JIr. J97 Der Sietzever Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich OietzenerLaniiliendtölter; zweimal ivöchcnllchkrei;- dialIsiirdent!rei>Sirhen (TieiistagundFreiiaq); zweimal monatl. Lond- wirlschastlich« öeitsrageu Ferniorech - Anschtüste: iür die Redaktion 112, Verlag n. Expedition öl Adresse lür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige, iür die Tagesnummer bis vorniiriagS 8 Uhr. Erstes Blatt m. Zahrgang Montag, 24 . August 19X4 General-Anzeiger für Gberheffen Rofofiousbnitf und Verlag üer vrühl'schrn Unio.-Vuch- und Steinörucfcrei R. Lange. Rcöaftion, Expedition und Prndcrcl: Zchulstratze 7. ve z!> g4v rci-: monat>i^7öM.,vieriel- sährlich x!!k. 2 . 20 ; durch Abhole- u. Zweigstellen inonatlich 60 Ps.: durch diePost Alk. 2 .— viertel» jahrl. ausschl. Beüillq. ZeilenpreiS: lokal 15Ps„ auswärts 20 Mennig. C hesredakteur: A. Goeiz. Verantivortlich sur den polit. Teil: Aug. Goey; süc .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichts- saal': Karl Neurath: <ür .Stadt und Land': Kurt Bendt; liir sei, Anzeigenteil: H. Beck. biegreicher Vordringen der deutschen Truppen aus allen Uriegrschauplatzen. Berlin, 28, Aug. or Namur donnern seit vorgestern die deutschen Geschütze, Berlin. 28. Aug. Die Truppen, die unter Führung des Kro n pinzen v o n B a v e rn in Lothringen siegten, haben die §inie Lunevillr — Blamont — ISi* reu überschritten. Das 2l. Armeekorps wll heute in Lunöville ein. Die Verfolgung beginnt reiche Früchte zu tragen. Außer zahlreichen Gefangenen und Feldzeichen hat der an und in den Vogesen vorgehende linke Flügel bereits 15 0 Geschützt erbeutet. Die Armee des d e u t s ch e n K r o n p r i n; e n hat heute den Kampf und die Verfolgung in der Richtung Longmu fortgesetzt. Eine zu beiden Seiten von Neuschätcau vorgrhende Armer des Herzogs Albrecht von Württemberg schlug heute eine über den Semois vorgcdrungenc französische Armee vollständig. Sir befindet sich in Verfolgung. Zahlreiche Geschütze, Feldzeichen. Gefangene, darunter mehrere Generäle, sind ihr in dir Sünde gefallen. Unsere westlich der Maas vorgrhendcn Tnip- prn stieben bei Maubcuge auf eine vor ihrer Front auf- tretendc englische Kavalleriebrigirde; diese wurde zurückge sch lagen. Grueralguartiermkister v. Stein. Die freudigsten Erwartungen sind Übertrossen worden. Unsere Truppen in Lothringen haben wirklich aus der ganzen Linie gesiegt: die Armee des bayerischen .ibronprinzen hat das französische Grenzland besetzt, und ein Korps ist schon in Lunävillc einmarschiert. Die Linie Lnnäville-Bla- mont Cirny hat eine Länge von 30 Kilometern und erstreckt sich genau in der Richtung westlich von Straßbnrg, Die Zahl der eroberten Geschütze hat sich in den letzten Kampsestagrn verdreifacht, ein Beweis, das; der Widerstand der Franzosen sich lediglich darauf richten könnte, einigermaßen die Ordnung beim Rückzug ausrechtzuerhalten. Nördlich von Metz, an der Grenze Luxemburgs, hat die Armee des deutschen Kronprinzen ebenfalls den 6iegner geworfen. Ebenso hat der Herzog Albrecht zu Württemberg mit einem wei.crcn Heer in Südbelgicn die Franzosen geschlagen. Der in der obigen Meldung genannte Semois ist ein kleines Flüßchen iw der belgischen Provinz Luxemburg. Die Bedeutung dieses Sieges des Herzogs Albrecht kann man in seiner vollen Bedeutung noch nicht würdigen: sie muß aber sehr groß sein, denn auch hier ivird der Feind, der sogar gefangene Generale zurückließ, in Feindesland verfolgt. Weiter westlich an der sra»zösisch>°bklgischen Grenze ist zu unserer großen Ueberraschüng auch schon deutsches Borgehen siegreich gewesen. Tie Truppen, die westlich von der Maas, bei Maubcuge, ca 10 Kilometer von der belgischen Grenze aus französischem Boden, vorgerückt sind und eine englische Kavalier iebrigade zurückgeworfen haben, sind wohl Teile des Heeres, das auch bei Namur seine Geschütze erdröhnen läßt. Wie wird den Engländern der Schreck in die Glieder fahren! Und wie groß ist gerade die Freude darüber, daß Albion jetzt zu Lande die erste schallende Ohrfeige erhalten hat! Nehmen wir hinzu, daß auch im Osten die Russen zurückgelrieben worden sind, indem sic 8000 Gefangene bei uns zurückließen, so leben wir allen Grund, die Sieges Glocken von Turm zu Turm läuten zu lassen. Trotzdem haben die großen entscheidenden Nachrichten keinen übermäßig lauten und lärmenden Jubel in der Hei- mat hervorgcruscn Man gedenkt der Tolen, die auch auf unserer Seite draußen das Feld der Ehre decke». Wohl mag uns die wehmütige Stimmung einen Augenblick stilles Gedenken verursachen, aber die Freude über den Sieg und das Glück unsere- Vaterlandes ilderwiegt doch alles, und so märe es weder voreilig noch den Empfindungen des Volkes widersprechend, wenn auch in Gießen, wie in so vielen Städten de-s Reiches, nach, dem Eintreffen der freu- digen Botschaften, die Glocken geläutet worden wären. Ei» Leser unseres Blattes begründet das noch, in einem längeren Schreiben, von dessen Abdruck wer indessen absehen wollen. Die Menschen sind verschieden, und es gibt nicht wenig Deutsche, die sowohl überwältigende Freuden- wie Traucrnachrichten mit stiller Fassung aufnehmcn. ohne daß man ihnen nachsagen könnte, sie besäßen kein Gefühl und keine Begeisterung Leuchtende Augen und Hochgefühl des Glückes sehen wir überall, wohin wir auch blicken, und das Volk weiß, daß der Weg auf die Höhe führt! Wen» cS beute iin Reiche überall bekannt wird, ivclch eine treffende und einzig richtige Antiport — nämlich gar keine — die bfutfd'c Regierung der Unverschämtheit tz-er Japaner entgegengesetzt hat, ivird angesichts der trost- und hoffnungsreichen Lage wohl auch der deutsche Humor zu seinem Rechte kommen. Ob das Gerückit, daß das Deutsche Reich sein Schutzgebiet Kiantschau unter amerikanischen -chutz stellen und damit dem gelben Räuber seine Ans sichten nehmen werde, den Tatsachen entspricht, darüber ist bis zur Stunde noch nichts bekannt geworden. * . TaS „lothringische Loch" — unter diesem Namen ist in der französischen Literatur, insonderheit in der Militär- litcratur. die Strecke zwischen den starken Festungen Epi- »al im Süden pnd Tont im Norden bekannt. Dieser Teil FranzüsisctpLothrinaens, dessen Hauptorte Nancy und Lunsville sind, bildet die natürliche Einfallspforte von Weste» »ach Deutschland, und es war seit langem bekannt, daß die Franzosen dieses „lothringische Loch" auserschen hatte», um i»S deutsche Land einzudringen. Ihr Vorstoß ist nun vollkommen gescheitert, ihre Heere fluten zurück, in den Schutz der Festungen Epinal und Tont, verfolgt von dem deutschen Heere Ist die 40 Kilometer breite Lücke zwischen Toul und Evinal auch nicht durch einen Sperrgürtel von Forts verschlossen, wie die starken Sperrgürtel' von Belsort bis Epinal und von Toul bis zur belgischen Grenze, so ist sie doch ein Gelände, das dein Vordringen erhebliche Schwierigkeiten entgegensetzt: die Berge und Wälder, die Flüsse und die Kanäle, die kunstvoll angelegt sind, zum Teil höher liegen, als die Eisenbahnstrccken und zuweilen sogar in Tunnels durch die Berge geführt sind, iverden Feind und Freund in gleicher Weise hirtdcrn. Ten natürlichen Scgutz des Lothringer Loches bilden die drei vielfach gekrümmten, »um Teil tief einge- schnittencn Flußtäler der Menrthe, ihres linken Nebenflusses Mortagne und der Mosel. Geht man aus dem deutschen Lothringen, etwa von Chateau Satins her, über die Grenze ans tzlancy zu, so bildet der dichte Wald von Cl-apenoitx das erste große Hindernis; Nancy selbst ist ungeschützt, obwohl die Berge seiner Umgebung geradezu zur Anlage von Forts, die das Flußtal beherrschen, herauszuforder» scheinen. Tie Schönheit des Meurthe-Tales hat hier durch die Industrie bedeutend ge- Ititen: gewaltige Schlote senden überall ihren Rauch gegen Himmel unb die sanften Hügel sind durch Drahtseilbahnen, die die Bodenschätze den Fabriken