Nr. 220 Der «letznnr anjriget erschein! täglich, ander Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Oithener.^amlliendlSiter; zwennalwöchentl.rreeis- dlallsücdtiiNrei! Lützen (Tienstag und Freiing): zweimal monatl. Land- wirtschaftliche äeitsraae« Fernsprech - Anschlüße: lür di« Redaktion 112, Bertag u. Expeditiou 51 Adresie für Depeschen: Anzeiger Gictzrn. Annahme von Anzeige» lür die Tagesn>uniner bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt W. Jahrgang Samstag. l9. September General-Anzeiger für Oberhessen Bezu gsv rct»: monatlich 75 Ps^ vierteljährlich Mk. 2.20: durch 'Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post Mt.2. — viert el- jährl. ausschl. Beiiellq. Zeilenprers: lokal15PH auswärts 20 Psemriq. Chefredakteur: 21 Goetz. Verantwortlich für den »otit. Teil: Aug. Koeh; für .Feuilleton", .Vermischtes" und.Berichts- snal": Karl Neurach: lür .Stadt und Land": Kurt Bendt; für de» Rvar bei dem Rückzug die größte Eile geboten. Heute wissen wir mtn, wie weit ungefähr der rechte Flügel sich zurückgezogen hatte, nämlich 60 bis 70 Kilometer nordwärts bis Noyon, ein Städtchen, das uiuoeit des rechten Ufers der Oase liegt. Hier, etwas weiter südwärts, war es, wo nach der heute vorliegenden Meldung am Donnerstag zwei französische Armeekorps und Teile einer weiteren Division entscheidend geschlagen worden sind. Es hat sich wieder gezeigt, daß unsere Truppen nicht tmr tapfer sind, sondern auch eine itberlegene Führung voraus haben. Ju dem Gebiet von Meanx und Montmirail war man in das Gehege eines französischen Schießplatzes gekommen, was der Feind natürlich hatte ausnutzen können. Wenn aber die Franzos», geglaubt hatten, unsere Truppen zur Flucht drängen zu können, so sahen sie sich bitter aetänsckst. Die gesamte deutsche Schlachtfront steht fest: feindliche Angriffe sind Mutig zu- samme„gebrochen. Stolz klingt wieder die deutsche Sprache in diesen kurzen Nachrichten, rmd wir sehen unsere Zuversicht vollaus bestättgi. Alle Tapferkeit und aller Mut der Verzweiflung wird die Franzosen nicht vor ihrer Niederlage bewahren. Auch am Vogesen kämm haben die Unseren tteue Wacht gehalten und französische Alpenjäger zurück- gejagt. In der Nähe von Reims wird noch gekämpft: indessen unsere Truppen dringen, wie wir wissen, langsam, aber sicher vorwärts. Ebenso ist unser vortreffliches .Heer im Osten unablässig im Vorrücken begriffen. Wir Iwbcn also allen Anlaß, diese Tage zu segnen, die uns aus dem wogenden Gesilde der Waffen die siegreiche Germania gezeigt haben. Stolz klingt die Sprache aus dem Hauptquartier: um so unwilliger sind die dreisten Pfuscher zurückzuweisen, die uns aufgeblasene und falsche Botschaft zlktraqen möchten. Waren doch gestern wieder öffentliche Anschläge in der Stadt zu lesen, daß 80000 Gefangene gemacht worden seien. Wenn es gelänge, den Urheber zu ermitteln, müßte er stteng besttast werden, doppelt streng, wemi es sich um einen Beamten handeln sollte. Hütte man doch sogar, es sei angeord-net worden, zwei Tage lang zu flaggen! Für- wahr, eine schlechte, u n d c u t s ch e Vaterlandsliebe, die vergißt, was deutschen Wesens Ruhm ausmacht: getreu und wahr zu sein. ' . * Der französische Ministerrat. Bordeaux, 18. Scpt. (WDB. Nichtamtlich.) Der Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten Poincarö beschäfttgtc sich ausschließlich mit der diplomatischen und der militärischen Lage. Di« Minister Dou- m erg ne und Thomson waren abwesend: Doumergue iveilt im Marne-Gebiet, Tl)omson führt im Nord-Departement und Pas-de-Calais die Untersuchung über die Bedürfnisse der Bevölkerung. Ein deutsches Flugschiff von einem belgischen Zweidecker verfolgt. Am sie r dam, 18. Sept. „Nieuws van den Tag' meldet aus Antwerpen vom 17. September: Heute früh flog eine deutsche „Taube" aus westlicher Richtung kommend über die Stadt. Sie wurde durch einen belgische« Zweidecker vertrieben, der sie eine Sttccke südlich verfolgte. In der Umgebung von Dcndermonde wurde heute zwischen Deutschen und Belgiern gekämpft. Englands neue „Heerscharen". Kitchencr kündigt, wie die „Franks. Ztg." aus London weidet, au, daß neue Heere von 500 000 Mann „fast fettig" seien. Im Oberhaus erklärte er, daß 6 englische Jnfanterie- und 2 Reiterdivisionen auf dem Festland stünden. Kanada sende 40000 Mann, wovon 15 000 als Reserve: Cetzlon sende ein Hilsskorps, das wahrscheinlich nach Acgppten gehe. R e d m o n d schlug die Bildung einer irischen Brigade vor. Churchill ließ in Chatham verkünden, der Friede dürfe erst geschlossen werden, wenn der „preußische Militattsmus" vernichtet sei. Das englische Parlament. Kopenhagen, 18. Scpt. (WDB. Nichtamtlich.) ,,Ber- lingskc Tidende" meldet aus London: Das Parlament v e r- l a g t s i ch morgen bis zum 18. Oktober. Die Homerülc-Bill und die Bill zur Entstaatlichung der Kirche in Wales werden Gesetz. Vre ttetrn jedoch auf Grund des Aufschubgesatzcs erst nach dem Kttege in Kraft. Ein englisches Schulschiff gesunken. London, 18. Sept. (W. Nichtamtlich.) Die Admiralität gibt bekannt, daß das Schulschiff „F i s g a r d 2 " im Kanal im Sturm gesunken ist. Bon der Besatzung von 64 Mann sind 21 ertrunken. DaS Schulschiff „Fis- gard 2" ist ein als .Hulk für Maschinenpersonal benutztes altes Panzerschiff, es hieß, früher „Jnvinsible". Aus der Stadt Löwen. (WTB.) Berlin, 18. Sept. Ein „Die Lage in Löwen" betttelter Artikel der „Nordd. Mg. Ztg." bringt den Bettcht eines dienstlich nach Löwen entsandten Beamten des Kaiserliche n Generalgouvernements in Brüssel, in dem festgestellt