Nr. 200 Erster Blatt m. Jahrgang Ter ffifefemr Anzeiger erscheint tätlich, ausser Sonntags. — Beilagen: viermal ,uöelenllich SietzenerZamilienbliiller! xiuciuidl uiocIicml.Kteis; dlattsürden Urei? Sichen (Tientztag imbJVrtimn); zweimal inonnll. hand- wirlschastliche öcitfrcaen Ferniprech • ?(iifdiliifie: fjir üic vkevatiion 112, Bering n. liri’cbrliDii 51 Slbitftc ffiv Tci'oidicn: Rnzeiger Wiri.vn. Hnnabme von Anzeigen ’i i innrtmimmct lns vorinitiags y Uhr. «otflfion$oru e g e n m e l> r genommen, 8 c g e n den linken Ftü gel der Armee des deutschen .Kronprinzen g.ngen non Pcrdun und östlich starke »raste vor, die zurückgeschagen sin), Vas £ b r r r H a H >n bis auf un bedeutende Abteilungen westlich Eolmar von den Fran zosen geräumt. W.T-B.) Da» der Generalguarliermeister vorausgesagt hat, ist eingeireten: sämtliche Forts von Namur sind nunmehr in unseren Händen Bo ist also nun die schön gelegene, stark umpanzerte Festung am Einslus: der Sambre in die Maas, über deren strategische Bedeutung wir unsere Leser schon vor einige» Tagen nnlerrichtet haben, unser, und von der BergcshZhe der Zitadelle wehe» deutsche Kähnen Ebenio ist die französische Grcnzfestuiig Longwn, um die bekanntlich die Kronzprinzliche Armee so ersolgretch ge- fochten hat, endgültig in unserem Besitz Tie Franzoseir scheinen nun zu wissen, das: die Hailptentsä-eikung in Nord- srankrrich solle» ivird, und sie unternähme» daher nicht nur nochmals mit starken .straften von Berdun her einen vergebliche» Borstoß, sondern es heißt auch, der Lverkomm in- dierendc, General Zoifre, habe Beseht erteilt, das Lder- Itfafe zu räume», damit alle versügtaren Truppen int Rar den Mitwirken könnten. Nun, vorläusig hat unser deutscher Kronprinz wieder die Oberhand behalten lieber st >pen kage» wird genieldel, daß der englische Ministerpräsident Asguith im llnierdaiise bereils über die Lage der englischen Trirpven in ‘Nordsrankrcich Auskunst gegeben hatte, Tie englischen Perl usk c in den letzten Schlachten >>obe er auf 2rtO<» Mann berechnet, Zm übrigen habe der Minister den Rückzug des iranzösischeu Heeres zugegeben, ,Höchstn ahrschrinlich loerde» die Belagerungsiruppen von Namur ihre Arbeit vor Antwerpen soriscyen, Tori soll bei der helgrsche» Bevölkerung eine ganz miserable Stimmung herrsche», stein Wnftdcr! Ihre Negierung hat die Znterdiseii des Landes und Volkes schlecht zu vertrete:, gewußr, trän rönriiches Telegramm der „Fraiikj Ztg," aus, Antwerpen berichtet, daß -in der Nacht gum Mittirwch eih Zcvpelin- Luftschiff über der Stadt zu toaste geivesen sei, d-pp es acht Boniben herniebergeworsen und dabei nach dem Pulver lager gezielt >:äbe, ES seien zwei Häuser zerstört roorbtn 1 , und es Irabf 7 Tote und ^ Venvundete gegeben, Tie Mel düng bat alle Wahrschciiilichkeil sür srcki, denn welches Mittel wäre besser gerngnek, die Lage der Stad! und der darin biiigeschlosseiien auszukuiidschaitcii als der Flug eines un serer Zeppelincl' Bei Löwen soll schon eine- dreitägige Lchlacht gewütet Huben: allein es sind bisher, nur holländische Berichte, die uns darüber ein weniges zu sagen wissen: danach sind die Belgier, ans deren Seite auch Franzosen und Engländer gekämpsi haben sollen, durch die deutschen Maschinengrivebre buchstäbliäi niedergemäht worden, Nu» nocli die Liege der Oesterreicher über die Nüssen! Tie Lchlachl bei Krasnik hat drei Tage gedauert, und wie wir in einrin Teil unserer Auslage gestern schon meldeten, habe» die Lesterreicher, nach einer amtlichen Meldung aus dem st ncgspresieauarlier, .'5 000 Gefangene gemacht und -i Fahne». '2 0 Geschütze und 7 bespannte Maschinengewehre erbeutet. Am Abend erhielten wir noch solgende Meldung: D. T, B. W i r» , 26. Aug Tas striegsguariicr meldet: De dreitägige Lchlocht bei st r a s» i k endete gelter» mit dem völligen Liege unserer Truppen, Tie Nassen wurden ans der ganze», r nu 7 6 stilometer breiten Krönt zu r ü >k g e w o r f r n un) haben s l u ch t a r t i g d e n N ü ck; u g gegen L n b l i n n n g e t r r t e n. Tas geschlagene russische Heer, das sich nach L u b l i» geflüchtet I»at, ivird in der nächsten Zeit den vordringeiide» Lcsterreichern nicht mehr sehr große Lchunerigkeilen inachcn können, Nadvni und Lubli» sind nun die Ziele der Oester- reicher: Radom hat 2S000, Lublin r»o000 Einwohner, Immerhin haben die deutsch österreichischen Verbündeten, d-te aus ihrcni Wege gegen Norden auch noch Waricksan nehme» müssen, etlva 200 stiloincter zurückzulegcn. bis sic an der Lüdgrenze Ostpreußens angclaugt sind, Ta indessen auch von Norde» her deiltschc Truppen helfend einarcisen werden, so wird es wohl nicht allzulange dauern, bis die Lage der Russen in Nnisisch-Polen sowohl wie in Ostpreußen unhaltbar ivird. lleber das für die Lesterreicher siegreiche (»Vicrht bei strasnik wird »och aus dem österreichischen Hauptauarticr gemeldet: Tas gestrige siegreiche Gejecht bei strasnik brachte den österreichiich ungarischen Truppen .‘»000 We sangene ein , darunter zahlreiche russische Offiziere, die den japanischen Krieg milgemacht Italien Tiefe erzählten, daß die Angrisic der österreichisch-ungarischen Truppen viel heiliger gewesen seien, als seinerzeit die der Japaner. Tie russischen Gefmigenen berichten ferner, daß grosze ltnzufrir- d c n h c i t unter den russischen Truppen herrscht. Biele küßten den österreichischen Lisizioren die Hände, da ihnen die gute Bebandlung ganz ungewvhnl war, Lic ichienen sich über ihre Geiaulrcnnahme ganz glüMich zu iühien. Eines unserer L u s t s ch i f i e unteriiabin einen Klug aus russisches Gebiet der 12 L künden diueric Tas b'uirschif hielt sich durchsctkiiittlach ui einer Hobe von 2-»«> Meier, Zn der Nähe von Zwängvrod geriet das Liiitlch ii über ieind liche Liellungen, die cs mit einem Hagel von .'irtillerie und Gcwehrgcichaisen überschütteten Auch südöstlich von Lub liu wurde der Lujtkrcuzcr in beiden Flanken von Inian- lcrie und Artillerie beschossen, S'> Gewehrkugeln durchschlugen den hinteren Teil, eine Anzahl von stugel» prallta an der Gondel ab, Zn weitlrrr Eitlsernung crplvdierteii LchrapncUe Trotzdem iicl ein Lprengstück in die Gondel Ter geringe Lchaden wurde repariert Tie Besazung blieb unverletzt. Am Abend landete der Luitkreuzcr in unserem Hauptquartier. Longw». Nab: der luxemburgiichcii und belgischen Grenze, aut dem rechten User des Edicrs. liegt die sranzölvchc Kcst»il>i Longw». Tie Liadl war srührr der Hinviort einer loil rmcilicheii Graiichast, im Frieden von Nnmwegen Z67tz gel iic an Frankreich, Tie etiras über 8<>0o Einwohner zählende Link» birgt eine geiverbs steißige Bcvöllcrunq Bon drm berübniirn Bauba» urivrünglich beirftigl, hat Longwn in brn striege» friihercr Zahrlpinderle nieder- holt eine große Rolle gcipielt. ‘Tie hoäigclcgenen Wert, bestellen n»S zwei Teilen, aus der oberen, Ü7-- Meter üvrr dem Meere he legeiicii, und aus den unteren, ööü Meter hoä> grlegenrn Werken, Zm Feldzüge von 1792 riidmloieu Angedciikens ivurde mit der Belagerung und 'Linnahme der Festung diel Zeit ver'-rödeil, ivghrend n :lä>er die prenp., . heüische.t und die österreichischen Armeen bei Trier zurückgehaltei, wurde». Nach der stauonade von 2^1 nin siel sie ivieder in iranzölische Hände, Zm Feldzugr von 181 . r > hielt sich die Bergiestimg bis zum I I, Lev lcmbcr, tzluch im Feltzuge von 1H70 71 machle die Festung lange zu ichaiien, Lie ivurde am f». Lcvtember 1S70 zrrniert. die Ueber- gale noch mehrtägiger Beschießung erfolgte erst am 2t>, Zanuar 1871Bon Longivn aus wurden wieoerholl Urberialle deutiänu Truvven. die ,n der weiteren Umgebung lagen, unlernonimen. Meist wirkten 2Uteil,nigen der Beiatzimg im Einverständnis mit den Be wehneni ter letreiienden Ortschaften zusammen Tic Festung wurde von ki>»> Mann mit 200 l^eschühen verteidigt, Longw» bildet den Lchnitlvunkt der französischen nach der Nord- und Westirvnl gerichteten Beiesligungslinie, Raulnr als Kunst- und Gcwcrbcstadt. Schon manchem Eroberer hat der alle Bischsissitz nach tavie rem Widerstand und langer Belagerung die Tore össne.i müsse», aber das vergangene ZahrhnnEert hat ihm eine länge Friedrns- ceit gewivr-t, wählend deren Äu»ü nnd Handel hier ciiu reiche Blüte Tim alten Ivnnien Tas gtchitelwnnche Hauvtdenlmal von, Namur ist die Kathedrale, dem lil Albinus ge.oeibt, ei« »atz::her Bau nrit stolzer' Kuppel und einem vo» Prächtigen kvrinkhistlien Täulen getragenen Porigl, eiii Werk der beginnendeti Wiedergeburt des Altertums, in dem antike und Renaiiiance Elemente zu einem skierliävii Akkord zuiainmenklingei,. Der Bau, der 1750 von, Pizzoni errichtet und 1772 eiilgcwciht ivurde, birgt einige sarbe» prangende Bilder aus der Ruhenssämle, schöne Ltatuen des srmi zösischcn Plastikers Delvaur und als historisches Monument das Gradmal des To» Zuan d‘Aujtria, des Liegers von Lcpanlv, Zm reichsten Jesuitcnstil, gesämuickl mit blendendem Marmor und über laden mit goldigen Ornamenten, erhebt sich die Lt. Luvus-st iräic, das viiintvolle Zeugnis sür die .KultuNtättc, die sich die Geselliämil Zein in Nanmr errichtet. Noch heute besteht hier das berühmte Jesuitenkolleg von tzlolre»Dame de In Paix, und ihm gesellt sich das Kloster der Schwestern von Notre Tome, dessen Lämv reich ist an den kostbanlen alten Goldschmiedearbeite», Neben dem religiösen Element tritt das militärische hervor, Tie starke Festung, das Meisteriverk des beiübmlen Brialmont, bildet den Lih der Königliche» »adetteiv anstatt, aus der die Lüiziere der belgisch-n Armee hervorgehen. Großen Einiluß a»l das wissenschistliche Leben der Ttadt Ixu die angejedene Arrk-aologlsche Geiellichail von Namur ausgeüdt, die eine stattliche ‘Anzahl gelehrter Werke neröstentlicht Hit und der die Gründung des an prähistorische» und römiiäwn Fuitden reichen MusenmS von Nanmr zu danken ist, -Eine reiche Quelle geschichtlicher Tokiimeiite erichlies.l das Llaatsarchiv von Namur, deiic» Urkuiidei, bis weit ins Msttelaltcr zurückreichen. Auf dni weiten Pl «tzen, den schönen Boulevards und den blühenden Promenaden, von denen manche Tenkinälcr grüßen, io die Llatue des Königs Leopold I und des großen Lohnes der Liadt. des Geologen Oma.ins. geh n nun unere wräccn Loldalei Ivrzicr.n, und !ie werden fid erfreuen nit der Woklhadenh.nl, tne in Namur hrrrichi Tie 'Liadt ist benüttmt inrrä' tne 21 rbeüen idrer ‘Mnierichmieoe: aber auch zahlreiche andere ltzeiverbe sind vier heimisch, io Eisen- und »unergießereien, Leiiensiedereien, iSe^bereieii, Nagelschnttede und Leiler treibe» l:cr im großen tzAaßstab ihre Arbeit: es gibt Papier und Tabakfahriken, in der Nähe Kyhlen- und Bleigruben, und aui den Flüise» eiuiallet üch der lebhaileste Handelsverkchr, der die Erzeugnisse des fleißigen 2>amnr in die weite Welt hinausträgt, ' . * lieber den Einzug »»serer Truppen in Nainnr schreibt der Kriegsberichterstatter der „strenzztg," Bongaro: Ta, wo die Gelegenheit günstig iäninl, läßt sich die b e l g i i-rti c Zivilbevölkerung noch immer zu lnnierlistigen lieber- iallen aui einzelne Laldatrn und Patrouillen Hinreise,!, Ta wo dies geichehen, lernte ich die vergeltenden Greuel tv:- Krieges in ihrer iürchterlichen Gestalt kennen. Aber da, wo iich die Bewohner neutral verhalten hatten, saßen tNänner und Frauen oft gemrin iam mit uälieren Soldaten vor den Türen, Der Berichterstatter des „Bert, Tagebl “ schreibt r Dir Stimmung der b e l q > > ch e^n B e o ö l k e r u n g, ist nicht mehr io erbitten, teil die deulichen Soldaten im Lande sind, Lil sitzen Landwchrmänner mit belgischen Familie» zusammen vot den Türen der Hauser, als ob dier der Frieden wohnte. Ein Telcgrann» Kaiser Franz Josephs. Berlin, 26. Aug. Zm Großen Hauplquanier ist folgendes Telegramm des: Kaisers F^anz Z o s e p I» an Kaiser Wilhelm vom 21 August eingelrofscn: Sic ans Sieg! Gott ist mit Euch, er wird auch mit uns sein, Allerinnigst beglückwünictie ich Dich, teurer Freund, den jugendlichen Helden, Deinen lieben Sohn, den Kronprinzen, sowie den üronprinzen Iltupprecht von Bauern und das unvergleichlich laviere deutsche Heer, Worte >ehlen, um anszudnitken, >vas mich und mit mir meine Wehrmacht in diesen weltgeschichtlichen Tagen bewegt, Herzlichst drückt Tcinc starke Hand Franz Joseph, Tic deutsch österreichische Wasscnbrüderschast. Wien, 2.7, Aug, Ter Besebl des pkaisers Franz Joses an de» Panzerkreuzer , ü zsserin Elisabei! ", itt Tsingtau mit* zukämpjcn. I ii hier stolze Freude und Genügtuung herdor- geruse» Tie ,R e i ch S p o st" schreibt: Tie treue Waiiendrüderschast zwischen Lesterreich-llngarn und dem deutschen Reiche endet nicht an den Grenzen Euzovas, gehe es zum Lieg, gehe cs zum Tode, Tie Wett erlebt ein Schauspiel, der Treue, so leiiäuend, herrlich und gewa lig, wie die tistjchichtc noch keines kennt. An solcher Treue, die eine ganze Well umspännt und einer ganzen Welt voll Arglist und Tücke Trotz bietet, muß der Ansturm ter Triplccnlente zerschellen, Ta:- ..Fremdenblait" sagt: Ter liochherzige. ritterliche Beicht des Kaisers wird überall, >vo Sinn für Treue und Ehre lebt, de > licfitnt nachhaltigen Eindruck machen, Ucbcr die Beteiligung eines Luftschiffes am Kampf nm Lüttich. Bo» amtlicher Seite ivird uns mitgcteilt: Unrickuige Pressenotizen über die Beteiligung eines LustschisseS an dem Kanips um Lüttich Hahril wie aus zahlreichen Zujchriflen hervorgeht vieliach die irrige 2ln- fichk auskommen lasse», das Luftschisf l:>ive, »Nt ivirksam den Ängrisf zu Unterstufen, bis aus G00 Meter und darunter herabgeben müssen. Bei derartig geringen Höhen wiltde das Luftschiss, — ganz abgesehen von dem grvßeit Ziel, das es l ierbei dem Gegner böte — Gefahr laufen, durch die Sprengwirkung seiner eigenen Geschosse heschädigi zu iver- de». Ein solcher Fehler i|t des ha ? auch selbstredend iticht , gemacht worden. Alle auf dieser irrigen Nächrichl beruhenden Vorschläge von Ersindern sind daher gegenstandslos, Kundgebungen vor dem französischen Kriegs- ministeriui». Stock Holm, 26. 