Nr. 209 Der Stzehener Anzeiger erschein! läßlich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wocbeiillich tblrbenerjfamilienbtätter; ziveiinalwöcbeniI.Nreir- dlallsürdenlireikSicben (Dienstag »nd>vvcitaci); zweinial inanall. pand- wirtschaftlichr öeilsragen sternlorech - Anjchlüsje: iür die Redaktion 112, Verlag », Exvedilion öl Adreste iür Devcschen: Nnzeiger «rieten. Ainnrhm« von dinzcigcn Iür die TagcSrinnnner bis vorniitlagS 9 Uhr. Erster Blatt X64. Jahrgang Montag, 7. September Ml General-Anzeiger für Oberhessen 8 e z u g 4 vr. iK: nionc llich75 M.,v>eriel- >ähr i'lf. 2.20; durch Abhc'.e- u. Ztoeigstelien monatlich 65 P!.; durch die Po't Pik. 2.— viertel» jähri. ausichl. Bettelt^ Zeilenpreis: lokal lbPst auswärts 20 Pienniq. Lhetredakleur: A. Goey. Verantwortlich fiit den volit. Teili Aug. Goey; Iür .Feuillcton', ,Ber- mijchles' und„Gerichls» >nal": Karl ?ic„rnth; iür »Stadl »nd Lana"; Rotationsdruck und Verlag der tzrühl'schtn Univ.-Snch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. Auze>q^,uea':' H? BeL mn Solls von Maubeuge gefallen. General Kreuch merkt 5-e deutschen Absichten. Trotzes Hauptauarticr, 6. Sept. (Amtlich.) <3e. Majestät der Kaiser wohnte gestern den A n g r i f f ö -- kümpscn um Die Befestigungen von Naney bei. Kon M au b eu g c sind zwei Forts und deren Zwischen- stellnngen gefallen. Das Artillcriefener konnte gegen die Stadt gerichtet werden. Sic brennt bereits an mehreren Stellen. — Aus Kavieren, die in unsere Hände gefallen sind, geht hervor, daß der Feind durch das Vorgehen der Armeen der Generalobersten v. K l u ck und v. B n - low nördlich der belgischen Maas vollständig überrascht worden ist. Noch am 17. Aug. nahm der Feind dort nur deutsche Kuvallerie an. Die Kavallerie dieses Flügels unter der Führung des Generals v o n d e r M a r w i tz verschleierte also die Armeebewegungen vorzüglich, trotzdem würden sie dem Feinde nicht unbekannt geblieben sein, wenn nicht zu Beginn des Aufmarsches und Vormarsches die F e l d- postsendungcn zurückgehalten wären. Bon Sce- reSangehürigcn und deren Familien ist dies als schwere Last empfunden und die Schuld der Feldpost beigemessen morden. Im Interesse der arbeitssrcndigen und pflichttreuen Beamten der Feldpost habe mich verpflichtet gehalten hierüber Aufklärung zu geben. Generalquarticrmeister von Stein. London. 6. Scpt. (Nichtamtlich.) Von dem Prcssc- burem: wurden gestern nachmittag l IV- Uhr nachstehende Berichte des Generals French veröffentlicht. Die Lage auf dem Kriegsschauplatz ist nicht wesentlich verändert. Die Stellungen der Verbündeten werden noch «behauptet. Es bestehen Anzeichen, daß die Bewegungen der Deutschen sich nach Osten und nach Südosten entwickeln. Das Interesse unseres Kaisers für militärische Tinge zeigt sich auch in diesen ernsten Tagen. Er ist überall. .Hatte er vor einigen Tagen der Schlacht beigew-ohnt, in der die Franzosen auf Verdun zurückgewarfcn wurden, so erfahren wir heute, daß er den Angrissskämpfen »in Nancy bei- gewohnt hat. Das Heer des Kronprinzen Rupprecht von Bayern ist also nicht untätig und hat wieder neue.Erfolge errungen. Auch im Norden Frankreichs steht die einzige noch im Besitz der Franzosen befindliche Festung Maubengc vor dem Fall; zwei Forts -und dgrcn Zwischenstcllungen sind bereits gcnoinmcn worden. Ta nichts mehr im Wege steht, nun auch das Feuer ans die Stadt selbst zu richten, wird, der Konimandant wohl zur llebergabe naigen. Die Erklärung dafür, daß cs den Generalen vd Much und v. Büloiv gelungen ist, so erstaunlich schnell in Nord» srankrcich vorzudringeni lieg! nun auch vor; der Feind ist einfach völlig überrascht worden und kam überhaupt nicht dazu, die erforderlichen Stellungen einznnehmen. Kaum sahen die den Eindringlingen enkgeg.'ngeschickten Truppen den Feind, so iraren sie hon diesem auch schon besiegt, ltzeneral French, der englische Kommandant in Frankreich, batte auch nichts gemerkt. Mer jetzt scheint er besser aufzupassen. Wenigstens hat er einen Bericht über die Lage herausgegebcn, in dem er erklärt haben soll, die Anzeichen deuteten darauf hin, daß die deutschen Truppen ^n Nord- srankrcich sich nach Osten und Südosten wendeten, also vorläufig von Angriffen auf Paris absähen. Ein holländisches Blatt ltnll* wissen, der Präfekt des NorddepartcmentS sei durch die Deutschen gefangen genommen. Von der Präfektur in Lille seien 7 Millionen, in Armantieres eine halbe, in Amiens eine Million Kricgsabgabc gefordert worden. lieber die Vorgeschichte des Krieges, soweit die Haltung Englands in Frage koinmt, veröfscntlicht die englische Regierung neuerdings in einem Weißbuche weitere Einzelheiten. Davon ist natürlich am interessantesten die Darlegung des bisherigen britischen Botschafters in Berlin, Sir Goschen, der über die letzten entscheidenden Gespräche mit den Leitern der deutschen Politik berichtet. Sir Edtvard Grey hat iin englischen Unterhausc in den letzten Tagen erklärt, die von der deutschen Regierung veranlaßte Veröffentlichung des deutsch-englischen Telegrammwechsels sei unvollständig. Die ,,Nordd. Allg. Ztg." widerlegt diesen Vorwurf sehr gründlich. Es handelt sich in der Hauptsache am jene von Sir Grey angedcutcte Möglichkeit, daß Frankreich und Deutschland sich nur bewaffnet gcgenübcrstehcn sollten und um die Anfrage Englands, ob Deutschland geneigt sei, im Falle der Neutralität Frankreichs von Angriffen aus dieses Land abzustehen. Hand in Hand damit gingen die Erörterungen um Belgiens Neulraütät. Wir können diese angeblichen „Ndißvcrständnrsse", die nach Sir Grey ans deutscher Seite vvrgeherrscht haben, auf iich beruhen lassen. Die Haupts ack>e ist, daß der deutsche Botschafter, nach der „Nordd. Allg. Ztg.", in seinem Bericht cm die deutsche Regierung feststellte: „Auf meine Frage, vb er unter der Bedingung, oaß wir die Neutralität Belgiens wahrten, mir eine bestimmte Erklärung über die Neutralität Englands geben könnte, erwiderte Minister, das sei ihm nicht möglich, doch würde ^cse Frage eine große Rolle bei der hiesigen öffentlichen Meinung spielen." Wir meinen, diese Antwort spricht Bände. Englands Heuchelei bei den entscheidenden Verhandlungen ist erwiese»! Heute erfährt die Welt aus einem Telegramm der „Frkf. Ztg." aus Tokio, daß der japanische Minister des Aeußcrn im Parlament erklärt habe, anfangs August habe Großbritannien mit Hinweis auf den Vertrag Hilfe von Japan erbeten, da deutsche Kriegsschiffe den englisck>-jspanischen Handel bedrohten undman sich in Kiautschau auf den Krieg vorzubereiten scheine. Also auch hier Hetzerei und Heuchelei! A in st c r d a in , 6. Scpt. Aus London wird ossziell gemeldet: Sir Edward Grey, Paul Cambon und Gras Bcnckendorff haben eine Erklärung unterzeichnet, nach der England, Rußland und Frankreich sich gegenseitig vcr - pflrchten, während des gegenwärtigen Krieges keinen Separatfrieden zu schließen. Tie drei Regierungen sind übcreingckommen, daß für den Fall der Beratung von Friedensbedingungcn keine der verbündeten Regierungen Friedensbedingungen stellt, ohne zuvor die beiden Verbündeten befragt zu haben. Von Belgien ist in der Erklärung nicht die Rede. (Franks. Ztg.) * . * Tic belgische Stadt Termonde beschossen? L o n d o n , 6. Sept. (Nicht amtlich.) Aus Ostende wird gemeldet, daß die Deutschen Termonde beschießen. Termonde hat etwa 10 000 Einwohner und liegt zwischen Gent und Antwerpen. Aus Paris. Paris, 6. Sept. (Nicht amtlich.) Eine amtliche Mitteilung an die Armee besagt: Die Bewegungen der entgegen stehenden Armeen haben sich vollzogen, ohne daß heute Ausfälle gegen unsere Stellungen gemacht wurden. Die deutschen Flieger haben es von gestern ab unterlassen, Paris zu überfliegen. Berlin, 6. Scpt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „B. Z." meldet aus Genf: Der Polizeipräfekt von Paris gibt bekannt, baß von jetzt an nur eine gewisse Anzahl von Toren für bas Publikum geöffnet bleibe; die übrigen werden geschlossen. Die Militärzonen und gewisse Punkte des nördlichen Weichbildes werden geräumt. In den Außengemeinben würben auf Anordnung der Maires die Fahnen eingezvgen. Englische Schiffe beschossen! Wien, 6. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Die „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Konstantinopel: Wie an unterrichteter Stelle verlautet, liegt im Hafen von Alexandria ein schwer beschädigter englischer Krcuzer, der deutliche Spuren einer Beschießung aufweist. Außerdem liegen dort ein zweiter englischer Kreuzer, ein Torpcdojäger und zwei Torpedoboote, die nach Port Said flüchteten, im Dock in Reparatur. Ronen von de» Franzosen geräumt. (WTB.) Kopenhagen, 5. Sept. Einer weiteren Meldung zufolge haben die Franzosen Rouen geräunkt. Die deutsche Post in Belgien. Berlin, 5. Sept. (WTB. Amtlich.) Im Bereiche des kaiserlich deutschen Generalgouvernements Belgien wird in den nächsten Tagen eine dem Reichspostamt unterstellte Po st- undTelegraphen Verwaltung eingerichtet. Mit der Leitung dieser Verwaltung ist Oberpostdircktor Geheimer Obcrpostrat R o n g e (Erfurt) betraut, dem die Posträte Fleicher und Schüller und die Oberpostinspektoren Pohl, Steinmann, Orth und Reinhold sowie das erforderliche Bnreaupersonal zugewiesen sind. Die Postverwaltung von Bayern und Württemberg sind ersucht worden, auch ihrerseits Beamte zu der deutschen Post- und Telegraphenverwaltung in Belgien anzuordnen. Kein Arbcitermangel in Lüttich! Berlin, 6. Sept. (Amtlich.) Das Gouvernement Lüttich warnt bringend vor Z u zu g v o n A r b e i t e r n n a ch Lüttich, ba infolge starker Arbeitslosigkeit und des Stillstandes der Betriebe Arbeitsmöglichkeit gänzlich ausgeschlossen ist. Wie sich die französische Regierung in Bordeaux cinrichtet. Bordeaux, 6. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Stadt ist sehr belebt, seitdem die Mitglieder der Regierung und der gesetzgebenden Körperschaften, sowie zahlreiche Pariser, deren Auswanderung aus Südwesten fortdauert, hier an- gekonrmen sind. Präsident Poincare wohnt in der Präfektur, Ministerpräsident Viviani im Rathause, Kriegsministar Millerand im Generalkommando und der Marineminister Augagneur in der Marinescmitätsschulc. Die Botschafter haben in Bordeaux, die Gesandtschaften in Arcachon Wohnung genommen. Es kommen immer mehr Pariser hier am Der Reichstag für den Ausbau der Marine! (WTB.) Berlin, 5. Sept. (Nichtamtlich.) Im An-' schluß an frühere ähnliche Besprechungen fand heute im R e i ch s t a g s g c b ä u d c unter dem Vorsitze des ersten Vizepräsidenten Dr. P a a s ch e eine Beratung führender Mitglieder der bürgerlichen Parteien in der Absicht statt, den festen Willen der Abgeordneten zu bekunden, die sicher den Reichstag und das deutsche Volk hinter sich haben, auch im Kampfe zur See alle Kräfte der Nation bis zu Ende einzusetzen. Der hohen politischen Bedeutung des gefaßten Entschlusses entsprechend wurde sogleich nach Abschluß der Beratungen nachfolgende Mitteilung dem Staassekreltär des Reichsmarineamts zur Kenntnis gebrachte Tic Unterzeichneten Mitglieder des Reichstages erklären sich bereit, in ihren Fraktioiren und im Reichstag dafür einzutretcn, daß alle Maßregeln des RcichSmarineamtcs, welch« die Kreigsnot erheischt, in etatsrechtlicher Hinsicht und bezüglich der Rechnungslegung genehmigt werden. Insbesondere sind sic bereit, einzutreten erstens für den sofortigen Ersatz verlorener Schiffe, zweitens, für die sofortige Durchführung aller 1912 beschlossenen Maßnahmen, drittens für den sofortigen Bau des 1915 fälligen Ersatzes, viertens für die Herabsetzung der Lebensdauer der Schisse von zwanzig auf fünfzehn Jahre. Unterschrieben und gezeichnet: Dr. Paasche. Freiherr v. Gamp. Erzberger. Gröber. Dr. Wiemer. Graf Westarp. Schulz-Bromberg. Angst der Engländer. Malmö, 5. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) „Sydsvenska Dagbladet" meldet ans Istad: In den englischen Hä- s e n herrsche große Fur cht v or d er d e u t s che n Fl o t te. In Hartlepool würden an jedem Abend vor den Docks Torpedonetze ausgespannt. Die Nervosität wegen der deutschen Minen an der britischen Küste sei nnbeschireiblich. Außerhalb des Tyne seren an einem Tage fünf Fahrzeuge in die Luft geflogen, drei englische und zwei fremde/ Die Re kru t e n a n wc rb nn g für die britische Armee gehe langsani vor sich. In einer Stadt von 70 000 Einwohnern hätten sich nur 100 Mann gemeldet, größtenteils Strolche und andere heruntergekommene Menschen. In England herrsche strenge Zensur. Das Volk erfahre den wirklichen Zustand auf dem Kriegsschauplatz nicht; die Niederlagen der Engländer würden von den Zeitungen als Bagatelle hingestellt. Im großen und ganzen herrsche wenig Begeisterung für den Krieg. In mehreren großen Jndustrie- bezirken liege die Arbeit darnieder. Tic englischen Freiwilligen. (WTB.) Kopenhagen, 5. Sept. (Nichtamtlich.) „Berlinske Tidende" meldet aus London: Das Parlamentarische Komitee der Trade Unions billigt in einem Manifest die Teilnahme der Arbeiterpartei an dem Kriege. Wenn das F r e i w i l l i g e n s tz st e m die Probe nicht bestehe, sei die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht unvermeidlich. Seit dem Beginn des Krieges meldeten sich 26000 Mann zu den Fahnen; in öer letzten Zeit sei der Zustrom gewachsen. (WTB.) London, 5.Sept. (Nichtamtlich.) Den Zeitungen zufolge sind Schritte getan worden, um einen parlamentarischen Rekrutierungsansschuß zu bilden, an dem alle Parteien teilnchmen. Präsidenten sind Asanith, Bonar Law, der Vertreter der Arbeiterpartei Arthur Hendersen. Deutsche und Oestcrreicher als Kriegsgefangene in Südafrika zurückgehalten. (WTB.) L o n d o n, 5. Sept. (Nichtamtlich.) Das Rcu- tersche Bureau meldet aus K a p st a d t: Etwa 800 deutsche undöstcrreichischeReservistcn werden in einem besonderen Lager bei I o h a n n i s b in: g als Kriegsgefangene zuriickgehalten. Ter Prinz von Salm-Salm und andere Offiziere erhielten besondere Quartiere in Bloemfontein. Eine Auszeichnung des Generals v. Hausen. (WTB.) Dresden, 5. Sept. Ter König verlieh denk Generaladjutanten Generalobersten Freiherrn v. Hausen das Ritterkreuz des Militäv-St. Heinrichsordens und ließ ihm folgendes Telegramm zugehen: Ew. Exzellenz spreche ich meinen herzlichsten Glückwunsch auS zu dem großen Anteile, den meine Armee unter Ihrer Führung an der gewaltigen Schlacht an der Aisne genommen hat. Ich glaube keinem RLürdigeren als Ihnen das Ritterkreuz meines Militär- St. HcinrichsordenS verleihen zu können, der Ihnen sobald tvie möglich zngehen wird. Friedrich August. Heldentat des Prinzen Friedrich Karl von Preußen. Prinz Friedrich Karl hat sich in sportlichen Kämpfen der vergangenen Monate allen Mitstreitern gegenüber als Meister erwiesen. Damals war cs friedlicher Wettstreit,. heute ist es Krieg. Den Siegermur, den der Prinz in friedlichem Kampfe zur entscheidenden Geltung brachte, hat er auch im Kriege bewährt. Wir Deutsche wissen alle, von dem tollkühnen Husarenoffizier, der aus flinkem Roß in Lüttich, die derzeit noch wasfenstarrende Stadt war, hineinsprcngte. Wir alle haben mit dankbarem Herzen diesen draufgängerischen Heldenmut als,Zeichen der Kraft bewundert, die vernichlend über unsere Feinde hinrastc. Heute wissen wir auch, wer der Heldenjüngling ltmr E S war Prinz F r i e d r i ch K a rI, der älteste Sohn des Prinzen Friedrich Leopold, der als junger Offizier sich seines Namcns- paten und Großvaters ivcrt erwiesen hat, Vic ^>e Franzosen im Elsaß hauste». Stroßbrrrg, 5, Sept, (WTB, Mchtamtlich.) In einem Bericht des „Elsässer" aus dem vorderen Weilertal heißt es u. a,: Wie die uieisten Bogcscntäler, so hatte auch das vordere Weilcrtal unter der, iveim auch kurzen Fremdherrschaft der Franzosen zu leiden. So machten sie sich bei ihrein Einzug in Weiler besonders über die öffentlichen Gebäude her, Zuerst drangen sie in das Bürgermeisteramt ein, wo sie in erster Linie die Kaiserbüste in Stücke schlugen. Dann gings zum Postanit, wo die meisten Einrichtungen zertrümmert und die Dienstwohnungen und sonstige Postzimmer gewaltsam geöffnet wurden, ein Teil der Möbel wurde zertrümmert und beschmutzt. Bon hier ging es zum Bahnhof, Die Weichen wurden entfernt, die Diensträumc geplündert und die Fensterscheiben cingeschla- gen. Auch in Privatbetrieben richtete man Verwüstungen an. In Trimbachs nahm man den sGastwirt Paulus gefangen ; inan drückte ihm ein Gewehr in die Hand, mit dem er aus die deutschen Truppen schießen sollte. Es gelang Paulus, »u flüchten und wieder zu den Seinigen zu gelangen. Zwei Lehrer aus Breitenau und Urbeis wurden ebenfalls gefangen genommen und sind bis heute nicht zurückgekehrt. Französische Mängel. Basel. 