem König und seunmi Barerlandc ge- Ich koste« das Egen, das ich tn den Baracken sah, es war da reinlich und nn'hi aecävnet, beinahe zu sehr, denn die Luft war voll von Knrbblgernch, wie in einem Hospitale Es klrngt vielleicht wunderlich, aber das Ganze mackste den Eindruck eines Irrenhauses, AdteÜuns für ungefährliche Patienten. Diese Mömrer, die, die einen schneller, die anderen langsamer, umhcrgingen und von denen sich manche »u stniumeu Gruppen sammelten, während dann wieder hier und da einer einsam stand und nachsann: das war wirklich, als wenn man sich im Garten eines Gruses von Gcistes- krnnlen befände. Mrzu auch noch der Arzt in langem weißen Nüttel, der mit eniMlnen sprach. Wir gingen weiter, schliesslich sah ich viele, dir uni einen Tisch saßen und standen. „Sie spielen Karten," sagte nreiu Führer „sie spielen sogar falsch," fügte er mit einem Lächeln hinzu! „Wit haben deswegen zwei Russen scstgruanimen und in Zellen eingesperrt. Sic erwarten ihre Strafe Der Kommandant zeigte mir mehrere offene, in deutscher Sprache geschriebene Briese, die mit der Post in die verschiedenen Länder versandt werden sollen. Ich habe mir einen abgeschrieben — hier ist er: „Kleine Wanja, ich hoffe. Du erhältst diesen Brief über einen neutralen Staat Ich leide nicht körperlich. Ich leide an Sehnsucht nach Dir. Ich weine oft. Ick» denke hier, alle können Dich mir nehmen, so weit bin ich fort. Gott, unser guter Gott — möge er mich Dich bald Wiedersehen lassen, Ich küsse Dich. Dem Iwan Petko." Ja (so fügt Björnson ivehmütig hinzu) ja, lieber Iwan, das wünschen wir alle - denn dann ist der große Friede wiedcryekchck. . . Der erste Verkehr im Panamakanal. Eine „traurige Ironie" nennen amerikanische Blätter die Tatsache, ,chaß d!er Pauamakanal für den Welthandel in dem Augenblick eröffnet wird, da es keinen Handel für chm gibt." Die glückliche Vollendung dieses gewaltigeit Frie» denswerles hat sich fang- und Äanglos vollzogen; die große Eröffnungsfeier hat man bis auf den nächsten Früh-, fing vertagt. „Zur festgesetzten Zeit verließ der Dampfer „Sfacotr" dae Stadt Colon," so schildert die New Horker World die Erö-ffming des Kanals, „passierte die schleusen und gelaugte innerhalb von zehn Stunden in die Wasser des Stillen Ozeans bei Panama. Innerhalb von 24 Sinn-« den hatte eine kleine Flotte von .Handelsschiffen ihre Dnrch-s fahrt gemacht. Nun liegt der Kanal offen für alle Böller der Well: unter gleichen Bedingungen. Diese Gerechtigkeit ^bedeutet einen nicht minder eindrucksvollen moralischen Triumph als der .materielle Sieg, der von den Ingenieuren Wer die Natur errungen wurde." Die Amerikaner sind voll Stütz darüber, „d«ß sie dcümrch der Welt, die durch andere BMer jetzt so viel Schaden erleidet, mit diesem Kanal ein segensreiches Geschenk gemacht haben." DärneLen tvrü> die Bedeutung des Panama-s Parvalls für dem Krieg viel erörtert. Man betont, daß der Kanal neutral bleiben muß. „Die Kriegsschiffe jeder der Nationen, die jetzt im Kriege find, können den Kanal unter bestimmten Bedingungen benutzen; dabei ist chnen natürlich verboten, ihn zu blockieren, in ihm irgend-, ein Kriegsrecht ausznübew oder eine feindselige Handlung zu vollbringen. Fahrzeuge der Kriegführenden dürfen sich uach den Bestimmungen nicht mit Lebensmitteln oder , irgendwelchen Waren versorgen, die über das Maß hinaus« gehen, das fie notwendig brauchen. Die Durchfahrt solcher Fahrzeuge soll mit möglichster Beschleimigung erfolgen und nur mit solchen lluterbstechluigeu, wie sie durch den Dienst im Kanal erfordert^werden. Kerner der .Kriegführenden darf hier Truppen, Munition oder Kriegsmaterial einladen oder ausladen. Anszerdem wird gefordert, daß die Kriegsschiffe eines kriegführenden Staates in den um den Kanal herrrmliegenden Gewässern nicht länger als 24 Stunden bleiben, ausgenommen im Falle einer Schiffskatastrophe. Ern Kriegsschiff einer kriegflihrenden Natioit darf den Kanal nicht passieren, bevor nicht 24 Stunden seit der Durchfahrt eines Lriegsfclffffes einer kriegführenden Nation verstrichen sind." Cm Zeldbries aus dem Osten wird von der „R. W. Z." veröffentlicht: Nim . . . willst Du voll mir einen Schlachtenbcricht haben, den kann ich Dir aber im Brief schlecht schilderri, doch will ich es versuchen, so gut cs geht. Nach andauernd strengen und langest Märschen kwnen wir am 25. August, abends gegen 8 Uhr, ins Biwak. Das ganze RegimeM bezog Vorposten. Das erste Bataillon, besonders (wie immer) die 1. Kompagnie, am weitesten gegen den Feind. Es war uns von unfern Dragonern gemeldet, daß er das Dorf A. schon besetzt hätte und sich im Marsch auf B. besindr. Wir befanden uns ungefähr 6 Kilometer von ?