Ul m Zweites Blatt 164- Jahrgang Erscheint lägHch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gietzener Za«tiie»diLtter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „ Kreis i ffatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Zeit- fra-en" erscheinen monatlich zweimal. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Cberhejjen Dienstag. 1. September 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts - Buch- und Steindrnckerei. R. L an g e, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e=sg51. Redaktion: SE 112 . Tel.-Adr.:A»zeigerGießen. 3m französischen Maastale. Wiederum ist das französische Maastal, das vor gerade 44 Jahren dem französischen Heere bei Sedan so verhöng- rriÄwll wurde, der Schauplatz gewaltiger Kämpfe, deren ungeheure Maßstäbc^ sich mit denen von 1.870 freilich nicht ^vergleichen lassen. Schon haben die deutschen Truppen bei Mezieres iu breiter Front die Maas überschritten, schon ist V e r d u n im Süden bedroht. Bei Mezieres wechselt das Maastal völlig unvermittelt seinen Charakter; hier tritt nämlich der Fluß, in das Aroennengebiet ein, von hier .Mi durchfließt er in zahlreichen, bald breiten, bald engen Windungen ein romantisches Waldgebirge, hier sind an seinen Ufern .Hüttenwerke, Fabriken, Arbeiterdörfer ohne Zahl, denn hier beginnt das Gebiet des Eisens, das fast die ganze belgisch-französische Grenze int Ardennengebiet beherrscht. Mezieres selbst ist der Mittelpunkt dieser Industrie. In der Vergangenheit hat der Ort eine bedeutende Rolle gespielt: mehrfach haben kämpfende Heere ihn umstritten, und besonders heldenmütig war die Verteidigung MeziereS unter Führung Bayards gegen Karl V. im Jahre 1521. Seit zwei Jahrzehnten ziert ein Standbild Bayards die Stadt. In der deutschen Geschichte hat Mezieres zweimal eine Rolle gespielt: 1815 wurde es durch die Preußen längere Zeit belagert, ehe es sich ergab, und im Kriege 1820 , 71 konnte es dem deutschen Anstürme nur zwei Tage lang trotzen: es übergab sich am 2. Januar 1871 nad), zweitägiger Beschießung Seit dem dcntschl-französischen Kriege hat sich der Jndustrieort gewaltig entwickelt. Das «igentlichc Mezieres, das aus einem Isthmus des Maas- ibogens liegt, ist zu klein geworden. Man hat zwar Häuser von vielen Stockwerken Höhe gebaut, allein diese boten der Bevölkerung nicht genug Platz, und so ist die Stadt im Begriffe, mit den Nachbarorlschajten zu verschmelzen, ein Vorgang, der sich teilweise schon vollzogen hat. .Gegenüber von Mezieres, nördlich aus dem linken Maas- user, liegt Charleville, und da wo die Vcnce in die Maas mündet, Mo hon. An den Ufern der Flüsse —i auch die Sermonne mündet hier — ziehen sich weithin Arbeiterhäuser, Werkstätten und große Fabriken; der Städtekomplex macht einen häßlichen Eindruck und dicke Rauch-- wolken lagern hier über dem Maastale. Im weiten Umkreise sind an den Ufern einzelne Fabriken, und jede schickt sich an, der Mittelpuukt eines neuen kleinen Vorortes zu werden, der früher oder später mit der eigentlichen e Heer, das schon am Tage vorher so arg vfftgenommen worden sei (!), die Offensive ergriffen und die ganze Armee zum Rückzüge gezwungen habe, nachdem der lmke deutsche Flügel vollständig ausgerieben worden sei 80 000 Manu hätten die Preußen verloren, König und Kronprinz sich eiligst nach Cler- nrom-en-Argvmre zurückgezogen und Metz ivar bereits wieder frei. Bald, so irreldere die Zeitung, werden wir an der Spitze unseres Blattes melden können: „Sieg! Großer Sieg!" Me 'amtlichen Nachrichten waren ja allerdings nicht gcmz io ausschweifend, meldeten aber immerhin Vorteile des französischen Heeres, Mißerfolge und Verluste der Deutschen, Und nun brach der 3, September an. Ew schöner Herbstsonnenwg. Paris strahlte vor Sonne und vor Glück. Der „Figaro" phantasierte von der „Sonne von Austerkitz" und harte sich von ewem „gut unterrichteten" Herrn veffichern lassen: „Bor Ablaut von vierzehn Tagen werden wir in Frankfurt den FriedeuSvertrag unterzech- wen." Am nächsten Morgen bestätigte das Boulevard-Blatt Noch den großen Sieg. Me Preußen waren aufs Haupt geschlagen, 30 Kanonen waren Wien weggenommen, man dürste ahne Uäber- hier Mac Mahon am 30. August über die Maas zurückge- worfen. Weiter geht die Fahrt, der Fluß beschreibt zwei große Bogen, verläuft dann eine Zeitlang geradlinig, am Fuße sanfter Hügel erblickt man -wtenay, eine Kleinstadt an der Ostbiahn mit einigen Eisenhütten, Mahl- und Schneidemühlen, die in dem Kriege zwischen Frankreich, Spanien und Lothringen heiß umstritten wurde. Erst Ludwig XIV. ließ die Festung schleifen. Bald daraus erreicht man, genau von Norden kommend, Dun. Der Name des OrteS ist keltisch: Dun heißt Berg und nach den Bergen ist der Ort auch benannt. Am linken Ufer treten nämlich die Hügel, die das