Nr. *96 Zweiter Blatt * 64 . Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tic „kietzener Zamilienblättet" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich bcigelegt, da; „Kreisblatt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seitsragen" erjchemen nionatlich zweinial. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen §amrtag, 22. August *9*4 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UnwersitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul-^ straße 7. Expedition und Verlag: es® öl. Redaktion: e-®112. Lel.-Adr.: AnzeigerGießen. Pius X. und Pater wernz. Ein stclegenllicher Mitarbeiter schreibt uns: Pius X. und Franz Laver Wernz haben i» derselben Nacht die Äugen für inimcr geschlossen Tic letzten acht Jahre des Pontift flat« Pius X stand Pater Wernz als „General" dem Jesuiten- orden vor, ohne dass viel über sein Wirken in die Oeftenl lichkeir gedrungen wäre. Es ist ihm »irlft gelungen, die völlige Aushebung des deutschen Jejuitcngesetzes durcltz» setzen, und als einziger äußerer Erfolg nxire zu verzeichnen, das; in den lepten Tage» die deutschen Jesuiten zur Seel sorge iin Felde zugelassen n>orden sind Was sich während des Gencrotais des Paters Wernz im Innern des Jesuitenordens abspieltr, wie sich das Berhaltnis zwischen Papst und Jesuitengcneral gestaltete, davon ist nach aussen di» säst nichts bekannt geworden Und doch ist dieses Kapitel von so grosser Bedeutung für die katholische Welt und das deutsche Kulturleben, daß man cs in diesen Tagen trotz der Aufregungen und Spannungen des Krieges nicht über schlagen sollte Während der acht Fahre, die Pater Wernz als Jesuiten eneral waltete, hat der Orden des Ignaz von ibttola eine edeulsame Umivalzung erfahre». Tie Geschlossenheit und "Disziplin der Gesellschaft Jesu, durch die Jahrhunderte lnndurch berühmt und gefürchtet, erfuhr eine» schweren -Stoß. ia man kann sagen, der Fesuitenordc» hat seinen spezifisch jesuitische» Eharakter verloren Wer traute dem alten Jesuitenorden und auch dein von Pius VII. tvieder- hergeftellten innere Meinungsvenchiedenheiten und Revol len zu? Das ganze Leben und Wirken des Ordens war durch die strengste Jucht, den bekannten Kadavergehorsam derart strass geregelt, daß kein Jesuit anders suhlte und tvollie, als die Oberen bestimmten. Dieser Umstand eben machte den Jesuitenorden zu einer so geiraltigen Waise in der Hand seiner Führer, zu der unbedingt zuverlässige» Leibgarde des Papsttums in der kirchliche» und i» der politischen Well Unter Franz Lover Wernz ist der Jesuitenorden in zwei Heerlager zersallen, und der nun verstorbene >icncral selbst hat. indem er sich nach) langem Jägern und Tasten der einen Partei ausliesrrtc, zuletzt Amorilül und Macht verloren. Etiva ein Jal>r schon saß Pater Wernz im obersten Amte des Ordens, dr nahm Pins X. den Kamps gegen den Moder »tsmus auf. Sofort imirde er von den italienischen UN) spa ntschcn Jesuiten bedingungslos unterstützt. Weruz tonnte aber nicht die Heercsioige der deutschen und der österreichisch ungarischen Jesuiten zusagen Diese waren im Gnuide zwar selbstverständlich ebensallS milimodernistisch, aber die Strategie des Vatikans gefiel ihnen nichi Der disziplinarische Weg das autoritäre Verbiete» und Jüchtigen, jo crftärteu sie mit Recht, sei wohl nicht der richtige Weg: der Modernismus als wissenschaftliche Bewegung könne nur mit ivissenschaftlichen Waffen bekämpft ivcrde». Und diese Meinungsverschiedenheit ries wieder die alte Streitsrage aus dem Grab, ob und ivie die außerkirchfiche Wissenschaft zu befehden sei Die Italiener und Spanier waren bereit, den Papst j„ einem glühenden Anathema zu unterstützen, das über jeden und allen Modernismus zu schlendern sei; die deutsche» und österreichischen Jesuiten dag wen waren geneigt, mit dem Modernismus Frieden zu schließen, soweit er nicht gegen das Dogma der Kirche verstoße. In dem nn» einsetzeiiden niehrsährigen Kampie war der Führer der denk jche» Partei der Pater Kolb General Wernz schivankie E>» Jugeilandnis an die deutsche Richtung erschien ihm nicht undivloinakisäi, und wer weih, ob es ihm nicht gelungen wäre, de» Papst zu einer versöhnliche» und ausglcichenden Politik zu bewegen, ivenn nicht die eigentlictien Herren des Vatikans, vor allem die Kardinale Merrn del Val, De Lai und Billot die Parole strengster Jirtransigenz ausgegebe» hätte». Eines Tages im Frühjahr dieses Jahres begab sich Pater Kolb, der deutsche Jeftiitensührrr. in das Jesuiten kloster in der Straße San Rftcolo da Tolentino und stellte dem General Wernz ein Ultimatum. Sollte der unbeugsame Wille des Vatikans den Orden von seinen wissenschaftlichen und kulturellen Richtlinien abbicgcn wollen, io bliebe den deul> scheu Jesuiten, so erklärte Kolb, nichts anderes übrig, als eine Palastrevolution und trdensneugründung: die Haltung der „Eivilra katdolica ' und der übrigen Jesviienblätter Jtä liens und Svonieiis sei unerträglich, die deutschen Jesuiten müßten da die Heeressolge versagen. General Pater Wernz war nun io zwischen Vatikan und der deutschen Jkfuncnvartei in die Enge getrieben, und er fand keinen anderen Ausiveg, als dem Geianikord?n in Sachen des Modernismus eine weise Jurückdaltung auizuerlegen und das blinde Verurteilen aller modernen Theorien zu untersagen. Er tat das nicht aus liefe rer Erkenntnis, sondern ui» zunächst einmal die Einheit und Geschlossenheit des Ordens zu rekte» Wäre es ihm gelungen, sich mit dem Papste direkt zu verständige», so stände der Jeinitenordc» heute bei dem Ableben der beiden, des Papstes wie des Generals ganz anders da. So aber ist aus den „schwarzen" Jesuiten nach den« Ausspruch eines bekannten/ sehr freimütigen Prälaten der Kurie der „grüne"' Jesuilis mus geworden, und man kann gespannt daraus sein, wie der Nachfolger Pius X. und der küniiige Jesuitengcneral die abgerissenen Beziehungen wieder ausnckmen werden. Rom. 2l. Aug. Jwischen ö und 7 Uhr nachmittags wurde die Leiche des Papstes in dem Throusaal durch das diplomatische Korps, das Patriziat, de» hohen Klerus und die Angehörigen der religiösen Orden der Hauptstadt, besonders der Schwestern, beiichtigt. In dem mit rotem Damast ausgcjchlageuen und elektrisch ephelüe» Thronsaale versehen die päpstlichen Truppen den Ehrendienst in großer Uniform, Ter Papst ruht, bekleidet mit den päpstlichen Ge »ändern, aus einem von vier Kerzen umgeben'» Tisch unter dem Thronbaldachin. Die Ausstellung der Leiche ivird bis morgen dauerp. Daraus wird sie feicrtid* ,» die St Peters Basilika ndergesührk werden. Ter Kardinal Eainerlengo deila Volpe legte die Siegel au die Privatbibliothek des verstorbenen Papstes an. R o ni, 21. Ang Das Testament des Papstes, dos beute eröffnet wurde, enthält den rührende» Satz: ,,Jck> bin arm ge boren, half arm gelebt und will arm steäbeii." El? verfügt nur mäßige Unterstützungen an Verwandle und liderlißt dem Rach iolger die Zuweisung von 1 Ut> O 0 Lire a» Familien, welche Summe fcn Papst geschenkt erhalte» hat. Er wünscht ei» cinjackics Be gräbnis und keine Einbalsamierung. Aur dem ostpreutzischen wetterWinkel. Tqs sieg und erfolgreiche Gefecht bei Stall.»- pöiie» hat gezeigt, daß seil und treu auch die L-qckZ gut Oste» steht, nud daß sic ein scharfes gutes Schwert iührt. De» russischen Wolf gelüstet es ivohl, sich des hübschen, sreundlicheu Gumbinnen zu benüichtige», oder des rührigen und gewerbreicheu Insterburg, oder gar des schönen Königsberg. Aber er wird sich das Gelüste ivohl verhalte» müssen, den» die Ostpreußen sind ein Schlag vv» Granit, daran er sich die Zähne ausbeiße» könnte. Sic sind dauerbar, zäh, kräftig. schwer aus der Fassung nud schwer aus dem Humore zu bringen, aber unwiderstehlich i» der ruhigen, nickit zu erschütternden Tatkrast, die ihnen eigen ist. Ei» fester Schlag ist hier im äußersten Nordssten unseres Vaterlandes zu Hause, und sic lenneu die Russen und fürchten sie nicht. Sic haben'sie kennen gelernt im guten und im bös?». In den Tage» des großen Friedrich haben die russischen Horden hier gehaust, und dann, vor IO) Jahren, nach dem denk würdigen Vertrage von Tauroggen, sind sie als Freunde hier ins Land gekommen. Ter Ofipreußc hat zu viel vom russischen Wesen aus nächster Slähe gesehen, als daß er sich durch Jahlcn über die Größe Rußlands und seines Heeres bange mache» ließe. Er braucht nur über die nahe Grenze zu gehe», um durch de» Äugenfthein zu lernen, welch ein Unterschied zwischen der gesammelten Kraft deutsch«, Landes und der säuvamiiiigcn Ausdehnung des russischen Wesens und Lebens besteht. Rußlands Nachbarsckmft macht sich hier auch klimatisch recht fühlbar. Streng sind die Winter und heiß sind die Sommer. 