wird, daß nur ein Fünftel bis ein Secihtel Löwens in Trümmern liegt. Die meisten öffentlichen Gebäude sind erhalten geblieben, vor allem das herrliche Rathaus. Die Peterskirche ist nur so beschädigt, daß ihre Wiederherstellung leicht wieder möglich ist. Auch konnten alle wertvolleren Gegenstände durch unsere Soldaten aus der Kirche gerettet werden. Die Erhaltung der Kunst schätze ist vor allem auf das umsichtige Eingreifen des Etappenkommandeurs, des Majors v. Manteuffel, und des Obersten Bock von den Eisenbahntruppen zurückzufichren, die alles taten, um eine Ausdehnung des Brandes zu verhüten: insbesondere setzte sich Major v. Manteuffel sür die Rettung des Rathauses und die Erhaltung der Bene- diktinerabtci Montcesar ein. Die Rechtspflege komtte wieder aufgenommen werden; die Gerichte unterstützten die Militärbehörde wirksam durch ihr Borgehen gegen das Gesindel. Da der Ortskommandant ständig den ansässigen Elementen die Rückkehr gestattet, macht sich bereits eine Wiederzu-, nähme der Bevölkerung bemerkbar. Eine Reihe von Verkaufsladen ist wieder geöffnet und die Kleinbahn Löwen- Drüssel nimmt den Verkehr in gewissem Umfange wieder aus, so daß den blühenden Bierbrauereien Löwens, die allgemein wieder im Gange sind, die Möglichkeit der Verfrachtung wiedergegeben ist. Ferner können durch die Kleinbahn die für Löwen notwendigen Lebensmittel herangeschafft iverden. Auch die öffentlichen Dienste fi-nfo nach Möglichkeit wieder in Gang gesetzt. Der belgische Ausschuß beim Prüfidente» Wilson. Rotterdam, 18. Sept. Präsident Wilson empfing gestern im Weißen Hause den belgischen Ausschuß, der zur Vorlegung gegen die bekannten Proteste gegen die Ncu- tralitätsverletzung durch Deutschland nach den Vereinigten Staaten gereist ist. (Berl. Lokalanz.) Die Behandlung der deutschen Gefangenen in England. London, 18. Sept. (W.B. Nichtamtlich.) Ueber die Behandlung der deutschen Gefangenen in England berichtet die „Evening News": Die Gefangenen dürfen Billard und Karten spielen, Zeitungen lesen und in die nächste Stadt gehen, um Einkäufe zu machen. Sie erhalten alle während der Zeit der Gefangenschaft eine bestimmte Summe, .hie ihrem Range enffpricht. Für etwaige Arbeiten erhalten sie Bezahlung, die sie für ihre Einkäufe verwenden können. Die Gefangenen erhalten die gleichen Rationen wie die britischen Soldaten. Ihre Freunde können ihnen portofrei Karten senden. Sie selbst können Bttefe nnd Pakete gleichfalls unfrankiert absenoen. Sie dürfen Besuche enipfangen und den Gottesdiensten beiwohnen. Sterben sie im Lager, so werden sie mit militärischen Ehren, wie die britischen Soldaten, begraben. Eine Einheitsversammlung in Berlin. Berlin, 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Um in der gegenwärtigen Zeit, in der sich das deutsche Volk einmütig um seinen Kaiser schart, dem Gefühl der Zusammengehörigkeit auch der verschiedenen Erwerbsstände öffentlich Ausdruck zu geben, laden der DeutscheHandelstag, der L a n d- wirtschastsrat, der Kriegsausschuß der deutschen Industrie und der Handwerks- und Gewerbekammertag gemeinsam zu einer Versammlung ein, die am 28. September vormittags in der Berliner Philharmonie stattfinden und die unerschütterliche Zuversicht auf den endgültigen Sieg sowie die feste Entschlossenheit, bis zum Ende durchzuhalten, bekunden soll. Vom sächsischen Heer. Dresden, 18. Sept. (WM). Nichtamtl.) Der König hat dem Kronprinzen Georg und dem Prinzen Friedrich Christian von Sachsen das Ritterkreuz 2. Klasse des Albrechts-Ordens verüehen. Der Kaiser hat dem Kronpttnzen Georg und dem Prinzen Friedrich Ehttstian das Eiserne Kreuz 2. Klasse vettiehen und dem König gestern hiervon Mitteilung gemacht. Die „Sächsische Staatszeitung" (früher „Dresdener Journal") schreibt: Generaloberst Freiherr v. Hausen hat, wie wtt schon meldeten, das Kommando über die dritte Armee, die unter seiner bewährten Führung frischen Lorbeer cm ihre Fahnen heftete, aus Geftrrckchertsrückfichten nieder- legen müssen. Er ist an der Ruhr erkrankt und befindet sich zurzeit zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in Wiesbaden. Der Kaiser hat den hochverdienten Heerführer für die Dauer der Krankheit vorübergehend von dem Kommando enthoben und ihm ein sehr gnädiges allerhöchstes Handschreiben unter wiederholter Anerkennung der hervorragenden Letstungen der sächsischen Korps Angehen lassen. General der Kavallerie v. Einem. Der an Stelle des erkrankten Generalobersten Frhrn. v. Hausen, des trüberen sächsischen Kttegsnriniftcrs, zum Armeesührer ernannte General der Kavallerie v. Einem gen. v. Rochmaler ist weithin im dentichen Volk bekannt als der Vorgänger des gleichfalls eine Armee führenden vorletzten preußischen Kriegsministers Generalobersten v. Hecttngen General v. Einem wurde am 1. Januar 1853 zu Herzberg im damaligen Königreich Hannover als Sohn des Premierlcuiiiants v. Einem geboren, der als Rittmeister an der Spitze der 4. Eskadron der Combttdge-Dragoner am 27. Juni 1866 bei Langensalza beim siegreichen üliifturm auf eine preußische Bat- tette den Heldentod starb. Am 3. August 1870 vom Kadettenkorps als Portepeesähnrich dem Ulanen-Regiment Nr. 14 überwiesen, machte er die Bclagemng von Metz und die Schlachten bei Amiens nnd St. Quentin mit. Noch im Krieg zum Offizier besördett, wurde er 1877 Premietteutnant und 1880 zur Dienstleistung beim Großen Generalstab kommandiert. 1882 wurde er als Hanptmann zum Generalstab des XV. 2lrmeekorps, zwei Jahre später als Rittmeister und Eskadronchef in das Dragoner-Regiment Nr. 14 versetzt und 1887 als Hauptmann zur Dienstleistung beim Generalstab des XV. Armeekorps kommandiett. 