Nr. 2\2 Der Strtzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich rietzenerHmiillendtätler; »weinial niöchenil.lkstir- dlaNsllkd«nrireir«ietztn (Dienstag und Freitag); zweimal »wnatl. ianb> wirlschastlich« öeitsragen Fernsorech - Anschlüße: lür die Redaktion 112, Verlag ». Expedition äl Adresse lür Depeschen: ««zeiger «ietze». Annahme »an Anzeige« lür die Tagesnmnmer bis »oruiitlags 8 Uhr. Erster Blatt W. )ayrgang Donnerstag. HO. September 19H Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhessen Rotafionsörtitf und Verlag der vrW'schtn Univ.-tzuch- und Steindruckerei R. Lange. Nedattion. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Anl-ig-m-u:' H? B-L Bcziigsorer». monatiich75M.,pierlel- jährlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Lik.2.—viertel» jährl. ausschl. Bestellq. Zeilcnpreis: lokal 15Ps, ausivärts 20 Psennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich sür den poiit. Teil: Aug. Goeiz; für .Feuilleton", .Vermischtes" und.Gerichts- saal": Karl Neurath; lür .Stadt und Land": Die große Entscheidungsschlacht bei Lemberg. Die nahen Entscheidungsschläge im Westen. (WTB.) Wien, 9. Sept. (Amtlich.) Im Raume von Lemberg hat eine große Schlacht begonnen. Der gestrige nachrichtenarme Tag wurde gegen Abend durch ein inhaltsschweres Telegramm gekrönt, das aber nur' geeignet war, die Welt in größte Spannung zu versetzen: Die Machricht von der bevorstehenden grasten Entscheidung bei Lemberg. Warum hat man in Wien diese Ankündigung herausgegeben? Auch uns Deutschen war vor einiger Zeit eine :äh«iluhe amtliche Vorbereitung vorgestellt worden, als rus- Isische Truppen in der Richtung auf Insterburg vorrückten und unser Osthecr gleichwohl nach einem andern Schauplatz ab- wückte, um dort zuzuschlagen. Da hieß es in jener denkwürdigen Meldung des Gcncralguartiermeisters: „Die Entscheidung steht unmittelbar bevor". Es lag darin die Absicht, leine Beunruhigung im Volke auskominen zu lassen, und man wollte das Vertrauen in die deutsche Heeresleitung beleben. Heute erfolgt von Wien aus Aehnliches. Die Russen haben die Nachricht von einem Ricsensieg bei Lemberg in die Welt gesetzt? das war aber nur eine Ricsenunwahrhcit. Indessen, das Ausland horchte auf. Nicht zu lang soll Ungewißheit bestehen. So erfährt denn die Welt, dah jetzt c r st der große Entscheiduugskampf erfolgt. Die österreichische Heeresleitung hat ihre guten Gründe gehabt, vorläufig Lemberg zu räumen, um eine Schlacht in der geeignetsten Stellung später auszunehmen. Man darf wohl voraussetzen, daß der russische Feind heute nicht mehr in so weit überlegener Zahl den Ocsterreichcrn gegenübersteht: diese werden vielmehr, »vas ihnen ihre Siege an anderen Schauplätzen wohl gestatten, die nötigen Verstärkungen herangczogen haben. Mit Spannung wird man daraus warten, ob cs wahr ist, was bisher nur vermutet werden konnte, daß. auch deutsche Truppen zur Mitwirkung in Galizien herbeigesührt worden sind. Hoffen wir, daß die Russen, die in Ostpreußen alles andere denn kriegstüchtig waren, bei Lemberg ebenfalls einer vernichtenden Niederlage entgegensehen. Im Westen ist auch noch alles in Vorbereitmig. Npr die Franzosen machen mit nichtssagenden und ividerspruchs- vollen Meldungen einigen Theaterdonner. Der Pariser Kulissenstreit wird aber vielleicht bald abgelöst werden durch große Vorgänge an der französischen Ostgrenze. Wir stehen jetzt in der spannendsten Periode dieses großen Krieges. Auch die Ereignisse um Antwerpen versprechen demnächst neue große Entscheidungen. Ein Amsterdamer Aditarbeiter der „Frkf. Ztg." will schon erfahren haben, die Stadt Gent habe die deutlichen Bedingungen angenommen: keine weitere Kriegsabgabe, aber Durchzug der deutschen Truppen und Lieferung von 10 000 Liter Benzin, 1000 Liter Mineralwasser, 1.10 000 Kilo .Hafer, ferner Fahrräder, Autoteile und, recht unglaubwürdig, 100 000 Zigarren. Vielleicht ist wenigstens etwas davon richtig. Antwerpen aber scheint die gewaltsame Einnahme durch die deutschen fried- sichen Verhandlungen vorzuzichen. Der Angriff auf Antwerpen. (WTB.) Paris, 0. Sept. (Nichtamtlich.) Aus Ostende wird vom 7. September gemeldet: Die Deutschen gingen gestern nordwestlich von Brüssel zwischen Gent und Antwerpen vor. Alle Verbindungen zwischen diesen beiden Städten sind unterbrochen. Bei Oordegm in der Nähe von Wetteren fand gestern ein Gefecht statt. Tic Belgier mußten sich vor der feindlichen Keberrnacht zurückziehen. Der Kommandant Com ick ist gc- allen. WTB. Antwerpen, 9. Sept. (Nichtamtl.) Wie gemeldet wird, soll das s ü dl i ch v o n Antwerpen liegende Land in einer Ausdehnung von 70 Oiuadratmeilen über- chwemmt werden, um die Deutschen am Einmarsch zu rindern. Die Wassertiefc wird zwischen einigen Zoll und nehreren Fuß schwanken. Französische Flüchtlinge. I London, 9. Sept. (WTB. Nichtamtl.) Tie „Times" I chreibcn: Das fortdauernde Ankommen französischer und I 'elgischer Flüchtlinge, von denen viele ganz arm sind, an I>er englischen Küste beginnt ein ernstes Problem | u werden. Die deutsche Schwenkung nach Süden. I Köln, 9. Sept. Bon der holländischen Grenze meldet I >ie „Köln. Ztg." über die Vorgänge in Paris laut Mel- I mugen des Amsterdamer „Telegraaf" Folgendes: Sach- I'crstandige sehen das Ziel der deutschen Operationen in I iner Vernichtung des Feldheeres, loährend der leinnahm e von Paris eine untergeordnete strategische I Bedeutung bcigemcssen werde. Tie Abschwenkung der deutschen Armeen nach Süden wird für die Franzosen bedenk- I ich angesehen. Tic französischen Truppen zwischen T o u l l ud Epinal würden dadurch gezwungen, sich zurückzu- V iehen, so daß die deutschen Truppen in Lothringen vor- I ücken könnten. In Paris will man wissen, daß die deut- Ichen Truppen einen lebhaften Angriff auf das eng- l ischcHauptquartier unternahmen. Vor allem hätten I ie es auf die Gefangennahme des Generals French ab- > eschen. ^ Prinz Friedrich Leopold von Preußen. Potsdam, 9. Sept. (WTB. Nichtamtlich) Prinz Friedrich Leopold von Preußen hat vom Kaiser das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse erhalten. Besichtigungen des Statthalters von Elsaß-Lothringen. (WTB.) Straßburg (Elf.), 9. Sept. (Nichtamtlich. Straßburg. Corr.) Der Kaiserliche Statthalter besuchte am 5. ds. Mts. in Begleitung des Unterstaatssckretärs Frhrn. von Stein und des Kreisdirektors Krieger die Umgebung von Saarburg, um persönlich einen Ucberblick über die Beschädigungen zu gewinnen, welche Ortschaften und Fluren durch die heißen Kämpfe vom 19. bis 21. August erlitten haben. — Die besonders fchwer getroffenen Ortschaften Bühl, Schneckenbusch, Bruderdorf und Hochwalsch wurden unter Führung der Ortsgeistlichen und Bürgermeister eingehend besichtigt. Im weiteren Verlauf der Fahrt besuchte der Herr Statthalter auch die Ordensnicderlassung in St. Johann von Basel, wo Hunderte von Verwundeten bei den Schwestern die au'opserndsle Pflege gefunden haben. — Auf dem Wege nach Saarbnrg hatte der Statthalter bereits zwei Lazaretten in Zabern Besuch abgestattet. Bom ehemaligen Abgeordneten Wetterte. (WTB.) Straßburg, 9. Sept. (Nichtamtlich.) Der „El s ä s s e r" veröffentlicht in seiner heutigen Nummer sorgende Erklärung: Bei Bekanntwerdcn der ersten Bruchstücke seines Leitartikels im „Echo de Paris" vom 21. August, unterzeichnet von dem bisherigen Abgeordneten W e t t e r l e, war ich geneigt, an eine Mystifikation zu glauben. Ich hielt cs für ausgeschlossen, daß ein deutscher Abgeordneter zum Ueberläuser, zum Verräter an seiner Partei und an seinem Volke iverden könne. Auch Herrn Wetterls hielt ich trotz allem einer solchen Handlirngswcise nicht für fähig. Ich