'Aber an seiner Scholle hängt der Oskpreußc mit einer Liebe, die i» ganz Tentschland beinahe nicht ihresgleichen hak W'-u er auch immer sei — immer schul er sich nach den Wäldern und Heiden des oslpaeußijchen Landes •itriirf: und wenn man hier auch nicht jene Reize ftrcheir darf, die das Reisehandbuch mit einem Dvppelstern zu bezeichnen pflegt ein schöne- Land ist cS doch. Es hat etwas Großes in seinen Verhältnissen, mrd die Höhen an Pissa und Memel biete» oft Aussichten von überraschendem Reize, lind ettvas Großes. Breites hat auch die ganze Lebcns- führniig hier. Ter Oslpreuße ist ein 'Mann, der lebe» und leben lasse» iwll; und wenn der Laudnnrt in der Kreisstadt eliikehrt, dann geht es hoch zu, nwbei der unerschüttcrlickn- Humor dieses Volksstammes das Beste tut 'Ader cs heißt a»ch hierzulande: saure Wochen — frühe* Feste. Er weiß zu arbeite», der Ostprcuße Tie Landwirtschaft lierrscht hier durchaus, iie gibt den Ton an, aus ihr beruht der Wohlstand: und wer die großen Güter dieser Gegend besucht, der erkennt, sofern er der Landwirtschast nicht ganz und gar fremd ist, daß hier ei» zäher Fleiß und eine zielbetrmßle »tiisi.ht der Erde reichen Segen abzuringe» versteht. Der Preis der Arbeit ist nicht ausgeblieben, und alle Städte und Städtchen der Gegend, Insterburg ivie Gumbinnen, Stallnpönen wie Eudkbuhne». bezeugen ein fröhliches 'Aus- blühc». E v d I k» h » e ii ffi eine Ansiedelung jungen Ursprungs. Jsti Jahre 1 stK*, als die Ostbahn durch Erössniuig der Strecke Llallupönen-Endtkuhiien vvllendet ivurde, besand sick> hier nur ei» Bahnhof und ei» paar elende Häuser. Das ist jetzt »ickik viel über ein halbes Jahrhundert her. und heute bildet Eydtluk.iien eine» drei Kilometer langen sreundlictn-u Ort, der sich längs einer hübschen schattigen Straße entwickelt und der sich sogar einen schönen Park angelegt lzat. Tic Russen kameii i» Friedenszeiten gern über die Grenze in diese» ersten deutschen Ort herüber, schon danun, iveil die Lebensmittel i» Evdtkuhnen wesentlich billiger zu sei» pflegten als drüben tu Kidarth, dem russischen Grenzortc. Jwischen beide» bildet der Fluß Lippons die Grenze, der dis zu seiner Mitte deutsch und danu russisch ist. Kibarth ist niaiichem. der nach 2t. Petersburg zu reisen hatte, ivegcu der »mstäiidlichen und peinlichen Zoll- und Paßuulersuchnng in nicht gerade angenelimer Erinnerung geblicb«,. Für eine russische Grenzstadt ist es verhältnismäßig sauber und ireuiiblicli Der Baiaibos, du* Kirche mit den« uvvcrmeid- Itrti'en Jwiebelturme lind stattlicki genug. Aber inmi betritt launi hier den russischen Boden, als nian sogleich die kiese Verschiedenheit des Volkstums hüben und drüben cmp- sitidet Tie Männer hier scheinen ivie ans einer und derselben Schachtel genommen. Es fehlt die JndividnalisiertUtg, die den deukschcii Menschen kennzeichnet; eine Masse, eine unnnierschtedene Masse scheint es, der nian sich gegenübc» sieht. Nicht überall empsängt Rußland den Reiscildcn mit einem Orte, der sich, ivie Kibarth, immerhin noch zeigen lassen kan». Ueberschrcitet man die Grenze weiter südlich, im Masurenlande, etwa in der Richtung von Lhck aus, so ist das Bild, das uns empsängk, ein ganz anderes. Tabct stößt man bicr schon nach kurzer Jeil a»i eine Stadt, eine ivirkliche Stadl vvn 10000 Einwohnern. Das ist das in der jüngsten Zeit ailch bereits iviederholt genannte Grajewo. Aber so wie in dieser S>tadk sicht es bei uns nicht im eleiidslen Torfe aus. 'Anton Hensel bat einmal von diesem russischen Grenzorle eine anschauliche Schilderung entworfen. Lrle'. nisje zweier norwegischer Stiiöcntcn in veuischländ. Die Zeitung Tidens Tegn i:> Kristiania bringt in ihrer Nr. 220 vom 12 August den solgente» Bericht, der vcrbient, auch i» Deutschland vekanm in werden. Ein ireundlicher Leser unseres Blattes stellte uns die Ilederietzuag ins Teutiäie zur Verfügung: Vier Tage iit Mainzer Gefängnis wegen des Verdachts der Spionage. Glänzende Organisation und begeisterte Stimmung in Teuljchlaiid. Zwei norwegische Studenten, Tobli und Tvelen, die -rode, als der -Iiicq ausbrach, eine Radiatinaur durch Teutich and machten, und gestern nacht mit dem Tainxischijs M. G M c l chio r an? Kopenhagen uirüägelehrt und baden uns ihre Ertebnisse erzählt. Tic waren »ichl durchireg angenehm, aber die beiden junge» Männer waren letzt. wo sie alles üderstanden hatten, ganz hingen'ien, daß sie den großen Begebenheiten, die jetzt vor sich gehen, io nabe geive-en waren. Wir kamen am 17. Juli nach Stemm Von da radelten wir ganz gemächlich »ach Heidelberg und dann weher nach Worms rlcberott begcgnere uns die Bevölkerung mir der größten L'ibens- würdigkeit und wir batten es nch'.ig gut. Am l August dciande» wir uns aui dem Wege nach Mainz: es uw der Tag wo an Ruß land »er Krieg erklärt wurde Als wir Mainz gegenüber angetom men waren, bielren wir, um die Jacken anzuziebe». denn wir toollien nicht in Hemdsärmeln in di- Stad: iabren Plötzlich sabcii wir eine» Otiizier »»mittelbar neben „ns Er Karte, daß wir nicht Tcutsch 'vrachen und wurde augenscheinlich gleich mistir rutsch. ?r sprang aui einen Slrrßenba,»wagen un> an der nichsren Halle Nette üieg eine Anzahl Polizisten und eine Milikärvalrouitl.' ab, die am nn? zuiamen. Einer der Polizisten sragie, ob wir Deutsche wären Wir aniaarteien nein und zeigten unsere Polüzeipäii?. Er fand diese nicht genügend und besaht uns, ihm nach der Polizei starion zu folgen. Begleitet von Polizei,und Müitär und von ver ichiedenen Neugierigen zogen wir i'o in die Stadl ein. Am der Polizcuvack»' iciglen n-ir nieder unsere Pässe, aber man glaubie »ich: recht, daß die echr wärerr. sie nützten uns also nicht- Von de, Polizeiwache imirden ivir nach dem Justizgebäude geführt, wo sich dieselbe Szene wiederholte und von da wurden loir unter Be wachung nach dem Geiängnive gebracht, dem kogenannlen Prornn zial-'Arrefthaus. Wir glaudie», daß wir auch jetzt imeder nur einen- Verhöre unrerwarien und dann tosgelafsen werden würden Es wurde uns »aber recht undeimiich z» Mme, als man uns bicr trcnme und icacn für sich in einer Geiangcncnzclle unrerbrachre Ich wußte nicht, was aus mauern Kameraden geworden war. sagt Hr, T ä hl i. und ick kann nicht leugnen, daß ick» etwas ängstlich >oar. Wir batten 21>ii'chläge gesehen, daß der Kriegszustand er »ärl war, und in Kriegszciten wird ja oft kurzer Prozeß gemacht Run kani ein Geiangenenuusieber zu mir in die Jelle unö bat mich, ihm zu solgen. Kurz daraui bcsanoe» wir uns draußen im <ße- iängniskorridor Ich wurde ins Vad iommandie.rt und inzwischen bedielt man alle ineine .Kleider, untersuchte sie genau und nabm alles heraus, was sich darin beiand. Unsere Räder und eine» pholvgravbiiche» Arrarat, den wir mithatten, hat die Polizei gleich in Verwahrung genommen. Tann mußte ich in meine Jelle zurüäwaiider». Ju bestimmren Zeilen durste ich draußen im ißc- sängnisloie zusammen mit einigen andere» Gesangenai irliieren geben. Die Anzahl der Gesaiigene» wuckzs übrigens beständig; cs waren alles Leute, die wie wir der Srionage verdächlia waren. Ein Mann, den ich iür den Geiängnisarzt hielt, cnvics iich ipäler als ein amerikanischer Student, den inan auch im Verdachte lzattc, er fei ein Spion Inzwischen sab icki nichts von meinem Kameraden Ich veriuckue „Ja m elsker"' Da? norwegische Aarionallied: „Ja, wir lieben dies Land", das B Björnson gedichtet bat. Anm d Ueb. zu vicisen. um ivomöglicki ein Jeickien von ibm zu^be kommen, abc: rergebens. Er erzäblle nachher, daß er mich „nien im Geiängnisho'e habe irazieren geben sehen, aber er hatte nichts tu» können, um iich zu erkennen zu geben. Er befand sich ungesähr in derselben Stimniung wie wir Tic Geiangaieiiausselier behandelten uns übrigens >ehr lieben? würdig Wir versicherten, daß wir nichts Böse» getan batten: sie sagten, daß sic uns glaubten und daß wir sicher bald irürden los- gelassen ivcrden. Aber zugleich böricn wir die Auiseher