Maastal umsäumen, dichter an den Fluß heran und auf einem dieser „Berge" liegen die Reste eines alten Schlosses. Noch immer begleiten unendliche Wiesen den Lauf der Maas und erst wenn man sich Verdun nähert, wird die Landschaft etwas anders,' heiterer, im Grün der Wiesen liegen nicht nur viele Dörfer, sondern man sieht wieder richtige Hügel, deren Hänge mit Wein bewachsen sind und wo diese Hügel irgendeine nennenswerte Höhe haben, sind sie von Forts gekrönt, den letzten Forts, die zum Bereiche der Festung Verdun gehören. Elfüssische „Zranktireurr". Ein katholischer elsässischer Pfarrer, der, wie die „Köln. Volksztg." schreibt, ob seines ruhigen, sachlichen Urteils allgemeine Achtung genießt, schreibt diesem Blatte: Als Schulbeispiel für die Entstehung der Franktireurlegende Einzclsällc gibt natürlich jeder bereitwillig zu, wenn sic faktisch nachgewiesen sind! -- möchte ich ein Vorkommnis Mitteilen, das sich in den Tagen des Aufmarsches der Truppen in eineni cl- sässischen Dorfe abgespielt hat, bei welchem nur durch eine Reihe glücklicher Umstande es verhindert wurde, daß gegen das Torf die härtesten Maßnahmen durchgeführt wurden. Von der ersten Stunde der Mobilmachung an hatte das rund 500 Einwohner zählende Dorf außer der Last einer starken Besatzung nebst Arbeiterkompagnie auch die vorübergehende Anwesenheit großer Truppenteile auf deren Durchmarsch attsznhalten. Jeder tut, was er kann, und so schickte ich denn meine Schwester zur Aushilse dorthin an den väterlichen Herd. Ettoa 40 Mann täglich „erwarteten von ihr Speise zu jeder Zeck" und dazu noch viele andere Dinge. Alles gab man im Dorf, so lang man hatte. Oft war man glücklich, wenn irgend ein Mann auf dem Durchzug ein Stück Pumpernickel hatte liegen lassen. Dann hatte man doch auch Brot stir sich. Zwei Wochen gingen so glücklich vorüber. Am Hinunelsahrt- abend gegen Mitternacht suchte man denn im Dorfe seine Schlafstätte auf, soweit sie nicht etwa an Kriegsleute »ergeben war. Aber schon wicker was Neues. Ein Quartiermacher meldet eine größere Truppe an für 2 Uhr morgens. Für die Mannschasten die Scheunen aufm», für die Chargen Sessel, Liegrstühlc, Betten nach Möglichkeit bereithalten für kurze Rast! Gleich ist's auch geschehen: Uebung macht den Meister. Zur angesagten Zeck trifft die Truppe ein. Bor dem Rheinübergang erfolgte Befehl, scharf zu laden; man vermutete wohl den Feind in der Nähe. Rasch sind die Leute untergebracht, jetzt endlich darf auch der Dorfbewohner an Schlaf denken. Kaum gedacht, ist der Lust ein End' gemacht. Ein Knall und noch einer, imd dann ein Lärm von umstürzenden Stühlen und Bänken, von rufenden, lausenden Menschen und dann — hilf Himmel! — es kracht an allen Ecken, und unheimlich sausen die Geschosse durch die dunkle Nacht. Mein Schwesterlein hat der Fürwitz schon draußen, es will das beschossene Flugzeug loch sehen' Schnell reißt sie niein Brndec noch ins Haus' herein, und hinterher stürzen und rollen, gebückt und geduckt, fünf, zehn, zwanzig Mann und noch mehr. Denn nickt in die Höhe nach Flugzeugen, sondern flach durch die Gassen pfeifen die Kugeln. Also nur mal rein ins schützende Haus! Noch ein paar Mal kracht's, dann ist's still. Man hört wieder Menschenstimmen und tsagt sich hinaus. Der Bürgermeister steht schon da auf der Brücke. bedauere sehr," sagt gerade ein hö- -herer Offizier zu ihm. „aber in dem Falle muß die Strenge des Kriegsrechtes walten!" Und jetzt tritt er ins Haus zurück. „Ja, l sehen Sie. Fräulein, da hat man nun den Euipsang. Kaum sind wir treibung von einem Massacrc des deuffchen Heeres sprechen. Ja es karu noch schlimmer — oder, so mochten die Pariser damals denken, bester: der arme alte König Wilhelm war, so wußte der „Ganlois" zu erzählen, nach der furchtbaren Niederlage seiner Truppen in Wahnsinn verfallen und hatte von Barennes nach Berlin geschafft werden müssen! Das war am Vormittage^des 4. Septembers des Jahres.»'870. Schon längst war in diesen stunden das Schicksal des französischen Feldheeres entschieden. Nur eine kurze Spanne Zeit später, und die vernichtende Nachricht raste durch Paris bis in b.ta letzten Winkel der Riesenstadt. Wut und Verzweiflung waren die Folge, das Kaiserreich stürzte, die Republik ward ansgerufen. So ging es 1870 in den Tagen von Sedan. Und heute? Wie sagen doch unsere geistreichen Nachbarn im Westen? Tont revient . . . Alles kehrt wieder, alles wiederholt sich. . . * R.B. Darmstadt, 31. Aug. Das Darmstädter Hoftheater wird am Donnerstag, den 17. September (Geburtstag der Großherzogin) seine neue Spielzeit für das kommende Winlcr- halbjahr eröffnen. Die Wiedereröffnung war schon für Anfang September vorgesehen, in Rücksicht aus die schwere Kriegszeit aber verschoben worden. Ta jedoch durch eine noch längere Verschiebung des