Nr. 2|8 Ter ff'tffcfiur Nnzclger erschein! täaltrft, auiser EonnlagS. — 'X'ciloqtn: viermal nräcfMntlidi •fetfiicrSamfliratilättcr; uocunal rt>dc6«itLKref$> »teil türdrnUreisSietzen (Dienstag »nd Freuaq); jweinial tniid- wirtschaftl icheöeckirvgen Fernsprech - Anichlime: für die Redattion 112, Vertag u. Expedition 51 Adrefie für Deveicken: Anzeiger kZictzeu. »mrahme von Anzeigen für die Lagesrnuniner bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt M- Jahrgang Donnerstag, 1.7. September lW General-Anzeiger für Gberhessen Rotßfionsimtf und Verlag brr Vnchl'schen Univ.-Srrch- un- Stcinöruckcrei 8. Laug«. Redaition, Lrpedition und Druckerei: 8ck»lstratze 7. BezugSvrei»: monatlich 75 Hl., vierteljährlich ’JJtt. 23); durch Ab hole- u. Zweigstelle» monatüofi 65 Pf.; durch diePoft Mk.2.— viertel» jähri. ausjchll Besleüg, Zeilenpreis: lokal 15 Pß auswärts 20 Vsennrq. Cheiredakteur: 21 Goetz. VcranttvorUich für den volit. teil: Auq. ®oetj; sür »Feuillewn^, »Vermischtes^ und.lSerichtS- saal": Karl Neurach; für »Stadt und Land': Kurt Benüt; sür den Anzeigentell: H. Bert. Unveränderte Lage ans dem Westlichen Kriegsschauplatz. Wird die Neutralität vanemarlr geachtet? MTB.) Großes H a u p t o u a v t i c r . 16. Septemb. (Amtlich.) Dir Lage des wcstlich en Kriegsschauplatzes ist seit gestern unverändert. Die an einzelnen Stellen der schlachtfront erfolgten Angriffe französischer Truppen in der Nacht vom 15. zum 16 Sept. sind im Laufe des 16. Sepk. zurückgcwiesrn worden. Einzelne Gegenangriffe der Deutschen waren erfolgreich. Auch dir neue Meldung ans dem deutschen Hauptquartier spricht von der unveränderte n Lage auf dem westlichen Kriegsschauplätze. Aber es liegen auch wieder Beweise vor fiir das nitberechenbare Gemüt der Franzosen, bei denen Lachen und Weinen nahe beieinander wohnen. Ter »»Figaro" hat sein Friedenslager in Bordeaux aufge- schlthgrn. und trotzdem faselt er auf Grund der bekannten LnrÄknrchme des äußersten rechten Flügels der Dentschen, daß diese nun wohl bis zum Rhein zurückgchen würden, wo sie sich ausruhen könnten! Welche heilere Naivität, die in so ernster Stunde Lei den Franzosen aber nicht als ein Zeichen gefunden Bolksgesühls bezeichnet werden kann! Das Blatt ist so großmütig, anzuerkennen, dgß der deutsche Rückzug in einer „geradezu klassischen Ordnung" sich vollzogen habe. Es kann sich also bei der Ansage der weiteren deutschen Entschlüsse nicht um einen schlechten Witz handeln. Die Tnrincr „Dtampa" erweckt niit ihrer Wiedergabe von Aenßeruugen eines französischen Divisionsgenerals über bas Verhalten der Deutschen schon eine weniger heitere Stimmung. Dort heißt es, die Franzosen seien vor Paris doppelt so stark als die Deutschen, und unerklärlich sei die „wunderbare Widerstandskraft des Feindes". Aus der Betrachtung dieser französischen Aenßerungen kehrt uns immer wieder das stolze Bewußtsein zurück, daß unsere künftigen Aussichten in den Händen der deutschen Heeresleitung gut aufgehoben sind. Bezeichnend ist, daß es die Franzosen sind, die nunmehr zuerst vvrsthlagen, der Große Belt müsse unbedingt für die englische Flotte geöffnet werden! Das „Echo de Paris" hat mit anderen französischen Zeitungen hinzugefügt, „selbst wenn Dänemark dabei seine Neutralität cinfgcbcn müsse", sei dieser Schritt unerläßlich. England schweigt zunächst. Es hat sich ja festgelegt durch seine heuchlerische Erklärung, der Schutz der belgischen Neutralität habe ihm die Waffe in die Hand gezwungen. Was würde die Welt nun sagen, wenn Sir Edward Grey über die dänische Neutralität hinwegschr eiten wollte! Das dänische Regierungsblatt „Politiken" hat bereits geantwortet, „daß die Kriegsbcgebenhciten ans dem Kontinent — wie sie sich auch entwickeln mögen — nicht auf den Entschluß des dänischen Volkes einwirken können, während des Weltkrieges die strengste Neutralität aufrecht zu erhalten." Da -die deutsche Regierung in der „Nordd. Mlgem. Ztg." gestern auf eine englische Lüge bestinnnt geantwortet hat, Deutschland denke nicht daran, die Waffen niedcrznlegen, bevor es sich für seine Zukunft die nötigen Sicherheiten erstritten habe, wird man ja bald sehen, ob die Briten den ' französischen Rat besolgcn. Freilich steht dem gegenüber die von englischer Seite geäußerte Ansicht, England dürfe es aus einen entscheidenden Kampf zur See nicht ankommen lassen, da es sonst seine Vorherrschaft zu Wasser iu zukünftigen Tagen möglicherweise verlieren könne. Wir können also auch hier in großer Ruhe abwarten, was die nächsten Tage bringen werden. * . * Lügen über deutsches Friedensbcdürsnis. Berlin, 16. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt; In dem Lüge n selb zu g, der den Krieg des Dreiverbandes gegen Deutschland begleitet, treten seit einiger Zeit auch Meldungen über ein deutsches Frie- densbedürfniS, die sich mehr und mehr znspitzcn, auf. Bald wird von einer angeblichen Aeußerung des Reichskanzlers über Deutschlands Geneigtheit zum Fricdcnsschluß gesprochen, ivoranfhin Grev durch die Verniittlung Ainerikas eine stolze Antivort erteilt habe. Bald heißt es, der deutsche Botschafter in Washington bemühe sich, den Frieden für Deutschland zu erlangen. Die Neutralen sollen durch solche Ausstreuungen den Eindruck empfangen, das Deutsche Reich sei kampsesmüde und müsse sich wohl öder übel den Frie- densbedingnngen des Dreiverbandes fügen. - Wir setzen diesem Gaukelspiel di« Erklärung entgegen, daß unser dentsches Bolkin dem ihm ruchlos anfgezWunen en Kampf die Waffen nicht eher nicder- egen wird, bis die sür seine Zukunft in der Welt erforderlichen Sicherheiten erstritten sind. Pariser Bilder. Interessante Episoden ans dem Leben und Treiben des von seiner Regierung verlassenen Paris erzählt der Pariser Korrespondent eines großen Londoner Blattes. Zunächst plaudert er von den unzähligen Leben des Generals Percin, des Kommandanten von Lille, der die Festung bekanntlich ohne Kamps wlsgab. Das Pariser Stadtgespräch beschäftigte sich tagelang mit diesem ,Verräter", und hätte er unwillige Leben gehabt, er hätte ne alle verloren, denn jeder Mann berichtete nach „glaubwürdigen Quellen", er sei erschossen, gehängt, grviertcilt, gemartert worden. Schließlich einigte mau sich dahin, daß er im Eherchc-Midi- Gefängnis in sicheres Gewabr>am gebracht worden sei, um durch ein Kriegsgericht abgeurteilt zu werden All diesen Gerüchten machre aber e-nc ossiziclle Mitteilung«ein Ende, die liebenswürdig seststellte: „Ich kann die Freunde des General Verein über sein Schicksal beruhigen. Er hielt sich zwei Tage in Fontainebleau aus und ist jetzt auf einer Reise durch Franlreich begriffen, um die neuen Artilleriesormationrn zu inspizieren". Wenn man sich nickst mik der Weitergabe der ivildesten Gerüchte die Zeit vertreibt, ist es in Paris jetzt sehr rüstig. In den manschenleeren 'Straßen sitzen die Portiers vor den Türen, um etwas Lust zu schöpfen, und die stcknder spielen Krieg, ohne sich vor den früher sv gesährlich dahstr- sausendcn Autos in acht nehmen zu brauchen. Macht man ihnen Ausflug in die Umgegend, so trifft man aus Schritt und Tritt aus