Nr. M Zweites Blatt W. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die .Gießen« Lamilitadlätter" werden dem »Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das „KceisUatl ffir den «reis Sietzen" zweimal wöchentlich. Tie „randwirlschaftlichen Seft- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Oberhessen Dienstag. 25. August Rotationsdruck und Derlag der Brühl'schen UniverfitäiS - Bnch- und Slemdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- srraße 7. Expedition und Verlag: ey®61. Redaktion: ^8 8112. Tel.-AdruAnzcigcrGießen. Mahnungen und Ratschläge in ernster Zeit. Der earg er e V or fta n d des Bun des der LanL- mixte bittet uns um Ausnahme nachstehender Aussütz-- ^Lcht nur von uitseren militärischen Emruhtungen. sondern auch von der emheiinischen Landwrnichati erwart« das Deutsche Volt un gegenwärtigen Kriege den restlos zu führenden Betähi gungsnacktzmns. Kriegsbereitschaft und landn trtt'lda'lliche Produk- nonskraN haben manche Berührungspunkte. Die nur von um'erem herrlichen Leer und unserer krätrig aufstrebenden Flotte die Einsetzung aller Kräfte nicht nur in den Vorgefechten und ersten schlachten, sondern im ganzen Verlaut des uns ansgrdrunMnen Wajsenganges erwarten. !o verlangen wir von der deutschen Vieh- zackst, deren erfolgreiche Bemühungen zur stetigen Erhöhung unserer Viehstapcl gerade in jüngster Zeit wiederholt die verdiente Auerkennung gesunden haben, eine nicht nur diesen de Ähistrcngung Keine W i r l s ch as t s m aßn a d m e n sür den Augenblick, sondern weitschanende Bc- rechn-nn-g! In einzelneu ,Fällen mag die plötzliche Mobrlmochung mil der sür nur zu viele Betriebe emptindlüden Eiuztrhung der kriegs rüchttgeir 2hbeilt Iräftc in bestimmte, namentlich i» die unerwartet ihres Lesers deraubien Höie vorübergebend Niedergeschlagenheit getragen und in planlosem Verlaut schlachkunreisen Viehs — des Rindviehs mie der Schweine Ausdruck gesunden baden Würde »ich scdoch dir vorzeitige Abstoßung des Viehs mehren oder gar -zur Regel werden, so könnte das mil der Gesamtheit der Verbraucher auch die Masse der Viehzüchter später mir als schweren Rachteil buchen Ein vorübergehendes Ueberangebot an Schlack» vieh toüthe die Viehpreiie vielleich! zeitweilig um ein geringes Herabdrücken, ohne indes die üurchschiiilllichen Fl ci sch preise der Grvßstück« irgendwie ermäßigend zu beeinflussen, In einigen Wonätlm aber, wen» nicht schon in einigen Wochen würde sich der — durchaus gu vermeidende fetzige Verlaus zu leichter Deere iu Viebknappheil und Fleisckteueruiig rächen. Mehr denn ie ist in den gegen,oariiqen Wochen und im lammenden Winterhalbjahr aut die Sleligkeil unserer Fleischvrr sorgung der entscheidende Werl zu lcgni, und der Weg.zu diesem unerläßlichen .siel tüdrl nicht über eine vorzeitige Veräußern n g s ch l a ch I u n r e i i e n Viehs, sondern über eine zur völligen Schlachtreife durchgeiüdrte Mast. Wie sicki emr spätere künstliche Zurückhaltung zur Schlachtung bestimmten Vieh- zu Zwecken einer unnatürlichen Preissteigerung mit der landwirtschaftlichen Beruisehre und den rakerländischcn Interessen nicht vertragen.würde, so verbietet der Vorteil des Viehzüchters ebenso wie die schuldige Rücksicht au» die Verbraucher auch dos 1 «ocn iw und wahrlich unbesonnene Verkaufen schlachtunreiser Schweine oder des Rindviehs, besonders der zur Aufzucht geeignelen Kälber Ob in diesen kriegerischen Zecken m-nnensivertc Mengen vou Vieh und Fleisch vom neutralen Ausland eingeführl werden können, stelii noch dahin Am besten rechnen wir i eben falls mit der Wabrstdeinlichkcu, daß der inländische Fleiiäibcdart ausschließlich von der heimischen Viehzucht gedeckt werden muß Darum heißt es mil den vorhandenen Viehstapeln hauszuhallen und alles vi späterer Schlachtung bestimmte Vieh zum ivenigstrn aut das bisher übliche Schlachtgeivichl. numn irgend möglich aber noch darüber hinaus zu bringen Zuchtvieh wird bossenilich selbst in Reaniiitionsqebieten die gebotene Schonung eriahren. Die Gegen wart aud die nächste Ziikunst entscheide» über das ltzelingen des große» Nnris, wie im Winterkalbiadr 191115 die Fleischversor- gmrg des deutschen Volkes und damit zu einem großen Teile die Sftberdeft des Vaterlandes in der Hauptsache durch eigene Kraft », gewährleisten ist, und deshalb richten wir an alle Viehzüchter die zuständige Bitte, nicht planlos ungenügend gemästetes Vieh an den Markt zu bringen, sondern die Aus- znckck bis zur vollen Schlachtreife mit weitblickender Fürsorge durch infübretr 1 . Der Mangel an Zugvierden, der sich durch die Aushebung für das Militär in vielen Orlen sehr störend tür die Ernte und die Bestellung gellend macht, muß in erster Linie und sür den ersten Augenblick ausgeglichen werden durch die von uns empfohlene Nächstenliebe mch das Zusammengehörigkeitsgefühl, die es dahin biiugeii, daß der eine Landwirt dem anderen, ob groß oder klein, hilft. Zm meckeren Verfolg »iiiß natürlich daran gedacht werden, sobald als möglich die verminderten Zuqviehbestände wieder aufzufüllen. Dazu gehört die Anichafsung von Ochsen, deren Verinittlung bekanntlich die