Nr. 202 Der Eichener Anzeige» erscheinl läglich, ander Sonntags. — Beilagen: viermal wückeulltch SichencrLamilienblätler, zweimal wöcbenil.Ilreir- vlallsürdcnUreiiSicben lTicnstag nndFreiiaas: zweimal nonail, Le.iid- wirlschaslliche äcitsraqen Fernsprcch »Anschlüße: für die Jiedallio» 112. Verlag n. Exvcditio» 5l Adresse iür Deveicben: Anzeiger Gießen. Annahme v»n Anzeigen Iür die Tagesniinlnier dis rorniittags 0 Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang 8amstag. 29. August IW eneral-Anzeiger für Oberheßen Rütationsdnul und Verlag der Brühl'fchen Univ.-Such- und Stctuörucferci R. Lange. Redaktion, Lrpcdition und Druckerei: Lchulstrahe 7. Bezngsprei»: monatlich ksV^vtenel- jährlich Alk. 2 . 20 -, durch Abhole- u. Zweigstellen inoiiatlich 65 Al-: durch dieVosl Ait.2,—vierlet» jahrl. auSschl. Beitellq. Zeileuoreis: lokal 15V, ouswärls 20 Vlenniq. Khesredakteiir: A Goetz. Verantwortlich für bei« volit. Teil: Äug. Kost;: iüc .FruiUcton', ,Ver- niijchte«' u»d,Äerichls- inal": Karl Neurath; iür .Stadt »nd Landet Kurl Bendt; für Den Anzeigenteil: H. Bell. s Das englische Heer vöAig geschlagen. pa$ Mrkße stanzöfische Zperrson gensmmen! W, T B G ro tz es H aup t gu a rt i c r. 28. Aug. Tie englische Armee, der sich drei französische T e r - ritorial-Divisionen an geschlossen halten. ist nördlich von St. Quentin v o l l st ä n d i g geschlagen ! und befindet sich in vollem 41 ü ck z u g e auf 2t. Quentin. Aic >ircrc tausend Gefangene. 7 ft c IÖ b a 11 c = I ricn und eine schwere Batterie sind in unsere »Hände gefallen. Südlich von Mczieres Kaden unsere I Truppen unter fortgesetzten Kämpfen in breiter Front i a ft i t Maas überschritten. Unser linker Flügel bat nach neuntagigem Gebirgskampf die französischen Gebirgs- , iruppen weiter östlich zurückgetrieben und besindet sich in weiterem siegreichen F o r t s ch r c i t e n. Der Bürgermeister von Brüssel teilt dem deutschen Kommandanten mit. daß von der französischen Negierung der belgischen Negierung die Unmöglichkeit eröffnet morden sei. sic irgendwie offensiv zu unterstützen, da sic selbst in die Defensive gedrängt sei. I Der gestrige 28. August (Geburtstag Goethesi Ivor ein I in der Weltgeschichte einzig dastehender Tag für unser deut- .Isch.es Volk. So viele bedeutsame Siegeskunden zugleich sind i » wohl kauni jemals einem Volke beschieden gewesen. Denn I der Einzelne so des Segens Fülle auf einmal vor sich hin- » geschüttet sähe, jo würde ihn wohl die Angst packen, ob er » es auch verdiene und sein Innerstes würde erschüttert durch I den Gedanken: mir grauet vor der Götter Neide! Wir sind I Menschen und wir wissen es. daß des Menschen Leben I nicht eitel Sonnenschein und Jubel sein kann, sondern daß. es f I gemischt mit Sorge und Kampf erst seinen wahren Wert er- I Mit. Im Leben eines großen Volkes aber beivegt sich die »fallende, schwankendc^Wellc des Glücks stürmischer und der 'I Einzelne erlebt nur Stunden und Tage des Volkergeschicks, das mit Riesenschritten über ihn hinwegschreitet. Uns graut nicht vor der Götter Neide bei der Fülle der Freudenbvt- schaiten. die über uns hinbraust. Wie die politische Mhral sieb von der des Einzelnienschen unterscheidet, indem' sie weitschauend sich wappnet mit eiserner Notwendigkeit, so bat auch das Schicksal eines ganzen Volkes einen andern - Klang als das Erlebnis des Sterblickten ; es ist ein eherner I Äang. und das Glückslos, das uns jetzt beschieden ist, > I bat seine Wirkung noch nicht einmal begonnen. Was wir ! I gestern erleben durften, ivird uns erst in der nächsten Zeit Iganz offenbar werden. Von der großen weltgeschichtlichen . I Wendung aber, die unser Deutschland erfährt, geht etwas j I auf uns über, das wir mit dem Herzen voll erfassen können: I die Stunde der Gerechtigkeit hat für uns geschlagen. Was »war cs denn, was uns gestern so jauchzen ließ, als die I Nachricht kund ivard, daß das englische Heer geschlagen sei -»und vor den deutschen Schlägen sich hatte flüchten müssen! ^iDas war nicht der Neid des Vetters, wie ihn der Brite »uns so oft gezeigt hat, nein, das >var wie eine Erlösung »non langen, Truck. Tic gerechte Hand des Lenkers I der Geschicke bat den schnöden Neider und Rechner erreicht, ! I dessen Moral gepanzert war nicht mit Notwendigkeit, son- » dcrn mit der Gewinnsucht eines Krämers. Darum soll dieses 1 Volk vom Gipset heruiedcrstürzcn, darum muß cs klein wer- »dcn ivie seine Völkcrmoral! R Spät am Abend kam dann noch die andere Freudenbot- »schast, daß ancb der ..Erbfeind" im Westen einen neuen t l Schlag durch unsere Waffen erlitten habe. Frankreich erntet I die Fruchte seiner rachsüchtigen, ehrgeizigen Politik. Es hat >1 allzusehr die menschlichen Leidenschaften in sein politisches I Handeln gemischt: kein neues Ministeriunl wird sein Geschick laufhalten, das seinen Laus nimmt, bis Frankreich w edcr » der Stimnie der Vernunft Gehör gegeben Iiat, bis cs sich I von den Fesseln der verletzten Eitelkeit frei gemacht hat. Bon allen Städten des Reiches kommt die Kunde von ,1 überströmendcni Jubel des Volkes. Wich in Gießen jciertc elman freudig mit: das Straßenbild ist lebhafter, alt und I jung ist von gespannten! Interesse bewcgr. Noch aber sind W mir nicht am Ende. So ist denn die Aufforderung, daß. die »Bürger zur Feier deS Tages am Klbend ihre Häuser „illumi- » nicrcn" möchten, unbeachtet geblieben. Wir batten diese Aus- I sorderung auf einen Wunsch aus Bürgerkreiseu in unserer ‘ I Geschäftsstelle ausgehängt. Tie Bevölkerung hatte aber das 11 richtige Empiiiiden, daß eine solche Art dekorativer Wirkung * P nur dem vollzogenen Ereignis angepaßt wäre, während wir I doch noch mitten im Werden und Geschehen stehen. Gleich- I wohl, die Kerzen der Begeisterung brannten überall, und wir I sind gewiß, daß sic bei Tag und bei Nacht uns voran leuchten I werden! Ter Bann, den die Beberricktung des internationalen Telc- grapttennetzes durch England und Frankreich der Welt bislana mit erlegt hat, ist gebrochen. Wir dürfen heute wohl mit hoher Be irtedigung feststellen, daß die Tatsachen gesprochen haben. Ta« ist in so überwältigender Weise gescheiten, daß selbst der ausgemachteste Lugner nicht mehr imstande sein dürste, der Kulturwclt die Wahrheit weiterhin vorzuenthalten. Tas ist die eine erfreuliche Gegen- Dirtuiig gegenüber den Versuchen Englands und Frankreichs, die Liimmung in der Welt gegen uns zu beeinilwien und die ösient- liche Meinung zu fälschen. Jetzt tritt der.natürliche Rücsichlag ein und wir verzeichnen weiterhin mit berechtigter Genugtuung, daß dieser Rückschlag am stärksten in den neutralen Staaten in die Erscheinung tritt Wenn Italien wirklich in den hinter uns liegenden drei VoÄen Augenblicke gehabt hatten sollte, wo es für seine Regierung zweifelhaft war, wohin sie sich stellen sollte, so ist dieser Zustand des Schwankens und Zweifeln-; zu den abgetanen Tingen zu rech neu. Tie maßgebende italienische Presse läßt erkennen, daß Italien nicht nur an seiner Neutralität strikte festzuhalten entschlossen ist, sondern daß diese Neutralität seit den Ereignissen und Erfolgen aut dem westlichen Kriegsschauplatz und im Osten litte wärmere Färbung uns gegenüber angenommen l)at. Daß Amerika, insbesondere insoweit der