Schützengräben und Verhaue, die als Zeugen einer bcdrohlickien Zukunft Stimmung raubend das Herbstidvll durchziehen. Arbeitslose lungern umher, und als einziger Ueberrest des einst so tätigen Paris sind die getreuen Angler an den Usern der Seine geblieben, die diese nationale Lieblingsbeschästigung nicht ansgeben wollen und noch mitten im Kriege bewegungslos mü gespannter Aufmerksamkeit ihre Angel in die trübe Flut halten. Mehr Leben kommt in die Sonnenstadt bei den häufigen Truppen- diachzügen, und besonders wurden die T u r k o s bejubelt, die von Marseille durch Paris zum Heere zogen. Aus ihrem Triumphzug durch den Boulevard St. Michel, bei dem sich ein R^gen von Blumen, Süßigkeiten, Zigaretten und sogar Küssen über ste ergoß, machten sic mik ihren braunen.Händen die snmbvlischc Gebärde des Halsabschneidens und fletschten dabei wie Kinder, die einander gruselig machen «vollen, die Zähne. Die Mädchen sparen begeistert, und besonders freute man sich über das Versprechen eines Turkvs. „Geben Sie mir Ihre Adresse, Fräulein," sagte der Biedermann zu einer holderrötenden Schönen, „und ich schicke Ihnen einen preußischen Helm." „Wer," svagte die Patriotin zu bezweifeln, „wenn Sie ihn mir nun nicht mehr bringen können?" „Oh, macht nichts," erwiderte der Tnrko, „dann bringen ihn meine.Kaineraden für mich." „Ja, Fräulein, >vir schwören Ihnen, Sie sollen Ihren Heim haben," schrien die andern Turkos, und zwanzig schrieben sich die Wrcsse des Mädckiens ans. . . Das finstere London. Die Zeppelin-Gefahr, vor der die Londoner zu stehen fürchten, wirst ihre Schatten voraus. Man macht bereits Versuche, wie man sich am besten dagegen schützen könne, und ein richtiges Luft Wachschiff hat seinen Dienst ausgenommen. Das erste wichtigste Mittel der Abwehr aber soll die — Verfinsterung Londons sein. Am vorigen Donnerstag erschien ein Erlaß des Polizeikommissars der Hauptstadt, in dem es hieß: „Um die Feststellung bestimmter Teile Londons schwieriger zu machen, wird ersucht, daß Bogeulicht, Lichtrcklanien und starke Beleuchtungen aller Art für die Zwecke der Außenreklame oder glänzende Erleuchtungen der Läden vermieden werden. Wo die Ladenfront aus einer beträchtlichen Glasfläche besteht, die von innen hell erleuchtet wird, soll die Belenchttmg des Innern vermindert iverden. Diese Aufforderung steht im Zusmnmcnhng mit der Beobachtung der Londoner Beleuchtung ans der Höhe, die von einem Marche-Luftschiff in den nächsten und den folgenden drei oder vier Nächten gemacht werden soll." Diesem Erlaß entsprechend lag London in der folgenden Nacht tatsächlich fast in Finsternis da. Die Beleuchtung vieler großer Läden ivar stark vermindert, und man hatte Vorkehrungen getroffen, die Wirkung der notwendigen Lichter nach außen abzndämpsen. In den Straßen wurden viele Lampen nicht angezündet. Auch Lichter in den Straßenbahnen wurden nicht angedreht, und zur Erhöhung der Vorsicht wurden die Vorhänge in den Wagen hcrabgczogen, wenn sie sich den Brücken über die Themse näherten und .darüber fuhren. Wer London in dieser Nacht von Hügeln ans der Nähe saih, wird erstaunt bemerkt haben, wie anstelle des Lichtmeers, das man sonst vor sich sieht, eine nur von spärlichen Lichtern unterbrochene Finsternis sich ansbreitete. B. Der französische Goldschatz wird nach England gebracht. Rom, 16. Sept. Wenig passend zu den französischen Siegesfanfaren wird aus London gemeldet, daß die Bank von Frankreich ihren Goldschatz aus Paris nach London ins Gewahrsam der Großbritischen Nationalbank gebracht habe, wohin auch viele große Pariser Privatschätze befördert worden sind. Südsrankreich sür Fonrnalistcn gesperrt. Kopenhagen, 16. Sept. (W.B. Nichtamtlich.) „National Tidende" meldet ans London: Tie südfranzösischen Provinzen scheinen für Journalisten gesperrt zu sein. Englische und vier amerikanische Preisevertreter wurden am Montag angchalten und unter Eskorte nach Toulon gebracht. Plünderungen französischer Soldaten. Berlin, 16. Sept. MTB. Nichtamtlich.) Unseren Truppen fiel folgender Befehl des Kommandanten der ersten französischen Armee in die Hände: „Es ist dem Oberbefehlshaber der ersten Armee durch die Stadtbehörde von Nambervillers zur Kenntnis gebracht worden, daß sich Soldaten in dieser Stadt zu Alten der Gewalttätigkeit und Plünderung haben hinreißen lassen. Diese Handlungen sind umso bedauerlicher und verwerflicher, als sie aut französischem Boden begangen wurden. Der kommandierende General des 21. Korps wird sofort eine Untersuchung in dieser Angelegenheit einleiten, damit die Urheber der Verbrechen den Kriegsgerichten übergeben werden können, (gez.) Dubai l." Mit diesem Dokument wird die besonders bei unserer kronprinzlichen Armee gemeldete Wahrnehmung, daß die französischen Truvven sogar im eigenen Lande plündern und rauben, von amtlicher französischer Seite bestätigt. Bergiftctcr Kaffee. Berlin, 16. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Generalmajor Frhr. v. L., Kommandant einer Kavalleriebrigade, überreichte am 5. September vormittags der cheinischen Untersnchungsstclle beim SanitätSamtc seines ?lrmeekorps einen Rest von Kaffee, nach dessen Genuß er sosort unter Vergistungserscheinungen erkrankte, v. L. erhielt diesen Kaffee in einem französischen Dorfe in der Nähe von Lunäville. Die UMersnchung ergab zweifelsfrei, daß der Kaffee arscnige Säure, davon einen Teil in Pulverform am Boden der Flasche enthielt und zwar in einer Menge, die genügte, um den Tod eines Menschen herbeizusühren. Der Generalmajor ist chzwischtn wieder hergestellt worden. Lestcrrcicher und Russen. Wien, 16. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Korr. Bureau, Die Petersburger Telegraphenagentnr hat in den letzten Tagen die gewohnte» phantastischen Siegesmeldungen anläßlich des 'Abbruches der Schlacht bei Lemberg gebracht. Ms Beleg für diese wird von 36 000 Kriegsgefangenen, die die Russen gemacht hätten und vom Verluste von 0 0 Kanonen gesprochen. Es ist interessant, scstzin- stellen, daß in dem offiziellen Communiqne des russischen Generalstabes vom 14. September über die Ereignisse um Lemberg nunmehr von 30 Kernonen und 8000 Gefangenen die Rede ist. Von der Armee des Generals Brussilow wird zugegeben, daß sie sich in kritischer Situation befand und daß es ihr nur nach schweren Känrpfen gelungen ist, uns den Sieg zu entreißen. Es war zu erwarten, daß die russischen Commnniqnes, die aus strategischen Rücksichten trotz des Sieges unserer Heereskörper um Lemberg erfolgte Zurücknahme unserer Armee zum Anlaß nehmen würden, Siegesnachrichten in die Welt zn posaunen. Daß dies in so zahmer Weise geschieht, dürfte die Oeffent- lichkeit davon überzeugen, daß man unseren offiziellen Nachrichten, die nichts beschönigen und nichts verhehlen, vollstes Vertrauen entgegenbringen kann. Ter russische „Sieg" in Masuren. Rotterdam, 16.Sept. Die russische Lesart desSie- ges des Generalobersten von Hindenbnrg an den masurischen Seen lautet: Vom 28. August bis zum 7. September trafen fortwährend deutsche Verstärkungen im Gebiet der masurischen Seen ein. Es wurde darauf eine Offensive in