1888 Major geworden, kam er 1890 zum Großen Generalstab und wurde 1893 mit der Führung des Kürassier-Regiments Nr. 4 unter Stellung ä la suite des Regiments beauftragt, seit dem 27. Januar 1894 Obeffilentnant und Kommandeur des Regiments. Ein Jahr später wurde er in den Generalstab der Armee zurückversetzt und Chef des Generalstabs des VII. Armeekorps. 1897 zum Obefften befördert, wurde er 1898 zur Dienstleistung beim Kttegsminvtettum kommandiett und im selben Jahre als Abteilungsches in das Kttegsministerium versetzt. Das Jahr 1900 brachte ihm seine Ernennung zum Generalmajor und Direktor des Allgemeinen Kriegsdcpartements. Am 18. April 1903 zum Generalleutnant besörderi, wurde er im Mai desselben Jahres mit der Berttetung des Kriegsministeriums beauftragt und erhielt einige Monate daraus das Pottescuüle des Kriegs- ministettums, das er nahezu sechs Jahre in mustergültiger Weise führte und im Parlament mit Nachdruck und Gewandtheit vertrat. Am 11. August 1909 von diesem Amt enthoben, wurde er am Neu- jahrstag 1910 kommandierender General des VII. Armeekorps in Münster. Russische Lügen. Wien, 18. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Me „Zeit'" meldet vus Bukarest: Das russische Hauptquartier fähtt fort, die rumänische Presse mit Lügen Meldungen zw überschwemmen. Am Montag telegraphierte angeblich Großfürst NikolaiNikolajewitsch nach Bukarest, die ruffischen Kosaken wären vor Kronstadt, das geräumt ivor- deu sei, angekommen. Das Blatt „Dimineata" veröffentlichte diese Nachricht in einer Extraausgabe. Aus Kronstadt und dem .benachbarten Sinaia, tvo der rumänische Hof sich aufhält, wurde nach Bukarest telegraphiert, daß man es mit einer russisck>en Lüge zu tun habe. „Timtncata" erklärte am nächsten Tage, sie sei das Opfer einer peins lichen Mpsttfikation, und nicht zum erstenmal, da es wiederholt geschehen sei, daß die russische Gesandtschaft lügenhafte Siegesnachrichten in die Welt gesetzt habe. Wien, 18. Sept. (WDB. Nichtamtlich. Wiener Korr- Bur.) Die Meldung der Presse des feindlichen Auslandes, daß Oesterreich-Ungarn wegen angeblicher Einleitung von Friedeusverhandlungen das Terrain sondieren lasse, ist durchaus tendenziös erfunden. Krankenanstalten von den Russen ausgeplündert. Berlin, 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Durch das vorübergehende Eindringen der Russen in Ostpreußen war eine große Anzahl von Lazaretten und Kranken- anstalten völlig ausgeplündert worden. Da nach einem hierher gelangten Bericht der Ersatz von Sanitäts-, maiettal und Bcrbandmitteln noch nicht allenthalben durchgeführt zu sein scheint, enffendet das Kricgsministerium einen Kommissar dorthin, dem nrit Verbandmitteln, ärztlichem Gerät und Lebensmitteln gefüllte Autos beigegeben sind, unr- dort an Ort und Stelle sofort alles Fehlende für den ersten Bedarf zu ergänzen. Die Versorgung der Truppen mit warmem Unterzeug für die kalte Jahreszeit gehört mit vielen andern Maßnahmen zu den Mobilmachungsvorarbeiten der Heeresverwaltung. Warmes Unterzeug ist ebenso, wie Waffen, Bekleidung, Verbandpäckchen usw. sür jeden einzelnen Mann in Heeresstärke sichergestcllt und gelangt demnächst zur Ausgabe an die Truppen. Dazu gehören wollene Unterjacken, Unterhosen, Strümpfe, Pulswärmer und Kopffchützer. Wenn private Sammlungen nebenher den gleichen Zweck verfolgen, kann das selbstverständlich nur willkommen geheißen werden und die Anregung des Kronprinzen in dieser Hinsicht ist höchst dankenswert. Besonders Strümpfe und Pulswärmer sind ja rasch verschlissen und können nicht genug vorhanden sein. Serbische Täuschungsvcrsuche. Wien, 18. Sept. (W. B. Nichtamtlich) Amtlich wird mitgeteilt: Serbien versucht durch Nachrichten über Niederlagen der österreichisch-ungarischen Truppen im Aus- lande Stimmung zu machen. Demgegenüber braucht nur auf die amtlichen Presse-Eommuntqu.es verwiesen zu werven. Hiernach überschritten wir die Drina und haben alle Versuche des Feindes, in Syrmien und Banat Fuß zu fassen, vollständig nnd erfolgreich abgewiescn. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes. v. H ö f e r, Generalmajor. Bulgarien und Griechenland. Sofia, 18. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) (Agence Bulgare.) Me griechische Presse führt seit einiger Zeit eine heftige Perlenmdungskampagnc gegen den bulgarischen G e n c r a l k o n s n l in Saloniki, dem sic böswillige Aeußcrungen zuschreibk, die einzig und allein zu dem Zweck erfunden sind, um den Vertreter Bulgariens brshznstelleir. Dieser Feldzug, der den Erklärungen der Wl«mfdjen SRffltmmfl, baft sie die Wiederherstellung frennd- sch»stkicher Beziehungen Mischen Griechenland und Bulgarien lebhaft wünsche, n.nverspricht, rust hier einen sehr schlechten Eindruck hervor. Infolge von Schritten, die die dulgai ische Regierung gemacht Hat, rechnet ment darauf, daß die griechische Regierung Auftrag zur Freilassung der noch in Griechenland zuruckgehaltencn bulgarischen Kriegsgefangenen und von den Griechen in Haft gesetzten Zivilpersonen geben werde. Diejenigen Personen, die sich in den Gefängnissen Altgricchenlands befinden, sollen dem bulgarischen Gesandten und diejenigen, die sich in den Gefängnissen Neu- gciechenlands befinden, dem Generalkonsul in Saloniki ausgeliefert ivcrdcn. , Erregmig in China gegen den Dreiverband. Wien, 18. Sepl. (WTB. Nichtamtlich.) Der Korrespondent der .Fiundschau" meldet: In Peking herrscht die größte Erregung über die