zuführen, entstellt. Flußaufwärts beginnt das Gebiet des Salzes. Die Lothringer nennen die Gegend le Beritvis (eigentlich heißt sie le Saul- nois), und sic verstehen unter dieser Bezeichnung nicht nur den französischen Teil des Landes, sondern unter le Vernois ist ei» größeres Gebiet begriffe», das auch deutsch»' Teile einschließt, und die oben genannte Stadt Chateau Satins ist der natürliche Hauptort dieses Gebietes, Nicht nur Salz wird hier verarbeitet, nicht nur Schätze der Berge, sondern auch Ackerbau wird im Gebiete zwischen Menrthe und Mosel betrieben. St. Nicolas-du-Port beispielsweise ist ein besonders anziehender Punkt des ackerbautreibenden Gebietes. Er liegt etwas oberhalb von Nancy, und die Menrthe ist hier durch eine Brück überspannt. Der Mittelpunkt der Salzinduslrie dagegen ist TombaÄe. Obwohl die Geologen behaupten, daß man, ivenn man genügend tief in den Boden bohrt, im weiten Umkreise auf Salz stoßen müsse, wie im Tale der SeiUe und im Samongebiete, werden die Salzlager in Französisch-Lothringen dock, nur an einigen Stellen anSgebeutet, nämlich im Meurthe-Tale zwischen Nancy und Rosicres-aux-Saline. In L u n s v i l l e, dem nur wenig flußaufwärts gelegenen „Versailles" des Königs Stanislas, dagegen gewinnt man kein Salz mehr. In dieser prachtvollen Stadt mit ihrem herrlichen Schlosse, ihren ausgedehnten Parkanlagen und den sckiönen Häusern aus rotem Vogesengranit hat sich eine ausgedehnte Kleinindustrie silr Luxuswaren, Stickereien usw entwickelt, und die Stadt inmitten der grünen Berge mit de» Weingärten und den schönen Eichenbeständen macht einen wundervollen Eindruck. In dem Abschnitt zwischen Menrthe und Mosel wird besonders viel Wein gebaut. Die Berge enthalten zwar, wie man wohl weiß, große Eisenschäpe, besonders in dem nordwestlichen Teile allein aus strategisch»;» Gründen werden sie nicht ausgenutzt. Ter linke Nebenfluß der Menrthe, die Mortagne, bildet ein ziemlich breites, reiches, aber etwas langweiliges Tal; Hopfenfelder, zuweilen Weingärten, und Ackerflächen ziehen sich am Wasser zwischen den Wäldern entlmig. Das dritte Flußhindernis des „lothringischen Loches" ist die Mosel, die östliche Grcn.ze der als Haqe bezeich- ncten. sehr waldreichen Landschaft um Toul herum. Wenn man von Nauen aus nach Toul vordringt, erreicht man bei Vont St. Vincent den Fluß. Hier liegt ein stark ausgebäutes Fort auf einem steil ausrcwenden Berge, dessen Höhe ringsum die Flüsse, die Kanäle, die Eisenbahnen und die Landstraßen beherrscht. Das Flußtal der Mosel ist hier ziemlich eng, von Pont St. Bincent ans sieht man den Fluß teilweise als schmales Band sich durch die Bergwälder winden. Ein schmaler Wiesenrand begleitet ihn stellenweise; meistens sind die Userhänge mit Wein bepflanzt, und im Flnßtal findet sich eine Reihe blühender, lieblicher Ansiedelungen, z. B. Chaligny, Sexcy-anx-Forges, Unmittel-- bar vor Toni liegt das Dorf Vik7ey-ke-Sec. da? aukierordent- lich stark beseitigt ist, und mit seinen zahlreichen Berschan« junge» von Eisenpfählen, hinter denen Artillerie-Anlagen «in Buschwerk versteckt sind, bei den Franzosen als uneinnehmbar gilt. Toul selbst liegt im Herzen des gcivaltigen Hane Gebietes, das sich bis nach Thiaucourt und bis zur Mündung des Rupt-de-Mad in die Mosel ansdelmt Ucberall dehne» sich aus dem Bergrücken die Baumbestände, tiefe Seitentäler vereinigen sich mit dem Haupttalc, aber größere Orlschasten gibt es im Haye Gebiete nicht, außer am Laufe der Mosel selbst. Der Fluß ist nicht fdiiffbar, und der ganze Wasscrverkcbr des Gebietes wickcll sich aus dem gut ausgebauten Kanalsystcme ab. Wenn nian deni Lause der Mosel immer aufwärts folgt, gelangt man schließlich bis Epinal, der Festung, die seit dem deutsch-französischen Kriege aus einer kleinen Kavallerieaarnijon zu einer außerordentlich starken Feste geivvrdeu ist. Am rechte» User des Flusses liegen die Forts »nmiltelbar bei der Stadt, und im weiteren Umkreise ist ein starker Gürtel von Außcnforts angelegt. Bon der Stadt aus, die daö Zentrum einer Baumwollindustrie ist, deren Fabriken über die ganze Umgegend verstreut sind, führen zahllose Schicnenstränge nach de» Erzgruben der Berge, und andere Eisenbahnanlagen lfranzösiichc Reisenführer säbeln von 300 bis 400 Kilometer) verbinden die Festung mit ihren Forts. Natürlich sind diese aus gewöhnlichen Karten nicht verzeichnet, sondern sie werden streng geheim gehalten^ Die Zreude über den 5ieg. Berlin, 23. August. (W. B.) Die Kunde von dem Siege des Kronprinzen wurde gegen Mittag durch Exlrablätter Unter den Linden bekannt, die wie alle Straßen des Innern Berlins noch wegen des Sieges bei Metz reichen Flaggenschmnck trugen und von einer festlich geschmückten Menge durchslutel waren. Die Kaiserin war, von begeisterten Huldigungen begrüßt, zum krvnvriiizlichcn Palais gefahren, das ebenso wie das Schloß von besonders dichlen Menschenmengen umgeben war. die immer wieder vaterländische Lieder anstimmten. Als die Kaiserin das Palais wieder verließ, kannte die Begeisterung keine Grenze» mehr. Ihr Automobil vermochte sich durch die herandräiigenden Scharen nicht mehr durchzuwinden und mußte schließlich den Weg durch Seitenstraßen wählen. Tie begeisterten Kundgebungen dauerten de» ganzen Nachmittag fort. Metz, 28. Aug. Die offizielle Bekannlmachnng des Sieges der deutschen Truppen zwischen Metz >lnd den Vogesen l>al hier unter der Bevölkerung lebhafte Begeisle- rnn-g hervorgernsen. Vtaf Anordnung des Oberbürgermeisters ivurde sofort die Fah.ic auf deni Stadtl)ausc ge- lsißl und die Kaiserglocke des Domes geläutct. JN den Stvaßcn zeigte sich reicher Flaggenschmuck. An einigen Stellen des Zentrums der Stadl sainmekte sich die Menge zu Dansenden an. In den Straßen wurden Ansprachen gehalten, Hochrufe misgrbrackit, die begeistert ausgenommen imirden, tind immer wieder patriotische Lieder bis spät in die Nacht hinein gesungen. Ofenpcst, 22. Aug. Uebcrall läßt man diel denische Armee und Kaiser Wilbclm hockilcben, und man singt die Wacht am Rhein, die hier zu einem förmlichen Schlagerlied geworden ist. In den Kaffeehäusern und öfientlichen Gärten wird sic immer wieder von neuem gespielt. Ter gestrige Freudcnabend wird noch den spätesten Enkeln in frcudigev Erinnerung bleiben. Eine interessante Episode war cs, als gestern gegen 6 Uhr abends der Ministerpräsident Graf Tisza das Motorboot bestieg, das den Verkehr zwischen den beiden Donau-Usern vermittelt. Eine große Menschenmenge bemerkte einen selten wahrnehmbaren freudigen Zug in dem Gesicht des sonst so ernsten Mannes. Bald ging cs ans dem Tantpscr von Mund zu Mynd, daß Tisza eine freudige Nachricht erhalten haben müßte. Als der Ministerpräsident die Bewegung des Publikums bemerkte, sagte er zu zwei Bekannten: „Die Menschen haben einen wirklich ausgezeichneten Instinkt! Tatsächlich ist eine freudige Nachricht eingctrossen. Die Deutschen haben bei Metz einen glänzenden Sieg über die Franzosen erfochten. Es war eine Schlacht, wie sie der Krieg von 1870 wenig ihres gleichen hatte. Der Sieg ist vollständig. Tie deutsche Armee versolgt die flüchtenden Franzosen." (Lokalanz.) ' Ein Tclcgram des Kaiser. Karlsruhe. 22. Aug Kaiser Wilhelm sandte an die Großherzogin Luise von Baden folgendes Telegramm: Mit Dir vereint im Geiste sende ikh meine Tank-iebete zu Gott für den herrlichen Sieg, den Truppen aller deutschen Stänimc gcmemiam beldenhait erfochten haben. Gott war mit unS. Ihm allem sei die Ehre. Er helfe weiter. Wilhelm Tie Freude in Lesterraich Ungarn. Wien, 22. Aug W.B.> Auch die Abendblätter sei- * ern den glanzenden Sieg bei Mey, der als eine Leistung glänzender Taktik, beispiellosen Mutes und bewundernswerter Energie der deutschen Armeekorps bcxubelt wird. Als eine mcisterhaste Heldentat eröffne er die besten Aussichten aus den AuSgang des Weltkrieges, steigere gewaltig die hervorragenden politischen Konse- auenzcn und mache sic zur frohen Gewißheit. Gewaltig wie der Sieg sei die Freude, mit der er in der Donaumonarchie begrüßt werde; den deutichen Kriegern gehe aus allen Gauen der Monarchie ein donnerndes Hurra zu. Budapest, 22. 