jenem Olebiet unternommen, in dem die Deutschen gut Bescheid wissen. Es besteht aus einer Reihe von Durchgängen zwischen Seen und Wäldern. Die Deutschen schoben ihren rechten Flügel nach vorne uich dann eine große Trnppcnmacht über die Front Neidenburg—Goldap—Suwalki, eine Aktion, die die Truppen des Generals Rennenkampf in eine ernste Lage zu versetzen drohte. Der Vorstoß stieß an den Flügeln auf Widerstand unserer Deckungstrnppen, welche die Deutschen mit Selbstverleugnung bis zum 14. September aufhiellen, doch sind die russischen Truppen nach sür den Feind verlustreichen Kämpfen in voller Stärke aus ihrer schwierigen Lage entkommen. (Solche Lüge!) Sie besetzen Stellungen, um später die Operationen wieder anfzunehmen. Hindenbnrg und unsere österreichischen Bundesgenossen. Wien, 16. Sept. (W. B. Mchtamtlich.) Tie Blätie« geben ihrer Freude über die von der Oeffentlichkeit vollauf geteilte Anerkennung Ausdruck, welche Kaiser Franz Joseph dem General v. Hindenbnrg für die herrlichen Waffentaten in Ostpreußen durch Verlechung eines der höchsten österreichischen Orden bezeugt hat. Die „Zeit" schreibt: Bei der gewaltigen Energie, mit der Deutschland den französischen Feldzug führt, konnte im Osten nur mit bescheidenen) Kräften gearbeitet iverden. Die Ausgabe Hindenbnrgs schien keine beneidenswerte. Man rechnete bereits mit einer längeren russischen Besetzung des schwer heimgesuchten Grenzlandes. 2lber mit dem Blick des geborenen Strategen erkannte Hindenbnrg die günstigen Ehamen sür cinsn Angrisj auf die Narewarmee, packte den Feind an seiner verwundbarsten Stelle und warf ihn mit ZierhälMismäßig nicht bedeutenden Kräften in die masurischen Seen und Sümpfe, wo es kein Entrinnen gab. Hindenbnrg, der trotz des nahen Greisenolteri noch voll Jugcndkraft und Elastizität ist, ruhte aber nicht au) seine« Lorbeeren, sondern schlug die zweite russische Armee mit überraschendem 2lngrif) aufs Haupt. Von diesem Hindenburgschcn Feldzug werden noch ferne Geschlechter bewundernd erzählen. Das deutsche Volk wird dem tapferen General eine unauslöschliche dankbare Erinnerung bewahren. Der Rache der Ukrainer zum Opfer gefallen. Krakau, 16. Sept. (WTW. Mchiamtlich.) Hiesige Blätter hüben ans Umwegen Einzelheiten über den Anschlag auf den Grafen Bobrinski erfahren. Darnach hat Bobrinski in Kiew in einer Versammlung gesprochen, in die sich trotz aller Vorsichtsmaßregeln auch einige Ukrainer Einlaß verschafft hatten. Der Redner sprach über den Krieg, der von jhen Feinden der Slawen inszeniert sei. Es sei Sache des gesamten russischen Volkes, für die ffawische Sache, ohne Rücksicht aus die erforderlichen Opfer einzuircten. Dabei kam er auch ans die Ukrainer zu sprechen und behauptete nach der Manier russischer Slawophilen, es gäbe kerne u k r a i n i s ch e N a t i o n. Die ganz« ukrainische Bewegung sei nur auf Intrigen Deutschlands zurückznführcn. Werter konnte Bobrinski nicht sprechen, nkrainischc Studenten erhoben Lärm uni bald hörte >man drer Rcvolver- s ch ü s s e nacheinander. Bobrinski sank, von einer Kugel von hinten in die Sckjulter getroffen, zu Boden. Der Täter ist verhaftet worden. Ebenso ist bei allen hervorragenden Ukrainern und in allen ukrainischen Klubs lokale Haus- suchnng abgchalten worden. Viele Ukrainer, in erster Linie viele ukrainische studenvu- werden verhaftet. 6rin Kaiser Wilhelm-Platz in Agram. (WTB.) Wien, 16. Sept. Nichtamtlich.) Die „Süd- slaivrsckzc Korrespondenz" meldet and Agram: In einer der.nächsten Sitzungen des Gemeinderats wird ein Antrag eingebracht werden, einem, der schönsten Plätze Agrams den Namen Kaiser Wilhelms zu geben. Wie in England rekrutiert wird. Bern, 16. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Unter der Ueberschrift: „Wie in England rekrutiert wird" meldet der „Bund": Wie „Daily Mail" berichtet, haben die Frauen -angekündigt, dag sic den zu Hause bleibenden Männern eine weißeFederschenken wollten. Diese Drohung mit der öffentlichen Brandmarkung soll gewirkt haben. Lord Kitche- ner hat vorgcschlagen, daß Gesellschaften, besonders Sportklubs, gemeinsam in die Armee eintreten sollten. Die Architekten und Bauunternehmer sind diesem Rufe gefolgt und haben zwei Abteilungen Genietruppen geteilt. Birmingham hat ein Bataillon aus Angehörigen der freien Be rufe, Liverpool eine mehr als lausend Mann starke Truppe aus Kaufleuten gestellt. Die deutsche Militärmission und die englische Marinemisfion in der Türkei. Wien, 16. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Politische Korrespondenz" erhält von ihrem Gewährsmann aus K o n st a n t i n o p e l folgende Mitteilung: Die Tätigkeit, welche die de u t s ch e M i l it ä r m i ss i o n in Konstantinopel entwickelt, hat nach dem Urteil von Angehörigen der Armee sowie ausländischer fachmännischer Beobachter, zu sehr ersprießlichen Erfolgen geführt. Tic Mitglieder der Mission arbeiten mit unermüdlichem Eifer daran, das ottomanische Heerwesen mit dem Geiste strengster Manneszucht zu erfüllen, alle Nachlässigkeiten und Korruption ausznrolten und auch den Geboten der Hygiene Achtung zu verschassen. Die Fruchte dieser Erziehung zeigen sich auch bei der Durchführung der Mobilisierung. Es ist nicht zu bezweifeln, daß zu der festen Haltung, welche die Pforte in der europäischen Krise gegenüber Rußland zeigt, auch das Bewußtsein beiträgt, über ein wo hl an--gebildetes Heer zu verfügen» Das vollständige Gegenstück zum Wirken der deutschen Heeres- instrnktvrcn bildet das der englischen Marinemission. Man hat allgemein den Eindruck, dast die englischen Marine- ossizicre die Ausgabe, um deretwilleu sie nach Konstantinopel berufen wurden, nie ernst genommen haben. In der kleinen otto- manischen Flotte war seit Ankunft der Mission nicht nur kein erhöhter Eifer, sondern überhaupt beim Tätigkeit zu entdecken. Die britischen Ossiziere widmeten ihre Zeit vornehmlich der Pflege von Tennis und Bridge. ES musste sich, zumal nach der Beschlagnahme zweier türkischer Großkampsschisse durch die englische Regierung die Uebcrzeugung ausdrängen, das; man von englischer Seite die türkische Marine in einem Schwächczustand zu erhalten suche. Aus dem englischen Parlament. London, 16. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Unterhaus, Das Gesetz, auf Grund dessen die Erledigung der Homerulebill und der Bill über die Entstaatlichung der Kirche aus ein Jahr ot>cr länger unterbrochen werden soll, wenn dann der Krieg noch nicht beendet sein sollte, wurde in allen Lesungen angenommen. Premierminister A s g » i t h erklärte, dast diese Regelung das von der Regierung gegebene Versprecinm einlöse, dast keine Partei im Zusammenhang mit dem Kriege irgendwelche Nachteile oder Vorteile haben sollte. Er führte aus, dast ein unbegrenzter Ausschub der Mastregcl», welche im ordentlichen Lauf der Dinge zur parlamentarischen Erledigung gekommen sein würden, am Eride der Session einen Nachteil für die ministerielle Partei bedeutet haben würde. Er versprach eine Abänderungsbill in der nächsten Session vorzulegen nud drückte dabei die Hoffnung aus, daß eine dauernde Regelung der Frage erreicht würde. Der Minister zollte dem Patriotismus der Ulstersreiwilligen Anerkennung und erklärte, dast iede Absicht, einen Zwang auf Ulster auszuüben, undenkbar wäre. Bona r Law erhob heftigen Widerspruch gegen das Vorgehen der Regierung, welches er als Bruch ihres Versprechens ansehe, aber, fügte er hinzu, „bis der Krieg vorüber ist, werden wir der Regierung mit allen Mitteln b e i st e h e n, die in unserer Macht sind, und ich gebe diese Zusicherung mit der vollsten Zustimmung eines jeden Mitgliedes unserer Partei." London, 16. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Oberhaus. In llebercinstimmung mit der Haltung der Opposition gegenüber den Verhandlungen der H o m e r u l e b i l l, wie sie durch die Einbringung des Lansdowncschen Gesetzes gestern znm Ausdruck gekommen war, beschloß das Oberhaus beute mit 93 gegen 29 Stimmen, die Erörterung der zweiten Lesung der Homernlebill zu v e r - schieben. Wechsel de« Kricgsministcrs in Bulgarien. (WTB.) Sofia, 16. Sept. (Agence Bulgare.) Kriegs» minister B o j a d i e w ist an Stelle des Generals Fi t s ch o w, der das Portefeuille des Krieges übernimmt, znm Chef der dritten Armeeinspektion ernannt worden. Kämpfe in Südafrika. Kapstadt, 14. Sept. (23. B Nichtamtlich.) (Reuter- Meldung.) Eine südafrikanische Streitmacht von berittenen Schützen überraschte, nachdem sie zwei Nächte marschiert und sich bei Tage verborgen hatte, eine d e u t s ch e Tr u pp e n a b t c i l u ii g, welche ein Furt ungefähr 6V Meilen von Steinkop in Namaland besetzt hielt. Die Deutschen wurden nach scharfem Gefecht zur Uebergabe gezwungen. Aus Italien. R o m , 16. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Agenzia Stesani" meldet: Man verbreitet im Ausland falsche und unbegründete Nachrichten über die gegenwärtige Lage in Italien. Entgegen diesen Gerüchten ist die ö f s e n t- liche Ordnung in Italien u n g e st ö r t, die Lebensbediw- gungcn sind normale. Es sind keinerlei Maßregeln getroffen, die in irgend einer Weise eine Reise über Italien oder den ruhigen Aufenthalt dort beeinträchtigen könnten. Aus den Niederlanden. (WTB.) Haag, 16. Sept. (Nichtamtlich.) Der Finanz- Minister hat den Voranschlag cingebracht und eine Note hin- zugesügt, in der cs heißt: Trotz der Erspnrnngen im Budget werden die außergewöhnlichen Verhältnisse sowie auch die Verringerung der Einnahmen und fast aller Mittel die Forderung großer Opfer von der Nation nötig machen. Die erforderlichen Vorlagen werden zu diesem Zwecke eingebracht werden, sobald der erforderliche Betrag, wenn auch nur annähernd, fcstgestcllt werden kann. * . * Das eiserne Kreuz. Oldenburg, 16. Sept. (WTB.) Dem Großher- z o g wurde das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Hirchc ttttft Schule. Der neue Erzbischof von Gnesen Posen. Berlin, 16. Sept. (Nichtamtlich.) Wie der „Staatsanzeiger" meldet, ist unter Zustimmung der königlichen Staatsregierung der bisherige Kavitularvikar der Erzdiözese Posen, Domdechant und Weihbischof Eduard L i k o w s k i, zum Erzbischof von Gnesen- Poien ernannt worden. Der Kaiser hat mittelst allerhöchster Urkunde vom 6. September dem Erzbischof Likowski die nachgesuchte landesherrliche Anerkennung als Erzbischos von Gnesen-Posen erteilt. Die Urkunde ist dem Erzbischof am 16. September durch den Minister der Geistlichen Angelegenheiten ausgehändigt worden, nachdem der Erzbischos durch Verordnung vom 13. Februar 1887 den vorgeschricbenen Eid gel eistet hat. _ Au» Stadt und Land» Gießen, 17. September 1914. Zum Geburtstage unserer Großhcrzogin haben die öffentlichen Gebäude geflaggt. Wir Huben in diesem Fuhre besonderen Anlaß, den Geburtstag der hohen Frau zu begehen. Hat sie doch in schwerer Zeit an Stelle ihres im Felde fteheniden Gemahls die Regierung unseres Hesscnlandes überitommen. Selbst einem lsessischen Fiirstem- hcruse entstammend, lag der Großhei^ogin stets die Wohlfahrt des Landes am Herzen, eifrig betätigte sie sich an den auch in Friedcnszeitc» notwendigen Wohltätigkeitsarbciten. Fetzt, wo unser Vaterland im Kampfe um seine Existenz und die Wahrung seiner durch lange Friedensarbeit erworbenen Güter steht, verpflichtet es uns znm größten Danke, die Frau Großherzogin auch im Dienste aller der Einrichtungen lätig zu sehen, denen unsere hessischen Frauen und Jungfrauen ihre Liebestätigkeit gewidmet haben. Unserer Großherzogin und dem Großherzoglichen Haufe gelten heute die frommen Segenswünsche aller Hessen. * . * Rechtsanwalt Kurt Kausmann im Felde gefallen. Eine traurige Nachricht ging gestern durch alle Bürger Gießens: einer unserer Bewährtesten und Tatkräftigsten ist im Kampfe tödlich getroffen worden: Rechtsanwalt Kurt Kaufmann. Er war als Offizier-Stellvertreter aus freiem Entschluß mit dem Landwehr-Regiment Nr. 116 an die Front gegangen und ist am 8. September in einem Gefecht bei Vitry durch einen Granatschnß getötet worden. Einem verwundeten Kameraden hat der Sterbende die letzten Grüße an die Heimat auf-getragen. Ein ungemein vielseitig begabter, ein hervorragender und trefflicher Mensch ist mit frischem Mute von uns fortgezogen — um in fremde Erde gebettet zu werden. Einer, der fein Vaterland über alles liebte und durch hundertfache Bande mit der Heimat verwachsen war. Voll Schaffensfreude und Arbeitslust hat er an allem teilgenommen, was die Bedürfnisse der Heimat fördern sollte; unverwüstlich war seine Arbeitskraft, hinreißend sein Eifer und seine Begeisterung. Kaufmann war eine durch und durch praktische Natur, und da ihm neben packender Beredsamkeit auch ein zwingend logisch -arbeitender Verstand gegeben war, wußte er sich als Anwalt einen hohen Ruf zu erwirken. Besonders hatte er sich in der letzten Zeit bei großen Strafprozessen rühmlich hervorgetan. Wenn man das weite Feld seiner öffentlichen Wirksamkeit überblickt, so fragt man sich unwillkürlich, was diesen Mann zu einer so ausgedehnten Tätigkeit innerlich getrieben habe. Neben seiner Berufstätigkeit, die er nicht vernachlässigte, widmete er sich den mannigfaltigsten öffentlichen Angelegenheiten. Als führender iiationalliberaler Politiker hat er manchen guten Strauß, dnrchgefochten, und auch seine Gegner werden ihm bezeugen müssen, daß er ein ehrlicher Kämpfer war und mit sauberen Waffen focht. Sein Ehrgeiz sührte ihn auf keine Abwege; er war kein eitler Streber, sondern ein an Interessen reiches, im besten Sinne fröhliches Menschenkind, das um der Sache willen wirkte und sich auch durch gute Gaben des Herzens beliebt machte. Er weilte gern bei der Jugend, die er in ihrer vaterländischen Organisation trefflich unterstützte, und er hielt es auch mit lustiger Geselligkeit, wobei ihm sein Hnnrvr zugute kam. An der Spitze zweier großer nützlicher Vereine, des Männertnrnvereins und des Vereins ehemaliger 116er, stand Kaufmann als einer der Fähigsten und Erfahrensten im Gießener Bereinsleben, und bei großen Veranstaltungen war er ein Meister der Organisation. 