Nr. 208 Der «lehener Anzeiger erfchcint täglich, auüer Sonntags. - Beilagen: viermal möchenlllch Otetzeaer^gmIIienblatteri »wcnnal iuöchentl.Kreis= blatlfür-enUreirSieben (Dienstag nnd Freiings: zweimal monatl. Land- «irlschastllche Zcitfragen Fernsprech - Anschliisie: tür die Redaktion 112, Verlag >,. Expedition öl Adresse tue Depeschen: Nnzciger Kietzen. Annahme von Anzeigen tür die Tagcsnumincr bis vorniittagS 9 Ilhr. Erster Blatt \H. Zahrgang Samstag, 5. September 19M eneral-Anzeiger für Oberhessen Rofflfions&rnd nnö Verlag der vnihi'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und vruckerei: Zchulstratze 7. Bezugspreis: monatlichtöPf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pst: durch diePost Atk.2.— uicttel* jährst ausschl. Beste llg. Zeilenpreis: lokal I5Pf„ ausivärts 20 Psenniq. Lhesredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichts- saal": Karl Neurath; lür .Stadt und finnb': Kurt Bendt; für den Aiizeigentell: H. Beck. Reims ohne Rampf besetzt. - Die deutsche Siegesbeute. (WTB.) Trotzes Hauptquartier, 4. Sept. (Amtlich.) Reims ist ohne Kampf besetzt worden. Die Sieqesbeute der Armeen wird nur langsam bekannt. Die Truppen können sich bei ihrem schnellen Vormarsch nur wenig darum kümmern. Noch stehen Geschütze und Fahrzeuge im freien Felde verlassen da. Die Etappen Truppen müssen sie nach und nach sammeln. Bis jetzt har nur die Armee des Generalobersten v. B ü l o w genauere Angaben gemeldet. Bis Ende August hat sie 6 Fahnen, 233 schwere Geschütze, 116 Feldgeschütze. 79 Maschinengewehre und 166 Fahrzeuge erbeutet, 12 934 Gefangene gemacht. Im Osten meldet Generaloberst v. Hindcnburg den Abtransport von mehr als 90 690 unnerwundctcn 61 c f a n g c n c n. Das bedeutet die Vernichtung einer ganzen feindlichen Armee. Der Generalquartiermcistcr von Stein. Unsere Regierung lieferte den Idealismus für den jetzigen Krieg, indem sie sagte, daß wir für die Unabhängigkeit Belgiens eintreten mutzten. Bevor sie über diese Punkte ihre Fragen an Frankreick, und Deutschland stellte, mußte sie, da sie die militärischen Forderungen beider Staaten kannte, datz Frankreich befriedigend antworten werde und Deutschland nickt. Es war ern nettes Spiel der Heuchelei. So sind die Tatsachen des Falles. Es ist ein Krieg von Diplomaten von einem halben Dutzend Leuten ge m acht. Bis zu dein Augenblick, da die Gesandten zurückgerufen wurden, waren die Völker miteinander im Frieden. Sie hatten keinen Zwist miteinander, sie waren einander nicht übel gesinnt. Ein Dutzend Leute brachte Europa an den Rand des Abgrundes, und Europa kürzte hinein. Nun kann Sir Edward Grey Blaubücher schreiben so viel er will, er wird weder im eigenen Lande noch bei den neu- tralen Staaten damit Anklang finden. Deutsche Siege von der „Times" mitgeteilt! Reims, die Hauptstadt des Arrondissements Reims, ist umgeben von einem weiten Gürtel von Befestigungen, und Sitz der 12. Infanterie- und 5. Kavalleriedivision. Die Stadt bat 115000 Einwohner; sie hat bedeutende Industrie, besonders in der Textilbranche und in Schauniweincn. Zufällig fiel 1870 ihre Besetzung durch die Deutschen auch auf den 4. September. Die damals unbefestigte Stadt war vom 4 . bis 14. September Sitz des deutschen Hauptquartiers. Wir erhielten das vorstehende Telegramm gestern abend Um 9V- Uhr, und als wir es sogleich durch Aushang bekannt gaben, war die vaterländische Begeisterung groß. Reims ohne Kampf besetzt; das bedeutet, daß der Feind flüchtet, daß er den Widerstand mehr und mehr aufgibt. Wohin die französischen Truppen, die von unseren Nordhecren vertrieben werden, sich wenden, ist noch unbekannt. Ob bei den Franzosen noch ein einheitlicher Oberbefehl sich geltend macht, steht dahin. Ein Blick auf die Karte zeigt, wie bedenklich die Lage für unseren westlichen Nachbar ist. Die schnelle Verfolgung macht oll sein Besinnen und vlanmäßiges Handeln zu Nichte. Wir werden es in de» nächsten Tagen sehen, welche bestimmten : Absichten der deutsche Generalstab verfolgt. Die französischen Truppen an der Ostgrenzc Frankreichs sind in ihrem Rücken lbedroht! Das ist für die Gesamtlage doch noch wichtiger als Die Tatsache, daß deutsche Borhut schon etwa 40 Kilometer vor Paris steht. Der dortige Oberbefehlshaber will nunmehr, nach einem Aufruf an die Bevölkerung, seine Aufgabe „bis ans Ende" erfüllen. Seine Worte verraten keine großen! Hoffnungen. Daß bei dem schnellen unaufhaltsamen Vordringen der deutschen Nordhecre gleichwohl bisher Nachrichten über die jZahl der Gefangenen und die Größe der Kriegsbeute aus- geblieben sind, findet heute die allerbeste Erklärung. Es war mock, keine Zeit zum Zählen und Registrieren; die Etappen .truppen haben die Feststellungen zu machen. Daß Generaloberst von Bülow, der Sieger von St. Quentin, bis Ende August schon annähernd 13 000 Gefangene gemacht und 233 schwer' Geschütze crbculet hat, setzt die „neueste," Meldung mis Antwerpen, wonach die Deutschen bei St. Quentin eine Niederlage erlitten hätten, in ein seltsames Licht. Die Belgier lind nicht nur groß in rechtswidrigem Kämpfen aus dem 'Hinterhalt, sondern auch im Lügen. Erfreulicherweise wird der Welt heute durch eine amtliche deutsche Darlegung klar erwiesen, ivic gerecht und notwendig die harte Strafe für die Sladt Löwen war, über deren Vernichtung ebenfalls so schamlose Schwindeleien ins Ausland verbreitet wurden. Die französische Regierung, die bereits in Bordeaux eingetroffen ist, wo auch die großen Pariser Zcitimgen das neue Zelt ihrer Wirksamkeit aufgeschlagen haben sollen, hat bereits einen Kabinettsrat abgehalten, und dabei jotf vor allem die Frage der Verproviantierung besprochen worden sein. Das ist in der Tat eine höchst wichtige Frage. Da dkie französischen Heere in Elsaß-Lothringen Gefahr laufen, daß Ihnen von unseren in ihrem Rücken stehenden Truppen die Zufuhr abgeschnitten wird, wird vielleicht der Hunger das ,seinigc tun, um ein schnelles Ende herbcizuführen. Die englischen Hilfstruppen, soweit sie noch nicht, um mit Bismarck zu sprechen, verhaftet worden sind, wurden nun vor die Frage gestellt, ob sie die französische Haupt ,stadt verteidigen oder sich den Heeren im Felde anschlioßcn wollen. ES ist höchst bezeichnend, daß die dreiste Deutschen chasscrin, die „Times", auf einmal von deutschen Siegen meldet. Die ungetreue Wetterfahne hat anscheinend ihren (Halt verloren. Kein Wunder, denn nicht nur die deutschen .Siege blasen ihr ins Gewissen, auch im eigenen Lande wird die Kritik lauter. Der Führer der englischen Arbeiterpartei Ramsan Macdonald hat in einem langen Aufsatz, den ein holländisches Blatt widergibt, äußerst scharf gegen „das nette Spiel der Heuchelei" Sir Edwards Greys Stellung genommen. Bedeutungsvoll für unS ist folgender Satz dieses Engländers: Die „Unnachgiebigkcit" Deutschlands sei nicht bloß militärischer Hochmut gewesen, sondern _,,bie Haltung eines Landes, das in Schwierigkeiten kommt dadurch, daß es sieht, wie die Zeit das Gleichgewicht der Macht zu seinem Nachteil ausschlagen läßt." Mit andern Worten: England, das die Politik des Gleichgewichts der Mächte einfädelte, hat mit netter Heuchelei Europa an den Rand des Abgrundes gebracht. Macdonald stellt auch fest: Man wußte schon jahrelang, daß in einem Krieg zwischen Rußland nnd Frankreich einerseits und Deutschland andererseits die einzig mögliche Strategie für das deutsche Heer war, Frankreich rasch durch Belgien hin anzusallen und sich dann umzulehrcn und den Russen hie Stirn zu bieten. Berlin, 4. Sept. Der „Berliner Lok.