Nr. P 5 3ht)ff(KT «toemt täglich, cmßer Eonrttags. — Beilagen: viermal wöcilenclich SiehoiekHnittlieuIKstteri zweimal ivöchentl.llreiL- blatt sür de» iireir Kietzen (Dienstag »ndFreilagj; z,veimal monatl. £m&< wirllchafllicde Seitfrize« Ferulprech - Anjcklifie: lür dir Redaktion 112, Vertag u. Exvedition 51 Adresse für Deoelchen: Shtjrtger Nieten. 3naah«c Ml Anzeige» 'ür d«« Tagesnnmmer bis vormittags S Uhr. Erstes Blatt M- Jahrgang Mchemr AMtze? General-Anzeiger sür Oberhefsen Zrettag, 2s. August M4 vie deutschen Truppen find in Brüssel eingerückt. Berlin. 20. Aug. Die deuticken Truppen sind heule in Brüssel eingrrückl. B e r l i n, 20. Aug. Unsere Truppen rrvberteu bei T i r- lemonl eine Feldbakterie, eine schwere Batterie und eine Fahne und machten 500 Gefangene. Unsere Kavallerie nahm dem Feinde bei P c r w c z zwei Geschütze und zwei Ätaschinrngewchrc. Schon die obige Meldung, daß unseren Truppen bei Tirlemont eine Frldbaltcrie, eine schwere Batterie, eine Fahne und 500 Gefangene in die Lände gefallen seien, ließ uns erkennen, daß in Belgien alles aufs Beste bestellt ist. Tirlemont liegt aui halbem Wege zwischen Lüttich und Brüssel, und es ließ sich begreifen, daß der König der Belgier fluchtartig seine Residenz verlassen hat. Dort wußte man, was bevorttaud. In der Nacht zun» Donnerstag ließ, wie der „Franks. Ztg " ans Amsterdam gemeldet nnrd, der Bürgermeister der belgischen Lauplstadt Proklantationen anschlagcn, daß die Besetzung Brüssels durch die Deutschen bevorstchc. Er ermahnte zugleich zu vollkommener Ruhe. Tic Stadtverwaltung blieb auf ihrem Posten, die Bürgerwehr wurde entwaffnet. Man darf also annehmen, daß der deutsche Trup- pensührer in geioohincr Löslichkeit seinen Besuch angekündigt hatte: wahrscheinlich war damit auch die ernste Warnung verbunden, daß die Einwohner nicht etwa sich einsallcn lassen sollten, wieder hinterrücks aus die deutschen Soldaten zu schießen. Wir haben uns in Belgien bereits Respekt verschafft, wie die schon früher verössentlichte Mahnung der belgischen Behörden an die dortige Bevölkerung cdensalls beweist. Nun sind wir wieder einen entscheidenden Schritt weiter: die belgische Lauplstadt ist in deutschen Länden. Das rasche Vorgehen war die beste Antioort aus die nach dem Angriff aus Lüttich verbreiteten ausländischen Lügen. Wollen die Franzosen nun noch immer von Mißerfolgen der deutschen Truppen in Belgien sprechen, wollen die englischen Blätter mul, jetzt noct, in die Welt hin- pusposaanen, die Belgier und Franzosen hatten mit ihren Bajonetten „bereits gute Arbeit geleistet"? Zweifellos wird man sich jetzt auch in den neutralen Staaten der von vornherein glaubwürdigeren Meldung von holländischer Seite erinnern, wonach die Deutschen ihren Einmarsch in allen Einzelheiten vorher genau erwogen und vorbereitet hätten. Wo sind die Freunde der Belgier, aus die sich ihre Regierung in der ablehnenden Antwort auf das wiederholte deutsche Angebot berusen hatten? Was Japans dreiste Haltung anlangt, so wird sie für Deutschland kein Unglück werden. Die Entscheidung fällt in Europa! Nach einer mntlickwn englisen Verlautbarung soll Japans Tätigkeit sich nickst über das chinesische Meer hinaus erstrecken ; man sieht, wie die Engländer mit ihren gelben Bundesgenossen alles hübsch vereinbart hatten. Japan hatte lange Zeit eine ziemlich offene Feindseligkeit gegen Deutschland zur Seim» getragen, weil dieses nach dem cl,inesisct>-japaniscden Kriege im Verein mit Frankreich und Rußland gegen die im Vertrage von Slfimonoseki (7. April 1895) festgesetzte Abtretung der Halbinsel Liaotung an Ja- pan intervenierte. Die Stimmung der Japaner, ivelche die Losung „Asien den Asiaten" ausgaben, wurde uns nickst günstiger, als Deutschland am 15. November 1897 Kiau- tschau besetzte und dies nahezu 400 Quadratkilometer um- fassende Gebiet von China aus 99 Jahre pachtete. Zwar verfolgten auch Rußland und Frankreich die glcickie Taktik, indem jenes Port Arthur und dieses Weihaiwei nahm. Aber die Spannung mit Rußland führte denn ja auch zu der kriegerischen Auseinandersetzung, die mit der Niederlage deS Zarenreicku-s endete, an die sich jedoch schon 1907 ein im Jahre 1910 erweitertes Abkommen schloß, worin den Japanern Korea und den Russen daffir die Mongolei auf Kosten Clnnas zuqesprochen wurde. Mit England ober hatte Japan sich schon am 12. August 1905 zu einem Bündnisvertrag zusammengefunden, der am 13. Juli 1911 abge- anderi und ergänzt und als dessen Ziel „die Konsolidierung und Anfrechterhcsttung des allgemeinen Friedens in den Gegenden Ostasiens und Indiens" bezeichnet wurde. Auf wessen Seite Japan mit seinem Lerzen steht, ist eine gmiz müßige Frage. Es handelt nach seinen Interesse,,. Wahrscheinlich würde es. wenn es ihn, gelänge, Kiautschau bald in seinen Besch zu bekonrmen. seine' Begehrlichkeit noch »ach anderen Richtungen mcsdchncn. Dann kämen vielleicht die Russen und selbst England an die Reihe. In Deutschland ist über die treulose Handlung der Gelben niemand verzagt; mehr Besorgnisse hegen wolst die Franzosen und Russen, die uns alle Schäden weichen bezahlen müssen! Japan und England. Rotterdam. 20. Aug. Der „Nieuwe :stvtterdamsche Courant" verösseullichr als amtliche englische Mitteilung folgendes: Tie englische und die japanische Regierung lind über die notwendigen Maßregeln zum Schutz ihrer Interessen im fernen Osten sowie auch betreffs der Integrität des Chinesischen Reiches über- eingekonnnen. Japans Tätigkeit soll sich nicht über das chinesische Meer hinaus erstrecken, außer wann der Schutz der japanischen Schiffahrt dies erfordert: auch nicht aus die asiatischen Gewässer westlich des chinesischen Meeres und zu Lande auf kein anderes als das von Deutschland besetzte Ge- bict in Lst-asien. Wien, 20. Aug. Die Meldung von dem Ultimatum JovansanDeutschland wird hier in aller Ruhcaui- genomratn. Die gesamte Presse drückt die Anschauung aus. daß Japans Austrcten im fernen Citcn im allgemeinen an der Kriegslage weiter nichts ändere. Was jetzt mil den deutschen Kolonien und Schutzgebieten geschehe, habe nur den Charakter von Episoden und sei sür den Ausgang des großen Krieges ohne Bcdeutiing. Die Entscheidung über die gesamte Weltlage und die Zulünzi falle aui den Schlachlseldcrn des europäischen Fesilandcs. * . * Tie Zustände in Paris. Kopenhagen, 20. Aug. Die Pariser Prcßzcnsur ist sehr streng. Ter Korrespondent de? „National Tidcndc" drahtet über die Zustände in Paris u. a. folgendes: Am 8. August wurden hier über 100 Verhaft un gen vor- genommcn. Paris wird svstematisch von verdächtigen Ele menten gesäubert. Noch nie hat man so viel Gesängniswagcn aus dem Wege zum Gefängnis gesehen wie jetzt. Das Käfsee- ljausleben hat säst ganz ausgehört, da schon um V»9 Uhr geschlossen werden muß. Ter Aufenthalt auf den Terrassen ist verboten, und die Boulevards bieten einen öden Anblick. Ein am 10. August erlassenes Preßgcscy gestattet nur oft, zielte Meldungen deS Kriegsministeriums. Verboten sind alle Nachrichten über Truppenbewegungen. Diese Telegramm zensur beweist also, daß sämtliche Lügcnmeldungcn ans amtliche französische Billigung, oder gar aus Veranlassung der französischen Behörden in die Welt gehen. Eine Kabinettskrise in Kopenhagen? Kopenhagen, 20. Aug. Ein Parteiführer äußert heute in einer Unterredung Über daS geplante Moratorium, unter den Mitgliedern des Oberhauses seien die Meinungen geteilt, so daß eine Mehrheitsbildung wahrscheinlich erscheine. Man I'ält eine Kabinettskrise sür wahrscheinlich. ffSerl. Tgbl.) Militärische Maßnahmen in Norwegen. Kristiania, 20. Aug. Der St orthing hat gestern einstimmig die Annahme des Vorschlages des kombinierten und verstärkten Budget- und Militärkomitees, betreffend Bcivilligung von 15 Millionen Kronen beschlossen und die von der Regierung mit Mcksicht aus die Lage getroffenen Maßnahmen einstimmig gutgc heißen. Tcutschsreundlichc Gesinnung der Schweizer. Berlin, 20. Aug. Die deutschfreundlichen Gcsinnun- gen der Schiveizer kommen in einem Brief eines Schweizers an seinen in Deutschland lebenden Sohn zum Ausdruck, in dem es heißt: Was uns die Zukunft bringt, wer weiß es^ So viel ist sickier, daß wir Ister allgemein ,mier Heil in dein Siege der deutschen Waffen stben. Es gibt einfach hier keine französische Partei mehr wie im Jahre 1870. Ale erbitten für Deutschland den Sieg und erwarten, daß seine militärischen Organisationen sich bewähren. Für Deutschland und die Schwerz, überhaupt für alle Germaucnvölker, liandclt es sich um Sein oder Nichtsein, und Du wirst Deinen Anteil Lasten und Müden auch mit Dich nehmen, gleich als ob Du in Deinem Vaterlande wärest. Wie die Sactien an der Grenze stehen, toeiß mau nicht. Laßt den Bdst nicht sinken und strllei Euch brav zum Vaterland. Gott belnstc Euch alle in Not und Gefahr und gebe Teutschland den Sieg. Eine Huldigung der holländischen Kolonie in Berlin. Berlin, 20. Aug. Die holländische Kolonie hat an den deutschen Kaiser ein Telegramm gerichtet, in dem cs u. a. heißt: Eure Majestät! Entrüstung über die persidc Art und Weise, mit der die weltberühmte Friedensliebe und die immenschlichen Bemühungen, den Frieden zu wahren, zu Schanden geworden irnd, suhlen wir in Berlin ansässigen Holländer uns gedrungen, in dieser schweren Zeit und init dem Gefühl und unserer Hoffnung, ja mil der festen Zuversicht auf den endgültigen Sieg der braven Drupvcu, deren Führer und der gerechten und guten Sackie zu Gott zu bitten. Wie sickier lebt es sich nicht unt.