Tr. 215 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, ander Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerZainilienblättcr; zweimal wöckicml.Urelr-- dlattfür den Ureis Sietzen (Dienstag nnd Freitag); zweinnil »wnatl. rand- wirtschaftliche äeikfragen Fernchrech - Anschlüsse: snr die Redaktion 112, Verlag n. Expedition öl Adreffe lnr Devcichen: «nzeigcr Gießen. Lnnadm« von Unzelgen iür die Tagesinnnnier bis vormittags 9 llhr. w. Zayrgang enerAnjeiae Monlug, 14. September 1914 General-Anzeiger sür Oberhessen RsLatiorrrdrAü und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such und Steindruckerei R. Lange. Bezugs» reis: monatlich 75Bi„ vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.: durch die Post M.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokalI5Pfi ansivärts 20 Psemiiq. Eheircdaktenr: A. Goetz. Verantwortlich sür beit polit. Teil: Ang. Goeg; sür .Feuilleton", .Vermischtes" und.Werrchts- saal": Karl lllcurath; sür .Stadt und Land": Redaktion, Expedition und vrnckerei: Schnlfirahe 7. Anj-,qen>eü:' H? «-L künftige Ausfichten im weffpy. - Der neue grche Aeg in Ostpreußen. - Vas Ergebnis der Schlacht bei Lemberg. (WTB.) Großes Hauptguartier, 12. Sept. Tie Lrmce des Generalobersten v. H i n d e n b u r g hat die r n s- ische Armee in Ostpreußen nach mehrtägigem lampfe v o l l st ä n d i g g e s ch l a g e ii. D e r R ü ck >, u g d c r Ilussen ist zur Flucht geworden. Generaloberst von ,) i n 0 c n b u r g hat bei der Verfolgung die Grenze b c - :rits überschritten und meldete bisher über tOOOO unvrrwundcte Gefangene und etwa 80 tzrschütze. Autzerdem wurden Maschinengewehre, Flug ,euge und Fahrzeuge aller Art erbeutet. Die Kriegsbeute trigrrt sich fortgesetzt. Der Generalauartiermeister von Stein. (WTB.) Wien, 13. Sept. Amtlich wird bekannt gelben : In der Schlacht von Lemberg gelang es unseren in und südlich der Grodeker Chaussee eingesetzten Strcit- krSstrii. den F c i n d n a ch f ü n s t ü g i g e ni h a r t c n R i n- gen zurückzudrängen, an 10000 Gefangene zu macheii und zahlreiche Geschütze zu erbeuten. Dieser Erfolg konnle jedoch nicht voll ansgcnützt werden, da unser No rdflügelbciRawaruskavon große rUebcr- macht bedroht wurde, überdies neue russische Kräfte sowohl gegen die Armee Dankt, als ruck, i n demRaumez wische n diescrArmee und lem Schlachtfeldc von Lemberg vordrangcn Angesichts der sehr bedeutenden Ucberlegcnheit des Feindes var es geboten, unsere schon seit drei Wochen fast ununter- irochen heldenmütig kämpfende Annee in einem guten Abschnitt zu versammeln und für weitere Operationen bereit M stellen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. H ö f e r, Generalmajor. lWTB.) Berlin. 13. Sept. (Amtlich.) Auf dem vrstlichen Kriegsschauplätze lmben Operationen, vorüber Einzelheiten noch nicht veröffentlicht werden können. Ul einer ncucnSchlacht geführt, die g ü n st i g steht. Die iwii dem Feind mit allen Mitteln verbreiteten, für uns ungünstigen Nachrichten sind falsch. In Belgien wurde heute ein Ausfall aus Antwerpen. den drei betgrsckie Divisionen unternahmen, zurück ge sch la ge n. In Ostpreuhen ist die Lage hervorragend gut. Die russische Armee flieht in voller Auflösung. Sie lmt bisher mindestens 150 Geschütze, 20000 bis 30 000 unverwnndcte Gefangene verloren. Eine Fülle von bedeutungsvollen Nachrichten, und keine einzige darunter, die von dem deutschen Borgehen etwas ungünstiges berichtet. Tcvgogen die Ha.uptmeldu.ng aus Ostpreußen, die wieder wahrhaft befreiend wirkt. Der letzte Sieg des Generalobersten v. Hindenburg war wieder glänzend, die Niederlage des russischen Nordheeres vernichtend. Die letzte der obigen Meldungen erklärt: „Die russische Armee flieht in voller Auslösung"- In der Tat, diese offene Feldschlacht rmiß für die Russen in eine wilde Flucht ausgcschlagen sein, wenn wir vernehmen, daß bisher schon 20000 bis 30 000 Gefangene den Deutschen in die Hände gefallen sind. Wir wissen, daß die deutsche Heeresleitung im Osten nicht zu viel zu sagen pflogt und daß die Nachrichten gewissenhaft von Tag zu Tag cvgäryt werden. In der Meldung voin Samstag waren es 10000, heute sind es schon doppelt oder dreimal so viel Gefangene. Die Lage in Ostpreußen, die uns im Anfang am meisten Sorge bereiten konnte, ist jetzt „hervorragend !gut". Ata» darf aber die schlichten Worte unserer Sieger auch in ein anderes gutes Deutsch übertragen. Tie Russen, die mit zwei großen Heeren stolz den Marsch nach Deutschland, ja sogar nach Berlin cmtreken wollten, sind alsbald mit Sack nnd Pack hinausgeschmtsscn worden, soweit ihre Armeekorps sich nicht hilflos ergeben haben. Welche ungeheure Blamage für die russischen Melden", welch eine Rtesew- enttänschung für Franfkretch, das sich von seinem Berbün- deten für die Hilse gegen Deutschland so viel versprochen hatte! Die Gesamtzahl der Gefangenen, die deutschen Heeren in die Hand gefallen sind, wird heute schon 300 000 überschritten haben! Dem kläglichen Evgcbnis des russischen Borstoßes in Ostpreußen stehen einige Erfolge russischer Waffen in Galizien gegenüber. Die Schlachtbei Lemberg hat nicht zu dem erhofften entscheide irden Stege der Lesterreicher geführt. Allein die Russen erlangten ihre Vorteile nur durch ihre große zahlenmäßige Ueber- legenheit. Die Petersburger Strategie ging ähnlich vor wie unser deutscher Generalstab. Man wollte vor allem Lesterreich-Ungarn mit großer Uebertegenhctt niedcrtverfen, wie wir es sd Frankreich zu tun gedenken. Noch ist aber nicht allzir viel geschehen. Äe österreichischen Heere sind etwas zurückgewichen, aber nicht geschlagen. Der Angriff imserer.Verbündeten in der Nähe Lembergs, auf der Landstraße von Grodek, war erfolgreich Es wurden dort etwa 10 000 Gefangene gemacht. Grodek liegt nur etwa 20 Kilometer westlich von Lemberg, und man sieht, daß die Russen in der ersten Schlacht bei Lemberg den Gegner keineswegs in die Flucht geschlagen haben. Nach der Art Hinüenburgs hat der General Rennenkampf noch nichts vollbracht. Auch jetzt ziehen sich die Oesterreicher in bester Ordnung und uuö'rsolgt vom Feinde zurück. Die letzte I Meldung des Generalmajors v. Hofer ist sehr klar nnd verschleiert nichts. Tie Linie, in der gekämpft wurde, erstreckte I sich in gerader Linie von Lublin bis Lemberg, also beinahe 200 Kilometer. Im Norden bei Lublin mußte Tankl überlegenen Feinden gegenüber znrückweichen, nnd auch Gcnc- ral Auffenbcrg, der nach einigen Kriegsberichterstattern bei Zamosc, also in der Mitte zlvischen Lublin nnd Lemberg stand, konnte gegen neu hcrandrängcnde überlegene feindliche Truppen nicht weiter Vorgehen. Ebenso ist der Nordflügel dcs österreichischen Heeres bei Lemberg von überlegenen russischen Truppenteilen genötigt worden, zurückzugehen. Rawaruska, wo die Bedrohung durch die Russen ain größten war, liegt etwa 50 Icm nordwestlich von Lemberg. Da befürchtet wurde, der Feind könnte sich zwischen Mt* österreichischen Heeresteile' hindurchschteben, wird das gesamte österreichische Heer in einer rückwärtigen günstigeren Stel- tung gesammelt. Tie Russen sollen etwa 370000 Mann mehr zur Verfügung haben als unsere Verbündeten. Aber die Zahl entscheidet ja nicht allein, und cs wird berichtet, daß die Russen in der Schlacht ungewöhnlich schwere Verluste erlitten haben. lieber die Gesamtlagc auf den Kriegsschauplätzen können wir uns nur freuen. Der Generalquartiermeister nieldet wieder, daß in Frankreich eine für uns günstig stehende Schlacht sich abwickle, und wir wissen, daß wir danach angenehme Erwartungen