sehe mich jetzt s ch m c r z l i .1 enttäuscht. Es dürste keinem Zweifel mehr unterliegen, daß der Artikel seiner Feder entstammt. Herr Wetlerls hat dadmch in geradezu verbrecherischer Weise dem Programm der elsaß-lothringischen Zen- trumspartei Zuwider gehandelt. Der Verwerflichkeit seines Handelns scheint er sich selbst bewußt zu sein. Bezeichnet er sich doch selbst, als „ehemaligen" Abgeordneten. Damit gibt er zu erkennen, daß er sich nicht mehr als Mitglied der Partei, nicht mehr als Vertreter seiner Wählerschaft betrachtet, welche die .Prinzipien der elsaß-bsihringischen Zentrumspartei zu den ihrigen gemacht hat. Indem Herr Wetterls jede Gemeinschaft zu unserer Partei selbst gelöst, hat er uns der Notwendigkeit entzogen, ihn als Unwürdigen auszustoßcn. gez. H a u ß, Vorsitzender der Zentrums-Fraktion des elsaß-lothringischen Landtags. Eine englische Bestätigung der Franktircurangriffe. (WTB.) L o n d o n , 9. Sept. (Nichtamtlich.) Der Korrespondent des „Daily Chronicle" in Bordeaux bestätigt, daß Franktireurs Angriffe unternommen haben. Ein Flüchtling aus einem Ardennendorf bei Vaugiers habe ihm erzählt, daß junge Leute und Frauen bewaffnet wurden, welche eine Ulanenpatronille ans dem Hinterhalt niedergeschossen haben. Das Dorf sei darauf zerstört worden. Dclcaffes Sohn in einem deutschen Lazarett. Trier, 9. Sept. Fni Diedenhofener Lazarett liegt als Verwundeter der Sohn des französischen Ministers Delcasss. Aus Holland. (WTB.) A m st e r d a m, 9. Sept. (Nichtamtlich.) England sucht hier durch Verbreitung einer holländischen Ausgabe seines Weißbuches Stimmung zu machen. Es erhebt sich aber jetzt schon Widerspruch gegen die einseitige Darstellung. Eine neue Auszeichnung des Siegers von Dannenberg. Berlin. 9. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat dem Generalobersten v. Hindenbnrg den Orden „Pour le me rite" verliehen. Russische Zustände, Breslau, 9. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die„Schkes. Korrespondenz" meldet ans Striegau: 2 russ. Kriegsgefangene gerieten in Streit, wobei das Messer eine Rolle spielte. Einer verriet, daß der andere an der Plünderung der Regimentskasse beteiligt war. Die Untersuchung, die von den Bewachungsmannschaften vorgenommen wurde, förderte toifächlich 10 000 Mk. russischen Papiergeldes zutage. Auch die übrigen Gcsaugenen verfügten über reiche Geldmittel, die sic vor dem Kriege sicher nicht besahen. Ein Tclcgrammwcchsel zwischen dem Kaiser und dem König von Sachsen. (WTB.) Dresden. 9. Sept. (Nichtamtlich.) Zwischen Sr. Majestät dem Königvon Sachsen und Sr. Majestät dem Kaiser hat folgender Telegrammwechsel statt- gesunden : Se. Majestät dem Kaiser im Felde. Ich und Mein Volk begleiten die Kämpfe und Siege der deutschen Wacht im Osten mit unseren heißesten Wünsck^n. In solcher Anteilnahme hat Meine Regierung dem Dankesopicr des deutschen Volles sür die drei Ossinarken 250 000 Mark überwiesen. Gott führe unsere tapferen Truppen auch wcsterhin zum Siege. Friedrich August. Se. Majestät dem König von Sachsen, W a s ch w i §. Tie hochherzige Beteiligung Deines treuen Sachscnoolkes an dem vaterländischen Tanlesopscr sür die sckzwcr hcimgesuchten Ost- Provinzen hat Mich tief gerührt. Dir und Deiner Regierung Meinen innigsten Dank dafür. Welch erhebendes Bild! Die deutschen Stämme Schulter an Schulter in blusigem Kampfe gegen die Feinde des Vaterlandes unerschütterlich zusammenstehend, hinter den Schlachtfeldern Hand in Hand bemüht, die schweren Folgen des Krieges zu lindern und auszugleichen. Ein Volk von solchem Einheitswillen zum Siege und zum Fortwirkcn aller deutschen Kultur und deutschem Wesen erfüllt, darf des Beistandes des Allmächtigen Vaters, der die Schlachten und die Geschicke der I^ensch- heit lenkt, gewiß sein und darf nicht untergeben unter dem Neid und Haß seiner Gegner. Roch ein Telegramm de? Kaisers. Karlsruhe,^ Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat heute an die Großhcrzogin Luise von Baden aus dem Hauptquartier folgendes Telegramm gerichtet: „Ich gedenke an dem heutigen Tage ganz besonders herzlich Deiner in Erinnerung vergangener Zeiten. Der Verewigte, dessen Geburtstag wir so oft zusammen feierten und der die große Zeit vor 44 Jahren erleben durfte, wird wohl segnend aus einer andern Welt die gewalsigen Taten des deutschen Heeres betrachten und im Geiste mit uns allen sein. Me würde ihn die neue, große einmütige Erhebung Deutschlands gefreut haben! Besetzung der Wallfischbai durch die Deutschen. London, 9. Sept. Deutsche Truppen besetzten die Walfisch bar. Me britische Regierung bemerkt dazu: Die Bai kann leicht wiedcrgewonnen werden, sobald die südafrikanische Regierung ihre Vorbereitungen beendigt hat, in Dentsch-Südwestafrika einzufallen. Ein Gefecht des kleinen Kreuzers „Karlsruhe". (WTB.) Berlin, 9. Sept. Die „B. Z." meldet au? Wilhelmshaven: Der kleine Kreuzer „Karlsruhe"' hatte, wie englische Blätter melden, in diesen Tagen ein kleines Scharmützel mit englischen Kreuzern zu bestehen. Die dänische Schiffahrt »ach England. Kopenhagen, 8. Sept. (Nichtamtlich.) Der Kopen- hagener Seeversicherungsverein teilt mit, nach einer Meldung des „Berlingske Tidende", daß, um dem Minen-- gürtel an der englischen Küste zu entgehen, die Dampfschiffe von Dänemark aus nicht direkt den Kurs auf Blyth, den Tyne und Humber nehmen dürfen, sondern guf St. Abbs Head und von dort der Küste in einem AbstanÄ von zehn Seemeilen bis außerhalb ihres Bestimmungsorts zu folgen haben. Es wird dringend geraten, den Kurs von Skagens Feuerschiff nordnordwcst aus 20 Seemeilen, von dort in den tiefen Teil des Skagerak bis Ryvingen oder Lindesnaes zu nehmen und von dort nach dem Firth of Forth oder St. Abbs Head südlich Longstone. Die englischen Lügen. (WTB.) Wien. 9. Sept. (Nichtamtlich.) Das „Reuter» sche Bureau" verbreitet neuerdings das Ge r üch t vo n dem Tode des Kaisers Franz Josef. Es ist dies ein neuer Beweis dafür, wie skrupellos Nachrichtenbureaus und Presse der feindlichen Mächte Nachrichten verbreiten, deren Unrichtigkeit ihnen vollkommen bekannt ist. Es gibt noch genug Vertreter neutraler Mächte in Wien, die sich von der glänzenden Gesundheit des Kaisers täglich überzeugen können. Kaiser Franz Joses, welcher unermüdlich die Re- gierungsgeschäftc führt, empfing beispielsweise gestern dev Grafen Berchtold in längerer Audienz. Der Vorstoß der englischen Flotte bei Helgoland. Englische Blätter veröffentlichen, wie die „Köln. Vvlks- zeitung" meldet, Einzelheiten über das Seegefecht bei Helgoland. Danach fuhr am Donnerstag, 27., oder Freitag, 28. August, eine Torpedvjägerflottitle in der Nacht vom Harwich ab. Sie hatte den Auftrag erhalten, an einem Vorstoß gegen die deutsche Flotte teilzunehmen, deren Aufenthalt den Engländern bekannt geworden war. In der Morgendämmerung, bevor der Nebel sich gehoben hatte, näherten sich die englischen Schisse den vorgeschobenen schwachen deutschen Streitkrästen. Außer der genannten Torpedojägerflotsille waren von englischer Seite zu dem Angriff erschienen das Schlachtkreuzergeschwader und das Geschwader der kleinen Kreuzer. Das Schlachtkreuzergeschwader bestand aus den vier großen modernen Schlachtkreuzern Lion (26 350 To.), Queen Mary '27 000 To.), Princcß Royal (26 350 To.) und New Zealand (18 000 To.). Tie drei erstgenannten Schisse sind mit je acht 33-Zentimeler- Kalibcrkanvnen armiert und gehören mit einer Fahrtgeschwindigkeit von 28 Knoten zu den schnellsten Kriegsschiffen dieser Art Der Schlachtkreuzer New Zealand besitzt eine Geschwindigkeit von 25 Knoten und ist mit je acht Kanonen 30-Zensimeter-Kalibel bestückt. Das erste kleine Kreuzer-Geschwader, das