Lr. 206 ^ Zweiter Natt Jahrgang vomwZtag. 3. September Lrjlhestst Lgli ch ncil AlllLnahmc des Sonntags. Die Jhit&awr $aaOkattSäm“ werden dem ^Haenger* tacaun.1 loöcbeiiJbd) heigetegt, das „KrrrtUnft Ar den Kreis Sietzen" jmeaaoI wöcheuttick. Die ,fandmjritchsstlichen Seit tragen" ajctjnuax taao&üid) jj veuual. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Lotatiousdrnck imb Verlag der Br«Hütchen U«i»ersirätS - Buch- und Seemdonckerec. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: 8ch«k- stratzc 7. Expedition und Verlag: Redaktion: e-d I 12. Tel.-Adr.tAnzelger8ieb«n. Rriegsbriefe aus dem Osten. S»«.LLcje-rtu z«mOP:heer e c« t f au-btcu Srie-gS t e rite 11 c t. UttbfxcajtKuri Nachdruck, auch aus prgs weste, verboten, Dfc-e r t o m m ä u im der Ost armee, 38. Awg. Wir Legen vierwWWvanziq Stunden ans der Bahn, um einige sectzzig Kikaneter weiter zu kommen. Die Lokalzüge haben Lrgtst aichgetzört zu verkehren. In der kleinen Stadt, rn der wir ein paar Stunden ans einen Mnninonszng warten, der uns weiterbringen soll, hat man seit vier Dagen keine Zeitung mehr gesehen. Wir erzählen von der Gescrugen- aahme der 7000 Engländer, die wir am Morgen ersahrcn haben. M»n freut sich, aber die ernfthasten Gesichter Hellen sich nicht auf. T»au horcht zu gespannt nach der Ostgrenze, an der seit viernndzioanzig Stunden eine Schlacht entbrannt ist. Ostpreußen und der größere Teil von Westpreußen gehen durch eine schwere Zeit. Am Samstag war bekanntgegeben worden, daß man bis zur Weichsellinie räumen wolle. Alles Vieh solle in Sicherheit gebracht werden. Da ging die Angst dnrch die Ostniark, nnd diejenigen, die sie mit festem Auge hätten bannen sollen, die Reichen und Führenden, qchberi jtmi Teil das Signal znr Panik, indem sie hats über Kops ihre Wohnungen verließen, als stünden die Russen schon vor den Toren und nicht eine nicht nur nn- befiegte, sondern eine siegreiche deutsche Feldarmee zwischen ihnen und dem Feinde. In Marienwerder waren ganze Wohnungen verlassen, die noch wie erfüllt waren von dem warmen Atem ihrer Bewohner, Wohnungen, in denen die avgesangene Näharbeit mit herabhängender Nadel neben dem angebissenen Frühstücksapfel lag. Es gab natürlich Ausnahmen, aber bezeichnend ist, daß man auf der Bürger- weisterei Marienwcrder seufzend crllärte, man habe 2000 Quartierzettel schreiben müssen. Sehr viele kleinere Städte haben die dreifache Anzahl mit Freuden bewältigt, ohne Eerpzen, mit Stolz, daß sie an ihrer stelle nutarverten dursten. In dem Ort, an dem wir uns augenblicklich be- studen, hat die Kimnnandqntnr sogar in einer Bekanntmachung davanf Hinweisen müssen, daß nur uns im Kriegszustände befänden und daß die Kriegsgesetze Geltung hätten! G»ße Hotels hüben den hungernden und durstenden Truppen vielsactl die Türe vor der Nase zugemacht: Die Küche sei um kl llhr übende' geschlossen . { Die kleinen Gewerbe treibeichen, die schon schwere Lasten tragen, nehmen die Einguartierung im Gegensatz dazu freundlich nnd freudig aus. Sie bleiben auch an dem Ort, an dem ihr Haus, ihr Glück, ihr Auskonimen steht und ihre erustcu, gefaßten, tüchtigen Gesichter entschädigeii für manches, was man in diesen Tagen sehen und hören mußte, llebrjgens, um keine falschen Schlüsse aufkonrmen zu lassen, die mestteu Guts- und Bauerngutsbesitzer hüben ihre Schrrl üigkett in aasopserndster Weise getan. Ich erfuhr ein paar Beispiele, in denen die Frauen — Mann im Feld, Inspektor im Feld, die meisten Knecht« eingezogen — stolz ablehuten, zu fliehen, obgleich da wirklich „Kampfnähe" vorhanden war. ,Slch bin hier nötig auf dieser Scholle," sagte eine Gutsdesitzerssran, „noch sind die Russen nicht da. Meine Pflicht stt es, nnsern wundervollen Truppen Qaurrtier, ^Nahrung und Pflege zu geben. Das ist das wenigste, was sie verlangen Linnen." Ain Sonntag wurde dann erllärt, daß es nicht nötig! sei, Dieh und-Ernte über die Weichsel zu bringen, da nach dar Auskunft von militärischer Seite eine Ge sah-r ui ch t «u h-r zu besürchten sei. Man braucht in dem Lesen von Ktnrdgebungen nicht besonders geübt zu sein, rrm die schwerwiegenden Ereignisse intb 1 Entschlüsse zchstchen beiden Bekanntmachungen zu ahnen. Eine Beruhi- gmrg setzte auch sofort ein, aber es ist leicht vorzustellen, was inzwischen au Werten verloren ging. Das Vieh hatte sich beim eckigen Abtrieb verlaufen, die alten Kaleschen hattest nochgegeben nnd ganze Wirtschaften lagen auf der Land strcrß Das schlimmste scheint mir aber, daß nicht nur mancher