Nr. 221 Der «letznier Anzeiger erschein! täglich, anbei Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich »iehener^amilienblätler; K inlwöchentl.Nieis- iir den Urei; Siehe» (Dienstag nnd Freitag); zweimal Nionatl. Land- «iilscharuich« Seitstagen Fernsorcch - Anschlüsse: snr die Redaktion 112, Verlag ». Expedition bl Adresse snr Teveschen: Anzeiger Gießen. Annahme von rinzctgen sür die Tagesrnnnmer bis vorniittags 8 Uhr. Erster Blatt <64- Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Montag, 2 \. September lW Fortschritte im Westen: Reims in der Rampfstont. (WTB) Grotzes Hauptguarticr, 20. Scplemb (Amtlich.) Im Angriff gegen das französisch-eng- lischeHcer sind an einzelnen Stellen Fortschritte ge macht inordcn. Reims liegt in der Kampffront, nnd d i e Franzosen sind gezwungen, das Feuer zu erwidern. Wir beklagen, daß die Stadt dadurch Schade» nimmt. Die Anweisung zur möglichsten Schonung der Kathedrale ist gegeben. In den mittleren Vogesen sind Angriffe französischer Truppen am D o n o n bei Scno- nes und bei SaaleS nbgewiescn worden. Ans dem östlichen Kriegsschauplätze sind heute keine Ereignisse zu melden. Am Samstag abend war noch folgende amtliche Meldung ausgegcben worden: (WTB.) GroszesHauptanarticr, 19. Teplemb. abends. (Amtlich.) Die Lage im Westen ist im allgemeinen unverändert. Auf der ganzen Schlachtfront ist das englisch- französische Heer in Verteidigung gedrängt. — Ter Angriff gegen starke, zuin Teil in mehreren Linien hintereinander befestigten Stellungen kann nur langsam vorwärts gehe» Die Durchführung des Angriffs gegen die Linie der Eperrforts südlich von Verdun ist vorbereitet. Im Elsaß stehen unsere Truppen längs der Grenze französischen Kräften dicht gegenüber. Im O st e n ist die vierte s i n n l ä n d i s ch c S ch ü t - zcnbrigade bei Augustow geschlagen. Beim Vorgehen gegen Osso w ie z wurde Grajcwo und Szozurzin nach kurzem Kampf genommen. Die Franzosen sümpfen mit dem Mut der Berzweif- ung, nnd wir erfahren nun aus den letzten Meldungen rucl), das: ihre Heeresleitung nicht ohne Vorbedacht ge- rrbeitet haben mag. Wohl steht es fest, daß: die revanche- üsternen Gallier trotz ihrer oft so herausfordernden großen Gebärden nickst vollständig vorbereitet waren; sowohl die Ausrüstung und Bekleidung der Soldaten wie auch die Instandsetzung der befestigten Platze an der Nordostgrenze cxrren vernachlässigt. Wer das unvermeidliche rastlose Einbringen der Deutsckzen über die Grenze hat die Franzosen >och noch zu einem Entschlüsse gebracht. Sie haben jene kerteidigungslinie vorbereitet, bei der sich jetzt die beiden äcere gegenüberstehen. Indessen, es w-ird sich ans feind- icher Seite bald nachteilig geltend machen, daß auch nur aalbtaugliche in die Front eingerciht ivorden sind, und 's wird dabei bleiben, daß die deutschen Truppen langsam, iber sicher vorrücken. Reims liegt in der Kampffront, was licht etwa bedeutet, daß die Deutschen, die diese Stadt be- 'anntlich ohne Kampf besetzt hatten, herausgedrängt worden varen. Wir Wunen die strategischen Absichten des deutschen Keneralstabs natürlich nicht im einzelnen erkennen, sind rns aber jnt Klaren darüber, daß die Herstellung einer stnheitlichen Kampffront Veranlassung gegeben haben mag, m einzelnen Stellen vorgeschobene Posten wieder zurück- uziehcn. Die Franzosen sind nunmehr gezwungen, das iseuer der deutschen Truppen zu erwidern und auf ihre igene Stadt zu schießen. Auf dem Kriegsschauplätze im Osten ist eine russische öchützenbrigadc bei ülugustow geschlagen worden. Dies ist in russisches Städtchen südlich von Suwalki, etwa vierzig viloinetcr westlich von Lyck, 15 Kilometer von der Grenze ntfernt Crasewo und Szozuczin liegen noch weiter süo- ich» an der Südvstgrcnze der Provinz Ostpreußen, natür- ich ebenfalls auf russischem Boden. Eine große Sieges Nachricht aber, die wir heute zu ver- eichnen haben, darf nicht vergessen werden: die deutsche kriegsanleihe hat bis jetzt über 4 Milliarden er- .cben! Das ist eine Summe, die wohl kauin jemand erwartet at. In wenigen Tagen haben die deutschen Besitzende», roße und kleine, eine Mobilmachung vollzogen, die uns uch kein fremdes Volk so leicht nachmachen wird. Der Erfolg der deutschen Kriegsanleihe. Berlin, 20. Sept. Der^ Erfolg der Kriegsanleihen ist in über alle Erwartungen glänzender Es sind, ab- efehen von einigen noch ansstchcnden Teilergebnissen, ge- eichnet worden: 1.26 Milliarden Schatzanweisungen und 94 Milliarden Reichsanleihc, zusammen 4.20 Milliarden *1(1x1. Das endgültige Ergebnis ist vor morgen abend nicht u erwarten. Dazu schreibt der „L o k a I a n z.": Dieser sinanziellc Erfolg, der sich in seiner Art den mit den 'lassen errungenen würdig anrciht, ivird weithin und nicht zirpt in den Reihen unserer Widersacher Bewunderung und so- >eit diese in Betracht kommen, auch eine ries gedrückte Stellung wvorrusen. In der „Bosfischen Zeitung" heißt es: Das ist nach den Siegen des wehrhaften, der gewaltige Sieg 's wirtschaftlichen Deutschlands, es ist der Sieg jenes Deutsckr- mds, das- in der längsten Friedensepock>e, die irgendeines großen -olles Gescküchte bisher kemit, durck» unermüdlick-e zähste und mutigste Arbeit eine wirtschaftliche Weltmacht geworden ist. Das olk hat auf den ersten Ruf Geldmittel zur Verfügung gestellt, wen Höhe den unerschütterlicheir Enticbluß bedeutet, diesen Schick- ckskrieg solange zu führen, bis seine Zwecke vollständig eracht sind. Die deutsche Raisseisen-Organisation hat durch ihre >eldausglcichstelle, die Landwirtschaftliche Zcntral-Tar- chnskasse sür Deutschland, insgesamt einen Betrag von drei "ilsionen Mark zur Kriegsanleihe gezeichnet- T a r m st a d t, 20. Sept. (MTB.) Rach dem Endergebnis beträgt die Summe der Zeichnungen auf die Kriegsanleihe bei den hiesigen Banken und Sparkassen 23 Millionen Mark. Hanau, 20. Sept. (WTB. > Das Ergebnis der Zeichnung aus die Kriegsanleihe betrügt in hiesiger Stadt nach einer Zusammenstellung der Reichsbanknebenstelle 6 Mill. Mark. Berlin, 20. Sept. (Amtlich.) Zufolge des alle Erwartungen übersteigenden Zeichnungsergebnisses hat sich die Reichsfinanzverwaltnng mit einer Aender ung der Einzahlungstermine für die Kriegsanleihen dahin einverstanden erklärt, das: spätestens am 5. Oktober 40 