Nr. 213 Der Sletzrner »«zeige, «fdKint täglich, aufeer EoemtaqS. - Beilagen: viermal wöchentlich OietzenerLamiliendlätter: »wennal ivöchenIl.Krels- dlvtt l nr den Kreis Sieben (Liensrng und Freiing); zweimal mouall. Land- «Mfchnflliche Seitfragen Fernjvrrch - Anschlüsse: fiir die Redaktion 112, Bert«,-». Expedition 51 Adresse für Deveichen: Anzeiger Sieben, »nnayme von Anzeigen «nr die Tagesnuinmer di» vormittags 3 Uhr. Erstes Blatt 164- Jahrgang 5 reitag, l\. September 1914 General-Anzeiger für Oberhessen DezngSvrct»: monatlich 75 5BU vierteljährlich Mk. 2.20; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Ps.; dlirch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausjchl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pj, ansivärts 20 Mennig. Lhesredakteur: A Goch. Verantwortlich sür den »olit. Teil: Aug. Goeg: für .Fcuillewn', .Vermischtes. und.Gerichts- saal": Karl Neurath: sür .Stadt und Land.: Notation;dn»«k und Verlag -er vrühl'schen Univ.-Vuch- «nd §tein-ru«kerei R. Lange, ve-attion, Lxpe-ittsn und Druckerei: 5chulstratze r. An^igmleü:' H? BeL Die erfolgreiche Einkreisung von Verdun. Lin neuer Sieg von hindenburgs im Osten. i MTB.) Trotzes Hrruptauartier, ly. Sept. (Amtlich.) Di« östlich Paris in der Verfolgung an und Aicr die Marne vorgedrungenen Heeressäulen sind aus Paris zwischen Meaur und Montmirail von überlegenen Kräften angegriffen worden. Sie haben in schwerem zweitägigen Kampfe den Gegner aufgc- halten und selbst Fortschritte gemacht. Als Anmarsch neuer starker feindlicher Truppen gemeldet vurde, ist ihr Flügel zurückgenommen worden. Der FrindiftankeinerStellcgefolgt. AlsSieges- tx«te dieser Kämpfe sind bisher 50 Geschütze und riniflf tausend Gefangene gemeldet. Die westlich Perdun kämpfende Heeressäule befindet sich in fortschreitenden Kämpfen. In Lothringen und in den Pogesen ist die Lage unverändert. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat der Kampf wieder begonnen. Der Generalquartiermeistcr von Stein. (WTB.) Trotzes Hauptquartier, ly. Sept. (Amtlich.) Der d e u t s ch c K r o n p r i n z hat heute mit seiner Armee die befestigte feindliche Stellung südöstlich von Berdu» genommen. Teile der Armee greifen südlich Verarm liegende Sperrforts an. Die Fort s werden seil gestern »urch schwere Artillerie beschossen. Generaloberst v.Hindenburg hat mit dem Lsthecr )en linken Flügel der rwch in Ostpreußen befindlichen russischen Armee geschlagen und sich dadurch den Zugang in den Rücken des Feindes geöffnet. Der Fein d hat den Kampf aufgrgcben und befindet sich in »ollemRückzuge. Das Osthccr verfolgt ihn in nördlicher Richtung gegen den Nfeman. Generalguariiermeistcr von Stein. » » * Me erste Meldung von den zweitägigen Kämpfen vor » Paris hatten wir schon gestern nachmittag bekannt machen »Annen; sie erregte mehr Erwartung und Hoffnung als I Sedauern oder Sorge. Unsere Truppen haben in schweren » Mmpfen den Gegner „ausgechalten", so drückte sich I rer Bericht des Generalguartiermeisters aus, und nur wissen » »arauS, das; diese vorgeschobenen Posten offenbar gar keine » rudere Aufgabe hatten, als den Gegner auftuhalten. Die »westlich von Verdun dämpfende Heeressäule befindet I ich in fortschreitenden Kämpfen. Dieser Satz zeigt uns, W warum der Feind vor Paris aufzuhalten war. Unsere G mehrfach geäußerte Auffassung wurde bestätigt: es liegt laicht in der Absicht der deutschen Heeresleitung, jetzt cho n Paris zu belagern. Tie Aufgabe der Heere v Klucks, I o. Bülows und v Hausens ist es vielmehr, an der Ostgrenze »Frankreichs, in Gemeinschaft mit den anderen deutschen »Heeren, den Feind in Bedrängnis zu bringen. Daß die I;ur Deckung und zum Schutz der Zufuhr zwischen Meaux I and Montnrirail zurückgebliebenen Truppen sogar noch » Fortschritte, Gefangene undSiegesbente, gemacht haben und I >aß der Feind beim langsamen Rückmarsch der Unseren an I keiner Stelle gefolgt ist, bedeutet einen vollen Erfolg. W Meaux ist ein Städtchen an der Marne, etwa 40 Kilometer I ifiltch von Paris; Montmirail liegt weitere 40 Kilometer I üdöstlich von Meaux. Mese von den Dentschen gewählte »lbampfcslinte versperrt den Franzosen den Vormarsch auf M Verdun nicht nur, sondern gibt den Deutschen auch die f - Möglichkeit, mit verhältnismäßig wenig Truppen die in I Paris stehenden Gegner überhaupt mattzusetzen. I , Die neueste Meldung des Generalguartiermeisters, die I vir heule früh sogleich verbreiten ließen, bringt uns neue, ftänzende Erfolge. Der deutsche Kronprinz hat nach hart- > räckigen Kämpfen den Feind, der schon mehrmals zurück- reschlagen worden war, endgültig aus seiner Stellung südlich j wn Verdun herausgeworfen. Nunmehr wird mit der Beschie- ! iung der südlich von Verdun gelegenen Spcrrforts der Durchbruch versucht. Da auch westlich von Verdun ge- ämpft wird, ist die Bedeutung der neuen Erfolge klar. Vertun wird eingekreist und beschossen, der Feind, soweit er nicht > n der Festung Zuflucht gefunden hat, zurnckgeschlagen oder > refangcn genommen. Von den 10 französischen Korps, die rm 1. September auf der Linie Reims—Verdun zurückgewor- : en worden sind, ist wohl ein großer Teil nunmehr westlich wn Verdun in eine bedrängte Lage gekommen. Wir dürfen ruf diesen Kriegsschauplätzen mit Vertrauen in die Zukunft ^ Kicken. Me angekändigten Kümpfe im Osten haben bereits zu > rerrltchen Erfolgen des Generals v. .Hindenburg geführt. > Sr hat sich jetzt wieder dem alten Gegner zugewendet, der »ins der Richtung von Kovno die Grenze überschritten und H ns Insterburg borge drangen war. Nach der Schlacht bei > Lannenburg waren die Russen dort zunächst zurückgegangen. > cheinen aber aufs Neue vorgerückt zu sein. General von > diiidenburg hat den linken Flügel der Russen mutig ange- > zrrften und ihn völlig geschlagen. Auch hier hat der Held M am Tannenbnrg, der wahrscheinlich gegen eine Uebernracht liU kämpfen hat, wieder taktisch sehr geschickt verfahren. I der Feind muß zurück, und unsere Truppen verfolgen ihn I n nordöstlicher Richtung gegen den Njemcn. Der Njemen I st der in Rußland gelegene Teil unserer Memel, und die I Meldung des Generalguartiermeisters, die keine nähere Oertlichkeit bezeichnet, gibt uns den festen Glauben, daß die Russen den ostprenßischen Boden auch in der Nordwst- ecke räumen müssen. Es wird im ganzen deutschen Volke die lebhafteste Freude Hervorrufen, daß die Hoffnungen der Franzosen nicht erfüllt werden. Die Riesenheere der Russen können, trotzdem die deutschen Heere zum größten Teil in Frankreich stehen, nickst einmal in der Provinz Ostpreußen etwas ausrtchten, geschweige denn den Marsch nach der Reichshauptstadt antreten. Wir werden und wir müssen siegen! Nach einer Meldung aus Berlin sind auf die Kriegsanleihen bei der Reichsbank schon erhebliche Zeichnungen ein» gegangen. Unter den Zeichnern befinden sich die Firma und Familie Krupp mit einem Betrage von 30 Millionen Mark. Wir hoffen, daß die vaterländische Pflicht, die Kriegsanleihe der Regierung zu unterstützen, ebenso eifrig erfüllt wird, wie die Soldaten dem Ruf des obersten Kriegsherrn gefolgt sind. In dem vorliegenden Blanc bringen wir die hocherfreuliche Nachricht, daß der Zentralvorstand der sozialdemokratischen Partei Deutschlands in öffentlicher Erklärung die Verdächtigungen Deutschlands und seiner Krieger zurückweist, wobei er sich auch gegen die eigenen Parteigenossen in Belgien und Frankreich wendet! Möchten nun auch die Besitzenden im Reiche nicht