Nr. m Ter Sietzeuer Anzeiger erschein! täglich, anher Sonntags. — Beilagen: viermal wöckenllich Sic^enerZamIlienblaNer: zweimal wöchenll.Nreis- dlattsürden Kreis Kletzen rbirt betreten. Starke russische Kräike sind in der Richtung Angerburg nördlich der Eisenbahn Srallnpünen—Insterburg vorgedrnngrn. Das 1. Armeekorps hatte den Feind bei Dir ballen in siegreichen Gefechten ausgchalten. wurde aber zu rückgenommeii auf beide rückwärts stehende Truppen. Die hier versammelten Kräfte haben den auf Gumbinnen und südlich vorgevcnden «sirgner angegriffen. Das I. Armeekorps warf den gegenübrrfichendc» Fe.nd siegreich zurück, machte SOOO befangene und eroberte mehrere Batterien Eine zu ihm ge hörende diaralleriedivision warf zwei russische Kavallericdivi fionen und brachlc r>Ol» Gefangene. Dir weiter südlich kämo senden Truppen stießen teils auf starke Befestigungen, die ohne Vorbereitungen nicht genommen werden konnten, teils befanden sie sich in siegreichem Fortschrei'.en. da ging die Nachricht rin vom Vormarsch wriirrrr feindlicher Kräfte aus der Richtung von Ra rew s gegen die Gege,ll> südwestlich »er m a f u r > s ch e n 2 1 1 n. Das Oberkommando glaubte hiergegen Matznahmen 'raffen yi müssen und zog seine Truppen zurück. Die Atz- iösung vom Feinde erfolgke ohne jede Schwierigkeit. Der Feind folgte nicht. Tie Ovennionen auf dem östlichen Kriegsschauplatz «msieii zunächst dnrchgcfühn und in solche Bahnen geleitet werden, datz eine neu? CSiif^diciöuun gesucht werden kann. Diese steht unmittelbar bevor. Der Feind hat die Nachricht verbreitet, datz er vier deutsch, «rnirekorps geschlagen habe. Diese Nachricht ist un- wahr: kein deutsches Armeekorps ist geschlagen. Unsere Triippeu hatte» das Bewußtsein des Sieges und der Uederlegenheit mit sich genommen. Der Feind ist über die andere Grenze nur mit Kavallerie gefolgt. links der Eisenbahn soll er Insterburg erreicht habro. Der beklagenswerte Teil der Provinz, der dem feindlichen Einbrüche ausaesetzi ist. dringt diese Onf-r im Jnler- esse unseres Vaterlandes. Daran soll sich dasselbe nach erfolgter Entscheidung dankbar erinnern. Ter Genrralguartiermrister. v. Stein. Mit Volker Ruhe können tnt abwarten, wie unsere Heere in Frankreich siegreichen Einzug hallen werden. Heute sind keine weiteren Einzclheilen verösfcntlichl worden, die Heeresleitung bat offenbar jetzt keine Zeit, länge Schilderungen auszugcben. da die deutschen Truppen an der ausgedehnte» Kantpfeslinie sich wahrsckzeinlich in sehr verschiedener Lage befinden und das Bild stündlich wechseln mag. Uebereiiistimmend stellen einige Berichterstatter, die im Hauptquartier sich aufhalten düi?fcn. fest, datz die bis herigcn Meldungen von unseren Siegen eher zn wenig als zn viel besagten, datz z. B die Armee des deutschen Kronprinzen bei der Flucht der Franzosen vietsach aus ivcg- geworscne Ausrüstungsgegeiistände, Käppis und Bekleidungsstücke gestotze» sei, die auf der Stratze herumlagen. Das spricht deullich genug. Jedenfalls hat unser Generab- stab die deutsche Lefteiitlictzkeit von unseren lveiltragenden Siegen völlig überzeugt, während in Paris amtlich nur eine ganz unwahre und gewundene Erklärung abgegeben wurde, die selbst den optimistischsten Franzosen nid« viel Trost sagt. In den iiachstcl>enden Meldungen isr diese aint- liche Berichterstattung Frankreichs in den Einzelheiten wic- dergegeben. Klar, deutlich und voll sicherer Dcstiimntbeit sind auch die Darlegniige», die gestern der «^feneralgnarliermeister v. Stein über unsere Lage auf dem .Kriegsschauplatz im Osten obgab Auch über die dortigen Ereigniffe verbreitet der Feind dreiste Lügen. Tatz in de» nächsten Tagen die Russen in Ostpreußen deutsches Gebiet vorübergehend de- treten dürfen, während von einer anderen Stelle unsere schneidigen Truppen dein Feiich einen entscheidenden Schlag zu versetzen suche», kann uns Wohl in Bedauern darüber versetzen, das; unsere oslprentzischen Landsleute schlimme Röte anSstchen müssen, aber wir haben dennoch keinen Grund, nun den Kopf hängen zu lassen. Wir erinnern ungerade hierbei der Taktik Friedrichs des Großen, der eben- falls bei seinen zahlreickzen Gegnern immer darauf bedacht ivar, den einen init voller Ducht niederzuwerfen, »m nachher mit dein andern abznrechnen. Es ist ja auch mit Sicherheit daraus zu rechnen, datz die eindringenden Russen nicht unangreifbar bleiben, sondern durch deutschen Nachschub in däs bedrohte Gebiet bald erfahren tvcrdcn, daß die Uebcrzahl keineswegs entscheidend ist. Kostproben von dieser Wahrheit haben unsere braven ostprcußiscben Truppen dem Feinde ja schon in den bisherigen Kämpfen zur Genüge auSgeleilt. * . * Bruch des Völkerrechts in Marokko. Berlin, 24. Aug. Laut einer aus Palermo eintreffenden Drährmeldnng des Laiserl. Geschäftsträgers aus Tanger hat diesem die marokkanische Regierung an, 19. 'flugust seine Pässe zngcstcllt und ihn mit dem gesamten Personal der Gesandtschaft überraschend gewaltsam an Bord des französischen Kreuzers Lanrard geschafft, um sie nach Palermo zn transportieren. Dieser brutale Uebcrfall in der internationalen Hauptstadt Marokkos, in der die diplomatischen Vertreter der Signatar- möchte der Akgecirasakic noch heute die Kontrolle der Regierung m,Süden, bedeutet seitens Marokk»s und Frankreichs einen derartig unerhörten Bruch dcS Völkerrechts, wie er in der Geschichte ärger kaum vorge- koimne» sein dürfte. Tatz dieser Gewaltstreich nur mit Zustimnlung Englands möglich wag versteht sich bei der Lage Gibraltars von selbst, desselben England», das seine Kriegserklärung gegen unS mit dem Eintreten sür die Unverletztheit internationaler Lerlräge beschönigt hat. Ein österreichische» Kriegsschiff kämpft in Tsingtau mit. Berlin, 24. Aug. Ter Kaiserlich und Königlich österreichisch -ungarische Botschafter hat heute dein auswärtigen Amt solgcndc Mitteilung gemacht: Im allerhöchsten Äuj- trage ergeht an das Kommando 2r. Majestät Schiss „Kaiserin Elisabeth" in Tsingtau, soivie Mi den Kaiserlich Königlichen Botsckxifter in Kiautschau der telegraphische Befehl, datz die „Kaiserin Elisabeth" in Tsingtau rnitzukämpfen habe. Tic Neutralität Italien». Rom, 23. Aug. Tie „Tribnna" schreibt: Ministerpräsident Salandra empfing eine Berlretting der sozialistischen Gruppe des Parlaments, die um die Entscheidung der Regierung bezüglich der Znsammeirberniung des Parlaments ersuchte. Salandra antwortcle, nach Ansicht der Regierung sei bisher keine Tatsache ei »getreten. die die Zu- sammcnbcrusung notwendig mache. Die Regierung sei fest entschlossen, die Politik der Neutralität weiter zu verfolgen, die aus Gründen anqewnn- men worden sei. die aller Welt bekannt seien. Die Be» tretet der Gruppe bestanden auf ihrem Ersuchen, indem sic hervorhobc», die Zusammen den fnng des Parlanients werde den Vorteil haben, gegcnükei ' der öffentlichen Meinung au,klärend zu iv-irkei- und das Bcrhalten der Regierung stck>erer zn machen gegen Strömungen, die eventuell versuchen könnten, sie zu einer Aendcrnng der Politik zu veranlassen. Tie Vertreter spielten dabei auf die Möglichkeit einer Mobilisierung an. Salandra antivortete, nichts berechtige zu einer solchen Annahme, und erklärte alle Gerüchte von einer Mobilisierung als unbegründet. Ein Telegramm des deutschen Kronprinzen. Stuttgart. 24. Aua. Bei dem König von Württemberg ist folgendes Telegramm des deutschen Kronprinzen eingctrosfen: Vollstäneigcr Tier,! Das Württembergische Armeekorps hat sich bewunderungswürdig geschlagen. Ich bin fwlz, derartige Truppen unter meinem Kommando zu haben. Wühelm, Kronprinz. Das Württembergische Generalkominando gibt im An- schlutz mi das Telegramm des deutschen Kronprinzen bekannt, daß von den württembergischen Truppen Abteilungen im Verbände unter Führung des deutschen Kron- prin.zen an dein errungenen Siege glorreichen Anteil genommen haben. Eine Ansprache des König» von Württemberg. Stuttgart, 24. Ang. Bei einer großen Kundgebung des Volkes hat der König von Württemberg ivie der „Schwäb. Merkur" meldet, gestern um 7 llhr abends folgende Ansprache vom Balkon des Schlosses aus gehalten : Ihnen allen unseren herzlichsten Dank für die patriotische Kundgebung. Ütun haben also auch württembergische Truppen ruhmreichen Anteil genommen an dem mächtigen Ringen und dabei in höchstem Matze ihre Pi licht getan, wie ich das auch niemals anders erwartet habe. Biel Blitt wird in den letzten Tagen geflossen sein und schwer und furchtbar sind die Opfer, die von unserem Botte verlangt werden. Wer, so Gott will, werden sie nicht umsonst gebrack,t sein und die Welt wird scben, datz wir sie freudig und mit Begeisterung bringen. Aber nicht nur freuen wollen wir uns heule, sondern vor allem Gott danken, der unseren Waffen und unserer