deutsch-amerikanische Einschlag in Betracht kommt, mit uns suhlt und denkt, lasscu die Nachrichten, die zumeist auf privatem Wege hierher geiangen, einwandfrei erkennen. Es mag auch dort drüben Zweifler nnd ängstliche Gemüter gegeben haben, die unter der Flut der durch die intcruationalen Kabel verbreiteten Tartareunachrichien schwan kend und zweifelnd gewesen sind, — die große Masse aber des amerikanischen Volkes wird sich auch in dieser ersten schweren Phase der Kriegsentwicklung in ihrem Vertrauen zu der Tüchtigkeit des deutschen Volks und seines .Heeres nicht haben irre machen lasse». Heute braust auch dort drüben der Sang „Deutschland, Deutschland über alles" zuni Himmel enrpor, und wir dürfen vertrancn, daß die niederträchtige Handlungsweise Japans die volle Aufmerksam keit und Beachtung unserer Stammesbrüder in Amerika und auch der- ainerikaiiiichen Regierung iindet. Unsere Sache sängt nunmebr auch sehr ernsthait an, eine Sache Amerikas zu werden. In hoch steni Maße erfreulich ist es, daß sich die Deutsch-Amerikaner gegenüber der gelben Presse, die für die Triplecntente Eintritt, zur Webr setzen und daß in New Pork ein neues Blatt „The Fatherland" ins Leben geruien ist, in welchem energisch die deutschen Interessen ntabrgenommen und vor allem die Wahrheit über die kriegerischen Ereignisse verbreitet wird. Daß der derzeitige Stand der Tinqe, insotveit das noch notwendig war, auch von loohltätiger Wirkung auf die Schweiz, Holland, Dänemark, Norwegen und Schweden gewesen ist, darf nicht wundernehmen. Tic Bluts- und Stammesverwandtschaft spricht hier stärker als alle Machenschaften und Versprechungen, die in dieser Zeit von den Gesandten der tms seinldlich gegen- überstehenden Mächte in den Hauptstädten jener Länder nnter- nomnieii sein mögen, lind das; im Südosten Europas, dort, wo englische und russische Einflüsse mit sicher nicht zu '.arten Mitteln am die Türkei, auf Rumänien und Bulggrie t cinz.iwirien sich mühen, die Schläge des deutschen Schwerte- ünd der Donner der deutschen Geschütze die Staaten und Völker hellhörig gemacht haben, darf ebenfalls nicht wundernehmen. Wir dürseu hofsen^und ertvarten, daß diese Gegenwirkung, welche die deutschen Siege ansgelöst haben, sehr bald in greisbarster Form in die Erscheinung tritt und dann den kühn angelegten, aber aus unsichere Fundamente aufgebautcn Plan Englands und seiner Verbündeten völlig in sich zusammcnbrechen läßt. Das stärkste Sperrfort der Franzosen in unserem Besitz. Berlin, 28. Aug. M a n o n v i l l e r, das stärkste Spcrrfort der Franzosen, ist in unserem Besitz. Das Fort Moitonviller liegt etwa zehn Kilonieter östlich von Lunävillc, aus einer Anhöhe nördlich von dem kleinen Flecken Manonviller, Tas Fort sperrt die Bahnlinie Straß- burg-Avricourt-Paris und den Zugang nach Luneville, von Osten. Auch die Pässe der nördlichsten Vogesen, namentlich die Gegend des Tonon, liegen in seinem weiteren Bereich. Antwerpen! Es ist nur natürlich, daß nach den schweren Schlägen, wclcbc den von vornbei'ein aussichtslosen Widei stand des belgischen Slaatcs gebrochen haben, sich seine verfügbaren militärischen Kräfte um und in Antwerpen versammeln und dort sich hinter den schützenden Wällen der Festung und seiner Außenwerke zum letzten Kampfe rüsten. Alan tveiß jetzt auch, daß von französischer sowie von englischer Seite endlich diejenige Hilfe geleistet wird, deren bisheriges Fehlen starken Unntut in Belgien erregt und mehr oder wenige heftige Anklagen und Auseinandersetzungen mit den Verbündeten hervorgerufen hat. Wir iverden damit rechnen dürscn, daß die Verteidigung der Festung Antioerpen, die neben Belsort und Gibraltar als eine der stärksten angesehen wird, in den Händen französischer Offiziere liegt. Das kann natürlich die Siegeszuversicht der deutschen Truppen, auch den Widerstand dieses hervorragendsten Wassenplatzes zu breä>en, nicht im mindesten schwächen. Wir werden auch dieser Festung, ebenso wie Lüttich und Namur, Herr werden, wett auf seiten unserer Kriegführung der teste Wille besieht, sich so oder so in den Besitz dieses letzten Bollwerkes zu setzen. Nachrichten, die in den letzten Tagen aus Antwerpen nach Deutschland gelangt sind, tasten erkennen, daß dort eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet ivird, um die Verteidigungswerkc zu verstärken und sic sturmfrei zu mache». TaS ganze Vorlcrrain soll mit Flatterminen versehen und mit starkem Stacheldraht übcrsponnen sein. Eifrig ivird an der Herstellung neuer und der Verstärkung vorhandener Erdwerke gearbeitet. Tie Angst vor dem hcranrücken- den Feinde, der von seiner Ucberlegenbeit so glänzende Proben abgelegt hat, beflügelt Tausende von Händen. Dos endgültige Schicksal Antwerpens kann dadurch höchstens um etwas verzögert, niemals aber ausgchalten werden. Wenn unsere schwere Artillerie ihre Stimme erhebt, dann wird auch den Verteidigern und der Bevölkernng Antwerpens llar werden, daß wir über diejenigen Mittel verfügen, um auch den stärksten Wider stand brechen zn können. Wenn das schwere Opfer im Gefolge haben wird und über die blühende Handelsstadt, die zu ihrem Unglück auch gleichzeitig Festung ist, ein Unglück hereinbricht, das sich ihre Bewohner im vollen Umfange vorzustellen kaum in der Lage sind, so ist das nickt unsere Schuld. Belgien konnte sich die Schrecken des Krieges nicht nur erspare,i, sondern auch von vornherein seine staatliche Selbständigkeit sichern. Es bat die von Deutschland entgegen gestreckte Hand zweimal ausgeschlagen und auf die sali'che Karte gesetzt. Belgien bat nerspiell und damit verloren, daran wird auch der kürzere oder längere Widerstand Antwerpens nichts ändern. Tie Zerstörung von Löwen. (WTB.i Berlin, 28, Aug, lieber die Z c r st ö r u n jj von Lö w e n , die wegen des Schießens der Einwohner aus deutsche Truppen erfolgte, meldet der Kriegsberichterstatter der „Possifchen Zeitung": Zur gleichen Stunde überschüttete plötzlich die Bevölkernng von Löwen, die bisher friedlich gewesen war, aus allen Fenstern, aus Kellern und von Dächern herab die in den Straßen besindlichen ahnungslosen deutschen Wachen, Kolonnen und durchmarschierenden deutschen Truppen mit Gewehr und P i st o l c n s e u e r. Es entwickelte sich dann ein fürchterliches H a n d g c in c n g e , an dem sich die gesamte Zivilbevölkerung beteiligte. Unseren Soldaten gelang cs in kurzer Zeit, der rasenden Bevölkerung Herr zu werden. Leider ist auch bei diesem hinterlistigen Uebcrsall viel deutsches Blut geflossen. Das Gebot der Sclbsterhottung verlangte hier, daß die schivere Schuld, die die Stadt Löwen aus sich geladen hatte, sofxrt und unnach sichtlich ihre Sühne fand, itnd so durste die alte, an Knnstschätzen reiche Stabs heute nicht inehr sein. Es unterliegt keinem Zweifel: Der Ucberfall in Löwen war behördlich organisiert und sollt« den Ausfall von Antwerpen unterstützen, denn beides er^ eignete sich genau zur gleichen Zeil, Es ist anzunebmcn, daß die Belgier nunmehr zur Vernunft kommen, und daß die letzte Lehre ihnen die Lust zur Fortsctzutlg des Franktireur-- kricgcs genommen hat. In Belgien zurückgelasscnes Eigentum. Berlin, 28. Aug. Verschiedene Personen daben in der letzten Zeit Anfragen ans Kriegsministerinni gerichtet, welchen