auch an dem Gefecht teilnahm, bestand aus den pier schnellsten Kreuzern der Towu- Klasfe. nämlich den Kreuzern Soutbampto», Birmingham, Lowe- stojr und Nottingham. Diese haben je eine Wasserverdrängung Don 5400 Tonnen und eine Geschwindigkeit von 2o,o Slnoten.Xte Bewaffnung besteht aus neun Kanonen oon 15-Zentrmcter-KaIiber. An dem Borstoß war auch, wie schon oben erwähnt, eine englische Torpedojägerflotsille beteiligt. Einer der Torpedoiä- g c r der , Laertes" , wurde durch die deusichen Geschosse ernstlich beschädigt. Dieser hat eine Wasicrvcrdrängung von 1450 Tonnen und besitzt drei 10-Zentimeter-Kanonen. Weiter wurde der englische kleine Kreuzer „Amethyst" s ch w e r b - s ch ä d i g t. Der Kren»-- 1k est« zwölf 10-Zen» timeter Kanonen bewaffnet und bat eine Wasserverdrängung von 8000 Tonnen Weiter berichten englische Blätter noch von einem anderen schtvcr beschädigten Schiff, dessen Name aber nicht angegeben ist. Dieses Schiss ist nnt 14, mit Holzstücken gestopften Löchern, au§ dem Kamps zurückgekchrl. Auch die Brücke war verbogen Der erste deutsche Schub hatte die Tnnamomaschine getroffen Die späteren Schüsse unterer ioackcrm blauen Jungen fegten die Schornsteine weg und zerstörten die Geschütze. Das -Schiss halte Tote und Pcrivundctc an Bord. Ein englisches Blatt berichtet auch noch von einem Kreuzer, der nicht weniger als 19mal getroffen wurde. Die vorstehenden Schiffsangaben sowie die Mitteilungen über die Verluste der Engländer stammen aus englischen Quellen. Vermutlich dürften die Verluste aber, mit objektiven Augen betrachtet, noch größer und schwerer sein. TaS freiwillige Marincflicgerkorps. tn Berlin, Matthcrikirchstraße Nr.9, stellt noch kriegs- freiwillige Matrosen ein: Reichsangshörige, nichtüber 35 Jahre alt, die sich zur Ausbildung als Beobachter eignen und die entweder Freiballonführcr sind oder das Steuer- mannsexamcn für kleine und große Fahrt abgelegt haben, ferner ausgebildele Flugzeugmonteure und Kraftwagen- kührer. Botschafter Gcrard über Amerikas Neutralität. Berlin, 9. Sept. An der gestrigen Börse waren Gerüchte verbreitet, nach denen Zweifel an der Neutralität !der Vereinigten Staaten von Amerika aufgetaucht sein livllen. Dies gab der „B. Z am Mittag" Veranlassung, bei dem hiesigen amerikanischen Botschafter Gcrard Erlundi- gungen einziuziehen. „Alle Gerüchte", sagte der Botschafter, „die wissen wollen, daß die Vereinigten Staaten ihre Neutralität aufgeben würden, sind barer Unsinn. Wir denken gar nicht daran, mit irgend jemand Krieg führen zu wollen. Wir werden unsere Neutralität aus das peinlichste und energischste wahren. Wenn auderslcku- tende Gerüchte vielleicht auf dem Umstande beruhen, daß ich lncr lebenden Amerikanern geraten habe, so schnell wie möglich nach Hause Lu reisen, so findet dieser Rat seine natürliche Erklärung darin, daß ich meine, in dieser Zeit, in der in Europa ein gewaltiger Krieg tobt, gehöre jeder Amerikaner in seine Heimat." Ein zuverlässiger Zeuge über seine Eindrücke in Belgien. (WTB.) Berlin, 9. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt eine weitere ausführliche Schilderung des Direktors der Deutschen Bank Dr. H e l f s e r i ch über den Zustand Belgiens. Dr Helfferich sagt u. a : Einige Ortschaften sind völlig zerstört: teils ist in diesen Ortschaften heftig gcsockstm worden, zum anderen Teile erfolgte die Zerstörung wegen heimtückischer Uebecsälle nach sricblicher Kapitulation. So wurde der kleine Stadt Batticc nietergebrarmt, weil der Bürgermeister des Ortes nach einer Bewillkommnungs- ansprache den Führer der deutschen Abteilung niedcrschoß. Gleick>- zeitig wurde aus allen Fenstern ein wütendes Feuer aus die in den Straßen haltenden deutschen Kolonnen eröffnet. Dagegen ist der große Jndustrieort V c r v i e r s völlig unversehrt. Die Stadt Lüttich selbst zeigt nur an wenigen Stellen Spuren des Krieges. Gegenüber der Universität sind allerdings eine Anzahl Häuser zu- siaminengeschossm, weil nach der Besetzung der Stadt aus unsere Soldaten von hier geschossen wurde, wie behaupte! wurde von russischen Studenten. Die schönste Brücke Lüttichs und die meisten Brücken im Maastal sind von den Belgiern ganz zweckloser Weise selbst gesprengt worden. Unsere Truppen errichteten in kürzester Zeit Notbrücken. Zwischen Lüttich und Tirlemont, wo unsere Tnippen in breiter Front sich vorwärts bewegten, sicht es bis aus wenige Stellen ftiedlich aus, als ob nie der Fuß eines feinklichesi Soldaten die Gegend betreten hätte. Nirgends hat man den Eindruck als ob unsere Truppen ohne Not zerstört und verbrannt hätten. Tirlemont selbst ist gänzlich rmversehrt. Von Löwen ist lediglich derjenige Stadtteil niedergcbrannt, in deni die heimtückischen Ucbersällc und die anhaltenden Straßenkämpse stattgcsunden haben. Unsere Truppen selbst versuchten zu retten, was zu retten war. In der Stadt Brüssel ist kernein menschlichen Wesen auch nur ein Haar gekrümmt worden. Das Eigenttim der Bürger wird aus das Peinlichste respektiert: Requisitionen der Truppen wie alle (Ankäufe der einzelnen Soldaten erfolgen gegen bare Bezahlung. Das große Jndustriebeckrn von Charlervr ist so gut wie vollständig verschont geblieben. Alle Fabriken und Werke sind intakt. In der weiteren Umgegend von Man beuge sind die großen Ortschaften im wesentlichen unberührt. dagegen sind die Zerstörungen in der näheren Umgebung, soweit sie im Bereich der Geschütze der Festung liegt, erheblich. An dieser Stelle schaltet Dr. Helfferich ein, daß die bei den Ausfällen aus Maubeuge gefangenen englischen Soldaten übereinstimmend anssagten, daß sie ihre sckwrsc Munition ans einem in Maubcuge eingerichteten Depot erhielten, wobei zu beachten ist, daß das englische Gcwehrkaliber nicht mit dem französischen identisch ist, .daß also speziell die Munition für die englischen Truppen bereitaehalten worden war. Bei den englischen Soldaten wurden große Mengen von D u m - Dum-Geschossen vorgefundcn. In der Gegend zwisclnm Sambre und Maas kehrten die Einwohner zurück. Nachdem dort erbitterte Kämpfe stattgesunden hatten, haben sich die Einwohner überzeugt, das, der deutsche Soldat, solange man ihm nicht ans Leben geht, der ftiedtichste Mensch der ganzen Welt ist. Im Tal der Maas wurde D i n a n t total zerstört, weil unsere Truppen nach friedlicher Kapitulation der Stadt und mehrtägigem Aufenthalt plötzlich von allen Seiten her von den Einwohnern beschossen wurden. Aus dem gleichen Grunde mußte die Zerstörung eines großen Teils der Stadt A n d e n n c erfolgen. Den meisten übrigen Orten des Maastalcs ist von den Schrecken des Krieges nichts an- »umerkcn. Der Gcsamteindruck ist. daß unsere Tnippen nur dort zerstört haben, wo die bittere Notwendigkeit des Gefechtes es verlangte oder wo das Verhalten der Ein- wohncrsckmst die schwersten Repressalien nötig machte. An zahlreichen Stellen ist es llar ersichtlich, baß unsere Truppen geradezu bemüht waren, die Zerstörungen aus den notwendiger Umsang zu beschränken und alles zu schonen, was gesckwnt werde, durfte. Eine der wichtigsten Aufgaben des deutschen Generalgouvernements wird cs sein, den Wirtschaftsbctried, die Landwirtschaft, die Industrie und das kaufmännische Gewerbe wieder in Gang zu bringen. Ter erste deutsche SanitätSzug in Wien. Wien, 9. Sept. Gestern nachmittag kam de r erste deutsche Sanitütszug vom nördlichen Kriegsschauplatz mit 265 Verwundeten, darunter sieben Reichsdeutschen, hier an. Die Verwundeten wurden von der Erzherzogin Blanko, dem Roten Kreuz und der Akade- mischen Hilfslcgion erivartet und nach Begrüßung durch das zahlreiche Publikum in verschiedene Spitäler gebracht. Die verwundeten Reichsdeutschen