Nr. 2«< Zweites Statt M Zahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Di- „»iehener Zamillenbtätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreirdiatt ffir den Kreis Kietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitsragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Aeitag, 28. August Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießeiu Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: 12. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Die wacht an der Ostgrenze. Kon unserem zur Ostarmee entsandten Kriegskorrespondenten. Wir haben mit einigen anderen Zeitungen zusammen 2 besondere Kriegsberichter st alter beauftragt, die mit Genehmigung des Generalstabs den Vorgängen bei der Ost- und Westarmee folgen und uns über ihre Eindrücke und Erlebnisse Berichte senden werden. Die Schriftleitmig des Gietzener Anzeigers. . ... 24 . August. Unsere kleinen sibirischen Pferde treten die Bohlen der mächtigen Brücke. Der Posten gibt uns unsere Legitimation als Kriegsberichterstatter zurück, das eiserne Tor ösfnet sich, wir fahren über den sommerlich flachen wlrom. Durch das schwere Gitterwerk des sünszölligen Eisens sehen wir die kleine preußische Stadt, die uns Quartier gibt. Die roten Ziegetsteinbauten mit den Anlehnungen jrn den Marienburger Stil räkeln sich in der warmen Spätsommersonnc. In zehü Minuten haben wir die Brücke, die eine der größten Spannweiten Europas hat, überfahren, an ihrem Kops sind mächtige Drahtverhaue, die aber noch verstärkt werden. Ein Beet von hohen, spitzen Eisenstäben, die einander in allen Richtungen durch starken Stacheldraht ver-- Hunden sind. Beet«, die voll blutigroter Rosen blühen würden, wenn die Russen versuchen sollten, hier iveiterzudringcn, Es gibt Leute, die das glauben. Man kann ihnen nur immer wieder versichern, daß unsere Grenzwacht seststeht, daß einmal vielleicht ein Vorstoß den Feind auf Meilen in das Land dineinträgt, daß dies aber Episoden seien. Unbedingt. Sie zeigen auf die Flüchtlinge auf den Bahnhöfen, auf die Hunderte, die im offenen Wagen von Insterburg und Gumbinnen her ihr bißchen Habe und ihr Leben westwärts retten. Natürlich, wenn die Russen gegen Gumbinnen rücken, werden ein paar Hundert mittelbar betroffen, und ein paar Tausend warten das Betrosscnwerden erst gar nicht ab, und so füllen sich die Wagen und so fährt die Furcht ins Land. Die Ereignisse werden sie schnell vertreiben. Die Kunde von dem Erfolg bei Gumbinnen, bei dem 8000 Russen gefangen wurden, fliegt schneller durch Ost und Wcstpreußcn, als die paar Eisenbahnwagen mit flüchtenden Menschen. Die Provinzstraße (früher sagte man Chaussee), auf der wir fahren, führt durch fruchtbares Land. Die Ernte kam bei dem herrlichen Wetter prächtig herein, die Zuckerrüben scheinen famos zu stehen. Uebcrall grast Vieh, auf den Koppeln, sieht man Fohlen und junge Lticrkälber herumtoklen. Die Ebereschen an der Straße leuchten dunkelrot. Es ist ein Bild so tiefen Spätsommcrfriedens, daß man den ivedanken, daß in gar nicht zu weiter Ferne Reiter blutend vom Pferde stürzen, Infanteriekolonnen stumni und treu stundenlang im Feuer stehen, daß man diese sorgenden Gedanken wie fremde Gäste nicht recht nahe kommen läßt. Die Pferde gehen in gleichmäßigem^Dvobe, der Wagen wiegt leicht in den Federn. Nach der Spannung Berlins, deur unfaßlichen Eindruck, den die geioandelte und geänderte Stadt machte, nach dem Trubel der Ereignisse und dem Herzschlag der Millionen faßt mich dieses stille Land, diese heilige deutsche Ostmark mit überstarken Händen. Es war eine Freude, durch Deutschland zu fahren in diese« dreißigstündigen Eisenbahnsahrl bis zu unserm Standguar-- tier, aber hier auf den Wegen nahe dem unerbittlichen Schlachteuernst, spricht das Land noch anders, noch eindringlicher. (Die paar älteren Männer vor den Türen der Bauernhäuser grüßen bedächtig mit fragenden Augen. Wenn der Wagen langsamer fährt, fragen sic. Man darf ja als Antwort Dar deutsche Heer in französischem Lichte. Leichten Herzens, wie vor 44 Jahren, mit der gleichen Siegeszuversicht, bat Frankreich sein Heer gegen Deutschland ausgesandt, mnd sein Vorstoß ist sogleich gebrochen worden: geschlagen fluteir die französischen Heeresmassen zurück, dem Schutze ihrer Festungen izu. Ob sie endlich lernen werden, daß Deutschlands Heer ganz janders ist, als sie es sich gedacht haben? Der Krieg an de« deutsch-französischen Grenze scheint eine Wiederholung von 1870 »zu werden, und die Vorurteile, die man in Frankreich 1870 hegte, scheinen immer noch, zum Unheil« der Franzosen, zu leben. Was für Merkwürdige Dinge fabelte man damals vom deutschen Heere! 