Weg sie einzuschlageit haben, um in den Besitz ihrer in Belgien besindlichen Eigentümer zu gelangen. Für solche An- fragen ist der BerwaltungSchef beim Kaiserlichen Gouvernement in Belgien Exzellenz von Sandt zuständig. Hollands Neutralität. Haag. 28, Aug. Heute tvurdc eine Proklamation d es B ü r g er n, e i st e r s an den Straßenecke n an- geschlageu, die besagt, Holland müsse seine Neutralitä! wahren gegenüber den Kriegführenden. Wenn sic per- letzt werde» sollte, sotten die Bürger nicht den Kaps verlieren und sich nach dem Kriegsrecht ruhig verhalten. Diese Ankündigung solle beruhigen. Jeder Bürger solle es vermeiden, seine persönlichen Sympathien zu äußern. Oesterreichs Kriegscrklärnng an Belgien. Wien, 28. Aug. Der österreichisch-ungarische Gesandte am belgischen Hofe ist beauftragt worden, dem belgischen Minister zu telegraphieren, daß Belgien Frankreich und Großbritannien seinen militärischen Beistand leihe, welche beide Oesterreich-Ungarn den Krieg erklärt haben und angesichts der Tatsache, daß Oesterreich-Ungarns Staatsangehörige unter den Augen der belgischen Regierung eine selbst den primitiven Anforderungen der Menschheit imderspre- ckende Behandlung über sich ergehen lassen mußten, sich Oesterreich-Ungarn genötigt sehe, die diplomatischen Bc- ziebniigcn abzubreckwn. Es betraMct sich von diesem Augenblick an als im Kriegszustand mit Belgien befindlich. Ten Schutz der österreichisch-ungarischeu StaatSaugehürigen übernehmen die Vereinigten Staaten. Dem belgischen Gesandten in Wien wurden die Pässe zugestellt. Neue Kämpfe der Österreicher und Russen. W TB .) Wien, 28. Aug, Tas Krieg spresseguartter meldet: Seit dem 26. August entwickelil sich zwischen den ö st c r r, - u n g a r. und russischen Truppen Kämpfe, die augenblicklich in dem g an zeit Raume zwischen Weichsel und D n j e st c r staltsindcn. Der östcrretchisch- ungarischc linke Flügel ist in der Offensive begris» sen und dringt siegreich vor, Revolution i» Odessa. WTB.) 2? i e n , 28. Aug. Das „Reue Wiener Journal" meldet aus Bukarest: Nach einer Meldung an die hiesige russische Botschaft bombardiert der russische Panzerkreuzer „Pantclcimon" die S t a d t O d e s s a , wo es den Revolutionären gelungen ist. die Herrschaft an sich zu reißen. — Die ganze Woche hindurch dauerlen die hliitigen Straße »kämpfe an und endeten mit dem vollsten Siege der Nevolution, Die Enkscheidung führten die Truppen selbst lnrbei. die nach der Niedcrmetzelung der Offiziere sich der repolutionüren Bewegung anschlosscn, Ter Polizeimeister, der Gendarmeriechef und Polizcikommisiare wurden bei deni Sturm auf das Gefängnis getötet. In allen öffentlichen Gebäuden, die beflaggt sind, arbeiten Revolutio- nöre, Komitees, Das Bombardement richtet sich hauptsächlich gegen die Gebäude und Kasernen, wo sich die aufrührerischen Truppen aufhalten. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Ans Bulgarien. (WTB.i Sofia, 28. Aug. Tie „Agence Bulgare" meldet : Der Kr i e g s m i n i ste r reist heute obeud zu einer Inspektionsreise 'in die neuernwi denen Gebiete ob. um die Ergebnisse der Aushebung der zu einer dreiwöckugru Wafsenübung einberu,enen neuen Soldaten iestzustetlen. Es haiidelt sich um Bulgaren, die aus den unter fremder Herrschaft verbliebenen Gebieten eingewandert sind. Drese Inspektion war seit längerer Zeit in Aussicht genommen, aber der Minister konnte die Reue erit teüt imienBp&nt«» ■' 'Go?i a, ‘-’S. Aug. Der SWniri ermächtiglc den Minister« hirLfrdeiileii. di: verladt: Sobrani«, pte am 2V, August zu« fainnienlrelcn sollte, nicht einzubcrusen. S o f i cr. 28. Ang. Das Blatt ,,£fro" beantwortet die Ävochungcn der russischen Panslawisten gegen Bulgarien Hrlgendermaßen: Bulgarien lebte bi.- -um vorigen Jabre in dem Wahne, das ^S taksaclUich eine stawiich? Idee gebe, Heute wissen wir. dost cs aurgeheure Verwirrung im Begriff« de» T > a m e n - stums gibt War dae Slawentum, als im vorigen Jahre >ich ^Rußland mit den Franzoien und Griechen verbündete, um die ^Bulgaren zu vernichten? handelte Bubland im Namen des kSlan entum», al: es die Griechen und Serben aushetzte, das bulgarische Zement zu aifimilieren'? Oder will man die Bulgaren bloß oie- Handlanger de» Slawentums benutzen»' An Lester rerch-Ungarn gebt c: den Slawen sehr gut, dagegen den slawischen Polen in Rußland sehr schlecht Air sind zuerst Bulgaren und dann erst Slawen und wollen für die Einigung der bulgarischen Nation arbeiten Wir sind gegen alle, die dieser 'Einigung im Wege sieben Bi.» ei erreicht ist, wollen wir sehen, od wir Slawen sind oder nicht. Als iin Vorjahre Bulgariens Körper zerrissen wurde, blich die slawische Seele Rußlands teilnahmslos. Pille zeigten ioaar Schadenfreude. Heute heilen wir unsere Wunde, die uns leine graste Slawophilie verursachte. Seitdem wir nnS von der slawophilen Idee- lossagtcn, suhlen wir unS^leichier. Wir hegen die Ilebcrzcugung, dast das Recht aut üiiserer Seit: ist. Die Bemühungen Serbiens. Sofia, 28. Aug. Die neuerlicheit Bemii.bu.ngen der serbischen Regierung, Bulgarien inög' Erleichterungen betr, der Einfuhr gewähren, lind resultatlos verlausen. Serbische Grausamkeiten. Wien , 2k. Aug. Tie von dem österreichisch-ungarischen Armeekommando angeordnete Untersuchung über die s e r - bisckcu Grausamkeiten und Völkerrcchtsverletzungen dauert an. Auster den bereits veröffentlichten Ergebnissen ist noch folgende» hervorzuheben: Serbische Truppen massakrieren und verstümmeln Gefangene und B er- lwundcte. Unsere Verbandsplätze werden beschossen. Serbische reguläre Truppen hissen die Parlamentärslagge und überfallen »ach Einstellung des Feuers hinterlistig die österreichischen Truppen, Soldaten zweiten und dritten Aufgebots sowie K'omitatschis entledigen sich bei drohender Gefahr ihrer Waffen und suchen als friedliche Bürger zu erscheinen. Bei getöteten Komitatschis wurden mit Nägeln und Kupserrntriolslückcii geladene Patronen gesunden. Tie serbisch: Z i v i l b e v ö l ke r u n g , insbesondere Weiber und Kinder, schießt und wirst heim tückisch im Rücken unserer Armee Bomben. Spione, Zivilpersonen und K'omitatschis, 'welche sich in der geschilderten Weise vergangen haben, werden standrechtlich abgeurteilt. In L o s n i tz a , wo die Bevölkerung Feind'eliqkeiten beging, wurde zur Strafe eine Geldkontribution erhoben. Tie Gärung im Islam. WTB. K' o n st a n t i ii o p e l, 28. Aug. ,,Tasvir-i-Efkiar" bespricht die Bedrückung, unter der die Muselmanen der englischen, russischen und französischen Besitzungen zu leiden hätten und erklärt: die Türkei ist ein unabhängiger Land, Es möge sich ausrafscn, um seine durch sene drei Staaten bedrohte politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu retten. Man möchte uns neue Fesseln aulegen, die ebenso schwer sind wie die alten. Die Grundlage der Politik jener Länder war, uns am Atmen zu verhindern, aber der gegenwärtige Weltkrieg wird nicht auf Europa beschränkt bleiben. Er ist ein Hebel der göttlichen Gerechtigkeit für den Islam, der seit einer langen Reihe von Jahren in einen eisernen Ring einge- ztvängt ist. Endlich ist der Moment gekommen, da auch der Islam sein Haupt erhebt. Die Haltung der Schweiz. London, 28. August. Der schweizerischeGe- sandte