Proz. (wie nach der Ausschreibung), spätestens am 26. Oktober 20 Proz. (statt 30 Proz.), spätestens ain 25. November 20 Proz. (statt 30 Proz.) und spätestens am 22. Dezember die restliche» 20 Proz. der zugeterltcir Beträge bezahlt werden müssen. Die Berechtigung der Zeichner, vom Zuteilungstage ab jederzeit voll zu bezahlen, tvird dadurch nicht berührt. Ebenso verbleibt es bei der Bestimmung, daß Betrüge bis zu 1000 Mk. einschließlich ungeteilt zu berichtigen sind. Ein Kriegsbricf des Herzogs von Altenburg. Ein Kriegsbrief des Herzogs von Wenburg vom 5. September wird in der „Altenb. Ztg." veröffentlicht. Es heißt darin: Wir haben viel erlebt und sehr viel geleistet, marschiert und immer marschiert ohne Rast und Ruhe. Am 10. August kamen wir in Willdort bei Jülich mit der Bahn an, unb vom 12. August ab marschieren wir mit einem einzigen Ruhetag — am 16. August in einem belgischen Dorfe unweit Lüttich —, bis heute, wo wir dicht bei . . . sind. Das sind M ä r s ch e der . . Armee, wie sie bisher in der Kriegsgeschichte noch nicht dage- wessen sind. Das Wetter war schön, nur brannte siedende Hitze auf uns weder. Das Regiment hat mehrmals 50 Kiwmeter als Tagesleistung zu verzeichnen. . . . Ueberall erregte unsere Ankunft höchstes Erstaunen, so in Lüioen und in Brüssel, wo ans eininal das ganze . . °. einrückte. Air wurden zuerst und auch jetzt noch fast in jedem Dorfe sür Engländer gehalten, weil die Leute nicht begreifen können, daß wir schon da sind. Die Belgier steckten übrigens in der letzten Zeit ihre Dörfer säst immer selbst in Brand. Am 24. August traten wir zuerst ins Gefecht: ich führte eine kombinierte Brigade, bestehend ans . . . Das Regiment hat sich glänzend geschlagen nnd ist trotz der kolossalen Anstrengungen in bester Stimmung und kampfesfxcudig. Ich war an diesem Tage dauernd im schärfsten Gewehr- und Geschützfeuer. Seitdem gibt es säst täglich kleinere Gefechte und stets riesige Märsche; der Feind läuft mit Siebenmeilcnstteseln vor uns her. Am 26. August hatten wir einen Marsch von genau 23 Stunden, von früh lp/z bis zum nächM-, Morgen b'U. Dabei sollte ich mit dem Regiment über eine Brücke, um eine Stellung zum Schutze eines Brückenbaues cinzunehmen; die Brücke war aber, wie wir rechtzeitig feststellten, mit Minen belegt — 20 Minuten darauf flog sie in die Luft. Nach dreistündiger Ruhe auf einem Stoppelfeld, nachdem wir alle ans der Feldküche gemeinsam mit den Mannschaften — wie überhaupt fast immer — gegessen hatten, ging es weiter bis zur Dunkelheit. Dü Stimmung ist vorzüglich. Ich habe für heute nacht ein richtiges Bett, ich glaube das vierte Mal im Kriege; seit 8 Tagen habe ich mich heute das erste Mal ausgezogen. Die „Geiseln" der Franzosen. Straßburg, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Straßburger Post" meldet aus Münster im Oberelsaß vom 17. ds. Mts.: Die Franzosen setzen trotz der Proteste der Bevölkerung die Verhaftung unschuldiger Geiseln fort. So nahmen sic den Bürgermeister von Metzeral und den Landtagsabgeordneten Immer gefangen, nachdem sie vorher seine beiden Söhne sestgcnomincn hatten. Weitere Ber-> Haftungen wurden in Wasserburg vorgcnommen. Die deutschen Flieger. Basel, 19. Sept. (WTB Nichtamtlich.) Die „Gazette de Lausanne" enthält ein Telegramm ans Toulouse icher den Bericht eines französischen Offiziers, in dem es heißt: „Auch unsere Feinde haben aus dem letzten Kriege ihre Lehren gezogen. Sie unterhalten den best organisierten Nach- r i ch t e n d i e n st, der sich über die ganze Welt erstreckt und sie mit ziemlich, genauen Beobachtungen versorgt. Wir haben nicht geglaubt, daß die deutschen Flieger so zahlreich seien. Ganze Schwärnie kundschafteten unsere Stellungen aus. Wen» einer hcr- nnlergeschossen wurde, erschienen fünf andere, die höher flogen. Tas können Tauiende von Zeugen versichern. Die Flieger ließen rote Kugeln herabsallen. Unsere Soldaten warfen sich zu Boden, denn sic erwarteten eine Exvlosion: aber nichts erfolgte, nur eine weiße Rauchfahne stieg empor. Ein paar Minuten später aber sauste ein Hagel von Granaten und Schrapnells über uns her. Die deutsche Artillerie zielt und trifft genau, wenn sie uns auch an Material und Munition nicht gleichkommt. Ter Plan, das Ziel durch Flieger markieren zu lassen, ist eine geniale Idee. Der Kniff ist nun entdeckt, aber er hat genug genutzt." Aus Brüssel. (WTB.) Brüssel, 19. Sept. (Nichtamtlich.) Der Mili- tärgouverneur von Brüssel fordert durch einen Mauer- anschlag die Bevölkerung auf, die belgischen Fahnen e i n z u z i e h e n, da diese von den Truppen als Provokation aufgesaßt und bedauerlich« Zwischenfälle hervor- gcrnsen werden könnten. Brüssel, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern ist der Rest der ausgehängten belgischen Fahnen aus Brüssel verschwunden. Der Beseht des Gouvernements hierzu ist durch Maueranschlag von dem Bürgermeister Mar erläutert worden. Im übrigen hat bisher die st ä d t i f ch e PolizcimiiunserenTruppen gemeinsam gut gell r b e i t e t. Infolgedessen ist bisher nur ein einziger Angriff von Zivilisten aus einen Posten vorgekommen. Der Täter wurde feldgerichtlich zum Tode verurteilt. Der Bürgerschaft wurde dies durch Maueranschlag bekannt gegeben. Die Meldungen, daß Bürgermeister Max öffentlich provokatorisch ausgetreten sei und bewußt falsche Kriegsnachrichten verbreitet habe, sind bisher nicht bestätigt worden. Sollte» dein Bürgerrncister Intrigen gegen die deutsche Militärgeivalt »achgcwiesen werden, so würde er sofort entfernt werden. Ein neuer Bericht des österreichischen Generalstabs. Wien, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird unterm 19. September mittags verlautbart: Die Neu- gruppierung unseres Heeres auf dem nördlichen Kriegsschauplatz ist im Zuge, Ein Borstoß einer russischen Infanteriedivision am 17, September wurde blutig abgewiesen. Der osffeitige, kleine, feldmäßige formierte Brückenkopf Sicjawa, unsererseits nur von sehr schwachen Abteilungen heldenmütig verteidigt, zwang die Russen zur Entfaltung zweier Korps und schwerer Artillerie. Als die Befestigungen ihre Ausgabe erfüllt hatten, wurden sie freiwillig geräumt. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes v. H ö f e r, Generalmajor. Tic Kämpfe des österreichisch-ungarischen Heere». Wien, 19. Sept. (WTB. Nichtamllich.) Amtlich wird vcrlantbar: Einzelne ausländische Preßorgane behaupten, in unserem Heere hätten Truppen der einen oder anderen Nationalität den Anforderungen im Kriege nicht voll entsprochen. Eine englische Quelle, die sich auch sonst durch Verbreitung der unsinnigsten Tartarcmrachrichtcn auszeichnet, wußte sogar von einer Meuterei böhmischer Regimenter zu berichten. Diesen tendenziösen Entstellungen gegenüber, die aut die mancherorts bestehen.' den Unkenntnisse der Verhältnisse der.Monarchie berechnet sind, muß mit aller Entschiedenheit erklärt werden, daß, wie in ffühcrcn Zeiten, so auch in dem gegcnwärttgen allsgezwungenen Kampfe, alle Völker unserer ehrwürdigen Monarchie, wie unser Soldateneid sagt, „gegen jebcn Feind", wer es immer sei, in Tapferkeit wetteifernd einmütig zusammenstehen. Ob aus den russisch-galizischen Schlachtfeldern, ob auf dem Balkonkriegsschauplatz, es kämpften Deutsche, Magyaren, Nord- und Südslamen, Italiener und Rumänen in treuer Anhänglichkeit an den allerhöchsten Kriegsherrn und in dem Bewußtsein, welch hohe Güter wir verteidigen, mit dem gleich bewunderungswürdigen Heldenmut, der unseren Truppen selbst die Anerkennung unseres gcsährlichstcn, numerisch weit überlegenen Gegners errungen hat. So hat im Norden, um nur ein Beispiel anzuführen, das aus Slovencn, Kroaten und Italienern zusammengesetzte Infanterieregiment Nr, 97 bei Lemberg mit hervorragender Bravour und Zähigkeit gejochten und schwere Verluste standhast ertragen. Wenn noch des Infanterieregiments Nr. 79, das Zich ebenso wacker im Süden in den schweren Kämpfen an der Drina hielt, gedacht wird, so geschieht dieses nur, um den von serbischer Seite verbreiteten! sehr übertriebenen Eingaben über Verluste dieses Trnppenkörperz entgegenzutreten. Während die Serben von 3000 Toten dieses Regiments berichten, beträgt der bisherige Gesamtverlust der braven Trupven nach amtlicher Feststellung 1424 an Toten, Verwundeten und Vermißten. Nachrichten, wie die aus russffcher Quelle stammende von 70000 österreichisch-ungarischen Gefangene» in den Schlachten von Lemberg, bedürfen nach den bisherigen amtlichen Richtigstellungen wohl keines Dementis mehr. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes. v. H ö f e r, Generalmajor. Wien, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Armee- kominandant Dank! hat am 14. september einen Armeebefehl erlassen, in dem es heiß>t: Die brave erste Armee hat eine außerordentlich schwierige Operation glänzend erwedigt. Bei Krasnik und vor Lublin habt Ihr die Russen entscheidend geschlagen. Dann habt Ihr zwei Wochen hindurch bei Tag nnd Nacht mit einem in sestuugsähnlichen Stellungen stehenden Feind gekämpft und seine ungezählten Angriffe stets erfolgreich abgewiesen. Nachdem die Russen sich täglich verstärkten und schließlich mindestens doopelt so stark waren als wir, stellten wir unsere Angriffe ffciwillig ein, um Schulter an Schulter mit unseren übrigen Arnieen, die sich uns anschließen, iveiter zu kämpscn. Auch der Marsch durch Sümpfe und Wälder stellte ungeheure Anforderungen an Euch alle; aber auch diesr Sache gelang dank Eurer Ausdauer und Zähigkeit. Die Russen haben kaum gewagt, Eure Märsche zu stören, und so steht denn die Erste Armee heute in dem ihr anbefohlenen Raume. Ich, danke allen Angehörigen meiner heldenmüttgen Ersten Armee für das, tvas sie bisher in jeder Richtung Hervorragendes geleistet haben. Der Krieg hat bisher große Anforderungen gestellt, sie werden auch in Zukunft nicht kleiner sein. Aber Ihr Soldate» der Ersten Armee, Ihr werdet sie alle standhaft und erfolgreich überwinden zum Wohle des Vaterlandes und zum Ruhme unseres erhabenen Kaisers und Königs, jlaiser Franz Josef bei den Verwundeten. Wien, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Zu dem ersten Besuche des Kaisers bei den verwundeten Soldaten wird weiter gemeldet: Der Kaiser besuchte zuerst den Pavillon, in dem d-ic verwundeten Offfziere untergebracht sind, und sprach alle leutselig an. Die liebevolle BegrüsTUng ermutigte einen Hauptmann, dessen rechter Arm aniputiert worden war, dem Kaiser die Bitte zu unterbreiten, auch ohne rechten Arm weit.-r dienen zu dürfen Der Monarch war sichtlich bewegt und sicherte dem Offizier die Erftilläng seines Ersuchens zu. Daun besichtigte der Kaiser das Mannsck>asts- lazarett, in dem 102 Soldaten untergebracht sind. Der Kaiser sprach mit sänitlickw», den verschiedensten Volksstämmen an- gehörigen Soldaten in ihrer Muttersprache. Sämtliche Soldaten äußerten sich nach dem Besuche in begeisterten Worten IHh'V bie Güte und Leutseligkeit de? obersten Kriegsherrn. 9öach nahezu anderthalbstündigem Aufenthalt verlieh der Btonarch das Palais, naclidem er der Erzherzogin Maria Ioscpha fiir die Sorgfalt, die sic den Kriegern widmet, gedankt hatte. Wie», 19. Seht. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat der I 2jäh r ige n Rosa Henoch, die während des Labedrenstes bei den Kämpfen um Rawaruska durch einen Schrapnellschuh schwer verwundet wurde, eine 'goldene Halskette geschenkt. Aus Preßburg. Preß bürg, 19. Seht. (WTB. Nichtmntlich.) Die 'Stadwerwaltung hat beschlossen, den Marktplatz „Kaiser- ^Wilhelms-Platz" und den Hauptplatz „Kaiser- Franz-Josefs-Platz" zu nennen. Die englische Thronrede. London, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Im Oberhause wurde gestern bei der Vertagung des Parlaments eine Thronrede verlesen, in der es heißt: Meine Regierung hat ,edc mögliche Anstrengung gemacht, um den Weltfrieden tu erhalte«. Sie ttnirde zum Kriege gezwungen durch den absichtlichen Bruch von Bertragsvervilichtnngcn, durch die Pflickt zur Beschirmung des Rechts in Europa und der Lebens- intcreffen des Reiches. (Tie Berüif.nilichungen der deutiäxm Regierung, namentlich des Depeschenwerlfels zutschen dem deutschen Kaiser und dein König von England, haben den Gegenbeweis ge« liefert. Die Red.! Mein .Heer und meine Morte unterstüben mit Wachsamkeil. Mut imd Fälntkeß in Gemeinschist mit den tapferen und treuen Bundesgenossen die gerechte und ehrliche Sache. In jedem Teile des Reiches iä>art nran sich spontan und begeistert unter der gemeinsamen Flagge Wir kämpfen für eiii