Wagen und manches Pernrögen zerbrochen wurden, fwideru auch manches Zutrauen. Freilich, der nnnberwind- liche Lreldenmnt unserer Truppen wird auch hier alt e s bald wieder Herstellen. Immer muß man an das Bismarck-Wort denken: .Zlnfere Leute sind zuni .Küssen." Sie haben hier im Osten andere Arbeit als im Westen, der Siegesadler fliegt nicht mit so nnichttgem Rausclien vor ihren Kolonnen, die feindlichen Festungen fallen hier nicht taqeweis unter dem Eisenguß unserer Riesenmörser, aber hier wird in ernem Kampfe, in dem übermenschliche Kraft eingesetzt wird, deutsches Land vor wölfischem Feind bewahrt. Der Osten hat ofi an Glanz vor dem Westen zurückstehen müssen, er leistet auch diesmal ein Stück stilleren Heide nkampfes. Aber Preis irnd Ehre find ebenso groß wie im Westen. Der Munitionszug fährt langsam dnrch die Nacht. Alle Augenblicke flirrt eine Sternschnuppe Wer den dunkelblauen ■'Ointnu'l. Wir denken jedesmal das Gleiche, wenn der goldene Tropfen Wer den Hümmel gleitet: „Sieg in der schlacht vor uns! Sieg der kämpfenden Ostarmee!" _ Plötzlich geht ein Heller Schein Wer den Horizont. Ichennen brennen, die russische Erntearbeiter angezündet hoben Gestern hat man ein Dutzend erschossen Wer nach ll> Uhr das Quartier verläßt, bekommt die Kugel. Im allgemeinen sollen die Leute, namentlich die gedient haben, alles tun, was man von ilmen verlangt, wenn sie nur nicht nach Rußland koinmeu. Sie baten einen Gutsbesitzer an der Grenze, der fliehen mußte, ob sic nicht sein Bich treiben äürfteu. Jede Art zu leben in Deutschland scheint ihnen bester, als für Rußlaüd zu sterben. Um sechs Uhr morgens waggonieren >vir unsere Wagen aus. Tie riesige Menge "der Mae schiebt sich zu langsam vorwärts. Unsere Wagen sind bespannt, es geht dem Opera- trvnsselde näher. > Da ich diese Zeilen schreibe, ist eben die güüklichc Entscheidung der großen Schlacht gefallen. Nähere Nachrichten werde ich morgen geben.*) Rolf Brandt, KrtegAberichterstatter. „ I n einem toetaen Briest vom 31. 'August schildert unser Bernhternaller das Schlachsteld von Tannenberg. Da der Brief etwas verspätet in unsere Hände kam, und da er wesentlich Neues enthält, scheu uirwou sexuell W WegIi de ab. DstsRedaktron, Ist Paris gerüstet? 66000 Bewoimer 'Novd-srankreiä>s haben sich in den letzten Tagen nach Paris geflüchtet, ein unwillkommener Zuwachs für die französische Heeresverwaltung, der es nun obliegt, die Hauptstadt der fliepubliü in aller Elle belagern» gssertig zu machen. Man dachte ja wieder einmal nicht daran, daß es dahin lonrmen iverde, daß der eiserne Ring der deutschen Truppen macht Mi so rasch heranschieben könne. Ist Paris auf das nun Kommende vorbereitet? Paris, so drückte sich neuerdings ein Facl>mann aus, ist nicht mehr eine Festung, sondern eure ganze befestigte Provinz; waS unsere Väter anno siebzig vorfanden, ist urcht mehr oder doch in sehr veränderter Form vorhanden. Die Forts der Festung Paris von 1870 erstreckten sich nur auf eine Länge von 55 Kilometern und waren nur bis mtf drei Kilometer vor die alte Stadtumwallung vorgeschoben. Jene Forts sind zwar noch da, man hat sie, so gut es ging, modernisiert und mit dem neuesten Geschützmateriat von Schneider-Crensot bespickt. - Man bezeichnet sie heute nur noch als die innere Verteidigungslinie, die manchen historischen Reiz besitzen mag, auf hie aber die frauzesischje Heeresverwaltung selbst wahrscheinlich nicht ihr vollstes Vertrauen setzt. Sie beginnt im Norden mit den Befestigungen von St. Denis und schließt im Westen mit dem Fort des Mont Valerien ab. Man zählt insgesamt 14 eigentliche Forts nebst verschiedenen Batterien und Zwlschen- werken. Eine wahre Augenweide für Feldherren früheren Stils, Wer wahrscheinlich ohne große Bedeutung für den heutigen Festungskrieg. Worauf es ankonrmt, ist jenes große verschanzte Lager von Paris, das aus drei nach Norden, Osten und Südwesten vorgeschobenen Festungswerken besteht. 