Nr. *92 Der Sitjtlg« erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerHamilienbiättcr: zweimal ivöchenlstUrei;- blattsSrdenllrekSieheii (Dienstag und Freitags: zweimal msnall. kand- wirtschaftlich« öcttsragen Fernjprech - Anschlüsse: für die Redaktion IIS, Verlag u. Expedition 61 Adresse snr Depeschen: Anzeiger Gieße«. Annahme von Anzeigen snr die Tagesnnmmer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt *64. Jahrgang Dienstag. *8. August *9*4 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck rmd Verlag der vrühl'schen Unio.-Such und Steiaörwdcrei R. Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei: SchuRtrahe 7. An^,gm!-ü: H?B«L Bezugspreis: monatlich76Pi„v»ec»ei- jährllch Alk. 2.20; durch Abhole- n. Zweigstellen inonatlich 64 Ps.i durch die Post Mk.2.—viertci» jährl. ansschl. Bcslellq. Zeilenpreis: iokallöPs, auswärts 20 Psenniq. Chefredakteur: A Goetz Perantwortlich snr den polit. Teil: Ang. Goeg; füc .Feuilleton', .Vermischtes" und.Gerichtssaal": Karl Neurath; für .Stadt und Land": Wb geht in öer Türkei m? sich? Es war zuletzt gemeldet worden, England habe in Gemeinschaft mit Frankreich ein Ultimatum an die Türkei gerichtet; gleichzeitig wurde jedoch von London aus berichtigt, es habe fklj mir um ein Ersuchen um Auskunft gehandelt. Man darf also annchmen, daß die Türkei sich in den nächsten Tagen entscheiden soll, und die heutig« Meldung, daß der türkische Minister des Innern zusarnmen mit dem Kammerpräsidenten Besuche in Sofia und Bukarest abstatteten, scheint diese Annahme zu bestätigen. Will England dem Zarenreiche den Durchgang durch die Dardanellen verschassen? Dann würden freilich auch die anderen Balkanstaaten an diesen Dingen interessiert sein, und für Tlumänicn sowohl wie für Bulgarien wäre die entscheidende Stunde gekommen. Die Türkei scheint nicht übel Lust zu haben, gegen den rustischcn Nachbar loszuschlagen, und wenn es wahr ist, daß! Rußland an der Grenze Rumäniens Truppen zusammengezogen hat, so wäre cs nicht unwahrscheinlich, daß der Brand auch auf den noch heißen Boden des Balkans übergeht. Uns wäre ein Ueberein- kormnen der Türkei, Rumäniens und Bulgariens natürlich nicht untmllkommen, denn dann würden die russischen Streitkräftc derart festgelegt, daß sie für deutschen Boden überhaupt keine Gefahr mehr wären. lieber die Lage in Lüttich hat der Gencralqnartier- Meister v. Stein nunmehr den letzten Schleier gelüftet. Alle unsere Borbercitungcn hatten den erwarteten Erfolg. Nach her Einnahme von Lüttich versuchte die deutsche Regierung nochmals, mit der belgischen zu einem friedlichen Einvernehmen zu konnnen, aber in Brüssel beharrte man bei der früheren Antwort. Schließlich hat man in Berlin wohl nichts anderes erwartet, aber im Auslände kann das lopate Bemühen Deutschlands, das nicht auf Eroberung ausging, nicht mehr verdächtigt werden. Auch über die letzten Gefechte mit den Franzosen erhalten wir heute weiteren sehr freimütigen amtlichen Aufschluß. Danach war, wie wir gleich vermutet hatten, der Kamps bei Mülhausen nur ein „Gelegenheitsgefecht", das die deutschen Truppen siegreich bestanden, wonach sie ihren strategischen Aufmarsch in der geplanten Weise vollendeten, liebereilte und tollkühne Vorstöße ohne gute Vorbereitung verfehlen ihren Zweck. Das haben nicht nur die Franzosen erfahren, müssen, sondern auch eine kleine Truppe aus der Festung Straßburg. Bei dem Bogesenpaß von Schirmeck hat diese kleine Truppe bei ihrem Vorgehen einen Mißerfolg gehabt; doch handelt es sich nur um einen ganz unbedeutenden lste- legenheitskampf, der uns einige Geschütze kostete. Die nächsten Tage werden aber vielleicht schon Nachrichten über Lwuplentschcidungen bringen. Fühlungnahme der Türkei. Sofia, 17. August. sAgence Bulgare.) Ter