Forderung Japans, ihm freie 5) and inChinazugcwäbren^, die zu lebhaften Protesten Anlaß gab. Von chinesischer Seite werden alle Gerüchte über Unruhen und Revolten in China dementiert. Die Erregung gegen die Ententemächte, namentlich England und Rußland, wächst. Man beschuldigt Großbritannien, daß es Japan gegen China Hetze und auf Kosten der chinesischen Republik Japan Gefälligkeiten erweisen wolle. Die Mißstimmung gegen Rußland ist darauf zurückzuführen, daß der Petersburger Stadthauptmann für die Dauer des. Krieges die Ausweisung sämtlicher chinesischer Kausleutc aus seinem Amtsbezirk verfügte. Ueberdies behauptet man in Peking, daß zwischen Japan und Rußland letzt eine Vereinbarung dahin zustande gekommen sei, daß Japan provisorisch und allein die Mandschurei und Mongolei besetzen solle. In Pekinger Regierungskreisen mach! man kein Hehl aus der warmen Sympathie für Oesterreich-Ungarn und Deutschland, die in China immer stärker zutage tritt. wie man Minen sucht. Von einem militäriichcn Mitarbeiter. Ems der ältesten Verfahren, um tvertvolle Schiffe vor der verheerenden Berührung mit Minen zu bewahren, beruht in der Verwendung von weniger wertvollen Schiffen als „Sverrbrechern". Das sind Fahrzeug', die vor den zu schuacneen Schis en hiiahrc« oder aus eine Minensperre in Bewegung gesetzt werden, deren Page bekannt ist. Sie sollen mit den ausgelegcen Minen in Berührung lammen, sie dadurch unschädlich für andere Schiffe machen, und so eine Bresche in die Minensperre legen. Die Schwierigkeit besteht nur darin, solche wertlosen Schiffe auf einen solchen Tiefgang wie ihn die großen Schlachtschiffe besivcn, und dadurch zur Berührung mit den Minen zu bringen. Manche Handelsdampfer lassen sich durch Belastung znr Not auf dm gewünchlcn Tiefgang bringen. Man wird aber auch daraus achtm müssen, daß der Sperrbrecher möglichst nidit sofort durch den ersten Minentreffer vernichtet, durch Zerstörung der Maschinenanlage in seitrer Funktion labmgelegt oder in der Sperre gar zum Sinken gebracht werde. Daher 'wählt man zu derartigen Zwecken solche Schiffe, die ihre Kessel und die Maschinenanlage möglichst rückwärts haben. Bei einer Minenexplvsion wird dann voraussichtlich das Baroder Mittelscknff gerrossm wcrdm, sodaß die Maschinmanlage in Betrieb bleiben länn und gestattet, dm.Sperrbrecher auf weitere Minen zu führm oder die geschaffene Sperrlücke frei zu geben. Es versteht sich von selbst, daß von der Besatzung eines solchen, dem wahrscheinlichen Untergang geweihtm Fahrzeuges ein ungewöhnlich hoher Grad von Tapferkeit und Selbstverleugnung verlangt wird. Ein anderes Bectcidigungs- und Suchmittel gegen Minm ist der sogenannte Mincnscrngcr, dm am Bug des zu schützendm Fahrzmges befestigt wird. Dafür gibt es verschiedene Konstruktionen. .Am Bug des betreffenden Schiffes sind zu seinen beiden Seiten, Balken befestigt und vorn durch ein Stahltcui verbundm. Die Länge des Avparates ist so bemessen, daß die gefaßte Mine möglichst weit vom Schiffskörper ckplvdicren muß. Da es angestrebt wmden mußte, das Ankertau einer gefundmm Mine zu zerreißm, so mußte auch dazu eine Vorrichtung erfunden werden, welche JxiS Ankertau erfaßt und festhält und mit einer Schere odm einer Sprengladung versehen ist. Es gelang denn auch vmschicdmen Konstrukteuren, solche Llpparale herzustellen. Aber zuvmlässig funksionimm diese Vorrichtungen trotzdem nicht. Die Beseitigung cinm schwimmenden Mine geschieht am einfachsten und auch gefahrlosesten durch Beschießen. Die Erfahrung, zumal im ruisichsiapanischen Kriege, hat ergcbm, daß oft erst eine beträchtliche Anzahl von Treffern zur Erreichung des Zieles notwendig ist. Schneller geht die Vernichtung der Mine vor sich, wenn klcinkalibrigc Geschütze mit Granatm zur Verfügung stehm. All dies bezieht sich aus Minen, die unter Walser verankert sind. Andms jedoch gestattet sich die Sache bei Trcibminm. Zwar hat die zweite Haager Friedcnskonfmenz das Streum von Treibminen an ganz bestimmt umschriebme Bedingungen gebirnden,. man muß aber trotzdem mit dem Vorhandensein zahlreicher Trcibminm im Seekriege rechnen. Rußland z. B. hat das betreffende Abkommen gar nicht unterschrieben. Dabei muß man sich daraus beschränken, sorgfältige Ausschau zu halten, um der Gefahr rechtzeitig auszuwcichen. Auch heute noch gcht es keine allgemein brauchbaren Mittel und Wege, um der Minengcsahr ganz zu mtqcbm. Zwar l>at man vvrgcschlagen, die durch Treibminen gefährdeten Gebiete mit Netzen abzusuchen, aber es liegen über die praktisch: Erprobung solcher Vorschläge keine Angaben vor. Einzig und allein besteht eine Verbesserung gegm früher in der Entwicklung des Wasscrslugwesms. Aus Lustwbrzeugen kann man bei klarem Wasser das Vorhandensein von Minm seststellen. Dies gilt auch für Treibminen, die ja ohne Zweitel besser sichtbar sind als die verankerten Minm, beim sic schwimmen an oder nahe der Oberfläche des Wassers. Unter aUcn Wctterverbältnisim aber läßt sich mit der Anwendung des Wasserslugwcsms freilich nicht rechnen, und so bleibt nach wie vor der Mangel eines zuverlässig wirkenden Schutzmittels gegm treibende Minm bestehen. Vielsackie Erfindungen, auch mitunter abmteucrlicher Art. wollten derMincn- geiahr steuern. Sie traben sich mehr oder weniger insgesamt als unbrauchbar erwiesen. Die cngliiclre Marine hat, soweit es sich aus Presscnachrichtm bmrteilm läßt, verschiedene Arten des Minensuchens ausgeprobt. So z. B. weiß man, daß die engliickrc Marine Hebungen veranstaltet bat mit sogenannten Konterminen". Auch scheint in der