guten und gerechten Sache den Sieg verlieben hat. Stimmen sie denn olle ein in den Ruf: Unsere braven Soldaten und unser geliebtes Vaterland: Hurra! Franz Joseph an Kaiser Wilhelm. Wien, 24. Ang. W. B.) Wie hem „Deutschen Volksblatt" mitgeteilt wird, hat Kaiser Franz Joseph an den deutschen Kaiser anläßlich des großen Sieges bei Metz eine Depesche gerichtet, in welcher er den deutschen Kaiser zu den großen Erfolgen herzlich beglückwünscht. Wie Frankreich amtlich unterrichtet wird! Paris, 24. Ang. Ein Kommunique vom 23. Ang., 11 Uhr abends, besagt: In den Vogesen hat unS die allgemeine Lage bestimmt, die Triwven vom Donon und von dem Hügel bei Saales zurückzunchmen, obwohl die Punkte nid« angegriffen worden sind. Bei N a m u r machen die Deutschen grotzc Anstrengungen gegen die Fort», die energischen Widerstand leisten. Die Forts von Lüttich leisten cbeniatls noch Widentand. Tic belgische Armee ist vollständig im befestigten Lager von Anttoerpen konzentriert. Ein größerer Kamp! spielt sich auf der ganzen Linie von Mons bis zur lurembcirgi'chen Grenze ab. Um'ere Truvven drängen überall zur Offensive und gehen überall gemeinschaftlich mit der englischen Armer vor. Angesichts der Ausdehnung der Front und der Stärke der beteiligten Truppen ist es u n m ö q l i ch, täglich die Lage der Armeen zu schildern. Bis zur Beendigung der Operationen in diesen Gegenden werden i n s e i n - -eine gehende Berichte nicht veröffentlicht. Rotterdam, 21. Aua. Eine amtliche Depesche an-? Paris nieldct laut Bert. Lvk.-Anz.: Die mntlictzcn Berichte iiber die an: '.0 '.'Eu.utft von den Franzosen erlittene Säsiapve sind lächerlich übertrieben. Der Erfolg der Dent- scpc» in Lothringen ist nicht größer als derjenige der Frmi- zosen im Elsaß. Die ^ahl der Toten, Verwundeten und Vermißte» ist zusammen kaum 10 000. Jene Sckstappc, die die Folge einer energischen Vorwärtsbewegung der Franzosen ist, ist nur eine Episode im Kampfe, der notwendig Erscheinnngen wie Ebbe und Flut zeige» wird. Tie Llimmuiig in England. Konstantinopel, 24. Aug. Der Transporldanti'ser „Resch id Pascha" ist während seiner Uebersahrk dreimal von der englischen und der französischen Flotte angchattenj worden. Mit dem Dampfer „Rcschid Pascha" sind vier mehrere otlomanilche llnteriancn und Studenten aiigrkommen, die England hätten verlassen müssen. Sie schildern die innere L^a g e Englands als schlecht. Da die üsscnlliche Meinung gegen den Krieg sei, wachse die Opposition täglich au und die Gefahr einer Arbeilerrcvolte drohe unmittelbar. Ein deutscher Kreuzer im Gefecht mit scindlichc» Schiffen. -Hamburg, 24. Aug. Unter den heute hier eingetrof- scncn Sendungen ans New Pvrk befinbet sich (wie die Franks. Ztg. inittcilt', auch die „Evcnina Post" aus New ?>ork vom 10. August. Es wird darin »iitgcteilt, daß ein deutscher Kreuzer mit vier englischen und französischen Kreuzern bei den Bahania Inseln in ein Gefecht geraten sei. Ein feindlicher Kreuzer soll zum Sinken gebracht worden sein. Der deutsche Kreuzer habe dann im Hasen San Juan de Porlorico Kohlen cingenomn»en. Au» Briiffcl. Der Korrespondent der „Tinies" in Brüssel meldek, das; der deutsche Gcneral v Arnim mit den, Bürgermeister Max folgendes vereinbarte: Freien Durchzim der deutschen Truppen. 3000 PLann deutsche Besatzung bleiben in Brüssel. Die Reauifttioneu werden bar bezahlt, privates und öffentliches Eigenttlm geschont. Die «tzemeiudeverwat- tung bleibt ohne deutsche Kmitrollkc. Der Birvgermeistrr behält die Oberleitung der Brüsseler Polizei. Die Deutschen stellten den Dienst der Straßenbahch der Post lind des Telephons wiÄer lzer. ebenso den Eiseu- bahndienst mit Lüttich und die telegraphische Berbindiings mit Deutschland. Sie ließen die bc(gisci>en Fahnen ruhig! am Rathaus imd den Privatbanken. Das Erscheinen der Zeitungen wurde eingestellt. Die Kaffeehäuser worden um 9 Uhr geschlossen. ^zahlreiche Deutsche fragen hier au. ob sie nach Brüssel zurückkehren können, nwvon aber anlässlich der stattftnden- deii Kriegsoperationeil vorläufig abzuraten ist. Die Jagd der Engländer aus „Wochen" und „Breslau" Der Eorriere della Sera veröffentlicht nach einer Meldung des Dailp Telegrapl) aus Malta voin l7. August Einzelheiten von der Jagd der englischen Mittelineerflott« auf unfern Panzerkreuzer Goeben und den lleineu .ikreuM'» Breslau. Er schreibt: M Als Goeben und Breslau längs der italienischen Küste entlang fuhren, sollte ein französisches ArmeekorvS nach Frankreich über- gesctzt werden. Ten Schiffen der englischen Mittclmcerslotie war der Schutz diese» Trnprentransportcs anvertraut ivorden. Tie deui- fdicit Kreuzer konnten daraus rechnen, datz sie in dieser .geil unbehelligt blieben: trotzdem gelang cs dem ztzrcuzer Glouccster eines Tages, die Breslau zu stellen. Er hätte sie gewiß auch angegriffen. Ivenu nicht der Goeben herbeigeeilt wäre und sie befreit hätte. Als dann der iranzösil'chc Truppentransvort glücklich beendet ivar. konnte ein Teil der englisckzen Flotte seine Aiifmcrksamkeil den deittschcn Schiffen zuwendcn. Man hatte Wind bckonimen, daß Goeben und BreÄau in ShraknS ipärcn. Aber inzwischen waren die deutschen Schiffe zwischen die Cikladen und Tvo- raden gefahren. Die englischen Schiffe machten sich wohl aus die Jagd nach ihnen, indes war das ungefähr so, als wollte man eine AtauS tu einem Heuschober finden. Trotzdem, auf einer Art von Flock« der den sichen Schiffe gelang er dem Glouccster und einigen Torpedobootzerstörern, mit den deutsckzcn Kreuzern in Ver- lnndunq zn kommen. Aber „Goeben" und ..Breslau" rühren iit eckiger Fahrt in die Dardanellen, da sie fürchteten, die ganze englsiche Flotte vor sich zu haben, während es in WirNich-keii nur ein paar kleine und schwache Schiffe waren, da- sie teick'! hätte angreisen und vernichten köimen. Der „Goeben" hätte, bevor er in die Tardanellen sich rettete, sich gut ein"n»der großen englischen Schiffe zu starkem und ritterlichem Kampfe stellen können. Aber er nabm den Kampf nicht an. Soweit das englische Blatt nach der italienischen Meldung. Wir lesen aus den englischen Ausführungen — die das Bombardement der algerischen Küste verschweigen — die Wut heraus, daß amjere sckzönen Küeuzer ihnen enb- nnscht sind. ES ist gewiß nur eine lächerliche Behauptungj gleich den vielen andern, die von England aus in die Welt gesetzt werden, datz Goeben und BreÄau nur von ein paar alten und schwachen englischen Schiffen sollen verfolgt worden sein. Tie fteanzöfische Flotte in der Adria. Das amtliche Wiener Tclegraphen-Korrespondciiz- Bureau teilt mit, wie wir den Darlegungen eines militärt- ichen Fachmannes der Wiener Freien Presse entnehmen, Die von ausländiicken Blättern gebrachte Nachricht vom Untergänge des Schlachtschilies „Zrinnt" und dreier anderer Schiffe ist vollkommen aus der Lust gegriffen Es könnte sich mt um dem kleinen Kreuzer „.Hcnta" hau- dein, der von ichr überlegenen Streitkrästeu migearissen und ab- gedrängt wurde und von oem seither Nachrichten iehlen. Dagegen wiro lestgestelli, oatz ein Torpedobootzerstörer, wiewohl er von 16 s r a n z ö fischen Schlacht schissen und großen Kreuzern auS allen Kalibern beschossen wurde, unversehrt seinen Bestimmungshafen erreichte. 16 französische Kriegsschisse waren nicht imstande, mit ihren groben Kanonen ein Torpedoboot zu tressen. Ein kleiner Kreuzer, die „Zenta", der beinahe 20 Jahre alt ist und nur 2300 Tonne,« l)a>, irnrrde abgedrängt und dürfte sich in einen neutralen Hasen geflüchtet haben. Hl Scklachtschiss« und Linienschisse! Tie Franzosen haben die seltsame Gewohnheit, ihre Dreadnoughts mit besonders geistreichen Namen zu belegen. Darunter gibt es sogar oslche, die nach Plstlosophen >oie Voltaire, Diderot und Condorcet ihre Flagge führen. Nicht genug damit: cs gibt eine „Instice" und eine „Vöritö" und nicht einmal ein geistreicher Skeptiker wie Einest Renan wird davon verschont, das; sein Name au, dem Bugsplit eines Schlachtschiffes zu lesen ist. Dieser Krieg zwischen Oesterreich-Ungarn und Frantreich beginnt dainiit, dass 16 grobe Schisse nicht einmal eine n Torpcdozerstörcc zu treffen vermögen und nur einen kleinen Kreuzer von unseren Häsen abdrängen. Schade, das; so grobe Namen nicht großen Zlvecken dienen! Es liegt aus der Hand, dag cs sich um das Gros der französischen Flotte gehandelt hat, da sonst nicht 16 Schlachtschisfc und Panzerkreuzer in den adriatischen Gcwässeni hätten austauchen können. 