Nr. 202 Zweites Blatt Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „«ictzencr Zaniilienblättcr" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigclegk, das „ikreirdlall für den Nreir Sietzen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seitfragen" erscheinen inonatlich zweimal. w. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhejsen Samstag, 29. August 19J4 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversilätS-Btich- und Sleindruiterel. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e=gs>51. Redaktion: Tcl.-Adr.:AnzcigerGicßen. H———■ r=r-~ —— WWM» Die Lage im Osten. Von einem militärischen Sachverständigen wird uns geschrieben: Mrt Grauen und wärmstem Mitgefühl liest man von dem Vordringen der Russen in Ostpreußen, von dem Monden und Brennen dieser niodernen Hunnen, die eine Scho« tnrng von Eigentum, von Fragt. Greis und Kind kaum kennen. Es wird gefragt: Hätte dies nicht abgewendet werden können? Tic Antwort lautet: Wie die Lage zu Beginn des Deutschland und Oesterreich-Ungarn von den sieben verbundenen Mächten heimtückisch aufgczwungcncn Krieges war — nein! Ter gefährlichere und rascher bereitere Gegner war Frankreich. Es bat infolge des Patriotismus des Volkes und seiner Vertretung cs fertig gebracht, ein größeres Heer bereit zu stellen wie Deutschland Trotzdem es nur 40 und wir über 60 Millionen Einwohner zählen und trotzdem unsere Bevölkerung kräftiger ist wie die französische! Frankreich batte feine Grenzen durch umfangreiche Befestigungslinien, und Festungsgruppen verstärkt und seine Bahnen sorgfältig für eine rasche Versammlung an unserer Grenze aus gebaut. Italien war so schamlos, seine Bundeshilfc zu per weigern, obgleich^ von einer ernstlichen Bedrohung dieses Landes von der J?e her gar nicht die Rede sein kann. Eng land zieht kein Schiff aus der durch unsere Flotte bedrohten Nordsee, Und zudem haben die Italiener nicht auch Küstenkanonen und Minen? Kann man weiter wie etwa 12 Kilometer vom Schiss aus schießen? Ta bandelte es sich für Teutschland vor allem darum, seine Hauptkraft gegen Frankreich zu wenden, um diesen gefährlichsten Gegner zuerst niederzukämvscn. Dank der Entschlossenheit und Tatkraft unserer Regierung, die sich nicht binhalten ließ, dank dem Vorgehen durch Belgien, zur Rie- derworsiinq von dessen Festungen der noch im Vorjahre per lrumdcte und beschimpfte Krupp im yvivimen die ls .stuki- merer Kanonen bereitgestellt halte, drn.! der unvergleichlichem Tapferkeit unserer durch die Tc-.ueckratenblätter und den Simplizissimus »wl angegriffenen Heeres ist es denn auch gelungen, die Franzosen im ersten Ansturm niederzuwcrsen. Ein beispielloser Erfolg! Wer hätte das für möglich gehalten, daß wir sofort an alilen Stellen siegen würden! Man hoffte, die Mehrzahl der Schlachten zu gewinnen und dann Mißerfolge an anderen Stellen mit den siegreichen Armeen auszugleichen aber alle Schlachten wurden geioonnen! Tenn das Bordringcu der Franzosen im Elsaß nach der von ihnen verlorenen Schlacht bei Mülhausen war für die Franzosen nur ein Schaden, sie schwächlen sich dadurch an der ent- scheidenden «teile. Mit den geschädigten elsässischen Protestlern und ihren Mitläufern braucht man dabei kein Mitleid zu haben. Jetzt werden sie sich ihrer angestammten deutschen Gesinnung angesichts der französischen Mißerfolge bald ,erinnern! lind diese Schlachten wurden mit Minderheiten errungen. denn wir hatten von unseren an sich schwächeren Kräften einen erheblichen Teil im Osten stehen lassen und batten noch die englischen Truppen, die als vier'Armeekops zu veranschlagen sind, gegen uns. Rußland verfügt in seinem europäischen Teil im Frieden bereits über 32 Korps, Oestextelch Ungarn ist sehr wesentlich schwächer, da ist es nicht wunder, meint Rußland in Ostpreußen vordringt, zumal Serbien und Montenegro in Rechnung gezogen werden muß, Oesterreich hot vier russische Armeekorps geschlagen. Dringt es energisch weiter vor, so kann dies auch einen Einfluß aus Ostpreußen ausübcn. Groß kann dieser aber bei den gewaltigen in Frage kommenden Entfernungen (über 300 Kilo meter) nicht sein. Wir tonnen also nur hassen, daß wir bald durch Neu- formaiioncn, den ausgebotenen Landsturm und wiederum durch die Geschicklichkeit unserer Heerführer und vor allein durch die Ausopserungssähigkeit unserer Truppen es fertig bringen, das Vordringen der Russen so lange auszuhalten, bis Truppen an der Westgrenzc frei werden. Daß die Russen dabei bis an die Weichsel und auch darüber hinaus kommen können, varf nicht erschrecken. Eine andere Frage ist: Hätten wir nicht durch rechtzeitige Vorsorge uns genügend Truppen schassen können, um auch de» Russen genügende Kräfte entgegenznstcllen? Diese Frage kann man bejahen. Wir wollen jetzt nicht darum rechten, wen in erster Linie die Schuko trifft, Gott sei Tank ift ja die Vaterlandsliebe jetzt derart in Deutschland ausgeflammt, daß durch diese die früheren Versäumnisse ausgeglichen werden können. Eins muß ich aber doch sagen. Die Regierung hat keine Schuld, Von einem schwterigen und anfänglich widcrwilligeit Reichstag die letzte große Hccres- vorlage bewilligt zu erhalten, war eine großartige Leistung! Dabei wurde die Regierung vorher ausdrücklich darauf festgelegt, daß weitere Forderungen nicht kommen dürften. Da klangen denn leider die Mahnungen des Wehrvereins, der die Heeresvorlage schon ein Jahr früher erbeten halte, und dann die Ausbildung der noch vorhandenen 38 000 Voll-Diensttauglichen forderte — eine Zahl, die sich leicht hätte verdoppeln lassen , an taube Ohren, Aus diesen 38000 Mann waren vier Armeekorps zu bilden. Diese hätten im Osten viel bedeutet, Tie geschädigten Ostpreußen müssen sich nun bei den Friedensschwärmern und Schiappmachern und bei den einer Heeresvermehrung abgeneigten Teilen des Volkes und Reichstages bedanken. Die Leute, die aber auf den Wchr- vcrein, den Alldeutschen Verband und die politisierenden inaktiven Generale schimpften, sollen sich eine Lehre für die Zukunft daraus nehmen. Hoffentlich beherzigen dies auch gewisse Blätter und denken daran, wie oft betont wurde, daß rechtzeitige Rüstungen dem Frieden dienen, besonders bei einem Volke, das so reich ist wie da« unsere, Ties zeigt sich ja jetzt wieder, Deutschland hat die finanziellen Schwierigkeiten des Kriegsbeginns am besten überwunden. Kl, Ein Megerbries. Der „Tägt, Rdsch," wird folgender Feldbrief eines unserer Flieger zur Verfügung gestellt: Seit der drohenden „Kriegsgefahr" habe ich heute nach drc: Wachen mal endlich Gelegenheit, Tir genauer zu schreiben. Es ist nur schade, daß ich nicht frei von der Leber reden kann, weil dann der Brief nicht bciörderc wird, Ta« Sickzerstc ist: besten Gruß, ich lebe noch: viel mehr kann man kaum schreiben Wenn man nur sagt: ich bin heute von ,, , nach , , , geflogen, oder wenn bei dem Datum die Ortsangabe vermerkt wird, dann kriegt man die Karte bezw, Brie» zurück oder sic bleibt irgendwo liege:: bis in di? Puppen, sich habe sehr v:el erlebt und könnte ein dickes Buch über mcine Erlebnisse schreiben. Man l;at eine erstaunliche Sicherheil und Wurschtigkeit (in gehobener Sprache Taoferkeitl. die selbst höheren Ortes anerkannt wird, sich iage mir immer, zu