3 2 neue Forts sind es, die da in einem AbstaW von 45 Kilometern von der Verteidigungslinie des siebziger Kriegs errichtet wurden. Während die innere Befessigungslinie einen Umfang von 55 Wometern beträgt, rechiret man bei dieser äußeren Befestigung mit rund 150 Kilometern. Das Nordlager dieser äußeren Festung enthält sieben große Forts mit den dazugehörigen Zwischenabteilungen Das Ostlager erstreckt sich von Sevran bis Billenenvc an der Seine nnd besteht aus sechs großen Forts. Ebenso viel Werke umfaßt das siidwest- lager (Versailles). Welcher Art ist nun diese Riesenverßchanzung von Paris? Die meisten Werke des äußeren Schutzes sind schon in der Anlage unter AuweWung vou Beton hcrgxstellt, der in Verbindung mit Panzerplatten den modernen Anforderungen genügen soll. Besatzung^ und Mwiritivn sind an den Hauptstellen in „bombensichern" Räumen nntergxbracht. Auch viele Beobachtungsstellen sind gepanzert. Zum Schutz gegen den Nahangriff sind sie mir den üblichen Gräben und DraHtlsindernissen umgeben. Die Bauten sind, wo es nur immer ging, nnterrrdrsch angelegt. Man findet da unter der Erde garrze Kasernen mit Küchen, Bäckereien, Magazinen, Lazaretten und Operattonsrünm-en, alles umgeben von viele Meter dicken Betoumändeu und Eiseubetondecken. Nur hier uW da ragt ein BecümchtungBpanzer aus dem Erdboden heraus, und man hat sich bemicht, durch Anstriche uW maskrereWe Bepflanzung chn deui llmgeländc anzupassen, so daß der niilitärrsche Laie ihn leicht fiir einen harmlosen Erdhügel hält. Durch luftbrncksichere Düren war man bestrebt, die nnterirdischen Bauten vor der zerstörenden Wirkung der Gase zerplatzender Granaten zu sichern. Einige der Räume sollen entsprecheW der modernen Festnngstechnik keine Fenster, sondern nur künstliche Beleuchtung und Drucklnftzufnhrnng besitzen. Aber nur einige. Vieles vou dem, was die französische Heeresverwaltung dem Parlament verbrochen hat, ist noch nicht fertig geworden', und es wird den Franzosen kaum gelingen, die vorhaudenen Lücken vor Heranrücken der Deutschen M schließen, womit sie nach den letzten telegraphischen WÄteilnngen jetzt in höchster Elle und Aufregung urrter Aufbietung von Dan- senden von Arbeitern beschäftigt siW. Man kann es ja glauben, bejj die Anzahl der Geschütze in den gesamten Festnngswerblli uni Paris mehr als dveitauscW beträgt. Aber alle dreitauseW siW in ihrer Wirkung jenen geheouuis- oollen Mchchinen nicht gewachsen^ die wir aus der Stille der Essener Werkstätte hervorgeholt haben uW nun wahrscheinlich per Achse bis vor -Paris bringen. Was unsere neuen 42-Zentimeter-HaWitzen leisten, ist sa vor Lüttich auspro- biert worden. Es gibt keine Beton- oder Panzerdecke, die nicht von den Geschossen dieser Geschützriesen durckßchlagen nnd.dann mit MterhörterExplosivkraftMseimruderjAsprengt wird. Was anno siebzig in mühseliger Belagerirng und schwierigster Beschießung erst nach Wochen uW Monaten erreicht war, scheint jetzt das Werk weniger Stunden zu werden. Ganz Frankreich, ja keiner unserer vielen Feinde hat etwas ähnliches au Artilleriewafse auszuiweisen. UW wurde im Feldzuge 1870/71 der deutschen Armee, nicht init Unrecht, der Vorwurf genracht, daß sie ihre Truppen für den Feftnngskrieg nicht genügend ansgcbildet HWe, so ist eS diesmal, wie jeder gediente Mann aus den Manövern weiß, etwas anderes. Wir sind gerüstet, hundertmal mehr, als der Feind ahnte. Ob Paris es ist, wird sich jetzt rasch zeigen. Die Verproviantierung von Paris. Kopenhagen, 1. Sept „Berlrngske TrdeWW^ erhält folgende Privatmeldung aus Pcrris: Die Stadt erwartet die Belagerung. Tie Territorial-Armee setzt das verschanzte Lager in Verteidigungszustand. Das Boulog-, n e r Wäldchen ist in einen S ch a f st a l l umgewandclt. Auf der Rennbahn von Longchamps sind 2000 Stuck Rindvieh und 10 000 Hammel, bei Suresne sind hunderte von Wlbern uWergebracht. (B. Z. a. M.) Die Kriegsstnnmung der Franzosen. Paris, 2 . Sept. (W. B. Nichtmntlicb.) Der „Matin" verössentlicbl den Brief eines iranzösi scheu Soldaten, wahrscheinlich eines Angedörigen des befestigten Lagers von Paris, welcher interessante Schlaglichter auf die Geistesversassnng des französischen Volkes wirst. Der Schreibei sagt: Den Soldaten wird Zuversicht für die Z ukunft eingcslößt, aber es gibt zwei Umstände, welche ^nns mißfallen Als uuser Bataillon Ms Märschen unter Strapazen dnrch Ortschasten kam, zeigten die Leute immer ernste Gesichter nW traurige Blicke, finstere Sarnen unb führten die Tascbentücher an die Augen. Es geht doä» kein .SsdHrätts vorbei, sa-tzeu dazu die Soltzcchm. Mr hüllen mit Stolz nW Freud« in den Krieg ziehen können, mll Lächeln selbst in den Tod. Aber dieses Lächeln wollen wll auch bei anderen; sehen. Wer iveim, soll drinnen ble:hen. Die Druvvcn brauchen eine freudige und zuversichtliche Begrüßung beim Durchzug. Zweitens bedrückt die Soldaten der Anblick der ichmächtcgen uW blassen Kinder, welche wie hungrige Hunde nach den Resten der Mahlzeiten haschen. In den QuaNieren sallen Reiheir von imglück- lichen Frauen aus, welche die