Biebzentrale Berlin übernimmt, ferner die Einstellung von Ersatzpserden. sür welche etwa vom Feinde erbeutete Pserde sehr willkommen sein dürften. Es verlautet, daß schon eine Anzahl goiakenpserde nach Deutschland bineingebrgchl worden ist Wir nehmen an und bossen, daß die Zivilbehörden eine Organisation herbeiiübren werden, die die Ueberrübrnng tiefer Pserde von der Armeebebörde zu den ihrer bedürftigen Landwirten ermöglicht und erleichtert. Natürlich kön neu diese Beutepterde, soweit sie vordanden sind, auch nur dann zu diet'eni Zweck verwendet werden, wenn sie nicht dos öe« selbst zur Wiederaussüllung ihrer Bestände droncht. Auch die Städte de Herbergen noch manche vilasterinüde Pferde, die aut dem Lande sich erholen und ihre Arbeit leisten können Wünsche um Beichas- sunq von Pserden nehmen wir sehr gern entgegen, um sie an geeigneter Stelle zur Berücknckrtigiing loeiterzuqeben und uns so auch in dieser Beziehung in den Dienst der Sache zu stellen Hierfür würd>- erforderlich sein Angabe der Zahl und Art der Pferde. Da nun die russischen Pserde durchschnittlich kleineren Schlages sind, wird es unter Umständen notwendig sein, a» Stelle eines starken und großen Pferdes zwei ,.Russen" zu nehme». Im Augenblick werden sich wobl kaum alle noch so berechtigten Dünsche erfüllen lassen. Sicher aber wird alles auigeboten werden, nm auck> aut diesem Gebiete die schwierige Lage der Landwirtschaft möglichst zu erleichtern. Die Rümpfe in Belgien. Der Berichterstatter des Wcu rar Rotterdamsche Courant schreibt aus Brüssel vom Ist August: morgen haben das belgische Hauvtauarticr und die detaischen Soldatem Loewcn verlassen, nachdem die Deutschen den Play gestürmt hatten Wie der Sturm ad- gelaufen ist. weiß ich noch nicht, denn ich habe nicht gewartet, bis die paar buickerr belgischen Soldaten aus chren Stellungen venrie- ben wurden Fch bin unmittelbar mit meinem Auto zurückgekehrt, als ich die vorletzten Barrikaden nehmen sah. um noch von Brüssel ein Telegramm auszugeben In der letzten Woche ist immer aut der Linie Dien gciochtrn worden Den Weckt dieser Gefechte zu beurreilen, ist nicht möglich, da rittsckadende itzeicchtr nicht darunter wäre» Große Karren, mit Pserden und Ochsen bespannt, ziehen an mir vorbei Am Gare du Rock, kommen die Leute an. um mit dem Zuge die Hauptstadt erreichen zu können. Inzwischen in ja auch Brüitel erobert.i Ueberau in den Dönern, die im Geiechtsielde liegen, sind die »auf« «schlossen und die Bewohner daoongetauien. Eine niederdrückende «ille herrfclst aut deir friedlichen Doristraßen und aut den Landwegen, Viel Vieh ist schon weggetrieben. Das belgische öaapt« Quant,er iSt _bnitr morgen nach Mcchelcu verlegt. Ich begegnete unterwegs Trupps von Flüchrigen mit Ochlenwageu, und als ein englisch« Kuiemaltograph, der sich zu mir gesellte, seinen Apparat au» sie richtete, begannen die armen Menschen laur zu jammern, weil sie dachten, der Apparat wäre ein Maschinengewehr In Löwen waren 800 Mann Militär Sie batten sich ausgestellt aus dem Leg Löwen-Tiencn, außerhalb der Stadt, und bei der Eisen dahnbrücke lagen 300, während die hölzerne Brücke schon gesprengt war. Aber alles war doch nur berechnet aus den Rückzug, nicht um die ganz ungeschützte Stadl zu verteidigen. Um 1 /,12 Uhr morgens reitet eine Patrouille Lanzenrefter aus, um den Feind sest- zustellen. Sofort begann das Knallen. Eine starke Abteilung war 500 Meter von den Unirigen Sofort kehrten die Lauzenieiter zurück, mit 6 Pferden ohne Reiter Dann begannen unsere Ma- ichtnengewehre mit ihren, Klack klack Einen Augenblick schwieg das deutsche Feuer, begann aber sofort nieder Dann kamen die Deut scheu auch von links und sühnen Feldgeschütze heran, worauf sich die belgische Artillerie sofort znrückzog. In einem Bericht aus Brüssel vom 20. August säht! der selbe Berichterstatter fort: Hiachdem ich dies geschrteben hatte, ist der Zustand schon wieder verändert. Die Hauptmacht der Bel girr ist aus Mechelen zurückgezogen. Hai ader aut deni Kege Mechelen - Löwen und Mechelen-Brüsstl größere Truppenmasscn zurückgc lchsen, um de» Feznd auszndalten, io daß man ruhigen Abzug nach Mechelen und eventuell nach Antwerpen hat Wir brachten zuerst die Nachricht der Besetzung von Löwen selbst nach Brüssel hinein, aber gleich daran» begann eine große llnrnhc sich zu entwickeln. Das belgische Leer war tatsächlich ohne Gefecht im Rückzuge Die Bürgcrwackt vcrsämmeiic sich sofort und wurde mit Zug herüber- gebracht nach Merlelen und Gent Eine Abteilung Karabiniers kommt über den Platz und iingl: Anx armes Euoyens Das ist also die französische Marseillaise!!, aber der Gesang wird wenig ausgenommen Selbst ein Auw, ivortn die Insassen au» ihren Lanzen deutsche Leime tragen, wird nicht beachtet: 14 Tage vorder würde das ein donnernder Jubel gegeben haben Nun ist alles still Wir sitzen jetzt, 15 Iwlländrsche und englische Kriegsberichterstatter beieinander Was tun? Wenn die Deutschen hcreinrücken, werden sosort die Drähte ^geschnitten. Wo er- beißt: Jetzt alles aut die Post bringe» Es ist ein gehr bedenkliches Zeichen, daß Donvhoe nud Dillon, die