tiirkische Minister des Innern Talaa t Bey und der Präsident der türkischen Kammer sind hier eingetrofsen und vom bulgarischen Eisenbahnminister sowie den Mitgliedern der ottomanischen Gesandtschaft empfangen worden. Beide werden morgen nach Bukarest Weiterreisen. Konstantinopel, 17. Aug. Der Minister des Innern und der Kammerpräsident sind nach Bukarest abgereist. Tie Reise wird mit der Regelung derJnselfrage n Zusammenhang gebracht. Tie Haltung Rumäniens. Sofia, 17. Aug. Von diplomatischer Stelle wird hier bestätigt, Rußland verlange von Rumänien reien Durchmarsch durch die Moldau, so daß Ru- nänicn sich entweder für oder gegen die Tripleentente oerdc entscheiden müssen. (Bert. Tagebl.) Selgien beharrt bei seiner zeindseligkeit. Berlin, 17. August. Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Nach der Einnahme von Lüttich hat die putsche Regierung durch Vermittelung einer neuralen Macht in Brüssel m i t t e il c n lassen: Die Festung Lüttich ist nach tapferer Gegenwehr im Sturm ciwmmen worden. Die deutsche Regierung bedauert cs am das nessle, daß es infolge der Stellungnabme der belgischen Regierung egen Deutschland zu blutigen Zusammenstößen gekommen ist. Deutschland kommt nicht als Feind nach Belgien. Nur unter dem swang der Verhältnisse hat es angesichts der militärischen Maßahmen Frankreichs den schweren Entschluß fassen müssen, in Bel ien einzurücken und Lüttich als Stützpunkt für seine weiteren filitärischen Operationen besetzen zu müssen. Nachdem die belgisck>e irmee in heldenmüttgem Widerstand gegen die große Ueberlegcn- eit ihre Wafsenehre auf das glänzendste gewahrt hat, bittet die »utschc Regierung Seine Majestät den König und die belgische legiernng, Belgien die loeiteren Schrecken des Krieges zu ersparen. >ie deutsche Regierung ist zu jedem Abkommen mit Belsen bereit, das sich irgendwie mit Rücksicht aus ihre A n s - inan der s e tz n n g mit Frankreich vereinigen läßt. Deutschland versichert nochmals feierlich, daß es nicht von der Ab- cht geleitet gewesen ist, sich belgisches Gebiet anzueigncn und iß ihm dies durchaus fern liegt. Deutschland ist noch immer bereit, is belgische Königreich unverzüglich zu räumen, sobald die Kricgs- ge es ihm gestattet. Die darauf am 13. August eingegangene Antwort Belgiens it folgenden Wortlaut: Der Uns von der deutschen Regierung unterbreitete Vorschlag iederholt die in dem Ultimatum vom 2. August formulierten wderungen. Getreu seinen internationalen Verpflichtungen kann elgien nur seine Antwort aus dieses Ultimawm wieder- ölen, umsomehr, als seit dem 3. Aug. die Schrecken des Krieges sein Gebiet getragen worden sind und die Garantiemächte loyal id unverzüglich seinem Hilferuf entsprochen haben. Das „Geheimnis" von Lüttich. Ter Generalquartiermeister v. Stein veröffentlicht folgenden amtlichen Bericht: Berlin, 17. Aug. Das Geheimnisvon Lüttich kann entschleiert werden. Uns war stiachricht zugegangen, daß vor Ausbruch des Krieges französische Ofstziere und vielleicht auch einige Mannschaften nach Lüttich entsandt ivaren, um die belgischen Truppen in der Handhabung des Festnngsdienstes zu unterrichten. Bor Ausbruch der Feürdseligkeüen war dagegen nichts einzuwenden: mit Beginn des Krieges aber wurde es ein Nentralitäts- bruch durch Frankreich und Belgien. Wir mußten schnell handeln. Die mobilen Regimenter wurden an die Grenze geworfen und auf Lüttich in Marsch gesetzt. Secks Friedensbrigade nmitArtillerie und Kavallerie haben Lüttich genommen. Danach wurden sie dort mobil gemacht und erhielten als erste Verstärkung ihre eigenen Ergän- zungsmannschasten. Weitere Regimenter konnten nachgcschoben werden, die ihre Mobilmachung soeben beendet hatten. Unsere Gegner sprachen bei Lüttich von 120 000 Deutschen, die