'Selbst Franzosen, die es aus eigener Anschauung keimen gelernt chatten, gaben die lächerlichsten Urteile ab. C. Hugo, der Sohn Viktor Hugos, der deutsche Truppen kurz vor dem Kriege in Trier gesehen hatte, schrieb am 28. Juli 1870: „Wer ein preußisches Regiment marschieren sah, hat eine feudale Horde gesehen. Die Pickelhauben sind nichts als „Blitzableiter". Man glaubt, bei einenr Kriegskarneval zu sein: der Soldat ist ein als Mars frisierter Harlekin. Wie sieht ein preußisches Regiment aus? Voran zieht die Musik, es folgt der Oberst, „eine ganz unmögliche Persönlichkeit", und 15 Lakaien in großer Livree und Heiducken mit Turbanen folgen ihm.. . Dian meint zu träumen. Sind das Gaukler oder Krieger? Wohin ziehen sie? In den Krieg. Das /ist ein Totentanz. Man erwartet Thespis mit preußischen Geschützen heranziehen zu sehen. Jeder Alaun bewegt sich wie eine .Maschine. Die Soldaten sind blaß, erschöpft, durch das Kommando gebrochen, in Gehorsam verknöchert und von der Disziplin wie betäubt. . . Sie gehören nicht ihrem Jahrhundert an; man glaubt die Zimbern vorbeimarschieren zu sehen. Die Barbarei zieht vorüber." Das war vor dem Kriege, nnmiltelbar vor seinem Ausbruche. Uich als die ersten deutschen Siege erfochten waren, erzählte man den französischen Soldaten in ähnlicher Tonart die merkwürdigsten Dinge. Von der deutschen Landwehr hieß es, ihr größter Wunsch sei, gefangen zu werden (roje es letzt bei den russischen Kosaken der Fall zu sein scheint). „Sie geben an der Grenze ihre Waffen an den Zo ll h äu sern ab, die so zu kleinen Arsenalen werden. Besonders Straßburg sieht in seinen Mauern täglich ganze Scharen von bäuerischen und badischen Deserteuren einrürken. Sie kommen truppweise, ja, zuweilen 50 Alaun stark." Noch viel trauriger sah der Landsturm aus: „Aus den Ruf des Vaterlandes haben sie rhre Lehnstühle und ihre Enkel verlassen. Es sind edle Greifen- Häupter darunter. Die Nachhnl besteht insbesondere aus Gicht- brüchigen. Die Katarrhalicr marschieren vorauf: sic ersetzen vorteilhaft die Militärmusik." Der Name des Franzose», der diese Weisheft verzapft dar, sei spaßeshalber genannt: Leclerg heißt dieser unsterblickte Manu. Selbst <Üs di« Franzosen in »oller Flucht vor den deutschen nur die Achseln zucken. „Mein Junge war bei Soldau." Der Stolz leuchtet aus den alten Augen. Ein anderer spricht von dem Massengrab der zweitausend gefallenen Russen. Er hat's gesehen. Erfreulich wak's nicht, man mußte Chlorkalk nehmen. „Bei dem schönen, heißen Erntcwetter". Die alte Ordensscstc raucht auf. Trupps von Soldaten begegnen uns, lauter Reservcleute, jung, meist blutjunge Kerlchen darunter, in der famosen Husarenunisorm. Oft hängt ein Mädel am Arm. Der Abschied steht ja schon vor der Türe. Ein paar Gefreite haben sich untergefaßt, sie singen, ein paar abgerissene Töne fange ich: Ich habe wohl eine, ich Hab' wohl keine, Mein Schatz, mein Schatz ist fern von hier... Das Lied hörte ich zuerst in Marburg als Student, da sangen es die Jäger in der Kaserne am Wend, schwermütig und langsam, während sie ihre Knöpfe putzten. Diese hier sangen es schnell, und es ist wie ein fröhliches Grüßen an die ein«, die in der Ferne stolz auf ihren Liebsten sein darf. Kurz vor dem Fluß begegnen uns Wagenreihen. Leiterwagen, an die Kutschen gebunden sind, Fohlen traben nebenher, ein paar Kühe sind angebunden. Auf den Wagen liegt Hausrat durcheinander, wie ihn die Eile errafft. Eine Nähmaschine, ein Lroßer Linolenmläufer, Betten, deren roter Ueberzng in der Sonne glänzt. Alle paar Minuten folgen sich jetzt die beladenen Wagen. Die Menschen auf der Bahn waren ruhiger. Hier sieht man bekümmerte Gesichter, oft ist kein Mann bei dem Fuhrwesen, nur Frauen und Kinder fahren von den Höhen an der Grenze. Ein kleiner blonder Kerl scheint das Ganze für eine herrliche Robinsonadc zu halten, die nur dazu da ist, damit kleine Jungs ans Heu schlafen und immerlos in solchen schönen Wagen mit allerlei .Mftnskrams fahren dürfen. Er lacht strahlend seine Mutter an und fragt, was die gelbe Binde mit dein schwarzen „B", die wir tragen, bedeuten soll. „Wir sollen von den Untschen Siegen berichten." Die Mutter lächelt ihren kleinen blonden Jungen an. „Da weißt Düs!" Sie sind ja alle so gern bereit, ihre eigenen Sorgen zu vergessen. Die Siegesnachrichten aus dem Westen haben die Zuversicht noch gesteigert. Alles brennt, zu zeigen, daß man auch den Russen prügeln kann. Denn der Russe ist