hat der englischen Regierung mitgeteilt, daß die Blätkermeldungcn, nach welchen zwischen Deutschland, Lestcr- reich-llngarn und der Schweiz ein gegen Italien gerichteter Vertrag bestehen soll, völlig unwahr ist. Unsere Kampfesart und die der Gegner. (WTB.) Großes H a » p t q u c r ti e r , 28. Aug. Die .deutkche Heeresleitung protestiert gegen die durch unsere 'Gegner tcrbrritc c:i Nachrichten über Grausa m k e i t c n der deutschen ft riegss ii h r u n g. Wenn Härten und strengste Maßnahmen nötig geworden sind, so sind sie veranlaßt und herausgefvrdert wvvden durch Teilnahme der Zivilbevölkerung einschließlich Frauen an den heimtückischen U eberfällen auf unsere Truppen und durch die b e.st i a l i s ch e n G r a u s o m k c i t e n , die an unseren Verwundeten verübt worden sind. Die Verantwortung für die Schärfe, die in die Kriegsführung hineiugebracht wurde, tragen allein die Regierungen und die Behörden deö von uns besetzten Landes, die die Bürger niit Waffen versehen und zur Teilnahme am Kriege aufgebetzt haben. Ueberall', wo sich die Bevölkerung feindseliger Handlungen enthielt, ist von unseren Truppen weder Mensch noch Gut geschädigt worden. Der deutsche Soldat ist kein Mordbrenner und Plünderer. Er führt nur Krieg gegen das feindliche Heer. Die in ausländischen Blättern gebrachte Nachricht, „di: Deutschen trieben die Bevölkerung des Landes im Gefecht vor sich her", ist eine Lüge, die den moralischen Tiefstand ihres Urhebers kennzeichnet. Jeder, der die hohe kulturelle Entwicklung unseres Volkes kennt, wird sie als solche von vornherein bezeichnen. Berlin, 28. Aug. Nach dienstlichen Meldungen sind sowohl bei Franzosen wie bei Engländern in den Taschen der gefallenen uuo venvundeten Soldaten zahlreiche Dum- d u ni g e s ch o i f e gesunden nwrdeu. Wir werden gezwungen sein, gegen di: völkerrechtswidrige Verwendung der Geschosse mit Gegenmastregeln allerschärfster Art vorzugehen. Unwürdiges Heraudräugcn an die Gefangenen. Berlin, 28. Aujg. Ein Erlaß des Ministers des Innern i£tt die Regierungspräsidenten macht darauf aufmerksam, ldaß beim Transport französischer Kriegsgefangenen bereits stliwehörigkeiten v arge kommen sind. Die Gefangenen seien nicht nur ebenso gur, besonders auch mit Liebesgaben bewirtet worden wie die deutschen Truppen. Weiter haben -Damen um P o st k a r t e n u n k e r s ch ri s t e n und Lassung von Andenken gebeten. Lolchen Vorkommnissen gegenüber weist der Minister dcrraushin, daß seitens der Kommandantur di' Bahnhofskominandcure und Bahnhofsvorsteher angewiesen seien, dafür zu sorgen, daß unverwun- deter Kriegsgefangenen, gleichgültig ob Lffiziere oder Mannschaften, freiwillige Liebesgaben unter keinen Umständen verabreicht werden dürfen, dies sei nur bei verwundeten Kriegsgefangenen gestattet. Die Bahnhöfe, auf denen Kriegsgefangene langer Aufenthalt haben, werden abgesperrt, so daß, ein Verkehr zwischen dem Publikum und den Kriegs- Wesangenen nicht stattsinden kann. Die Polizeibehörden haben sie Bahnhofsbeamien bei der Durchführung ihrer Maßnahmen zu unterstützen, DaS Besuchen der Gefangenen durch das Publikum ist. wie der Erlaß ferner betont, unbedingt verboten, es ist über- l-aupt mit Nachdruck dahin zu wirken, Lag die erwähnten, in: Hinblick aus die Behandlung deutscher Staatsangehöriger ourch die feindliche Bevölkerung, Borkonrmnisse sich nicht iviederhole». Tic letzte Verlustliste. WTB. Berlin, 28 Aug Die heute veröffentlichte 12. Verlustliste besagt: Tot: 3 Offiziere, 14 Unteroffiziere und 87 Mann Verwundet: 13 Lffiziere, 45 Unteroffiziere und 320 Mann, Besonders betroffen ist das Znf,- Regiment 143. Ter Tod des Gesandte» von Haxthausen. Berlin, '28. Aug. Der Tod des Gesandten von Haxthausen macht eine Neubesetzung des Gesandtenpostens in Peking notwendig, gerade in dem gegenwärtigen Augenblick, wo I a p an uns in Unverhüllter Raub- absicht den Krieg erklärt hat, ist dieser Pekinger Posten von besonderer Wichtigkeit. Wie verlautet, ist die Rede davon, dem Kapitän z. S. H c n tz e , der das Deutsche Reich in Mexiko vertritt, die Pekinger Gesandtschaft zu übertragen. Der bisherige Gesandte in Montenegro Herr v. Eckardt dürfte zum Gesandten in Mexiko ernannt werden. Herr v. Hentze gilt für sehr energisch und geschickt. Die Aufgaben, die er in Peking vorfindet, dürften allerdings nicht gerade leicht sein, denn er würde dort die Intrigen des von Rußland, England und Frankreich unterstützten Japan abzuwehren haben. Die Lage der deutschen Schutzgebiete. Berlin, 28. Alig. Ueber die derzeitige Lage der deutschen Schutzgebiete gibt das RcichSkolonialamt folgendes bekannt: In Ostafrika haben die Engländer kurz nach Ausbruch desKrieges denFunkenturm in Daressalam zerstört. Im Innern des Landes hat nach neueren englischen Nachrichten unsere Bchutztruppe die Ossensive ergriffen und den wichtigen englischen Verkchrspunkt Tav elta südöstlich des Kilimandscharo besetzt. Aus Togo, das nur von einer kleinen Schar kriegs- freiwrlliger Weißer und der schwachen Eingebvrenen-Pofi- ?,eitruppe verteidigt wird, wurde bereits gemeldet, daß Engländer und Franzosen einige Gebiete besetzten. Zwischen unserer Truppe und den aus Dahomep und von der Goldküste anmarschierenden weit überlegenen Streitkräften fanden verschiedene Gefechte statt, in denen von unserer Seite mit gro- ßer Tapferkeit gekämpft wurde. In diesen Gefechten fielen, wie zuni Teil früher gemeldet, Hauptmann Pfähle r, sowie die Kriegsfreiwilligen Berke und Klemp, während Dr. Raven, sowie die Freiwilligen Sengmüller, Kohlsdorf und Ebert verwuntzei wurden. Aus Kamerun, das bis vor wenigen Tagen vom F-einde nicht behelligt wurde, liegen neuere Nachrichten nicht vor. Dem Eindringen feindlicher Streitkräste in das Land dürfte die Schutztruppe erfolgreichen Widerstand entgegensetzen. Ta der Funkentunn vor Kami na in Togo vor Besitzergreifung durch die Engländer von unserer Truppe zerstört wurde, sind weitere Naiprichten aus Kamerun und' Togo in nächster Zeit nicht zu erwarten. In Teutsch-Südwestafrika ist bisher alles ruhig. Nach englischen Meldungen ergriff die Schutztruppe die Offensive und drang von der Südostecke her in der Richtung auf Eppington in die Kapkolonie ein. Aus unseren Besitzungen in der Südsee liegen Nachrichten nicht vor. Tie Bestellung von Feldpostbriefen. WTB. Berlin. 27. Aug. Vielfache Klagen über verspätete Bestellung von Felbpostbriesen an Angehörige des Feldheeres haben Veranlassung gegeben, erneut darauf binzuweisen, daß der Grund sehr häufig in mangelhafter Adresse zu suchen istt. Es wird dringend empfohlen, recht sorgfältig in der Angabe von Truppenteil einschließlich Kompagnie, Eskadron oder Batterie, Brigade, Division uird Armeekorps zu verfahren. Bor allem gilt dies für die Etappcnsormationcn, die genau bezeickmet werden müssen. 