von anderen Gefangenen smechcn, die erschossen werde» sollten. Tas war ja nichi gerade sehr gemütlich. Inzwischen vergingen vier Tage. Tie beiden crstai Tage iwltcn wir rs in dem Geiänqnisfe iehr gut. denn wir dursten Essen kauien, das für uns aus der Stadt nrbolt wurde. Aber an den beiden letzten Tagen wurde uns bas nicht gestattet, wir mußten uns mit der gewöbnlichcn- «Keiangcnenkost begnügen und es war nicht io leicht, sich mit der adzustndrn Endlich schlug aber die Stunde der Befreiung. Man teilte uns mit, das, iich der Verdacht gegen uns als unbegründet erwiesen habe und daß ivir frei feien Wir bekamen alle unsere Sachen zu rück, auch den pbotogravhiich, n Äpparai Ten Film der darin gewesen war, hatte man entwickelt und wir bekamen auch die Bilder mir. Wir hatten unlerivegs Tagebücher geführt und diese Dage dückier ivaren anem Ueberietzer übergeben worden und der Inhalt ins Deutsche uterfetzl Ter Manu, der uns untere Sachen zuruck- gab. überbrachre zugleich eine bö'liche Entschuldigung wegen der Verbattung. Aber sagt-- er, jetzt in der Kvieqszeii und wir ge- nötigt, alle möglichen Borirchlsmaßregel» vu beobachien, denn wir wissen, daß sich hier in Teurschlanü eine Menge Spione bestnder. Wir versickicrie» unsererseits, daß wir das durchaus begriffen und uns nicht beklagten. , Beim Al schiede bekamen wie den guten Rat, daß wir so schnell ivie möglich nacki Hause reisen sollten, da die Bevölkerung ictzt ein begreiiliches Mißtrauen gegen alle Ausländer nähre. Versehen mit einem Scheine von dem nonvegischcn Bizckonsul — dieser war übrigens zugleich deutscher Lsstjier — waren wir i'o glücklich, gleich einen Ing »ach Frankfurt a. M. zu bekommen, '.'llber tic Vergndrruiig. die im Laute der vier Tage, während deren wir im G, -änqni? gesessen hatten, vorgcgangcn war, ivar ganz ml'liii'cnfc. Es war, als ob es gar nichi dasselbe Laüb und dasselbe Volk wäre. Wo srnher Rübe und iKeinütlichkeil geherrscht halle, war setzt alles Bewegung. Aiiiregung und Begeisterung. In Franliurt riet man uns, uns ruhig in einem Hotel auizuhallni, bis die erste 'Aufregung nch gelegt hätte. Aber das würde für uns zu teuer gewesen sein. Wir mußten sehen, fort zu kommen. Einer von denen, die freiwillig Soldatendicnste leisteten, erbot sich, uns durch die Straßen zu begleiten, »m zu verhindern, daß uns die Volksmenge iür verdäibuge Personen hielte, und alles ging gut. Wir sicherten uns zuent einen neuen Schein von d,'m dortigen iirrwegii'ckien Konsul und dann zogen wir iveiter. Wir waren so alücklich, m>! einem Militärzüge sorlzukommen, der bis Hamburg durchgehe» sollte Aber die Fahrt dauene trotzdem drei Tage, west 1er Aug an »Hat Stationen hielt und beständig neue Truvven auinabni, mast Frawillige. Tie melden sich in gewaltige» Scharen. W,i iaben viele rührende Abschiedsszenen. Die Frauen weinten freilich sehr, ivcnn sie von ihren Lieben 'Abschied nahmen, vielleicht ttim letzten '.usale. Aber ivir faben nicht einen einzigen Soldaten, der im Geringsten niedergedrückt erschien. Im Gegenteil. Es herrschte in de» Reiben eine einstimmige Begeistenina. Sie i'anaen unausdörlich „Die Wacht am Rhein" und „Deutschland, Deutschland über alles", und „Nack, Paris"" und „Nach Paerrburg" war die Loi'ung. Aui allen Stationen wurde Proviant für die Soldaten gebracht, Essen, Bicr. Zigarren und Zigaretten und diese teilten gern mit den Zioilreisenden. Aber die Svioneniurcht war auch unter den Soldaten stark verbreitet. Besonders die vor den den Russen. Wenn der Zug an wichtigen strategischen Punkten vorbei kam, wurden alle Fenster geschlossen und die Gardinen vorge- zogcn. "Die Temperatur, die dann in den überfüllten Kvpecs herrschte, war unbeschreiblich. Was einem Fremdar zu allerast in Deutschland ausfallen mußte, war die wundabare Präzision und Ordnung bei allen Dingen. An allen Brückenübergängen standen Wachlvosten und paßten aui: überall bekam man den Eindruck, daß wachsame Augen und -linke Hände daiüi sorgten, da? alles ging, wie es sollte. Daß die Bciörderung der Ae:' uden doch noch i'o raich ging, wie cs der Fall war. trotz der ungeheuren TruppeMranspone, ist ia bewunderungswürdig. Tie Prafe schienen nicht stark gestiegen zu fein. Armselige Hütten aus trockenem Sandhügcl sind es, die uns Zuerst begrüßen ; Hütten, denen die Vergänglichkeit alles Indischen aus den hohlen Fcnsteraugen blickt. Holz ist, ivie vielfach >n dem ivälüerreichen Rußland, das Material, aus dem stk erbaut .sind: allein lang, lang ist'S her, seit sie au? dem Sande dort emporwuchsen. Wir würben es nicht riskieren, eine der Hütten zu betreten, aus Furcht, sie möchte über uns zusammenbrechen: und doch sind sie alle bewohnt, und Linder, denen die mangelhafte Deckung ihrer Blöße noch kerne Sorge bereitet, treiben iin Sande ihr Spiel. Bei diesen Glücklichen ist die Toilettenfrage im Handunidrehcrr erledigt. Ein Hemd, das vielleicht nur bis zu den Hüften reicht, und von dem man voller Bescheidenheit nicht verlangt, daß es weiß sei, ist oft das einzige und Hauptslück. Auch ganz ist cs nicht, das darf niemand beanspruchen: tragen doch weder Vater noch Mutter, weder Freund noch Nachbar ein Kleidungsstück auf dem Leibe, das nicht durch einige Löcher geziert würde. Wie die Menschen, tragen auch die Häuser in der weiter hinausführenden Straße das Gepräge der Zer- lumptheit an sich, gepaart init der davon unzertrennlichen Unsauberkeit. Klein und unscheinbar wie in der Eingangs- straßc auch die Häuser um den weiten Marktplatz: kaum eins, das bis zu einem zweiten Stockwerk hat emporstreben mögen. Nur zur Linken steigt in blendender Weiße die katholische Kirche zu beträchtlicher Höhe auf und überschaut majestätisch dgS demütig am Boden klebende Häusergewirr zu ihren Füßen. Zum Gefecht bei Zoldau. Einem Feldpostbriefe der „Hamburger Nachrichten" von der Lstgrenze über das Gefecht bei Solbau entnehmen wir folgendes: „ . . . Höre denn, was uns Dragoner von Moldau erzählten: An der Grenze auf einem langgestreckten Hügel eine preußische Reckerabteilung, wenige Schwadronen, dicht hinter ihncn, durch den Hügel eben gedeckt, einige Maschinengewehre, der Kavallerie zugeteilt. Da kommen zwei russische Kavallerie b r i g a d e n an, sehen die paar feldgrauen Reiterchen, und gleich vergnügt aus sie ein, eine Brigade vorn, die andere als Rückhalt hinterher. Unsere Dragoner ihnen entgegen, vor dem Feind« aber, im rasendsten Galopp teilen sie sich rechts und links, den Maschinengewehren frei Schußfeld lassend. Da tat sich den Russen die Hölle auf. Was da geschah, soll unbeschreiblich gewesen sein: in zwei Minuten war die erste Brigade ein Knäuel von Menschen- und Pserdeleibern, die zweite, erschüttert, aufgelöst, lagt zurück, aber rechts und links die deutschen Reiter Iwlten auf, schwenkten ein, preßten die Linie zu einem Haufen zusammen, wo sich keiner rücken und rühren tonnte, geschweige denn Lanze und Schwert gebrauchen. So wurden zwei Brigaden vernichtet mit eineni Opfer von 3 Toten und 18 Verwundeten auf unserer Seite. wie „U 15" unterging. Aus dem „Scotsman", also aus durchaus nicht unverdächtiger englischer Quelle, erfährt man einige Einzelheiten .