2Venn ihm das Wort keck ans der Zunge saß und ihm manche Werte verfeinerter Kultur verschlossen sein mochten, so war er doch bei alt urfö' jung, bei hoch und niedrig beliebt wegen seines offenen, herzhaften und zuverlässigen Wesens. Die Tausende, die ihn — auch in der Provinz — kannten, werden ihm die beste Erinnerung bewahren. Kaufmann stand im 40. Lebensjahre. Er hatte das Gymnasium in Büdingen besucht und- in Gießen studiert. Seiner Witwe und seinen beiden Kindern wird man das größte Mitgefühl cntgegenbringen. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Ans Hessen und den Nachbargebieten.) Lt. d. Res. und Oberlehrer in Bieleseid Adolf Becker, Jnf.- Regt. 146, — Einj.-Gefr. Wilh. Ccllarius, cand. ttzeol. in Dormstadt. — Laudwelirmanm Wilh. JSlei aus Schlitz. — Leutn. Christel Jennewein, Ins.-Regt. 160 aus Okriftel. — Unterofs. d. Res. Hans Bock , Fin -Rcgt. 81 aus Franksuck a. M. — Unteroffizier der Landwehr Karl Wilh. Schellberg, Ins.-Regt. 81 aus Frankfurt a. M. — Landwehr nimm Leonhard ll lsen Heini er in Frankfurt a. M. — Dragoner Leonhard Peter, Drag- Regt. 23 aus Ärheilgen. — Stabsarzt d. Res Dr. Hermann Heper, Res.-Sanitätsk. 18 in Darmstadt. — Einst-Fr eiw. Edward Brückner, Ins. -Rcgt llö in Darmstadt. — Trompeter- Sergeant Ewald Storch, Feld-Art.-Regt, 61 aus Darmstadt. Portepoesähnrich Heinz Stciij, Jnf-Regt. 160 aus Aufenau. — Lt. d. Res. und Rcgienmgsbviimiister To dt, JUf.-Regt. 116 aus Hancm. — Gefr. Herirr. Karl.Reisschneider, 2. Gardv- RcJ Ni sFust, aus Hancm. — Karl Wonczycki. Mitgl. d. Stadt- tlieAers m Hanau. — Res. Christ. <3 cf) er et, Pioniirbat. 21 aus Mainz. — Feldwebel Erdmanii Hapclt. Inf.-Regt. 117 iit Mainz. — Unterofs. d. L. u. Gcometer 1. Kl. L. Gunder in Darmstadt. * . * •• Ruhestands-Versetzung. Die Großherzogin hat den Universitäts-Rentamtmann Karl Weimer in Gießen mit Wirkung voni 16. September d. I. auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjäbrigen treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Ritterkreuz zweiter Klaffe des Verdienstordens Philipp? des Großmütigen verliehen. ' Ernennung, Die Großherzogin hat den Ergänzungsrichter bei der Kammer für Handelssachen am Landgericht der Provinz Rheinhessen mit dem Sitz in Worms August Eller in Worms zum Handelsrichter und den Kaufmann Ludwig Rühl in Worin? zuni ErgänznngSrichtec bei dieser Kammer, beide für die Zeit bis zum 31. Dezember 1915, ernannt. ' Eisenbahn-Personalien. In den Ruhestand versetzt wurden der Rangierführer Bernhard Kaul in Nauheim bei Groß-Gerau, die Weichensteller Jakob Christ zu Dieburg und Jakob Niederhöscr zu Worms, sowie die Bahnwärter Jakob Schöne zu Lich und Heinrich Harth zu Nidda. ** Einquartierung. Gestern abend spät mußten noch etwa 2000 Mann durchreisende Truppen hier in Bürger - aiiartieren untergebracht werden. Es war nur teilweise möglich, diese Einquartierung in den einzelnen Häusern vorher anzusagen, da die Slnknnft der Truppen erst kurz vorher telephonisch angezeigt wurde. Bei dieser Gelegenheit muß wiederholt darauf hingcwiesen werden, daß es in vereinzelten Fällm immer wieder vortommt. daß eine Verständigung der Hausbewohner über die Verteilung der Einquartierung auf Schwierigkeiten stößt, bezw. daß einzelne Bewohner sich vor der Einqarlieruug drücken möchten. Dies dürfte nicht Vorkommen, es nmßte sich Jedermann seiner Pflichten gegen das Vaterland und namentlich seiner Verteidiger bewußt sein. Wie uns von der Bürgernieisterei mitgetcilt wird, war für die gestern abend eingetrofsenen Mannschaften nur Quartier ohne Verpflegung vorgesehen. Da indes zurzeit noch nicht feststeht, wie lange die Einquartierung dauert, ist inzwischen Einquartierung mit Verpflegung für Osfiziere und Mannschaften angeordnet worden. ** Wer hat ein Fernglas oder eine Armee- pistole Übrig, die er gerne hergibt für die am 21. d. Mts. ns Feld rückende Truppe? Ferngläser sind bitter nötig für den Kampf, sie fehlen aber. Regiment 222 (Zeughauskasernej nimmt etwaige Gläsee und Pistolen gerne entgegen. ** Liebesgaben für das RoteKreuz. Von der Gemeinde Launsbach wurden zur Verteilung an die hiesigen Lazarette bei der Liebesgabcnsammelstclle in der alten Klinik drei große Wagenladungen mit Kartoffeln, Gemüse verschiedener Art, einigen hundert Eiern, Speer, Wurst, Fett, Butter, Gelee, Himbeersaft, Wein, frischem und gedörrtem Obst. Kolonialwaren, Brod, Zigarren, Zigaretten, Bett- und Leibwäsche und Handtüchern eingeliefert. Der Gemeinde wird für die sehr willkommenen Gaben bestens gedankt. Es wird von der Leitung des Roten Kreuzes gebeten, wegen der Zeit der Lieferung vorher anzufragcn, damit eine Häufung der Gaben und der Verderb nicht aufbewahrbarer Gaben vermieden wird. ** Unterbringung und Beschäftigung von 10 000 Gefangenen. Von geschätzter Seite erhalten wir folgende sehr beachtenswerte Anregung: Es erscheint immöglich, die demnächst hier eintreffenden 10 000 gefangenen Franzosen hier ansreichend zu be- schästigen; die Folge wird eine Reihe von Unznträglichkeiten sein, wenn nicht gar eine Bedrohung der ösicntlickien Sichertest durch^Menterei, wie es ini vorigen Kriege in Köln der Fall war. Sollte die zuständige Behörde nicht der Frage näher treten, etwa die Hälfte der Gefangenen na cckircm Vogclsberg zu schassen, um dort Kulturarbeiten, insbesondere durch Beseitigung der Oedländereien, vornehmen zu lassen? Schon seit mehr als 10 Jahren ist der Gcneralknlturplan für den Vogclsberg beschlossene Sache und wurde nur wegen Mangel an Geld noch nicht ansgeführt. Hierzu böte sich doch jetzt eine tresslichc Gelegenheit, zumal diese Arbeit nicht das Verdienst deutscher Arbeiter schmälern wird. Mit einigen tausend Menschen kann in kurzer Zeit ein großes Stück Land, das öde und steinig war, in Kulturland nmgewandelt werden. Verköstigung im Vogelsberg ist billig, Ueberivachungsdienst nicht schwerer als hier. L. ** Gießener Freilichtbühne. Am Sonntag, den 20. September, nachmittags 3 Uhr, veranstaltet unsere Freilichtbühne den dritten UntcrhaltungsnachMittag s ü r u n s e r e Verwundeten. Außer einigen Vorträgen vatrr- ländischen Inhalts gelangen noch zwei Schwänke von Hans Srchz zur Aufführung, dargestellt von Damen und Herren der GrsÄ- schaft, einstndiert von Walter Dworkowskst — Soweit der Platz reicht, werden hierdurch alle Freunde und Förderer der Freilichtbühne zum Besuche der Vorstellung cingcladen. ** Dic HeiINreisc der Russen. Täglich treffen in Frankfurt Russen ein, die bis jetzt noch in der Schweiz und in den süddeutschen Bädern weilten. Der ihnen vorgcschrie- bene Weg führt über Frankfurt—Berlin—Saßnitz—Stellt* borg (Schweden) und dann mit Dampfern nach Rußland, lieber Berlin hinaus nach Osten werden keine Russen mehr mit den Bahnen befördert. ** Schutzimpfung. Im Hinblick aus die zu erwartende Unterbringung von 10 000 Kriegsgefangenen aus dem Trieb mnp- stehlt sich dringend die Schirtzrmpftmg gegen Blattern. Der letzte Impftermin findet Freitag, den 18. September nachmsttags 4 Uhr im oberen Saal des alten Rathauses am Marktplatz statt. ** Obe rhessiseher Kun st verein. Die im Oberhesfi- schen Kimstverein ansgestellten 17 Pasteklgemäldc von I. M a n s k o p f (Danbhausen), für welche der Künstler die Preise um die Hälfte herabgesetzt und den