-r dem gastfreundlich:» deitticticn Volke und wie angenehm berührt jedeni empfindenden Menschen die hohe Kulturstufe, aus der das deutsche Volk steht. Diese Werte können nicht zu Grunde gelten. Unter diesen Umständen ist es unseren Mitgliedern der holländischen Kolonie in Berlin ein Herzensbedürfnis, imserc Hingcbimg an Eure Majestät und unsere Zusammengehörigkeit mit unseren stammverwandten Brüdern lautundos fr »kundig kund zu tun, indem wir dem deutschen Frwdenskaiser der deutschen Nation ein herzliches Loch darbringrn. — Die holländische Kolonie veranstaltet unter ihren Mitgliedern eine Sammlung, deren Erträgnis dem Roten Kreuz überwiesen werden wird. Roch ein Orden pour le mörite. Berlin, 18. August. Der Kaiser hat, wie der Lokal-Anzeiger meldet, dem Generalmajor und Brigadekommandeur Ludendorff für sein tapferes Verhalten bei der Erstürmung der Festung Lüttich den Orden pour le ment« verliehen. Ter Sieg deutscher Kavalleristen über die Franzose». Uebcr den Sieg deutscher Kavalleristen über die Franzosen heißt es in dem „Berl. Lokalanz.": Perwez, der kleine belgische Ort. liegt für k analler mische Zweckvorzüglich Weite Ebenen, das geeignete Feld sür einen Reiterkamps, lind umgeben von einem Hügelgclände, welches die Beobach- tting des anrückcnden Gegners leicht macht und außerdem für das abgemessene Geiecht die weitgehendsten Möglichkeiten bietet. Der Franzose ist jedoch kein großer Freund des Feucrgesechter der Kavallerie und so kam es zu der oon jedem deutschen Kavalleristen so deiß ersehnten Kavallericschlacht. Die 5. sranzüsische Kavallerie- diviiivn, die aus einer Dragoner-Brigade und einer leichten Kavallerie-Brigade, also aus vier RegimeMcrn besteht, konnte dem Angriij unserer Kavallerie nickst entgehen und wurde mit großen Verlusten zurückgeworien. Es ist den Franzosen von englischen Militärschriitstcllern so ost erzählt ivordrn, daß sic unglaubliches Talent sür Kavalleriegeicchte besäßen. Sie werden daher sehr gedrückt sein durch die En'aliiung, daß ihnen deutsche Reiter diesen Ruhm genommen haben und ihnen sogar bedeutend überlegen sind. Darin liegt der Preis dieses ersten Kavallcricgcfechtcs. Ocsterreicher und Russen! M ä h r i sch-O st r a u, 20. Ang. Die „Ocstttweicsitfche Morgenzcittliig" meldet aus Przemhsl: An der Grenze spielen sich täglich kleinere und größere Zwischenfälle ab, die beweisen, daß die B c g c i st e r u n g und Sch ir e i- digkcit unserer Truppen geradezu unglaublich ist Das Abiangen russischer >tzavallerisle» detteibt unsere Grenzmacht beinahe schon als Sport. So hatte gestern eine aus zivölf Reitern bestehende östcrrcicknsche Ulanen- patrouillc einen Zusaurmensloß mit plötzlich auftauchenden russischen Dragonern. Der Ulauenoffizicr kommandierte zur Attacke, ivorauf die Russen ifrrc Lanzen und Kappe» im Stiche ließen und Reißaus »ahme n. Bei der Ber- (olgnng begegnete unfern Ulanen eine ganze Eskadron russischer Dragoner; dock» ergriff auch diese die Flucht, so- daß eine ganze russische Eskadron von u » (c r n 12 Ulanen zurückgcschlagrn wurde. Die Russen verloren seck>s Mann, die Unsrigcn erbeuteten fünf Pferde und eine große Anzahl Lanzen. Tic Niederlage» der «erben. Wien, 20. Aua. Tie „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Semli»: Prinz Georg von Serbien, welcher fast täglich die Befestigungen von Belgrad im Autonwbil inspizierte, ist durch einen Schuß am Kopse verletzt ivvrden. Tie „Rcichspost" meldet aus Senilin: Am Dienstag nachmittag um 3 Uhr verbreitete sich die Nachricht, daß österreichijche Truppen bei Pro gar, 23 Kilometer westlich Semlins, die Save überschritten Hütten und aus serbisches Gebiet cingcdrnngen seien. Um 5 Uhr wurde bekannt, daß die österreichischen Truppen die serbisckie Stadt Obrenovatsch eingenommcn hätten. Gestern nackstwollte eine Bande serbischer Komitatfchrs bei der Insel Gigan- lija, unterhalb Semlins, bei dem Dorfe Bezanija/ aus das ungarische User gelange». Sic nnirdc jedoch von den östeßrcichisci>en Truppen zurückgewiesen und erlitt schwere Verluste. Acußerungcn des früheren Ministerpräsidenten Khuen Hcdcrvarv. Ofen Pest, 20. Aug. Der ehemalige Ministerpräsident Khuen Hedcrvary machte zu einem Berichterstatter des „7lz-Est" bemerkenswerte Acußcrungen über den Krieg. Schon der bisherige Verlauf, sagte Kbuen, habe eine auffallende Schwäche Rußlands verraten, die mit den Ansprüchen, eine Weltmvnarchie zu begründen, in auffallendem Widerspruch steht. Schlaguwrte, wie „Panslawismus" werden von Pcicrs- burg gZchickl ausgenutzt, um sich das Protektorat über allc- ilawi- schcu Bölkerschasten anzumaßcn. Ueberall tteie» Einmijchuitgs- gelüstc hervor in Form von Interventionell. Ter Panslavismus ist ein begueiner Vorwand für die unersättliche Machtgier, er ist jedock» keine Basis für eine Realpolitik. — Mit demselben Recht könnte d-r deutsche Kaiser als Protektor aller germanischen Stämme, die Schutzherrschast über Holland, Schweden, sogar itber Citgiand beansprltchen, da diese Nationen ebenso germanischer Abstammung sind »vie die Serben und Bulgaren slawischer. Auch sind die germanischen Völker durch das Band des Protestantismus ebenso geeint, »vie die Slawen durch die Orilwoorie. — Khuen machte weiter auf die inilere l^Krrnng auffnerksam, die schon bei der Mobilüicrung hervurgetrcten sei. Tic Bewegung der Polen, Ukrainer und Ballen sei um so bedenklicher. als cs sich um auch numerisch sehr bedeutende Nationalitäten handle, deren Losreißung-gelüste durch eine bedeutende materielle Kraft unterstützt werden. — lieber die voraussichtliche Dauer des Krieges sagte Khuen, daß nian vor unübersehbaren Komplikationen stehe, da im Falle von einigen Mißerfolgen auf dein Sck»lachtielde verscknedene alte Ansprüche gegen Rußland ausleben würden, man brauche nur an Bessarabien zu denken. Tie türkische Mission in Sofia »nd Lkenpcst. Sofia, 20. Aug. Der türkische Minister des Innern Talaat Bcy und der Präsident der türkischen Kammer Halil sind von dem König in Audienz empfangen worden. Bukarest. 