würdiges Ziel und werden die Waisen nicht niederfegen, ehe das Ziel vollkommen erreicht ist. Ich vertraue vollkommen aut die lonale einträchtige Unterstützung aller meiner Untertanen und bete, daß der allmächtige Gott seinen Legen gebe. Mc Gesetzentwürfe über Homerute und die Entstaat- lickzung der Kirche in Wales erhielten vor der Vertagung die königliche Genehmigung. Berlin, 20. Sept. (WTB. Amtlich) Tie „Nordd. Allg Ztg." bemerkt zu der englischen Thronrede: Wenn die englische Regierung jede mögliche Anstrengung zur Erhaltung des Weltsriedenl gemacht hätte, so würde er eben erhalten geblieben sein. Solch' Anstrengungen hat der deutsche Kaiser noch bis in die letzte Stunde bei den Souveränen von Rußland und England gemacht, und toenn diesen Bemühungen kein Erfolg beschieden war, so wissen wir heule aus unwiderleglichen Zeugnissen, zuletzt aus dem am 30. Juli von dem belgischen Gesandten in Petersburg an seine Regierung erstatteten Bericht, daß Rußland nur losschlug, weil ihm die vositiveZusicherung der englischen Regierung, sie werde am Kriege gegen Deutschland teilnehmen, vorlag. Diesen Punkt berührt die Thronrede ebensmoenig, wie sie einen Grimd dafür angibt. diß Sir Edward Grey die deutsche Anregung. England möge sich für die Nentralilät Frankreichs verbürgen und damit mindestens dem Westen Europas den Krieg ersparen, einfach zu Boden fallen ließ. Hiermit erledigt sich auch die Versicherung des englischen Königs, er sei durch absichtlichen Bruch von Bertragsverpslichtungen zum Kriege gezwungen worden. Wieder eine Eitthiillnng über die englische Kriegspolitik. Berlin, 19. Sept. (W. B. Nichtamtlich) Die „B. 3." ent- nimmt der einflußreichen amerikarrisen Wochenschrift „The Nation" vom 27. August einen Briet des Londoner Korrespondenten To wes, der u. a. besagt: Seit dem 1. August, also drei Tage vor der Kriegserklärung, bemerkt man fieberhafte militärische : Vorbereitungen, unablässige Trnvventransvort« zur Küste, Einziehung der Reservisten und Territorialsoldaten, Aushebung ixm Pferden, Lastwagen und Automobilen. Die Regierung handelte außergewöhnlich schnell und heimlich mit der Ordnung. Man erfahre allmählich, daß die Kriegsverwaltungen bereits vordrer Monaten begonnen haben, die damals bereiten Reserve- ostiziere einzuziehen. und die Flvtten-Mobik- m a ch u n a unter dem Borwonde der Flottenparade vor dem König begonnen worden sei. Und zwar befahl Churchill, die Mobilmachung anzuordnen, ohne die übrigen Minister zu befragen. Tie Flotte war aktionsfäbig und nach strategischen Plänen der Admiralität disponiert noch vor Asauiths Ultimatum und der Kriegserklärung. K i t ch e n e r habe schon vor einigen Tagen heimlich in Belgien mit dem belgischen Admiralstab wegen Borkelnungen für ein englisches Erveditionskorps, das sich größlenteils bereits am 3. Ang. oder ain 4. August in Tower befand, verabredet. Nach zuverlässiaer Auskunft sollten bereits am 4 A»q. 100 000 Engländer in Belgien gestanden haben. — Tie „B. Z." bemerkt dazu, daß schon im Jahre 1905 Lord Londsdowue im Kabinett Balsour sich verständigt habe, zusammen mit der französischen Armee Deutschland von belgischem Gebiet aus anzugreistn Der obige Briet bestätigte, daß es nur eines Druckes aut tzen Knovt bedurfte, um die längst vorbereitete Maschinerie in Gang zu setzen. Ein englisches Unterseeboot verloren. London, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität kündete den Empfang eines Telegramms der Regierung von Australien an, in dem der Verlust des Unterseebootes AE I gemeldet wird. Weitere Einzelheiten fehlen. Tic dcutschcn Unterseeboote nnd Flugmaschincn. Berlin, 19. Sept. Die „Westminster Gazette" bringt einen Artikel eines hohen englischen Seeoffiziers. Es heißt darin: Die deutsche Flotte arbeitet mit geheimnisvollen M i t t e l ii, die wir alle kennen, aber jetzt erst in ihrer vollen Wirkung spüren. Englische Schiffe fahren still über die See, vlötzlichberstensieuiidsindverschwnnden. Wir sprechen immer nur von Minen, alle Anzeichen aber deuten daraus hin, daß die deutsche Unterfeeflofte hart a n d e r A r b e i t i st. Der Kamps unter See und hoch in den Lüften zeigt Deutschland als Meister. Jni „Daily Chronicle" erklärt der englische Autor Wells, daß Deutschlands Flieger das Großartigste in diesem großen Kriege leisten. Die frän- .zösischen Flieger seien nur auf Schauflüge dressiert und würden vom Volk als Luftakrobaten behandelt. Die Flieger in England betrachte man dort als Narren. Tie Flieger aber seien die Aristokraten der Armee. Wells schlägt vor, jeden Flieger, der eine gute Meldung bringt oder ein Luftschiff oder Flugzeug herabschießt, in den erblichen Adelsstand zu erheben und ferner jeder Familie eines Fliegers eine Lebensversicherung von mindestens tausend Pfund Sterling zu geben und die Staatspensionen gegenüber den Land- und Seesoldaten zu verdoppeln. i Tie Spionenfurcht in England. Kopenhagen, 20. Sept. (Nichtamtlich.) Die Zeitung „Politiken" meldet aus London: Die Spion enfurcht ist in letzter Zeit gewachsen. Zahlreiche Deutsche sind verhaftet worden. Einzelne sollen unter Kriegsrecht hingerichbet worden sein. Die „Morningpost" warnt die in England wohnenden Deutschen, Anlaß zu Mißtrauen zu geben, weil darunter auch unschuldige Deutsche zu leiden hätten. Ein Anriss aus der Luft wird sehr gefürchtet, und es wird es halb eifrig gewacht, um nicht von deutschen Luftschissen und Flugzeugen überrascht zu werden. ?luf den Themse- Kais, in der Nähe des Parlaments und am Obelisk der Kleopatra sind zahlreiche große Scheinwerfer ausgestellt, die nachts den Himmel absuchen. Auf den in der Whe gelegen«» Hotels Cecil, Savoy und Morset sind Maschinengewehre und Haubitzen ausgestellt, um Angriffe aus der Luft abzuwehren. Exkönig Manuel. Sigmaringen, 20. Sept. (WTB. Nichtauitlich.) Auf eine Anfrage bei Sr. Kgl. Hoheit dem Fürsten von Hohen« zollern ist folgendes Antwortschreiben eingegangen: Se. Kgl. Hoheit der Fürst haben mich zu beauftragen geruht, folgendes zu antworten: z. Zt. S aa rb u r g, 17. Sept. 1914. Tie Nachricht verschiedener deutscher Blätter, daß Se. Maiestät der König von Portugal seine Dienste und diejenigen seiner Getreuen dem Könige von England angeboren habe, läßt sich mangels jeder persönlichen