beiden erfahrenen KrlegSkorresp>>ndentei, des Dailh Ehroniele und des Daily Telegraph den letzten Zug nach Ostende genommen haben. Es kommt schon eü, Ausrui des Bürgermeisters, sich ruhig zu verhalten, wenn'die Deutschen nach Brüffel kommen: nicht zu schießen, aber auch keinen überflüssigen Dienst zu erweisen, dir schädlich sür das eigene Leer sind. Das zeigt also, daß die D e u t'- s ch e n kommen, sonst würde.man der Bevölkerung nicht die Todesangst einiagen. Karren mit Flüchtlingen, daraus der ganze Hausrat, und Lctn'emvagen kommen noch immer in Brüssel lnnein, von Löwen her. Aber schon beginnen einzelne Karren Brüssel Mt der anderen Sette zu verlassen Wir halte» .Kriegsrat, vier Engländer und drei Niederländer. Wir beschlließen, mit dem Auw nach Gent zu fahren, um von da aus die Neuigkeiten nach England und den Niederlanden zn geben Ani Gare du Nord kommt älles, was Soldat ist, zusammen und strömt n, chic Züge. Die belgischen Flaggen werden ichon bereingehoü durch überängstuchc Menschen, während die Wassenhändler ihre Schild« heruiueruehme» oder sie mit Farbe überdecken. Aus dem Boulevard Anspach ist es ein Traben und Lausen, als wenn die Brüsseler wahnsinnig geworden seien Bei den Barrikaden macht die Bürgergarde iwch Wacht In den letzten Tagen batte sie große Arbeit, um ihre Stadt mft Stachel draht und Lauigräben zu umgeben: die Straßenbahnwagen stehen gurr au» den Straßen Nun heißt die Losung: Brüssel n, ch t verteidigen. Schon brüllt der Kanonendonner von Löwen herüber Ein Mitarbeiter des holländischen Mattes „De Dele- graaf" schildert, wie er mit Tatrseitden veräu-gsbeter Brüsseler aus der belgischen LMtptstadt beim Anrücken der Deutschen gewichen ist. und sagt da u, a : Ter Auscntbalt in Gent verdroß mich nicht, denn da gab cs viel zn hören. Daß die Deutschen in Brüssel einzogen, wollte man nicht glauben. Ader jeder Fküchtling ans Brüssel brachte eine neue Bestätigung der Tatsache. Alsbald verkehrte sich der Unglaube tu Bestürzung und Entrüstung: Bestürzung über die nicht vernnitetr Macht der „Preußen". Entrüstung über die Regierung, die mit ihren optimistischen Berichten das Publikum irregeleitet hatte. .Warum, so ftagw man, hat man die Brüsseler nicht früher aut die Möglichkeit eines Einfalls in ihre Stadt vorberettctDie Regiecung selbst tvar doch zeittg genug nach Antwerpen enttvichen! Warum die Komödie mft den Laufgräben und Barrrkaden? Und wo waren denn die Bundesgenossen? Blieben dem» die Franzosen in der Nahe der eigenen Grenze? Und wo saßen die Engläiwer? Waren sie denn überhaiwl da? Wen» ?a, warum ließen sie das belgische Beer, dem sie doch zu Lilie kommen sollten, im Norden hllsbos liegen gegen die Uebermach, der Deutsckzen? Sollten die Deutschen nun Antwerpen haben wollen? Nein, Brügge meftttr ein anderer. Um dort die Kriegsgetangenen zu erlösen. Aur tem Reiche. Stuttgart. 24, Aua. Aus Anregung des Staats- nrinisters für Kirchen- und Schulwesen hat sich bei Ausbruch des Krieges der erste Vorsitzende der Württem- bergischcn Organisation von Iunqdeutsch- lan d an den sozialdemokratischen Leiter der früheren ireren Jugendorganisation Stuttgarts mit dem Vorschlag geivendet, di« seither in dieser Organisation zusammengeschlossene Jugend möge sich gemeinsam mit den Mitgliedern der übrigen Iugendvere,ntz- gungen, wenn auch in durchaus freier Form, an den Hilfs- ardeilen beteilrgen, dre der deutschen Jugend in der jetzigen großen und schweren Zeit zngesallen seien. Dieser Vorschlag, mit dem ein an die Arbeiteriugend gerichteter Ausruf der „Schwäbischen Tagwacht" zur Mitarbeit zeitlich Miammen- ftel, Iwt, wie der Württembergischc „Staarsanzeiger" schreibt, erfreulicherweise eine freundliche Ausnahme gesunden und zu der Zusage von sozialdemokratischer seit« geführt, der im Brenzhous eingerichteten Vermittlungsstelle für Hilfsdienste nacki Mogluhkeit Kräfte aus der freien Jugendbewegung zuzuweijen. Au» StaSt und (an( Gießen, 25. August 1914, Die rcichsgesetzliche Arbeil«rvteldeS ßür che Äiigehörtgen wähnend der Krankenhauspstegib LanSgeld »Lr ledige wachend der ztrankenchneSbehaichlimg. ärmliche ?Ky>iiMinng für Fvan und Kinder, Sterbegeld tür fwu, und Kinder ujm. C uunna, während bei Kriegszeit in Wegsall, sofern nicht aus Antrag deS DoniondeS der Kmnkcnkaste min Verjichcruugsaiin verßügc wird, daß einzelne oder alle Mehrleistungen »veftcr geioährt iveröen. Eine weitere Destimnrnng des oben erwächuen ^intgesttzrÄ besagt außerdem, daß die Voisthriften der RrichSversnher»,i>rsordwmg über die hansgewerblichc Ktankeiwerstäiermtg außer Kruft grsttzl werden. Wetter bestnnml 8 3 des Gejetzes bettejfend Erhal tiriog von Änwa rt f cha ftenaus der K t an ken »erfi cherrrug vom 4 August 1914 u. a., daß freiwillig Versicherte, die zu den Kasten einberufen sind, innerhalb 6 Wochen naä» ich«- Rückkech wieder i„ che Kranlenbastc «mtreten könne», wenn inzwischen ihre Mitgliedschast eibotcheu ist. Bezüglich der II n salla»e r s i che ru »g sind anS Anlaß deS Krieges besondere gesetzliche Bestimmungen nicch erlassen ivorden, docl, bat eine gtützere Anzahl BerusSgeiiosseuschaften aus stkund- ickreichn