hegen dürfen. Auch vor Antwerpen steht die deutsche Sach« gut, da ein neuer Ausfall der Belgier ersotgreich zurückgeschlagen wurde. Die Gesamtzahl der Gefangenen in Deutschland. (WTB.) Berlin, 12. Sept. (Amtlich.) Bis 11. Sept. waren in Deutschland 220000 Kriegsgefangene untergebracht. Davon sind Franzosen: 1680 Offiziere, 86 700 Mann. Russen: 1830 Offiziere, 91400 Mann, Belgier: 440 Offiziere, 30 200 Mann, Engländer: 180 Offiziere, 7350 Mann. Unter den Franzosen befinden sich: 2 Generäle, unter den Russen 2 Kommandierende Generäle nnd 13 Generäle, unter den Belgiern der Kommandant von Lüttich. Eine große Zahl weiterer Kriegsgefangener befindet sich ans dem Transport zu den Gefangenenlagern. (WTB.) Berlin, 12. Sept. (Amtlich.) In der hcirte mittag veröffentlichten Angabe über die Zahl der in den Gefangenen-Lagern in Deutschland nntergebrachten Kriegsgefangenen sind die bei Manbengc gefangenen 4 0 0 0 0 Franzosen, sowie ein großer Teil der in Ostpreußen in der Schlacht bei Dannenberg kriegsgefangenen Russen nicht enthalten. Kämpfe in de» Kolonien. (WTB. / Berlin, 13. Sept. (Amtlich.) lieber Kämpfe in den Kolonien liegen wieder verschiedene englische Meldungen vor. In Kamerun sind dabei drei englische Offiziere gefallen und mehrere Mannschaften verwundet worden. Einzelheiten werden über diese Kämpfe merkwürdigerweise nicht berichtet. Aus den Namen der gefallenen Offiziere ist zu ersehen, daß Truppen aus Nigeria an den Kämpfen teilgenommen liaben. Aus der Süd see meldet der Kommandeur der Australischen Marine, daß am letzten Freitag Serbertshohe im Bismarck-Archipel van den Engländern besetzt worden ist. Die Funkcntciegraphcnstation wurde zerstört. Ans den gleichen Berichten ist zu entnehmen, daß die kleine Anzahl der dortigen Deutschen heldenmütigen Widerstand geleistet hat. Die Schlacht bei Paris. DTP. Berlin, 13. Sept. Der Kriegsberichterstatter des „Berl. Tageblattes" berichtet über die Schlacht bei Paris aus dem Großen Hauptquartier: Am 5. September erfolgte ein Ausfall aus Paris in nordöstlicher Richtung in die Gegend südlich von Eröny-en ValoiS, der von der Armee des Generalobersten v. Kluck znrückgeworfen wurde. Die Truppen haben dabei den Feind verfolgt bis unter die Feuer der schweren Geschütz« von Paris. Am 6. September wurde der Ausfall hier erneuert, der ein gewaltiges fianzösisches Artillericfeuer durch mitgeführte schwere Artillerie brachte. Im Anschluß daran» erfolgte ein starker Vorstoß französisch-englischer Kräfte gegen die Linie Meaux-Montmirail. ' Teile des rechten deutschen Flügels gerieten angesichts der feindlichen Uebermacht in Gefahr, so daß man aus taktischen Gründen den Flügel zurückbog. Die Kämpfe führten zu einem blutigen Zusammenbruch des ftanzösischen Augriffes. 50 französische Geschütze und 4000 Gefangene wurden allein hierbei erobert. Ein Artillerieregiment, das von einer Höhe bei Verdun auf eine andere durch schwierige Gelände und eine tiefe Grube mußte, vollbrachte eine Heldentat. Es ist durch schweres Artillcriefeuer hiudurchgega ngen, ohne einen Mann zu verlieren. Auf der Höhe angekommen, sagte der Adjutant zu dem Obersten: Das war schön! Im selben Augenblick trifft den Adjutanten eine feindliche Kugel tölltch. Tic Lage der Oesterreicher. Berlin, 13. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Der Kriegsberichterstatter des „Berl. Lokalanz." meldet aus dem österreichischen Hauptpresscquartier: Obwohl die Operationen auf dem galizischen Kriegssckmuplatz mit großen Verlusten auf beiden Seiten endeten, ist die Lage d«r Oesterreicher doch für die Zukunft recht vielversprechend. Tie Heeresleitung hat den reckten Augenblick gewählt, als sic nach dem Erfolge von Grodek die Mcrwirrung der Rüsten benutzte und ans eine best verteidigte, kaum einnehmbare Linie! zurückging, wo sich die Arniee ruhig erholen und Berstär- kungen erwarten kann, um die Offensive mit neuen Kräften aus- zunchmen. Tat, die österreichische Ofienstvc abstautr, ist nicht zu verwundern. wenn man hört, daß der Gegner 350000 Mann mehr Truppen im Schlachtraum versammelt hat. Tie österreichischen Truppen gingen mit unbändigem Mul vor, was wohl teilweise die riesigen Verluste erklärt. Aber vermochten iie heute den Feind ans der Stellung zu werfen, morgen war er in doppelter Zahl wieder da. Manche Regimenter haben alle Offiziere verloren. Als mm die inzwischen in dem Raume um Lemberg crsckwinenden Armeen Auflenberg und Dankt plötzlich von überraschend großen russischen Heercsmassen, die sich keilartig dazu ischen schoben, angegriffen wurden und zurückgehen mußten, blieb auch den übrigen österreichischen Gruppen, die schon in überaus btntigcn schweren Kämpfen fast zwanzig Kilometer an Terrain geivonnen hatten, nichts anderes übrig, als sich der R ückwä r t s b e we g u n g anzuschließen und die schon erwähnten festen Stellungen einzunehmen. Was ims mit allem aussöhnen muß, ist die Tatsache, daß es um die russischen Truppen trotz riesiger Uebermacht weit schlimmer steht als um die österreichischen. Nach Ansiagen von Gesängen«» leiden sie die grüßte Not. Besonders übel geht es den Verwundeten, da die Scmitätsmaßnahmen sehr schlecht vorbereitet sind. Berlin, 13. Sept. Ein fesselndes Bild von der Schlacht bei Lemberg entwerfen die Kriegsberichterstatter der Morgenzeitungen. ES heißt in ihren Berichten: Das ununterbrochene Geschützfeuer verdrängt jedes andere Geräusch. Zur Linken liegt ein Wäldchen, über dem fortwährend weiße Schrapnellwolken schweben, aus denen gelbe Blitze zucken. Ter Wald wurde gestern in einem schweren Nachtangriff genommen. Zur Rechten wird ein Fesselballon zeitweise mit Schrapncllfeuer bedacht. Im übrigen ist nichts als die berühmte Leere des modernen Schlachtfeldes zu sehen. In weiter Ferne sah man einmal einige schwarze Punkte, die plötzlich austauchten, aber gleich wieder versanken. Ofsenbar waren es im Feuer vorgehende Schwarmlinien. Inzwischen machte das Streuseuer russischer Schrapnells, die nur wenige hundert Meter vor und rechts von uns explodierten, das Aufsuchen von Deckungen notwendig. Bald darauf schien sich das seindliche Artillerieseuer zu entsernen, da unser Angriff ofsenbar Ersolg gehabt hatte. Wien, 12.Sept. (WTB.) Amtlich wird bekannt- gegeben: 10.September, abends. DieSchlachtbeiLem- berg dauert an. Unser Angriff gewinnt allmählich an Raum. Die Nachrichten von dem südöstlichen Kriegsschauplatz lassen erkennen, daß Teile der serbischen Armee, während wir die Drina überschritten, in Svrmien einbrachen, wo die Abwehr eingeleitet worden ist. Der Stellvertreter dcs Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Generalmajor. Die Kampfesweise der Serben. Prag, 12. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Bo- hem i a" bringt die Erzählung eines bei Sch ab atz schwer verwundeten Hauptmanns über die Kampfesweise der Serben, die besagt: Tie serbilche Infanterie ist sehr tapfer, schießt aber schlecht. Nur ihre guten Schüben und Komitadschis werden dazu verwandt, auf Bäumen versteckt hauptsächlich die österreichisch- nngariscken Offiziere zusammenzuschießen. Tie serbische Artillerie ist vorzüglich, was sich ganz natürlich aus dem Umstande erklärt, daß sie im eigenen Lande kämpft, jede Distanz genmi kennt und von der heimischen Landbevölkerung sehr gut unterstützt >vird. Wohin die österreichisch-ungarische Infanterie sich bewegt, da sieht man überall Strohtzanfcn und Häuser in Flammen aufgehen; hierdurch wird der serbischen Artillerie die Richtung angegeben. In der Gruft einer Kirche in Schabatz fand ein Mann eine Telephonzentrale vor, von der tinterirdische Kabel nach den verschiedensten Stellungen der Serben gingen. Der serbische Soldat ist nicht feige. Zwar haben sich viele gefangennehmen lassen, jedoch zu dem Zwecke, uns durch falsche Angaben zu täuschen oder zu mcuchelmörderischem Zweck. Es ist vorgekommen, daß Gefangene versteckt gehaltene Handgranaten ans die sie begleitende Patrouüle 'warfen und dann, die Verwirrung benutzend, slüchtetcn. Weiber kämpften mit Genwbren, Kinder wmsen aus dem Hinterhalt Handgranaten. Ein zwöll- jähriges serbisches Mädchen, das mit Gewehrschüssen in den Beinen in dem Spital von Neusatz liegt, rühmt sich, scchzehnBom b e n aus österreichisch-ungarische Soldaten geworfen zu haben. Tie Serben beschießen auch Verbandplätze. Der Reichskanzler über die englischen Verdrehungen. Kopenhagen, 13. September. (WTB. Nichtamtlich.) Ritzans Bureau hat vom Reichskanzler v. B e l h m a n n Ho llweq mtchstehcnde Mitteilung erhalten: Der englische Premierminister hat m der Guildball in einer Rede für England die Rolle des Beschützers der Neinerrn, schwächeren Staaten in Anspruch genommen und von der Nentrali- tLi 'S e1 (i i c n 8, Lollands und der Schweiz gesprochen, die von Deutschland gefährdet fei. Es ist richtig, wir l-aben Belgiens Neutralität verletzt, weil bittere Not uns zwang, aber wir lwllen Belgien volle Integrität und Schadloshaltung zugcsagt, wenn cs mit dieser Notlage rechnen tvollte, Belgien iväre ebensoioenig etwas geschehen wie z, B, Luxemburg, Latte England als Beschützer der schwächeren Staaten Belgien unendliches Leid ersparen wollen, dann hätte es ilnn den Rat erteilen müssen, unser Anerbieten an zunehmen Geschuht hat cS unseres Wissens Belgien nicht. Ist also England wirklich ein so selbstloser Beschützer? Wir wissen genau, das, der französische Kricgsplan den Durchmarsch durch Belgien zum Angriff aus die unbeschützlen Rheinlande vorsah, Gibt es jemand, der glaubt, England toürde dann zum Schutze der belgischen Freiheit gegen Frankreich eingeschritten sein? Die Neutralität Lollands und der Schweiz haben wir streng respektier t und auch die geringste Grcnzübersckweitung des niederländischen Limburgs peinlichst vermieden. Es ist aufsällig, dass Asquith nur Belgien, Lolland und die Schweiz, nicht aber auch die g ka n d i n a v i s ch e n Länder erwähnt, Tie Schweiz mag er genannt haben im Linbliek aus Frank reich, Lolland und Belgien aber liegen England gegenüber an der anderen Küste des Kanals, Darum ist England um die Neutralität dieser Länder so besorgt. Warum schweig! Asguith von den skandinavischen Reichen? Bielleicht, weil er weiß, daß es uns nicht in den sinn kommt, die Neutralität dieser Länder anzutasten? Oder sollte England etwa sür einen Vorstoß in die Ostsee oder für die Kriegführung Rußlands die dänische Neutralität doch nicht sür ein noli me taneere halten? Asguith null glauben machen, daß der Kamps Englands gegen uns ein Kamps'der Freiheit gegen die Gewalt sei, 'An diese Aus- idrucksweisc ist die Welt gewöhnt. Im Namen der Freiheit btt "England mit Gewalt und einer Politik des rücksichtslosesten Egoismus sein gewaltiges Kolonialreich begründet, im Namen der Freiheit hat es noch um die Wende dieses Jahrhunderts die Selbständigkeit der Burenrcpublilcn vernichtet, im Namen der Freiheit behandelt es jetzt Aegnptcn unter Verletzung internationaler Verträge und eines feierlich gegebenen Versprechens als englisch« Kolonie, Im Namen der Freiheit verliert einer der malayischcn Schuftstaaten nach dem andern seine Selbständigkeit zugunsten Englands. Im Namen der Freiheit sucht es durch Zerschneidung der deutschen Kabel zu verhindern, daß die Wahrheit in die Welt dringt. Der englische Ministerpräsident irrt sich. Seit England sich mit Rußland und Japan gegen Deutschland verband, hat es in einer in der Geschichte der Welt einzig .dastehenden Berblendung die Zivilisation verraten und die Sache der Freiheit der europäischen Völker und Staaten dem deutschen Schwert zur Wahrung übertragen, gez, von Bethmann Lollweg, London, 12. Sept, (WTB, Nichtamtlich.) Lord Cnr- * o n sagte in einer Rede in Glasgow, er hoffe es zu erleben, dost die Lanzen bengalischer Reiter auf den Straßen Berlins funkeln und duukelhäutige Gurkhas es sich in den Potsdamer Parks bequem machen würden. Keine Parteien mehr. Straßburg (Elsaß), 13, Sept, Das Generalkommando des 15. Armeekorps hat das Verbot des Besuchs sozialdc in akratischer Gaststätten und gewerkschaftlicher Lokale durch die Hceresanaehörigcn des 15. Armeekorps außer Wirksamkeit gesetzt. Wieder ein Zcppelinkrcuzer über Antwerpen. DDP, Antwerpen, 12, Sept, Ein Zeppelinkreuzer hat abermals scchsBomben ans die Stadt geworfen. Der Schaden ist unbedeutend. Der Ballon wurde von einem Fort aus beschossen, konnte aber dem feindlichen Jener entkommen, (Voss, Zeitung.) , , Eine Verleumdung. Berlin, 13, Sept, (WDB. Amtlich.) Nach einer Meldung aus Kopenhagen entblödct die dortige französische Gc- ffandtschaft sich nicht, folgendes zu verbreiten: Die französische Rote-Kreuz-Schwester Marcclle I o n y erklärte unter dem Anerbieten eidlicher Erhärtung vor dem Gericht in Nancp nachstehendes: Am 15, August, nach dem Gefecht bei Moiicel-sur-Seille, wurden zwei Mitschwestern und ich zuin Dienst auf das in deutschem Besitz verbliebene Schlachtfeld ! entsandt, Aus der Wahlstatt sahen wir einen bayerischen Offizier und einen Soldaten im Begriff, zwei vcrwun- 'd etcnFranzosendie Oh reu abzusch neiden. Der 'eine von ihnen war ein Ossizier, Als ich und meine Begleiterinnen, die gleich mir das Abzeichen des Roten Kreuzes .trugen, den Unglücklichen zu Hilfe kommen wollten, schoß ein bayerischer Offizier auf mich und verwundete mich am Arm, Ms ich aus der Ohnmacht erwachte, seH sch meine beiden Begleiterinnen getötet .an meiner Seite liegen. Ich kam dann nach Moncel ins Lazarett. (H y st e r i s ch e P h a n - tasie zeitigt ja die ungehenerlichsten Dinge, Diese Geschichte aber trägt für jeden, der deutsche Offiziere kennt, so deutlich den Stempel der Erfindung, daß man sie nur mit Verachtung zurückweisen kann.) An das zweite bayrische Armeekorps. München, 10, Sept. Der kommandierende General des zweiten baperischen Armeekorps v, M a r t i n i hat folgenden Korps-Tagesbefehl erlassen: An den großen Erfolgen der in Belgien und nordwestlich Metz operierenden deutschen Arniee lWt auch die sechste Arniee einen wesentlichen Anteil, da sie durch ihr heldenmütiges Aushalten starke feindliche Kräfte gefesselt, deren Angriffe aus der ganzen Front siegreich zurückgewiesen und damit den Feind verhindert hat. einen Teil seiner Streitmacht nach Norden zu verschieben. Das zähe Standhalten der sechsten Armee wurde von der obersten Heeresleitung ausdrücklich anerkannt. Die damit verbundenen Verluste sind nicht vergeblich gewesen und treten in ihrer Bedeutung vor den erzielten Erfolgen zurück. Den Trupven des zweiten Armeekorps, die für ihre Ausdauer unter den schnnerigcn Verhältnissen ganz besonderer Anerkennung verdienen, ist Vorstehendes bekannt zu geben mit dem Limoeis, daß die Gesamtlage zunächst auch wciker- hrn ein unbedingtes Ausharren der sechsten Armee fördert, bis sie aus Befehl des Kaisers neuerdings zum Angriff schreiten darf. Eine französische Huldigung sür deutsche Hochherzigkeit. Pforzheim. 