erzählten, daß sie Schulter an Schulter mit den tapferen österreichischen und ungarischen Kameraden gekämpft und sich mit ihnen ohne Unterschied der Nationalität angefreundet haben. Beim Verlassen des Bahnhofes stützten Tschechen treubesorgt einen Deutschen. Magyaren leiteten einen anderen deutschen Krieger sorgsam die Treppe hinab. Transportführer war der Offizjer- ftellvertreter Renschel, ein alter Herr, dessen Brust das tm Kriege 1870/71 erworbene Eiserne Kreuz zierte. Die deutschen Aerzte und Sanitäter unternahmen gegen Abend eine Autofahrt durch die Stadt, wobei sie Gegenstand rauschender Ovationen seitens der in den Straßen angesammelten Mienge bildeten. Die Stärke dcö russischen Heeres. Uebcr die vermutliche Stärke de? russischen Feldheeres macht die „Wiener Arbeiterzeitung" folgende Angaben, die ihr von unterrichteter Seite zugegangen sind: In den sieben europäischen Armeebezirken Petersburg, Wilna, Warsckwu, Kiew, Odessa, Moskau und Kasan stehen 27 Armeekorps. ferner im Kaukasus, in Turkestan und Sibirien 10 Armeekorps. An R c s e r v e s o r ni a t i o n c n stellt Rußland wahrscheinlich 38 Divisionen ans, von denen aber nur 26 zu den europäischen Truppen gehören und ein Teil noch als Besatzung gebraucht werden dürste. Da von den nichtcuropäischen Armeekorps ein größerer Teil in ihren Standorten verbleiben nruß, so stehen für den Krieg in Eurpa wohl nur rund 30 Armeekorps zur Verfügung: zu ihnen würden nock> Rcserveformationen in Stärke von 10 Rcservekorps gerechnet werden können: alles in allem also rund 40 Armeekorps. Davon haben bisher gegen die Oester- reicher etwa 20 Armeekorps gekämpft, von denen zwei durch Verlust ihrer meisten Geschütze und durch sonstige große Schlacht- Verluste als großenteils erledigt gelten können Rund 10 Armeekorps dürsien nach Ansicht des genannten Wiener Blattes gegen Ostpreußen in Bewegimg gesetzt sein, von denen durch die Schlacht bei Tanncnberg rund firrir vernichtet sind. Weiterhin stehen imtürlich noch in Finnland, in und um Petersburg und auf den Verbindungslinien stärkere Kräfte: der Rest wäre noch in den westlichen Wafsenplätzm und als Reserve zur Verfügung. Aus allem würde sich ergeben, daß nock, einige Rescrvearmee- korps gegen die Oesterreicher angcsetzt werden könnten: man darf aber wohl hoffen, daß auch die Oesterreicher inzwischen noch Verstärkungen hcrairziehm fonjKn. Daß die Nachrichten von dem Transport größerer russischer Truvvenmassen nach E n g l an d oder Frankreich ans Phrntasim beruhen, daran ist kaum ein Zweifel möglich. Rnssischc Lügen. (WTB.) Wien, 9. Sept. (Nichtamtlich.) Die Petersburger Tclegraphcn-Agcntur hat die vom Wiener Korr.-Burcau gemeldeten Siege der Armee A » f s c n b e r g bei Z a m o s c und Tyszowce dementiert. Sie wußte dagegen von einem Ricsensicg der Russen bei Lemberg sowie von dort gemachter reicher Beute, von 7 0000 Kriegsgefangenen, Eroberung von .Hunderten von Gc- fchützen usw. zu melden. Demgegenüber ist das Wiener Korr- Bureau ermächtigt zu erllären, daß bei Lemberg überhaupt keine Schlacht stattgesunden hat und daher von einem russischen Siege nicht gesprochen werden kann. Wie bereits gemeldet, wurde Lemberg von den österreichischen Truppen aus strategischen Gründen freiwillig geräumt. Ebenso sind die Berichte von reicher Beute der Russen und 70 000 Gefangenen vollkommen aus der Lust gegriffen, es wäre denn, daß die russischen Truppen sämt- nche Einwohner von Lemberg als Kriegsgesangenc betrachten, um eine recht imponierende Zahl herausznbckommen. Was die Erfolge der in Rußland siegreich voraedrungenen Armeen bc-trifft, so genügt es. aus die entsprechenden ersten Meldungen des österreichisch-unga- äischen Armeeoberkommandos hinzuweisen, die seither glücklicherweise durch neue Erfolge nur bestätigt worden sind. Der Petersburger Telegraphen-Agenttir wird es auch durch das bunteste Lügengewebe nicht gelingen, die Siege unserer Armee wcttzumachcn. Serbischcr Schwindel. Wien, 9. Septbr. (W. B. Nichtamtlich.) Das „Serb. Prcssc- burean" kann sich nicht genug tun in langen Berichten, über angebliche siegreiche Kämpfe bei.Schabatz und über einen ella- tanten Sieg der lleincn serbischen Armee über die österreichisch- ungarischen Streitkräfte, deren Zahl in jedem Berichte um mehr alS das Doppelte oder Dreifache wächst, über die Verluste der östcrreichisch-ungarischen Arniee. die sich in gleichem Berhältnts von Bericht zu Bericht erhöhen, sowie über die Rulnnestaten imd die strategrsckw Uctcrlegenh.it der serbifch n Streftlräste. Daran knüpft der phantasiereichc Verfasser dieser Kriegsberichte Bctrach- Nmgcn. welche darin gipfeln, daß außer schrecklichen Akten von Grausamkeiten nichts an die österreichisch-ungarische Ossensrve in Serbien erinnere, daß Oesterterch-Ungarn alle Hossming aus eine neue Offensive aufgegeben habe und daß nur noch die Furcht vor der serbischen Offensive in Wien herrsche. Da diese Meldungen über serbische Siege, deren Wirkungen offenbar zur Irreführung der össentlichen Meinung im eigenen Lande und einem allerdings beschränkten Teile des Auslandes nicht ausrcichen, so verbreitet das Serbische Presseburca» ans Nisch Berichte über russische Siege von kaum geringerer Bedeutung als demjenigen von Schabatz, die nicht mrr die österreichisch-ungarische Armee, sondern das ganze Reich einer unausweichlichen Katastrophe entgegenführten Die Glaubwürdigkeit dieser Berichterstattung wetteifert niit jener des russischen Generalstabs, der den entscheidenden Sieg der Armee Aussenberg zustschm Weichsel rmd Bug mit den Worten verkündet: Der Rückzug der öslerrcrchlsck>-rnrgarische>i Korps zwischen Weichsel und Bug hat sick> mit enormen Verlusten vollzogen. Der Widerstand des Feindes ist gebrochen. Bezeichnender als diese Verdrehung der Tatsackym ist der Ilnrstand, daß die bekanntlich ohne Schwertstreich erfolgte Besetzung der offenen Stadt Lemberg von der Petersburger Tefegrapbeuagentur in der Foirn gemeldet wurde, daß der Generalissimus Großfürst Nikolai Nikotajewitsch sür den General Ruski, welcher nach einen: glänzenden Siege die Festung Leinberg eingenommen habe, als Belohnung vom Zaren einen Orden erbitten werde. Die Russen und Serben vergessen, indem sie ftch an eingebildeten Siegen berauschen, vollständrgdreungetzeuren Niederlagen undVerluste, die ihnen die östcrrer- chisch-unga rischen Truppen zu ge fügt haben und suchen vergeblich, durch die den österrcichisch-amganschm Truppen znge- schriebencn Scheußlichkeiten diejenigen zn verdecken, die reguläre und irreguläre Serben an Leichen, Verwundeten, ?ferztm und Anstalten des Roten Kreuzes verübt haben, und verschweigen, daß, wenn Ortschaften von den österreichisch-ungarischen Truppen nieder- gebrannt und Nichtkombattantcn niedergemacht worden sind, dies die Strafe, für deren völkcrrechtsundriges und barbarisches Verhalten war. So wenig die russischen Kriegsberichte von den Siegen der vor Lublin stehenden Armee Danlls und Aufscnberg wissen, ebenso übersehen die Sttben die Erfolge der österreichisch- ungarischen Truvven an der serbisch-montenegrinischen Grenze, Wie sehr man sich in Oesterreich-Ungarn vor der serbischen Offensive süxchtet, davon gibt die gestrige Meldung Zeugnis, daß 5000 Derben bei dem Versuch eines Einbruches bei Mitrowitza gefangen worden sind, wobei noch nicht sestgestcllt ist, ob der Grund dieser mißglückten serbischen Offensive im Mute der Verzweiflung oder im Hunger der serbischen Truppen zu suchen ist. Wenn endlich der russische Generalstab erllärt, daß die Hungersnot in Oesterreich-Ungarn llar geworden sei, so vermöchten ihn viele Tausende russischer Gefangener, die sür die äußerst humane