(., das nächst Dorf hieß L. Wir kochten ab. Tic Bewohner batten, alles Bi«h, Pferde, Rinder, Schafe, Schweine und Geflügel im Stich gelassen. Dieses lief hungrig im Felde umher. Kaum hatten wir Zelte gebaut und uns zur Ruhe begebest, als alarmiert wurde. Wir besetzten vor uns eine Höhe, von dar wir uns im Falle emes Angriffs auf das Gros znrückziehcn mußten. In der Nacht kamen Patrouillen zurück und meldeten, daß der Wald vor uns, 200 bis 300 Meter entfernt, von Russen besetzt ici. Der Patrouille waren die Pferde unterm Leibe wcggeschossen. Als es nun hell nmrde, dachten wir, die Russen würden uns an-- greisen. Wir konnten nicht angreisen, wir warteten ans die Verstärkung des . . Korps, welches endlich nach langem Warten um 7 Uhr eintraf. Auch jetzt hieß es noch für uns, ein Mann muß gegen fünf kämoscn. Als die Husaren unsere Linien passierten, meldete unsere Kompagnie dem Führer, einem ganz, zungen Leutnant, daß sie nicht werter reiten sollten, der ganze Wald sei vbn den Russen besetzt. Hierauf sagte der Leutnant zu seinen Leuten, dann wollen wir mal sehen, wo sie stecken. Im Galopp ging es gegen den Wald vor, aus dem ihnen ein mörderisches Feuer entgegen- schlug. Trotzdcu' wurden die Russen von unseren Husaren attackiert und aus dem Walde vertrieben. Unsere Leute gingen direkt wild dran und in kürzet Zeit war das Gefecht im,' Gang. Unsere Landwehr-Brigade mußte zurück. Wir wurden um einen großen See dem Feind« in die linke Flanke geführt. Einen russischen Ossizier hatten unsere Leute schon früh des Morgens gefangen. Derselbe erzählte, daß unsere Artillerie vorzüglich treffe. Gegen 4 Uhr nachmittags gingen auch wir vor. Jetzt erst begann dann das große Jnsanteric-Gefecht, bisher war es nur hauptsächlich die Artillerie, die gekämpft hatte. Die russische Artillerie und auch die Maschinengewehre schossen sehr gut. Dagegen die Infanterie schlecht. Alle Geschosse gingen über unsere Köpfe hinweg und nur wenige trasen. Der Feind wkr an diesem Tage besonders hartnäckig, er hatte sich Ibis über die Ohren eingegWben und war sehr schwer zu sehen, denn die Uniform ist auch ßeldgrpu. Tic feindlichen Maschinengewehre hatten sich gut aufgestellt und brachten unseren vorgchcnden Reihen schwere Bevluste bei. Unsere Kompagnie blieb vorläufig noch in Deckung liegen, es sollte die Sturmkonrpagnie sein. Wir brauchten niclK lange zn liegen, da kam das Signal: Seitengewehr pflanzt ans, und mit Hurra ging es draus auf den Feind. Wenn die Russen sahlm, daß sie an unsere Seitengewehre sollten, warfen sie die Waffen fort, hoben die Hände in die Höhe und ergaben sich. Es hatte in dein Reihen des Feindes viele Tote gegeben. Die lagen haufenweise, umher. In einem lleinen See war eine vollständige Brücke vor« ihren Leichen. Lange aber sollte es Mir nicht vergönnt sein^so in Reih und Glied weiter zu kämpfen, nach dem 4. und 5t Sturmi traf mich das Geschoß und ich stürzte zusammen. Ich hotte noch, der Feind flieht, dann verlor ich die Besinnung. Als ich« dairaus erwachte, war ei» Krankenträger bei mir, unter seiner Unterstützung ging ikb zn Fuß zum Verbandsplatz. Wir blieben hier liegen auf Rasen, mit einer Decke zngedeckt, bis Kunr anderen Morgen. A«» Stadt twö Gie ße n , 22. September 1914. Aus dem Kclde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargcbieten.) Unlerosf. d. Res. Postassistent Karl Henn, Jnf.-Rgt. 116 aus Romrod. — Hauptm. d. Res. n. Ober-Postpraktikant Reinhard Baum garten, Jnf.-Rgt. 118 aus Darmstadt. — Kanonier Karl Beil aus Erbenheim. — 2t. d. Res. Oberlehrer Ernst Keller, Jnf.-Rgt. 116 aus Gießen. — Bizeseldwebel b. Res. Oberlehrer Wilh. Wild, Jnf.-Rgt. 168 aus Biedenkopf. — Bizefeldtoebel Heinrich Eichhorn, Landwehr-Rgt. 81 aus Frankfurt a. M. — Einj.-Gesr. Max Herzbcrg, Zns.-Rgi. 81 ans Frankfurt a. M. — Landwehrmann August Zcier aus Frankfurt a. M. — Res. Fritz ö artmann, Res.-Feldart.- Rgt. 25 ans Groß-Bieberau.. — Landwehrmann Karl Klar, Landw.-Jnf.-Rgt. 81 aus Frankfurt a. M. — Soldat Carl Funk aus Frankfurt a. M. — Res. Robert Kaminski, Jnf.- Rgt. 117 ans Mainz. — Bizcfcßdwebel Heinrich ©ruber, Jnf.-Rgt. 80 ans Rodhcim v. d. H. — Hauptm. d. Landw. Dr. Paul Remtz aus Worms. — Kanonier Otto Betz, Art.-Rgt. 25 aus Kefenrod. — Oberl. Egon Hoffbaur, Jnf.-Rgt. 88 aus Mainz. — Hauptm. Ernst Albrecht, Gcneralstab des 9. Res- Korps «ins Wetzlar. — Untcroff. d. Landw. u. Präparanden- lehrcr im Gren.-Rgt. 6 -uis Oberkleen. — Gesr. Wilhelm Schütz, Res.-Jns.-Rgt. 116 aus Oberndorf. — Musk. Peter £ lau bl), Jnf.-Rgt. 88 ans Nauborn. * " Psarramtsbestätigung. Die Großherzogin hat den von dem Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die evan- gelische Psarrstelle zu Ober-Mossau präsentierten Pfarr- assistenten Friedrich Müller zu Darmstadt für diese Stelle bestätigt. ** Ordensverleihung. Der Großherzog hat die Tapferkeitsmedaille seinem Generaladjntanten Generalleuts nant von Hahn verliehen. ** Ruhestandsversetzung. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Volksschule zu Gedern- Karl Schwartz, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Menst« mit Wirkung vom 1. September 1914 an und ihm aus diesem Anlaß bas Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. ** Aus dem Schuldienst. Uebertragen wurde dem Schulamtsasprranten August Ru hl aus Heidenfahrt, Kreis .treu, hiell er «ms unb bewies unzählige Male den mäunlickzei» Mut, mit dem er 1808 am Geburtstage der Königin Luise, einen Blumenstrauß oohl sagen, daß er, der stets ans der „Welt des Scheins" in die Well der T«ll htnausgestrebt hatte, als ein Opfer Neuer Pflichterfüllung den Tod fürs Vaterland gestorben ist. Lin römisches Militärdiplom ans Wiesbaden. Eine llrruuoe von vaterländischer Bedeutung, die zugleich eine wichtige Geschichtsgnelle für die Kämpfer der Römer mit den alten Germanen darstellt, ist das römische Militärdiplom des Kaisers Despasian, das als erster Ankauf der neugegründeten „Bereinigung der Freunde an- -iker Kunst" für das Berliner Antiquarium erworben lvurdc. Im neuesten Heft der Amtlichen Berichte aus den königlichen .kmustsamnilnngen würdigt Professor Wiegand dies "interessante Dokument. Die Urkunde, die in Wiesbaden nabe dem einstigen Rönrerkastell zum Vorschein tam, besteht aus zwei auf beiden Seiten beschriebenen Bronzeplatten von 19,3 Zentimeter Höhe, 15 Zentimeter Breite und 2 Millimeter Dicke, die durch einen Drahtverschluß aus Bronze zusimrmenqehalten werden. Me jetzt verlorenen wächsernen Siegel von sieben Zeugen waren durch ein halbzhlindrisches Bronzeblech geschützt. Me große Bedeutung dieses Diploms für unsere rheinisch-römische Geschichte besteht darin, daß hier Ereignisse, die uns bisher nur aus der Germania des Taeitus überliefert waren, durch eine mit den Vorfällen gleichzeitige Originalurkunde bestätigt werden. Nach dem siegreichen Vordringen der Germanen und der Zerrüttung der römischen Militärverwaltung um die Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts sandte Bespasian im Sommer 77 u-Ehr. die niederrheinffchc .Armee, durch spanische Truppen verstärkt, zil einem energischen Vorstoß Mer den Rhein. Es gelang den Römern, bis an die Ems vorzudringen und dabei auch die berühmte Seherin Belcda gefangen zu nehmen, die dann im Triumph-zng des Imperators durch Roms Straßen geführt wurde. Ans dem Wiesbadener Mili- tärdiplvm erfahren wir das genaue Datum dieser Kämpfe, höre,: von der besonderen Auszeichn «mg eines tapferen gallischen Reiters Tertius und vernehmen, daß die Originalurkunde dieses Mplo-ms, also das eigentliche Edikt des Kaisers, in Rom angehesiet wurde „aus dem Kapitol, hinter dem Hause des Romulus," einer pietätvoll erhaltenen Hütte im Bezirk des Fupitertempels. Me Ueber- setzung des Diploms lautet: „Der Imperator, Läsar Bespa- sianus Augustus, Pontifex maximus mit tribunizischer Vollmacht zum neunten Mal, Imperator zum neunzehnten Mal, Vater des Vaterlandes, Zensor, Konsul zum achten, desig-, nierter Konsul zum neunten Mal verleiht hiermit: Den Reitern und den Fußsoldaten, die in den sechs Schwadronen der Norici, Sigulares, Mvesica, Afrorum veterana, Si- liana, Dulpicia sowie in der Cohorte I Flavia Hnspanorum in Germanien unter Quintus Julius Cordinus Ruttkius Gallicus Kriebsdienstc tun und sünfundzwanUg oder mehr Dienstjahrc hinter sich haben, deren Namen auch unten vermerkt sind, dcis Bürgerrecht für sie selbst, ihre Kinder und stkachkomnren sowie das Eherecht für die Frauen, die sie zur Zeit der Verleihung des Bürgerrechts hatten oder, falls es Unverheiratete sind, fiir die Frauen, die sie später heiraten, wohlverstanden in jedem Ernzeffalle. Gegeben am 15. April unter den Konsuln Novius PriseuS und 2. Gio- nius Eommodus. An die Moesische Schwadron, zu Händen des Präfekten Titus Staberius Secundus, Sohn des Titus von der Tribus Quirina sür den Soldaten Tertius, Sohn des Marcus an? Trier. Wgescchrieben und geprüft nach der Erztafcl, die zu Rom angebracht ist im Kapllol hinter der Hütte des Romulus." Der Soldat Tertius, dem mit anderen Tapferen hier die große Bergünstigung des römischen Bürgerrechtes für si«ch und seine Nachkommen und die Möglichkeit einer sonst den Soldaten nicht gestatteten rechtsgülttgen römischen Ehe gewahrt wird, hat sich augen- scheinlich als Veteran in Wiesbaden angekauft, und «rus seinem Anwesen unweit des Kastells stammt das Diplom. Bingen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Lürer^Völl» stadt, Kreis Friedberg. ** Rotes Kreuz. Für die Verwundeten bittet das Rote Kreuz um Stiefel, Stöcke und schivarze BeinlleKer. Die Sachen können in der alten Klinik abgcliefert werden. **HerrenloscrJagdhund. Bei Großh. Polizeiamt ist ein junger Jagdhund als herrenlos eingeliefert war» den, der Eigentümer kann ihn dort in Empfang nehmen. ** D a s Gro ßhe rzo gliche Hessisch« Reg-ve- rnngsblatt Nr. 33 von Darnrstadt, 18. rSeptember, enthält: 1. Wiederaufleben des Hessischen Militär-Sanrtäts-Kreu- zes vom 25. August 1870 betteffend. — 2. Bekanntmachung, Aendernng der Postordnung voni 20. März 1900 betteffend. — 3. Bekanntmachung, bettepend Verbot des vorzelligen Schlichtens von Vieh. — 4. Bekanntmachung zur Ausführung der Verordnung des Hundesrats vom 11. September 1914, betteffend das Verbot des vorzeitigen Schlachtens vvn Pich. — 5. Berichtigung. Kreis Schotten. - Eichel8 dors, 21. Sepi. Ilnleroifizier Wendelin Baur vo» hier, der beim Inlanterie-Regiment Nr. 83 in Kassel dient, hat sür vorzüglichen Ansklärungsdienst bei Lüttich das Eiserne Kreuz erhalten. Kreis Wetzlar. X K i n z e n b a ch, 21. Sept. Der Winierschuldircktor Dr. K och ans Wetzlar hielt am gestrigen Sonntag bei Gastwitt Ludwig Pensch eine» Vorirag über e r b st d ü n g u » g und Fütterung unserer Tiere w ä h r e n d des Winters', zn dem sich ca. 50 Zuhörer eingesunden hatten. Hessen-Nassau, h. Frankfurt a. M., 21. Sept. Der grüßte