Theateranfangs den nach Hunderten zählenden Mitgliedern des Hoftheaters und der Hoskapclle ein großer pekuniärer Schaden zugefügt werden würde und auch in weilen Kreisen der Wunsch nach Erbauung an ernsten, vaterländischen Thealerdarbietungen besteht, auch andenvärts — Frankfurt, Mannheim usw. — trotz oer Kriegszeit die Thealervorstellungen wieder ausgenommen ivurden, so hat man sich mit Recht auch in Darmstadt zu diesem Schritt entschlossen. — Die Jahrhundcrtausstellung deutscher Kunst von 1650—1800 im Residcnzschloß zu Darmstadt wird am 1. September wieder eröffnet. Die Ausstellungsleitung weist daraus hin, daß die Jahrhundertschau gerade in der gegenwärtigen Zeit durch die nationale künstlerische Vergangenheit doppelt zu den Herzen der Besucher sprechen wird. — Das Preisausschreiben des Goethebundes. Der Vorsitzende des Württ. Goeth.'-Bundcs, Baron zu Putli'tz, Abt bekannt: In Bezug aut'dis Preisausschreiben: „Was hat zur Milderung der Klassengegensätze zu geschehen, welche heute die aufeinander angewiese- nenKreiseunseres Volkes weitmehr trennen, als in den natürlichen Verhältnissen zu begründen i ft“, sind uns seit Ausbruch des Krieges eine größere Anzahl von Briefen zugegangen, in denen Verschiebung des Zeitvunktcs der Einlieferung der Arbeiten, zum Teil Fallenlassen der Preisaus- schreibung angeregt wird. Wir anerkennen mit großer Freude, daß Dank dem gesunden Sinne unseres Volkes der ihm mitgedrun- gene Krieg alle Gegensätze hat zurücktreten lasten gegenüber der großen Ausgabe, die dieser jedem Deutschen stellt. Einmütig Aehen «Le Äolksgenoffen; ins Md zur Siche rupg jab Ehre des int Elsaß, da schießen die Leute schon auf uns!" „Also Franktireurs? .hier in unserem Torfe? Unser Naächar? Ausgeschlossen, Herr Hallpnnann!" „Ja gewiß, der Posten unten am Fenster hat ganz deutlich den Schuß aus dem Fenster da vorne heraus gesehen!" Unterdessen geht das besagte Fenster auf und heraus schreit eine Stimme: Hier Landwehr! Ein Feldwebel und ein Unteroffizier der Besatzung, allerdings in Hemdsärmeln, aber immerhin gute deutsche Soldaten waren die Zimmerbewohner. ^ Unterdes sinnt nachdenklich der Hauptmann über der Karte: „Ja. Herr Stabsarzt, wo sind wir denn nun eigentlich?!" „Sie gestatten, daß ich Ihnen helse," sagt jetzt cntschiedcn^meine Schtvester, Ivo schon von Kriegsrecht »sw. die Rede war, „Sie sind vor zehn Minuten Weges scher den Rhein gekommen und sind jetzt in . . . Wir haben seit 14 Tagen eine Menge Soldaten hier. Sie sollen diese fragen, ob wir nicht alles Menschenmögliche getan haben, um alle zufrieden zu stellen. Wenn wir hätten schießen tvollen, hätten wir wohl anders angesangen. Ich sage Ihnen, daß kein Mensch im Dorfe zu so was fähig ist. Und nun gar erst unser, Nachbar Wirt! Beruhigen Sie sich völlig. Sie sind noch gute 40 Kilometer von der französischen Grenze, und wir tun unsere Pflicht!" „Aber der Posten hat ganz bestimmt den Schuß aus dem Fenster fallen sehen. Da hat er Alarm geschossen und der Leutnant eilte gleich zur Kompagnie, ließ das Haus umstellen und sofort mehrere Salven auf dasselbe abgebcn!" Unterdessen erfährt man drin, daß das Haus durchsucht wordeu und im fraglichen Zimmer die beiden Militär sich gefunden hätten, die entschieden jeden Schliß aus dem Zimmer in Abrede stellten. Der Hausherr und dessen Sohn sei soeben abgeführt worden. Ja, wenn es min wstht da ivar, so doch! smrstwo; denn effr Schuß war gefallen, am Ende doäi von einem Franktireur?! Dann bliebe der Makel doch am Torfe hängen? Ein güttges Geschick brachte die ganze reinigende Aufklärung. Während man noch mutmaßend zusammenstand, bringen Sanitätsleute einen Schwerverletzten. In der Scheune des "Wirtes, die nach der andern Seite liegt, haben sre ihn erst jetzt gefunden. Und einige andere, die in der Schleime lagen, melden sich mit leichten Wundeil im Gesicht. So war der Schuß, eben chr der Sckzeune, behaupten einige der Soldaten, die mit in der Scheune lagen, und andere sahen es genau, daß er von oben her kam. Und ein Schrotschuß war es gewesen, daher die vielen kleines Verletzungen im Gesicht. „Kratzwrnrden!" enffcheidet jetzt der Stabsarzt, „welche, sich die Leute beim Warm gegenseitig oder selbst beigebracht haben." Und der Schwerverletzte? Dem war ein faustgroßes Stück Fleisch ans denr Oberschenkel gerffsen, und das Blut floß: unaufhaltsam. „Schrotschuß?" Während die Aerzte noch mutmaßen und meine Schwester dem offenbar dem Tode ltzewnhten Gebete vorspricht, meldet sich ein Unteroffizier, der auch in der Scheune neben dem Schwerverletzten lag^ein Schuß ging ihm durch den Oberarm, und zwar, wie meine Schwester dem Arzte gleich beweisen konnte, in eine'- Richtung, die einen Schuß von oben aus den liegenden Mann direkt M'.chchloß, vielmehr einen horizontalen über die Erde hin »erlangte Der Unteroffizier erklärte auch sofott auss 'Bestimmteste, daß der Schuß aus einem Gewehr der Mannschaften selbst gekommen sein mußte, von denen einzelne das Gewehr bei sich behalten hatten. Eine durchschossene Feldflasche fand sich weiterhin noch btt -iffrem Mann, so daß die schwere Wunde genügend dah'N erklärt wurde, daß. nach dem Durchschlagen des Arms die Kugel beffn Pastieren, der Feldflasche oder sonst zum Querschläger wurde und so die schreckliche Wurche gerissen hat. Am Morgen wurde der Wirt nebst seinem Sohn entlasten, um einiges grauer, als am Tatze vorher. Die beteiligten Mannschaften wiesen die Leute darauf hin, daß sie aus dem Grunde sofort so scharf borgegangen wären, weil man ihnen tags zuvor im Badischen das Schlimmste angekündigt hätte in bezug auf die Elsässer. Nachträglich erfuhr man dann noch ein anderes stück der tragischen Handlung. Einen. Teil seiner Leute hatte mein Bruder in einem zweiten Hause jenseits jener Scheune einquartiert, Arbttter ohne Waffen und einige acht Pioniere mit Gewehr. Als die Schüsse krachten, lief ein Arbeiter in der Richtung derselben. Die Schießenden merkten ihn, und gleich ging's drauf: Da haben wir den Franktireur! Der mttnte, es wären die Franzosen und verkroch sich. Unterdesten hatten die Pioniere das Licht angedreht, sähest draußen Waffen blitzen; schnell das Licht ab. Auf den Boden! schreit einer. Wollen wir uns denn so ergeben? der andere. Halt, ich habe ja einen Helm gesehen, sii4d ja Deutsche, , . . zigcr! geliebten Vaterlandes. Wir müssen aber darauf Hinweisen, daß schon aus rechttichen Gründen die Preisausschrechung aufrcchtzuer- halten ist; ganz abgesehen davon, daß wir darauf Bedacht zu nehmen haben, nach Friedensschluß die Gegensätze nicht mehr in der alten Schärfe wieder aufleben zu lassen. Da mancher, der an der Lösung der Preisausschrechung gearbeitet hat, zu den Fahnen ein- berusm ist, und überdies die Lösung an den Wirkungen nicht vorübergehen kann, die der gewaltige Kampf gezeitigt hat, und noch werter iM Gewlgr habeir dürfte, so wird der Zeitpunkt derEinlieferungderArbeitenhiermrtvom 31. Dezember 1914 hinausgeschoben und seine Festsetzung einer späteren Bekanntmachung Vorbehalten. ks. H e l d e n m u s i k. Der bekannte musiktzeschichtliche Sammler Ern st Challier chGießcn veröffentlicht im Bnchhändler- Börsenblalle ttne gegenwärtig besonders interessante Zusammenstellung der Tonschöpsungen, die sich mit den Kttegshelden aller Zttten beschäftigen. Sie lehrt, daß die Helden des Krieges auch die musikalische Phantasie und Schaffenskraft von jeher reich angeregt haben. So sind z. B. Kaiser Wilhelm I. durch nicht weniger als 20 einstimmige Lieder, 15 Männerchöre und 3 gemischte Chöre verherrlicht worden, aber sein Sohn, der Kronprinz, den ja besonders die süddeutschen Truppen während des Feldzuges 70 geradezu vergötterten, steht ihm in der musikalischen Literatur nicht viel nach: 11 ttnstimmige Lieder, 14 Männerchöre, 1 gemischter Chor und 10 Jnstrumentalstücke sind ihm zu Ehren geschaffen worden. Moltke bildtt den Gegenstand von 8 ttnstimmigcn Liedern, 6 Mannerchören und 5 Jnstrumeiitalstücken; Friedrich Karl, dem roten Pttnzen, gelten 5 einsttmmige Lieder, 3 Mannerchöre, 1 gemischter Chor und drtt Jnstrumentalstücke. Auch Oesterreichs Kriegshelden sind in Tonwerken gefttert worden, so der lapsere Freiherr von GMenz in 7 Jnstrumentalstückcn und der helden- hafe Adtmiral Tegetthosf in 5 Jnstrumcntalstücken. Der fleißige Sammler hat sttne Stattsttk bis auf die ältesten Zttten zurückverfolgt, und wir ersehen daraus, daß Achilles der Held von 22 Opern ist, ooch steht er weit hinter dem listigen Odysseus zurück, dessen sich nicht weniger als 85 Opern angenommen haben. Alexander der Große aber schlägt auch auf dem Gebiete der Tonkunst jeden Rekord: mehr als 90 Opern sind auf chn geschaffe» worden, und damit kann weder Julius Cäsar mit sttncn 29 Opern, noch der König David wettttfern, dem aber immerhin 16 Opern, 2 Chöre und 6 ttnstimmige Lieder gelten. Grttten wir noch ein paar andere intereffante Zahlen heraus, so ist Prinz Eugen, der edle Mtter, durch 6 Licker, 16 Chöre, 2 Opern und 3 Jnuruncentalstücke verherrlicht worden. Den, alten Tcffaucr gelten 5 Lieder, je 1 Oper und 1 Chor und 2 Jnstrumentalstücke, während sich aus den alten Fritz 13 Licker, 17 Chöre, 4 Opern und 1 Jnsirumental- stück beziehen. Napoleon gelten 32 Licker, aber dazu treten nur noch 2 Chöre und 8 Jnstrumentalstücke, und Blüchm tritt aus dem Gebiete der Tonkunst kaum hinter seinen Erzjcnch zurück: sie hat ihm 13 Licker, 22 Chöre und 4 Jnstrumentalstücke gewtdmat. 