den Vormarsch wegen Schwierigkeiten in der Vervslegung nicht antreten konnten. Sie haben sich geirrt, die Pause hatte einen anderen Grund. Jetzt er st begann der deutsche Aufmarsch. Die Gegner werden sich überzeugen, daß die deutschen Armeekorps gut verpflegt und ausgerüstet den Vorniarsch antreten. Seine Majestät iwt sein Wort gehalten, an die Einnahme der Forts von Lüttich keinen; Tropfen deutschen Blutes znchr zu setzen. Der Feind kannte unsere schweren Angriffsmittel nicht, daher glaubte er sich in den Forts sicher. Doch schon die schwächsten Geschütze unserer schweren Artillerie veranlaßten jedes durch sie beschossene Fort nach kürzester Frist zur Ucbergabe. Die noch erbaltcnen Teile der Befestigung retteten dadurch ihr Leben. Die Forts aber, gegen die unsere schweren Geschütze feuerten, wurden in kürzester Zeit in Trümmerhaufen verwandelt, unter denen die ^Besatzung begraben wurde. Jetzt werden die Forts wieder zur Verteidigung eingerichtet. Die Festung Lüttich soll den von unseren Gegnern gefaßten Plänen nicht mehr dienen, sondern den deutschen Heeren ein Stützpunkt sein. Das Gefecht bei Mülhausen. Berlin, 17. Aug. Das Gefecht bei Mülhausen war ein Gelegenheits gefacht. Anderthalb feindliche Armeekorps waren in das Oberelsaß eingedrungen, während unsere dort beftndlichen Truppen noch in der Sammlung begriffen waren. Sie griffen trotzdem den Feind ohire Zaudern cm und warfen ihn auf Be l - fort zurück. Danach folgten sie ihrer Aufmarschbestim- inung. Währenddessen hat eine kleine Festungs- abteilnng ans Straßburg am 14. ds. eine Schlappe erlitten. Zwei Festungsbataillone mit Geschützen und Maschinengewehren aus Festnngsbeständcn waren an diesem Tage im Bogesenpaß von Schirmeck vorgegangen. Sie wurden durch feindliche Ar- tillerieseuer von Dvnon her überfallen. In der engen Paßstraße sind die Geschütze und Maschinengewehre zerschossen und unbrauchbar gemacht, liegen geblieben. Jedenfalls sind sie vom Feinde erbeutet wvrden, der später ans Schirmeck vorging. — Ein unbedeutendes Kriegsereignis, das keinerlei Einfluß auf die Operationen hat, aber den Truppen gegen Tollkühnheit und Unvorsichtigkeit ein warnendes Beispiel sein wird. Die wieder gesammelten Festungstruppen haben den Festungsbereich unverfolgt erreicht. Sie haben zwar ihre Geschütze, aber nicht den Mut verloren. Ob bei diesen Vorgängen Verrat der Landcsbcwohner mitgcwirkt hat, wird noch festgestellt werden. Aus Italien. Rom, 17. Aug. Der König empfing' heute den österreichisch-ungarischen Botschafter v. Macchio zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. — Der italienische Botschafter in Berlin, Bollati, hat sich nach Flnggi begeben und konferierte dort mit di San Gi u l i a n o. Rom, 17. Aug. Ein am 16. August veröffentlichter Erlaß bestimmt: 1. Die Banken mit Ausnahme der Emissionsbanken nnd die Sparkassen mit Ausnahme der Postspar- kchsen sind berechtigt, die Auszahlungen auf Einlagen, die vor dem 5. August gemacht worden sind, ans 5 Prozent bis zum 10. September und auf weitere fünf Prozent vom 1b. September bis zum 30. September zu beschränken. Diese Begrenzung erstreckt sich nicht ans die industriellen Geldbedürfnisse zur Zahlung der Arbeitslöhne nnd zur Beschaffung der zur Slnfrechterhaltung der Betriebe benötigten Rohstoffe. 2. Wechseln mit einer Bersallzeit bis zuni 30. wird ein Zahlungsaufschub von 40 Tagen bewilligt unter der Bedingung, daß mindestens 15 Prozent abbezahlt und sechs Prozent Jahreszinsen für die Verlängerung sofort bezahlt werden. 