irr. 205 Der 6i»B«n«r erschein! täglich, au&tr Sonntag?. — Beilagen: , viermal wöchentlich SketzenerLamIIienblSNer: zweimal wöchcnll.Nreii- «lattfürden Ureis Sietzen (Dienstag und Freitag); I zweimal monatl. landwirtschaftliche Seilfragen Ferusprcch - Anschlüsse: sür die Redaktion 112, Verlag ». Expedition 51 Adresse inr Depeschen: Anzeiger Bietzen. Annahme von Anzeige« iür die Tagesnunnner bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt 0>4- Jahrgang Mittwoch» 2. September General-Anzeiger für Oberhessen Rotationrdrvck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Nrzuqsprei»: monatlich75Ps., vierteljährlich Alk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Aestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps, ausivärts 20 Psennig. Chesredakteur: A. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz: sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichts- saal": Karl Neurath: lür .Stadt und Land': Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. An^igmteu' H? Beck! Am Tag von Sedan Wie anders feiern wir heute den herrlichsten Siegestag «des Krieges von 1870/71 als ehedem! Tie Zeit hatte die -alten Waffenbilder etwas verblassen lassen, von den da- I Imaligen «Siegern war einer nach dem andern ins Grab I gesunken, und unser Zeitalter, wenn auch im Zeichen einer rastlosen Unruhe stehend, schien Vielen so friedlich geworden I >zu sein! Es war ganz natürlich, daß man daran dachte, I wie alljährlich wiedcrkehrende rauschende Siegesfeier allmählich entschlafen zu lassen. Heute gehört die erste 44 jährige Periode des neuen «deutschen Reiches endgültig der Vergangenheit an. Nicht laber der Vergessenheit! Tazwischen liegt der entscheidende ä «erste Äugusttag dieses Jahres, der wie ein gewaltiger Ab- sgrund zwei Welten voneinander trennt. Wir hatten mit «zögernder Hand manche Pflanzung geschaffen, die der Sturmwind mit einem Tage hinweggerafft hat, die ffchönen Zierbeete unserer Diplomatie sind verdorrt und leb- llos geworden. Wer noch mit Ehrfurcht die überlieferte !Marschrichtung Bismarcks hochhielt, der erkennt jetzt, daß ! die Zetten ivcchseln, «daß, was man nicht nützt, eine schwere «Last wird! Wir waren von Bismarcks Wegen schon in den letzten Jahrzehnten weit abgekommen. Wohl hätte der alte Meister uns vielleicht davor bewahrt, daß die Zahl unserer jFeinde und Neider so groß geworden ist. Wir aber hatten «aus der russischen Umarmung Uns los gemacht, um dem verwandtschaftlichen Gefühl nachzugeben, das uns zu dem jmeerbeherrschenden England hinzog. Ein neuer Zukunfts- «träum zog vor dem Hellen Auge des Enkels Kaiser Wilhelms des Ersten auf: wir wollten vereint mit England« vor der Welt germanische Kraft und Kultur zum Siege bringen, und an der erwachenden Tatkraft des deutschen Volkes sollte «das britische Volk einen treuen Bundesgenossen haben. Es war ein echt «deutscher Traum, so voll Idealismus und Vertrauen, daß wir uns seiner heute nicht schämen wollen, obgleich er uns wie Schaum zerronnen ist. Wir waren so naiv gewesen, neben dem Briten ein gleichberechtigter Bruder sein «zu wollen. Aber diese Naivität, mit der wir uns unsere Flotte schufen, unsere Heeresmacht ausbauten, war unser Glück. Wir haben vertraut, aber, trotzdem wir enttäuscht «wurden, doch nicht auf Sand gebaut. Bon Jahr zu Jahr mehrten sich die Anzeichen von der mißgünstigen Haltung des Vetters, die Regierung Eduards VII. war, wenn man sie vom Jnteressenkreis der Deuffchen betrachtete, ein 1 «arges Ränkespiel. Zwei Charaktere standen nebeneinander, « die nichts gemeinsam hatten: Eduard VII. «und Wilhelm II., der kalte kaufmännische Rechner, der den Konkurrenten, . nicht den Freund neben sich sah, und der ideale Deutsche, « der sich schließlich von dem nüchternen Egoismus des Andern « enttäuscht sah. Des Kaisers Erfahrung war des Volkes Geschick. Mißtrauen und Groll hatte allmählich in uns Wur- , zeln geschlagen, als die englischen Staatsmäimer immer «i Ivieder versuchen wollten, unseren Wottenbauten mit Vor- - /täuschung von Weltfriedensabsichten Einhalt zu tun. Wir merkten denn doch, daß England eine Kainsscele in sich trug, " .aber wie einst die Nibelungen am Hofe Etzels legten wir die ' «Waffen nicht ab, wenn es zur Tafel ging? Und so wurde das . Netz zu Ende gesponnen. Diplomatenkunst konnte es nicht „ «mehr entwirren, aber das Schwert der Deutschen, mit Siegfrieds Kampfesmut geführt, wird der Feinde Herr werden. , . ^ Der Zorn des Deutschen ist erwacht über die Hinterlist ! seiner Nachbarn und Gegner. Und mehr denn je sind wir davon durchdrungen, daß deutscher Sinn und deutsche Kultur . .in der Welt vorangchen müssen. Wir sind heute ein geeinigtes Volk, und so ist uns das Ereignis, das heute vor 44_ Jahren die Welt erschütterte, bedeutsamer und ver- d heißungsvoller denn je. Und voll Stolz und Freude dürfen l wir uns heute sagen, daß wir nicht mehr von altem Ruhme . zehren. Ein anderer Wcltgeist ist uns gegenübergetreten, 1 aber wir werden mit ihm fertig werden. Das Schicksal hat '« einen anderen Lauf genommen, als unsere Väter vorausschauen konnten, aber der Geist von Sedan ist im deutschen ,, Volke lebendig geblieben. Umbraust von weltgeschichtlicher t, Tage Größe, von Schwertgcklirr und Wogenprall«, dürfen n wir dank unserer letzten, gewaltigen Wasfencrfolge am Tag von Sedan die Herzen erheben. Das Alte sinkt, cs ändert , sich die Zeit! Wir werden der Väter Ruhm uns erhalten. * * * Es sind heute wenig neue Nachrichten eingelaufen, aber wir erkennen, daß ereignisreiche Tage in der Vorbereitung , sind. Die «Schlacht an den masurischen Seen hat, wie wir gestern schon mitteilten, nach amtli«cher Meldung dem Feinde A nicht 60 000, sondern 70 000 Gefangene und sein gesamtes ArtiUeriematerial gekostet. Die französische Regierung hat ihr ängstliches Volk damit getröstet, daß die Russen auf 4 dem Marsche nach der deutsckwn Reichshauptstadt wären. «> Welche Enttäuschung muß nun in Paris herrschen, welche " Bestürzung aber auch in London, wo man mit der Aus- !