'dweit noch ftxrtrr der dritte, Belagerer und Belagerte erkennen sich glücklicherweise, bevor VluI geflossen ist. Jetzt getzt'S im Dörfcl wieder den alten neuen Gang, Keiner bat den anderen wegen der Geschichte gescholten. Das ist halt der Krieg, sagen die Leute, Aus dem Reiche. Berlin, 31. August, (W, B, Nichtamtlich ) Wie die ,,B, Z, am Mittag" aus Essen erfährt, hat der Zechen verband, dem alle im Bergbau-Verein vereinigten Zechen des Ruhrbezirks angehvrcn, in seiner gestrigen Vorstands- sitzung beschlossen, zur H i l i c l e i st u n g für Ostpreußen 100000 Mark zur Verfügung zu stellen, München, 31. August, (35?' B) Heute vormittag erfolgte in der Fürstengruft der 2t, Eajctans-,Hoskirche die feierliche Beisetzung des Erbprinzen Luitpold, Ter Feier wohnten u, a, bei das Königspaar, die hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hanfes, das diplomatische Korps und Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, Danzig, 31. August, (Nichtamtlich,) Auf dem Zop- poter Friedhof fand die Beerdigung des gefallenen Kapilän- leutnants K u n a u vom Kreuzer „Magdeburg", des Sohnes des Geh, Medizinalrats Kunau, statt Tie Ehrensalven über den in die deutsche Kriegsflagge gehüllten Sarg gaben gerettete Mannschaften des Kreuzers ab. Die deutsche Sozialdemokratie, ^Jm Haupt- blatt der schwedischen Sozialdemokratie, dem „Sozialdemo-° traten", veröfsentlicht Reichsragsabgeordneter Dr, Süde- k u m einen Artikel über die Stellung der deutschen Sozialdemokratie zum Krieg, worin er aussührt, daß innerhalb der deutschen sozialdemokrat, RcichStagsparlei über die Notwendigkeit der Bewilligung der Reichskredite keine ernstliche Meinungsverschiedenheit geherrscht habe, „Es soll ausklärungshalber hinzugefügt werden," so bemerkt er weiter, „daß auch diejenigen unter unseren Genossen, die eine andere Haltung der Reichstagspartei gewünscht haben, mit uns vollständig einig waren über die Größe der Gefahr, in der Deutschland sich jetzt befindet. Die Internationale ist zertrümmert. Ich glaube an ihre Wiederauferstehung, diese ist jedoch nicht möglich ohne das Dasein einer starken deutschen Sozialdemokratie, und deren Zukunft ist unauslösstich mit der Existenz eines ungeschwächtcn deutschen Staatswesens verbunden," Ans Stadt und Cand. Gießen, 1. September 1914. Die Bergung der Ernte und die Beschäftigung von Arbeitslosen in der Landwirtschaft. Bei der allgemeinen nationalen Erhebung, wie sie in diesen schweren Kriegszcitcn zutage getreten ist, hat man sich allenthalben auch der großen Bedeutung der heimischen Landwirtschaft erinnert und sowohl von behördlicher, wie auch von privater Seite alles getan, was möglich war, um die auf dem Felde stehende Ernte zu bergen und so der durchs den Entzug von Mannschaften und Spannkräften arg geschwächten Landwirtschaft zu Hilfe zu kommen. Sowohl freiwillige, unbezahlte Hilfskräfte (wie der Wandervogel u, a.), wie auch unbeschäftigte gewerbliche Arbeiter haben in dieser Hinsicht miteinander gewctteifert. Unsere hessische Landwirtschaft wird ihnen allen diese Hilfe in schwerer Zeit nicht vergessen. Dabei hat sich an manchen Stellen eine gewisse Unzufriedenheit bemerkbar gemacht, insofern, als die Landwirtschaft diese Hilfe häufig nicht genügend in Anspruch genommen habe, besonders auch die Arbeitslosen nicht genügend aufnehmc und beschäftige. Dazu sei zur allgemeinen Aufklärung folgendes bemerkt: Die jetzt allmählich zu Ende gehenden Erntearbeiten bei der Getreideernte sind, so einfach sie auch aussehcn, sehr schwere und gelernte Arbeiten, die ein Ungeübter nicht oder nur sehr unvollkommen aussührcn kann. Es sei hier nur an das Mähen, Binden, Laden usw, erinnert. Daher ist die Zurückhaltung der Landwirtschaft gegenüber der Verwendung seither technisch beschäftigter Arbeiter sehr wohl erklärlich Anders steht es mit den jetzt beginnenden Arbeiten bei der Hackfrucht, Kartoffel- und Rübenernte; die hier vorzunehmenden Arbeiten sind zwar für den Ungeübten anstrengend, allein bei einigermaßen gutem Willen in kurzer Zeit zu lernen. Daher kann gerade jetzt in der kommenden Zeit ein Teil der seither gewerblichen Arbeiter aus Beschäftigung rechnen, wenn nicht besonders hohe Lohnforderungen gestellt werden, die nach Lage der Dinge von der Landwirtschaft für ungeübte Hilfskräfte nicht erfüllt werden können. Weiterhin aber sei auf die landwirtschaftlichen Nebengewerbe, wie Molkerei, Brennerei, Konservenfabrikation und besonders Zuckerfabrikation verwiesen, bei denen sich im Laufe der nächsten Zeit sowohl für gelernte technisch Hilfskräfte (wie Heizer, Schlosser, Schmiede usw,), als auch für sonstige Arbeitskräfte ausgedehnte Beschäftigung finden nnrd. Um hier die notwendigen Verbindungen zu schaffe», sei alle» Leitern von solchen Betrieben, soweit sie in der Provinz Oberhessen liegen, empfohlen, sich bei Bedarf an Hilfskräften zunächst an die städtischen Arbeitsnachweise in der Provinz bezw, ini Großherzogtum zu wenden, uin