3. Für die Durchführung der Börsenopcra- tionen »»erden Erleichterungen gewährt Die Schecks auf Kreditinstitute mit Ausnahme der Emissionsbanken unterliegen den gleichen Bestimmungen wie die Rückzahlungen von Depositengeldern. Bankziehungen und im Umlauf be- ftndliche Schecks müssen voll bezahlt tverdcn. * * * Der Zar. Petersburg, 17. Ang. (W. B.) Der Kaiser und die Kaiserin sind mit dem Großfürsten-Thrvnfolger und den kaiserlichen Töchtern gestern abend nach Moskau ab gereist. Der „Berliner Lvkalanzeiger" bemerkt zu der Zarenreise nach Moskau: Einer alten Sitte entsprechend begeben sich die russischen Herrscher bei Beginn eines Krieges nach Moskau, tro sie im Kreml Wohnung nehmen und ihre Gebete an den altgeheiligten Stätten zu verrichten pflegen. Beim letzten Kriege gegen Japan »mirde aus inneren» Sicherheitsgründen von der Moskanreise Abstand genommen, weil man fürckstete, der Zar würde ein Opfer der gerade dort sich stark bemerkbar machenden revolutionären Betoegung werden. Den Reijeweg von Petersburg nach Moskau werden auch diesmal einige Regimenter zu be- »vachen haben. Die Petersburger Telegraphen-Agenlnr erklärt die im Auslande verbreiteten Gerüchte, daß deutsche nnd österreichische Reservisten nach sSibi r i e n ver b an nt worden seien, für unrichtig. Alle diese fremden Untertanen würden nur bis zur Beendigung des Krieges in einigen öst- iichen Grenzbezirken des europäischen Rußland ihren Wohnsitz erhalte». Eine deutsche Warnung an Rußland. Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter der Uebcrschrift „Deutsche Warnung an Rußland": Durch Vermittelung einer neutralen Macht ist folgendes zur Kenntnis der russischen Regierung gebracht worden: Die Meldungen aus unserem östlichen Grenzgebiet berichten übereinstimmend, daß die russischen Truppen, >vo sie preußisches Gebiet betreten haben, gegen Ortschaften und deren wehrlose Einwohner sengend und plündernd vorgegangm sind, besonders schwere Ausschreitungen sind ans den Gegenden von Sckfir- windl, Lyck und soidau gemeldet worden. Teutschland erhebt vor der Oeffcntlichkcit Einspruch gegen eine solch: dem Völkerrecht znwidcrlausende Art der Kriegführung. Wenn durch sie die Kanrpsesweisc einen besonders schroffen Charakter airnehmen sollte, so trifft Rußland allein dafür die Verantwortung. Ausländische Lügcnmeldungc«. Die „Norddeutsche Mlgemcine Zeitung" schreibt unter dem Titel: „Deutschfeindliche Auslandsmeldungen": Seit dem Ausbruch des Krieges hat nnfre Presse Tag für Tag die Unwahrheiten festgenagelt, die von feineren Tricks bis zum faustdicken Schwindel im t'luslande gegen uns verbreitet werden. Wir geben nachstehend noch eine Blütenlese: Der Pariser „New Pork Herald" weiß zu melden, dem amerikanischen Botschafter in Berlin wurde die Berichterstattung an seine Regierung über llnr nli eu in Berl in v erbo t cn. — Die Londoner „T i- mes" bemerkt: Diese Untersagung des diplomatischen Verkehrs mit Washington beweist ein »oin normalen Zustand weit entferntes Benehmen Deiitschlands gegen amerikanische Bürger und den Botsci-after. — Brüssel. sRentermeldung': In Berlin seien crnsllichc sozialdemokratische Unruhen ansgebrochcn. — Brüsseler Meldungen an holländische Blätter besagen: Cie deutschen Truppen benutzrm elsössische Frauen und Kinder als Avantgarde. — Pariser und Londoner Ausstreuungen in den skcmdinn- viscken nnd italienischen Blättern lauten: Abgeordneter Liebknecht sei erschossen worden, »veil er sich gnvergert habe, seinck Psticht als Reserveoffizier (!) zu erfüllen. Rosa Luxemburg sei erschossen »vorden, »veil sie einbcrusene Militärpslickstige zur Fahnenflucht überreden wollte; auch andere Sozialdeinokraten seien erschossen »vorden, weil sie nicht am iiricge teilnchmen wollten. — Londoner Prcßmeldungen von» 14. August verbreiten: Ber B c l s o r t »steht eine Million Franzosen, von denen TeUe die schweizerische Grenze überschritten und Basel besetzt hätten. Die russische Mobilmachung stehe vor ihrem Abschluß». Am 