llebcrrestc der Suppen uW der weggcworsenen Brotrationen zusammensuchen in einer Weise, welche das Herz zerreißt. Der Brieischreiber fragt: Gibt es denn keine öffentliche Ärmenunterstützung mehr in Frankreich, keine Liebesgaben, kein Geld? Wir marschieren srohgeniut, verlangen aber, daß es nicht mehr vor uns Frauen gebe, welche wernm, hinter uns.Kinder, welche hungern Zürich, 2. Sept. ,WTB. Nichtcmitlich.s Die „Neue Züricher Zeitung" meldet: seit dem Eintreffen der Nachaicht von Chcrrlcroi herrscht in Paris nnverkennbar Eu t m »H- gung. Man sah irur noch inassenhaft mit den Zügen au- lommeude Flüchtlinge aus Belgien uW Nordsrankreich, die sich in einem elenden Zustande besauden, in langen traurigen Zügen die Boulevards belebten uW Hilfe und Ansualpne begehrten. Die Presse sieht ein, daß. größere Zuriickhaltung nöüg ist. Der Bericht des Senators Gervais im „Maiiu" über eine Meuterei des 15 Armeekorps bei Lärms- ville hat einen Entrüstnngssturm hervorgerufen. Die armen Teufel mußten Ws erste ins Feuer und wurden furchtbar dezimiert. Den französischen Berichterstattern verbot die Arnreeleilung, den Operationen zu folgen. Zugunsteu der EngtäWer ivurde eine Ausnahme geniacht, was dos zeit- wellige Verbot der „Dimes" für Frankreich zur Folge hatte. Die erste Beichte der französischen Heeresleitung. Rotterd-am, 2. Sept. Eine gestern WeW erschienene Mitteilung des französischen Kriegsministerinms ergeht sich sehr ofsenhcrzig Wer den Rückzug der französischen Armeekorps nW gesteht mehrere Schlappen uW Niederlagen ein. Aus dem Reiche. WDB.Magdeburg, 2. ^,ept. ,Amtlich,. Am Dienstag nockwrttürg resite eine vmi der Elienbahndirektion Magdeburg zu- samniengestellte, ans Epenbabnbcamtc»/nnd Arbeitern bestehende Ersenbahnban-nnd BetriebSkolonnc ntzh Brüssel ab. Die Kolonne,ist 420 Mann stark imd fühl unter der Leitung des Regierungsban- meisters Goldschmidt (Magdeburg . Sic begrbt sich in besckileunigter siahrl am 'Anordnung des Ehess des Felüeisenbahiuorsens nach dem belgischen Krregsschauplapc, um die zerstörten Eiscnbrhnlinisn int Rücken mrseves Heeres wicderhcrznstcllcn imd in Berrreb zu nehnnn. B r c s l au, 2. Sept. Das „Schles. Btorgenbl." meldet: Als Beitrag zu dem .Hiksswerk für O st p r c u ß c n Heme vormittag begaben sich die Gesandten Preußens, Bayerns und RußlaWs sowie der argentinische Geschäftsträger nnd andere Diplomaten bmn Heiligen Stuhle in den Batikan. Rom, 2 . Sept. (WB.) Nach der „Tribuna" vereinigte bei der ersten Abstimmung des Konklaves Kardinal Pietro Masse ungefähr 30 Sttmmen aus sich, die anderen sollen zwsichen den Kardrnälen Pietro G a s p a r r i und Basil Pompilj geteilt gewesen sein, doch hatte crsterer mehr Stimmen. Die zweite Abstimmung ergab ungefähr dasselbe Bild. -I- Eine .KriegSdenkich-risi an das Kardinalkollrgium. Köln, 2 . Sept. (SB. 8. Nichtamtlich.) Die „Kölnische Volks- zellung" oerösiemlicht eine Krügsdenkschrist an das Kardinal- kollegium in Rom, die von einer Anzahl hervorragender Führer der deutschen Katholiken veranlaßt wurde! wird darin die lleberzeugnng dargelegt, daß Recht nnb Gerechtigkeit auk seiten Deutschlands smd, wobei betont wird, daß in dem deutschen Weißbuche von keiner Teste auch mir die geringste llnrichtigkest nachgewiesen werden konnte, daß auch pon keiner Seite eine Ergänzung versucht lonrde, welche dem Bilde eine andere Farbe hätte geben kimnen. Ferner pnrd auf die Frömmigkeit der deutschcic Katholiken hingcwiesen. Ancb hier gehe der KNrscr mit dem er- baulichsten Beispiel voran. Jede Depesche aus dem kaiserlichen Hauptquarüer enthalte den Beisatz, daß der Sieg dem Herrn der Heerscharen zu danken sei. Die Denkschrift verteidigt die deutsche Armee gegen die SMlemndiiNgcn und hebt hervor, daß sie die bestdisziplinierte Slrmee ist. Der schwerste Slngriff in dem jetzigen Weltkriege komme von dem orthodoren Moskowitcrlum, denen Sieg die schwerste Schädigung des Katholizismus darstellen würde. Zum Schluß werden in der Denkschrift die Kardinale gebeten, sie möchten nur die lleberzeugung gewinnen, daß das Deutsche Sl/i, um seine Existenz kämpft, in diesem Kampse aber scstin große Siege errungen habe. Das deutsche Volk vertraut aus Gott und sein« gerechte Sache nnd wird den Sieg an seine Fahnen heften. Quittung. Für die Verwundeten unserer Marine svendeten weiter iolgende Beträge: Frl. Emilie Fegbeitel 10 Mk,, Frl Marie Fegbeitel 10 Mk., Ingenieur Weimar, Stausenberg, 5 Mk., Ungenannt 2 Mk.. desgl. 