5, Sept, (WTB, Nichtamtlich.) Hier liegen folgende Zeitungsmeldungen vor: Dem Pariser „Matin" zufolge befinden sich in Paris 600000 Arbeitslose, Ein an die italienische Zeitung „Stampa" von dem italienischen Hauptmann der Reserve Arnaldo C ip a l l o aus Paris gerichteter Brief besagt, die Engländer hätten sich offen über das völlige Unvorbereitctsein der Franzosen ausgesprochen, Eipallo sei in Lille auf französische territoriale Truppen gestoßen, die mit alten Graßgcwehren bewaffnet gewesen wären. Die englischen Offiziere hätten besonders beklagt, daß, die Franzosen sich in den Waffengattungen, die sie selbst erfunden hätten, von den Deutschen hätten überflügeln lassen. So hätten die Deutschen über viel mehr Aeroplane verfügt und diese sowohl bei Erkundungen wie in der Schlacht selbst mit viel größerer Geschicklichkeit gebraucht, als die Franzosen, Der Rückzug aus Lille habe sich in großer Unordnung vollzogen. Kein Mensch hätte gewußt, wohin er gehen solle, Eipallo betont, daß er nichts von Grausamkeiten der Deutschen gehört habe, Tie Engländer hatten Befehl gehabt, nachdem sie morgens in Lille cingcrückt waren, abends wieder nach der Küste in die Gegend von Hozcbronk abzugehen, Ta der Zug nicht gefahren sei, mußten sie zu Fuß abrücken, Schließlich sei ein leerer Zug gesandt worden, womit sie nach Etaplcs gefahren seien. Die Marokkaner und Senegalesen hätten am 2, September auf dem Durchmarsch nach dem Osten Paris passiert, Ter Vorbeimarsch hätte zwei Stunden gedauert. In Paris befänden sich viele englische und belgische Offiziere, Die deutsche Abteilung ans Skntari bei der Abreise von Wien. Wien, 6, Sept, iW B Nichtamtliche Nachdem der deutsch« Kolschosler v, Tsckirslp sich ans dem Hofe der Heumarktkaserne von der deutschen Abteilung aus S l u t a r i berzlich verabschiedet lnttte, marschierte die Triwv am Abend unter Borantritt der Kapelle des Deutschnkeister-Remments nach dem Bahnhof, Eine unabsehbare Menschenmenge umsäumte die Straßen und gab den deutschen Bundesgenosse!! unter uuaushörltchen Hock»- und Hurrarufen das Geleite, Auf der breiten Ringstraße standen die Menschen Kops an Kopf, sodaß der Truppe das Dorwärtskommen beinahe unmöglich war. Beim Radetzkydenkmal vor dem Haupttore des Kriegs Ministeriums standen zahlreiche Offiziere, aus dem Balkon erschien der Kriegsmimstec. Unbeschreiblick>er nbcl erscholl, als die deutschen Soldaten mcker den Klängen des Ra- detzko-Marsches im Parademarsch vor dem Kriegsininister vorbei- gingen. Ans den dichtbeictzten Fenstern ries man der Truppe die herzlichsten Gruse zu. Es >oar oficnbar, daß alle durch ihre unaufhörlichen begeisterten Kimdgchuugen sür die Sk»tari-?lbtci- lung zugleich ibrm Gdfschle-I der Bewunderung Und des Vertrauens zu der gesamten deutschen Wehrmacht und ihrem hochverehrten starken Kriegsherrn Ausdruck geben wollten. Auf dem Babnhot fanden sich in Vertretung des Botschafters ein: der zur Botschaft kommandierte Oberleutnant Prinz zu Erbach: ferner der Landes- verteidigunqsminisier Freiherr von Georg!, Stadtkommandant Wil- - kullil. der KdicgsminiÜer-Bcnreter, viele Offtvre der Statthalter von Nieder-Oesterreich, der Polizeipräsident, die Herren der bayerischen und sächsische» Gesandtschaft, sowie viele in Wien ansässige Reichsdeutsche, Kurz vor der Äbsahrt des Zuges hielt Major Schneider eine Ansprache, in der er für die überaus ehrende und überwältigende Ausnahme in Wien dankte. Hieraus stimmten die deutschen Truppen das Lied „Deutschland, Deutschland über alles" an, das von allen Anwesenden mitqesnngen wurde. Unter erneuten Hochrufen und herzlichen Grüßen und Wünschen von allen Seiten, setzte sich der Zug in Bewegung, Ei» Preisausschreiben des Zaren! Kopenhagen, 5, Sept. Nach einer Privatmeldung des „Politiken" aus „Petrograd" wurde dort aus Veranlassung des Zaren ein nationaler Flaggentag veranstaltet. mit Verkauf russischer Flaggen, Es kamen 500001 Rubel zusammen. Der Zar bestimmte, daß die Summe dem russischen Soldaten zu überreichen sei, der zuerst Berlin erreichte. Keine Revolution in Odessa, Hamburg, 6, Sept, (WDB, Nichtamtlich,) Von dem gestern hier cingetroffcnen Mitglied der .Hainburgcschen Sonnensinsternis-Exvedition Dr, Graff wird dem „.Hamburger Frcmdenblatt" berichtet: Die über Rumänien ge- kommencn Nachrichten von dem Ausbruch einer Revolution in Odessa mit St raste nkämpsen, Erschießung von höheren Offizieren und Polizeibeamten, sowie einer Be- schicfmng der Stadt durch ein ruffisches Kriegsschiff usw, sind unrichtig. Ms zum 9, August, an welchem Tage ich Odessa verließ, herrschte jedenfalls in der Stadt und der Umgebung vollkonrmenste Ruhe und Ordnung Die in Odxssa zurückgehaltenen Deutschen befinden sich ebenfalls außer Gefahr, Ihre Verschickung in andere Gouvernements ist, wie die staatlichen Behörden noch am 29. August versicherten, vorläufig nicht in Aussicht genommen, Fubel in Rumänien über die deutschen Siegesmeldungen. B u k a r e st, 4. Sept. Durch Extraausgaben und durch Anschlag an der deutschen Botschaft wurde gestern nachmittag der Sieg über die Russen bekannt, Die Nachricht löste bei der Bevölkerung ungeheuren Jubel aus. Vor der deutschen und der österrccchisch-ungarischen Botschaft kam es zu großen Sympathiekundgebungen, Die Gebäude der französischen und russischen Botschaft waren unter starker Polizeiaufsicht, doch kam es zu keinem Zwischenfall. Die Stimuiuiig in Konsiantinopcl. K o n st an t i n o pe l, 5. Sept, (WTB, Nichtamtlich.) Die österrcichiscki-anlgaoische und die deutsche Kolonie sowie das türkische Publikum nahmen die Nachrichten von dem Siege der österreichisch-ungarischen Waffen mit großer Freude auf, „Jkdam" schreibt: „Die im Westen von den Deutschen und im Osten von Oesterreich-Ungarn erfochtenen Siege sind jo groß, daß die beiden Verbündeten Grmid beben, zu jubeln. Es steht außer Zweifel, daß diese Siege aus die allgemeine europäische Politik großen Einfluß ausübcn werden," Ter „O s in a n i s ch e Lloyd" hebt die Bedeutung des öfter - reichisch-migarischen Sieges hervor, der den linkeir russischen Flüge! gefährde und sagt, es sei wahrscheinlich, daß der angebliche russische Sieg sich sehr bald in eine sür Rußland furchtbare ^Katastrophe verwandeln werde. Das Blatt brandmarkt zum Schluß die Verbreitung lügenlxister Meldungen, Die Abschiedsproklamatio» des bisherigen Königs von Albanien. (WTB.) Rom, 5, Sept, (Nichtamtlich.) Somy Bcy Vrioni, der Hofmarschall des Prinzen zu Wied, telegraphierte an die „Agcnzia Stesani" folgende Proklamation des Prinzen an das albanische Volk: Albanesen! Als Euere Abgesandten kamen, um Mir die Krone Albaniens anzubieten, folgte ich mit Vertrauen dem Apvell eines edlen ritterlichen Volkes, das mich bat, ihm bei dem Werke seiner Wiedergeburt behilflich zu sein. Ich bin zu Euch gekommen, mit dem brennenden Wunsch, Elch bei dieser patriotischen Aufgabe bebilflich zu sein, Ihr hobt gesehen, daß ich mich von Anfang an mit all meiner Kraft der Reorganisation des Landes gewidmet habe mit dem Wunsche, Euch eine gute Verwaltung imd Recht für alle zu geben. Nun haben unglückliche Erei g n i s s e u n - ser gemeinsames Werk verhindert. Einige von der Leidenschaft verblendete Geister baden den Wert der Reformen nicht begreifen und der sich entwickelnden Regierung kein Vertrauen schenken wollen, und dar Krieg, der in Enrova ausge- brochcn ist, gestaltete imsere Lage noch komplizierter. Ich dachte also, um das Werk nicht unvollendet zu lassen, dein ick meine Kräfte und mein Leben gewidmet habe, werde es nntzlichsein, daß ick in ich einige Zeit nach de in Westen begebe. Aber wisset, daß ich fern wie nah nnr den einen Oiedanken haben werde, zu arbeiten für die Wohlfahrt unseres edeln und ritterlichen albanesischm Vaterlandes, Während meiner Abwesenheit wird