9tug. Sämtliche Blätter feiern in Ausdrücken echter Begeisterung den Triumph der deutschen Waffen. Der „Bester Lloyd" schreibt: „Die deutsche Armee hat sich das Kostbarste errungen, ivas es in einem Kriege geben kann. Sie hat de» Feind genötigt, sich dort zu stellen, mo sich für sie die günstigsten Aussichten eröiinen. Wo der Feind die Offensive ergriff, wurde er zurückgcschlagcn. Wo die deutsche Offensive einsetzte, dort fegte sic jeden Widerstand hinweg." Das „Bester Journal" schreibt: „Deutschland stemmt sich mit den Schultern gleich seinen sagenhaften Recken gegen die Feinde von rechts und links und verschafft fid> mit einem Ituck Raum und Lust." Ter „Besti Hirlap" schreibt: „Wir sind stolz aus die deutschen Siege und aus die Todesverachtung unserer herlichen Armee. Sie gilt uns als ein Unterpfand, daß sich unser Heer als ein würdiger Bundesgenosse erweisen wird." Widerhall in der Türkei. Konstantinopcl, 23. Aug. (W. B.) Die Nachricht über den großen Sieg der Deutschen bei Metz hat in allen Schichten der türkischen Bevölkerung gewaltige Be- eisterung hervovgcrufen. Die äst erreich isch- eutsche Kolonie veranstaltete ein besonderes Frcu- densest. * . * Lin deutscher 5ieg gegen die Russen. Berlin. 22. Aug. Starke russische Kräfte sind gegen die Linie Gumbinnen—Angcrburg im Vorgehen. Das Erste Armeekorps hat am 20. d. M. den auf Gumbinnen vorgehenden Feind angegriffen und gewor- fen. Dabei sind achttausend Gefangene gemacht und acht Geschütze erbeutet worden. Von einer bei dem Armeekorps befindlichen Kavallcriedivision war längere Zeit keine Nachricht da. Die Division hat sich mit zwei feindlichen Kavallcriedivisionen herumgeschlagen. Sie traf gestern bei dem Ersten Armeekorps mit s ü n f h u n d e r t G e- fangcnen wieder ein. Weitere russische Verstärkungen sind nördlich des Pregcl und südlich der masurischen Seen- linic im Vorgehen. Ucbcr das weitere Vorgehen unserer O st a r m e c muh noch Schweigen bewahrt werden, um dem Gegner nnscrc Mahnahmen nicht vorzeitig zu verraten. Ucbcr die Fortschritte im Westen werden in Kürze weitere Mitteilungen folgen. Ein neuer Versuch des Gegners, im Obcrelsaß vor- zudringcn, ist durch den Sieg in Lothringen vereitelt. Ter Feind befindet sich auch im Oberelsah im Abzug. * . * Deutscher Waffenersolg gegen die Serben. Berlin, 23. Aug. (W. B.) Aus Sarajewo ging heute nachmittag folgende Meldung beim Admiralstab der Marine ein: Am 20. August Serben st ellung Höhe 054 bei V i se g r a d genommen. Secsoldaten in erster Linie. Drei tot. zwei Offiziere 21 Mann verletzt. Verhalten Mannschaft mustergültig. Gez. Major Schneiders Es handelt sich um unser Skutari-Detachcment, das sich nach dem Abzug von Skutari den österreichischen Operationen angeschlossen hat. * . * DieAntwort auf das japanischeUltimatum. Berlin, 23. Aug. Auf das Ultimatum Japans ist dem hiesigen japanischen Geschäftsträger heute vormittag die nachstehende mündliche Erklärung abgegeben worden: „Auf dir Forderungen Japans hat die deutsche Regierung keinerlciAntwortzu geben. Sie sieht sich daher veranlaßt, ihren Botschafter in Tokioab zu berufen und dem japanischen Geschäftsträger in Berlin seine Pässe zuzustellcn." * . * Die siegreichen Rümpfe der Oefterreicher. Wien, 22. Aug. (Wiener Korr.-Bur.) Von dem russischen Kriegsschauplätze lassen sich schöne Erfolge unserer schneidigen Kavallerie vermelden. JnTomaszvw wurde eine feindliche Truppendivision überfallen, zwei Ko- sakenregimentcr und eines ihrer Ulanenregimcnter muhten flüchten. Der Angriff einer russischen Kavallericdivision ist znsammengebrochcn. Eine ihrer Brigaden wurde bei Turynka vernichtet, die andere bei Kamionka-Strumilowa sehr stark mitgenommen. Unsere Flieger erzielten bei anherordcntlich kühnen Flügen, die sic weit in russisches Gebiet hineinführten, vorzügliche Aufklärungsresultate und riesen durch das Herabwerfen von Bomben große Verwirrung in den feindlichen Lagern und Trains hnwor. Auf dem südöstlichen Kriegsschauplätze wurden östlich von Visegrad und Rudo etwa 30 serbische Bataillone mir zahlreicher Gebirgs-, Feld- und schwerer Artillerie nach hartnäckigen Kämpfe» am 20. und 21. d. M. auf der ganzen Linie geworfen. Es handelte sich dabei um die Schunia- Division (erstes Aufgebot, vier Regimenter Infanterie, ein Kavallerieregiment, ein Artillcrieregiment und je ein Regiment erstes, zweites und drittes' Aufgebot der Drina- Division). Wien, 22. Aug. Amtlich wird gemeldet: Mit dem Eingreifen Ruhlands in den Kampf zwischen Oesterreich- Ungarn und Serbien waren nur genötigt, unsere ganze Kraft ftir den H a u p t 1 a m p f i m N o r d o st e n zusammen- zufassen. Damit wurde der von der Ocftentlichkeit vielfach als Strafexpedition aufgefaßte Krieg gegen Serbien von selbst zu einer der Hanptcntschcidung kaum berührenden Nebenaktion. Nichtsdestoweniger liehen die allgemeine Lage und die Nachrichten über den Gegner eine Offcusiv- aktion zweckmäßig erscheinen, die aber niit Rücksicht auf die vorstehend dargelegten Gesichtspunkte nur als ein kurzer Vorstoß auf das feindliche Gebiet gedacht war, nach dessen Gelingen notwcndigeaveise zu der früheren zuioartenden Haltung zurückzukchren war, um bei Gelegenheit abermals zum Schlage auszzuholen. Dieser kurze'Offensiv stoß erfolgte denn auch zwischen dem 13. und dem 18. August durch einen Teil der im Süden verwenbcten Kräfte mit hervorragender Tapferkeit und Bravour und führte dazu, daß er fast die ganze serbische Armee auf sich zog, deren mit großer numerischer Ueberlegenheit geführten Angriffe unter schwersten Opfern an dem Heldenmut unserer Truppen scheiterten. Daß auch diese zum Teil bedeutende Verluste erlitten, ist bei dem an Zahl weit überlegenen und um seine Existenz kämpfenden Gegner nicht zu verwundern. Als unsere auf dem serbischen Gebiete weit vorgedrungenen Truppen am 10. ds. abends nach erfüllter Aufgabe den Befehl erhielten, wieder in ihre ursprüngliche Stellung an der unteren Drina und Save zurückzukehren, ließen sie aus dem Kampfplatze einen vollständig erschöpften Gegner zurück. Unsere Truppen halten heute die Höhen auf serbischem Boden und den Raum um Schab atz besetzt. Im südlichen Serbien befinden sich die aus Bosnien dorthin vorgedrungenen österreichisch-ungarischen Truppen unter forlwährcndcn Kämpfen im Vorgehen in der Richtung auf Valjewo. Wir können voller Beruhigung den weiteren Ereignissen entgegensehen, deren Verlauf das Vertrauen rechft eiligen wirc>, dessen unsere unter den schwierigsten Verhältnissen kämpfenden und.mit einer Laien undankbar erscheinenden Aufgabe betrauten braven Truppen vom 13. bis 19. sich wieder im vollständigen Maße würdig gezeigt haben. Wien, 22. Äug. Die Blätter melden: Die Statthal- terei veröffentlicht folgendes Communique: Die feindliche Kavallerie, die sich gestern in den Grenzgegcnden im Norden von Lemberg bewegte, ist auf der ganzen Linie zurückgcworfen worden. Sie zog sich fluchtartig zurück. Auf feindlicher Seite ist ein General gefallen; ein General ist verwundet ins Garnisonhospital in Lemberg übcrgesührt ivorden. Der Feind hatte viele Tote und Verwundete, auch sind viele Gefangene gemacht worden. Wien, 22. Aug. Tie in der Richtung auf Sokal vorgedrungene feindliche Kosakendivision der Vortruppen, verstärft durch Infanterie, wurde gestern von unseren Truppen angegriffen und nach kurzem Kampfe geschlagen, wobei eine Brigade vollkommen zersprengt wurde; zahlreiche Gesungene wurden gemacht und Kriegsmaterial erbeutet. Lemberg, 22. Aug. „Przeglad Livowski" meldet: In der Nähe von Radziechow an der gsterreichisch^russischen Grenze kam es vorgestern zu einem größeren Zusammenstoß