20. Aug. Ter türkische Minister des Innern Talaat Bcv und der Präsident der türkischen Kammer Halil Bey sind mil Begleitung heute mittag hier ein- getrofsen. Tie Haltung Bulgariens. Sofia, 20.Aug. (Meldung der Agencc Bulg.) Ein halbamtliches toiumuniaue sagt: Da die imernationalc Lage Bulgariens {einerlei Besorgnis einer unmittelbaren Gefahr einflößl, wird sich der Ministerpräsident nicht an den König lvegen Einberufung des Kron- rateswcnden, wie dies von den Führern der Opposition verlangt worden ist. Engländer gegen die britische Politik. Unter dem Truck von Londoner Preßsttmmen, die auch jetzt noch nach dem Kriegsausbruch die hinterlistige Politik Greps kennzeichnen, hat sich in England ein Nentrali- tätskomitee gebildet, um die Teilnahme Englands an dem Kriege zu verkürzen. Zu den leitenden Persönlichkeiten dieses Komitees gehören der Lordmajor von Manchester, die Bischöfe von Lincoln und Hereford und viele Politiker und Gelehrte hohen Rufes. Dieses Komitee hat einen Aufruf vervssentlicht. lvorin darauf hingewiesen wird, daß der Sieg der Koalition über T-euff'ch» land und Oesterreich Rußland zum Herrn sowohl in Europa als auch in Asien machen würde. Rußland sei nur ein halb- zivilisiertes Land, das von einer militärischen Autokratie regiert werde, die den Ideen des Abendlandes von politischer und religiöser Freiheit feindlich gegenüber stehen. Teutsclsland dagegen sei ein lwchcknitipiertcs Land, das in hohem Grade zur Entwickelung Europas bcigetragen habe, und dessen moralische Begriffe uird materielle Entwickesiurg im Vergleich zu Rußland rülgnenswcrt seien. Keine britischen Interessen zwängen England, gegen Deutschland ein- zugreifc». (Berliner Lokalanzeiger.) Zwei englische Botschafter deutsche» Stammes. Ein Zusammentreffen merkwürdiger Art ist es, daß die beiden Botschafter Groß Britanniens, die die Ausgabe hatten, in Berlin und in Wien die Kriegserklärung zu überreichen, deutschen Stammes sind. Ter bisherige Berlincw Bosi schafter S i r E d w a r d G o s ch e n ist bekanntlich ein Sproß der bekannten Leipziger Buchhändler- und Verlegerfamilic Göschen. Und der bisherige Wiener Botschaster S i r M a u - r i c e d c B u n s e n ist in Wirklichkeit ein Herr „v. Bunsen" und ein Enkel des preußischen Diplomaten und Staatsmannes Frhrn. Karl v. Bunsen. Und an seinem deutschen Herkommen wird auch dadurch nichts geändert, daß er sich „de" statt „von" schreibt, seinen Namen in englischen Nachschlagewerken unter „D" in das Alphabet einrcihcn läßt, und sich „Bönscn" spricht. Bei dieser Gelegenheit mag daran erinnert werden, daß SirFairsaxEartwright, der Vorgänger Bunsens in Wien und ein bekannter „Tcut- schensrcsser", zwar von englischem Stamm ist, aber eine deutsche Mutter und eine deutsche Großmutter gehabt hat. Die Mutter war eine vormalige deutsche Gouvernante^ namens Klementine Gaul, die Großmutter eine geborene Gräfin v. Sandizell. Merkblatt zur Erkennung der deutschen Luftschiffe. Berlin, 20. Aug. Um deutsche Luftfahrzeuge von feindlichen unterscheiden zu können, wird folgendes bekannt gemacht: 1. Zeppclinschiffc sind zu erkennen an ihrer langgestreckten, röhrenförmigen Gestalt und an den beiden sichtbar unter dem Schisssrumpf hängenden Gondeln. Die Schiffe sind mit grauem Swss bekleidet und tragen hinten umfangreiche Stenerslächcn. 2. Schütte-Lanzschiffe haben schiffsförmige Gestalt, sie tragen hinten eine senkrechte und eine wagrechlc Steuerfläche. Von den fünf Gondeln hängen zwei oder drei in der Mittellinie unter dem Nnmpf, 'je eine weitere rechts 'und links etwas höher. 3. P a r s e v a l s ch i f f e haben Zigarrcnfvrni und sind bedeutend kürzer und gedrungener, als die zu 1 und 2 genannten Schisse. Sic besitzen nur eine Gondel, zu der vom Schsilskörpcr ein direkter Schlauch herabsührt. Die Steuerflächen sind quadratisch, die Farbe der Hülle ist gelb. 4. M i l it ä rl uf t s ck i f fe sind daran erkennbar, daß sie unterhalb des torpedoförmigen, hinten spitz zulanscndcn Körpers einen Kiel haben, in dem vorn der Führerstand, weiter hinten zwei Maschinenstände sichtbar sind. Der Kiel ist mit dem Gas- körpcr durch Swssbahncn so verbunden, daß die beiden Teile völlig ineinander übergehen. Tie Hülle ist gelb. Die in Frankreich und Rußland vorhandenen Militärlnftschiffe sind zu weit ausholenden Unternehmungen nicht befähigt. Es ist deshalb kaum anzunehmen, daß Kindliche Luftschiffe sich im Innern unseres Landes zeigen werden. 5. Flugzeuge. Die deutschen Flugzeuge sind daran erkennbar. daß sic an der oberen und unteren Seite jeder Tragfläche, sowie zu beiden Seiten des Seitensteuers mit einem über die ganze Breite der Fläche gehenden schwarzen Kreuz in Form des Eisernen Kreuzes versehen sind. Bei Flügen werden sich die Fahrzeuge so niedrig halten, daß die vorstehend beschriebenen Kennzeichen von unten her erkannt werden können. In der Dimkelheit werden keine Flüge ausgcführt. Zentrale für KriegSlieferung in Tabakfabrikaten. Berlin, 19. Ang. Die deutsche Zentrale für Krieqs- lieferung in Tabakfabrikaten ist in Minden in Verfolg von Verhandlungen, die zwischen >dcn beteiligten Dienststellen und den Interessenten sin Reichsami des Innern ab gehalten wurden, unter dem Vorsitz des Handelskammer-Stmdikus Hindenberg gebildet worben. Die Zentrale will eine möglichst gleichmäßige Beschäftigung aller Zigarrensabriken in allen 'Teilen Deutschlands im Interesse der beschäftigten Arbeiter wie der Betriebsinhäber während des Krieges hcrbcisühren und zugleich dafür sorgen, baß Mannschaften und Offiziere im Felde gute, preiswerte Zigarren erhalten. Die Zentrale will die ihr von den beteiligten Stellen znge- iviescnen Aufträge nach einem vereinbarten Schlüssel mif die fünf deutschen Tctbaksabrikationsbezirke verteilen. Innerhalb der Bezirke werden sie aus die einzelnen Fabriken nach der Zahl der bei der Tlabakberussgenossciischaft angemeldeten Dollarbciter im Zigarrcnfabrikationsbetrieb unter Hinzurechnung der Hansarbeiter nntcrverteilt. Die Zigarren sollen in vier Preislagen herqestellt werden und nach Beschaffenheit und Arbeit den Normnlfriedenspreiseu durchaus entsprechen. Rippencinlagen dürfen nicht verwandt werden. Für eine entsprechende einheitliche Verpackung wird Sorge getragen werden. Zahlungen erfolgen durch die Zentrale. Kriegsliefcrungcn von Ranch-, Kau- und Schnupftabak sollen in ähnlicher Weise einheitlich organisiert: werden. Eine „Herausgabe" Riautschaus? Ein kokonialpolitischcr Mitarbeiter schreibt uns: „Wenn die Rede davon sein sollte, etwas gegen Kiautschau zu unternehmen, so steht das Recht dazu allein England zu", so schlich schon vorige Woche der Londoner „Manchester Guardian". Das Thema Kiautschau scheint also in der englischen Welt schon seit geraumer Zeit auf der Tagesordnung zu steilen, und man ist sich nur darüber im Zweisel, an lven denn Deutschland seine oslasiatischc Kulturpflanzung „hcrauszugcben" habe. Die Herrschaften vergessen, daß Deutschland nie und nimmer etwas hcrausgibt, es werde ihm denn durch eine erdrückende Uebcrmacht vorübergehend genommen. Tic Hcrrschaiten vergessen, daß Kiautschau oder besser Tsingtau lKiantschau ist ja eigentlich nur eine Stadt im chinesiscklen Gebiete, nordwestlich von unserem Besitz) eine Festung ist, deren Werke unter Aufwendung von etwa 12 Millionen Mark errichtet sind, um die Wegnahme des Platzes durch einen Handstreich, sei es von der See, sei es vom Lande her zu vereiteln. Die Forts sind nach der See hin so stark, daß feindliche Geschwader sich den Angriff sehr überlegen ivcrdcn. Auch bei einem schlicßlichen Erfolg verlöre der Gegner zweifellos eine Anzahl großer Panzerschlssc und wäre dann für den Seekampf außerordentlich geschwächt. Rach der Landseite bin ist für uns auch alles in bester Ordnung. Tsingtau wird in Friedcnszciten von rund 3000 Militärpcrsonen bewohnt, die im Falle der Gefahr auf 5000 Mann gebracht iverden können, eine Verteidigung, stark genug, um längeren Widerstand gegen Feld- trnppen und Feldartillerie zu leisten. Ohne die Aufstellung eines ganz gewaltigen Belagerungsparkes ist Tsingtau auch von der Land- scite her so gut wie uneinnehnibar. Eine derart starke Invasion englischer- oder japanischer Truppen würde sich China nicht gefallen lassen. An eine „Eroberung" Tsingtaus dürsten unsere Gegner also vorläufig nicht denken. Es bleibt nur die Frage, ob Deutschland durch den politischen Ueberdruck von allen Seiten veranlaßt werden könnte, seine kost- spieligste Kvlonie auszugeben. An wen wäre dann dieser Muster» slcck deutscher Arbeit auszuliescrn? Wirklich an Japan? Japan im Besitze von Tsingtau wäre für China, ebenso für die Vereinigten Staaten von Nordamerika eine so unerträgliche Bedrohung ihrer Interessen, daß der Weltkrieg sofort aus die noch nicht beteiligten Staaten überspringen müßte. Man ist sich in Amerika schon seit längerer Zeit klar darüber, daß Deutschlands Stellung in Tsingtau den amerikanischen Interessen besser als jede andere Möglichkeit entspricht. Wenn Japan außer Port Arthur auch noch Tsingtau hätte, so bedemete das nicht mir die Wegnahme von Tsingtau, sondern auch die Proklamiernug von ganz Nordchina als Reservat der japanischen Politik. Nicht anders wäre es, wenn England die Unverschämtheit besitzen sollte, Tsingtau als neues Glied sciirer ostasiatischen Besitzungen anzusvrderu. Durch keine Kompensation iväre Iavan zu beruhigen, und die Vereinigten Staaten von Nordamerika träten sosvrt in den Krieg