ändern ist ia doch nichts, wenn man im Apparat sink, Geschossen haben diese Hallunken aut uns wie wahnsinnig - die Infanterie und Kavallerie lange marschierende Kolonnen) suchen sofort beim Erscheinen eines Flugzeuges irgerid- eine Tecktrng auf, wenn möglich Waldrand, um ihre eigene Stärke nicht zu verraten, und feuern feste. Die Artillerie-Haubitzen ltelien mit, so daß man in allen Himmelsrichtungen um sich herun: weiße Sprengwolken sieht, sinwlge de« Propellergercüisches hört mau es nicht knallen, sondern man sieht nur. Da ich dabei eben die genügende Wurschtigkeit besitze und bei der .Knallerei ruhig weiter erkunde, so habe ich bisher einen mächtigen Tuiek in bezug auf Meldungen gehabt. Nur ein einzige« Mal sind w:r etwas abgetrieben worden und mußten unseren Kur« ändern, weil zwei französische Flugieuge wie wild uns hetzten. Das eine überflog uns und warf auf uns etwa drei- bis viermal spitze Pfeüe ctuts' Köchern, die etiva zehn bis zwanzig solcher Dinger enthalten: was dieser Quatsch für einen Zweck hat, weiß ich nicht: vermutlich, rechnen diese Lumpenhunde damit, daß zufällig einer von diesen Pfeilen den Propeller trifft — dam, ist man natürlich erledigt. Das andere Flugzeug war etwa 300 Meter hinter uns und feuerte ganz blödsinnig aus einen! Maschinengewehr, Wir haben untere Pistolen gezogen, —> Getan hat man uns nicht«. Einige Lower hat jeder von unseren Apparaten, darüber geht man eben cm Kriege stillschweigend zur Tagesordnung über. In Hause wirb der Rummel repariert oder, wenn die Kiste ganz kaputt ist, kriegt mau eine neue. Da« wirklich Gefährliche ist die sogenannte Batlon- abwehrkanone, die die Franzosen auch l»eiitzen, mit der sie aber vorläuiig »och nicht die nötige llebung haben. Gestern Kat drei« olle Kanone etiva 60 Schuß aus uns abgegeben, ohne bas Flugzeug zu beschädigen. Gestern war eine kolossale Schlacht, Lagardc ist natürlich nur eine Bagatelle dagegen. Der Erfolg: Sieg aus der ganzen Linie, Für mich der großartigste Tag im bisherigen Leben, das hat Spaß gemacht' Dreimal bin ich ansgesiiegen und haben den Dusel gehabt, die ganze feindliche Stellung melden zu können. Der kommandierende General wernle beinah? vor Rührung über die Meldungen außer mir ist noch ein Genera lstabsoffizier boch- gcgangen, der die Meldungen bestätigte und »och im Nachbar« absctnitt rumflog, Bo» einem Mitglied de.- freiwilligen Auto» mobilkorps habe ick ein Frühstück ü In Borchardt bekommen, wahrend der Schlacht beim Generalkommando, Abgesehen von der Flugzeit war trh meistens beim Generalkommando, habe ern« dicke Zigarre nach der andern geraucht, habe Schrapnells platzen: sehen, Abtransport von Verwundeten und Gefangene und bin int Auto rumgefahren. Von der Begeisterung hast Tu kaum eine Vorstellung, trotzdem gerade im 2l, Korps unter den vielen Reservisten und Landwehrleutcn iast nur Lothringer sind, Lieber. guter Karl, mau ist in einer Schlacbl ein ganz anderer M c n s ck>. An Angst denkt kein Mensch, weil man dazu keine Zeit hat. Es uar herrlich! Ein ohrenbetäubender Lärm. Drcrnigegangen sind die Kerls wie blödsinnig, liniere Artillerie hat ganz brillant geschossen, sich habe in Schützengräben Hunderte neu roten Fron« -osen gesehen. An solchen Anblick gewöhnt mau sich mächtig schnell. Tote Pferde, explodierte Patronenwagen, Waffen uiw. habe ich haufenweise gesehen. Viele Gefangene habe ich gesehen: 1300 wurden vorbeigeiübtt. sich war dabei, wie sie von 30 Gendarmen untersucht imirden, Tre Gefangenen machten zum größten Teil einen verkommenen Eindruck - ich habe selbst mit einigen gesprochen. Viele sind vergnügt, daß sie gefangen sind, weil sie seit zwei Tagen nichts m-hr zu essen bekommen hätten und nun sich nicht mehr totichießen zu lassen brauchten. Das sagen die Kerl« ganz open. Auch mit französischen O s s i z i e r c n habe ich gesprochen : sie s ch i m p i? n aut ihre Artillerie und beteuern, daß sie den Krieg nicht geweilt hätten. Mas die Gefangenen für Mist bei sich batten, spottet jeder Beschreibung! U n s i t t l i ch e P o st k ci r t e n Hausen- wei>e, mit allem möglichen Quatsch vvllgeichricbene Notizbücher, >'oqar Schönheitsmittel. Trotzdem sahen die Kerls verboten aus. Es waren französische Infanterie aus Nizza und viele Alpenjäger aus Mentone, Tic letzteren machen einen guten Eindruck: auch die Artilleristen und Kavalleristen sahen vvrteilhaster aus. Es sind krästige Kerls nacki preußischen Begriffen darunter und nicht solche unterernährten Leute wie bei der französischen Infanterie, Nach allem, was ich gesehen habe, kann man sagen: „Lied Paterlaird magst ruhig sein" und wenn noch die Japaner und Bolokuden kommen, ------ — --- - — ,, ,,, ------ — Itirdtc »tird Sclfirle. Nom, 28. Aug, Tie beiden deuti.be« Kardinale, Erzbiicbcs Hart m n n u von Köln und Erzb,schal B c I l i » g e r von Münchc»- Frcismg, sind hier eingett offen. Lublin und seine Geschichte. Der Name der oltpolifischeu Bischofsstadt Lublin und des ganzen sruchtbareu Bezirkes, dessen Hauptstadt sie ist, wird nun Vlötzlicki in dcn Vordergrund des Interesses gerückt, denn nach dem aroßen Sieg der Oesterreicher fluten die getchiagcnen russischen Truppen in dieser Richtung zurück, und bald wird wohl die östcr- rcichische Fahne ans dem Rathaus dieses Ortes wehen, der der größte und schönste in Ruiiiich-Polen nach Warschau und Lodz ist Daun wir» in der non ihrer Höhe über die Biistrzpca hin- grüßcnden Stadt ecket Freude herrschen, denn sie ist zum größten Teil von Polen bewohnt, die das Joch Rußlands nur unwillig trugen: und nicht znm w-nigstcn wird man in der Unterstadt, in der die Juden ihr Heim auigeschlagen haben, erleichtert auf- atmeu, daß man nun vor allen ^.Regiernngstaten Väterchens", vor den Progromen sowohl wie vor de» schönen Versprechungen, gleich sicher ist. lieber das ganze reich gesegnete Land des Gou vernemcnts brandet aber schon jetzt die Sicgesireudc in hohen Wogen, über diese« liebliche Hochplateau mit seinen anmutigen Höhen, de» tieten Tälern und den vielen kleinen Flüssen und Seen, die io reizend das Bild dieser Landschaft beleben, Tenn in,der Gegend wohnen fast nur Polen, Juden und eine stattliche Raiseninsel umsaßt mitten darin gegen .15 000 Deutsche, die Nachkommen jener allen Ansiedler, die einst als Kulturträger einen Vorstoß hierher unternahmen, zur selben Zeit, da ibre Bruder die preußischen Lande dem Germanentum erwarben Ein Mittelpunkt de« Handel« ist Lublin stets gewesen, wie sich >a auch beule noch dort eine reiche sindustric und Geiverbetätigkeir cnl- 'allel, und io ward die ,2kadl auch früh ein Brennpunkt in der Geschichte de« Ostens, Tie vrachivollen Baudenkmäler, die als ehrwürdige Zeugen der Vergangenheit noch beule über die modernen Häuser hinwegragen, sind dafür das beste Zeugnis, Ta hebt sich hoch über die anderen Kirchen, deren Zahl mehr als ein Dutzend beträgt, die alte Kathedrale, die dem 13, Jahrhundert entstammt: dg erzählt das alle veriallenc Schloß von den stolzen Polen Herrscher», die einst von hier au« über weile Länder geboten: die vier Tor?, von denen das Krakauische au« dcni Jahre 1312 stamnck, sind die Reste der alten Ringmauern, die die Stadt in der sia- gellonenzeit zur Festung machten, und in