- sendung von ein paar neuen Söldnern sich selber Mut einzuflößen versucht! Deutsche pressestimmen. 19 __ Berlin, 1. «Sept. Als freudige Botschaft zum Sedan tage begrüßen Lokalanzeiger und Morcpirpost die & neuesten Mitteilungen des Generalquartiermeistiers aus dem großen Hauptquartier. Das erstgenannte Blatt schreibt: Ein Geschenk, wie cs würdiger und schöner nicht gemacht werden ■' kann, ist den Deutschen zum Jahrestage der Schlacht bei Sedan : beschert worden. Nachrichten von neuen Siegen im Westen, Nach- ■ richten von der alle Erwartungen wcü hinter sich lassenden Be- deutung des Erfolges im Osten. Da die Franzosen nicht mehr lügen konnten, daß sie selbst einen Spaziergang nach Berlin machen, V wollen sie dies den Moskotvitern überlassen. So rasch, wie möglich, sollten diese in der deutschen Haupfftadt sein. Nun sind diese Gedanken verflogen und die Hoffnung zertriunmeri. Wir aber haben den Sieg im Westen und im Osten an unsere Fahnen geheftet, tveil wir nicht von einem Spaziergang nach Petersburg und Paris geträumt haben und nicht in Hofsättiger Ucberhebung unsere Feinde unterschätzten. Und so werden wir es weüer Hallen. In der „Morgenpost" heißt es: Mit unbeschreiblichem Jubel ersüllt uns vor allem die Kunde aus dem Osten, istun ist der Widersacher, der das preußische Kernland bedrückte, von der unwiderstehlichen Tapferkeit unseres Leeres zurückgeschlagen, die Provinz von allem Leid und aller Trauer befreit Das war bei Tannenberg keine Niederlage, das war cme Vernichtung und Zertrümmerung der eingedrungcnen Moskowiten. Unter der Ueberschrift: „Das Gottesgericht" wirb in der „V o s s i s ch e n Zeitung" gesagt: Fast vermag es der Geist nicht zu fassen, was zu gleicher Zeit dem deuffchen Volke kundgegeben wird über Sieg aut Sieg im Wesün und Osten. Es ist wie ein Gottesgericht, das über die Gegner hereinbrach, über die Urheber dieses furchtbaren Krieges. In der „K r e u z z e i t u n g" wird gesagt: Die bange Sorge, die wir um den Osten hatten, ist von uns genommen. Ostpreußen ist, das dürfen wir annehmen, nun völlig von den russischen Eindringlingen geräumt. Ern frohes Aufatmen rauscht wie ein gewaltiger Flügelschlag des Deutsck>en Wlers, der dem russischen Dvppelaar im heißen Kampse so blutige Wunden geschlagen hat. Günstig läßt sich der Fortgang der Riesenschlackst in Polen «an. Der „Doss. Ztg." zufolge meldet der Kriegsberichterstatter der „Sonn- und Montagszeitung" in Wien, daß der österreichisch-ungarische linke Flügel« gegen Cholin vvrdringe. Der Sieg in Masuren. Das GonvccnementvonThorn teilt zu den bisherigen offiziellen Berichten noch folgendes Nähere mit: Die russische zweite Armee (Narew-Armee) hat a u f g e - hört zu bestehen. Es sind mehr als 60 000 Gefangene gemacht. Vernichtet sind das 8., 15., 23. und die Hälfte des 6. russischen Armeekorps. Von diesen Korps sind sämtliche Geschütze und Fahrzeuge in unsere Hände gefallen. Durch die Flucht konnten sich unter schweren Verlusten das 1. und die .Hälfte des 6., russischen Armeekorps über die Grenze retten. Unterzeichnet« Armee-Oberkommando. Ein weiterer Straferlaß des Kaisers. Berlin, I.Sept. (Amtlich.) Der Kaiser hat einen weiteren Begnadigungserlaß ergehen lassen, der folgendest Wortlaut hat: „Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen usw., wollen allen Personen, die sich bis zum heutigen Tage der Verletzung der Wehrvilicht (8 140 RStGB.) oder der unerlaubten Auswanderung (8 360 Ziff. 3 RStGB.) schuldig gemacht haben, soweit Uns das Begnadigungsrecht zustrht, den Erlaß der verwirkten'Geldstrafen, Freiheitsstrafen und Kosten in Aussickt stellen, wenn sie ivährend des gegenwärtigen Krieges unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb dreier Monate vom heutigen Tage an gerechnet, inttDeutschen Reich, in einem deutsch» Schutzgebiet oder auf einem Schiffe der kaiserlichen Marine sich zum D i e n st e stellen und ihr Wohlvcrhatlcn während ihrer Abwesenheit glaubhalt Nachweisen. Ausgeschlossen davon bleiben diesenigen, die erstens das 45. Lebensjahr Vollendel, zweitens dir deutsche Reichsangehörigkeit verloren haben und Staatsangehörige eines ausländischen Staates sind, drittens, die als dienstunsähig befunden werden, sofern sie wegen ihres körperlichen Zustandes ihre derzeitige Dienstfähigkeit nicht annehmen konnten. Ich beauftrage Sie, für die schleunige Bekanntmachung und Ausführung dieses Erlasses Sorge zu tragen. Großes Hauptguartier, 29. Aug. 1914. Der Kaiser verzichtet auf die englischen Ehrentitel. Köln, I.Sept, Der „Kölnischen Zeitung" zufolge erklärte der Kaiser am Morgen nach der englischen Kriegs- erilärung dein ehemaligen englischen Botschafter, er möge König Georg mitteilen, er (der Kaiser) sei stolz aus die Titel eines britischen Feldmarschalls und Admirals gewesen, aber nachdem ihm dieses vorgekommen sei, wolle er jetzt auf diese Titel verzichten, Auszeichnung des Kronprinzen von Bayern. Mü n ch e n, 1, «September. Der Königvon Bayern hat dem Kronprinzen Ru pp recht durch den Kricgs- minister, Freiherrn v. Kreß, das Großkreuz des militärischen Mar-Josef-Ordens überbringcn lassen und zwar das gleiche Stück, das der Urgroßvater des Ausgezeichneten als Kronprinz im Jahre 1807 erhalten hat. Der Orden, der nur für Kriegstaten verliehen wird, ist mit Pensionen und sonstigen Vorzügen verbunden. Er hat von dem 'Kriege 1870/71 her noch einige Ritter, darunter den Generalfeldmarschall Prinzen Leopold, den Bruder des Königs. (Berl. Lokalanzeiger.) Ein holländisches Lob des deutschen Gcncralstabes. Tie französischen Schwindelmeldungen verfangen iin Auslande nicht mehr, wenigstens nicht mehr in Holländ. Das bedeutendste holländische Blatt, das AlgemeenHan- delsblad, schreibt in Betrachtung der weit auseinander- ehenden französischen und deuffchen Kriegsberichte vom 8. August das folgende: „Es hat sich in der ganzen Reihe der bisherigen Kriegsereig,- nisse herausgestttlt, daß die «Berichte des deuffches Generalstabes unausgeschmückt ohne Umschweffe die nackte Wahrhell erzählen. Und daß die französischen Berichte an Ucbertreibung« leiden, haben