Nr. 2(2 Zweiter Blatt *64- Jahrgang Erscheint täglich mit SKSoahme des Sonntag?. D«e „Ktetzener jamiLendlitter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da? „Kreist*tatt für den Kreis Kietzen" zweimal «öchenttich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag, (0. September *9*4 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Unwersitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Drilckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: eesä»51. Redaktion:«^V112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießon. General 3offre$ ganze Weisheit. Ein militärischer Mitarbeiter schreibt uns aus Berlin: General Joffre hat einen Tagesbefehl erlassen, betitelt „Notes pour toutes les armees.“ Darin sind die Gründe der bisherigen Verluste und Niederlagen angedeutet. Die Gründe bestehen darin, daß man die deutsche Taktik nicht genügend beachtet habe, und die ganze Weisheit des Generals für den weiteren .Krieg besteht darin, daß man die deutsche Taktik — nachahmen müsse. Merkwürdig genug uchmen sich solche neuen Instruktionen mitten im Kriege aus; sie entsprechen aber jedenfalls der neuen französischen Kriegslehre, die nichts anderes ist, als ein teilweise recht geWoser und unverstandener Abklatsch deutscher Kricgs- lehren. Frankreich hat seit noch nicht einem Jahre eine neue ,Mileitnng für den Dienst der Armeen im Felde" vom 28. Oktober 1913 herausgegeben. Diese Anleitung enthält zwei Testsi, einmal die Fclddienstordnung, die fast das ganze deutsche Reglement von 1906/09, oft wortwörtlich, abge- ichrieben hat. Den anderen Teil bildet die „Anleitung für tue höhere Truppenführung", und diese enthält alle strategischen Lehren, nach denen die Franzosen hofften, den nächsten, d«l jetzigen Krieg unbedingt siegreich zu bestehen. Diese neue französische Kricgslehre wurde von einem Ausschuß unter dem Vorsitz des Generals P a u bearbeitet! und enthält tatsächlich eine Reihe grundlegender Wandlungen der früheren französischen Anschauungen über Truppen- und Gefechtsführung und bricht vollständig mit der bisher geltenden Verordnung vom 28. Mai 189.5 über den Dienst der Armeen im Felde. Der Ausschuß hat damals einen längeren Bericht an den Kriegsminister ausgearbcitet, worin sich allerlei interessante Ausführungen finden, umso interessanter, wenn man damit vergleicht, was Frankreich auf Grund dieser neuen Kriegslehre im ersten Mdnat des großen Krieges erreicht hat An die Spitze aller Gedanken und Vorschriften ist die Parole gesetzt: Offen- ^hbe u,ud wi ede r O flen sivc ! Vownllen Nationen, so meinte der Ausschuß: biete gerade die Kriegsgeschichte Frankreichs die deutlichsten Beispiele für die großen Erfolge, zu denen der Angriffskrieg führe, wie auch für die Niederlagen, welche eine abwartende Kriegssührung nach sich ziehe. „Solange uns fast bis zur höchsten Boll- Lmrmenheit die Lehre der Offensive führte, waren uns die ruhmreichsten Erfolge beschieden, und, ein grausamer Gegenbeweis, an dem Tage, an dgm-kvir sie mißachtet haben, hat gerade sic unseren Gegnern die Waffen geliefert, mit deren Hilfe sieuns besiegt haben." Welche Seüfftironic! Die Offensive, die den Franzosen über die Vogesen her mißglückte, ist gleich bei Beginn des Krieges auf die Deutschen übvrgegangen und hat dazu geführt, daß der französischen Armee bis dato keine Zeit und Gelegenheit mehr blieb, ihre neue Kriegslehre auszuproben. Aber kehren wir zu den Versprechungen der Strategen zurück. Der geuauute Alksschufchertcht bestimmte: Die französische Armee, zu ihren Uebcrliefernngen zurückgekehrt, erkennt für die Führung der Operationen kein anderes Gesetz mehr an als die Offen sioe. Nach dem südafrikanischen Kriege hat man getvisse Theorien wieder erscheinen sehen, die man für immer verlassen glauben konnte, Theorien von der Unverletzlichkeit der Fronten und von der Möglichkeit, die ° Entscheidung durch das „Manöver" herbeizusühren, ohne Kampf. Kurze Zeit darauf hat der russisch- japanische Krieg ein wahrhaft entschiedenes Dementi für diese gefährlichen Theorien gebracht; aber man 7Uuß stets fürchten, daß eine lange Friedensperiode sie eines Dqges wieder auftauchen läßt. Um eine derartige Wirkung zu verhindern, bestrebt sich unsere Anleitung, dieses Haupt- Gesetz ins rechte Licht zu setzen, daß die Schlacht, als aus- stMetzlicher Opcrationswcck, das einzige Mittel ist, den Wil- S » K.... .