englischen Marine ein schweres Minensuchgerät in Anwendung zu sein. Eine besonders organisierte 'Abteilung für den Minciisuchdicnst besitzt auch Frankreich nicht, aber die Manöver- bcrickte der Zeitungen lassen darauf schließen, daß dieser Angrlegen- chcit in Frankreich viel Beachtung geschenkt worden ist. Lg. Aur dem Reiche. Die Verluste der deutschen Hochseefischereiflottr. Bei Ausbruch des Krieges c h ö r d e n müssen zur Vermeidung von Fehlleitnngen in der Aufschrift nckt dem deutlichen Zusatz „über Aachen I" versehen sein. Außerdem muß aus der Aufschrift unzweifelhaft zu ersehen sein, datz.der Empfänger einer der genannten Behörden anqehöck. **Gießcner Freilichtbühne. Wie wir schon bereits meldeten, veranstaltet unsere Frcilickstbühne morgen Sonntag, den 20. September, nachmittags 3Uhr, den d rit- tenUnterhaltungsnachmittagfürunsereBcr- wundeten. Außer den Hans-Sachs-Spielen, die zur Ausführung gelangen, wird Hdrr Direktor Herrmann Stein- gvcUer aus die Zeitvcrhältnisse Bezug nehmende, von ihm selbst verfaßte Dichtungen zum Vortrag bringen. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben, aber es wird eine Sammlung zugunsten unserer verwunderen 'Soldaten veranstaltet. Bei schlechtem Wetter wird diese Veranstaltung verschoben. ** Vereins -Spe nde. Der Obcrbessische Bienenzuchterve r«ii n (nicht der von NDba) gab 200 Mk. fürs Rote Kreuz. ** Liebesgaben für die 11'5er. „Die Abgabe der durch Vermittlung des Ersatz-Bataillons an Angehörige des steib- garde-Jnfantecke-Regiments Nr. 115 abzusendenden Pakcke kann täglich in der Zeit von l Uhr bis 3 Uhr nachmittags im Geschäftszimmer der Ersatz-Bataillons-Kaserne, Alexanderstraße in Darmstadt erfolgen. Bezüglich der Sendungen von wiswärts wickl mif die bereits erfolgten Bekanntmachungen Bezug genomm«. Für die gespendeten Liebesgaben an Strümpfen, Wäsche, Zigarren, Tabak, Dauerwurst, Konserven für die im Felde stehendcm Leibgardisten sagt das Ersatz-Bataillon des Leibgcrrde-Jnfantecke-Regi, ments Nr. 118 auf diesem Wege allen Spendern herzlickxm Dank Mit der dlbsendung der Gaben an die Truppen ist beretts begonnen worden. Wettere Liebesgaben /Lebensmittel, nur Dauerware^ werden im Geschäftszimmer des Ersatz-Batailwns Leibglrrde-Jnscrntv- ric-Regiments Nr. 115 in der Kasern« Mexanderstraße in Darni- stadl mit Dank entgegengenommen," ** Das „U n t o n - S b e a t c r' f Seltersweg 81, bringt ab beute als besondere Einlagen die neuesten Auwahmen vom Kriegs» i ch a » p l a y. U. a. sieht man: Häuser, aus denen aus unicr« Truppe» geschossen wurde; Feldküchen am Eingänge eines belgischen Theaters; unsere Landwehr in Feindesland; Lüttich; eine von den Belgiern gelvrengle Brücke über die Maas; Frankttereurs beim Aushebe» von Schützengräben; Fort Loncin; die Wirkung der 42-Ztm.-Mörser; Pioniere bei der Arbeit. (Näheres siehe Inserat.' Kreis Büdingen. — Nidda, 18. Sept. Am Doimerstag abend stürzte ehu 70 Meter lauge und zirka 30 Meter breite Halle bei dem .Himmel» bachschcn Sägewerk zusammen. Glücklichckweise befanden sich die Zimmckleutc außerhalb des Baues, so daß niemand verletzt wurde Kreis Fricdberg. n. Fricdbewg, 17. Sept. Der hiesige evangelische .Kirchenoor st and beschloß, aus dem äiirlbenpermögen l 2 000 Mark in Kriegsanleihen auzulegen. Die Emzeichmmg gescksteht bei der Bezirkssparkasse Mathildcustist dahier. Starkenburg und Rhcinhessen. (w) Mainz, 18. Sept. Zur Kriegsanleihe haben gezeichnet: Papiermachs-Berussgenossenschast 500000 Mark, Lederindnstrie-Berufsgenossenschast und Süddeutsche Eisen- und Stahlindustrie-Berufsgenossenschast je 1 Million Mark. Kreis Wetzlar. h. Hohensolms, 18. Sept. Lehrer Ph Kraus, welcher hiersekbst cfn Jahrzehnt das Amt bei der Schule versah (Halbtag?schitle mit 1)0 Kindern), ist auf seinen Wunsch nach Erdhansen bci Gladenbach versetzt. * A y b a ch, 18. Sept. Aus unserem Orte wurden über 200Aepscl-undZwetschenkuchenin das Wetzlarei Lazarett geliefert. Hessen-Nassau. X. Hanau, 17. Sept. Für die Finanzierung der lieber- landzentralc an der Edert a l s pe r r e zur Versorgung der Kreise mit elektckschem Sckom hat die Landesversickwrimgs- anstalt Hessen-Nassau laut ihrem Verwaltungsbckichte den beteiligten Kreisen große Tarlchm bewilligt, und zwar dem Kreise Kassel-Land 600 000 Mk, dem Kreise dck Eder 300000 Mk, dem Kreise Fritzlar 370 000 Mk., dem Kreise Hofgeismar l 000000 Mark, dem Kreise Homberg 600 000 Mk., dem Kreffe Melsungen 650 000 Mk. Ferner ist dem Obcrlahnkreise ein Darlehen von 600 000 Mk. snr Versorgung des Kreises mit elektrischem Strom zugesagt worden. w Wiesbaden. 18. Sept. Die Stadt Wiesbaden wird sich nach einem heute aelaßten Belchlnß mit einer Million an der Kriegsanleihe beteiligen. Für die Notleidenden in Ostören ne n stellt die Stadt 20 000 Mk. bereit. — Ter Landes- a n s s ch » ß beschloß, für dje Notleidenden in Ostpreußen 30 000 Mk. bereitznstellen. ce Kassel, 18. Sept. Der Bezirksverband des Regierungsbezirks Kassel bat beschlossen. für alle Anstalten des Bezirksverbandes zusammen £>'/, Millionen MarkKriegSanleihe zu z eichnen. __ Gießener Strafkammer. Gießen, den 18. Sept. 1914. Ein Sohn braver Eltern ist der nun heute wieder vor Gcckcht stehende ftühere Schveih- gchilse, spätere Ausläufer Heinckch Julius M. aus Fckedberg. da sich in Butzbach mii den Namen seines damaligen Dienstherrn an Paar Schuhe ausschwindclte. Heute erhält er mit den bereits un Juni durch das Schwurgeckcht imd im Juli durch die Großh. Sckaskammer in Gießen gegen ihii eckannten Strafen eine Ge- samtgefängnissckafe von einem