nicht allein wir bemerkt, sondern es ist auch eine Ursache der Mißstimmung in England. So wird in einem Artikel des Manchester Guardian geklagt über die Luppressio veri in den offiziellen stanzöstschen Berichten, und es wird darin gezeigt, daß die'Blätter von einer solch entgegengesetzten Richtung wie der Temps und die Humanite es als einen großen Fehler der Regierung ansehen, daß sie das Volk als Kinder behandelt intb daß sie die Wahrheit über «unangenehme Geschehnisse verschweigt. Ebensolche Klagen betrifft die Veröffentlichung der Vertu st l i st c n. Der deutsche Generalstab veröffentlicht jeden Tag amtliche Listen von den Verlusten des deuffchen Heeres, worin r 1 « alle Toten und Verwundeten verzeichnet werden mit Beifügung der Verwundungen und der Bemerkung, ob die Wunde eine sckövere oder leichte ist. Der französische Generalstab hat bis zum heutigen Tag noch keine einzige Verlustliste veröffentlicht, weshalb in Frankreich bereits die über- liiebensten Gerüchte im Umlauf sind und das Vertrauen an die Heeresleitung erschüttert wird. Wohl aber wissen die^iranzösischcn «Berichte ganz genau mitzuteilcn, wieviel deuffche Soldaten per Kilometer Schlagfront das Leben lassen mußten. Der deutsck»,: Generalstab allerdings wagt sich an solche in der Luft hängenden Schätzungen nicht heran." Neue englische Truppenlandungen. WTB. London, 1. Sept. (Nichtamtlich.) Wie die Blätter melde», habe Churchill« mitgeteilt, daß englische «Seesoldaten Ostende und die umliegenden Bezirke besetzt hätten, Lord Kitchener fordere zum Eintritt in die zweite Ersatzarmee (100 000 Mann) des regulären Heeres ans. Tie Altersgrenze betrage 10 bis 35 Jahre, — Die Zahl der Meldungen zum ersten Ersatzheer sei befriedigeich. Die belgische KönigSsamilie. WTB. Antwerpen, 1, «Sept, (Mchtamtlich.) Die Königin hat Antwerpen am 31, August vormittags verlassen, um die Kinder nach London zu begleiten. Ein banger Sonntag in Paris. Kopenhagen, 1. Sept. In Paris ergriff das Gefühl der Unsicherheit alle Kreise der Bevölkerung. Der gestrige Sonntag trag trotz des sonnigen Wetters ein ernstes Gepräge, das erhöht wurde durch das Erscheinen eines deutschen Fliegers über Paris. Die furchtbare Unsicherheit spricht sich jetzt auch in der Presse aus. Clemenceau. schlecht in seinem Blatt: Wir erhalten lange Berichte, die von Tatsachen entblößt sind. Man überhäuft uns mit amtlichen Com- muniques in leeren Worten. Es heißt, Mill'erand sei vom Hauptquartter befriedigt zuriickgekehrt. Wie 'kann er von einer Front von der «Somme dis zu den Vogesen sprechen, ivenn wir niemals zu hören bekonrmcn haben, daß unsere Truppen bis zur Somme zurückgegangen sind? (Berl. Lokockanz.) Die große Schlacht der Oesterreicher und Russen. WTB, Wien, 1. «Sept. (Nichtamtlich.) Der Kriegsberichterstatter des „Fremdenblattes" meldet unterm 31. August: Heute ist der scchste Tag der großen «Schlacht. Unsere Truppen kämpfen mit bewunderungswürdiger Ausdauer. Die Nachrichten «aus der Gefechtslinie lauten hier für uns durchweg günstig. Rückkehrendc Bcrwimdete erzählen von dem Heldenmut unserer 'Soldaten. Die Sttmmung im Hauptquartier ist gut. Der Kriegsberichterstatter der „Neuen Freien Presse" meldet von heute früh: Während« der Nacht sind günstige Nachrichten über «die Gesamtlage ein- gelaufen. DieSchlachtdauertfort.mansiehtdcm weiteren Verlaus zuversichtlich entgegen. In der Besprechung« der Siege bei Krasnrk stellen die Kciegskorrespvndenten fest, die Bed«eutung des Erfolges der österreichisch-ungarischen Armee liege da«rin, daß die den in den Räumen von Lublin gesammelten ruffislheu Stteit- kräftcn zugefügte Niederlage den rechten Flügel der russischen Hauptkräfte kaum zu einem Eingreifen in den w«eiteren Verlauf der Ereignisse befähigen werde. Die nach dem Sieg von Krasnik errungeifen Erfolge der österreichisch-ungarischen Truppen vervollständigen diese Vorteile. Die Kriegsberichte stellen übereinstimmend die außerordentliche Hart- nälttgkcit und Angrijfslnst der österreichisch-ungarischen Offfziere fest, die nach bemerkenswerten Marschleistungen die russischen Streitkräftc zu fluchtartigem Rückzug zwangen. Der österreichische Landsturm. Wien, 1. «Sept. (W. B. Nichtamtlich.) KaiserFranz Josef hat unter Anerkennung des rühmlichen Verhaltens des österreichischen Landsturms die Ermächtigunx erteilt, daß der Landsttirm auch außerhalb Oesterreichs verwendet werden dürfe. Ein Bombenanschlag auf einen russischen Militärzug. Prag, I.Sept. Der „Bohcmia" zufolge erfolgte in der N ä h e v o n W a r s ch a u ein Bombenanschlag auf einen vollbesetzten, russischen Militärzug. 150 Mann, darunter viele Offiziere, wurden getötet; es gab zahlreiche Verwundete. Viele Attentäter entkamen, einige wurden erschossen. Die bei ihnen Vorgefundenen Schriftstücke bewiesen deutlich, daß der Anschlag auf Anordnung des revolutionären Komitees in Warschau erfolgt ist. A»S Albanien. ^ WTB. Val o n a, 1. «Sept. Zwischen den muselmanischen Aufständischen und der Bevölkerung ist ein Uebereinkommcn erzielt worden. Die rot-schwarze Fahne wird gehißt werden. Die Aufständischen werden morgen als Freunde in die Stadt einziehen, nachdem die Absetzung des Fürsten und der Regierung anerkannt worden ist. Notabel«» von Valona werden unter großer Begeisterung von der Stadt Besitz ergreifen. Wien, 1. «Sept. Fürst Wilhelm verläßt heute Albanien. Wie informierte Stellen mitteilen, weilt E s s a d Pascha jetzt in Konstantinopel. Der Fürst leistet keinen ausdrücklichen Thronverzicht. (Vossische Zeitung.) Die Lage der Engländer in Aegypten. Der Turiner „Stampa" schreibt man mls Kairo: Die Nachrichten, die nur aus Aegypten zu übermitteln haben, sind ernster, als man glaubt. Man hat den Kriegszustand nicht bloß deshalb prollamiett, well man einen Angriff seitens der im SJHtWmerr befindlichen deutschen Schisse befürchtete, sondern vor allem auch deHhalb, weil die EKsahr eines Aufstandes der arabischen Bevölkerung gegen die englische Oklupation besteht: diese Erhebung hängt — wenn man sagen kann — wie das «Schwert