hier jeder Not zu steuern. Weiterhin sei aber mich unseren Landwirten ans Herz gelegt, soweit als irgend möglich, von diesen städtischen Arbeitsvermittelungen Gebrauch zu machen und durch Einstellung früherer technischer Arbeitskräfte der Not und Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit zu steuern. Trage jeder sein Scherflein dazu bei, daß es hier wie anderwärts in unserem geliebten deuffchen Vaterlande heiße: „Einer für alle, alle für Einen", dann wird Gottes Segen nicht ausbleiben. » ** Ein Brief aus Italien wird uns zur Einsichtnahme vorgelegt, und zum Teil hat er allgemeineres Interesse, weshalb wir die belr, Stellen hier wiedcrgebcn. Der Brief ist aus Mailand v o m 2 2, d. M, datiert und ist an einen hiesigen Bürger gerichtet: Mein er Seile ist. Ich bin ja schon über die Fünfzig lnwüber, adle wenn es notig wird, stelle ich mich auch noch iu die Reihen, Ter Feinde sind es ia viele, aber wir kämvfen für eine gute Sache, es gilt einen Kamps um Sern oder Nichtsein imd gegen die englischen Intrigen und Futtcrnerd, Mso nur Mut und den Kops immer über Wasser halten, dann ertrinkt man nicht Unsere italienischen Freunde schwärmen sehr für ihre lateinische Schwester und für England, daher wirkten die von den deutschcil Truppen erfochtenen Siege unter der Führung des banrischen Kronprinzen Ruprecht ganz niederichmetlcrnd auf unsere Alliierten W i r h i c r i u M a i land lebenden D eutschen verfolgen den Gang dcr Truge mit der größten Spannung: es lag die ersten Wochen wie ein Albdruck aus der Brust, da die italiemjchen Zeitungen nur sranzofische Siegesnnchrichtrn und die unglaublichst«» Berichte aus Belgien, London und Paris brachten, bis aus einmal das häßliche Ncbelbild zerriß, TaS Geschäft stockt hier vollständig und werde ich tausende von Lire verlieren, da sehr viele Fallimente cintrcten werden: ich will nicht klagen, wenn nur unser liebes deutsches 'Vaterland Sieger bleibt. Nun, inzwischen wird auch in Italien nicht nur das Rebelbild verflogen sein, sondern das Bild der siegreichen Germania wird nicht mehr zu verkennen sein! **Vcreinssvende, Die Ortsgruppe Gießen des Reichsvereins der liberalen Arbeiter und Angestellten bewilligte 100 Mk, aus der Vereinskasse zur Unterstützung der ins Feld gezogenen Mitglieder. ** D ie Feldgrauen, Ein hübsches Wortspiel, das aber eine ernste Wahrheit enthält, hat die neue feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres mit sich gebracht, Auf Grund der Berichte gefangener Franzosen, daß sie während des Gefechtes nie recht gewußt hätten, wo sich die in Deckung liegenden deutschen Truppen befänden, da sich die Uniform vom Erdboden nicht abhob, entstand das Wortspiel: „Die Feldgrauen verbreiten im Feld Grauen!"' Landkreis Gießen. F. Ans Watzenborn-Stein berg, 31, Aug, Fürs Rote Kreuz wurde in unserer Gemeinde eine Gcsantt- kollekte von 1020,90 Mk, erzielt, Tie haustollekte ergab 799,50 Mk,, eine von den Werkmeistern der hiesigen Zigarrenfabrik unter sich und ihrem Personal veranstaltete Sammlung ergab 126,40 Mk,; der hiesige Krie - gerverein trug 50 Mt, bei. Zusammen 925,90 Mk,, die an das Kreiskomitee abgeliefert wurden. Dazu kommt die K i r che n k o l l e kt e von 45 Mk,, die nach Vorschrift an die Dank für Handel und Industrie in Darmstadt abgeführt wurde; im Ganzen also 1020,90 Mk, Hessen-Nassau. X, Hanau, 30, August. In dem Konkurse über das Vermögen der Firma Lechleder L Stroh, lithographische Anstalt, Künstanstalt für Herstellung origineller Großreklamc in Hanau, soll eine Abschlagsverteilung von 10 Proz, erfolgen. Die verfügbare Masse beträgt 23 800 Mk,, die Konkursforderungen stellen sich auf 197 270 Mk, Eingesanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung,) Der „militärischeSachver ständige" Kl, hält es für angebracht, in seine Darlegungen Ausfälle gegen die linksstehenden Parteien einzuflechten, Wollte man diesen Angriffen nach Gebühr entgegenlreten, so würde das zu 'Auseinandersetzungen führen, für die gegenwärtig nicht die Zeit ist. Sollte es darum nicht angemessener sein, Herr Kl, handelte entsvrechend dem Worte unseres Kaisers: „Ich kenne keine Partei mehr, ich kenne nur Deutsche"?! A, M, kirchliche Nachrichten« Evangelische Semeinbe. Morgen Mittwoch, abends 8 Uhr: Kriegsbctstunde in der Johanneskirche. Pfarrer A u s s e l d. Märkte. Gießen, 1. Sept, Marktbericht, Aul deni heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Psund 1,10—l,2ö Mk.: Hühnereier l Stück 10 Pla-, 2 Stück 00 Psg,: Enteneier 1 St. 10 Pia., 2 St. 00 Piq,: Gnnseeier 1 St. 0-0 Psg, 2 St. 00 Pig,: Käse das Stück 10—12 Psg., Kasematte 2 Stück 5—6 Psg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk,, Hahnen das Stück 1,50—3,00 Mk,, Enten das Stück 3,00—4,05 Mk„ Gänse das Pld. 00-00 Psg,: Welsche 4—5Mk,: Ochsensteisch das Psd. 86-08 Psg,, Rindsteisch das Pinnd 90—94 Psg,, Kuhfleisch 80 Psg,, Schweinefleisch das Psund 70-86—86 Psg,, Kalbfleisch das Pld. 70-75 Psg., Hammelfleisch 1 Pld. 70—98 Psg,: Kartoffeln unZentners—4,51 Mk,, im Psund 5 Pia., Weißkraut das Stück 10—20 Psg.; Zwiebeln der Ztr. 12.00— 15,00 Mk.: Milch das Liter 22 Psg.: Slepfet der Zentner 18—20 Mk,: Birnen das Pinnd 15—20 Psg., Nüsse 100 Stück 60 Pig,, Zwetschen der Zentner 10—15 Mk,, Gurken 100 Stück 2.00— 3,00 Mk,, Bohnen 1 Psund 10 bis 15 Psg. — Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. ch. Rieder-Ingelheim, 29. Ang. Ob ft markt, Reineklauden 3,00 Mk„ Aprikosen 3-6 Mk,. Pfirsiche 8-12 Mk„ Mirabellen 7-10 Pik,, Zwetschen 7-8 Mk,, Aepsel 8 Mk,, Birnen 5 bis 7 Mk. der Zentner. !o, Frankfurt a.M. Viehhok Marktbericht vom 31, Aug. Austrieb: Rinder 1559, Ochsen 347, Bullen 74, Kühe und Färsen 1038, Kälber 215, Schale 190, Schweine 2064, Tendenz: Rinder gedrückt, Kälber und Schale ruhig, Schweine rege; in allem Ileberstand. Preis für 100 Psd. Lebend- Schlachtgewicht Ochsen. Pollflcischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes, 4—7 Jahre alt........ Junge fleischige, nicht ansgemästete und ältere ausgemästete............ Mäßig genährte junge »nd gut genährte ältere Bullen. Volllleischiqe, ausgewachsene, höchsten Schlacht ». Vollfleischige, jüngere.......... Färse n. K ü h e. Dollstcischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. Dollfieiichige ausgemästete Kühe höchsten Schlach- wertes bis zu 7 Jahren........ ivenig gut entwickelte Färsen....... ältere ausgemästete Kühe........ Mäßig genährte Kühe und Fäffen.....30—34 Gering genährte Kühe und Färsen . . . Kälber. Mittlers Mall- und beste Saugkalb»;. . . Geringere Mast- und gute Saujtcttiss . . Geringere Saugkälber........ Schale. Stallmast! chale Mastkämmer uns jüngere Mast Hammel Schwein». Dollflelschkq» Schweine »OU80-199 Lebendgewicht........45.01—51.0) Dollfleischig- Schwein: unter 31 kg Lebendgewicht........ 47.01—49,00 Bollfletschige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht........ 48,00—51.0) Bollfletschige Schweine u jtt 120 —151 c; Lebendgewicht ........ 48 01-51.01 60 )1 — 62.01 (c. Frankfurt a. M., 31. Aug. (Oriq.-Telegr. bei „®iej, Anz.", Amtliche Notierungen der henilgen Fruchtmarkip reil-, Weizen lhiesiger) Mk. 34.25—24.50, Knrhessischer Mk. 24.25 —24.50, Weiieraner Pik. 00,00-01,00, Roigen (hiesiger) Mk, 21.25-00.00 (berste (Wetterauer) Mk, 21.00-22.00, Gerste, Franken, Psälzer, Ried Mk, 21.00—22.00, Haler Mk, 22.00-23.50, Mais Mk. 15.50-20.00 Weizenmehl 0 Mk. 00.00—00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00-00.60 Weizenmehl III Mi. 00 00-00 00, Roqgenmehl 0 Mk. 00,00—00M Roggenniehl 0 1 Mk. 01.00—00.00, Rogqemnehl I Mk. 00,00—90.00, Weszenkleie Pik, 0,00-0,00, Weizenschalen Mk. 0.00 —0,00, Roggen- (leie Mk. 00.00-00.00, Malzkeime Mk. 00.00—00.00, Biertreber 00.00-00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00,00. Alles per 100 kg ab hier. (c. Frankfurt a. M., 31, Aug. (Orig.-Telegr. des ."Gießener 3Inze,gers".) K a r t o f s c l m a r k t. Man notierte: Kartoffeln in Wag ons Mk. 6,00-7,00, iui Kleinhandel Mk. 8,50—9,00 für je 100 kg. Mk. P'g. 51-55 95-100 45-49 81-90 50—54 75-80 45-48 75-80 40—44 70-76 42-48 78—85 40-45 71 -84 33-41 73—79 35-39 65—72 30-34 60-68 24—28 55—64 44 - 48 75 -81 41 -43 68-73 37-31 63-66 44-00 95 00 62.10- 64 11 60.10— 62.» 61.11-62 » FC. Wiesbaden. BieHHo«-Marktbericht vom 31. August, Austrieb: Rinder 328 lOchjen 71, Bullen 63. Kühe und Färsen 184h Kälber 320, Schafe 65, Schweine 800. Piarktverlani: Bei mittlerem Geschält Ochs rn. Dollflelschlge, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes im Alter von 4—7 Jahren .... Sie noch nicht gezogen haben lungejochie) . . Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete............ Bullen. Dollfleischige, ausgew, höchsten Schlachtw. . - Dollfletschige, jünger«.......... Färsen, Kn he. Dollfletschige ausgemästete Färsen höchsten Echlachtwertes........... Dollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schiachtwertes bis zu 7 Jahren..... Wenig gut entwickelte Färsen....... Aeltere ausgemästete Kühe....... Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... Geringere Plast- und gute Saugkälber . . . Preise für 100 Psd. Lebend- Schlachtgewicht 3)ft Mk. 48—53 89—101 46—51 87—97 42—46 79—87 <£ 3 II 70—78 66-70 46-51 85—94 37—44 40—45 33-35 70-80 77—85 63—68 50—55 45—48 40-44 83-92 75-80 68-75 —00.00 92-00 Schake. Wetdemastschase: Mastlämmer und Masthammel.... 45,5l E ch w «in e. Lovfleischtge Schwein« von 80—100 kg Lebendgewicht..............48J4-50 63-61 Dollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 47)4-48 61-62 Vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht .............. 