___ 11 » 1 " Bi" Der deutsche Zeldprediger. Mit den deutschen Truppen zieht ihr Geistlicher ins Feld, damit das Wort Gottes mit seiner segnenden Kraft ihnen stets nahe sei, sie erhebe und stärke in den weihevollen, großen und schweren Geschönten des Krieges. Feldprediger hreßen diese Diener des Herrn lan/c im preußischen Heere auch in Friedenszeiten, weilffre ursprünglich nur ins Fell>. d. h. ins Kriegslager für die Soldaten berufen nmrden. Bis ins 17. Jahrhundert hinein achörcu Seelsorger überhaupt nicht notwendig zu einem Heere. Wenn sich wackäre Priester den Söldnerhorden anschloffen. um die edleren Gefülste des Menschenherzens auch in diesen verrohten Gemütern wachzuruien, dann taten sie es aut eigene Gefahr hin, und ihre Prckngl mag sich von den Zeiten der Landsknechte bis zunt Dreißigjährigen Krieg nicht viel anders abgespielt haben als die des Kapuziners in Schillers „WaUensteins Lager". Es mußte ein so sroinmer Kriegsfürst wie Gustav Apoll an der Spitze eines s, streng gläubigen Leeres »nie des schwedischen auf- treten, um den fieseren Sinn und den reichen Segen einer umfassenden Seelsorge im Feld deutlich vor Augen zu führen. Und noch diesem Vorbild berief denn der Große Kurfürst bei der Grün- dmig feines stehenden Heeres auch Feldprediger in seine Reiheix wobei Friedrich Wilhelm nach schwedischem Muster seinen Soldaten durch besondere Kriegsartikcl die rechte Frömmigkeit beizu- brmgen suchte. „Welcher Soldat Gottes Wort lästert", heißt es da tz. B., „oder mit demselben und mit dem Gottesdienst, es sei auf wes Maß er wolle, trunkenen oder nüchternen Mundes Affenspiel treibt, von denen Hochwürdigen Sakramenten lächerlich und spöttisch» redet, der soll ohne Gnade am Leben gcstrask werden." Daß der Stand des Soldatengeistlichen in seinen Ansängen noch keine .hohe sittliche Stufe erreicht hatte, beweisen die Kriegsartikel 5 und 6, die lauten: „Es soll sich kein Priester, wenn er den Gottesdienst halten soll, trunken finden lassen, oder ans solchen Fall aus dem Lager relegieret werden Welcher Priester sonsten außer der Zeit, da der Gottesdienst geschiehsi, einen ärgerlichen Wandel führet und sein Leben nicht nach seiner Lehre an- üellet, derselbe soll durchaus in unserem Lager, wenn er vorher davon abzustehen dreimal ermahnet und sich nicht bessert, nicht gelitten werden." Eine ständige Einrichtung im preußischen Heer wurden die Feldprediger erst gegen Ende der Regierung des Großen Kurfürsten, wo cs nicht nur in 'Berlin, sondern auch in den wichtigsten Garnisonstädten sestangestelltc Garnisonprediger gab. In Grubers „ Kriegs drszipfin" von 1697 werden die Regiments- Feldprediger oder -Kaplane bereits als offizielle Mitglieder der deutschen Heerestruppen angeführt und . dazu ermahnt, „sie sollen nicht spielen und vollsauien und nicht viel von politischen und militärischen Händeln räsonnieren, so ihnen gar nit angehen." Bald traten Männer in diese Stellungen, die es mit ihrem Berufe len des Gegners zu brechen, irnld daß die erste Pflicht des Führers ist, die Schlacht zu wollen! Man sieht, es wurden da allerlei Brocken gut preußischer Felderfahrungen zusanrmcngetragen, und dem Ganzen eine sehr einseitige HanpfiSwe gegeben, die in Wahrheit garnicht zur franzöftschen Ueberliefernng, garnicht zum Geist der französischen Kriegführung paßt. Ein bekannter deutscher Militärschriftsteller, Generalleutnant z. D. von Ard enne, hat ganz kürzlich mit vollem Reckst darauf h-ingewiesen, daß der dauernd der französischen Truppe zugesp-rochene Clan, der Ruf „s la bahonette" in Wahrheit nur Phrasen sind, daß die Franzosen anno 70 nur einmal (bei Beanne la Rolande) einen infanteristischen Angriff dicht an den Feind hevangetragen haben, daß also die nene Offensivtheorie nur dem Äationcckhaß und der politischen Verblendung entspringen, nicht aber dem französischen Militärcharakter. Das strategische Verhalten der Franzosen in diesem Kriege wird natürlich erst im Laufe der Zeit genau geklärt und festgestellt werden. Aber soviel ist doch schon sicher, daß sie mit ihrer neuen Kriegslehre ein Fiasko nach dem andern erlitten haben und daß' General Jpffre (einmal von seinem Standpunkte ans gedacht) gut täte, seinen Truppen nicht die Nachahmung der deutschen Taktik zu empfehlen. Sollte er wirklich keine eigene Weisheit besitzen? Ballonabwehrkanonen.' , Von Professor SB. Schwinning. Me Luftfahrzeuge haben sich in den letzten Jahren zu wichtigen Kriegswerkzengen entwickelt. In erster Linie sind sie für Erkundungszwecke von großer Bedeutung, doch können sie eventuell auch als direktes Kampfmittel dürch Herunterwerfen von Sprenggeschossen Verwendung finden. Diese Fortschritte haben die Technik andererseits wieder vor die Aufgabe gestellt, wirksame Waffen zur Bekämpfung der Luftfahrzeuge zu konstruieren. Me vorhandenen Waffen genügen hierfür nicht. Die Geschosse der Infanterie- und der Maschinengewehre haben zu geringe Wirkung, und ihre Schußweite ist zu llein. Der Feldkanone mangeVt, von anderen Anständen abgesehen, die ausreichende Elevationsmöglichkeit des Rohres und der Feldhaubitze, infolge ihrer geringen Geschohgeschwindigkeit, die nötige rasante Flugbahn. Beide können ferner, da ihr Seitenrichtseld zu gering ist, den Bewegungen des Ballons nicht schnell genug folgen. Der Lenkballon bildet ja ein sehr schnell bewegliches Ziel, das seine Lage im Raum beliebig ändern kann. Es ist daher ein Geschütz mit großer Feuergeschwindigkeit, um günstige Augenblicke möglichst ausnutzen