Verbindung auf ihre Richtigkeit märt prüfen. Sollte es sich lediglich um Werke derB armherzigkcit, etwa im Dienste des Roten Kreuzes liaudeln, so wäre der Entschluß zweifellos aus ganz unpolitischen nnd hochherzigen, auch unseren verwundeten Gesangenen (in England befindlichen! zugute kommenden Gründen entstanden, gegen deren Ausführung in keiner Weise etwas cinzuwenden toäre. Bei der bekannten Unaufrichtigkeit der offiziösen englischen Presse erscheint es nicht ausgeschlossen, daß man den Entschluß des Königs absichtlich entstellt hat. Solange daher keine einwandfreien Nachrichten vorhanden sind, haben Se. Kgl. Hoheit der Fürst alle Veranlassung, dem angezogenen, unkontrollierbaren Gerücht größtes Mißtrauen entgegenzn- stellen. Im höchsten Austrage gez. Hauptmann v. D e t t e n. pers. Adjutant d. Fürsten v. Hohenzollern. Eine überflüssige Gesellschaft. L o n d o n, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) In der gestrigen Hauptversammlung der Britisch-Deutschen Friedensgesellschaft wurde beschlossen, die Gesellschaft im Hinblick aus den Krieg aufzulösen und das Vereinsvermögen zu zroei gleichen Teilen dem amerikanischen Botschafter in Berlin zwecks Unterstützung in Not befindlicher britischer Untertanen in Deutschland und dem ameritanischen Botschafter in London zwecks Unterstützung in Not befindlicher deutscher Untertanen in England aus- zuhändigen. Tic deutsche Kolonie in Täbris bedroht. Wien, 20, Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Der „Südslaw. Korr." wird von besonderer Seite aus Konstantinopel gemeldet: Die in Täbris stehenden russischen Truppen beschlossen vor einigen Tagen, die dortige aus etwa 50 Personen bestehende deutsche Kolonie aus Rache für die angeblich von deutschen Soldaten begangenen Greueltaten zu lynchen. Der russische Generalkonsul in Täbris brachte dem deutschen Konsul diesen Beschluß zur Kenntnis und fügte hinzu, daß es sür nichts einstehe nnd daß er den Deutschen zur schleunigen Reise rate. Inzwischen wurde aus folgende Weise ein Anschlag gegen den deutschen Konsul verübt. Ein unbekannter Russe in Zivilkleidung erbat eine Unterredung mit dem deutschen Konsul und wurde auch empfangen. Er grist bei dieser Gelegenheit den Konsul tätlich an. Der Angreifer wurde unschädlich gemacht. Zur Sicherung der in Täbris lebenden Deutschen und deren Gewährleistung wurde die Vermittelung der Bereinigten Staaten angerufen. Ans Tcutsch-Ncu-Guinca. Berlin, 19. Sept. (WTB. Amtlich.) Wie zu erwarten war, ist nach zuverlässigen Nachrichten nunmehr auch Ratz au l, der Sitz des Gouvernements in Deutsch-Neu-Guinea, von den Engländern besetzt worden. Englische und französische Kriegsschisse vor Albanien. Mailand, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich) Der„Cor- riere della Sera" meldet aus Paris: Mehrere englische und französische Kriegsschiffe liegen vor Dnr azzp, andere vor Cattaro in Blockadestellüng. Hindenburg zum Tr.-Ing. ernannt. Danzig, 20. Sept. (Nichtamtlich.) Auf einstimmigen Antrag sämtlicher Abteilungen der technischenT)ochschule in Danzig wurde Generaloberst v. H i n d e n b \Tt g, der Befreier Ostpreußens, zum Dr.-Jng. ehrenhalber ernannt. Tie silberne Bowle. Berlin, 19. Sept. Das stellvertretende Generalkommando des 6. Armeekorps veröffentlicht folgende Mitteilung: „Die Nachricht, daß in dem Automobil eines russischen Generals die dem Landrat von Neidenburg gehörige silberne Bowle gestruden wurde, ist richtig. Der kriegsgefangene General Marios bittet um Bekanntmachung, daß dieses Automobil nicht das seinige gewesen ist. Das hat auch tatsächlich nicht festgestellt werde» können." Opferfrcudigkeit der Deutschen im Ausland. Berlin, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Me „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Aus dem Auslande gehen zahlreiche Geldspenden und andere Gaben ein, die von der Opfersreudigkeit unserer Brüder im Ausland und der treundwilligen Gesinnung ausländischer Kreise Zeugnis ablegcn. so übersandte die deutsche Kolonie in La Paz in Bolivien 2300 Mark für Kriegszwecke, sür das deutsche Rote Kreuz die Deutschen in Honduras 15500 Mark, der Deutsche Klub in Crajova in Rumänien als erste Spende 2500 Lei, die deutsche Gemeinde in Stockholm 1355 Kronen, die deutsche Kolonie in Stavanger 560,50 Kronen, ein Freund in Neapel 10000 Lire usw. Deutsche Frauen in t>er Schweiz boten ihre Trauringe an, Saxlehner-Buda- v e st stiftete für deutsche Kriegssvitäler zwei Wagenladungen von 13 600 Flaschen Bitterwasser, Freiherr Waldbott v. Bassen- heim in Tolozva sendet tür die Verwundeten 1000 Flaschen Eigenbau-Tokayer. Die Veröffentlichung der vielen Gaben im einzelnen bleibt einer ruhigeren Zeit Vorbehalten. Doch schon jetzt sei allen warmherzigern Spendern der Dank des deutschen Volkes ausgesprochen. Französische Mache in Stockholm. Berlin, 19. Sept. (WTB Nichtamtlich.) Me „Nordd. Allgem. Ztg" schreibt: Tie seit einiger Zeit auffällig in deutschfeindliches Fahrwasser gelenkte Stockholmer Zeitung „Dagens Nyheter" bringt ein Telegramm aus Gens mit der Nachricht, daß man nun mit voller Gewißheit feststellen könne, daß Deiltschland die Absicht gehübt habe, nicht nur Belgiens und Luxemburgs llbentralität zu verletzen, sondern auch sich des schweizerischen Gebiets zu bedienen. Es sei der Plan gewesen, in Frankreich durch die Schweiz cinzüdringen uich eine U m g e h n n g s b e w e g u n g gegen Bel fort zu unterneltznen. Dieser Plan sei durch die rasche Mobilisierung des schweizerischen Heenes vereitelt worden, die in weniger als zwei Stunden ausgeführt worden sei. — Daß die Schweiz ihre zum Schutz ihrer Neutralität angeoridnete Mobilmachung aus der Besorgnis vor einem deutschen Einmarsch begomien oder beschleunigt habe, ist eine der französischen Lügenmären, denen die Schweizer selbst mrt gerechtem Mißtrauen gegenüberstehen. Gerade heute gelangt ein neuer Beweis hierfür in unsere Hände: Die hier eingetroffene Zeitung „Vaterland" in Luzern schreibt unter dem 12. September: „Die fortgesetzte Lügenhaftigkeit der Havas-Mekdungen ist einfach schändlich und muß jeden Freund der Wahrheit em- pören." Das ist gewiß deutlich. Ein Aufstand i» Marokko? Amsterdam, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Wie nach