die von Europa, das unser Vaterland gesckiassen, eingesetzte internationale Kontrollkommission die Regierung übernehmen. schandtaten der Russen in Ostpreußen. Berlin, 5, Sept, (WTB, Amtlich.) Bei ihrem Eindringen in Teile von Ostpreußen haben die Russen zahllose Schandtaten und Grausamkeiten begangen. Aus der unendlichen Menge der darüber vorliegendeir Nachrichten teilen wir aber zunächst nur solche Fälle miß die durch amtliche Ermittelungen bereits zuverlässig beglaubigt sind. Eine Reihe von L a n d r ä t e u sind von den Russen festgenommen und nach Rußland geführt worden. Der Landrat von Goldap sei gezwungen worden, Vieh, das aus seinem Kreise von den Russen zusammeugetrieben worden ist, nach Rußland zu treiben. Von vielen Gendarmen des Greuz- bezirks fehlt jede Spur. Fest steht, daß ein Gendarm aus dem Kreise PillkaRen erstochen worden ist. Der Gendarm aus Bilderweitscheu wurde von den Russen gefangen genommen, Man hat gesehen, wie er auf einer Protze gefesselt durch Eydtluhnen gebracht wurde, dann ist er erstochen worden. Seine Leiche lag auf dem Marktplatz in Kirbaty, Die evangelischen Pfarrer in Kukowen, Kreis Marggrabowa, und in S z i t t k e h m e n, Kreis Goldap, weigerten sich, den Russen Angaben über die Stellungen unserer Truppen zu uiachen. Sie wurden deshalb in den Mund geschossen. Der eine ist tot, der andere wurde schwer verwundet ohne Hoffnung auf Genesung in das Krankenhaus nach Goldap gebracht. In einem Dorfe im Kreise Pillkallen wurden Frauenund Kinder zusammen in ein Gehöft getrieben, die Hostore geschlossen und das Gehöft in Brand gesetzt. Erst als die Eingeschlosscnen in höchste Not und Bedrängnis gerieten, wurden die Tore geöffnet und die gequälten Leutü herauSgclassen, Aus dem Gutshofe in Szittkehmen wurde der alte Gutsbesitzer erschlagen. Die Witwe wurde genötigt, den Russen Speisen und Getränke zu bringen. Als alles aufgezehrt war, mußte sie in einer Gasse, die von russischen Soldaten init auf gepflanztem Bajonett gebildet worden war, Spießruten laufen und wurde dabei schwer verletzt. In einem Dorfe des Kreises Stallnpönen wurden unter öer unwahren Behauptung, daß aus dem Dorfe geschossen worden sei, eine Reihe von Bewohnern, darunter Frauen Und Kinder, nach vorheriger Marterung erschossen. Ebenso wurden in dem Dorf Schorellen im Kreise Pillkalien zehn Personen unter dem gleichen falschen Vorgehen niedergcmacht. Im Dorfe R a d z e n haben die russischen Soldaten fast alle Gebäude angezündet, so daß im dingen blick fast das ganze Dorf in Flammen aufging. Auf die unglücklichen Bewohner des Dorfes wurde mit Hieb- und Schußwaffen losgegangeu. Getötet wurden in diesem einen Dorf zwei Männer und acht Frauen; drei Männer werden vermißt. Aehnliche Vorfälle von Mord, Brand und Verwüstung werden ans zahlreichen Grenzorten gemeldet. Beim Mordbrennen gingen die Russen in der Weise vor, daß sic zunächst die D o m ä n e n g e h ö f t e als königliches Eigentum mit allen Vorräten nicderbraunten, dann die Güter Wegnahmen und darauf dieDörferanzündeten, Bis zum 15, August waren aus dem Gumbinner Bezirk sechs Domänen, aus dem Pillkaller Kreise allein über 15 D ö r f e r u n d Gü t e r n i e d e r gebrannt. Nach den vorliegenden Schilderungen sind die Russen bei diesen Mordbrennereien ganz systematisch vorgegangeu. Den Truppen zogen mit Zündmaterial ausgerüstete Brandkommandos voran, ivelche die Häuser mit in Petroleum getränkten Schwämmen versahen und dann Brand anleglen. Gewöhnlich wurden die Bewohner zuvor aufgefoichert, die Häuser zu verlassen. Mancher Kommandant ließ gelegentlich die Wohnhäuser stehen und beschränkte sich auf das Abbrennen der Ställe und Scheunen, Die Vernichtung der Dörfer wurde häusig unter dein Vorwände vorgenommen, daß aus ihnen geschossen worden sei. In Wirklichkeit ist dies niemals der Fast gewesen. Die in den westlichen Gouvernements garnisonierenden Truppen, besonders dos Gardekorps, scheinen im großen und ganzen di« Grundsätze des Völkerrechts eher beobachtet zu haben. Gelegentlich waruven solche Truppensührer, die bei früheren Durchzügen eine ihren Wünschen entsprechende Ausiiahme gesunden hatten, Pfarrer und Gutsbesitzer vor den Grausamkeiten ihrer eigenen später eintrefsenden Kameraden. Die Nüssen in Alle«stein. Berlin, 5, Sept, Einen Dag haben die Russen hier gehaust. Die Stadt sollte in Brand geschossen w erden. Man fand diesen Befehl bei einem russischen Flieger, der glücklicherweise bei Wartcnberg hcrabgcschossen wurde. Die russischen Truppen klagten, daß sie hungern müßten, Auch nsurdc ihnen gesagt, daß, wie schon Verwundete in Osterode mittcilten, es sich nur um Trupvenübungcn handle. Erst an der Grenze erhielten sie scharfe Munition, Zugleich meinten ihre Offiziere, in wenigen Tagen sind wir in Berlin, da können wir uns ausruhen, Nachdenr wir Kaiser Wilhelin gefangen genommen haben, kehren wir nach Hause zurück. Die Mehrzahl der Leute glaubte, daß von Allenstein nach Berlin n u r n o ch ein Katzensprung sei. Allenstein mußte gewaltig für die Verpflegung der Russen sorgen, wenn sie gleichwohl nur ein Viertel des Verlangten an Brot, Zucker, Mehl, Tee, Reis usw. austrieben. Die Russen hatten gerade 24 Stunden in der Stadt gelegen, da knallte es anverschiedenenEndcn, Die llnsrigcn rückten mit Hurra ein und es kam zu einigen blutigen Zusammenstößen auf der Straße, Es gab russischerseits Tote und Verwundete, die Mehrzahl wurde gefangen genommen. Verschiedene Soldaten hatten sich in die Häuser geflüchtet und mehrere schossen von dort aus. Wir holten von dort noch am letzten Sonntage einige aus den Verstecken hervor und nun trafen sie wirklich in Berlin ein. Nur anders wie sie sich vorgcstellt hatten und ohne den Kaiser Wilhelm gefangen zu nehmen! (Bcrl, Tagblatt,- Ein deutsch-russisches Abkommen. Petersburg, 5. Sept, (WTB.) Zwischen der russi- scheu und deutschen Regierung ist ein Abkommen getroffen worden, durch das den beiderseitigen Untertanen gestattet ivird, das feindliche Land zu verlassen. Diese Erlaubnis erstreckt sich auf Offiziere, sowie Personen zwischen 17 und 45 Jahren und auch Verdächtige nicht. Aus Schweden. Berlin, 6, Sept, (W, B.) Die „Norddeutsche Ml- gcmeinc Zeitung" teilt mit: Die schwedische Regierung hat die kürzlich erlassene Anordnung aufgehoben, wonach Deutsche nicht vhne besondere Erlaubnis schwedisches Gebiet betreten dürfen, Deutsche, die nach Schweden reisen wollen, müssen sich aber mit den nötigen Ausweispapieren versehen; denn nach einer neuen (Verordnung der schwedischen Regierung sind Ausländer, die nach Schweden kommen, verpflichtet, sich bei der zuständigen Polizeibelchrde anzumelden. Sie haben dabei ihren Namen, Beruf, Staatsangehörigkeit und Heimatort, sowie den Tag und Ort ihrer Geburt sowie ihren Aufenthaltsort in Schweden anzugeben. Aus der Schweiz erhalten lvir von einem Gießen er Landmann folgendt Mitteilungen: Nachdem Deutschland, Oesterreich und Frankreich Mobil- machung besohlen hatten, imißte mich die Schweiz zur Auirecht« crhaltnng der Neutralität die Grenzen besetzen. Da ein stehendes Heer nicht vorhanden war, siel der Grenzschutz der ersten Tage dem Landsturm der Grenzgebiete zu, jenen bärtigen Kriegern, , die das 40, Jahr überschritten haben, Wohl inanchem in jener ( auiaeregten Zeit aus der Schweizer Sommerfrische znrückreisen- reisenden Deutschen sind wohl diese Soldaten, die in Landsknecht- l Stellung mir anfgcpilanztem Bajonett die Balmböse bewachten, , noch in Erinnerirng, Da der Schweizer Wchrmann Uniform und ] Waffen nach der Uebung nach Hause nimmt, war es schon am 3, und 4. Mobilinachungstage möglich, jene wenig kriegstüch- * tigen Landsturm truppen durch gut geschulte »Auszug- und Land- t wchrregimenter zu ersetzen, ,'j i Die östliche Grenze gegen Deutschland wurde von Anfang , an nur schwach besetzt, da man einen Einmarsch deutscher Truh pen für ausgeschlossen hielt, dafür waren um so größere Trnvven- massen hinter der Grenze Bclsort—Basel im Jura und im Süden vereinigt, nm das Land vor Ueberraschungen ans dieser Seite » > zu schützen. Als General Ivurde Oberst Ulrich Wiste, ein sehr fähiger Offizier, der ganz aus der deutschen