Erlös znm Besten der 'K r t e g s - s ü r s o r g e bestimmt hat, bleiben nur noch einige Tage ansgestellt. Es handelt sich um wirllich gute Kunstiverke. Ein Bild „Abendstimmung im Westerwald" wurde bereits verkauft und geht in hiesigen Privatbesitz über. ** Der Selters-Sprudel Augnsta Viktoria in Löhnbcrg a. d. Lahn hat der Verwaltung des Roten Kreuzes zu Gießen für die in Gießen beftndlichen Lazarette 5000 Flaschen seines Tafelwassers unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Landkreis Gießen. Li Lich, 14. Sept. Ein schönes und nachahmenswertes Beispiel, die Jugend in diesen ernsten Zeiten im Dienste des Vaterlandes zu heschästtgen. hat die hiesige Schulleitung gegeben. Unter Aufsicht ihrer Lehrer zogen in den letzten Wochen die Schulkinder — zuin Teil während der Unterrichtszeit, znm Teil in schulfreien Stunden, — zum Ae hren- lesen in das Stoppelfeld. Die fleißigen .Knaben nnd Mädch« lasen die Aehren zu Sträußchen zusammen; die Lehrer schnitten di« Halme ab nnd füllten die Aehren in die Säcke. Nach niedrere« Tagen emsiger Sammelarbeit gings dann gemeinsam zur Drrsch Maschine. Unter dem Gesang vaterländischer Lieder zogen von dort Lehrer nnd Schüler mit schwerem Wagen voll Körnern znm Rathaus, wo die Lehrer die Säcke abtrugen. Daraus erfolgte dann der Verkauf'des Getreides. Zu welchen ansehnlichen Summen die viele Kleinarbeit der einzelnen Aehrenleser und Aehr«- leserinncn sich addierte, das geht daraus hervor, daß z. B. am Ende einer Woche etwa 7, am Ende einer anderen Woche über 8 Malter Weizen von der Dreschmaschine weggefahren und verkauft werden konnten. Es hatten diese zwei Wochen fleißiger! Arbeit allein schon ein Ergebnis von über 300 Lltark, die dem Roten Kreuz überwiesen worden sind. Das ist ein stlstiner sOcitrag, den die Jugend selbsttätig im Dienste des Vaterlandes erarbeitet hat. — Wie uns noch mitgeteilt wird, hat auch Fürstin.Emma mit den Prinzessinnen sich in gleicher Weise Tag für Tag emsig betätigt. Ant einem lleinen Wagen fuhren die Herrschaften die gelesenen Aehren nach Hanse. Die ansehnlichen Erträgnisse ihrer fleißigen Sammelarheit slossen auch dem Roten Kreuz zu. Auch beim Grummctmachen halt die fürstliche Familie fleißig mit und ftihr dann abends mit dem Dienstpersonal aus dem Leiterwagen gemeinsam nach Hause. Jetzt sieht man Fürstin nud Prinzessinnen bei der Kartoffelernte helfend zugreifcn. Kreis Friedberg. h. Friedberg, 17. Sept. Hanptmann Schindler vom Friedberger Jnfanterie-lgataülon hat mit einer lleinen Abtelliwg im heftigsten Kugelregen eine französische Batterie erobert. Er imirdc mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. X Büdesheim, 16. Sept. Im hiesigen Schlosse der Gräfin Oriola ist eine Erholungsstätte für Verwundete des deutschen Heeres eingerichtet worden. Starkrntmrg und Rheinhessen. — Mainz, 17. Sept. Die hiesige Metzger-Innung hat beschlossen, aus ihrem seit Bestehen der Innung angesammelten Vennögen 20 00 j 231t. in der neuen Kriegsanleihe anzulegen ; begleichen werden die Krankenkasse und Häuleverwertnngs- (öenossenschast der Jnnuna mit größeren Beträgen sich beteilige". Kreis Wetzlar. Wetzlar, 17. Sept. Das Lazarett der Bmdernsschen EischO werke (Neues Schlafhaus auf der Sophienhütte; ist nun schon längere Zeft im Betrieb. Die Zahl der anfaenonwienen Benonndetm beläuft sich «ii 90 bis 100. Durch da!s Hans geht der tRnst freudiger Hilssbereitschast, der alle zufrieden macht, auch mcw» : : (II tti» »i fc.T e Wunde schmerzt. Daß cs eu Truppen besetzt, c sich aber zuruckzogen, als der Anmarsch der Deutscher gemeldet urde. Die deutschen Vorposten rückten zum Teil ohne Gewehr c das Torf ein, da sie den. Auftrag erhalten hatten, vor allen, Ingen Wasser herbcizuschafsen nnd zu diesem Zweck eine Menge eldicsscl und Feldflaschen mit sich schleppten. Unter diesen Leuten fand sich auch der Reservist Pachowitz vom Ersatzbataillon Hat rstadt. Da er den Dirsbrunncn stark rrmlagert fand, begab er sich das Haus des Angeklagten, um seine OKfäß« zn süssen. Dev r.geklagte verweigerte ihm aber die Abgabe von Wasser mit der , ttärung, daß er selbst keines habe, Pachowitz begab sich mit ch.ercn Kameraden in den Garten des Angeklagten, >cm we- gstens einiges Obst zu erhalten, das natürlich bezahlt iverdeu llte. Aus diesem Wegr erhielt Pachowitz von hinten einen Schuß, id als er sich umwandtc, sah er Becker noch mit der Flinte in »schlag liegen. Daraufhin räumten die Soldaten den Ort, rd begaben sich zu ihrem Truppenteil zurück. Als am Abend c Deutschen wieder cinrücktcn, erhielten sic aus fast allen Häusern euer, Tee K wrmandanl der deutschen Truppen m.xhtc daraus kur- n Prozess die mäirnlick>en Einwohner des Dorfes wurden ge- ngcn genomme» und dieses selbst durch Artilleriefeicer zerstört, ic gefangenen Einwohner werden sich sämtlich noch vor dem eiegsgericht zu veranvvorten haben. Der verwundete Pachoivitz urde in einem Lozrrctl ermittelt und in der darauf folgenden Un- rfuchunn den gefangenen Bewohnern von Dalheim gegenübcr- tftellt. Er bezeichn, te sofort und mit großer Bestinrnith. it den An- 'klagten Decker als denjenigen, der auf, ihn geschossen habe, 'er Angeklagte Becker behauptete, daß er völlig unschuldig sei, ic Anklage fall! schon deswegen in sich zusammen, weil an dem sraglichen Tage deutsche Truppen überhaupt .nicht in Dalheim geivesen seien. Unterstützt wurden seine Aussagen von den übrigen Dorfbewohnern, doch beschloß der Gerichtshch, diese nicht zu vereidigen, da der Ueberfall aus die deutschen Truppen offenbar gemeinsam verabredet worden war. Der Angeklagte zog in etwas theatralischer Weise ein Kruzifix hervor und erklärte, aut dieses einen Eid ablegen zu können, daß seine Darstellung richtig sei. Das Gericht hätte keinen Zweifel, daß die Aussage des Zeugen Pachowitz mit seinen genauen Angaben der Wahrheit entspreche. Es sah daher die Schuld des Angeklagten als erwiesen an und verurteilte Becker entsprecliend dem Anträge des Bertreters der Dinklage zum Tode, Der Verurteilte nahm den Spruch des Gcrichts- hofes ziemlich g efaßt entg egen, _ LanSwirtkchaft. F. C, Frankfurt a, M., 16, Sept, Das Magervieh der Stadt Frankfurt a, M, auf bcr Fettweide zu Halbs im Kreise Westerburg, Am 17, August d, I, wurden auf Wunsch des Gewerbe- und Verkehrsamtes Frankfurt a, M, die 20 städtischen Rinder von der Fcttweide zn Halbs an den Franksurte< Schlackst- und Viehhof gesandt, Es geschah dies, um dem Viehmangel infolge der Mobilmachung abzuhcljen. Die 20 Tiere, von denen zehn dreijährige Rinder und zehn Schnittochsen waren, halten, nachdem sic rund drei Monate auf der Weide geivesen, eine Gewichtszunahme von 114 bis 256 Pfund zu verzeichnen. Sie befanden sich beim Abtrieb in schlachtreiseni Zustande, Keines der Tiere ließ in der Ourckität zu wünschen über, lieber die Hälfte hatte bereits den höchsten Mastgrad erreicht und war für den Ladenverkauf nach dem Geschmack der Metzger schon zu fett. Das erzielte Resultat, nach dreimonatlicher Weide schlackst reif, kann ohne Ueberereibung, wie selbst eine Kapazität auf dem Gebiete der Weidewirtschaft, Domänenpäckster