des Reichsversicherungsamts chu beschlossen, der der Lerub- setzung und Emziehnng von Renten usw, möglichst Milde walten zu lassen Tie Auszahlung der Umäll-, Iirvaliden imd.vuitterblirdeuen- rentcn erfährt durch den Kriegsausbruch keine llnterbrrrchmg: ebenso stebi auch chr Durchsüchnug ivn Leilversachen naä» "Beendigung der Mobllmciävoig nichts nrech im Wege. lieber che Invaliden - und Lintcrblrebe-nenVersickerung chr zu den Waisen Einchrusciren, soweil sie sefther in verftchernngSpslichtiger Beschäftzguivt waren, brauchen sich che Angehörigen keine Sorgen zu mache», da die Antvartschaßt Verszcherungspslichtiger während der Kriegs» zeitochncweileres-e-rb alten bleibt. Si-SC. » " Bü ch er für Berwu irhete spendete» weiter: Sja(bat5y bäickier Frees. Professor Watziuger, Geh Losiat Lausen, Geb. Kirchenral Baldensvergrr, Prof. Kalbfleisch, Ged Losrat Laupt. «toä. W. Meyer, F^>rikant Kkingspor, Herr K GeilsuS. Herr Th. iGestfns, Herr Fr. Decker, Herr und Frl, Lölzel, Prof, Bellt, Herr Göttich, Frau Kwe Fricbel. Frl, Loldcrg. Pros. Lrrth, Kans- mann K. Lamm. Lehrer V. Müller, Geh. Lofrat Netto. Herr Ad, Klein, Herr Faß, Herr Wrrch, Pros, Garten, Herr Baumann. Herr Lohr, Herr Lehrer Levi, Frl I Tipvel. Frl, Günther, Qher- aftuar Mann, Frl, Fetchner, Geh. Hoirat Pasch, Domänenrata. D. Nick, Iran H, Spanier. Frl, Gutt'leisch. Frl. E. Manger, Luus- mann E. Krumm. Herr H. Kirchner, Maller Scheel. Metzger- meister Fr. Schreiner, Lehr« Gerlach, Ingeuirur R. Wagenschein, Pros. Bogt, Geh, Lofrat Behrens, Verlagsbuchhöndk« Roth. Herr Fr. Gans, Frau W«r Peumeier, Maternieistrr Groß. Frl. L. Friedrich. Friseur "ÜSfeier, Psarr« Bechtolsdeim«, G. Bechvold- beimer, PosSärellor Schäs«, Herr König, FricddosSaujsechr Sier, Bildhan« Kalbsteisch, Kanfmaim Fr. Deck«, Zahnarzt Schioalm, Prot, Popvcrl, Geh. Medizinatrat Gcppert. Geh. Banrai SchU- ling, Tr Pfttzn«, Frau M Struck, H«r San«, Frl, Zimm«- maim, Stadtbaumeist« Gerbel, Frau Haf«korn, »niversttätSsckre- tär Erle, H«r Fr, Nowak, H«r W. Hahn, Generalagent M, Wolf, Musikolienhändl« Ehalli«, Direktion d« Höh«en Mädchenschule, die Stachmission, E. Reiuewald, Frl. stteinewald. Fra» Arckütekt Stein, H«r Kräm«, Frau Fleischnlan», Kaufmann S, Falk, Pros. Scbian, Pros. Koeppe, Prof. Opitz, Avothrk« Prüm«, FrouBerg«, Geh Kirchenral Eck, Prokurist W Zand«, Frl. P aletta , Postsekretär Sehrt, Frau Direktor Reuß, Frl. San«, Herr R. Lange, Frau Dr. Moch, Frl. M. W«theim, H«r A. Bender. Fra» Pros. Wöll, Frau H Oncken, Prof Mittermai«, He« R. Poschmonn, Prokurist K. Köhhr. daS Sänglinqsheim, Frön Dr. Mues, He« D Lftrck«, Fron llhrmach« Svies, H«r Gutiahr, Ob«lehr« Dr. Ruht«, ^tachhaittechirik« Altvat«, ,h«r W Rudolph, ÄUnsmann 8. Draebinq — Um toeäae sehr baldige Spenden wird gebeten. Abzngeben tu d« Universität zwischen ll und 1 Uhr. — Der Kurs über Kriegs-Ea»itätswesen beginn« beute Dienstag abend 8'/, Uhr in der Kstnck, Frankfurter Straße 94. Als Vortragende End hinzugetrelen: I. Leuwant der Reserve V o I s i n s : Befchafsenheit und Wirkungsbereich der moderne« Geschosse lDienStaq): 2. Landgerichts rat R. Wiener: Aufgaben »ad Organstalion des Roten Kreuzes (Freitags. •* Ei n Brerundsechzigjährtger als Freiwilliger. D« pensionierte Sekretär im Reichsversicherunqsamt Berlin -Adalbert Piotrowski, 63 X Jahre all, der 1069 Soldat geworden, nach dem Feldzuge oou 1870/71 dem hiesigen Regimen! angehörte, hat sich treiwilliq dem Regiment zur Beriügung gestellt und tut als Feldwebel-Leutnant Dienst in deinselben. " Krieg-sHilfe der Beamtin» err d-«r Resrhs- Post- und Deleqraphenvcr wa l tun «. Unter dem Vorsitz der Fron Mlkcm, der Gattin des Ober -PiMärek- torS. hccken sich auch die Post- und Te!eeamtiniren des Bezirks Darmstadt zu einer „Kriegshllse" ocreiniUt und sich zur Anjgcche gestellt, die im Felde stehenden Streiter und die in Lazaretten anscpmammenen tlranken und Verwundeten mrt sestbstgetertiqten Wäschestücken zn versehen und den durch den Krieg des Ernährers berankten Familien, insbesondere den zur Fahne einberusenen oder bei der Feldpost tätigen Beamten und Unterbeamren siiwie den Telegraphenarbertern, werktätige Fürsorge zirznwcndor. Die Fertigung der Wäschesnicke erfolgt im Pottgrdände der Obcr-Postdrrektion ru her Rheinstras-.e. wo auch ibb er a lle Fragen in der Famikensftrsorge Auskunft erteilt werden wird. In Bad-Nracherm, Brnsbeim, Bingen Gkhein), Friei>- berg Wessen!, Gießen, Main;, Ossrnbach 'Main i und Worms werden Zweigstellen zn csteichcm Zweck eingerichtet werden, die die HllPttätigreit snr die Beamtinnen in allen Teilen de? Großhetytzogrums vermi.'teln werden Ter .Hauptausschutz der Seisttrog „Töchterhort" hat der „KriegsHilfe-' bereits ll>000 Mk. zur Berniggrng gestellt und wird eine weitere Sammlung unter sämtsichen Post- und Tcl-egraphenbeani- ten sür die Krt«KhMe «rarchchlten. Hessen-Nassau, r. Rodheim a. d. Bieber, 83. Aug. Unsere Frone» und Juvgirauen hoben unter der unermüdlichen Leitung der Frei,» Fron Major v. Feilsch eine eisrige Tätigkeit entsoltet. Ltlhvöcbent- tich verioninieln sic sich flinlmal nur S Uhr abends zu»> Stricke» von Äirünivie» iür »niete Söhne und Brüder im Felde — Strümv!