des Damastes Der Aegypten, Vor einigen Tagen entdeckte man eine von ägyptischen Offizieren angezettelte Verschwörung: die arabischen Truppen sollten, solmld man sie bei einem etwaigen Angriff der Deutschen zur Unterstützung der englischen Truppen heranziehen würden, meutern und sich empören. Viele Offiziere, — nach einigen 40, nach andern sogar 60 — wurden unter dem Bcrdach, an der Verschwörung beteiligt gewesen zu sein, sestgenommen und in eine außerhalb der Stadt gelegene Kaserne gebracht, eskortiert von einer Kompagnie schottischer Soldaten mit aufgepslanztem Bajonett, Man erzählt, daß auch der frühere türkische General Prinz Aziz Pascha als Verschwörer verhaftet und nach der sogen, Zitadelle gebracht worden sei. Eine Bestätigung dieser Nachricht war jedoch nicht zu erlangen, ...» Immer mehr verbreitet sich auch das Gerücht, daß dre Türken sich der agyvtiscyen Grenze nähern: ein aus Syrien zurückgekehrter arabischer Journalist berichtet, daß die Armeekorps von Aleppo und Damaskus durch die allgemeine Mobilmachung aus Kriegsfuß gebracht worden seien und bald von der Küste, wo sie konzentriert seien, auf Aegvvtcn geworfen werden würden. Man schenkt hier diesen Drohungen durchaus Glauben, da man weiß, daß das Eingeborenenelement sich beim ersten Anzeichen eines Näherrückens der Türken empören würde, um den osmanischen Bruders den Einzug in Aegypten zu erleichtern; und wenn erst der muselmanische Fanatismus erwachte, würde es uns hier wirstich nicht gut gehen. Zur Vorsicht haben die Engländer die Okkuvations- trupven mit Kanonen zum Suezkanal geschickt, aber da sie gering an Zahl sind, konnten sie gegen den Ansturm^von 50000 gut bewaffneten und vom Fanatismus getriebenen Soldaten nichts aus- richten. Die englischen Militärbehörden geben sich einstweilen die größte Mühe, Ruhestörungen im Keime zu ersticken: sie haben die Zahl der Polizisten verdoppelt und die Nachtwächter mit Revolvern ausgestattet. Angstvoll ivartet man aus die Ankunst der 20 000 indischen Soldaten, die das Land beschützen sollen. Apia kapituliert. Rotterdam, 1, Sept, Der englische Koloniab- minister erhielt eine Depesche des GouvernAirs von Reu- Seeland mit der Mitteilung, daß, Apia nach der Belagerung durch eine englische Expedition am 29, August kapituliert Hecke. (Berk, Üokalanz.)' Deutsche Demut. Rings raunt es in die Runde Schon manches liebe Jahr: „Der Michel ist jetzt anders, Wie er vor Zeiten war. Im Rate wird er schwierig Und redet kühnlich drein, Er drängt sich in die Sonne, Will stolz ein Deutscher sein," Kriegsbrände züngeln gierig Am jungen Reich empor, Sie prasseln ihm von Demut Ein schaurig Lied in's Ohr, „Was, Demut?" ruft der Michel, „Vor euch, ihr Neider — nie! — Gott wird euch doch zerschmettern. Ihm beugen wir das Knie," Großen-Linden, F, Bach. Englischer Mißvergnügen. Vor uns liegt, so schreibt die „Köln, Ztg,", die „Di- m e s" vom letzten Freitag, und ihre Lektüre bereitet uns jetzt auf jeder Seite ebenso viel Vergnügen, wie sie den englischen Lesern mißfallen muß. Zwar strotzt das Blatt wieder von Lügen, die die wahre Lage der Dinge verschleiern sollen: so wird der Pariser Humanste nacherzählt, daß die Redaktion des Vorwärts in Berlin verwüstet, daß seine Druckmaschinen und alles andere inwendige Mobiliar vernichtet worden seien. Auch die schändlichen Behauptungen von wüsten Grausamkeiten, welche sich die deutschen Soldaten in Feindesland zuschulden kommen ließen, werden wieder eifrig verbreitet. Vor allem aber wird in schroffem Widerspruch zu den Tatsachen die Lage im Osten als geradezu glanzend für unsere Gegner hingestellt, eine Auffassung/ von der das Blatt inzwischen wvhl auch zurückgekommen sein dürfte, Liber im übrigen hört man aus den Zeilen und zwischen den Zeilen nichts als Sorgen und Klagen, Die Sorgen äußert vor allem der mili- iärische Mitarbeiter des Blattes, Er stellt fest, daß die verbündeten englisch-französischen Armeen die Verteidigungslinie Lille—Maubeuge haben preisgehen und sich bis auf die Linie Le Cauteau—Eambrai haben zurückziehen müssen. Die Notwendigkeit des Rückzugs sieht er in dem noch dringenderen Gebot für die französische Heeresleitung, die Festung Mezisres südlich Namur zu halten, denn, fährt er fort, ist MeziäreS einmal genommen oder das Maastal zwischen Mezisres und Verdun von den Eindringlingen besetzt, dann bricht das ganze System der Grenzverteidigung von Ost- Frankreich zusammen, und es bleibt den Heeren nichts übrig, als sich in das Gebiet der Champagne zurückzuziehän, (Der jetzt gemeldete Fall von Montmady zwischen Mezisres und Verdun beweist, daß die Besorgnis des Engländers in- zwisckzen zur Tatsache geworden ist.) Aber ihn plagt noch eine andere Angst, er sagt: Wenn wir heute keinen entscheidenden Sieg gewinnst, dann' Müssen wir unsere Basis an der Nordseeküste an der Mündung der Soinme ausgeben und sie weiter nach Süden verlegen, nach Havre oder Cherbourg, Schon ist Boulogne eine offene Stadt, und alle sranzösischen Truppen dort sind nach Lille abgezogen, (?) Wo aber auch unsere neue .Basis liegen wich, sie mtuß an der Landseite befestigt iverden, und so besetzt, daß sie den Vasen vollständig sichert, nicht nur gegen Ueberfälle von Streifpatrouillen, sondern auch gegen fernes Artillericfeuer, Das Gebiet von Havre wäre hierstlr recht geeignet. Wenn nun gegen unsere Hoffnung und Erwartung wir die Deutschen im Norden nicht zurücktreiben können, dann wird eine der Folgen die seinl, daß tüe Deutschen L n st s ch i s f st a t i vn e n an der Straße von Calais eiu- richten und dadurch sowohl bessere Informationen über die Marine gewinnen, als auch in die Lage kommen, uns unter ständiger Beobachtung zu halten, weim nicht gar anpigreisen. Daher müssen wir sofort Gegenmaßregeln treffen und die Küste reichlich mit Scheinwerfern imd Lustschiffkanonen besetzen. Unsere Sportsleuts sollten sich znsammentuu zum Kampfe gegen Luitzeuge und für eine Jaadiaison einmal die wilden Enten und wilden Moorhühner beiseite lassen. Wir aber wollen dem Himmel danken, daß, er uns vor