Schncider-Hof-Klee- bcrg zugcsteht, in Konkurrenz mit den besten Marschweiden Holsteins gestellt werden. Bei einer 73—6 monatlichen Weise per rode wäre es möglich gewesen, Lebendgewichtszunahnic pro Tier von 300 bis 400 Pfund zn erreichen. Das gute Resultat ist zurück- zusührcn auf die richtige Auswahl der Weidetiere, sodann auf die richtige Düngung und im besonderen auf die reichliche Stick- stofsdüngniig, die der Weide gegeben wurde. Es ist zu Höften, daß jich in Zukunft infolge der Erfolge die Kreise, die sefther diesem Unternehmen der Stadt Frankfurt feindlich gegenüberstandcn, sich eines besseren werden belehren lassen. Wetteraussickstcn in Hessen am Zreitag, de» 18. Sept. 1914: Wolkig, regneriscki, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Veränderungen in hohen Führerstellcn. (WTBst Berlin, 16, Sept, (Amtlich,) Perfonalverände- rungcn in Führerstellen: Für den erkrankten Generaloberst von Hausen nird Gcnecal der Kavallerie v. Einem Armceführer, für diesen Genera! d. Ins, v, Clo er, Kommrndierenoer General des 7, Armeekorps. General d, Art, v, Schubert, bisher Kommandierender General des 14, Reservekorps zu anderweitiger Verwendung, Für ihn ist Generalguartiermeister von Stein zum Kommandierenden General des 14, Reservekorvs ernannt, General d. Ins, Gras Kirchbach, Kommandierender General des 10. Reservekorps, wurde verwundet. Für ihn wird General der Infanterie von Eben Kommandierender General des 10, Reservekorps, Hlndenburg Ehrendoktor, Berlin, 17, Sepl, Die Albertusuniversität hat den Befreier Ost Preußens, Generalobersten Hlndenburg, zum Ehrendoktor der vier Fakultäten ernannt. Diese Ehrung steht in der Geschichte der Königsderger Universität einzig da. Der König i»on Bayern, (WTB.) München, 16, Sept, (Nichtamtlich,) Der König von Bayern ist von seiner Reise nach der Pfalz heute abend zurückgckehrt. Er wurde von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden am Hauptbahnhof empfangen und vom Publikum herzlich begrüßt. Dir Toten der „Hela". (WDB.) Berlin, 16, Sept, (Amtlich,) Wie uns von amtlicher Stelle mitgeteilt ivird, betragen die Verluste bei dem Untergang des Schiffes „Heia" ein Toter und drei Vermißte, Unsere Erfolge im Wrsten, Berlin, 17, Sept, Ueber die Kämpfe im Westen schreibt ein Offizier: Der .Haupterfolg unserer deutschen Truppen liegt mit in unseren Beinen. Für die Franzosen und Engländer erreichten wir die fraitzösischc Grenze viel, zu früh Ein englischer Major soll Anfang Juli erklärt haben: Ich bin überzeugt, daß nicht Deutschland, sondern Frankreich der Friedensstörer ist. Leider ist unsere Regierung Frankreich gegenüber Vcrpflichtimgen cingegangen. Nach dem, was ich von der deutschen Armee gesehen habe, habe ich die Ueberzeugung, die große Mehrheit meiner Kameraden teilt sie — daß unsere Armee ihrem Unglück entgegengeht, Unsere Armee ist die denkbar schlechteste, die Kerle laufen wie die Hasen, Italienische Stimmen aus Kiel. i, Köln, 17, Sept, Tic „Kölnische Zeitimg" meldet aus Kiel: Gegen die Lügen des feindlichen Auslandes haben die in «kiel wohnenden italienischen Staatsangehörigen Einspruch erhoben, Sic beriefen eine Versammlung ein, welche sich sckwrf in diesem Sinne aussvrach und die ausländische Lügcnprcssc verurteilte. Gleichzeitig wurde beschlossen, die amtlichen von deutsckier Seite bekannt gegebenen Tatsachen über die Kriegsereignisse der Presse in der Heimat der Jtalicnei zur Kenntnis zu bringen. Aus Hamburg. (WTB.) Hamburg, 16, Sept. (Nichtamtlich.) Die Bürgerschaft hat weitere fünf Millionen Mark zur Bestreitung von aus dem Kriegsverhältnis zu bestreitendan außerordentlichen Ausgaben zwei Millionen Mark zur Erhöhung des Fonds für den Auleiheziusendicnst sowie 050000 Mark zur Ausführung von Arbeiten aus dem jur Erweiterung des Ohlsdorfer Friedhofes erworbenen Gelände bewilligt. Für die Kriegsanleihe. (WTB.) München, 16, Sept, (Nichtamtlich.) Das deutsche Museum zeichnete aus den verfügbaren Mfttcln eine Mftlion für die Kriegsanleihe, Russische Ilnmenschlichkritcn, Berlin, 17, Sept, Ueber russische Unmcnschlichkcitcn! wird der „Boss, Ztg," von ihrem .Kriegsberichterstatter geschrieben: 1, Bon dem Arnieeobertonimaudll wird uns folgendes Schrcchen mitgeteilt: An daS Armeeoberkommando, 2 Tage nach der Schlacht bei Zorotholvo traf ich aus der Chaussee Guttstadt—Seeburg einen Trupp Rekruten, ca, 21 Mann, welche am Vormittag des vergangenen Tages von Kosaken überfallen worden waren. Man liattc den Rekruten entweder ein Bein öder eine Hand abgehackt und sie dann liegen lassen. Ein Oiendarm, der die Rekruten begleitete, lag aus der Chaussee so gefesselt, daß er kuien inußte, die HändeaufdenRückcnge Kunden, Ich hatte keine Zeit, mich um die Unglücklichen zu kümmern, (gez.) v. Tiedemann, Obcr- leuMant d, R, Kürassier Regiment Nr, 5. 2. Ein Offizier berichtet uns, er habe selbst gesehen, daß, ein russischer Offizier einen abgeschnrttenen Frauenfinger mit einem Ring daran in der Tasche gehabt habe. Bereits seit Tagen hörte man, daß die Russen die Frauen zusammen trieben, sie vergewaltigten, ermordeten und ihnen die Finger mit Ringen absckmftten. Die Meldung hat sich also bestättgt. Den russischen Offizier habe man totschlagen lassen: eine Kugel >var der Kerl nicht wert, — Soeben werden mir zwei Schriftstücke aus dem Armeeoberkommando vvrgelegt: l, Ter Wehrmann August K u r z der 5, Komp, des Landivehrinf.-Regts, Nr. 19 und der Wehrmairn Hermann Fanscweh, Ersatz-Bat. Nr, 5, erklären eidesstaatlich, daß sie in dem' Wckkoe von Grodtken der erst erc 11, der zweite neun Fraucüleichen mit a b g e s ch n ittenenBrüstcn undaufgcschlttzten Bäuchen gesehen haben, 2, Ick, Habe den Befehl erhalten, bcttmnk- zngcben, dckß Frauen und Kinder aus der Gegend von Stallupönen von den Russen sortgetrieben worden sind und auch Kindern die .Hände abgehackt wurden (gez.) de la Croix, Rittmeister d. R, Der Berichterstatter Koschetzki, der dies der „Boss. Ztg." berichtet, tut es mit der besonderen Bitte, diese Tinge möglichst nach England weiter zu geben. Es sei für dieses stammverwandte Volk vielleicht wissenswert, zu erfahren, welche Gäste es uns ins Haus geschickt hat. Aus Genf. (WTB.) Genf, 16, Sept, (Nichtamtlich.) Die Agence Hovas brachte aus Genf eine Meldung, daß am Sonntag die Bevölkerung unter Hochrufen auf Frankreich die Straße» der Stadt durchzogen habe, — Dem gegenüber ist festzustellen, daß es hier zu keinerlei Kundgebungen kam. Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz, 5 Zimmer reducritrade 14 hübsche Zim. Wohnung ncbstZu- cbör, Garienantci! ;c. zum Oktober z uermieien, l 8 “'’“ oberes Hoiiiiannktr. 14. ■ ■ i 4 Zimmer \ chulktrane 11, Stadtvoit, ,'räuui. 4-Zim. Wohnung » Dachitock per I, Oktober > reriniclrn. Räb- UalMStin- »sSs 14 ob, b, Xaiienr 2rat*, -chul straste II.__8092 i4ö4lSchünc4-Zim.-Wotni. ii allem Zubehör z» renn. 9 1) nt im mer -tra ue 60. ■ Zimmer-Wohnung mit üem Zubehör per sofort ^er loäter vreisiveri zu ver- ileten, Näberes Pghnliol- raite tz-, Ilont or. 74X8 Neubau Glaubrechtitr. 9 neuzeitl. ringer. 