über den amtlich gemeldeten Verlust des deutschen Unterseebootes „U 15": „Vorigen Sonntag," heißt es dort, „kreuzte ein englisches Geschwader an den ihm zugelviesencn Standort, als es die Entdeckung machte, daß sich eine kleine Unterseebootslotte näherte. Der Feind fuhr unter Wasser. Aus'der Oberfläche des Meeres zeigten sich nur die Periskope. iDas Periskop ist ein sinnreiches Instrument, das den Unterwasserbooten gestattet, den Horizont über Wasser zu beobachten.) Als sie nahe genug waren, feuerte ein englischer Kreuzer seinen ersten Schuß ab, indem er auf die »eine Linie des Periskops zielte. Das Periskop ging in Stücke, und das geblendete Unterseeboot tauchte ganz unter Wasser, Die anderen Boote erkannten die Gefahr und entfernten sich. Das getroffene Unterseeboot aber mußte, da es unter Wasser der Möglichkeit zu sehen bc- raicht »var, bald obenauf schwimmen. Der Kreuzer brauchte nicht lange zu tvarten und feuerte, als die dunkle Masse deS Unterseebootes aus der Meeresfläche erschien, einen zweiten Schuß ab. Tie Beobachter hatten kaum Zeit, den Buchstabe,, und die Zahl des getroffenen Unterseebootes zu erkennen. Die Kanonen hatten das Boot an der Basis des kleinen Turmes getrosten und es in Stücke gerissen. Der ganze Oberbau wurde zertrümmert, und daS Unterseeboot sank sofort.. unb Papiergeld trat so gut wie Gold. Niemand wcigette sich, Papier anzunehmen, und wenn etwa ein Geschäftsmann versuchte, süh zu weigern, so wurde sein Geschäft sofort geschlossen. Aber wie gesagt: Ausländern geschah es leicht, daß sie in den Verdacht gerieten, Spione zu sein. Konnte man indes Nachweisen, daß man ein Norweger war, so wurde man mit ausgesuchter Höflichkeit behandelt, beinahe höflicher als andere Skandinavier, * — KönigWilhelmsroteRose. Blumengeschmückt sind viele unserer Krieger ins Feld gezogen, Blumengrüße wurden ihnen von allen Seiten gespendet, und mancher trug als das sinnigste Svmbol dieser in leidenschaftlicher Begeisterung und Todesmut purpurn glühenden Zeit eine rote Rose auf dem Helm, Eine solche rote Rose hot in den großen blutigen Augusttagen des Jahres 1870 auf König Wilhelm einen tiefen Eindruck gemacht. „Als ich am 19. August vom Schlachtfelde über Gorze nach Pont ä Mousson zurückfuhr und in dem überfüllten Gorze einige Augenblicke an- baltcn mußte," so erzählte er seinem Vorleser Schneider, „überreichte man mir eine wunderschöne rote Rose, soviel ich in dem unglaublichen Lärm und in der Verwirrung hören konnte, von einem schwerverwundeten Offizier, welcher, in einem Hause liegend, von meinem Vorüberfahren gehört. Lüder habe ich seinen Namen nicht deutlich verstanden. Erkundigen Sie sich doch, wer mir dieses sinnige, bedeutungsvolle Geschenk gemacht." Schneider erkundigte sich nach dem Spender der Rose und erfuhr, daß der Offizier, der dem vorüberiahrenden König aus seinem Bauernstübchen die rote Rose als Siegrsgruß gesendet, ein Hauptmann von Zedtwitz war. Der Herrscher hat diese rührende Aufmerksamkeit nicht vergessen. Als der Frieden wieder in die deutschen Lande eingekehrt war, erinnerte sich der Kaiser zu Weihnachten dieser Gabe und schrieb am 22. Dezember 1871 dem Offizier einen eigenhändigen Brief, der also lautete: „In dankbarer Erinnerung an den mir unvergeßlichen Augenblick, wo Sie, schwer verwundet im Gorze am 19, August 1870, mir eine Rose nachsendeten, als ich. Sie nicht kennend, an Ihrem Schmerzenslager vorübergesahren war, — sende ich das beikommende Bild, damit noch in späteren Zeiten man wisse, wie Sie in solchem Momente Ihres Königs gedachten und wie dankbar er Ihnen bleibt!" Das Erinnerungsbild, das von I. Zeyß gemalt war, zeigte auf einem Gedenkstein mit der Inschrift: „Gorze, den 19. August 1870" eine schwarz-weiß-rote Fabne, die den Stein rechts zur Hälfte bedeckt, währeich die schwarz-silberne Fabnen- troddel die linke Seite einnimmt. In der Mitte steht ein Infanterie- Helm, mit dichtem Eichenkranz umwunden, auf dessen Blättern man Tränen sieht, und an den Helm ist das Eiserne Kreuz nebst Band gelehnt. Das große Gemälde befand sich in einem orächttgcn goldenen Rahmen, auf dem oben eine in mattem Silber getriebene Rose angebracht war. Berlin, 21. Aug. Aus Anlaß der diesjährigen Großen Berliner Kunstausstellung ist iolgenden Künstlern die Goldene Medaille für Kunst verliehen worden : Dem Maler Karl Mbrecht-Königsberg: dem Maler E. Chicharro-Rom : dem 'Maler Willi Der Hell-Berlin: dem Büdhauer Map Eiter, dem Maler und Radierer Willi Herrmairn-Berlin: dem Maler Hans Hertig-Berlin: dein Bildhauer Albert Hußmann-Berlin; dem Maler Franz Stassen-Bcrlin. Au» Staöt und Land» Gießen, 22. August 1914. Die Darlehenskassenscheine. Die Darlehenskassenscheiue zu 20Mark sind 14 Zentimeter breit und 9 Zentimeter hoch. Sie bestehen aus Hanspapier mit einem fortlaufenden natürlichen Wasserzeichen, das aus verschlungenen Linien gebildete, abwechselnd offene und mit der Zahl 20 gefüllte Felder zeigt. Auf der Rückseite besindel sich rechts ein aus orangeroten und grünen Pslanzensascrn bestehender Streifen, Der Untergrund der Vorderseite ist in gelb, blaugrau, rotbraun und grauviolett gedruckt und besteht aus einem dreiteilig angelegten. ornamentierten Muster, dessen einzelne rechteckige Felder, soweit sie nicht verdeckt sind, eine mosaikartige Ein>- sassung haben, die nach außen durch ein blaugraues Pal- mettenmuster abgeschlossen wird. Inmitten des Scheins be- finbet sich in brauner Farbe auf gelbem Grunde eine Tare- stellung der Kaiserkrone, darunter der von zwei gekreuzten Zeptern getragene Reichsapfel, sowie ein Lorbeer- und ein Eichenzweig. Tie Reichsabzeichen lind ans einem mit einer hellgelben und zarlen blaugrauen Guilloche versehenen Hintergründe angeordnel, der sich bis zu einer breit gelagerten rautensörmigen Umrahmung erstreckt. Tie Leisten dieser Umrahmung sind von Rosetten gebildet und tragen außen auf dunklerem Grunde die sich wiederholenden Worte ZWANZIG MARK. Die beiden seitlichen Ecken sind von großen Rosetten ausgefüllt, die in der Mitte die Zahl 20 gelb auf grauviolettem Grunde und um diesen herum viermal das Wort ZWANZIG tragen. Beide Rosetten enthalten je vier paarweise einander gegenüberstehende helle kleinere Rosetten, in deren Milte violette stcrnartige Kreuze angebracht sind. Auf dem sreien Papierrande erscheint ein gelblicher Schutzdruck aus feinen mit dem Rande parallel laufenden Linien. Außerdem^enthält die Vorderseite in brauner Farbe und in deutscher Schrift folgenden Textaufdruck: Darlehenskassen schein. Zwanzig Mark, Berlin, den 5. August 1914. Reichsschuldenver Wallung. v. Bischojsshausen. Warnecke. Bieregge. Müller. Noelle. Dickhuth. Springer, ** Von der Universität. Ter Privatdozcnt der Zoologie Tr, Siegfried Becher hat einen Ruf als ordentl. Professor der Zoologie nach Rostock angenoinntn. ** Beamten und Lehrer für das Rote Kreuz, Der Aufruf der Vereinsvorstände bat in Beamten- und Lehrerkreisen erfreulichen Anklang gefunden. Inzwischen sind acht weitere Vereine mit mehreren Hundert Mitgliedern dem 'Aufruf beigetreten Es sind dies der Hessische Landeslehrerinnenverein. der Verein hessischer Bauaspiranten, der Verein hessischer Kulturtechniker, die Ortsgruppen Mainz, Rheinhessen und Starkenburg des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen, der Verband hessischer Assessoren der Finanzverwaltung, die Vereinigung der Kontroll- beamten für die Lokalkasse und der Verein der Kreisvcterinär- ärzte. Zur Vermeidung von Mißverständnissen sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß der Wirkungskreis de- Roten Kreuzes sich nicht auf die Fürsorge für Verwundete und fiir_ die Hinterbliebenen im Kriege gefallener und verwundeter Soldaten beschränkt^ sondern auch die Unterstützung bedürftiger Angehöriger im Felde stehender Soldaten umfaßt. Schenk u n g. Zur Beschaffung außeretatsmäßiger Instrumente und Geräle iür die hiesieen Reservelazarette sind von den» Frauenbund der Deutschst» K o l o n i n 1 g e i e 11- s cd a s t, Ortsgrnvve Gießen, 600 Mark, sowie von» Obe» hessischei» Geschichtsverein 300 Mark aeivendet worden, für ivclche hiermit herzlichst gedankt wird. — Ferner werden noch 1000 Mk. aus den» Erlös der Engelanssnhrnng, I. Juni, die bereits nach Berlin an die Zentrale, des Frauenbundes der Tenlschen Kolonial- gesellschast iür den Fonds der Mädcheaausreise gesandt ivaren, dort zu Verpflegniigszwccken iür Misere Verwundeten verivandt iverdcn. ** Bürgc.r verein. Ta die wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse d«S Volkes, besonders des Mittelstandes, durch den gegenwärtigen Kriegszustand in einschneidender Weise beeinflußt werden, wird der Bllrgerverein im Laufe der nächsten Woche eine Versammlung veranstalten, in der von sachkundiger Seite über „Krieg und Wirtschaftsleben "referiert werden soll. Ohne Zweijel bringen weite Kreise diesem Thema großes Interesse entgegen- so daß auf rege Beteiligung seitens der Bürgerschaft zu rechnen ist. Näheres über Ort, Zeit ustv. wird in den nächsten Tagen am Anzeigenteil dieses Blattes bekannt gegeben. Landkreis Gienen. l. Allendorfa. Lda., 21. Aug. Außer den bereits von uns angegebenen Beiträgen für das Rote Kreuz aus unserem Ort ha» auch die evang.