zwischen einer starken Slbtcilung russischer Infanterie und Kavallerie mit unseren Truppen, nämlich einigen Kompanien Infanterie, die von Husaren unterstützt wurden. Der tapfere Bajonettangriff unserer Truppen lichtete in kurzer Zeit die Reihen unserer Feinde. Die R u s s e n ergriffen in wilder Panik die Flucht. Sie ließen zaylreiche Tote und Berwundete zurück. Unsere Truppen zeigten eine aroßariige Tapferkeit und einen unerhörten Mut. Sie verloren keinen einzigen Mann, auch die Zahl der Verwundeten ist ganz gering. Wien, 23. Aug. (W. B.) Aus dem Kriegspreßquartier wird vom 21. August amtlich gemeldet: Vom 20. August liegen folgende ziisammenfnsseude verspätet cingegangane Meldungen vor: Aus dem südlichen Kriegsschauplätze bei Cattaro wurden wir vhne wesentlichen Erfolg von den Montenegrinern beschossen. Unsere Festungs- und Marineartillerie erwiderte das Feuer mit sichtlich größerer Wirkung. Bei Trobinje herrschte Ruhe, Bibeca wurde mäßig, aber ununterbrochen beschossen. Unsere eigenen Truppen haben am 18. August Plcolje besetzt und sind im Vergeben über die obere Drina und den Lim begriffen. An der unteren Drina haben unsere Truppen den aubefohlenen Rückmarsch vollkommen geordnet und vom Feinde unbe- lästigt durchgeführt. Bei Babanz hat ein erfolgreicher Vorstoß gegen den Süden stattgefunden, worauf die Truppen, wie befohlen, wieder zniückgingen. Auf dem nördlichen: Kriegsschauplätze schreitet die eigene Aufklärung mit gutem Erfolge fort. Sofia, 23. Aug. (W.B.) Von der serbisch-bulgarischen Grenze wird gemeldet: Die österreichisch-ungarische Arniee ist im erfolgreichen Vorrücken ins Innere von Serbien begriffen. Die Serben haben ungeheure Verluste erlitten. In N i s ch herrscht eine Panik. Unzählige serbische Flüchtlinge suchten eine Zufluchtsstätte in den bulgarischen Greuzorten. Nachdem in Nisch kein Platz mehr für die Verwundeten ist, sind- sie nach Pirol geschickt worden. — Der bulgarische Gesandte Tscha- praschikow ist unterwegs nach Sosra. Wien, 22. Aug. Die Südslawische Korrespondenz meldet: Wie aus guter Quelle verlautet, wurden die von den österreichischen Truppen geschlagenen serbischen Abteilungen von russischen Offizieren kommandiert, die freiwillig in die serbische Armee cingetreten waren. Das K. K. Wien. K'orr.-Bur. ist ermächtigt, die fortgesetzt vom serbischen Preßburcau verbreiteten dreist erfundenen Meldungen über Zusammenstöße zwischen den serbischen und österreichisch-ungarischen Truppen, bei denen die letzteren große Verluste an Maunschaften und Kriegsmaterial zu beklagen hatten, auf das Entschiedenste zu dementieren. Die phantastischen Nachrichten verfolgen augenscheinlich nur den Zweck, die in Serbien herrschende gedrückte Stimmung zu heben und die ins Ausland gedrungenen Nachrichten zu entkräften. Wien, 22. Aug. Nach hier cingelaufencn amtlichen Meldungen ist die Lage für die Serben in Mazedonien außerordentlich kritisch. Bevor die scrbisckzen Behörden abzogen, verkündeten Maueranschläge, daß die Familien derjenigen, die sich dem Militärdienste entzogen lzaben, getötet und ihre Häuser niedergebrannt werden. Daß die Zustände in Altserbien auch nicht mehr siclzer sind, beweist, daß zahlreiche altscrbische Notabeln mit Familien nach Saloniki flüchten, wohin in den letzten Tagen auch das geheime Staatsarchiv und die Goldbestände der Banken gebracht worden sind. Grausamkeit der Serben. Sofia, 23. Slug. (Agence Bulgare.) Der Kommandant von S t r u m i tz a telegraphiert, daß drei mazedonische Flüchtlinge, die sich aus bulgarisches Gebiet zu retten suchten, um den serbischen Nachstellungen zu entgehen, von den serbischen Grenzwächtcrn angegriffen wurden. Diese töteten einen und verhafteten die zwei anderen Mazedonier, die sie grausam folterten. Acht anderen von Gewgeli Geflohenen gelang cs während der Nacht die bulgarische Grenze zu errcickzen. nachdem sie den serbischen Gendarmen, die sie wahrscheinlich niedermetzeln wollten, entkommen waren. Ihr Besitztum wurde mit Beschlag belegt und ihre Kinder festgenommen und gemartert. Das Vorgehen der serbischen Behörden in Mazedonien hat große Erregung unter der Grenzbevökkernng hervorgerufen. Die Haltung Bulgariens. Sofia, 23. Aug. Das Organ der Sozialisten und Syndikalisten sagt, der bulgarische Soldat werde mit allen Kräften die Unabhängigkeit Bulgariens yogeft fremde Uebergriffe verteidigen und keinen Moment zögern, gegen das despotische Rußland zu marschieren. — Das Blatt „Dnewnik" verösfeiitlicht Erklärungen eines hervorragenden bulgarischen Staatsmannes. Dieser verurteilt die Aeußernngen russensreundlicher Blätter, daß dev bulgarische Soldat nicht gegen Rußland kämpfen würde., als eine unpatriotische, vollständig unwahre Behauptung, denn jeder Bulgare würde .zur Verteidigung des Vaterlandes auch aus den eigenen Bruder schießen; folglich auch aus die Russen, wenn sie in Bulgarien einfielen. Hierzu sagt die „Kainbana", der bulgarische Soldat habe jederzeit seine Waffen erhoben gegen jeden Einbruch in sein Vaterland; auch heute gehe, wenn Rußland Bulgarien zwingen ivollte, Serbien zu helfen, die Verteidigung des Vaterlandes allem anderen vor. Das Organ der Sozialisten und Syndikalisten sagt, der bulgarische Soldat imerde mit allen Kräften die Unabhängigkeit Bulgariens gegen fremde lleber- grifse verteidigen und "keinen Augenblick zögern, gegen das despotische Rußland zu marschieren. Der griechisch-serbische Vertrag. Wien, 22. Aug. Der griechische Ministerpräsident Venizelos erklärte dem Vertreter der russischen „Birshe- wija Wjedmosti", daß zwischen Griechenland und Serbien ein Offensiv- und Desensivverlrag bestehe. Griechenland habe sich durch diesen Vertrag verpflichtet, die serbische Grenze gegen Bulgarien zu schützen. Zu diesem Zwecke würden drei griechische Divisionen in Mazedonien einrücken und dieses bis einschließlich Uesküb okkupieren. (Reichspost.) Die Dardanellen für Handelsschiffe freigcgcben. Konstantinopel, 22. Aug. Die Pforte hat an die hiesigen und ausländischen Missionen eine Zirkular-Depesche gerichtet, in der sie mitteilt, daß Handelsschiffe die Dardanellen frei passieren können. Der Zar. Moskau, 22. Aug. (W. B.) Die kaiserliche Familie ist nach Zarskoie Sselo abgereist. Der .Kaiser hat folgende Kabinettsorder erlassen: Mobilmachung und Versammlung des Heeres an den Grenzen sind vollendet. Mit beispieckloserSicherheitund Pünktlichkeit haben die deutschen Eisenbahnen die gewaltigen Transportbewegungen ausgcsührt. Dankbar gedenke Ich zunächst der Männer, die seit dem Kriege 1870/71 in stiller Arbeit eine Organisation geschaffen haben, die nunmehr ihre erste Probe glänzend bestanden hat. Allen denen aber, die Meinem Rufe sol- gcnd mitgcwirkt haben, das facutfcfte Volk in Waffen auf den Schienenwegen dem Feinde cntgegcnzuwerfen, insbesondere den Linien kommandantu re n und Bahnbevolrmächchg- t e n sowie den deutschen Eisenbahnverwaltungen vom ersten Beamten bis zum letzten Arbeiter, spreche Ich für Ihre treue Hingabe und Pilichtersüllung Meinen Kaiserlichen Dank aus. Die bisherigen Leistungen geben Mir die sicherste Gewähr, daß die Eisenbahnen auch im weiteren Verlauf des großen Kampfes um des deutschen Volkes Zukunft jederzeit den höchsten Anforderungen der Heeresführung gewachsen sein werden. Großes Hauptquartier, den 22. August 1914. gez. Wilhelm I. k. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Weithin durch die deutschen Lande und in alle Welt binaus klang die Kunde von unserem herrlichen Siege bei Metz. Vorbereitet mit allen Mitteln modenier Kriegssührung, erkochten durch höchste Kraitlcistung von Mann und Roß, daheim erwartet in Geduld und ohne Zagen. Was dieser große Sieg für unser Volk bedeutet, weiß jedermann bei uns und die verklärten Gesichter überall bezeugen es. Drei Wockzcn sind »ergangen, seitdem der Kaiser die Mobilmachung des deutschen Heeres und der Marine befohlen hat. Drei Wochen eines imindcrbaren Aufschwungs der ganzen Nation, Wollten unerniüdlichstcr Arbeit im Felde und in der Heimat, Wochen, worin jeder einzelne an seineni Platze das hergab, was in ihm ist. Eine erstaunliche Wandlung ging in unserem Volke vor. Vor dem Ernst der Zeiten hrnwcg- gcblasen, was im Frieden, im Kampfe der Parteien und Interessen wie eine schier unüberwindliche Schranke zwischen den verschiedenen Gruppen unseres Volkes zu stehen schien. Es ist, als obi in dem Feuer, das der Haß unserer Feinde rings um uns anb 1 gefacht hat, die deutsche Nation zu einein stahlbarten Block zu-> sammcngeschmiedet ist. Auch in den g e m i s cht s pr a ch i g rir Landesteilen wird jetzt klar, wie fest die Krilturgeineinickmft uns zusammen hält gegenüber unseren Feinden im Westen und dem barbarischen Gegner im Osten, der vergeblich mit gleitenden Worten seine Jahrhunderte alte Schuld zu übertüncheii jucht. Ten tiesbeglückendcn Eindruck dieser ersten Kriegswvchen von Lüttill: bis zum Siege bei Metz kann nichts mehr auslöschen. Einig in Not und Tod, fest zusammenstehend in Prüfung und Sieg, so wird unser Volk in dem gewaltigen Ringen, das begonnen hat, unüberwindlich sein! Ties eingeprägt trägt leder von uns das Bewußtsein in sich, für einje gerechte Sache einzustehen, nnd deshalb ist bei jedem auch die lleberzeugung so unerschütterlich, daß wir es schaffen werden. Wen rührte es nicht in leinen Hcrzcnstiefen, zu sehen, wie unsere Familien in Dorf und Stadt, Arme uich Reiche, ohne ein Wort der Klage ihre Väter, Brüder und Söhne dahingegeben, als trügen sie das fromme, tapfere Wort mit sich, das R o o n vor Düppel seinem Freunde Perthes schrieb: „Als unsere Söhne auszogen, da haben! >vir sie schon weggegeben, ganz und gar. Kehren sic einst unverletzt zu Uns zurück, so sind sic ein neues Geschenk unseres gnädigen, Gottes." Welch ein Kinderspiel damals — und es war doch: eine weltbewegende Leistung —, gemessen au der unerbörten Aus» gäbe, die unserem Volk heute zu lösen bestimmt ist. Schon sind. Taten vollbracht, die sich an die größten Kriegslcistungen des deutschen Volkes würdig anreihen. Größere werden und müssen folgen. Wir müssen siegen! Ehern steht der Entschluß in alle« Köpfen und Herzen und ehern wird ihn die weitere Tat bewahren. Wir waren von einem dichten Lügengewebe cingesvonncn. SJotit die Kriege mit Druckerschwärze und Zeitungspapier misgeiochben würden, so wäre Deutschland heute mausetot. Es ist immer französische Art gewesen, sich von phantastischen Selbsttäuschungen wiegen zu lassen, bis dann das Erwachen und der Zusammenbruch in derselben Stund« kam. Mit dem ungeheuren Lügenapparat aber, der in diesen Wochen von den Franzosen und Engländern in Bewegung gesetzt wurde, ist noch ein ganz bestimmter Zweck verfolgt worden: Es war ein Kampf um die Seele der Neutralen und es handelte sich darum, die neutralen Staaten zur Stellungnahme gegen Deutschland und Oesterreick^-Ungarn zu bewegen, ehe die Tatsachen des Schlachtfeldes das entscheidende Wort sprachen. Heute ist der erste große Sieg, der zählt, in aller Welt bekannt, uich damit der Schleier der Täuschung zerrissen. Unsere Armee bestand ihre Probe glanzvoll über alles Maß. Dankbar Und stolz grüßt Deutschland seine tapjerca Söhne! Das erste eiserne Kreuz. Berlin, 22. Aug. Das erste eiserne Kreuz von 1014 empfing aus der Hand des Kaisers, wie die „Neue Gesellschaftliche Correspondenz" meldet, der .Haupturann v. Har- b o u vom Gencralstab, der an der Erstürmung von Lüttich teilnahm und unmittelbar nach dem Fall von Lüttich nach Berlin entsandt wurde, uni dem obersten Kriegsherrn als Augenzeuge über diesen glorreichen Sieg der deutschen Waffen zu berichten. Warum der König von Sachsen nicht ins Feld zieht. Dresden, 22. Aug. Wie halbamtlich gemeldet wird, hat König Friedrich August sich das Opfer auferlcgt, nicht dem Heere auf dem Kriegsschauplatz zu folgen, nicht zuletzt vermutlich in der Erwägung, der 1870 Bismarck so oft I ! * I ' l' l l s I i I ! l I » i, s, ti ii I« ti ft ?i be sp 8i re bii (ei so! 88 til mi ft P, k m 12 Dt i«t »N ht Ausdruck verlieh, baß bie einem gekrönten ixru.pt geschuldete Rücksicht oft geeignet sei, dre eigentlidjen Aufgaben, der Kriegsführung zu erschweren. Der König hat sich indessen Vorbehalten, sobald die Verhältnisse es geftaiten, seine Armee im Felde aufzusuchen. (Berl. Lvkaiemz.) » » * Das erschütterte englische GcschästSlcbcn. ^ Tie „Vvssifche Zeitung" gibt die Notiz der „Times" vom 13. August wieder, worin es beißt: Die Bank von England ist lernt, solche Wechsel, die vor dein 4. August 1914 akzeptiert sind, auf Amrag bc? Inhabers unter Verzicht auf den gesetzlichen Rückgrifs aut den Einreicher zu diskontieren. Die Bank wird ferner zwecks Unterstützung der Wiederaufnahme eines regelmäßigen Geschäitsverkcbrs die von ihr diskontierten Wechsel zum Satz von zwei Prozent Über dem jeweiligen Banksatz bis auf weiteres prolongieren. Tie „Boss. Ztg." schreibt dazu: Diese Meldung zeigt, wie schwer erschüttert bas englisclzc Gefchästslebcn sein muß. Der Verzicht der Bank von England aus den gesetzlichen Rückgriff aus den Einreicher ist nur denkbar, tvcnn die Großdiskontcure, um einett Zusammenbruch .zu verhüten, gestützt werden müssen. Tie neue Maßnahme der Bank von England muß ferner in Zusammenhang gebracht werden mit der kiuHlich gemeldeten Tatsache, daß der englische Staat gegenicher der Bank von England bis aus weiteres die Garantie für die von idr zu diskontierenden Wechsel, soweit diese vor dem 4 August 1914 ausgestellt sind, übernimmt. Nur aus Grund einer solchen Garantie kann die Bank von England aus die Haftung der Großdis- konteure, deren Unterschrift in normalen Zeiten die Wechsel überhaupt erst diskontsahig macht, Verzicht leisten. Zn Wirklichkeit gilt also die Staatshilse nicht nur der Bank von England, schidern vor allem auch den großen englischen" Diskonthäusern, die bisher als unerschütterliche Säulen nicht nur aus dem englischen, sondern aus dem ganzem internationalen Geldmarkt angesehen wurden. Tie englische „Ersav-Artnee"! O sendest, 22. Aug. Ter „Pester Llohd" meldet, daß der Plan, eine englische Ersatz-Armee von 500000 Mann zusammcnzubriugen, völlig gescheitert ist. Kein einziger Arbeiter hat sich anwerben lassen. Trotzdem versichert die englische Kriegsleitung, daß in einigen Wochen 100000 Mann gesammelt wären. Englische Wühlerei in Amerika. New Bork, 22. Aug. (W. B.i Die englische Regierung Hai ein Verbot für alle englischen Zirmen erlassen, Geschäfte mit solchen ausländischen Zirmen abzu- schließen, an denen Deutsche beteiligt seien, und sei es auch mir durch einen einzigen deutschen Teilhaber. Durch dieses Verbot, das ossensichtlich aus die Vernichtung der deul scheu .handclskonkurrcnz abzielt, werden zahlreiche amerikanische Häuser empfindlich getroffen. Das Vorgehen vereng, lischcn Regierung erregt hier Ileberraschung und Befremden. Tie Behandlung der Engländer in Teutschland. Tcn, Wolfs-Bureau gebt folgende Erklärung zrt: Nack» von Zeit zu Zeit in der europäischen Presse veröffentlichten Bericksteu scheinen in En gla nd falsckre Vorstellungen über die Behandlung britischer Untertanen in Deutschland vorzuherrschen. Um der Verbreitung salsck>er Berichte in dieser Angelegenheit zuvorgu» koinmen, bin ich als britischer Kavlan in Berlin von der hiesigen britischen Kolonie ersucht worden, in ihrem Namen zur Verbreitung in der englischen Presse folgende kurze Feststellung zu veröffentlickicn: B<-i dein Ansbruch des Krieges war es natürlich Pflicht der dentichen Polizeibehörden, die Interessen de-? Landes gegen alle verdächtigen Zremden zu kichern, die sich auf deutschem Gebiete bekanben Zu diesem Zwecke mußten alle Zremden mit Einschluß der in Berlin wohnenden oder hier zu Besuch weilenden britischen Untertanen unter polizeiliche Aussicht gei'racht