ein. Und schließlich Eltzna? Entweder müßte China alle eurvpäisäien Besitzungen an seiner Küste gleichzesiig zurücksordern, wenn es nämlich die Macht dazu hätte, oder es müßte bei seiner heutigen militärischen Ohnmacht für einen Einzelgewinn zahlen. Es müßte nicht nur unsere in die Hunderte von Millionen gehenden Aufwendungen ersetzen, sondern auch den Wert kapitalisiert erstatten, den die Kolonie für uns in den nächsten Zeiten erreiche» dürste. Ob 'China auch nur annähernd imstande iväre, die Kulturarbeit, die wir dort geleistet graben, in derselben Weise .sortzusühren, ob es das poIitii'dK Gavissen Deutschlands auch in der schwersten Zeit zulassen dürfte, die .Landsleute, die im Vertrauen aus 'deutschen Schutz und deutsche Förderung sich dort in wcsi reichende Unternehmungen eingelassen haben, den Chinesen zu überant- worten, diese Fragen braucht man ja nur audeutend zu berühren, um sofort daraus die Antwort zu erhalten. Das Geld, das sür Tsingtau ausgegeben wurde, ist ja nicht etwa nach chinesischen Grundsätzen ansgegeben worden. Vielmehr haben nur Anlagen von einer Großzügigkeit geschaffen, die jahrzehntelanger Fortsetzung gleichgeartetcr Arbeit bedarf, um den gewollten Ertrag zu bringen. Auch) die neue Republik China hat nicht die Kräste, weder an Geld noch an geschultem Personal, um das in Tsingtau geschaffene so fortt-iführen, daß es sich fruchtbringend weiter entwickeln kann. Tic ganze koloniale Aufwendung wäre n>eg- geworfen, wenn man die Straßen verfallen und die öffentlichen Gebäude leer stellen ließe. Tsingtau bedeutet für uns die Em- stnßnabme aul die gegenwärtige Kultiirreiormation in China. Weil wir Tsingtau haben, rechnen die Chinesen mit uns, wurden wir ihnen von Jahr zu Jahr eine bekanntere Größe. Daß Deutschland dieses Gebiet, das es krast bündiaer Verträge aus 99 Jahre gepachtet und mit Aufwendung von vielen Millionen zivilisiert hat, herausgcben sollte, weil der Krieg zuhause zuviel Krast beansprucht, dieser Plan konnte nur in englischen Hirnen keimen, die uns aus Tradition und Bosheit unterschätzen. Wir werden den Weltkrieg auch in Ostasien durchhalten und durchsechtcn! tjccv und Flotte. Berlin, 20. August. Zu Generalen der Infanterie wurden befördert: die Generalleutnants v. Quast, kommandierender General des 9. Armeekorps, v. Eberhardt, Gouverneur von Straßburg i. E., v. Oertzcn, bisher General ä la suite, Generalinspckteur des Militär- Erziehungs- und BildungswcscnS, Stellvertreter des Präsidenten des Reichsmilitärgerichts, Tuelff v. Tschepe und Weidenbach, kommandierender General des 8. Armeekorps, v. Stcuben, Direktor der Kriegsakademie, v. Franpois, kommandierender General des 1. Armeekorps, ferner der Herzog von Sachscn-Mtenburg. Zum General der Kavallerie befördert wurde Generalleutnant v. d. Märwitz, Gencral- inspekteur der Kavallerie. Den Charakter als General der Infanterie erhält Generalleutnant Frhr. v. Süßkind, Inspekteur der Landwehrinspektion Berlin. Zu Generalleutnants befördert wurden die Generalmajore v. Unger, Kommandeur der 20. Kavalleriebrigade, v. Morgen, Kommandeur der 81. Jnfanteriebriga.de, Fleck, Kommandeur der 27. Jnfanteriebrigade, v. Storch, Führer der Gardekavalle- riedivision, Frhr. v. Seebach, Vorsitzender der Obermilitär- priifnngskommission. Den Charakter als Generalleutnant erhielten die Generalmajore v. Mühlenfels, Inspekteur der Landwehrinspektion Erfurt, v. Lochnow, Kommandant von Diedenhofen. Zu Generalmajoren wurden befördert unter Belastung in ihren jetzigen Dienststellungen: die Obersten Briese, Kommandeur des Inf.-Regt. Nr. 64; Paschen, Kommandeur des Gren.-Reg. Nr. 1; Fricmel, Inspekteur der 1. Ingen.-Inspektion; v. Olzewski, Kommandeur des Jnf.-> Reg. Nr. 112; v. Oven, Kommandeur des In saute rie-- Neg. Nr. 165; v. Helldorf, Kommandeur des Inf.-Reg. Nr. 115; Fouquet, Kommandeur der 2 . Feldartillerie-Grit gäbe; v. Glasenapp, Kommandeur der 1. Kavallerie-Brig-ade; v. Pochhammer, Kommandeur des Ins.-Reg. Nr. 68; v. Be- low, Kommandeur des Königin-Augusta-Garde-Gren.-Regt. Nr. 4; v. Jacobi, Kommandeur des 52. Jnf.-Reg.; v. L'Estocg, Kommandeur des 164. Jnf.-Reg.; v. Petersdorsf, Kommandeur des Garde-Gren.-Meg. Nr. 5; Nagel, Kommandeur des Inf.-Regt. Nr. 171; Seydel, Kommandeur des Jnf.-Reg. Nr. 23; Schrötter, Kommandeur des Jnf.-iReg. Nr. 19; v. Barfus, Inspekteur der Luftsch-isfertruppen; Hesse, Kommandeur des Jnf.-iReg. Nr. 42; v. Zaborowski, Kommani dcur des Kadettenkorps; Stenger, Kommandeur des Jnf.- Reg. Nr. 49; Klipfel, Kommandeur der 42. Feldartilleriebrigade; v. Dresler und Scharsenstein, Kommandeur des Jnf.-Reg. Nr. 66; v. Bernuth, Kommandeur des Jnf.^steg. Nr. 161; v. Gollwitz, gen. Drehling, Kommandeur des Gren.-Reg. Nr. 6; Rößler, Kommandeur des Jnf.-Reg. Nr. 79; Bett, Kommandeur des Jnf.-Reg. Nr. 141; v. Lewinski, Kommandeur des 3. Garderegiments zu Fuß. Den Charakter als Generalmajor haben erhalten die Obersten: Hausse, Abteilungschef im Ingenieur-Komitee; Rausch, Inspizient des Truppen- und Train-Fcldgeräts, sowie Freiherr Scutter v. Lötzen, Flügeladjutant des Großherzogs von Baden. Zum Code des Papstes. Berlin, 20. Ang. Der Kaiser hat an den Kardinal Serafino Bann u teilt folgendes Telegramm gerichtet: Euere Eminenz bitte ich, dem hohen Kardinalkollegium den Ausdruck meiner aufrichtigsten Anteilnahme an der tiefen Trauer zu übermitteln, in loelche die katholische Kirche durch den Heimgang ihres Oberhauptes versetzt worden ist. Die amtliche „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Seine .Heiligkeit der Papst ist einer schweren Krankheit erlegen. Heute nacht gegen 1 Uhr 20 Min. trat der Tod ein, der die katholische Christenheit ihres ehnvürdigen Oberhauptes beraubt und unsere katholischen Mitbürger in Trauer versetzt hat. Als Pius X. zum Nachfolger Leos XIII. erwählt wurde, kam ihm selbst, wie damals übereinstimmend berichtet wurde, die Entscheidung des Konklaves überraschend. Seinem bescheidenen Sinn, den er während seiner ganzen Lausbabn bis zur Höhe des Patriarchen von Venedig betätigte, war der Gedanke, dereinst den Stuhl Petri einzunehmen, fremd geblieben, obwohl sein Vorgänger Leo XIII. ihn mehrfach als seinen würdigsten Nachfolger bezeichnet haben soll. Nach wiederholtem Wahlgang siel die Entscheidung am 4. Aitgnst 1903 ans den damaligen Kardinal Giuseppe Sarto, der als Papst den Namen Pius X. annahm. Die oberste Leittmg der katholischen Kirche lag über elf Jabrc in seinen Häirdeir. Während dieser Zeit hat Papst Pius X. mit unserem Kaiser persönlich ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt und kein Hehl gemacht, daß er über die Lage der katholischen Kirche in Deutschland Befriedigung empfand. In seinem menschlichen Wesen vereinigte der entschlafene Papst Fröimnigkcit, Reinheit der Sitten, Wohltättgkeit und eine fromme Sinnesart. Mit Pius X. ist in der Reihe der Päpste eine vcrehrungswürdige Persönlichkeit dahingegangc», an der die Erinnerungen der Gläubigen mit Liebe hängen werden. Seine Abberufung sii eure höhere Welt stxllt die katholische Wetz! vor die Notwendigkeit, sich ein neues Oberhaupt zu zechen. Möge die Wahl auf einen Kirchrnsürsten fasien, der den inneren Berus hat, die Ausgaben seines hohen Amtes znm Segen der ihm air- vertrauten großen Kirchrnaemeinschast zu erfüllen. Rom, 20. Äug. Die L e i ch c des Papstes liegt noch auf dem Bett wie im Augenblicke des Todes, das Antlitz ist heiter, die Lippen scheinen zu lächeln, man rührte die Leiche noch nicht an, sondern erwartet den Kardinal Camver- lengo della Bolpe, der nach dem Zeremoniell das 1 SIMebett des Papstes seststellen muß. Der Papst liegt mit über der Brust gekreuzten Armen, ein kleines Kruzifix in den Händen. Am Bette brennen vier große Kerzen und zwei Nobelgarden halten die Totenwacht. Auch im Borzimmer befindet sich eine Abteilung Nobelgarde. Die ersten Seelenmessen wurden um 3-V- Uhr früh in der päpstlichen Privatkapelle von den Mitgliedern der päpstlichen Anticamcra: Monsignori Pescini Bianchi, Respighi und Marzolini gelesen: um 5Vr Uhr läuteten alle Glocken Roms. Das Totengelaute dauerte eine halbe Stunde. Gegen sechs Uhr wurde, im Zimmer des Papstes ei» kleiner Altar errichtet, woran Messen gelesen werden. Die Schwester und Nichte des Papstes verließen den Vatikan nach 3hö Uhr. Uni 5 Uhr ivurde die diensthabende