16 große Schlachtschisse und Panzerkreuzer suchten das kleine Fahrzeug niederzn- riugen. Längere Zeit war es deni feindlichen Femw ausgcseht und ein Hagel von Geschossen schlug rings um den Zerstörer ein. Aber kein Schuß tras von allen den Tausenden von Projektilen. Das ist 1-eXutsam. Tenn wenn mich die Torpedosahrzeuge nur kleine Schiffe sind, so haben sie doch immerhin eine Lunge von etwa 60 bis 70 Meter und eine Breite von etwa sechs und eine Höhe über Wasser von etwa vier Meter. Man könnte daher sagen, daß es ein Wunder sei, daß das schwache, fast nur aus dünnen Blechen und einer Maschine bestehende Fahrzeug unversehrt dem übermächtigen Feinde entronnen ist. Aber man wird gut tun, sich dreist Affäre nicht durch ein Wunder, sondern aus ganz natürliche Weise zu erklären. Die Franzosen haben einfach schlecht, ganz unerhört schlecht geschossen. Das niag vielleicht mit den bekannten Pulver an ständen im Zusammenhänge stehen, die der sranzösischen Marine in den letzten Jahren mitten im Frieden zwei starke Schlachtschiffe, die „Jena" und die „Libcrts", gekostet haben, bie beide infolge Selbstentzündung des Pulvers in den Muiritionsräumcn einer Explosion zunr Ovser sielen. Es muß aus die französische Flottenmanuschast einen höchst deprimierenden Ein- druck gemacht haben, daß nach langer und heftiger Beschießung ein so großes Ziel, wie es ein Tvrpedosghrzeng vorstellt, auch nicht von einem einzigen Geschoß getrosten wurde. Die Schisse und die Geschütze allein geben eben nicht den Ausschlag, den Erfolg ,u:r- bürgcn vielmehr in erster Linie die Männer, die aus den Schiffen hinter den Geschützen stehen. Deutsch-feindliche Ausschreitungen in Marseille und Nizza. Die „Nordd. Mlgem. Ztg." schreibt über deutschfeindliche Ausschreitungen in Marseille und Nizza: lieber die durch die Presse bereits gemeldeten Ausschreitungen gegen Deutsche in Marseille und Nizza entnehmen wir weiteren Berichten noch folgendes: Vor dem d c u t s ch e n K o n s ii l a t i n M a r s c i l l e sammelte sich bereits am Nachmittag des 4. August eine Schar meist jüngerer Franzosen an, die sich gruppenweise vor der Kanzlei unierhieltcn. Drei Schutzleute sorgten für die Ansrechterhaltung der Ordnung. Ilm 8 Uhr erschienen zwei junge Deulsckn im Kraftwagen und baten um die Visierung ihrer Pässe. Tie Menge war inzwischen aus mehrere Hundert angewachsen uno ivolltc die im Konsulat befindlichen Personen am Verlassen des Hauses verhindern. Es gelang noch, einem deutschen jungen Mädchen freien Abzug zu erzwingen, dagegen übersiel die Menge die beiden jungen Leute, als sic ihr Auto besteigen wollten und schlug trotz der Anwesenheit der Polizcibeamte» von allen weiten aus sic ein. Sie wurden erheblich verletzt, konnten aber schließlich doch im Auto entkommen. Infolge der Prügclszcne waren von allen Seiten loeitcre Menschcnmasscn herbeigeströnit, deren Zahl ctiva tausend betrug und denen Haß sich nunmehr in drohenden Aeußerungen gegen den Konsul entlud. Aus dessen Veranlassung nmrde die zuständige Polizcinmche von der drohenden Lage benachrichtigt und das Schutz,,,cninsauf- gebot verstärkt, ohne daß es indessen gelungen wäre, die Menge zu zerstreuen. Gegen 11 Uhr erschien der Polizeikvmmissar und riet dein Konstck, das Amtsgebäiwe vor 1 Uhr nachts niäst zu verlassen, bis zu welcher Stunde sich die Menge zweifellos zerstreut haben würde. Dieie Annalmie ernstes sich indessen als irrig. Um 1 Uhr ersuchte der Konsul den Präfekten des Bezirks der Rhoncmündung, für die Sicherheit seiner Person und der miteingeschlossenen beiden Beamten Sorge zu tragen, da von der Menge wiederholt Versuche unternommen wurden, die Türe zu erbrechen und das Konsulat zu e r st ü r m e n. Um 3 Uhr nachts erschien de, Präsekt an der Spitze von 150 Polizisten .und stellte die Ruhe wieder her. Dem Wunsche des Konsulats, das Konsulat mit den beiden Beamten zu verlassen und ein Hole! am Bahnhof aufzusuchen, glaubte er nicht entsprechen zu können, erklärte viel- niehr, daß er sie nur im Konsulat selbst schützen könne. Da noch verschiedene Briese in der Stadt zu bestellen waren und kleines Geld zur Reise gewechselt werden mußte, imirdc aus Versicherung des Präfekten, daß ein.Konsulatsbeamtcr dies ungesährdct tun könne, dieser mit Briefen und 500 Franken zum Wechseln hinausgeschickt. Bis st Uhr vormittags herrschte verhältnismäßige Ruhe, um diese Zeit aber lourden die verstärkten Nachitwsten eingezogen: es blieben nur drei Polizisten vor dem Hause und die Menge sammelte sich abermals an. Bald nach neun Uhr lehrte der abgeschickte Beamte zurück. Kaum hatte er den Hausflur betreten, als aus der Menge der Ruf erscholl: Voll st un! und diese zusammen mit den Polizisten, welche riesen: Fouillez-te!, sich ans Lchncr stürzten. Er wurde läminerlich verprügelt, sodaß er aus vielen Wunden blutete, des Geldes beraubt unv ans die Polizeiwache verbracht. Tie Szene war dem Präsekten alsbald genieldel worden, denn er erschien zustschen zckn, und elf Uhr von neuem bei dem Konsul und erklärte, Lehirer labe sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht, da er emen Polizisten mit einem Revvl verschliß nicht unerheblich verletzt habe. Dem Präfekten wirrde jedock, sofort crirstvert, daß dies unzutreffend sein Müsse, da dem Beamten eine so unbedachte Handlung nicht zugetraut werden könne »ud keiner der Konfulats- beamten einen Schuß l,litte fallen bären. Um 4 Uhr nachmittags erschien der Präfekt mit mehreren hölieren Beamten uird Agenten der Geheimpolizei in drei Kraftwagen, begleitete den Konsul mit einem der Konsularbeamten, zusammen mit dem amerikanisckun Generalkonsul nach dem Vorortbahnhof La Blancarde, wo inzivisclzen auch der andere Beamte cingetroffen war. Um 5 Uhr nachiniitags reiste der Konsul mit den Beamten in Begleitung eines lzöheren Polizeibennitcn in Zivil in einem reservierte,« Eoupe erster Klasse in der Richtung nach B c n t i m i a l i a ab. Bis Nizza verlief die Reise ruhig. Nachdem der Zug in die Nizzacr Vahnhoshalle eingelausen umr, erklärte der begleitende (Keheim- I«imle nach -einer Bespreckunrg mit einenr uniformierten Gendarmen baut Konsul, er sei von den: Präfekten tti Marseille telegravbisch zurückberiifen und könne Um deshalb nick« weiter begleiten. Dieser angeblick« Rückkehrbesehl >oar indessen augenscheinkich nur ein Vorwand, um sich aus den. Staube zu machen. Mrs dem Balmboi in Nizza hatte sich nämlich eine vielhuudertköviicre Menge ,rn- gesammcst, die ans irgendeine Weise erfahren hatte, daß sah der deutsche Konsul in Plarieille in dem Zuge befand und ,'ick, in loßsiei! Drohungen und Beschimpsirngen erging. Wiederholt wur den von beiden Seiten die Wagentüren aufgerissen, wobei sich selÄt die Soldaten und EisenbahnbeaiNten beteilrglen. imd die Dro huug ousgestoßcu Ivurde, daß die Deutscktzm nicht lebend über die Grenze kommen würden. Nachdem der Zug die Bahnhofshalle beretts verlassen hatte und sich bereits in ziemlickrr Fahrt befand, erhob sich» der Konsul gcmde. um etioas ans dem Gepäckitetz zn nehmen, Ihr diesem Angeubkick wars ihm ein Unbekannter, der ossenbar aus dein Trittbrett des Wagens mttgefahren ivar, eine starke Flasche gegen den Kops, die in unzählige Sckwr- ben zcrstüittcrrc und tiefe Sckmitttmruden in irnd l«ntrr dem rechten Ohr verursachte. '-Auch in Mentone nahin die Menge eine drohende Haltung an, konnte indessen durch die Polczecbeaintru in Schach gehalten werden. Um 7 Uhr verließ der Zug den Bahn Iw, SJiaüoae, während dir «ns dem Bahusirig versammelte Menge ries: A mort les allemands! Um ß Uhr vormittags langten die Beamten in Vcntimiglia an, wo sich der italienische StattonSvorsteher ihrer in zuvorkommendster Weise annahm. Englische Abschiedsredcn an die Söldner. Ei» Telegrmnm des „Nieuwe Rvtterdamsche Eoura.nl" aus London voin 18. August meldet: König Georg hat an die Truppen vor ihrer Ausreise nach Frankreich den folgenden Tagesbefehl gerichtet: Ihr verlaßt das Land, um für die Sicherheit und die Ehre meines Landes zu kampscn. Belgien, das wir uns zu vericidigei« verpflichtet hab.n, ist angcgiiffcn worden und Fiankreich steht im Begriff, von demselben niächtigen Feind mrgegriffen zu werden. Ich habe imbegrenzles Vertrauen zu euch, meine Soldaten. Pflicht ist eure Parole, und ich weiß, dag ihr eure Pflicht in edler Art erfüllen Windei. Ich werde jede Bewegung von euch mit dem größten Interesse rersoigen und mit der größten Genugtuung den Fortschritt wahrnehmcn. den ihr jeden Tag macht. Euer Wohlergeben wird stets inein Gedanke sein. - Ich bitte zu Gott, daß er euch segne und behüte und euch als Sieger zuiückkehren lasse. Dasselbe Telegramm meldet ferner: Kriegsminister Kitchener hat den Soldaten des Expeditionskorps, das nach dem Kriegsschauplay abgeht, Instruktionen mitgegeben, in denen es heißt: „Ihr geht nach dem Auslände als Soldateir des Königs, um den sranzösischen Kameraden gegen den Angriff nnsercs gemcin- schaftlichen Feindes bcizustehen. Ihr werde! eine 'Aufgabe zu vollbringen haben, die allcuren Mut, eure Energie und eure Geduld