den Straßen scheuen stolz und prächtig die barocken Fassaden der Adclsgcichlechter nieder, in denen die Ezariorbrki, die Potocki und all die anderen berühmten Familien ihre glänzenden Feste feierten. Als der polnische König Boleslaw III, 1139 daS von seinen Borfahren gcschajscnc Königreich Polen unter seine oier Söhne teilte und damit der jungen Gründung ein frühe« Grab grub, dg erbte der jüngste Sohn Heinrich Lublin und Sandomir, Eine eVit der Schrecken brockt für die Stadt und da« Land heran, Tie Datarenhcerc, die da« östliche Europa im 13, Jahrhundert über- fluteten, nahmen 1240 auch Lublin ein: erst Herzog, Heinrich der Fromme von Schlesien stellte sich den Unholden entgegen. Und hinter dcn Mongolen kamen die Russen, die von der Stadt Besitz ergrissen, Ter russische Fürst Tairiet setzte sich 1241 in Lublin fest und herrschte hier. Alz dem böhmischen König Wenzel II. auch die Krone von Polen übertragen wurde, warf er mit Wafjc»- gewalt die fremden Eindringlinge aus dem Lande heraus und bc- freite Lublin 1301 nneder. Doch hatte die Stadt weiter schwere Gefahren durch die immer von neuem vordringenden Tataren zu bestehen: sic wurde 1344 von ihnen belagert und 1477 von ihnen sogar völlig niedergcbrannt. sin der Zwischenzeit aber, unter der Herrschaft der Jagellonen, hat die Stadt eine hohe Blütezeit erlebt: der große Handel mit Getreide und Wolle von Dodolien, Volhynien und Rußland sloß hier zusammen, und so wurde Lublin zum wichtigsten Handelspunkt de« Lande«, zur südöstlichen Hauptstadt de« Königreich« Polen, 40 000 Einwohner bat cs schon damals gezählt: hier war der Sitz des alten polnischen Kontribunals, und Wunderdinge erzählte man in Deutschland von dem Glanze und dem Reichtum dieser Kulturstätte des Ostens, Seitdem waren Stadt und Bezirk auf das innigste mit den wechsclvotlen Geschicken des Königreichs Polen verknüpft: aus dem Lubliner Reichstag von 1569 war cs, daß Polen und Lithauen zu einem einzigen Staats- Wesen vereinigt wurden. Die Stadt war damals nach der Verwüstung durch die Tataren wieder aufgeblüht, aber ihre alle Bedeutung hat sic nicht wieder erreicht, auch nicht unter der Herrschaft der Russen, von denen sie unter Kreutz am 11, November 1831 erobert und ihrer Freiheit beraubt wurde, Lublin besitzt übrigens für den Kenner der preußischen Geschichte noch eine besondere Denkwürdigkeit. Auf jenem polnischen Reichstag zu Lublin von 1569 geschah der entscheidende Schritt, der den brandcnburgischen Kurfürsten die Erbfolge im Herzogtum Preußen sicherte, und so ist in dieser polnischen Stadl in einem gewissen Sinne Preußens Größe geboren worden. Der brandenburgiiche Kurfürst sioachim Ik,, der eine Tochter des Polenkönigs Sigismund I, zur Gemahlin hatte, kämpfte 30 Jahre unter mannigfachen Schwierigkeiten und Geldopsern um dies Ziel, Endlich setzte sein schlauer Kanzler Lamprccht Dicstel- meier 1563 die urkundliche Zusage vom Polenkönig durch, daß in Preußen nach deni Aussterben der Linie der sränkiichen Hoben zollern die Nachkommen Joachims II, als Erben folgen sollten. Dadurch wurde es möglich, daß bei der Belehnung des Herzogs Albrecht Friedrich mit Preußen die Bevollmächtigten des Kurfürsten mitbclchnt wurden. Auf dem Reichstage zu Lublin ani 19, Juli 1569 standen sie hinter den fränkischen Markgrascn und dursten auch einen Zipfel der Lchntahne aniaiien An diesem Zipfel aber hing der künftige Besitz des Herzogtums Preußen, — Goethe in Longwu. Im August 1792 sind die Preußen, so wie jetzt nach 122 siakren, schon einmal als Sieger in die Festung Longnm eingezogen. Nach zweitägigem Bombardement mußte sich der Ort damals am 23, August übergeben. und weitere Belagerungen des wichtigen französischen Platzes durch preußische Truppen folgten 1815 und 1870. sim deulschfranzö- iischen Kriege haben die Deutschen vom Monat November an vor Longnm gelegen: nach heldenmütigem Widerstand und nach langer Beschießung -öffnete es am 21. Januar 1871 seine Tore. Ter Ort, in seiner Oberstadt auf einem von Natur starken Berge liegerck, scheint ums Jahr 680 von einem austrasischen Fürsten gegründet worden zu sein, der dipse Neuschöpfung an die stelle des alt- römischen Lagers setzte, das aus dem Titelberg zum Grenzschutz errichtet worden war. Diese aliiäniiirfie Beseitigung, die auf einer Anhöhe fünf Kilometer östlich von Longnm liegt, ist in jüngster Zeit jrtebrr ousgegraben worden, wobei starke gallisch-römische Mauern und wertvolle Altertümer ans Licht kamen, Longwy war im Mittelalter der Zitz eines unabhängigen Grasen, bis oie Prinzessin Mathilde den Ort für das Haus Luxemburg gewann, fr ater herrschten hier die Grasen von Bar, dann die Herzoge von Lothringen, und schließlich steckte 1670 Ludwig XlV, auf einem seiner Raubrüge auch diesen wichtigen Platz einfach ein und li"tz ihn durch seinen Befestig,mgskünstler Vauban mit starken Wällen und Forts umgeben, sin den Revolutionskriegen war die Einnahme von Longwy durch die Preußen eins der wenig glücklich«» Ereignisse, die die Verbündeten zu verzeichnen batten. Auch Goethe, der seinen Her,zog Karl August, in den Krieg begleitete, ist in Longwy miteingczogen imd bat im« davon in semer „Kampagne in Frankreich" eine interessante Schilderung hinierlassen, an die setzt, da unsere Krieger „aut Goethes Spuren" Longwy mit stürmischer Hand genommen haben, wohl erinnert werden darf. Als Goethe am 23, August von Mainz an« ins Feld abging, wurde ihm schon unterwegs die Erol»ernng von Longwy triumphierend verkündet, Am 27, August longlc cr endlich im Lager von Pran« court an: bei den nirckubaren Regengüssen waren alle Wege aui- geweickrl und da« Lager selbst starrte so von Schmutz, daß er die Nacht in seinem Wage» zu verbringen gezwungen war. „Seltiom mußte man es jedocli sinden, wie cr, obgleich nur etwa dreißr-» Tckrille von den Zellen entfeint, doch dergestalt unzugänglich blieb, daß ich mich Abends mußte hinein und Morgens wieder heraus tragen lassen," Am 28, August rill cr dann in die genommene Feste hinein, „So wunderlich tagte mir diesmal mein Geburtssest, Wir setzten, uns zu Pferde und ritten in die erobette Festung: daS wohlgebaute und beiestigle Städtchen liegt auf einer Anhöhe, Die Schicksale eines Hauses während de« Vombarde« mente waren höchst wunderbar. Mehrere Granaten hinter einander fielen in da« Familienzimmer, man flüchtete, die Mutter riß ein Kind aus der Wiege und floh, und in dem Augenblück schlug noch eine Wranate gerade durch die Kisten, wo der Knabe gelegen hatte Znm Glück war keine de, Granate:! gesprungen, sie hatten die Möbel^zerichlagen, am Geläscl gesengt, und io war alle« ohne weiteren Schaden vorübergegangcn: in rien Laden war leine Kugel gekommen," Unter den Bürgern herrschte innerer Zwie- ivalt: die Königstreuen, die in den Prenpen ihre Befreier erblickten, wurden von den Jakobinern unterdrückt, sin den Händen dieser Revolutionsmänner war auch der beste Gasthot, den Goethe daher au« Furcht vor vergifteten Speisen mied, „Man deutet» aus einen geringeren als zuverlässig, wo wir uns denii oncb freundlich ausgenommen und leidlich bewirtet toben, Nu» saßen wir alt« Krieg« und Garnisons-Kameraden traulich und trotz wieder neben und gegen einander: es waren die Liiizierc des Regiments, vereint mit des Herzogs Hoi-, .Hau« und Kanzleigenossen," Man plauderte behaglich mitten in Feindesland, und am Abend tritt Goethe mit den Offizieren vom Regiment des Herzogs wieder ins Lager zurück. Auf seiner traurigen „Lazarettscchrt" zu dem crniarnen Erholungsausenthatt in Luxemburg hat cr dritn am 13, Okwbcr Longwy noch eimnal berührt. A«» Sta-t mt& (and. Gießen. 