Behandlung, besonders sür die ihnen zuteil werdende Verpflegung, nachdem sie tagelang Hunger gelitten haben, täglich ihren Dank ausspreckstir, leicht eines Besseren zn belehren Die Lebens in ittelprcise in Oesterreich- Ungarn sind nicht nur nicht gestiegen, sondern sie sind vielmehr gesunken, was ganz erklärlich ist, da Oesterreich-Ungarn in Friedenszeitcn verschiedene Lebensmittel aussührt, während gegenwärtig die Ansftlhr unterbunden ist. Zur endgülttgcu Zerstörung der krankhaften Phantasie entspringenden serbischen Sicges- bericbte über die Kämpfe bei Schabatz fei hier der authenftschc Bericht zitiert, den der Kriegsberichterstatter des „Pester Llovd" mit Bewilligung des Kvrpskvmmandantcn Tcrsttzanski über diese Känipie verössentlicht. Nach diesem Bericht führten die österreichisch-ungarischen Tnippen am 1. und 14. itlugust den lieber- aang über die Save durch, besetzten Schabatz nach heftigem Widerstand der Truppen und der Bevölkerung und wiesen heftige An- grisfc überlegener Streitkräfte ans Schabatz zurück. Am 16. August griffen österreichisch-ungarische Truppen mit inzwischen über eine Pontonbrücke über die Save eingetroffenen Verstärkungen wiederholt die Serben an, die am 18. und 19. August zu einem fluchtartigen Rückzüge gezwungen wurden, der nach der BchariptunM von .Gefangenen dem Rückzug der Türken bei Kunumowo glich. Am 19. August abends erreichten die österreichisch-ungarischen: Truppcn die Linie Dukosc-Zervvac. Am 20. August traf der aus höheren strategischen Rücksichten ergangene Befehl zum Rückzug; ein, den Korpskoirinrandant Tcrschanski schivercn Herzens aus- führte. Das Gros der Truppen kehrte an das nördliche User der Save zurück. Kleinere Abteilungen wurden in_ Schabatz zurück- gelassen, welches von weitaus überlegenen serbischen Kräften angegriffen wurde. In der Nacht zum 23. August ist die Save abermals zum Entsatz der Schabatz verteidigenden Truppen überschritten^ worden. Es gelang, dle Stadt zu umzingeln und die Serben mit einer Attacke zurückzuwerfcn. Da es bei der damaligen Kriegslage wertlos gewesen wäre, Schabatz zu Ijaltcn, kam abends der Befehl, an das österreichische User der Save zurückzugehen. Der Beseht ist in der Nacht und am Morgen des nächsten Tages ausgesührt worden. Der durch den zwölstägigcn Kamps erschöpfte Feind hat nicht versucht, den Abzug z» stören. Nachdem der letzte Mann über die Pontonbrücke zurückgekchrt war, wurde diese abgebrochen. Der Armeekoiiimaiidant Tcrsiyansft dementiert energisch ein Telegramm, wonach Großfürst Nikolajewitsch den serbischen Thronfolger zum Siege von Schabatz beglückwiinscht. Das Ergebnis der Schabatzer Ossensive ist eine Lähmung des serbischen Heeres, dessen gestriger , erster Versuch, einen Einfall in österreichisch-ungarisches Gebiet' zu machen, mit dem bekannten Mißerfolg endete. Italien besinnt sich" Die Meldungen über die Haltung Italiens sind tvider- spruchsvoll. Während einige Römische Stimmen berichten, daß die Mehrzahl der Blätter an dem deutschen Vorgehen scharfe Kritik übten, schreibt ein italienischer Mitarbeiter der R'. W. Z., daß seit ein Paar Tagen die italienische Presse — immer mit den bekannten franzosensreundlichen Ausnahmen — mit Frankreich schonungslos ins Gericht gehe. Von Italien habe es keine inoralische und auch keine materiell« Unterstützung zu erwarten, wird ihm auch von Blättern gesagt, die drei Wochen lang die französischen „Siege" mitfeicrn halfen» als wären sie auch von Italienern erfochten worden. Noch vor acht Tagen glaubte, nein, hoffte der Corriere della Sera, daß, die Russen dem Deutschttim den Garaus machen würden, selbst wenn die Franzosen schwere Niederlagen erlcideir. Heute erllärt der j gute Corriere Frank reich sür vollkommen verloren! und glaubt und hosst auch nicht mehr, daß Rußland die Deutschen» nicderzwingen wird. Dagegen hofft der Corriere gar sehr, daß- Deutschland und Oesterreich so freundlich fein werden, ihren italienischen Bundesgenossen bei der Verteilung der Siegesbeute nicht leer ausgehen zu lassen. Derselbe Corriere, der in der Nacht zum 1. August d. I. feine berühmte Schwenkung zum Franzoseutum gemacht l>at. erklärt jetzt, daß die Dundestrene Italiens über allem Zweifel erhaben dasteht. Die regierungsoffiziöse „Tribuns" geht in diesen Versicherungen noch ein Stückchen weiter. Auch dies freut uns. Nur müssen wir der Tribuna sagen, daß in ihrem eigenen Verlage die vielvcrbreitete Monatsschrift „Noi c il nrondo" erscheint, und daß in dieser in der Ausgabe für den Monat Septcniber ein Arttkcl von Edmorrdo Abbo „Da Frosch» willer ad Altkirch" enthalten ist, der auf acht Seiten eine einzige dreiste Verhöhnung der Deutschen, sowie eine widerwärtige Verhimmelung der Franzosen darstellt. Die Tribrma täte gut, ihrer« Herrn Abbo einigen Unterricht in der neueren Geschichte erteilen zu lassen, auf daß er in seinem nächsten Artikel vor neuen groben Fälschungen von Taten imd Tatsachen bewalwt bleibt. Auch in ihrer Wochenausgabe „Trrbuna rllustrata" hat dieselbe Tribuna dein jähen Weckrsel der Zeiten noch nicht Rechnung getragen. Sie kann auch nichts dafür, daß die Dcutsckzen über Nacht di« Sicgcshofsuringen der Franzosen und ihrer italienischen Freunde grausam zerstört haben. ?lber schließlich bessert sich die italienische Presse ganz auffallend, und wir wärm wirklich die Barbarm, als die man unS ausgrbt, wenn wir dm bekannten Mantel der christlichen Nächstenliebe nicht auch über die letzten Extratouren unserer Bundesgenossin breiten wollten. Sie ist jetzt empört über das Eindringen der englisch-französischen Flotte in der Adria. Ganz plötzlich greift die italienische Regiemngsprcssc das Londoner und Pariser Kabinett wegen der Operationen der englisch-französischen Flotte in der ?ldria heftig an und droht mit Gegenmaßnahmen, falls die Absicht unserer Feinde, V a l o n a zu besetzen, wahrgemacht ivcrdcn sollte. Es sollte mich gar nicht wundern, wmn Italien, um sich den Braten nicht mtgehen zu lassen, setzt Hals über Kopf unserm Feinden den Krieg erllärt, nachdem die Wafsm der Deutschen und Oesterreicher so kräfftgc Schläge bereits ausgeteilt babm. Italienische Blätter wollen auch wissen, daß England bereits anfangc, kriegsmüde zu werden. Es wäre von der Forderung Rußlands, die Dardanellenfrage zur Lösung zu bringm, nicht sehr erbaut und unterstütz« heimlich den türkischm Widerstand qegm das Auslaufen der russischen Schiffe aus dem Schwarzen Meer ins Mittelmeer. \ 5 il 1 j i i i a a ! ! 1 J i Si 13 fe fof 6t ch p Cki n s fei in In fei 5ii ra (i Arr» Stadt und Land. Gießen, 10. September 1914. h Die Behandlung der Gefangenen. Es ist nun öfter, «ich von amtliche» Stellen, darüber Klage geführt worden, daß Damen den französischen Gefangenen gegenüber nicht die erforderliche Würde und Zurückhaltung bewahrt hätten. Solche Einzelfälle waren gewiß im höchsten Maße bedauerlich und Warnungen waren berechtigt. Auf der andern Seite darf mau aber nicht zu wett gehen und nicht etwa Gefühllosigkeit den verwundeten Feinden gegenüber empfehlen. Hier hat das Taktgefirhl zn entscheiden, und wir unterschreiben idcts, was Pfarrer Traub gestern unter der Ueberschrift „Gerechtigkeit' in der „Frkf. Ztg." schrieb. Ich war empört wie kern anderer, als ich die Nackirrcht von dem uuwürdigm Bmetzmm einiger Pflcgerrimm am Bahnhol laS, aber ich wurde beschämt, als ich merkte^ wie viel Klatscherei hier — vielleicht tn gutgemeinter Absicht, aber doch mit häßlichem Erfolg — gearbeitet hat. Es ist würdelos, wmn man z. B. in Elberfeld zuerst die Nachricht verbreitet, daß Fraum sich „sckarw- los" betragen lzättm imd nackcher dies« Nachricht ganz offizrett dmrmtiert imrd. Die Ehr« der dmffchm Fmueirwelt, die beute wahrhaftig im gezählte Opfer bringt, ist unser aller Ehre. Verffuckt jede Koketterie in dieser Zeck! Koketterie ist keine Barmherzigkeit, aber ich will nicht, daß die echte Barmherzigkeit sich zurückdrängen lassm muß rim einiger erbärmlick)er Eiuzelerscheimingen willen. Es gibt hvsterische Fraum sicherlich. Sie sind^uutauglich zu solchem Dimst. dlher wir Männer wollm nicht oergeiim, daß es auch herzlose Männer gibt: sie sind ebenso irntauglrch Die Militär« Verwaltung geht hier wieder mit glänzendem Beispiel voran: alle l>abm «s ihr warm gedankt, daß sie ausdrücklich den BefeN erteilt hat, die Verwundetm beider Nationen gleich zu be- baudclu. Ebenso erftmlich war der Erlaß ans dem preußische« Mftristerrnm des Innern, wonach in der Pffcge der Verwundeten kern Unterschied zwisckwn dm Nattonm g.