erheischt. Erinnert euch, daß die Ehre des .britischen Heeres von eurer persönlichen Haltung abhäugt. Es ist eure Pslick«, nicht allein vorbildliche Disziplin und Ausdauer im Feuer zn zeigen, sondern auch die besleu Beziehungen mit denen zu unterhalten, dü ihr in ihrem Ringen uittcrstützt. Die Gefechte, an denen ihr teilnchmcn iverdct, werden zum größten Teil in einem befreundeten Lande stattlabe,!. Ihr könnt eurem eigenen Lande keinen besseren Dienst cirvi-ffcn. als indem ihr euch in Frankreich und Belgien als würdige Soldaten des englischen Heeres betragt. Seid immer böslich, besonnen .und freundlich, begeht kein Unrecht, vernick-tet kein Eigentum, betrachtet Plünderung als univürdiges Gebaren, dann werdet ihr überall willkommen sein und Vertrauen einslößcn. Eure Pflicht könnt ihr nicht nack, Gebühr erfüllen, wenn ihr nicht eure Gesundheit in acht nehmt. Vermeidet darum jede Ausschreitung. Fürckstet Gott und ehret den König. Deutsch?» cundlichc Kundgebungen i» Prag. Prag, 24. Aug. Gestern kam es in den Straßen zu patriotischen Kundgebungen, deren Veranlassung der Sieg der deutschen Armee bei Metz war. Die Menge zog unter Absingung der Volkshhmne zu dem deutschen Konsulat. Der Konsul erschien am Fenster des Konsulatsgebändes und hielt folgende Ansprache: Sehen wir diesen Sieg als gute Vorbedeutung für den glücklichen Verlauf des Krieges. Deutschland siegt und auch Oesterreich siegt. Blicken wir mit festen Vertrauen in die Zukunft. Der Konsul schloß seine Ansprache mit einem Hoch ans Kaiser Franz Josef. Die Menge zog sodann zum Radctzkpdenkmal, wo Hochrufe auf Kaiser Franz Josef, Kaiser Wilhelm und den 'bayerischen Kronprinzen ausgcbracht wurden. Gegenüber dem tschechischen Nationaldenkinal kain es zu einer großen a n l i r u s s i - scheu Kundgebung, die dadurch veranlaßt wurde, daß sich ans der Fensterscheibe des Casäs „Slawin" eine russische Inschrift befindet, deren Entfernung die Umzügler verlangten. Der Kasfeehausbesitzer versprach, die Inschrift entfernen zu lassen, worauf sich der Zug, der zum größten Teil ans, Tschechen bestand, in Ruhe anslöste. Deutsche Militärpflichtige auf einem itakienischen Dampfer. Berlin, 23. Aug. Der von New Park nach Neapel abgegangene italienische D a m v f e r „Ancona" wurde in der Nähe von Gibraltar angehalten und die auf dem Dampfer befindlichen militärpflichtigen Deutschen, etwa siebzig, nach Gibraltar als Gefangene übergeführt. Unter den Gefangenen befindet sich der Sohn des Direktors der Deutschen Bank, Herrmann. Die Kaiserin bei den verwundete» Kriegern. Berlin, 24. Aug. Gestern abend kurz nach 6 Uhr erschien die Kaiserin mit der Prinzessin August Wilhelm im GErnisonlazarctt zu Tempelhof, wo ein Teil der gestern in Berlin eingetroffenen Verwundeten, nntergebracht worden ist. Tie Kaiserin wurde durch deu Chefarzt und Lazarettverwaltungsdirektor empfangen imb- begab sich nach kurzer Begrüßung sofort zu dcit Verwundeten. Sie ging von Bett zu Bett, unterhielt sich mit jedem einzelnen Soldaten. L>ie ließ den Verwundeten Bllnneir überreichen. Nack, mehr als einstundigcm Aufenthalt verabschiedete sich die Kaiserin und erklärte, daß sie in den nächsten Tagen wiederkommen werde, um auch die anderen Verwundeten, die sie nicht mehr sprechen konnte, zu begrüßen. Vor dem Garnisontazarett hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die der Kaiserin und der Prinzessin leblzafte Ovationen darbrachte. Bus Luxemburg. Köln, 23. Aug. Im Großhcrzogtum Luxemburg sind laut Mitteilung in der heutigen Versammlung der Luxemburger Vereine in Deutschland (Hauptsitz Köln) für die Zwecke des Roten Kreuzes 100 000 Mark gestiftet worden. Außerdem wurden tausend Betten für Lazarettzwecke bereit- gestellt. Ter japanische Botschafter in Wien vor der Abreise. Wien, 24. Ang. Ter japanische Botschafter in Wien trifft Vorbereitungen zur 'Abreise. Die Befestigung Belgrads. Wien, 34. Aug. Wie die „Südslawische Korresp." aus Sofia meldet, hat Prinz Georg von Serbien das Kommando über die serbischen Truppen in Belgrad über- nonrmen. Er läßt die beim Beginn des Krieges begonnenen Befestigungsarbeiten in der Stadt, namentlich auf der Land- seite, sortsetzcn. Damit erledigen sich die von russischer Seite ausgestellten Behauptungen von der angebliche» Un- geschütztheit Belgrads, das heute als vollständig befestigte Stadt anzusehcn ist und auch als solche behandelt werden kann. Die Verbreitung deutscher Zeitungen. Berlin, 24. Ang. Die „Norddeutsche Mlgemeinc Zeitung" schreibt: Wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, können deutscheZeitungen wieder ungehindert in das neutrale Ausland gelangen. Ausfuhrhandel nach dem neutralen Ausland. Die „Nordd. Mlgem. Ztg." schreibt: Eine der cinschneidenstcn Wirkungen des Weltkrieges ist die Unterbindung des Warenaustausches zwischen den kriegführenden Staaten. Der gewaltige Außenhandel Deutschlands mit den ihm im Kriege gegenüberstehellden Ländern beläuft sich aus viele Milliarden. lTarvch die plötzliche ILachnÄecrnng der gegeniriti- genHandelsbeziehungen leiden unsere Feinde zum Teil noch schwerer als wir selbst, da sie ihren besten Kunden ver loren haben. Doch airch ,vir werden hart betroffen. Umsomehr müssen wir bcdackn sein, den Handel mit dem neutralen Ausland aufrechtruerhalten, nachdem der EffenLahnfvacht- verkehr wieder ausgenommen worden ist. In nranchen lkreisen scheint mau, soweit der überseeische Handel in Frage koiintt, der veränderten Sachlage ziemlich ratlos gegenüber zu stehen, da die altgcivohnten Bahnen des Transports über deutsche Häfen mit deutschen Schissen stir den außereuropäisäien Verkehr ungangbar gcivorden sind. Diese Sorge entbehrt aber der Begründung. Es wird eben darauf ankommen, Transportwege über neutrale Länder zu finden. Einige dieser Länder haben den Bedürfnissen der Zeit nach Errichtung neuer Schisfahrts- linicn bereits Rechnung getragen. So wird jeden Samstag von Rvtterdan, ein Schiss nach New Bork ab- gefertigt. Auch in Schweden wurde die überseeisck-c Schisss- verbindung eröffnet, die von Gothenburg ausgebt: der erste für Brasilien bestimmte Dampfer verläßt Gothen bürg um 24. August und läuft Kristiania am 27. iAugust an. Ebenso steht ein Weg über Genua offen. Ein anderer Weg i st der über Kopenhagen, aus den ganz besonders ausmcrk - sam zu niachen ist. Auch Bergen und Kristiania soivie Stockholm werden als Ausgangspunkte überseeischer Dampfer-' reisen in Frage lommc». Hier soll nur ans diese Verkehrsuiöglich-- keiten hingewiesen werden. Es wird Sache unserer Industriellen, sein, sich in, einzelnen bei den Svebitcuren darüber zu informieren, wie die neuen Verkehrswege nutzbar gemacht werden können. — ■ Es ist richtig, daß der Ausfuhr auch die aus Anlaß des Krieges notwendig geivordenen Ausfuhrverboie ihrem Worttmtt nach vielfach entgegenstehen. Es ist indes in allen bezüglichen Berordnimgen des Bundesrats dem Reichskanzler die Ermächtigung gegeben, von den Ausstihrverbotrn Ausnahmen zu gestatten. Wir haben guten Grund zu der Annahme, daß die Reichsleitung von dieser Ermächtigung den umfassendsten Gebrauch machen wird, insoweit es nur mit ihren militärischen Interessen irgendwie vereinbar ist. Bel dieser Sachlage kann unserer Expvrtindusttie nur dringend geraten werden, nicht die Hände in deu Schoß zu legen, sondern alles daran zu setzen, die nur zur Aufrcchterhalttmg unserer Ausfuhr gebotenen Gelegenheiten in vollem Uinsmige miszunuyen. Aus den Kreisen der am deutschen ll eberseehandel beteiligten Firmen lvird uns geschrieben: Durch de» Krieg sind unsere Deutsch-Südamerikanischen Uiiternchmunzei, in eine außerordentlich schwierige Lag« geraten, spamentlich betrifft dies di- in Argentinien ansässigen! Firmen, aber auch in den übrigen südaiiierikanischen Republiken! liegen die Verhältnisse ähnlich. Tie deutschen .Hcrndelsbänser in Argentinien stehen noch von der Zoiteher, als e - noch ksine deutschen Banken draußen gab, in regelmäßige,» Ges ch ä stsverkehr mit großen englischen Bankc-n, di« bei ihrem Ilmsangc und durch ihre langjährige Existenz sicher auch bisher noch einen großen Teil des deutschen Handels sinaiiziert haben. Jetzt iverden diese Banken sicherlich die den deutschen Firmen eingeränntten Kredite kündigen. Hier nrnssen die deiden deutschen, dniben bcsteixniden Banken, nämlich die Deutsche U e be r s c e i s ch e Bank und Deutsch- Süd am e r i ka n i s ch e Bank, einspringen imd sic sind, soweit loir hören, auch schon iwr längerer Zeit von einer autorisierten hochstehenden Persönlichkeit auf die Notivendigkcit hingewiesen worden, den deutschen Hmidcl mit aller Energie zu stützen, da weitere Zusammenbrüche alt angesehener deutscher Häuser das „a- tionalc Ansehen schädigen würden. Leider sind aber die deutsckew