2». August 1914. Wirtschaftsleben, NcchtSvcrliältnissc und Krieg. Die mm den: biejige» Bürgerverein auf 'Donnerstag abend Einberufene, gut besuchte -B ü rgerversam m Itinj wurde von dem Vorsitzenden mit einem kurzen Rückblick auf die heutige We>t- läge und die Ereignisse der letzten Wochen eröffnet. Beigeordneter Kustizrai Grünewald fjrrad» dann über Wirtschaftsleben, Recbt s per b äl t n if f c und Krreg. Er führte aus: Obwvtü rn der jetzigen Zeit in erster Linie Taten verlangt werden müssen, brausten im Feld« und der uns zu Haus, wo es gilt, Not uns Elend zu lindern, lxit doch auch das Wort seine Berechtigung. denn dunst eine gegenseitige Aussprache ist es möglich, irrige Anschauungen zu beseitigen, die sich in außergewöhnlichen Leiter: eiuzustellen pflegen. Eine solche außergewöhnliche Lage für das Wirlickusts- und Rcchtsleben wurde diirch den ausgebrockw- nen .Krieg geschaffen. Aber trotzdem ist die Krieg ozeit keine gesetzlose Beit, sie schalst, infosern dies nicht ausdrücklich ausgesprochen wird, in den bestehenden Gesetzen absolut keine Aenderung. Das irun die wirtschaftliche Lage anbctraf, so muß hervor- gehoben werden, daß diese schon vor Ausbruch des Krieges kritisch imd schwierig war. Das bewiesen die außerordentlich niederen Eiseiwreisc, so daß der Zustand trotz des niederen Bankdiskonts aut die Tauer unerträglich geworden wäre. Ta erfolgte die Kriegserklärung, die bewies, daß die heuchlerischen Friedensbeteuerungen Rußlands und Englands nur den einen Zweck verfolgten. Zeit zu gewinnen. Welche Folge l>atte nun die Kriegserklärung av> unser gesamtes Wirrschiitsleben? In iveiten Lchich- ten der Bevölkerung brach eine Panik.aus, der sich sogar der besonnenere Teil nick ganz zu entziehen vermochte. Es zeigte sich dies« Pani! in der Bildung von Angstreserve» in Geld und Nahrungsmitteln. Kaum vcrniocklen Banken. Kassen und Kaufläden dem Ansturm gerecht zu werden. Tas war natürlich nicht allein bei uns so, rs geschah dies auch in anderm Ländern. Unsere Reichsbank aber hat ihre Ausgabe glänzeird gelöst. Währeud England den Wcchse.üiskont aus zehn Prozent hinaufsetzen musste^ und nur mit .StaatSuulcrstiitzung weiter arbeiten konnte und .Frankreich schamweise ''eine Ausweise verhüllte, l>at die Reichsbank mit geringer Diskonte, l.öhung ihren Geschäftsbetrieb weiter geführt, so daß wir auch in dieser Beziehung der weiteren Entwickelung ruhig »ns Aeige scheu können. Tie Krisis imirde vadurch verschärst. da» die Warenerzeugung vielfach aujhärtc. Es fehlte plötzlich an Arbeitskräften und an vom Ausland gelieferten Rohstoffen. so daß d:e Betriebe still standen. Die m,t dem Auslande angeknüplten .Handelsbeziehungen waren plötzlicli abg! schnitten, lganoel und Verkehr also größtenteils ladm- gelegt Tie anfangs gehegten Besorgnisse wegen der Einbringung der bereits begonnenen Ernte erwiese-, sich glücklicherweise als unbegründet. Ter Ausfall her lonüwirtschaitlichen Arbeitskräfte wurde ? >edeckt durch die frei werdenden Industriearbeiter, sowie durch die reiwillige Hilsc. di? allenthalben cinsetztc. Die reichlich ausgefallene. zurzeit infolge des ausgezeichneten Wetters fast vollständig «unter Dach gebrachte Ernte, die insolge des Ausfuhrverbots im Anlande bleibt, ist imstande, uns au> ein ganzes Jahr zu versorgen. Auch au Gemüse und Obst, das durch die Zufuhr aus Hollsno und Belgien in gewünschte: Weise ergänzt wird, ist kein Mangel. Schon heute siebt mau. wie die insoige der veränderten Weltlage cingetretenen Störungen immer mehr beseitigt werden. In «cht deutscher Art gebt man seinem Gewerbe nach: nicht verzweifeln. sondern besinnen aus seine Pflicht muß die Losung sein. Die durch Private und Behörden erlassenen Mahnungen hatten den crhofsien Zweck, de: Panik im Geldwesen zu steuern. Es machen sich jetzt schon erhebliche Rückflüsse bei der Reichsbank geltend. Durch Gründung von Rcichsdarlchnskafsen, die in vorausschanander Weise so vorbereitet «varen, daß sic an eiirem Tag in die Erscheinung treten konnten, und durch Schaffung von Kriegs- kreditkassen haben die Banken sich entlastet und so sich selbst geholfen, wie sic auch dem Grweroetreibenden und Kaufmann Helsen wollen. Daß über die Tätigkeit dieser Ncuschöpiungen hin und wieder Klagen laut wurden, ist nicht zu verwundern^ Man dar« in den Ansprüchen indessen nicht zu weit gehen und muß Vorschläge buachcn. Andererseits müssen die Banken, denen ia das Wohl und Wehe unseres wirtschaftlichen Lebens anvertraut ist, sich in der schweren Zeit ibrer hohen Ausgabe voll und ganz bewußt sein und ihren Blick nicht aus ihren eigenen Vorteil, sondern auss Gemeinwohl richten Daß mit Ausbruch des Krieges die Börse geschlossen wurde, ist aus verschiedenen Gründen zu begrüßen und es erscheint auch setz! noch nicht zweckdienlich, sie wieder auizutun. Einen sehr schädigenden Einfluß pflegen Kriegszcitcn aus Warenlager und Nusstönde auszuüben, die ohne Zivrisel in ihren! Anschlagswert «sinken in besonderer Weise gilt das in der Modewarenindustrie. Äur Beruhigung darf jedoch gesagt sein, daß die Mode zunächst reine großen Sprünge machen wird, «nenn auch in absehbarer Zeit die Auslandssucht einen durchaus wünschenswerteu Ltoß erleidet. Wie man sich allenthalben beinüht. die durch die Not der Zeit 'entstandenen Mängel zu beseitigen, davon gibt ein von der Han- 'delSkamnier zu Frankfurt o. M. nn die Bebörden gerichtete Eingabe. deren Kenntnis und Beachtung allen inaßgebenden Stellen nicht warm genug empfohlen werden kann, beredtes Zeugnis. Die Vorschläge zielen dahin, dem Gewerbetreibenden und Kaufmann ist? Möglichkeit seines Weitcrbestehens gewähren. Eine sehr wohl tätige und weise Einrichtung ist die Schäftung der Arbeitsorgani- satiausämter. durch die Nachfrage und Angebot geregelt wird. Es wuß niöglich gemacht werden, daß die Arbeitslosen verschwinden. Alle öftentlichen Arbeiten sind zu sörderu, nicht aufzuheben. Tin und wieder sind Kricgskreditbankcn geschasfen worden, denn der Kreditwürdige soll und muß unterstützt «verden. Der hierzu nötige Wechsclkrcdit ist von der Reichsbank flüssig zu machen. Es ist dann aber unbedingt nötig, daß alle Teile der Industrie und des Gewerbes sich beteiligen. Zusatzunterstützung der Kommunen und auch des Staates ist wünschenswert und Befreiung von Steuer und Stempel anzustreben. Die auf dem genossenickürftlichen Gedanken ruhende Form ist der Aktiengesellschaft vorzuziehen. Die Entscheidung der zwischen Gläubiger und Schuldner entstehenden Zwistigkeiten wird am cinsachftcn den zu schäftenden Eint» gungSänitern unterbreitet, die am besten ab und zu geben können. Eigennutz soll nicht sein. Jeder, der eine Existenz stützt, begeht eine patriotische Tat. Alle anderen Staaten haben ein Moratorium eingeführt. In Deutschland Hofs! inan ohne ein solches diirchznkommen. Sicher bat ein Moratorium