Palastwachc zum Handküsse zugelassen. Nach dem „Mcssaggero" sandte Merry del Bai noch in der Nacht eine Zirkulardepesche mit der Todesnachricht an alle Kardinale und auswärtigen Vertreter des Papstes. LLirche und Sctiuls. Ter J-fuitengeneral Franz Xaver Wernz -st. Rom, 2o. Aug. Wie die Blätter melden, ist in der ver- ganaencn Nacht der Jesuiiengeueral Franz Xaver Wernz gestorben. Aus dem Reiche. Berlin, 20. Ang. Zur Unterstützung der durch den Krieg in Not geratenen Familien haben Geheimrat Fried- länder-Fuld dem Berliner Magistrat 30000 Mark, die Brauerei Psefferberg 10000 Mr. überwiesen, diese mit der Bestimmung, daß in erster Linie die Berliner Gastwirte berücksichtigt werden, die durch den Krieg in Schwierigkeiten wegen der Mietzahlung geraten. Essen (Ruhr), 19. Aug. .Die gesamte Arbeiterschaft der Firma Krupp hat beschlossen, während der Dauer des Krieges einen bestimmten Prozentsatz ihres Arbeitsverdienstes als Beitrag zur Kriegsfürsorge zur Verfügung zu stellen. Hamburg, 20. Aug. Der hiesige städtische Ober- pfarrcr Küken thal, ein bedeutender Botaniker, der sich seit Anfang Juli mit zwei anderen Gelehrten cruf der Insel Korsika befindet, ist seit dem 14. August verschollen. Vermutlich ist er in französische Kriegsgefangenschaft geraten. Au» Staöt unv £an& Gießen, 21. August 1914 . Keine Polemik und Quertreiberei! Es gibt auch in dieser ernsten Zeit immer noch, auch unter den sogenminten „Gebildeten", Menschen, die >rus« einem engen Horizont nicht heraus können und die kleinen unbedeutenden Angelegenheiten, die sie zu ihrer Kritik aus- erschcn haben, zu Staatsaktionen anfbanschen möchten. Sie ' sehen nur sich und ihre Begehrnisse; beharrlich und eifersüchtig wachen sie darüber, ob die zerbrechlichen Eier ihrer literarischen Wünsche auch ausgebrütet werden. An Zeitlage, veränderte Umstände denken sie nicht. Dahin gehört es, daß vor einigen Tagen das Ansinnen an unser Blatt gestellt ivurde, eine Einsendung ansznnehmen, die in ihrer Verallgemeinerung eines Vorkommnisses einen ganzen Volks teil jchwer beleidigt haben würde. Wir lehnten ab und erhielten darauf einen Brief, in dem der Verfasser nicht nur jedes Augenmaß verlor, sondern auch zu Schmähungen überging. Wir finden in der „Deutsch-evangelischen Korrespondenz" folgende Mahnung, die wir hiermit zur Erweckung einigen Nachdenkens weitergeben: In dem allgemeinen Gottcsfrieden, den die Blätter aller Parteien mileinander l«lten, mag hier und da einmal ein Rücksall in die leidige Gewohnhesi des Haderns und Streitens Vorkommen. Dann ist cs besser, die Lust zum Drcinschlagen zu zügeln, als gleich Epempel zu statuieren. Der Kamvl hat jetzt einzig »nd aUein dem äußeren Feind zu gelten. Jede Preßstimme, die draußen als Zeugnis innerer Streitigkeiten aufgesaßt iverden kann, lwt sür unsere vkegncr doppeltes Gewicht. Fallen in solcher Prcßpolcmik sägirsc Worte, so nimmt das feindliche Ausland das znm Ausgang von neuen Lügen über deutsche Uneinigkeit. Es ist doch aber ganz selbstverständlich, daß kein Blatt in ganz Deutschland jetzt solche Waffen dem Feinde liefern will. Immer gleich nitterstcllcn, daß einer etwaigen Entgleisung böser Wille zugrunde liegt, und dann die schlimme Sitte der Verallgemeinerung üben, mit all den Kraft ausdrück c n und Knnststückcheil parteipolitischer Auf- und Abrechnung, das sollte jetzt besser unterbleiben. Der Dienst im Zcitungs- bctrieb ist jetzt sowieso kein leichter, da kann schon einmal dem nachprüfenden Auge des Verantnwrtlichen eine Entgleisung entgehen. Einem treuen, deutschen Blatt, dessen vaterkändisches Pflicht- gesübl über jeden Zweisel erhaben ist, passierte das jüngst; es hätte sicher, aufmerksam gemacht durch einen Brici, in den eigrnen Spalten ausreichende Genugttlung gegeben, aber nein, der „Schand- artikcl" mußte von einem anderen Blatt „ans Schennentvr genagelt werden" und ein Dutzend Schimvsworte mußten in breiter Oesjentlichkcit verschossen werden. Solch Schauspiel ist in jetziger Zeit wenig erbaulich, cs regt das Volk unnütz aus und entspricht nicht dem großen Zuge unserer Zeit. Eine Kluge über die Post. lieber die Handhabuug der Postverbindung mit unseren Söhnen im Felde muß bittere Klage geführt werden. Die Briese der Soldaten nach Hause kommen püuklich an, aber. überdicBeförderungdcrBriefederAngehöri- gcn nach dem Kriegsschauplatz sind zahlreiche Beschwerden laut geworden. Eine Mutter, deren Sohn im Felde steht und der seit 14 Tagen keinen ihrer Briefe erhalten hatte, ging resolut zum Generalkommando, um sich zu beschweren. Wie nicht anders zu crwarlcn, ivurde die Frau dort mit der größten Liebenswürdigkeit empfangen, doch mußte ihr mit Bedauern gesagt werden, daß die Militärbehörde machtlos sei. Sie mache der Bricsbefördcrung nicht die geringsten Schwierigkeiten, die Schuld müsse also an der Post liegen. Die Soldatcnmutter begab sich zur Post, wo der Empfang schon bedeutend unfreundlicher war. Schließlich wurde ihr gesagt, die Post habe zu wenig Personal, die Briefe! u a ch d e m F c l d e l ä g e n s e i t 14 T a g e n d a. Es handelt; sich hier nicht um Einzelfälle, sondern die Klage ist allgemein. Jeder Soldatenbrief ans dem Felde enthält die bange Frage, warum von daheim kein Lebenszeichen komme. Man muß die geradezu verzwciseltcn Briefe der Familicuvätev und Söhne von draußen im Felde gelesen haben, um zu ver- stehen, was es heißt, daß unsere Soldaten seit 14 Tagen ohne Nachricht von daheim gelassen werden. Und in Frankfurt in der Post liegen die Briese ausgcstapelt. Dabei ertönt allenthalben der Ruf und die Butte, den Arbeitslosen (Lelegenlzeit, um Verdienst und zur Beschäftigung zu geben! Es hat keinen ffveck, die zurückgebliebenen Beamten zu überanstrengen und abei doch nicht fertig zu werden, öoncntlicf) wird die Mü>- rrbchörde im Interesse der Kameraden im Felde einmal in kräftiges Wörtlein reden. Auch in anderer Beziehung wird über die Post geklagt, an Pater will seinem Loh» im Felde ein Hemd schicken. :ic Post verweigert die Annahme, weil cs 25 Gramm ebcrgewicht hat. Ta trennt der Mann Kragen und Bündle» ab und versuchts aufs Neue. Abermals wird er abgc- nesen, — weil es noch um 8 Gramm zu schwer ist. Man ollte wirklich meinen, wenn unsere Söhne zu Millionen m Felde stehen, um ihr Blut fürs Vaterland zu vergießen, a sollte sich die Postbeljörde nickK an 8 Gramm Ueber- :ewül»t stoßen! — Titelverleihung. Tie Großherzogin hat dem »ievisionSkontrolleur Finanzafjessor Bernhard Zang zu Mainz cii Titel .Finanzaiutinann' verliehen. •• Beleihung von Hypotheken. Uni das infolge 'er Rückwirkung der kriegerischen Ereignisse auf die ganzen virtschastlichen Verhältnisse in hohem Matze gesteigerte Be- mrsnis nach leicht realisierbaren Werten nach Möglichkeit zu lesriedigen, bat sich die Hessische Landes-Hypotheken- >ank entschlossen, erstitellige Hypotheken zu bc- ei den. Vorerst solle» jedoch nur Brieihyvotheken belieben verden. TaS Grotzh. Ministerium der Justiz hat angeordnet. >atz sür die zu dein gedachten Zweck ersolgenden llmwand- ungen bricstosec Hypotheken in Brieshypotheken, sowie sür ne Berpsändiingen dieser Hypotheken keine Stcmpelabgabe» >nd keine Cchreibgebühren zu erheben sind. ** Eine falsche Sieges Nachricht und ihre Folgen Unser Frankfurter Mitarbeiter schreibt »ns: „Wie rußerordentlich vorsichtig man in der Argcnwärtigen Zeit nil der Verbreitung von Meldungen fern muß. beivcisl die Bekanntgabe von der angeblichen Einnahme Bel- sorts durch Beamte des Hauptpostamtes. Tiefe teilten gestern mittag kurz nach 11 Uhr vom Balkon des Hauptpostamtes auf der Zeil den „Fall Belsorts" mit. Wie ein Sturmwind ging die Kunde durch die Stadt. Zcifmausrnde von Menschen durchzogen im Nu singend und jtchclnd die Straßen: ein Fahnrnmeer grüßte nach knapp zcbn Minuten von alle» Häusern, die Schulen wurden geschlossen, von den Türmen läuteten die Glocken, mit Flaggen geschmückte Autos durchfuhren die Straßen, alle Soldaten, deren man liabhaft wurde, wären Gegenstand begeisterter NUndgebun gen . . . Und dann kam die Ernüchterung. Ei» höherer Offizier. der sich direkt nach Berlin gewandt hatte, teilte mit. daß die Nachricht von Bclforts Fall absolut unwahr sei und daß eine grobe Täuschung vvrliegc. Aber erst ncub Stunden, als die Abendblätter keine Zeile brachte». verlies sich die Menge. Auch aus den Nachbarorten