25 Mk., Lederfabrikant Karl Becker II. 25 Mk., (tzeh. Hoirat Pros. Dr. Netto 20 Mk.. Obersteiger Becker 10 Mk., Dr. Mayer 20 Mk., Ungenannt 5 Mk., Reallehrer Ja,in 5 Mk., Frl. E. E. 5 Mk„ Frl. Bi. E. 5 M., zusamnien 147 Mk.; im ganzen mit den srüheren Spenden von 470 Mk.: 617 Mark. Den edlen Spendern austichtigen Dank. Pros. Bölzing. Gericbt»saal. F rcrm ttfiert a. M.. 1 Sept Heute nachmittag iällle das Gericht nach zweitägiger Ster Handlung gegen den Leiter der hiesigen Sitteiepolrzei, Konnistpar Schmidt, das Urteil. Der Angeklagte wurde wegen Slerqekens gegen S 132 des -str.G.B. zu zwei Jahren Zuchthaus und iüist Jahren El)rverlust veruttellt. Die Mstangellaglr Berta Bohnert erhielt neun 'Monate Ge fäugnis und drei Jahre Ehrverlust. Schmidt wurden drei, der Bobneri estr-Mmat llllieqüchuitgshap augereämer. (dnöwirtjcboft ch. A» S be t 25 ial}, 2. SejM. Die Tabakcrnre 1914. Soweit es sich letzt schon übersehen läßt. nnrd der Ertrag der dies- tährigen Tabakernte iotoohl in Baden als auch in der Rheinpsalz der Plrnge und der Güte uack> durchaus zufriedenstellend aus- fallen. Mt dem Brechen der Tabakpslauzen ist begonnen worden Lrider erleidet das Erntrgeschiift durch den allgemeinen Mangel an Ärbeitskrästen einen gewissen Aufenthalt. Da aber auch schon m den früheren Zähren Frauen bei der Ernte beschäftigt wurden, so werden sie auch in diesem Jahre in größerem Maße zum Ernte- geschäft hcrangezogen. Geschäftlich ist cs iwch still. Lingcianvt. tFür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Landwirte, verkauft kein Vieh und Getreide an spekulierende .Händler! Wir brauchen keine sogenannten Armeelieferanten. Bcrschlcndcrt daher euer Vieh und Getreide nicht. Behaltet^cs, bis eine Organisation ge'chafsen ist, die im In - teressedes Vaterlandes und nichtumGeld zu verdiene n, and) eure Produkte zu angemessenen Preisen a b n i m mt. Einer aus dem Lumdatal. Märkte. le. Frankfnrt a. M. Schwei neinarktberi cht vanr 2. Sept. Autgetrieben wäre» 1438 Schweine. Vollfleiichige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 48.00—51.00 Alk., Schlachtgewicht 413.00— 64.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 47.00— 49.00 Mk^ Schlachtgewicht 62.00—63.00 Alk.: vollfleischig» Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 48.00—51.00 i'ir., Schlachtgewicht 60.00—62 Mk.. vollfleischige Schweine von 120 bis ISO kg Lebendgewicht 48.00-51.00 Mk, Schlachtgewicht 60—62.00 Mk. «Leichast langsam, bleibt Ueberstand. le. Frankfurt a. M., 2. Sept. lOriq.-Teleqr. des „Giss. Anz."> Amtliche Notierungen der hcntlgen Fruchtmarktoren '. Weizen ihiesiqer) Mk. 21.75-00.0». llurbesüscher Mk. 21.75-00.0>. Wetterauer Mk. 00.00-00.00. Roggen (hiengers Mk. 2151-00.00. Gerste sWetteraner) Mk. 20.50 — 22.00, 61erfle, Franken, Piälzer, Nie) Mk. 20.70—21.70, Hafer Mk. 22.00-23.00, Mais Mk. 19 50-20.00 Weizemnehl 0 Mk. 00.00-00.00, Weizenmehl I Mk. 00.00-00.00, Weizenmehl 111 Mk. 00 00 — 00 0), Roggenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0 1 Mk. 00.00—00.00, Roggemnehl I Mk. 00.00 -00.00, Weizenkleis Mk. 0.00 — 0.00, Weizenschalen Mk. 0.00—0.00, Roggen« lleie Mk. 00.00 - 00.00, Malzkeime Alk. 00.00-00.00, Biertreber 00,00 - 00.00, Fultergersts Mk. 00.00 - 00.00. Lilles per 100 kg ab hier. 1c. Frankfurt a. M., 2. Sept. lSrig.-Telegr. des »Giepener Anzeigers".) K a r t o f s c l m a r k t. Man notierte: Kartoffel» in Wag ans Atk. 6,00-7,00, im Kleinhandel Mk. 8,50-9,00 für je 100 kg. Pll. Wiesbaden. Biehhoi-Marktbericht vom 2. Sevt. Auftrieb: Rinder 81 (Ochsen 17, Bullen 15, Kühe und Färsen 57,, achweine 543. Kälber 166, Schate 41, Geschält: mitte! Ockil e .. Vollfleischige, ansqemästete, höchsten Schlachtwertes im Alter von 4—7 Jahren .... Tie »och nicht gezogen haben lnngejochte) . . Junge, fleischige, nicht ausgeinästete und ältere ausgemästele............42—46 Bukle ». Preise sür 100 Pfd Lebend- Schl a cht > aewih! ■SIC. 48—53 46-51 SU. 89-100 87-97 79-87 Vollfleischige, nusqew., höchsten Schlachtw. . . 40—46 70—78 Vollfleischige, jüngere......... . 36—40 65—70 Färsen, vf'tlje. Vollfleischige ausgemästet: Färsen höchsten Schlachtwertes...........46—51 65-94 Vollfleischige misgemästet: stüge höchsten Schlachtwertes bis zn 7 Jahren..... 37—14 70-80 Wenig gut entwickelte Färsen....... 40—45 77—85 Aeitere auSgemästete Kühe....... 33—35 63—68 Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 50—55 83—92 Geringere Mast- „nd gute Saugkälber . . . 45—48 75—80 Geringe Saugkälber.......... 