16. Aug. würden zwei Millionen Russen gegen Dentschland nnd Leslcr- reich-Ungarn bereit sein. — In Bessarabien seien sechs österreichische Kavallericregimenlcr vernichtet »vorden. lieber 600000 Russen befänden »ich an der russisch-türkischen Kaukasus- grcnze. Ain englischen Konsulat in Konstanfiiwpel sei aintlich auSgehängt: Am 15. August habe eine große Seeschlacht in der Nordsee »stattgefunden, bei der 22 dentsck»« und vier englische Schiffe gesunken seien. — CKmeral French fei in Belgien gelandet und lzabe gemeinsam mit der belgischen Armer ein deutsches EliterriterregimeM vernichtet." ES ist dafiir gesorgt »vorden, daß alle mit Berlin in Verbindung gebliebenen Stellen des auswärtigen Dienstes über solche Lügen täglich Bericht erstatten und ihnen die für die Gegenlvehr geeigneten Weisungen fortlaufend zugehen. Hollands Neutralität. Amsterdam, 17. Aug. „Telegraaf" behauptete gestern, daß die holländische Kar to ffe l ansf u h tt nach Deutschland die Neutralität verletze. Offiziell wird dieser Behauptung widersprochen, da die Untertanen eines neutralen Staates jeder kriegführenden Partei Lebensmittel zuführen dürfen. Spanien bewahrt „strikte Neutralität". Berlin, 16. August. Die spanische Regierung hat amtlich durch den hiesigen Botschafter Polo de Ber- nabi der deutschen Regierung mitgeteilt, daß Spanien in der gegenwärtigen Krise strikte Neutralität befolgst Der Geburtstag des Kaisers Franz Josef. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Kaiser Franz Joses vollendet a»n 18. August sein 84. Lebensjahr. Schlveres Leid hat dieser Zeitabschnitt dem ehrwürdigen Herrscher gebracht. Durch ruchlose Hand wurde ihm der nächste Thronerbe und dessen Gemahlin entrissen. Unter dein Zwange der Notwendigkeit für die Sicherheit des österreichisch ungarischen Reiches gegen die fortdauernden feindlichen Anschläge von serbischem Boden aus Bürgschaften zu schassen, hat der greise Monarch, dessen Friedensliebe selbst die schlimmsten Schinäher nicht bestreiten können, zu den Waffen greisen müssen. Nicht nur berechtigte, sondern notwendige Abwehr sollte den Mächten des Dreiverbandes zum Borwaird dienen, um einen Wcltbrand zu entfesseln. In all den Tagen des Leides und in den Stunden^eimslestcr Entschließungen wird es dem Kaiser nnd König Franz Joses ein erhebender Trost gewesen »'ein, seine Völker ohne Unterschied des Stammes sein Leid einmütig mitlragen und nun sie ebenso einmütig in t r e u e st e r H i n g a b e in den Krieg ziehen zu sehen und zu ivisscn, daß ihr Herrscher das Schivert zog, um das Gemeinwohl aller QÄkfcer brr MM6urinf(f>nt Monarchie zu schützen, und sic werben ihn Pflicht tun Auch in Deutschland gedenkt man in bicsen Tagen mit besonderer Jnmgsiul des ehrwürdigen Monarchen, bcr, mit unterem Kaiser in unverdrüclsticher Bnndestreue verknüpft, einen gerechten Kamps kämpft, der zum Siege führen ivird; bas ist unsere fest« Zuversicht, * . * Ein Erlaß des Kaisers. Berlin, 17, Slugust, Ein im LrmeeverordnungA- blatt veröffentlichter Erlaß des Kaisers vom 16, Aug, belr, die Zuerkennung des Anspruches auf das Die n stau s z e i ch n u n g s k r e u z an die oberen, mittleren und Unterbcamten soivie an Personen des Soldatenftandes vom Feldlvebet abwärts des Heeres, der Marine und der Sckutz- truppcn besagt: Ich will am heutigen Tage, an dem ich mich zu meinem Feldheere begebe, den höheren, mittleren und Untcrbeamten sonne den Personen des Soldatenstandes vom Feldwebel abwärts meines Heeres, meiner Marine und meiner Schutztruppen in Anerkennung der treuen Dienste und als Zeichen der Zusammengehörigkeit aller Dienstgrade einen erneuten Beweis meiner Gnade zuteil iverdcn lassen, indem ich ihnen nach 25jähriger aktiver Dienstzeit den Anspruch aus das von des hochseligen