12, Sept. Die im Osterfcldlazarett untcrgebrachtcn verwundeten Franzosen haben von sich aus das Bedürfnis gesuhlt, der Lazarettvcrwaltung ihren "Dank ausznsprechen über die Arl und Weise ihrer Behandlung, Sie taten das. wie wir dem „Pforzheimcr Anzeiger" vom 10, d, M, entnehme», in einem an den ärztlichen Leiter »des Lazaretts, Herrn Med Rat Dr. Rupp gerichteten Brief der in wörtlicher Uebcrsctzung lautet: Herr Direktor! Die iranzösisch«,, Verwundeten, die in Pforzheim verpflegt tverden, danken Ihnen hiermit sür den Dienst ,den Tie ihnen durch die Benachrichtigung ihrer Famüien erwiesen haben. Dieser Umstand bildet sür die Verwunacten eine w'Nvollc ieclische Erleichterung, indem sie dieselben von einem Getühl der Bedrückung bei,eit und dadurch zu ihrer Wied'rh-r'tellung h-itriigt. Auch lind w.r g ücklich, der w.ud.rbarea Organisch»» de Roten Kreuzes und tnstcnntberc d r Sektion Pwezh ini den Ausd uck uuirrer vollen Dankbarkeit aaiLzuspircten für di: io ve>- stäudnisvolle Hingebung, mit der sic das Ziel vcrjolgt, sie Opfer des Krieges wieder aufzurichten. Ein Kamerad, der tro- der uns allen z.steil g,wordenen sorg faltigen Pilcge im Sterben liegt, bittet, das, sein letztes Wort ein Wort des Tankes sei und eine Huldigung sür die vollkommene Hochherzigkeit des deutschen Volkes, für die Art und Weise, auch die fremden Verwundeten zu pflegen. Für die 52 verwundeten Franzosen im Osterietd-Lazarett: gez. Marius Cercde, 92. Inf,-Regt," Auszeichnung Hindcuburgs. Wien, 13, Sept, (WTB, Nichtarntl.) Kaiser Franz F o s c s versieh dem siegreichen Führer der deutschen Ost- heerc, Generalobersten v. Hin den bürg, das Grohkrcuz des St. Stephnnsordens, sowie das Militärverdienstkrcuz mit der Kriegsdekoration, ferner dem Generalmajor v, L u- dendorf den Orden der Eisernen Krone erster Klasse mit der Kriegsdekoration, Geueralquartiermeister v. Stein. Der Generalquartiermeister der deutschen Armee, Generalleutnant v, Stein, vollendete am 13, September sein 60. Lebensjahr, Der Provinz Sachsen entstammend, gehört er dem Heere seit 1873 an, Ar stand zuerst mehrere Jahre hindurch im 1, Feldartillerie-Regiment, besuchte dam: die Kriegsakademie pnd kam früh in den Generalstab, In diesem war er, von mehreren meist nur kurzen Komman- dos in der Front abgesehen, bis 1912 tätig, zuletzt als Abteilungschef und dann als Quartiermeister, Mehrmals war er Schiedsrichter bei den Kaiserntanövern, Bor dem Kriegsausbruch stand General v, Stein, der im Vorjahre geadelt wurde, an der Spitze der 47, Division in Deutsch-Eylau, Die Sicherung der künftigen Fleischversorgung Deutschlands. B c r l i n, 12. Sept. (WTB, Nichtamtlich.) Nach Kriegsausbruch sind übereilt Schlachtungen von noch nicht schlachtreifen Rindern trotz der reichlichen Versorgung Deutschlands mit Schlachtvieh, besonders mit Schweinen vor- genommen worden. Zur Sicherstellung der künftigen Fleisch- vcrsorgung und Erhaltung des Nachwuchses hat daher der Bundcsrat laut „Norddeutscher Allg. Zlg," ungeordnet, daß Schlachtungen von Kälbern mit weniger als 75 Kilogramm Lebendgewicht und von weiblichen noch nicht sieben Jahre alten Rindern für die Dauer von drei Monaten vom 11, September ab gerechnet verboten sind. Das Verbot findet keine Anwendung auf Weidcinastvich, auf vom Auslaud ein- gcführtcs Schlachtvieh und aus Notschlachtungen, Ausnahmen können in Einzelfällen zugclasseu werden. Der Zweck der Maßnahme ist dir Sichernng der Flcischvcrsorgung für das kommende Jahr zu erträglichen Preisen, Ferner wurden die Verwaltungen der größeren preußischen Städte angeregt, für den baldigen umfangreichen Aufkauf von Schweinen zur Verarbeitung von Dauerware, besonders Speck, Pökelfleisch, Schinken und Wurst zu sorgen. Auch die preußische Heeresverwaltung wird in ihren Konservenfabriken Schweinefleisch in größerem Umfange als bisher verarbeiten lassen. Aufstand in Indien? Stockholm, 13, Sept, Nach einem Londoner Telegramm der „Göteborg Morgcnpost" werden zwar in der englischen Presse optimistische Schilderungen über die Lage in Indien veröffentlicht, dach gibt j/tan im Jndia Office den Ausbruch des Aufstandes HU, Man bezeichnet die Lage als ernst, Ter Gouverneur von Odessa erschossen? Sofia, 13, Sept, Das Blatt „Utro" meldet: Der Militärgouverneur von Odessa, General K a u b a r s, wurde wegen Spionage erschossen, Bulgariens Mißtrauen gegen Griechenland. Sofia, 12. Sept, (Nichtamtlich.) Der griechische Gesandte Raum hat schriftlich die dem Ministerpräsidenten bereits mündlich abgegebene Versicherung erneuert, daß keine Konzentration von griechischen Truppen stattgcsiinden hat, weder bei Gewheli noch bei Deiran, und daß keinerlei Maßnahme ergriffen wurde, die als gegen Bulgarien gerichtet ausgelegt werden könne, und daß die griechischen Truppen in Mazedonien in keiner anderen Weise verstärkt wurden als durch Entsendung von 4000 Rekruten des Jahrganges 1914, die dazu bestimmt seien, die Kadres der in Mazedonien liegenden Regimenter zu ergänzen. Die Haltung Rumäniens. Wien, 13, Sept, (WDB, Nichtamtlich.) Die „Reichspost" erfährt aus Bukarest: Die Meldung, daß König Karo! an den deutschen Kaiser ein in warmen Worten abgefaßtes Telegramm abgeschickt habe, wird dahin berichtigt, daß der König dem Kaiser nicht ein Telegramm, sondern ein langes, sehr herzliches Privatschreiben gesandt hat. Aus Schweden. Stockholm. 12. Sept, (WTB, Nichtamtlich.) Der Reichstag hat heute in einer außerordentlichen Sitzung! die Verteidigungsvorlage der Regierung mit einigen von dem Ausschuß vvrgenommenen unwesentlichen Aen- dcruiigen angenonimen. Alle Parteiführer benutzten die Gelegenheit, sich mit der Neutralitätspolitik der Regierung e i n v e r st a n d e n zu erklären, Schweden wolle den Frieden, wolle aber auch imstande sein, seine Unabhängigkeit zu verteidigen, Unfall eines türkischen Transportdampsers. Konstantinopel, 12, Sept, (W, B. Nichtamtlich.) Dorgestcrii nacht ist ein kleiner Transportdampser mit 110 Soldaten an Bord im Hafen mit einem italienischen Dampfer zusamlnengestosteil und gesunken, Bon allen an Bord Besindlichen sollen nur 15 Soldaten gerettet sein. * * * Ter Heldentod des Prinzen von Meiningen. Berlin, 13, Sept, Ein Samariter der Berliner Etappenkolonne vom Roten Kreuz hat dem Zcntralbureau des Roten Kreuzes in Frankfurt a, M, folgende telegraphische Meldung über den Tob des Prinzen Ernst Ludwig von Meiningen ^erstattet: Prinz Ernst Ludwig von Meiningen siel an der spitze seiner Truppen, von einer Kugel schwer getroffen. Von einem .Samariter, der ihn aufzilnehmen versuchte, erbat sich der Verwundete einen, schluck Wasser und überreichte ihm dann einen Zettel aus einem Feldnotizblock, der folgende Worte enthielt: „Wem, ich aus dem Felde der Ehre für Deutschlands Größe satten sollte, so begrabt mich nicht in meiner Fürstrugrust, sondern scharrt niich in das Grab meiner tapferen Kameraden ein. Grüßt mir meinen Kaiser!" Ei>« Deutscher in Ostende erschossen. Berlin, 12, Sept, iNichtamtlichtt Bor einigen Tagen sahen wir aus Ostende die Nachricht gebracht, daß dort ein deutscher Rcicheangehöriger erschossen worden ist. Wie tvir von zuständiger Seite erfahren, handelt cs sich um einen hochan gesehenen deutschen Kaufmann, der bei Ausbruch des Krieges zu geschäftlichen Zwecken in Belgien tveiltc, Spionagedienste hat er niemals geleistet. Die Tarlehnstasscn. Berlin, 12, Sept, (Nichtamtlich.) Bon zuständiger Seite wird der vereinzelt aufgetauchten Ansicht entgegen- getreten, daß die Darlehenskassen Darlehen nicht länger als ans sechs Monate gewähren könnten. Diese Besorgnisse lver- den als unbegründet bezeichnet, Darlehensnehmer und besonders Zeichner der Kriegsanleihe, die übrigens genau wie die älteren Anleihen des Reiches Mündeksicherheit