Schule hervorge- I ' gangen ist, ttotz dem Protest einer westlichen Stimme gewählt, I Weniger aut hat in der Schweiz die finanzielle Mobilmachung ■ funktioniert, Tie Banken ivaren schlecht vorbereitet und sür die ; abnormale Zeit zu wenig liauid. Dazu kam, daß die Bevölke- I j ruug durch die widersprechenden Siegesnwlduugen, die aus allen kriegführenden Staaten ohne jede Zensirr eingingen, ängstlicher I 1 wurde als sie es der Lage nach sein durfte. Von Anfang an standen die Sympathien der ganzen , deutschen Schweiz, sowie eines Teiles der französischen und italienischen Schweiz ans deutscher Seit«, Man fühlte, daß dieser Krieg ein Kampf um das Germanentum war, dem man selbst angehörte, Ast« jene kleinen Differenzen mit dem dcutsckien Nachbar, die immer ihren Ursprung in der wirtschaftlichen Kon- . kurrenz haben, waren mit einem Schlag verschwunden. Ms vollends ' der Telegrammwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren ! und dem König Georg bekannt wurde, ging eine Welle der ' Begeisterung für die hehre Gestalt des Kaisers durch die ganze 1 Schweiz, Unter dem Einstuß der fortwährenden Siegesmeldungen der * Havas-Agenttrr, die ohne jede Zensur hier eingehen, machte : sich eine Zelllang ein Geftihl der Angst breit, ob Deutschland ( auch wirstich den Feinden ringsum Meister werden könne. Heute « urtellt man nur noch uach dem stassischen Erklärungen des dcut- > scheu Generalauartiermeisters von Stein und versucht eventuell ' noch zwischen den Zellen der Veröffentlichungen des französtichen Gcneralstabes zu leien. Das Wort „Havas-Schnauzc" ist zu eiuc« » schweren Schimpfwort geworden. Die Kaiserin. Berlin, 6, Sept, (Nichtamtlich.) Die Kaiserin z ist heute vormfttag 8 Uhr 24 Min, vom Stetttner Bahn- '■> Hof nach Danzig abgereist, Unterstützungen sür Familien der im Felde Stehende». £ Berlin, 5. Sept, (WTB, Amtliche Die auf Grund der < Reichsgesetzc vom 28, Februar 1888 und 4, August 1914 zustehcnden Unterstützungen für Familien der in den Kriegsdienjt ii eingetrctenen Mannschaften tragen nicht, wie vielfach angenom- men wird, den Charakter von Armcnunterstntzungen, sondern cs sind Zuwendungen, die unbemittelten Angehörigen dieser Mann- t schasten gesetzlich zu gewähren sind. Es werden im Falle » der Bedürftigkeit gewährt: Für die Ehefrau in den Sonimcr- « Monaten bis ciuschließlich Oktober mindestens 9 Mk,, in den Mo- 1 naten November bis einschließlich Avril 12 Mk,, für die übrigoi i in Bettacht kommenden Personen, Kinder usw, inindeslcns 6 Mi, t monatlich. Die Unterstützungen werden lzalbmonatlich im vor- aus bezahlt. Die Untcrstützunqsauttäge sind von den Empsangs- bcrcckitigten bei der Gemeindebehörde, in Slädten beim Magisttat il des Aufenthaltsorts zu stellen, nx> ihnen auch jede wettere Mrs-- « kauft erteilt wird. Den Anträgen sind die Ausweise in Fanillüm- Unterstützmigs-AngelegenHellen, welckie sich an den Kriegsbeorde- rungen befinden und nach Abslempelung durch die Truppenteile nsw, den Empfangsberechttgten durch die Einberufenen zugehen, beizufügen. Die Angehörigen können sich auch an die zuständigen , Bezirkskommandos wegen Ausstellung von Bescheinigungen üofi den erfolgten Diensteintritt melden. Ist mich diese Bescheüm gung nicht alsbald zu beschaffen, so empfiehlt es sich, den Rat iind die Bcrinittlung der Genieindebehörde in Anspruch zu nehmen. Alrche und Schule. Die Krönung Benedikts XV. Rom, 6. Sept. (WDB. Nichtamtlich.) In der Sixtinischen Kapelle fand heute vormittag die feierliche Krönung des Papstes statt. Das beim Heiligen Stuhle beglaubigte diplomatische Korps, viele Vertreter von Souveränen, solche des Maltheserordens, des Ordens vom Heiligen Grabe sowie des römischen Patriziats und Abordnungen der Diözesen Genua, Pegli und Bologna sowie die Brüder und die Schwe- ster des Papstes wohnten der Feier bei. Au» Stadt und (onfti ©ie&en, 7. September 1914. bi ne Bitte der Feldpost an die Zurückgebliebenen! Bon einem höheren Feldpostbeamten wird uns geschrieben : Die Beschwerden über die „langsam arbeitende Feldpost" sind durchaus unbegründet. Die Feldpost arbeitet in diesem grossen Kriege mit Aufbietung aller Kräfte, was sie tut, wird erst später dankbar anerkannt werden. Die Verhältnisse in diesem Kriege sind aber gegen die Feldpost. Zunächst ist das Publikum schuld, daß sich bei den Sammelstellen für die Feldpost, bei den Feldpostämtern, so viele unbestellbare Sendungen einfinden. Fast keine Fcld- poslkartc ist vorschriftsmäßig ausgefüllt. Ein Beispiel für viele: „Musketier Lehmann, wahrscheinlich 5. Division, Kriegsschauplatz Frankreich." Nun soll die Feldpost den Adressaten suchen. Teilweise sind die Adressen unleserlich, miichestens aber ungenau. — Solange die Truppen aufmarschierten, konnte die Post an das Heer nicht bestellt werden, es sammelten sich in dieser Zeit schon Hunderttausende von Sendungen an, was nur daraus zu erklären ist. daß die Angehörigen sofort und täglich schreiben. Es muß gefordert werden, daß im allgemeinen aus der Heimat nur einmal wöchentlich geschrieben wird und daß die Adressen richtig ansgefüllt werden. Sonst wächst der Feldpost die Arbeit über den Kopf. Bier- und Ulkkartcn an die Soldaten sollten ganz unterbleiben. Der Uncingeweihtemacht sich kein Bild, wie schwierig die Arbeit der Feldpost ist. Es müssen genaue Listen über Truppenbewegungen geführt werden. Ost trifft die Feldpost die Truppe nicht nrehr an, denn in diesem Feldzuge marschieren die Truppen, daß keine Feldpost folgen kann. Am Bestimmungsort erfährt die Feldpost oft nicht den neuen Unterkunftsort oder ein Teil einer Truppe begleitet einen Transport in die Heimat. Die Sendungen werden an die nächste Etappe zurückgesandt. So kommt es oft, daß Briefe wochenlang umherirrcn. Kein Krieg hat der Feldpost solche Schwierigkeiten bereitet ivie dieser. Es gibt keinen Halt vor Festungen, ohne Aufenthalt gehen die Truppen weiter. Erst kommen Munitions- und Lebcnsmittelbagagen, dann erst die Feldpost. Schließlich noch eine Bitte: Man sende nicht zu viel Zigarren- und Schokoladenbriefe, keine zu dicken Briese, die fast schon Pakete sind. Es handelt sich draußen um M illio neu von Streitern, die Feldpost kann unmöglich ganze Eisenbahnwagen solcher Briefe bestellen Unsere Truppen leiden keine Not, im Westen erhalten sie alle Bedürfnisse geliefert, auch Zigarren und Tabak. Man tut besser, Liebesgaben den Truppenteilen zu überweisen, die die Verteilung selbst vornehmen. Die Feldpost soll in erster Linie dem Nachrichtcnverkehr dienen, ihn aufrecht zu erhalten, ist schon schwierig. Darum nicht so viele WO-Gramm-Briesc an die Feldtruppen, die diese Sendungen, wie die Dinge einmal liegen, vorläufig nicht erhalten können. Wie amtlich mitgetM wird, ist am 1. 'September in Frankreich ein Lastauto mit zahlreichen Postsäcken in Brand geraten. Es wird vermutet, daß der Brand durch Sendungen entstanden ist, die Zündhölzclwn enthielten. Es wird daher dringend ersucht, Zündwaren nicht zu versenden. Sie können durch Sturz, Reibung, Luftdruck usw. sich entzünden und für die im Felde stehenden Truppen Schaden anrichten. * Die Freilichtbühne in Kricgszeiten. Eine eigenartige Freude wurde am Sonntag den im Siechen- haus untergebrachtcn Verwundeten beredet, die einer Notiz vom vorigen Samstag zufolge „etrvas stiefmütterlich bebandclt werden". Um 2 Uhr versammelten sie sich auf der Waldbühne, wv sic in einer kurzen Ansprache als „liebe, junge Freunde" willkommen gedeihen wnrdcn, die auf dem Felde der Ehre mit dem Erp- feind die Waffen gekreuzt und dort ihr Lieben in die Schanzen geschlagen hätten. Die Begrüßungsworte schlossen mit einem drei- fadjnt Hoch auf das Vaterland, insbesondere auf das ruhmreiche deutsche Heer uird seinen obersten Kriegsherrn, S. M. den Kaiser. Dann folgten Borträge einer Reihe von Gedichten und Prosastücken ernsten und heiteren Inhalts, die zum Teil Bezug auf die Gegenwattsereigniye nahmen. Einige Damen und Herren hatten in dankenswerter Weise ihre Kunst in den Dienst der vaterländischen Sache gestellt. Der ihnen gezollte herzliche Beifall legte ein beredtes Zeugnis ab für den Widerhall, den die Darbietungen bei den andächtigen