Umzug, den Frankfurt bisher zu verzeichnen hatte, twrr die jetzt beendete Uebersicdlung des Polizeipräsidiums vom alten Hause in das neue Heim. Das mit dem Umzug bttraut gewesene Transportgejchäit H. Delliehausen brauchte dazu 10 Tage Und rund 120 große Möbelwagen. h. Frankfurt a. M., 21. Sept. Ein Antrag der städtisän» Lebensmittel-Versorgnngskomuttssion aus Bewilltgung von 106 009 Mark für den Ankauf von 1000 Schweinen wurde von der großen KrieKkommission abgelehnt. Me Schweine sollten be: den gegenwärtigen billigen Preisen abgeschlachttt und als Gefrrersteisch auilewahrt ivcrden. Nach Abzug aller Unkosten hätte das Pfund Fleisch im Verkaus 75—80 Pfennig gekostet Me Kricgskommisswn leh«rrc den Anttag aber mit der Bcgttindung ab, daß mit dem Geftterfleisch ein zu großes Risiko verbunden sei unb daß 1000 Schweine bei dem großen Fleischbedalfe Frankfurts nichts zu bedeuten hätten. h. Frankfurt a. M., 21. Sept. Da das Rhein-Mai- nische Verbandsthcater unter den gegenwärttgen Umständen sttnen Bttrieb nicht auftecht erhallen kann, beschloß die Verbandsleitung die Einstellung des Unternehmens. Die Mnstlerschast des Theaters ist durch dieic Maßnahme in eine mißliche Lage geraten. h. Vom Main, 21. Sept. Als Sonntag nachmittag ein Lazarettschiss aus dem Main an dem Torfe Okriftel vorbeisnhr, wollte der 22jährige Heinrich Rink von einem Boot aus den Verwundeten Liebesgaben übergeben. Dabei kentcrte das Boot. Der junge Mann ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werdcg konnte. Der 300-Mi8lardeMrieg. Amerikäniichc Blätter haben die tägticheü Kosten des Weltkrieges auf 200 Millionen Vttrrk geschätzt. Der bekannte Physiker Nikola Tesla hält jedoch diese Summe für viel zn nirdttg. und kommt ans Grund einer eingehenden Bercchnimg bahin, daß die täglichen Kosten sich auf mindestens 1500 Millionen M«rrk belaufen, wobei er die Kttegsdaner mit 6—7 Atonalen, rnnit 200 Tagen ansetzt. Die täglichen Kosten der militärislhen Operationen schätzt Tesla allerdings auf nur IM bis 120 Milkivnvr Mark, wobei nach seiner Ansicht 20 Millionen Soldaten im Feld stehen. Größer sind schon die Verluste an privatem und ^02»' lichem Eigentum, wozu er auch den täglichen Verbrauch vvn Kriegsmaterial aller Art, einschließlich der Geschosse rechnet. Arsen Posten beziffert Tesla ans 200 bis 300 Atillionen Mark. Der Schcidcn, den Jndnsttie und Handel durch den Krieg etteid«, nimmt er dann mit 20 bis 30 Prozent des gesamten stieichttwii der am Krieg beteiligten Völker an. Da sich dieser Natwnap rcilchtum nach seiner Schätzung auf 12M Millarden bckäust, kwm der Verlust sich nicht unter täglich 4M Millionen bewegen. Sodann erleidet der Nationalreichtum der Völker aber selbst ttn« nicht unbeträchtliche Einbuße, die Tesla mit 10 Prozent in Anrechnung bringt, ivas täglich 660 Millionen Mark ergibt. MS letzten, echt amerikanischen Posten fühtt Tesla den Bettust an Menschenleben nmgcsetzt in Geldeswert en nach Ansicht des Bvstoner Transeript die Bibllc- ilen allen Anlaß zur Freude, denn fiir sie soll sich t eine üdevauS günstrgc GelvAenheit eröffnen, um Ivert le Werke billig zu kaufen. „Schon manche große Biblio- ! ist durch einen .Krieg geschaffen nwrdcn. Die berühmten ckiotheken der Ptolomäer wurden auf diese Weise bc- hert, daß man feindliche Schiffe mit Bücherladungcu »ielt und die kostbaren Werke den eigene» Schätzen ein- leibte, währeird sich die ursprünglichen Besitzer mit Ab- isten begnüge» mußten. So kann natürlich Anicrila ,t verfahren, da die Vereinigten Staaten im letzten irzchnt ein gewaltiger Importeur von kostbaren und cnen Büchern gewesen sind, so werden nach dem Krieg istigc Bedingungeii für de» Bücherkauf aus Europa vor- dcn sein Manctwu reichen Sammler in Deutschlanö r England ivird der Krieg zwingen, seine Bücber zu laufen, und Amerika wird der Käufer sein." Jedenfalls ken die Amerikaner schon ziemlich weit voraus! i ■ ■' S pt. g c 2 tu ZA xf S 5 (S if i II ■B 8 hi IIP 1^1 Scun '48 9 11.0 88 90 WNVV 9 5 51,1 9 4 ** 95 w 2 10 konnenjchein ■53,1 71 7,2 95 WSW 2 10 Nebel rilfle Acmueratue am 20.—21, Sepleml'et 13: l = 4-13 3 C ;öciq ; Gänseeier 1 St. 0-0 Pig.. 2 Et, 00 Pig.; Hcije Stück 10-12 Big., Kasematte 2 Stück 5—6 Big,: Tauben bat r 1.00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk„ bahne,, Stück ILO - 3,00 Mk,. Enten das Stück 3,00-4,06 A!k„ Gänse das 00-OOP'.,.: Welsche4—5Mk.: Ochlenfleisch daSPid. 86-S6PZ > ) fleisch das Piund SO-04 Ps.,, Kuhfleisch 80 Psg.. Schweine- > h dos Piund 70—86—96 Psg , Kalbfleisch das Pid. 70-7, Pia., I »nelfleisch 1 Vid. 70—36 2%; Kartoffeln im Zentner 3—3,51 Alt,, > hd. 4-4V, Psg., Weißkraut da? St, 8 — löPig.; Zwiebel» der Ztr. -10,00 Alk.: "Milch das Liter 22 Pia,: Slepiel der Zentner 5 Mk.: Birnen das Pinnd 8—15 Psg., Nüsse 100 Stück iö|., Zwetschen der Zentner 5—8 A!k., Ducken 101 Stück -3.00 Aid, Bohne» 1 Pfund 15 bis 20 Pia. — Marktteil von W s 2 IN»'. PO. Wiesbaden. Plehho (»Marktbericht vorn 21. Sevt. rieb: Rinder 38 tOchsen 58, Bullen 38, Kühe und Färsen 141 1 , er 292, Echaie 73, Schweins 829. Preise für 100 Pid, tarklverlans: Oluhiges Geschält. Lebend» Schlacht Schi rn. aewi.bt Telschlge, ausqeinäsiete, böchslen Schkacht» 'xicS im Alter von 4—7 Jahren .... »och nicht gezogen haben tnnaejochtei . , >e, fleischige, nicht ausgemästete und äl!:r: sgeinästele ............ Bullen. ileischlge, au?gew. höchsten Schlachtw, . . ileischtge, sünger» .........37—42 Färsen Kü he. leischiae ouSgemästet« Färsen höchsten blachtwertes........... leischig« cmsgem öltet: Kühe höchsten hlachtwerlcs bis za 7 Jahren.....37—14 ifl gut entwickelte Färsen....... 40—45 ere aiisgemästete Kühe .......33 “ Kälber. (ere Alast- und beste Saugkälber ngere Atast- »nd gute Saugkälber . . . ng« Saugkälber..........40-45 Schaf:, Weide,nastschas«: ilämmer und MasthammÄ .... 45,50 Schweine. »eischjg, Schweine von 80—100 Kg Zebend» wicht . ......... . keischige Schweine unter 80 Kx Lebendgewicht keischige Schweine von 100—120 K -Lebend» vichi .............. leischige Schweine von 122—150 Kg Lebeiid» vicht.............. 47 00 chweine über 150 Kg Lebendgewicht I natl. Uederficht der Todesfälle in der Stadt Gietzcn. Monat August 1014. 'ohnerzahl: angenomnieii zu 32 810 sinkt. 1600 Mann Militär«. SterblichkeitSzisser: 13,5 °/ M nach Slbjug von 19 Ortsire »den 6,6 Kinder m 50-65 48-52 Mk. 92-102 89-98 43—47 80-83 ff 73—82 63-71 46-52 65-95 37—4 4 40—45 33-35 73 -82 73—85 62-68 52-55 46-49 40-45 90 -100 80-83 68-78 i-00.00 '.2 -00 47« 48 47-17« 61 62 60 61 49 49V. 61-62 47 00 41'/,-14 59 00 52 -55 wrben o»: Zusammen: Erwachsene: im vom rkulose 4 (3) 1.2 4(3) ebensjahr: 2.—15. Jahr: enentznndimg 5(1) 1 2 2(1) -rkronkungen 4 (1) 4(1) _ rqflnjz 2 (!) 2(1) — nkatarrh 2(1) 2 (1) >dar>»e»tzn»duna 2(2) 1 (1) ld) ren Darm« rankun^eu 2(2) 2 (2) mentjündung 1 1 _ — rligen Nen- dungen 8(1) 8 (I) lmord 1 t und sich'unveiganglich' Ehcc erworben hat. Dem Regiment wünsch« ich, daß es ihm vergönnt fein möge, weitere Lorbeeren zu eriverben und *a|1 nach einem riihmv-nleu ,SriÄ»en die fetzt um seine Standorte gescharten und die von kgrcn ehrenvollen Wunden Genesenen siegreich und gesund in ihr Vaterland und zu ihren Angehörigen heimkehren möchten. Eine verbotene Versammlung. Stuttgart, 22. Sept. Das Stuttgarter Generalkommando verbot eine geplante sozraldenrokrattschc Veriamm- limg, in der der Abgeordnete Tr. Liebknecht über das Thema „Gegen die Agitationshetze" sprechen wollte. Die österreichische Strategie. Berlin. 22 . Sept. Ucber die Gründe des österreichischen Rückmarsches bei Lemberg wird durch den Kriegsbciichterstattcr des „Berl. Tagebl " eine Unterredung nritgelcilt, ivelchc der Kriegsberichterstatter des , Berlinske Tidendc" mit einem leitenden östcr- reichlsch-ungarischen Offincr hatte. Der Abmarsch, unkerer Truvpni in neue iTtttlangen war sä it i r on früher versucht habe, ihren Ehemann zu vergiften. Beranlwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Aui Griind des 8 2 der Kaiserlichen Berordnimgen vom 31. Juli 1914, betreuend das Verbot der Anssuhr und Durchfuhr von Massen, Munition, Pulver und Sprengstosfen ioivie von an deren Artikeln des Kriegsbedarfs und von Gegenständen, die zur Herstellung von KriegSbedarisartikeln dienen, und betrefsend das Verbot der AnSsuhr »nd Durchfnbr von Rohstoisen. die bei der Herstellung und den, Betriebe von Gegenständen des Kriegsbedarss zur Berwendiiiig gelangen, bringe ick nachstehendes zur öffentlichen Kenntnis: I Das Verbot der Ausfuhr n»d Durchfuhr von'mechanisch und cheniiich bereiteiem Holzstoff iHolzmasse lind Zellulose _ Bekanntmachung vom 81. Juli 1914 >Reichsanzeiger Nr. 17fth — wirb ausgehoben II. Tie AuSiiihr »nd Durchsuhr vo» Salzsäure, von Farben und Farbstossen, sowie von alle» zur Herstellung »on Spreng- stvffen.iind Teeriarbstost'en verivendbaren organischen Erzeugnissen, mir Ausnahme von Benzoesäure und ihrer Salze ist verboten. _ Darunter fallen unter anderem folgende Erzeuanisse und ihre Salze: 1. Formaltelwd, Phosgen sChlorkolileuonih, Chlormetbyl, Chlorall»,l. Eisessig, Essigsäureanhntrid, Ehloressigfäuren, Essigester, (Efsigäther , Aeetessigester. 2. Benzol, Toluol, .listol, Naphthalin, Auihrazeu und deren Nitro-, Amido- und Chlorverbiiiduiigeu, sowie deren Suliosäuren, Karbonsäuren und Substitutionsprodnkte: Anilin, Toluidin, Xylidin, Cuniidin, Nitraniline illavkthylamine 'Alpha und Beta>, Snl- ianiliäure, Metanilsänre. Naphthionsänre, Fxenndscve Säure, Phe- »Vlendiamine, Toluylendiainine, Navhthylenoiamine, Benzidin, To- lidin, ferner Monoinellnil-, Monoäthyl , Monobenzyl , Dimethyl , Tiäthyl-, Tibenzyl-, Methvläthyl-, Melknlbeiizyl , Aetbylbenzvl aniline und -tolnidine, Diphenylamin, Nitronbenzol, Di- oder Bi nittvbenzol, Ti- oder Bimtrochlorbenzol, Nitritoluol- Di- oder Binitrotolnol, Trinitroiolno!. Nitronaphthaline, Pl,talsäure, An- thranilsänre, Benzylchlorid, Benzvylchtoride. 3. Phenol .Karbolsäure,, Kresüle, Diorylunizol (Resorcin), Alpha und Betanaphthol. deren Nitro , Amido und Chlorverbindungen, sowie deren Substitutionsprodulle: sz. B. 'Naplitholsnlfo- säuren, (Neville-Winthersäure, Croceinsäure, Sclwiiersche Säure, ? Säure, Chromotrovsäure), Aniidonaplitholsiiliosäureu -Gama- säure), ^-Säure, U-Säure, 8-Säure, 88-Säure), Anifidinc, Phe- netidine, Dianisidin, Azobenzol, Amidoazobenzol, Llmidoazoioluol, Acetauilid Anliiebrin>. Auiidoacetauilid, Amidoplienole, Amido kresole, Dimethyl- und Tiäthulamidophenol. Diamidosttlbensulso- iöurc, Talicylsäure, Nitro- und Amidosalicylsäurc, Naphtholkcrrbon- säurenj. 