hier „der"' Feind. Er steht anders zu unfern Ostmärkern 'als der Franzose zu den Elsaß-Lothringern. Man haßt ihn mit aller Kraft preußischer Herzen, weil man jahrzehntelang seine Unverschämtheiten sah, weil man weiß, daß von dort drüben der graue Schrecken kommt, der nur zu bannen ist mit Pulver und Blei. „Die russische Artillerie schießt gut," sagen alle, die dabei waren, „aber," und diese blaugrauen ostpreußischen Augen strahlen, „die unsrige schießt noch besser!" Unsere Pferde gehen rm Schritt über eine Betonbrücke, gelbgranes Wasser fließt langsam gegen die Kähne. Noch ist es nicht Zeit. . . aber hie Hufe werden eine andere Schiffsbrücke treten, auf der Fahrt in russisches Land. Dann wird auch der Schleier vor unseren Operationen im Osten sich heben. Man kann ruhig sein, sehr ruhig,) man wird ein gutes Bild dann erblicken. Die Wacht an der -Ostgrenze ist stark und fest. Rolf Brandt, Kriegsberichterst. Aus dem eroberten Lüttich schreibt der Berichterstatter der „Köln. Ztg." folgende Schilderung: Ter freundlichen Einladung eines der Kommandantur zu- geteiltcn -Offiziers folgend, wache ich mit 'ihm heute (23. August) vormittag zunächst eine Besichtigungsfahrt durch die Stadt und Bororte. Es gibt allerhand Sachen zu erledigen, die, nicht wichtig Heeresnrassen davonliefen, gab es in Frankreich nur wenige Leute, die ein richtiges Bild von den deutschen Kriegern empfingen. Der französische Militärarzt M o n o d, ein recht vernünftiger Mann, sagt in seinen Schilderungen, er hätte den Eindruck, als kämpften Männer mit Kindern: vor allem weiß er die Straffheit, dig Manneszucht, die gute Hallling der deutschen Truppen gar nicht hoch genug zu preisen. Ueberhaupt sind seine Urteile durchaus vernünftig, und was er damals sagte, gilt vom deutschen Heere heute vollkommen unverändert: „Gott, Vaterland und Familie bilden die dreifache Jnsviration, der die Eftlheit des deutschen Heeres und Volkes enffpringt. . Es war dies die Quelle ihrer Volksdichtung, chrer Lieder. Ich habe sie niemals singen hören, ohne ein Gefühl des Neides, der Bewunderung und Sympathie für sie zu empfinden." Im grellen Gegensatz hierzu stehen die Schilderungen französischer Chauvinisten, die noch heute tn Frankreich geglaubt werden. Leute, bei denen deutsche Truppen eingnar- tiert waren, erzählten, die Mmtschen hätten einen „Wildengernch", cm ranzigen Talg, an nasfts Leder erinnernd." Dieser „Preußengeruch" war so scharf, daß er sich in den Möbeln und an den Wänden sestsetzte! Die Smache der dewschen Krieger ist „rauh und heffcr, wie rasselnde Kiesel klingend". Das Auffälligste an den Deutschen ist, wieviel sie essen wrd trinken: „Eine Schweinefettsuppe, ein Äück Schweinefleisch mit Kartoffeln, ein Stück Käse und eine Elle Blntiourst" sind für emen Landwehrmann lange nicht genug. „Em Salat mit Essig, um Felsen zu spalten, erftischt angenehm ihren (tzaumen, einige Liter Kaffee und einige Flaschen Landwein, dem eine heimliche Mischung! mit Wasser alle berauschende Wirkung genommen hat, unterstützt die Versckstingung." Es sind nicht etwa nur die Mamffchasten, die als solche Fresser hingestellt werden, sondern die Offiziere sind genau ebenso: „Sie fordern wahre Balthasarmahle, vor allem aber vertllgen sie Unmassen von Champagner. So haben sie in stiancv „in sechs Wochen mehr Champagner getrunken, als die ganze Champagne in fünf Jahren hervorbringt!" Zu ihren weiteren Eigcntümlichkeften gehört das merkwürdige Wärmebedürs- nis: „Drese Nordländer, an die große Warme ihrer Kachelofen gewöhnt, starben an unseren Kaminen vor Kälte. Tag und Nacht mußte in ihren Zimmern die Glut erhalten werden, in der die Holzscheite zu Hunderten verschlungen wurden. Der Marmor der Kamine ist überall geborsten, und ein Holzvorrat für zwei Jahre ist in 14 Tage verschwunden." Trotzdem — man denke! — beklagen sich Offiziere und Mannschaften über Kälte, und in Versailles wandern Möbel, Zäume nsw. in die Flauunen! * — Eine dichterische Prophezeiung des Weltkrieges. In seinem neuesten, vor kurzem erschienenen Roman „Die befreite Well" hat der englische Dichter H. G. Wells mit merkivürdig ahnungsvollem Geiste bereits die ungeheuren Wnflikic in ihren .Grundliruen geschildert, die nunmehr eingetreten sind. an sich, doch in -dem Gonzen ilrrc Rolle spielen trnd ordnungsmäßige Erledigung finden müssen. Wichtig ist allerdings davon die sm- chernng der elektrischen Stadtbcleuchtung. Die Militärbehörde l>at natürlich die Kraftanlage besetzt und läßt die Transformatoren von Posten bewachen. Wir linden sic 'überall in