Ueberseebanken mtt Rücksicht aus die hinter ihnen stehenden und sie stützenden Großbanken (die Deutsche Bank und die Drt-sdeneri Banki nur mit geringen .iiapitalien ausgerüstet. Diese letztereir haben jetzt aber ihre ganze finanzielle Kraft zn sammeln, um deir an sie in Deutschland hcrantretenden außerordentlichen Forderungen gewachsen zu sein u»d haben auch ihre überseeischen Nicser- lassuiige» ebenso wie cs die Großbanken anderer Nationcit getan haben, schon in der letzten Juliwoche untersagt, Zahlungsanweisungen ans sie abzngeben. Sollten also unsere beiden Ueber» seebanken den seizt an sie in Südanverika Iwrantretendcn Ansprüchen der deutschen Handelshäuser allein nicht gen>ack»seii sein, so wäre wobl zn erwägen, ob die hierfür notwendi>ien Mittel nicht- durch ein Zusammengehen sämtlicher deutschen Kredittnstitutc ä-u.' beschaffen sein würden. Erzbischof Likowöki. Berlin, 24 Aug Weshbischof Likotv ski ist nunmehr definitiv zum Erzbischof ernannt worden. Die päpstlick«: Ernennung datiert vom 14. August und traf durch!' die Münchener Nunziatur am 20. ein. Am dem Reiche. Berlin, 23. Aug. Tie vor drei Fahren von Ernest Cassel in London begriuidetc Stiftung zur Untcr- ftsttzung großbritannischer Staatsangehöriger, die in Deutschland in Not geraten sind, hielt es nach dem Kriegsausbruch für ihre Pflicht, mit ihren beträchtlichen Mitteln die hier sich aufhMenden, in Not geratenen britischen Staatsangehörigen zu unterstützen. Sie ist hierbei von der festen Erwartung geleitet worden, daß die von demscllien Stifter in England begründete Stiftung zur Unterstützung hilfsbedürftiger Deutscher in gleicher Weise verfährt. (Wir sind der Meinung, daß die Zeiten endgültig vorbei sind, wo solche Liebesdienste für Ausländer ins Leben gerufen werden. Wir wollen unsere Gaben unseren bedürftigen deutsche» Landsleuten znwcudcn'- Dabei wollet! wir natürlich christlick;« Mildtätigkeit überall da scheu, wo wirkliche Not vorliegt. Was den Engläitderi« recht ist, ist den anderen Ausländern billig; zuerst aber kommen unsere eigenen Landsleute! Red.) Ari» StaSt und Lanv» Gießen, 25. August 1914. ** Ernennung. Tic Großherzogin hat den Revi- sionskontrolleur bei dem Hauptstcucramt Worms Richard M üller zu Worms zuin Revisionsinspektor bei dem Haupt-- steueramt Darmstadt ernannt. ** Schuldien st nach richten. Ilebertragcn wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Schneider ails Wieseck die Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober-Schöumattcnwag. ** D i e e r st e n V e r w u n d e t e u vom 116. Fus. Regt, sind gestern abend mit dem Persouenzug über Koblenz in die Garnison zurückgekehrt. ES sind dies Hmiptmann Ri eck von der 8. Kbmp., Lt. S ch r o c d e r von der 5 .Komp, und Lt. d. Res. Schmidt, sic sind leicht verwundet. Die Verwundeten fuhren bei ihrer Llnkunst per Autoinobil nach dem 1. Rescrve- lazarett, um sich frisch verbinden zu lassen. Vergangene Nacht passierte der erste Verwundetcnlransport (20 Wagen) zwischen 1 und 2 Uhr unsere Stadl. Die Leute wurden verpflegt und gingen dcrim in der Richttntg Kassel weiter. Heute morgen 6 Uhr traf ein weiterer Zug mit 200 Verwundeten ein. Die meist leicht Verwundeten ivurde» bis aus 20, die in das hiesige Lazarett übergeführt wurde ritz nach Marburg gebracht. Die Verwundeten gel>örteii zum großen Tell unserem Regiment an. — Zwischen 6—7 Uhr izeute vormittag durchfuhr ein Zug mit ca. 100 0 Gesa n g e n e n die hiesige Station in der Richtung nach Kassel. ** Gefangenen-Transport. Gegen V-3 Uhr passierte ein Transport französischer Kriegsgefangener, 2000 Mann stark, unseren Bahnhof. Er soll für die Festung Magdeburg bestimmt gewesen sein. °* Rotes Kreuz Man schiribt »>is: Die Ausgaben des Roten Kreuzes sind gerade in diesem Weltkrieg anherordentlich ae- wacbsen und es bedarf der llnterllützung ager Kreise unseres Volkes, »m dem Rote» Kreuz die Mittel zu geben, deren es im Jnlcresse uiisercr Verwundeten und Kranken bedarf. Es sei daher besonders, f nul di« au? dem heutigen Anzeigenteil erricfittirf-e Bekaonlinochung des hiesigen Zweigverei»? vom RotenKre», auknerksa», gemacht. Tie Bank i n r Handel » n d I n d » st r 11 , 'Jliebeclaifiiua sieben, die Aczirksivarkaiie und die Mttteldcntiche Kreditbank, Filiale sieben, haben sich, vielseitigen Wnnlche» «»tiprcchenb, bereit erklärt, ncbe der Keschästsslell« de? Roten Kreuzes al? Sonnnelslellen snr Bnr- spenden z» dienen. Da? Note Kreuz benötigt, nni leine Ausgabe voll und ganz ersiillen z» können, weiterer großer Mittel, und ftber sollte den guten Zweck, soweit es in seinen Krästen steht, unter stützen. ** Gebt Blum tu an di e Lazarette. Der Verband der Handelsgärtner TeulsäKandS in Berlin Neukölln richtet eine Aui sorderung an seine Mitglieder. Schnittblnmcn nicht verblühen zu lassen, sondern iic in den Crtcn, wo Lazarette eingerichtet iind — und das wird in vielen Städten und Gemeinden der Fall sein —, dorthin zu senden, um unseren tapseren verwundeten Soldaten damit eine irrende zu bereiten. Bcrwundetc wie Pflegerinnen werden hiersür gleich dankbar sein! ** Reise des Eisend« hndircktionc-Präsiden t e n von Frankfurt. Am Vdcmtag vormittag kam mittelst Sonderzugs der Präsident Rmtll-caur von der Eisen bahndircktion Frankfurt a. M. mit melireren höheren Beamten Ijicr an. um nach Betzdorf iveilerznirhreu. Wie wir hören, geschah diese Reise, u», in Betzdors Dispositionen zu treffen für die in den nächsten Lage» verstärkt ein- irefsenden Verwundeten- nnd zKesangenmi-Transvorte. ** Kriegsmerkblatt für Gewerbe, Handel und Industrie Der Hansa-Bund hat ein.Kriegs merkblattfür Gewerbe.Ha ndelundZndu st rie herausgegeben. Dieses beschäftigt sich mit dem Perhalten in KriegSjeilen im allgemeinen, mit den schwebende» Rechtsverhältnissen während des Krieges und ferner mir den winschast- lichen und finanziellen Füriorgebestimmungen. Das Merkblatt gibt über alle einschlägigen Fragen in sachverständiger Leise kurze Auskunft und steht bei der hiesigen Kcichäiis- stelle Lonnslraßc 7 kostenlos in beliebiger Anzahl auch für RichNiiilgliedcr zur Verfügung. *• Warnung. Dem Garn is o n-Kvm nm n d v in Mar- ^ l>urg ist mitgeteilt worden, daß Händler unter der ialsckieii Angabe, sie seien von der Heeresverivaltung hierzu beauftragt, Vieh ausgckauf t haben Das Anlaufen von Bieb unter der untoahren Angabe, dass solches für die ^ Heeresverwaltung gesclzehe, ist strafbar. LanükreiS Gienen. »Trals-vorlokl, 23. A»g. Tie Grube .Friedrich', di« de» Betrieb bei Eintritt der illiobilmachuiig eiiistellle, ist »u» wieder t» Tätigkeit. Ctarkenburg und Rhriuvessen. rm. T a r m sl a d 1.24. Aug. Tie Großbrrzogin besuchte beule nachmittag mit Gefolge die aus den, diesigen Haupl bahnhose eingerichtete Ersri'chungs und BerpslegungSstation für Lernmndete und iprock» sich in jeder Weise anerkennend über die getroffenen Anordnungen aus. Hrssen-Rassau. xBraunselS, 24, August. Tie Lungenheilanstalt „Waldhos" bei Elgershausen ist in eine Gesellschaft mit be ichränkier HasUtNg uingewandelt worden und soll gleich nach Beendigung des Krieges erheblich vergrößert und zu einer I Heilstätlc größeren Stiles umgcwandelt werden. Die Ausarbeitung der Pläne hierzu sind dem Architekten Hans Mevcr-Gießen übertragen worden. An dem Unternehmen ist als Genosse die Fürstlich Solms-Braunfelsische Vcrivallung beteiligt, finanziell ivird das Rcichsversicheriingsamt das Uniernehmen unterstützen, welches sich verpilichtet hat. 100 Betten mit Kranken zu belegen. Ebenso bleibt der Begründer und seitherige Leiter der Anstalt Direktor der Anstalt, der Anstalt. h. Bad-Homburg v. d. H., 24. Aug. Der Besitzer ! des Grand-Hotels „Viktoria" Stadtrat Jean Bae bl cntlie I ietne deutschen Köckie und stellte dafür französische ein. Dieses Vcrl-alten empörte die Einwohner derart, daß fr | im Gamslag in dichten Scharen vor das Hotel zogen nnd die Entlassung der Franzosen vrrlanglen. Oberbürgerineistcr Lübke suchte die Menge zu beruhigen nnd versprach, fiir die Entlassung der Leute am Sonntag morgen Sorge zu |:ragen. Als die Versprechung des Oberbürgermeisters am Sonntag abend aber noch nicht eingelüst ivar, kannte die Änt der Leute keine Grenzen. Man zerschlug die Fenster l de» Hotels. Polizei nnd Feuerwehr waren machtlos. Die I sodann alarmierte Militänvache setmitt auch nicht gegen die Volksmenge ei», sondern entfernte unter den stürmischen 'kundgedungen der Eiiiwolmei-sckmtt die sranzösisäwn Köche und brachte sie in militärisches Geivahrsam Äe Menge ^ zog darauf »ach dein Kriegerdenkmal und veranstaltete hier eine patriotische >dn»dgel'»nq h Fr o i, k fn r t a M ., 24. Ang. Die letzte Nummer der „F a ck e l" wurde wegen grober Beleidigungen des ameri- > säuischen Volkes ans Anordnung des Generalkommandos bc ichlagnalnnt. Kircbc nnd Schule. Beurlaubung von Lehrern während des Krieges. Der aus Anlaß des Krieges eingetretenc Mangel an Lehrkräften und Ersparnisrlicksichtcn lassen es angezeigt rscheinen, die Beurlaubungen der Lehrer und Lehrerinnen möglichst zu beschränken. Das Großh Ministerium für schulaiigelegenheiien hat daher den KreiSschulkominissiv- >en einpsvhlen. bis auf tveiteres Urlanl'Sgesuckie an die oberste Schulbehörde nur weiter zu geben, wenn sie nach sorgfältiger Prüfung sich überzeugt haben, daß der Rach- suchende außer Stande ist — wenn auch in geringerem Umgang — Dienst zu tun Die vor dein Ausbruch des Krieges genehmigten Urlaubsgesuche sind entsprechend nachzuprüfen Die gleichen Grundsätze sind bei Gesuchen um Versetzung in den Ruhestand anzuwendcn. vermischt«». * Das Lebensalter der Päpste. Auch an Pius X. hat sich die alte, früher jedeni ncngewählten 'Papste ugerusenc Propkrezefniig bewährt: „Non videbis anno? Petri.