2lug, Nach Privatmrldungen aus Paris kam es in den letzten Tage» vor dem Krirgsmtiliste» rium in der giue Tomiuique zu K u » d g c d u ii g c n g e g e n d e n K r i e g. Man ries: a bas, ivic auch „Schickt Z o s s r e n a ch H au s e, ' Ter Heldentod des Prinzen Wilhelm zur Lippe. Hannover, Bi, Aug, lieber den theldeiitvd des Prin-' zei, Wilhelm zur Lippe erhält der „Hanüovörsche Euurter" vom stellvertretende» Generalkommindo Häimover solgenrr Darstellung von einem Augenzeugen: ‘Nach erbillertem Nahkample gingen wir am ‘MorcMl des 0, ‘Anglist erfolgreich vor, Tie 2lbteilu»g, z» der ich gehörte und bei der sich eine der Reqimeiilsiobnen und der Reqimeiilskonnnnd- deur Prinz Friedrick) Wilhelm zur Lippe befand, qelaltglc gegen Morgen auf die südöstlichen Wälle vor Lüttich, Hier wurde» st'ir von alle» Seiten voii belgisckieil Truvven umstellt, die uns immer enger rinschloiken und mit einem Hagel von Geschossen übersäteii und l.art bedrängten, Ans Besebl Tr, Tliräilancht bildcsc unseve kleine ‘Abteilung einen Kreis und wir vevteidlgteii lins bis anis Blut, Endlich en'äneii zu unserer Uiilerstützuug von links ter eine starke Abteilung, llm sie besser erkennen zu köunen, erhob sich der - Prinz in Knicstellung und musterte mit dem Feldsieckier die l,era»- »aliende ‘Abteilung, Er beiahl mir, der >ä> aus Hcuidbxxite von ihm emieriit aus der Fahne lag, mit der Fahne zu winkeu, damit wir von den Uniere» besser crkannl würden. Ich erl ob die Fahne und schwenkte sic im Kreise, was foiort einen yerstäfkh.'q Kugelregen zur Folge hatte. Mir wurde die Fahne aus der Hand ge- idioifcu und der Prinz in Brust und Hals tätlich gciroiien, sank um. Es war gegen elf Uhr vormittags. Seine tctzlcil Warte wareir: „Grüßen Sie!" Eine -ldrcssc der -lmerikaucr in Münchett an de» Oberbürgermeister. München. 26, 2lug, Tie hier ivohneiideii tztmerikaucr I oben unter Führung des Professors ü'-eorges^F u l l e r I o n durch eine tzltordnung, hei her sich auch der Sohn de^ einstigen Präsidenten der Union Giarssield besand, dem Lbek- bürgermcisler von München eine Adresse überreichen lassen-, tu der sie ihren Dank für den ibueu gewährten Sck>up und sür die ihnen erwiesene Freundschaft ‘.'lusdruck gebest, Zn der Adresse wird der Hofsumig Ansdruck gegeben, daß die Amerikaner recht bald ivieder zu Tausenden herüverkommen könne», Tie ‘.Amerikaner schämten sich, s e n c S p k a ch c zu sprechen, die Sir Edward i^rch spreche. Italiens „wachsame Rcntralität". Rom, 2 7 ‘Aug, Tie „‘.'lgeuzia Ttesaui" veröffentlicht solgende Mitteiinng: Einige Blätter benu.ik» die Geleg'n- hcil des Konklave, entweder, um inik diesem Ereignis die 'Absicht der Regierung, neutral zu bleiben, in Zusanimeik- hang zu bringe», oder, um glauben zu inackie», daß die Movilmachung. die „ach einem vollkommen phaiilastischen Gerücht nahe bcvorsieheu sollte, eben lv'geu dos Konklaves verzögert wordeii sei Um diese Behauptungen zu widerlegen. genügt cs, zu bedenken, daß die Regieruilg ihre wohlüberlegic feste Entscheidung zugittisten einer wachsamen Ncuiralilät gctrossen l at, als nichts das nahe Ableben des Papstes vorausschen ließ. Tie Regierung könnte niemals il:re die höchsten Znteresscn der Nation belresien- den Entschlüsse Erwägungen nulerordnen, die gegenüber diesen höchsten Zniercssen zurücktreten, obwohl sie an und sür sich wichtig sind. Tie Wahrheit ist, saß die Regiernno ihre, von der überwiegenden Mehrheit dec Landes gobu- ligl-' Haltung anireckil erhäli, -r>e iiare, slcherc ‘.'luiiaisung der wirklichen Zuterelieii de-: Landes kann und dar, nicht getrübt werben durch irgendwelo Strömungen der oiieiiilichen Meinung, die mehr oder weniger Innstlrch genährt werden. ‘Sie Hauung oer Baltanstaaien. K o n st a n t i n o p e l, 26. äug. An einer Besprechung der Krise des Ministers oes Innern Tataar Ben und des Kammerpräsidenten Halit Ben nach Sofia und Bukarest weist der „Dänin" mit lebhafter Bef r red;> gUna nuf den Empfang hin, den beide in-Soiia gefunden haben, Tie Fragen, die in Bukarest zur Verhandlung gelangt wären, seien von größter Bedeutung, da es sich ja nach Blättermeldungen um die Inselfrage handele, W i e n, SU. Äug, Tie Mendblätter berichten über die in K o n st a n t i n o p e l, Bukarest und Tofpa herrschende Entrüstung wegen der unerhörten Sprache, welche, die russischen diplomatische n Vertreter gegenüber den dortigen leitenden Staats- männern führen, um sie zu bewegen, daß diese Länder sich Rußland anschließ.en, Tabei sollen deutliche Anspielungen aus das Los gehalten sein, daS Ltambuloiv getrosfen habe. Tie Blätter fügen hinzu, daß das brutale Vorgehen der russischen Vertreter selbstverständlich völlig erfolglos gechtiebe» sei, Butarest, 25. Aug, .Honig Karl von Rumänien, der einige Tage unpäßlich war, ist wieder h e r g e st e l l t und.hat heute die türkischen und griechischen delegierten empfangen. Acußcruugcu des spanischen Botschafters in Wien. Wien, Lö, Aug. Ter hiesige spanische Botschafter erklärte in einem Gcnpräch mit einem Vertreter des „Neuen Wiener Abendblattes": Vom Ausbruch eines Aufstandes in Paris sei ihm nichts bekannt, doch sei die Lage für Frankreich, für ch t b a r e r n st. Nach den über seoen Zweifel erhabenen Angaben des deutschen Generalslabes sei die französische Armee im Zentrum durchbrochen, und in der nächsten Zeit dürfte die deutsche Armee direkt a u.f Paris l o s m a r s chi e t e n. Ter Botschafter führte weiter u. a aus: Dos große siegreiche deutsche Volk war immer für den Frieden beseelt. Wie grob und vornehm Deutschland die auswärtige Politik führt, daiür will icfc Ihnen einen Beleg bieten: Ich erinnere an dir Ka r o I i n e n s r a g e, Deutschland Halle die Inseln als res mrkliiis beiein und Spanien ovvonierie dagegen. Während ionst ein siegreiche.: Volk in einem solchen Falte ans Schwert Novit, hat Deutsclstanü die Sache dem Sänedsrichteramt des Papstes unterbreitet, wohl wissend, wie das Urteil ausialleir würde, Deutschland hat mit edler Geste vor Spanien den Hut gezogen, Ter Geist, der damals diese Haltung Deutschlands diktierte, ist bis zum heutigen Tage der traditionelle Geist der deutschen Politik und der Geist vornebmster Großzügigkeit und vor alkni ehrlichster Friedensliebe gewesen. Wenn nun Deutschland jetzt mit Frankreich endgültig Abrechnung hält, so wird es sich nicht einen Frieden, sondern den' Frieden sichern, 'Zum Schluß, beionte der Botschafter, daß die Meldung einer auswärtigen Zeitung, in Spanien seien 5000 deutsche Gefangene interniert worden, eine Unmöglichkeit darstelle. Es sei möglich, ja wahrscheinlich, daß 5000 Deutsche und Oesterreicher aus Südfrankreich nach Spanien geflüchtet seien, aber von Gefangenen fei keine Rede, Er bitte, dies zu veröffentlichen. Ein Bciramgcbct für den Sieg dcr deutsche» Waffe». Ko n stan t i n o p e l, 26. Aug, Das Blatt „Karajenz", das in den mitileren und unteren Volksschichten sehr verbreitet ist, veröffentlicht ein Beiramgebet für den Sieg der deutschen Waffen. Deutsche Bemühungen i» New?)ork. Amsterdam, 26. Aug. „Telegraas" meldet ans London : Ter deutsche Botschafter Graf B e r n st o r f f ist gestern abend in New Port eingetrofsen, begleitet von dem wlaatssekretär a, T, Dr, Ternburg, Ein neues deutsches Rachrichtenbureau in New Hork veröffentlicht ein Interview mit dem Grafen Bernstorff. in dem dieser gegen den schändlichen Uebersall Deutschlands, sowie dagegen protestiert, daß England bei der gelben Rasse Hilfe sucht. . , . Tic Organisation der Hilfstätigkeit für Bedürftige. Die „Nordd, Allgem. Ztg." schreibt: Wie vor hundert Jahren, da Preußen das Joch der Fremdherrschaft brach, io heul, da Deutschland gegen eine Welt in Waffen um sein Leben kämpft, regt sich mächtig in allen Kreisen 'des Volkes herzerhebender Okiersinn. Die nicht' mit in