genießt, können auf volle Berücksichtigung ihrer Wünsche betr, Prolongation der Darlehen rechnen. Aus dem Reiche. Berlin, 12, Sept, (W, B, Nichtamtlich.) Der Präsident des Reichstages, Dr, Kaemvi, hat an die sozialdemokratische Fraktion folgendes Schreiben gerichtet: Unser Kollege, der Reichstagsabgeordnete Dr, Frank-Man»-' heim fand im Kampfe für die Ehre des Baterlaudes den Helden- t o d. Zu dem schweren Verluste, den dadurch die sozialdemokratische Fraktion und der Reichstag erlitten, gestatte ich mir. Ihnen meine aufrichtigste und herzlichste Teilnahme auszusprechen, Kaempf, Präsident des Reichstages, — Ferner ist von dem Stcllvettreter des Reichskanzlers, Staatsministcr Dr, Delbrück, bei dem Präsidenten des Reichstags ein Schreiben folgenden Inhalts ein. gcgangcn: Im Kampfe um Deutschlands Verteidigung siel als erstes Mitglied des Reichstags Mgeordneter Ludwig Frank aus dem Felde der Ehre, Er besiegelte damit die Gesinnung, die er durch Eintritt als Kriegsfreiwilliger bekundet hatte, mit dem Tode. Ew, .hochwohlgeboren beehre ich mich, zu ersuchen, dem Reichstag den Ausdruck meiner wärmüen Teilnahme an dem Verluste, den er durch den Tod Franks erlitten hat, zu übermitteln, Mün chen . 12, Sept, (W, B , Priv.-Tel.) Die städtische Sparkasse München hat für die Reichskriegsanleihe 10 Mil- lioncn Mark gezeichnet, Erfurt, 12, September, (W.Btt Der stühere Landlvilt-> sckastsminister Frhr. Lucius v, Ball Hausen, Mitglied des Herrenhauses, ist iin Ater von 79 Jahren nach längerem Leiden gestorben, Frhr, v, Lucius wurde 1888 als Nachfolger von Fricdenthal preußischer Laandwirtschasismurister, Früher Freihändler, verwandelte er sich in einen extremen schutzzöllner und betätigte sich ganz im Sinne der neuen Wirtschaftspolitik des Fürste», Bismarck, Er ttat am 17. November 1890 wegen^der Llnbabuung der handclsverttäge von seinem Amt zurück. Im Jahre 1895. wurde er in das Herrenhaus berufeir. Königsberg, 13. Sept, tWB, .nichtamtlich) Prinz> F r i e d r i ch W i lh el m v o n P r c u ß e » hat für die Notleidenden in O st v r e u ß e n 1000 Ml., die Stadt Hamborn in der Rheinprovinz 5000 Mk. gespendet, W Deutsche Kolonien. Berlin, 12. Sept, Die „Voss, Ztg," meldet aus dem Haag: Nach einem amtlichen englischen Bericht mußten am Mittwoch bei einem Angriff deutscher Truppen in Karo naga am Nordwcstufer des N j assa-Sees aus englischer Seite vier Weiße getötet werde»! sieben Weiße wurden verwundet, Rotterdam, 12,Sept, Die englische Regierung er-: hielt Nachrichten, denen zufolge in K a m e r u n drei englische: Offiziere gefallen und mehrere Mannschaften verwundet seien. Aus den Namen der Getöteten ist zu sehen, daß Truppen aus Liberia an den Kämpfen beteiligt waren. Au» Stadt und LarrS. Gießen, 14. September 1914. Bon der Handelskammer wird uns folgendes geschrieben: Durch Verordnung vom 6, August 1914 hat der Bundesrat die Fristen für die Bor- nähme einer Handlung, deren es zur 'Ausübung oder Er» Haltung des Wechselrechts oder des Regreßrechts aus dem Scheck bedarf, bis auf iveiteres um 30 Tage verlängert^ soweit sie nicht am 31. Juli 1914 abgclaufen waren, Ten Wechselgläubigern ist es dadurch möglich, ihren Schuldnern 30 Tage Kredit zu geben, ohne daß sie besürch'ten müssen, ihren Regreß gegen die Vormäuner zu verlieren. Es scheint nun vielfach die Meinung verbreitet zu sein, daß auch der Wechselschuldner einen gesetzlichen Anspruch auf die verlängerte Protestfrist habe: diese Auffassung ist aber durchaus irrig. Wohl aber niuß es als dringend wünschenswert bezeichnet werden, dgs; der Wechselgläubiger auf die durch den Zwang der gegenwärtigen Verhältnisse geschaffenen Notlage des soliden Wechselsckyildners in tunlichst weitem Umfange Rücksicht nimmt. Eine solche Rücksichtnahme ist um so mehr geboten, als auch die Gerichte in bürgeri lichen Nechtsstreitigkeiten Zahlungsfristen bis zu drei Monaten bewisiigen und, falls eine Zahlungsfrist nickst bestimmt ist, die Vollstreckung in das Verntögen des Schuldners für die Ämter von längstens drei Monaten einMlleil können. * Aus dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten,) Gras Albrecht zu Rcchteren-Limpurg, Verpile- gungsossizier, 1, Bat, 116, Bruder der Fittstin zu Isenburg-Büdingen, — Musketier Ludwig Schön, Jnf.-Rgt, 116, auSStaufen- l>erg, — Geir, Wilh, Dich, Jnf.-Rgt, 168, aus Weitershai«. — Hauvtm, Wilh, Frhr, Schaesfer von Bernstein, Jnf.- Rgt 131, in Darmstadt. — Landwehrm, Friedrich Stelzer in Dannstadt, — Feldw, Hcinr, Momberger, Jns,-Rgt, 116, aus Sttimpettenrod, — Oberbootsmannsmaat Peter Raub aus Worms Neilhmisen, — Rittm, b. Res, und Gräfl. Görtitzischer Forstmeister Ri eg er in Schlitz, — Feldwebelleutnant Carl Warwel in Frankfurt a, M, — 2t. d. Res, und Rcgierungsbaumeister Willp To dt, Jnf.-Rgt, 116, in Wetzlar, — Oberjäger Carl Bicbel, Res.-Jägcrbat 8, aus Dornheim, — Res, Heinrich Becker jun, in Darmstadt, — Hauvtm, Hans von Oertzen, Jnf.-Rgt, 115, in Dormstadt, — Landwehrm, Karl Höhner in Wiesbaden, — Reservist Theodor Hipp aus Wiesbaden, — Musk, Oskar Moos aus Wiesbaden, — Res, Donatus Pühlhüfer aus Wiesbaden, — Unteroff, d. Res, Carl Wolsgang Freiherr v, Wiescr aus Wiesbaden, — Ofsizicrstellv. Aug, 'liefet, Jns,- Rgt, 118, in Bodenhcim, — Rei-Radiahrer Will» Bach aus Bierstadt, — Res, Andr, Wege, Jnf.-Rgt, 83, aus Buchenau, •- Bizeseldw, d. Res, Jos, Eismapcr, Jns,-Rgt, 118, aus Mainz, — Kanonier Wilhelm Krombach, Fuß-Art,-Rgt, 3, aus Wcil- tburg, — Lehrer Friedrich Berg in Dorndiel, — 2t. d. Res, u Lehramtsasscssor Hcinr, Jockel in Tarmstadt, — Komv -Oisi' zier Willy Tombach in Wiesbaden, — Osf.-Stellv, Dipl,-Ing, Hans L a u p u s in Wiesbaden, ** Kriegsanleihe, Die Provinz Oberhcssrn wird sich an den auszugebenden Kriegsanleilstii mit 2 00000 Mark Deutsche Retchsanleihe beteiligen, ** Ein Trost vom Prinzen Joachiin von Preußen, Wir berichteten kürzlich, daß der verwundete Prinz Joachim auf der Durchreise mit seinen Husaren etwa eine Stunde auf unserem Bahnhof verweilt hat, nwf)* rcnd die Husaren in der Feldküche sich stäritcn. Man be» richtet uns jetzt über den Aufenthalt des Prinzen, da* er in dem dem Bahnhof gegcnicher liegenden Verkaufs- b Schokolade erstand, die er an seine Husaren, wie sie gerade begegneten, verteilte. Ms er den Bahnsteig der betrat, begegnete ihm ein weinendes junges Mäd- i, das sich gerade von seinem Verlobten verabschiedete, >er Mädchen," meinte der Prinz, „iveinc doch nickst, in dein Schatz in den Krieg zieht. Ich habe mein Mäü- i auch daheim lassen müssen, denn die Mädchen können doch nicht gegen die Franzosen schicken," — Ein Wolff- s Telegramm meldet von oem Prinzen nod) folgendes: Herzogin Luise von Baden hat vvn dem Prinzen ach im Vvn Preußen folgendes Telegramm erhalten: rrch Gottes Gnade war es mir vergönnt, im Sckirapncll- ,>r für unser geliebtes Vaterland verwundet zu werden, kannst Dir denken, wie stotz ich bitn, Das ..Eiserne uz 2. Klasse wird mich stets an diesen schönsten Tag nes Lebens erinnern. Dein dankbarer Großneffe rchim," — Prinz Joachim ist nach neueren Nach- ,ten in Berlin eingetroffen, und zwar aus einem Lazarett Menstein, wohin er nach seiner Verwundung gebracltz cde, ** Vom Reserve-Regiment 116 ist verwundet ückgekvmmen Hauptmann Bader, ** Wieder ins Feld gezogen. Von unfern Vcr- ndeten sind am Samstag ca, 30 Mann als geheilt und cäftigl wieder ins Feld gerückt. ** Erbeutete Geschütze, Die Großh. Provinzial- ektion hat sich in Verfolg von auch in Nr, 212 unseres tttes zum Ausdruck gebrachten Wünschen an das stelltretende