Ordnung, mil heißt es, der Verpflegung der Posten noch nachhellen rcnd dos geschieht mit Bestimmtheit und Bündigkeit. Ein Lüttnher Bürgersmann nimmt dabei die Gelegenheit war, dem Offizier seine Verlegenheit zu llagen, daß die Bürgerwehr von ihm die Jnnen- beieucktung der Fenster eines zum städtischen Tlieater gehörigen Gebäudes verlangt, in dem u. a. auch die Theaterwaffen ausbewahrt sind. Me ganze Theaterdirektion ist über znm Teufel und mit ihr die Schlüssel des fest verschlossenen uird mit eisernen Rollvorhängen an den Fenstern versehenen Gebäudes. Der Offizi» ist um den Ausweg ans dem iDilemna für den geängstigten Mann nicht verlegen. „Hängen Sie von außen eine Laterne vor die Fenster", verfügt er, „damit wird die Bürgerwehr auch uw hl zufrieden sein." Weiter geht es znm Polizeikommiisar eines Vorortes. Der Mamr hat nur dreißig „Schwerter" ftft seine Leute, die die deutschen Patrouillen begleiten müssen; er hat aber noch fünl dazu nöftg. Sie werden ihm kurzerhand bewilligt, aber mit Betonung seiner persönlichen Verantwortlichkeit für die Verlven- dnng und den Verbleib. Bei der Gelegenheit will ich gleich ergänzen, daß der Gedanke, die deutschen Streiswachen des Nachts durch Bürgekwehrleutc begleiten zu lassen, um so zur Beruhigung der Bevölkerung beizutragen, von einem Mitgtted des — nun natürlich außer Amt gesetzten — Lütticher Stadtrats ans gegangen ist. Die Arbeiterbevölkerung des Vorortes, denr wir diesen Besuch abstattcn, steht in ihren sonntäglichen Kleidern.scharenweise an den Haustüren. Me Männer, die an den 'Wagenschlag herangerulen wecken, um über den Weg Auskunft zu geben, gehorchen eilig und bereitwillig. Allen wftd böslicher Dank dafür. Arbeit hat diese Bevölkcrtmg vorläufig nicht. Tic benachbarten Zechen und industriellen Werke stehen sftll. Aber für die Zech>en werden' binnen kurzem schon deutsche Grnbenbeamte da sein, um den Betrieb wicker in Gang zu bringen: denn Kohle ist hier wichtiges Kriegsmaterial. Mit einer Achtung, die den Offizier mü entblößtem Haupte begrüßt und anhört, empfangen uns auch die wallonischen Geistlichen eines Klosters, das belgische Verwundete in Pflege genommen hat. Sic haben, wie fcstgestellt wird, noch Platz für fünfzig Mann. Weiter zum Hauptsip des belgischen Roten Kreuzes. Es beflagt sich über Schwierigkeiten, für seine Kftaftwagen Benzin zu erhalten. Auch dem ivird durch eine kurze, bestimmte Verfügung abgeholsen. So geht es noch zu andern Stellen, bis schließlich 4 » einer kleinen 'Borstadtkneipe. Ihr Inhaber hat sick) darüber beflagt, daß die deuffchen Soldaten bei ihm randaliert haben. Schlimm ist es nicht geioesen, aber er hat eine Frau, die guter Hoffnung ist. Seit der unheimlichen Nacht, wo man die Häuser der Franktireurs in Brand schoß, sitzt ihnen der Schrecken in allen Gliedern, und sie wollen lieber die ganze Bude znmochen und heimwärts znm alten Vater draußen. Sofort ivird ihrer Bitte willfahrt trüb ihnen der Talisman znm Sckmtze ihres Hauses ausgestellt: der Zettel mrl dem Stempel der Kom- maichantur fift die Haustür; Uerme par orclre äs l'autorits mi- litaire. tit»torrn hat verhetzen lassen, zur Besinnung kolinmen? Der belgische Zorn auf die Engländer. Das Antwerpener Blatt „M etrov« le" steltt fest: txifj „die deutsch» Besetzung von Brüssel „vordildiich und taktvoll" völl- zogen wurin- Die Bevölkerung ist ausgedracht gegen die Regierung, dir bis dahin die Bevölkerung über da» Einrücken der Deutschen mit Sicgesbcrichten beschwindelt bat. Die belgischen Tagesblättcr vervssentlicheii setzt die amtlichen bniti(bnt_ Kriegsberichte. Die deutschen Züge geben tadellos -wischen Brüssel und Lüttich. Reu trale Augenzeugen, die ans der deutschen Front gewesen sind, sägen, daß die deutschen Krtegsvornchrnngen s» gut ausgesührt würden wie auf dem Exerzierplatz. Der Korrespondent des ,.D a i l n N e W s" aus O st e n d e gibt jetzt zu, das; in Belgien alles verloren ist. „Dir Bevölkerung ist ausgebracht gegen die Regierung. Die Belgier sind müde und baden schwere Verluste erlitte». Sie wissen noch nicht, wo die Engländer sind, und darum waren sie nicht freundlich gegen uns gestimmt. Als wir ein »aar Augenblicke mit dem Auto in Gmt waren, gab cs einen böslichen Zwischenfall. Ein Korporal mit drei Soldaten verlangte unser Auto. Es gab einen Auslaut und cinc Panik und Schreie über Revolution und Verrat ertönten. Der Elraufseur wurde angeschrien. Das Auto hergeben oder ivir tchiesicn. Ich kam dazwischen und frug den Korporal: „Wohin wollt iln gebracht werden?" Der Korporal brummte ein Dorf