-Anz." meldet ans Rotterdam: Der Berichterstatter der „Times" meldet über die letzten Operationen in Nordsrankreich: DaS Lwmme-Tal wurde aufgcgeben und Amiens ist in detlichen Händen. Nachdem ein blutiger Kamps geliefert und die Engländer aus La Fe re zurückgezogen waren, wurde dieses Fort von den Deutschen genommen. Der dreitägige Kampf bei Amiens erreichte seinen Höhepunkt in einem blutigen Treffen bei Morcuil, wobei der Erfolg wieder aus deutscher Seite war. Die Verbündeten zogen sich in guter Ordnung zurück. — „Daily Chronicle" meldet, daß deutsche Truppen sich schon bei Ereil gezeigt haben und sogar bei Sentis, so daß der Kanonendonner bereits in Paris zu vernehmen sein dürfte. bin Pariser Brief. Zürich, 4. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Ein Pariser Brief der „Züricher Neuen Zeitung" spricht von zahlreichen Truppennachschüben, und besonder- viel Artillerie nach Norden. Die Bevölkerung aus der Gegend von Valencien- n e s und Mau beuge sei kvpftos und habe selbst cmkom- mende Engländer für Preußen gehalten. Auch die Zeitungsberichte verinochtcn sie nicht zu beruhigen. Die Marschgeschwindigkeit der Deutschen jage Schrecken ein. Der Feldpostverkehr sei säumig und die Zensur streng. Soldaten erzählten, im Ober-Elsaß seien Territorialtruppen zurückgelassen, welche Befehl hätten, beim Vorgehen der Deutschen das Gebiet zu xäumen. Je weiter die Reisenden sich von Paris entfernten, Mi so fühlbarer wurde die Entspannung der Nerven, aber auch um so ohnmächtiger die Resignation, mit der sie ihrem künftigen Geschick entgegensehen. Die ihnen begegnenden Verivundetentransporte stimmten sie traurig. Die Soldaten seien vor Uebermüdung ausgemergelt. Eine heitere Note fehle vollständig. Die Soldaten sprechen mit größtem Respekt von den Deutschen, die ihren Offizieren bewunderungswürdig folgten. Die Maschinengewehre der Deutschen wirkten verheerend. Das Feldgrau sei vorzüglich. Der Gegner sei wie im Jahre 1870 überlegen. Die französische Artillerie sei erfolgreich!. Der Erfinder der Melinitpatrone, Ingenieur T ur pin, soll dem Kriegsminister ein neues Explosiv Wergeben haben, dessen furchtbare Wirkung alles bisher Dagewesene übertreffe. Fm BolkÄmunde spiele diese Bombe Turpins eine große Rolle und werde als künftiger „deus ex machina“ angesehen. — Der deutscheAusstellungspavillon in Lyon steht unberührt unter französischer Flagge da. Die Verteidigung von Paris. (WTB.^P a ris , 4. Sept. (Nichtamtlich.) (AgenceHav.) Nach einer amtlichen Mitteilung richtete General G o l l i e n i folgenden Aufruf an das Heer und die Bevölkerung von Paris: Die Mitglieder der Regierung der Republik haben Paris verlassen, um der nationalen Verteidigung einen neuen Antrieb zu geben. Ich habe den Auftrag erhalten, Paris gegen den Eindringling zu verteidigen. Diesen Auftrag werde ich bis zum Ende erfüllen. Der Kaiser auf dem Schlachtfelde. Berlin, 4. Sept. Als die große Schlacht gegen die vorstoßenden zehn französischen Armeekorps geschlagen wurde, litt es den Kaiser nicht mehr im Hauptquartier. Er eilte an die Front und übernachtete inmitten seiner Truppen auf dem Schlachtfelde. Am Sedantage trafen der Kaiser und der Kronprinz, wie gemeldet, bei Sorbey zu'rnrmen. Unter ungeheurem Jubel der Truppen, an denen der Kaiser vorüberfuhr, begab sich der 'Kaiser zum Königsgrenadierregiment Nr. 7, dessen Kommandeur Prinz Oskar ist. Es war ergreifend, als der Kaiser, während die nntergehende Sonne das Schlachtfeld beleuchtete und der Kanonendonner herüberdröhnte, an seine Grenadiere eine Ansprache hielt, die mit einem brausenden Hurra und dem Absingen der Bolks- hymne begeistert beantwortet wurde. Aus dem Elsaß. WTB. Straßb urg i E, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Ein katholischer Pfarrer in den Vogesen, von dem der „Elsässer" besonders hervorhebt, daß er durchaus nicht im Verdacht stehe, für französisches Wesen keine Sympathien zu haben, teilt dem genannten Blatte mit, die Franzosen hätten schon vor unserer Mobilmachung auf den Vogescnkämmen Schanzarbeiten vorgenommcn und zwar da lund dort auch ans deutschem Gebiet unter Anwendung von Betonarbeiten. Wenn sein Bericht den Tatsachen entspricht, dann kann die Behauptung, die Franzosen hätten den Krieg nicht gcivünscht, vielleicht auf die breiten Massen, aber auf keinen Fall auf die leitenden Kreise Anwendung finden. Ter Kommandierende General v. Deimling hat an den Bischof von Straßburg folgendes Schreiben gerichtet: „Ew. Eminenz beehre ich mich auf das gcsl. Schreiben vom 17. August ergebenst zu erwidern, daß Fälle, wonach sich Geistliche während der Kämpfe des 15. Armeekorps im Elsaß einer Unkorrcktheit schuldig gemacht hätten, mir nicht bekannt geworden siW." Von den Franzosen mitgenommen wurden dem „El- ässer" zufolge der Strafanstaltsinspektor Brockhaus in Ensisheim und der Krcishausinspcktor Troßbach in Alt- kirch; über ihren Verbleib ist bis heute noch nichts bekannt. Minen in der Nordsee. London, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Aus North- chields wird vom 2. September gemeldet: Heute nacht wurden der Kapitän und 2 Manu der Besatzung von dem schwedischen D a m p f e r „S t. Paul" gelandet, der auf eine Mine in der Nordsee aufgesahren war und sank. Der Kapitän und die Mannschaft Hatten gerade noch Zeit, die Rettungsboote klar zu niachcn. Sie wurde» von einem vor- beikommendcn Schiss ausgenommen und nach dem Tync gebracht. (Notiz des WTB.: Wie schon öfters erwähnt, kann es sich hier nicht um deutsche, sondern nur um englische Minen handeln.) Von unseren Tapferen. (DDP.) K o b u r g , 4. S:pt. Der frühere nationalliberale Reichstagsabgeordnete, Staatsrat Dr. Hermann Schwartz, der als Landwehrossizier ausgezogen war, ist in den Kämpfen an der Westgrenze schwer verwundet worden. (Beil. Lokalanz.) Die Schlachten der Oesterreicher. (W.T.B.l Wien, 4. Sept. Die Schlacht, die sich ach de« russischen Kriegsschauplatz« aus unserer Offensive entwickelte, har eine Entscheidung des Feldzuges noch nicht gebracht. Auf dem westlichen Flügel gegen den Feind vordringend, in Ostgalizien den vaterländischen Boden gegen einen überlegenen Feind Schritt für Schritt verteidigend, haben unsere Truppen allenthalben den alten Ruhm ihrer Tapferkeit gcrecht- sertigt nnd sehen den noch bevorstehenden ernsten Kämpfen mit Zuversicht entgegen. Eine Schilderung der mehrfachen Schlachten der vergangenen Woche muß. der Geschichte Vorbehalten bleiben. Gegenwärtig läßt sich der Verlaus der Ereignisse nur in großen Zügen angcben. Oestlich bei Kra s n i k, nach der dreitägigen Schlacht der siegreichen Armee des Generals Dan kl, begann am 25. August die zwischen dem Hnczwa und Wieprz dirigierte Armee Anfsenberg den Angriff ans die im Räume von Choliir gegen Süden vorgerückten feindlichen Kräfte. Hieraus entwickelte sich die Schlacht von Zamocz und Komarow. Am 28. August wurde das Eingreifen der über Belz mrd Uhnow hecangefühnen Truppen des Erzherzogs Josef Ferdinand fühlbar. Da an der Chaussee Zamocz—Kraznostaw verhältnismäßig schwache Kräfte nur gegen- twernanden, ronnren eryrblicbe Armecteile am 29. August auf dem Raume von Zamocz gegen Osten clnschwmken und gegen Czesnlki Vordringen. Dem gegenüber richtete der überall mit größter Tapferkeit und Hartnäckigkeit kämpfende Fernd seine heftigsten Anstrengungen gegen den Raum von Zamocz, Wohl in der Absicht, hier änrckMlstoßeii. Abends stand unsere Armee in der Linie Przewodow-Grodeg-Czesniki-Wielacza, wobei Czesniki^ ungefähr den Brennpunkt der Front bildete., Auf russischer Seite hatten neue, von Krylow und Grnbieszow herangesührte Kräfte eingcgrifsen. Am folgenden Tage setzte die Armee Anfsenberg die angebahnte Umfassung, der Feind seine Durchbruchsverstiche fort, die schließlich die eigene Front bis Labnnin und Tarnawatka znsammenbogen. Indessen vermochten sich die Truppen des Erzherzog- bis 