-lutherische Zionsgemeinde demselben 59,50 Mark Kirchenkollekte zugewendet. Kreis Lautcrbach. h. Bannerod, 21. Aug. Im Mter von 86 Jahren verstarb hier der Kriegsveteran Peter G ö tz, einer der Feldzugs- teilnehmer aus den Jerhren 1848/49. Er hatte als Einsteher eine Gesamtdienstzeit von 10 Jahren abgeleistet, tvar im Besitze des Felddienstzeichens, der Großh. Badischen Gedächtnismedaille ,und des Militärdienstalterszeichens für 10 Tienstjahre. Kreis Schotten. B. Lanbach, 20. Aug. Heute hat am hiesigen Gymnasiunk der Unterricht in sämtlichen Klassen wieder begonnen. 16 Schüler sind mit der Kriegsrcifeprüfung abgegangen, einig« mtt Primn- berechtigung. Sie sind sänttliät als Freiwillige in Heeresdienste getreten. — Unter den» Protektorat der Gräfin-Mutter wird in Raumen des hiesigen Schlosses und im Johann-Friedrich-Stift ein Lazarett errichtet werden, das 40 bis 50 Betten enthalten soll. Betten und Einrichtungsgegenstände werden teilweise von den Bewohnern der Stadt freiwillig gestellt. In einem Sanitätskursus unter Leitung von Sanitätsrat Dr. Dietz werden 32 Mädchen ansgebildet, die unter Aufticht der Stistsschwestern die Pslege der Verwundeten übernehmen wollen. Das gräfliche Hans hat 1000 Mark zur Unterhaltung des Lazaretts gestiftet. An freiwilligen Speirden von den Vereinen und Bewohnern der Stadt gingen .dis jetzt 1500 Ms. ein,, die teilweise für das Lazarett, das Rote Kreuz und die im Felde stehenden Krieger verwendet Werdens sollen. Eine Haussammlung zum Besten des Roten Kreuzes ergab 238 Mk. Kreis Frievberg. X Friedberg, 21. Allg. Das Krcisamt tnacht bekam»!, daß die Polizeistunde allgemein auf 10 U h r festgesetzt ist. Auch die Veranstaltungen von Vereinen utiterlicgen dieser Anordnung. r. Butzbach, 21. August. Hier wurden von den aus Metz entfernten Familien 73 Personen — Ddänner, Frauen : darunter eine von 81 Jahren! und Kinder — bei Familien untergebracht. Vilbel, 20. ^Aug. Beigeordneter H e r g e t, 63 Jahre alt, der den Feldzug 1870/71 freiwillig mitgemäcktt hat, »st als Kriegs- fteiwilliger ins Heer cingetreten und ttit als Feldwebel-Leutnant beim Infanterie-Regiment Nr, 116 in Gießen Dienst, Slarkenburg und Ntieiuhkssen. Darmstadt, 21. 'Aaigust. lieber vierhundert französische Gefangene von verschiedenen Regimentern und von allen Waffengattungen wurden heute hier eingebracht. Es waren auch zahlreiche Verwundete darunter, von denen viele sofort ,in dar Lazarett gebracht werden mußten. Sie tnachen, wie auch schon die irüheren Transporte, keinen sehr günstigen Eindruck. Einzelne Inben den Begleitmannschaften erzählt, daß sic Haufen von französische Leichen gesehen haben, besonders bei Scktirmeck, über die sie hintoeysteigei» nrußtei». Deutsch« Tote lzaben sie wenig gesehen — Eine Santiirlung des Lehrkörpers der hiesigen Technischen Hochschule zunächst zirm Zwecke der Abhaltung von Ausbilduugskursen für freiwillige Krantenpjlege ergab die hübsche Summe von 1280 Mk. Der größte Teil des Betrags soll zur Allgemeinen Kriegssürsorge zur Bersügung gestelli werden. m. Ossenbach a. M,, 21. Aug. In der gestrigen zweiten Kriegs sitzung der Ossenbacher Stadtverordneten gab Oberbürgermeister Dr. D u l l o ein Bild von den Einwirkungen und Begleiterscheinungen, die der Krieg für die Stadt Ottenbach, ihre Verwaltung sowie die um die Hälfte verringerte Beamtenschaft im Gefolge gehabt hat. Der Oberbürgermeister mabttte in Anbetracht dessen, daß durch den Krleg die Steuerkraft sowie die Einnahmen aus den Betrieben erheblich geschwächt werden, zur Vorsicht und riet, die in Angriff genommenen größeren Bauten, die Ueberland- zentrale, sowie die Kanalbauten, vorerst einzustellen, um die vorhandenen Mittel für die Bedürfnisse sowie die Notstandsuntcr- stützungen mehr verwenden zu können, zumal die Stadt in der Hauvtlache aus die Mittel der in, Frühjahr aufgenommenen 14- Mtllionen-Anleihe angewiesen ist, wovon aber schon ein großer Teil verausgabt worden ist. Die Stadtverordneten waren jedoch der 'Ansicht, daß diese Arbeiten zur Beisleuerung der großen 'Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit sorlgesührt werden. Zur Beilegung von Mietsstreittgkeiten wird ein E i n i g u n g S a m t, bestehend aus 12 Hausbesitzern und einer Anzahl Stadtverordneten, geblldet, dem bereits 100 Fälle zur Bearbeitung vorlicaen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Standpunkt des Ofsenbacher Gcwerbegerichts, das nach den Aussührungen des Stadtv. Heilmann in Streitfällen über Entlassungen ahne Einhaltung der Kündigungssrist entgegen den gesetzlichen Bestimmungen einen einseitigen Standvunkt zugunsten der Arbeitgeber eingenommen habe, einer Krittk unterzogen und dabei an die Arbeitgeber das dringende Ersuchen gerichtet, die Arbeiter so weit als möglich weiter zu beschäftigen. In der Porte- seuillebrauche wurden beispielsweise über 1100 Arbeiter sofort entlassen, obwohl viele Geschäfte ihre Arbeiter Wecker beschäfttgen konnten. r. Mainz, 21. Aug. Gin 16jahriger Freiwilliger, der Kausmannslehrling Fröhlich, ivurde gestern an seinem Geburtstag bei der Maschinengentehr-'Abteilung eingelleidet. r. Mainz, 21. Aug. Die Großhcrzogin kam gestern nachmittag um 4 Uhr hier an, um die Einrichtungen des Roten Kreuzes, die .Krankentransvortsahrzeugc und das Ali- cenhcim zu besichtigen. Am Hauplbahnhot 'hatten 'sämtliche Fahrzeuge Ausstellung genommen. Tie Herren vom Roten Kreuz, Kommerzienrat Harth rmd Geh. Justizrat Dr. Oppenheim, sonne Oberbürgermeister Dr. G ö t t e l m an n begleiteten in Anlos die Großhcrzogin nach dem Hauptbahnhof. Auch die S a n i t ä t s - k o l o n n e war unter ihrem Führer W a l l a u angetreten. Die Großherzogin war von der Besichtigung sehr zufrieden und sprach den Herren ihre Anerkenirung aus. Gegen 6 Uhr fuhr die Grobherzogin ins Alicenheim und von dort nach Tarmstadt zurück. Hessen-Nassau. in. Neustadt, 21. Aug 'Nach Mitteilung des Königlichen Landratsamtes werden in Kirchhain, Neustadt und Holzhrrusen Kriegslazarette errichtet. st- Eschwege a. d. Werra, 20. Aug. Der Arbeiter Hesse aus dem benachbarten Niederhone, der als Zivilposten bei dem Hochbehälter der Gemeindewasserleitung stand, erschoß gestern ein 12jähriges Mädchen aus dem genannten Dorfe. Das Mädchen spielte mit noch anderen Kindern an der Wasser- leinmg. Ter Posten forderte die Kinder zum Fortgehen au) und als diese keine Folge leisteten, wpllte er sie mit dem Gewehr in der Hand vertreiben. Dabei kam er zum Falk, wober'sich das Gewehr entlud und. die Ladung das Kind traf. h. Vom Main, 21. Aug Der Landrat des Kreises Höchst gibt bekannt, daß zahlreiche Müller und Landwirte ohne zwingenden Grund die Preise für ihre Artikel seit der MobihnacArng hinaufgeschraubt ^iben. Um dieser Bewucherung des Volkes steuern zu können, will der Land rat von heute ab jeden Verkäuser, der im Kreise Höchst derartige Preissteigerungen vornimmt, öffentlich durch die Zeitungen bekannt geben. lliautschciu. Kiautschau oder Tsingtau, die „grüne Insel" im gelben Bölkenneer des Ostens, dies Lieblingskind und der Stolz unserer jungen Kolonialpolitik, ist nun durch, die seindliche Haltung Japans schwer bedroht und all die zukunstsreichen Hoffnungen, die wir aut dieses kleine Stück Land an der Küste des chinesischen Riescn- reiches setzen dursten, werden erschüttert. Dies unser ostasia- tisches Gebiet an der Südseite der Shantunghalbinsel vrr- dankt nicht seiner Ausdehnung oder seiner Fruchtbarkeck seine gewaltige Bedeutung, sondern seiner außerordentlich günstigen Lage, durch die es ein idealer Stützpunkt für unsere Flotte und ein Eingangstor für unsern Handel geworden ist. Der ausgezeichnete Kenner Chinas, der Geograph votr Richthosen toar der erste, der daraus hinwies, daß es an der gesamien Küste des nördlichen China keinen Ort gäbe, der für eine deutsche Festsetzung wichtiger sei wie die Bucht von Kiautschau, Ein gewaltiges Absatzgebiet für den derckschen Handel eickfaltete sich in dem riesigen Hinterland, nicht nur in der Provitrz Schantmrg nrit seinen 33 Millionen Einwohnern, zu der Kiautschau gehört, sondern in dem chinesischen Mtklionenreich überhaupt, u»»d da die Bucht gerade an der Stelle von Süden her in das Land einschneidet, an welcher die den Osten der Provinz Schantmrg erfüllendon Gebirge vollständig voneinander getrennt sind, so ist hier der Ucbcrgang vom Gelben Meer nach dem Golf von Tschili so außerordentlich erleichtert, daß von K»a»Zchau aus eine Verbindung dieser beiden Meere möglich ist. In ziemlich gleicher Entfernung von Peking )me ^von