an der sraiizösiseltcii Grenze und das brachte Licht: cs ioaren Soldaren. die nach Saus flüchteit ivollten. Ich erklärte, ich würde leine Flüchtlinge mitnebmen. Daraus verzogen sich die Soldaten. Ueberall Flüchtlinge mit Karren und Wagen. Ern riesiger Franziskaner stmid mitten auf dein Stzeg, ein Kreuz in der ausge- baltencn Sand: „Im Namen der Jungfrau," ries er, „nehmt uns Mit." Er unterstützte zwei verivundete Soldaten. Es ergab sich, bah in krant'lnnter Panik alle Benvuirdetc aus dcir Hospitälern geströmt ioaren. Die Lcitte der Bürgerwehr iverden durch ihre zu Tode erschrockenen Frauen mb Töchter in Bürgerkleider gelteckt. Ueberall müssen wir lzören: „Wo sind di« Engländer, die Mrs verraten haben. Warum hat inan uns alle Neuigkeiten vorenthalten, so dass wir jetzt hitslos dastehen." Wir mutzten nun über die französische Grenze, da uns sonst die alles überströmenden Deutschen beinahe von der Küste adgeschitttten hätten. Keine Provinz war uns mehr freigelassen bank der ausgezeiclmleten Ztvcckdienlichkeit der deutschen Heeresorganisatüm. _ Zffrdjc unS Schule. Das Testament des Papstes. lieber das Testament des Papstes Pins X., dias in der Konstreqation der tztovemdinleS in Gegenwart der Kurien- ktardinäle eröffnet worden ist, schreibt das Giornale d'Jtalia, daf, eine Persönlichkeit, die in der Lage war, den Inhalt kennen *u lernen, folgendes dariiber mitteilte: Pins X. habe in dem Testament in seiner fronnnen und demütigen Sprache dem Käachfolger empfohlen, daß eine monatliche Pension von 300 Lire seinen Schwestern bewilligt wurde: es wären darin die Signorina Gilda unb ! andere Verwandte nicht erwähnt, sondern nur empfohlen, das; man eine Pension von 00 Lire dem treuen Kammerdiener Alberto Sili belmliige. Ferner wäre gefordert, daß, die Leiche,, wie schon bekannt wurde, nicht eindalsamiert und nicht in der Basilika ausgestellt, sondern ohne jedes Geprmrgc in einer .Krhpta bettzesetzt iverde. Pius X. schließt, indem er die Vergebung Gottes sür die Sünden, die er begangen lxaben könnte, besonders in der Ausübung setttes bischöflichen Amtes erfleht. Im Hinblick aus die Verwandten des verstorbenen Papstes teilt das genannte Blatt mit, daß er keinerlei Vermögen für sie gesammelt habe. „Pius X. hatte über diesen Punkt sehr klar gesprochen: solange ich am Leben sein tverde, werde ich Euch einige Hilfe gewahren können, aber nach meinem Tode erwartet nichts sür Euch." lind die Verwandten hatten sich bereitwilligst in diese ungewöhnliche Rolle von armen Geschwistern und Nesse» des Papstes gesunden; der eine von ihnen war weiter Wirt, der andere einfacher Postbeamter geblieben. Der Papst ist niemals von seinen Verwandten gestört worden; nur aus freicw Antriebe hatte er in den letzten Jahren daran gedacht, eine Lebensversicherung für einige 10000 Lire zugunsten seiner überlebenden Schwestern abzuschließen. ES ist dies eine außerordentliche Tatsache, die den Papst und seine Verwandten ehrt und die Tiefe und die Aufrichtigkeit des christlichen Gefütsts in Pius X. und die uneigennützige Liebe seiner Verivandten zu ihm beweist." Au» Stadt und Land. Gießen, 28. August 1914. Das Regiment Kaiser Wilhelm im Kampf. Die ersten Gerüchte über die Teilnahme des Regiments an den letzten Kämpfen fielen schwer ans das Herz. Man erzählte sich, das Regiment sei zusammen mit dem Schwester- Regiment in der Brigade bei Tirlemont in einen Hinterhalt gefallen und hier von Artillerie, Bkaschinengewehren und belgischer Infanterie znsammengesckzossen worden. Auch mancherlei sonstige irrige Gerüchte und nnzutrefsende Betrachtungen von Zivilstrategen durchschwirrte,, die Stadt. Um so mehr erhebt cs das Herz, durch die Zusammenstellung der Angaben von hierher gekommenen Verwundeten >n erfahren, welchen ruhmvollen Anteil das Regiment an der großen Schlack,t an der Westgrenze gogen die Franzosen genommen hat, ein Anteil, der sich würdig den Taten des Regiments in früheren Kriegen anschließt. wenn sie diese nicht nbcrtrifst. Von der Nennung von Namen sowie sonstigen Truppen- teilen muß im Hinblick aus die vorgeschriebene Gcheimhal-- tung abgesehen werden. Nur der Verlauf im allgemeinen sei kurz geschildert. Bemerkt sei hierbei, daß die Darstellung ans unbedingte Richtigkeit keinen Anspruch macht. Wer im Kriege mar, weiß, wie beschränkt der Gesichtskreis des Einzelnen iin Kainpse ist. Nachrichten von irgend einer höheren stelle, die einen Ueberblick hatte, standen nicht zur Beringung. Aus dem Mosaik der Einzelschilderung rst mit peinlicher Gewissenhaftigkeit versuchst ein