'ait den Fahrweg Teletyn— Racsanie vorznarbeiten. Am 31. August schritt die Einkreisung des Feindes unter heftigsten Kämpfen fort, ittbem! auch von Norden her gegen Komarotv eingeschwenkt wurde, woher Koinarow bereits äußerst gefährdet, begannen die Russen den Rückzug gegen Krylow nnd Trnbicszow, weinten sich jedoch duock» Offensivstöße noch allen Richtungen, namentlich gegen die Truppen des Erzherzogs, gegen die drohende Umklammerung. Endlich, in den Nachmittagsstunden des l. September, wurde sicher, daß die Armee Anfsenberg, in >velcher Wiener Truppen mit außerordentlicher Zähigkest und Bravour gekämpft hatten, desgleichen eine voin General der Infanterie Borvevic geführte Truppe, endgültig gesiegt hatte. Komarow und hie Höhen südlich von Tyszowce wurden genominen. Der Erzherzog drang gegen Sparoje, Siele vor. Scharen von Geiangemn und zahlloscsK riege- material, darunter 200 Geschütze und viele Maschinengewehre steten in unsere Hände. Während dieser Kämpfe der Armee Anfsenberg hatte die Armee Dankt am 27. August eine zweite Schlacht bei Niedrzwica Du za geschlagen und weitere Teile unserer bisher über das westliche Weichseluser vorgegangenen Kräfte über diesen Fluß l.eraugezogcn. Diese ganz: Heeresgruppe drang in den folgenden Tagen bis nahe an Lublin heran. Gleichzeitig init diesen zitierten Ereignissen wurde mich in Ostgal izicn schwer gekämpft. Am 27. August stießen die zur Tlbwehr der dortigen weitaus überlegenen feindlichen Einbrüche bestimmten Kräfte ans der Linie Dnnajow—Bush aus den Gegner. Trotz des Erfolges des von Dnnajow her die Höhen weltlich von Pomorzann gewinnenden Kolonnen konnten die beiderseits der Zloczowcr Chaussee vorgehenden Armecteile gegen den namentlich in Artillerie weit überlegenen Feind nicht dnrch- driugen. Am 28. August setzten die Russen den Angriff aut die östlich von Lemberg kämpfenden Armecteile fort und am Nachmittag war ein Zirrückncbmcii hinter Guila itnd Liva iind den engeren Raum östlich und nördlich von Lemberg nicht zu umgehen, zumal auch innere südliche Flanke ans der Rickpnng Brzezany bedroht wurde. Die rückgängige Bewegung vollzog sich in voller Ordnung, ohne daß der offenbar gleichfalls sehr nrilgenommene Feind wesentlich nackchrängte. Am 29, August griffen die Russen aus der ganzer» Front aufs neue an und schaben ihre Kräfte aus den Raum nordöstlich Lemberg argen Süden Tags darauf zeigten sich diese Angriffe in größt« Heftigkeit. Insbesondere von Przemyslany und Firlejow her vernwchte der Feind immer neue Kftäste eiirzusetzen, denen gegenüber unsere Truppen nach vergeblichen Versuchen, sie durch die IDffenfitre neuer im Raume westlich Rohatyn versammelte Armeeteile zu entlasten, gegen Lemberg nnd Mrkolajow weichen mußten. Ju allen diesen Kämpfen erlitten unsere braven Truppen, hauptsächlich durch chic an Zahl weit überlegene und auch aus modernen feindlichen Geschützen feuernde feindliche Artillerie große Verluste. Indessen kaim gesagt werden, daß wir bis jetzt gegen etwa 40 russische Infanterie- und 11 Ka- vallerietruppendivisionen kämpften und zum mindesten die Hälfte dieser feindlichen Kräfte unter großen Verlusten znrückgeworfen haben Auf dem Balkankriegsschau Platze herrscht im allgemeinen Ruhe, und von den Höhen nordöstlich Bilek wurden dre Montenegriner abermals geworfen. — Am 1. September «rfdjten das Gros der französischen M'ittelmeer- flotte, bestehend aus 16 großen Einheiten, vor der Einfahrt des Boeche di Cattaro und beschoß ans säMerstein Kaliber Punto d'Ostro. Die Wirkung war kläglich. Drei Festungsartilleristen wurden Ieuf>t verwundet Ein Haus in der Nähe des Forts wurde zerstört. Nach der Kanonade dampften die feindlichen Schiffe wieder ab, 1 Der Stellvertreter des Generalstabschefs: von H ö f e r, Generalmajor, Die deutsche Skutariabtcilung in Wien. (WTB.) Wien, 4. Sept. Der Kommandant des Sku- tari-Tetachements Major Schneider äußerte eineni Redakteur der „Zeit" gegenüber über die Audienz der deutschen Offiziere beim Kaiser FranzJosef, die Offiziere seien von der Persönlichkeit des Kaisers geradezu begeistert gewesen. Der Kaiser habe sich besonders für die Kämpfe gegen die Serben interessiert. Die Offiziere hätten die außerordentliche körperliche und geistige Frische des Kaisers nicht genug bewundern können. Er sah aus wie ein Sechzig- jähriger, seine Stimme war klar und seine Augen hell und lebhaft. Der Kaiser habe den Offizieren Grüße an Kaiser Wilhelm anfgetragcn. Die Neutralität in den Häfen Italiens. (WTB.) Fiunie, 3.Sept. (Nichtamtlich.) Dem hiesigen Hafenamte wurde von italienischer Seite mitgeteilt, daß Kriegsschiffe in die Häfen Spezzia, Maddalena, Taranto, Brindisi und Venedig nur bei Tage und mit vorheriger Bewilligung, die sie mit Hilfe von drahtlosen Telegraphen von dem betreffenden Hasenkominando erwirken, cinfahren können. Ein Kriegsschiff, dem die Einfahrt gestattet ist, hat nach der Signalstatio» zu fahren und dort mindestens drei Meilen entfernt vom Ufer stehen zu bleiben und seine Flagge zu hissen. Die Signalstation verständigt von der Ankunft des Schiffe? den Hasenkommandantcn, welcher einen Marineoffizier auf das fremde Kriegsschiff entsendet. Die Abreise des Prinzen zu Wied. WTB. R o m, 4. Sept.Kleber die Abreise des Prinzen zu Died meldet die Agenzia Stefani aus Durazzo: Gestern morgen bei Tagesanbruch war die Stadt wegen der zahlreichen ?lbreisenden sehr belebt. Um 5 Uhr landeten italienische Döatrosen beim Königspalais. Um 6 Uhr 50 Min. verlieh der Prinz, beflecket von Turkhan Pascha und Akhif Pascha, dem diplomatischen Kärps und anderen, den Palast. Im Garten hatte sich der Kontrollausschuß versammelt und begrüßte den Prinzen, der sich einige Zeit mit seinen Mitgliedern unterhielt und sich dann zum Quai begab. Eine Kompagnie Gendarmen erwies die Ehrenbezeugungen. Der Garten des Palais war von den italienischen Matrosen und den rumänischen Freilvilligen vollkommen geräumt worden, die unverzüglich die Fahne auf dem Königspalast niederholten. Um 7.50 Uhr hißte das italienische Kriegsschiff „Mi- surata" die italienische Flagge und am Fockrnast die alba- nesische Flagge. Darmes ging es unter dem Salut der „Libm" in der Richtung nach Venedig in See längs der italienischen Küste. Der Prinz hat seine Machtbefugnisse dem Kontroll- ausschuh übertragen, was dem Volke bekannt gegeben wurde. (Nichtamtlich) (WTB.) W i e n , 4 . Sept. (Nichtamtlich.) Die Politische Korre- svondenz meldet: Wie von maßgebender Seite mitgetritt wird, erhält die Negierung unbeschadet des gegenwärtigen Krieges alle auf Albanien bezüglichen Bestimmungen der Londoner Botschafter- reunion aufrecht. Die Regierung ist insbesondere gesonnen, an der Neutralität Albaniens festzuhaltcn. Etivaige widerrecht- lichc Eingriffe der benachbarten Balkanstaaten in das durch die Beschlüsse Europas Albanien zugewiesene Territorium könnten daher unter keinen Umständen eine dauernde Besitzergreifung darstellen. Die Regierung beftndet sich auch in dieser Beziehung erfreulicherweise in vollster Uebereinstimmung mit den Absichten der italienischen Regierung. Gricchenlaud und die Türkei. Konstantinopel, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Das griechische Generalkonsulat ließ eine 'Kundmachung anschlagen, wodurch zehn Klassen Marinereservisten zu Manövern einberufen werden. Petersburg existiert nicht mehr! Wer das ist nickst etwa Schuld der bösen Deutschen, die Rußlands Hauptstadt bombardiert hätten. Tie Russen selbst haben das Werk voftbrackst durch einen — Federstrich Die offiziöse russische Telegraphenagentur meldet: Petersburg, 1. Sept. Aus kaiserlichen Befehl wird Petersburg künftig Petrograd genaimt werden. Das ist kein Scherz, sondern ein