zu können, erforderlich, das eine sehr rasante Flugbahn, also hohe Geschoßgeschwindigkeit aufweist und ein sehr schnelles Nnrichten des Rohres nach Höhe und Seite in beliebigen Grenzen gestattet, um allen Lagenänderungcn des Ballons sofort folgen zu können. Auch die Visiereinrichtungen müssen für ein möglichst zeitsparendes schnelles Arbeiten, das keinerlei Umrechnungen erforderlich machen darf, ausgeführt sein. Hierzu kommt noch die Forderung einer möglichst großen Beweglichkeit des Ge- schntzfahrzeuges. Me hohe Geschoßgeschwindigkeit im Verein mit der erforderlichen Beweglichkeit des 'Geschützes zwingen mit Rücksicht auf das Gewicht des Munitionsporrates und des Geschützes zu der Wahl eines kleinen Kalibers, das zweckmäßig zwischen 6 und 7 Zentimeter oder höchstens mit Rücksicht ans die Frage des Munitionsersatzes besonders bei Ge- *) Wir entnehmen die obigen Ausführungen, die auf einige in diesen Tagen viel erörterte Fragen entgehen, mst Erlaubnis des Verlages B. G. Teubner dem Bande „Technik des Kriegswesens" (Die Kultur der Gegenwart). Das Werk, dessen einzelne Abschnitte von Generalstabsoffizieren verfaßt wurden, gibt in seiner Gesamtheit einen erschöpfenden U eberblick über Krregs- wsien und Kriegsführnng und gewinnt somit durch die von den besten Kennern gebotene Belehrung bei der augenblicklichen Kriegslage für jeden Deutschen eine besonders hohe Bedeutung. schlitzen in Räderlafette gleich dem Feldkanonenkaliber zu wählen sei» dürfte. Eine Ausnahme bildet nur der spezielle Fall ortsfester Geschütze, bei denen die Gewichtsrücksichten nicht mitsprechen. Es werden jedoch nicht nur an das Geschütz, sondern' auch an die Geschosse besondere Konstrnktionsanfovdernngen gestellt. Me Wirkung des Schrapnells ist nicht einwandfrei, da die von seinen Füllkugeln in die Ballonhülle geriffelte» Löcher zu llein sind, um ein schnelles Sänken des Ballons zu bewirken. Mehr Erfolg verspricht die Granate, wenn sie mit einem Zünder versehen wird, der ausreichend empfindlich ist, um sofort beim Anstreffen auf die Ballonhülle zur Wirkung zu kommen. Me Konstruktion solcher Zünder mit guter Rohrficherheit ist in den letzten Jahren sehr gefördert worden. Auch die Einheitsgeschosse sind in geschickter Weise zur Ballonbekämpfung ausgebildet worden. Weiterhin hat man versucht, Schrapnells mit einem Brandsatz zu versehen, um eine Entzündung der Gasfüllnng des Ballons hervorzurufen. Schwierigkeiten bereitet endlich noch der Umstand, daß ein planmäßiges Einschießcn durch Beobachtung der Ge schoßeinschläge nicht möglich ist, es sind deshalb Geschosse mit einem Rauchsatz, der beim Wfeuern des Scksttsses in Brand gerät und die Flugbahn bei Tag durch einen Ranch>- streifen, bei Nacht durch den Feuerschein sichtbar machen soll, hergestellt worden. Die Lösung der Geschützfrage wird auf zweiLLegen angestrebt, einerseits durch den Enttvnrf von Geschützen, welche auf eineni Automobil montiert sind: andererseits durch Rädergeschütze besonderer Konstruktion. Bei den Automobilgeschützen wird das Rohr zumeist in einer Mittelpivotlasclle nach Art der Schifssgeschütze, jedoch mit sehr stark zurückverlegten Schildzapfen, um ein sehr großes Höhenrichtseld, das zumeist bis zu ca. 75° beträgt, zu ermöglichen, montiert. Me Mittelpivotlasette gestattet seitlich ohne weiteres die Bestreichung eines vollen Kreises. Die wichtigsten Teile des Automobils werden, jedoch nur soweit es das Gewicht zuläßt, gepanzert. Solche Entwürfe liegen vor von Krupp, Ehrhardt, Vickers, Skoda und anderen. Das Automobil kann eine große Geschwindigkeit, zumeist bis ca. 45 Kilometer in der Stunde, entwickeln. Nachteilig ist jedoch, daß es infolge seines hohen Gewichts im allgemeinen an gebahnte Straßen gebunden ist. Der Feldkrieg wird andererseits aber oft zum Marsch über ungebahntes Gelände zwingen. Hierfür sind die Entwürfe ftir Geschütze in Räderlafette bestimmt. Das erforderliche Höhenrichtfeld kann durch Zurückverlegung der Schildzapfen, eventuell in Verbindung mit dem veränderlichen Rücklauf erreicht werden. Das erforderliche große Seitenrichtseld macht allerdings besondere Einrichtungen >an der Lafette nvkfg, für welche Entwürfe von .Krupp, Ehrhardt, Deport und anderen gegeben sind. Bei sämtlichen Ballonabwehrkanonen empfiehlt sich mit Rücksicht auf eine möglichst große Feuergeschwindigkeit die Anwendung automatischer Verschlüsse. Ae Frage der Ballonabwehrkanonen ist. obgleich bereits eine Reihe vorzüglich durchgebikdeter Konstruktionen, die sehr weitgehenden Ansprüchen genügen, vorliegt, sowohl hinsichtlich der Konstruktion der Geschütze als auch der Geschosse noch nicht als vollständig geklärt anznsehen. Kirdjc und Schule. — KleineZügevonPap st Benedikt XV. werden in den jetzt hier eintrefsenden italienischen Blättern erzählt. Die Festigkeit seines Charakters, die er schon in früher Jugend bewies, zeigt folgende Geschichte, die die Gattin des Bruders des neuen Papstes, die