“ Tu wirst die Jahre Petri nicht erleben.) Petrus soll '» Jahre an der Sviue der Römischen Gemeinde gestanden suchen Seine beiden Vorgänger waren glücklicher, Leo XIII. :rug ein Bierteljahrhundert und Pius IX. gar 32 Jahre die dreifache Krone. 'Aber auch aus 80 Ledensjabre bat er es nicht gebracht. Seit der Rückkehr aus 2lvignon haben überhaupt nur 16 Päpste das 80. Jahr überschritten Ter jüngste steser Greise war Gregor XVI., der 1846 im Alter von ?>> Jahren 6 Monaten starb, dann kommen Gregor XII., Ealirtus II, und Benedikt XIII., die Hl Jahre alt ivurden. Alexander VIII. und Pius VI. starben nach vo'.leiidetem 82. Jahre. Bier ivurden 83 Jahre alt, Gregor XIII., Jnno- cenz X.. Benedikt XIV. und Prus VII. Mit 84 Jahren starb Paul III., mit 8ö Clemens X. nnd Ebemcns XII., mit 86 Pius IX. Giemen* XI. wurde 92 Jam: alt und Paul IV. :ur uni einige Monate älter: er ivar aber auch erst im 89. Pavst gcivvrden. Papst Leo XIII. überschritt das 93. Jahr, während Pius X. es mir aus 79 Jahre gebracht hat. vüchcrtisch. — Tie i l n a » z i e l l e M o d i t >» a rii it n a. Vorträge von Vroieöor Tr. M. B> eruier. A»? dem blachlgsie herausgegele» von Pro'esior Liebuann. 55 Te te», Preis Mt. 1,50. (Verlag Emil it o t li, Gießen.! - Tie gegenwärtige politische Lag« „imutt da» allaemeioe Fnleresse >ür den Fndall die'er Io aktiielleu Äulklärungen und interessanten Peweisiübruuge» über tie finannellen Er'order- uisse de? eldiuorkte? »n Fnlle einer Mobilma innig voll in An- ioruch. W>« a»? einem Schreile» de? li'elj. Zivitkadinelt« liervor- iedl. bat selbst Ge. M. der Teuksckie Kaiser von de» d>escr Broschnre zugrunde lieoenden Vorträgen mit lebkg'ieu, Interesse Kcnnlni? enomine». 'Al? ein Ver'ienlt de? Prozessor? Liekmann ist er a» »»erkennen, da? i»> Naevlatz vorgkiundene Material über dieses Tbema in «rwciterier Form gemeinverständlich rnqänglirb qeinacku zu habe», »in >ede„ 'Politiker, Finanzier, Groninvunriellen, Otn „er ic. über die'c io wi >>„ge Frage einge.end »n imierriiiten. Te» Inhalt dieser Brolchiire ,n kennen, besteht snr weite Kreis» gerade jent ctne Notwendiikeit. Durch den An? ruch de? Kriege? geiviinii diele Broschüre noch in» so größere? Interesse, ivcil e? staunenswert in, ivie so v ele?, ivar Viernier i»> alle eine? Kriege? gegen Tcntlchland in feiner Broschüre vorau-Zsagt, sich voll bcwa.rbeilel. Briefkasten der Be^aktion. (Aurniiinc sinirggen bleivr» i,nbcr»e!nch,jgt.l E. w., Kietzen. Durch die Mobilmmlning wird Ihr Mietverhält- nis nicht berührt, der Vermieter darf Sie in Ihren durch de» Miet- venrag siiugeräumteii und durch iabrelange Uebung anerkannten Rechten in keiner Weise stören, beschränken oder sonstivie beeinträchtigen Sie können Beseitigung ied»r Störung oder Beeinträchtigung verlangen, und I>ei iveiicrer Zuwidcrdandlung aus Unterlassung Nagen Mietstreitigkeiten sind Frriensgchen, d. h. es iinde» in solchen Prozessen auch jetzt während der Gcrichtsscricil Termüic statt. ö. 6. Eine Aufbesserung der Dienstbezüge, Pensionen iisw. bei AUvensionären hat in legier Zeit nur in Hessen stattgcsun- den. Bei Reichsveamten ist dies nicht der Fall. E? ist nur am 29. Juli 1913 ein Gesetz ergangen, durch welches das Besoldungsgesetz vom 15. Juli 1909 al>.!eändert worden ist. Hierdurch sind a!>er nur 3 Klassen Beanrte ausaebessert worden: l. llnterbcamtc der Echgisiierklaise der Post- und Dclegravhenverwaltung. 2. Unterbeamte beim Postmuseum. Obcrpostdirektionen usw.. 3. Burcau- lvamte 2. lasse. Lagerverwalter, Ober Post und Telegravhen- lvwie Post- und Telegravl:rii-Assistenten und Postverwalter. Dieses Gesetz ist mit den« l. Oktober 1913 in Kraft getreten. Märkke. Gießen, 25. ?I>,g Marktbericht. An' de», benti ien Wochenmarkte kostete: Butter da? Vlund 1,10—7,20 Mk.: Hühnereier 1 Stück 10 16a., 2 Stück 00 Big.: Enteneier I St. 10 Psg., 2 Ll. 00 P'g : Gänsceler I St. 0-0 P'g., 2 Sl. 00 Plg.: Käie da? Stück 10 — 12 P(g., Kglemalte 2 Stück 5—6 Vig.: Tauben da? Paar 1 , 60 — 1,40 Mk., Hühner da? Stück 1,50—3,00 Mk„ Hahnen da? Stück 1,50 - 3,00 Alk.. Ente» dg? Stück 3,00 -4,00 Mk„ «änß da? P!d. 00 -00 P'g.: Welsche 4—5Mk.: Ochlenstet'ch dasPid. 6, -g« P g. lllindsteisch da? Pinnd 00 — 04 Psg., Kulisteilch 30 Psg., Schweine- ileisch da« Pinnd 70-36—06 Big. Kalbsteiich da? Md. 34 -»-3 P'g., Hammelfleisch 116»nd 70—9616g - Kartofseln 1'>0 Kg. 0—1 Mk., Weißkraut dg? Stück 20—35 P'g.: Kiviedeln der Zentner 12.00— 1v,00 Mk.: Milch da? Litce 22 Big.: Aev'el der Jenluer 13—20 Mk.: Birnen da? Pinnd 15—20 tilg., Nüsse 100 Glück 60 Plg., Zwetickien der Zentner 12—15 Mk., Knrken 10 ) Stück 2.00— 3.00 Mk., Bohnen I Pinnd 14 di? 13 P'g. — Marklzcit von 7 bis 1 Nhr. Amtlicher Wcttrrbericht. O e s s c n t l i ch c W e t l e r d i e n st st e 11 e G i e ft c n. WetterauSsichte» in Hesse» am Mittn'och, de» 26 Ang. io>? Zunahn-.e d-r Ben'Llkuug, vereinzelte Niederschläge, kühler, südwestlich« Winde. verantwortlich für de» gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goctz. Letzte Nachrichten. ^iinf ^orts und die Ttndt Namnr selbst ^enounnen! Berlin, 2h. Auq. Von der Festung Rainur sind fünf Forts und die Lmdt in unserem Besitz. Vicr Fons werden noch drschosscn. Ihr Fall stehr aber in kurzem bevor. Generalgiiartiermcister von Stein. Liege der tLcstcrrcicher über die Nüssen. Wien, 25. Aug. Das Kriegspresse-Quarkier meldet: Die Offensive unserer Tnippen dringt z« beiden Seiten der Weichsel unanfhaltsam vor. West lich des Flusses haben unsere Kräfte im Anschluß an dir deutschen Verbündeten unter kleinen Kämpfen den Lnidgork kGebirge» überschritten. Sie erreichten gestern den Abschnitt des Kamionkha-FlusseS zwischrn Tiestc Kietze und Radom. Oestlich der Weichsel nmrfen unsere siegreich vordringenden Krüstc bei Ä r a s n i k auf dem Wege nach Lublin rine starke Truppe zweier russischcr Korps zurück, lieber 1000 Russen, darunter, viclc Ofsizicre. fielen unverwundet in unsere Hände. Auch wurden rine Anzahl Fahnen, Masch, »engewehrr und Geschütze erbeutet. Ein Vor stoß von 2Ü0Ü9 Russen, größtenteils Reiterei, gegen die Grenze der Bukowina, wurde bei Rorwosielitza vollständig zurückgrschlagen. Dem Feind wurde» mehrere Hunden Gefangene abgenommcn. In übcrstürzkcnl Rückzuge ließen sie auf dem Kampfplatz viele Kriegsgeräte zurück. Trlcgrauime des Kaisers. S t u t t g a r t. '25. Aug. Wie der „Schwäbische Merkur" berichtet, hat der K a i s e r an den KönigvonWürtte m - berg folgendes Telegramm gerichtet: „Mit Gottes gnädiger Hilfe l>at 'AlbreckN mit seiner ^-rrlichrn Armee einen glänzenden Sieg criochten. Du »virst mil mir dem Allmächtigen danken und auf den Zieger stolz sein. Ick : abe Albrechl soeben das Eiserne Kreuz l. und 2. Klasse verliehen. Gott segne weiter unscre Wallen und die gute Sache." Berlin. 24. Aug. Telegramm au die Krouprin- zcssin Cecilie Berlin: Innigsten Tank, mein liebes Kind. Freue mich mit Dir über Wilhelms erste» Sieg. Wie I>errlül> dal Gott ihm zur Seite ge» ianden. Ihm sei Tank und Ehre Ich habe ihm das Eiserne Kreuz 2. und l. Klasse verliehen. O tat soll sich auch brillant mit seinen Grenadieren geschlagen txrben. Er lxtt das Eiserne Kreuz 2. Klasse bekommen. Sitge da? Ina Marie, Gott sätütze und delsc den Jungens auch weiter und sei auch mit Dir und den Frauen allen. Papa Wilhestn. Die Hilfelrijtung der .„Kaiserin Elisabeth" in Tsingtau. Berlin, 25. Aug. Tie „Nvrdd. Mgein. Ztg." schreibt zu der gemeinsameil Vtftion des deutschen lKoschn>aders vor Tsii'.gtaii mit dem österreichisGungarisck^ni ztzriegsschiff ..Kaiserin Elisabctlr": Die Entswließnng de? Kaiser-? und Köni-ts Franz Josef, die Wassendrüdcrscltait zivischcn de» beiden Kaiserinärlsten auch im lerne,i Osten durch dw Tat zur Geltung koimnon zu lassen, ist in Deutschland allenlhalbeii mit warmherziger Befriedigung l«grüszt worde». Sie bekunde! abermals, ivie fest die Biindesgenos s c it > ch a s t Tcntsitiland mit Ocslerr>-icl, Ungarn zusammeng.