Ausfluß des Pan- slawisinuS, der das Moskolvitertum in diesem Kriege leitet. UnS Deutschen soll diese russische „Taufe" ein .Ansporn sein, unsererseits nicht nachzülassen in der Wstreiftmg alles überflüssigen Ausländertums, die jetzt so erfreulich eingesetzt lprt. Immer wollen vstr uns bewußt sein, daß wir Deutsckze sind, in all unserm Tun und Lassen, und wir können es heute mehr denn je mit berechtigtem großem Stolz. Unsere Feinde ittern vor den Deutschen, wie sollten wir da nicht gern ,md reudig unser Deutschtum auch überall bekennen und zeigen. Vor allem soll darum fiir uns „Petrograd" nach wie vor „Petersburg" bleiben. Was schert uns der Ukas des Zaren! Die ÄriegSsührung der Japaner. London, 4. Sept. (WTB.) „Daily Telegraph" zufolge bereiten sich die Japaner aus eine längereKriegs- dauer in Kiautschau vor. Sie wollen langsam und methodisch Vorgehen und Menschenmaterial möglichst sparen. Das Parlament werde die Kredite bewilligen, um die Heere bis zum nächsten Jahre in Schantung zu halte». Japanische Blätter bringen Alarmnachrichten aus .China. Im Jangtsetal stehe die Revolution bevor, die mit den Bestrebungen auf Wiedereinsetzung der Mandschn- Dynastie zusammenhänge. , ’ «, " . * , . Eine amtliche deutsche Darstellung über das Strafgericht von Löwen. Das deutsche Konsulat in Rotterdam hat dem „Nieuwe Rotterdamsche Courant" solgendes Telegramm des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten §u Berlin vom 30. August mitgeteilt: Tie Obrigkeit hatte die Stadt Löwen übergebcir. Montag, den 24. August, begann in Löwen das Einquartiereii der Truppen, und der Verkehr mit den Einwohnern wurde sreundschastlich. Dienstag, den 25. August, nachmittags, rückten aus den Bericht von einem zu erwartenden Ausfall die Truppen gegen Antwerpen aus. Der kommandierende General begab sich in einem Auto nach der Front. Bloß Abteilungen des Landwehrbatrillons Neuß für die Eisenbahnbewachung blieben zurück. Als der zweite Teil dcS GeneralkoininandoS dem kommandierenden General zu Pferd folgen ivollte und auf dem Markt antrat, armrde ans den rundum stehenden Häusern geschossen. Alle Pferde wurden getötet und fünf Offiziere verwundet, einer davon schwer. Zu gleicher Zeit wurde in ungefähr 10 anderen Stadtteilen geschossen, ebenso auf Soldat-n die gerade an, Bahnhof angekommen waren, und auf ci icn mrkommcnden Militärzug. An einem vorher verabredeten Zusammengehen mir dem Ausfall aus Antwerpen ist nicht zu zwei sc ln. Zwei Priester waren bei der Verteilung von Patronen zugegen. Der Straßenkampf dauerte bis Mittwoch, den 26. August, nachmittags, too es der inzwischen angekommenen Verstärkung gelang, Herr der Situaftou zu werden. Die Stadt und die nördliche Vorstadt staicheu an verschiedenen Orten in !Brand und sind jetzt wahrscheinlich abgebrannt. Von der belgischen Regierung war dieser allgemeine Volksaufstand gegen den anrückenden Feind schon lange vorbereitet; Wasfendepots waren eingerichtet, in denen >edes Gewehr mit dem Namen des Bürgers versehen war, der damit bewaffnet werden sollte. Ein spontaner Volksaufstand ist auf das Verlangen einig« kleiner Staaten auf der Haager Konferenz als völkerrechtlich angenommen tvorden, wenn die Waffen sichtbar getragen und die Kriegsgesetze befolgt werden, doch bloß, wenn eö gilt, einem heranziehenden Feind eittgegenzurückcu. In diesem Fall hatte die Stadt sich aber bereitet übergeben und die Bevölkerung dadurch also von weiterem Widerstand abgesehen: die Stadt war durch unsere Truppen bereits besetzt. Trotzdem siel die Bevölkerung die Besatzung und die ankommeriden Truppen, welche durch eine anscheinend freundliche Haltung irrcgeführt, in Zügen und Autos ankamen, von allen Seiten m> und cs wurde ern mörderisches Feuer aus sie eröffnet. Das war also keine erlaubte Kriegslist, sondern eine verräterische Ueberrumpelung durch die bürg« liebe Bevölkerung, ein umso verwerflich« Ueberfall, als dieser früh« schon vereinbart war uich gleichzeitig mit dem Alussall aus Antwerpen statthaben sollte. Tie Waffen wurden nicht sichtbar getragen, Frauen und junge Mädchen nahnicn an dem Gefecht teil und stachen den Verwundeten die Augen aus. DaS barbari>ck?e Auftreten d« belgisckwn Bevölkerung in fast allen von uns besetzten Teilen des Landes hat uns nicht allein das Recht zu strengen Maßregeln gegeben, sondern uns im Interesse der Sclbste-Haltung dam gezwungen. Der intenilveWiderstand der Bcvölk«ung geht auch daraus hervor, daß in Löwen mehr als 24 Stunden zur Unterdrückimg des Aufstaiches Nötrg waren. Daß bei Viesen Gefechten ein groß« Teil d« Stadt zerstört worden ist, tut uns selbst leid: solche Folgen lagen selbstredend nicht in unser« Absicht, können ab« bei dem schäiMiäwn gegen uns geführten Franktireur-Krieg nicht vermieden werden. Wer den gutmütigen Charakter uirs«er Truppen kennt, wird nicht iip Ernst belzaupten können, daß sie zu unnötig« od« sogar mutwilliger Vernichtung geneigt seien. Die ganze Verantwortung für da§ Geschehene trägt die b e I g i l ch e B c v ö l ke r u n g , die sich selbst außerhalb von Recht und Gesetz gestellt, und die belgische Negierung, die mit verbrecherischer Leichtfertigkeit die Bevölkerung mit Anweisungen dem Völkerrecht zum Trotz verscben und zu Widerstand angetrieben hat und die auch nach unseren «ncuten Warnungen nach dem Fall Lüttichs nichts getan hat, mn sie zu einem friedlicheren Verhalten anzuspornen. Au» Stadt r?nd Land. Gießen, 5. September 4944. **DerGroßhcrzogbcidenTruppen. D« Großherzog hat nach Mitteilung d« „D. Ztg." den bisherigen Gefechten am Kriegsschauplatz bei dem Generalkommando deS Arnree- korp? beigewohnt. Wiederholt hatten die hessischen Truppen dir Freude, ihren Landesherrn zu sehen, der hierbei seine Genugtuung über das gute Aussehen, den vortrefflichen Geist und die außerordentlichen Leistungen der hessischen Regiment« in Gefechten und Märschen zu erkennen gab. Besond«s befriedigt war der Großhcrzog auch von der hohen Anerkennung, die uns«en hessischen Truppen von ihren Dienstvorgesetzten zuteil wurde. Soweit es bei dem raschen Fortschreiten der milftärischen Operationen irgend möglich war, hat der Großherzog hie Verwundeten in den Feldlazaretten besucht und sich davon überzeugt, daß sie gut versorgt werden. ** Dem stell». Generalkommando des 18. Armeekorps gehen, wie uns von dort geschrieben wird, in letzt« Zeit derartig viele persönliche Gesuche, Briese in dienstlichen und privaten Angelegenheiten, sowie Zuschriften all« Art über patriotische Wünsche und Erfindimgen, unter Uebergehwrg d« vorge- schricbencn und üblichen Zwischenbehörden zu, daß cs trotz «heb- lichcr Vermehrung des bis zum äußersten angespannten Personals nicht mehr imstande ist, diese Eingaben selbst zu beantworten. Derartige a» das Generalkommando gelangeirden Zuschriften werden daher fortan ansnahmcklos zunächst d« betr. Zwischen- behörde erster Instanz zur Prüfung, und, falls angängig, zur Entscheidung, andernfalls zum Bericht übersandt werden. Hierdurch entsteht für die betr. Briefschreib« zweifellos ein erheblicher Zeitverlust, bevor sie einen Bescheid erhalten können. Da es sich aber in d« überwiegenden Mehrzahl der Fälle um solch« Angelegenheiten handelt, welche im Wirkimgskreis d« Zwischen- bchörde liegen und von diesen vollgültig entschieden werden können, so liegt es im eigenen Interesse d« betr. Briesstell«, daß sie ihre Eingaben an diese Behörden und nicht an das General kom- mando richten. Ein Gleiches gilt für das persönliche Anbringen von Gesuchen. Bezüglich der zahlreichen ohne Na.inensnnt«schrift eingehenden Briefe wird deiner kt, daß sie ausnasmislos in den Papierkorb wandern. " A u s k » „ s t über die tn <8 iebe » un t e r g e b r a ch t