dem „Rotterdanrsckie Courant" aus Gibraltar verlautet, beginnen die M a r o f f an e r sich entlang der ganzen Küste zu rühren. Rach demselben Bericht verließen Tausende Tanger und dessen Umgebung und setzten nach Alge- ciras über aus Furcht vor einem marokkanischen Tie Neutralität der Schweiz. Bern, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) lieber die Antwort der verschiedenen Mächte auf die Schweizer Neutralitätserklärung wird mitgcteill: Deutschland nnd Frankreich gaben neuerdings ihren Entschluß kund, die Schweizer Neutralität auf das peinlichste zu beobachten Oesterreich-Ungarn hat die gleiche Erklärung abgegeben. Italien, obgleich es nicht zu den Signatarmächten der von acht Mächten Unterzeichneten Anerkennungsurkunden von 1315 gehört, erklärte, daß es sich trotzdem stets vop den .zp dieser Urkunde niedergclegten Grundsätzen habe leiten lassen und diese Haltung'auch künftighin einnchmen werde. Rumänien. Berlin, 20. Sept. (WTB.) Der „Lokäl-Auz" meldet aus Bukarest: IN einem unter dem Borsitz des Königs äbgehaltenen Kronrat wurde neuerdings der Beschluß bekräftigt, daß Rumänien sämtlichen Mächten gegenüber auch weiterhin strengste Neutralität bewähren iverde. - Aus dem Reiche. Berlin, 19. Sept. (WTB. Priv.-Tel.) Der National» ftiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen iß von der Familie du Bois Reymond die dem Physiologen Emil du Bois Reymond verliehene goldene Medailk der Helmholtz-Stiftung im Werte von 1733 Mark zugcwendet worden mit der Bitte, folgende Erklärung dazu zu veröffentlichen: Mehrfach wurden Orden und Ehrenpreise feindlicher Nationen zurückgesandt oder veräußert. Wenn wir dagegen die unserem Vater als höchste Anerkennung seines wisse», schaftlichen Verdienstes verliehene goldene Helmholtz-Medaill« zuin Besten der nationalen Zwecke zu widmen uns entschließen, so geschieht es, weil wir einen solchen Schatz aus kein, Weise höher zu ehren wissen. Das Bureau der National, ftiftung befindet sich in Berlin NWi, Alsenstraßc. Berlin, 19. Sept. Der Rci ch s t ag s ab ge ord- il e t e E r n st B a s s e r in a n n , der im Felde steht, ist infolge seines tapferen Verhaltens zum Major befördert uut mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. (WTB.- Straßburg i. E., 19. Sept. (Nichtamtlich.) Wie das Kriegsgericht Straßburg bekannt gibt, ist gegen den Rechtsanwalt Justizrat Blumenthal die Unter- suchung wegen Hoch - und Landesverrats eingeleitet! und sein Vermögen mit Beschlag belegt. (WTB.) 'Breslau, 19. Sept. (Nichtamtlich) Der engere Ausschuß der schlesischen Adelschast genehmigte, daß die Schlesische Generallandschaftsdirekiion namens der Landschaft sich aus deren Vermögen mit zwei Millionen, und die Schlesische Landschaftliche Bank nrit einer Million an der Kriegsanleihe beteiligen. Landsberg a. L., 19. Sept. Der frühereReichs- tagsabgeordnete und Vertreter des Zentrums Ober- lanbes-gerichtsrat Dr. Schmidt ist im Mter von 86 Jahren hier g e st o r b e n. Der Verstorbene vertrat von 1881 bis 1890 den Wahlkreis Eichstädt im Reichstage. An» Stadt nnd Land. Gieße», 21. September 1914» Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.l Hauptmann und Kompagnieführer Rechtsanwalt Dr. Jiiknii Jung, Jns.-Regt. 81 ans Frankfurt in eine große Zahl von Fußlappen, wollenen Handschuhen, tauchen, Leibbinden, Ohrenschüßer, stopfschützcr, Kniewärmer \ ib Taschentücher. Die LebenSmittelsendung besteht in etwa Zentnern Wurst und Speck, Schokolade, einigen Tausend garren und Zigaretten und Tabak. Hoffen wir, daß diese >cudnng glücklich und bald in die Hände unserer tapiercn ieger gelaugt. Eine weitere Sendung ist in Vorbereitung. ** Das Lazarett in der alten Klinik ist seit Mitte rgangencr Woche zum größten Teil zur Austmhme Verivnndetcr I rgcrichtet. Es stehen 300 Betten zur Verfügung, deren Zahl it Hilfe der Baracke aus 350 gesteigert loerdru kann Bisher haben ) meist Leicht verletzte Krieger in der alten Klinik Aufnahme ge- | „den. ** Ein 15j übriger Freiwilliger ist mit unserer »guartierung in Gießen eingezogen. Ter junge Krieger ist der ohn eines vor dem Feinde gefallenen Hauptmanns: seine Mutter früher schon gestorben, und so hat es den jungen Menschen, r auch die Osfizierslausbahn beschreiten will, gedrängt, mit derben Kompagnie im Heere einzurücken, die sein Vater in den | impf und zum Siege geführt hat. Die älteren Kameraden sind >lz aus ihren jungen Mtstreiter, der bereits vollständig ausgebildet und die Anstrengungen der Uelmngen in der Garnison gut I erstanden hat. ** Schenkung von Ferngläsern für die ! r u P p e n. Das Reserve -Infanterie-Regiment e. 222 spricht hierdurch den zahlreichen Spendern von erngläsern und Revolvern seinen herzlichsten | mf aus. Von Bekanntgabe der Namen wird aus Wunsch r freundlichen Geber abgesehen. ** Freilichtbühne. Die für Sonntag nachmittag vorgesehene Aufführung für die Verwundeten mußte des ungünstigen Wetters wegen aussallen. ** Sanitäts Hunde. Mit den in nnserer Stadt eingerückten Soldaten sind auch vice Santtätshe.mde mlgekonrmen. Ae Tiere, deulfckie Schafe, Hand«, sind etwa 2>'» Führ oll und werde« von den Sanitätsmannsc! asten geführt. Tie .Hunde sind genau ab- gerichtet, woraus es bei ihrem Tftenlt aukommt. 'Nach dein Gesecht suchen sie das Schlachtield, besonders Walvdickitungrn nach Verwundeten ab. Finden die Tiere einen Verletzten, so nrhinen sic ihm ergend einen Gegenstand und bringen diesen nach der La- zarctMation, von wo aus sic cincu Sanitätssoldaten an Ort und Stelle führen. Bisher hat man mit den Hunden sehr gute Erfahrungen gemacht. ** Gefundenes Fah r r lo d. In dem Hose eines Hauses auf dem Kanzleiberg wurde ein Fahrrad, Marke „Viktoria" mit der Fabriknunlmer 196 974 aufgcfunden. Ter Eigentümer kaiui sich bei der Kriminalabteilung Großh. Volizeicunts melden. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetterausiichlcn in Hessen am Tienslaq, dea 22. Sept. 1914: Noch wolkig, meist trocken, anchenernd, kühl, nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Tie Stimmung in Paris. Berlin, 20. Sept. Der „Verl. Lokalanz." meldet aus Mailand' Wie italienische Blätter berichten, erwartet das Volk in Paris mit größter Spanmmg den Ausgang der Schlacht an der Äisue. Tie mititärischen Meldungen bringen bisher wenig über die Borgäuge: aber das eine geht aus ihnen hervor, daß die Schlacht mit ftirchtkrarer Heftigkeit tobt. Desgleichen besagen Erzählungen von Ossi zteren, die von der Front nack> Paris zurückkehren., daß die Deutschen mit der größten Todesverachtung kämpfen, um dt« französische Lime zu durchbrechen. Berlin, 20. Sept. Der „Berl. Lokalanz." meldet aus Rotterdam: Aus Paris über London wird hierher milgetei.lt: Die Schlacht an der Aisne ist oie wiMsgstc seit Anfang des Krieges. Man dort hie Schlacht nicht mehr als Tremsport-Deckmigsgesecht der Nachhut betrachten Sic ist vielmehr der wie, tigfte Ringkampf, imd der jetzige Zeitabschnitt wird die großen Kriegsoperationen in Frankreich beenden. Die Aufstellung der srauzösischeu Heercsteile. wie sic der französische General stab mitgcteilt hat, wirdgänzlichverurteilt. Inzwischen muß man die deutschen Verbindungslinien nicht für so bedroht ansehen, als allgemein geglaubt und angenommen wird. Solange die Deutschen Tergnier und Laon behaupten, können sie nicht nur die Bahnlinien durch Luxemburg und das Maasgebiet, sondern auch das belgische Netz für die Zufuhr von Vorräten und Verstärkungen benutzen. Am Donnerstag wurde an einem Punkte gekämpft, »vo die E n g l ä n d e r standen. Sie hatten schwer zu leiden, vollbrachten aber ihre Aufgabe, ohne einen Moment zu roanfen. Aus Bulgarien. i. Köln, 21. Sept. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Sofia: Der hiesige rmnänisclte Gesandte, der in ständigktm Gedankenaustausch mit dem rtissischen Gesandten sieh-., ist nach Bukarest abgereist. Man nimmt an, daß er Bericht erstatten will über seine Erkuitdigungen gegenüber der Haltrrng Bulgariens für den Fatt, daß Rumänien einem äußeren Drängen der inner- volitischen Strömungen iolgcnd Siebenbürgen und ine Bukowina besetzen wollte. Wie verlautet, will Bulgarien übe?c seine strikte Neutralität vorläufig mit niemand feilschen. Im Anschluß an den Ausruf des Gr. Kreisamts von 18. d. Mts. ertuchen wir dringend unicrc Mitalicdcr und Zöalingc. die 16 Jabrc und älter sind und sich ^ für den spätere» Militärdicn» I jetzt schon vorbcreiten wollen, sich unigcbcnd bei unserem Turnwart Herrn Karl Erb, Löbershof 3 II schriftlich oder mündlich zu melden. Die Beivrechung fiitbct am Donnerstagabend tu der Tnrn- ftundelTurnhalledcrStadtkiiabcu- schule. Nord-Anlage» »tan. Uni | cht zahlr eiche M eld ung cri uchi. Der Vorstand. öaknliof- 8lraöe 34 Heute Montag, den 21. September nochmals das aussergewöhnlich schöne Filmprachtwerk sowie das übrige Programm, darunter Einzug der eroberten belgischen, franz. und russ. Geschütze in Berlin Auf vielfachen "Wunsch unserer werten Kundschaft und im Interesse unserer Angestellten bleibt das I.ichts \t ie 1 liaus lab Samstag, den 26. September wieder (lanernd geöffnet; auch werden von diesem Termin ab die neuesten kinemato- graphischen Aufnahmen von den Kriegsschauplätzen gezeigt. 9967a ichtung! Npotf billig! | esse morgen srüb auf dem Brandvlat, mit einem aggonGemüse ein. Weißkraut der Ztr. 2Mt. > irfing von 8 Pf., Rotkraut vo» 10 Pf. an. „natcn das Pfo. IS Pf., 1« Pfd. 1.2« Mk. | lumcnkohl von 25 Pf. und vcrsch. andere. Ill Fr. Huhn. Trauersachea werden in kürzester Zeit |*dellos schwarz gefärbt. J. C. ‘Wallenföls rberei, ehern. Wasch-, Dekatur- und Bettfedern- Kei liffiing:-Anstalt, brik u.Laden Kirchengilalz 21—23, Telephon 014. I i ftrftge nach ausserhalb werden promp t er edigt. Mil mit wasserdichtem Bezug sind eintretroffen 9966a für Feldpostpakete Kaufhaus Katz Giessen Bahnliofstrasse 14 Deutsches Erzeugnis! I nTiwirfcwa -gr’aiii i iii Mnn ii um ig*—au—« Stollwsrck „Gold" Schokolade ! Kakao-Pulver Tafeln.Täfelchen-Plättchen ! 125 250 500 Br..Pakete 25 4 50 4 100 4 J 50 1 M 2 M - Ueberall erhältüch - l Deutsches Erzeugnis! | 3 Zimmer | 960613-Zim. Wob»,fof. oder fpät.z.vni.N.Jchiistenstr.1«. 982»»i Neubau iiirchcnpl. 23 l. Stock, 3-Zimmcrw, nebst iküche n. Znbeh., per l. Okt., «ventl. tvotev, zu vecniieirn. 2 Zimmer 3 Elkll.2-Ziiii.-Wiilin.'miet Gq. Schäler, Lieber S tr.9.19904 I Ve r schiedene \ 3 bisl- 3 iiii!!itr-Wol!«i!ii 8 im Hinterhaus zu vermieten. 6HM-1J Nord-Anlag e 7 v. Eine Wohnung,2 bis 3Zi»i. mit Heizung u. Zubehör lat. z. verm. Scttcrswca HO.k»«, - M. Woimung im Neiienliaus nnAuss.a d.S raße z.l.Ofctoto. zu verm. Näh. i. Vord' rh. Sclterswcj? II. [9838 C. v. Münchow. S(tincirfii!iiil.Sol)iian(j per 1. Oktober zu vermieten Dalelbst auch Zimmer und »abiiiei«. !9699] Ne»ttadt2l. | Möbl. Zimmer\ Pension Brandt, vor Aug. 1014: Pens. Bellevue. Mod. Haus,gute.Inche. Während d. Krieg.Autnahmev. ftaniitien. Einatiariiera. Del. t0W. t""" Eins. möbl. Zimmer z. ver miete». Mübtstr. 2III. I Lüden u. dffL\ Picrdestall mit Burlchen- actast zu vervtiet. Näheres Walltorstr. 7.5 l., Bureau. »8128» £C()rptcr3Ielif!wri>iC!tt In »ed. Ort eine »uvcrlässtge T-eriontichkett gesucht, weiche die Bcrtrctilna einer sehr reell. Sache übern. tKcine Bernchernng.tSchristl. Angebote ». 9657 n. d. Gieß. Anz. lucht ver I. Oktober tüchtigen Kontoristen. Schrift! Angebote unter 9973 an den Gieh. Anzeiger erb. Bvennholzverkauf. Oberförsterei Prandoberndors. Montag, den 28. September d. I., nachm. 2 Uhr, der Wirlschatt „Zum deultchen Kailer" in Cleeberg. I s dem Schutzbez. Cteeberg, Diitr. 2t Svechlischebc4 Mittwoch „ach- millagS von 8'/,—8 Uhr. Mehl 1 Mehl 0 Mehl 00 Salz [ Kolosnußbutter Schmalz Neue Zwiebeln j GrieSnudcln für iiub Gemüse [ Suppeninaktaroni Pfd. 85 Pfg. Pfd. 21 Pfg. Pfd. 22 Pfg. Pfd. 23 Psg Pfd. 10 Pfg. Ttifeln 05 Psg. Pfd. 75 Pfg 3 Pfd. 17 Pfg. 36 wg. Psd 36 11. 45 Pfg. Kornkaffee, kandiert, l-Psd.-Paket 32Pfg. >'z-Pfd..Paket 10 Pfg. Gemahlener Zucker Gemahl.Kristastzucker Psg Bictoria-Ariftall, grob Pfd. 20 Pfg. j Bruchreis Pfd. 1« Psg. Snppenrcis Pfd. 22, 2« Psg. «erste, grob Psd. 20 Psg Gerste, mittel, Pfd. 22, fein Psd. 30 Pfg. Hartgrics, grob Pfd. 32 Psg. Hartgries, fein Psd. 28 Psg. Blockfchotolade, garant.rein, Pfd. 75 Pfg. Itatao, !oic Pfd. SO Psg. Kakao, bessere Qualitäten, in Paketen | V, Psd. 00, 70, 80 Psg., 1 — M. 