-kit - tet. Unserer W»-I,rmgcht in den ostasiatischen tKeiväsiern wird es eine stolze Freude sei», Seite an Seite urit der Trägcriu der öster- reichisch-uugarischen Kriegsslagge zu sechten, die von allersher mit Nudni gcsührt ivurde und ihn ährend der kurzen Wochon dieses Krieges von neuem bekräftigt bat. Kloch ein Völkrrrechlsbruch der marokkanrschrn Rrgierung. Wien, .5 Ailg. Die n, a r o k k a n i s ch e R e g i e r n n g hat dem diplvlilatlschenAgenten O c st e rreich-U ngarn s in Tanger seine Passe zugestellt und ihn zur soforti-ten Abreise auf dem französische» .Kieuzer „Cassard" genötigt, d»'r ihn nach Sizilien gebracht lxit Es braucht nicht hr'rvor- gehoben zu werden, daß dieses offenbar ans französisckx's Wcrk zurückzuführende Vorgehen einen eklatanten Völkerrechtsbruch bedeutet, da Tanger und die es nmgebeird»' 'sonc nicht deni französischen Protektorat, sonder» auf Grünt» eines Uebereiukommcns aller Signatar-Mächte bei '.Tlftc- eirasaktc einem internationalen Regiine imterstehlt. Der deiltsckie Konsul in Abo vrrhastrt. Stork Holm, 24. Ana. Nach hier vorliegenden zuverlässigen Meldungen »mirde der deutsche Koirsikl in Abo Finnlmid) mit seiner Familie verltzvjtct und nach Petersburg geschasst. Die Meldungen, daß der Konsul hingerickz- tet lvorden sei. sind falsch. Der König voll Runmnirn erkrankt. Bukarest, 25. Ang. Die da? „Bert. Tagebl" hört, ist König Karol von Rumänieil erkrankt und muß seit einige» Tage,, das Bett hüten. Alle Audienzen sind bis aus weiteres abgesagt worden. Fran.zosenregimrnt in Saarburg. Köln, 85. Aug Die „Kölnische Zeitung" erhielt eine Zu- schriit, an-? w lcher hervorgeht, wie hie F-raiizolen ru Saarburg hausten, die aber auch eiiien Beweis liefert von der uiedertrgchtiaen Gesinnung der deutsch-lothringisctx-n FrauwSlntge, die sich in den Grenzorten umhcrtriebcn. Als hie Franzosen in Saarlmrg ein rückten, wrrrdcn sie von der einhcinriscküm lothringischen Bevölkerung als die Deireier imd als die Retter begrüßt und griei>-rt Der Redakteur der Sagrburger Zeitung hat den sühreitden Ossizier der sranzösiichen Trurwe» mit einer Tlwaier Rede begrüßt: alsdann wurden die Lssiziere und Soldaten in einzelnen Ableilunge» von ganz bestimmte» lothringischen Benwlmern durch die ganze Stadt geführt, zu d,-n Wohnuugen sämtlicher bnitfcfxT, Beamten und Ossizierc. 2!lle diese Wohnungen und nicht eine einzige andere wurden planmäßig zerstört und gevlündett. Die eisernen Oleld- schränle der Rcichsbankstelle sind erbrach»-» und dann zerstört ivor den. Den Wein und alles Genießbare hat man zusaminengetragen und dann in den Wohnräumcn de? Vorstandes der Baut ei» tKelagc veraitstallei. Tie Wäsche und Kleider wurden zerrissen und zerschnitten. Erbeutete fran,vsische Geschütze. S t r a ß b u r g . 25. Bug. Vor dem Kaiser-Palast sind nunmehr insgesamt 9 erbeutete sranzösischc Ge- s ch ü tz e ausgeslellt, nachdem die zuerst cingebrachten bei Mül Hausen dem Feind abgenommcnen 4 Feld>vichütze seit gestern um .5 weitere au? den Kämpfen im Weilertal herrührenden fran.zSsi - scheu Kanonen verinchrt worden sind. Tie Bauern hoben in der vergaiigenen Nacht ein französisches Feldzeichen cingcbracht, das zunächst im Gvuvenicmeul mitbeivahrl wert»-» wird. Karlsruhe, 24. Aug Auf dem Schloß platze wurden heute 12 französische Kanone» mit den dazu.gehörigen Munitiouswagcn und Protzen, welche ivn den badischen Truppen am 21. August erbeutet wurden, ausgestellt. Gute Bkhstiidlung der Jtolirner. Rom, 25. August. Tie ?lgc»zia Stesani teilt mit, daß die italienische Botschaft in Berlin von den verschirdemm Koniu- laten Rartirichtnl über die sehr eiitgegeilkumm,mde und l-erzliä»- Behandlung der in ihr Btterlanü znrückkehreiiden italienischen Arbeiter durch die deutschen Zivil- und Militärbehörde!, erhalten ,-abe. Die Botichan ihrerseits stellt sest, daß die italienischen Ar- beiler durch die Berliner Behörden ebenso entgegenkommend und höflich behandelt werden. Die Lage des Berliner Arbeitsmarktes. Berlin. 25. Aug. Aus Veranlassung des Verbände? märkischer Arbeitsnachweise traten die Vertreter der Großberliner Ar- beitSnachlveise, der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, der Handelskammer, der Aeltesten der Knusmannschait und der Handwerkskammer, zu einer Beralung über die Lage des Großberliner ArbcilSmarkles zusammen. Auch das Landwittsstiastsmiuislerium sowie das Oberkommando hatten Bertrcier entsandt. In den letzten Tagen sind seitens des ZemralarbeitsnachwejseS 7(XX) Arbeiter nach auswärts gefahren, in den nächsten Tagen werden 2000 weiter« Arbeiter folgen. ES soll eine Zenlralauskunitsstelle eingerichtel werden. Tie Zahl der Arbeitslosen in Berlin wird auf etwa 10 Prozent der Ardeiterbevölkerung geschätzt. Nach einem Beschluß der städtischen Deputation zur Fürsorge tür Arbeitslose sollen loah- rcnd der Tauer des irrieges unterstützt werden: Arbeiter und Angestellte, die ttotz ArbeitSiählgkeit eine Beschäftigung nicht finden lönncii, sowie selbständige kleine Gewerbetreibende und ?lngchörige solcher Berufe, die >oegen der gegenwärtigen Wirtschaftslage außerstande sind, sich und ihre Familie zu ernähren. (Medizinische Klinik, Klinikstraßel. Spttchslundc: Jcbcn Mittwoch adcud von 5—*/*7 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und Angehörigen von Lungenkranken. 656V Ausgabe von Ilticften für 2l»fnahnic in Heilstätten. Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur Vermeidung von Ansteckung. >Ht. Für Militürliescrnna kau'e zu den hSch-icn Prellen Hafcrilltt u. nnm t^nitc, ebenso IS72 ncKtr Roggen und Weizen Tiegmund Rosendanm Telephon 118 Gießen Franks. Slr. 29 Meine la. Kxportbiere Münchener Biirgerbräu Culmbacher Petzbriiu Dortninnder Union-Pils. sind in bekannter Güte wieder frisch eintet'offen. EmiR SchmaSI Tdtfkta 13 BlcrtroBhandluiiR FraBkiorttrSlr .7 Wer Bedarf SSte** in vArtucn -jvl i{t,nci, 15 „ 5 Prozent Nachlaß. 9247 Geeignete Packungen zwecks Versendung von Zigarren und Zigaretten in Feldpostbriefen stelle ich ohne jede Sonderberechnung zur Verfügung. Auch übernehme ich die pünktliche und sorgfältige Absendung von Zigarren, Zigaretten in Feldpostbriefen nach Auftrag in bestimmten Zwischenräumen. Seiiersweg 63 Wilhelm Üloeser. Grossh. hessischer Hoflieferant Fernsprecher 778 yekanntinachung Mr machen hierdurch bekannt, daß wir außer bei unserer Geschäftsstelle, Liebigstraße 16 (Alte Klinik) Sammelstellen für Barspenden bei der iirHelilHrisIl 19386D Hütete Milli M Hielte errichtet haben. Wir bitten die gesamte Gießener Einwohnerschaft mm kräftige Unterstützung durch Einzeichnung von Spenden in die bei den Sammelstellen aufgelegten Listen. Jeder, auch der kleinste Betrag ist herzlich willkommen. Zer $w|tnili &es ZmWNkiiS Wen min Riten Kreuz. Can5atkii Das landwirtschaftliche Institut der Universität ist bereit, an Männer, die auf dem Lande bei der Feldbestellung helfen wollen, Unterricht in der Landarbeit zu erteilen. Man bittet um persönliche Meldung im landtsirtschaftlichen Institut, 9384V Seuckenbergstraße 15, Vormittags. Bürgervercin Gießen. Mnnslilg, den 27. AuM tr., abcusts 8 1 /* Hljr, im Saale des Cas^ Leib: 9e!fent]lctieOOrgerversaniinliED0 Tagesordnung: 1. Wirtschaftsleben, Rechtsverhältnisse u. Krieg Referent: HerrBetgeordurJusttzrat GrünewaU», Gienen. 2. Anregung zur Gründung einer Hilsskreditkasse 7 , für de» Mittelstand, Handwerker und Gewerbetreibende. Freie Aussprache. Wir laden unsere Bürgerschaft zu dieser Beriamm laug Uerinit ein und hoffen tu Anbetracht der für die gegenwärtige Zeit änsterst wichtigen Fragen, Beßprechnng stehen, an! recht zahlreichen Besuch. Dante» willkommen. Der Borstand. für Nlilitärlieferungen 9338] kaufen wir HaferiXl, Roggen Weizen Gerste am höchsten Preisen. Bär & Wetterhahn Giessen Iiiebigstrasse 3 bocbberrfdmät, 1. Stock, mit allem Komfort, Zentratheiz., fn ruhiger Lage und Nähe der Untverstlnl per 1. Okiod. zu vermieten. 8008 Emil Heinrich Müller, Schillcrstratze 2«. Lkttersmü 7l>,«L.^' II. Stock, eieg. 8 Zimmer Wohnung, Badezimmer, Gas- und elektr. Licht mit allem Zubebör. 9M> Näh, bei Ebcrh Metzger. Ludwiqstrnste 30. 6 Zimmer Credner,trotze 14 hübsche 5 Zim.-Wobnnng nebstZu- bebär, Garienanleil ac. zum 1. Oktober zu oerniieten. t®" Näheres Hpsmannstr. 14. 4 Zimmer Srbut,trotze 11. Staotvpst geraum. 4-Zim. Wobnnng im Dachstvck per 1. Oktober zn vermieten. Näb Hotmasn- atraße 14 oh. b. Masseur Err.ti, Schutstrasie 11. 8092 4 Zimmer Wobnu«, p. fof. oh. spät, zu vermieten. Näh Ktrehenplatz 11 , L Laßen !*, j 2 Zimmer 9325D] Maiiiardrnlpobng., 2 Zimmer und Küche, per 1. September zu vermieten. Kaiser-Allee 48. | Verschiedene 3 rott. 4 Zinimerwovunu», neu hergerichtet, zu vermiet. 