Kommando des 18, Armeekorps mit der Anfrage oendet, ob es nicht zu ermöglichen >väre, daß einige er- tete Geschütze nach Gießen kämen. Wie uns nun mitgetcilt d, ist hieraus vom General-Kommando die Nachricht ein- angen, daß dem patriotischen Wunsche um Ausstellung i solchen Geschützen in Gießen zurzeit leider noch nicht sprochen werden könne, da bisher auch in Frankfurt noch ne feindlichen Geschütze angckommen wären. Der Wunsch rde aber Berücksichtigung finden, sobald erbeutete Geschütze süabar seien. ** Vom Roten Kreuz Gießen wird uns gerieben: iSki der Abrechnung für August ergab sich solider Verbrauch an Naturalien bei der Verband- und Er- schungsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof für die durch- scnden Truppen und die deutschen Verwundeten: Laib Nwarzbrot 1631 Stück, Wecke 4600 Stück, Wurst 975 Kilo, ffee 209 Kilo, Milch 390 Liter, Kartoffeln 250 Mo, Boh- „ 60 Mo, Erbsen 3 Kilo, Kakao 10 Kilo, Zucker 254 Kilo, er 2601 Stück, Tee 15 Kilo, Schokolade 8 Kilo, Butter- atz 190 Kilo, Salz 4 Kilo, Zigarren 10800 Stück, Post- cren 32 500 Stück, Pfeffer 1 Kilo, Nelken 1 Kilo, Reis Silo, Hascrslocken 5 Kilo, Bouillonwürfel 100 Stück, aggiwürfel 68 Stück, Malzkasfec 193 Kilo, Dörrfleisch und »eck 46 Kilo, Zitronensaft 157 Flaschen, Zwieback 26 Kilo, ** Deutsche F e l d p o st. In Ausführung einer Post- sörderung mit Kraftwagen ist am 9, bei Villcrs Cotterets südwestlich von Soissons — ein Sohn des Fabrikdirck- cs Ehrhardt aus Zella St, Masii, der sich mit einer ößeren Zahl Postautos aus den Kriegsschauplatz begeben tte, von feindlichen Truppen überfallen und erschoffen erden, Man sieht hieraus, daß die Feldpost keine Gehr scheut, um die Feldpostsendungen an die in der ont stehenden Truppen zu überbringen. Ob bei dem Ueber- l Posten in Verlust geraten sind, haben wir noch nicht ähren können, ** Der Verein für Rasenspicle hat von seinen 0 Mitgliedern 120 ins Feld geschickt, von denen 52 frei- 1 l l i g zu den Fahnen eingelreten sind, ** Postkarte eines schwedischen Studenten, ichstchende Postkarte eines schwedischen Studenten, der vor einiger it m Gießen studierte, wird cms zur Verfügung gestellt. „Werter Herr X. Ihr germaniichcr Gruß hat mir große :cuoc gemacht. Mit großem Interesse (um einen milden Aus- uck zu benutzen^ folgen wir von Tag joi Tag dem großartigen impfe des großen Vrtcrlaitdes und fühlen, mehr als wie zuvor, ß nir B r ü d c r - G : r m a ne n sind. Die S y m p a t h l e e n : s schwedischen Volkes folgen Euch. Mit seftem Hände- uck unh ivarmcm Gedenken Ihr treuer N, N." ** Der Sturm in der Nacht von Samstag ufSonntag richtete auch hier und in der Umgebung be- 'utcnden Schaden an Wald- und Feldkulturen, besonders »er an den Obstbäumen an. Von schwer behangenen Obst- lumcn, deren es immerhin viele gab, wurden die Aeste samt :n Früchten abgerissen. Auch in den Gärten und an Häu- rn wurde Schaden angerichtet. ** Arbeit für die Schneider, Wir verweisen aus die i vorliegender Nr, enthaltene Anzeige, in der der Verband der Zeitgeber für das Schneidergewerbe an das Publikum die Bitte chtet, den Bedart an Kleider tür Herbst und Winter schon jetzt in mittag zu geben, Landkreis Gießen, r, G r ü n i n g e n , 14, Sept, Die Sammlung für das Rote reuz ergab 567,30 Mk, Die Sammlung von Liebesgaben: Weiß- 'ug, Wojlsachen, Eiern, Butter, Obst u, dergl, wird noch fortgesetzt, Rüddingshausen, 14, Sept, Die Sammlung für das tote Kreuz (570 Mk.) in unserer Gemeinde ist nicht vom Kricger- erein, sondern von den Einwohnern, von denen allerdings einige cm Kriegcrvcrein angeboren, veranstaltet worden —m, Hungen, 13. Sept, Wie anderwärts herrscht auch hier ine große Ovtcrwilligkeit für das Rote Kreuz, Eine irzlich für diesen Zweck veranstaltcre Geldsanrmlurtg ergab den ietrag von mehreren hundert Mark, Ganze Wagenladungen Go rüse und andere Naturalien nmrden nach dem Lazarett, in dem ,ch über 30 Verwundete befinden, verbracht. Neben den beiden, Krankenschwestern haben sich nrehrerc hiesige Damen der Verlegung der verwundeten Krieger unterzogen. Dieser Opiersmn verträgt sich ancki auf die Schuljugend, So haben zwei Klassen er Volksschule sich zusammengetan und in vergangener Wockc inige Stunden Achrcn aus dem Felde znsammcngelesrn. Das Er- ebnis wac IVi Zentner Körner, wofür über 18 Mark gelöst ourdeu. Wenn sie diese Tätigkett noch öfteres wiederholen, werden ic Kinder tme ansehnliche Summe dein Roten Kreuz zusührcn önnen. Kreis Friedberg, L, Friedberg, 13, September, Heute Nacht und den ganzen Tag über wütet? über der südlichen und mittleren Wcttcrau ein orkanartiger Sturm, der in, Walde, auf den Feldern, den Gärten und Straßen großen Schaden amichtetc, Ter «türm war mit starkem Regen begleitet. Junge Bäumchen im Walde knickte er, die karge Aepfel-, Birnen - u, Zwetschen ernte ist größtentcils zerstört, Tos Regenmesser riß an höher gelegenen Stellen das Erdreick» weg, w, B a d - N a u h e i m , 12, September, Gestern abend erfolgte hier in einer stark betuchten Versammlung die Gründung einer Jugendwchr, der junge Leute von 16 bis 19 Jahren angchörcn können. Die Ausbildung der jungen Leute erfolgt durch hier zur Erholung toeilender Offiziere des stehenden Heeres. Tie Kosten für einheitliche Kleidung übernimmt die Stadt, Mit den Ucbungssttinden wird am Sonntag begonnen, — Tie städtisckten Beamten und Lehrer der Stadtschule stifteten drei Prozent ihtes lausenden Gehalles für die Dauer des Krieges zu Gunsten der ffeiwilligen Kriegsfürsorge. n, Butzbach, den 11, Sept, Da infolge deS kaiserlichen und großhcrzoglichen Gnadenerlasses aus dem hiesigen Zellen- gesängnis eine große Anzahl leichter Bestrafte entlassen werden konnte und dadurch viele Räume der Strafanstalt frei geivordcn waren, wurden sämtliche Sirafgesangenc des hcsitichcn LandcszuchthausesMarienschlo ß hierher gebracht. Nur die weiblichen Inhaftierten bleiben in Marienschloß, 8 Reichelsheim, 14, Sept, Pfarrer Vogel hat in dem untersten Stocke des PsarrbauseS ein kleines Lazarett für Leichtverwundete eingerichtet. Es liegen gegenwärttg 13 Soldaten hier, vvn denen 3 in der Amtsapotheke liebevolle Ausnahme gefunden haben. Eine Schwester legt die Verbände an. Zur ärztlichen Untersuchung fahren die Soldaten nach Friedberg, Starkcnburg und Nhcinhcff'en, rb, Darmstadt, 13, Sept, Unsere Stadt hat in letzter Zeit sich immer mehr zu einem hervorragenden Kr ieg s sta pcl - platz entwickelt. Nachdem es schon wenige Tage nach Eröffnung der Kämme an der Wcstgrcnzc auf dem Truppenübungsplatz und in den Reservclazoretten mehr als 3000 verwundete und unverwundete Franzosen ausgenommen hatte, begann gleich nach den Schlachten iw den Bogttsen eine große Zufuhr von Kriegsbeute aller, Art, Auch gestern tiefen wieder verschiedene Svndcrzüge mit 60 Eisenbahnwagen voll iranzösischcn Geschützen hier ein, so daß die Zahl der im Artilleriedepot untergcbrackzten, bezw, in drei Etagen ausgestapelten Geschütze weit über 400 beträgt. Dazu ist eine riesige Anzahl Protzen und großer, ganz gefüllter Munittonswagen ausgestellt. und bei den gestrigen Transporten befanden sich auch verschiedene Fleischtranspvrtwaqen, Sanitätswagen usw,, die z, T, mit den Gespannen vom Feinde zurückgelassen wurden Viele dieser erbeuteten Wagen tragen starke Spuren der Zerstörung durch deutsche Geschosse, In anderen Wagen sind wieder Handwaffen, Gewehre und Wafsenteile in großm Mengen vorhanden, auch Tausende französischer Käppis und Montureustücke und Messinghülsen von Geschossen erblickt man dabei. Das Pserdedepvt ist mtt einer großen Anzahl französischer Pferde und Maultiere besetzt, die aber durchweg einen recht traurigen .Eindruck machen. Inzwischen ist die Heeresverwaltung mit der Fertigstellung neuer Unterkunftsräumc beschäftigt, da schon in den nächsten Tagen aus dem Grieshcimcr Truppenübungsplatz 10000 gefangene Franzosen nniergebracht werden sollen. Besonders umfassende Maßnahmen sind auch für die Unterbringung verwundeter Krieger getroffen. Es sind z, B, 13 Reserve!azarette vorhanden, und in einigen Wochen wird aus dem Exerzierplatz ein neues Reservclazarett mit 460 Betten sertiggestellt, das im Anschluß an das Ecxrzicrhaus in 17 Holzbaracken errichtet wird. Das neue Lazarett wird vom Militärbauamt mit Ope- rativnssaal und allen modernen sanitären Einrichtungen, auch eKanalffation, elektrischer Einrichtung usw, versehen, Hessen-Nassau. 