40—44 68-75 Schafe. Weidemastschase: Mastlämmer und Masthammll.... 45,50 — 00,00 92-00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht . .............50 62 6t Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 47X-48 61 62 Vollfleischige Schweine von 100—120 k - Lebendgewicht .......... 49'/, 51 62-61 Vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .............. 48 00 60 -00 Fettschweme über 150 kg Lebendgewicht . . 43-45 54—56 Limburg a. d. Lahn, 2. Sept. Fruchtmark Tnrch. schnittsvreis vro Malter. Roter Weizen lRassamscher) 20,25 Mk., weißer Weizen (angebanle Fremdsorten) 19,75 -J'if., Korn 15 25 Mt., Gerste 0,00 Mk.. Braugerste 0 ,;0 2)!f„ daser, alter, 12,00 Alk., neuer 10,00 Mk.. Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffeln der Ztr. 2,51—3,00 'MC, Butter das Pfund J,2j Mk., Eier das Stück 9 Psg. Tic Marktpreise sür Vieh und Frucht »ud die tzließeuer Fleisch- und Brotpreise am 31. August 1914. Cchlachtviehpreise i» Franks» rt a. Al, Jleischpreise in «Liegen Ochse» llälber Ocbweixe 50 Kg. Cchlachtgeivtcht 75—100 M. ', Kg. Schlachtgw. 63 81 Pf. % . . 60-64 . % Kg. 36—96 Bi], '/. . 70-75 . -/, . 70-96 . Eelrcidepreise >» D! a n n h e im Brotpreise in Gieper Weizen 100 25.00—25.50 Mk. Noggen 100 Slii. 21.50—22.00 Mk. Weiü^rot 2 Hfl. 62 üt x• Schwarzbrot 2 5kg. 54 Psg. Meteorologische Beobachtunge n der S tati on Siehe». Sept. U 111 P «'S o Ä W Jj-S' o*e JK Z » JQ = !o c i st den Äusgenvmmenen nicht. I Bei "er Demobilmachung können die Aufgenommenen aus ihren Wunsch', soweit sic noch nicht ausgebildet sind, in eine Unter- olsiziervorlchule, soweit sic sich bereits bei ernem Truvveniteil be>- finden, in eine Unterossizierschule unter den sür diese Schule vor- gcichriebcncn Bedingungen, die aus den Bezirkskommandos einzu- sehen sind, ausgenommen werden. .5. Zuatrive, nur garnisondicnstsähige Unterossizicre jeden Dienstgrades, welche sich zur Ausbildung dieser jungen Leute geeignet erachten, wollen sich ebenso bis zum 13. Sept. d. I. unter Vorlage der nötigen Angaben über Alter, Waffe, bei der sie gestanden, Ticnstgrad, milirar. Vorbildung, bei einem Bezrrkskommando des Korpsbereickies melden. Solche, welche bereits auf einer Unter- ossizierschule beziv. Vorschule tätig waren, werden bevorzugt. Ter kommandierende Generat. F r h r. v. Galt, General der Infanterie. Zusatz zu 1—4. Zeder sich Meldende hat Geburtsurkunde, volizeiliches Führungszeugnis, soivie eine beglaubigte Einverstandniserklä- rung des gesetzlichen Vertreters Vater, Mutier, Vormund oder Vslegerl vorzulegen. Ferner wolle sich ieder über das Gewerbe, den Stand, das Vermögens • und Militärverhältnis des Vaters' orientieren. Gießen, den 31. August 1914. Großh Bczirt'kommando. _ Naumann Aufruf. Es werden zur Ausstellung von Neusormationen eine große Anzahl von ehemaligen aktiven Ossizieren und solchen des Be- urlaublenstandes benötigt. Bei dem großen Bedarf an Ausbildnngs- vcrsonal wird ihre Znansvruchnabme selbst bei beschränke,- Dienst sähigkeil nötig sein. Wünschen betreffs Berwenduugsart und -ort wird, wenn irgend tunlich, eniiprochen iverden. Alle ehemaligen aknven Offiziere und solche des Beurlaubten ■ standes werden aufgeiordert, sich sofort, ivätestens aber bis zum 10. September, zum freiwilligen Wiedereintritt beim Bczirkskommando — Zimmer 22 — zu melden. Ferner sollen Beamte, Ossrzierc, Unteroffiziere usw., die sür unabkömmlich erklärt wurden, aber überzeugt sind, daß die Gründe für ihre Unabkömmlichkeit nicht inebr so zwingend sind, sich von selbst zpm gleichen Termin beim Bezrrkskmnimrndo —> Zimmer 22 — zur Verwendung beim Heere melden Ueber ihre Äbkömmlichkeit wird das Generalkommando entscheiden. Gießen, den 2. September 1914. Groß herzogliches Bezirksftnnmando, Naumann, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. Bekanntmachung. B e t r.: Tie Ausübung der Zagd zu Kriegszeiten. Großb. Ministerium des Zunern hat durch Verfügung vom 26. v. M. zu Nr. 16 605 im Einvernehmen mit Großh. Ministerium jder Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, bestimmt: In den Provinzen Dtarkenburg und Oberhessen erfolgt die Ausübung der Jagd durch Reichsdeutsche oder Angehörige her österreichisch-ungarischen Monarchie, wie seither nach Maßgabe der bestehenden Gesetze und Verordnungen, insbesondere üi Gemäßheit der Verordnung vom 29. Avril d. I. iRcg.