Königs Friedrich Wilhelms III, Majestät am 18, Juni 1825 für Offiziere gestiftete Dienstaus- > zeichnungskreuz zucrkennc. Ich vertraue, daß diese Auszeichnung ein weiterer Ansporn zu treuester Pflichterfüllung sein wird, Ter Großherzog von Mecklenburg-Schwerin hat sich am Samstag abend auf den Kriegsschauplatz begeben. Heldentod des Prinzen Friedrich Wilhelm zur Lippe. FE, Mecrholz, 17, August, Wie jetzt bekannt wird, ist der Schwager des Grafen Gustav zu Menbnrg und Bü- dingen-Meerholz, der Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe, Oberst und Kommandeur des 1, Hannövrrschen Infanterie- Regiments Nr, 74 in Hannover bei dem Sturm aus Lüttich gefallen. Der Prinz ergriff bereits schtver verwundet die Fahne des Regiments und trug sie hvchcrhoben seinen Truppen voran, als mehrere feindliche Geschosse ihn durchbohrten, so daß er tot niedersank, Prinz Friedrich Wilhelm ist ein Bruder des verstorbenen Grafregenten Ernst zur Lippe und ein Onkel des jetzt regierenden Fürsten Leopold IV. zur Lippe und stand im 56, Lebensjahre, 1895 vermählte er sich mit der Gräfin Gisela zu Menburg und Büdingen in Meerhvlz, Vor drei Jahren tommandiertie Prinz Friedrich Wilhelm die 11, Jäger in Marburg, in welchem Truppenteil zwei seiner Neffen, die Prinzen Friedrich Wilhelm und Ernst zur Lippe als Leutnants stehen, die bereits auch ins Feld gerückt sind. Unsere Treuen in Togo. Berlin, 16. Aug, In Togo ist bei einem Zusammenstoß mit überlegenen feindlichen Kräften Haupttnann P f ä h- ler von der Polizeitruppe gefallen und außerdem drei Deutsche, Sengmüller, Kohls darf und Ebert leicht verwundet worden. Die dritte Verlustliste. 1 Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verlustliste Nr, 3, Danach hatten solgende Verluste: Das Jnfanterie-Regt, Nr, 17: ein Musketier leicht verwundet, — Jnfanterie-Regt, Nr, 18: wt 9 Musketiere, 1 Gefreiter und 1 Unteroffizier; schwer verwundet 16 Musketiere, 1 Unteroffizier, 1 Bizefelbwebel b. R, und 1 Oberleutnant b. R,; leicht verwundet: 17 Musketiere, 1 Unteroffizier b. R,, 1 einjähr, Unteroffizier, 1 LeutnaM b. R, und 1 Stabsarzt b. N,; vermißt: 6 Musketiere und 1 Unteroffizier, — Infanterie-Regt, Nr, 20: wt 16 Musketiere, 2 Gefreite, 1 Unter» wsfizier b, R, und 1 Vizesttdwebel d, R,: schwer verwundet: 24 . Musketiere, 1 Gefreiter, 3 einjähr, Unteroffiziere, 1 Bizefelbwebel ’b. 5R. und 1 Leutnant d, R,: leicht verwundet: 11 Musketiere, j 1 Gefreiter, 2 Unteroffiziere b. R, und 1 Bizefelbwebel b. R,; vermiß: : 51 Musketiere, 1 Einj ährig - Freiwilliger, 11 Gefreite, zwei Unterossiziere, 2 Unteroffiziere d, R,, 1 Bizefelbwebel und I Bize- ffeldwcbel d, R,, sowie 1 Feldwebel: erkrankt: 2 Musketiere, — Füsilier-Regt, Nr, 33: tot 36 Füsiliere, 1 Gefreiter d, R,, 3 Unteroffiziere, 1 Unteroffizier d, R,, 3 Sergeanten, 1 Leutnant, 2 Leutnants d, R,, ein Oberleutnant und ein Hauptmann: schwer verwundet, 40 Füsiliere, ein Einj,-Freiwilliger, 3 Gefreite, 2 Vize- stldwebel (einer davon gestorben), ein Feldwebel, ein LeutnaM und ein LeutnaM d, R,; leicht verwundet: 17 Füsiliere, ein Gefreiter, 2 Unteroffiziere, ein Einj,-Unteroffizier, 2 Unteroffiziere b. SR., ein Leutnant, ein Leutnant d, R,; vermißt: 31 Füsiliere, ein Gefreiter d, R,, ein Vizcscldloebel, — Füsilier-Regt, Nr, 35: wt 23 Füsiliere, 3 Gefreite, ein Unteroffizier und ein Sergeant; .schwer verwundet: 22 Füsiliere, 2 Gefreite, 2 Unteroffiziere, 2 Eins,-Unteroffiziere und ein Unteroffizier d, R,: leicht verwundet : ein Füsilier; vermiß,: 11 Füsiliere, 2 Unteroffiziere b. R,; gefangen: 2 Füsiliere, ein Unteroffizier, ein Feldwebel und 3 Leut- nams, — Füsilier-Regt, Nr, 40: wt: 8 Füsiliere, 2 Gefreite, ein Unteroffizier b. R,; schwer verwundet: 6 Füsiliere, 2 Unteroffiziere: leicht verwundet: 8 Füsiliere, ein Unteroffizier: vermißt: 2 Füsiliere, — Jnfanterie-Regt, Nr, 41: wt: 3 Musketiere; schwer verwundet: 2 Musketiere, ein Leutnant; leicht verwundet: 2 Musketiere, — Jnfanterie-Regt, Nr, 76: leicht verletzt: 1 Musketier, vermißt 1 Muskeffer, — .Jnfanterie-Regt, Nr, 131: ein Landwehrmann durch Unvorsichtigkeit eines Kameraden erschaffen. 