das Feld ziehen dürfen und auch die Angehörigen von Kriegern, die in der Lage sind zu geben, geben nach besten Kräften, Privatpersonen, Vereine und Kommunen wetteifern miteinander. Es ist zu erwarten, daß weiterhin die Freigebigkeit ivächsr in deni Maße, in dem die'Bedüritigkeit zunimmt. Die Hilisaklionen sind allgemein örtlich organisiert. Das müssen sie auch bleiben, da iid> nur örtlich mit Sicherheit beurteilen läßt, wo und in welchem Umfange es gilt, der Nollage der Angehörigen imO Hinterbliebenen unserer Krieger zu steuern. Immerhin aber wird «S Vorkommen, daß in einzelnen Orten mehr Mittel zur Verfügung 'stehen, als umnittetbar notwendig sind, mährend in anderen Orten ausreichende Mittel fehlen, Ta gilt es einen Ausgleich zu schaffen: entbehrliche Mittel müssen einer Zentralstelle zugeiührk und das Fehlen ausreichender Beträge muß dort angemeldet werden. Auf solche Weise kann ein Ueberschuß der besonders leistmigssähigeii Organisationen ,md kommmralen B"r- bände den bedüritigeii zugesührt werden. Eine solche Zentralstelle bildet das Ministerurm des Innern in Berlin, — Eine hochherzig: Sv«nde des Kaisers von 100000 Mark bildet den Grund noch für die in der Zentralstelle anzutammelnden Mittel, Für das Ministerium des Innern ist bei der Reichsbank ein Konto zur Unterstützung bedürftiger Frauen und Kinder der deutschen Wehrmänner eingerichtet worden. Diesem Konto werden gege benenfalls die überschießenden Beträge überwiesen, und es ist zu erwarten, daß ihm auch sonst von opferbereiten Vereinen und Privatpersonen reichlich Mittel zugehen werden, Tie großen wohltätigen Organisationen des Roten Kreuzes, des Vaterländischen FvauenverrinS. des Nationalen Frauendienstes und der unter dem Vorsitz, des Ministers des Innern gegründeten Nationalstistung .für die Hinterbliebenen der int Kriege Gefallenen sind der Zen tralstelle angesck-loiien, Ani diese Weite ist ein Zusammenarbeiten der gesamten freien Liebestätigkeit mit staatlicher Fürsorge gewährleistet und man darf baffen, daß nach den vorbanaenen und verfügbaren Mitteln in der Not überall und gleichmäßig gesteuert werden kann, s * * ' Tic „Turkoö" Bet Altkirch. Nach Meldungen der schweizerischen Blätter fand Miti-, woch, den 19, ds, Mts,, ein größeres Gefecht in der Gegend von Altkirch -Oberelsaß' statt. Bei Tagsdorf, und Umgebung stießen deutsche Truppen auf überlegene fran- zMche Streikkräfte mit starker Artillerie, Tie Deutschen hielten trotz starker Uebermacht lange aus und erfüllten so ihre Aufgabe, starke französische Kräfte feslziitegen, vortrefflich. Gegen Abend trafen lange Verwundetenzüge in jden Dörfern am Rhein ein, und kurz darauf folgten die ersten Gefangenentransporte, Die sundgauischen Dörfer sind pnit Verwundeten aus beiden Kriegslagern überfüllt, Schule, Wathaus, Kirche, Scheunen, alle irgendwie geeigneten Ge- baulrchketten sind zu LaHaretlen umgewandett, Dl« deutschen Sanitätstruppen und das Rote Kreuz haben eine gewaltige Aufgabe zu erfüllen, lieber 100 Wagen an Verwundeten und Gefangenen, die von den deutschen Truppen gemacht wurden, wurden gegen den deutschen Rheru zu geführt, teils nach Leopoldshohe, teils nach Müllhemt und Lörrach, teils nach Mülhausen, Heber die Kämpfe selbst wird der „Köln, Zeitung" noch berichtet: „Ungemein heftig war der Hampi in der Umgegend der „T re i Häuser" und im H u n s b a dl c r t a [. Auf Len Höhen gegenüber von „Drei Häuser" batte die deutiche Artillerie vor dem Tors K a P p e t u'Aufstellung genommen, während die Franzosen von Altkirch über TagSdorf pordrangen in der Richtung gegen I e l t l n - gen. Hier wurde durch deutiche Artillerie die franzöitsche Infanterie, die zum großen Teil aus Zuaven bestand, zum Stehen gebracht. Das mörderische Artilterieseuer brachle den Franzosen starke Verluste bei und wart sie in regellose Flucht: namentlich die Zuaven sotten fürchterliche V e r t u st e erlitten haben. In der Gegend von Altkirch und Psirt entspann sich zwischen französischer und deutscher Reiterei ein heftiges Gefecht, das mit der Eesangennahme eines ganzen französischen Kavallerie-Regiments lei WaUighosen endete. Die Hauptmacht der französischen Truppen zog sich in her Richtung gegen Pfettersheim zurück, Tie Verwundeten lestätigten übereinstimmend, daß die deutschen Truppen sehr riet Gesangene machten. Aus Werenzhausen, südwestlich hinter Votkesberg, wird berichtet, daß dort drei Schwadronen a f r i f a * nischeIäger eine Attacke gegen eine deutsche Kompagnie ritten, l ie damit endete, daß die drei Schwadronen fast vollständig vernichtet wurden," Gut deutsch! RcichStagsabg, Tr, Werner schreibt uns: Die fremden Geschästsbezeichnungen, mit denen gedankenlose Ausländerei unsere herrliche spräche verunziert bat, werden setzt wohl allmählich abgeschossen wie feindliche Flieger, Wann fällt aber nunmehr auch in den Mtttel- und Kleinstädten das „Cafe" dem „Kaffee" oder „Kaffeehaus", zum Opfer? Berlin — man denke! — Berlin sogar hat sich darauf besonnen, daß es des deutschen Reiches Hauptstadt ist! Wohlan! Tie Provinz hat ihm so manchen Schmarren vom „Puppchen" bis zum „Müden Theodor" nachgepfiffen, west alb ihm nicht auch mal in „Gut Teutsch!" nachtun? Ein guter Anfang ist überall gemacht. Fort ist das „Grand Cafs de Russie", verschwunden das „Cass Franeais" usw. Nun heißt es, die Welle der deutschen Begeisterung über alles Undeutfche letten! Tue ein jeder sein Teil dazu! Wir wollen keinen englischen Schnurrbart, keine „englischen" Stoffe, keine russischen Gummischuhe, keine französische Mode mehr! Wir Deutsche haben so Unendliches vollbracht, mit Hand und Köpf, mit Pflug und Schwert, daß die andern alle in unjerm Lichtkreis wandeln. Sollte es uns sogar unmöglich sein, die fremden Fetzen am Königsmantel der Deutschheit endlich zu beseitigen? Wann hören wir auf „Adieu!" oder besser „Adchec" zu sagen? Wann tpird es uns beifallen, daß wir neben „Guten Abend", „Guten Morgen" und „Gute Nacht" auch „Guten Tag" beim Auseinandergehen sagen können? Was will uns „Adchee"? Aber was sagt uns „Leb wohl" und „Grüß, Gott"? Ich glaube, jetzt wird und muß die Zeit kommen, wo wir uns anschicken, ganz deutsch zu werden, in Gedanken und Taten, und dem versinkenden Romanentum die letzten geliehenen Fetzen beschämt und doch innerlich befreit in den Abgrund nachzuschleudcrn. Heil dieser Stunde! Ein Gießener Leser sendet uns noch folgende „Plauderei": Man fragte mich, wie man die jetzt io viel genannte Festung Betson aussprechen müsse, man höre bäiser und bälior. Beide Aussprachen sind in Frankreich üblich. Aber wir wollen letzt lieber Bcljort sagen, Geben wir doch der Masse unserer Soldaten Reäst, die kein Französisch können. Wir wollen jetzt nicht prahlen mit unserem Französisch, das wir gelernt haben, Reden wrr letzt nach unserem Schnabel, Hofsentlich können wir sie übrigens bald als deutsche Festung mit der Uebersetzung „Schönburg" benennen, Auä: die Aussprachen Numür und Namur liegen jetzt im Kampt miteinander. Wir wollen auch hier Namur tagen, wie es wohl die meisten tun, die setzt geholien haben, die Stadt in deutsch« Hände zu listigen, Also auch dieldeutsche Aussprach: bitte! Diese vertritt auch unser Landsmann Harmes, dessen Unterhaltung mit seinem Freund Schosch wir betausäzen konnten, Hannes: Hast dus geheert, Schosch, der König von Betgie iS noch Amwerve gesticht, Schosch: Tos mechi nix, mer packe'n am Uhr, (Wir packen ihn am Ohr,- Hannes: Tos is sehon vorgestern gefalle, lEr meint Namur,) Aus dem Reiche. Meiningen, 25. August, DaS Hotmarschallamt tritt mit: Prinz Friedrich', der Bruder des Herzogs von soachsen- Memiugen und der Vater der Großherzogin von Sachsen, in am 23, August vor N a m u r durch einen Granatschuß getötet worden. Halle a. d. S„ 26. Aug. Ter Verband reichstreuer mans- setdischer Berg- und Hüttenleute beschloß, 80000 Mark an die Fa- mitien der im Felde stehenden Kameraden zu zahlen. Liccr und Flotte. Stettin, 26, Aug, Tie „Ostseezeitung" meldet: Generaloberst von H e e r r n g e n hat das Eiserne Kreuz I. Klasse erhalten. Aus Stadt und SanS» Gießen, 27, August ln 14. " V o i» Hofe. Im Aufträge der Groß h erzogt » ivohnte an, 25. d. M. der Oberstallineistec Freiherr Riedesel zu Eisen Vach dem int Tome zu Mainz abgehaltene» Pontifikcil-Reguiein bei. ** Auszug aus der B e r l u st l i st e. Inf.