« sind wohl znsördersl am nöligslen — in unserem Gemeindehaus. k>. Frankfurt a. M., 24. Aug. Auf Anordnung des Generalkommandos des 18. Armeekorps ivurde bei dem Wildelm Schultheis, Guilemhos, das gesamte Kariös f c l l a g e r b e s ch l a q n a h m l und versiegelt, weil er Wucherpreise für die Kartoffeln verlangt hat. Schultheis fe>r- derke für den Zentner Kartoffeln im Kroßverkguf 6,50 Ml. Der Vorstand der Vereinigung Frankfurter Fruchtmarkl hat den Preis für de» Zentner im Großen auf 1 bis 4,50 Mk., im Einzelverkaui mit 5' , 6 Psg. das Pfund als ausreichend erachtet, zumal in diesem Jahre eine reichliche Kartoffel^ ernte zu erwarten ist. lt Fronkinrt n. Al, 21. A»g. Viele ülroümüble» hoben ticicr Tage ihren Kunden -in Oinndschreiben übermittelt, woiinch sie n!> odgejailoiietie» Lieicrungsvecträge über Mühleiisavrikaie und 0)e:>e>dc iniol e des Krigsnnsbrnches als ousgehobeu l' clrnchte n. Wege» dicic Anffassimg der Großhändler ivendet ftrii dos fflcncriitfommn»6o des 13. Armeekorps mit solgen-c.: un- zwcldenttgen Sätze»: .Durch de» Krieg iverdc» Vertrag, »ichl hmtäUig, insbesondere sind LieielnngSverträg« über Mehl, t'c- irside itstv. o» sich nicht nusgehoben. Im Weigernngsialle bclchlog- »ohint doS Kvninianüo die Vorräte, erzwingt Nie den Händler die veriraaSinäbige Lieterluig tnid Ichlient gegebenenfolls für dich dos vleschäit ab." Tos ist herzersrischend deutlich. GcrictftKiaai- h. Gedern, 23. Aug. Wegen Hehlerei verurteilte die Frankfurter Straikainmcr den Kaufmann Elustav Blum ent hat von lner zu acht Monaten Gefängnis. Er hatte von dem Hanblungs- gehilfen Grüncbaum Waren, die dieser von der Frankfurter sblciderstofsl.andlung L. Beuer gestohlen hatte, für sein Gederner Geschäft auf dem Wege der Hehlerei gekauft. Grünebauin, der sein Geschäsi im Lause der letzten zwei Fahre um Waren im Werte von mehr als 10 000 Mark bestohlen hatte, wurde zu zwei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Univerjitäts-Nachrichte». h. Fra n kf u r t a. M., 23. Aug. Der Kaiser hat am 1. Aug., diesem für Deutschlands Geschichte ewig denkwürdigen Tage, die Statuten der Universität Frankfurt durch Untcrichrift vollzogen und bestätigt. Die Vorlesungen nehmen nunmehr an der Universität mit dem Beginn des Winterhalbjahrs ihren An fang. Durch Erlaß vom 18. August hat der .Kultusminister dl" derzeitigen Nekwr der 'Akademie, Professor Dr. W a ch s nt u t h, zum ersten Rektor der Universität ernannt. Oberbürgermeister a. D. Dr. A d i ck c s wurde als erster Vorsitzender des Kuratoriums der Universität bestäsigt, zu seinem Stellvertreter bcitellte man Oberbürgermeister Boigt und Tr. Wilhelm Mellon, sämtlich in Frankfurt. vermischte». * Gegen d i e A » t in i c r k» e i v e n. Ter Berliner^^Polizeipräsident hat angeordnet, bah ans deiiZogenamtten Anintier» kncipen innerhalb viernndzwanzig Standen alle Kellnerinnen »nd Büfseltmamsclls z» entlassen sind. Dieser Erlaß ivurde den Inhaber» nnd Inhaberinnen der in Frage kommenden wittschaslen durch Kriminalbeamte oder uniformierte Schutzleute bckaimtgegcben. Es wurde ihnen zugleich eröffnet, dag eine Nichl- beachiung bei Verordnung eine solortige Schließung des Lokals znr Folge haben würde. Nicht unter die polizeiliche Verordnung sollen die in den großen, vom bürgerliche» Pnbliknnt bevorzugten Speise- lokalen und Eatss augestelllen iveiblicheu Bediensteten und Büffelt- damen, von bene» es in Berlin etwa 2500 gibt. _ Märkte. le. Fraukturt «.M. Vieh h o! Marktbericht vom 2s Aug. Austrieb: Rinder 1470, Ochsen 395, Bulle» 94, Kühe und Färsen 931, Kälber 337, Schale 194, Schweine 2243. Tendenz: Rinder ruhig, Kleinvieh und Schiveine gedrückt: in allem Uebersland. Breis für 190 PW. Lebend- Schlachi- gewicht O ch i e n. Mk. Pfg. Poflflellchige, cmsgemästete, höchsten Schlachl- tveries, 4—7 Jahre all........ 54 —62 100—110 die »och nickt gezogen haben („ngejochte) . . 48—58 87—95 Junge slciichige, nicht auSgemästeie uno ältere oilSgentästete . -........... 43—47 79 -87 Bulle». Voll fleischige, anrgeivachiene. höchsten Schlachtw. 47 -51 73 - 85 Pollfleischige, jüngere.......... 42—46 72-80 Färsen. K ii h c. Pollflcischiae auSgem. Färsen. Höcht. Schlachtw. 46—50 83—90 Vollsiciichigc ansacmäsleteKühehöchilenSchlach- wertes bis zu 7 Jahren........ 43—43 80—85 wenig gut entwickelte Färieii.......37—41 71—79 allere auSaemästete Kühe........ 35—89 65-72 Pläßig genährte Kühe »nd Färj-n..... 30—34 60- 68 t>!ertng genährte Kühe »nd Färsen .... 24—28 55—65 Kälber. Mittlere Malt- und best: Sailfk.ilor:. . . . 40-46 68-78 Geringe» Must- und gm: Sanzkili:: . . 35 -40 51-63 Scho- \ Siallinaktschr: Masllämmsr uno jünger: Mastirmnek 12—13 92 94 Schwei n Pollflelschlq? Schwein: von35 — 111 :» Lebendgewicht........ 47.01—50.01 61.50—64 1 ) kollflcischig: ochiv-in: unter 3) st; Lebendgewicht........ 46 01—48.00 59.10- 61 » Pollfleischige Schweine von 100 —tdl c; Lebendgewicht........ 48.00—51.0) 61.00 — 82 II Pollflcijchige Schwein: von 121 — 15):; Lebendgewicht . ....... 480)-50.11 60 11—62 01 fc. Frankfurt a. 9)1., 24. Ang (Orig.