4-Zlmmer» iohnuugen per lolvrt oder »»er z. vermieten Näheres luchnerltrnste^r I I. [ fS09 üilbeluistroirc 6 I idiöiie Zimmer Wohnung, mit ubehör v. los, oder später i vermieten. Näh Fra»! ir ter St rah c 29. 0050 3 Zimmer \ diönc Z-Zim.-WosiMilß 1, Okt. Marbnraer Ttr. 27 i vermiete», s!"8>7 Näheres Brau erei Fl iring, Lich. 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Aliendorf a. Lumda und Geilshausen. Sport-Verein „Merkurs Wir erfüllen die traurige Pflicht, unseren Mitgliedern hierdurch mlizuteilen, dafl am 6. September unser liebes aktives Mitglied Reservist Heinrich Wazner 3. Komv. Ins. Regt. 11« „Kaiser Wilhelm" den Heldentod fürs Vaterland starb. Wir werden ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren. cm, Ter Vorstand. Obstversteigerung. An den Kleisstraßen des Kreises Gießen soll das aus meist besseren Taseläpseln bestehende Obst wie folgt versteigert werden: Bekanntmachung. Die Vergütungen für Verpflegung der wäbrend des MonatS August in Büraerwohuungen untergebracht ne. ivesenen Mannschasten der Reserve und Landwedr werden gegen Vorlage der Auswetszettel im Stadthause, Gartenstrahe 2, Seitenbau in den Stunden von 3 bis 7 Ubr nachmittags gezahlt. Alle Einwohner, bei denen diese Mannschasten uniev gebracht waren, werden ausgesordert, die Vergüttow in den nächsten Tagen in Empsan» zu nehmen. M Ende dieser Woche soll die Liste abgeschloflen werden. Will ein Empsangsberechtigter nicht selbst das Geld erbeben, so muh der an seiner Stelle Anstrerende mit einem Ausweis (Vollmacht» versehen sein Giehen den 16. September 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. 9857B Danksagung. Quittung. Für die Verwundeten unserer Marin« spendet« solgendc Beträge: W. M. 8 Mk., Ungenannt 8 Mk., Ober- sörster E. Tburn 20 Mk., Ungenannt 8 Mk., Frau A»> tonie Emmelius 20 Mk., Pros. Dr. Wiederbold 16 Ml. Frau Namge 8 Mk., Franz und Hilgcndors 8 Mk., Ungo nannt IV Mk., Frau Pros. Kinkel 10 Mk.. zusammen 98 Sh: mit den früheren Spenden von 1421 Mk. gingen im ganze! ein: 1816 Mark. — Herzlichen Dank den gütigen Gebern! Auch ferner bittet um Gaben Pros. Völziug. Goetbestratze 19. _ K Q Benennung der Straßenstrcckcn Zeit der Versteigerung § ^ 8 f « _ s 3 Zusammenkunft und sonstige Bemerkungen 1 Gießen—Rodheim 23. Sept. vorm.8 Uhr 330 An Baum Nr. 1 2 3 Kirchberg-Sichertshaus. Odenhausen—Staufen- I» n 97,, 64 II " 1 An der Kreuzung der bcrg II .. 11 n 8 früheren Staatsstraße 4 Allendors—Climbach 0 9 1, 3 An Baum Nr. 1 5 Climbach-Beuern „ 91 / 2 .. 7 Nächst Climbach 6 Beuern—Allertshausen * 0 10'/... 10 An der Waldecke nächst Allertshausen (Birnen u, Zwetschen) 7 Steinbach—Gießen „ «V-» 55 Nächst Steinbach 8 Steinbach—Lich im Anschluß 16 (Aepfel und Birnen) Nächst Steinbach 9 10 Hungen — Langsdorf Langsdorf — Lich (bis » vorm.8 Uhr 17 „ Hungen Wald) . S'/2„ 35 „ Langsdorf 11 12 Gießen—Leihgestern Watzenborn—Garben- 24. Sept. .. 8'/.,, 2 Am Kreismagazin Nächst Watzenborn 13 teich „ 107. „ 30 (Birnen) Grünbcrg - Beltershain „ 1 . « „ 56 Nächst Grünberg 14 15 Beltershain- Geilshaus. Geilshaus.—Keffelbach " »iv'/-„ 18 „ Beltershain 16 —Londorf „ nachm. 1 „ 22 „ Geilshausen Londorf—Nordeck „ „ 27,.. 19 „ Londorf 17 Lich—Langsdors „ vorm.97, „ 104 „ Lich 18 Kl.-Linden - Gr.-Linden 25. Sept. 1 . 8 „ 180 „ Kleinlinden 19 20 Gr.-Linden—Langgöns Lich—Eberstadt (bis " nchm.N/, „ 75 „ Großcn-Linden 21 Colnhausen) Lich—Steinbach (bis " vorm.8 „ 37 .. Lich 22 23 Wald) im Anschluß 20 An der Turnhalle Lich Lich—Niederbessingen Gießen—Steinbach 26. Sept. vorm.9 Uhr 43 „ Baum Nr. 1 Nächst der Provinzial- 24 (bis Wald) ff « «V. 7 Siechenanstalt Hungen—Nonuenroth 28. Sept. » 87 , „ 16 Bei Nonnenroth 25 Lich—Eberstadt " .. 10 „ 120 Am Bahnhof Dorfgill- Hosgill 26 Eberstadt-Oberhörgern » nachm. 1 „ 60 Nächst Ebcrstadt (Aepfel und Birnen) Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die zahlreichen Blumenspenden bei dem Ableben meines lieben Gatten, unseres teuren Vaters, Schwiegervaters, Großvaters und Schwagers Herrn Heinrich Bolpert Ober-Postschaffner i. P. sagen wir unseren innigsten Dank. Obst Versteigerung. \ Freitag, den 18. lfd. Mts., vormittags 8 Uhr anfangend, wird das Gemeindeobst zu Allendorf an der Lumda versteigert. Zusammenkunft am Wirr. 9861 Allendors a. d. Lumda, den 1b. Sept. 19-14. Großherzogliche Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Elisabeth Volpert. Obst-Versteigernng. Gießen, 16. September 1914. Freitag, den 18. lfd. MtS., vormittags von 8 Uhr an» soll das Obst der Gemeinde Annerod, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. Zusammenkunft bei der Kirche, Annerod, am 14. September 1914. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Horn. 9792 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Frau und Mutter .... frische fische Gießen, den 14. September 1914, Der Großh. Krcisbauinfpektor. _Hechler. 98588 Bekanntmachung. Giehen, Wetzlar und Limburg Für die Garnisonen sind alsbald zu liesern: je 20000 wollene Decken, bunte Decken- und Kovs- volsterbezüae. gewöhnt Bettlaken u. Handtücher, je 1VV00 Strohsäcke und Kopwolstersäcke. Muster liegen aus dem Geschäftszimmer der Garnison, verwalttrnq auk. Angebote, für jede Garnison getrennt, unter Beifügung von Probestücken flnd bis SamStag, den 19. d. Mts., vormittags I t Ubr. im Geschäftszimmer der Garnilonverwattung abzugeben, 9883 O Garnison Verwaltung Meile». Fahnenhttlnen, Ans- s stellstangen.llraht- u B<'fl och ten nach Maas, eiserne Fennter, Bal- kone, Gitter nnd Tore. Antosone Schweißerei. Reparaturen aller Art. i Lieblgstr. >>, Tel. 274. HouizbirgkiliLZiiicAfil gibt billig ab 106818 v. Ritus«, Ftraspr IM. Henriette Sfcin geb. Tröller sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. soeben eingetrolie« Holländer, Kabliau und Schellfische sowie Bratfische Die trauernden Hinterbliebenen I. d. N.: Wilh. Klein, Reserve-Lokomoiivsührer, u. Kinder Giehen, den 16. September 1914. Ferner offeriere» wir Prim neue holl. Mltrinijt sf. neues Sauerkraut iltilkKsrtojseln, 1ÜW. 42 W. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer teuren Entschlafenen sagen wir unseren aufrichtigsten Dank. 9864O Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen: August Ackermann. Gießen, den 17. September 1914. Rheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende nehmen die glanzend bewahrten Petrin - Tabletten Name gesetzlich geschützt 9851 anerkannt beste« RitteI, da vollständig unschädlich, ohne jegliche Nebenerscheinungen und sicher wirkend. — Xu haben in allen Apotheken. **0?«hilft« empfiehlt sich im Anfcrtigeu und Nus wtuuift,*» arbeiten von Hüte», sowie zur Auserlig von einsachcn Blusen, Röcken, Kinderklcidcrn uiw. zu billigsten Preisen. Math. Weinbardt, Vabnbos- strafte 48 ll. lEingang Weft-Anlnge). 06672 Gebr. Verdux Babnbosstrafte 27 (*»a) Fernsprecher 231 Achtung! Heute Donnerstag nad morgen Freitag), vom 8 Uhr »», verkaufe ich einen Waggon schöne Zwetschen, Aeviel a Birnen zu billigen Preisen. Auch Samstag von 8 Uhr « Verkauf im ©orten des Hotel Felscnkeller und Brandet, am Eingang zum Botanischen Garten. Fra« Frosw-, ;ti. a-aTif* //*■>*' Hz» atü H-viXif“*- n *-■