den Endtwnkten der ungeheuren Kulturebene im Westen und Süden ist dieser herrliche Hafen tvirllich so etwas wie die Eingangspforte zu dem ungeheuren Reich der Mitte. Und diesem Stück Land an lernet Küste, der Stadt Tsingtau und ihrem Schutzgebiet, hat deutsche Arbeit »lud deutsches Wesett den Stenrpel ihrer Eigenart und Kraft ausgeprägt: schon wenn der Damvftr an der Mole von Tsingtau Halt macht, bietet das Bild dieses mächtigeil Hasenbaues einen imponierenden Eindruck von dem, >vas loir da in Olt- i asien geleistet. An der günstigsten Stelle der Bucht, in der Nähe des südlichen Ausganges und zwar an der Innenseite der östlichen lleinen Halbinsel breitet sich das trefflich geschützte Hafenbecken mit seiner Wassertiefe von mehr als 10 Meter. Mehrere über 100 Meter breite und gegen 700 Meter lange Molen ragen hier au» unzähligen Pfählen ins Wasser, und in weitem Bogen umschließt eine 5 Kilometer lange Uimassungsmole das 293 Hektar große Becken. Und dahinter das große Werftgebiet mit den rauchenden Essen und dem gewaltigen Schwimmdock, dessen gigantisch in die Luit ragender großer Kran Riesenlasten bis zu 150 000 Kilogramm bebt. In der zweirädrigen Rickscha. von einem Kuli gezogen, rollt man auf breiter wohlgevilegter Chaussee der Stadt zu, zunächst durch ein Gelände, dar die Gebäude des Hafenvcr- kchrs und der Bauvenoalttmg trägt. Wenn man die stattlichen Häuser sieht und die hohen Scktornsteinc der Ziegeleien, glaubt man einer deutschen Fabrikstadt entgegen zu fahren. Aber tvas läuft uns da für bezopftes Volk entgegen, was leuchten da für bunte Kittel und seltsame Zeichen'? Mitten unter den „Söhnen des Himmels" sind wir, in der Chinesenstadt Ta- vautau, wo sich gegen 30 00.) Bewohner des Landes angcsiedelt haben »»nd hier völlig ungestört ihr gewohntes Leben führen. Leibst ein chinesisches Theater sehlt in Tapautan nicht. Die Chinesen, die früher iit der heutigen Europäerstadt Tsingtau toohnten, sind in der nächsten Umgebung des Ortes in dem „Musterdorf" Tai- tungschen angesiedclt worden, wo die Zopilräger sich einem durchaus deutschen Rahmen einsügen müssen. Die Schanttttigstraße von Tapautau geht ohne weiterer in die F r i e d r i ch st r a st e über: . wir sind mitten in dem europäischen Mittelpunkt KiautschauS. Hier erheben sich lauter teste, zum Teck sehr stattliche Bauten, von denen keiner älter ist als 20 Jahre. Tsingtau weist zwei detttlich gc- sttiiedene StaCtteüe out, die eigentliche Geschäslsstadr, in der alle Läden und Lagerhäuser per euroväiichen Kausleutc liegen, und die idyllisch aut sanften Hügeln ansteigende, durch einen Bergrücken >on der (iittt getrennte Pillenstadt Eingerahmt von dem Gebirge. tai das deutsche Schutzgebiet nach Norden abgrenzl, von dem 609 >is 1100 Meter hohen Lauschan, lagert sich Tsingtau au> d a, lachen Küstenland, das diese Bergzüge im Südwesten und im Westen :n den in flachem Bogen vorspringenden Buchten, der Tsingtau md der Auguste Viktoria-Bucht, sreilassen. Alle Straßen ötadt sind gnt gepflastert, elektrisch beleuchtet, haben Kanalisation ,nd Wasserleitung. In beherrschender Lage, auf dem Gouvernementsbügel. hinter »em sich der 100 Mtr. hohe Signalberg mit seinem vräcknigen Lanorama über das ganze Stadt und Hafengebiei erhebt, lieg! ms Gouvernementsgebäude, das der Stadkwitz nach seiner vier ckigen Gestatt ,,Tas große Tintenfaß" getarnt hat Da» von dichtem Krün umgebene Gouvernementstazarett liegt nicht weit davon, und tuch das große Schutdaus ragt hier emvor, in dem fick ein so cges geistiges Leben entfallet Noch wichtiger ireittckt iur die Kultur liautlchau» ist die deutsch-chinet'iiche Hochschule geworden, tu der ,ie deutsche zusammen mit der chinesischen Regierung eine Hoch mra der Bildung errichtet hat Ein ähnliches Bollwerk der Kultur, naiitv und trotzig wie eine Burg dreinschauend, ist das Gebäude >er katholischen Mission, neben dem das geräumige Seemannsbans iegt Unter diesem höher gelegenen Kranz der öiientlichen Bauten .seht sich am Strand entlang das Kaiser-Wilhelm-Uier. an dem ,ie besten Hotel», die deutich-aiiattsche Bank, die Geichättshänier -er großen Handelsgesellichaiten und Weltiirmen sich dehnen Aus -ieter Welt der Arbeit und des Verkehr« ist ntgn rasch in idnllin che» Frieden und gesellige Heiterkeit versetzt, wenn man an dem nalerischen Bild des chinesischen Tempels der Hsmmelsgöttin vor- tei, um den das letzte Stück des alten Tiingtan liegt, nach der reundltchen Villenstadl kommt, wo schon von weitem der Bade- trand grüßt. Hier enisaltet sich im Sommer das lustigste Badeten, zumal das überaus günstige Kuma nur selten tropische Hitze »ringt. Auch geiundheutich gehört ja Kiautt'chau zu den besten We» »seien unserer Kolonien, und wenn man aus dem Villenviertel teraus an den hübschen Strandhotels vorbei durch Gärten und Zarkanlagen bis bis zu dem stillen Euroväersrtedhos wandert, so indet man nur verhältnismäßig wenige, die hier in der Ferne rus deutschem Boden die letzte Rüde gesunden. vermischte». * „Fräulein Mobile" In Linden au bei Heldburg n Thüringen hat die am ersten Mobilmachungslag geborene Tochter de» ins Feld gezogenen Untervitijiers der Reserve und bret». Straßenwärter» Apms aut Wunsch de» Vater« und mit be- tördlicher Erlaubnis den Vornamen Mobile erbalten, NationalzeitungF * Englischer Kriegskarneval, Sehr charakieristiiche Bilder von der Sttmmting der Londoner Bevöllerung heim.Krteg»- illsbrnch entwirft der Londoner Berichterstatter eines Mailänder glattes, dessen Bericht erst ,etzt eingetroisen ist To lange die K rtegs- rklärung gegen Deutschland noch nicht eriolai war, herrickpe bei »er Men^e keine andere Stimmung, als degreiitiche Erregung Das mderie sich aber mit einem Schlage, als die Erklärung des Krieges nt Deutschland endgültig erfolgt und bekannt gegeben war^ Ter 4rieg ist doch immerhin eine recht ernftbaste Sache, aber süL die Ulten Londoner schien er nur der Gegenstand einer Unterhaltung itt sein, und die Wirkung der Kriegserklärung war die, daß iie die 'lkaüen aut den Straßen in die vergnügteste Stimmung, schließlich ogar in eine Art Taumel versetzte, Ta« Herz der Stadt war von hnen vollkommen überilutet, Traialgar Sauare war ein Menschenneer, Wbitehall und die Mail waren gleichermaßen von n»gebenden Meirichen mengen erfüllt, und die Slimmung, die diese Tauende und Abertausende tetzt kundgalmn. glich, wie der ilalientiche Serichterstatter setzt ausivricht, aufs Haar einer Karnevalsstim nung Ein zerlumpter Bummler riet dem Verfasser zu: „Das stdochnochseineralsdieKrSnung!" Und einen Augen »lick später begann er, um seinem überschaumenden Glücksgefühle >och irgendwie Lust zu machen, einen Gig zu tanzen. Die Leut« etzten sich Paviermüpen in Form von Helmen aus, schwenkten bahnen und allerlei patriotische Abzeichen, Jedes Monument wurde u einer Rednertribüne, jede Trevpe zu einer Kanzel und überall landen Redner, welche aus die Menge einsprachem »nd sie immer >on neuem »n Hurraruien out Flotte und Heer, Minister und Äililärs veranlaßten. Dieser .Kriegskarneval war die Stimmung, nit der das Londoner Volk in den Weltkrieg hineingrng, der Tauenden und Abertansenden von braven Männern das Leben und der (Milliarden an wiNschastlichcn Werten kosten wird..... Hansel. Paris, 21 9(ug. Tie Ban kvon Frankreich bat den Diskont aus 5 Prozent und den Lombardzinssuß ans 6 Prozent r m ä ß i g t. Berlin. 21. Aug Wie wir hören, nehmen die Zeichnungen ms Aktien der K r i e g s k red i t ba n k iür Groß-"Berlin inen erfreulichen Fortgang. Obwohl in der Zeichnnngsauisorde- '»ng, welche die Handelskammer Berlin, die Korporation der Ael- esten der Kausmannschaft Berlins und die Potsdamer Handels- armner, Sitz Berlin, gemeinschafttich erließen, für Zeichnungen »er Termin bis zum 22, August entreckt war, erreicküen die Zeich- umgen bereits am 20. August eine Höhe von über 10 Millionen Rark Die Namen der Zeickmer und die gezeichnete» Beträge werten demnächst, nach Branckien geordnet, veröffentlicht werden, und 's wird daraus ersichtlich sein, daß alle Zweige des Handels und »er Industrie, von schönem Wemeütiinn belebt, sich an der Errich- ung dieses, zur Stützung des mittleren und kleineren Gewerbe- tandes dringend notwendigen Kreditinstituts willig beteiligt haben. Märkte. «leiten, 22. Aua Marktbericht. 