zurückstchen und dem nachstehenden Aufruf unseres Reichsbankdirekt wriums Gehör schenken, wie er es wahrlich verdient! Zeichnet die Kriegsanleihen! Wir stehen allein gegen eine Welt in Waffen. Vom neutralen Ausland ist nennenswerte finanzielle Hilfe nicht zu erwarten, wich sür die Geldbeschaffung sind wir ans die eigene Kraft angewiesen. Diese Kraft ist vorhanden und wird sich betätigen, wir draußen vor dem Feinde, so in den Grenzen des deutschen Vaterlandes jetzt, wo es gilt, ihm die Mittel zu schassen, deren cs für den Kampf um seine Existenz und seine Weltgeltung bedarf. Tie Siege, die unser herrliches Heer schon jetzt in West und Ost errungen, berechtigen zu der Hossnung, daß auch diesmal wie einst nach 1870/71 die Kosten mrd Lasten des Krieges schließlich auf diejenigen fallen werden, die des Deutschen Reiches Frieden gestört haben. Vorerst aber müssen wir uns selbst helfen. Großes steht auf dem Spiele. Noch erwartet der Feind von unsrer vermeintlichen sinmzicllen Schwäche sein Heü. Der Erfolg der Anleihe muß diese Hoffnung zefftören. Deutsche Kapitalisten! Zeigt, daß Ihr vom gleichen Geiste beseelt seid wie unsere Helden, die in der Schlacht ihr Herzblut verspritzen! Deutsche Sparer! Zeigt, daß Ihr nicht nur sür Euch, sondern auch für das Vaterland gespart habt! Deutsche Korporationen, Anstalten, Sparkassen, Institute, Gesellschaften, die Ihr unter dem mächtigen Schutze des Reichs erblüht und gewachsen seid! Erstattet dem Reiche Euer» Dank in dieser schicksalsschweren Stimde! Deutsche Banken und Bankiers! Zeigt, was Eure glänzende Organisation, Euer Einfluß ms die Kundschaft zu leisten vermag! Nicht einmal ein Opfer ist es, was von Euch »erlapgt wird! Man bietet Euch zu billigem Kurse Wertpapiere von hervorragender Sicherheit nrit ausgezeichneter Verzinsung! Sage Keiner, daß ihm die flüssigen Mittel fehlen! Durch die Kriegsdarlehnskassen ist im weitesten Umfang dafür gesorgt, daß die nötigen Gelder flüssig gemacht werden könnm. Eine vorübergehende flcine Zinseinbuße bei der Flüssigmachung muß heute jeder vaterländisch gesinnte Deutsche ohne Zaudern auf sich nehmen. Tie deutschen Sparkassen werden den Einlegern gegenüber, die ihre Sparguthaben für diesen Zweck verwenden woflcn, nach Möglichkeit in weitherziger Weise auf die Einhaltung der Kündigungsfristen verzichten. Näheres über die Anleihen ergibt die Bekanntmachung unseres Reichsbank-Direktorrums, die heute an anderer Stefle dieses Blattes erscheint. Prinz Joachim von Preußen verwundet. (WTB.) Berlin, 10. Sept. (Amtlich.) Se. Königl. Hoheit PrinzJvachimvonPreußenist gestern durch einen Schrapnellschuß verwundet worden. Me Kugel ging durch den rechten Oberschenkel, ohne den Knochen zu verletzen. Der Prinz war als Ordonnanzoffizier auf dem Gefechtsfelde tätig gewesen. Er ist in das Nächstliegende Lazarett überführt worden. Die Aushebung neuer Soldaten in Frankreich. Bordeaux, 10. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ein gestern nachmittag zusammengetretener Ministerrat unterbreitete dem Präsidenten Poincarä zur Unterschrift einen Erlaß, durch den diejenigen Männer, die bisher dien st untauglich oder zurückgestellt waren, ausgefordert werden, sich einer neuen ärztlichen Unter- suchung zu unterziehen. Diejenigen, die als dieirsttauglich befunden werden, soften unverzüglich ausgehoven werden. Diejenigen, die sich nach dem Erlaß nicht stellen, werden als diensttauglich angesehen werden. Bordeaux, 10. Sept. (WTB. Nichtamtlichst Millerand hat von Kitchener folgende Depesche erhalten: „Woften Sie meinen ausrichtigen Dank sür das Telegramm, das Sie an mich gerichtet haben, empfangen und dem General Josfre übermitteln. Ich bitte Sie, mir zu glauben und es auch General Josfre sagen zu lassen, wie glücklich das englische Heer ist. mit dem französischen zusammenzuarbciten, und wie stolz wir sind aus die ehrenvolle Aufgabe, ihm die Hilfe zu bringen, von der Sie so edelmütig sprachen und auf die Sie immer mit vollem Vertrauen rechnen können." Das eiserne Kreuz. Berlin, 10. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „B. Z. a. M." meldet: Helmuth Hirth, der seit Beginn des Krieges bei der Fliegertruppe tätig ist, hat das Eiserne Kreuz erhalten. Straßburg i. E, 10. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die „Straßburger Neue Zeitung" meldet, ist dem Chefpiloten der dlviatikwerke, Karl In gokd in Mülhausen, der zurzeit als Feldwebelleutnant Flicgerdrenste tut, als erstem Zivilfliegcr für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuj verliehen worden. Der Flieger unternahm unter außerordentlich gefährlichen Umständen einen Fernfluig, wofür ihm diese Auszeichnung zuerkannt wurde. Ein Freund des Kronprinzen gefallen. Den Tod für König und Vaterland hat in den letzten Kämpfen der Hauptmann und Kompagniechef im 1. Garde- Regiment zu Fuß Wedigo v. Wedel gesunden. Mit ihm verliert der Kronprinz einen nahen Freund. Hauptmann Wedigo v. Wedel war der älteste Sohn des 1910 verstorbenen Rittmeisters a. D. Ernst v. Wödel auf KaimenberA bei Freienwvlde in Pommern, aus dessen zweiter Ehe mit Anna v. Mest, unverheiratet Und Bruder von neun Geschwistern. Seit dem Beginn seiner militärffchen Laufbahn gehörte er dem 1. Garde-Regiment zu Faß an und wurde hier der Kamer-ch, dann der Freund des Erben der deutschen Kaiserkrone. Nicht weniger als 50 Mitglieder des Geschlechts v. Wedel, darunter 11 Grafen Wedel, sind jetzt ins Feld gerückt. Erwähnt sei noch, daß die beiden Söhne des Haupt- monns a. D. Ziernsscn in Friedenau, der Leutnant Kurt Z. im 5. Großh. hessischen Infanterie-Regiment Nr. 168 und der Leutnant Walter Z. im 7. badischen Infanterie- Regiment Nr. 142, innerhalb drei Tagen gefallen sind. Ein großer englischer Hilfskreuzer gescheitert! (MTB.) London, 10. Sept. (Amtlich.) Tie Stdmirali- tät gibt bekannt, daß der als Hilfskreuzer ausgestattete Dampfer „Ozcami" der Wliite-Star-Lintc gestern nahe der Nordküste Schottlands S ch i f s b r u ch gelitten hat. Das Schiff ist voftständig verloren. Die Offiziere und Mannschastcn sind gerettet. Tie braven gesitteten Engländer. Berlin, 10. Sept. (Amllich. WTB.) Eine „amtliche Mitteilung des englischen Generalkonsuls für die Niederlande in Rotterdam"; die unter dem 4. September als Flugblatt in holländischer Sprache in den Straßen verteilt wurde, zeigt erneut, mit welchen Waffen unsere Gegner kämpfen. Sie lautet in Uebersetzung: „Wie wir vernehmen, sind zahlreiche Genlchte im Umlauf, nach denen sogenannte Dum-Dnm-Geschosse im B:sitz engsischcr Soldaten gefunden sein sollen. Ebcnso verlautet, daß bei dem letzten Seegefecht bei Helgoland mehr Deutsche durch auglisäie Lriegs- schiflsbootc hätten gerettet werden können: doch habe man sic ertrinken lassen, ohne alle möglichen Anstrengungen zu ihrer Rettung gemacht zu habm. Beide Gerüchte und Erklärungen sind ganz und gar unwahr und böswillig in Umlauf gesetzt worden. Kein einziges Dmn-Dum-Gesckwß ist von englischen Soldaten verwendet worden. Was die Beschuldigung mibetristt, daß mm die Deutschen habe ertrinken la)(en, so muß sestgfltcllt werden, daß die deutschen Offiziere auf die eigenen M a n n s ch a i t c n geschossen haben, um zu verhindern, daß sie sich von den durch die Engländer ausgesctztcn Booten ausnehlnen ließen. Ferner steht fest, daß die deutschen Kriegsschiffe mich auf die englischen Rettungsboote schossen, während diese die ver- wundetm. im Wasser treibenden deuffchen Seeleute retteten.