wird berichtet, daß dort „Belsorts Einnahme" durch Glockenläuten und andere Kundgebungen gefeiert worden sei." — Auch bis inuh Gießen mar das Gerücht gedrungen: als wir davon .Kenntnis erhielten, fragten wir telephonisch an amtlicher Stelle nach, und da stellte sich, wie wir vermutet hatten, die Nachricht als ein.Schwindel heraus. ** Metzer Familien. Heute früh traf auf dem Bahnhof eine große Anzahl Personen, meistens Frauen und Kinder ein, die auf militärisch«- Anordnung Metz t>et> lassen mußten. Die fuhren in der Richtung nach) Mar bürg weiter. In Wetzlar trafen 1500 Personen ein, die in den benachbarten Gemeinden nntergebracht werden. "Die„DarmstädterZeitung"undderrus- i i s ch e F e i n d. In der gestrigen Nummer des „D a r m st. Tagt. Anz." veröffentlicht der Hauptschristleiter des Blattes ejne Erklärung, nach welcher er sich überzeugt lnit, daß. die „Tarmst. Zeitung" nur einen gekürzten Auszug des Weißbuchs durch das Wolfssche Tepeschenbureau ohne den Tcpcschenwechsel zwischen dem Zaren und dem Kaiser erhalten »nd diesen ungekürzt zum Albdruck gekracht hat. Seine Bchauptunfl, daß die Regierung die Redaktion zur Unterschlagung wuchtiger Teile des Weißbuches veranlaßt habe, sec völlig unbegründet. Er bedauert, den Artikel in der Fassung gebracht zu hoben, zudem er sich überzeugt hat, daß. in der gleichen Nummer der „Darinst. Zeitung" scharfe Auslassungen gegen den Zaren enthalten waren. " Welches ist die richtige Familicnsürsorge in Kriegszeitcn? Der Ansbruch des Krieges hat auch in dem im Lande blcibeikden Teil der Bevölkerung eine großartige Opierwilligkeit gezeitigt. Sehr wichtig ist es, daß diese Ovserwiliig- keit sich in der richtigen Weise betätigt, .Zahlreiche Frauen und Mädchen find damit brschästcgl, iür unsere Truppen und für Zwecke des Roten »reu,es unentqelllich Wäsche und dergleichen anzu- serligen. So dankenswert dcele Arbeit an sich ist, so u-ird durch sie vicliach ein Eeiolg erzielt, der keineswegs beabsichtigt ivar: es wird bedürftigen Frauen die Möglichkeit genoinmcm, sich ihren Ledensunlerkall zu verdienerr. Ungeheuer viele Arbeiterinnen sind durch den Stillstand von Industrie und Gewerbe brotlos geworden, zahllose Frauen, deren Männer zum Kriegsdienst eingrzogen sind, sind gezwungen. Arbeit zu suchen, um ihren und ihrer Kinder Unterhalt zu verdienen. Zur Fürsorge sür diese Familien loeroe» bedeutende Summen gesammelt. Die beste Fürsorge leister mau aber dadurch, daß man ihnen Arbeit verschasst. Ten Frauen ermöglicht man dadurch, ihren Nnicrhalt zu verdienen, ohne Unterstützungen annehmen zu müssen. TaS Reich, die Gemeinden, das Rote Kreuz sparen viel Geld: die Soldatenfrauen aber setzt die Arbeit über die Nahrunasiorgen und über die trüben Gedanken hinweg, denen sic sonst leicht anheimsallen. Darum schränke man die gutgemeinte freiwillige Arbeit ein und schaffe de» Arbeitslosen Verdienst Kriegs st iitungausMittclndcrSä » glingS kür sorge. Tie Grotzherzogin hat bestimmt. Nik entbehr lichc Gelder auS dem Patronat der Gr. Zentrale für Mutter- und Säiigliiigsiürf'orgc den» großen vaterländischen Zweck zugeiührt und verwiindcien Kriegern »nd ibrcn Pilegerinnen in hessischen Laza retten iugute kommen sollen. Vorerst sind 5000 Mk. zum Ankauf von Kranke n fesseln und K r a n k e n t i s ch e n . die in den neu eingerichteten Lazaretten nicht vollzählig vorhanden sein können, vorgesehen: Sic bringen Verwundeten und Tckuvestern eine große Erleichterung. Anträge »ur Ueberweimng von Krankensesseln und Tischen sind von den hessischen Lazaretten zu richten an Freiin Gcorgina von Rotsmann. Tarmstadl, die Schriitsührerii: des Pa tronats. ** O e st e r r e i ch i s ch e oder ungarische 01 e s: e l l u n g s v s l i ch t i g e. welche, fei es im Jiilande oder bei einem K. u. K. Konsulate in diesem Jahr militärärztlich uiucrsuchl und »ür diensttauglich befunden worden sind, baden, so bittet uns das österr. iingar. Generalkonsulat in Frankfurt mikzureilen, unverzüglich in die Monarchie zr reisen und lick bei einem K. u. K. Ergänzungs-Bezirkskom mando zur Assentierung zu melden. Diese Llellungspf'lich tigen erhalten beim K. u. K. General-Konsulat in Frankfur am Main einen Beglaubigungsschein zur freien Heimfahrt Wehrvk'lichtige, die ihrer Sicllungspssichl noch nichi ent sprachen haben, haben das Versäumnis ehestens nachzuholen uni der Amnestie teilhaftig zu werden — Ehemalig« Offiziere (Lffizieraspiranten) der österr.-ungar. Armee die nach Vollendung ihrer gesetzlichen Dienstpflicht aus dem Heere < Landwehr) ausgetreten oder im Superarbitrierungswege entlassen worden sind, oder zu Landsturmossizieren de- signiert oder bereits ernannt sind, desgleichen ehemalige Ossi- ziere, die ihre Charge nicht freiwillig abgelegt haben, können, enn sic die Wiedererlangung ihrer früheren Charge in der Reserve des Heeres oder der Landwehr anstrcben, die erforderlichen Auskünfte bei dem K. u. K. General-Konsulat in Frankfurt a. M. einzichen. Tie österr. ungar. Kriegsvcrwal- tung beabsichtigt, dem Wunsche ehemaliger Offiziere, als ffiziere an den kriegerischen Ereignissen tcilzunchmcn, möglichst cittgegenzukommcn. ** Eine zeitgemäße Warnung und Lehre aus 18 7 0. Das Ewig» W c i bl i che Ix» auch 1870 aiisnalmisweisc Früchtchen gezeitigt von c'el erregendem Entgegenkommen grgcm Kriegsgefangene. Ein Augenzeuge erzähli uns folgendes Erlebnis im hiejigen Bahnhöfe. Ein Zug mit iranzöiiichcn Gejaiigeneii häll an. Er hat auch einen mit Offizieren beichten durchgehenden! Lagen, aus dessen Plculjorm ein deutscher Unteroffizier mil aui tzepilanzcrm Bajonell die Wache hüll. Ein „Dämchen" steigt die Treppe hinauf mit einem Brett voll Taffen niil Fleischbrühe. Ter labungsbedüriiige Untrrossizier frag! böilich an. ob er auch eine aiic baden könne. Er erhalt aber die schnippische Amworl: „Rein, die sind für die französischen Herren Crnjifre!" Sofort erwidert ein kräiliger Triu von unten gegen das Tvagbrett. Die Fleischbrühe ergießt sich großenteils aus die Trägerin Tic Tasse» zer- schelle» klirrend au» der AL-rgen treppe und dem Bahnsteig. Unter dem schallenden .Hohngelächter der als Sonilätler anweiende» Gvm- naiiasten und Studenten verschwindel das begossene Dämchen burlig vom Bahnhof auf Nimmerwiederseheu. TaS Grvßherzoglich Hessische Regier»ngS- blakt, Beilage Rr. 15, vom 20. August enthält: 1. Ueberiichi über die in den Landgemeinden des Kreises Mainz zu erbebenden Gemeindeinnlagcn iur das Rechuungsiahr 1914. — 2. Uebersicht der von Großherzoglichcn Ministerium des Innern iür das Ka lendcr- beziehungswelsc Rechnungsiahr 1911 zur Erhebung ge nehmiglen Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israeji ischen Rcligionsgemeinden der Kreises Heppenheim. — 3. lieber ich: über die in den Gemeinden des Kreises Alsield zu erdebendc» Gcmeindcumlagcn iür das Rechnungsialu 1911. — 1. Nachweis der Befähigung zur Uebernadme einer Kirchenamts. — 5. Namens Veränderungen. — 6. Ordensverleihungen. — 7. Verleihung der SlaalsmedaiUc für Ausstellungen. — 8. Zulassungen zur Rechts anwaltschait. — S. Ticnstnachrichtcn. — 10. Sterbefällc. Starkenburq und Rhrinhesirn. Mainz, 20 . Anglist. T-as Goliveriieinent hat nunmehr, um den Obstprvdiizenten die Möglichkeit der Verwertung der reichen Obsternte auch außerhalb des Festungs bereuifs zu geben, das Ausfuhrverbot für Obst, frisch, trocken oder verarbeitet also auch Marmelade, eingemachtes Obst usw.' aufgehoben. Auch für Rauchtabak, Zigarren und Zigarette» ist das gleiche geschehen. Hessen-Nassau. * Marburg, 21. August. Für deutsche Rcichsaiigc hörige, welcbc einen ruhigen, vom Kriegssckfauviatz cnt- ernten Aufenthalt wünschen und die deshalb i» unserem Kreise vorübergehend Unterkunft finde» nwllen, n>erde» laut Mitteilung des Laudratsainles in den umliegenden Dörfern Quartiere gesucht. h. Frankfurt a M, 20. Aug. Der sozialdemokratische Rcickstagsabgeordnete Hermann Wendel hat sich dem hiesigen Landstnrmbataillon als Kriegssreiwilliger zur Verfügung gestellt und wurde bereits eingereiht. vermischte». * Verdiente Bloßstellung. Die B o r k u m e r Bade- zeitimg und amt lick:- Fremdentisl« veröffentlicht folgende B e kannimachung: Während sich in ganz DeutseGand opferwillige Begeisterung zeigt, während koch und iriedrig, alt und >ung, reich und arm Misammenstel», um Nol und Elend aucl> bei den