seine großen Schattenseiten, denn viele holten dann das Geld fest, und der andere, der cs brauchen könnte, bekommt kein-. Die Selbsthilfe wird unterbiino.cn und rin Stillsland in unserer Zahliingssälngkeit ist die Folge. Verschiedene Industrien haben ihren Betrieb wieder ausgenommen, d-r Güterverkehr hat eingesetzt. Unsere Ausblicke i» die Zukunft erfüllen uns mit Genugtuung und Hoffnung. Viele Wunden wird der unselige Krieg schlagen, große Opfer an Gut und Leben fordert er. aber wir dürfen auch hoffen, daß er in Wahrhut ein einig Volk von Brüdern aus uns machen ivird, das zusammenstcht in jeder Not und Gefahr. Bezüglich des 2. Punktes der Tagesordnung: Anregung tzurGründungcinerHilfskreditkassefür den Mittcl- ftiaud. Handwerker und Gew-rbetreibenden Nnirde bestimmt, daß der Vorstand sich mit den vorbereitenden Arbeiten befassen und dann än den nächsten l4 Tagen eine neue Versammlung einberuscn, di: über die Gründung einer solchen Kasse Beschluß fassen soll. ** Elektrisch angetriebener Drescksatz. Da cs in der jetzige ' Kricgszeit schwierig ift. Koblcn für mit Damm betriebene Dreschfätze zu erhalten, und außerdem das elektrische -Dreschen wesentlich billiger, beguemer und vorteilhafter ist ,3 »o ströherer Ausdrusch. hat sich die Bau- und Betriebsleitung der Elektrischen Ileberland-Anlage der Provinz Oberbessen in zuvorkommender Weiie zur Ztromabgabe für besagten Zweck bereit erklärt. Landwirten, die eventuell gesonnen sind, sich des schönen aind guten Angebots bedienen zu wollen, wird seitens des Landw. ^ammer-AnsschufseZ angeraten, sich gefälligst an die Elektrische Ueberland-Anlage der Provinz Oberhessen in Friedbcrg zu wenden, von welcher die StromlieferuugSbedinguligen usw. erhältlich sind. ** Rotes Kreuz. Wir verweile» iviederholl a»s die Be- kanntnigchimg des Zweigvereiiis Eiche» vom Ro'en Kreuz im heutigen Anzeigenteil. Es ogrs bei dem bekannte» Opseisimi »»lerer Gi«Heuer Kiuivohnerschaft ivohl darnui gcie.hnct iverde». daß die Einzeichnungcn ln die Lei den in der Anzeige gciianntcn Sammel- nelle» «»'liegenden Listen im Interesse unserer verwundeten und kranken Krieger recht zahlreich erlolqc». Jeder, a»ch der geringste Betrag wird donkdar angenommen. ** Der Postverkehr. Für die Bezirke der Ober-Post- direklicncn in Trier, .Bromberg, Posen, BreSlau und Oppeln, in denen nach den Bekanntmachungen vom 1. und 10. August der Postkreditbrief-, der P o st Nachnahme - und der P o s! a u i t r a g s v e r k c h r eingestellt ist, wird dieser Verkehr mit der Maßgabe wieder z n ge lassen, daß die gc- naiinte:, Ober-Postdirckrionen berechtigt sind, in Grenzteilen ihrer Bezirke, wo es die Sicherheit eriordert, den Verkehr durch Ver- sügung an die Postanstalten auszuschließen. Da es nach Lage der Verhältnisse nicht angängig ist, von solchen Ausschließungen die anderen Postanstalten zu benachrichtigen, müssen die Absender von Postnackmahmesendungen und von Postausträgen nach Orten :m Grenzgebiete die Gefahr in Kauf nehmen, daß die Lendungen den Bestimmungsort nicht erreichen. Solche Sendungen werden mit Angabe des Grundes zurückgeleitet. Unter denselben Voraussetzungen wird sür den Obervostdirektionsbezirk Metz der vorstehend bezeichnet? Verkehr sowie der Postanweisungs-, Zahlkarten- und Zahlungsanweisungsverkehr wiediw zugelaften. Im Obcr-Post- direktlonsebzirk Königsberg ,Pr., hat sich die Wiedercln- stellung des Postanweisungs-, Zahlkarten- und Zahlungsanwei- sungsverkehr für den ganzen Bezirk als notwendig erwiesen. ** Für Postanweisungen nach den Niederlanden und den niederländischen Kolonien gilt von jetzt ab das UmrechnungS- verhältniS von 100 Gulden — 174 Mark. ** Gießener Fröbel-Seminar. Am Mittwoch fand unter dem Vorsitz des Großh. Prüfungskommissars, Herrn Prof. Dr. Alles, die in ü n dl i ch e P r ü fun g der abgehenden Schülerinnen des Gießener Fröbel-Seminars statt. Alle zioölf Schülerinnen haben di? Prüfung bestanden. Die Prüfung fand vier Wochen früher als gewöhnlich statt, dainit die abgehenden Schülerinnen frei wurden, mn sich der sozialen Hilfsarbeit zu widmen. Alle Prüflinge hatten sich bereit erklärt, auf dem Lande die Leitung von Notkindergärten zu übernehmen. Für die übrigen Schülerinnen des Seminar» beginnt der geregelte Unterricht mit dem l. September wieder. Im übrigen verweisen wir auf die im „Gießener Anzeiger" erscheinenden Anzeigen. ** Herberge zur Heimat. Im Monat August wurden in der Herberge 1070 Gäste ausgenommen (gegen 1410 im Juli des Vorjahrs'. Unter den Wanderern waren 374, noelch: die Ausnahme gegen Arbeitsleistung annahmen (392). — Offene Stellen waren gemeldet 109, besetzt ipurden 1Q5, davon nach außerhalb 27. Die untergebrachten Arbeitskräfte bestanden aus 52 Handwerkern und 53 ungelernten Arbitern. Lonvkreis Gießen. th. G r o ß e n-Li n d e n , 28. Aug. Einer Aufforderung unseres Bürgermeisters, für die Verwundeten grüne Bohnen und frische Eier zu spenden, ist schnell pnd in ungeahnter Weise entsprochen worden. Es wurde ein ganzer Wagen voll Bohnen in die Turnhalle gefahren. Innerhalb einer Stunde nach der Bekanntmachung waren in der Bürgermeisterei 2300 Eier abgeliesert. 8. Aus dem Lumdatal, 27. Aug. Den völlig ungerechtfertigt erhöhten Mehlprcisen, mit denen die großen Mehlhändler auf begueme Weise ihren KriegSbeitrag herauszuschlagen haben, spürt mail jetzt auch auf dem Lande. Schlugen in einzelnen Orten, z. B. Allewdori und Treis die Bäcker schon am 31. Jutr sofort uin 2—10 Pfg. für ein 4-Psund-Brot auf, was einen Sturm der Entrüstung in der ärmeren Bevölkerung gab. die fa in erster Linie Bäckerbrot kaust, während die Bauersleute selber backen, so daß die Bäcker sofort wieder den Raubzug einstellton, so soll fetzt doch ein Aufschlag von 50 auf 56 Pfg. eintreten. Das Pfund Mehl wird zu 22 statt 19 Pfg., wie vor dem Krieg, verkauft. Die hohen H a f e r v r e i s e von 23—24 Mt sür den Tovvelzentner sind fetzt für den neuen Hafer aus 20 Mk. gesunken. Die Händler kaufen alle Vorräte für Militärzwecke auf. TieS führt mit Sicherheit »weder zur Preistreiberei, wobei die Händler ihre Taschen auf Kosten der Käufer und Verkäufer füllen. Kreis BüSlnhen. a A n s der Wettern», 28. Aug. Dank des guten Wetters sind die E r n t e a r b e i t e » ioweit beendet. Tie Felder sind seit leer, nur »och Haler ist m die Scheune zu bringe», lieberall in den Dörfern stnd die Dreschnioscbinen fleißig an der Arbeit. Die Landwirt» lieier» den neuen Haler direkt an die Proviantämter, der Weizen ivird auch last überall gleich abgesetzt. Ucberast ist schon die Grunimetcriite in, Gang, d e sehr gut ausiällt. Eine Frage! Eine Frage, besonders im Hinblick auf das perfide Albivn! Er leben dauernd in Deutschland viele Ausländer, welche sämt lichc Vorteile unseres geordneten Staatswesens genießen, dabet aber sich den Hanvstftlickten in egoistischster Weise entziehen. Warum beschränkt man diesen stickt die Aufenthaltserlaubnis? Mögen sie doch um die deutsche Staatsangehörigkeit einkommen! In begründeten AüSnahmefällen könnte man ja davon abschen. Kl. Lan-rvsr-tscftaft. —• Nochmals unsere Geniüseerntc! Die Großh. Obstbau' und landwirtschaftliche Winterschnlc Friedberg schreibt uns: Schon vor 14 Tagen faben wir am die Gefahr