21 »l de», heutigen Pochenmorkie koKete: Butter das Pl»»d 1,10—1,20 2Dlf.; piikner- l«r 1 Stück Id Plg., 2 Stück 00 Pkg.: Onteneiee I St. 10 Cfg„ ! €t. 00 Mg: Gänseeier 1 St 0-0 Plg.. 2 St. 00 Plg.: «Sie aS Stück 10 — 12 Plg, Käsentatte 2 Slück 5—6 Pkg.: Tauben dar paar >,-»—1,40 Mk„ Hühner dar Stück 1,50—3,00 Mk„ Hahnen gS Stück 1,50 - 8,00 Mk , Ente» daS Slück 3,00-4,00 Mt.. Gänse das bld.00—00Plg.: 'Welsche4—5Mk- Ochlenileiich darPid. 86-96 P'g, Kmdfleisch daS Pirnid W —94 Pfg., Kuhfleisch 80 Psg., Schweine- leisch dnS Plund 70-86—96 Plg, Kalbfletich daSPid. 84-88 Plg, öammelfleisch 1 Pld, 70—96 Plg.- Kartofseln 100 Kg. 9 Mk, einzelne tzld. 5—6 Plg.: Wkißkrani d. Stück 20—35 Plg.: Ziviebeln der Ztr. >2,00-15,00 K'lk.: Milch beti Liier 22 Plg.: 2I»v'et der Zentner 10—20 Mk.: Birnen das Plimd 10—20 Pig., Nüsse 100 Stück >0 Plg., Gurken 100 Stück 2.00 — 3.00 Mk, Bohnen 1 Pfund 14 bis 4 Plg. — Marklzeit von 7 bis 4 Ilhr. te Wiesbaden, 21. Sing. Hiehmarft. ?lul dem heutigen Alhmarkt ninven nulgettieben 81 Rinder (Odilen 8, jBiillen 20, lühe 53), Kälber 109, Schate 83, Schweine 151. LingcinnSt. Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Lletikei übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantworrung.) Bürgerwehr! Dem Einsender von gestern möchte man znruien: „Nur nicht nervös werden!" Solange liniere Heeresverwaltung unierr Schutzleute noch nicht braucht, wird sie in so kleinen Städten mie Gießen schon ierng werben und eine Bürgermehr von hundert Mann würden nicht verhüten können, daß eine alleinstehende Somtnetwvhnnng ausgeräumt würde. Tie zweite Angelegenheit betr. die W a n d e r e r - V a g a - bunden um ttm dem Einsender zu sprechen 'Auch hier nur nicht „nervös" werden: denn es wird in diesen Tagen io mancher aut die Landstraße gnoort'en. der dieselbe in fernem ganzen Leven noch nicht gekannt bat: und es würde tischt ausbleiben, daß die Bürgerwehr tickt mit solchen Leuten beschäftigen müßte Man frage nur bei den Gewerkschaften an. die werden er- dem Einsender bestätigen. Bei meiner Jw'ormakioii mußte ich erfahren, daß das Krejsamt bezw. die Ptovinzialdirekiivn die Verpflegung gegen 'Arbeitsleistung, wenn nicht ganz autgelwben, doch sehr eingeschränkt hat, so daß es ordenUichen. vorhin erwähnten Leuten schwer gemacht wird, durchzukvmmen Nachts draußen liegen, und was wirb die Fotze iein, „Diebstahl, Bettel uiro.", anstatt in dieser wirtschaftlich schweren Zeit die Fürsorge -u erweitern, schränkt nian dieselbe ein oder ladet iie aut die 'AUgemeinl'Nt. Tie Folgen treiben nicht ansbleiben t denn Hunger tut weh und Not kenni kein (Kebot. Eine dnrte Frage betr. Ein b r i ii g u ii g der Ernte. Man trage bei allen Arbeitsnachweisstellen an, wie schwer es ist, bezahlte, tüchtige, vollwertige Arbeiter aut dem Lande »nterzubringen: denn die Leute haben zum Teil Schüler und ireiwiUige Arbeiter Ei» hiesiger Familienvater, der dadurch, datz seine Vierde im Krieg sind, arbenslos geworden, hat aus den verschiedene» Tönern die ven'chiedensten Antworten erhalte». Man bot ihm 80 Pia. und die Kost Wovon soll die Familie leben'? Grundsatz müsste iern, wo eine bezahlte Kraft stehen kann, darf keine unbezahlte stehe». Man lönnie das Gute wollen und das Böte vollbringen: also auch hier nicht nervös werden, die Ernte kommt herein, Tie Landwirte bekommen solche Preise für die Produkte, datz sie auch anständige Löhne bezahle» können, —d StanScsiiintsnachrichten. Gießen Aufgebote: August 14 Paul Franz. Maurer in Runz» kaut'en. mit Elrsabetha Sckicov in Weidenkausen. — 17. Heinrich Jullmann. Eiienbadn-AuSbilssschasiner m Gieren, mit Elite Sh»- red i» Billertshausen 19 Fa lob Zirn, Musiker, mit Anna Henriette Kompernaß, beide in Dortmund Eheschließungen: August 18. Johannes Reichel. Schrei- net, mit Dorothea Fischer, beide in Gieße» 19, Phtliov Hch, Rahn, Hochbauansseher, mit Henriette Labude, beide in ('Kiesten — 20. Henoch Bast, Kaunnan». mit Biene Kallus, beide in Gießen Geburten: August 8. Dein Wirt Fodann Steiners e,n Lohn, Karl Wilhelm — 9 Dem Metalldreher Wilhelm Karl August Melchior eine Tochter. Ebarlotte Eliiabethe Marie Emma, 10, Dem Kutscher August Kreß ein Lohn, August Hermann 12, Dem Kaufmann Leopold Stern ein Loh». — Dem «mit mann Ctto Wagner eine Tochter. Elfriede Friederike Elie, — Dem Ltaatsanwalt Adolf Trümpert eine Tochter, — 13, Dem Eisenbahnschaltiter Wilhelm Lchäier ein Lob». Wilhelm Wenier. Dem Hausmeister Tantel Kraft eine Tochter, Elie. — 14, Dem (Installateur Hermann Foieph Merichrolh ein Lohn, Hermann Joseph — Dem Fubrknecht Friedrich Wilhelm Köster ein Lohn, Friedrich Wilhelm, — 15. Dem Kaufmann August Klingelhöiser eine Tochter. Gertraud Marie Luise Lovbie. — Dem Maurer Karl Weimer eine Tochter, Marie Elise. — 16 Dem Ausläufer Heinrich Wagner ein Lohn, Karl, L t e r b e s ä l l e: August 11 Katharine Lchneider, geborene Schneider, 55 Jahre alt, Löwengasse 22, — 12, Marie Kahn, geh, Hildebranb, 71 Fahre alt, Erednerstraste 33. — 13. Fohann Bai thasar Steller. Ober-Posttetretär i, R, 67 Fahre alt, Lteinstr, 63, — 14. Auguste Lietz, geh, Weiber, 55 Jahre alt, Bleichstraße 31. Büdingen. Geborene: August 9. Dem Handarbeiter Witbelm Meth- sessel II. eine Tochter, Anna. — 16. Dem Kulturlechniker >. — August 2. Dem Güterbodenarbeiter Georg Schorae ein Sobn, Karl. — 5. Dem.Rangierer Philipp Amenü ein Lohn, Erwin Karl. — 8. Dem Schreiner Wilhelm Martin Steine! ein Lohn, Wilhelm Emil Ewald. — 16. Dem Postboten Rudott Klotz eine Tochter. Emilie Anna Sterbesälle: August 6. Anion Obln, Agent, 82Jahre alt. — 8. Katharine Marie Faber, 2 Jahre alt. , Hungkll. Geboren et August 7. Dem .Bergmann Carl Münch ein Lohn, Ernst, — 14. Dem Bäcker Hermann Frutig eine Tochter, Sterbesälle: August 19 Karl Schmidt, Metzger, Lich. Geborene: Dem Feldarbeiter Joseph Schweb eine Tochter, Josepha, — Dem Schlossermeister Friedrich Heinrich Schmidt eine Tochter. Anna Elisabeth. — Dem Zimmermeister Heinrich Schmidt VII, eine Tochter, — Dem Gärtner Johann Heinrich Schmidt II, ein Sohn, Ludwig, Sterbesälle: Frau Kammerrat Kratz, 74 Jahre alt, — Elise Eise, 3 Monate alt. Meteorologische Beobachtungen der S tati on Sieb en. Aug. .8 U -5 £ = IS ■z'S X c CD -S = Sf - ä § jtij 18Ü eef® & Sbcite» 21 2’M 748 3 22.6 8 7 43 SE 2 9 Bew. Himmel 21. &**• 7 16 0 11.6 85 N (V 2 10 Bed. 22. ", '49,5 13 4 10 5 91 W 2 9 Bew. « Döchiie Ternverati z am 20.- 21. August 191 1 ^ - 4- 23.4 ' '. Niedrigste m , 20.- 21. 1911 = ^ 10.6' , Niederschlag 6,5 m'v. Airchliche Nachrichten. katholische Gemeinde. ®ottesbicnft. (Samstag, den 22. August: Nachmittags um 6 Ilhr imo eilends um 6 llhr: Gelegenheit zur veil. Beichte. Sonntag, de» 23. Aug., 12. Sonntag »ach Psing st ent Vormittags vo» 6' . Uhr an: Gelegenheit zur HU Beichte. , u», 7 Ilhr: Tie erste hl. Messe. , »m 6 Uhr: An-teil»ng der hl. Kommunion. , um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. , m» 11 Uhr: Hl. Meise »nt Predigt. Nachmittags »nt 2 Uhr: Andacht Sonntag, Montag, Tienstog, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag abend um 7X Uhr ist Kriegs-Bittandacht. Montag und Tonnerstag um 7 Uhr ist hl. Messe mit Segen. V'iaspora-Soltesdienst. In «rünbcrg »in 8 Uhr. In Hungen »m 10 Uh>. Letzte Nachrichten. Japans Ultimatum. London, 21. Aug. Nach den englischen Blättern lautet das Ultimatum Japans an Deutschland: Wir erachten es in der gegenwärtigen Lage für höchst wichtig und notwendig, die Ursachen leglicher Friedensstörungen im fernen Osten zu entfernen und die allgemeinen Interessen sicherzustellen, io wie iie in der Bündnisvereinkarung zwilchen Japan und Grost- britannien auigeiaßt werden. Um einen starken und bauerbatten Frieden in Ostasicn zu gewährleisten. dessen Begründung e?tablishment, der Zweck bietet Vereinbarung ist, hält die japanische Regierung es auntichtig für ihre Pflicht, der deutschen Regierung den Rat zu erteilen, zwei ' Vorschlägen zu entsprechen: , j 1. sofort aus den lavanifchen und chinefffchen Gewässern b>e* deutsche» Kriegsschiffe und bewaffneten Kriegsschiffe teder Art zurück zuziehen, und diejenigen zu entwaffnen, die nicht zurückgezogen werden können, 2, An einem nicht später als 15. September anznberaumenden Tat,,,n den japanische» Behörden ohne Bedingung oder Gegen- Iciitung das ganze Pachtgebiet vo» Kiaitticha» im Hinblick aus eine spätere (eventual) Rückgabe an China, Die iapaniiche Regierung kündigt zu gleicher Zeit an, daß iür den Fall, wo sie bis zum 23, August am Mittag kerne Antwort der deutsche» Regieruiig mit unbedingter Annabiiie des obigen Rates erkalten bat, Japan genötigt fei» wird, dieienigen Mast- regeln zn (teilen, die es angesichts der Lage für nötig erachten wird. Bulgarische Häfen gesperrt. Sofia, 22 Aug. Aus Anordnung des Kriegsininistenums ist der Hafen pon B u r g a s als für die schisfahrt gesperrt erklärt. In den Haien von Warna dürfen Schiffe nur am Tage zwischen sonnenausgang und Soiineniiniergang einlausen, aber auch nur, wenn sie eine» Lotsen an Bord haben. Die Papstwahl. R o I» . 