dankbaren Hörern gefunden hatten. — Herz und Gemüt kamen so auf ihre Kosten, nicht minder — der Magen: Luchen, Knchcn und nochniols Kucken, Kuchen in allen Gestatten, Farben und Abarten. Fm Nu waren alle Tische des einen Blockhauses mit leckeren Kuchen belegt, im nächsten „Nu" waren sic verschwunden, ckber — sieh da! — im dritten „Nu" waren sie wieder dutzendweis hiugezanbert usw. uiw.. ein beständiger Wcckx sel von Sein und Nichtsein, ein Schulbeispiel für die Unbeständigkeit alles Sckwnen und Guten. Ter Kaffee, den die Siechcnanstalt bereitwilligst zur Verfügung gestellt hatte, war ein würdiger Partner zu den Leckerbissen und den Zigarren, die von zarten Händen verabreicht wurden. Die vergnügten Gäste ließen es sich nicht nehmen, zwischendurch ihre Lieblingslicder zu schmettern, und einer unter ihnen, Herr SRI, der sich als beneidenswerter Gelegenhefts- rcdner cntpuovte — kein Wunder, ist er doch mit „Kölsch Wasser" getauft — dankte den Spender», insonderheit aber den Damen für dos Gebotene und bediente sich hierbei nicht unwitzig eines Wortspiels, insofern er meinte, daß heute die Damen das starke, und sie. die Verwundeten, das sckpvact>e Geschlecht seien: zum Schluß fordert? er seine Kameraden aus, möglichst ordnungsmäßig nach dem Siechenhaus zurückzugehen, damit sie „recht bald wieder ein- geladen" würden. — So etwas läßt sich die Frellicht-Bühnc nicht zweimal sagen: diese hat die Absicht, nächsten Donnerstag von 3 bis 5 Uhr eine ähnliche Veranstaltung wie die gestrige zu bieten. Die Sitzplätze sind für die Verwundeten bestimmt, das „Zivil", das den musikalisch«» und rezttatorischcn Vorträgen zuhören möchte, muß, da es in Kricgszeiten im Vergleich zum „Militär" selbstredend eine untergeordnete Rolle spielt, nrit Stehplätzen — natürlich bei freiem Eintritt — fürlieh nehmen, * " Ernennung. Die ©roßherzoqin bat den außer- etatSmätzigen außerordentlichen Professor Dr.-Jng. Waldemar Petersen zum ordentlichen Honorarprofessor an der Tech- iiischen Hochschule in Tarmstadt ernannt. '• Ordensverleihung. Die Grobherzogin hat dein evangelischen Pfarrer Kirchcnrat Karl Strack zu Leihgestern anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großinütigen verliehen. " Das Ehrenzeichen für Mitglieder frei- ivilligcr Feuerwehren wurde verliehen an Wilhelm Berg HL in Butzbach. " Ruhestands-Versetzung. Der Grob Herzog hat den Kaffenvorslebcr in der Hessisch-Prcubischcn Eisenbahn- gemeinschaft Christian Rapp z» Betzdorf auf sein Nachsiichen in den Niiheüand versetzt und »hin das Ritterkreuz 2 . Klaffe des Verdienstordens Philipps des Grob>n>>tigen verliehen. ' Aus dem Schuldienst. lieb ertragen wurde dem Lehrer Friedrich Eberle zu Michelnau, Kreis Büdingen, eine Lehrcrstclle an der Volksschule zu Langen, Kr. Offcnbach. ** Arbeiter-Fahrkarten. Die Kgl. Eisenbahndirektion teilt uns mit: Der jetzige Gcschästsgang in zahlreickwn industriellen und gewerblichen Unternehmungen hat Betricbscinschränkungcn und Einlegung von Feierschichten zur Folge gehabt, die es den Arbeitern vielfach unmöglich machen, die Arbeitcrkartcn in der bisherigen Weise zu benutzen. Um dieser Sachlage Rechnung zu tragen, haben wir folgende Erleichterungen ungeordnet: 1. Anstelle von Arbcitccw ochc »karten, die nur an 6 auscinander- solgcnden Arbeitstagen zwischen Wohnort und Arbeitsstelle gelten, können auf Wunsch für die Dauer von Betricbscinschiäiikungcn usw. Arbeiterrückfahrkarten vcrabsolgt werden. Für die Ausgabe dieser Karten ist die Bescheinigung des Arbeitgebers cr- sorderlich, daß die Arbeit an bestimmt zu bezeichnenden Tagen der Woche ruht. 2. Für Arbeiterrückfahrkarten, die bestimmungsgemäß nur: as am Tage nach einem Sonn- oder Festtage zur Fahrt vom Wohnort nach der Arbettsstelle oder b> ani Tage vor einem Sonn- und Festtage zur Fahrt von der Arbeitsstelle nach dem Wohnort gelöst werden dürsen, kann die Lösung und Benutzung auch an anderen als den vorgenannten Tagen gestattet werden. Auch hier ist die Bescheinigung des Arbeitgebers nöttg, an welchen Tagen der Woche die Arbeit ruht. Anträge ans Zulassung der Lösung und Benutzung von Arbeiterkarten sind an das zuständige Verkehrsamt (Frankfurt, Gießen, Limburg, Fulda' zu richten. ** Für die notleidend e Bevölkerung in Ostpreußen nimmt auch die Mitteldeutsche Creditbank hier Gaben entgegen. ** D i e Beschränkungen des Postverkehrs mit der Rhein Pfalz sind aufgehoben. Demnach werden ver- ichlossenc Postsendungen jeder Art, insbesondere auch Pakete, für Orte in der Rheinpfalz bei den Reichspostanstalten zur Besörderung wieder angenommen. ** Quetschckuche". Die Gemeinde Waldgirmes hat in den letzten Tagen für die Verwundeten des Reservelazaretts in Wetzlar 100 Zwetschenkuchen geschickt. Diese Sendung hat die größte Freude hervorgerusen. Doch hat die Lazarettleitung gebeten, etwaige weitere Kuchensendnngen vorher anzumeldcn, damit nicht an einem Tage zu viel, an einem anderen unter Umständen gar nichts da ist. Kreis Bübingen. t. AusdemKrciseBüdingen,6. Sept. Die Gemeind« B i n d s a ch s e n sca. 500 Einwohners im Kreise Büdingen brachte durch freiwillige Gaben zusammen: 1 Zentner Schinken und Wurstwaren, 176 Liter Milch, 57 große Laib Brot, zirka 1000 gekochte Eier, eine große Portton Wecke, Würfelzucker, Aepsel, Himbeersaft und Limonade. Die Gaben wurden in 2 Wagen nach Station Salmünster gebracht, um an die dort durchfahrenden Soldaten verteilt zu werden. Kreis Friedbcrg. L. Friedberg, 5. Sept. Heute machten 5 Oberprimaner ihre Maturitätsprüfung und eine Oberprimanerin. Mle 6 izaben bestanden. w. Bad-Nauheim, 6. Sept. Der Bade-Betrieb, Badekur und Trinkkur werden in der bisherigen Weise fortgesetzt, auch stehen alle anderen Kurmittel zur Verfügung. Zahlreiche Hotels und Pensionen bleiben den ganzen Winter über geöffnet. An Kurabgaben werden statt 25 Mk. nur 10 Mck, für jede weitere Person nur 5 Mk. erhoben. Starkcnburg und Rheiuhcssen. rm. D armstadt, 6. .Sept. Weitere französische Kriegsbeute traf gestern uird heute hier ein. Während am Samstag ein Sonderzug mit über 20 Wagen außer vier franzö- sischen Geschützen, 1 Automobil, zahlreichen Protzen auch große Mengen von Geschossen, aller Art für Infanterie und Artillerie, Schrapnells usw., ganze Wagen mit Geschirren und allem möglichen Matettal brachte, kamen heute wieder cttva 15 Geschütze mit Protzen und weiterer Munition aller Art an. Alles wurde im Artilleriedcpot untergebracht. ch. Ans R h e i n h c s s e n , 4. Sept. Die Aussichten für den kommenden Herbst haben sich in der letzten Zeit btt günstiger Witterung gebessert. Der Stand der Wttnberge und der Reben ist, obwohl säst keine Arbeiten vorgenommen werden konnten, recht zufriedenstellend. Die Trauben sind mttst ausgewachsen. Die Frühburgundcrtraubcn sind schon schwarz, wälwend die Färbung der Portugicsertraubcn noch ttnige Zeit in Anspruch nehmen wird. In den besseren und besten Lagen, besonders aber in Weinbergen mit leichteren Böden sind die wttßen Traubensorten bereits ivcich. Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 6. Sept. Ter Bürgermeister hat den Höchstpreis für K a r t o f f e l n aus 5 Pfennig das Pfund, im Zenttrer 4,50 Mk. festgesetzt. Darüber hinausgchende Forderungen werden mit Geldstrafen bis 3000 Mk. oder mit Gefängnis bis zu >/, Jahr bestraft. Unter Umständen wird die Verkaufsstelle geschlossen, uno der Vorrat zum festgesetzten Höchstpreise übernommen. Dieser Prtts ist durch Anschlag an jedermann sichtbarer Stelle im Verkaufsräume bekannt zu geben. Die Marktpreise für das Pfund Butter sind auf 1,10 bis 1,20 Mk., für Eier auf 9 Pfg. das Stück festgesetzt. Das Publikum wird gebeten, dem Bürgermeister von jeder höheren Prcissorderung Kenntnis zu geben. Hessen-Nassau. A Marburg, 5. Sept. Ju einer heute unter dem Vorsitze des Kgl. Landrats von Loewenstcin im Fürstenhaus abgehaltenen dringlichen Sitzung des Kreistages für den Kreis Marburg wurde einstimmig beschlossen, zur Unterstützung der Familien der in den Militärdienst getretenen Mannschaften ttn Darlehen in Höhe von 200 000 Mark aufzunehmen, h. Frankfurt». M., 7. Sept. Der Monumentalbau des neuen Polizeipräsidiums am Hohenzvllernplatz wurde heute sttuer Bestimmung übergeben. Der gewaltige Gebäudekomplex erhebt sich aus einer Grundftäche von Il5 000 Quadratmeter und ist das rnnfangrttchste Bauwerk Frankftirts. Er umschließ! bei einer Straßenfront von 105 Metern und inner Tiefe von 90 Metern drei große Lichthöie. Die gewaltige Länge des aus dem Erdgeschoß und drtt Stocttoecken bestehenden Baus wird durch die Dachkonstruktion und den 45 Meter Hohen Turn: in geschickter Werse ausgeglichen. Außer verschiedenen Wohnuugcn für Beamte, Nebenräumen und Sitzungssälen enthält da« neue Präsidium etwa 900 Räume für Bureauzwecke. Die Ausführung der Gebäude gruppe ettorderte etwa zwei Jahre und lag in den Händen des Regierungsbaumeisters P l i n k e. WTB. Eronberg, 5. Sevt. 