-Bl. S. 218/219,. Zn der Provmz Rheinbcssen ist die Ausübung der Jagd bis auf weiteres gänzlich untersagt. Eine Ausübung der Zagd durch Angehörige^ neutraler Staaten kann in den Kreisen der Provinzen Starkenburg und Oberhessen mit unserer Genehmigung von Fall zu Fall gestattet iverden. Angehörige solcher Staaten, die sich mik Deutschland im Kriegszustand befinden, dürfen die Jagd im ganzen Gr o ßher z o g t n m bis auf weiteres nicht ausüben auch daun, wenn sie Pächter oder Eigentümer hessischer Jagden sein sollten. Gießen, den 1. Deptember 1914. Großherzogliches Kreisamt Gieße». J.V.: Hemmerde. An die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Großh. Gendarmerie des Kreises. Sic wollen Ihr Augenmerk daraus richten, daß unbefugte Personen die Zagd nicht ausüben. Das Polizei-, Forst und Feldschutzperfonal der Gemeinden ist entsprechend zu bedeuten G i e ß« n, den 1 Sepieorber 1914. Gooßlierzogliches Kreisamt Gießen. Z. B: Hemmerbe. Bekanntmachttttg. B e t r.: Enteignung von Gelände in Klein-Linden zum Bau eincr Verbindungsvahn bei Gießen. Zum Bau einer Verbindungsbahn bei Gießen Hai die König!. Erscnbahndirektion Frankfurt a. M aut Grund des Gesetzes vom 26. Juli >884, die Enteignung von Grundeigentum betreffend, in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. September 1899 und der landesherrlichen Vcrordiurng vom 18. Juli 1914 — Regierungsblatt Nr. 26 —, die Enteignung der nachstebcnd bezeirkmeten, in der Gemarkung Klein-Linden gelegenen Grundstücke beantragt: 1. aus Flur II Nr. l, 1111 qm. Acker, jetzt zum Tell Loger- vlatz, aut dem Schildberg, der Helene Jung geb. Weigel in Klein- Linden und den Erben des Wilhelm Jung I gehörig ; 2. aus Flur I. Nr. 369, 1945 qm, Acker jetzt zum Teil Lager platz, an den: Schildberg, den Vorgenannten gehörig: 3. aus Flur I. Nr 363° «, 162 qm aus 507 qm, Grasgarten, an bem Schildberg, den Vorgenannten gehörig, 4. aus Flur I Nr. 360°/,,,, 436 qm aus 1447 qm. Wiese, m den Heegwiesen, den Vorgenannten gehörig, 5. aus Flur I. Nr. 368*/«,, 1273 qm aus 1643 qm Acker letzt zum Tell LMsgarteo, an dyn Sckstldherg, dem SSgWss Langsdorf und Ehefrau Katharina Langsdorf geb. Weigel in Klein-Linden gehörig, 6. aus Flur I. Nr. 368»/«, 3 qm aus 585 qm, Hosrctte zmu Tell Hausgarien, an dem Schrldbera, den Vorgenanutru gehörig; 7. aus Flur II. Nr. 3«/«, 718 qm aus 1044 qm, Acker, aut dem schildberg, dem Friedrich Jung III. in Frankfurt a. M., Sandweg 78 wohnhasi, gehörig, 8. aus Flur II. Nr. 3°/,», 312 qm aus 731 qm, Acker, au> dem Schildberg, dem Karl Jung III. in Frankfurt a. M., Weslliche Geleilsstraße 42 ivohnhast, gehörig, 9. ans Nur VII. Nr. 217°/«, 219 qm aus 735 qm, Acker jetzt Bauuischule, hinter den Weingärten, dem Phllipp Germer in Klein-Linden gehörig. Gleichzeitig wurde die Enteigilung des durch den Bahubau wegsallcnden Gang- und Fahrrechts zu nachstehenden Grundstücken beantragt: 1. Flur VIII. Nr. 18, 1406 qm groß, dem Anton Weller zu Klein-Linden gehörig, 2. Flur VIII. Nr. 19, Acker am Schildberg, 1473 qm groß, der Ehejrau des Karl Weller, Katbarüia geb. Klein und den Kindern des Friedrich Weller I iu Klein-Linden in Erbgemcinschail gehörig, 3. Flur VIII. Nr. 20, Acker am Schildberg, 1491 qm, dem Phllipp Hahn II in Klein Linden gehörig: 4. Flur VIII. Nr. 21' «, Acker am schildberg, 976 qm, der Marie Jung geb. Lenz, Ehefrau des Kaspar Jung VII. in Klcin- Liuden gehörig . 5. Flur VIII Nr. 2l° «. Acker am Schildberg, 970 qm, der Katharina Renschling geb. Mohr, Ehefrau des Kaspar Reusch- lrng II. in Klein-Linden aehöria: 6. Flur VIII. Nr. 22°/«, Acker ani schildberg. 901 qm, dem Philipp Klein V. in Klein-Linden gehörig, 7. Flur VIII. Nr. 22''«, 'Acker am Schildberg, 892 qm. der Elisabethc Weller geb. Klein, Ehetrau des Kaspar Weller IV. in Klein-Linden gehürlg: 8. Nur VIII Nr. 23*/«, Acker am Schildberg, 1347 qm, dem Karl Germer in Klein-Linden gehörig: 9. Flur VIII. Nr. 24*/«, Acker am Schildberg, 1417 qm, der Sophie Jung in Klein Linden gehörig: 10. Flur VIII. Nr 25* 10 , Acker am Schildberg, 1210 qm, der Frieda Klein in Klein-Linden gehörig, 11. Nur VIII. Nr. 26° «, Acker am schildberg, 1067 qm, der Marie Weigel geb. Langsdort, Ehefrau des Ludwig Weigel XVII. in Klein-Linden geN>rrg, 12. Flur VIII. Nr. 27° «, Acker am Schildberg, 1044 qm, der Ehefrau des Ludwig Ufer, Marie geb Jung in Klein-Linden und der Ebefrau des Clfausseurs Friedrich Hinterlang, ElyabeE- geb. Jung in Wilhclmshöhc bei Cassel gehörig, 13. Flur VIII. Nr. 28* 10 , Grabgarten am Schildberg, 2444 qm und Flur VIII. Nr. 30* «, Doireite, 403 qm, dcnr Ludwrz Sommer in Klein-Linden gehörig. Ter Plan, aus dem die Lage der zu enteignenden