4. Aldehyde, Ketone, Hydrole »nd deren Substituttonsproduktc sBenze-ldehyd, Nitro-, Chlor und Amidobenzoldchyde, Tetramethyl, TetraSthyldiamidödiphenylketone und -hydrolej. III. Tie Betanntmachung vom 31. August 19l l iReiclBanzeiger Nr. 204,, betreffend Zwischenprodukte für Teerfarbensabrikation, wird ausachoben. Berlin, den 15. September 1914. Der Slellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. Bekanntmachung b e t r. A u s s u h r - u n d T u r ch > u l, r v e r b o t e. Um Zweifel über die Einwirtung meiner Bekaunttnachimg vom 12. Sepieniber >014 «Sonderausgabe des Reichsanzergers vom 12. Sepieniber 1914«, betrefiend die Ausfuhr und Durchfuhr von Handwaffen »sw., aus die früher erlassenen Bekanntmachungen zu vermeiden, bringe ich hierdurch folgendes zur öfientlichen Kenntnis: I. Tic Bekanntmachung vom 31 Juli 1914 Reichsanzeiger Nr. 178,, betreiicnd das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Handwasicn usw., bleibt soweit in Geltung, als cs sich um die »ackistc . iden Waren handelt, deren 'Äizsfuhr lind Turchsiihr demnach verboten bleibt: Kali , Ammoniak- und Natronsalvetcr. Salpetersäurc,Kamofer, auch die künstlicheir, d. h. auf synthetischem Wege hergestelltcn Kampier, Esiigsaurer Kalk. Aceton, Aethylätbcr, Nitrierte Baumwolle und nitrierte Zellulose, Pikrinsäure, Salpctcrsaiircr Baryt, Phosphor, Terpentinöl, Nalriuniopalat, Antimon, Ouecksilber, Wolsrammetall, Kolophon, Fahrbare Leitern. II. Tic Bekanntmachung vom 31. August 1914 (Reichsanzciger Nr. 204>, betrefsend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Kraftfahrzeugen usw. ist auigehoben. III. Tie Bekanntmachung vom 31. August 1014 Reichsanzeiger Nr. 204 1 , betrefiend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Tonerde usw. (Ziffer 1 bis 4, bleibt in Geltung. Berlin, den 14. September 1914. Ter Stellvertreter des Reichskanzlers. D c ßb r ü ck. Z. Nr. St. M. 7951 v. 1014. Bekanntmachung betreffend Aenderung der Postordnung vom 20. März 1900. Vom 8. September 1914. Aui Grund des S 50 des Gesetzes über das Postwesen vom 28. Okwber 1871 «Reichs-Gesctzbl. S. 347« und des S 3 Abs. 2 des Gesetzes, betreiiend die Erleichterung des Wechselprotestes, vom 30. Mai 1908 (Rcichs-Gesetzbl. S. 321« wird die Postordnung vom 20. März 1900 für die Dauer der Geltting des S 1 der Bekannt machung des BnndesratS vom heutigen Tage, betrefsend weitere Verlängerung der wechsclrechtlichcn Fristen für DoniizilwechsÄ, die im Stadlkreise Danzra zahlbar sind, j»u' folgt geändert. 1. Im § 18 a „Postprotest" ist am Schlüsse des zweiten W satzes unter v hinter der Aenderung vom 30. August 1914 (Reichs Gesctzbl. S. 391) nachzntragen: Auch Postprotestausträge mit solchen im Stadtkreise Danzig zahlbaren gezogenen Wechseln, die als Wohnort des Bezogenen einen Ort angrben. der in Ostpreußen oder in einem der aui' sühnen westpreußischen Kreise liegt, wird erst am zweinndsechzigsren Werktage nach dem Zohlungstage des Wechsels nochmals zur Zahlung vorgczciflt. 2. Vorstehende Aenderung tritt sofort in Krait. Berlin, den 8. September 191 l Der Reichskanzler. In Vertretung: K r a e t k e. * Bekanntmachung. Aui Grund der Kaiserlichen Verordnungeil vom 31. Juli d. I., betreftend das Verbot der Lbusiuhr und Durch,uhr von Waste», Munition, Pulver und Sprengstoffen, ioivie von anderen Arttkeln des Kriegsbedaris und von Gegenständen, die zur Herstellung von Kriegsbedarssartikeln dienen, ferner betresten«.' das Verbot der Ausfuhr und Durchstihr von Nsenbahnmatcrial aller Art, von .... Teleqraphen- und Fernivrcchqerot. svime Tcileii davon, von Lustlos, daß der Deutsche durch seine militärische Erziehunq vor tZchstiergerät aller Art. von Fahrzeugen und Teilen davon, ferner (fcrtrcfftni) IxtS Verbot der .AuShchr imd Durchfuhr von RoKvnra, «re brr der Herstellung und dem Betriebe von Gegenständen des. Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, bringe ich hierdurch unter Minderung der Bekanntmachung vorn 31. Juli d. I. imd Aushebung derjenigen vorn st., 18., und 31. August d. I. lRerchSauzer ger Nr 178, 186, 194 und 204) zur öffentlichen Kenntnis, daß die nachstehenden Gegenstände unter das Bcrboi fallen: Handwaffen aller Art und Teile davon, Munition, Pulver und Sprengstoffe, Torpedos und Minen aller Art sowie Teile davon, Torpedoormierungen, Torpcdobatterien und Torpedoschutznetze, Ge- sfchütze und Kriegssahrzeuge aller Art sowie deren Teile und Zubehör, Gegenstände, die zur Herstellung von Waffen, Munition» »Pulver und Sprengstoffen dienen, als rohe Sclfasthölzer für Hand- heuenoaffrn. Zündhütchen, Geschotzzündüngen rmd Zünder aller Art, lGeschützzündungen aller Art, Zündschnur, Sprengkapseln, Leucht-, tSignal- und Sprengrakcten aller Art, Leuchtfackeln, Metallhülscn ^stür Patronen rmd Kartuschen, sowie Messingfüattrn zu Hülsen, ^Schifte und Schrffsgefätze, Luftschiffe, Freiballons, Flugmaschrnen Ialler Art und Drachen, sowie die zu ihrer Herstellung und zum Bctriebc der