'Bei den Formationen, die dein Generalkommando unmittelbar unterstehen, ist das Armeekorps anzugeben. bei den Formationen, die dem Armeekorps nicht angehörcn, sondern nur deni Armee-Oberkommando unterstellt sind, genügt die genaue Bezeichnung der Truppenteile oder der Formafion selbst unter Hinzusügung des Armee-OberkommandoS ohne Numinerbezeich- nung. aber mit Angake dej Formierungsortes, zum Beispiel: Pionier-BelagerungStrain Nr. -— beim Armee-Oberkommando Stettin, oder: Etavven-MunitionL-Kolonne bei der Etappen-Ju- spektion Dresden. Die Schlacht bei Mecheln. Amsterdam, 28. August. Belgische, französische und englisch: Blätter meldeten, daß die Belgier mit einem großen Sieg die Deutschen aus Bilvordc bei Brüssel zurückgewor- sen hätten. Der Korrespondent des „H an d els b l ad" berichtet demgegenüber folgendes: Unter persönlicher Leitung König A l b e r t s rückte eine starke belgische Armee südlich von M c ch e l n vor, um das um Vilvorde stehende deutsche Heer nach Süden zu werfen. Den Deutschen gelang cs, die B c l g i c r n a ch B i l v o r d c zu locken, wo ihre Hauptmacht lag, und als die Belgier nahe genug waren, machten die Deutschen plötzlich Halt. Frische Truppen, die zuvor im Wald verborgen lagen, rückten gegen die belgische Flanke vor. Die Belgier wurden regelrecht zwischen drei vernichtende Feuer ge n o m m e n. Es war kaum mehr ein Gefecht, sondern das reinste Sckflach- ten, und der so gut begonnene belgische Angriff endete mit einem allgemeinen „Lauve gui peut!" Hals über Kopf suchten die Belgier sich zu retten: hunderte sprangen in den Mecheln-Löwen^Kanal und viele ertranken habet. Autos mit dem Generalstab jagten nach Antwerpen zurück. Die Belgier hatten übrigens die wunderbar alte Stadt Mecheln von den Einwohnern vor dein Ausfall räumen lassen, da belgisch: Geschosse auch auf Mecheln fielen: es entstand aus den Befehl eine wilde Flucht der Einwohner. Schon vorher war der berühmte Turm der Kathedrale von zwei Artilleriegeschosien getroffen worden. Mecheln ist im Augenblick weder von Deutschen nach von Belgiern besetzt, und die Eininvbner kehren langsam zuruck. Ta eS einem französischen Frldkurier gelang, vor dem Ausfall nach Antwerpen zu kommen, ist änzunetnnen, daß der Ausjall auf Wunsch der französischen Heeresleitung geschah. Schlacht bei Metz. Ihr Toten, ihr Toten von MarS-la-Tour, WaS störet euren Schlaf? Ist das nicht KriegSdrommcten Sa>all, Der eure Stätte trat ? Ihr wackern Streiter von Grapelott«, Was drangt m eure Ruh? Ist das nicht schwerer Gcscknitze Gebrüll' Und Salvengeknatter dazu? Ihr Schläfer, ihr treue», o träumet fort Dort unten, unberührt! Wie anno siebzig izoch ist scharf Das 'Schwert, das ihr einst geführt. Jetzt 'cküvingens die Enkel von dazumal. Die führen auch guten Streich, Sie schür,cn gegen eine Welt Dar ihr gegründet, das Reich! Uns war ihr hörtet war Sturmsignal, Wegschmetternd den Widerstand, Und der Tonnersckiall war eur Biktvrra Fürs siegreiche Vaterland! Hermann Steingoetter. Aus dem Reiche. F r a n k fu r t. 28. Aug. Die Kakao-Kompagnie Th. Reichert, G. m. b. H., Wandsbek-Hamburg, bat dem Lberbürger, meister ,3000 Pakete Armee-Kakao, was ungefähr 75 000 Tassen Getränk entspricht, für Kriegsfürsorge zur Verfügung gestellt, WTB. Breslau, 27. Aug. Die Breslauer Stadtverordnetenversammlung beschloß in -.hier heutigen geheimen Sitzung laut „Breslauer Zeitung", H ö ch st l r c d i t e im Gesamtbeträge von rund 224, Millionen Biark bereitzustellen. Davon sollen 16 Millionen zur Versorgung der Stadt mit Lebens- und Haushaltsmitteln, 1 1 * Million zu Einguarticruirgszwecken, 3y> Millionen zur Zahlung der reichsgesetzlichen Beihilfen an die Familien der in Äfilitärdieiist getretenen Mannschaften und 1 >/.< zu dem städtischen Zuschuß von 50 Prozent zu diesen reichsgesetzlichen Bei- Hilfen dienen, während der Rest für den nationalen Frauendicnst uird für die Suppciranstalten als Subvention bestimmt ist. Nach der Schlacht bei Metz Man schreibt der „Köln, Ztg." aus Metz: Am Svnntag, 23. August, planten gerade einige Kameraden einen Ausflug nach den östlichen Dchlachifeldern, als ein Telegramm einen großen Sieg nördlich von Metz kündete. Da nur in den letzten Tagen vielfach Kanonendonner gehört hatten, tonn« die Schlacht nicht sehr weit entfernt gewesen sein, und wer beschlossen, sofort nach Norden zu fahren. Nach einsründiger Auio- rerse befanden wir uns mitten im Kriegstreiben. Angehörige der verschiedenen Regimenier füllten die Straßen, Verwundet« wurden in Autos und Karren gefahren, und ani Bahnhof lxrrrten französische Gefangene in großer Zahl der Verladung. Die Leute iahen schlecht aus, gar nicht, wie ich dis strammen, eleganten französischen Soldaten auS China und Algier kannte: cs waren auffalleiü» schwächliche, jugendliche Leute in unsauberen und schäbigen llnr- formen. keiner in Feldgrau: ein großer Mensch, an der ZaU der Goldlitze als Kapitän erkennbar, machte einen besonders unangenehmen Eindruck. Reihenweise zu vieren wurden die Gefangenen in einen Hof geführt: hierbei geriet einer guS der Kolonne l^rauS, und einer der begleitenden 144er gab ihm eineir Ripvenstpß und schrie ihn .an: ein neben mir steifender deutscher Ofsizier riet ihm deshalb zu: .Lassen Sie das, das ist ungehörig," Da ent- gegnete der Westfale mit erregter Stimme: „Herr Leutnant, ich habe gesehen, wie diese Schwein« allen unseren Gefallenen, Toten und Verwundeten, das Bajonett noch ein paarmal in den Leib gestoßen haben, ich kann nicht h ö f l i ch z u i h n c n sein." Nachdem noch ein eroberierS Maschinengeniehr an uns vorbeigekommen war, fuhren wir weiter: in der Ferne sahen wir Rauchwolken und eilten »vunn Tvrs zu, das aus der Karte als Audun le Romain bezeichnet war: eS stand in lfellen Flammen. Am Eingang stand ein Offizier. Er erzählte lehr fesselnd von der gestrigen Schlacht. Infanterie unb Feldartillerie hatten hier den äußersten linken Flügel gebildet unb das stark befestigte, hach gelegene Dorf Erstürmt. Die Franzosen hatten sie gmiz nahe kommen lassen und dann von der Seite her mit Granaten beschossen, die aber alle zu hach gingen. Unsere Leute sollen gar nicht zu halten gewesen sem, sie hätten kaum legten und schießen wollen, sondern seien ihren Führern rirnari* nach vorn durchgegangen, ihren Anprall lfätten die Gegner nicht erwartet, sondern seien schleunigst davongerannt. Unsere Verluste durck, Infanterie- und Artillerieseuer seien.gering gewesen, aber die Maschinengewehre hätten sehr gut getroffen: ich lförte von manchen Bekannlen, die gefallen sind, und einem prächtigen jungen Ofsizier, den ich von Kindesbeinen kannte. Im Dorf fielen noch immer Schüsse, und der Offizier erzählte, aus unsere Sanüäts- versona! würde aus den Häusern geschossen: er führte uns in ein: Ecke, wo drei deutsckfc Soldaten tot lagen, sie waren eben mit einem Stabsarzt ins Dor> gegangen und von hinten erschossen worden: zwei Baueni, ein alter und ein junger, lagen schon ersckfolsen daneben: oer Anblick der Toten, der Trauring des erschossene» Feldwebels, der Gedanke an die Hinterbliebenen, stimmt uns ttei traurig. MS ich vorher einige ganz alte Weiber iammerrid au- dem brennenden Tors toanken.sah, als ich die Vernichtung deS schönen Besitzes, das Klagen des verlassenen Viehs beobachtet«, wollte mich Mitleid übertvmmcn: aber das Schicksal der unschuldig Gemordeten, da» auch uns täglich loideifabren kann, stimmt mul» bart und ich würde gegen die Feiglinge noch ganz anders Vorgehen akS mit der ehrlichen Kugel. In einem Graben fand ich zwei Verwundete, einen mit drei Schüssen durch den rechten Oberarm, den andern mit einem durchs Becken: ich fragte, ob ick» ihnen