Grundstücke ersehen werden kann, sowie der Antrag und die übriger nach Artikel 23 des Enteignungsgesekes^ersorderlichen Nachweisun- gen liegen in der Zeit vom 8. bis 21. September 1914 einschließlich aut 'Großb. Bürgermeisterei Klein Lüchen während der üblichen Geschästsstunden zu ledermanns Einsicht offen. Zur Verhandlung über den Plön und die Entschädigung wird Tagsahrt vor der Lokalkommission aus: Tienstag, den 29. September 1914, vormittags 9 Uhr, im Schul Haus zu Klein-Linden anberaumt Die Beteiligten, insbesondere die Eigentümer, Pächter, Mieter oder sonstigen an den zu enteignenden Grundstücken Berechtigten werden hiermit aufgefordert: al Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung an die beanspruchte Abtretung oder Beschränkung, b) Erklärung auf die angeborene Entschädtgirngssuircme bei Mechung der Unterstellung der Annahme des Angebots, c) Anträge aus Ausdehnung der Enteignung bei Meldung des Ausschlusses mit solchen, dl Anträge auf Anfrechterhaltung bestehender Lasten 'Artikel 19 des Enteigunngsgesetzes) bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, s) Anträge auf Einrichtung oder Unterhaltung von Anlagen, die für die benachbarten Grundstücke zur Sicherung gegen Gefahren notwendig find oder notwendig werden, bei Mei- duug des Ausschlusses mit solchen, k) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte au die zu eutergnenden Grundstücke bei Meidung des Ausschlusses mit solchen in dem genannten Termin vorzubringen. Zugleich werden die Eigentümer, bezlo deren Rechtsnachfolger oder gesetzliche Vertreter aufgesordert, die Namen dritter Personen, welche als dinglich Berechtigte oder loegen sonstiger Rechts- verhältiiiffe bei der Enteignung beteiligt sind, sofort nach Zu, ftellung der Bekanntmachung dem Unterzeichneten )nitzuteilen, widrigenfalls sie sür deren Ansprüche gemäß Artikel 27 Ws. 2 des Enteignungsgesetzes verantwortlich werden. Die Unternehmerin wird zu dem Termin unter dem Rechts- nachtell vorgeladen, daß im Falle ihres Ausbleibens Verzicht, leistnng aus Fortsetzung des Eittelgnungsversahrens unterstellt und sie mit den bis dahin entstandenen Kosten belastet wird. Tie Eigentümer der abzutretenden Grundstücksteilc müssen von der Zustellung dieser Bekanntmachung an zu neuen Aulager oder zu einer von der bisherigen bezw der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirtschaftung die Genehmigung der Unternehmerin einholen, widrigenfalls eine Entschädigung demnächst nur insoweft verlangt werden kann, als durch die Veräuderuno auch für den öffentlichen Zweck, für welchen diese Enteignung geschieht, der Wert des Geländes erhöht worden ist. Räumen die Eigentümer einem anderen von dem Zeitpunkt der Zustellung an ein dingliches Recht an den zu enteignenden Grundstücken oder ein persönliches Recht auf deren Benutzung ohne Genehmigung der Unternehmerin ein, so steht jenem anderen eine besondere Entschädigung nicht zu. Gießen, den 1. September 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: H e m m e r d e. I I I l I I ■ Bekanntmachung. In der Zeft vom 15. bis 31. August 1914 wurden in hiesiger Stadi gesunden: 1 Damenhakskctte, 1 Kleiüerhalier, 1 Hutnadel, 1 Handtasche mit Jnhall, 1 Paar Handschuhe, I Tamen- gürtel, 2 Portemonnaies mft Inhalt, 2 Handbeutel, 1 Trauring und Geld: verloren: 1 schwarzes Sauttband mit gelbem Bernsteinanhänger, l goldene Nadel mir weißer Perle, 1 Portc- monnme mrt 10—12 Mk. Inhalt, I graues Portcinonnajc mit etwa 17 Mk. Jnhall, l Plakat mit den: Staötwaopen von Marburg mit Buchstaben M. A. 6, 1 schwarzledernc Brieftasche mit einer Vollmacht aus den Namen „Fricdriä) Heeres" lautend, 1 grüne Tamenhandtasche mit 1 Portemonnaie mit 10 Mk. Inhalt. 1 Tamenportetnonnaie mit ca. 21 Mk. Inhalt, 1 sllbernes Armband. 1 silberne Halskette, 1 Portemonnaie mit ca. 21 Mk. Inhalt und 1 goldenes Medaillon mft Blld. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Wbolung der gefundenen Gegenstände kann an jede)» Wochentag von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags bei Unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen Gießen, den 1. Sevtember 1914. Gnoßhcrzogliches Polizciamt Gießen. Hemmerde. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Wetz- larer Weg von den velerüiär-medizülischei, Instituten bis zu den Eiienbahn-Wobnhäusern, eittlang der Bahn, ftir jeglichen Fud^ Werks- und Radiabroerkehr gesverrt Gießen, den 1. September 1911 Großherzvgtiches Polczciamt Gieße», - « H-eminärde.