Talxim- gebliebeiien zu lindern, hat Tr. med. Schmidt, hier, es fertig gebracht, an sich- arme Familien, davon zwei mit sieben und eine mit iüni Kindern, deren Bäte- sämtlich bei der Truppe cingezsg-en find vbw- bei den Armierimg arb i.en besixifligt werden, folgendes Schreiben zu schicken: ,,.,ch kündige Ihnen hiermit die Wolmimg. Wenn Sie nicht innerhalb ziori Tagen die Miere berichtigt haben, folgt die Räumungsklage, gez. Dr. Schmidt." Ich bringe dies patriotische und wahrhaft menschenfreundliche Verhalten des Tr. med. -chmidt hiermit zur Kenntnis. Ter Konnnandant Maecker. — Tas Vorgehen des Kommandanten wird in weiten Kreisen lcbhasten Beifall finden. * Tic ersten d r c t MobilmachungStage. Wenn einer den andern traf', fragte er am ersten Tage: Mutzt du mit? am zynesten Tage: Ge Hit du mit? am drillen Tage: Darfst du mit? t (Kladderadatsch.) LingesnnSt. (Für Form und Fuhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Vcraniworlung.) Fhr gescbähteS Blatt brachte gestern folgende Notiz aus D a r nc st a d I: Um den Preistreibereien der Großhändler aut dem Wochen inarft entgegeniuarbciten, hat das Polizciamt angeordnet, daß von jetzt ab das A u s k a u s e n von Gegenständen des Wochen markt Verkehrs zwecks Wiederverkaufs erst von 9 Uhr ab zugelasien wird. Tie Marktzeil bleibt im übrigen auf rormillags 6 bis abends 5 Uhr bestehen. Die aiisgcstelllcn Gegenstände dürfen nicht zum Schein dastchcn, sondern jedem Käufer muß au, Verlangen der Preis angegeben und die Ware gegen Zalfliing des Kauiprei'e; überlaffen iverden. Eine derartige Maßnahme dürste sich auch für &ier_ empfehlen. Hier beginnt der Wockunmarkt i» der Rege! eine Stunde spater. Tie Diedcrvrrküuicr beginnen gleich bei der Eröffnung an sich zu zicben. was ihnen paßt und entziehen dem markt besuchenden Publikum aui diese Art das Angebot der Landleutr HauSstkiie». die regelmäßig sebr früh den Markt besuchen, haben dies des Ocfteren beobackrtet. Vielleicht niacht man es jetzt >vie in Tarmstadt. W K LftinSch unö Vcrkebr. vc-lksivirtscHtift. Vom Geldmarkt. Wien, 20. Aug. Die Oesterreichisck-Unqarischc Bank er mäßigt von morgen ab den Diskont ans sechs Prozent. Kristiania, 20. Aug. Tic Bank twn Norwegen setzt von heute ab den Wechseldiskont auf 5>/, Prozent herab. ch Kreuznach, 20. Aug. Nachdem durch eine» MiniOerial erlast dar Verbot der Ablialtuug »o» Pjehuiärkte» aulgeboben worden ist, ivirü auch in regelcuästiger Neihenlolge der hiesige M >rkt abgebalteu iverden Ter Zutrieb auf den Markt von Hessen aus bjei I jedo.h mit Rücksicht aui das starke tllultreteu der Maul- und Klaueuicuche dir auf iveilereS verboten. Märkte. te. Frankiiir» a.M. viel, hol», arklbericht vom 20 Aug. Austrieb: Rinder 53. Ochsen 16, Bullen 1, Kühe und Färsen 36, Kälber -II, EckAe 37, Schiveiue 1722. Tendenz: Kälber rege, Ochioeme gedrückt, mäßiger Ueber- staiib. Preis sür 100 Pfd. Lebend- Schiachl- gewicht Kälber. Mk. M. Feinste Mastkälber ......54-53 90 - 96 Mittlere Mast- und best« oaugtSücc. . . 44-48 7» —81 Geringer« Mast- und gut« Saugkälber - - 40-41 68—75 Geringere Saugkälber......... 34—40 61—68 «ch ai <-. klallmastichai«: Mastlämmer uns jüngere Masthammet - - !3—11 91 -95 Schwei nu Oollfleischig« Schweine von80-110 ir Lebendgewicht........ 53.03—56.0) 65.13—70 >3 Povfleischige Schweine unter 31 cg Lebendgewicht ..... . . - 53 . 0 )—56.30 65,30—70.» Pollfietschige Schweine von !>»—124 irr Lebendgewicht........ 52.00-56.0 ) 64.00 - 68)) koUfleischtge Schweine von l 24—150 c - Ledendgecvicht . ....... 52 03—58.00 61.00—68.00 Briefkasten der Acdaktion. tAuouymc slnjrage» bleiben iiubcrückß.chttgt.1 poftabonnent darmftadt. Die Gießener Familieublntter, deren regelmäßiges Erscheinen tc. Mitteilung in Nr 179 vom 3. August besonderer durch den Krieg ccugetrctcuer Hindernisse ivcgeu nccht niöqlich mar, werde» demilächst ivcedcr regelmäßig ctscheineu. — Ihre slnirage, belr. Landsturm, hat sich inzivtschen iv.-ht leibst erledigt. , i ... i , Meteorologische vcodachtiinge n der S ta tion Sieben. Aug. Uli Ui !ll L-r L" ev I® •s-e s 5 » i| I s IIP A Wen«» 20 1 r" 719.7 23 3 95 45 NNE 2 6 Coiuiciischciii 20. 9“ -49,1 17, S II 5 78 N 2 9 Bciv. Himmel 21. iN -49.6 12 8 9 0 87 W 2 7 Couueiischciu, leichler Nebel l öchste Temocrali c a;n 19.- 20. Slugust 1914 - I- 23.3 7 Niedrigste , Niederschlag t',0 mm. 19.- 20. 1911 --- > 10 .0' . Letzte Nachrichten. Kaiser und Reichskanzler. Berlin. 21. Aug Tie ^Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: 2e. Majestät der Kaiser wird auch vom Hauvtguarticr au-s die Regierungsgeichäste weiteriüdrcn Rur für eine Anzahl minder wichtige Angelegenheiten hat 2e. Majestät bis aus iveitercs die Entsckieidung dem Reichskanzler und dem Staatsministerium überlaffeu. Ter Reichskanzler, der den Kaiser und König begleitet, behält auch während seiner Abwesenheit von Berlin die Oberleitung der Rcichsverwaltung in Händen, doch iverden. um unnötige Zeitverluste zu vermeiden, Angelegenlwiteii, die kffnen Aujschub dulden, durch den Stellvertreter des Reichskanzlers, SlaalSfekretär des Znuern, Staatsminister Dr. Delbrück, der auch zum Vizepräsidenten des Staotümiiiistcriums ernannt worden ist, erledigt werden. Aus stein kaiserlichen Hall-tauartier. Berlin, 2l. Auy. Ter Oberst»,lineister Freiherr von Esebeck ist gestern vormitiog im Hauptguarlicr des Kaisers infolge eines Schlcigansallcs g e ft o r b e ». Dir Mobilisierung in Hollanv. Haag, 21. Aua. Tie Regierung svrdert weitere fünf Millionen Gulden für die Kosten der Mobilisiening der Miliz. Aus Rußland Petersburg, 21. August. Tic dciitschcii und österreichischen Staatsangehörigen, welckw älter als 45 Fahre und jünger als 17 Jahre sind, haben die Erlaubnis erhalten, Rußland zu verlassen. Pom Kaiser Franz Joseph. Wien, 21. Aug. Der Kaiser l>at dein Erzherzog Friedrich die Antwort eines Telegramms zugehen lassen. Der Beginn des 85. Jahres meines derWohliahrtmeiueS Staates und dem Gedeihe» der Wehrmach, geioidmclen Lebens erhält durch die mich tief ergreifende Beglückwünschung, welche Ew. Holuckt im Namen aller Ihnen unlerstellteu Strcitkrälte zu Land und zur See auSdrückten, eine besondere Weihe in den, Stnrni, der die Monarchie umbraust und dankbar und lodesmulig die gesamte Wehrmacht niächlig begeistert und die Völter, deren lrirgsr,ltch,ige ,u- gendliche Blüte nicht bloß, sondern auch den männlid, gereisten älteren Teil umfaßt: Ihnen und allen Führern, diemein Vc-rtraium und der Segen des Vaterlandes geleitet, soivic alle» Braven, die kämpicn sür Oesterreich- Ungarns Ehre und Bestand, ollen sage ich meinen wärmsten Dank, alle» sende ich den Herzensgrutz ihres Kriegsherrn Franz Joseph. Rach dem Tode des Papstes. Rom, 21. Aug. Der Minister des Aeußeren richtete an Die Vertreter des Auslandes ein königliches Rund schoben, worin er versickzerl, daß Italien die Freiheit des Konklave gewährleisten werde. ZislNl-svcrsttilfttuiill. Frcitaa,dcn2K.'2jna.>'.i> >. vorininags 9 Uln, toll aui hiesigem AmlSacricht. Bim. 1K das den Phtlivv -Hoimann Eheleuten »iigelchricbeiie mck: Flur 1 Nr. 1276—tI2gm Hoi- rcite in der Wevitcingaste lWevsteingaüe 8» »wangSw. ocriceigert werd. Die amiSgerichiliche Bcr- sügung ist im LrlSgerichts- ,i,inner Sstenilich ausaebängl. «üießcn. den X Juli füll. Großh. LrlSgerichl. _ Simon. 78H7H K. 58,14 78408 ^iDflnflsucrnciflcruna. Freitag,den2»>.Slug. Ii»I t vormmags 9'/. Uhr, soll aui hiesigem Amtsgericht. Zimmer 3ir. 18, die den philivv Doiinann Eheleuten »ugc- Ichrlcbene Parzelle Flur l dir. 1275*— 250 qm Holrctie. Wctziteingastc 10, zwangSweifc verstcig. werd. Die amiSgerichltiche SKr- sügung ist im OrlVaerichiS- zimmer öiientl. auSgebänat. Gießen, den L Juli 1914. Großh. OrtSgericht. _ Simon. _ ♦♦♦♦*♦♦♦* iBnnen^rtnnljolj g pro Karre 2.75 Mk. 2 Harren 500 Mk-, cmpriclill Hüfcrci 8ommerkor». Bieichlir. 12 . Marke Hartwig 4 Vogel, sowie Stollwerck tu to »oielirleb»-«? Fe'4- 1 selb Itf-Packiag zu luidou bei Geschw. Altenpohl, IMockNtr. 4. f u. Achtung! Heute Frriiaa u. Samstag von 8 Uhr ni« Verkauf von billigen tziiimch- n. Söfntniirffn im Garien dev Hotel Felicn- keller. -06 48! Fra« g tojA ' - Morgen 2 amsl 1.1 von H llbr ab am Feli'cukcUcr. bii>ml!>- 8 ilrkkll das 100 1 Mk. «. billiger, Salat-Burken r> Stück 10 «fs., bei Ab- nähme v. 100 St. 1.80 Mk. Original-Fabrikat Cal. «« und 7 65 wieder eingctrostr«. 