Gesamtbild so genau zusammenznstellcii, ivie dies in der Kürze der Zeit tnög- lich mar. Um «i Uhr vormittags brach am 22. August das Regt ment ans. Kanonendomier ,var hörbar. Rian glanbte, 'er sramine von Kämpfen mit einer feindlichen Kavalleriedivi- sion. Etwa um 10 llhr vormittags ivurdc ein Halt van 2bis 3 stunden geniachl, bei dem das Essen ans dien neuem- geführten, in diesen, Feldzug glanzend bewährten FeLiküchen ausgegeben wurde. Es mundete vortrefflich. Beim 2. Ba- tailkm gab es beispielsweise frisches Gemüse mit viel Fleisch. Die Kkachricht, daß. es zu einem Gefecht voraussichtlich kommen würde, wurde subclnd begrüßt. Die allgemeine Stimmung war: „Draus!" Zunächst mußte ein tiefer Back,, so breit lote die Wieseck, aber mit sehr steilen, mit Gestrüpp bewachsenen Rändern überwunden werde». Dies war besonders schivierig für die Pferde und die Geseckstsbagage. Die Aufgabe des Regiments war, die linke Flanke der Division ,n decken und in ein entstehendes Gefecht einzn- t reisen. Bor dem Regimen! lag ein Dors mit niedrigem irchlurm, die einzelnen Häusergruppen, durch lichteBäume durch, gut sichtbar Anteils des DvrfeS SeMeuPle den Blick eine flache Anhöhe. Ährf diese zü ging, den linken TviL des Dorfes unter-Entfernungzahlreicher Drahtzänne durchschreitend, das 3. Bataillon,' die Kompagnien „entfaKet", das heißt niit GesechtszwischemräUtnen anSeinandevgczogen. Auf der Höhe lagen schon Leute des SchwesterregimentS, die sich zu wett links geschoben hatten, in verlustreichem Kampf. In ihre Linie ttmrbe eingeschwärmt. Jenseits an und vor einem Waldsauni erkannte man auf eine Entferimng von toeiriaen hundert Metern de» Feind — cingcgrabcn. Das Bataillon nahm den Feuerkampf auf. Die Verluste waren groß. Besonders unangenehm machte sich das Feuer ans einem in der linken Flanke liegenden Waldstück bemerkbar. Ein Zug der 9. Kompagnie entwickelte sich dagegen. Der dortige Feind wich, erschien aber nach einiger Zeit verstärkt wieder. Wahrscheinlich war es, eine frische 'Abteilung, die sich bis hierher durch das dickste Unterholz vor ge arbeitet hatte. Feindliche Artillerie stand halb links vorwärts auf einer Anhöhe, schoß aber schlecht. Besser schossen in der gleichen Richtung auftretende gegnerische Maschinenge- ivehrc. Die Verluste häuften sich, insbesondere an Offizieren, so dauerte hier das Ringen um die Feuerüberlegenheit von 3—4*/2 Uhr nachmittags. Erwünschte Unterstützung brachte dann etwa 500 Meter hinter dem Regiment verdeckt ans- fahrcndc Artillerie. Sie vertrieb vor allem den flankierend ausgetretenen Feind endgültig und nahni hierauf die feindliche Hanptstelltutg unter Feuer. Hierbei sollen auch einzelne sprengstückc der eigenen Batterien in unsere Schützenlinien eingcschlagen sein. DaS darf nicht Wunder nehmen. Bon den japanischen Soldaten wird berichtet, daß sie die Unterstützung der eigenen Artillerie bis zum Sturm wünschten, auch wenn die§ vereinzelte Verluste zur Folge hatte^Anch in unserem Infanterie Reglement findet sich der Satz: „Beim Sturm einer feindlichen Stellung wird die Infanterie der Schlvester- n-affe Dank wissen, tvenn diese bis nntnittcldar vor dem Einbruch ihr Feuer gegen die Einbruchstell«» richtet." Die feindliche Hanptstelluiig wurde im Sturni genommen mid der Feind bis in die Dunkelheit verfolgt. Rechts voni 3. Bataillon war das 2. Bataillon vor- gcgangen, die 8. treckst») uno .5. Kompanie (links) in vorderer, oie 6. und 7. Komp, i» zweiter Linie. Ihre Schützen begannen das Feuer, der linke Flügel auf 800, der rechte auf etwa .550 Meter, gegen den ister in einer Vorstellung auf einer flachen Anhöhe vor dem Wald stehenden Feind. Diese Höhe wurde rasch genommen. Unsere ausgezeichnete Schieß fcrtigkeit bewährte sich hier. In der feindlichen Stellung lagen viele tote und viele ver- imindetc Franzosen. Als weiter gegen die zweite feindlich befestigte Linie in einem etwa 300 Meter zurückliegenden Waldsaum Vvrgegangen lvurde, schosse» die Verwundeten unseren Leuten in verräterischer Weise in den Rücken, wurden aber rasch unschädlich gemacht. Bei diesem Vorgehen schoben sich noch Schützen des Schwesterregiments in die 5>. Komp. ein. In den Kampf griff auch hier schließlich noch Fcldartillerie und in besonders wirksamer Weise schwere Artillerie ein. Der Angriff gegen die feindliche Hauptstellung tvar hier besonders schwierig. Hoher Hafer verhinderte das Schießen im Liegen, ohne die feindlichen Geschosse auszulzalten» Trotzdem wn rde de r Feind geworfen. Es wurde in den Wald, zusainnren mit dem mit großer Schneidigkeit