irgend helfen könne, ob sie Tairst hätten, doch wollten sie wur Ruhe. Dann drang icv weiter ins Tori, in der Mitte der Hauptstraße standen Rheinisch sprechende Soldaten, die mir rieteir, nicht weiter zu gehen: aus einem HauS, wenige Schritte weiter, leien soeben wieder Schüsse gefallen: ich überließ ihnen das Weitere. Nachdem wir von unserm liebenswürdigen Füirrer noch gehört hatten, daß uniere Verfolgung energisch und mit frischen Kräften erfolge, verabschiedeten wir unS und fiihren durch einen großen Teil de» Schlachtfeldes, durch Dörfer, deren Bewolmei: teils ängstlich, teils drohend uns nachschauteil, heim; in langen Reihen zogen schon Vrvviant- und Munitionskvlonncn der vorrückenden Armee nach, Bosten bewachten erbeutete» Vieh und Pas noch aut Treu Feldern stehende (betreibe — die Gefangenen begegneten uns schon in Eisenbahnivagen — welche Armee leistet ähnliches, ivenige Tkunde» nach schiveren Kämpfen? Und als wir zu unserm Bataillon zurück- kamen,.empfing uns die Nachricht von dem Sieg gegen die Ripsen ! Ar»s staSr Canfr Gießen, 29. August 1914, •• Kriegsfreiwillige. Das Ersatz-Bataillon 11# stellt noch Kriegsfreiwillige ein, Tie dieS:czügliche Bekanntmachung ficke in heutiger Nmnnier de« Gießener Anzeigers. ** Auszug aus der Verlustliste. Leibdragoner-Regimen! Nr. 24: Leideskadron: Jean Handwerk au» BibaS, Kr. Bensheim, leicht verwundet: Tromp.-Serg. Wilhelm Seip auS Reinveim, leicht verwundet: Gefr. Marlin Kaiser aus Friedberg, schwer verwundet: Emil Ludwig II. aus Gießen, schwer verwundet: Otto Müller II. au» Pfeddersheim. Kr. Worms, leicht verwundet: Ludwig Schumaclrer aus Winitzweilcr, vermißt: Hermann Ottcn- bacher aus Mannheim, vermißt: Ferdinand Schmitt II, apS Schimbsbeim, vermißt: Rittmeister HanS Rogalla non Bieder- stcin aus Baranowen, leich' verwundet, — Zweite Eskadron: Geir. Karl Lutz aus Romrod, schwer verwundet: Gefr, Beier Lchäufile aus Friesenhcim, vermißt. — RegimeniSstab: Geir Philipp Keßler, leicht verwundet. — l, ^Landwehr-Eskadron: Leutnant Burggrat und Graf zu Tohna-Schlodien. tot: Unteroffizier Wladislaus Zvto, tot: Leutnant der Reierve Reimer, leicht r--rwundet. -- Feld-Art.-Reg. Nr, 27: Zweite iahrende Batterie: Johann Beter Bernhard aus Sprcndcingen, tot: Adolf Ludwra Fev aus Sofien- hcim, Kr. Höchst, leicht vcrw, —Dritte fahrende.Batten«: Uitteroff- iMttil Jöeuind) bemann -oat uuj -u>eua»o«iuj, ja. oieueu, («tot ferm ; Earl Rühl au4 Kestrich, Er, Alsfeld, leicht verw : Wilhelm Bübenbeim aus HalSdvrs. leicht verw.; Anton Wilhelm Heymand au» Main», schwer veno, : Georg Reichel aus Ober-Jngel- tssi«, schwer verwundet; Rudels Schweikardt auS Nieder Ingel heim, leicht mm. ** T ic Züge mit verwundeten mehren sich, Geste,» kgm «in Zug mit leicht Verumndeten für Marburg bstr an. Auch unsere Lazarette beginnen sich »u süllen Das katholische Vereins haut ’fvtnit 05 verletzten Kämpfern belegt. Tie sranzöjilchen Verwundeten sind ,m Garnison-Lazarette untergebracht. ** Gefangenentransporte. Gestern passierten unseren Bahnhof starke Transporte von Kriegsgefangenen, deren Zahl »wischen 2500—3600 beträgt. Ec- waren Belgier und Franzoim, unter den letzteren etwa l00 Airifaner Die Ge- laugeticu gehen nach den Truppenübungsplätzen und in die mittel deutschen Festungen. ** R o t e s K r e u z. Die Liebestäticikcit des Raten Kreu »es ist gegenwärtig durch Truppentransporte und Verwunde tenzüge besonders stark in Anspruch genoinmen. Es tverden deshalb augenblicklich besonders gern »um Belegen der Brote frische Aurstivaren als Liebesgaben in den Geschäftsräumen entgegen genommen, da die Vorräte erschöpft sind. ** Rotes fit cu» il n d Kriegs Hilfe. Nach Mitteilung deS Kreis-Komitees sind aus der R o t e - K r e u » - S a in m l u » g 1614. atio bercrts vor LluSbruäi des Krieges. 4411,60 Mark, die in den Landgemeinden des Kreises gesammelt wurden, abgciülrrt worden Seit Ausbruch des Krieges wurden ans solgenden Gemeinden nsw die beistehendcn Beträge an den Kreiskassenrechner abgeliesert und von diesem, »um erstenmal an lstersür bestimmten Termin (lö. August 1914) a» den Landesvcrcin vom Roten Kren» in Darmstadt überwiejen: Gemeinden Alback 181 Mk, Daubrrngen 149,08 ®Ä„ Geilshausen 185,20 Mk., Kollekte der KriegSb"tstnnde Großen-Linden 120 Mk., Geincindcn bolzheim 1,50 Mk., Inheiden 40 Mk., Lauter 100 Mk.. Muschen- heim 283 Mk. Rödgen 197,38 Mk., Stanicnberg 361,25 Mk., Klein beim >40 Mk.. Treis a. d. Lda. 386,30 Mk., Wieseck 1000 Mk.. Kirche 'Annerod 5,50 Mk., Arbeitcrqesanqverein Hoss- nunz Treis a. d. Lda. 29 Mk., Hassia-Bezirk Giessen 30 Mk., »usammcn 3200,16 Mk., somit zuzüglich der oben .erwähnten 4411,60 Mk. insgesamt 7611,76 Mk. lieber weiter bei der Krcis- t^se eingehende Gaben wird n a ch dem 10. September l. I. tnächster Ablieserungstermi» an den Landesverein in Darmstadl) öffentlich ouitkiert werden. ** B ! ii nt e tt f li r d i e Verwundeten. Das Blumenhaus D i e tz hat sich bereit erklärt, die Räume des katholischen BereinS- hauses. die als Lazarett dienen, mit Pflanzen und Blumen zu schmücken ** Nach richtenverbreit nng. Man schreibt uns: Zahlreich« Gemeinden, die etwas abseits vom großen Verkehr liegen, empfinden es schwer. daN ihnen die wichtigeren Nachrichten vom Kriegsschauplätze erst atlznspät »itkommen, und vermeinen, es könnten wohl die neuesten Nachrichten auf amtlichem Weg durch die Postanstalten .übermittelt werden. Dabei wird verkannt. das' die Delcgraphenanstalten selbst gar nicht Empfänger von Nachrichten sind, sondern nur als Nachrichten- »mnittlungsanstal! von Dritten in Anspruch genommen werden und daher'strengste Verschwiegenheit über das zu wabren haben, was ihnen durch die Vermittlung bekannt geworden ist. ** Dänische P serde Nach einer der Landwirt- schaftSkammer in Wiesbaden zugegangenen Mitteilung des Reichsamts des Innern sind diesem große Mengen dänischer Pferde angeboten worden. Nach dem Angebot handelt es sich um gute, reelle, starke, 5—8 Jahre alte Pferde in den Größen von 160—190 Zentimeter. Der Preis beträgt ab dänischer Eisenbahnstatioil ausschließlich Verlade- und BegleitungSkostcn 800—1000 Kronen pro Stück. Die Landwirtschaftskammer ist bereit, die Vermittlung des Anlaufs der Pferde selbst zu übernehmen unter der selbstverständlichetl Voraussetzung, daß die bestellende Körperschaft die volle Garantie dafür übernimmt, daß die bestellten Pferde auch tatsächlich abgenommen werden. Landkreis Gießen. ■m. S » >igen , 29 Aua Anläßlich der groben Waffeneriolge unlerer Triivven versammelte sieb gestern abend unter Glockengeläut« ein grober Teil der hiesigen Einmohn-rlchast auf dein Marktplatz. wo liircbeiirat öainer eine begelllei te Aiisorache hielt und ei» Hoch n;if den flaiier, die siegreichen He.rstihrer nud nus di« tavkeeeil Truppen anSbrachs«. Priniessin v e r in a n n . welche auch erschienen wnr, niinmle da^ Lied ,91»» danket alte ®olt* an. in das bewc t «tilge iuirnt wurde KreiS Friedberg. I, Fried h erg, 2-. 9l»g. Gestern kainen die erben 'Btt- nunbtlln hier an; e* waren im ganzen 104 Man». 