'Nichtamtlich.) Prinz Friedrich von Helsen, der ältebe Sohn des Prinzen Friedrich Karl von Helsen, der mit de» H n » a u e r U l a n c n als Leutnant in de» Krieg zog, ist in Frankreich durch eine» Brustschutz verwundet worden. Sein Beftuden ist den Umständen »ach gut. ! Hanau, 4. Sept. Zur Unterstützung von Hanauer Familien der zum Heeresdienst ttngettetenen Mannschaften hat Fabrikant Dr. Heracus 10 000 Mk. gestiftet. Wtttere ansehnliche Beiträge sind in großer Zahl ttngcgangen. Der Opiersinn ist auch hier in Hanau erhebend. Amtlicher Wette rberiäuV Wctteraussichten in Hessen am Dienstag, den 3. Sept. 1914: Zunehmende Bewölkung, doch »och meist heiter uuv trocken, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Dir Einmütigkeit des Reichstags. WTB. Berlin, 6. Sept. (Amtlich.) Zu unserer gestrigen Meldung von einer Besprechung zwischen Bertreteril verschiedener Parteien des Reichstages über die Ergänzung unserer Seerüstungen ist folgendes zu bemerken: Die über diese Besprechung gemachten Mitteilungen lassen in erftculicher Teutlichkttt tteu festen Willen erkennen, mit der Deutschen Regierung in diesem Kriege aus- z u h a l t e n bis zum letzten und ihr alle, zu einer erfolgreichen Beendigung des Kampfes erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Angesichts der erhebenden Einmütigkeit, mit welcher der Reichstag am 4. August alle sttne Beschlüsse gefaßt bot. muß aber angenommen werden, daß es sich hier uni ttue Besprechung gehandelt hat, welche eine gemeinschaftliche Attion aller Parttten vorbereiten soll. Selbstverständlich werden die Verbündeten Regierungen, sowttt sic zur Fortführung des Krieges etwa noch weiterer gesetzlicher Vollmachten bedürfen sollten, was sich beute noch nicht übettelten läßt, es nicht unterlassen, dem Rttck)s- tag die erforderlichen Vorlagen zu machen. Der Angriff auf Nancy. Berlin, 7. Sept. Im „Lokalanzeiger" heißt es zu den neuen Meldungen vom westlichen Kriegsschauplatz: Der Angriff der deutschen Truppen auf Nancy ist die beste Antwort auf die Prahlerei Clcmcnceaus, daß es dem General Josfre gelungen sei, die Deutsche Armee zwischen Nancy und Paris einzuklemmen. Die „Krcuzzcitung" hält den Fall von Nancy für wichtiger, als den von Maubcuge. Nancy habe cine sehr bevorzugte Lage an der Meurthe und am Rhein— Marne-Kanal. Die Anwesenheit des obersten Kriegsherrn der Deutschen lasse darauf schließen, daß man auf die Eroberung der Festung großen Wert lege. 15 englische Fischerboote wcggenommcn. (WTB.) London, 6. Sept. (Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Pressebureau der Admiralität meldet: Ein deutsches Geschwader, bestehend aus zwei Kreuzern und vier Torpedobooten, hat 15 englische Fischerboote mit einer Ladung von Fischen in der Nordsee weggenommen und die Mannschaften und Fischer gefangen nach Wilhelmshaven gebracht. Der Kampf vor Paris. Berlin, 7. Sept. Wie das „Berliner Tageblatt" über Genf erfährt, sollen im Norden von Paris kleinere Kavallerie scharmützel stattgeftinden haben. Der Auszug der Pariser nimmt seinen Fortgang. Die Ahmmgcn der drei stindlichcn Mächte. Berlin, 7. Sept. Zu der Meldung über die Unterzeichnung einer Erklärung der Mächte des Dreiverbandes, keinen Ernzelfrieden im Laufe dieses Krieges abzusch ließen, sagt die „Vossische Zeitung": Das läßt erkennen,, welch tiefen Eindruck die bisherigen Kriegsereignisse bei allen drei Regierungen hervorgernfen haben, besonders natürlich bei der französischen, von der zweifellos die Anregung zur Errichtung der Friedensbedingungen ausgeigangen ist. — Die „Berliner Neuesten Nachrichten" sagen: England und Rußland scheinen zu befürchten, daß Frankreich unter der Wucht der Niederlagen sich bemüßigt fühlen könnte, so viel von seiner eigenen Haut zu retten, als noch übrig ist. — J>in „Vorwärts" heißt es: Der Beschluß bedeutet die Notwendigkeit, den militärischen Zwang gegen die drei Verbündeten gleichzeitig so ün- ividerstchlich zu gestalten, daß jeder Einzelne zum Frie- densschluß geneigt wird. Daß dadurch der Krieg länger werden kann, als wenn etwa Frankreich allein den Frieden schließen könnte, ist klar. Aber damit mußte von Anfang an gerechnet werden. WTB. London, 6. Sept. (Nichtamtl.) Der Minister des Aeußcrn und die Botschafter Frankreichs und Rußlands Unterzeichneten heute vormittag im Foreign Office eine Erklärung, welche besagt: Die Unterzeichneten, die von ihren Regierungen regelrecht autorisiert siiHi, geben folgende Erklärung ab: Die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und Rußlands verpflichten sich wechselseitig, keinen Einzelfrieden im Laufe dieses Krieges zu schließen. Die drei Regierungen kommen dahin überein, daß, falls es angebracht sei, den Friedenswortlaut zu diskutieren, keine der verbündeten Mächte Friedensbedingungen festsetzen kann, ohne vorheriges Uebcreinkommen mit jedem der beiden anderen Verbündeten. (Deni Inhalt nach schon durch eine Privatmeldung bekannt.) Keine Japaner gehen nach Europa. Berlin, 7. Sept. Laut „Lokalanzeiger" erklärte der japanische Gesandte in Swckholm die Meldung für durchaus salsch, daß Japan Trrwpcn nach Europa senden wolle. Japan habe nicht die Absicht, sttn Heer einer anderen Regierung zur Verfügimg zu stellen, weder in Europa noch anderswo. Aus Albanien. (WTB0 Bari, 6. Sept. (Nichtamtlich.) Im Sinne der mit der Stadtvettretung getroffenen Abmachungen sind am Samstag Mn 7*1 Uhr die Rebellen in Dnrazzo eingezogen. Bei der Brücke an der Straße nach Schiak fanden berttls gestern große Ansammlungen aus heu bcidetttttigen, vorher einander feindseligen Lagern statt, welche ^mte vorinittag noch lebhafter wurden. Gegen Mittag setzte sich ein Zug von mehreren tausend Bewaffneten unter Vorantragung der türkischen Fahne von der Brücke gegen die Stadt in Bewegung, wo der Zug um 7-1 Uhr eintraf. Aus dem Konak, wo sich der Mufti von Tirana befand, wurde unter großem Jubel der Anwesenden die türkisch« Flagge herausgehängt und sodann mehrere Ansprachen gehalten. Schließlich erklärte der Mufti von Tirana, der Konak werde nun geschlossen und in diesem Zustande verblttben, bis ein anderer Fürst komme. Bekanntmachung. B e t r.: Die Krttskasse Gießen. Für die Krttskasse Gießen ist bei dem Kaiserliche» Postscheck- amt Frankfurt a. M. das Postscheckkonto Nr. 9377 er- öffnet worden. Gießen, den 7. September 1914. Großherzogliches Krttsamt Gießen. Dr. Usiuger. AmtUcher Teil. i 5 Vekanntmachlmg. 55 c t r.: jWtaaiM von SScttiebSfluffcn iür Innbroivtfdwitliffie (Jtwdc. Aus 'Grund brr vom K. St'ricgdminiftecium im Anschluß an meine Verfügung vom 27. 8. 14 20 831, Ziffer 0 Kreisbiatt 9tr. 203) unter dem 25 8. 1t anfgesteltten Wrmtbmßc bestimme ick für den Bezirk XVIII. Armeekorps — mit Ausnahme des Vvei ttiigöbere chee ber Festungen Mainz und »boblenz — Nach strhrndcs: 1. Für Erviotioiiemotorc in landwirtschaftlichen, s! aatlichen unb Gemeinde- Betrieben hart bet unumgänglich notwendige Beiriebsstoit 'in Schux-rbcnmi ober Schwerbrnzol verabfolgt werben 2. Schwerbenzin ist eine Ware, vmt ber übersieben bis zu 100 Prozent nicht mehr als 13 Voi. Prozent, bis zu 160 Protz, nicht mehr als 85 Voi Prozent, Schwerbeirzot sind alle Bcnzoli^tcn, die von 120 Prozent an zu sieben beginnen. 