vorstürmenden Schwesterregiment, eingedrungen und dann ltztlbrechis gegen eine vom Feind mit -lrtillerie und Jn- janlerie besetzte Höhe vvrc^drungen Ein freies Feldstück war zu überschreiten, etwa 400 Meter breit. Dann kam wieder ein von feindlicher Infanterie besetzter Waldstreifen am Hang der mit der fmntstichen Artillerie gekrönten Höhe. Beim Heraustreten auf das freie Feldstück erhielt das 2. Bataillon heftiges Artilleriefeuer, zunächst ziemlich unschädliche Schrapnells, dann gut sitzende Granaten, deren durch die großen französischen Sprengladungen besoilders heftigen Detonationen geeignet waren, auf die Nerven zu fallen. Durch einen Sprung halbrechts kam die besonders beschossene 8. Komp, aus der Feuerlücke. Das Bataillon beteiligte sich dann an der Wegnahme der letzten feindlichen Stellung. Das 1. Batalllon folgte zunächst den beiden anderen Bataillonen linksgestasfelt. Als es eingesetzt tvurde, mußte es durch stark cingeschnittenes schlnchtenreickzes Gelände Vorgehen. Nach Durchschreiten eines Hohlwegs, als bereits die beiden vordersten Kompagnien sich auseinanderfatteten (Leib- und 2. Koinp.) erhielt es auf etnm 000 Meter ans deni vom Feinde stark besetzten Wald Feuer. Die Leibund 3. Komp, entwickelten sich rechts, die 2. und 4. Komp, links vor dem .Hohlweg. Hier war, ebenso wie bei den anderen Bataillonen der militärische Geist — gegen den die Demokraten (Frankfurter Zeitung) so oft geeifert haben ein vortrefflicher. Alles drängte nach vorwärts. Wo die Offiziere gefallen waren, übernahmen die Unter- ofsiziere und beherzte Leute die Führung. Jeder bemühte sich trotz des auch hier sehr vielfach behindernden Hafers von der Sckmßtvaffe den besten Gebrauch zu machen. DaS Signal „Seitengewehr pflanzt auf" gellte, dreimal wurde vergeblich angelansen, dann stürmte das Bataillon mit dem auf gepflanzten Seitengewehr in den Feind. Die Maschinengewehre griffen bei dem Angriff sehr wirkscun ein. Von großem Vorteil war es, daß das Regiment sein Feuer ans den Feind aus nahe Entfernung ev- öfsnen konnte und sich nicht erst über weite Strecken heran- zuarbciten brauchte. Die Verluste dürften die des 18. August 1870 annähernd erreichen. Westlich des im Eingang beschriebenen Dorfes, in der Nähe hier stehender Artillerie wurde am Abend gesammelt und die Nacht zugebrackst. Die Verwundeten fanden auf de» in und bei dem gleichen Dorfe errichteten Verbandplätzen Hilfe und Pflege. Die angelegten Verbände wurden hier in Gießen von maßgebender Seite als mustergültig bezeichnet. Am Morgen des 23. August sandte der Regimentskommandeur einige Gruppen zum Schutze der Verwundeten. Am Abend des SchiackittageS noch im Eilmarsch ein- getrosfene frische Rejervetruppen nahmen bei Tagesanbruch des 23. August die Verfolgung auf. Bald hörte man wieder Kanonendonner. So hal auch unser braves Gießener 116. Regiment an den bewundernswerten Erfolgen an der Westgrenzc gegen einen an Zahl weit überlegenen Feind seinen vollgemessenen LIntetl. Die in der Regirnentsgeschichte von 1913 ausgesprochene Envartnng, daß das hessische weiße Regiment in einem zukünftigen jbriege seinen fleckenlosen Ruf ausrechterhatten werde, hat es glänzend erMll. Treues Gedenken den ruhmreich Gcsaklenen, bakdige Heilung den Lcnvundeten, Dank und Ehre allen Beteiligen! m ** Aitonttme Baiefe sind natürlich in der heutigen ein-' ftnt Zeit bouüeft ßharf zu verurteilen, besonders wenn sie müßige Kritik «der gar Drohungen aussprechen. Es ist uns zu Ohren gekommen, daß hier ttl Gießen sogar Männer, die im vaterländischen Dienste mütvirkcn sollen, siö> eine so verwerfliche Handlungsweise baben zu schulden kam inen lassen. Es handelt sich hos- fentlich mi ganz vereinzelte Vorkommnisse. In jedem Falle zcigt der Schreiber anonymer Schmäh- oder Drohbriefe _ ein ebenso gemeines >vie seiges Benehmen. Es ist nicht schwer, auf seinen Ncbenmenschen Steine zn ivcrscn, wenn man sich . selbst in gesclmhter Stcllimg befindet. Wer an einer Sache etwas ausznsetzen hat, der soll ^ sich zuerst einmal prüfen, ob er linstande wäre, es selbst besser zu machen, und . wenn er dann noch Klage sülncn ivill, so soll er dies öfsentlich tnn rmd seine Ansicht jederzett mit seinem vollen Namen vertreten. : Bedenken wir, daß in dieser Zeü jeder bestrebt ist, von Herzen sein Bestes zu geben, so gut oder schlecht er es eben vermag, für das große Ganze, und daß dies keinem von uns zur Zufriedenheit -5 aller gelingen kann. ** Vereins-Spende. Der Krcisziegenzuchtver- ein Gießen oerlvilligle dem Roten Kreuz eine Zuwendung von 100 Mk als 