aufmerksam gemacht, die unserer Gemüseernte drobt. liniere damalige Warnung bat sich vallaui bestätigt. Tausende von Raupen des Kohlweißlings sind heute an der Arbeit, unser Weißkraut, Rotkraut, Wirsing usw. zu zerstören. Es ist also höchste Zeit, jetzt an da§ Ablesen resp. an daS Zerdrücken der Raupen heranzugehen, lim die .Tiere nicht in die Hand nehmen zu müssen, kann man dieselben auch mittelst einer Sckcrc zerschneiden. Wenn einnial der Fraß soweit vorgeschritten ist. daß die Blätter der K'ohlvslanzcn stark 3!ot gelitten haben, bei das Vertilgen der so gefräßigen Raupe» keinen großen Wert mehr. Die Bläiter, die wesentlich zur Ernährung der Pflanzen beitragen, erfüllen diese Tätigkeit dann nicht mehr nollständia. Ein weiteres gedeihliches Wachstum der Pflanzen ist daher ausgeschlossen. Gics;cncr Strafkammer. G i c ß c n , 28. August 1914. Tic B e r u s u li g des Lascüändlers Moritz N. zu Hainburg gegen das Urteil Großh. Amtsgerichts Herbstcin. wonach er eine Geldstrafe von 150 Mark erhielt, wurde verworfen. N. hatte einen Lotteriepkan. der in Hessen nicht zugelassenen Hamburger Stadtlottcrie an Einwohner in Freiensteinau gesandt. Ein verlorener Sobn. ist der Angeklagte Georg Dck:.. der einer angesehenen Fanftlic in Oftcnbaeh entstammt, eine besiere Schule beiücht und als Einjähriger gedient hat. Gleich nach ieincr Militärzeit kam er aut Abwege, erlitt und verbüßte bereits wegen aller mögliche» Be- trügereien größere Gefängnisstrafen und solche brachten ihn auch heute wieder au: die Antlagrbank. Nack: Verbüßung feiner letzten Gefängnisstrafe in Butzbach bekam er eine Stelle in Rockenbach. Statt nun die ihm gebotene Gelegenheit, wieder aui den rechten Itzeq zu kommen, zu benutzen, fing er fei» altes Leben sofort wieder an, besncktc einen Ball und erschwindelte lick das Geld dazu, durch alle mögliche,i unwahren Angaben und besonders der, seine Mutter würde alles bezahlen, ivähre'ch seine Familie länglr mit ihm gebrochen batte. In Friedberg verschafftc er sich tagelang Wohnung und erschwindelt« sich noch Geld von seiner Logiswirtin. indem er angab. er sei slieserveoiftzier und habe die Zinsen, von 75 000 Mark zu verleben, weil er aber viel brauche, rück« seine HNailter nur am Ende des Monats mit Geld heraus.Trotz- alledem billigte ihm das Geiftckst nochmals mildernde Umstande zu. bewahrte ihn vor dem Zuchthaus und verurteilte ihn zu einer Gesängnisstrafe von einem Jahr und sechs 'Monaten unü ipr«y ihm auch die bürgerlichen Elpenrechte auf die Tauer von fünf Markte. Gießen, 29. Aug Marktbericht. Aul d«m heutigen Wochenuigrkle koßete: Butter da? Ü'ßllld 1,10—1.20 Mk.: Hühnereier 1 Stück lO PIg., 2 Stück 00 Big.« Euteucier l St. >0 Ptg„ 2 St. »0 P'g : Gauseeier l St. 0-0 P!g.. 2 St. 00 Psg.« Käse Pkd. 00 — CO Pkg.: Welsche 4—52. 1 !f.: Ochienkleiich dasP!d. 88—98 Big., Rindsteijch das Piuud 90—94 Pfa., Kubsteisch 80 Psg., Tchwetne- kleisch das Pßuid 70-88—28 Pkg . 5la!b,Irisch dar Ptd. 84-88 Psg.. Hnuiuielfteisch I Ptd. 70—98P>g.: Kartoffel» iuiZeutuer4—4,5 > Mk., im Psuud n Psa.. Weißkraut dar Stück 20-35 Pig.: Zwiebeln der Ztr. 12,07—15,00 Pik.: Alilch dar Liter 22 Psg.: 2l«plel der Zentner 18—20 Alk.: Birne» da? Pkund 15—20 Psg., Nüsse 100 Stück 00 Pkg., Zivetschen der Zentner 00—00 Mk., Gurken 100 Stück 2,00—3,00 Pik., Bohnen 1 Pfund 10 bis 15 Pig. — Marktzeit von 7 bl» 1 Uhr. ob. Rieder-Ingelheim, 27. tzlug. Ob st markt. Reiueklaudsn 3,50 Mk.. dlvrikvsen 8—8 Mk-, Pfirßche 6—14 Mk.. Mirabellen 5—8 Alk., Fruhbirnen 6—8 Mk., Frühäpfel 6 Pik., Zwetschen 3,50—5 Alk. der Zentner. Io. rSicSbadeu, 27. Aug. Heu» und Stroh markt. 2,'ngetahren: 18 Wagen Heu, 4 Mage» mit Stroh. Dia» notierte: He», neues, höchster Preis 3,90 Alk,, niedrigster Preis 2,70 Alk., Durchschnittspreis 3,42 Alk.: Richtstroh höchster Preis 2,20 Alk., »ledrigsler 2,10 Mk.« Durchschnittspreis 2,13 Mk. Kruminktroh höchster Preis 1,80 Mk., niedrigller 1,80 Mk,; Durchschnittspreis 1.80 Mk. — F r u ch t in a r k I. Haler höchster Preis 12,50 Mk., niedrigster 11,00 Alk.« Durchschnittspreis 11,75 Alk. Alles sür 50 Kilo. Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben Aug. y.: j 1= i 1 s 2" w c ^ w li - LZ |f 5? S W if - c i M & Wem» 28. 2"! 750,7 24 1 14.6 65 NNE 2 2 Sonnenschein 28. d" 752,6 20 5 18. > 90 still still 0 Klarer Himmel 29. ‘1 2 54,0 16.2 12.8 93 • 10 Nebel Höchste Teinveratnr am 27.-28. August 191 t -- -s- 24.6 ' Niedrigste , „ 27.-24. , 19U = 14,9' Niederschlag ;',0 mn. ------.... —- 1 1 Verantwortlich iür den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Go ekz Sehr aciäbrlichc Monate ftir Säuglinge und kleine Kinder sind August und Seoiembei. Keüe Mutter, die ihr Kind nicht selbst nährt, sollte deshalb .-»ehr als konst darauf bedacht kein, ihrem Liebling eine ptabrunq z» geben, die ihn diese heißen Atonale glück tick übersteben läßt. Ein solches Ikahrungsniiltel, das sicheren Schutz bietet gegen die im Sommer besonders Häring nustrctcnden Vrech- durchsälle und Diarrbäeu, ist das mahlichmeckendc Nestle'sche Kinder- inchi, eine im Gegensatz zur Kuhmilch sleis gieichbleibende. leicht verdauliche Nahrung. Probedose nebst Broschüre versenbet aus Wunsch kostensrei 'Nestle'sche Kindermehl G. m. b. H., Berlin W. 57. 850ss Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Damit Angehörige seindlicher Staaten nickt die sogenrnrrten Amerikaner-Züge und Amerikaner-Dampftchifte heimlich und ohne Passierscheine mitbenntzen. findet vor Besteigen des Zuges ledeS- inal eine genaue Paßrevision der Abreftenden statt. In den allernächsten Tagen wird ein solcher 'Amerikanerzug von Bad-Nauheim abfahren. Gießen, den 27, August 1914. Großherzogliches Kreisamt Gieße«. _ Dr. U f i ng er. ___ Bekanntmachung. Betr.: Sicherung der Ernte; hier: Drefchsatz mit elektr. Betrieb. Die Bau- und Betriebsleitung der elektr. Ilebcrlandanlageder Provinz Oberhessen teilt mit. daß sie in der Lage sei. einen Dreschfatz. bestehend m,s einem 30 bis 40-?3.-Motor und einer Dreschmaschine mit L>elbstcinlcger und Strohpressc leihweise zu erhalten, der dann gegen entsprechend« Leihgebühr zum Dreschen verliehen werden könnte Ter Dreschsatz müßte selbstverständlich mit Rücksicht aus die Größe des MotprS immer in der Nähe von Transsormatoren-Statronen zur Aufstellung kommen, da die Ortsnetzleitungen für den 'Anschluß so großer Motoren nicht ausreichen und außerdem in den betrefteichan Transsormawren-Statioven erst die erforderlichen größeren Transformatoren angeschlosscn lverden müssen. Es ist in der jetzigen KriegSzeit schwierig. Kohlen ftir mit Dampf betriebene Dreschsätze zu erhalten und außerdem ist das elektrische Dreschen wesentlich billiger, beguemer und vorterlhaster 1,3 Prozent hiberer Ausdrusch, Tic Stromsätze für Taeschtzetrieb sind in den Strom lieferungsbedingiingen sestgelegt: sic betragen bei eiuenl Jahresverbrauch von: 0—1000 K.W.St. 15 Pfg. für die K.W.St. 1001—2300 K.W.St. 14 P,g. sür die K.W.St. 2001—3900 K.W.St. 13 Psg. sür die K.W.St. über 3000 K.W.St. 12 Psg. sür die K.W.St. Alle Stromabnehmer, welche sich sür elektrisches Drasch« b'.S heule eingerichtet haben, sind mit den Ergebnissen, sowohl was den Stromverbrauch, als auch die ftjcsamtkosten, unter Einschluß di« Verzinsung und Amortisation sür Dreschsätze und elektrische Ein- richtting betrifft, äußerst zufrieden. Die Ban- und Betriebsleitting kann den Drefchsatz selbstverständlich nur dann leihweise übernehmen, wenn derselbe während der nächsten OAongie sortlausend weitervermietet >verd«n kann. Wir fordern diejenigen Landwirte, die van der Hinrichtung Gebrauch machen wallen, auf. dies durch Vermittlung der Gratzh. Bürgermeistereien bei uns anzumelden. Bei der Anmeldung find die zum Dreschen vorgesehenen Gck- trcidemengcn anzugcben. Gießen, 27. August 1914. Grvßberzogliches .Kreisamt Gießen. I. B.: H e m m e r d e. An dir Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden deS Kreises. Dorstebendc Bekanntmachung wollen Sic. soweit die Gemeinden an die Ucberlandanlage der Provinz Oberhcften angcschlofte« sind, ortsüblich bekannt machen. 