Jahr und acht Monaten. Ein ungetreuer Kassierer ist der Fuhrmann Joseph G. zu Gießen, der bei einem Inesigen Wäschegeschäft bcdicnstck war. Bei Ablieferung geleisteter Arbeiten ivurden ihm Rechnungen mit anhängenden QuttWNSW mttgcgeben, gegen deren Auslieferung er zur Empfangnahme des Geldes berechtigt sein sollte. G. ckß die Quittungen ab, nahm sie wieder mit nach Hause und händigte nur die Rechnungen aus, nahm aber die Geldbcckäge imnrer in Empfang. Bei ieman Dienstlrcrrn erweckte er so den Anschein, die Posten seien rtzwt bezahlt. Ms sich seine Schwindeleien lterausstellten, verduftete er zunächst nach Frankfurt a. M., kam aber bald wieder zurück und behauptete min zunächst, das Geld sei ihm in Frankstick gesto^or worden. Heute gibt er an, er habe Schulden damit bezahlt. Die Anklage lautete auf Untreue. Das (Bericht erkennt aber mis §2« StG B, wegen Unterschlagung auf eine Gcsänguisstraje von iews Wochen. Vermischte». ' Mv-sber-Lazarcttzug. Sic uns ans Ham. tri! gelchrieben wird, ist dieser Tage von dort ein vom Ham rgcr Roten Kreuz ausgerüsteter Lazarettzug nach der westlichen cnzc abgegangen, dessen Einricht,rag und -tusstattung wohl als istergüllig bezeichnet werden kann. Ueberaus reich ist die Aus- stung mit modernen medizinischen Instrumenten und Präparaten „be Leinenvorrätc, Tausende von Hemden, wollene Dechen ischcnttichcr, Pantoffeln, Lebensmittel aller Art, darunter *000 wtionen Konserven, sind mitgenommen worden Die R,ftnahnie n etwa 30 000 Zigarren und Zigaretten wird den Verwundeten andere Freude bereiten. Dazu kommen allerlei .Kleinigkeit-ii • ldpostkarteu, Briefpapier, Bleistifte, Kölnisches Wasser Bücher d — sechs sranzösrsch-deutschc Wörterbücher. Ein Musterbeispiel Atischer Einrichtung ist der graste Küchen wagen der die erbestc Berpstegung der verwundeten .Krieger au, der langen hrt in die Heimat gewährleistet. Bon, Emaüleherd bis zum egensangvapier ist an Geschirr, Kübeln, Psanuen, Austvasch itcnal, irleischhackmaschstnen, Anrichlcbrettern usw alles vor adcn. was eine anspruchsvolle Hausfrau von einer sorgfältig ^gestatteten Küche verlangt. * Die kalte Dusche in der Marne-Dchlacht Eine enartigc Episode aus der Marne-Schlacht, die die Engländer einen grope» von ihnen errungeiten Sieg ausposaunen erzählt englischer Korrespondent. Während des Kamvies ging ein tiges Gewitter nieder, und als nun die Engländer und Kranen im leisten Kampfe bis ins Marnelal vorqedrungen waren en sie ihre Uniformen und Hemden aus und nahmen in dem imenden Regen ein erfrischendes Bad. „Viele von den Leuten iden fast nackt da und kiesten das Wasser an sich lwrunter- icn. So boten sie ein höchst merkwürdiges Schauspiel: schwarz die Neger vom Rande ihres Hutes bis zum Rand? ihres igcns, und das andere damit verglichen ganz weist Das war erste richtige Ersriichnng, die sic seit dem Beginn des Krieges ten." Ter Korrespondent erzählt dann weiter von sechs Ge- gencn, darunter zwei Ulanenofftzicren, die sie gemacht hatten, > die im Bahnhof von Rloish-lc-seo binter einer Art Gitter mcht wurden. „Sie fürchteten augenscheinlich, misthandelt zu den, und ibr Erstaunen war grenzenlos, als sie sehr böslich den Zug geführt und nach Paris gebracht wurden Es waren ersten Geangenen, die. wie ich glaube, die französische Haupt- st erreichten." »Kraftlci stung eines deutschen Soldaten. Das Bataillon des 103. Infanterie-Regiments stand iin Ansang Ja- ii 1871 auf Vorposten zu Billemomble, Front nach Kort Rosnv e unter Pizcscldwebel D. ausgeschickte Rekognosziernngs- rouille war gegen Mitternacht mit der Meldung zurückgekehrt, heftiges französisches G.gvchrscncr sie zum beschleimigtm Rück- veranlastt lxibe und dast Soloak Lau der 12. Kompagnie, schiver siert, am Plaste habe liegen bleiben müssen. Alle beklagten den tust des lieben, jungen Kameraden. Wie grost war aber nun die udc, als andern Tages gegen 9 Uhr, nach erfolglem Anrut Postens vor Gewehr, die Tür des Wachtlokals geöffnet wurde > kriechend auf Händen und Füßen. blutüberströmt der durch ,e Oberschenkel geschossene brave Soldat von Patrouille sich ictroffen meldete. Lau hatte mit sparlanischem Gleichmut, um Gefangenschaft zu entgehen, auf Händen und Füßen rutschend, halbstündige Eutseruung in ungefähr neun Stunden zurückgelegt dabei die nachdrängenden Gegner, mit angeschlagenem Gewehr Zeit zu Zeit Front machend, in respettmästigcr Entfernung Kren. Im Spital zu Pausours ehrte der Korpskommandeur, | iächsEche Prinz Georg, das heldenhgstc Verhalten durch persön- Vcrlcihung des Eisernen Kreuzes. Amtlicher Wetterbericht. Wctteraussichtcil in Hessen am Sonntag, den 20. Sept, 1914: Fortdauer der bestehciiden Witterung: Trüb und wolkig, Ncgeu- sälle, kühl Letzte Nachrichten. Französische Schlachtenderichte. Rotterdam. 