Marchesa della ILHiesa, berichtete: „Mein Schwager Giacomo war kaum zwölf Jahre alt, als er sich eines Tages bei seinem Vater einstellte imd ihm mit großem Ernst sagte: „Höre, Papa, ich will Priester werden." Auf diese Worte des Knaben antwortete der Vater einfach: „Höre, cs ist noch Zeit, darüber nachzudenken. Inzwischen lerne fleißig und mackie deinen Doktor, dann werden ernst nahmen Und unendlich viel zur Verinnerlichung des religiösen Empfindens im deutschen Heer beigetragen haben. So ist uns die interessante Erzählung des Feldpredigers Hocker erhalten, der 1701 mit den Ansbachschen Truppen den Feldzug in Holland gegen Frankreich mitmachte und uns schildert, wie er in den verpesteten Ruhrlazaretten und in den Laufgräben unverzagt seine Schuldigkeit tat. Wenn er sich auch einmal vor einer Kanonenkugel bückte und dadurch das Gelächter der Offiziere erregte, so waren ihm doch alle gut wegen seines pflichttreuen Wesens und hörten auf seine Mahnungen. Weit sind preußische Fcldvrediger mit ihren Truppen damals herumgekommen: 1708 hielten sie nach dem Einzug des kaiserlichen Heeres in Rom evangelischen Gottesdienst in der ewigen Stadt. Besonders dem frommen „Soldatenkönig" lag die Hebung des Fcldpredigersiandes sehr am Herzen: er war selbst sein „erster Feldprvbst" und hielt darauf, daß die Predigten deutlich und schlicht waren „ohne Schwulst und unnatürliche Redensarten", daß sie in der Garnison nicht länger als eine Stunde und im Lager höchstens eine Viertelstunde dauerten. Die Soldaten bekamen über ihr Verhalten eine Note vom Prediger, die häufig große Sünden seststellie^und sie nur durch den Zusatz milderte: „Verspricht unter viel Tränen, sich zu bessern." Bor dem heiligen 'Abendmahl wurden Offiziere wie Mannschaften einem Examen unterworfen, bei dem cs nicht selten hieß: „Hat den Katechismus nicht inne" oder „kann ihn so so" oder „kann nur die Gebote, nicht die Erklärungen." Doch würde, damit der Stock des Königs nicht zu arg herniederfahre, meist hinzugesetzt: „'Doch will er ihn lernen." Auch! Friedrich der Große hat trotz seiner „Freigeisterei" den Wert tüchtiger Feldprediger wohl erkannt und ihre Tätigkeit nach lkräften gefördert. Das Recht der Generale, ihre Geistlichen selbst zu wählen, schmälerte er freilich nicht, und Feldprvbst Klefichke, der sich darüber beschwerte, wies er bibelfest ab: „Sein Reich ist nicht von dieser Welt." Aber er hat prachtvolle Männer unter seinen Feldgeistlichen gehabt, so jenen Prediger Soegebart vom Anhaltischcn Infanterie-Regiment, der in der Schlacht bei Chotufitz, als die Truppen zurückfluteten, „mit dem Degen in der Faust dem Feind entgegen stürmte, sodoß dieser dreimal repoussicret und dadurch der beste Teil unserer Bagage, auch vieler Hundert Menschen Leben gerettet wurde." Der König soll ihm ans dem Schlachtfeld sine Hauptmannsstelle angeboten haben, aber Seegebart blieb seinem Berufe treu. Me Grenadiere, die ans fro mm e m Herzen den „Choral von Leuihen" an- sfimrnten, die ans blutgetränkten Schlachtfeldern ihr „O Gott, Du frommer Gott" sangen, machten ihren Feldpredigern alle Ehre, und dieser Geist einer tiefen Religiosität ist im preußischen Heere immer stärker geworden bis zu dem Auslohen aller ftommen Gefühle sin „heiligen Krieg" der Befreiung. Wie der gute Genius der Seinen, ging der Feldprckngcr mit den Soldaten des alten Fritz in Sieg und Tod. Im 'schwarzen Mäntelchen aus blauer. weiß umfäumter Leinwand, mit blauen Bäffchen, kurzer Perücke und schwarztuchenem Rock. An den Stieseln Nirrtcn die Sporen und er fühlte sich selbst als .Krieger. Heute haben unsere Feldgeistlichen dies martialische Acußere abgelegt, aber im Herzen schlägt noch der gleiche Geist mannhafter Siegeszuversicht und schlichter Demut vor Gott, den die deutschen Feldprediger stets ihrer Gemeinde einznflößen wußten. — Die Dresdner Theater und der Krieg. Aus Dresden wird uns geschrieben: Von den Dresdner Theatern hat nur das Residenztheatcr nicht gcsckwssen, vornehmlich, um seine Mitglieder nicht entlassen zu müssen. Mit ein paar Gelegenheitsstücken militärischen und patriotischen Charakters (u. a. einem „Königin-Lnffe"-Stückl hat es den kriegerischen Augustmonat durchgehalten und kürzlich seine Operettensaison mit Jarnos ,.M u si k a n t c n m ä d cl" begonnen. Me zurzeit engagcrnents losen Schauspieler und Schauspielerinnen Dresdens haben sich neulich zusammcngetan, um gemeinsam zu spielen. Mehrere Theater sind ihnen dazu kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Als erste Ausführung ist Heyses „Colbcrg" geplant. Nunmehr ist auch unsere Hoibühne wieder eröffnet mit einem „Abend vaterländischer Kunst". In dichterischen und musikalischen Zeugnissen der Freiheitskriege tft versucht worden, den kriegerischen Geist der Zeit zu gestalten. Musik des Prinzen Louis Ferdinand, Beethovens, Haydns, C. M. von Webers, Dichtungen Kleists, Arndts, Schenckendorffs, Körners, Rückerts waren