-Regt. Nr. 112: Musk Otto Eckert aus Rödelherm bei Frankfurt n, M. tot. — Musi. Ferd, Reiß aus Rettigheim l, verw. Musk, Kart Atzert aus Frankfurt a, M„ vermißt. - Vizefetdw, d. R, Ernst Schuchhardt aus Hasset verw. — Ll. d, R. Friedr. Henl aus Gunderuhausen bei Tieburg verw. - Lt, d, R. Otto Weit II. aus Hleeberg, Kr. Usingen, verw, Vizefetdw, d, R, Wilh. Justus aus Tarrnstadt verw, - Unteroff, Otto Keßler aus Lffenb-ach Tillkreis) tot, ** T i e Zahl der leichtverwundeten 1 16er. Nach uns gewordener Mitteilung schätzt man die Zahl der leicht verwundete» Soldaten des Kaiser-Wilhetm-Regiments. die in Gießen und Marburg untergebracht find, aus 360—380. Unser Regiment hat zweifellos starke Verluste erlilcu, doch muß man erst die oiiizietle Veriusttiste abwarten. Iedensalls sind alle Gerüchte, l ie in der Stadt umlaufen, übertrieben. Es ist unverantwortlich, Namen von Offizieren, die geiallen sein sollen, zu nennen, ohne daß man dies von amtlicher Stelle erfahren. In mehreren Fällen haben die Erkundigungen bei den Familien ergeben, daß die Tot- gesagten gesund und munter sind. " Patriotischer O V t e r f i n n. Gritern nanö am Jttoif»» Hof-Dorp.'atz ein Mütterchen aus Kurhesien, als gerade einige leicht' Verwundere ankamen und ins Lazarett geschafft ^wurden Mit trauendem Auge erzählte die Frau, sie habe fünf Söhne, die ins Feld gezogen seien, sie bitte täglich den lieben Gott, er tolle es gnädig machen und ihr doch wenigstens eines von ihren Kindern gekund zurückkehren lassen Tie anderen vier, wenn es sein müsse, wolle sie ja Airs Vaterland Igei » '. ergeben. _ ' " Von der Handelskammer wird uns folgendes geschrieben: Im gegenwärtigen Zeitpunkte iverden an die Zahlungs- krast des Kaufmanns und Gewerbetreibenden außerordentliche Aniorderungen gestellt, Tie zur Versorgung der Bevölkerung notwendigen Warenbezüge mütsen jetzt von den Geichäitstreiben- den bar oder sogar im voraus bezahlt werden: dies ist ihnen aber nur dann möglich,, wenn ihnen ihre Ausstände beglichen werden, ES ergeht deshalb t» Sonderbeit an die demstkelteii Kreise dev Bevüllerung die dringende Bitte, die Waren nach Möglichkeit gegen bar emzukausen und alle Rechnungen obre Zögern zu bezahlen, damit der Hausmann und der Gewerbetreibende in dieser schweren Zeit in den Stand gesetzt werden, ihren eigenen Verpflichtungen vollständig und vünitjich nachzukommen, ** T er Feldpostdien st. Das Wolff-Bureau oeröfseutticht iolgende^ Mitteilung des Generalauartiermeisters v. Stein: Tem Generalslab gehen zahtreickre Zuschrfflen zu, deren Verfasser sich über verspätete Zustellung von F e t 0 p o st s e n d u n g e n an ihre im Felde stehenden Angehiriqeii oder von diesen nach der Heimat beklagen, Ter Grund kür die e verspätete Zusendung bestand in den einschränkenden Maßnahmen der Obersten Heeres- leilung, die im Interesse der Verschleierung unserer Absichten unbedingt ^geboten waren, Tas siegreiche Vorgehen aui unserer ganze» Front bat zetzt die Möglichkeit geschaffen, alle Beschränkungen fallen zu lassen, Tie Fel ,post wird von nun an mit der gleichen Regelmäßigkeit und Schnelliglei: arbeiten, die in den früheren Feldzügen allgemeine Anerkennung gesunden haben, "Tie Bücherei k i Verwundete nimmt dankbar auch Spiele e,»liegen uio, Tauieubret!, Halma u. dgl,, keine Karten), Äbzugebe» in der ltniverkitäl zwischen N und I llhr, " E i» e S i e g e S t r o v h ä e in ffiennü eines Settengeivehres, schvie ein Jninmerie-dtelrtiosi, d e ei» beinscher ÜIrtillerist bei dem ÖJcfei - £:t_ am 2 J . d. iBi. einem Belgier tm Getechl abnahi», wurde heute au! uiiserer Redaktion vornezeigt. Das Seitengewehr ist im Besitz eines Inefiqen Geschä»Si»a»„es. ** Tie schwarzen Kameraden der Franzosen. Ein Leser schreib! uns: Unter den 960 hier dürchgekommenen französischen Gefangenen sollen sich aiicki T u r k o s befunden haben. Ein Zug mit vielen solcher schwarzen Gesellen in osscncn Frachtwagen hielt auch 1870 hier an. Wer sie gesehen hat mit ihren affenartigen Bewegungen, grinsenden Gesichtern und gefletschten Zähnen, muß ries bedauern, daß auch jetzt wieder unser Heer mit diesem Gesindel sich befassen muß. Doch liegt auch ein Trost darin: Völker, die nur gestützt aus derartige Genossen sich retten zu köimeu glauben, sind schon innerlich erschüttert durch das schwächende Bewußtsein ihrer eigenen Unzulänglichkett, Sie sind schon halb verloren durch den lähmenden Zweifel an ihrer eigenen Bolkskraft, Seitens Frankreichs schimmerte solches Bangen auch durch die sofort nach der Besitznahme von Marokko össenkiich dargeleglc Berechnung, daß in einem künftigen Kriege noch einige Hunderttausend Marokkaner den Deutschen enlgegengesührt werden könnten, — Mit England steht es in dieser Hinsicht kaum besser. Es kann uns nur Söldner cnkgegcnstcllen. Zudem bat cs die Untkrstüpung der gelben Japaner gesucht und gesunden. Beiden, England und Frankreich, fehlen die sittlichen Werte, die in unerschütterlicher Zuversicht auch bei mißliche» Zwi- schenfällen den schließlichcu Erfolg mitvcrbürgen. Frankreich hatte 1870 große Erivartungcn genährt von der natürlichen Wildheit dcr Turkos, Zuaven u. a. und ihrem Furcht und Schrecken bringenden Hansen im Feindesland. Nun, hiervor wird uns auch diesmal unser braves Heer bewähren, zo widerwärtig ihnr auch der Kampf mit den schwärzen Kameraden dcr Franzosen sein mag. Möchte es das letzte Mal sein, daß in einem europäischen Kriege wilde farbige Horden gegen gebildete Weiße geführt werden. Wenn man übrigens unserer Feinde scheinheilige Heuchelei und hinterlistiges Gebaren, sowie die vor den verwerflichsten Miv- tcln und niederträchtigsten Machenschaften nicht zurückschreckende schrankenlose Selbstsucht sich vorhält und hinblickt auf ihre schwarzen und gelben Kampfgenossen, so wird man an das Sprichwort erinnert: „Gleich und gleich gesellt sich gern." Landkreis Gießen. kl, Lollar. 