0 Marburg, 13. Sept, Vergangene Nacht gegen 1 Uhr brach in einem mit Oclfässern qcsüUten Gebäude neben der Oel- müble in der Nähe der Jägcrkaserne Feuer aus. Der rasch herbeigeeilten Feuerwehr, durch Mannschaften des Jägerbataillons verstärkt, gelang cs, das Umsichgreifen der Flammen aut die benachbarten Mühlcnqebäude und die Wolwhäuser zu verhindern. Der entstandene Schaden ist beträchtlich, H Biedenkopf, 13. Sept, Ter Kreistag beschloß, bei der Nassouischcn Landesbank eine Anleihe von 200 000 Mk, znm Zwecke der Unterstützung hilfsbedürftiger Familien der Krieger auszunehmen. h. Frankfurt a, M,, 13, Sept, Der Kommandeur der hiesigen Feldartillcric-Brigad«, Gencralmasor Walther Scherbe- ning, starb am 7, September den Heldeictod fürs Vaterland, Der Verstorbene, der bis 1910 Kommandeur des 63, Feldartillerie- Reqiments war, und seitdem die 21, Brigade führte, war eine der bekanntesten und beliebtesten Persönlichffftcn unter den hiesigen Militärs, h, Frankfurt a, M,, 13, Sept, Der Aufruf der Frankfurter Frauen an die Bevölkerung um Hergabe der entbehrlichen Wertsachen zu Zwecken des Roten Kreuzes hat den lebhaftesten Widerhall gesunden. Bis gestern wurden aus dem Verlaus der Gegenstände rund 76 000 Mark gelöst. Jeder Geber erhielt für seine Spende ein eisernes Schmuckstück, Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) W i e s e ck, den 14, Sept, Geradezu unerträglich ist hier das Obstauflesen für die Obst- baumbcsitzer geworden. Beschränkten sich früher die Obstsammler meistens auf Gemeinde-Obstanlagen, so werden in diesem Jahre, wo fast alles Obst durch dm Sturm heruntergeschüttclt wird, die Privat-Obstbestände in unerhörter Weise heimgesucht. In .Haufen zielten die Kinder in der Frühe (Erwachsene noch etwas eher) hinaus, alles cinsammelnd, was sich vorsindet, unbekümmert, daß dem Mann außer dem Obstverlust auch noch alles unter den Bäumen zertreten wird. Und leider hört man zu viele Klagen, daß dm Bäumen sogar die Stützm weggmommm und die Früchte von unberufener Hand abgeerntet werden. Wo bleibt hier der erhöhte Feldschutz für die Erntezeit? Wäre es nicht möglich, das Auslesen des Obstes aus bestimmte Zeit am Tage einzuschränkm? Hoffm wir, daß die Gemeindeverwaltung Veranlassung nimmt, diesem Mißstand sofort ein Ende zu bereiten. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst. Gieße». Wetterausiichtcn i» Hessen am Dienstag, den 15, Sept, HU' Wechselnde Bewölkung, vereinzelte Niederlchläge, südwestliche Winde- Letzte Nachrichten. Feindselige Haltung Griechenlands? Zürich, 14, Sept, Aus Brindisi wird Mailänder Blättern gemeldet, Griechenland werde England gestatten, aus dem Hasen von M udro s eine Ver- proviantiernngsstation zu machen. Mehrere griechische Einheiten würden sich unter dem Befehl griechijckZer Offiziere am Kriege beteiligen, wofür Griechenland von England die Einverleibung von Epirus zugesichert worden sei, Russische Bettclanträge an Bulgarien, (WTB.) Sofia, 13, Sept. (Nichtamtlich.) „Dnevnik" zufolge soll die russische Regierung der bulgarischen Regierung für den Fall der militärischen Unter stützung Serbiens gegen Oesterreich-Ungarn als K o m p e n - sationdie Stadt I s ch t i p mit 300 Quadratkilometer Umgebung versprochen haben, nachdem Serbien vorher Rußland vollkommen freie Hand gelassen hatte, Bulgarien die Gebietsabtretungen anzutragen. „Dnevnik" erklärt, daß die maßgebenden bulgarischen Kreise sich gegenüber allen Versuchen. Bulgarien in Abenteuer zu verwickeln, vollkommen gleichgültig verhalten. Das Blatt fügt hinzu, daß die russische Diplomatie, unter deren Patenschaft der serbisch-bulgarische Bündnisvertrag zustande kam, es am wenigsten nötig hätte, heute ähnliche Bettelanträge zu stellen, — Das Blatt „Utro" sagt: Rußland und Serbien wollten sich, nachdem sie im vorigen Jahre Bulgarien gedemütigt haben, heute über Bulgarien lustig machen, indem sie ihm Brosamen von ihrer Tafel anbieten. Es wird jedoch der Tag kommen, wo jeder erhält, was ihm zukommt. Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher, Friedcnsvermittlung Amerikas, i, Köln , 14. Sept, Die „Köln, Zta," meldet ans Zürich: Der „New Dort Herald" will wissen, die Vereinigten Staaten hätten bereits den ersten Versuch einer Friedensvermittelung gemacht, der ergebnislos verlaufen sei. Doch soll er nächstens wiederholt werden. Die in Maubcuge gefangenen Engländer. Berlin, 14, Sept, Zur Eroberung von Maubeugc wird von dem Kriegsberichterstatter «ns dem Großen Hauptquartier dem „Berliner Tageblatt" geschrieben: Der Abmarsch der Gefangenen begann um 2 Uhr 30 Min, nachmittags und dauerte über sechs Stunden bis abends 9 Uhr, Unter den Gefangenen besmcden sich zum großen Be- dauerit unserer Truppen nur 120versprengte Engländer, junge Burschen im Mter von 18 bis 20 Jahren. Beim Ausmarsch hatten die englischen Jünglinge die Naivität, dem deutschen Sieger als Zeichen des Besiegtseins die Hand zu bieten. Sie wollten damit nach alter englischer Sitte die Angelegenheit aus der Welt schaffen, wie man es bei Fußballkämpsen zu tun pflegt. Unsere Truppen wiesen jedoch diese Zumutung mit abweisenden Kniffen ab, Deutsche Hilfe in Ungarn, (WTB.) O senpest, 14, Sept. (Nichtamtlich.) Die hier weilenden deutschen Staatsangehörigen haben in einer gestern nachmittag abgchaltciicn Sitzung die Organisierung einer freiwilligendcutschcn Sanitätstruppe beschlossen, die der Ausdruck der Dankbarkeit dafür sein soll, daß Ungarn ihr zweites Vaterland geworden ist. Der Organisationsplan des Vorsitzenden Gillmann, nach dem entweder in der Hauptstadt oder in deren Umgebung ein mit 200 Belten ausgestatictes Krankenhaus errichtet und Krankenhaus-Oberarzt Dr, Samuel Wick mit dessen Leitung betraut werden soll, ist angenommen worden. Der neue Vorstoß der Serben. (WTB.) O f e n p e st, 13. Sept. (Nichtamtlich.) Die Blätter melden aus Esseg: Me das Blatt „Drau" auf Grunds amtlicherscits erteilter Ausklärungcii meldet, kann der Vorstoß der höchstens 10000 bis 15 000 Mann betragenden serbischen Abteilungen in Syrmien als nichts anderes betrachtet werden als ein Versuch zur Beunruhigung, Wir besitzen, wie die Vernichtung der Timok-Division bei Mitro- witza beweist, in Syrmien genügend Truppen, um Angriffe zurückzuwerfen. Es muß betont werden, daß die Behörden von Semlin, Mitrowitza und Ruma tadellos arbeiten. Gestern nacht ist wieder ein Transport von 1500 russischen Gefangenen eingetroffeu, welche bei Lublin gefangen wurden und nach dem Lager von Kenyermezo weiter befördert werden. Die Stimmung der Mohammedaner, Wien, 14, September, Nach Berichten aus Saloniki haben die Nachrichten über die deutschen und österreichisch, ungarischen Siege unter den Mohamcdanern