-Telegr. de; ,Giel. 2lnz."i Amtliche Noliernngen der hentigen FrncliimarkipreH Weizen (Hiesigerl Alk. 21.50—25 00, Knrhesüscher Alk. 21.50-25 01, Welterancr Alk. 00.00-01,00, Roggen (hiesiger) Mk. 21 50 22 00, Gerste iWetterancrl Mk. 20.00 - 21.50, Gerste. Franke», Biälzer, Riel A!k. 00 . 00 —00,00, Haler Mk. 22.00-23.00, Mais Alk. 00.00 - 00.0 ', Weizenmehl l> Alk. 00.00—00.00, Weizenmehl I Mk. 00.00 —00.00, Weizenmehl III Mk. 00.00 - 00 0), Rogqenmehl 0 Alk. 00.00—00.00, Roggcnmchl 0 l Alk. 00.00—00.00, Roggenmchl I Alk. 00.00 —00.00, Weizenkkeie Alk. 0.00-0.00, Wcizenschalen Alk. 0.00 —0,00, Roggen- llcie Alk. 00.0.1-00.00, Mat,kenne Alk. 00.01—00.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Futiergerile Alk. 00 00 - 00.00. Alles per 100 kg ab hier. le. Fraiiksnrt a. 911., 24. Ang. (Oriq.-Telegr. des .Gießcnec Anzeigers"-) K a r t o i i e l in a r k l. Alnn notierte: Kartoffeln in 'Waggons Alk. 7,00-8,00, im Kleinhandel Mk. 10,00—12,00 für je 100 FC. Wiesbaden. Viehho'-Marktbericht vom 24. August, Austrieb: Rinder 2 ," (Ochien 42, Bullen 6b, Kühe und Färsen lÜ3-, Kälber Schale 82, Schweine 7i». Markivcrlaus: Alittlcies Geschält, Großvieh geringer Heber, [innb, Schiveine und Kälber ansverkaust. Prelle!ür IVOPid Lebend- Schlacht- Ochs-n. gewich! Pollfleilchlge, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Jahren .... 47—52 89—98 T ie noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . 46—50 87—94 Jung«, fleischige, nicht auSgemästeie uad altere «nrgemästae . 7. . ........<2-46 79-87 Bul k r n. vollfletlchig«, nuJflero, höchsten Schlacht». • • Vollfleischige, jüngere.......... Färsen K >1 h e. Vollfleischtqe ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerl»;..... ...... Vollfleffchige ausgemästet: Kühe höchsten Schlachtwerter bis zu 7 Jahren..... Wenig gut entwickelte Färsen...... Aeltere auSgemästeie Kühe....... Kälber. Mittlere Mast- und belle Saugkälber .... Geringere Atast- und gut« Saugkalb«« . - > Gering« Saugkälber.......... £ cf> ai:. Weidemastscha'« • Mastlämmer und MasthammA.... 45,50 Schweine Vollfleischtge Schweine von 80—100 k? Lebeno- pcioicbt.............. Vollsleischige Schweine unter 80 lc? Lebendgewicht Vollfleischige Schwein: von 100—120 k; Ledrnl- gewicht.............. 40—45 37—40 45-51 37—44 40—4 4 34-36 57—60 53-56 48-51 -03.0 0 4834 53 4734-48 49V. 51 70—76 66— 70 85- 94 70-80 77—34 64-69 95-100 86- 94 81-86 94—00 62 6t 61 62 62 - 61 Dollfleisaiige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .............. 48 00 60 - 00 Fctischweiiie über 150 kor Lebendgewicht . . 43-1 > 54-36 — Hcrborn, 22 '.'Inn. 21nf dem heute abgehaltenc» 9. bies- sährirei: Al n rkle waren aillgelrieden rg Stück Rindvieh und 157 Schweine. ES wurden bezahlt !ür Fellvieh lind zwar Ochsen l. Onalität 00—<■ • 2. Qnalilät 88 — 90 Alark, Kühe und R'iiber 1. Qualität 8 »8 Mk., o. Qualität 80—83 Alark iür 50 Kilo Schlachtgewicht An! den, Schweinemarkt kosteten Ferkel 35—30 Alk., Länier 66 -“0 Alk. und Einlegschweine 90—120 Alk. das Paar. Ter nächste Markt findet am 1. Oktober 1914 statt. Die Allgäuer Milch von kcrngciunbcu Gebirgskübc» ist duräi ihre hervorragende Qualität berühmt. Diese Milch ist es, welche bei der Fabrikation von Nestle S Ktndermebl an Ort »nd Stelle verarbeitet wird. Herrscht Mttcbknnvvbeit. so wird man also gut tun, dieses stark mtichhalilge Bravarat sür Säuglinge und als SlärknngSiiilltes für Kranke, welche eine Milchdiät durchwachen niüffen, zur Anwendung zu bringen. Probedosc und illustrierte Broschüre erhält jedermann gratis und «ranko durch Nestlc'S Ktndermehl G. m. b. H., Berlin IV. 57, Bülowstraßc 58. 18ö0ss Amtlicher Teil. Velanntmach' 2g belreiienö die Abtretung und Pfändung der Forderungen an die Oriegskasse aus der Ueberlassung von Pferden, Fahrzeugen und Geschirren. Vom 12. August 1914. Ter Bundesrat hat auf Grund des 8 13 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichs-Gesctzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen: 8 1. Ist über eine Forderung, die einem Pserdebesitzer für die Ueberlassung eines Pferdes an die Militärbehörde gegen die Kriegskasse zustcht, (§g 25, 26 des Gesetzes über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873, Reichs-Gesetzbl. S. 129) eine Urkunde (sog. Anerkenntnis) ausgestellt, so ist zur Uebertragung der Forderung außer dem Abtretungsverträge die Uebergabc der Urkunde erforderlich. Zur Pfändung einer Forderung der tm Abs. 1 »-zeichneten Art ist außer dem Psändungsbeschlusse die Uebergabe der Urkunde an den Gläubiger cn'orkerlich. W-ird die Uebergabe im Wege der Zwangsvollstreckung erwirkt, so gilt sie als erfolgt, wenn der Gerichtsvollzieher die Urkunde zum Zwecke der Ablieferung an den Gläubiger wegnimmt. Wird der Pfändungsbeschluß vor der Uebergabe der Urkunde dem Drittschuldner zugestellt, so gilt dsi: Pfändung diesem gegenüber mit der Zustellung als bewirkt. Das Gleiche gilt für Forderungen, die sür die Ueberlassung von Fahrzeugen oder Geschirren an die Militärbehörde entstanden sind und über die eine Urkunde ausgestellt ist. 8 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Berlin, den 