e» Verwundeten. Ter Herr Oberbürgermeister teilt »nS mit, daß ani Beraniasiung des Reservelozarelt-TireklorS Tr. Siegert eine Liste sämtlicher in der Stadt Gießen unter- gebrachter Verwundeter anigelegl wird. Die Lifte liegt im Stadthaus, Gartenstrabe 2, Zimmer Nr. 2, täglich von 7 Ubr vormittags bis 40 llhr abends offen. Daselbst wird auch schriftlich und mündlich Auskunft erteilt. ** Liebesgaben für die Lazarette. Der wiederholt geäußerten Bitte um Blumenspenden und Liebesgaben für die Lazarette ist in dankensiverterweisc entsprochen worden. Es wird uns aber mitgetcilt, daß die im Siech e n h a u s untergebrachten Verwundeten etwas st i e f m ü t t c r - li ch behandelt werden Dies wag seinen Grund in der Abgelegenheit des Siechenhauses und auch darin haben, daß nicht allgemein bekannt ist, daß dort auch Verwundete verpflegt werden. Wir bitten deshalb, auch das Siechenhaus mit Blumen und sonstigen Liebesgaben zu bedenken. Ein großer Teil d« Berimindetcn im Sicchcn- haus stammt aus Bauern. ** Der Bücherei für Verwundete haben ivciterc Spenden zugewcndel: Prof. Leuterl, Prof. Schlesing«, Frl. Tippet, die Lehrerbücherei, Stud. Leib, Frau Neumetcr, Landgerichttrar Wiener, Direktor Stolte, Hauptmann Locher, Prof. Müll«, FÜvr Pros. Kaiser, Frau Sundhcim, Regierungsrat Platz, Frau A. Petri, Frl. A. Horst, Herr C. Steinhause», Gärtner Dictz, Landwirt Dümichen, Frau Äeheimrat KretsäMar, Kaufmann Wörn«, Hotel Großtzwzog, H«r M. Kann, Frau Ch. Fronhäus«, Rewamtmann Löeimar, Buchbind« Nicht«, Lehrer Lindcnstruth, Frll A- Müller, Frau Bergrat Danneberg, Frl. Sand«, H«r Karl Horn, Frau Pros. Messer, Tierarzt Bär, Frau Kraft, Frl. Dittmar, Herr Alfred Bocl, Oberpoimssistent Herget, Frau von Eisenhart, stud. Phil. W. Bock, Frau Ritzel, Herr Schulhof, He« Univ«sitäls^ sekretärc Erle, Prof. Hübner, He« Dosch, Bankdirektor Herzog, Herr Keßler, Prof. Markert, Herr Reich«t, Geh. Hofrat Hansen, sperr Rentner Heil, Buchbindermcist« Richter, He« Prokurist Zander, Herr Heinr. Noll, Rechtsanwalt Elsoff«, Dr. Lelmert. He« Dcbus, Herr B. Blumenthal, Frau Müller, H«r Vcrlags- buchhändler Töpelmann, Prof. Kalbsleisch, Frau Direktor Martin, Herr Herrmann, Buchhändler Haustein, He« Aug. Kilbingrr' Pros. Gunkel, Ob«verwalter Erb (Swckhausen), Frau Möhl, Kommerzienrat Gcorgi, Frau Meißner, Frl. von Rügen, Frau Stiel, Rcchtskonsickent Sivvel, Frau Obertclegraphmassistent Vogt, Karl Krause, Frl. M. Löber, H«r Horst, Frau Weidhardt, Archftekt Nold, He« Hempel, Frau Zurbuch, Frl. Ch. T«ib«, He« C. Ohler, Herr Cohn, Frau Stern. He« Klifsmüllcr, He« Zurbuch^ Frau Stern, Spengler Dahmcr, OberbahnassisteM B«gmann, Herr Wagner, Frau Regierungsrat Buching«, GesellschaitSverem Herr Waldschmidt, Direktor Dr. Schnell, H«r R. Lauge, Dr. Kracke, Stadt-Bautechniker Allvater, Frl. Hedwig Bähr, Herr Leuning, He« Grünstein, He« R. Lange, He« Herzb«g«, Pros. Engel, L. und El. Groß, Buchhändl« Schneider, He« R. Stuhl, Frau Oberpvstaisistcut Lvtz, Frl. M. Feder, Frau Kißn«, Herr Ritzert, He« Bang, Herr Weberling, Frl. M. Kreut«, Herr Schneider, Frl. Hasfelbaum, Herr Pfecsier, Hc« Bau«, He« Reit, Herr Aug. Greb, Rechtsanwalt Leun, Frl. E. Tha«, F-rrm Stein«, Frau Leyerzaps. Sämtlichen Klimken uaid bis K&t n, Bewacht kommenden Lazaretten sind Irunnrehr größere Rethen vm, Büchern mtb Zeitschriften jugtnnejot wvrdeu. **Die Deutsche Zentrale fiir KriegsErefe- rungen von Tabakfabrikaten «Sitz Minden (Wests.) teilt uns aus Anfrage solgendes zur Kenntnisnahme der Interessenten mit: Die Deutsche Zentrale für Kriegslieferungen von Tabakfabrikaten mnsaßt in ihren drei Abtei, langen die deutsche Zigarrenindustrie, die deutsche Rancho, Kau- und Schinipftabakfabrikafton und die deuffche Zrgaret. tenindustrie. Sic ist begründet worden zu dem Zwecke, eine inöglichst gleichniäßige Beschäfftgung der Arbeiter durch die Verteilung der Aufträge an die Fabrikanten zu gewährl^oh und stellt somit den nationalwirtschaftlichcn und sozialen Ge-, danken der Arbeitersürsorge in den Vordergrund. Dabei sog gleicherzeit erreicht werden, daß unserem Heere und nrrserai Marine ein gutes preiswertes Fabrikat geliefert wird. Bei dieser Organisation hat es sich als nicht möglich heraus» gestellt, den Zwischenhandel miteinzubeziehen. Es fehlt dafür! sowohl an einem Maßstab für die Beteiligung, als auch würde dabei der grundlegende Gedanke der Arbeitsvertei^ lung im Interesse der Arbeiter beeinträchftgt, wenn nicht durchbrochen werden, und es würde schließlich auch eine unnötige Verteuerung der Fabrikate eintreten. Aus diesen Oöründen ließ sich die Einbeziehung des Handels in unserr Organisation nicht erinöglichen. Durch die Einkäufe des Publikunts ivährend des Krieges an Liebeszigarren usw. und für Feldpostsendungen wird der Händel an der Versorgung unserer Krieger mit Tabakfabrikaten sicherlich wesentlich mi§ beteiligt bleiben. ** Vereins-Spende. Der Reichs v erbawb deutscher Lokomotivführer stellte dem Roten Kreuz sein Erholungsheim und 5000 Mk. aus der Vereinskasse zur Ber« sügung. — Eine von dem Vorstand des Reichsvecbandes ang«egte Sammlung ergab in twr Ortsgruppe Gießen die Summe von 632 Mark. ** Kriegs-Kindergarten. Es wird uns mitgeteill,! daß die im Kindergarten im Physikalischen Institut in der Stcphanstraße untergebrachten Kinder cher Führung von mrd nach ihrer Wolmung entbehren, so daß sie der Gefahr eines Unfalles oder des Veri«cns auSgesetzt sind. Hi« könnten ältere Schulkind« helfen, indem sie nachmittags um 5 Uhr die Kleinen abholen und nach Hause bringen. ** Bürgervcrein, Wiederholt ist aus Mitgliederfteisen an den Vorstand des Bürgervercins das Ersuckien g«iä>tet worden, in der jetzigen unrulngen Zeit wöchentlich ein- oder zweimal Gelcczenheit zu geben jj» zwangloser Aussprache über die wichtigsten Tagesereignisse, insbesond«e auch üb« die wirffchaftlichcn Verhältnisse. Der Vorstand glaubt, diesem Ansinnen entsprechen zu sollen, da tatsächlich jetzt mehr als zu and«en Zeiten sich das Bedürfnis nach eng«em Zusammenschluß fühlbar macht. Demgemäß werden von jetzt ab regelmäßig im Anzeigenteil dieses Blattes in zwangloser Reilzensolge Gasthäus« von Vereinsmitgliedcrn in verschiedenen Stadtteilen sür den gedachten Zweck bckanirtgegeben. (Siehe den Anzeigerileii d. Bl.) ** Postanweisungen nach den deutschen Postanstalten in der Türkei lverden vorläufig nicht mehr angenommen. 1 ** Kaufmännisches Einignngsamt Gießen. Wie anS dem Anzeigenteil «sichtlich, hat die Handelskammer ein Einignngsamt mit dem Sitze in Gießen «richtet, dessen Ausgabe es sein soll, unter Vermeidung der Anrufung des Gerichts dem Ausgleich der Interessen von Gläubig« und Schuld»«, sofem einer derselben seinen Wohnsitz im Handelskammerbezirk hat, in der durch den Krieg 'hervorgerusenen Krisis zu dienen. Das Einignngsamt stellt sich auch den Gewerbetreibenden im Kammerbczirk zur Versügung. ** Union-Theater (Seltttsweg 84). Im Mittelpunkt des heute beginnenden Progranrms steht ein dreiakttges, „Das amerikanische Duell" betiteltet Drama, durch das int«ess die Chefiodaktenre der biescgen Zeitungen haberr an die Bevölkerung einen Anfrus «lassen, in welchem darauf bingewiesen wird, daß rmier dem übnioälttgenden Eindruck d« deusichen und öst«reicknich«:n Siege im Osten und Westen überall die Theater Ivied« eröffnet jo.