Luftschiffahrt dienenden Gegenstände, Kraftfahrzeuge »(Motorwagen, Motorfahrräder) von 6 und mehr verstempelten jStruerPferdekrästen nebst fertigen Wechsetbetriebcn, außer Dreirad- Wagen, Verbrennungsmotoren jeder Art, Luftschiffhallen rmd Hal- leuteilc, Wafferstossgas, Zellen und Zellenstvffc für Luftschiffe und Buttons, acronarUische und nautische Meßinstrumente, Nautische Kahrtmesscr rmd Tiesenniesser, Chronometer und Beobachtungs- achreu, Schrffskompasse und Kvmpaßzubehvr einschlieUich derKreisel- Eompirssc und ihrer Uebertragungen, Seekarten und Seehandbücher, iFerurrchrc und Ferngläser jeder Art, Dynamomaschinen, Elektro- stwotoren, Umformer, Transformatoren, Drosselspulen und fertig gearbeitete Anker und Kollektoren, soweit sie für Schiffe, Fahrzeuge, Scheinwerfer und funkentelegraphische Anlagen bestimmt sind, blanke Freileitungen aus Kupfer, Aluminium und deren Legierungen, F«ü>- Und Armeekabel jeder Art sowie Gummibleikabel, andere Kabel und umsponnene Leitungen jeder Art mit einem Ge- famtkupferquerschnitt von 35 qmm unb darüber, Scheinwerfer und Scheinwerferkvhlen, Telegrapheuanlagen und Fernsprechanlagc.i, außer Wand- und Tischstationen, Schifsskvmmandoavparate, insbesondere artillerrUsche Feuerlettungs- und Enticrnungsmeßgeräte, elektrische Kompaßfcrnübertragungen, Minen- und Glübzündappa- raie, Vorrichtungen für drahtlose Telegraphie und Tclcphonic nebst deren Bestandteilen, Photographische Slpparate mit mehr als 180 Millimeter Brennweite, unbearbeitetes oder mir in der Querrichtung bearbeitetes Eichen-, Bucken- und Nadelholz, ungeschält oder ^schält, einschließlich des Grubenholzes und des zur Herstellung von Holzstoff bestimmten Holzes, Eisenbahnschwellen aus Holz, Männerschuhe und Stiefel aller Art mit einem Gewicht von über 1000 Gramm für das Paar. Berlin, den 12. September 1914 Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. Die Warm ans Legierungen dieser Metalle oder Wo reu, tue nur zum Test ans diesen Metallen bestehen, ferner die zur 8er- packung drencnden Zimt- und Bleituden sind von dem AnSfuhk- veckot befreit. Berlin, den IS. September 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. _ Bekannt«, nchnmg betreffend Berbot des vorzeitigen Schlachtens von Weh. Vom Ist. September 1314. Der Bundesrat hat auf Grund des K 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen nsw. vom 4. Ichgust 1914 (Rrichs-Gesetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen: 8 1. Schlachtungen von Kälbern, die weniger als Tb .Kilogramm Lebendgewicht haben, und von weiblichen, noch nicht sieben Jahre alten Rindcrn (Färsen, Aärken, Kalbinnen und dergleichen und Kühen) sind für die Dauer von drei Monaten seit dem Jukrast- treten dieser Verordnung verboten. Ausgenommen von dem Verbot ist Weidemastvieh aus Gebieten, die von den für diese zuständigen Landeszentralbehörden bestimmt sind. 82. Ausnahmen von dem Verbote (§ 11 könne» in Einzelfällen bei Vorliegen eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses von den durch die Laudeszeiitralbehördeu bestimmten Behörden zu- gelasseu werden. 8 3. Das Verbot (§ 1) findet keine Anwendung aus Schlachtungen, die erfolgen, weil zu befürchten ist, daß das Tier an einer Erkrankung verenden werde oder weil es infolge eines Unglücksfalls sofort getötet werden muß. Solche Schlachtungen sind jedoch der nach ß 2 zuständigen Behörde spätestens innerhalb dreier Tage nach der Schlachtung anzuzeigen. 8 4. Weitergehende landesrechtliche Vorschriften werden durch diese Verordnung nicht berührt. Die Landeszentralbehörden werden ermächtigt, auch für die Schlachtung von Schweinen Beschränkungen anzuordnen. 8 5. Die Landeszentralbehörden erlassen die Bestimmungen zur Ausführung dieser Verordnung. 8 6. Wer diese Bcrordirung oder die aus Grund des 8 1 Abs. 2, 8 5 ergangenen Vorschriften der Landeszentralbehörde Übertritt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. 8 7. Diese Verordnung tritt nach Ablauf einer Woche seit dem Tage der Verkündung in Kraft. Die Verordnung findet auf das aus dem Ausland eingeführte Schlachtvieh keine Anwendung. Berlin, den 11. September 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. Bekanntmachung. Auf Grund des 8 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31. Juli d. I., bettesiend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Munittvn, Pistver und Sprengstoffen, sowie von anderen Artikeln des Kriegsbedarfs und von Gegenständen, die zur Herstellung von Kriegsbedarfsarttkeln dienen, und betreffend das Verbot der Aus- und Durchfichr von Rohstoffen, die bei der Herstellung und dem Betrich von Gegenständen des Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, bringe ich zur öffentlichen Kenntnis: 1. Die Bekanntmachung vom 1. Slugust d. I. lSonderausgabe des Reichsanzcigers vom 1. August d. I.) wird dahin abqeändert, daß Maschinen und Baustoffe aller Art für Brückenbau und Be- sestignngszwccke von dem Ausfuhrverbot ausgeuomnien ivcrden. 