1 Musketier auf gleiche Weise schwer verwundet. — Jmanteric- Regt, Nr, 140: 1 Musketier infolge Unglücksfalles gestorben, — Jnfanterie-Regt, Nr, 143: tot: 1 Musketier, sclstver verwundet: 3 Musketiere (davon einer gestorben), ein Gefreiter; leicht ver- loundet: 6 Musketiere, — Jnfanterie-Regt, Nr, 147: wt: < Musketiere, 1 Gefreiter: schwer verwundet: 6 Muskefiere, 1 Gefreüer, 1 Unteroffizier: leicht verfvundct: 15 Musketiere, 1 Einjährig- Freiwilliger, 1 Gefreüer, 1 Unteroffizier, 1 Leutnant der Reserve, — Jnsanterie-Regt, Nr, 151: Gefallen 1 Musketier, — Jnfan- teric-Regt, Nr, 165: tot: 3 Musketiere, 1 einjähr, Gefreiter, ein Sanitäts-Gesr,: sclnver veno: 13 Müsk,, 1 Gesc., 1 einj, Gefr,, zwei einj, Unteroffiziere: leicht verwundet: 7 Musketiere, 1 Eiu- jährig-Freiw,, 1 Gefreiter b. R,, 1 Leutnant und ein Hauptmann: vermißt: 4 Musketiere und 2 Unteroffiziere b. R, — Jnfanterie- Regt, Nr, 171: tot: 2 Musketiere, 1 Gefreiter und 1 Leutnant: schwer verwundet: 6 Musketiere: leicht verirmndet: 4 Musketiere, 1 Gefreiter b. R,, 1 Gefreiter, 1 Unteroffizier und 1 Leutnant b' R, — Küraffier-Regt, Nr, 5; .schwer verwundet: 1 Unteroffizier, leicht verwundet: 1 Gefreiter, — Dragoner-Rcgt, Nr, 1: wt: 1 Dragoner imd l Leutnant: schwer verwundet: 1 Dragoner und 1 Gefreiter: leicht verwundet: 1 Dragoner und 1 Sergeant, — Dragoner-Regt, Nr, 5: tot: 2 Dragoner: vermißt: 2 Dragoner, Dragoner-Regt, Nr, 7: schwer verwundet: 1 Dragoner und ein Rittmeister: leicht verwimdet: 2 Dragoner, — Dragoner-Regt, Nr, 1 l: Leicht verwundet: 1 ScrgeaM, — Husaren-Regt, Nr, 5: wt: 1 Husar, — Husaren-Regt Nr, 7: Gefangen: 1 Husar, auf einer Patrouille durch Franktireurs unter Feuer genommen, — Ulanen-Regt, Nr, 1: Schwer verwundet: 1 Ulan, ist inzivischen verstorben, — Ulanen-Regt, Nr, 12: tot: 1 Ulan, — Jäger zu Pferde Nr. 4: tot: 1 Jäger: vermißt: 1 Jäger und 1 Gefreiter: gefangen: 1 Jäger. — Feldartillerie-Regt, Nr, 1: leicht verwundet: i Oberleutnant, — Feldartillerie-Regt, Nr, 60: leicht verwundet ein Kammier: vermißt: 3 Kanoniere, — Feldartlllerie-Regt, Nr, 82: verwundet: 1 Unteroffizier (ist wieder dienfffähig), — Fuß- artillerie-Regt, Nr, 16: schwer verwundet: 1 Kanonier: gefangen: 1 Kanonier, — Pionierbataillon Nr 4: fdjtt>et verwimdet: 2 Pioniere, 2 Gefreite und 1 Leutnant: leicht verwundet: 1 Pionier: oermißt: 1 Pionier, — Pionierbataillon Nr, 24: tot: 1 Gefreiter; schtver verwundet: 1 Bizescldwcbel; leicht verwundet: 2 Pioniere, — Flicgcrcchtcilung: Leicht verwundet; 1 Leutnant. Deutschlands finanzielle Rüstung. Die „Nordd, Mlgcm, Ztg" veröffentlicht folgenden Artikel Dr, H e l f f e r i ch s, Direktors der Deutschen Bank, über Deutschlands finanzielle Rüstung; Der einleitende Abschnitt des Krieges, di« Periode der Mobilmachung, geht ihrem Ende Mt, Freund und Feind hatte in dieser Periode Gelegenheit, sich zu überzeugen, daß Deutschland nicht nur militärisch für den Krieg „Das Angebot an 3 »/»-Rente war bei der Eröffnung des Verkehrs so stark, daß die Kammer der agents de change genötigt war, die Notierung eines niedrigeren Kurses als 78°/o zu verbieten, obwohl Angebote zu 74»/o Vorlagen," An jenem Tage wurde der Markt für die 3°,'° und die neue 3'/,rf, 16, Aug. Dcr^Dcntsche Kartoffelgroßhändler-Ber- band (Sitz Düsseldorf) veranstaltete am Samstag in Düsseldorf eine außerordentliche Mitgliederversammlung, zu der eine Reihe größerer