-rdm, voraitgehend die prmssischen Hostheat«. Auch die Darnrstädter Hosbühne ball nicht zurückbleiben. Das Hostheater habe mit der Wiederaufnahme der Vorstellung«! eine hohe künstlerffche Aufgabe, ab« zugleich eine im büchst«i Maße vmannoorttmgsvolle, soziale Pflicht gegenüber d« Eristenz sein« Mitglied« zu «stillen. '-Der Auftui wendet sich an alle Mitbürger um Anmeldung ihrer Abonnements be, der ird uns mitgeleilt, dali bisher nur drei Verwundete und lein oter in Atzbach zu verzeichne» sind. Dcssen-Nassau. d. F r a n k i u r t a. M., 4. Seot. Als ein Zeichen der ge- esserten wirtschaitlichen Lage jst eS an,„sehen, das; die Adler- i»rkc ihren Betrieb wieder in vollen, Umfang« auigcnoininen aben. Auch andere Geschäfte und Werke, di« an'angs Entlassimgeii ornahnien, lassen wieder in der bisherigen Weise arbeiten. m. Neustadt, 4. Seht. Unter den vom deutschen Skutari- letachenient vom Kaiser Frau, Joseph ausgezeichneten Soldaten esindet sich auch ein Kind unserer Stadt, der Sergeant Eugen Unser, dem die silberne Tapserkeitsmedaille erster Klasse verliehen inrde. Kassel, 4. Sept. DieStadtverordnetenversamm- ung nahm einstimmig den Vorschlag des Magistrats an, dem Generalobersten v. Seeringen das Ehrenbürgerrecht der Stadt u verleihen. Generaloberst v. Seeringen entstammt einer in Seifen ingewanderten Familie, ist in Kassel gehören und hat hier seine lugend verlebt. Als Kommandant der hiesigen 22. Division st er der Kasseler Bevölkerung bekannt geworden. Gietzener Strafkammer. Gießen, 4. Sept. Zn rückgewiesen niwe die Berufung des Arbeiters Johann Phil. Sch. zu Gießen egen das Urteil des Schöffengerichts Gießen vom 10. Juli 1914, as ihn wegen Beleidigung und Körperverletzung zu einer Gesamt- esängnisstrare von 15 Tagen verurteilt hatte. Er hatte einen Mit- rbciter „Schlammbeißer und Pollock" beschimpft und ihm einen wlzhammer ins Gesicht geworfen. Ein ungetreuer Angestellter »r der Kaufmann Albert M in Frankfurt a. M, der bei einem Aühlenbesitzcr in Großen-Lindcn als Reisender mit Inkassovollmacht angestellt war. Er benutzte diese Vollmacht dazu, nach und ach Gelder bis zum Betrage von über 5500 Mk. zu unterschlagen, has Geld will er in Frankfurt a. M. zu Wetten bei Pferderennen nrckgebracht haben. Das Gericht verurteilte ihn wegen Verqehens S. der ,eren Arbeiter ohne Veranlassung mit der Faust blutig geschlagen wt. Das Schöffengericht Halle ihn zu 2 Wochen Gefängnis ver- irdeilt. Auf seine Berufung wurden heute mehrere Zeugen ver- lommen und die Sache weiter aufgeklärt. Mit Rücksicht darauf, mß Angeklagter schon mehrfach wegen Roheilsdelikten verurteilt vorden ist und seine Tat als eine rohe darstellt, wurde die Strafe >urch das Gericht erhöht. 9 Monate Gefängnis rhielt der russische Arbeiter Joses A., zuletzt in Lich, weil er dort ine Baubude erbrochen unb daraus einen Rucksack und einen Gürtel ntwendet hat. vermischte». * Gewerkschaftliche Fürsorge Der Vorstand des eutschen Buchdruckerverbandes, ein« der bestsundiecien unter den :cien Gewerkschaften Deutschlands, rechnet nach vorläufiger Ab- hätzung mit einer Ausgabe von 4 bis 5 Millionen Mark für ie Unterstützung ihrer «rrbeitslosen Mitglieder. Bon einer am 5. August mitgenommenen Statistik wurden 59 000 Mitglieder ivn insgesamt 70000t ersaßt Bis zum genannten Zeitpunkte >aren 11 510 Verbandsmitglieder zum Heeresdienst cinberufen, rbeitslos waren am gleichen Termin 14 952 Mitglieder und ei verkürzter Arbeitszeit wurden 6825 Mitglieder beschäftigt, leben den arbeitslosen erfordern die Unterstützung kranker Mitlieder (19081 uiib Invaliden (1025) gewaltige Summen. Die lnterstützungseinrichtunqcn des Verbandes erweisen sich in diesen chweren Zeiten als ein Degen für seine Mitglieder und im 'eiteren auch für das Wirtschaftsleben des Vaterlandes. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentliche Wetterdien st st elle Gießen. Wcttcraiissichtcn in Sesscn am Somitaa, den 8. Sept. iSlli liter und trocken, nachts kühl, Winde aus östlichen Richtungen. Letzte Nachrichten. Tentsche Preffestimmen. Berlin, 5. Sept. Wieder ist eine französische Festung u die Hände der Deutschen gefallen. Reims ist ohne Kampf >esetzt worden. Tie „V o s s i s che Z e i tu n g" schreibt dazu: Reims bildete mit La Fere und Laon zusammen die sog. weite Verteidigungslinie, die sich dem Vormarsch des Feindes ius Paris vorlegen sollte. Diese Besestigungslinie hat eine Front- lusdehnung von 90 Kilometern. Reims lag aus dem rechten Flügel >nd war von 6 Forts umgeben, in denen mehrere permanent ge- mulc Batterien lagen. Die Befestigungen von La Fere und Laon varen schon gestern als gefallen gemeldet. Mit der Besetzung pon Keims hat diese ganze Verteidigungsstellung aufgehört. Die Fran- osen haben sie wahrscheinlich aufgegeben, weil sie bei den wirkungs- wllen Artillerieangriffsmitteln der Deutschen kein Vertrauen mehr ruf chze Widerstandskraft ihrer Befestigungsanlagen hatten. Sie ogeu es vor, die Besatzung zur Feldarmee hinzuziehen, und diese so verstärken statt sie einer nutzlosen Belagerung auszusetzen, die nach wenigen Tagen doch ihre Gefangennahme zur Folge gehabt hätte. Wenn dieser Gesichtspunkt auch richtig sein mag, so beweist er doch, wie sehr die französische Armee zerrüttet sein muß, daß sie ihre i.m Frieden mit so vielen Kosten erbauten Festungen bet der ersten Annäherung des Gegners sofort kampflos räumt. Der Rückzug der Franzosen scheint nach allen bisherigen Nachrichten südlich zu crsolgen. In der „Deutschen Tageszeitung" heißt es: Nun liegt bis Paris hin unserem rechten Flügelhecre keine Befestigung mehr im Wege. Das bei dem linken Flügel der Armee unseres Kronprinzen allein liegen gebliebene Verdun vermag keine /Verzögerung mehr hrrvorzubringen. Es wird sich, weirn cs nicht selbst vorzieht, sich zu ergeben, nicht davor schützen kmrnen, daß .mserc 42 Zentimeter-Geschosse auch dort ihr Machttvort sprechen. Wenn wir jetzt mit eisernem Schritt über die Linie Reims—La Fdre—Laon hinwegschreiten, dann wollen wir uns auckf erinnern, dasi ihr« Namen mit dem Kämpfen unserer Braven vor hundert Jahren aufs ruhmvollste verknüpst sind. Die „Kr euzz eitu n g" schreibt: _ Die bcdingur.gs- und kampflose Preisgabe einer starken Be- festiaung, die. wenn sie auch den deutschen Mörsern und Haubitzen gewißlich nicht standgchaltcn haben würde, sich doch wohl eine geraume Zeit hindurch hätte verteidigen lassen, kennzeichnet den tiefen Niedergang des französischen Wafscnrnhms. Ein Slufruf zur Hilfe für Ostpreußen. (WTB.) Berlin, 5. Sept. (Amtlich.) Für Ostpreust e n wird ein vom Reichskanzler, dem Stellvertreter des Reichskanzlers Dr. Delbrück, dem Minister des Innern, dem Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen von Wiud- heim, dem Landeshauptmann der Provinz Ostpreußen von Berg und dem Oberbürgermeister von Königsberg Unterzeichneter Aufruf veröffentlicht, in dem es heißt: Herrlich hat sich in dieser großen Zest die Opsersreudigkeit des deutschen Volkes bewährt: wo immer der Krieg Not schuf, taten sich alle Hände auf, sie zu.lindern. Nun hat die barbarische Kriegsführung unserer Feinde im Osten neue schwere Not über unser Vaterland gebracht. Weite Strecken unserer gesegneten ostprcußischen Fluren waren vorübergehend vom Feinde besetzt und sind säst überall barbarisch verwüstet worden. Viele unserer Landsleute sind grausam hingemvrdet worden: wer das nackte Leben gerettet hat, ist zumeist an den Bettelstab gebracht irwrden. Namenloses Leid ist so über tausende Familien gebracht worden. Wohlan denn, liebe Mitbürger, laßt uns ihr Leid als eigenes Mitempfinden! Helft unseren armen, von Haus und Hütte vertriebenen Zandslcutcn! Spende ein jed«r freudig nach seinen Kräften! Jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Ganz Deutschland wird sicherlich freudig an unserem Werke mithclfen. Geht doch durch diese für unser teures Vaterland so schfvere, aber auch so große und gewaltige Zeit nur ein Gedanke: Einer für alles. Alles für Einen. Diesen Ausruf des Oberbürgermeisters der alten ostpreußischen Krönungsstadt, der sich an die Königsberger und die preußischen Städte wendet, nehmen