aneinaudergerciht, die besten Kräfte des Schauspiels, die Kgl. Kapelle, der Hosopernchor usw. setzten sich für das Gelingen des Abends ein, dessen künstlerische Leitung in den Händen des Hofrai Zeiß lag. Glücklich war der Gedanke, aus Zeugnissen der .Freiheitskriege eine packend gesteigerte Szene „Im deutschen Bürgerhaus 1813" zu formen. Die lose Aneinanderreihung des Programmes rm 2. Teil war weniger gut. Das stärkste gab Theodor Becker mit „Geharnischten Sonetten" Rückerts, die er voll solch echten Zornes und mit solcher Kraft sprach, daß ihre Wirkung mü nichts Aehnlichcm zu vergleichen ist. Unglücklich war das Schußbild des Abends, das Kleists „Germania an ihre Kinder" zu einem lebenden Bild erniedrigte. Aui Befehl des Königs, der persönlich mir den Prinzen Ernst Heinrich und Jvhann Georg erschienen war, ffrctzt der Betrag der Ausführung dem „Roten Kreuz" und dem „Lande?- ausschuß für Kriegshilfc" zu. Der Besuch war sehr stark. ,l. G. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wrssen- schaft. Ter Landschaftsmaler Professor Albert Kapprs in Stuttgart ist rm Wer von 78 Jahren am 9. September ge- st o r b e n. wir wieder davon sprechen". Giäcomo senkte den Kopf, aber er sprach kein äüorl mehr davon, bis zu dem Tage, an dem er als kaum Zwanzigjähriger an der Universität Genua Dok lor der Rechte wurde. An diesem Lage trat er wieder vor seinen Pater und erinnerte ihn an die Worte, die acht Jahre vorher gesprochen waren. Der junge Doktor hatte so lange Zeit die innere Berufung, der er folgen mußte, in seiner Seele verschlossen. Er trat darauf in das Collegio Capranica in Rom ein. aus dein er als Priester hervorging". In der römischen Gesellschaft mar der jetzige Papst gut bekannt und sehr geschätzt. Man suchte seine Unterhaltung, aber er mied jede Form weltlicher Vergnügungen und blieb zurückgezogen in seiner Wohnung Piazza T. Eustachio, ivo er mit seiner verehrten Mutter zusammen lebte. Abends empfing er hier vertraute Freunde, denen er immer eine gute Havanna und eine ausgezeichnete Tasse Kaffee anzubieten hatte. Im engen Kreise erschien der Mo ns Hella Ehresa als ein ganz anderer, ein glänzender, witziger Plauderer; nur die Politik war bei diesen Unterhaltungen ausgeschlossen. „Lieber Freund," sagte er einmal zu einem Gast, der über die Tagessragen reden wollte, „verderbt mir nicht den Appetit, und stört euch nicht die Verdauung." Ein andermal, als er gefragt wurde, wie es mit den Angelegenheiten der Kirche ginge, meinte er scherzend: „Ach, sic gehen schleppcird, wie ich gehe." Er hat nämlich einen etwas ungleichen Gang, wie er auch von kleiner, schwächlicher Statur ist. In seinen Lcbensgewohnhcilen ist der neue Papst sehr streng. Er steht um fünf Uhr morgens auf und geht nie vor Mitternacht zu Bett. Als ein äußerst tätiger Arbeiter machte er in der Erfüllung seiner Beruss- pflichten auch keine Pause, wenn er krank war. Eines Tages halte er 39 Grad Fieber, und er war trotzdem nicht dazu zu bringen, auf einen versprochenen frommen Besuch in einem kleine n Torfe bei Bologna zu verzichten. _ Quittung. Für die Verwundeten unserer Marine spendeten weiler lolgende Beträge: R. W. 10 Mk., Oberposlschaffner G. Haas 3 27!f.. Geh. Medizinalrat Pros. Tr. Bassins 20 Mk., W. Haustein, Nord-Anlage 12, ä Mt., Landgerichtsrat Schmidt 20 Mk., Oberl,eff, Taubstuinmenverei» tz Mk., Otto Nuppel 10 Mk., Pros. Müller 10 Mk., Lehrer Walter 10 Mk., zusammen 83 Mk-: mit den früheren Spenden von 1220 Mk. im ganzen: 1308 Mark. — Den gütigen Gebern herzlichen Dank. Pros. Polzings_ Universitäts-Nachrichten. Berlin, 9. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Um mehrfach ausgetretenen Zwciseln zu begegne», hat der Kultusminister die Universitäten und Technischen Hochschulen daraus hingetviesen, daß im bevorstehenden Winterhalbjahr die Hochschnlcn ihre Lehrtätigkeit jelbsiversländiich a u s z u n e h m c n haben. Wie 1870/71 trotz des Krieges Borlesnngen und Uebnngcn gehalten worden sind, so must auch der Lehrbetrieb in, nächsten Winter iortgesetzt iverden, wenn auch vielleicht teiliveile in beschränkterem Umsangc. vermischte«. * Das niedrigste Papiergeld Deutschland l>at jetzt Papiergeld von 2 und 1 Mark-Scheinen. Dies ist aber noch lange nicht das niedrigste Papiergeld, das man kennt. Selbstverständlich sind die 2 und l Lirescheine, deren Wsgabe in Italien bevorstehl, noch etwas niedrigere Papicrgeldeinheileii, aber auch sie sind noch verhältnismäßig groß, wenn man sic mit älteren vergleicht. Vor wenigen Jahrzehnten gab es in Italien Scheine zu 5 Centesimi, also 40-Pfennig Scheine, und bis vor kurzer Zeit Halle ein südamerikanischer Staat noch geringeres Papiergeld: in der Republik Argentinien gab es nämlich 5-Ccntavo-Schcine, deren Wert etwas höher als 10 Pfennig war. Den.