^ Daß bei englischen Soldaten Dum-Dnm-Geschosse gefunden worden sind, bedarf nach dem Telegramm des Kaisers an den Präsidenten der Bereinigten Staaten keiner weiteren Bestätigung. Die unerhörte Verleumdung, deutsche Seeoffiziere hätten auf die im Wasser schwimmenden Mannschaften und deutsche Kriegsschiffe auf die bei Rcttungsarbeiten befindlichen Boote geschossen, steht zu tief, um eines Wortes gewürdigt zu werden. Die Engländer in Samoa. (WTB.) Berlin, 10. Sept. In Samoa haben dre Engländer nach ihrer am 29. August vollzogenen Besitzergreifung eineprovisorischeRegicrung eingerrchtet. Die Einzelheiten fehlen noch. Eine neue Lüge. (WTB.) London, 10. Sept. Tie „Times" vom 3. September behauptet in einem Bericht, daß am 29. August in üütttrt) 3») aesangene En ffTSltbet erschossen worden seien, weis »ei ihnen Dum-Dum-Gcschosse gefunden wurden. Diese Nachricht ist erlogen. Wilhelm Wundt gegen England. Leipzig, 10. Sept. (Priv.-Tel.) Wilhelm Wundt, der 82jährige Philosoph, sprach heute abend im Kristallpalast vor viertausend Personen über den „wahrhaften Krieg" im Ficht eschen Sinne des Wortes. Er blieb nicht bei allgemein üblichen Erörterungen stehen, sondern nahm offen zu den Ereignissen Stellung. Mit großer Schärfe bezichtigte er England der Hauptschuld an dem Welt-- brande. Auch vor der Frage, welches der Siegespreis sein müsse, scheute Wundt nicht zurück. Die Versammlung nahm die Ausführungen des Philosophen mit Begeisterung auf. Es war überhaupt die erste Rede, die Wundt in öffentlicher Versammlung hielt. • . * Italiens Neutralität. Ofenpest, 10. Sept. (WTW. Nichtamtlich.) Der römische Korrespondent des „Az-Est", Andreas Andorian, veröffentlicht auf Grund von Mitteilungen leitender Persönlichkeiten der italienischen Politik einen Bericht über die Neutralität Italiens und deren Gründe. In diesem Bericht heißt es: Bestärkt wurde die Absicht der Neutralität durch die Erwägung, daß Italien überzeugt ist, daß auch ohne aktwes Eingreifen, wozu übrigens ein un- mittelbares Bedürfnis seitens der Monarchie und Deutschlands nicht vorliegt, seine Interessen im Falle eines für Deutschland und Oesterreich-Ungarn günstigen Ausganges des Krieges verständnisvolle Berücksichtigung finden werden. Würde Italien aus seiner Neutralität h-erauszntreten genötigt sein, so würde dies — darüber herrscht bei keiner Partei Zweifel — nur zugunsten des Dreibundes geschehen. Größte Beunruhigung verursacht in Italien die griechisch-- türkische Kontroverse. Italien wiirdc es nicht gerne sehen, wenn Griechen oder Epiroten Balona besetzten. Bedenken würde es auch erregen, wenn Euglanb Aegypten annektieren würde. Eine freundliche Handlung Bulgariens. Berlin, 10. Sept. (WDB. Mchtamtlich.) Die „B. Z." meldet ans Sofia: Die Regierung hat angeordnet. daß die in ihre Heimat fahrenden deutschen Und österreichischen Reservisten auf den bulgarischen Bahnen nur den halben Fahrpreis zu zahlen brauchen. Die Haltung Chinas. Frankfurt a. M., 10. Sept. (WTB.) Nach einem hier vorliegenden Exemplar des „Nieuwe Rotterdamsche Courant" hat die chinesische Regierung, nach einem Bericht des Korrespondenten der „Times" in Peking, die Erklärung abgegeben, daß sic auf den Punkten innerhalb Lunkau. Laitsichau und der Umgebung der Kiautschaubai, welche die kriegführenden Truppen notwendigerweise passieren müßten, nicht die Verantwortung für eine strikte Handhabung der Unparteilichkeit übernehmen könne. Die Regierung weise darauf hin, daß die kriegführenden Mächte die territorialen und administrativen Rechte Chinas und alles Privateigentum in diesen Gebieten achten müßten. Untergang eines japanischen Zerstörers. London, 10. Sept. Die japanische Botschaft in London verbreitet die Nachricht, daß der japanische Zerstörer „Sch i- rotaye" infolge Nebels auf einen Felsen gestoßen und untergegangen sei. Keine russische» Truppen in Frankreich. L o n d o n 10. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der russische Botschafter in London dementiert die Meldung, daß russische Truppen in Frankreich an Land gesetzt worden seien. Belgische Flüchtlinge in Marseille. Marseille, 10. Sept. (WDB. Mchtamtlich.) Gestern trafen hier zahlreiche belgische Flüchtlinge ein, die durch die Behörden größtenteils bei Privaten untergebracht wurden. Die Subskriptionen haben 300 000 Franks überschritten. Ein holländisches Schiff von den Engländern anfgcbracht. Amsterdam, 10.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) „Handelsblad" meldet: Der Dampfer „Zuiderdßk" von der Hol- land-Amerika-Linie ist auf der Fahrt von Philadelphia nach Rotterdam von Engländern aufgebracht und in einen irischen Hafen geschasst worden. * . * Die letzte Niederlage der Montenegriner. Wien, 10. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ueber die am 4. September gemeldete vollständige Niederlage der Monte- negriner bei Dileka gegen unsere dritte Gebirgsbrrgade unter Generalmajor Pongracz veröffentlichen die Blätter einen ausführlichen Bericht, in dem es heißt: Die in der Linie Avvväc-Lionik und südwärts stehende 3. Ge- birgsbrigadc begann am 30. August die Offensive gegen die im Raume von Dileka stehenden feindlichen 1h, Brigaden, die sich zu einem allgemeinen Angriff auf die befestigten Positionen von Bileka anschickten, gegen die die Montenegriner an den drei voran- gegangencn Tagen bereits ein Bombardement aus schwerem Frld- aefchütz mit geringem Erfolg unterhalten hatten. Generalmajor Pongracz befahl einen allgemeinen in Front geführten Angriff. In den ersten Morgenstunden eröffneten unsere Truppen den Kamt» gegen den in Ueberzahl befindlichen Feind, der >ion serbischen und russischen Offizieren geführt wurde. Den Oberbefehl über die Montenegriner führte Brigadier Bukotic, der als einer der besten montenegrinischen Offiziere gilt. Die von unseren Truppen mit großem Schneid eingelcitctcn Gefechte ivarsen zwar die Montenegriner im ersten Ansturm aus den durch Erdbcsestigun- gen geschützten _ Positionen. Es gelang aber dem mit Bravour kämpfenden Feinde, sich wieder zu sammeln und Gegenstöße zu unternehmen. Unsere Truppen warsen jedoch am Abend des zweiten Kampftages den Feind neuerlich im Dajoncitsturm, bei dem unsere Gebirgsartillerie den Montenegrinern sehr schwereBer- l u st c zusügte. Ein am letzten Kampstaae unternommener letzter .Versuch der Montenegriner, unsere vorgehcnden Truppen aus den .neuen Stellungen wieder zu verdrängen, endete mit dem vollständigen Zusammenbruch der Angreifer, die unter Zurücklassung des schweren Geschützes und zweier Gebirgskanrmcn sich zurückzogen, ohne die Verwundeten mituchmen zu können 150 Montenegriner wurden abgeschnitten imd gefangen. Die Zahl der gefallenen Montenegriner ist sehr groß: unsere Verluste sind relativ gering. DaS Deutschtum in Oseupcst. Ofen Pest, 10. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der hauptstädtische Baurat hat in einer unter dem Vorsitz des Stadt- sekretärs im Ministerium des Innern, Namethy von Iljsalu, abgehaltenen Sitzung den Antrag des Bürgermeisters, den Weizener Ring „Kaiser-Wilhelm- Straße" und den vor dem Westbahnhof befindlichen großen Platz „Berliner Platz" zu nennen, einstimmig angenommen. Auszeichnungen österreichischer Generale. (WTB.) Wien, 10. Sept. (Nichtamtlich.) Der Kaiser hat den Arince-Konrnvandanten von Auffenberg und Dan kl, welche ilzre heldenmütigen Truppen bei Carmrrow bezw. Krasnik yum Siege führten, das Großkreuz des Leopoldordens mit Kriegsdckoration und dem Generalmajor Pongracz in Anerkennung seines heldenmütigen, erfvlg- rcichen Wirkens gegen Montenegro das Mtterkreuz dä Leopoldordens verliehen. Aus dem Reiche. Die Wahlen, die die neue RrichSverficherungsordnung bis zum Schlüsse des Jahres 1014 oorschreibt, können infolge des Krieges nicht stattfinden. Die Berficherungsämter werden deshalb die Amtsdauer der bisherigen Vertreter bis zum 31. Dezember 1915 verlängern. Tie Wahlen sind also erst im Laufe des nächsten Jahres vorzunehmen. Zur Unterstützung der Familien der Wehrpflichtigen wird uns geschrieben: Während in großen leistungsfähigen Städten die Auszahlung der Unterstützungen verhältnismäßig schnell und ohne Schwierigkeiten vor sich geht, werden in kleineren Gemeinden lebhafte Klagen laut. Es muß dringend verlangt werden, daß die Bedürftigkeitsfiage nicht zu eng umschrieben wird. Arbeiterfrauen mit Kindern sollten ohne Umstände Unterstützungen erhalten. In den Kreisen des Kleingewerbes wird darüber geklagt, daß die zurückgebliebenen Frauen kleiner Gewerbetreibender, solange sie versuchen, die Geschäfte ihrer Männer fortzuführen, keine Unterstützungen erhalten, auch wenn nachgewiesen wird, daß die Geschäfte keinen Reingewinn bringen. Zahlreiche kleine Läden sind deshalb geschlossen worden. Durch die Annahme von Kriegsunterstützungen wird übrigens kein Verlust öffentlicher Rechte herbeigesührt. Zur Verhütung größerer Arbeitslosigkeit im Baugewerbe haben die zuständigen Instanzen Preußens die Gemeinden aufgefordert, ihre Gemcindebauten während des Krieges fortzusetzcn. Auch das Reich und die Einzelstaaten werden in Angriff genommene Bauten, soweit keine Kriegshindernisse entgegenstehen, sortführen. Der im Felde gefallene Adg. Dr. Frank war, wie uns mitgeteilt wird, kein ungedienter Soldat. Er hat 1894/95 als Einjahrig-Freiwilliger beim 113. Inf.-Regt, in Freiburg i. B. gedient und gehörte bei seinem Wiedereintritt dem Landsturm an. An» StaSt und Lau-» Gießen, 11. September 1814. Unsere Kriegsberichte. Der Herr von Stein, der Herr von Stein. Schenkt immer ein nur reinen Wein. Wenn unsre tapfren Helden siegen, Wohl gar auch, wenn sie unterliegen. Getreulich er es einberichtet, Nichts wird von ihm hinzugedichtet. Der Herr von Stein, der Herr von Stein Hält immer seine Zunge rein, Macht's nicht wie die Franzosenbrut, Auch nicht, wie Vetter Grey es tut; Die beiden lügen wie gedruckt, Daß es uns in den Wimpern zuckt. Der Herr von Stein, der Herr von Stein Befleißigt sich, ganz kurz zu sein. So knapv auch oft ist sein Bericht, Meist ist's ein Stückchen Weltgeschicht. Das Ausland tut in Seelenruh Wic's ihm beliebt, nur ab und zu. Der Herr von Stein, der Herr von Stein Denkt nüchtern nur: was fällt Euch ein? Tut Euer Volk nur recht belügen Und schwindelt nur von Euren Siege». Wenn unsere Geschütze sprechen, Wird sich der Schwindel bitter rächen! Der Herr von Stein, der Herr von Stein Hat eine Ausgab', gar nicht klein; Er muß vom Abend bis zum Morgen Das Volk mit „Neuestem" vefiorgen. Sonst wird es ungeduldig schrei»: Warum schweigt unser Herr von Stein? Der Herr von Stein, der Herr von Stein — Was er berichtet, war meist fein. Von „Lüttich" bis nach „Verdun" jetzt ,Hat er den Weg schon fortgesetzt. Den Osten hat er nicht vergessen. Dem Russenvolk schön aufgesessen. O Herr von Stein, o Herr von Stein, Was du berichtest, war kein Schein, 's war alles nur nach deutscher Art Und keine welsche Lügenfahrt. Noch immer hat das Volk vertraut Und jauchzet froh und preiset laut. O Herr von Stein, o Herr von Stein, Mög' bald es dir vergönnet sein Dem Volke aus dem hcllgcn Krieg, Zu melden unfern größten Sieg: „Paris ist unser!", unverdrossen Wird dann „Viktoria" geschossen. Gießen. 10. September 1914. Emil Geißler. * Auf dem Felde der Ehre gefalle». (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Jäger d. Res. Otto Schröder aus Offenbach a. M. — Reservist Heim. Buckenau aus Udenhausen. — Oberl. Martin Gottschick, Jns.-Regt. 130 aus Gießen. — Dizefcldw. d Res Hermann Happel, Jns.-Regt. 116 aus Gießen. — Einj.-Freiw- Gesrciter Otw Dollega in Dannstadt. — Untcroff. d. Res. Gq Rover in Darmstadt. — Reservist Karl Friedr. Kötter in Nieder-EAenbach. — Lt. Anton Selig, 5. Garde-Grim.-Regt. in Frankfurt a. M. — Hauptmann Eugen Nöller, Gren-Regt 123 aus Wiesbaden. — Major Julius Fälsche, Jns.-Regt. 16 aus Homburg v. d. H. — Dragoner Heinrich Kei s n er, Drag- Regt. 24 aus Rcinheim. — Georg Karl Heinrich Pfeffer ans Bad-Nauheim. — August Dicrbaums, Jns.-Regt. 6b aus Bad-Nauheim. — Christian De 1 l aus Hanau. Hauptmann d Res. Willy Kappeller in Hanau. — Lt. Hermann Hartmann Jns.-Regt. 166 aus Nicder-Jssigheim. — Lt Paul Arnolds. Ulan.-Rcgt. 6 aus Hanau. — Einj -Freiw.-Un teroffizier Lehrer Jak. Bord aus Zornheim. Phil. Lcbn aus .Halmheim. — Reservist Wilhelm Watz in Wetzlar. — Major J-ritz Dunin von Przychowski, Jns.-Regt. 88 in Mainz. ** Militär-Sa nitätskre uz 1914. Die „Darmft. Ztg." veröffentlicht folgenden Erlaß des Großherzogs: Wir haben Uns, Angesichts des unserem geliebten Batcr- landc ausgcdrungcneu Krieges, gnädigst bewogen gciunoen, das von Unsercnr tu ©ott rubendcn Herrn Großoheim dem Groß- bcrzog Ludwig dein III. am 25. August 1870 gestiftete Militär- Sanitäts-Kreuz wieder auflcben zu lasten. Die Statuten des Großherzogl. Hesiischen Militär-SauitätS-Kreuzes vom 25. Aug. 1870 behalten ihre Gültigkeit, nur nfit der Mänderichg in § 2, daß die Vorderseite de? Kreuzes die Worte enthält: „Flip Pflege der Soldaten 1914". Inhaber des Militär. Sanitäts-Krenzes mit der Inschrift: „Für Pfleg« der Soldaten 18 7 0", die sich mich im gegenwärtigem Ktfiye buoQ verdienstliche Leistungen im Sanitätswesen (8 3) luo-wzeichnq haben, erhalten eine OrdenSband-Spange mit der ^chlweszaht „1 9 1 4 " zu dem bereits verliehenen Orden. ** Verlustlisten Das Kriegsministerium gibt bekanntk 1. Die Verlustlisten sind imr durch Postabvnnement monatlich 60 Pfg.t zu beziehen, dagegen nicht beim Zeirtrablachweis- Bureau erhältlich. 2. Auskünfte erteilen: a) das Zeutraätachtveiz, Bureau des Kriegsministeriums, Berlin, Dorvtheenstrcche 48, über Verwundete und Gefallene des Heeres: es kann schriftlich nur An- fragen beantworten, die auf den bei jedem Postamt crbäMchor rosa Antwortkarten gestellt sind; b) .das Zentraluachweiiebureml des Reichsmarineamts, Berlin, Mattheikirchstraße 9, über alle Angehörigen der Marine: c) das Auswärtige Amt über deutsche Staatsangehörige im Ausland, auch soweit möglich über deutsche Kriegsgefangene in Feindesland; d) die Bezirkskr-mmandos an Kriegsfreiwillige. ** Zwecklose Gesuche. Trotz der Bekanntmachung, daß der Bedarf an Beamten für die Zivilverwaltung Belgiens voll gedeckt ist, gehen beim Reichsarnt des Innern täglich noch Hunderte von Gesuchen ein. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß derartige Eingaben zwecklos sind und daß die Beant- lvortung der Gesuche bei der gegcnwärttgen Belastung des Reichsamts des Innern nicht stattfinden kann. ** Auskunftsstelle über Verwundete. Fm Stadthaus, Zimmer M. 2, ist eine Auskunstsstelle über die in den hiesigen Lazaretten untergebrachten Verwundeten eingerichtet. Jh, ein zeitrmlbendcs und beschwerliches Herunffragen bei den einzelnen, z. T. weitauseinandcr liegenden Lazaretten erspart. 