3. "ln Na ckpwct s, baj; bas abzugebende Schwer benznr oder T ch w e r bc irnol ben angegebenen Debingungen entspricht, hak der abgebende Lieferant aui Verlangen ber sreigebenbett Stelle bitrck Attest einer behörblichett Untersndningsstelle ober eines ver eibeten Hairdeschamiiers zu führen. Die Prüfung ber Sorte hat nach Englcr'schcm Verfahren unter dreimaligem Zurückgehen um 10 Prozent zu erfolgen. 4. Die Ber abfolgnng dari mir gegen einen vom stellv. Gci'.cralkommemdo ansgestellten Freigabeschein (siehe Zifier 3, 4 unb 8 meiner Verfügung vom 27. 8 14) erfolgen. 5 Der Freigabeschein ist vom Verbrauchet beim stellv Generalkommando zu beantragen. Der Antrag mnh Menge unb Art bes erbetenen Betriebsstoffes und ben.Verwendungszweck enthalten. Anfserbem muh die Notwendigkeit des angeforberten Bedarfs für laubwirtschaftlickte Zwecke durch eine persönliche Anerkenntnis des LanbrateS (Kreisrates), ober der Lanbtvirtschasts- kammer, für staatliche und Gemeinde-Zwecke durch Slnerkenntnis des Regierunge-präsibenten ober der entsprechenden Verwaltungsbehörde bestätigt sein. 6. Jeder Lieferant, der Betriebsstoffe abgibt, l>ot nach Ziffer 8 der Verfügung vom 27. 8. 14 zu verfahren. 7. Tie gegenwärtig in landwirtschaftlickten Betrieben selbst beschlagnahmten Benzin- und Benzolmengen werden ohne Rücksicht aus ihre Beschaffenheit (vergl. Ziffer 2), aber unter Beachtung der bestehenden Bestimmungen hiermit freigegeben. Diese Freigabe läht sich jedoch nur dann ausrechterlsalten, wenn bie Inanspruchnahme sich in den mähigsten Grenzen hält. Sie wird ausgehoben, sobald der Verbrauch zu groh wird. Es liegt dalter im eigenen Interesse der Motorcnbeiitzer, wo angängig, anstatt des Benzins oder Benzols vermischt mit diesen auch andere Betriebsstoffe zu verwenden (Spiritus oder Leichtpetroleum). Die in letzter Zeit namentlich mit Spiritus (etwa 70 oder 80 Prozenti und Benzol (etwa 30 oder 20 Prozent) gemachten Versuche haben ein durckxuis günstiges Ergebnis gehabt, so dah viele Stellen bereits zum Spiritusbetrieb über- gegangen sind. Die mit der Verfügung vom 27. 8. 14 ausgegebene Anleitung für Vergasereinstellungen für Spiritus -Brenn- swff kann von Kraftwagen- und Motoren-Besitzern in der Benzin- freigabestelle des Generalkommandos, UntcrmainLri 19, Erdgeschoß links, empfangen werden. Frankfurt a M., den 4 September 1914. Der lommandierenbe General: Frhr. v. G a l l, General der Infanterie. Bekanntmachung. Den in Kraftwagen reifenden .Abgesandten (Kitriere) werden — besonders bet Nacht — Schwierigkeiten bet Benzinergänzungen gemacht Es ist im militärischen Interesse, dah der dcra*tiqe Noch richtendiwst rasch und ung h.we t öenftntten g Hk. All' G.-irni on- kommandos und Lrtspoli-eibehörden lwben den Abgesandten, die sich als iolcksc austoeisen, weitgehendste Unterstützung zu gewahrer. Militärische Posten und die Ortspolizei müssen unbedingt über Benzinempfangsstellen Auskunft geben können. Frankfurt a M., den 4. September 1914. Von seiten des Generalkommandos für ben Ches des Stabes M o v tz, Oberstleutnant. B e t r.: Die Einsendung der Mdeckereiverzeichnisse für den Monat August 1911. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Die Einsendung der Ahdeckereiverzeichnisse für den Mona! August 1914 loird in Erinnerung gebracht. Giehen, den 1. September 1914. Grohherzogliches Kreisamt Gießen. l)r. U s i n g e r. Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser unvergesslicher, guter Sohn, unser innigst geliebter Bruder, Schwager und Onkel Karl Klein, Dr. phil. Leutnant der Res. im Inf.-Reg. Kaiser Wilhelm Nr. 116, In tiefer Trauer: Aug. Klein und Familie. Giessen (Goethestr. 70), 7. September 1914. 9616) Von Kondolenzbesuchen bitte man abzu-ehen Da unsere Turnhalle während des Krieges der Miiitärocrwai- tung als Lazarett zur Verfügung gestellt ist, finden von jetzt ab die Turnstunde,i in der Turnhalle der Stadiknabenschule (Nord - Anlage) stntt und zwar für die aktiven Turner und Zöglinge vorläufig Donnerstags, abends 8 Ubr. Für die Schüter Mittwochs, nachmittags 6 Uhr. Wir bitten um zahlreichen Besuch 961111__Ter Vorstand. Bilanz ani 31 . Zannnr 1811 . Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser einziger geliebter Sohn, Hrnder und Schwager Paul Schieb bei der Leibkonipagnie im Infanterie-Reg. Kaiser Wilhelm II (2. Gro-sh. Hesi.) Nr. 116. Robert Schicli und Frau Alfred Klein u. Frau geb.Schich. Giessen, 7. September 1914. 9617 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen 9605] schweren Verlust sagt innigenDank i. N. der Hinterbliebenen: Elise Grünebaum geb. Stern. Die Verlobung meiner Tochter 4»rctc mit Herrn cand. mcd. Fritz Hoevcls zeige ich ergebenst an l'ran Prof. lax Ebel Wwe, Giessen, den 7. September 1914. MIM Verein ehern. 116er Gießen. Wir beschaffen für die Angehörigen aller »u den Fahnen gerusenen Kameraden, auch denjenigen, welche unsere», Vereine nicht angehöret,, den Winter bcdars an guten Svcisekartoffcln /,—8 Uhr, 690824.89 Aktiva. An ausgclichencu Kapitalien: a) gcg. Obligationen b) gegen Schuldfch. c) geg Güter kausgelder d) geg.Jmmob. 84834.71 e) geg.Wertpap. 15142.90 t) geg.Vorlagen 1143.30 Kassenvorrat 25700.79 Ansstände 14163.58 Mobilien 55.37 Verlust 831865,54 54841.45 886706.99 Passiva. J6 Für ansgenomm. Kapitalien 807003,99 Hypotheken 79703.— 886706.99 Stand der Mitglieder Ende 1912 . 59 In 1913 gingen zu..... 1 In 1913 gingen ab.....3 Daher Stand der Mitglieder Ende 1913 57 Lang-Göns, den 4. Septeniber 1914. Spar- nud Vctfjfriffc Laug Göns, Eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftung, I. Wagner, Leun, Direktor. Kontrolleur. Laut Beschluß der Generalversaiiiniluitg wird j der Verlust gedeckt a) durch Einziehung rückständiger j fälliger Mitgliederbeiträge im Betrage von j 1700.22 Mk, b) der verbleibende Rest von j 53141.23 Mk. durch Einzahlung der Mitglieder in der Weise, daß die nusscheidenden Mitglieder den auf sie entfallenden Anteil, die verbleibenden Mitglieder aber 100 Mk. mehr einzahlen. Diese Mehrzahlung von je 100 Mk. dient zur Neubildung des Reservefonds. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Konrad At. Müller. 9604 üeu Neu MmopS M. IN Ps. Sfllprfeit Strf. 5 Pf. ißiidrfliit Psd. 12 Pf. Bicbel Psd. 10 Pf. Jakob Materuus Tel. 537. Ecke Klinik- und Sraukfurter Str. 19567 Bekanntmachung. Wir suchen zum solortigeu Eintritt einen tüchtigen, zuverlässigen, möglichst verbeirateten Kraitwaacniiibrcr iür dauernde Stellung. Lobnaniorllchc unter BciMgung von Zeugnissen und Itngobc von Referenzen sind zu richten au die Direktion der Elektrizitätswerke und der Straffenbahn der Stadt Giehen. _ 9610D Pferdeversteigerung. Donnerstag, den 10. September 1914, vormittags 19 Nhr, sollen im Großh. Hofmarstalle dahier 2 ausrangierte Fahrpferde versteigert werden. Darmstadt, den 4. September 1914. 9002 D Grohherzogliches Hosmarstallamt. Riedesel Freiherr zu Eisenbach. $erfaui eines obfliiiiiiip Bitilci. Die Gemeinde Oppenrod beabsichtigt, einen Bullen zum Schlachten aus dem Wege schriftlichen Angebots zu verkaufen. Offerten, nicht auf Gewicht ausgedrückt, sind bis zum Freitag, den 11. l. M„ nachmittags 1 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Oppenrod einzureichen, wo die Oeffnung der Gebote stattfindet. Für Mängel jeglicher Art wird keine Gewährleistung übernommen. Weitere Bedingungen werden auf der Bürgermeisterei bekannt gegeben. Oppenrod, am 7. September 1914. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. Baiser. 9615 FDiM-Wohnung ver 1.0kl. i*. uevm. Anzulelien tiuvm. !0ß440 Z.roflo fo?Str.9. 3 Zimmer Ordentliches, zuverlässig^ Tienstniädchen für Küche „. Hg»8 alsbald gef. 19592; Stevliauttr. 421 TlIlijile3-,1iin.-Wohii.v». mieten. 'CG4S6I Wett-A nl 51II. 96961.3-Zi„,.-Wok». toi. oder spät, z. um. N.Schii tz cnitr.l!». Sdiöiic 3-,1iin.-Wöl|nuiiis z. 1. Oft. Marburger Str. 27 zu vermieten. |R619i Näheres Brauerei Jhring. Lick. Tienstmädchen zur Ausbilse gesucht. 19614''. Klinik für Hautkranke. 9i;o: Junges braue?- Dienftmädchett fofort gesucht. ScltcrSwcg «3, Im Laden. 0i>40i. 2-ei,»i-2Pot,u. zu veruiteten. Steitistranc 55. 06493ISch.2-Zini.-2P oll 11 . per l.Okt. m vcrm. Eichweg 7, Ecke Gros,er Sieiiiweg. I 2 Zimmer \ Werkmeister j Verschiedene | JÖofjüHiin 0 .4=5 Zimmern NI. Bad. 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