2. Die Bekanntmachmrg vom 31. August d. I. (Reickwanzetger Mr. 204) wird dahin abgeänderi, daß das Ausfuhrverbot für Waren aus Kupfer, Zinn, Aluminium, Blei und Nickel und ans Legierungen dieser Metalle auf solche Waren beschränkt wird, welche ganz oder bis aus unwesentliche Bestandteile mis Kupfer, Ziim, Älu- minium, Blei oder Nickel bestehen. Bekanntmachung zur Ausführung der Verordnung des Bundesrats vom 11. Sept. 1914, betreffend das Verbot des vorzeitigen Schlachtens von Vieh. Vom 16. September 1914. Auf Grund des 8 4 Absatz 2 und des § 5 der Verordnung des Bundesrats bestimmen wir das Nachstehende: 1. Schlachtungen von Schweinen, die weniger als 80 Kilogramm Lebendgelvicht haben, sind für die Dauer von drei Monaten seit dem Inkrafttreten der genannten Verordnung verboten. Ausnahmen von dem Verbot sind nur in den in den §8 2 und 3 der Bundesratsverordnung vorgesehenen Fällen zulässig. 2. Für die Zulassung von Ausnahmen nach 8 2 der.Bundesratsverordnung und nach Ziffer 1 ?lbsatz 2 gegenwärtiger Bekanntmachung sind die Behörden des Herkiinftsvrtes der Tiere zuständig, und ztvar für Tiere, die aus dem Großherzogtum stammen, die Großherzvglichen Kreisämter. Für Tiere, die von außerhalb hes Grvßherzogtums eingeführt werden, genügt die Bescheinigung der Polizeibehörde des Herkunftsortes, daß die Schlachtung der Tiere nach 8 2 der Bundesratsverordnung zugelassen sei. Für Schweine, die aus Gebietsteilen eingeführt werden, für die ein Verbot nach 8 4 Wsatz 2 der Bundesratsverordnung nicht besteht, genügt der amtliche Nachweis hierüber. 3. Außer den Organen der Polizei ist das Flerschbeßh^, perfoual verpflichtet, darüber zu wachen, daß den ÜÄrschrifteu ^ Bundesratsverordnung und dieser Bekanntmachung aelMiiesst^ entsprochen werde. Zuwiderhandlungen find nnverzügkich mizn. zeigen. Darm stad t, den 16. September 1914. Grvßhcrzogliches Ministerium des Innern. v. Homberg k.__ Bekanntmachung. Vom.Ersatz-Bataillon Infanterie-Regiments Nr. 116 wich ^ Donnerstag, den 2 4. und Freitag, den 25. Sxp. tember 1914 nördlick» »droßen-Buseck vom „Alte Berg-' auz in der Richtung ans Treis a. d. Lda. Schießen mit scharfer M. nition abgehalten. Als Gefährgegend kommt in «Betracht, 7>as Gelände nördlich Straße Großen-Buseck—Beuern unb die Waldilächr zwischen Bv,. ern, Climbach, Treis (Lda.), Daubringen, Alien-Buseck undGrvhoi. Bnseck. Das gefährdete Gelände darf von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 6 Uhr nicht betreten werden. Für die Absperrung der Zufahrtsstraßen und Hanvtweg« fon,» das Bataillon. Den Anweffungen der ausgestellten Posten ist Folge zu leistete Ties wird zur -Beachtung ösfeittlich bekannt gegeben. Gießen, den 21. September 1914. Großherzogliches Kreisanit Gießen, L)r. llsiiige r._ i Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung der Genunndetwransttzläget hier dn. Wenigen für 1913. Ai, Vie Gemcindercchner der Landgemeinden des Kreistj. Wir erinnern an die alsbaldige Erkedlgnng unserer fet, fügnng vom 4. Fnni 1914. Gießen, den 17. September 1814. Großherzogliches Kreisanit Gießen. 1>r. Usingew_I Bekanntmachung. Beir.: Ausführung der Reichsvcrsicheriingsdrdwrug: hier: Rcchtj. Hilfe. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Nach § 115 der Reichsversicherungsordnnng sind Sie verpflÄ. tet, den im Vollzüge der R.V.O. an Sie ergehenden Erftn^i dg Bcrsicherungs- und anderen Behörden sowie den Organen der So, sichern,,gsträger (Krankenkassen, Berussgenossenschaften, Landes««, sichcrungsanstaltcn) zu entsprechen und insbesondere vollstreckb« Entscheidungen zu vollziehen. 1 Zudem erwarten wir, daß Sie auch an Sie ergehende Ersuch, möglichst rasch erledigen, auch die zur Beurteilung der Lachst» notwendigen Feststellimgen einwandfrei vornehmen und fachgemije Auskünfte erteilen. Gießen, den 16. September 1914. Großherzogliches Kreisamt sBerficherungsamt) Gießen. Dr. U sing er. Bekanntmachung. Betr.: Feldbcreinigung in der Gemarkung Treis an der Lunch. In der Zeit vom 17. bis einschließlich 30. September lsd. Iz. liegt ans dem Amtszimmer Groß!,. Bürgermeisterei Treis an dg Lumda während der Geschäftsstunden Das Projekt über Ausführung von Drainagen in den Füm» 16 und 17 nebst Beschluß vom 25. Juli lsd. Fs. zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind währeich der Offenlegungsski!! bei Großh. Bürgermeisterei Treis schriftlich einzureichen. Friedberg, den 13. September 1914. Der Großherzoglichc Feldbereinigungskonrnrissär: Schnittspahn, Kreisamtmann. m 6 Zimmer Crednerstrnsie 14 hübsche L-Zim.-Wobnung nebstZu- !bebör, GarlenaMell w. zum X Okwber zu vermieten l°"" MibereS Sosmanuitr. 14. RühißtWiii.-Wühliill'.ll mit Küche und Zubehör in Giesten oder nächster Umgebung zum l. Nov. evtl, früher von Ww. mit Sohn zu miete» gesucht. Schristl. 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September, nachmittags 2 llb beginnend, soll das Obst ans den iiao nchen Bäumen der srüheren ?tktienbraucrei und am Leihgesterner -f 1 am Steinbacher Weg. auf dem Lutherberg, im Larwei wäldchen. am Anneröder Weg, an der Licher Straße un von dem Obstbaumstück, sowie die Kastanien von Bäumen an der Kaiser Allee und an der Sicher Strov an Ort und Stelle versteigert werden. ?tn der Alwi brauerei wird auch das Obst vom alten Hardtweg on vom Wiesecker Weg mitversteigeri. . Die Zusmumenkunft ist au der Aktienbrauerei, t