iverden. Wir sind der Meinung, daß die deutkckx-u Polizeibehörden bei der Aus- sübriing dieser Ausgabe ihre Pilichk nicht nur in gründlicher Weise zu um suchten, sondern auch gleichzeitig ohne Verletzrmg der lieber« lieserimgen von Gerechtigkeit und Höflichkeit, die eines großen modernen Staates würdig sind. Wir möchten kerncr iest- stelleu. daß die allgemeine Haltung der Bevölkerung, besonders der miltl-ren „nd gebildeten Klassen, gegenüber de» hiesigen britischen Untertanen sich in Zreundüchkcit und Höflichkeit nur wenig von der Haltung iu_ Zriedenszeiien unterschied. Kurz, in dieser Prü- sungszeit bewiese» sich die deuti'chen Gesetze, die deutsche Gerechtigkeit und Höflichkeit würdig einer Nation, die in der Zivilisation in der Well in vorderster Reibe stebt. Unterschritt: Hy M. Williams, britischer Kaplan in Berlin. Anr dem Reiche. Karlsruhe, 22. Aug. Unter Vikloriaschießen und Glockengeläute veranstaltete die Karlsruher Bürgerschaft eine große Tiegesseier. Ttäbtische Gesangvereine trugen vor dem Residenzschiost patriotische Lieder vor. Anwesend waren das Großherzogspaar, Großherzogin Linse und das Prinzenpaar Max. Vom Tchlostbalkon hielt der Grob Herzog eine begeistert aufgenommene An- sprackn. Aschasfenburg. 22. Aug. Hier sind gestern abend gefangene Franzosen, etwa 1100 Mann mit mehreren effilieren, durchgekommen. Es ist ein Teil der Leute, die in der letzten großen Schlacht in Lothringen in unsere Hände sielen und sogleich abtransportiert wurden. Sie sollen aus mehreren bayrischen Truppenübungsplätzen untergebracht werden. Gotha, 22. Aug. Ter Koburg-Gothaische Oberhof- meister Freiherr von Rüxleben teilt mit: Ich habe mich meiner russischen, belgischen, und vor allem den englischen Orden entäustert und stelle den Erlös der Nationalstistung sür die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen zur Verfügung. Wer macht mit? Dortmund, 22. Aug. Der Verband der Dortmunder Bierbrauer stellte dem Oberbürgermeister 125000 Mark für den .Kriegsliebedienst zur Verfügung. An» Sta-t und Land. Dießen, 24. August 1914. Von unserer Universität. Tie Frage, die sich wohl manchem auidrängt, wie viel von den Jüngern unserer Alma Mater in den Krieg gezogen sind, läßt sich zurzeit noch nicht beantworten Bon dem Lehrkörper der Universität steht etwa der sünste Teil unter den Zabneu. teils im militärischen, teils im Sanitätsdienst Ueber die Bcteüigung der Universität an der vrivarrn Kriegssüriorge hören wir folgendes Eine Anzahl Dozenten betätigen sich bei dem Bakmho'sdienüe. bei der Einrichtung der Verbandstelle aus dem Badnboie und bei anderen Werken der Kriegsiurkorgr. In den Kliniken finden Kurse zur Ausbildung von Pflegerinnen statt, ebenso im hygienischen Institut Kurse zur Ausbildung von HilsSkrästen. die der Seuchen- gesabr oem Hygieniker zur Seite strden sollen. Die Dozentenschaft bat in ihren Privatwobnungen sür Rekonvaleszenten ungefähr hundert Betten bereit gestellt, die vor allem aus den als Lazarette dienenden Kliniken belegt werden tollen Sie stellt ierncr den Kliniksdirektorcn sür be-'ondere Einrichtungen zur Pflege der Verwundeten größere Summen zur Verfügung, vorläufig flli erste Rate 1200 Mark und sie macht ans ihren privaten Mitteln Zuwendungen an solche Familien von UniveriüätSanqehörzgen. die durch die Einberufung des Familicn-Oberbauptes in Schwierigkeiten geraten. Wie bekannt, ist auch eine Sammlung von Büchern sür die Lazarette von der Universität in die Vsege geleitet tvorden. Sie bar erireulicherweise bereits einen erbeblütxn limiang an>renommen, io daß dem Roten Kreuz für iämtttdx Lazarette UitterhalrungS- lefrüre zur Beringung gestellt werden kann. Endlich möge erwähnt werden, daß dem .KricgSIindcrbort von der Universität Räume überlaüen nwrde» sind in dem pdarmakvlvgii'chen Fnüikul mir dem sich anschließenden Gartenland der alten Beterinärklintk. ** Wiederaufnahme des Güterverkehrs. Vom 2 4. d. M t S. ab wird der öffentliche Güterverkehr! wieder ausgenvinmen, soweit sich nicht aus dem Kriegsbetrieb Be'chränkungen ergeben. Eine allgemeine Transport Pflicht beit eh t nicht. Auch iverden Güter nach dem linksrheinischen Gebiet südlich der Linie Homberg (Rhein) Benlo und nach dem Gebiet östlich der Weichsel nur in beschräiiklem llinfange angenommen. Alle Lieser triften der Eisenbahnverkehrsordnung sind außer »rast gesetzt. Frachtbriefe mit Liesersristversicherung werden nicht angenommen. Bedeckte Wagen können nur gestellt werden, soweit solche verfügbar sind: auch die Gestellung anderer bestimmter Wagengat-- timgen wird nicht gewährleistet. Nähere Auskunft erteilen die Eilgut uitd Gülerabserligungen. Achtung! Landsturm Konlroll-Dersammlnngcn vom 2l». biS it. Auf,«ft siehe Bekanulttiachunfl in hcutiqer Nummer. HKEasnnnBaBIRBHEgHiBHniRBBH ** Vereins- Spende». Der tierärztliche Provinzial - B c r ei n von Lbrrbcssen bat iür das Rote Kreuz 200 Mk. gewendet. — Ter Zinanzbeamten-Verein Gießen bat dem Roten Kreuz 50 Mk. als vorlänsize Spende überwiesen. ** Gefangene Franzosen. Heute morgen kamen von Koblenz 9(30 Gefangene, darunter 12 Offiziere, ans den Kämpfen von Lüttich hier durchgefahren. Die Soldaten mären meist jüngere Leute; es besauden sich barmtter ausfallend viele Marinetruppen. Ter Transport wurde o»u preußischen Truppen bis Gießen geleitet, wo Landstürme den Transport bis Kassel übernahmen. Wie verlautet, werden die t üsaugeuen nach der Seuue bei Paderborn zzebracht. Die Franzosen waren übermüdet und sahen abgerissen aus. Tie tvaren in Koblenz verpflegt worden. Heute nacht zwischen 1—2 Uhr hat bereits ein Oiefangencutransport unsere Station passiert. Unter den heute vormittag eingetrofsenen Gefangenen befand sich auch ein älterer Herr in Zivilklei- duug, der natürlich Gegenstand verschiedenartiger Ber- muttingen m-ar, die natürlich ebensowenig zutresfeii, >oie die leise von Mund zu Mund gegangene Annahme, baß es sich um den Bürgermeister von Brüssel handele. ** Der Kreistag des K r ei s öS Ol i e ß e n bat in seiner Sitzung vom 22 d. Mts. solgendes beschlossen: l. daß die aut Grund des Reick»; geietzes vom 28. Februar 1888 und 4. August 1900 im Bcdürinisialle zu Lasten des Reiche? gebenden Unterstützungen in Fällen besonderer Bedürftigkeit bis zu 25 Prozent zu Lastei, de? Kreises zu erhöhen seien; 2. daß die Stellen, denen die Festsetzung der vorcrivähilten Unterstützungen obliegen, Fürsorge dabin tresfen, daß die sür Fälle besonderer Bedürftigkeit weiter bewilligten Krcisunterstützungen vorzugsweise zur Entrichtung solcher Beiträge venvendet werben sollen, die zur Aus- rechterhaltung der Rechte aus bei, sozialen Versicherungen des Kriegsteilnehmers einschließlich seiner Angehörigen nötig sind; 3. den KreiSaiis schuß zu ermächtigen, zur Deckung der, sei cs vor- lagsweisc, sei e? endgültig, aus die Kreiskasse zu übernehmenden Unterstützimgsbeiträge, je nach Bedürfnis ein Darlehen bis zu lMOOO Mk. gegen Schuldschein auszunehmen und im übrigen die Festsetzung der Bedingungen, unter denen die Kavitalauinahme zu erfolgen babe, dem KreiSausschuß zu überlassen: 4. den zurzeit unter Rubrik IV Zitier 2 des KreiskafsevoranschlayS gesübrten Fonds sür Unterstützung der Familien von Angehörigen der Reserve und Landwehr in Höbe von 11 115,17 Mk. in erster Linie zur Bestreitung der iür Gewährung von Unterstützungen in Fällen besonderer Bedürftigkeit criorderlich werdenden Ausgaben zu verwenden und z» diesem Zweck den genannten Fonds bestmöglichst slüssig zu machen: 5. dem Kreisausschuß sowie seinem Vorsitzenden sür da? seither Beranlaßtc, sowie jetzt schon im voraus sür alles weitere, infolge der Kriegslage etwa Anzuordnende, Indemnität zu erteilen. Landkreis Gießen. rt. W i e s e ck , 24. Aug. Der Gesangverein Eintracht bewilligte 300 Mk. sür die Angehörigen seiner ins Feld gezogenen Mitglieder. — Ter Kegel-Klub 04 u t Holz bewilligte 150 Mk. iür denselben Zweck. Weitere Hilic steht noch in Aussicht. -- A l 1 e n d o r s a d. Lda . 