18. Sept. Eine französische a m t - lichcMittcilung von gestern nachmittag 3 Uhr besagt: lieber die ganze Front von der Oise bis zur Marne bauert die Schlacht an. Tie Deutschen halten Stellungen beseht, welche auf Verteidigung I ergerichlet und mit schweren Geschützen versehen sind. Am französischen flinken Flügel sind die Deutschen, welche aus sener Seite die Höhen nördlich der Aisne besetzt ballen, an einigen Punkten ein wenig zurückgrwichen, Di? Deutschen verschanzen fick». Die französischen Armeen hib » überall Fühlung mit dem Feinde Gen, 18. Septrnib.'r Nack P.rvatmeldungcu aus Paris bewährten sich die deutschen H ö h e n st c l l u n g c n nöidlicki der Aisne gestern vorzüglich. Tic Verluste des englischen Korps, dem der jetzige Hauptaugrift gilt, ivarcil bedeutend. Der frische deutsche Truppen zuzug wird bestätigt. Besonders kräftig soll er bei den Nachtangriffen mitgeivirkl haben. Schwere französisch-englische Verluste. Rotterdam, 18. Sept- Englische Berichterstatter schildern die bestigcil Kämpfe, die um Soissons staitmndrn. Der Kamps, der am Flust, in Wäldern und aus Hügeln wütete, dauerte vier Tage. Die Aisne führte infolge Platzregens Hochwasser, und es tvar den Verbündeten unmöglich, in die Stadt, aus die ein heftiges Artillerie und Gewehtfeucr konzentriert war, eiuzurücken. Das hei - tigste Feuer war au, den Punkt gerichtet, wo britische und französisch' Genietruppen Brücken zu bauen versuchten. Dort wurde ein schrecklickies Gemetzel angcrillstel. Mehrere lRcgimciitcr, die das nördliche Ufer der Aisne erreichten, erlitten entsetzliche Verluste. Es tvar ein furchtbares Duell zwisdum britischen Batterien, welch den Uebergang der Truppen beschützten, und deutt'chcr Artillerie. — Der.Berichterstatter des „Tailv Ehro- nicle" sagt, dast die Deutschen eine sehr vorteilhafte Stellung die Eisenbahn entlang einnabmcn. Der Berichterstatter der „Times" meldet, dast schrecklich Meldungen Paris erreichten. Reihen von Toten und Verwundeten bedecken die Schlachfelber an der Marne. Die Eisenbahnzüge nach Paris sind überfüllt mit Verwundeten. 7000 Leichen bczcichnclcn später den Schauplatz dieses Kampfes. Die Kampfcsweise der Franzosen. (i) Köln, 19. Sept, Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: Ein Schweizer, der den Kämpfen im S u n d g a u folgte, schreibt: Die Franzosen beschicsten regelmäßig, bevor sic während eines Kampfes eine Ortschaft betreten, diese oft stundenlang mit fürchterlichem Feuer. Dadurch machen sich die Franzosen bei den Elsässern außerordentlich unbeliebt. Es ist überhaupt bemerkenswert, festzustellcn, wie sehr die Elsässer sich nun als Deutsche fühlen. Italiens Neutralität. i. .Köln, 19. Sept. Die „Köln. Ztg." meldet ans Mailand: Der „Mailänder Avanti" wendet sich entschieden gegen die Triebkräfte für die H c r r s ch a f t a u d e r Adria, weil sie für Italien nicht notwendig sei. Tie Neutralität Italiens habe dem Dreiverband bereits geniltzt, indem sie Frankreich gestattet habe, die italienische Grenze offen zu halten und die Freiheit der freien Bewegung der englisch-frmtzösifft^n Flotte im Mittelmeere gestattet. Die Neutralität Bulgariens. Sofia, 18. Sept. Die der Regierung nahestehenden Blätter stellen übereinstimmend fest, dast inan in Regic- rungskreisen dem Verlaufe der Ereignisse in Mazedonien mit ernster Sorge zusehe. Man könne die Befürchtung nicht mehr unterdrücken, daß eine Fortdauer dieser Zustände Bulgarien aus der bisher streng beob- ackfteten Neutralität herausreisten müsse. Ter Präsident des Londoner Baltankonntees, Kuxton, Hütte keinen schlim meren Moment für seine Werbung für Serbien wühlen können, sagt „Wolja", als den, da man in Mazedonien das bulgarische Element durck, serbische Bajonettstiche bluten ließe. Die Besorgnis, dast die Erregung über die serbischen Massakres zu einem gefährlichen Ausbruch führen könne, sei gröstcr und gefährlicher als jcinalS. Ein ungarisches Husarcnstücklcin. Wien, 18. Sept. Ein kühnes Husaren stückle in hat ein ungarischer Gen dar nt pollführt. Er machte auf einem Patrouillengang die Entdeckung, daß in einem Bauernhaus drei serbische Offiziere zcckftcn. Er' stellte sie!, als oberster Anführer einer starken Patrouille vor und verhaftete die drei Offiziere, indem er sic anfsvrderle, die Waffen aus dem Fenster zu werfen und einzeln iv den Hof zu kommen. Dort fesselte er sie, einen nach dem andern und führte sie im Triumph nach Bilec. Britische Kriegsschiffe im Aegäischcn Meer. (DDP.I Saloniki, 18. Sept. Tic „Politische Korrcspon» dcnz" meldet: Fast gleichzeitig mit einem französischen Damp,eilte, heute nachmittag das englische Torpedoboot „H i, s s a r" in den Haien ein. Der Engländer wurde seitens der Hasenbehörde aus- gesorderl, den Hasen binnen 24 Stunden zu verlassen. Tiefer Zeit raum genügte ihm aber, um .Kohlen einzunehnien. Er suhr im Lause des Nachmittags wieder ab, wie es beißt in der Nichtung auf die Dardanellen, uw gestern vier englische Kriegsschiffe gesichtet wurden. Wirtschaftliche Krisis in Aegypten. Wien, 18. Sept. Aus Kairo wird vollständige W e - schäftsstocku n g gemeldet. Die Handelshäuser entlassen ihre Angestellten,' da die ägyptische Produktion von Zucker und Baumwolle auf die europäisckh: Einfuhr angewiesen ist, so ist eine sehr bedenkliche wirtschaftliche Krisis zu erwarten. Mohammrdanischc Flüchtlinge aus Serbien. 2 e r a j c w o , 18. Sept. Die Flucht der mohammedanischen Bevölkerung aus dem Sandschak hält immer noch au. Kürzlich sind wiederum 2l>0 Flüchtlinge, meist Frauen und Kinder, aus Novibazar in Bosna Grabiska cingctrosse». Sic wurden von der Bevölkerung freundlich ausgenommen. Ihr Zustand erweckt ttcfstes Mitleid. Mißhandlungen von Muselmanen in Rußland. K o n st a n I, n o p c l, 18. Scvr. Die Muselmanen sind nach Blättermeldungcn aus Odessa und anderen russischen Orten dort den schwersten Mißhandlungen ausgesetzt. Man hindert sic an der Rückreise nach der Türkei und behandelt sie als Feinde. * v Sclterswe" 81 h% T ur einijsre Tapje! \nr einige Tage! ! Von honte ab als Extraeinlage: Eriitedaiitieienii Gielen Vereinshaus Löberstraße 14. öonntag, den 20. September, nachmittags 3 Ubr und abends 8 1 /, Ubr. 06720 Gintritt trci für jedermann. Meipsionat Goeiheschule, Oflenbach a. 1 Tnpfivpppin vnn W privat-Real- und Handelsschule. erteilt Siniäbriacniciianis. Usi !l!tlv!!l Hüll Die neuesten Aufnahmen B Gewerbeschule Sietzen. vom Kriegsschauplatz. privat-Read und Handelsschule, erteilt Einjährigenzeugnis. Gute Verpfleg, u. Aussicht. Sorgf.Ucberwoch. d.Schularb.Grosj Gart. Neubau m.Ientralh., el. Licht, fdäss. Pensionspreis. 