27. Aug, Tie in der hiesigen Gemeinde vorgenommene Sammlung für das „Rote Kreuz" erreichte den ansehnlichen Betrag von 3068 Mk. Gewiß ein Utes Zeichen von dem Opfersinn dcr Bürger, — Bei einer urch die kiesige Gendarmerie wird der Orispolizeibehörde vorgenommenen Revision in den Bäckereien wurden eine große Anzahl Laib Brote cingezogen, die ein Mindergewicht bis zu 10 Proz, hatten. Das Brot wurde der Bürgermeisterei zur Verteilung an die Armen zur Verfügung gestellt. ** Trais-Horloff, 27, Aug, Die Gewerkschaft Friedrich in Huirgen teilt mit Bezug aui die in Nr, 196 des „G. A." vom 25. d. Mts. enthalleiide Notiz mit, daß es nicht wahr sei, daß der Gruben und Fabrikb'etrieb durch die Mobilmachung eingestellt war. Der Abraumbetrieb mußte durch die Mobilmachung eingestellt werden, konnte auch bisher wegen Mangel an Personal noch nicht wieder auigenommen werken, -7 B e l l e r S t> e i in. 25. A»g. Wie ü erat!, jo t,erriet» aurh hier e ne rege Tätigkeit kür das Rote Kreuz. Atäscbe» und Frauen kommen zusgiilmen, um »Mir der stell»»» »nserer Tekanatt- schwesier Binden »ud andere 6>ebra» i sgegenüände fiii bie Krieger im Felde »ud Ii>r Verwundete herznnelle». Riucer lammeln-Kehren ani een adgeerntele» Äeckern, deren Ertrag kür das Rote Kreuz bestimmt tu. Tie » ekdsai»»it»»g lieferte die Stimme von 553 Mk. v't Big, ivoz» noch die Tellerlanim.tniige» in der Kirche komme» mit bis jetzt 115 Mk. 15 Pig. Auch eine größere Anzahl Llriänvke wurde gej.iientt. d. H ungen, 26. Aug. Die Gewerkschaft Friedrich hat ihre sänitlichen zum Heeresdienst einberuienen Leute, 70 Mann bei der Hessischen HriegSverffcherung durch Einzahlung eines Anteilscheines von je 10 Mark versichert. KrciS Lmiterbäch. h. H erb st c i n , 23. Aug, Ein Unfall, der immer wieder mahnt, mit Schußwaffen nicht leichtfertig unizargehen, ereignete sich in einer hiesigen Wirtschaft. Ein aus Crainfeld stamniendcr junger Mann zeigte einem Mctzgerburschen seinen scharf geladenen Revolver, den er beim Bahn- lawachungsdienst mit sich fübrtc. .Hierbei entlud sich die Lasse und die Kugel drang dem Metzgerburschen in das Beist. Kreis Fricvbcrg. L, Friedberg, 25. Aug, Tie Stadtverwaltung beabsichtigt, die Angehörigen unserer Fetdiruppen zu unter- stützen, — Den Eigentümern von verkauften Pferden sollen morgen mittag die Gelder ausgezahlt iverden. r. Butzbach, 26. Aug, Gestern abend gegen 6 Uhr l rach in der Hofreite des Wagners Sauer Feuer aus. Eine Scheune nebst Stall und Werkstatt wurde eingeäschert, Starkcuburg ititD Nhci»kirsst. Aug, lieber zweüauiend sranröniche Getangene wurden heute früh in zwei Sondertugen von rem hiesigen Truppenübungsplatz Griesheim wegen Fehlens auSreiche.i der Beschäftigung nach dem banerische» Iruvpenübungsplätz Grafen währ gebracht. Auch mehrere Ossiziere befande t sich darunter, frrsftn-Naifau. k> Bad Dom bürg o. d, D , 2fr Aug Tie »l a if c r in traf heute abend ?,,'/> Uhr hier ein. Zum Empiang halte sich Landrat Ritter v, M a r r eingesunden Tie Kaiserin rühr im offenen Kraftwagen durch die reiclrqesürmitckte Luisenstratze nach dem Schloß, Eine Tatsache alb Wink. Dir erhalten folgende Zu'chrift: lfi70 71 wurde ende ouli d e .»riegsschule zu Engers das Schloß und das tcbmiöe, Tireklorwobnung und Bidlioihek als Kriegslazarrit eingerichtet, Ter dirigierende Oberstabsarzt, TeutidpAmeritauer, der den ganzen Sezessionskrieg ickwn als solcher mttqemacht late, lieh alle Fenn er au »beben und aui den Söller stellen. >'o daß die Fenßerluken stets oisen webet muhten, Tie im Par! neu errichteten frolzdaracke» erdielten statt der Fenner nur 3Mclcr breite und I Meter hohe oiiene Luken >n Mannshöl»', Es wurden in dem Lazarett von Ende Juli 1870 bis Ende Februai 1871 im ganzen ca 1050 2 ch w c r venvunbetc nur kür solche war das Lazarett benimmt — behände!, «einerlei anti septische ii Mittel wurden verwendet, Ire Per« wundetcn aber wurden täglich aut dem Belte von Kopi zu Fuß mit kühlem Datier abgewaichen Die Resultate waren vorzüglich. Es Narben von den 1050 nur 4 '/vier , alle anderen genasen «ein anderes deutsches La zareit baue ein >o günstiges Resultat auszuweisen, Ta ick bis Ende August noch in Engcrs als Konimandeur einer Ersatzbatteric anwesend war, konnte ich Einrichtungen und Art der Behandlung, genau beobachten. Es roch in allen Räumen stets nur »ach frischer Luit Tiefe und Reinlichkeit waren die frauv I - saktoren der Behandlung, Gießen, 26, August 1914, S vo hr, Oberst a, T, Line Autofahrt von Lupen nach Lüttich. Bon einem Feldwebelleuinmit aus Essen erhält die „R, W Z " folgende Schilderung: Unser kleines, selbständige« Kommando scheint vergessen zu sein. Dir liegen nun «> Tage in Euven und warten au! weitere Beseble, die Pa kommen sollen, Telegramme, an alle möglichen Kommando- slellen nulten nichi». So entschloß sich unser Führer, Leutnant & , nach Lüttich zu kabren und sich versönlich zu melden und ich bai, ihn begleiten zu türiei Wir dielten also ein Automabil an und säten, uns nach Lüttich müzuncbmen, Ein alüiklichcr Zufall wollte, baß es ein Aliegeroitizier war, der von Köln kam, um in Lüttich Erkundigungen einzuziehen, und der wieder zurückwollie. so daß wir in Innern Auto den ganzen Weg zurücklegen konnten. Gegen I Ubr souste» tut mit geladenen Karabinern »nd emsichenen Brow nings der Grenze zu- die wir nach 10 Minuten passierten In , merkte man die erilen Spuren des Krieges Ausgebrannte Gehöite, adgchrlztc BaumbestäNke, Mit 90 Klm, Geschwindigkeit rasten wir durch vir Straße» mit den geschlossenen Läden und weihen Fckbn- chen. an den Fenstern vorüber, vorüber an den Einwohnern, die bald neugierig, halb ,ängstlich mit erhobenen frönten aus uns starrten Die herrliche Landschaft blieb säst unbeachtet und für die prächtigen Schlößchen ni>i den gepileglen Parks batte man kein Auge, Brei mehr interessiere» die lagernden Truppen, Kavallerie. Artillerie, endlose Trainkolonne», die abkochen oder sich in de,» last trockenen Fluhbeit der „Besdre" wasch«,» Ta^ö ia-ta! Borüber an Wachen und Posten der Eisenbahnkunnels und Brücken, — Alle Offiziere iahren mit dem kaiserlichen Treiklangiianal — :eber Oiiizier ist hier ein kleiner Kaiser! — Berviers bot dasselbe Bild wie Tolene: schmu-ige Strahen, verriegelte Fenster mit weißen gähnen, manchmal Einwohner die in Korbsesseln vor de» Türen 'itzen und höitichir grüßen In.Vervierr ist nichts zerstört, auch find die kleinen schmierigen Kneipen mit den dochklinaenden Namen essen Einen erschütternde,i Eindruck machte» die stilliegenden ungeheuren Leinensabriken und Wollspinnereien, Mir siel der frosmami»« talside Ausdruck: „Toiendait verdorrte Städte" ei». Mit höchster Geschwindigkeit näherte» wir uns Lüttich, Bon Forts oder ähnlichen Beiesligungeii war nichts z» sehen Die müsse» alle zur iranzösischen Sinke hinliegen So konnte ich es endlich verstehen, wie man Lüttich in Bcütz haben konnte, lind dann noch tagelang um die Forts kämpne, Ich Lüttich, w» die «>t",'aii >' 'nimandoste len liegen war natürlich ein ung» dvrrk? hieben. Alle Läden und frotels siird Visen, Int Justizpalast liegen die militärischen Geschäitszimmcr, frunderte von Autos 'iaueii sie au, ven Platzen, frazwischen Aniichtspostk.trteiiverkä»fe- rinnen, die vor fr öst ich keil auf dem Bauch kriechen, Tie Einwohner zeigen die rnckelnbc Eleganz des Frairzoien auch in dieser Jett und die rai'iigcn Mädels mit den iniereisante» Augen suchen die Eroberer "i erobern Nach Erledigung der militärischen Aufträge und ‘einem klemm Ichibih beschlossen «vir, über frervs, frerbes- tbal zurückzuiahren. Mit sabetdaster Eleganz steuerte der Fli.gtr- o,silier das Auto durch die Dagen arnd Kolonnen durch, die sich in den enam Surften stauten. Schnell arbeitete Nch unser kr äs liger Wagen die steile Landstraße Pinauk und wir jagt ,: rein unheimlichsten Einbruch entgegen, den ich biiba g habt habe Es war bür in den legten Tagen nach ai.t Autos geschnie«, weswegen wir mit Revolver inr Anschlag fuhren. In Bois de Bteur waren breite Leinenstreiien voii frans zu fraus gezogen, aut denen deutsch stand: Wir verehren die deutsch' Sä-ar' Bon der Angst diktiert! Benne. Flevou waren icilweiie ausgebrannt rno ganz oertaisen. Ab und zu ein Man», der in, Schutt wühlte frände doch' und mit dem Revotrer zielend vorüber, Ban Micher auf. frervö, Battiee stehen launi die Grundmauern Ton Pferde li -gen steil umher, und belgische Propen, Die Däuser sind jeltsumerircle von der Lütticher Seile der zerschossen Tie Fons ha«» wahr icheiistich die Töricr bonibardten, als drc Teutkchen dar>n waren. In Obstgärie» lange sriich auigcioortrne frügel. notdürftig mit Trabi unuaunt, ein Kreuz daraus , ,. und daneben schlafen Soldaten, wnden Knhe und Schale Mitten in Battiee lag ein Planwagen, fraeinrich Paas, Essen Ruhr Es in grauenvoll, Kilo meier durch solche Zerstörung zu fahren, die still und tot da liegt, Inder befällt mich, wen» ich daran denke, welches Toien und Brüllen, ivelches Krachen und Knattern hier die Lust geistlll und argen die Schreie der Berzweiilmig und Dual muh man das fron iikbeniach versiegeln — Wie uti dieses schreibe, verlinstert sich die Sonne, Die Alten gtaubten an Zeichen! Jetzt sitz? ich wieder ui Lupen und warte mit den Beleb!, der mich in die vorderen Reihen ruil ___ vermischte». 'KönigAlbert vonBelgirns schlechtes Gedächr- ii i s König Alben von Belgien la, plötzlich fein „französisches frerz" entdeckt, wie es aus,einem frilifruf an Frankreich u. seinem Aufruf an das „tariere belgische BGk" hervorgegäugen, Für die Geschichte des- frauses seiner Mutter lat er ein recht schlechtes Gedächtnis, er hätte mal die h h mz llernick c Famuienck ronik aursch agen sollcn, war dcch leine edle und ieiniinnige, stets deutsch südlende M-ulter Marie eine Tochter des Fürsten Karl Aino» von frwdenzollern, eine» der treuesten Freunde Kaisers Wilbelms I Eine Schwester iencr Mutter, war die Prinzessin Stephanie, um deren L>oiid sich Napoleon III, beworben, der jedoch einen Korb erhielt, Tie innge und schöne Fürnentochter vermählte lick, im Frühling 1K9K mit dem König Tom Pedro V, von Portugal, aber sic bewahrte mich in der Fremde ihre eckit deutichen Geiinniingen So schrieb sie 18f)9, als über Preußen Kricgswolken auizvqcn, ihrem mehrere Ialrre jüngeren Bruder Karl, dem heutigen König von Rumänien: „Preußen als Großmacht muh jehl endlich inil Entschiedenheit austrelen, um der Willkür des französischen Kaisers einmal ein Ende zu machen. Es ist empörend, daß. das Wort eines Mannes ganz Europa Krieg oder Frieden diktieren soll!" Tann betonte sie des ferneren, wie glücklich ihre Brüder seien, einem so edlen Volke wie dem deutschen anzugehöre». Und der Nesse dieser Briesschreiberin ist König Alben " Geiseln gegen Franklireurvcr wüst nutzen. Als im Deutsch Französischen Kriege >870 die Franktireurs ihr Umvese» triebe» und durch Ausreißen der Schienen die deutschen Eiscnbat.niransporte in Frankreich nicht selten gefährdeten, halten sich die Deutichen bei Transporten von Verwundeten, Samarttern. Nahrungsmitteln usw, durch ein sehr gutes Mittel, Aut >edem Zug, und zwar aut der Lokomaiire, muhte stets ein französischer Notabler mitsahren, Sebastian frensel, der Sohn der berühmten Fanny frensel, der mitten in, Winter 1870 einen Transport von Liebes gaben nach dem Kriegsichaurlahe brachte, erzählt, daß auch sie sich solcher Noiahttn als Frankiiieur - Geiseln bedienten, „Diese würdigen frerren," io berichtet er. „wurden von ihren unlröstkichen Gattinnen an den Zug geleitet, und mit hochgeklappiem Rockkragen, noch einen dicken Schal um die Ohren gebunden, kletterten sie aui ihre» windinen und kalten Ehrenplatz mit sehr mihver- cnügken Gesick lern, Ei» Kord mii Ehwaren wurde ihnen noch von den weinenden Ehehälften h naufgereicht, und fort gings in die winterliche Landichait Aber wir lonnten mir Kaiser Ferdinand, als ihm sein Adjutanl Grat Bubna geraten batte, das Maul zu 'umachen, weil's ihm dineinregnele, ftigcn- Bubna, es hil geholten! Ein Zug niil dieser kostbarcii Gefiel aut der Lokomotive ist nie zu Schaden qekvmmen. Jedenfalls konnken wir uns damit trösten, daß diese Notabel» cs noch unangenehmer hatten als wir in unserem Packwagen," * Tie Ohren abgeschnillcn, weil sic ihn untauglich machten, dal sich nach der „Allgemeinen Zeitung der Lüneburger frcide" ein Landarbeiter ans Polkien bei Einbeck, Das genannte Blatt lerichtet darüber: Ein hiesiger 19 Jahre alter Melker, von gesunder großer Statur, wollte gern in den Krieg, weil seine vier Brüter auch schon ins Feld gezogen waren Er wurde aber nir^ ? cnds angenommen, weil er zu große Ohren halte. Aus Berzweis ung darüber schnitt er sich beide Ohren mit dem Messer bis zur Ohnvurzel ab, Ter Unglückliche wurde in das Krankenhaus nach Einbeck gebracht, — 11 - Jauchze, mein Volk! Tie Blüte des Polkes zog jauchzend zur Schlacht, Wir haben in Sorgen bei Tag und bei Nacht Nach Abend gelauscht und gestarrt. Nun siel er, der große, der schreckliche Schlag, Aut den wir so manchen unendlichcn Tag Mit swckenden Pulsen geharrt: Ter Feind aus der Flucht nach gewaltigem Komps, Und hinter ihm donnert Schwadronengkslamps! Jaucbzc, mein Volk! Sie bade» geschürt und haben gehetzt. Sie baden unzählige Wasten gewetzt. Umklammert uns rings mit Geiahr. sie Kaden wie edles Wild uns umstellt, freißbnngrig uns geifernd »nd beulend umbellt Die gieriger Wolle Schar, Nun sprangen sie an. nun taumeln iie gleich, Beläub io» dem ersten, gewaltigen Streich! Jauchze, mein Volk! frerzinnigster Tau! dem Lenker der Welt, Ter gnädig die Zukunft uns wieder erhellt, Tie grausig i» Nacht uns versank! Tein Kaiser, dem kerrtichen Fükrer im Sireil, Zum Frieden ron Herzen, znm Kamps auch bereit, Jdm dvnnere beseligler Tank! Tem freere io tapfrr, so Iren und so stark, Tas neulich gedalieii die Wacht an der Mark, Jauchze, mein Voll! Noch gilt es, zu werben >>» lteiliqcn Krieg Im blutigen Felde um Sieg nach Sieg, Zu breche» manch ieindliche» Wall, Noch lauern die ieindlickuii Flotten voll Oiier Uni vorzudrechen ime wildes Gelier, Verborgen, gedeckt überall. Getrost^ Wie schändlich sie uns umstellt — Tic .Kriegsmacht zerschellt, die Feste sällt! Jauchze, mein Volk! Ettlingen, 24 August 1911 Albert Kleinschmidt. Märkte. ke. Franlsurt a. W,, 27. ?