einem Tunnel von Calais nach Dover bewahrt hat. Bei all diesen Sorgen beherrscht aber noch eine viel größere Unruhe die Wissenden in England, Das ist die grenzenlose Ahnungslosigkeit, mit der die Nation noch der kritischen Lage gegenübersteht, Hier rächen sich die Lügen- ngchrichten von fabelhaften Siegen, init denen die englisch-, französische Presse von Anbeginn des Krieges die Welt überschüttet hat. Ein Leser der „Times" erbringt hierfür einen interessanten Beweis, Bekanntlich haben vieH, Kutscher von Taxametern in London sich geweigert, Lord Kitcheners Aiff- ruf an die Bevölkerung, sich znm Heeresdienst anwerben zu lassen, in ihren Wagen auszuhängen. Der obige Leser fragte nun einig« Kutscher nach dem Grunde dieser Weigerung, Die Lenke antworteten: „Die Polizei hat uns bisher nicht ge-,' stattet Anzeigen in unseren Droschken auszuhängen, wo wir den Vorteil davon gehabt hätten: warum sollen wir es jetzt tun für die Regierung?" Ter Leser suchte den Männern daraufhin klar zu machen, daß cs sich hier um eine ernste Sache im Interesse aller handele, daß es also auch in ihrem Interesse liege, wenn sich schnell und reichlich Freiwillige meldeten. Und die Antwort? „Ach was, der Krieg verläuft ja gut für uns. Alle Leute sagen ja, daß wir gewinnen werden, Und wenn die Regierung wußte, daß sie im Kriegsfall mehr Leute brauchte, warum hat sie das nicht vorher gesagt und danach gehandelt?" „Und so", fährt der Einsender fort, „fühlen und denkeit die groheu Massen," Wir aber gedenken der hcllanfleuchtcnden Begeisterung, die unser Volk bis zum letzten Mann und bis zur letzten Frau in diesen Tagen erfüllt, und freuen uns des Unterschiedes zwischen deutschem und englischem Patriotismus. L o r d K i t ch e n e r hat denn auch schon die Altersgrenze für die zweiten 100 000 Mann, die er sucht, bis 19 Jahre nach unten und 55 nach oben ausgedehnt. Die „Times" selbst begleitet diese Mitteilung mit folgender beweglichen Mahnung: Wir hoffen, daß viele von denen, die sich noch nicht gemeldet haben, nur darum zögern, weil sie die Krisis nicht für hinreichend ernst Hallen, Wir versichern sie, daß die Lage ernst ist, daß die ganze Zukunst des Reiches in Frage steht, daß die Freiheit und Unabhängigkeit jedes Briten geiährdet ist. Wir glauben fest, daß wir am Ende siegen werden, aber wir sind uns ebenso klar darüber, daß der Sieg nur gewonnen tverden kann, wenn wir „die Jacken ausziehen" und uns anstrengen bis zur Grenze unserer Leistungsfähigkeit, Die Zeit ist noch nicht da, daß auch Leute fechten müssen, die für Weib und Kind zu sorgen haben, obwohl auch sie gut tun würden, sich darauf vorzubererten. Aber die Zeit ist gekommen, wo jeder freie, junge und körperlich fehlerlose Mann sich sollte einschreiben lassen. Jeder von ihnen, der sich nicht einschreiben läßt, setzt sich dem Vorwurf aus, unpatriotisch oder — ängstlich zu sein, B e r l i n , 1, Sept, lieber Stockholm erklärt das „Aftonbladet" aus London: In England herrscht starke Beunruhigung wegen derHabgierJapans, das Msichten aus Deutsch- Guinea und den übrigen deutschen Kolonialbesitz zu erkennen gibt. Englische, und besonders australische Politiker fordern, daß England durch sofortige Besitzergreifung dieser Kolonien der japanischen Raubgier zuvorkomme. In P aris hat das Gefühl der Unsicherheit, wie aus Stockholm gemeldet wird, alle Bcvölkerungskreise ergriffen. Dem „M a n ch e st c r G u a r d" wird aus Paris berichtet, dre Militärbehörden hätten die Maßregel getrosfen, den Verkniff englischer Blätter zu verbieten. In der Folge davon sei das Publikum überzeugt, diese Blätter müßten niederschmetternde Berichte enthalten, die von den Franzosen geheim gehalten werden sollten. In einem Bericht der „Times" über die Kämpfe an der belgischfranzösischen Grenze werden die britischen Verluste als ansehnlich bezeichnet. Viele Regimenter seien vernichtet und hätten den größten Teil ihrer Offiziere verloren. Der Korrespondent meint, der französische Generalstab habe die deutsche Truppenmacht unterschätzt. Aus Stadt und Land. Gießen, 2. September 1914. Trinker-Fürsorgestelle kür Stadt und Landkreis Gieße», Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Donnerstag abend 8 bis VI, Uhr. ** Im Kampfe gefallene Gießener, Am 22. August starb an einer schweren Verwundung Leutnant Carl v, Grolman vom Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm" Nr, 116. — Ebenfalls ein Gießener Kind ist der Professor Udo Kraft, der als Kriegsfreiwilliger vor dem Feinde stand und auch am 22, August seinen Tod fand, *' D e r O r i e n t i e r » n g s k „ rs überKriegssanitäts- wesen ist bis ans den Vortrag de? Herrn Landgerichtsrats Wiener, der veffchoben iverden mußt«, beendet. Er war zabl- reich von Aerzte» »nd sonst i» der Krankenpflege tätigen Personen, in> ganzen von 94 Teilnebmern außer den Vortragenden und Gästen, besucht. Von den, Ertrag konnten 6a Mk, an das Rote Kreuz, 80 Mk, an die Reservelazarette in Gießen, 39 Mk. a» das Land- sturmbataillo» Gieße» abgestiiirt werden. Der Schlußvortraq über das Rote Kreuz sindet später statt. Allen Beteiligten sei hierdurch qedankt. ** Das oberhessische Museum unddieGail- schen Sammlungen bitten um Abzüge von Kriegs- bildern, die bei Gelegenheit der Einberufung, des Eisenbahntransportes und des sonstigen Kriegslebens in Gießen und in der Provinz Oberhessen angefertigt worden sind. Es wird dies insbesondere für die Nachwelt eine ut,schätzbare Erinnerung aus großer Zeit sein. Etwaige Aufnahmen bittet man Ludwigsplatz 1011. abzngeben, ** Schulbeginn, In den Volksschulen beginnt der Unterricht bereits Donnerstag, den 3, September, vormittags 8 Uhr, " Von, Polizei amt wird »ns mitgeteilt: heute nioraen wurde in dem Esstggäßchen dahier ein weißes Danienhemd mit Achselschlutz, gezeichnet „L“, »nd ein weißes Damen-Beinkleid gesunden, welche offenbar ans einen, Ticbstabl berrnbren. Eigentümer können sich bei der Kriminalpolizei des Grobh. Polize,- amts melden, ' Papier, Früchte, Ob st re st e und sonstige Abfälle sollte man nicht aus Bürgersteige