49'/ s 61 62-64 Vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .............. 48-00 60 — 00 Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht . . 43-45 54—56 Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe». Aug. S-pt, 19)4 ? o.§ 2 =o S 8 £ a*H Q. .. £ 2f Sä W Ztz §! Z> » If’ ■sf 83 2 » gf Bf Io e S g* |£f 11-5 ©£$•5^ Werre» 31 2“ 752,6 26,7 12,7 62 NE 2 4 Sonnenschein 31. 9-: 754,1 19,6 13,3 78 NE 4 10 1. 7“ 756,0 13 6 9,4 81 NNE 4 7 Sonnenschein Höchste Temperatur am 30.—31. August 1914 == -4- 25,5 ’ - Niedrigste , , 30.-31. , 1914 = + 15,3 > . Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug, Goetz. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. 1, Junge Leute, die mindestens das 16, Lebensjahr vollendet haben und von denen mit Sicherheit zu erwarten ist, daß Sic mit vollendetem 17, Lebensjahre felddienstfähig sind, können sich bis zum 13, September d, Js, bei einem Bezirkskommando des Korps- bercichs zur Aufnahme in eine im Korpsbezirk zu errichtende Militärvorbildungsanstalt anmelden. Sie erhalten in dieser Anstalt bis zum Uebertritt zur Truppe eine vorwiegend militärische Ausbildung, 2, lieber Zeit und Ort der Gestellung in der Anstalt ergeht spätere Mitteilung, Die Aufnahme erfolgt nach ärztlicher Untersuchung, Die Bewerber müssen vollkommen gesund und frei von körperlichen Gebrechen lind wahrnehmbaren Anlagen zu chronischen Krankheiten sein. Eine Prüfung auf Schulbildung findet bei der Ausnahme nicht statt. Erlittene leichte Strafen schließen die Annahme nicht aus, 3, Eine Verpslichtung, über die gesetzliche Dienstpflicht hinaus zu dienen, erwächst den Ausgenommenen nicht, 4, Bei der Demobilmachung können die Aufgenommenen auf ihren Wunsch, soweit sie noch nicht ausgebildet sind, in eine Unterossizierschule, soweit sie sich bereits bei einem Truppenteil befinden, in eine Unterosfizierschule unter den fiir diese Schule vorgeschriebcnen Bedingungen, die auf den Bezirkskommandos cinzusehen sind, ausgenommen werden, 5, Inaktive, nur garnisondienstsähigc Unteroffiziere jeden Dienstgrades, welche sich zur Ausbildung dieser jungen Leute geeignet erachten, wollen sich ebenso bis zum 13, September d, I s, unter Vorlage der nöttgen Angaben über Alter, Waffe, bei der sic gestanden, Dienstgrad, militärische Vorbildung, bei einem Bezirkskommando des Korpsbereiches melden. Solche, welche bereits auf einer Unterofsizierschule bezw, Vorschule tätig waren, werden bevorzugt, Ter kommandierende General, F r h r, v, G a l l, General der Infanterist Bekanntmachung. B e t r,: Tie landwirtschaftliche Winterschulc in L i ch. Die landwirtschaftliche Winterschulc in Lich, deren Zweck und Ziele bekannt sind, wird am Dienstag, den 3. November d s, Js„ ihren nächsten Winterkursus beginnen. Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, welche das Unterrichtsziel der Volksschule erreicht haben, Aeltere Landwirte können als Hospitanlen ausgenommen werden, Tie Schüler können ich Lich Wohnungen in bürgerlichen Familien mit Heizung und Licht nebst voller Verköstigung, solche, welche nicht übernachten, guten Mittagstisch zu mäßigen Preisen erhalten. Das Schulgeld beträgt für das Winterhalbjahr 20 Mk, Anmeldungen sind an den Schulvorstchcr, Großh, Oekonomie-- rat Weitzel in Lich, zu richten, Gießen, den 28, August 1914, Großherzogliches Kreisamt Gießen, _ Dr. U s i n g c r, _ Bekanntmachung. Betr,: Feldbereinigung Leihgestern: hier die Grenzregulierüngen mit Großen-Lindcn, Ober-Steinberg, Watzenborn-Stcin- berg und Schisfenberg, Mit Entschließung vom l 1, Juni 1914 hat Großhcrzoglichcs Ministerium des Innern, 'Abteilung fiir Landwirlschait, Handel und Gewerbe den Znteilungsplan .über die den Nachbargemarkungei» Großen - Linden, Ober - Stcinberg, Watzenborn - Steinberg und Schisfenberg zngezogcnen Grundstück' aus Grund von Artikel 36 des Fcldbercinigungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vam 7. Juli 1906 für vollziehbar erklärt. Ich bestimme nunmebr als Zeitpunkt der Ausführung (Ei- gentumsübergang: den 1, Oktober 1914 und überweise mit Wirkung von diesem Tage den Beteiligten die neuen Grundstücke, Tie Ueberweisung erfolgt unter folgenden Bedingungen: 1, Meliorationen können auf den neuen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden, 2. Tie beteiligten Grundeigentünicr müssen sich eine Vcränder- ung der Zutcüung gefallen lassen, die infolge der' Ausführung von Meliorationen, der Anlage von Wegen, Gräben oder aus sonstigen Gründen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig nfird. Ein hierdurch bedingte,' Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswcrt vergütet bezw, zu- geschricben, Fricdberg, den 24. August 1914 Ter Groß herzogliche Feldbercinigungskommissär; Schnittspahn, Kreisamtt?ann,