370, Hausen 190, Milingen 370.05, Drcris-Horlvff 175.18, »---- orn-Steinberg 799.50, Langd 660, Garbenteich 300, Utphe 200, Treis a. d. Wa. 6, Mendorf rt. d. Lahn 364.55 Mk.; weiter aus Leihgestern, Gesellschaft Einigkeit 15 Mk., Gesellschaf i Mäßigkeit 20, Krie halten wird. Den Angehörigen unserer Soldaten wird bierdrirrtz ** Rotes Kreuz und Krje«shilfe. Nach Mitteilung des Kreiskomitees und unter Hinweis auf die Notiz in Nr. 202 dieses Blattes vom R. August 1914 sind in der Zeit vom 15. August bis 10. September d. I. aus folgenden Gemeinden usw. die beistehendeu Beträjgo o», den Kreiskasserechner abgcliefert und von diesem an den Lankesverein vom Roten Kreuz in Darm- stadt überwiesen worden: Gemeinden Rabertshoufe»! 100 Mk., Inheiden 281, Ruttershausen 319.10, Langi-Göut 576.50, Weitershain 300, Klein-Linden 1500, Weickartshain Stangenrod 231, Großen-Linden 300, Bellersheim 500, Leihestern 1385.20, Alten-Buseck 300, Heuchelheim 1500, Watzen- Turnverein Frischauf 100, Gesangverein Eintracht 50 Mk.; ferner Bienenzüchtervcrein Nidda 200 Mk.; Iveiter Gabe der Werkmeister und Arbeiter in der Fabrik Rinn u. Cloos- Watzenborn-Sicinberg 136.40 Mk., .Kriegerverein daselbst 50 Mk.; weiter Lehrer-Kegelgesellschaft Weitershain 25.20 Mark; weiter Turnverein Treis a. d. Ldia. 30 Mk..; weiter aus Saasen Gesangverein 50, Biehkäfse 50, Krieger v er edl 80, Spar- und Darlehenskasse 20 Mk. Der Gesamtbetrag bcr vorstehend aufgeführten Gaben beläuft fick, auf I I 659.69 Mk., es ist also zuzüglich der Mitte Slugust abgelieferten 7611.76 Mk. bis jetzt in den Lan dge m eirrden des Kreises Gießen der ansehnliche Betrag von 19 271.45 Mk. an den Landesverein in Darmstadt abgeführt worben. Für Familienunterstützung der zum Heere eingezogenen Mannschaften haben sich bisher in unsere» Stadt 600 Frauen gemeldet. Das Reich zahlt als monatliche Unterstützung für die Frau 9 Mk., für jedes Kind 6 Mk., wozu der Kreis, wenn es unbedingt nötig ist, einen Zuschlag von 25 Proz. gewährt. Die Stadt Gießen hat sich bekanntlich bei Ausbruch des Krieges entschlossen, den Baterlandsverteidigern die Sorge für ihre Familien ab- zunehmen. Unabhängig von der Unterstützung des Reiches und des Kreises unterstützt die Stadt die Familien unsere» Krieger. Die Reichsnnterstützung für Gießen wird pro Monat rund 10000 Mk., der Kreiszuschuß etwa 2000 Mk. betragen, wozu seitens der Stadt noch eine monatliche Aufwendung von 5—10 000 Mk. komint. " Die Freilichtbühne in K rr e g s zetten. Gestern wundeten, sondern auch einige .Hundert Gießcner Bürger und Bürgerinnen, groß und Nein, waren erschienen, um unsere tapferen Jungen mit Speise und Trank zu laben und andächtig den künst^ lerischen Darbietungen zu lauschen. Es ist ein eigenartiges Bild. Wir sitzen im deutschen Wälde, über uns der Httnmel, neben im? unsere tapferen Krieger, und wir hören von der Bühne gute Wortei über unser herrliches Vaterland, sehen die Begeisterung.in all« Augen blitzen, dazu der Gesang der Vögel und das Rauschen bei. Windes in den Baumkronen, das Herz wird uns im Busen hell und' warm. Darum wollen wir all derer nicht vergessen, die uns düse schönen Stunden schassen. Im Namen der Freilichtbühne begrüßte Profeffor Dr. Aernbeck die Verwundeten, seine Rede llan« mit einem begeisterten Hoch auf unser tapferes Heer und auf den' allerhöchsten Kriegsherrn aus. Ferner danken wir Frau Lcvch für den schönen Gesang, Frl. Sirack, Frl Such Dnnbar und den Herren Dwvrkowski. Wallan, Göttig für ihre trefflichen Darbietungen. Gleichfalls sei der Firma Förster für das irneche»» nützigc Leihen des Klaviers gedankt. Hoffentlich auf baldiges! Wiedersehen! ** Gefundenes Fahrrad. In der hiesigen Zeughauskaserne wurde 1 Fahrrad Marke „Opel" mit der Fabnl- uummer l 133(2 pder 11308 äufgesundcn, lies fätm' seit Wvchtmkch«»; renlos brt gooftanben h.it u. offenbir von einem Diebsiahl herrühtt, da die Fabriknummer bis zur Unlescrlichkeii verbeult ist. Das Rad hat schwarzen Rahmenbau, ebensolche Felgen, Torpedosreilaus und sehr große Uebcfietznng. Ter Eigentümer kann fick), bei der Kriminalpolizei, Großh. Polizeiamt dahier, melden. ** Entsprungen. Wir werden ersucht, die Notiz in der vorigen Nr. d. Bl., betreffend den entsprungenen Kellner Ludwig Waldschmidt dahin, zu ergänzen, daß Wakdschnrcht nicht aus der Gießcner Heil- und Pflegeanstalt entwichen ist. ** Stenographie. Der Gabelsberger Steno- graphen-Verein 1861 und der Damen-Verein Ga- I I I I I J 1 f i i t » jt < 6 ä 8 » » i ' < * 1 |! ( ) fet»x ffe», unbeachtet dessen, daß cs für die Haltbarkeit der ollen gut ist, sie gehörig ausreifen zu lassen. Ader, „Mein chbar macht schon Kartoffeln aus, da ist es für mich auch Zeit, st tonmt' ich damit -u spät." Kreis Schotten. — Ulrichstein, 10. Sept. Die Sammlung für das Rote euz ergab in hiesiger Stadt bis jetzt über 1200 Mk. Es ist eits eine Sendung von Hemden, Strümpfen, Pulswärmern usw ngc Woche an die Zcntralsammelstelle nach Darmstadt abgc tgen. An bestimmten Tagen in der Woche werden Lebensmittel, ■ Eier, Butter, Fleisch, Wurst, Bohnen und dergleichen gesam- lt. Diese werden sofort nach Gießen geschickt. Hessen-Nassau. J. Frankenberg, 10. Sept. Im nahen Mcngering- usen wurde gestern nachmittag ein Landwirt beim Grasmähen i eineni Jäger beim Rebhühnerschießen von einem Schrotschuß ; Gesicht und Körper unachtsamer Weise schwer hcimgesucht, die e Uebersuhrung ins Arolser Krankenhaus ersorderlich machte. (k) F r a n k f u r t a. M., 11. Sept. Die Frankfurter s e n b a h n b e a m t e n und Arbeiter haben zugunsten : Kriegsfürsorge eine Sammlung veranstaltet, die über 000 Mark ergab. Außerdem sammelten die höheren Beilen für sich noch mehrere 1000 Mark. Universitäts-Nachrichten. — Die Erössnung der neuen Unlversität anksurt a. M. ivird trotz des Krieges ohne größere Ein- änkungen Ansang Oktober ersolgen. Don größeren Festlichkeiten >d jedoch Abstand genommen werden. kehle Nachrichten. Deutsche presieftimmen. Berlin, 11. Sept. In weitgehendster Uebereinstim- ing bringen die Blätter zum Ausdruck, daß wir durch unaufhörlichen Siegesmeldungen verwöhnt sind. Die „Bossische Zeitung" sagt: Aus einer gewissen »rückten Stimmung riß uns die neue Siegesbotschaft heraus, geht vorwärts auf beiden Fronten; im Westen, wie im Osten wird Feind geschlagen. Im „Berliner Tageblatt" schreibt Major Mvraht: iß wir mit unseren sieben Armeen rm Westen vor einer enterbenden Schlacht stehen, wird überall in der deutschen Heimat Pfunden. Das Ausland überschwemmt uns mit schauerlichen legsnachrichten, darum ist es doppelt erfreulich, daß mitten im ,mpse vor Paris das Große Hauptauartter sich Zeit genommen t, uns kurz ein deutliches .Bild der Lage zu geben. Mit klopfendem Herzen, heißt es in der „K r e u z z e i t u n a", rren wir näherer Nachrichten. Wir wissen, daß unsere vorgescho- ioi Heeresteile nicht nur mit einem übermächtigen, sondern auch t einem vom Mute der Berzweistung erfüllten Gegner zu tun icn, Der große Entscheidungskampf, der bereits wahrscheinlich ganzem Umsange entbrannt ist, wird sich auch gegen einen Feind gen, der mit seinen letzten, äußersten Kräften um seine Existenz 9t Wie im Westen, haben wir weitere Erfolge des Kronprinzen : Verdun zu verzeichnen. Das Bedeutsame in dieser Meldung st darin, daß Verdun nun von der letzten Verbindung mft den nzösischen Heeren abgeschnitten ist. Die SiogeSnachricht a«S dem Osten wird von allen Müttern ihrer großen Tragweite ersaßt und ausgenommen: Der „Lokalanzeiger" sagt: Das bckeutet die Befreiung Preußens. Dafür dankt nicht Nur die schwer bettofsene Provinz, dein ganz Deutschland dem genialen Heerführer. Tie Hoffnung ist nach der „Kreuz»eitun g" berechtigt, z auch im Nordvsten von Preußen den Russen ein Tonnenberg chicden sein möge. Der Kaiser an den König von Sachsen, (WTB.