und Straßen werien, hierdurch werden die Straße» verunreinigt „nd Geiahren iür die Passanten hervorqerusen, die durch Ansgleite» ans Obstresten und dergleichen z» Falle komme» u»b sich erheblich verletzen könne». (Siehe amtliche Bekanntmachung.) ** Das Großherzoglich Hessische Regierungsblatt Nr, 30 vom 31, August enthält: 1. BekanMmachung, Abänderung der Llussührungsbestimmungen A, C, D nebst Anlage b und E zum Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetz betreffend, 2, Bekanntmachung, Grundsätze für das Verfahren bei Wettbewerben in Werken der Bildhauerkunst betreffend, 3, Bekanntmachung, die Absertigungsbefugnisse des Hauptsteueramts Worms betreffend, ** Güterrechtsregister, Carl Wagner, Arbeiter in Gießen, und dessen Ehefrau Marie geb, Keil, Heinrich Seid- l e r, Werkmeister in Lollar, und dessen Ehefrau Elisabetbe geb, Weinrich, und Ludwig Schadeck vierter, Landwirt in Lollar, und dessen Ehefrau Margarate geb, Geißler haben Gütertrennung vereinbart, ** Konkurse in Hessen. Im Konkurse über das Vermögen der Firma Earl Stückrat b in Gießen soll eine Abicblags- verteilung crkolqen. Dazu sind verkügbar Mk. 61 924,11, während »» berücksichtigen sind Mk. 26^ 331,13 nicht bevorrechtigte Forderungen oder 28 Prozent. — I», Konkurse über das Vermögen der Deutschen S o m in e r - F l » q z e » g n> e r ( e, G. m. b. H., in Darin stndt, ist an Stelle des z„ de» Waffen einberusenen bisherigen Konkursverwalters Rechtsanwalt Weisel in Tarmstadt Rechtsanwalt Dr. O v v e » h e i m e r in Darmstadt zum Konkursverwalter bestellt worden. H ' Landkreis Gießen. — Clcf), 2. Sept, Die G e l d s a in », l „ n g i ü r s Rote Kreuz ergab in den Gemeinden: Lich 3739,69 Mk.. Nieder- Bessnrgen 200,00 Wt., Eberstndt 583,10 Mk, Bette,ihaüsen 75,40 Mk Birklar 178,20 Mk„ Hos-Güll 400,00 Mk. = Lang-Göns, 1, Sept, Heute starb der Lehrer Georg 18 ö n s e l zu Lang-Göns im Alter von 86 Jahren, KrciS Fricdberg. b Fried berg, 1 ^ept. Schon nächsten Donnerstag werden die Seininaristen der ersten Klaffe unseres Lehrerseniinars ihre A b g a n g s p r ü I u n g machen, um daun gleich Verwendung tm Echuldieuste zu fiudeu, da es an Schiiiverwaltern iehlt. - Ga mb ach, .31, August, Der 18 jährige Sohn des hiesigen Bahnoorstehers Nagel, Joseph Nagel, der als Schiffsjunge in Mainz in Diensten stand, ertrank im Rhein beim Baden, Seine Leiche wurde in Kastel gelandet, Kreis Friedverg, r, Bad-Nauheim, 1, Sept, In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurden von der Anleihe des Jahres 1902 ausgclost die Nummern 37, 44, 165, 206, 299, 328, 380 zu je 1000 Mark; 136, 221, 238, 319, 480, 531, 535 zu je 500 Mark: 56, 91, 107, 179 zu je 200 Mark, Rückzahlung erfolgt am 1, April 1915, — Die Viktoria st raße heißt in Zukunst Aiqgista-Biktoriastraße und die B r i t a n n i a st r a ß e erhält den Namen Zeppetinslraße, — Den Familien der im Felde stehenden städtischen Arbeiter wird eine Kriegsunterstützung von 25 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes des Ernährers bewilligt, — Dir sür September angcsetzten Stadtverordneten,vahlen werden ant unbestimmte Zeit vertagt, — Ebenso beschließt die Versammlung, daß die Kirchweih in Anbetracht der schweren Zeit aussallen soll. — Aus dem Friedhot wird ein besonderer Platz bereit gehalten, aus den, die in Bad-Nauheim sterbenden Kriegsteilnehmer ohne Rücksicht aus Nationalität oder Religion ihre gemelnsamc Ruhestätte finden sollen, Hessen-Nassau. () Marburg, 1, Sept, Aus dem Fenster ge- st ü r z t. Während heute früh eine junge Mutter hier auf die Straße eilte, um die neueste Kriegsdepesche zu lesen, stürzte ihr zweijähriges Söhncheu vom Balkon des dritten Stocks aus in den &of. Der Tod trat alsbald ein, () Marburg, 1, Sept, Unter dem Kommando des Generals a.D, von Pentz hat sich hier eine sog, Stadtwehr gebildet, der etwa 200 Herren aus allen Ständen beigetreten sind. Die russischen Häfen der Schwarzen Meeres. Odessa, auf Befehl Katharinas II, so benannt nach der im Altertum hier gelegenen griechischen Kolonie Odessus, war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ein elendes Tatarendorf, Dank seiner günstigen Lage und der Fruchtbarkeit seines Hinterlandes blühte der I Ort dann schnell zu dem größten Handelshafen Rußlands über- ; Haupt auf. Heute wird es von einer halben Million Menschen bewohnt, Es ist der Hauptausfuhrplatz des russischen Getreides nach« den Mittelmcerländern, Aber auch mit den Häfen Deutschlands,; « Hollands, Belgiens und Englands steh^Odffsa in regem Verkehr, j Im Ämter ist von den langen, breiten Straßen der regelmäßig angelegten Stadt „De Ribas" die belebteste, während im Sommer auf \ dem Primorski-Boulevard ein babylonisches Sprachengewirr: fl herrscht. Mehrere deutsche Kolonien mit deutschen Namen zeugen: von dem starken Anteil Deutschlands am geistigen und Wirtschafts-. I leben der Stadt. Leider spielt Odessa in der Geschichte der Cholera und der Judenhetzen eine toenig beneidenswerte Rolle, — Das be- 1 nachbarte Nikolajew wurde 1788 von Potemkin auf einer von den hier sich vereinigenden Flüssen Bug und Jngul gebildeten Halbinsel als Admiralitätsstadt gegründet. Zwar dienen drei von feine» vier Häfen Handclszweckcn, Aber seine vornehmlich kriege- riscke Bestimmung macht es zu einer ungefährlichen Nebenbuhlerin! Odessas, Auch Cherson an der Mündung des Tnjepr ist eine Gründung Potemkins, Wesentlich älter ist Eupatorta, Es ist eine der ältesten Städte der Krim, Früher Resiocnz des Chans der Krim, wurde es später von den Tataren erobert, die noch heute einen so starken Teil der^Bevölkerung bilden, daß hier nicht weniger als fünf tatarische Schulen sind. Hier landete am 14, September 1854 das türkisch-englisch, sranzösisch« Heer, um zur Belagerung Sebaswpols zu schreiten. So zur Zeit des Augustus ihm zu Ehren genannt (Augustus griechisch: Scbastost, blickte die Stadt schon damals aus ein hohes Alter zurück. War sic doch 648 v. Ehr, von den Griechen gegrüicket worden. Als 1783 das krimsche Chanat russisch wurde, gründete Potemkin hier einen