14 Franzosen wurde» ui die 9)!»liksch»>c die übrigen Tentschc» teils in das städtische üosvilal. teils i» die Plindeiianstal! gelegt. Starkenburg und Rheinhesicn. rin. D a r NI st a d t, 28. Aug. Siebenhundert französische Gefangene, die letzten der bis jetzt auf dem Griesheimen Truppenübungsplätze untergebrachteil Franzosen wurden heute früh im Sonderzug von hier nach Bayern verladen, wo sie zunächst iveiteren Äufenthalt nehmen. Tie von ihnen benutzten Räume werden nunmehr für belgische und englisch« Gefangene hergerichtet, die man demnächst hier erwartet. Wegen Mordversuchs wurde heute der etwa 20 Jahr; alte Kellner L. Schott in Ebcrsradt sestgenommen. irr wohnt z. | k i...ui oat|»aief, einem ^uityamHeu tu Eüerstadt. üer behauptet, daß Sch. ihm einen Geldbetrag von etwa 70 Mk. und sonstiges w.'ggenommen habe. Darüber gerieten beide in Streit, wobei Sch. ans einem Revolver auf seinen Stiefvater schoß, der aber sein Ziel verfehlte. w. Tarmstadt, 28 . August. Das Rote Kreuz teilt den hiesigen Blättern mit. daß da? dem Prinzen Ludwig von Battenberg gehörige, von der Fürstin »u Erbach dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellte S ch I o st tz e t i i g c n b e r g bei Jugenheim für ein V e r e i n s l a z a r e t t oder Genesungsheim nicht in Frage kommen kann. Letzte Nachrichten. Ein großer deutscher 5ieg über die Russen. Berlin, 29. Aug. Unsere Truppen haben in Cit= Preußen unter Führung des Generalobersten v. tz i n d c n - bürg eine oom Rarem vorgegaugcne russische Armee in Stärke von 5 Armeekorps und 3 Kavallerie-Divisionen in dreitägiger Schlacht in der Gegend von Gilgenburg OrtclS- burg geschlagen und verfolgen sie jetzt über die Grenze. Generalguartiermeister non Stein. Tclrgrammwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph. (WTB.) Dien, 28. Slug. Bon Kaiser Wilhelm ist an Kaiser Franz Joseph folgendes Telegramm cinge- laufen: Gerührt und erfreut danke ich Dir für das herzliche Telegramm, daß Deine und Deiner Wehrmacht Empfindungen für meine Armee verkündet. Aull) für diese höcliste Ordensanszeichnnng. mit der Du mich und meinen Gencralstabsches auszeichnetest meinen tiefgesühlien Dank. Unsere begeisterte Waffenbrüderschaft, die sich auch im fernen Osten so sest bewährt hat, ist das schönste in dieser ernsten Zeit. Inzwischen haben auch Derne Truppen in dem Sieg von Krasnik Proben ihrer altbewährten Tapserkeit abgelegt. Nimm als Zeichen meiner höchsten 'Achtung und Wertschätzung den Orden , p o u r le m e r i t e“ für Dich freundlich an. Dem 6K-- nercüstabschei v. tz ötzendorfs habe ich das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse verliehen. Gott hat bis hierher geholfen, er möge auch weiter mit unserer gerechten Sache sein. Wilhelm. Kaiser Franz Joseph hat darauf mit folgendem Telegramm geantioortet: Erfüllt cs mich mit freudigem Stolz, daß Du den militärischen Maria-Theresiaorden ganz in dem Sinne angenommen hast, in dem ich Dir dieses Zeichen höchster militärischer Verdienste gewidmet habe, so belvegt mich die Anerkennung, die Du den bisherigen Leistungen meiner Armee dadurch zollst, daß du mich mit dem Orden „pour le merite“ und meiner. Gencralstabsches, General Konrad v. tzötzendorsi mit dem Eisernen Kreuz auszeichnctest, auss tiesste. Habe hierfür herzlichsten Dank. Gott helfe weiter. Franz Joseph. Die Stadt Lille steht offen! i. Köln, 29. Aug. Tie..Köln. Ztg." meldet aus Antwerpen: Die französische Besatzung von Lille (ungefähr 50000 Mann) Izat die Stadt verlassen, um sich weiter südlich nach der östlichen Front zu wenden. Die Folge davon ist, daß Lille eine offene Stadt geworden ist. Von großer strategischer Bedeutung, so fügt man von sranzösi- scher Seite hinzu, ist es nicht, da die Festung Lille sehr veraltet und zum Teil abgebrochen ist. Die Behörden von Lille haben dieselben Maßregeln getroffen, ivie in der vorigen Woche die Brüsseler Stadtverwaltung, nachdem die eigenen Truppen die Hauptstadt verlassen hatten. Vom deutschen Generalstabschef. Berlin. 29. Aug. Aus dem Großen Hauptquartier erklären verschiedene Berichterstatter übereinstimmend, daß der Chef des Generalstabes v. Moltke angeordnet hat, seine sämtlichenrussischen, englischen, japanischen O r d e n , die zum Teil mit wertvollen Brillanten besetzt sind, zu Gunsten des Roten Kreuzes zu verkaufen. Die Lage in Ostpreußen. Berlin, 29. 91ug. Zur Lage in Ostpreußen wird übereinstimmend berichtet, daß Dank der Tapferkeit unserer Truppen und Führer es den Russen trotz ihrer gewalllgen Uebermacht nicht gelungen ist, unsere Stellungen zu nehmen. Der vorn Gencral- quarlierineister am 25. August als bevorstehend angekündigte entscheidende Kampf hat begonnen. — Der Kriegsberichterstatter des ,,Berl. Tagebl.", Lindenberg, erzählt: Bei einem der letzten Kämpfe fiel es unserer Truppenabteilung ans, daß die Russen ständig über die Bewegungen bestimmter deutscher Regimenter gut unterrichtet waren und gute Gegenzüge anstellten. Da bemerkte ein höherer Ossizier, daß die Flügel einer hochgelegenen Windmühle sich so drehten, wie sich die Äegimettter bewegten, also die Richtung an- aabcn. Er stellte eine Probe an auf seine Vermutung, daß es sich um Signale handele. Nach fünf Minuten konnte der Müller die Flügel seiner Mühle nicht inchr drehen. Russische Vorstöße. (WTB.) Wien, 28. Aug. Der Kriegsberichterstatter des „N. Wien. Abendbl." meldet aus dem Kriegspressequartier: Gtetirizeittg »tu oem u.ugr,ss auf jojufH.cU.pcu uuc.et.uatMU.lt die Russen einen Voi-stoß gegen Brody und den Fluß Zbrucz. Andere russische Kräsie sind zwischen Weichsel und Bug bei Krasnik von uns geschlagen worden. Tie feindliche tzaupt- trnppe drang auf die Liine Rawruska Zloczow vor. Sotvvhl hier als am Zbruez sind erbitterte Kämpse im Gange. Ter linke Flügel unserer Mittelgnippe dringft bei Zolkiew Rowaruska siegreich in voller Offensive vor. Zwischen Weichsel und Bug am rechten Flügel- dauern die Kämpfe fort. Die Schlachtfront beträgt 400 Kilometer. Trotz dergün- fügen Situation unserer Truppen ist eine lange Tauer der Schlacht »orauszuschen. i. fi ö 1 n, 29. Aug. Die „Köln. Ztg." meldet aus Wien: Während die vom französischen Kriegsschauplätze eintreffen- den Siegesnachrichten, namentlich über die völlige Niederlage der Engländer bei S t. Qu e » 1 i n, mit staunender Bewunderung u n d F r o h 1 o rf c u ausgenommen >v«r. den, erwartet man mit ungeheurer Spannung Meldungen über den Fortgang der gewaltigen Schlacht, welche die öfter reich -ungarische Ar m c c seit dein 26. Aug. zwischen W eichsel und Dnsestcr gegen den Vorstoß russischer Armeen begonnen habe und die bisher auf deni mefttid'.cit Flügel znm Durchdringen der Russen gegen Lublin geführt lwbe. Tos Vertrauen in die Führung'und die Mannschaften ist unbegrenzt; doch ist man aus eiii längeres Ringen gefaßt, da der Gegner gelvaltige Mächte ange- sammclt hat. Für die ostpreußischen Landsleute! lWTB.) Berlin, 28. Aug. Mit leuchteudem Beispiel sind die Stadt Köln und die R h e i n p r o v i n z den von dem Kaiser um tzilse ausgerufenen provinziellen imd städtischen Verbänden 'dorangceilt. Sie lioben dem Minister des Innern je 100 0 00 Mark für die ostpreußischen Landsleute zur Verfügung gestellt, llnter den Beweisen der Treue, die Alldeutschlcmd in der Stunde der Gefahr stärker verbindet als je, werden diese ersten Beweise der Dankbarkeit des Vaterlandes den schwer bedrängten Lstpreusen vn vergessen bleiben. Bekanntlich