92031_ Ksvlausgassc 27. 002881 Kleines Logis z. vrm. Bahnhpsftr.26,Vrdrh.2.St, Grone schöne Wohnung Aliccstratze 11II. sofort oh. später zu vermieten. 8017 s Mo bl. Zimmer j Möbl, Wohn.- n. Schlasz. u. 1 Zim. z. p. Lndwl53tr. 40II. 06288 Tüchtiger Automobil Monteur 93^4 GoebelaL Appel, Alicestratzc 25. Selbständiger älterer Bäcker, militärsrei, sofort gesucht. 9380 Frankfurter Stratzc 27. Krästigcr junger Bnridic, militärsrei, sos. in Bäckerei gesucht. W78 Frankfurter Stratzc 27. Mäber gesucht. 06301 K. Guter, Hammstratzc l.auklran ul. LanlmäLeken gcs. Weserstratzc 3 II. 108298 Gin tüchtiges Mädchen sosuri ges. Frau L. Ster», BabiibPiitratzc 2. 9379 Dienstmädchen zu sos. Diensianlriu ges. von Fra« PondirektorSckäscr, Bahnbosstrnde 85. 19365, Sielt. Mädchen uh. nUcinü. Frau i. kl. PrivathatiSH. ges. Katharine 5ehmWt, gewerbs- »iätztge Stellenpermiitlertii Walltoritratze so. 106297 Gesucht j. Mcheii „nwö 18 I„ kinderlieb, zur Beschäs- Itgung m. 5-iribr. Kindes lägt, von 4—7. Kolthestr. £5 j. .. CT , Lehrmädchen geg. sosortVergütung gesucht, SchuhbansW.Bcnner. i»«« Besseres Mädchen sucht Stelle, evil. Tagsüber. Stcinftratzc 35. 06299 Slcltcr. 'Mädchen, das gut kochen kann und Hausarbeiten übernimmt, sucht Stelle in gutem Hanse für 1 Sept. od. später. >06300 Slliccstratzc 17. lim sjl sunfeft, leichtes i alt, verkauft 938t L. Jost, Angenrod b. Alsfeld Ober-Hessen. R62[ Ein Paar gute Fahrochsen verkauft Karl Hesse, Otter hach bei Nieder-Gemnnden. Telephon Nr. 8._ Junge Fahrkuh Simmenialer.m.2.Kalb frischmelkend, zu verk. Selpp, llliuls- mShls. Leihgestern. 106291 Verkauf. Die Gemeinde Eberstadt hat durch eingetretenen Rückgang von Zuchtschweinen einen in Körperform und Veredlung sehr guter, 2-jährigen Eber aus Hofgüller Zucht stammend, abzugeben. Reflektanten wollen sich bei Unterzeichneter Bürgermeisterei bis zum 1. September melden, Eberstadi.24.Aug. 1914. Gr. Bürgermeisterei. Görlach >9370 Eine Frnchtfegmnhle bai z. verkansen. Grünbcrg. Sllsicldcr Stratzc 19. >935,3 Brotrnlag-Fistele,UnterwGOä- Sckreibm.,BranuBS*h. bill.ab- zugeb, [06294] Kalser-AlleeU. Das Grummeigras von 4 Morgen Wiese ist zu verk. tihr. Inderthaal, 06298 Neuen Baue 27. Rcincklaudcir und Birnen zu verkanten. 19378 Dchillcritratzc 28. Znckerbirnen, zum Einmachen ». Honig gecigne, verk. am Baum Karl Malkomcsius, Kai,er- Slllcc 11. 9386 Gcbranckftcr Reiiekorb zu kauten gesucht. Ungefähr 80 breit, 80 lang. Landgras- PbiUpp Platz 5 II. >06-292 Gut erhaltener Kinderwagen, Zwillingswagen bevorzugt, z. kauf. ges. 106290 Franksurtcr Strafte 59 H. 2®ir kansen Hafer für Eilitärlteferuniisn, sowie alle sonstigen Selrelitosorien zu hädifteu Preisen. !9374 (1ÜUUSI9 U ÜUIUlfJ Bnrea«: Wett-Sinlage 46, Tclcvbo» 179. Pension Brandt (vor August i?!4: Pension Bellevue) Hensn 2äne 22 xm Von vornehm.Familien gern besuchtesHaus, behagLein- ger. Zimmer, gute Verp eg., Bad. Tel. 1085, mit6. Preise. I. Gietzcncr Bügel- und Revaratnr - Anstalt von Kambach benndet sich nur Kavlausgassc 27. Billige Preise. [06192 tlran birnen zum Roheisen n. Einmachen per Psd. 12 Psg. zn haben 93751 _Scltcrsweg 67. ojfttuten: f billigstes Pferdefutter, [9373 y 50 Mk. pro Zentner. ir Teleph.179. - Bureau Wesl-Anlage 46. Grasmäher mit neuesten Tiesschnivp- baiken vorrätig und sofort lieferbar empfiehlt 9382 SW. Roscutbal, Liebtgstr. 13. Jernspr. 77. Oefcn und Herde! Ein gröst. Posten gebr. Oesen u. Herde stets amLoger u.gebe dieselben zu jedem Preise ah. -Halte stets Leihherde in jeder Grötze für Festlichkeiten am Lager hei billig. Berechnung. Diezftratze 6 Part. »4914 Marke Hartwig & Vogel, sowie Slollwerok l» vo-resehriebener Feld- 1 ostbrief-Pachang zu haben bei Geschw. Altenpohl, Flockst!*. 4. [mo, \cuc gesunde, gute Kartoff eins und Zwiebeln billigst bei Ang. Wallenfels Eofanilälaarfr n. Delikatessen Marktplatz 17. Tel. 202. Wauzentod Sicherstes Mittel Fl. 50 Ps. AiUer-Drogerie, Selters . 39 Otto Schaal. [9351 Wir bitten Frauen unserer Mitglieder, deren Männer zu den Waffen gerufen worden sind, sich im Gewcrbchaus (bei Frau Michel, Kirchstr. 16) zu melden. 933 ® Der Borstand. Dr. Krausmüller, Vorsitzender. Jnt jkhigkll empfehle in Ia. Oualftäi: Spinat, Feldsalat, Winter- salai, Kopfsalat, Karotten, Rettich, Weitzkraut, Wirsing, Herbstrüben, Sens, Sommerrübcii uiw. Rsrnr. Kahn, Samenhandlung XcTistndt 8 Telephon 403 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Nachstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur öffentlichen .Kenntnis. _ Bekanntmachung. Be 1 r.: Landsturm-Kontrollversammlungen im Landwehr- bezirk Gietzen. Es haben ohne weiteren Beseht zu erscheinen: Sämtliche Unterosstziere und Mannschaften, die dem Landsturm II. Aufgebots angchörcn: das find alle diejenigen, die m i l i t ä r i s ä> a n s g e b i l d e t sind und im Kalenderjabr 1914 das 39, Lebensjahr überschritten haben oder nod> überschreiten, sowie ältere Mannsdiaften, soweit sie das 46. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: ferner diejenigen, die vor erreichtem Milftärpsttchtaltcr ein- getrelen sind und 19 Jabre dem Heere angehört haben, auch wenn sie noch nid» 39 Jahre alt sind. Befreit sind: Eisenbahn- und Postbeamte, über die eine Unablömmlichkeitsbescheintgung dem Bezrrkskom- mando eingereicht ist. Bezirk desHauptineldeamlsGietzen am26.A»g. 1914, vormittags 8 Uhr, aus dem Hose der Zeug- hauSkaserne am Landgras-Phitivv-Platz in Gie- hen: sür die Bewohner der Stadt Gienen, Jahresklanen 1890, 1891, 1892 Mid ältere, deren Slngcbörige das 45, Lebensjahr noch nidjt Überschritten haben: am 27. August 1914, vormittags 8 Uhr: Jabres- klassen 1893, 1894, 1895 und Angehörige jüngerer Jahresklassen, die älter als 39 Jahre sind: am 28. Anglist 1914, vormittags 8 Uhr, für die Bewohner folgender Gemeinden: SUbach, Allendors a.LaHn, Aüendors a.Lumda, Sillertshausen, Alten-Buseck, Annerod, Slellersheim, Beltershain, BerSrod,Bettenhausen, Beuern, Birklar, BurkHardsselden, Climbach, Daubrinnen. Dortgill, Eberstadt mit Arnsburg, Euingshauscn, Garbenteich, Geilshausen, Göbelnrod, Grosten-Buseck, Grotzen-Linden, Grünberg, Grüningen, Harbgäi, Hattenrod, Hausen. Heu- chclbeim, Holzheim, Hungen, einschlietztich der dazu gehörenden Mühlen, Höse nsw.: am 29. August 1914. vormittags 8 Uhr» für die Bewohner soigender Gemeinden: Inheiden, Kestelbach, Klein-Linden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Lauter,Leihgestern, Lich mit Hof Albach, Eolnhausen und Müblsachsen, Lindenstruth, Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Münster, llllnschenbeim mit Hos-itzüll, Nieder-Bessingcn, Nonnenrolh, Obbornhosen, Oberbessingen, Ober-Hörgern, Odenbansea mit Appenborn, Ovvenrod, Qneckborn, Rabertshausen mit Ringelsbausen. llieinhardShain, Reiskirchen, Rodbeim mit Hof-Grair, Rödgen, RüibgeS, Riiddinashansen, Rui> tcrshausen mit Kirchberg, Saasen mit Bollnbach, Steits- berg und Wirberg, Stangenrod, Stausenberg mit Friedcl bansen, Steinbach, Steinheim, Stockbausen, Trais-Horlosi, Treis a. Lumda, Trohe, Utvbe, Billinnen, Watzenborn mit Steinberg, Weickartshain, Wcilershain, Wieseck, Winnerod, einschlietzlich der dazu gehörenden Mühlen, Hüte usw. Es wird aus solgendeS bingewiesen: 1. Sämtliche Mannschasten stehen während des ganzen Kontrolllages bis einschlietzlich Mitternacht unter dem Mtlilärgesetz. Unpünktlichkeit und Bersäumnis der Kon- trollversammlung werden streng bestrast. 2. Etwa vorhandene Miftärvapiere sind mftzubringen. 3. Die Leute haben Stöcke, Schirnie, Pseisen und Zigarren vorher wegzulegen, 4. Sännliche Appells sur den Hauptmeldeamtsbezirk stnden in Giehen statt, [93973 Gie hen, den 22. August 1914. GronberzoglicheS Bezlrkskommnndo. Naumann, Oberstleutnani und Bezirkskommandeur. Zu dem Fonds sür Liedesgaben sind bei dem Otzerdürgermcister weiter eingegangcn: von der Loge Ludewig zur Treue..... 250,— Mk vom Verein städtilchcr Beamten......100,— * vom Verein iür jüdische Geschichte n. Literatur 50,— - von Geh Schulrat Dr Rausch......50,— „ von Landgerichtsrat Schnitzspahn.....50,— » von Ungenannt............ 500,— » von Geh. Justszrat Hirschhorn...... 600,— - von Stadtverordneten Holsrtch......100,— „ von R. L M. W.............50,— * von LandgerichtSrot Schmidt.......30,— » von Landgerichtsdirektor Prälorius .... 20,— « von FeldbereinigungSgeomeier Hanauer . . 30,— - non N. N., Arbeiter...........—,50 - von Hoflieferant Wilhelm Möser.....50,— » von Ph. Schwarz und Frau......10 0,— »_ zusammen 19802)0 Mk Mit herzlichem Dank sur diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten. _______ 9384 B Der als Feldschütz gewählte Ludwig Hofmann,ist am 28. v. Mts. als solcher perpstichtei worden. W-b