wir für das ganze deutsche Vaterland und für jeden einzelnen Deutschen auf. Es gilt, den Dank des Vaterlandes abzustatten an die, die auf der Wacht im Osten standen. Beiträge werden von der Reichsbank und sämtlichen Nebenstellen entgegengrnommen. Zahlungen sind zu richten: Für das Konto für Kriegsnotleidende in Ostpreußen. Das Eiscnik Kreuz I. Klasse. (WTB.) Karlsruhe, 4. Sept. «Nichtamtlich.) Der Kaiser hat dem Kommandierenden General des 14. Armeekorps, Frhrn. von Hoiningen Len. Hüne unter wärmster Anerkennung cleisteter Dienste, hervorragender Erfolge in der Führung seines lrmeekorps vor dem Feinde die Auszeichnung des Eisernen Kreuzes l. Klasse verliehen. Das Zusammcnwirkrn von Deutschland und Oesterreich. (W TB.) W icn, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Die von dem deutschen Generalstabc verößenilickste Nachricht über die ausg^-ichnete Wirkung der von Oestcercich--Unaaiu gesandten schweren Motorbatterien gegen belgische und französische Festungen hat hier lebhafte Genugtuung hcrvorgcrusen, Die „R e i ch s P o st" schreibt: Diese Feststellung gereicht uns zur Ehre und erfüllt uns mit Stolz. Sie ist aber auch deswegen hocherfreulich, weil sie bc zeugt, daß das Zusammenwirken der Wehrkraft der beiden verbündeten Kaiserstaaten nickst nur im Osten und Süden, sondern mrch im Westen eine eherne Tatsache ist. — Die „Neue Freie Presse" sagt: Die gesamte Bevölkerung wird sich freuen, datz unsere Armee, die in Galizien alle soldatischm Tugenden in eurer znm Herzen spreckendeu Weise bewährt hat, auch der verbündeten Armee nützlich werden formte. Die strategische Lage in Galizien. i. Köln, 5. Sept. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Wien: Der Bericht des Generalstabes über die rie- sigeSchlachtinGalizien zeigt, daß die Heeresleitung nicht zu viel getan hatte, als sie erklärte, daß die Lage für die österreichisch-ungarischen Truppen im Norden des galizisch- polnischen Kriegsschauplatzes günstig sei. Die Umfassungs- bewegung im Westen, die mir höchster Kraft, bewundernswerter Ausdauer und Tapferkeit der Mannfchaftcn durch- geführt wurde, hat zu einem vollen Erfolge geführt. Dadurch droht der russischen Aufstellung Gefahr, von Norden her durch die siegreichen Armeen von Auffenberg und Dankl gefaßt zu werden. i. K ö l n, 5. Sept. Die „Köln. Ztg." meldet aus O f e n « Pest: Graf Tisza erklärte in einer Sitzung der Arbeiter- Partei, daß die Lage der österreichisch-ungarischen Armee über Erwarten günstig sei und den kühnen Hoffnungen entspreche. Die letzten Wochen seien sorgenvoll gewesen, aber jetzt scten die bösen Stunden vorüber. Streit im englischen Unterhaus. WDB. London, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Im Uuter- hause entstand eine heftige «Szene wegen der vomerule- Fra g e. Asq ui th sprach in versöhnlichem Sinne und beantragte die Vertagung des Hauses bis zum 9. «September. Er erneuerte die Versicherung, daß keine Partei ans der Vertagung des innerpolitischen Streites Vorteil ziehen ober dadurch einen Nachteil erleiden solle. Der Entschluß der Regierung. die Homcrule-Bill und die Walisische Kirchenbill rechtskräftig zu machen, sei unverändert. Da aber eine irische Zusatzbill eingcbracht sei, wäre es unbillig, das Parlament zu vertagen, gleich als ob die Zusatzbill nicht vorgclegt wäre. Tie Regierung hoffe, in der nächsten Sitzung Vorschläge machen zu können, welche allgemeine, wenn nicht vollständige Billigung fände. Sonar Law untersuchte den Antrag und sprach die Hoffnung aus, daß ein Streit vermieden würde. Die Nation würde denen, welche den Waffenstillstand brächen, nicht leicht vergeben. R e d m o n d forderte energisch, daß. die Homerulc-Bill Gesetz würde, was auch immer aus der Zusatzbill würde. B a I f o u r erwiderte heftig, es sei unmöglich, die irische Frage ohne tiefe Bitterhüc zu erörtern) es sollte daher nicht versucht werden. Diese Rede erweckte große Erbitterung bei den Iren und Radikalen, deren zornige Zwischenrufe das Echo bei den Unionisten hervorriefen. Dies war eine äußerst peinliche «Szene. Seit langem hatte leine Rede Balsours einen solchen Ausbruch von Feindseligkeit erregt. Als Balfour das Haus verließ- während Sir Joseph Walton sprach, brachen die Radikalen in lauten Beifall aus, als ob sie sich freuten, von seiner Gegenwart befreit zu sein. Balfour jvar sichtlich von dem Sturmr der Leidenschaftlichkeit überrascht, welchen seine Rede entfacht hatte. Premierminister Asguith legte sich ins Mittel und berichigte das Haus durch die feierliche persönliche Bitte, diese so gefährliche Erörterung fallen zu lassen. Er schloß mit den Worten: ,^Laßt uns einig bleiben, solange wir können!" — „Daily Telegraph" schreibt hierzu: Asquith rettete die Situation und ließ vernünftige Menschen ruhiger atmen. Aber es war ein beklagenswerter Rückfall in die Parteisucht und mußte so manchen Augenzeugen zittern machen. Eine zweite solche Episode wäre ebenso beklagenswert, lvie eine verlorene Schlack)!. Die Nation solle darauf bestehen, daß vor dem Zusammentritt des Hauses am 9. September der irische Ausgleich Tatsache wäre. Eine italienische Stimme über Englands Verhalten. (WTB.) Mailand, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Per-> severanza bemerkt: Ter Artikel der „Times", der die Franzosen zum Widerstand bis zum äußersten in Aussicht auf rusiische Hilfe ausfordcrt, enthält mehr das Interesse Englands an der Verlängerung des .ikrieges als Eifer für Frankreich. Das Ziel Englands ist tatsächlich die Zerstörung des Seehandcls Deutschlands und die Eroberung seiner besten Kolonien. Es ist daher natürlich, daß, so lange dieses Ziel nicht erreicht ist, England nicht wünscht, daß Frankreich zum Frieden neige, selbst wenn es erschöpft ist. Die Franzgßen jedoch sollten fragen, ob es für sic nützlich ist, unbegrenzt enorme Opfer an Blut zu übernehmen und die Friedensbedingungen zu erschweren, damit Großbritannien schließlich seinen Vorteil finde. Frankreich würde dann für seine Verbündeten bezahlen müssen. Die englische Verlustliste. (WTB.) London, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Das Pressebureau gibt eine wettere von dem britischen Hauptquartier übermittelte Verlustliste bekannt, in welcher 18 Offiziere und 62 Unteroffiziere und Mannschaften als tot, 78 Offiziere und 312 Unteroffiziere und Mannschaften als verwundet und 8 6 Offiziers und 4672 Unteroffiziere und Mannschaften als vermißt ausgeführt werden. Von den Vermißten befänden sich 2882 wahrscheinlich in den verschiedenen Lazaretten. Selbstbetrug in Antwerpen. i. Köln, 5. Sept. Bon der holländischen Grenze meldet die „Köln. Ztg.": Aus Antwerpen kommt die Nachricht, daß die Deutschen bei St. Quentin durch die Verbündeten geschlagen worden seien. Diese Meldung ist um so auffälliger, als Antwerpen immer noch mit Holland in Beziehungen geblieben ist und man sich dort durch die holländischen Blätter von der wahren Kriegslage überzeugen konnte. Es geht rnit aller Deutlichkeit >rns derartigen Meldungen hervor, daß diejenigen, die in Antwerpen unterrichtet sind, alles auj- bieten, um das Volk fernerhin zu betören. Der päpstliche Staatssekretär. (WTB.) Nom, 4. Sept. «Nichtamtlich.) Der Papst ernannte d«m Kardinal Domcnüo Ferrata zum Staats sekrc- l ä r. Das erste Konsistorium loird vom Papste am 8. September abgehalten werden. Lichtspielhaus Bnhnhofstrasse 34. [9561a Einiges aus dom neuen Protrramm Samsins; und Sonntns. Der alte Glöckner L Nat Plakerton nnd da« geheimnisvolle Dreiblatt. Anssjpzaichnet' s amertk. Detektlvseliauspiel in 2 Akten. 