Kriegshafcn, der von Nikolaus l, auSgebaut wurde. Gleichzeitig Handelshafen, erfreute sich Sebaftopot der schönsten Blüte, als die jetzigen Freunde Rußlands es zri bombardieren' begannen. Weder seine viel bestaunten Befestigungen, noch seme 700 Geschütze schwersten Kalibers konnten das Verhängnis abwenden, Nach elfmonatiger Belagerung war es ein Trümmerhaufen, Seine srühere Blüte hat es nie wieder erreicht, zumal der Handel seit Jahren absichtlich nach dem östlich gelegenen Feodosia abgeleitet 'wird. Im Besitz eines großen Häsens hatte Feodosia irüher trotz günstiger Loge und reger Industrie keinen b-deutenden Seeverkehr, An die wechjelreichc Geschichte der schon von den Griechen gegründeten Stadt erinnern zahlreiche Ruinen, aber auch viele gut erhaltene Bauten, So trägt die Straße am Meer noch jetzt italienisches Gepräge aus der Zeit der genuesischen 'Herrschaft, — Iier belebteste Hasen der Krim ist Kerls ch, Tie Stadt breitet sich halbmondförmig am Fuße des Mithridatesberges aus, An ihr vorber führt die Straße von Kertsch in das Asowsche Meer,, Wir betreten hier das Naphthagebiet Kaukasiens, zu dessen Symptomen auch einige Schlammsprudel in der Umgegend gehören, — Tie wichtigeren Häsen des Asowschen Meeres liegen mit Ausnahme Rostows an der Nordwestküste: Berdjansk, Taganrvg, M a r i u v o l. Von den asiatischen .Häsen des Schwarzen Meeres kam A n a pa erst 1829 in russischen Besitz, nachdem es vorher bereits zweimal (1791. 1807t von den Russen erobert worden war, Nowo« r o s s i j s k blühte trotz seines geräumigen Hafens nick der dortigen reichen Fischgründe erst nach seiner Verbindung mit der Wladi- kamkas-Bahn auf, die den Getreidehandel von Kertsch hierbei zog. Das früher als Fieberhöhle gefürchtete Suchum Kale hat sich infolge von Aufsorstung von Eukalyvtuswäldern in einen klimatischen Luftkurort verwandelt, Poti, im alten Kolchis, dem Ziele der Argonauten gelegen, kann neben Batum nicht empor- kommen, das wegen seines geräumigen »ich geschützten Häsens der gewaltige Stapel- und Anssuhrplatz des russischen Petroleums ist, O. K. wöcyentl. Uebersicht der Todesfälle i. d.Ltadt Siehen. 33, Woche. Vom 9. bis IAugust 1914 (Einwohnerzahl: anaenoimneii zu 32 990 linkt, 1690 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 14,22»/.. nach Abzug vo» 3 Ortsire nd«>, 9,50»'.,. Kinder Es starben a»: Zulainmen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr. Tuberkulose 10) i (i) — — Lungenentzündung I i — — Herzleiden 2(1) 2(1) — — Krebs 4 4 — — Selbstmord I (0 1(D — — Summa: 9 (8) 9 (3) — — A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todessälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Amtlicher Wetterbericht. Oesfcntliche Wetterdienst st ekle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 3, Sept. 1914: Fortdauer der bestehenden Witterung: Heiter »nd trocken, doch Gewitterneigung. Letzte Nachrichten. Givet gefallen! (WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Septtmb. (Amtlich.) Die Veste Givet ist am 31. August gefallen, (Givet liegt südlich von Namur, an- der französisch-belgischen Grenze, auf französischem Boden.) ■wenn sie statt den teueren Marken unsere Einkochgläser und Apparate kauft. — Durch ganz bedeutende Abschlüsse sind wir in der Lage, zu folgenden enorm billigen Preisen verkaufen zu können. Einkoch-Gläser „Renata“ genau wie Rexgläser zu jedem Apparat passend, -fc ] mit Deckel und Ia. Gummi- Ring .. schmale 1 / i ] /j 3 /< Vi Rtr. Form 35 40 45 50 Pf. breite '/■> s /< 1 l 1 /? 2 Ltr. Form 50 55 60 70 80 Pt. der denkbar beste u. einfachste Mk. Kochtiucti mit Gebraiichsanweisiing zujedera Apparat gratis. Einkochkrüge, Einmaclitöpfe, GeleeglSser,Saftflaschen Saftbeutel, Ansetzflaschen, Kochtöpfe für Gelee usw. W Trotz der billigen Preise noch Rabattmarken, tn Porzellanhaus Löwer&Bechslem Xenntadt 2—4 Telephon 484 Gutenbergstraße 141 hocBT. Herrsebafls-Wohnnng, 8 Zimmer nebit Wintergart., Bad, Zenlral-Heizung, Gas und elcttv. Sirfit und allem Aubebör ans 1. Oktober zu Perm. 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Mts. einzureichen. Die Bezahlung erfolgt nach Amtsblatt Nr. 18 vom 19. Mai 1914. Gießen, den 1. September 1914. Großh. Universitäts-Rentamt. I. D.: Seyfferth. 9517 D E o:oÄXiÄÄ~o"t'rt'frrrrrrrrrrrroxo:x 3 tG Wir empfehlen IW Socken- Unterzeuge [Sie wir an die im Felde stehenden Soldaten durch eld-Postbrief befördern 9410a ehr. imlisuser Marktplatz = 9- 0 = Armeelirowningpist. ni. s. Zn- heh.z.verk. 06410 Hrold.3tr.bp. Bekanntmachung. Kriegsfreiwillige werden im Ersav-Bal. 116 wieder eingeiiellt. Äieldnngen jederzeit von morgens 8 Uhr in der Neuen Kaserne. ....... Leute, die bereits ausgemusierl und, dur>en nach Ver- fttgunn des Kriegs,»inisteriums nicht als Kriegsfreiwillige eingestellt werden._ | Roggen- taterstroti u. Spreu ä'pf.B rkonsteck & Schneider. Wachsam, grölt. Hund nicht bösartig, nicht »nt. ein. Iabr, soiort z. kauien geiuchi. Negierunnsrni Langerniann Ivlarburger Sir. 110. t9508 MM m Alteisen, Lumben.Kiiochon. Papier, Kupier. 21! es fing. 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Vergebung von ttüchenbedürfniffen. • Die Lieferung des Bedarfs der im Betriebe der Unterzeichneten Verwaltung für die Dauer des Krieges ersorderlichen Lebensmittel soll in nachstehenden Losen vergeben werden: Los I. Fleisch- und Wursttvaren Los II. Kolonialwaren LoS III. Gemüse Los IV. Kariofsein Los V. Butter, Handkäse. Limburgerkäse, Mild). Angebote sind perschlossen bis zum 4. September der Küchenverwaliung einznreichen. Die Eröffnung der- seibcn findet am 5. September 1914, 10 Uhr vormittags, in Kaserne I im Beisein der etwa erschienenen Biete, statt. 9501 Küchen vertvallnng de? Ersatz-Bataillons Zni.-Regts. Nr.llü Bekanntmachung» Der llnicrricht an de» diesigen Volksjchulcn beginn! wieder am Donnerstag, den 3. September, vornnttags 8 Uhr. Die Ellern der Sdinlkinder werden aufgefordert, sür ordnnngsmüstigen Schuiöesudi ihrer Kinder zu sorgen. Giehen, den 27. August 1914. Der Schulvorstand. Keller. _ 9510 B Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurve heute bezüglich der Firma S. H. Cohn in Rixdorf, Zweig- niedcrlasiung Badeuburger Mühle, eingetragen: Der Gesellschafter Heinrich Cohn heißt jetzt Heinrich Zoellner. Gießen, den 29. August 1914. 