-mackst werdm soll. Das ist gerecht und ist barmherzig zugleich. Eben darrmi wünschte ich, daß nnm überall danach handele. Ich will von dm traurigen Ein- zelheitm, die ich von verschiedmm Seitm crftchr, sckrweigew Zur Charakteristik dime eine einzelne Tatsache: Me Borsitzende einer Helierinnmaruppe ist mit Donnerwetter angefahren worden, weil sie einem sranzösisckreir slerbendm sechzrgjährrgen Grafen, der als freiwilliger Gemeiner diente, dm letzten Willen für »eine Frau mifgeschriebm hat. Da hört jede Gerechtigkeit ans. Es r>t häßlich, wenn man Frauen in ihrem Drenst aut Schritt und Tritt aufpaßt, ob sie auch nickst die Grenze des Zuläffigen üderschreitm und hinter allem etwas sucht. Das zeugt von einem Nnwürdigm Mißtrauen gegen unsere Frauen, Mütter rmd Schwcstem. Unser Darm st ä d t« r rm. -Mitarbeiter hatte unS mn Samstag einen Bericht über „unglaubliche Äorkomia- i- bin !fli n# a tfln U r, d» d, »i » p'4 ■)(' «4 ntsse" geschickt, die sick> in dem von der dortigen Lossenschen Heilanstalt eingerichteten Lazarett zwischen in Pflege befindlichen französischen Offizieren und de» Pflegerinnen zw- getvagen haben sollten. Darauf hat uns die Eigentümerin der Dr, Lossenschen Ernst-Ludwig-Heilanstalt um Aufnahme folgender Berichtigung ersuchte „Die Notiz, die sich'mit angeblichen „unglaublichen Vorkomm, nisscn" in der Lossenschen Heilanstalt zu Darmstadt beschäftigt, ist von Anfang bis zu Ende unwahr und frei e r s u n d e'n. Unwahr ist, daß sich in der Anstalt überhauvt französische O s - sizicre .befinden oder befunden haben, unwahr ist, daß die — zahlenmäßig übrigens ganz geringfügige — Belegschaft mit französischer Mannschaft von ..Pflegerinnen" behandelt worden sei. Die Pflege dieser Mannschaften steht vielmehr ausschließlich den in der Anstalt verwende,en „barmherzigen Schwestern" zu. Lediglich in der Pflege deutscher Verwundeter werden die Schwestern von einigen Damen hier garnisoniercnter Offiziere unterstützt. Unwahr ist hiernach ferner, daß deutsche Frauen sich sranMschen Offizieren gegenüber erniedrigt hätten, daß männliche Pfleger arbeiten und die weiblichen Pfleger ihres Dienstes enthoben worden seien," Die betr, Notiz, des gewissenlosen Berichterstatters war auch in andern Blattern erschienen, Wir konrrten hier natürlich keine Rückfrage veranstalten, und wir hatten nicht an- nehmcn können, daß der Darmstadter Schreiber uns so leichtfertig oder frivol täuschen würde. Wir werden geeignete Maßnahmen treffen und empfehlen allen, auch mündlichen. Klatschereien gegenüber die größte Vorsicht. * Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten,) Off.-Stellvertr. u, Psarrassistent Gustav Adolf Barth, Jns.- Rgt, 116. in Lollar, — Hauptm, WUh, Feiler, Jns.-Rgt, 112, in Braunfels, — Landwehrmann Karl Reincmer, Jnß-Rgt, 116, aus Glashütten (Kr, Schotten), — Oberst!, u, Rcgimentskom- wandeur Karl von Hofmann in Darmstadt, — Hauptm, Wilh, Bullrich in DippelShos bei Darmstadt, — Oberst!, u, Bad, Kammerherr Ludwig von Stoesser in Karlsruhe, — Major u. Bat,-Komm, Friedr, B a ch m a n n, Füs,-Rqt, Nr, 33, in Darmstadt, — fit. d, R, u, Forstassessor Gg, Freih, von Wcde- kind, Sachs, Schützenregiment 108, in Darmstadt, — Osf.-Stcllv. Adolf Schwachheim, Nes,-Jnf,-Rgt. 81, in Worms, — Adols Ackermann in Wiesbaden, — Hauptm, Alfred von Leth, in Homburg, — Hauptm, Hans Baehren in Homburg, —, standwehrmann Georg Göbel aus Hartershausen, — Landwehrmann Karl Wagner in Oberschmitlen (Kr, Schotten). — Off.» Stellv, u, cand, arch, WUIi Kuhn in Mainz, — Unterosf, d. lies, Gg, Rexroth, Jnf,-Rgt, 81, in Franks.-Oberrad, — Obcrl, d. Res, Fritz Partenheimerin Neu-Isenburg. — Feldw- Lt, Oberlehrer Dr. Wilh. Prinz in Bad-Homburg, — 2t. d. Res, Fritz Jmgardt, Jns.-Rgt, 88, aus Wetzlar, — Ober-Gesr, d. Res, Max Rothschild aus Frankfurt a, M, — Res.-Gesr, u. Techniker Georg R u d h o f, Jns.-Rgt, 117, in Mainz-Kostheim, — Musk, Franz Durner aus Laubcnheim, — Lehrer Karl Gen- 7 enba ch in Darmstadt, i— Rittm, d. Res, u, Forstmeister Karl Rieaer, Drag,-Rgt, 23, in Darmstadt, — fit. d. Res. b, d, Feld-Art, Referendar Alex, Wüst in Wiesbaden, — Li, d, Landw,- Fnf, Dipl.-Jng, Wilh, Wüst in Wiesbaden, —t fit. Kurt Mache n Wiesbaden. • th. Der Großherzog über die Güte seines >7achtlagers. Vor 8 Tagen weilte die Gattin eines er- rankten höheren Offiziers auf dem Kriegsschauplatz inncr- wlb der hessischen Division. Me Dame war erstaunt zu er- ahren, daß der Großherzog schon mehrere Male ans einer Strohschütte geschlafen und erklärt hat, er hätte nicht ge- laubt, daß ein Strohlager einen so gesunden Schlaf er- I euge, ** Aus dem Militär-Wochenblatt. Befördert zum ! bersllcutna»! der Maior des C oudres, I. Art.-Ofs. v, P. in ilalnz- z»ni Major der Rittmeister v. Harnier, Esk.-Ehei im )rag.-Regl, Nr. 23: zum Hauptmann der Oberleutnant Möschke t n JnI.-RegtNr, 1 1 7; zu Oberleutnants die Leutnants v. B o r ch a rd ! n Ini.-Regt. Nr. llb, v. H o l l y und Ponten tz letz im Ini.- j legt, Nr. 116, Wecker im Jnl.-Regt. Nr. 163. ** Kriegsfreiwillige. Es wird uns mitgeteilt, aß das Ersatzbataillon des Infanterie-Regiments Nr. 116 rst vom 25. September an wieder Freiwillige einstellt. ** Ankauf von Naturalien für das Heer, >ie Landwirtschaftskammer f. d, Großh, Hessen schreibt uns: lach einer zwischen dem Reichsamt des Innern und dem I fgt. Preußischen Kriegsministerium getroffenen Vereinba- ung wurde für die Beschaffung der Heeresverpfle- :ung eine Zentralstelle zur Beschaffung der Heeresver- flegung für das Reich errichtet. In den einzelnen Landcs- cilcn übernehmen die zuständigen Landwirtschaftskammern äe Beschaffung der für die Truppen nötigen Naturalien. >ie Landwirtschaftskammer für das Groß- >erzogtum Hessen kaust daher zurzeit u, a, größere Mengen Hafer, Wiesenheu und Stroh, Fnteressen- en werden aufgefordert, schriftliche Angebote in wagonweiser Lieferung genannter Naturalien sofort «n die landwirtschaftskam'mer Darmstadt, Rheinstraße 34, I, zu sichten, th. Unsere Lazarette sind jetzt mit etwa 900 Ber- ! mndcten, darunter Mischen 60—70 Franzosen, belegt, In ^ en nächsten Tagen wird auch die ehemalige alte Klinik für enselben Zweck eingerichtet sein. Ein Gang durch dic^Laza- ette zeigt, daß cs den Verwundeten an nichts fehlt, -ooweit s sich um Leichtverwundete handelt, ergehen sic sick> bei em schönen Wetter im Freien: sie hoffen bald wieder soweit ergestellt zu werden, um wieder zu ihrer Truppe zürück- : :hren zu können, "Ein Wunsch anS der Gießcner Bevölkerung. | (»iS unserem Leserkreis erhalten wir folgende Zuschrift: I» Tarmstadl wurde i» den letzten Tage» ein na,»basier Teil der Eiegesbente a» Geschütze» », dcrgl. initer große», Jubel der Beoölkernng eingebrncht, Einige Gesckiützc babc» an, Landes- denkmal Ansstestnng gesunde». Wäre es nicht niöglich, auch unsere Stadt lcüiweüe