'Anmeldungen sind von Ihnen ent- gegenzunehmen und uns einzusenden. Gießen, den 27. ?l»gust 1914. Großherzoglickes .Kreisamt Gießen. I. V.: He m mttbe. Bekanntmachung. Das Landwirtschaftliche Institut der Universität ist bereit. Unterweisung in Landarbeit zu erteilen an Männer, die geimllt sind, auf dem Lande mitzuhelsen Gießen, den 26. August 1914 Großherzogliches Kreis amt Gießen. I. B.: H ein m erde. Jur Vermeidung ,ott Verwechselungen ctHddesreUunsk von Vermicrunq-- «eigen oder dgl. wird dringend um ngabeder^nrcigennuninicr gebet ZerlagdrsGicsz.Nnzeigers i- 8 -Ziiiiüi.-Wshii. odbbcrrfdjnftl.. 1. 2torf nsti llem ftomint», Atmvnlficiv. !, iiibiiicv l’nne n»d 'Höhe et Uniucrfitrtt net 1. Cfteb. u retinietcn. 1-008 (5mil Ctcinrirfi Miillcr, gt bUlcrftruftt 20. autenberpstraße 14! «ehl. HarrscliaIts-Woh;iBEt|, Sinmtev m-ü't Wintcvntirt.. 1 )ad. Zentral-velzuiig, Was nb elcftv. Vidit n h nisem jubehör auf 1. Cftobet Mt letm. SUntcrc» bn-cibii. l™ ■ 6 Zimmer er i>d)Sn gelcndie, aevämnine Löhnung uo:t (. .'immer» ait Balkon »iid allein Znbe- Or, Ladeziimiier :e. rer Oktober -t, revmietett. 407] Nab. Plockstr. Kill. 896 ] Äalkantiblk.<>eiint.,rer . . Okl. in v. Ludlvigit r. I »■ kndtvitfsnraK'C 19 lea. K-Zim.-Wobnnng »tit gäbet.» Fremden;, reichlich, iubed.» «Karten an:.» Drocken- toben. elektr. Licht und Gab, um I. Oklober zu verttiieken. Krau Ä. 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Leist.LebenSst Ofi.u. L Skis a. Sasoenotstn ck Vaale , A.-6., Frarünrt a. 18. [94)9hv] Q»SSDVSSL»SSD««0x> ö Sc5snei«JcrI | a Zur Herstellung von D » Kriegs uniformen S | benötige ich noch eine § © grobe Anzahl von ® » Srfniciöerit. lBeschäs- 0 * ligung in n. auber dem Ä ? Hause.i dlarlir!! Sanse, A § GieSen. Bsbniiolüraitc 59 § «5 Fernsprecher 209. A »0f00®O0?»©Ba0®«**ra Sin Mann für Fuhrwerk und leichte Arbeit von hiesiaer Lilör- sabrik gesucht. Näb. in der Geschäit-r-st.d.Gien. An».!,.»-« Lchrling bei kansniännischer 'AnSbii- dung und so!. Verqütg. nes. 8707 ftßi. 21. Junker. gesucht. C. EilVstmea. I0659! Gesunde Mädchen vom Land mit guter Schulbildung vom 19. Jahr ab als Wärterinnen zuni 15. September gesucht. Freie Station, Dienstkleidung u. 300—100 Mk. Nach 6jähr. Bewährung 1000 Mk. Präinie. Ärohh. Direktion der Heil- u. Pslegcanstalt Gietzen. Taubere 19171 Lauffrau oder Laufmädchen sof ort ges. _ Mänsbura II. Mädchen °°sf S Zetinnissen fofovt ges. Käst, Liche r Ätrabe 10. 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Wer ibn eliifängt, >v. sreund- lich gebeten, ihn Loberstr. 20 gegen Belobuting abzngebeti. 00302] st. Ilr. Oel«. Bekanntmachrm^ Im Konkurs über das 21er- mögen der Firma Ear! Stückrath in Giesten, toll iinninehr eine Absdilag 'Verteilung ersolgen. Dazu sind veritigbar 01-21.11 Mark, während zu berücksichitgeu sind 208511.13 Lstark nicht bevorrechtigte Forderungen oder 25'V,,. Das Berzeichnis der zu berückstchtigeuden Forderungen kann ans der GerichtSschreiberei Grogh. 2lnuSgerichtS Gienen einge- seheu iverden. 9152 Giehen, 29. August 1811. L. SUthoit, Konkursverwalter. Bankgeschäft Bahnhofstraße Nr. 50 r rrr v r ^rffini T rr TTT fri ' . ' . i irr riTyTT ff rT iHiiiiinin.n Vermögens-Verwaltung besonders auch für diejenigen Personen, die infolge des Krieges an der Wahrnehmung ihrer Rechte verhindert sind Aufbewahrung u, Verwaltung von Wert- PTlYfTTTT". 11:1111 (i m i ui'ii i i't i m i i iTm i m n 1 1 i'i'i i i f in i rrMiVt'il n 111 : i n i Wi 1 1 11 i'u 111 m i ii i'i 11 1 1 1 111 ii u m ; 1111 ii 11 papieren,Hypotheken,Dokumentenetc. ^^ 7- ^iit ' .1 Ms777M 7 !7 s 7f1 Mr.i 7f s 7M MMi1.7iMNM sI I I I s f s / s f IIII ! f f»».iIIl! N NiI IIIMNVs N»I I «sN s I Ich empfehle meine Stahlkammer mit Schrankfächern (Safes) unter eigenem Mitverschluß des Mieters sssov la m—B— H M —H—gBMBBM VersteiKerung. Montag,den5l.ds.MtS„ nachmittags 2' . Uhr, folien dadier, Walltorstrastc 6 (Tarmstiidter Haust: Et» Niotor m. Zubehör, 1 Knssenschrank. 1 Mille Zigarren. 1 .'Kavier, 1 Divan, 1 voll st. Iäelt, 1 Negulaior, eine Waschkommode in. A!ar- morvlatte, 2 Stämme Werk- holz, 1 Kasseeröster, 1 Vertiko, eine vollst. Ladeneinrichtung. eine Lndentbeke, eine Oekonomiewage, 1 Sosa, eine grönere Partie Schuhtvaren, Fahrräder u. Näbinaschineu, iowte Haus- u. Küchengeräte zwangsweise gegen bar versteigert werden. [06356 Giehen, den 29. Aug. 1914 Seipel, Gerichtsvollzieher. lti Srtm-TimTGmSS- ü'I '"mhnit’t. ____... fe| ■ ' s ofiWfg .„n'!, 1 i|;j! |,!l;liiijil!ti' i!!!llt , :sw^y,i,BitIllP!Sj[!;!i 1 tiii: ui öc;ivn : 7it>ri)<£n-j3örpKri\\ wenn sie statt den teueren Marken unsere Einkochgläser nnd Apparate kauft. — Durch ganz bedentende Abschlüsse sind wir in der Lage, zu folgenden enorm billigen Preisen verkaufen zu können. lElnkoch-Oläser „Renata“ genau wie RexgSäser in garant bester Qualität, schmale 1 / i a /, * j < 1 / l Ltr. .. zu iedem Apparat passend, form jr Hl 15 50 Pr. mit Deckel und Ia. Gummi- breite */, */ 4 1 l 1 /, 2 Ltr. Ring Form 50 55 60 70 80 Pf. le, iiesles Fsärikal ff von Mk. " an \f liup|ju "vollkommenste der Gegenwart Mk. II» niiHiiitiityt» der denkbar beste u. einfachste Mk. 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Es lvird hierbei bemerkt, dah die Fürstlichen Wiesen in der Gemarkung Ober-Besungen dnrdt Kant a» die Gemeinde Ober-Bessingen übergegangen sind und komme» dieselbe» nickst mehr zur Versteigerung. Lick), den 25. August 1911. 93911) FurstUdt Solmsische dientet er. Vom 1. September d. F. ab läßt die Ge- nieinde Großen-Linden auf der Bauernmühle gegen sofortige Bezahlung mahlen. Die Abgabe pro Doppelzentner beträgt für Mehl 1,80 Mk. und für Schrot 0,90 Mk. Großen-Linden, am 27. Anglist 1914. Großh, Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 9417 Liobigstr. 83 3 K-S üi V Fjj Teiepbonl48 laler- nr,d Weissbmder-Gescliäft ompiiohJt sisb SOrWchanngsreEOvierBn^ta, FinuSEselireibeD, !-a:kicrea von BIbbsla nad dal. Beste Ans- tährnita. Pficktl. Bodicn&Eg. Billigste Preise «u». Verkauf. Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen scttcn, zirka 20 Zentner schweren Buben zu verkaufen. Angebote sind pro Zentner Lebendgewicht bis zum 2. September l. I., nachmittags <» Uhr, bei Unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Kaufbedingungen eingesehen werden können. Steinbach, am 27. August 1914. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. K r ä ni e r. 9450B Die Gemeinde SSibmnt Hai einen seiten Vogelsberger Butten I. £.imlität, im Wege beä schriftliche» Angebots zu ver- kausen. 2iugebote müssen bis znni I. September 1914. abends 8 Uhr, beim Gemeindevorsteher eingereicht sein, woselbst die Beding,nigen z„ ersahren sind. 9101 ,z S ch w a i m, Genieindevorsieher. 9125 Katife Weizen, Roggen, Gerste nnd Hafer alter und neuer Erute für Militärlieferungszwecke zu höchsten Preisen. Ifefhap. Fricdrichstraßc 8. Telephon Nr. 1 und 2001. österreichisch-ungarischer Rekruten und Ersatzreservisten sowie Landsturn,Pflichtiger. 1. Die Rekruten und Ersatzrcservisten des Assentsahr- ganges 1914 sowie alle im Jahre 1914 Stellungspflichtigen, welche bis jetzt ihrer Stelluugspflicht noch nicht nachgekommen sind, haben binnen 24 Stunden nach Verlautbarung dieser Kundmachung ans ihrem Aufenthaltsorte abzugehen und so rasch als möglich bei dem der Einbruchstation in die Monarchie nächstgelegenen k. u. k. Ergänznngsbezirkskommando einzutreffen. 2. Sämtliche 42 jährigen und jüngeren Landsturmpflichtigen, die im Heere, in der Kriegsmarine, Landwehr (Landesschützen) oder Gendarmerie gedient haben und bisher noch nicht einberufen wurden, oder nach ihrer Einrückung wegen Standesüberzahl beurlaubt worden sind, haben, sofernc sie laut ihres Landsturmpasses nicht waffeunnfähig klassifiziert worden sind, am 1. September aus ihrem Aufenthaltsorte abzugehen und sich so rasch als möglich beim zuständigen k. k. Landstnrmbezirks- kommando beziehungsweise beim heimatlichen k. u. k. Landsturm- kommando zu melden. Gediente Landsturmpflichtige, die in ihrem Landsturmpaß als „waffenunfähig" klassifiziert sind, haben dann einzurücken, wenn sie mit einer Widmungskarte beteilt sind, oder eine separate Einberufungskarte erhalten haben. 3. Sämtliche vorbezeichneten Wehrpflichtigen genießen auf den Bahnen des Deutschen Reiches gegen Borweis ihres Militär- dokumcntes (Widmungsschein, Militärschein, Landsturmpaß usw.) frei Fahrt und freie Beförderung ihres Reisegepäckes. Jene Wehrpflichtigen, die kein Militärdokument besitzen, haben sich sogleich mündlich oder schriftlich an die nüchstgclegene k. u. k. Bertretungsbehördc wegen Beteilung mit einem Beglan- bigungsschein zu wenden und zu diesem Zwecke ein Legitimationsdokument (Reisepaß. Heimatschein, Arbeitsbuch, Arbeitsverpflichtung usw.) vorzuweisen. Dev k. u. k. Geneval-Tksnsul r Freiherr von Goldschi,ndt-Rothschild. Bekanntmachung. Der Vorsitzende des Deutschen Flottcnvereins, Großadmiral von Koester, richtet an die Mitglieder einen Ausruf und bittet um Spenden sür die Pflege der Verwundeten unserer Flotte. Der gcschäfts- führende Ausschuß des hessischen Landesverbandes ersucht die Gruppen unseres Landes, die eingehenden Beträge nach Darmstadt abzuliefern, und wird sie dann gesammelt unter Nennung der Spender der Hauptgeschäftsstelle in Berlin übermitteln. Im Aufträge der Ortsgruppe Gießen ist der Unterzeichnete gern bereit, die Spenden der hiesigen Mitglieder entgegenzunehmen und erlaubt sich, folgende Worte an sie zu richten: Die SchickfalSstundc unseres teuren Vaterlandes hat geschlagen! Die Feinde in Ost und West wollen unser Volk niederwerfen, wollen es tilgen aus der Reihe der Grotzniächtc. Ihnen gesellen sich die treulosen Vettern jenseits des Kanals zu. die stets mit neidischen, mißgünstigen Augen die Entwicklung unserer starken Macht zur See verfolgt haben. Wir Mitglieder des Deutschen Flottenvereins haben in Wort und Tat unsere ganze Kraft eingesetzt, um unser Volk zu überzeugen von der Notwendigkeit einer starken Secrüstung. Unsere Volksgenossen haben dem ernsten Mahnrufe Folge geleistet, haben mit Herz und Hand mitgewirkt zur Erreichung unseres hohen vaterländischen Zieles. Jetzt ist die Zeit ernster, zäher Arbeit für unsere wackere Marine gekommen. Wie herrlich hat sich ihr heldenhafter Geist schon bewiesen! Denkt an die „Königin Luise", die „Augsburg", vor allem aber an den unerschrockenen Wagemut der Kreuzer „Gäben" und „Breslau". Mit tiefer Trauer erfüllt uns das Geschick des Kreuzers „Magdeburg". Unsere junge Flotte brennt vor Begierde, dem deutschen Volke zu zeigen, wie sic unser unerschütterliches Vertrauen in ihrem unerreichbaren Heldengeist zu lohnen versteht. Darum alle Mann an Bord! Helft die tavferen Verwundeten unserer Marine unterstützen, die Hel den pflege», die im Kampfe um unseres deutschen Namens Ehre, unseres Vaterlandes Große und unseres Volkes Herrlichkeit ihr Leben mit eiserner Stirne dem Feinde bieten! Fcde. auch die kleinste Gabe ist willkommen! Zeigt, ihr Getreuen des Deutschen Flottenvereins, daß wie immer so auch jetzt Treue und Dankbarkeit des deutschen Volkes Ruhm sei! Gießen (Gocthcstr. 19), 28.August 191 l. _____ Professor Polzing. Bekanntmachung. Die GruinuietgraSversicigerung vom I. Mis. iit aencbinigl. Ausgabe der Avluhrichcine durch die z„. liöndigev Zahtiielien von Donnerotaa. 3. k. Mt'., ab. Letzter Abiubriao Donnerstag. 17. f. Mts. Gieken. 28. Augun 19M. Ärotzhcrzoaliche Cbeviörjlcvci Schiilcnberg. TrauIwe > n. 9454 B Bekanntmachung Wir machen hierdurch bekannt, daß wir außer bei unserer Geschäftsstelle, Liebigstraße 16 (Alte Klinik) Sammetsttllkn für Barspenden bei der errichtet haben. Wir bitten die gesamte Gießener Einwohnerschaft um kräftige Unterstützung durch Einzeichnung von Spenden in die bei den Sammelstellen aufgelegten Listen. Jeder, auch der kleinste Betrag ist herzlich willkommen. ?kt Sorilaiii des Zmzumiiis Gicht» muh Men Kreuz. Landarbeit Das landwirtschaftliche Institut der Universität ist bereit, an Männer, die ans dem Lande bei der Fcldbcftclinng helfen wollen, Unterricht in der Landarbeit zu erteileil. Man bittet um persönliche Meldung im landwirtschaftlichen Institut, Srncktnbergstraße 15, Vormittags. Bekanntmachung. Sricaäirciniiüinc werde» im Ersatz-Bai. llti wieder cingeiteut. Melduna für in Gienen wobnhasic Leine Montag, den 31. August, vormittags 8 III,r für auswärtige TicnStag, den I. September, vormittags 8 llbr. Reue Kaserne. Lcnie. die bereits auSgcmustcrt iind, dürfen linrft Ber- fllgung des KricgsiiiiniftcriniiiS nicht als kkriegSireiivilUge ei ngestellt werden. ___ Bekanntmachung. Während meiner Zlinchörinkeii zuiu nkiiven Heere iivd der dadurch bedingten Abwesenheit von Gienen l-citclit der gesamte UntcrrichtSbctricb des tbictzencr Pacdage ginmS völlig unverändert fort. Die Masse» der fdiul* vsiichiigcn Schüler haben Fcricii bis Aum 15. Scv». Allc anderen Abteilungen haben »erieu van etwa 3 Wochen von Ende September ab. Sprechstunden uicines Vertreters: läglich voii 2—5 llbr. olenansnahnic» von Knaben und Mädchen finde» itandia statt. 19032 Direklor Vracktmann, Blrichstraße 6. ßönvsnnoodTisbsnsvorsioIrsrunAsn adsofiliessen. Leins Llgussu. Volls VorsloherilaASLUwmen. Leipzig. ßiessener Fröbel-Semmar. Der neue Kursus für Kindergärtncriluicll u. Kllwcrpflegcrittncn beginnt 9465 V nm 12. Oktober 1914. Prospekte und Auskuiisl diirch L. Moeicr, Gariensir. .30. Sprechstunde» 3—5 nachmittags. FÜR EEIEeEE kinoschlc ich in gröhlcr Auswahl: Luit kille», Waichtappcu, ^iabnburnc», , »ustcri-mc. Salicpl M talg, Streupulver. ,',„sck!cnviilvcr :c. 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