'Psd. 30, 35, 40, 50 Psg. Am 19. September verstarb im 72. Lebensjahr Herr Ernst Challier sen. Fast 25 Jahre hat der Entschlafene seine unermüdliche Arbeitskraft, sein Wissen und seine reichen Erfahrungen als Vorstandsmitglied dem Besten unseres Vereins gewidmet und mit Ernst und Liebe an dem Ausbau unseres musikalischen Lebens mitgewirkt. Seine Klugheit, seine Tatkraft und seine vornehme Gesinnung sind uns in den vielen Jahren seiner Mitarbeit von grossem Nutzen gewesen. Der Vorstand ruft dem Heimgegangenen warmen Dank für seine förderliche Tätigkeit nach und wird sein Andenken dauernd in Ehren halten. Der Vorstand des Konzertvereins Statt besonderer Anzeige. I Am 8. September starb für sein Vater- D land mein geliebter Mann Oberlehrer Ernst Keller Leutnant der Reserve im Inf.-Regt. Nr. 116; Im Namen der Familie: Mathilde Keller, geb. Schwabe. Giessen, 21. September 1914. 9970D Gießen, im September 1014. nofiSD Statt besonderer Anzeige. Am i8. September entschlief sanft in Bonn ohne vorherige Krankheit meine geliebte Schwester, unsere gute Schwägerin, Tante und Grosstante Fräulein Bertha Dickore im 74. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Sanitätsrat Dr. Dickore. Lollar. Die Beerdigung fand in aller Stille in Bony statt. 9972 Den Heldentod fürs Vaterland fand am 8. September unser lieber Philister Leutnant d. Res. und Kompagnieführer im Inf.-Regt. Nr. 116 Ernst Keller Oberlehrer am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium Gießen. Wir werden ihn nie vergessen. 9962D Die studentische Reformverbindung Adelphia. _/ Am 22. August starb in treuer Erfwünng seiner Pflicht den Heldentod fürs Vaterland mein innigst geliebter Sohn, unser unvergesslicher Bruder, Schwager und Onkel Oberlehrer Wilhelm Wild Vizefeldwebel der Reserve im 168. Inf.-Regt. In tiefer Trauer: Henriette Wild Ww. geb. Braun Anna Pütt geb. Wild Emmy Texter geb. Wild Adolf Wild, Leutnant der Res. Otto Pütt, Bankbeamter Fritz Textor, Oberlehrer Emmy und Martha Pütt. Biedenkopf, Frankfurt a. Main, Darmstadt, im September 1914. Nachruf. Am 8. September starb unser liebes Mitglied Fritz Schomber Musketier in der Leibkomvaguie Inf.-Regt. ^Kaiier Wilhelm" Nr. HG den Heldentod fürs Vaterland. Wir werden seiner stets in Ehren gedenken. Bäckervrrri« „Frithaus". Der Vorstand. 06745 Mir die Pstege der Verwundeten «njerer Marine spendeten weiter folgende Beträge: Fron Proj. KrauSmlUler 10 Mk., Frau Berta Strand 10 Mk, Burkhard Weber 2 Mk., Ernst Challier jr. 5 Mk, Bsaudmeister Johann 6.60 Mk, W». 6,50 Mk, die Masse Untertertia 1 der Oberrealschule 9,06 Mk- Regierungsrat Welcher 10 Mk, zusammen 59:16 Mk, mit den früheren Spenden non 1516 Mk. gingen im ganzen ein: 1575,16 Mk. — Den gütigen Gebern herzlichen Dankl Auch seiner bittet um Gaben Vros. Völzing, Goethestrahe 18. Volksküche | Cafe Ebel Giessen Burggraben 9 Telephon 993 lw7lD tüelicii von 8 bi» 3 Uhr geöffnet Mk! weitere Geld- und Natnraliefl-Spesen. Znschneide-Lehranstalt Kaiser Allee 14». Die verschiedenen Kurse im Mastnrhmen. Zeichnen, Znstdneidt» und Aniettigcn Mmtlicher Dame»-Garderobe beginnen am 28. September 1014. Aameldaace* nehme .Vederaelt eirteegen. »as Lina Petri. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes und Bruders Heinrich Müller sagen wir unseren innigsten Dank. Die tmuerniitit Hinterbliebenen. Gießen, den 21. September 1914. 997 g Bekanntmachung. Den nachstehenden Aufrus des Oberbürgermeisters der Stadt Königsberg in Ostpreusten bringe ich unter dem Ansügen zur allgemeinen Kenntnis, datz Gaben für die Propinz Oswreuben im Stadthaus, Zimmer 15, entgegen genommen werden. Gtetzen, 19. September 1914. Der Oberbürgermeister Keller. Mitbürger! Weste Strecken unserer gesegneten ostpreuhischen Fluren sind porübergehend pom Feinde besetzt und säst überall barbarisch verwüstet worden. Biele unserer Landsleute sind grausam hingemordet, wer das nackte Leben gerettet hat, ist zumeist an den Bettelstab gebracht. Namenloses Leid ist so über tausende von Familien gebracht worden! Wodlan denn liebe Mitbürger! Labt «ns ihr Leid als eigenes mitemvstnden! Unsere Vrovinzialbauptstadt zeige sich ihrer lieber lieiernng würdig. Sie ist von den wirklichen Leiden des Krieges noch unberührt, «nier herrliches Heer schützt fie, wie die »och unbesetzten Teile Ostvreuftens mit unvergleichlicher Tapserkeit. Von unserer alten Krönungsstadt soll der Ruf in das ganze Vaterland htnausgehen: Helst unseren armen von Hans und Hoi vertriebenen pftvreuhischen Landsleute»! Können wir ihnen auch zur Zeit selbst leider nur vorübergehend ein Obdach gewähren, so labt uns doch alsbald den Grundstock zu einer Sammlung legen, die den Flüchtigen Hilse, den Heimkebrende» demnächst einige Unterstützung zur Wiedererlangung ihrer wirtichaktliche« Existenz gewähren toll! Spende ein jeder ireudig nach irineu Kräiten, jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Ganz Dentichland wird stcherlich freudig zu uuierem Werke mitbelien. Gebt doch durch dieie sür »m'er teures Vaterland stbwere, aber auch io grobe, gewaltige Zeit nur der eine Gedanke: Einer kür Alle und Alle sür Einen! Königsberg, den 25. August 1914. Der Oberbürgermeister. Or. Körte. 99568 Den Heldentod fürs Vaterland starben auf dem Felde der Ehre unsere lieben Philister Dr. jur. Otto Zentgraf Mch. I. 00, Be. 01, GL 02, Direktor der J. Pohlig A.-G., Köln als Kriegsfreiwilliger am 24. Angnst und Otto Steiner Gi. 02, Be. 04, Gi. 05, Bürgermeister in Kim a. d. Nahe als Reserve-Leutnant im Landw.-Regt. 80. am 2. September. Ehre ihrem Andenken! 9954D] Der Giessener Wingolf. LN.: D a a b Infolge der weiter gestiegenen Mehlpreise sehen wir uns veranlaßt, eine Brotpreis-Erhöhung eintreten zu lassen Es kosten vom 21. September an: 4 Pfund Weißbrot 68 Pfennig 4 Pfund gemischtes Brot 64 Pfennig 4 Pfund Schwarzbrot 60 Pfennig ** Die Bäcker-Innung Gießen ‘Werber’sc he c Unii).*'Buchhandlung, dfnh.dj.Jfoeh ® §8 Telephon 657 'tfrOSSA. WfofbUChhälldler Sel/ersweg87 ■ ! Jllustrierte Geschichte des Weltkrieges 1914 1 Die bedeutendste volkstümliche Geschichte des großen Krieges. Kelch illustriert mit vielen KnnKtblttttern n. Karten. Eine fortlaufende Kriegsgeschichte, Berichte von den Kriegsschauplätzen, Mitteilungen v. Mitkämpfern, Feldpostbriefe usw. Wöchentlich ein Heit in je 25 Pfg., ca. 30 Hefte. — Probehefte gern mr Ansicht. ■ 7960 Ahnnnamenta anch nach antvüpis ® I Abonnements anch nach aaswürts. ■■■■■■■■■■■■■«■■■■