062391 A« 7ictor^. Nahrhaft, wohlschmeckend. Sin Oeffeer*Pudding aus Dr. Oetkcr's Puddingpulver zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Psg.) ist eine ganz vorzügliche Speise, die für wenig Geld und mit wenig Mühe täglich auf den Tisch gebracht werden kann. Genaue Anweisung steht aus jedem Päckchen. Schutzmarke: „Oetker'» Hellkopf." Billig, leicht herzuftellen. Zu Banillc u. Mandel-Pudding schmeck! eine Fruchtsauce oder frische gekochte oder eingemachte Früchte am besten. Zu Schokolade- «. r. Oelker's Sanccnvnlver, Vanille-Geschmack, zu 10 Psg. gibt man eine Banille-Sauce aus Dr. Frucht-Pudding 4048 hv Taschenlampen Ia. Birnen Ia. Batterie allerbilligst. 100972 Karl Hchnnrli Neue Kartoffeln I a. Wetteraucr Ware, o. Ztr. 2JU.4.75 mit Sack, versendet unter Nachnahme ab Echzell Ludwig Erb Kartoffel - Versand - Geschält Echzell in der Wettcrau Telephon Nr. 21 “• AmiNeichelsheim, Wetterau. Bekanntmachung. Die vielfach verbreitete irrige Meinung, als ob mit Ausbruch des Krieges die Verpflichtung Schulden zu bezahlen, insbesondere Miete und Hypothctcnzinscn zu cutrichten, aushöre, veranlagt mich, daraus hinzuweisen, das; durch dieses Verhalten das gesamte Wirtschaftsleben schwer geschädigt wird. So sehr crivartct werden muß, dag die Vermieter solchen Mietern größte Nachsicht gewähren, deren Ernährer zum Schutze dcö Vaterlandes im Felde stehen oder durch den Krieg Arbeit und Erwerb verloren haben, so sehr muß cs als patriotische Pflicht aller änderet« bezeichnet werden, ihren Verpflichtungen nachzutommen, insbesondere ihre Miete pünktlich zu bezahlen, wie ja auch die Hausbesitzer nach wie vor pünktlich ihre Hypothckenzinsen entrichten müssen. Gießen, den 20. August 1914. Ter Oberbürgermeister. Keller. 93,0 b Kartoffel- und Eierprcise Falls auf dem am nächsten Samstag, den 22. d. Mts., dahier stattfindenden Wochenmarkt die Preise für erstklassige Eßkartoffeln für den Zentner 4 Mark und im Einzelverkanf für das Pfund 5 Pfennig, für frische Landtier 10 Pfennig das Stück überschreiten sollten, werde ich unverzüglich die Höchstpreise amtlich fcstsetzcn. Die Auffichtsbeamten sind angewiesen, die Befolgung dieser Anordnung aufs Genaueste zu übcrivachcii. Gießen» den 20. August 1914. Ter Oberbürgermeister. ____ Keller. 9308 b n als Beitanter- l*Ben SS Vir bsad*stcü8, Irrigators nebst Ersatzteilen, Slieäpunnen, BrnstbStchon, Leifciinden nsw., fern. Domoablndsn a. Bürte! ete.kauft man gut u. bi», in der m ausgcschb Frau EmmvRoll, Moltkeitraffe l4. r «IllslMIlMSlM Medicinal-Drogerie zum Kreuzplatz :: Kreuzplatz 9 Für I»r.mrnliMi«rf«»rtikol nur l>anienbc93l7 ▼VvW VVVV ▼w w bei weitgehender Garantie und günstigster Kauf- u. Mietbedingung. Stimmung, Reparatur Transport Ständiges Lager von 250 bis 300 Instrumenten. Bei Miete f44 Eigen! l umsenrerb laut besonderer Bedingung. Stets gebrauchte Instrumente zu jedem Preis. V ermietungen 2 bis 12 Mark monatlich. Vertretung v.SchiedmayerfSöhne, Steinweg, Ibach, Kaps, Römhild, Dörner, Hörügel, Spaethe, Ackermann usw. Pianolas Pianola Pianos August Förster Giessen und Lieh Bahnhofstr. 65. Tel. 367. Grnmmetgras Versteigerung. Daö Grummetgras von den Domanialwiesen tu den Gemarkungen Alten-Buseck, Gicffen und Wieseck wird versteigert: 1. In der Gemarkung Allen-Buseck Donnerstag, de» 27. August l. I., vormittags 9 Ubr, in der O»o Rabeuauschen Wirtschaft zu Älten-Buseck: 2. In der Gemarkung Wieseck Freitag, den 28. August l. I.. vormittags 10 Ubr, in der W. PH. Bierau'schen Wirtschaft zu Wieseck: 3. In der Gemarkung Gicffen an demselben Tage, nachmittags 2 Ubr, in der Harnickelffchen Wirtschaft im Philoiovbenwald bei Gicffen. Äieffcn, am 17. August 1914. Grohherzogliche Obersörsteret Giehcn. 9302V Koehler. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Mahnung des 2. Zieles Gemeindesteuer und Kanalgcbühren für das Rechnungsjahr 1914. Das im Monat Juli d. IS. fällig gewesene 2. Ziel Gemeindesteuer und Kaiialgebübrcn kann noch bis zum 5. September 1914 etnschl. ohne Kosten bezahlt werden. , Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch tm Rückstände sind, werden biermit gemabut, die Abgabe bis zum 5. September d. IS. an die Stadtkasse zu bezahlen. Vom 7. September an gelangt das 2. Ziel zur Beitreibung, wodurch PsändungSkosten enistchen. Ueber- wetsungen im Bank- und Postscheckverkehr muffen am 5. September ebenfalls bei der Stadtkasie nutgeschrieben sein, andernfalls die Bcitreibungskosten erhoben werden. __ 19304 B) _ Zu dem Fonds für Liebesgaben sind bei dem Oberbürgermeister weiter ctuncaangcn: von Landgerickstsdireftor i. P. Bücking bis aus weiteres monrnlich ......... 1000 Mk. von Kreisamtmann Hemmerde 1. Rate .... 100 „ von Geheimerat Hetz...........100 „ von Hosmetzgcr Adols Möhl........100 „ von Direktor Stolte............30 „ von Professor Dr. ©elfe..........30 „ von Oberakluar Bühner..........20 „ von Fräulein Hedwig Velke........10 , von der Gesellschaft FidelstaS........50 „ von dem VerkebrSverein..........50 „ von dem Verein Kanarta.........70 „ von dem Verein der Geometer II. Kl. Ortsgruppe Gicffen...........10 „ von Christian Rübl............100 „ von Stadtverordneten Wilhelm Löber VI. _ L _. 100 „ zusammen 1770 Mt Mit herzlichem Dank sür diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten. 9318 v Grummetgras - Versteigerung der Stadt Gießen. SamStag, den 22. August, Montag, den 24.August, und Dienstag, den 25. August d. F., soll das Grummcl- graS von den städtischen Wiesen meistbietend versteiger: werden und zwar: SamStag, den 22. Auguft, nachmittags 4 Uhr, an Ort und Stelle bei der Aktienbrauerei, am Oblcberg- weg bei der Herstigenslacdt'ichcn Fabrik und in der StevbanSmark. Zniammenkunst aus dem Lcihgcstcrner Weg an der srühereu Slktienbrauerci. Montag, den 24. August, n) vormittags 9 Ubr, Zusaiiimcnkunst an, Schlnchtboi, von de» Wiesen im Neustädter Feld und am Elektrizitätswerk und von den Wicseckbüschungen: hl vormittags 10V* Ubr. in der Restauration von Melchior Schäfer Witwe, Kaiser Allee 4, von den Wiesen im Heegstrauch und im Rnfftand: ei nachmittags 2 Ubr, tm Phtlosovbcnwald von den Wiesen am Furstenbruniien. im Wiesecktal, von den Hosvitalwiesen in der Gemarkung Wieieck: d> nachmittags 5 Ubr. an Ort und Stelle von den Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 25. August, as vormittags 9 Ulir, an Ort und Stelle von den Ochsenwiesen, von den Wiesen im Stolzeninorgcn, am UtcrSbrunnen und Altentisch: h) nachmittags 3*/* Ubr, an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkuna Rödgen: es nachmittags 4 Ubr, an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Grohen-Buseck. Steigliebbaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich au den städtischen Wiescnwärter Bellos, Wolsslraffc 15, wenden. Die Groffberzoglichcn Bürgermcistcreicn der umliegenden Gemeinden werden ersucht. Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu taffen. Gicffen, den 17. August 1914. Der Oberbürgermeister. 6. V.: Grünewatd. 92528 Skädk. Wohnungsnachweis Gießen, Asterwcg9. Es sind zu vermieten: 93053 1 Wohnung von7Zimmern. 1 Wohnung v. 5Zimmern und 2Maiisardenzimmcrn.2Wobnungcn von 5 Zimmern, eine Wohnung von 4 Zimmern, I Wohnung von 4-5 Zimmern, 2Wobnungenv.3Zimmcrn, 2 Wohnungen von2Zimmern, 1 Wohnung von 2 Zimmern ohne Küche, 1 Werkstatt. 1 Lager- oder Fabrikraum, 1 dreistöckiges Lagerhaus mit Pserdeffall und Heuboden. Zu mieten gesucht: 39 Wohnungen von 2—6 Zimmern. kftädt. Jfrbeitsnacfiideis giessen. Astcrwcg 9. ES können eingestellt werden: a. bei diesigen Arbeitgebern 1 Schmied, 1 Sattler, 1 Schuhmacher, 2 Hausburschen, 1 HilsSarbeiter, 10 landwirtschaftliche Strbeitcr, ein Chauffeur, 2 Wärterinnen. Lehrlinge: 1 Kausmann. h. bet auswärtigen Arbeitgebern: 2 Schreiner, 1 Schmied, 1 Hetzer, 1 Müller, 1 Bäcker 10 Drainaaearbeiter. 3 Dienstmädchen, landivirtschasf liche Arbeiter und Kneckitc. Lehrlinge: 1 Kellncrlebrlinge. ES suchen Arbeit: 1 Steinmetz, 5 Schlosser. 1 Elektromonteur, 1 Meckianikcr. 1 Polsterer nnd Tavczier, 5 Schreiner, 2 Maurer, ein Zimmcrmann, 2 Wciffbindcr und Lackierer, 1 Glaser, 1 Stukkateur, 4 Heizer, 5 Knnffeute, Schreiber, landw. Arbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Tagtöhner, Haus-, burschen, Putz-, Wasch- und Laussrauen. 9306 B I mi s Ottk m I h fob