„Rekord" — das deutsche Wort .Höchstleistung trifft in diesem Falle nicht zu — lullt hinsichtlich des niedrigsten Papiergeldes aber die amerikanische Union: im Jahre 1859 sah sich die Pittsburger Bank wegen des Krieges genötigt, Lchcinc von 1 Cent Wert arkszugeben, Dieses niedrigste aller Papiergelder hatte also einen Wert von cineni Bruchteil .über 4 Pfennigen. Sande! und verkehr, Volkswirtschaft ^Einziehung von Wechselbeträgen durch Po stau f t r a g. Bon unterrichteter Seite wird uns zur Beseitigung von Unklarheiten geschrieben: Infolge der Bcrläpgernng der W e ch s e l p r o t c st f r i st ist in der Behandlung der P o st - pro t c st au s t r ä g e, d. h. solcher, bei denen im Nichtzahlnngs falle von der Post Protest erhoben wird (dunkelblaues Postaus- tragsformiilar). mir insoscrn eine Aenderung cingctrcte», als der Postaustrag mit dem Wechsel zum zweite» Male statt *im zweiten Werktage »ach dem ZachlungStage erst bei Ablaut 'der verlängerten Protcstsrist vorgezeigt wird. Der auf die Rückseite des Postaustrags- sormulars nicderzuschreibendc Vermerk „Ohne Protestsrist" ist mit seiner bisherigen Wirkung beibehalten worden; er hat zur Folge, daß der Wechsel schon nach der ersten Vorzeigung oder nach dem ersten Versuche der Vorzeigung protestiert wird. Bei P o st - aufträgen zur G c l d e i n z i c hu n g igrüues Postauitrags- formiüar) besaßt sich die Post nicht mit der Protestierung des bei- gesügtcn Wechsels. Wünscht der Auftraggeber, im Falle der Nichteinlösung des Wechsels seine Protestierung durch einen Notar oder einen Gerichtsbeamten, so bat er den Vermerk „Sofort zum Protest ohne Rücksicht aus die verlängerte Protestsrist" aus die Rückseite des Postauttragssormulars uiederzuschreiben. Postauf- trägc, die nur den für die früheren Verhältnisse vorgeschriebe» gewesenen Vermerk „Sofort zum Protest" tragen, werden wie Postausträge ohne diesen Vermerk behandelt. Es ioird also dem Zahlungspflichtigen aus seinen Wunsch eine siebentägige Lagersrist gewährt, »ach deren Wlaus der Postauftrag mit dem Wechsel nochmals zur Zahlung vorgezcigt und bei Nichteinlösung zurückgesandt wird. Die Rücksendung erfolgt bereits nach der ersten Vorzeigung, wenn dabei die Zahlung venveigert wird ** Postschcckverkehr. Im Reichspostgcbiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende August 1914 auf 100 701 gestiegen (Zugang im Monat 'August 597). Auf diesen Postiäiecklonten wurden im August gebucht 1110,8 Millionen Mark Gutschriften nnb 1018,1 Millionen Mark Lastschriften Bargeldlos wurden 1090,5 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamiguthaben der Kontoinhaber betrug im August durchschnittlich 211,3 Millionen Mark. Limburg a. d. Lahn, 9. Lern, gnicltmat!:. Durchschnittspreis pro Maller. Roter Weizen sNasjauischer) 20,3b Mk„ weißer Weizen langebaute Jremdsorlen) 19,85 -Mt, Korn 15,50 Mk, Gerste (Zuller) 0,00 Mk., Braugerste 0,-0 Mk, vaser, alter, >2,00 Alk., »euer >0,00 Mk., Erbsen 0,00 Mk, Kartoffeln der Ztr. 3.00— 3,2" Mk, Butter das Psund 1.20 Mk, Eier das Stück 9Psg. re. Wiesbaden. Viehho k-Ma r k tb er i cht vom 9. Sept. Austrieb: Rinder 87 (Ochsen ö, Bulle» 20, Kühe und Färsen 02), Kälber 232, Schate 10, Schweine 198. Geschält: inittel. Ochs en. Dollfleischige, ansgemästete. höchsten Srhlacht» ^ werte? im Alter von 4—7 Jahren .... Die „och nicht gezoaen haben linigejochte) . . Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästeke............ Bul len. Doll fleischige, ausgew, höchsten Schlachtw. . . Dollfleischiqe ausgsinästets Färsen höchsten Echlachtwertes........... Doll fleischige ausgemästete Kühe höchste» Aeltere ausgemästete Kühe....... Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . Geringere SDtaft- und gute Saugkälber . • • Geringe Saugkälber.......... Schate. Weidemastschaie: Maftlämmer und Masthammel.... 44,50 S chweine. kollfleischtge Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht .............. SSoUfletfdjige Schweine unter 80 k<» Lebendgewicht Bollfletschige Schweine von 100—120 k£ Lebendgewicht .............. Dollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .............. Fetlschweine über 150 k» Lebendgewicht . . Preise für 100 Pfb, Lebend- Schlacht qewicht Ast. Mk. 50—55 92-102 43—52 89-98 43—47 80—83 43—48 37-42 72—81 63-71 46-52 85-95 37—44 40—45 33-35 70-80 77—85 63—68 52—56 46-49 40-45 87-94 77—82 67-76 -00.00 92-00 48K-49 47X-43 62-63 61 62 49 l / ä 51 62-63 48 00 43-45 60-00 54—56 Tic Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießcner Fleisch» und Brotpreise am 7. September 1914. Schlachtviehpreise in Franks urt a> Al. Fleischpreise iit Gietze » Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 74—98 Alk. 7, Kg. Cchlachtgw. 68-90 Ps. 7. . , 58—61 „ ’/, Kg. 86-96 Psg. . 70-75 . 7. . 