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Auf dem Felde der Ehre fielen unsere lieben Bundesbrüder Oberlehrer Adolf Becker Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment 116 und 9924V Lehramtsassessor Heinrich Jockel Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment 115 In tiefer Trauer: DerVereinDeutscherStudenten a.d.Ludoviciana Eugen Fischbacli. Wir werden das Andenken des Verstorbenen allezeit in Ehren halten. 9926D Giessen, den 19. September 1914. Verein Union. I. A.: G. Geisse. Am 9. September starb den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Sohn und Bruder Karl Hahn . Bankbeamter und Einj.-Unteroffizier im Inf.-Regt. 116 Fritz Schomber Musketier der Leibkompagnie im Inf.-Regt. 116 im 20. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Balthaser Schomber, Bäckermeister. Giessen, Blankenburg a. H., Baden-Baden, den 18. Sept. 1914. Im Kampfe ums Vaterland fiel am 28. August unser liebes Mitglied m In tiefer Trauer: Frau Margarete Hahn Ww. Wilhelm Hahn, Kaiserl. Bankbuchhalter Emil Hahn, Lehrer. 9920 Am 8. September starb den Heldentod fürs Vaterland -W unser braver hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager. Onkel und Neffe In tiefer Betrübnis: Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 19. September 1914. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. September, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt. 9925 Am 28. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgeliebter, unser unvergeßlicher Gatte, Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Metzger Karl Walther Reservist der 7 . ttomv. Reserve-Ink. - Regt. „KaiserWilb."(2,Gr.Hess.)Nr. I16in Gießen im 3l. Lebensjahre. 9905 Tic ticstrauerndcn Hinterbliebenen: Familie Walther. Hausen, Garbenteich, Münzenbcrg, Klein-Linden. Danksagung. Allcit denen, die uns an unserem schmerzlichen Verluste ihre Teilnahme bezeugt haben, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. 9930 Aug. Klein u. Zamilie. Gießen, den 19. September 1914. Danksagung. Allen denen, die uns bei unserem schmerzlichen Verluste ihre Teilnahme bezeugt haben, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. 06727 Äonriiö Mr IV. n. Familie. Muschenheim, den 18. Sept. 1914. Ausruf an die Ansländer in Deutschland. Alle Ausländer, die seit Jahren in Deutschland m lässig sind, bitte ich, die nachstehende Erklärung zu umm sertigen: Nach zahlreichen, glaubwürdigen Berichten fisH fcett Ländern, mit denen Deutschland in Krieg itz, „ den vergangenen Wochen gegen deutsche Manna, Frauen und Kinder Rechtlosigkeiten in großem Iml sänge, in einigen dieser Länder sogar schändliche Graul- taten begangen worden. Angesichts dieser Vorgänge empfinden wir unfcj, fertigte Ausländer, die seit Jahren in Deutschland »ebnen und unter dem Schutz der deutschen Gesetze, b günstigt von dem Wohlwollen der Bevölkerung, bin --------^ -* unseren friedlichen Bernsen nachgehen, es als m dürsnis und als eine Ehrenpflicht, als unparteiislj, Zeugen hervorzutreten und vor der ganzen ÄulturM laut zu bekunden, daß solche R e ch tl osig keitin gegen Ausländer in Deutschland nih« vorgckommen sind. wir wollen Zeugnis oblegen für deutschen llchz, sinn. Es ist uns kein Fall bekannt, in dem aus Aulls des Krieges ein Ausländerin Deutschland übermangrd- den Rechtsschutz zu Nagen hätte. Mit Beginn fe Kriegszustandcs wurde wohl eine Anzahl von te ländern ebenso wie eine sehr große Anzahl von Z». ländern infolge der Erregtheit der Bevölkerung Ctm- neu gegenüber ungehalten und zur Wache geführt: »ln unseres Wissens ist, abgesehen von loenigcn Fällen,» denen begründeter Spionagevcrdacht vorlag, jeder, dv den friedlichen Zweck seines Hierseins nachwres, ' wieder freigelafien worden, ohne daß ihm auch nr ein Haar gekrümmt wurde, und ohne daß er späte Oie Verlobung meine? Tochter Gastei mit Herrn Referendar Wilh. Friedrich zeige ich ergebenst an Frau Ottilie Bender Ww. geh. W'olf Giessen, den 19. September 1914 T rauersachen werden in 2—3 Tagen tadellos schwarz gefärbt C B P«nnM liampf.F • A« UI UUU, Chemische Waschanstalt Dampf-Färberei und Fabrik und Laden: 4larburger Straße 40, Seltersweg 25. Aufträge nach außerhalb prompt erledigt. Telephon 226. 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Unterschristsbogen mit diesem Wortlaut sind erhält lich bei den Zeitungen, die diesen Ausruf veröfientlicher Jeden Ausländer, der Zeit dafür erübrigen kann, bin ich, an seinem Ort Unterschriften zu sammeln und an di betreffende Zeitung einzusendcn. Die Zustimmung kan auch mittelst Postkarte an mich ausgesprochen werden:« genügt der folgende Wortlaut: „Unter Hinweis aus Ihn Ausruf vom 15. 9. 14 an die in Deutschland wohnende Ausländer bevollmächtige ich Sie, meinen Namen unte die darin erhaltene Erklärung zu setzen." Sämtliche Unterschriftsbogen werden gesammelt uni nachdem die Unterschritten nationcnweise gezählt l'inf dem deutschen Reichskanzler übersandt. Mitteilung übe das Ergebnis wird den Tagesblättern im Inland un im neutralen Ausland zugehen. Den Unterschriften bitte ich die folgenden Angabe beizusügen: 1. Beruf, 2. Nationalität, 3. Seit wie ob Jahren in Deutschland, 4. vollständige Postadresse. Jul. H. 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