1. Rate. Ferner wurde beschlossen, von den Mü- glichern, die im Felde stehen, in diesem Jahre keinen Beitrag zu erhckcn. Landkreis Gießen. Treis a. Lda., 25. Ang. Wie in Allendorf a. Lahn HSlt Dr. Kunz auch hier einen Lehrgang über Kranken- und Verwundetcnpflege zur Heranbildung von Nothel- ferinnen. Der UMerricht findet Sonntags von 4—6 Uhr nachm, statt. Es beteiligen sich 33 Frauen und Mädchen. Bei dem Ortsausschuß fürs Rote Kreuz sind weiler eingegangen: von dem Ar- beitergesangverein Hofsnung 20 Mk., von Ungenannt 15 Mk. und einem anderen Ungenamt 100 Mk Die beiden letzten Gaben sind fiir bedürstige Angebörige der hiesigen Krieger bestimmt. Auch andere btesige Bereine lxrben ihr Vermögen ganz oder teilweise für den letzten Zweck zur Verfügung gestellt. -j- Märkte. cb. Biugcu, 26. Aug. Marktpreise. Weizen Mk. 23,5g, Korn Mk. 21,25, Gerste Alk. 00,03, Haler Mk. 24,00, Heu Mk. 4,50, Stroh Mk. 3,30, Kaclosseln Mk. 5,75, Erbsen Mk. 43,00, Linsen ,00, Weibmehl Mk. 41,00, Roggenniebl Mk. bl,00, Bohnen Mk. 40,U, - Mk. 32,50; alles sür 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 2,70, Milch I 1 Liter 22 Psg., Eier 10 Stück 85 Psq. xli kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 30. A u g u st, 12. n a ch Tr i n i t a t t S. Eotterdienlt. 3n der Stadtkirche. Vormittag? 8 Uhr: Psarrcr 0. Schlosser. Zugleich Chrisienlehre sür die Nenkonfirmierten au? der Mattbcinsaemeinde. Vormittags 97, llhr: Plärrer Schwabe. Beichte und belliges Älbendmabl iür Blatthäus- und Markusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11J4 Uhr: Militärgottesdienst. Psarrer Schwabe. Nachniittags 2 Uhr: Kindcrkirche Iür die Marknsgemeinde. Psarrer Schwabe. 3n der Zohanncrkirche. Vormittags 8 Uhr: Psarrer B e eh t o l s h e i m e r. Zugleich Christenlehre sür die Neukonstrmierten aus der Lukas» geineinde. Vortnittags 9'/, Uhr: Piarrer A u s s e l d. Vormtltags 11 Uhr: Kinderkirche iür die Jobannesgemeindi. Psarrer A u s I e l d. 1 ZlbendS 8 Uhr: Vcrsainnilung und Bibelbespreckmng i»> Johanncssaal. Dlitlwoch, den 2. Cepteuiber, abends 8 Uhr: Kriegsbelstunde. Psarrer 2l u s s e l d. Nächstknnstigen Sonntag, den 6. September, findet im Haupt» gottesdienst Beicht« und heiliges Abendmahl sür die Lukas- »ad Jobanuesqemeinde gemcinsauc statt. 3lnn>eld»ngen dazu Iverde» vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten. An demselben Tage wird in beiden Kirchen die alljährlich, Kollekte sür die Kaiser-Wilhelm-Stislung sür deutsche Kriegsinvalide» erhoben werden. ii 1,i 1* Versuchsweise sollen jeden Samstag zwischen 7 und 8 llhr beide Kirchen geöffnet und darin bei Orgclspiel Gelegenheit zur stillen 'Andacht gegeben werden. vibelkränzchen sür Schüler höherer Lehranstalten. Für die jüngere Abteilung jeden Alittwoch von 6—7 llhr, sür die ältere Abteilung jeden Samstag von 6—7 lthr im Iohannessaal. vibelkränzchen sür Mädchen aus der Zohannesgemeinde. Jeden Dienstag von 6-7 Uhr im Iohannessaal, wartdurg-verem (Viezftratze 15). Dienstag: Bibelstunde. Donnerstag: Lejeabend. Vortragsabend. Sonntag! ttatholischt Geineindt. Gottesdienst. Samstag, den 29. A u g u st: Aachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheil ,e heil. Beichte. onntag, den 30. Aug., 13. Sonntag »ach Pfingsten: ormittags von 67, Uhr an: ülelegeuheit zur hl. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. „ um 8 Uhr: Austeilung der bl. Kommunion. , um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. , um 11 Uhr: Hl. Meise mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: illiidacht Sonntaq, VloiNag, Dienstag, Mittwoch, Toimerslag, Freitag nd Samstag abend u»r 7>z Uhr ist Kricas-Biltandacht mit Segen. Freilag vormittag um 7 Uhr ist Segensineffe. viaspora-Gottesdienst. In Sich um 8 Uhr. In Hungen »in 9'/, Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Siesjerr. Aug. 3914 S t: S=J Z°r- u — oy bi «2 s = si ■sf « 5 £55 lf ■£ 8 M !!p A ÜScae» 27 ' 2 n ' 745,7 17,6 13,6 91 SSW 2 10 Regen 27. 9» 747,6 17 0 13.8 95 SW 2 10 Bcd. Himmel SS. 7* 750,5 16,3 12,7 92 N 9 Beiv. Himmel Höchste Temperatur am 26.-27. Anglist 1911 Niedrigste . . 26,-27. . 1314 Niederschlag 6,2 mm. + 19,7*0. + 16,2“. d| Äi, Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goev- Zur Nachahmung empfohlen! Die Kaisee-Handels- • Aktiengesellschaft in Bremen hat der „Rote -Kreuz-Organisatton' 2 5 000 leg c o s f ei n f r ei c n Kaffee Hag sür verwundete Krieger kostenlos zur Verfügung gestellt. Diese Menge entspricht 125 000 Paketen und gestattet die Herstellung von o Millionen Tasten Kaff«.