- Dresden, 10. Sept. (Nichtamtlich.) Dem nig Friedrich August ist heute nachmittag folgendes Tele- amm des Kaisers zugegangen: Seiner Majestät dem König von Sachsen, Wachtnitz. Während der ganzen Opcrattoncn hat Deine Armee unter be- iders schwierigen Verhältnissen .Hervorragendes geleistet. Dir lern nach heißem Kamps errungenen Erfolge bilden ein neues rhmcsblatt. Du kannst stolz sein auf Deine Truppen. Nimm inen warinen Glückwunsch entgegen. Wilhelm. Eine Berichtigung. Berlin, 11. Sept. Das Wolfs-Bureau bittet um Bereitung folgender Berichtigung: Ist der Extrablatt- '(twng ist im ersten Satz richtjig zu lesen: Der deutsche onprinz hat heute mit seiner Armee die befestigte feind- )e Stellung südwestlich von Verdun genommen. (Das itct Kit den deutschen Erfolg noch günstiger als vorher, e Reo. ) Dom deutschen Bundrsrat. (WTB.) Berlin, 10. Sept. (Amtlich) Der Bundes- t hat in der heutigen Sitzung dem Antrag der Ausschüsse treffend die Zollverwaltungskosten, ferner dem Etat für imburg und der Vorlage betr. die Anrechnung der Kosten c die "Errichtung von Straßensperren, auf gcmeinschast- st: Zollcinnahmen, sowie dem Entwurf einer Bekanntmachung betr. vorübergehende Erleichterungen auf dem Gebiete des Patent-Gebrauchsmuster« und Warenzeichenrechts zugestimmt. Kriegsvorbrrritungcn der Türkei. (WDB.) Rom, 1l. Sept. Die Taniner „Stampa" spricht von Kriegsvorbereitungen der Türkei. Euver Pascha soll mit seinem kriegerischen Anhang immer mehr Boden gewinnen. Eine Meldung des „Messagero" scheint dies auch zu bestätigen. Darnach stehen Armeen zwischen Jaffa und Gaza bereit,inAegypteneinzumarschieren. Die Küste Syriens sei von türkischen Schiffen blockiert. i. Köln, 11. Sept. Die „Kölnisch« Zeitung" meldet aus Wien: Nach einer Konstantinopeler Meldung hat namentlich der englische Botschafter seit dem Ausbruche des Krieges unermüdlich versucht, die Türkei zum Dreiverband hinüberzuziehen. Einige Zeit lang hat er täglich den Großwesir besucht und ihm unter anderem versprochen, dgA England der Türkei, falls diese sich Englands Wünschen anpasse, die beschlagnahmten beiden großen Schlachtschiffe zurückgcben werde unter der Bedingung, daß diese Schiffe nicht gegen Rußland verwendet würden. Alle diese Bedingungen scheiterten aber an dem festen Grundsätze der türkischen Regierung, sich die volle Handelsfreiheit zu wahren und sich nur von den eigenen Interessen leiten zu lassen. Feststellung amerikanischer Berichterstatter. (WTB.) Berlin, 10. Sept. (Nichtamtlich.) Nachstehende Erklärung der Kriegskorrespondenten hervorragender Organe der amerikanischen Presse wird uns zur Veröffentlichung übergeben: „Um der Wahrheit die Ehre zu geben, erklären wir einstimmig die „d e u t s ch e n G r e u e l", soweit wir sic beobachten konnten, sür unwahr. Nach zweiwöchcntlichem Aufenthalt im deutschen Heere, die Truppen über 100 Meilen begleitend, sind nur tatsächlich nicht in der Lage, auch nur eiuen einzigen Fall unverdienter Strafe und Bergeltungsmaßregeln zu berichten. Wir sind ferner nicht in der Lage, die Gerüchte bezüglich Mißhandlungen von Gefangenen und Nichtkombattanten zu bestätigen. Mit den deutschen Truppen durch Landen, Brüssel, Nivelles, Binche, Buissiöre, Hautes-Wiheris, Marbes-le-Chateau, Sorlc-sur-Sambre, Beaumont haben wir nicht die geringste Unterlage für einen einzigen Fall von Zügellosigkeit. Zahlreiche Gerüchte fanden wir nach Untersuchung grundlos. Wir sahen überall die deutschen SoldatenihreEinkäusebezahlcnunddasversön- liche Eigentum und die Rechte der Bürger achten. Nach der Schlacht von Buissidre fanden, wir belgische Frauen und Kinder im Gefühl völliger Sicherheit. In Merbes-le-Chateau wurde ein Bürger getötet, doch konnte niemand seine Schuldlosigkeit beweisen. Flüchtlinge, welche von Grausamkeiten und Gcwalt- tättgkeiten erzählten, konnten absolut keinen Beweis beibringen. Die Disziplin der deutschen Soldaten ist bervorrageud. Keine Trunkenheit kommt vor. Der Bürgermeister von Sorlc-sur-Sambre hat unaufgefordert die Gerüchte von Grausamkeiten in der dortigen Gegend widerrufen. Die Haltung Italiens. (WTB.) Florenz, 10. Sept. (Nichtamtlich.) Die Zeitung „La Nazione" fordert ln einem Leitartikel ihre Leser aus, die Ueber- treibungen betr. angebliche russische Siege und angebliche Grausamkeiten der deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen mit Vorbehalt auszunehmen. Sie protestiert gegen diesen Berleumdungs- feldzug und bemerkt, daß der Krieg an und für sich etwas Grausames sei, erklärt es aber für unbegreiflich, daß der deutsche Sinn für Zivilisation und Disziplin sich dazu vergeben sollte, ihn noch barbarischer zu machen. Was die Siege Rußlands angehc, so stagt sich „Nazione", ob es denn im Interesse Italiens gelegen sei, daß Rußland an das Adriatischc Meer komme. In diesein Falle, gegen welchen sich die Zeitung beschwörend wendet, würde der Zarismus uns traurige Tage bereiten. „Nazione" erklärt sich vollkommen einverstanden mit dem Standpunkt, der von dem Fürsten Bülow dargelegt wurde. Sie erklärt, niemand könne ernstlich daran denken, die gegenwärtige Lage auszunutzen, um Oesterreich in die Flanke zu fallen, und sagt: Wir erklärten die Neutralität, weil loir ein Recht dazu hatten. Aber es ist nicht zulässig, daß die antideutsche Koalition uns in den Konflist hineinziehen will. Tie „Nazione" hebt schließlich die Vorteile hervor, ivelche der Dreibund Italien versck«sttc, indem er seine politische und wirtschaftliche Entwicklung begünstigte und cs gegen die Gefahr sicherstellte, das Volk Italiens könne in der jetzigen sehr ernsten Stunde seine Geschichte von gestern vergessen. Die Dum-Dum-Grschosse. i. Köln, 11. Sept. Von der holländischen Grenze meldet die „Köln. Ztg.": Die französische Regierung sucht die schwere Anschuldigung zn entkräften, daß sie ihren Soldaten Patronen mit DuM-Dum-Geschossen zugestellt habe. Zu diesem „Gerede", meinte ein höherer Ossizier, habe wohl die Tatsache Anlaß gegeben, daß ein Stabsoffizier von Longwtz mit Untersuchungen über die Herstellung einer neuen Art von Patronen sich beschäftigt habe. Es haben sich in der Festung noch einige Kisten voll Patronen mit ausgebohrten Spitzen aus jener Zeit gesunden, bevor die Haager Konvention die Verwendung dieser Geschosse verboten habe. Man habe dann später versucht, durch maschinelles Umseilcn diese Geschosse wieder brauchbar zu machen. In Wirklichkeit sei Munition dieser Art zuin Gebrauche gegen den Feind nicht ausgegeben worden. Daß die französischen Soldaten nur init erlaubten Patronen ausgerüstet seien, könne man aus jeder Untersuchung von deutschen Vcnvundctcn beweisen. Es sei möglich, daß estrige Kisten verbotener Patronen unabsichtlich an die jran - züsischcn Infanteristen verpackt worden seien. Allein aus allen Rechnungen des Kriegsministeriums über Lieferungen von Munition ergebe sich mit voller Sicherheit, daß seit 16 Jahren keine Rede sein könnte von einer regelmäßigen Anfertigung der Dum-Dum-Gcschossc, Der Einzug der Deutschen in Brüssel. Mailand, 11. Sept. Der „Sortiere belle Sera" bringt einen Artikel über den Einzug der deutschen Truppen in Brüssel, der durch die Objektivität und die Wucht seiner Darstellung mifsällt. Der Korrespondent schildert den endlosen Einmarsch des deuffchen Heeres. Zuerst Infanterie