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August fiel bei Neufehateau im Kampfe für das Vaterland mein innigst geliebter Mann, unser lieber unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager und Neffe Gustav Krause Bürgermeister in Pr. Stargard Leutnant der Reserve im Res.-Inf.-Regt. 87. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Clara Krause ged. Keller. Giessen, 4. September 1914. Der Verein Deutscher Studenten a. d. Ludoviciana. I. A.: Ruppel Beileidsbesuche dankend verbeten. 9576 Todes-'Anzcige. Heute Dormittaii 10'/, Uhr verschied saust nach lanncm schweren Leiden unsere nute liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Krau Susann« Schwalb geb. Stephan im Alter von 69 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Schwalb 11 ., Schmied, und Kinder. Grohen-Buseck, den 4. September 1914. Die Beerdinnna sinket Sonntag, 6. September, nachmittags 3 Uhr statt. L6472 Am 22. August starb den Heldentod fürs Vaterland unser einziger innigst geliebter, unvergesslicher Sohn, Gatte,Vater, Bruder, Schwiegersohn,Schwager u. Enkel Unteroffizier d. Reserve Karl Hirz bei der 6. Kompagnie im Infanterie-Regiment,,Kaiser "Wilhelm“ (2. Grossherzoglich Hessisches) Nr. 116 im 27. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: 9583 Familie Bürgermeister Hirz Familie Weiß. Watzenborn, den 5. September 1914. Tanksagnng, Für die zahlreichen Beweise woblluender Teilnahme wahrend der Krankheit und beim Heimgänge unseres lieben Karl für die liebevolle Pflege der Schwestern in (stießen und Lollar, die trostreichen Worte des Herrn Dekan Gnßmnnn, die Teilnahme der Schulkinder und die zahlreichen Kranzspenden, sagt herzlichen Dank 9597 Familie Seipp. Lollar, den 4. September 1914. wenn sie statt den teueren Marken unsere Einkochgläser und Apparate kauft. — Durch ganz bedeutende Abschlüsse sind wir in der Lage, zu folgenden enorm billigen Preisen verkaufen zu können. 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Die in Gieffe» wobnbasten, militäriich nusgebil- dete» Laiidsturmvstichtigen zweiten Aufgebots iverden hiermit auigesordert. sid> an> Montag, de» 7. September, Dienstag, den 8. September und Mittwoch, den 9. September 1914, vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im Rathaus am Marktplatz zur Landsturnirolle zu melden. Zu den militärisch ausgebildeten Landsturm- vstichligen zweiten Autgebots gehören alle Personen, die ihre Dienstpflicht in der Landwehr oder Seewehr zweiten Aufgebots abgeleistet haben. Der Uebertritt zum Landsturin zweite» Aufgebots ersolgt am 31. Marz desjenigen Jahres, in welchem das 3». Lebensjahr vollendet wird. Die Dienstpsttcht dauert bis zum vollendeten 45. Lebensjahr. Da nackt dem Ausruf des Landsturms ein AuS- idieiden aus demselben nicht mehr stattnndet, müssen sich and: diejenigen militärisch ausgebildeten Landsturmvstich- tigen melden, die nach dem 1. August 1914 das 45. Lebensjahr vollendet haben. Zur Meldung und sonach vervstichtet die sn 1875, 1874, 1873, 1872, 1871, 1870 und vom 1. August bis 31. Dezember 1869 geborenen Landsturmvslichtigen, sofern sie zum aus- gebildeten Landsturm gehören und in Gießen wohnhaft sind. Bei der Anmelduna ist der Militärpakt vorzuleaen. Die bei einer Landiturmsorniation bereits eingesteUten Landsturmvstichttgen, sowie die militärisch nicht ausae- bildeten Laiidsturiupstichtiacn zweiten Aufgebots werden von dieser Aufforderung nicht betroffen. Gießen, den 4. September 1914. Der Oberbürgermeister: Keller. (9590B Herbst-Pferdemarkt zu Gießen Am Mittwoch, den 16. September 1914. vormittags von 7 Uhr ab, findet aui den städtiichen Markt- anlaaen an der Nodbeimer Straffe Pierdemarkt statt. Der Austrieb von Pferden aus Sperrbezirken ist unzulässig. Bezüglich der in der Nabe des Marktplatzes vorhandenen Stallungen erteilt Herr Lobnkutscher Huhn Auskunft. Mit dem Pierdemarkt ist eine Prämiierung des besten PierdemateriaiS verbunden, wofür reichliche Mittel zur Verfügung stehen, darunter 350 Mk. aus Mitteln des Hessischen Lnndes-Pierdezuchtvereiiis. Der PrämiierungS- vlnn ist von Herrn Weinhändler August Schwan in (tzieffen erhältlich. Die Preisverleilung ersolgt nach Beendigung der Prämiierung. Die sür den Herbst-Pserdemarkt vorgesehene Verlosung ist mit Genehmigung Grohh. Ministeriums des Innern mit Rücksicht ans die eingetretene Mobilmnchnng bis aus Weiteres zuriickgesteltt worden. I9579O Gießen. 4. Sevtember 1914. Die städtische Pferdemarkt-Deputation Grünewald, _ Beigeordneter._ Bekanntmachung. Während meiner Zugehörigkeit zum aktiven Heere und der dadurch bedingten Abwesenheit von Gießen besteht der geiamte Unterrlchtsbetrieb des Gieffener Paedago giums völlig unverändert iort. Die Klaffen der schul- vilichngen Schüler haben Ferien bis znm 15. Sept. Alle anderen Abteilungen haben Jerien von etwa 3 Wochen von Ende Sevtember ab. Sprechstunden meines Vertreters: täglich von 2—5 Ubr. Neuaiiinabmen von Knaben und Mädchen sinden ständig statt. >9032 Direktor Lrackemann, Blrichstraße 6. Tie Einwohnerschaft von Gießen wird gebeten. Liebesgaben jeder Art Wasche, Strümpfe, Kleider, Nahrungsmittel, Betten, Bettwerk nsw., ausschließlich bei der Liebesgabensammelstelle in der alten Klinik, Liebigstraße, abgeben zu lassen. 958w _ ?ie Porjiäabe der Vereine oom Roten Kreuz. Bekanntmachung. Aus dem Jubiläunisfonds der Bezirksspar- kasse Grünberg sollen bedürftige Angehörige der znm Kriegsdienst Eingezogenen aus deni Spar, kassenbezirk unterstützt werden. Es werden daher alle diejenigen, welche glauben, auf Unterstützung Anspruch machen zu können, aufgesordert, ihre. Gesuche bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes vorzubringen. An die Großh. Bürgermeisterei^ des Bezirks richten wir das Ersuchen, uns über die Unterstützungs-Anmeldungen Iwlbigft Mitteilung zugehen zu lassen. Grünberg, den 2. September 1914. Bezirkssparkasse Grünberg. Sehrt, Direktor. Wöll) Bekanntniachnng. Die nnterzeichnele Handelskammer bringt hiermit zur Kenntnis der Kansmannschast ihres Bezirkes, daß sie vom heutigen Tage ab bis auf weiteret ein Einigungsamt mit dem Sitze in Gießen errichtet, hat, dessen Aufgabe es sein soll, unter Vermeiduna t der Anrnfntig des Gerichts dem Ausgleich dei Interessen von Glätibiger und Schuldner, soseri einer derselben seinen Wohnsitz im Bezirke hat, ir I der durch den Krieg hervorgerusenen Krisis zu diene» J Das Einigungsamt stellt sich bereitwilligst auch bet Gewerbetreibenden im Kammerbezirk zur Verfügung Diesbezügliche Gesuche sind entweder unmittelbai j oder mittelbar durch die Kammermitglieder an bat I „Einigungsamt der Handelskammer" in Gießen h Lonystraße 7 zu richte». Gießen, den 5. September 1914. Die Grosiherzogtiche Handelskammer Gieße» für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach S. Heichelheim. 9587t | Fakiä'Iii patentamtlich geschützt, ist das bestbewährte und im G' braucki billigste tReinigunp% Palm- uni) fionitmimingsmittrl t« Linalni in,Parkett,Möbel,Wanb-ii.üirbckltitiuugt wie überhaupt für alle ichmutzia gewordenen Austriö» reinigt, poliert und konserviert, otme di S>nrticn onjunreifen, ist naß wischbar. e> zenat sofort Hock,glanz, schmiert nicht, ist sofort Nocke» u» wirkt deSinsizierenb. Die 'Anwendung ist die denkbar einfachste. Prospekte un GebraudiSanweisungen gratis. wacht alle anderen Reinigungsmittel wi lylUUIII Stahtspäne, Terpentin. Bohnerwachs übe' flüssig. Ein Versuch überzeugt! Fakirin übertrifft Alle. wird verkaust in Kannen ä '/,Liier Mk. l.l 1 Liter 2'/, Liter 5 Liier 12 L Liter u. 25 Liter r Mk. 2.20 Mk. 2.10 Mk. 2.00 Mk. 1.00 Mk. 1.8 pro Liier, exklusive Kannen, die mit: Mk. Mk. 0.40 Mk. 0.75 Mk. 1.20,i Mk. r. berechnet und in gutem Zustand zu '/, der Preise zuriic genommen werden. In Gießen zu haben bei: Georg Wallenfels Tel. 46. Marktplatz 21, gegenüber d. Engelapotbeb