70-96 . Eetreidepreise in Mannheim Lrotpreise in Gießen: Weizen 100 Kg. 25.00—25.50 Mk. Roggen 100 Kg. 21.25-21.75 Alk. Weißbrot 2 Kg. 64 Pig. Schivarzbrot 2 Kg. 56Psg. Nirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgememde. Gottesdienst in Ser Synagoge (Süd-Anlage), Samstag, den 12. Septcniber 1914: Dorab end: 6.30 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Ilbr. Sabbatausgang: 7.35 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Sotterdienst. Sabb atle! er am 12. September 19i4: Freitag abend 6.20 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 7.35 Uhr. Wochcngottcsdienst: Morgens Sonntag 5.00 (die übrige» Tage 5.15), abeno; 6.30 Nor. Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe«. Sept. 1114 ? o.§ § c ® o- ^ Ä AL **& Bf. 'Z'S & c to i 07^ eil 5 !!l.| egrS'O Welte» 9 ! 2«;', 747,6 24,4 12,5 55 8 2 4 Sonnenschein 9. 9**! 747,5 19 2 12,8 77 N 2 5 Bew, Himmel 10 7- 748,1 14,1 11,0 92 NE 2 4 Sonnenschein Höchste Temperatur am 8.-9. September I 14 = -s- 24,7' C. Niedrigste , . 8.-9. „ 191« = i„u „ Niederschlag: 0,0 mm. __ Vcraittwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug, Go eh. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Vorläufig muß ivcgen Platzmangels von der Einstellung neuer Kriegsfreiwilliger Abstand genommen werden. Vom 25. September 1914 ab findet jedoch wieder Einstellung Freiwilliger statt. Gießen, den 9. September 1914. F r h r. Schilling, _ Major imb BataillonSkoinmandeur, _ An die Groszy, Bürgermeistereien des Kreises. Das nachstehende Llusschreiben teilen wir zur Kennlnrs mit. Gießen, den 9. September 1914. Großherzogliches Kreisami Gießen. Ör, ll s i n g e r. Märkte. Ic. Frankfurt a. M. Schmeinemarktberich) vom 9. Sept. Anlgctrseben waren 1470 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 40.00—45.00 Alk.. Schlachtgewicht 59.00— 61.00 Mk.. vollfleischige Schweine unter 80 kp Lebendgewicht 41.00— 49.00 Mk., Schlachtgewicht 59.00-60.00 Alk.: voflNeischige Schweine von 100—120 kp Lebendgeivicht 40,00—44.00 Mk., Schlachtgewicht 58.00—60 Wik.; vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 40.00—44.00 Mk, Schlachtgeivicht 58—60.00 Mk. Geschäst ziemlich rege, bleibt lleberstand. fc. Frankfurt a. M., 9. Sept (Oriq.-Telegr. des .Glez. A»z."> Amtlich- Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreii». Weizen (hiesiger) Mk. 24.50—24.75, Kurhesstscher Mk. 21.50—24.75, Wetteraner Mk. 00.00-00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 21 50-21.75, -Gerste (Wetterauer) Mk. 20.50—21.50, Gerste. Franken, Psätzer, Ries Mk. 20.50-21.50, Öaier Mk. 22.20—23.00, Mais Mk. 20.00-21.00, Weizenmehl 0 Mt. 00,00—00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00 -00.00, Weizenmehl III Mk. 00.00 - 00.00, Roggenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 00.00—00.00, Rogqenmehl I Alk. 00.00—00.00, Weizenkleie Mk. 0.00 -0.00, Weizenschalen Mk. 0.00-0.00, Roggen- f[eie Mk. 00.00 -00.00, Malzkeime Mk. 00.00—00.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alles per 100 kg ab hier. le. Frankfurt a. M>, 9. Sept. (Orig.-Telegr. des Jtzießener Anzeigers".) Kartoffel markt. Man notierte: Kartoffeln m Waggons Mk. 5,50 - 0,00, im Kleinhandel Mk. 6,50—0,00 für je 100 kg. Großh, Ministerium des Innern. Dcrrmstadt, den 31, Juli 1914 Zu Nr, M, d, 1,15 091, B e t r,: Portofreie Zusendung von Gebrirtszeugnissen in Militär- angclegenhctten. Nach einer vor kurzem getroffenen Entscheidung des Reichs- Postamts sind die mit der Führung der ZivilstaiGSregistcr betrauten Behörden nicht berechtigt, die nach § 32 des ReichS- Militärgeictzcs vom 2 Mai 1874 für die Anmeldung zur Stammrolle auszufertigenden Geburlszcugniffe den Militärpflichtigen selbst oder den Behörden unter der Bezeichnung „Heeressache" porloirei zu übersenden, da diese c-endiingen — nach Ansicht des Rcichspost- amtcs — nicht reine Rcichsdienstangelegenheiten betreffen. Wir cmpschlcit Ihnen, die Registcrbehörden hiernach zu bedeuten, _ I, V,: Dr, Weber, _ Bctr,: Die Bekämpfung der Schnaken, An den Oberbürgermeister ver Stadt Gießen und an dir Großh, Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir erinnern ai, Erledigung der im § 5 der Polizeiverodnung voni 28, November 1911 gemachten Auslage, Gießen, den 9, September 1914, GroßherzoglichcS Kreisamt Gießen, Dr. Usinger Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit veröffentlicht Gießen, den 8, September 1914, Grvßherzogliches Kreisamt Gießen. Qcffentlichc Fmpsung für nicht i m pf p fl ich t i g e Personen, insbesondere für Erwachsene, In der gegenwärtigen Kricgszcit empfiehlt sich sür jedermann die Wiederholung der Schutzimpfung gegen Blattern. Namentlich erscheint die Durchimpsung des gesamten freiwilligen und Bcrufs- Krankenpslegepersviiales, der Desinfektoren und Leichenschauer notwendig, Es werden deshalb für alle diejenigen, die sich der Imp. sung unterziehen >vollen, im Sitzungssaalc des alten Rathauses am Marktplatz zu Gießen an den unten bezeichnetcn Tagen öffentliche Impftermine abgchalten. Die Impfung Ist unentgeltlich. Montag, den 14, September, nachmittags 4—5 Uhr, Dienstag, den 15, September, nachmittags 4—5 Uhr, % Mittwoch, den 16. September, nachmittags 4—5 Uhr, Freitag, den 18, September, nachniittags 4—5 Uhr, Gießen, den 8, September 1914, Großh, KreisqesundheitSamt, I. A,: Dr. S ch e n ck. t Nachstehende Bekanntmachung ivird hiermit veröffenkKcht. Gießen, den 9, September 1914, Großherzogliches Kreisami (Bersicherungsamt) Gießen, I, B,: Welcher. Bekanntmachung betreffend die Wahlen nach der Reichsversicherungsordnung. ?lui Grund deS Arttkel 1 des Gesetzes, betreffend die Wahlen nach der Reichsversicherungsordnung, vom 4. August 1914 (Rerchs- Gesctzbl, 2 . 