12. August 1914. Der Stellvertreter des Reichskanzlers, gez. Delbrück. Bekanntmachung. In Folge zahlreicher Anfragen über Verspätungen von Postsendungen an Angehörige des mobilen Heeres wird folgendes bekanntgegieben: Die Regelung de: Zuführung der Fcldpostfendungen an die mobilen Truppen ist an und für sich ungemein schwierig. Die Post- verwaltnng kann mit der Versendung von den PostsammelsteNen aus, wohin die Sendungen von den Ausgabevostanstolten geleitet werden, erst beginneit, n>ar: sic von der Militärverwalchötg die erforderlichen Unterlagen itber die Aufftcllung und Gliederung des Feldheeres erhalten und für ihre Zwecke verarbeitet hat. Wenn diese Arbeiten unter günstigen Verhältnissen schon einen erheblichen Zeitaufwand beanspruchen, so war es beim Beginn des gegenwärtigen Krieges infolge der ganz besonders gearteten Verhältnisse, die fongc'etzt zahlreiä'- nnd umfassend.' Aenderungen ersorderten, damit ausnalMswcisc ungünstig bestellt. Trotz der angestrengtesten und hingebendsten Arbeit aller beteiligten Stellen konnte mit der Versendung s-x Fesdpostsendnngcn von den Sammel- stcUcn tnc allgemeinen nicht vor dem 14. August begonnen werden. Je nach der Entfernung der Sammcistellen vom Kriegsschauplatz erfordert allein die Besörderung bis zur EtapPenskraße bet dem Fehlen schneller Zugverbiirdungen auf den mit Militärzügen überlasteten Bahnstrecken bis zu vier Tagen Zeit. Auch für die Zusührung bis zu der für den Truppenteil zitständigen Feldpostansrolt bestehen im gegenwärtigen Feldzug auße.gcwkhnlich große Schwierigkeiten, da einerseits die Heeresleitung die strengste Gcheimlialtung der Marschguarticre fordern muß, anderseits die Truppen ihre Quartiere ständig wechseln nnd bei den angestrengten Märsck-cn nicht immer Zeit finden, die Sendmtgen bei den Feld- poslanstalten in Empfang zu nehmen. Die Selrwierigkeiten werden nunmehr hoffentlich zum größten Teil behoben fein, und es ist anzunebmen, daß die Tnippcn inzwischen einen großen Teil der an sie abgcsandtcn Rachrickften crl>alten haben. Störungen werden aber auch in Zukiinst nicht ganz ansbleibcn, da die Kriegslage häufig unvorbergeseliene Aenderungen in der Zuteilung der Truppenteile erfordert Jede solche Aendenmg kami zur Folge hrben, daß Feldpostsendungen nach längerer Besörderungszeit den Truppenteil in seiner ursprünglichen Gliederung nicht mehr antressen, und aus zeitraubende» Umwegen weiter gesandt werden müssen. Das sind Sckiattenseiten, die unvermeidlich mit iedcm Kriege verbunden sind. Tie Postverwaltung ist sich der Wichtigkeit eines geregelten Rachrichfettverkehrs zwischen Heer und Heimat durchaus bewußt und bietet ihrerseits alles fl»?, dieses Ziel zu erreichen. Berlin W. G6, den 22. August 1914. Der Stflo'-sekeetär des Reichs-Postamts. _ Kractke. _ Aufri's, Um ote ncnxtUiije noch zur Berfülgimg stehende Volks- kvaft fiir die Landesverteidigung nutzbar zu inachen. werden in nächster Zeit Neuaussteluingen von Truppen auch beim 48. Armeekorps stattfinden. Dank d'.'m sehr großen Andrange von Freiwilligen sind Mailufchaften hierfür in reichlicher :^ahl vorhanden. Es ist aber erwünscht, immer noch mehr Offiziere und Unteroffiziere zur Ausbildung dieser jungen Mann- sckjaft heranzuziehen. Alle Offiszierc und Unteroffiziere des Ruhestandes, welche sich daKi für fähig hatten, insbesondere solche dje sich noch körperlichen Lknstrenggmgen gewachsen fühlen, werden deshalb aufgefordert, sich sofort zum frer- willrgen Wiedereintritt beim Beztrkskommando ihres Wohnortes zu melden. Frankfurt a. M., den 23. August 1914 Stellvertretendes Generalkoinniando >8. Armeekorps. Bekanntmachung. Betr.: Zahlung der Entschädigungsgcldcr sür ausgehobene Pferde usw. ^ r t , Wir bringen zur Kenntnis der Beteiltgten, daß die Geueral- kriegskasfe zu Berlin veranlaßt hat, daß. sofern die zum Empfang des Geldes berechtigten Personen bereits im Felde stehen, die Zahlung an legitimierte Anverwandte nach Prüfung des einzelnen Falles auf eigene Verantwortung der bctresienden Kasse geschehen kann In allen Fällen ist jedoch die Quittung oder eme Vollmacht der Berechtigten oder ihrer gesetzlichen Erben nachzubringen. Gießen, den 25. August 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _ . pr.ujin a er. _ Bekanntmachung. Maschinen und Hüttenarbeiter, welche bereit sind, in den Dienst der technischen Institute der Artillerie zu treten, werden crsuait, sim umgetzeno beim Großh. Bezirkskommando Gießen unter Vorlage ihrer Militö" und sonstigen Papiere schriftlich oder mündlich zu melden. Gießen, den 24. August 1914. Großherzoaliches Kreisamt Gießen. _ Dr. IIsinger. _ Nachstehende Bekanntmachung wirb hiermit veiösientlicht. Der Oberbürgermeister und die Großd. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises werden gngewicien, ortsübliche Bekanntmachung zu veranlassen. Gießen, den 22. August 1914. Großherzogliches KreiSamt Gießen. I. V.: W e l ck c r. Bekanntmachung. Betr.: Landsturm-Konirollversammlungen im Landwehrbezirk Gießen. Es haben ohne weiteren Beseh'. zu erscheinen: sämtliche Untervssiziere und Mannschaften, die dem Land-' sturm II. Aufgebots angehörcu: Ixu, sind alle diejenigen, die mrli- täriich ausgebildei sind und im Kalenderjahr 1914 das 39. Lebensjahr überschritten babcn oder noch überschreiten, svwie ältere Mannschaften, soweit sic das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: ferner diejenigen, die vor erreichtem Militürvstichtalter eingetrcken sind und 19 Jahre dem Heere angehört haben, auch wenn sie noch nicht 39 Jahre alt sind. Befreit sind: Eisenbahn- und Postbeamte, über die eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung dem Bezirkskommando einge- rcicht ist.. B c z i r k d e s H a u p t m e l d e a in t S G i c 6 c n am 26. August >914, vormiltagz 8 Uhr, auf dem Hofe der Zeughaus-i käse r ne am Landgraf-Philipp-Platz in Gießen: für die Bewohner der Stadt Gießen, Jahresklassen 1890, 1891, 1892 und ältere, deren Angehörige das 45. Lebensjahr noch nicht überschritten haben; jm 2 7. August 1914, vormittags 8 Uhr: Jahres- klassen 1893, 1894, 1895 und Angehörige jüngerer Jahrcsklassen, die älter als 39 Jahre sind: am 28. August 1914, vormittags 8 U hr, für die Belvvhncr folgender Gemeinden: Albach, Allendvrf a. Lahn, Allen- darf -. Lumda, Allertshausen, Alten-Buscck, Annerod, Bellersheim» Beltershain, Bersrod, Bettenhausen, Beuern, Birklar. Burkhardsfelden, Climbach, Daubrinqen, Dorfgill, Ebcrstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Geilshausen. Göbelnrod, Grvßen- Buseck, Großon-Linden, Grünbcrg, Grüningcn, Harbach, Hattenrod, Hausen, Heucheldeim, Holzheim, Hungen, einschließlich der dazu gehörenden Mühlen, Höfe usw.: am 29. August 1914, vormittags 8 Uhr, für die Bewohner folgender Gemeinden: Inheiden, Kesiclbacki, Klcin-Lw- dcn, Langd, Lang-Göns, Langsdorf. Lauter, Leihgestern, Lich mit Hof Albach, Colnhauien und Mühliachscn, Lindenstrulh. Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Münster. Mm'chcnheim mit Hvs-Güll,. Nieder-Bcssingen. Nonnenrvth, Obbornhofen. Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Odcnhauscn mit Appenborn, Oppenrod, Queckborn, Rabertshausen mit Ringelshausen, RcinhardSliatn. Reiskirchcn, Rodheim mit Hof-Graß, Rödgen, Röthges, Rüddingshausen, Ruttershausen mit Kirchberg, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Staufenberg mit Friedclhausen, Steinbach, Sieinheim, Stockhausen, Trais-Horlosf, TrciS a. Lumda, Trohe, Utphe, Billingcn. Watzenborn mit Steiuberg, Weickartshain, Weitershain, Wieseck, Winnerod, einschließlich der dazu gehörenden' Mühlen, Höfe usw. Es wird ails folgendes hingewieicn: * l. Sämtliche Mannschasten stehen während des ganzen Kon- trolllages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Unpünktlichkeit und Versäumnis der Kontrollrcr'ammlung werden streng bestraft. 2. Etwa vorliandcne Militärpavierc sind minubringen. 3 Tie Leute haben Stöcke, Schirme, Pseisen und Zigarren vorher uMzulcaen. 4. Sämtliche Appells sür den HauptmcldeamtSbczirk finden in G i. fi c it statt. Gießen, den 22. August 1944 Großherzogliches Bezirkskommando. Naumann. Oberüleutngnt uno Bezirkskommandeur. Bekanntmachunfl. Betr.: Ten Dienst bei Großh. KreiSveterinäramt Gießen. Gemäß Verfügung Großh. Ministeriums des Innern vom 22. August d. IS. zu Nr. II 5291 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß bis auf lveitercS der Dienst tm Dienst- ixzirk Großh. KreiSveteriuäramtS Gießen auf den Großh. Assi st e n z v e t e r i n ä r a r r t B l u m e i u G r ü n b c r g übergegan- oen ist. Dieser wird bei Ausübung des Dienstes von Tierarzt Dr Köhler und S ch l a ch 11) u f b i t c f t o r D r. Modde, beide in Gießen, unterstützt: Tie Denstointeilung ist festgesetzt lvie folgt: 1. Tie Allgemeinen Tienstangclegenhcitcii «tzroßh. Kreisveteri- näramts Gießen werden von Großh. Assistcnzvctcrinärarzt Blume in Grünberg erledigt. iTelephonrui Grünberg 211.) 2. Sämtliche Obduktionen von au seuchcnvcrdächtigcn Krankheiten gefallenen Tieren lvcrdcu von Schlachlhosdirektor Dr. Moddc vorgenommen. (Telephonrul Gießen 32.) 3. Ten gesamten übrigen veterinärpoliirilichen Dienst versieht Tierarzt Dr. Köhler. (Telcplwnrus Gießen 310.) Gießen, den 23. August 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dem in erde. An Die Grohst. Bürgermeisterei:.'» Der Landgemeinden des Kreises. Vorstehende Bekannlinachung wollen Sic mehrfach in ortsüblich." Weise verösientliche». Wir weisen Sie besonders a», alle Anträge weacli Obduksionen von an seiichenvcrdächtigeii .Krankheiten gefallenen Tieren an Herrn Schlachlhosdirektor Tr. Moddc in Gießen einzuscnden und die vorge- schrieben- telephonische Benachrichtigung über solche Fälle an den Genannten (Televhonruf 32) zu erstatte». Gießen, den 23. August 1944. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: H e m m e r d e. Bekanntmachung. Das Königliche Proviantamt in Hanoi« kauit noch alten Hafer. Jnleressenlen werden hierauf mit dem Bemerkeu ausmerst'am gemacht. daß Angebote dem genannicu Amt sofort zuzusenden sind. Die Großh. Mrgermerstereicn haben dies ortsüblich bekannt zu geben. Gießen, den 23. August 1914. GvoßherzoglicheS Kreisamt Gießen, I. F.: Hem merde. " ... ;