22. Aug. Heute nachmittag zog ein schweres Gewitter Über unseren Ort. Ter etwa zwanzig Mr- nnlen anliaktende Regen war längere Zeit mit haleknußgroßen Hagelkörnern umermstcht, d»b ist der -Schaden nur geriirg. Aus dem Felde entzündete ein Blitzstrahl einen Weizenhaiiicn, und am Ziegcnbcrg fuhr ein anderer in eine Schafherde und lötete vier Äbast. l. Mainzlar, 24. Aug. Tie in der hiesigen Gemeinde vorgenommenc -Sammlung sür das „Rote Kreuz" erreichte den 8sttrag Yen 750 Ästark. Weitere freiwillige Gaben sind in Aussicht gestellt. -m. Hnn gen, 23. Aug. Das hiesige neue Schnlhans wurde in ein Lazarett sür Verwundete umgewandelt. Biele Betten, Bettzeug usw. wurde non den Einwohnern in hochherziger Weis: zu diesem Zwecke gestiftet, sodaß die großen Schulsälc voll au&* genützt weiden können und für eine gute Ilnterkunit der Verwundeten Sorge getragen ist. Ter Schulunterricht iindel jetzt lefls im Rathaus, der alten Schule und in einem ttzasthaussaalc statt. Kreis Bübingen. 0 Bleichenbach, 23. Aug In diesiger Gemeinde wurden am B»ß- und Betrag in der Kirche und in der daraus folgenden Hauskollekte 784 Mark fürs „Rote Kreuz" gesammelt. — AuS Oberhessen. 23. Aug In einigen Gemeinden des Vogelsberges wurden recht beträchtliche Summen für das „Rote Kreuz" gesammelt: so in Ulrich stein vorerst Über 1000 Mark; im nahegeleqenen Stumpertenrod ebcnialls 1000 Mark: in Bobenhau senil ergab die Hanskollekte 270 Mark und die Kirchensammlung 90 Mark. Das flaue Z« ilbach mit noch nicht 200 Ecnwobnern brachte den Betrag von 175 Mark zusammen. Ermenrod und Ruppertenrod iühtten beide je 600 Mark dem „Rolen Kreuz" zu. Kreis AlSfelh. v. V o ck e n r o d e, 22. Aug Ein hier bei Verwandten zu Besuch iveücndeS zehnjähriges Mädchen aus Sindlingen machte sich während der Abwesende t seiner Verwandten am Herde zu schassen. Die Kleider des Kttrdes fingen Feuer und bevor Hölle zur Stelle war, stand das Kind in bellen Flammen und erlitt schwere Brandwunden am ganzen Körper Tie Bedauernswerte wurde l'oiort in das Kreislrankenbaus AlSield verbracht, >oo sie nach einigen Stunden durch den Tod von ihren Qualen erlöst wurde. Kreis Friedberg. b. Friedberg, 23. Auy In der Niederlage der Brauerei B i n d i n g , Bismarckslraße 42, ivurde der Fuhrmam, Philipp Schneider von einem sch>-u gewordenen Pferde mis demHnie derart gegen den Kops geschlagen, daß der Dod anr der Stelle cinlrat. Ter Verunglückte binierläsck eine Frau nnl zwei Kindern. L. Bod-Naubeim, 23. Äug. Wahrend sonst um diese Zeit dos Badeweien pulsierte, ist es eben mit den »nntläustgen Promenaden ziemlich öde. Nur etwas über 2000 Kursremde sind anwesend. Starkenburg unv Rßeinhessen. Darmstadt, 24. Aug. Im Lause des gestrigen TageS sind hier von srüd bis nach Mitternacht zirka 800 verwundete Soldaten, zum überwiegenden Teil Franzosen, eingetrossen und aus die ver- lchicdenen Rcservelazarette verteilt worden. Im städtische» Krauken- bauie und dem Reiervelazaretle in der technischen Hochschule wurden je 150 Man» niitergebracht. Bei den am Abend cingelros- senen deutschen Soldaten, meist Bayern und Soldaten der 97. und 70. Regimenter aus den Kämvien von Metz und Saarbnrg, >oar auch die 09 r o ß d e r z o g i n Eleonore am Babuboi anweieich und begrüßte jeden einzelnen der Perwuiidclen in herzlichster Weise, bali idnni u. a. beim Schreiben von Postkarten an ihre Angehörige. Den deutsckten Soldaten imirden dnrchnn'g Blumeirsträutze überreicht „nd vom Publikum mit stürmischen Hnrrarusen begrüßt. Weiter trafen geilem nachmittag 1500 »„verwundete sranzöiiselie Gelungene ein unter iienmchung von bayerische» und lxrdisckxm --roldaten. Sie wurden »ach dem Truppenübungsplatz Griesheim üben'ührt. Mit den dort schon vorhandenen Geßrngenen sind in Tormstodt 3000 unlergebracht. vermischte». 'Töchtern gelalle nerOlliziere gewährt die gemeinnützige Malbilde Ziminer-Stillung (Kurator: Pros. 0. vr. Zimmer i„ Berlin-Zehleiidorl) F r e i st e l l e» in einem ihrer 11 Töchterheiine Li,,gesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortting.) G l e st e », 24. August. Eine Reihe van Beamieiivereinignngeu hat an ihre Mitglieder ein Rnndichreibe» mit Formulare» verlandt, durch das sie zur ständigen Abgabe eine» Teiles ihres iKehalleS iür di« Zwecke des Roten Kreuzes veianlasit werde» sollen. Bei voller Anerkenmmg der hohen vatriottichen Gesinnung, mit der diese Anregung hervor- gegangen ist, lastl sich doch nicht verkennen, das, gegen eine iolche Alntzregel mancherlei Bedenken erhöbe» werden könne». Zunächst trägt sie ohne Frage de» Eharakler eines gelinden Zwanges au sich, dem sich der Einzelne nur ichw.-r entziehen kann; bas LiebeSwrrk an »niereu Verwundete» aber iollte bester ein d „ r eli- a»S ireiwilliaeS bleiben. Ferner ist zu beachten, daß mir erst im Aniange euieS Krieges itekcn, besten Tauer und Eriorder- niste sich zurzeit gar nicht überlebe» lasten, und «4 erscheint daher etwa» nen'agl, setzl bereits über die Zuknuit veriügeu zu wollen. Wir misten ja gar nicht, wie sich die Vcrhältiiist« (Preise der LebeuS- mtttel. etwaige Aniorderniigeu des Staates u dergl.l im Laule der Zeit noch gestolteu'werdc». Endlich möge man bedenken, daß, wenn jetzt alle Mittel lediglich iür de» eine» Zweck, iür die Pflege der Verwundeten verwandt werden, andere hochwichtige soziale Ausgaben, die auch in dieser Zeit »nier keine» II»,stände» bei Seite gelastcn »'erden sollte» — wir machen beispielsweise nur ans die CäuglingSiürsorqe aninierisam — notgedrungen dariniler leiden müsten. Amtlicher Wetterbericht. Ocfscntliche Wetterdienststelle Gießen. Wetttraussichlen in Hessen am Dienstag, den 26. Aug. 1014: Fortdauer der bestehenden Witterung, Winde a»S östlichen ° Richtungen. Letzte Nachrichten. Dir Aufnahme der Siegesnachrichlen in Berlin. Berlin, 24. Aug. Die „Deutsche Tagesztg." schreibt: „Ter gestrige Sonntag roar wie ein hoher Feiertag. Rach dem Kirchgang, der einer Völkenvanbernng glich, zogen uu gezählte Scharen von allen Seilen nach den Linden, ivo hie inzwischen bekannt gewordenen Nachrichten von dem Siege des deutschen Kronprinzen und den weiteren Erfolgen deck baherischen Kronprinzen von All und Jung besprochen >vnr- den. Die Erben der glorreichen Häuser vohenzolle'rn nnd der Wittelsbach als siegreiche Hcersiil)rcr mis dem Felde beitkicher Ehre! Das ist ein Bild von besonders froher und glück hastcr Bedentnng." — Tie „Tägliche Rundschau" sagt: Tie lakonische Meldung des Gencralstabes erzählt in lapidarer Schrift „Weltgeschichte großen Stils." — Die „Kreuz zeitung" läßt sich wsc folgt aus: „Sieg aus Sieg berichtet unsere Heeresleitung. Wohin auch in das welsche Land die deutschen Waffe» dringen, wo auch der Erbfeind durch die Windungen der Vogesen nach Tculschland einzubrcchen sich erbreiftetc: überall geht es Schlag aus Schlag, überall reiht sich Erfolg an Erfolg." Die Belgier durch französische Versprechnnacn getröstet. K ö l n, 24. Aug. Tic „Köln. Zeitung" melde! aus Itoitfit« bürg, an bet holländischen Grenze: Der Berichterstatter des „Neuwe Rvtterd. Evuranl" konnte bei seiner Wanderung ui Mittclbelgien wabrnchnien, daß man schon hier an der Bundes- treiie der Engländer und Franzosen zweifelt. Offenbar, um die Belgier zu beruhigen, erschien eine längere Note des Iran« zölischen Kriegsministeriums, welche die Untätig- fei t des französischen Heeres in Belgien nur nu» litärische Gründe zurückführt, aber verspricht, daß zur gegebenen Zeit schon alles geschehen werbe, um die Barbaren zurückzuschlaaen. (!) Nebenher läuft eine Note dc§ englischen Presse- bureaus vom 22. August, als schon der große deutsche Sieg in London, wie überall, bekannt sein mußte. In allgemein u Redersarten tvird dargelegt, daß alles, was sich bisher «ruf dem Kriegsschmivlatze zugetragen habe, eitel Vorspiel und unwesentlich