348) hat der Bundesrat folgendes bestimmt: Soweit die Amtsdaucr der Vertreter der Unternehmer oder anderen Arbeitgeber sowie der Versicherten bei Berffcherungs- behürdcn und Vcrsrcherungsträgern und der nichffrändigen Mst. gliedcr des Reichsversicherungscunts vor dem 31, Dezember 1915 abläust, wird sic bis zu dem Zeitpunkt, an welchem die nach den Vorschriften der Reichsversicherungsordnung zu wählenden Vertreter oder Mitglieder ihr Amt antreten, jedoch längstens bis zum 31. Dezember 1915, verlängert. Diese Verordnung tritt urii dem Tage der Verkündung in Kraft, Berlin, den 4, September 1914, Der Stellvertreter des Reichskanzlers, _ Delbrück 1 Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit veräffenkLcht. ' Gießen, den 9. September 1914. GroßherzoglichcS Kreisamt (Versicherungsamt) Gießen, I, V,: Welcker, Bekanntmachung betreffend Festsetzung der Ortslöhne, Au) Grund des 8 3 des Gesetzes über die Ermächügnng des Bundesrats zu nürtschattlichen Maßnahmen usw, vom 4. August 1914 (Reichs-Gesetzbl, S. 327) Hai der Bundesrat folgendes be- sttmmt: Artikel 1, Die Frist, sür welche die erstmalige Festsetzung der Ortslöhne im ganzen Reiche gilt (8 151 Ws, 1 der Reichs» versichcrungsordnung), wird bis zum 31. Dezember 1915. ver» längert, Artikel 2, Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft, Berlin, den 4, September 1914, Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Delbrück, > I l I ! ! ü » >i ri Beir,: Unterstützung von Familien der zu F-riedensüburrgen rm- berufenen Mannschaften im Rechnungsjahr 1914, An die Herren Gemeinderechner des Kreises. Sic iverden hiermit beanffragt, bis zum 20, d, Mts mit der Kreiskasse über die vom 1, April d, Js, an vorgrlegteft Familienunterstützuugen über die im Frieden abgeleisteten llcbrm/ gen abzurechnen, Gießen, den 9, September 1914, Großherzogliches Kreisamt Gießen, _ J,V : Welcker, _ J Bekanntmachung. Das Meldebureau ist bis auf iveiteres werktäglich nur in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags geöffnet. Gießen, den 8, September 1914, Gvoßherzogliches Polizeiamt Gießen, Hemmerde,__g Bekanntmachung. Bctr,: Feldbercinigung Kesselbach, Kreis Gießen, In der Zeit von, 9, bis einschl, 24, September l, Js, liegen werktags auf dem Ratbaus zu Kcsselbach die Arbeiten des III Abschnitts (Zuteiluugsvlan einschl, Grenzregulierung mit Allertshausen) zur Einsicht der Beteiligte» offen. Es sind dies: a) für die Gemarkung Kcsselbach, 11 .hauptkatten, aus welchen auch die Bewerjung der Zuschnitte ans Nachbargcmarkungen und Bonitätscrhöhnngen zu ersehkii s 11 5 S> S b d '« d a 5' H : (-i :: sind; 2 Bände Gütergeschosse: 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschosse; l Band Gütergeschosse mit Zuteilungsplan; l Band Zuteilungsverzeichnis: das Obstbaumverzeichnis: die Obstbaumgeschosse; das Verzeichnis der infolge Zuteilung eingetretenen AenderungM des Wegnctzes, b) Für die Gemarkungsgrcnzregulicrnng mit Allertshausen. l Hauvtkarte; 1 Band Gütergeschosse: 1 Band Gütergeschosse mit Zuteilungsplan; 1 Band Besitzstandsverzeichnisse: 1 Band Zuteilungsoerzeichnis, Tagsahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen siiidet daselbst statt: Freitag, den 2 5, September 1914, vormittags 8—9 Uhr, - Ich lade hierzu die beteiligten Grundeigentümer unter der Androhung ein, daß die Mchterscheinenden mit Einwendungen aus- geschlossen sind, Tie Androhung bezieht sich nicht auf diejenigen Grundeigentümer, welche zum Kriegsdienste eingezogen sind und keine Vollmachten ausgestellt haben. Die Einwendiiiigen sind schriftlich und mit Gründen versehen einzurei-l-en. Die Vorzeigung der neuen Grundstücke ffndet strttt Freitag, den 18, September l, Js, Zusammenkunft hierzu vormittags 8 Uhr beim Rathaus zu Kcsselbach, Friedberg, den 4, September 1914, Der Großherzogliche Feldbereinigungskommiffär. Schnittspahn, Kreisamtmann, Bekanntmachung. Betr,: Feldbereinigung Eberstadt, In der Zeit voni 15, bis einschl, 22, September l. Js, liegt werktags auf Großh, Bürgermeisterei Eberstadt das Verzeichnis über die Henentschädigungen für 1914 zur Einsicht der Beteiligten, offen, Einwendungen dagegen sind während der obigen Offenkegungs- zeit bei Großh, Bürgermeisterei Eberstadt schristlich einzurrichc» und zu begründen. Friedberg, den 28. Angust 1914. Ter Großherzogliche Feldbereinigungskommiffär)! Schnittspahn, Kreisamtmann. !!) ■t ki sÜ St Si Ä, bi: slä cii « t>or S« i> Sn % 0 «fl tu dtt ff »t i»