>>,a. Vieh markt. Slu! dem heutigen Vielnnarkl waren «»Wtvic.e» löi Rinder (darinitee 4S Ochsen, O Viillen, 37 Kiiliei, 627 Kälber, bä Schate, 1107 Schiveiiie. Gelchält bei Kälbern gedrückt, bei Tchiveiuen fester Handel; kein Uebersland. Amtlicher Wcttrrbericht. Lessenlliche Wetterdienststelle Gießen, WctteraliSsichlen fressen a», Freitag, den 26. Aug. 1914; Keine wefenlUche Aendernng der bestehende» Ditternng, Letzte Nachrichten. Ter Sica vo» KraSnik. i Köln, 27. Wim. Tie „Kölnische Zeitung" meldet aus Wien: Ter Sieg von Krasnik erweist sich als ein Erfolg von gewaltiger Bedeutung. Es handelt sich nicht um ein Vorgefecht, sondern um eine 2 ch l a ch l, die drei Tagc dauerte und woran m i n d e st e n s vier r u s s>i s ch e Armeekorps beteiligt waren. Die Russen wurden vollständig geschlagen. Die Bevölkerung nahm bic Siegesmeldung mit Begeisterung auf, Tie Pavstwastl, Rom, 27, Aug. Das Kardiiialkollegiuin defchloß gestern, die K r ö n tt» g s f e i e r d e s n c u z u w ä h f e n d e n Papstes bis nach dem Friedensschliiß zu veftchieben, da ein Freudenfest bei den jepige» Zeitvcrhaltnissen nicht geeignet erscheint. Somit köniic» die auswärtigen Kardinale nach dem 2el)lust des Konklave sofort abrcise», ' Ter König von Baner», München, 28. Aug, Ter König hat sich heute früh „ach dem westlichen Kriegsschauplatz begeben, Erbprinz Luitpold von Bayern f. München, 27, Aug, Erbprinz L u i l p o l d von Bayern ist heule in Berchtesgaden verschieden. Er war an einer frialzentzündiing erkrant, Erbprinz Luitpold ist der älteste Sohn des Kronprinzen Rn pp recht, der in Lothringen siegreich gewesen und das Eiserne Kreuz l, und 2, Klasse erballen hat, Prinz Luilpold ist geboren am 8, Mai 1901, ist also 13 Jahre all geworden, Kronprinz Rupprecht hat außerdem noch einen Sohn Albrecht, der am 3. Mai 190ö geboren ist. Sein jüngster Sohn Rudolf, der ant 30. Mai IgOst geboren ist, starb schon am 26. Juni 1912.) „ ■, ■ .. — . .. Auch in Zeile» »naewübnlichstcr Greianissc, Slusreaunqen und Uiliilben bars, wenn Kraii »nd Wobl »»seres Volkes sür die Zukunft neivabrt werden soll, rin Faktor »tck» anher acht aolanen werden, nniiiticki die Füriorae sür untere Kleinen und Kleinürn, Ihnen über blc Schwicriakeiten der beihe» Ällonate, die insol,te der schon beginnenden und ivabrlcheinlich noch zunebnienüeii Milch- kalomilni dicsmnl noch gröber sind als sonst, binivcazuhellen, ist unbedinate» Erlordernis, Ein zuverlässiaes, erprobte« und beauenie« Dliiielhierzu bleiei sich alle» Nlllliern in dem allbeeannien und be wäbrienlllestle lchenKindermebl, das beste bäurische?! ivenmilch enibäl i, iNOOss] 1 B Zimmer | (f rebucritiniic 11 huvsche ti-Zim. KPoiiuuiia nebstZu- behtlr. Garicnanieil rr. znm 1. Oktober z > »ermieien. släberes <>os»>an»str. 14. 4 Zimmer I Tchulstrabc I I. Stadivost aerinm, 4-Zi„i. 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Äiigusi er., Kboids 87 - Uhr, im Saale des (Lasö : Tagepdrdnung: 1 . WirtichaftSlebcu, ülcchtr-verhältnissc u. Krieg Red Indien in Anbetracht der iiti die aeaenivkirtpic Zeit iin'ieis: wichtiae» Kranen, die r»r Bcsprechttua siede», aas renn zahlreichen Besuch. 0371 1 ) Damen itiillfummcii. Der Vorstand. Kaufmännischer Verein Wir machen hiermit unsere Mitglieder aui die |‘J414I> Pcrattstaltnuss des Biirgcrvercins welche heilte abend im paibichc» »aale itatliiudct, besonders anjnlerki.im und einviedle» den Bestich derselben. Die Poiiiäae lind ahne ZiveUel uon nrpBcr Beüeuiuna (ür tue Benrieltnn, der aeaeiiiväniacn Otetüiasistagel All jchiykii Allssüilt emvsehle in I». Qualität: Spinat. Feldsalat, Wiuter- ialal. Sropsiatat, Uaeotten. :l«cttid>, Weinkrant, Wir sing, Hrrvitriibr», »eni. Somuierrüben uiiv. Kein?. Hahn, Samenhandlung \enstn dt H Telephon 103 Detaillisten-Verein. Zu der am 27. August, abends 8V Uhr, im Saale des Knie Leib stall bildenden bat der Bürncruerein unsere Mitalieder eingeladeu. Wir bitten in Anbetracht der .n,v Beivrechuna kam- lnelideii tviänigeu ,tragen der Cinladnng Folge zu leiste,,. 0407 I ,. Der Vorstand. LssMspieltüs&ss Ituhn hof«tri:sse^l. 9422 a Keule I^onnerstas, den 27. An^nst vollständig neyesPrügramm - ......... ' Für Militärlieferungen 0338} kauf 311 "wir Hafer„etr r Er"ntB Roggsn Weizen Gerste zu höchsten Preisen. Bär & Wetterhahn GieSson Liebigstrassc 3 J □namüniixoxiamDOixojCäjB Cf □ Wir empfehlen die wir an die im Felde stehenden Soldaten durch befördern 0410a r Marktplatz = 9-10 = Bekanntmachung. Tic Befördern»«! >>icr aiigckonuncncr Verwundeter vom Dahn Hose nach den Lazaretten ist tvicdcrholt durch grosse, den Verkett sperrende Mcnschciiansainnilunheil aus dem Vahnhoföplahe und i, der Bahnhosstrafe empfindlich gestört worden. Da die Verbringung der Verwundeten in die Lazarette ras, geschehe» muss, die Verwundeten überdies mit Nüüstcht aus ihre, Zustand und die durch eine lange gleise cingclretcnc lrrmüdnn dringend der Ruhe bedürfen, bitte ich Ansammlnttgen, namentlich am Balinhofsplatz, ltttd vor den Lazaretten, zu vermeiden. Fch hvssc, das; cS hierzu für die Bürgcrschast nur diesec- >n weise» bcdars und polizeiliche und militärische Massnahmen uich notwendig werde». Ter Oberbürgermeister. Keller. 0417,1 Statt jeder besonderen Anzeige Oie Verlobung ihrer Tochter JOHANNA mit Herrn Lehrer KARL EBERLE, z. Zt. Kriegsfreiwilliger des Infant.-Regts. Nr. 116, zeigen ergebenst an Lehrer Nanz und Frau Margarete geb. Müller Steinbach, Kr. Gießen, Aug. 1914 JOHANNA NANZ KARL EBERLE Verlobte Steinbach und Gießen im August 1914 Landarbeit Das landwirtschaftliche Institut der Universita ist bereit, an Männer, die ans dem Lande bei der Feldbestellung Helfen wollen. Unterricht in der Land arbeit zu erteilen. Man bittet um persönliche Melduin im landwirtschaftlichen Institut, osmd tnckknbtrgstraßk 15, Vormittags. Bekanntmachung. Durch Einberufung zum Militärdienst bin ich auf unbestimmte Zeit verhindert, meine Advokatur aurzuüben. o«o Naab, Rechtsanwalt. Wir offeriert« W r billigstes Pserdesinier, 1037 ‘77,0 pro Zentner. (£iuiimictqrflsUcr)tcigmuuicn dcS evangelischen MaricnstistS z« Lich. Mittivoch, den 2 . September IN 14, vormittags 8 Uhr anjangend, soll das Grummet- gras von bcii dem Maricnstife Lich gehörige» etwa 60 Morgen Wiesen in de» Geinarkniigeii Lich, Ober- und Ricder-Besstngen an Ort lniö teile öffentlich und mcifibictcnb versteigert werden, er Anfang ist an der Stockbrückc. Die Ber- stcigcrnng in der Geinarkiliig Ober-Bessingen bc- ginilt »in 11 Uhr im Santenkor bei Abteilung Nr. I. Lich, den 26. August 1014. 04 i 3 L> Evailgclischcs Mariciistift. MülSerei. Vom I. September d. F. ab läßt die 6k mciubc Gioßen-Liiidcii auf der Baucrnmühlc gegen sofortige Bezahlung mahlen. Die Abgabe pro Doppelzentner beträgt für Mehl 1,80 Mk. und für Schrot 0,00 Mt. Oiroßen-Lindc», am 27. Anglist 1014. Großh. Bürgermeisterei Großcn-Lindcn. _ Leun. __ 9417 Achlmic! Achtung;! Berkausc Ttrcitaa von 3 Uhr an und Sainötag von Itbr an eilten 39aaaon (Siiiniarb, Salat*. Pscsscr und Srnsgurkcn zu itauiiend billige» Preisen, weil lebte Sendung. Berknus bestimmt ini vtarien des •v'oicl Fellen teil er. __ '«itfcn; _ ftrold». Für Militärliescrung taufe zu den höchsten Preisen .tzafcrlilIi'lll.iimrEriitl'. ebenso 1*375 Voggm und Weizen y ^iegmnnd Rosenlmnm Telcpbvn >16 Gicstcn Franks. Str. 29 Jede Pläiiansf aBf braucht eine Patantplhttmaschlne von der roraterWäschereMüasctiiJienfabrik Bumsch L Hammer 7500 St.imBetr}e'bp. Forst i.L. 163 Offorte kostenle: Teiepli.179. - B!ire2uWesl-Anlage4t Nc»t Surtofclt I a.Sr'eitcvnitcv Ware, v. ,it> Ate. 1.0» MN Säst, versende inner Aactmalmic ab tschzet Lndwig Erb Mailand - Persand * WcfdiS (schielt in der Wettern 7 c'.i'uhoa 'Jh. 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