sei. Tie Herren des „Dailn Mail" siird immer zufrieden zu stellen, aber die Belgier srugen ihre englischen Freunde „Wo bleiben eure Truppen?" Es erregt große? Aussehen in Paris, daß die Deutschen der Stadt Brüssel eine Kriegs st euer vq^r 200 Millionen Franken auferlegt haben. In Antwerpen, >ov sich der Sitz der Regierung befindet, ivciß man nichts davon. Dagegen hat ein Mgeordncter in Brüssel einem Berichterstatter erstatt, daß von dieser Steuer auch nicht ein Centime eingebrach! werden würde. Lassen wir dies Sorge der chttitschen Heeresbehörden sein. Schon wird verkündigt, auch die Stadt Gent sei mit einer Forderung von 50 Millionen belegt worden. i. K ö l n, 24. August. Die „Köln. Ztg." meldet aus Eranenburg: Eine Rundreise, welche ein Berichterstatter des Amsterdamer „Telegraph"' von dem Grenzorte R o z e n - d a a t auf Gent und Antwerpen unternahm, führte in zweistündiger Eifenbahniahrt durch das Maastal. In Gent ist alles aus den Einzug der Deutschen gerüstet. Tic Fabrikbevölkerung, welche zum Teil arbeitslos geworden ist, füllt die Straßen vor den Sammellokalen der Sozialdemvkrateu, Gent ist voll von fl-üchtenden Bauern. Bekanntmachung. Maschinen und Hütteningenieure, welche bereit stnd, in den Menst der lechnischen Institute der Artillerie zu treten, werden ersucht, sich umgehend beim Bczirkskommando unter Vorlage ihrer Militär- und sonstigen Papiere schristlich oder mündlich zu melden, Gießen, den 23. August 1914. Grvßherzvglichcs Bczirkskommando Gießen. Naumann. _ Betr.: Mobilmachung. An die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern an die umgehende Erledigung des Ans- schreibcns vom 10. August l. I. Sofern sich über bisher noch zweifelhafte Fälle von Einberufungen Gewißheit sclwn ergeben hat oder in den nächsten Tagen ergibt, wird um sofortige Anzeige ersucht, danrit lmi die nötigen Anordnungen zur Weiterführung eines geregelten Schulunterrichts treffen können. Gießen, den 18. August 1914. Großherzoglichc Kreisschullommission Gießen. Or. II s i n g e r. _ Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit veröffentlicht. Der Oberbürgermeister und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises werden angaoicsen, ortsübliche Bekanntmachung zn veranlassen. Gießen, den 22. August 1914. Großherzoglicsies Kreisamt Gießen. I. 33.: Welcher. Bekanntmachung. Betr.: Landsturm-Kontrollversammlungen im Landwehrbezirk Gießen. Es haben ohne weiteren Befehl z u c r scheinen: Sämllichc Untervssiziere rmd Mannschaften, die dem Landsturm II. Aufgebots angehören: das sind alle diejenigen, dir militärisch ausgebildet sind und im Kalenderjahr 1914 das 39. Lebensjahr überschritten haben oder noch überschreiten, sowie ältere Mannschaften, soweit sie das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: ferner diejenigen, die vor erreichtem Militürpslichtalter eingctreten sind und 19 Jahre dem Heere augrhört hoben, auch wenn sie noch nicht 39 Jahre alt sind. Befreit sind: Eisenbahn- und Pvstbcanite, über die eine Unabkömmlichbeitsbescheinigung dein Bezirkskourmando einge- rcichl ist. BezirkdesHamptmeldeamtsGießenamrb. August 1414, vormittag» 8 Uhr, aus dem Hofe der Zeughauskaserne am Landgraf-P bilipp-Platz in Gießen: für die Bewohner der Stadt Gießen, Jahrrsllassen 1890, 1891, 1892 und ältere, deren Angehörige das 45. Lebensjahr noch nicht überschritten haben; am 2 7. August 1914, vormittags 8 Uhr: Jcchres- llassen 1893, 1894, 1895 und Angehörige jüngerer Jahresllasscn, die älter als 39 Jahre sind: am 28. August 1914, vormittags 8 Uhr, für die Betoohncr folgender Gemeinden: Albach, Allcndorf a. Lahn, Mendorf a. Lumda, Allertshausen, Allen-Buseck, Annerod, Bellersheim, Beltershain, Bersrod, Betlenhausen, Beuern, Birklar, Burkharos- iclden, Climbach. Taubringen, Dorsgill, Eberstadt mit Arnsburg, Ellingshausen, Garbenteich, Geilshausen. Göbelnrod, Großcn- Buscck, Großen-Linden, Grünberg, Grüningcn, Harbach, Hattenrod, Hausen, Heuchelhelm, Holzheim, Hungen, cm>chlreßlrch der dazu gehörenden Mühlen, Höfe usw.; am 29. August 1914, vormittags 8 Uhr, für die Bewohner folgender Gemeinden: Inheiden, Kessclbach, Klein-Lm- dcn, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Lauter, Leihgestern, Lich mit Hof Albach, Colnhauscn und Mühlsachscn, Lindcnstruth. Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Münster, Mnschenheim mit Hof-Güll, Niedcr-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Odenhausen mit Appenborn, Oppenrod, Querkbonh Rabertshausen mtt RingelShcrusen, Reinhardsl-ain, Reiskirchen. Rvdheim mit Hos-Graß, Rödgen, Röthges, Rüddiugshanscn, Ruttershausen mit Kirchberg, Saasen mtt Bollnbach, Veilsberg und Wirberg, Stangenrod, Staufenberg mit FriedelHansen, Stcinbach, Steinhrim, Stockhmcsen, Trais-Horloff, Treis a. Lumda, Trohe, Utpbe, Villingcn, Watzenborn mit Stcinbcrg, Weickartshain, Wci- tcrshain, Wieseck, Winnerod, einschließlich der dazu gehörenden Mühlen, Hösc usw. Es wird aus folgendes hingcwiesen: 1. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kon- trvlltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Milftärgesctz. Unpünktlichkeit und Versäumnis der Kvntrollversammlung werden streng bestrast. 2. Etwa vorhandene Militärpapiere sind mitzubringen. 3. Die Leute haben Stöcke, Schirme, Pseisen und Zigarren vorher wegznlegen. 4. Sämtliche Appells für den Hauptmeldeamtsbezirk finden in Gießen statt. Gießen, den 22. August 1914. Grvßhcrzogliches Bezirkskommando. Naumann, Oberstleutnant und Bezirkskbmmandeur. Bekanntmachung. Das Königliche Proviantamt in Hanau kauft noch alten Hafer. Jntercssenlen werken hierauf mit dem Bemerken aufmerksam gemacht, daß Angebote dem genannten Amt sofort zuzusenden sind. Die Großh. Bürgermeistereien haben dies ortsüblich bekannt zu geben. Gießen, den 23. August 1914. Großherzogliches Kreiscrmt Gießen. I. B.: Hemm erde. ZIGAü^Eia die willkommenste Gabe ?£is' unsere tapferen — Soldaten im Felde 2 ------- ias eiserne Jahr Marke Moltke..........per Stück 8 Pfg. „ ISiNmarck......... „ „10 ,, „ Kaiser Friedrich..... ,, ,, 12 „ „ Kaiser Wilhelm..... „ „ 15 „ In Kisten von 5 0 St ,i c k in Mehr und klaffen Fest und Treu Harke Fest...........per Stuck 12 Pfg „ Tren........... „ „ 15 „ mit 5 Froient l’arhlal. 9247 Geeignete Packungen zwecks Versendung von Zigarren und Zigaretten in Feldpostbriefen stelle ich ©hne jede Sonderberechnung zur Verfügung. Auch übernehme ich die pünktliche und sorgfältige Absendung von Zigarren, Zigaretten in Feldpostbriefen nach Auftrag in bestimmten Zwischenräumen. seiiersweg 63 Süoeser, Orossh. hessischer Hoflieferant lEprstt.se 778 Wir bitten Frauen unserer Mitglieder, deren Männer zu den Waffen gerufen worden sind, sich im GcwcrbehanS (bei Frau Michel, Kirchstr. 16) zu melden. « 332 D Tcr Borstand. Dr. Krausmüller, Borsitzcnder. Lichtspieliiaiis Bahnhofstrasse 34. Heute Montag, anfang 7 Uhr: Der Kaiser im Film Leben an Bord eines Panzerkreuzers sowie aas übrige vorzügliche Programm. 19361a —-----—--— Für Militärliefsrungen 9338] kaufen wir Hafer,™,”;! Roggen Weizen Gerste zu höchsten Preisen. Bär & Wetterhahn Giessen L 1111111111111i7/11 • 11 i'l'i 111 ':>i'iTi'i) o11UTi ■ iTHi i^'i ri111n* *rin i'iU f tt nm i ■ i'flYtttru'iinTIITf /iTii'jTiiIi'iiTT/7 papieren,Hypotheken,Dokumentenetc. mTwmnTffniTi7ni7 n i mni mT n i im i in i i iii im Ti w mTr i l n i ri ii i,ii i i ii , iii i i i i iMiiinm,: mr ,i i i i i))i i iii ii i i i i i ii Ich empfehle meine Stahlkammer mit Schrankfächern (Safes) unter eigenem Mitverschluß des Mieters Berber 'scAe c Uniö. ■ ßuehhand/ung, <$nA. Jfcch D Telephon 657 'ßrOSSA. dCofbueAAändier SeltersxvegS7 Stet« vorrtttig: werden noch entgegengenommen durch l«» Fröhlich, General-Agent Giessen. Kord-Anlage 31. Telephon »44. 2 Zimmer j 9325DI Maniardcnwobng., 2 Zimmer und Küche, per 1. 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