mit Train, dann Reiterei mit einem unendlichen Wald von Lanzen und schwarz-weißen Fähnchen, dann Kanonen, Kanonen, Kanonen, und so fort, ohne aufzuhören. Es ist eine Masse grün-grauer Uniformen, die sich in der Ferne der Landschaft in deren Grün verliert. Der Eindruck ist ein gewaltiger: cs scheint ein automatischer Organismus, etwas Dämonisches, Ungeheures, Gewaltiges und Mächtiges. Stunden- und stundenlang fahren die Kolonnen an uns vorüber, bis die Augen müde werden. Tic Monotonie des Borübcrzuges wird nur dann und wann von dem Klang der Pfeifen und Trommeln oder von dem Gesang patriotischer Lieder unterbrochen. Plötzlich übcr- kommt die Zuschauermenge ein sonderbares Angstgefühl. Von Soldaten umgeben, geht ein gefesselter Bauer daher mit blassem Gesichte, man wird ihn erschießen. Der Korrespondent fährt fort: Die Haltung der Deutsche» ist korrekt. Sie sind ernst und verschlossen. Die Ausrüstung der deutschen Soldaten ist einfach wunderbar. Das Lederzcug glänzt: da ist nicht ein einziger Unter- ofsizier, der nicht einen Feldstecher hätte, mich viele gewöhnliche Soldaten haben ihn. Außerdem besitzen alle mne elektrische Lampe. Was ferner allgemein bewundert wird, ist die Einfachheit, ja Eleganz der Feldküchen, die wie kleine Lokomottven mit ihren Schornsteinen erscheinen. Der Korrespondent schildert zuletzt seine Fahrt durch Deutschland, um nach Italien zurückznkehrcn. Wenn wir Paris und Brüssel in solcher Verödung zurückgelassen haben, überrascht uns das Leben und der Verkehr, die überall in Deutschland herrschen. Welcher Jubel in aller Augen, selbst in denen der Knaben und alten Frauen, wenn immer neue Siegesbotschaften kommen. Die Toten zählen nicht, die Hauptsache ist, daß man siegt. Amerikanischer Protest gegen Frankreich. New Pork, 10. Sept. Ter amerikanische Botschafter in Frankreich hat bei Deleasss gegen die grausame Behandlung der gefangenen Deutschen und Oesterreicher protestiert. Deleasss hat ihm Abstellung der Uebelstände versprochen. (B. Z. am Mittag.) Ein Aufruf.König Georgs an die Kolonien. Rotterdam, 10. Sept. König Georg richtete an die britischen Kolonien folgende Verkündigung: In den letzten Wochen haben sämtliche Völker meines Reiches, des Mutterlandes und der Kolonien sich geeinigt, um einem Angriff ohne Gleichen aus Kultur und Weltfrieden die Spitze zu bieten. Konnte ich mich abseits halten, als gezeichnete Verträge, woran auch mein Reich sich beteiligte, vernichtet, Belgiens Gebiet verletzt, seine Städte zerstört^ Frankreich mit Untergang bedroht ivurde? Ich würde daun meine Ehre geopsert und die Freiheit meines Reiches und der Menschheit dmi Untergang qewciht haben. Großbritannien und mein ganzes Reich, betrachten die absolute Respektierung des einmal gegebenen Wortes rn Verträgen. welche von Fürsten und Völkern unterzeichnet wurden, als ein gemeinsames Erbteil. Ich bin stolz darauf, der ganzen Welt »eigen zu können, daß meine Völker in den Kolonien ebenso fest entschlossen sind als diejenigen in meinem Königreich, die gerechte Sache bis zum besriedigenden Ende zu verteidigen. vanvel. Zürich, 10. Seiit I3-Zi,„. Wohn. fof. oder >t.z.vm.N.Schiitzcilstr. 10. iiünc 3-Ziul.OaIjnung l. Oft. Marburger 2tr. 27 vcrniicien. [00191 Näheres Brancrei Jhring. Lick. Versohiedene\ ®] 4 oder 3-Zim.-Woh- », ver 1. Oklbr. zu verm. >». Ludwigsir. 67 Laden. MtfrtllM. Wohnung e i. Oktober zu vermieten, liclbsi auch Zimmer und bincit. [96991 Neustadt 21. Möbl. Zimmer\ ihön möbl. Zimmer vermieten. 0622t roher Stcinwcg 24 IV. immer $«££ einktratze 51 p. [06920 Ml.Zi«mrLs« vermieten. Näb. in der Gc< schäitSst. d. (Mief;. Sln.v [9625 0 *"]3iuctineinnnbcvnc6.fd)ön mühl iiini "> nächst. Stäbe mDül. Jim. d.böb.Lcbrnnil. z.vcrin. B iSinarck str. 38 II. 065581 Möbl. 3. mit od. ohne Penf.znvcrm. Sonnenktr.20 9711] Möbl. 3im.ni. Bens, zu Tüd-Anlage 7 N. 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Sohn, Bruder, ,----- -v Schwiegeriobn, Schwager und Önkei August volkmann Landwehrmann (Krankenträger) i. Reserve- Regiment Nr. 80, 3. Komp. Im Namen der Ilcstrauernden Hinterbliebenen: Frau August Volkmann und Kinder. mi Montabaur,Heuchelbeim,Kinzenbach, 11.Sept.1914 In der Konkurssache über das Vermögen des Bauunternehmers Theodor Wilhelm Pfannenschmidt in Gießen wird an Stelle dcS zu den Fahnen cinbc- rufenen Konkursverwalters, Rechtsanwalt Raab in Gießen, der Kaufmann Louis Althoff in Gießen zum Konkursverwalter ernannt. 97068 Gießen, den 7. September 1914. Grotzherzogliches Amtsgericht. Schlaff desiclbc» Mitte März. Die Schule umsaht 5 Klassen für Hochbau u. 2 Klassen für Tiefbon. lFm Winter Tiefbau Klasse II, im Sommer Tiefbau Klaffe I.) Die Abgangszeugnisse der Großb. LandeS-Baugewerk- schule sind denjenigen der Königlich Preutzischen Vauge- werkschule gleichgestellt. Programme und Amneldesormulare find durch die Direktion der LandeS-Baugewerkschuie, Darmstadt, Neckar- strahc 3, zu erhalten. Das Schulgeld betrögt 100 Mark für das Halbjahr. Schluß der Anmeldesrist am 10. Oktober d. I. [9560D Die Direktion. HasdarbeitssebDli! m FH. Landmann Gießen, Sikv-Anlage 7. 9689 Beginn des Unterrichts in affen weiblichen Handarbeiten, Weihnaben, Stickereien ied. Art. iow. Kunst arbeiten. Brandmalerei, Tiesbrand, Schnitzerei, Lcdcr- ulastik »iw. Dienstag. den 15. Septbr. 1814 Für Auswärtige ganze oder teilweise Pension im Hause. Obst-Versteigerung. Dienstag, den 15. l. MtS.. nachm. 1 Uhr, wird _.......... . ,______________ das Obst, Aepsel, Birnen und Zmetschen, von den ffska- lischen Grundstücken der Gemarkung Allen-Busock an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert. Giehen, am 9. Sevtemdcr 1014. Großherzogliche Obersörsterei Giehen _Koehler. 9695V Mche Fliehe Holländer Kablimi, Schellfische und Bratfische empschlcn 9715. 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Freitag, von 2 Uhrund Samstag, von 7 Uhr an vcrk. ich frische nrhitne Zwetschen im Garlen des HoteIFclIcokcllcru.Branb Platz am Eingang vom Bot- lanischen Garten. süSSW 5°/ Deutsche Reichsschatzanweisungen 5°/, Deutsche Reichsanleihe,unffinbüae dis I.MsberM. (Kriegsanleihen.) Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgaben werden 5*/ 0 Reichsschatzanweisung«» und 5% Schuldverschreibungen der Reichsanleihc hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt Bedingungen. 1. ZcichnungSstelle ist die Reichsbank. Zeichnungen werden bis einschließlich Sonnabend, den 19. September, mittags 1 Uhr bei dem Kontor der Reichshauvtbank sür Wertpapiere in Berlin und bei allen Reichsbank-Haupt, stellen, ReichsbanksteUcn und ReichSbank-Rebenfteilen mit Kasseneinrichtung entßegengenommen. Die Zeichnungen können aber auch durdi Vermittlung der Königlichen Seehandlung tPreublfchen Staats, bank) und der Preußischen Ceniral-Genoisenschastskasse in Berlin, der Königlichen Hauvtbank in Nürnberg und ihrer Zweigansiaiien, sämtlicher deuischer Banken, Bankiers und ihrer Filialen, jeder deutschen öffentlichen Sparkasse sowie ieder deutschen Lebensversicherungsgescllschast erfolgen. 2. Dle Schavanwcisungcn werden in Höhe von Mark 1 000 000 000 ausgelegt. Sie sind eingeteilt ln 5 Serien zu je 200 Mjgjynen Mark und ausneiertigl in Stücken zu 100OOO, 50 000k 20 000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, und 100 Mark mit Zinsscheinen zahibar am l. Avril und 1. Oktober jedes Jahres. Der Zinsenlaus beginnt a m 1 Oktober 1914, der erste Zinsschein ist am 1. Ilvril 1915 fällig. Die Tilgung der Schavanwcisungcn erfolgt durch Auslosung von je einer Serie zum 1. Oktober IM 1. Avril 1919, 1. Okiober 1919, 1. Avris 1920 und 1. Oktober 1920. Die Auslosungen finden im Avril und Oktober jedes Jahres, erstmals im April 1918 statt: die Rückzahlung geschieht an dem aus die Auslosung folgenden 1. Öd tober bezw. I. Avril. Welcher Serie die einzelne Schahanweisung angebört, ist auS ihrem Text erstchllich. 