ist zur Untersuchung der Vorfälle, bet 'denen sich Belgien ein völkerrechtswidriges Verhalten gegen Deutschland zu Schulden kommen ließ, eine Kommission eingesetzt worden, an deren Spitze Ministerialdirekwr Just steht. Die preußische Regierung hat es für nötig befunden, anläßlich der Vorfälle in Ostpreußen ähnliche Einrichtungen zu tresfen, um recht bald vor aller Welt durch eine genaue Bewcisausnahme dar- legcn zu können, in welchem Nmfange die russische Armee Grausamkeiten und Verwüstungen gegenüber unseren Landsleuleu und deren Besitz in Ostpreußen begehen. Der Minister des Innern hat zu diesem Zweck für jeden der beiden hauptsächlich lieteiligten Regierungsbezirke Gumbinnen und Allenstein eine Kommission eingesetzt, an deren Spitze die betreffenden Rcgicrnngsvräsidentent stehen, und in welcher außer wenigen Beamten der Bezirke auch nichtbeamtete Persönlichkeiten berufen werden sollen, die mit den Verhältnissen des Bezirks genau vertraut sind. Mitteilungen und Anträge für die beiden Kommisirvnen werden hiermit ötientlich erbeten. Bis auf weiteres sind sic an das preußische Ministerium biersclbst, Unter den Linden 72/73 mit der Bezeichnung: In Sachen der Ostpreußischen Kriegskommissionen zu richten. Dabei ist auch die zeitige ?ldresse des Einsenders anzngeben, damit seine protokollarische Vernchmungi möglich ist. Der ReichSvcrband gegen die Sozialdemokrütie. (WTB.) Berlin, 29. Aug. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ter Reichsverband gegen die Sozialdemokratie hat, wie er mitteilt, seine Tätigkeit gegen die Sozialdemokratie eingestellt. Dieser Entschluß ist angesicÄS der vom ganzen deutschen Volke ohne jeden Unterschied der Partei bewiesenen Lvfersreudigkeit mit Dankbarkeit zu begrüßen. Er bekundet die richtige Erkenntnis der Lage, in der es keine Partei, sondern nur ein, von dem einmüllgen Willen, das Vaterland bis zum letzten Atemzuge zu verteidigen, beseeltes Volk gibt. Zugleut, ist er für die der Bclchrnng mich bedürsenden Feinde ein neuer Beweis, wie aussichtslos die Rechnmig mit parteipolitische Spaltungen in unseren Reihen war. Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter). Aus 2 . Oktober d. I. hat der Vorstand der Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter) eine außerordentliche Generalversammlung cinberuien. Ter Versammlung wird eine Aenderung der Vorschriften über Versicherung gegen Kriegsgefahr vorgeschlagen werden, wonach in jede bisher bei der Bank abgeschlossene oder knnstighin von ihr zu übernehmende Lebensversicherung bis zu 100 000 Mk. ohne alles Weitere auch die Kriegsgefahr eingeschlossen sei. Inzwischen hat, und zwar am 25. August, der Aussichtsrat der Bank über den Vorschlag beraten und dem Vorstand seine unbedingte Zustimmung erteilt. Noch mehr: im Hinblick aus die über alles Erwarten rasche Entwicklung der Dinge, insbesondere aus 'dem deutich-sranzösisckiei! Krieqsschcw- vlatz, konnte der Vorstand sich nicht dazu verstehen, die Versict'ertrn bis zum 2. Oktober, dem Tage der Generalversammlung, dinzu- halten und l,at sich deshalb vom Aufsichtsrat ermächtigen lassen, idioit jetzt für jede bisher abgeschlossene Versickerung bis zu 100 000 Mk. den Einschluß der Kriegsgefahr ohne alles Weitere, also ohne Antrag, Vormerkung, Vormerkungsgebühr und Monats- frift, zu bejahen. Entsprechend dieser Ermächtigung wird der Vorstand die Kriegssterbesälle regulieren. Seine Beschlüsse bat der Aussichtsrat einstimmig gefaßt. ss”/« f Statt besonderer Anzeige. Gott dem Herrn hrt es in seinem unerforschlicben Ratschlüsse ge allen, unsern lieben, guten Sohn und Bruder Albert Eckardt Apotheker-Eleve heute nacht um 1 3 5 Uhr im Alte -vonlO Jahren nach langäm schweren Leiden plötallch, edoch vorher gestärkt mit dou Heilsmltteln der römiich-katho Ischen Kirche, aus diesem Leben abzurnfen. I-'ilr die trauernden Hinte.bliehenen: W. Eckardt, Kgl. Ober-Bahnho‘svorsteher. Dorstfeld, d n 28 Ausust 1914. Die l'eerdipung ist in Dorstfe'd am Montag, den 31. er., morgens 11V, Uhr, vom Steibehan e Heyden-hynsch-Straße 38 aus. Das Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 7.20Ubr in der Pfarrkirche. 9461D Optima-Fahrräder! find oti unübertroffener , 611 « u. Butlburkcll. Oerie.nd zu v'.ebriz« Sj LenOr.jtnalar«if«. 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Der Versammlung soll, wie ebenfalls schon angekündigt, eine Aenderung der Vorschriften über Versicherung gegen Kriegsgefahr vorgeschlagen werden, wonach in jede bisher bei uns abgeschlossene oder künftighin von uns zu übernehmende Lebensversicherung bis zu Mk. 100000.“ ohne alles Weitere auch die Kriegsgefahr eingeschlossen sei. Inzwischen hat unser Aufsichtsrat über den Vorschlag beraten und uns seine unbedingte Zustimmung erteilt. Noch mehr: im Hinblick auf die über alles Erwarten rasche Entwicklung der Dinge, insbesondere auf dem deutsch-französischen Kriegsschauplatz, konnten wir uns nicht dazu verstehen, unsere Versicherten bis zum 2. Oktober, dem Tage der Generalversammlung, hinzuhalten, und haben uns deshalb vom Aufsichtsrat ermächtigen lassen, schon jetzt für jede bisher abgeschlossene Versicherung bis zu Mk. 100000.— den Einschluß der KriegsgefahrohneallesWeitere, also ohne Antrag,Vormerkung, Vormerkungsgebühr und Monatsfrist, zu bejahen. Entsprechend dieser Ermächtigung werden wir die Kriegssteriefal'e regulieren. Seine Beschlüsse hat der Aufsichtsrat einstimmig gefaßt. Damit ist für unsere Versichertes jeder Grund zur Sorge weggefallen. Stuttgart, den 25. August 1914. 9462 sb Hervorragendes Filmschanspiel in 3 Akten. äSÄisil im Schwarz«'::M. Pensionat. ______, ™ InMitist I. für Handelswissenschaften | ttccliwisioiiat liehe Fachkurse. Akadeniickni'H. UVaäü. i'ebun.gwkontor. Sechsklassige GCealschsile. Vorbereitung’ für das Ftirj&hr.-Examcn. | .4nsÜ»n/, Liter Mk. 1.IO I Liier 2 V-Liier 9 Liter 12,9 Liter u. 2S Liter zu Mk. 3.20 Mk. 3.10 Mk. 2.00 Mk. 1.90 Mk. 1.80 pro Liter, exklusive Kannen, die mit: Mk. Mk. 0.40 Mk. 0.75 Mk. 1.2« n. Mk. 2.- berechnet und in gutem Zustgnd zu '/» der Preise zurück, genommen werden. F» Gtctzen zu hoben bei: 76 hi Georg Wattcnfeis Tel. 1«. Marktplatz 21, gegenüber d. Engelavotbekc. Hemäsri NOWN Nautjaoksn Walkjacken Westen Leibbinden Kniewärmer Pulswärmer Strümpfe Socken Fusschiupfer Fusslappen Hosenträger Paten thosenknöpfe Ohrenschützer Schneemützen usw. Taschentücher Der Vorstand. a, G, (Ule Stotlgarter) äoiouiiu nuuuiiur *ui oiühüi uiigo" uüüi in Stettin, gegründet 1845. JEeilsemiiss ist eine Versicherung gegen Einbrnchdiebstnhl nnd Biranbnng. Allen bei uns Versicherten enipsehlen iDtv auch die Nachversicherung von Geldwerten, ferner holten wir unSziim Abschluß von Feuer- und Einbrnch-Diebstahluersichernngen sür Mobilien und Ware», Wasserieitungsschäden-».Transportversicherungen bestens empfohlen. 943.M Qeneral -Agentnr Dermstadt, Heidelberger ürasse 19, Telephon Sr. 1726. Vertreter in Metzen: Fritz Flimm, Walltorstraste «>3, Telephon 257, Willi. Herbert, Stephonitrabc Nr. .3. tläj! ein lnßißcs Kohleilfeuel durch „Schnellieuer" n. R. ? der Holziverk? Aßlar, Fried borg :» Hess. 2. 25 Mustei 7» Pfennig. Prospekte frei tlciederlagc hei Gebr. Kohl. 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