mit etwa zwei erbeuteten Geschützen zu bedenken und dies« öffentlich, etiva an der Zcughanskaserne, ans- znstclle» s " O b e r h e s I i s ch e § Museum » » d G a i l's ch c Sam ,,,. ungcn. Am Sonntaa. den 13., werden die Museen de>n Pndli- nn wieder von 1t—I Uhr zugänglich sein. Im Alnseum a,n ^'randplntz sind Kriegs- und sonsitge Bilder, die sich aut den | eldzug 1870/71 beziehen, ansqesiesit. Intendantur-Sekretär a. T. etzer überwies den, Museuni das Ritterkreuz von, Heiligen chcty, welches ihm s. Zt. vom Kaiser von Java» seiner Verdienste alter lei den Boxcriinruhcu in China verliehen wurde. Nicht |:willt, den Orden iernerhin zu tragen, ivill er ihn den Kricgs» ' inner,,nie» i,n Museum einverleiben. **DerBersandvonSeefischcnhat seit Beginn es Kriegs fast ganz ausgchört, ab und zu trafen kleine Sen- ; ungen aus Dänemark in unserer Gegend ein. Die Versehrten Eisenbahnverbindungen mit den Nord- und Ostsee- istcn werden voraussichtlich in nächster Zeit umfangreicheren äschversand nach dem Binnenland ermöglichen, obwohl der nschfang infolge des Kriegs in recht geringem Umfang bc- ; >eben wird. Es besteht trotzdem Hoffnung, daß die Fisch- «fuhr sich erheblich bessert, ** Be»ug von Winterkartoffeln. Der Verein dem, Zitz w Gießen beschafft, wie aus dem Anzeigenteil zu sichen ist, nicht nur für die Angehörigen seiner im Felde stehenden Mitglieder gute Speisekartofieln zu billigen Preisen, sondern auch für die Angehöriger, von Räch:Mitgliedern, Meldungen nehmen die in der betr, Anzeige genannten Vertrauensleute entgegen, ** Das Battenberg'! che Schloß Heiligenberg an der Bergstraße, Der Landtagsabgeordnete Dorsch in Wölfersheim in Oberhessen, hat bei dem Großherzoglich Hessischen Staatstninisterium in Dcnanstadt den Antrag gestellt, das Batten- berg'fche Schloß Heiligenberg durch den HZ,fischen Staat beschlagnahmen zu lassen, als Besitztum des englischen Admirals Prinz Ludwig von Battenberg, Dias Staatsministerium hat daraus erwidert, daß cs nicht in der Lage sei, dem Anträge zu entsprechen, da selbständige Anträge eines Mitglieds der Stände sctwistlich bei der Kammer, der das Mitglied angehört, cinzurrrchen seien, fiondtagsabgeordneter Dorsch wird daher einen cntzü»recheiL>.'tt. Asn^ krag der Zweiten Kammer unterbreiten. "Entsprungen. Der gemeingefährliche Frauenlustmörder, der geisteskranke Kellner Ludwig Waldschmidt, gcb. 16. Mai 1877 in Gladenbach, ist am 31. August 1914 aus einer Heilanstalt entsprungen. Waldscknnidt ist 1,65 Meter groß. Gestalt schwächlich, Haare hellblond, rotblonden Schnurrbart, hat graublaue Augen, bogenförmige Augenbrauen, Kreis Alsfeld. □ Rn ppertenrod, 9. Sept, An unserer Gemeinde betrug die erste Sammlung für das „Rote Kreuz" 493,50 Mark, die erste Kirchenkollekte 111,25 Mk, Die zweite Sammlung betrug 365,15 Mk, Dazu wurden durch Wirchenkollekte für die im Felde stehenden Soldaten 118 Mk, gegeben. Zusammen 1087,90 Mk, Daneben hat der Ortsvorstand die im Felde stehenden Einwohner der Gemeinde in der hessischen Kriegsversicherung versichert, Kreis Lautcrbach. Ä Aus dem Bogelsberg, 9, Sept, Unter den Schlachtviehpreisen sind am meisten die für die Kälber gesunken, Man bezahlt jetzt 38 Pfg, für das Pfund Lebendgewicht, Vor dem Kriege kostete das Pfund bis zu 52 Pfg, Obgleich auch die Preise für Rindvieh herabgingen, merkt man im Ladenverkauf noch keinen Preisabschlag, Dasselbe ist der Fall mit dem Preis für das Schweinefleisch. Kreis Schotten. -ii-Eichelsdors, 8. Sept. Am 6, September wurde in der Kirche zu Eichelsdorf für den ersten gefallenen Landweh r m a n n d c s I n s. - R g t s, Nr. 116, 2, Bat, 5, Kompagnie eine Trauerandacht gehalten, Gleichzeitig gedachte der Pfarrer deS in den Kämpfen vom 22, August gefallenen Unteroffiziers des Leib-G,-Regts, Nr, 115 Karl Schreiber aus Eichelsdorf Ter Tod des LaudwehrmmrmÄ Otto Alt, Landwitt und Fleischbeschau« in Eichelsdorf ist für die Hinterbliebenen insofeni schmerzvoller, als es ihm nicht vergönnt war, in offener Feldschlacht sein Leben für das Wohl seines geliebten Vaterlandes hinzugeben, sondern, daß er einem feigen Mordgesellen zum Opfer fiel. Wie wir aus Briefen des Kämpagnieführers und Kameraden des Gesallcnen entnehmen, war der Hergang folgender: Nachdem die Linien- truppen , , , verlassen hatten, zog das 2, Landw.-Bat, Nr, 116 in die dortige Kaserne ein. Am 30. August bekam das Bot zur Bewachung eine größere Anzahl Gefangener. Abends gegen 9 Uhr erhielt die Kaserne von einer Bande Franktireurs von allen Selten Feuer, Sofort wurden alle Lichter gelöscht, und die Mannschaflcn müßten sich auf den Boden legen, denn die Fenster wurden von einem Hagel von Geschossen überschüttet. Ein Bat, der 118er, das in , , . lag, kam den Bedrängten zu Hilfe und vertrieb das Mordgesindel, Als dre Schießerei losging, so schreibt der Kompagnieführer an die Witwe, war Otto Alt gerade in der Küche mit Fleischtzertcilen beschäftigt, er eilte aus die Straße, um zu sehen, was es gäbe, da traf ihn die Kugel eines Schurken, Am 31, Aug, wurde er auf dem franz. evang, Friedhof an der Seite eines Kameraden der 118« zur letzten Ruhe bestattet. Sämtliche Kameraden gaben ihm als dem ersten Gefallenen des Gat, das Geleite, Starkcnburg unv Rhcinhcssen. rm. Dar in stabt, 9, Sept. Weitere Sieges heute traf im Laufe des heutigen Tages wieder hier ein, Gs waren hauptsächlich/ Geschützprotzen mit ungeheueren Mengen von Munition für Geschütze und Gewehre; außerdem sonstiges Kriegsgerät aller Art, praktische Fleischtransportwagen usw. Bei dem Transport, der heute abend eintraf, befand sich auch ein Wagen mit hübschen belgischen Pferden, Eine mit dem gleichen Zug angekommene Anzahl verwundeter Franzosen wurde nach Untersuchung wieder weitcrbefördcrt, n, O f f e n b a ch, 8. Sept, Der hiesige Zweigverein des Bogclsberger Höhcnklubs spendete als erste Rate den Bettag von 400 Mark zu Zwecken der Kriegssürsorgc, m, Osfenbach, 8, Sept, Heute nachmittag wurde hi« der Bczirkskassierrr, Rendant Wilhelm Wolsschmidt, unter sehr zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. An sein« Babrc wurden mit entsprechenden Ansprachen Kränze niederaelegt von dem Vorsitzenden d« hiesigen Freimaurerloge, dem Landwehrverein, dem Verein ehemaliger 116er, dessen Gründer und Vorsitzender der Verstorbene gewesen ist, von den Beamten der Bezirkskasse, dem Kricgervncin, dem V«cin hessisch« Leibgar- disten (115), dem Vogelsbcrger Höhenklub, d« dem Dahingeschiedenen als geborenen Schott euer der alten Heimat letzten Gruß entbot, dem Sparverein „.Hoffnung" und dem Verein ehemalig« 116er von Frankfurt, Wolsschmidt war stüher lange Jahre in Pfedd«shcsm bei Worms tätig gewesen, — A » erba ch (Bergstraße), 8. Sevt. Ta? zurzeit nnbeivobnlc Hanvtwirtschastsaebände des bekannten A n e r b a üi e r S ch l o ss cs ist heule »iedergebra »nt. Man vermutet Brandstistung. Hessen-Nassau. (th) Rod hcim a, d. Bieber, 8. Sept. Auch in unserer Gemeinde hat die Liebestätigkeit für unsere Verwundeten kräftig eingesetzt. Bereits zweimal konnte je ein Wagen mit Speck, Obst, Gemüse, Konserven, frischen Eiern usw. nach Gießen geschafft werden. Es muß rühmend hervorgehobcn werden, daß auch unsere ärmere Bevölkerung gern und freudig sich an dem Liebeswerk beteiligt. Hessen-Nassau. (m) Neustadt, 9.Sept. Musketier Kranz von der 6l Komp, des 83, Jnf.-Regts,, ein Sohn unserer Stadt, hat das Eiserne Kreuz erhalten, Kranz hat sich bei der Erstürmung von Lüttich hervorragend ausgezeichnet; auch Tambour Schmitt von der 8, Komp, des 83. Jns.