9515 B Großherzogliches Amtsgericht._ Für Militärlieferungen 93381 kaufen wir HaferÄr"! Roggen Weizen Gerste zn höchsten Preisen, Bär & Wetterhahn Giessen L,leblgstrasse 3 A MD -.IgA— Liebigstr. 83 ■ üb 6 I TelepüonMS Maler- nnd Weisshinder-SescMti empfiehlt sieb fürWohnnngsrenoriernngen, Firmenscbreüien, Lackieren von lüdheln nnd dgl. Beste Lns- ffikrnng. PHnktl. Bedienang. Billigste Preisa ? Das Beste für die llantpflege Ist: „MriiS" vQ 25 Pf t. pro Stück. J Stick 65 ~- Nachahmunqrcn weisem.zurück. Vereintste Chemische Werk« Aktienjeseltschaft, ChaHottenburß, Salrufer 16. Abteilung Lanolin-Febrik Martinikenfelde. Am 22 August starb den Heldentod fürs Vaterland mein geliebter Mann Carl von Grolman Leutnant im Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm“ (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116. Hildegard von Grolman geb. König. WH SL irVa ■ - ü D Nachruf. Am 22. August 1914 starb unser I. Direktor ttlnr Leutnant der Reserve den Heldentod für das Vaterland. Der Verstorbene stellte seine reichen Kenntnisse in den Dienst unserer Bestrebungen und wirkte so nach Kräften an der Hebung und Förderung unserer heimischen Ziegenzucht. Wir werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. Kreisziegenzuchtverein Gießen Fenchel, stellvertr. Direktor. Giessen, den 1. September 1914. 8521D Statt besonderer Anzeige! Am 22. August fiel als Kriegsfreiwilliger unser lieber Bruder, Schwager und Onkel [06408 Professor Udo Kraft im 44. Lebensjahre. Direktor Dr. Fr. Kraft Frau Anna Kaiser, geb. Kraft Dr. med. Th. und Kinder Kaiser. Quedlinburg und Worms, den 31. August 1914 Heute vormittag 11V- Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden unser Onkel Lehrer Georg Bönsel zu Lang Göns im Alter vor 86 Jahren. Für die trauernden Hinterbliebenen: Kaspar Bönsel Anna Bönsel. Lang-Göns, am 1. September 1914. D e Beerdigung soll zu Lang-Göns Donnerstag, den 3. ds. Mts., nachmittags 3‘/i Uhr, stattfinden. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verlust sagt innigen Dank i. N. der Hinterbliebenen: Clara Sundheim, geb.Waiimuth. 9514 D Am 22. A.ugust starb den Heldentod fürs "V"ater- land unser lieber Korpsbruder Arnold Tamm (Khenaniae Bonn) Bandwirtschaftslehrer und Beutnant der Reserve im Infanterie-Regiment Kr. 81. Ehre seinem Andenken! Giessen, den 1. September 1914. Dev 1 C. C. der Hassia. 9527D I. A.: Gentsch. Lehrerheim li.LMeil Pracht». Höhenlage. Dicht a. Heute morgen 11 Ohr entschlief sanft nach schwerem kurzen Leiden unser innigsfgeliebter Sohn, Bruder und Lnkel Wolde. Auch sllr fliichtledrer Anerf. beste Verpft. Tennis- Carl »lab. Bad. Saal in.Klavier. Wald-Wirtsä>. Kinderspielst PächterrRud. Müller. 19051 Weinessig im Alter von 9 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich SeippVII. Lollar, den 1. September 1914. 9511 Die Beerdigung findet Donnerstag, 3. September, statt. Liier 50 Psg. Otto Schass, Seltersweg 39. [943ö< Haschinensehrcibeii Stenographie Ruchftthrung alle Hamlelsfhcher lernt man mit s. Erfolg in Hermes-Lehr-Instttnt, West-Anlage 51 U*, Bahnhofstiaße 45 Anfäng.- u. Fortbildungskurse f.Damen u.Herren. Voranichl.n.Nechnunge» stellt, Auskunft ert. lMM K. Wenzel. Schillerstr.23Ik Am 20. Auauit ftarh den Heldentod siirs Baierland unser innigstaeiiehier unveraeft- licher Sohn, Bruder, Schwager, Onfel, Enkel, Neffe und Bräutigam 19506 Reserve-Feldwebel Lndwig Wallbott, Lehrer im 24. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Hrch. Wallbott 11. Frau Katharine, geb. Briegel und Angehörige. Garbenleich, Reinheim. Ranstadt, Berlin, Hartmannshain, den 31. August 1914. Dr. kr LIN EWALD Hals-, Nasen-, Ohrenarzt, l-iebigstr. 33 zmn Felds anitätsdienst einberufen Vertreter: Herr Dr. Well, Seltersweg 9519 Mldjcr LnMeil-Lerein. Zeppeline vor, Flieger heraus I Zieht durch die Lust, schützt Hof und Haus! Gott sei mit Euch in schwerer Not, Behüte Euch vor srühem Tod! So ist es denn gekommen, schneller als man vermutete. Gan, Europa starrt in Waffen. Ein Krieg ohnegleichen ist über uns hereingebrochen. Gerüstet ftnd wir bis ins Kleinste. Wie die Wehr zu Lande und zu Waffer, so ift auch unsere Wehr in der Lust dah vorbereitet. Voll Vertrauen dürsen wir hoffen, unsere deutsche Lustffotte sich bewähren wird. Schon kommen Nachrichten von den Grenzen, die melden, das; nicht nur die Flugzeuge, sondern auch die Luftkreuzer Anteil haben an den kleinen und groben Ersolgen. Auch unser Verein dars ftch einen Teil dieser Erfolge anrechnen und als Frucht seiner Arbeit ansehen. Das soll uns ein Sporn sein, nicht zu erlahmen. Laßt uns tiidjt müde werden, sucht immer wieder das Interesse für unseren Verein zu wecken. Werbt Mitglieder für die große Sache! Aber kein Stillstand. Nicht nur werben wollen wir. sondern auch wirken. Wieviel Kummer, Not und Sorge muh ftch einftnden, die zu lindern alle Nichtkämpser berusen sind. Wohlan denn, denkt derer, die im Flugzeug oder Lusikreuzer ihr Leben, ihre Gesundheit einsetzen zum Besten des Vaterlandes. Da wird manche Not zu lindern, manche Träne zu trocknen sein. Darum Ihr unsere Mitglieder, die Ihr daheim geblieben, lut Eure milde Hand aus, sammelt Mittel, um in gröbter Not allen Ovsern unserer Lustflotte zu Helsen. Unser Verein aber ruft allen seinen Mitgliedern, die zur Verteidigung des Vaterlandes ewgezogen sind oder Heei dem aktiven Heer angehären. auS veriranendem Herzen zn Gott mit Euch, Gott helfe Euch zum Siege! Gaben bittet man unter der Bezeichnung „Kriegs- luftflotte' ,u senden an die Mittcldcntiche Crcditbank, Filiale Sieben. Für Trauer empfehlen unser Lager in Trauerhüt., schw. Schürzen, schw. Satin - Blusen, schw. Handschuhen, Trauer-Flor, Crfepe, schwarze Krawatten, Telephonieren Sie Trauer-Schleier. 8635a 2? 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