in Neu-Griechenland große Befriedigung hervor- gerufen. Auch auf die Griechen haben sie starken Eindruck gemuckt. Amtlickte Kundgebungen, welche diese Nachrichten abzu- schwäckten suchen, werden nicht mehr so gläubig ausgenommen, wie zu Beginn des Krieges, Die belgische Klagrgesandtschast, i, Köln, 14, Sept Bon der holländischen Grenze meldet die „Köln, Ztg": Die belgische Klagcgesandtq schüft ist am 11, September in New Bork angekommen und sofort nach Washington weitergereist. Ein Unfall. (WTB.) Ofen Pest, 14, Sept, (Nichtamtlich.) Bei den Ausbesserungsarbeite» an der Kettenbrücke ist das Seil eines Kranes, mit welchem ein mehrere Zentner schweres Ersen stück in die Höhe gehoben werden sollte, gerissen. Das in die Tiefe sausende Eisenstück durchbrach einen Teil des Holzgerüstes, wobei von den dort beschäftigten Arbeitern sechs schwer und viele leicht verwundet wurden. Obstver steigern«;;. Mittwoch, den 16. d. MtS., von vor- ttags 1V Uhr ab, soll das Gememdeobst zu :srod, bestehend in Acpseln. Birnen u. Zwetschen, steigert werden, Anfang beim Ort. Bersrod, den 12. September 1914, Großh, Bürgermeisterei BcrSrod, _ Renschling. _ 9770 Obst-Versteigerung. Nächsten Donnerstag, den 17. d. Mt«., soll das der Gemeinde Rödgen gehörige Tafel- und Wirtschaftsobst an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist vormittags 9 Uhr am Weiher. Rödgen, den 14. September 1914. Großh. Bürgermeisterei Wdgen. Kraushaar. 3766 Obst-Versteigerung. Mittwoch, den 16. d. Mts., vormittags von 9 Uhr an, soll das der Gemeinde Saasen gehörige Obst versteigert werden. Zusammenkunft im Ort. Saasen, den 12. September 1914. Großherzogliche Bürgermeisterei Saasen. S ch e p p. 97°t Obstverstergerung. Mittwoch, den 16. l. Mts., vormittags von 8 Uhr an, s»ll das Obst der Gemeinde Großen-Buseck, bestehend in großen Quantitäten Aepseln (Tafel- und Kelterobst), Birnen und Nüsie, an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist am Pfingstweg. Großen-Buseck, am 10. September 1914. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. 9733 PetkuserZaattoggen in Original und Absaaten, sowie schwedischen Square liead Weizen, abjolnt, lager- und winterfest, offeriert in doppelt gereinigter Saatware. Muster gegen 1« Psg. zn Diensten. LbnhcWeKol»hliiisgelil>piislI>liil Kt Alsfeld. [9767 D Am Mittwoch, den l«. ds. Mts., vormittags S Ubr nndet die Qbttversteigernng der Gemeinde LaunSbach statt, Zusammenkunft bei derTransforinatoren- stalion. 9788 DebnS, Vorsteher, ^^EME DEHNE beste Achtung! Morgen Dienstag verknuse ich eine Sendung schöne Zwetschen %S n auf dem Brandvlatz am Eingang vom Botanischen Garten, c««lü Voll- Milch Täglich krisch frei Haus 2i»Pfg.pr. Liter Fm Hg„s abgcbolt 18Pfg.pr. Liter Steinstratzc 35. Gestern nachmittag verschied plötzlich infolge Herzschlags meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter im 63. Lebensjahr. Luise Ackermann geb. Keil Um stilles Beileid im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen bittet August Ackermann, Rentner. Giessen, den 14. September 1914. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand nehmen zu wollen. 9774 Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 16. d. M., 4 Uhr nachmittags, von der Kapelle des alten Friedhofs aus. 1 Am 28. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Bundesbruder, der Lehramtskandidat Eduard Castringius Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment Nr. n6. 9758D In tiefer Trauer: Die Burschenschaft Alemannia. Gestern abend entschlief nach langem Leiden unsere liebe, teure Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Tante Frau Joseph Lob Ww., Hohensolms im Alter von 84 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Meier Löb, Hohensolms. Jakob Lob, Giessen, Steinstr. 15. Salomon Lob, Frankfurt a. M., Gausstr. Giessen, den 14. September 1914. 9786 Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. September, nachmittags 3 Uhr, zu Hohensolms statt. - ' V —xÄV Am 3. September starb den Heldentod unser geliebter Bruder und Schwager Assistenzarzt d. Reserve im Inf.-Regiment Nr. 142 Er wurde beim Verbinden von Verwundeten im Gefecht durch eine Granate dahingerafft. Dr. med. Hans L. Heusner u. Frau. Giessen, den 13. September 1914. 9785 Nach kurzem, schwerem Leiden ist heute nacht mein lieber Gatte, unser Vater, Schwiegervater, Grossvater und Schwager Herr Heinrich Volpert Ober-Postschaffner i. P. im 63. Lebensjahre sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fran Elisabeth Volpert. Giessen, den 13. September 1914. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15. September, 4 Uhr nachmittags, auf dem neuen Friedhof statt. 9775 Fortgesetzte Ersparnisse im Haushalt! Meine Nass- und Pfand-Wäsche ist zirka 50% billiger als jede im Haus gereinigte Wäsche :: Ohne Anwendung scharfer Mittel zu jeder Jahreszeit blendend weiss ---Lieferzeit zirka 2 Tage • GROSSWASCHEREI EDELWEISS Sehäfzwislrasse 12 GIESSEN Fernsprecher 487 Unsere Mitglieder Dr. pbil. (Sari .Am Leutnant der Reserve und Äauimann^crmann^appcl Vizeseldwebel der Reserve haben aus dem Felde der Ehre den Heldentod gesunden. Wir trauern nicht nur um zwei brave tüchtige Kameraden, sondern das Regiment verliert zwei tavsere unerschrockene Kämvier, welche in der Verteidigung unseres geliebten Vaterlandes gesallen sind. — Das Andenken an dieselben werden wir stets in Treue und Unvergessenbett bewahren. KM v Der Vorstand des Vereins ehemaliger 116cr (Kaiscr-Wilbelm-Regiment) Gleiten. Kindergarten-Verein. Am 17. September, dem Geburtstage I. K. H. der Großherzogin findet um 3 Uhr im Philosophenwaldc ein Kindersefi der verschiedenen Kindergärten, cinschUetzlich Kriegskiiidev gärten, statt, zu dem auch andere Kinder hiermit eingeladen werden. Letztere find bei Frl. Moeser, Garien- strahe 30, bis zum 16. September anzumelden. I9740D PSI 9765a Verein ehein. 116er, Gießen. Unser Kamerad H. Volpert Oberpostschaffner i. P. ist gestorben. Die Beerdigung findet Dienstag nachm. 4 Uhr aus dem neuen Friedhose statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 9784v) Der Vorstand. 1851 - 1901 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Altersgenossen von dem Ableben des lieben Kollegen Herrn Heinrich Volpert. Ober-Postschaffner a. 1>. geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag, nachm. 4 Ubr, aus dem neuen Friedhos statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. 9764 Neue eingetroffeitis Feinste Süstrabm Samstag morgen entschlief nach kurzer schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater Heinrich Kirchbaum im Alter von 42 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Kirchbaum. Gießen, den 13. September 1914. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3^ Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Ingenieur-Akademie • Wismar, Ostsee.« » «ad Arctottatt**. — (Eisenbetonbau und Knliurtechnlk.) , Nemo Laboratorien. “ Tafelbutter»1.32 ßrtmffine Malkereibutter, Pst. 1.42 Kondensierte Milch, bewährte Kfi) [ Sorten, Dose...... Edamerkäse .....Pfd. 85 H j Nene Zwiebeln, 3 Pst. 23§ Griesnudeln L%?rÄ,36 4 Kornkaffee, kandiert W 32^ WIK a ! Gemahlener Zucker Md. HO Gem. Kristallzucker Psd.^O^! Viktoria-Kristall, grob . Pfd. 26 ^ Gerste, grob . ... . . Pfd. 2» ^ Gerste, mittel Pfd. 26 4 , fein Pfd. 30 H Blockfchokolade, garant. rein, Pfd. 75 ^ Kakao, lose.....Pfd. 90 4 Kakao, Qualitäten, in Paketen! V2 Pfd. « 0 . 70, 80 H 1 —, Vt Pfd. 30, 35, 40, 50 H Vabnboittr. 26 Ludwigftr. 20 } Tel. 186 Walltor- strastc24