22 Aug Das K a r d III a I s I o l l e g i u m hat gestern seine erste Sitzung abgehalten. 'An dieser nahmen 23 Kardinale teil, die den Eid leisteten. ** '3t e u e Ciseuba h » z ü g c. Bo» Samstag, den 22, d, Mts ab verlebrl »wifckie» Frankinrl.H und Hamburg—Altona ein Schnellzug in folgendem Fahrplan: Frankturt ab 8,20 norm, Friedberg ad 8,58, Bad R anheim 9,05, Gießen an 9,34, ab 9,36, Marburg ab 10,09, Kassel an 12,08, ab 12,20, Hannover an 3,06, Hamburg an Ü.17, Altonr an 6,38 nachm, Altona ab 8,47 vorm,, Hamburg ab 9,10, Hannover ab 12,28, Kassel an 3,60, ab 4,00, Marburg ab 6,01, Gießen an 6,27, ab 6,29, Bah Na»beim ab 6,59, Friedberg ab 7,05, Frankfurt H, au 7,40 nachm, Tie Züge hatten außerdem noch i» Göttinge», Kreiensen, Elze, Lehrte. Celle, Uelzen, Lüneburg und .Harburg, I» Kassel ist Aiischlust nach und non Berlin^und zwar Kassel ab 12,50, Berlin Schlesischer Baknkoi an 9.07 „nd Berlin Schlesischer 2 Vi Intimi ab 7,25, Kassel a» 2,24 Eine Gewähr daiür, daß die Züge ständig verkehren, und eine Gewahr iür die Rück- oder Weiterbesördernng bei Anscktlußversäutn- nis wird nicht geleistet Reisegepäck wird »ur in lfiebrniiktem Maste betörtert. Bei den Zügen ist für den Bezirk der Eisenbahndirektion Frankfurt ter Ortsverlehr zwischen Fraiiksurl und Friedberg, Fried- l erg und Bad-Nauheim, Frankfurt und Bad-Nanheim, Bad-Nan- i.eim »nd Gießen, Gießen und Marburg und Wiegen und Fried- berg^aiisgeschlosse» Bon Gießen nach Koblenz gehl 7 Uhr nachm, ei» Schnellzug: in Gießen trifft um 9,17 vorm, ein Schnellzug ein. Beraulworllich für den gesamle» redaklioiiellen -teil: Aug. G v etz. Amtlicher Teil. B e t r,: Krankenversicherung der unständig Beschäftigten. An die Großh. Bürgermeistereien der örtlichen Melde- und Zahlstellen der Allgemeinen Orkskrankenkassc und der Land- krankenkasse des Landkreises Gießen. Die unständig Beschäftigten haben sich selbst behufs Eintragung in das Mitgliederverzeichnis der allgemeine» Ortskrankenkafsc oder, foicrn sie vorwiegend in der Landniirtickxtst beschäftigt sind, in das Mitgliederverzeichnis der Landkrankenkasse anzumelden Die Meldungen der unständig Beschädigten haben bei den Meldestelle» der beiden Krankenkassen in den (Gemeinden des Kreises zu geschehe». Die Grvßher.zvglichen Bürgermeistereien und die Ausgabeltellen für Ouittungskarken haben, worauf wir ausdrüeklick, Hinweise», nach 8 144, Abs. 2, R. V. O. die Psticht. den zuständigen Krankenkassen jeden Persichernngspslichtige» zu melde», der unständig be- schästigl und nicht schon Mitglied einer Krankenkasse ist. Gießen, den 20, August 1914 Großherzogliches Kreisaml iVerficherungsamt) Gießen, I, B.: Welcher, Bekanntmachung. Nachstehende Bersügung Großh, M. d. I. bringen wir zur ösientlickien Kenntnis, Gießen, den 21. August 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: .tz e m m e rd e. Großh, Minister, d, Innern. Tarmstadt, 18. Aug. 1914. Zu Nr. M. d. I. III 9330. B e t r.: Das Auftreten des Kohlweißlings. Das starke Auftreten des Kohlweißlings bedingt eine große Gesahr sür die kohlaitigen Gemüsepflanzen Weißkraut, Rotkraut. Wirsing, Blumenkohl, Rosenkokil, Krautkvhl). Der Schmetterling legi seine Eier in kleinen gelben Häuschen an die Unterseite der Blätter der genannten Pslanzeii. Hieraus schlüpsen in wenigen Tagen die Raupen aus, die in kurzer Zeit die Kohlbtälter bis aul die Rippen kahl freffert und damit die Gemüseerntc gesährden. Es empsiehli sich deshalb, ungesäumt die oben genannten Ge- müsepslanzen abzusuchen und die Eihänschen zu zerdrücken. Zu dieser Arbeit sind Schulkinder im Alter von 8—12 Jahren unter Aussicht der Lehrer am besten geeignet. Wir ermächtigen Sie, die sür die genannte Arbeit notwendigen Lehrer und Schulkinder vom Unterrichte zu befreien oder ertöt* derlichensails den Unterricht auszusetzen. v, Homberg k. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden und Vir Schulvorstände des Kreises. Vorstehende Bekaniitmackning ist ortsüblich zu verössentlichen Das wegen Vertilgung der Eier und Raupen des Schädlings Erforderliche wollen Sic alsbald veranlassen. Gießen, den 21. August 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: H e m m e r d e Bekanntmachung. Betr.: Den Transport französischer Kriegsgefangener. In einigen Städten haben sich bei Einlicferung fran- zöfifchrr Kriegsgefangener Vorfälle zugetragen, welche in weitesten Kreisen der Bevöllcrung berechtigte Entrüstung hcrvorriefen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß auch in Gießen französische Kriegsgefangene cingelieferl werden. Es wird nicht erwartet, daß die Bevölkerung sich hierbei unwürdig vrrhalien wird. Für alle Fälle ist jedoch Vorsorge getroffen, daß diejenigen Versauen, die unbefugter Weise sich mit Hilfeleistungen irgendwelcher Art an die Kriegs»efange- nen hrrandrängeN iollken, mit Namen festgestellk und wegen groben Unfugs und Erregen öffentlichen Aergernist'es angezeigt werden. Auch werden die Namen dieser Personen rücksichtslos veröffentlicht werden Gießen, den 21. August 1914. Großherzogliches Potizciamt Gießen. Hemme rde. Heute nacht ist unser lieber Vater Heinrich Eckel, Lehrer i. P. sanft nach kurzer Krankheit heimgegangen. 9333 In tiefer Trauer: Frau Pfarrer Emilie Walz, geb. Eckel Rudolf Eckel, Pfarrer. Darmstadt, Lampertheim, den 21. August 1914. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. August, nachmittags 1 Uhr, von der K ipelle des neuen Friedhofs in Gießen aus statt. Danksagung - . Für die zahlreichen und lieben Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Wagner 111. 21 . August IYI 4 . 06265 : a v - Für empfehlen unser Lager in Trauerhüt., schw. Schürzen, schw. Satin-Blusen, schw. Handschuhen. Trauer-Flor, Crepe, schwarze Krawatten, Trauer-Schleier. 8635a Trauer Telephonieren Sie ----- -------- unter Nr. 249 u. Sie WMM jMWMd 8°ku,- erhalt.sof. Auswahl 1 r, i str. 4. Vermietungen Jur Vermeidung von Verwechselungen bei Hbbertellung von Vermietungs- Anzeigen oder dgl. wird dringend um Angabe derRn-eigerrnumnier gebet. Verlag des Gieß.Anzeigers bochberrichastt., 1. Stock, mit ollem Komfort. Zentralbeiz., in rubiger Bane und 'Nähe der Iliiivcrsiläl per l. Oktob. zu oermielen. 8003 Emil Heinrich Müller, SchillerftraKe 26. Gutenbergstraße 141 hochl. Herrschaits-Wohnnng, s Zimmer nebst Wintcrgarl.. Bad, Zentral-Heizung, GaS und elckir. Bichl und allem Zubehör aus 1. Oktober zu nenn. Näheres dafelblt. I ,K " 6 Zimmer Bleich»!.». l.Okl. bill. z. vcrm. Schillenh. 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Auf der Jungviehwcidc zu Lautcrbach stehen noch ca. 40 Lammböckc zum Berkanfe, welche zum Taxationspreisc, der ans einer au> der Weide offen liegenden Liste zn ersehen ist, abgegeben werden. Indem wir dies den Interessenten zur Kenntnis bringen, bemerken wir, daß der Landwirtschafts- kammer-Ansschuß auf den Kaufpreis einen 20 0 / 0 tgen Zuschuß gewährt. 9280V ^aii iimirts dil iftsk iimm er - Auss diiiß fürJMrffefen. An- ».Verkauf von Faselvieh. Die Gemeinde will einen jungen svrnngsühigen Bullen (Simmentaler) sowie einen jungen reinrassigen Saaner-Zicgenbock frei Beuern auf dem Submissionswege ankanfen und werden diesbezgl- Züchter um Angebote gebeten. Zugleich will die Gemeinde einen schivercn fetten Bullen (Simmentaler) auf dem Subiiiissions- wege verkaufen und sind Offerten bis zum 27. Blugust, nachmittags » Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei abzngebcn, woselbst auch die näheren Bedingungen zu erfahren sind. [9344 Beuern, den 21. August 1914. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Walther.