-Regts,, der aus dem nahen Momberg gebürtig, hat dieselbe Auszeichnung erhalten. _ Letzte Nachrichten. Die Kriegsanleihe. Berlin, 10, Sept, In einem in den Morgenblättern enthaltenen Auf ruf zur Zeichnung der K r i e g s a n leihe heißt es: Tie Siege, die unstre herrlichen Hs«c schon im Westen und Osten errungen haben, berechtigen ims zu d« Hoffnmig, daß auch diesesmal, wie einst nach 1870 die Kosten und Lasten des Kfieges auf diejenigen ziirücksallen w«den, di« des Deutschen Reiches Frieden störten. Vorerst ab« müssen wir uns selbst Helsen, Großes steht aus dem Spiele; noch erwartet der Feind von uns«cr vermeintlichen finanziellen Schwäche sein Heil; d« Erfolg der Anleihe muß diese seine Hoffnung zerstören, Deutsche Kapitalisten zeigt, daß ihr von dem gleichen Geiste beseelt seid, wie uns«e Helden, die draußen auf dem Schlachtfelde ihr Blut »«spritzen, Deutsche Spar«, zeigt, daß ihr nicht nur für euch, sondern auch sür eu« Vaterland gespatt habt, Deutsche Korporationen, Anstalten. Sparkassen, Institute und Gesellschasten, die ihr unt« dem mäch- figen Schutze des Reiches «blüht und gewachsen seid, ettveist dem Deutschen Reiche euren Dank in dies« schicksaksschvwren 'btunbe. Deittiche Banken und Bankiers, zeigt, was eure glänzende Organl- safion, euer Einfluß aus die Kundschast zu leisten vermag. Nicht eimnal ein Opscr ist es, >vas von euch v«langt wird. Man bietet auch Ai billigem /lürsc Wntpapiere von hervorragender Sich« - heit. Sage keiner, daß ihm die flüssigen Mittel fehlen: durch die Kriegsdarlehnskassen ist in weitestem Umfange gesorgt, daß die Gelder stMg gemacht ivcrden können. Eine geringe Zinseinbuße bei der FlAsigmachung muß ,eder Deutsche als nationales Opscr gerne ttagen. Die deutschen Sparkassen werden den Einlegern gegenüber, die ihr Guthaben zu diesem Zwecke v«;oenden wollen, nach Möglichkeit in weühcrzig« Werse bei d« Einhaltung d« Kündigungssttstcn entgegenkommen, Telcgrammwcchscl zwischen dem Kaiser und Fürst Leopold M Lippe. WDB, Detmold, 9, Sept, (Nichtamtlich.) AnläMch des Heldentodes des Pfinzen Ernst zu Lippe fjat Mischen dem Kaiser und dem Fürsten Leopold folgender Depeschenwechsel stattgefunden: Großes Hauptguarti«, 8, Sept,: Zu meinem großen Bedau«n ist sckwn wieder ein Prinz Deines Hauses auf dem Felde d« Ehre gcsallcn, Ter Name des Prinzen Ernst ist damit für alle Zeiten in den Annalen seiner Familie und in der Geschick/ie der deutschen Armee mit goldenen Lettern eingettagrn, Wilhelm I. H. Der Fürst antwortete darauf: Schloß Lopshorn, 9, Sept, Ew, Majestät bitte ich sür die so freundlichen Worte der Teilnahme an dem erneuten Bttluste, den mein Haus durch den Tod des Prinzen Ernst aus 'dem Felde der Ehre erlitten hat, den Ausdruck mein« tiefgesühlicn wärmsten Dankbarkeit entgegenzunchmcn, Leopold, Das fürstliche Haus Lippe hat bereits den dfitten schmerzlichen Verlust in diesen großen Kämpfen z,i verzeichnen, Es fielen bereits vor dem Feinde der Onkel, ein Neffe und ein SchnKrger des regierenden Fürsten, nämlich Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen, während des Heimgegangenen zweiter Sohn, ein Nesse des Fürsten, schwer verwundet in Aianbengc liegt, Berliner Pressestimmen, Berlin, 10, Sept, Alle Blätter äußern sich zu den neuen Schlachten an der Marne und bei Lem- b e r g: Die „Tägliche Rundschau" meint, daß die Kampfe bei Paris ofienbar an verschiedenen Stellen begomicn I/abcn, Es kommen allerlei Meldungen aus Paris auf den üblichen Wegen über Laudon, Rom unld zbopenhageu. Sie wissen von all«hand, zum Teil fulminanten Siegen der F-ranzosen und Engländer zu berichten, widersmechen ab« einand« in solcher Weise, daß die eine die Wertlosigkeit d« and«en dartut. Zu dem lakoniichen, aber inhaltsschw«eu Bericht des österreichischen Gcn«alst«bes üb« die neue Offensive in Galizien schreibt die „Post": Die österreichische Heeresleitung hat sicher alles getan, um sich zu dem neuen entscheidenden Lchlag vorzubereiten. Die heißesten Wünsche Alldcutschlands begleiten den treuen Wafsengesäl/rten in den neuen schwnen Kämpfen. Möge ihm das Schlachirnglück hold sein. Joffre und Kitchcncr. (WTB.) London, 9, Sept, (Nichtamtlich.) General Joffre hat an Lord,Kitchener ein Telegramm gesandt, in welchem er ihm hcfilich sür die dauernde Unterstützung dankt, welche die britischen Truppen der französischen Armee während des ganzen Verlaufs der Operationen gewährt haben. Die Unterstützung sei in diesem Augenblicke von höchstem Werte und sie komme aufs kräftigste in dem Kampfe zum Ausdruck, der jetzt gegen den deutschen rechten FlügÄ im Gange sei, — Lord Kitchener sagte in seiner Antwort, die britische Armee sei befmedigt, mit der französischen zusammenwirken zu können, England sei stolz auf die hohe Aufgabe, seine Unterstützung gewähren zu dürfen, auf die General Joffre stets vertrauensvoll zählen könne. Die Lage in Abessinien, WTB, Rom, 10, Sept, Der „Messageco" meldet aus Djrbuti, daß die Lage im Innern Abessiniens Besorgnis hervorruft infolge der llkgitatton, die unter den Südstämmen: gegen den Negus betrieben tvird, dem man die Verantwortung für die jüngsten blutigen Dcogelttingsmaßregelu zn- schreibt, die von seinen Anhängern verübt worden sind. Der Hof hatte bereits altes vorbereitet, damit die Ksiconung Lid- jessus nach der Regenzeit ftattfinden kömite, doch scheint man jetzt anderer Ansicht zu sein und beschlossen zu haben, die Feierlichkeiten zu verschieben, bis wieder Ruhe in Äleti- opien herrscht. Die Stimmung in Aegpptcn, (WTB.) Kon sta n ti n o pcl, 10, Sept, (Nichtamtlich.) Die Bevölkerung Aegpptens legt in den letzte» Tagen gegen die Engländer Mißtrauen an den Tag, Einige Blätter besprechen den zwischen England, Frankreich und Rußland abgeschlossenen Vertrag, dessen Wortlaut ihnen von der englischen Botschaft veröffentlicht worden ist. Sie erblicken in diesem Vertrage ein Zeichen der Schwäche, Japanische Verdrehungsversuche. WTB. Berlin, 10, Sept, Die „Nordd, Mgem, Ztg," schreibt: In einer Besprechung soll der japanische Botschaftsrat in Roni einem Vertreter der „Stampa" gegenüber «klärt haben, der Krieg zwischen Japan und Deutschland sei dadurch entstanden, >veil Deutschland der japanischen Regierung die nicht in Form eines (Ultimatum? verlangte Zusicherung verweigert habe, daß das deutsche Geschwader in Ostasicn Frieden und Handel nicht durch kriegerische Operationen störe. Die Kriegserklärung sei dah« zum Schutze seiner Interessen und zur Behinderung d« Lahmlegung seines Handels nötig geworden. Dies« Versuch tiitct Rcchtiertigung des japanischen Vorgeheils im Osten stellt die Wahrheit geradezu aus den Kopf, Voir japanisch« Seite ist ein Verlangen, wie das von dem japanischer Botschaftsrat dargestcllte, vor llcbe«eichung des Ulfiinatums an Deutschland nicht gestellt worden. Umgekehrt ist aber dem javanischen Gesckülitsträtt« in Derttn gerade von deutscher Seite und zwar durch Ucbcrreichung des Ultimatums Japans in Aussichi gestellt worden, daß das deutsche Geschwader in Ostasien Befehl erhalten werde, sich scindlichcr Handlungen in den ostasrattschen Gewässern zu enthalten, falls Japan in dem deulsch-englrichen Konflikt neutral bleibe. Hieraus ist von japanischer Seite eine Antwort überhauvt nicht erteilt worden. Hierdurch wird auch zugleich die nach englischen Meldungen vom japanischen Minist« des Aeußern, Cato, in der außerordentlichen Sitzung des japanischen Parlaments vom 5, ds, Mts, aufgestellte Behauptuna widerlegt, wonach cs die Absicht Deutschlands gewesen sei, /iiautschau zur Basis sein« kriegerischen Op«ationeii im fernen Osten zu machen. FahncnhUlsen, An«- | ntellHtnngen,Draht- 8 grcflechten nach Maas, i iserne Fenster, Bnl- konc, Gitter und Tore. : Autogene Schweißerei, liepn- rittnren aller Art. H. 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