3. Die Reichsanlcibc ist in derselben Slllckecinieilung von 100000 bis 100 Mark ausgefertigi und mit dem gleichen Zinsenlaus und den gleickien Zinsterminen wie die Schatzantveisungen auSgestaitet. 4. Der Zeichnungsvreis beträgt: a. für diejenigen Stücke der Reichsanlcibc, die mit Sperre bis 15. April 1915 tn das, Reichsschuldbuch einzutragen sind, 97,30 Mark für je 100 Mark Nennwert, I unter Verrechnung b. für alle übrigen Stücke der RcichSanleibe und tür die Tchatzanweisnuge« 97,80 Mk. I von 5% Stückzinsen, sür je 100 Mark Nennwert. ' 5. Die zugelciiien Stücke nn RcichSichatzanweiiungen sowohl wie an RcichSanleibe werden aus Antrag der Zcich»« von dein Kontor der RcichSbauvtbank für Wertpapiere in Berlin bis zum 1. Oktober 1915 vollständig konenstei ausbewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Niederleaung nicht bedingt, der Zeichner kann feü, Devot jederzeit — auch vor Ablauf dieser Frist — zurllcknehmcn. Die über vollgezahlie Beträge ausgciertigtm Dcpolscheine werden bei den DarlehnSkassen wie die Stücke selbst belieben. 6. Zeichnungsicheine sind bei affen Rcichsbankanstailcn, Bankgeschäften, öffentlichen Svarkaffen und LebenSverflche, rungsgeiellschaften zu haben. Die Zeichnungen können aber auch ohne Verwendung von Zeichnungsscheinen et» folgen, und zwar brieflich mit etwa ioigendem Wortlaut: „Aus Grund der öffentlich bekannigemadften Bedingungen zeichne ich: nom. Mark 2 5% Reichsschatzauweisnnge« nom. Mark 8% RcichSanleibe und verpflichte mich zu deren Abnabme oder zur Abnahme desjenigen geringeren Betrages, der «ik , TaS Nicht- jutTtffcnbrift fortzulasi-v. aus Grund gegenwärtiger Anineidung zugeiciit wird. Soweit meine Zeichnung aus Schatzanweisungen bei der Zuteilung nidjt berücksichtigt wird, bin ich einverstanden, daß statt Sdiatzanweisungen auch Reichsanieihe zugeteiit wird s., 4 Ich bi«e um Zuteilung von Reichsanleihe, die mit Sverre bis 15. Avril 1915 0U [9703 Der Vorstand. Bringe Samstag rheinische Pffriiche u. Ein- machbirnen n»! dem Markt billigst zum Berkaus. <06550 a»i»» Sc>ii>«iösr U. Carapa.Bh. Wir eröffnen gm 2. Oktober 1914, abends 9 Uhr, in der Stadiknabcnichulc, Nord-Anlage, einen Ansängcrknrsus in «labclsbcrgerjchcr Stenogravbie sür Damen u. Herren. Unier- richisgssd 6.— Pik. Anmcid. an Herrn W. Jullmann, Grabenstr., erbitten «9705O Der Gabelsberger Stenograpbenvercin 1861 und der Damen - Verein „Gabclsbcrger". Amtliche Bekanntmachungen Stadt Gietzen. der Das 2. Ziel Schulgeld des Reaigvmnasiums, der Oberreaiichule. der Gymnaffaivorichule und der Höheren »nd Erweiterten Mädchenschule sür das Rj. 1914 kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Kosten an die Siadlkassc bezahl! werden. . . „ , Schüler, die die Noivrüsung abgelegt haben, muffen das 2. Ziel Schulgeld noch bezahlen. 9716 B Betrifft: Die Abgabe von Fichtendeckreiier. Bon den iür den kommenden Winter in den städtischen Waldungen auizuarbeitenden Fichtendeckreiier bat die Stadl 2000 Wellen an Private abzugeben. Wer solche zu beziehen wünscht, wolle dies alsbald aus dem Stadthaus, Garlcnstraße 2, Zimmer Nr. 15 anzeigen. Der Preis der Welle beiräai 30 Psg. und ist bei der Bestellung zu entrichten. Die Lieferung erfolgt frei vor das Haus. Weniger ai? 5 Wellen werden nicht abgegeben. 9698 B Verwertung von Schweineborsten. Die im bieiigen städtischen Schlachihoi anfallenden Schweincborftcn iGeiamtschiachtungcn ». Zt. jährlich ca. 12000 Schweine) sollen vom l. Oktober 1914 an anderweit vergeben werden. Die Abnahme der Borsten bat m dem anfallenden nassen und ungercinigien Zustande zu geschehen. Die hier- ...... "Meß ju nötigen luftdicht verschließbaren Autnahmegeiäße sind von dem Abnehmer in ausreichender Zahl der Schlacht- hoiverwalluna zur Beriügung zu stellen. Angebote bier- au! werden bis 22. Septc ibcr ds. Js. an den Ober- bürgermeister der Stadt Gießen erbeten. 9713 B Bekanntmachung. Mit Genehmigung Großb. Amtsgerichts werden die Dienftsiunden des OriSacrichtcs Giehen von beute ab iest- geseut auf täglich 10 bis 12 Ubr vormittags. 9693B Giehen, de» 10. Sevlemdcr 1914. Simon, Orlsgrrichisvorsleher. 100,- Mk Zu dem Fonds sür Liebesgabe» sind bei dem Oberbürgermeister weiter eiugegangen: von Saniiäisrnt vr. Schliephake und grau von S. H. Sondbeini..........36— vom Kegelklub Humor..........20,— vom Sparverein Hassta......... von Ungenannt............. von der Fieischerinnung lNebeneinrichttingen) von I. Altbaus 23,10 5,- 250,- 7ch0 von Kaufmann Adam Bender......20,— 100 ,- 50,- 15ft— von Geb. Medizinairat Dr. Gevverl von Frau Kommerzienrat Emmeiius.... vom Gießener Lehrervercin....... Inhalt einer Sammelbüchse aus der Restauration Herbert..........29,16 Inhalt einer Sammelbüchse, ausgestellt bei der Bcrleiiung der Einauarlicrungsgeider von Bureauvorsieber Wilhelm Eidmann . . von Reniamimann Weimer 1. Rate .... von Bauunlernehmer Georg Becker .... vom Allg. Slaats-Eisenbahn-Dercin I. Rate . von Frau Louis Lotz Ww. 145,81 10 ,- 30,- 50,- 65,- 100 ,- von Gerichlsschreibcr W. Ranft......20,— von Geb. Hoiral Or. Fromme von Hans Küchel und Kurt Braubach von Oberbibiioihckar Dr. Ebel II. Rate 20 ,- 2- 1.5,- von Professor Dr. F...........50,— * ----)Yb ~ von Heinrich Arnold Ww......... ia— vom Taubstummenverein Gießen.....20,— von, Klub in der Restauration Schiffenberger Tai durch C. Häuser........1830 von einem Rechlsanwaii überwiesene Prozeß- kosten..............15.S von der HeimkriegSbilse......... 5,— von Kt................10,— von der Diensiags-Kegeigesellschasl im Cass Ebel..............30,- von Landgerichlsdircklor i. P Bücking 2. Rate 1000,— vom Lehrerinnen verein Gießen......166,— von Beigeordneter Kreuzten.......100,— von W. Michel Ww...........50.— Summe 2719,65 Ä Mil herzlichem Dank für diese Gaben wird um weiter Zuwendungen aebeten. _ 9707 Stadt. WohnungSnachweiS Gießen. -lsterwe-S ES sind zu vermieten: 9697 1 Wohnung von 5 Zimmern »nd 2 Maniardenzimmeo 1 Wohnung von 5 jsunmern, 2 Wohnung, von 1 Zimmer: 1 Wohnung v. 4—5Himmern, 3Wobn»ngen v.3Zimmer: 1 Wobnuug von 1 Zimmer, 1 Wohnung von cin biS zw) Zimmern, 1 Lager- oder Fabrikraum, 1 Werkstatt, et dreistöckiges Lagerhaus mit Picrdcstall und Heubode: 2 möblierte Zimmer. Zu miete» gesucht: 30 Wohnungen von 2—6 Zimmert kftädt j 4 rbeitsnachu)eis giessen Asterwcg 9. 9698 ES können eingestellt werben: a. bei diesigen Arbeitgeber-! 1 Schmied, 1 Sattler. 1 Bäcker, 2 Schuhmacher, dr Schneider, 1 Weiiibinder. 1 Hausbursche, iandwittscha» Arbeiter, 1 Schweizer, 1 Chauffeur, 2 Dienitmädchr b. bei auswärtigen Arbeitgebern: , 1 Schmied, 1 Schlaffer, 2 Bäcker, 5 Schneider. 2 Dien) mäddicn, landwirtschaftliche Arbeiter und Knean Streckenarbeiter und 1 Müller. Lebrliugc: 1 Schubmachcrlrbrling. ES suche» »Arbeit: 8 Sdiloiier. l Elektromonteur, 3 Mechaniker, b Poi'tt^ und Tapezierer. 12 Schreiner, l »Müller, 1 3 Maurer, 2 Zimmericute, 6 Wcißbinder und Lackiere 1 Gtaicr, l Stukkateur. 2 Heizer. 6 Kauftcutc, Sch re: de lanüw. Arbciicr und Knechte, Erdarbeiter, Taglovoc Kellner, HauSburschen, Putz-, Wasch- und Lauffrouc