Sta dtverwaltungen und Handelskammern Vertreter entsandt hatten. Die zur Verhandlung stehende Fra^e der Versorgung der Städte mit Kartoffeln führte eine längere Aussprache herbei, in der von den Vertretern der Städte wie auch des Handels übereinstimmend betont wurde, daß die Kartoffel für den größten Teil der Bevölkerung das wichtigste Nahrungsmittel bilde und infolgedessen ihrer Zufuhr in der jetzigen Zeit ein besonderes Augenmerk gewidmet werden müsse. Dementsprechend soll der Deutsche Kartofselgroßhändler- Berband (S-itz Düsseldorf) den in Betracht, kommenden Be», Hörden sofortige Aufklärung über den Verbrauch in bar einzelnen Orten und Gegenden, soime die in Betracht kommenden Verlade gebiete geben, damit von vornherein die den praktischen Bedürfnissen cutsprcchenden Maßnahmen getroffen werden können. Eine längere Aussprache entspann sich über die Festlegung von Höchstpreisen. Bon den Städtevertretern ivurde betont, daß in der ersten Zeit mehrfach wucherische Preise für Kartoffeln gefordert worden seien, woran jedoch der Großhandel keine Schuch trage. Mehrere Stadtverwaltungen seien dazu übergogang-eir, Höchstpreise festzusetzen, Die Vertreter des Handels imescn deingogen- über auf die außerordentlichen Schwierigkeiten der Preisfestsetzung gerade für Kartoffeln hin, zumali die Veröffentlichung von Höchstpreisen ein Anziehen der Preise bewirke. Um ernen Ausweg zu schaffen, erklärte sich der Deutsche Kartoffclgroßhäudler-Berband im Interesse des Schutzes der Verbraucher vor Uebertcuerungen bereit, den Stadtverwaltungen wöchentlich ein oder mehr- malsdie Durchschnitts-bezw, Höchstpreise be- kanntzugebcn, damit die Stadtverwaltungcu ihrerseits den Kleinverkauf leichter überwachen können. Aur dem Reiche. Berlin, 16, Aug, Das kronprinliche Schloß in O els ist dem Vaterländischen Frauenvcrein als La- zarett überwiesen worden. Die Kronprinzessin hat für die Einrichtung 40 Betten mit Zubehör gestiftet. Bad Homburg, 17. August, Hier wurden zwei. Personen sc st ge nommen, weil sie ohne Erlaubnis' eine Station fltr drahtlose Telegraphie errichtet hatten. Es wird allgemein darauf hingewiesen, daß dieses strengen Strafen unterliegt. ■ .j Heer und Flotte. Berlin, 16. Aug, Der frühere Kommandeur der Schutztruppen Generalleutnant z. D, Georg v, G l a s Lv a p p 1 ist am Samstag in Potsdam, 57 Jahre alt, an Blinddärme entzündung g e st o r b e n. Mit ihm ist ein Ofsizier dahin- gegangen, der in verschiedenen hervorragenden Stellungen in Krieg und Frieden sich vortrefflich bewährt hat. Auch in der jetzigen schweren Zeit war er. dem Ruf des KatscrS gefolgt und war an die Spitze einer Landwehrbrigade gestellt worden. Mit den Kämpfen in China und Südwestafrika ist sein Name unauslöschlich verknüpft. Die Beerdigung findet am 19, August nachmittags 5 Uhr in Potsdam von der Leichenhalle auf dem Alten Kirchhof aus statt. Au» Stadt und Cättft Gießen, 18. August 1914. An die Landwirte richtet die Korrespondenz der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen folgende Aufforderung: Wenn auch schon öfter daraus aufmerksam gemacht wurde, daß die wichtigste Arbeit des Landwirts jetzt ist, die Ernte einzub ringen, so scheint es doch nötig, diese Mahnung zu wiederholen, Mmi macht die Beobachtung, daß die Landwitte,, j welche doch tatsächlich einen Mangel an Arbeitspferden haben, sich teilweise mü Arbeüen beschäftigen, die vorerst noch unterbleiben können, 2o muß es heißen: z u e r st die Ernte cinsahrcn, ^ dann das Pflügen der Stoppeln und Ausfahren des Stallmistes. : Wer fertig ist mit der Ernte, helfe mit seinen Gespann- ! tieren dem Nachbar mtb erst dann, wenn die Ernte zu Hauje ist, • i benfe er an das Stoppeln fingen, ?lber noch eine «eitere Mahnung ist hervorzuheben. Es handelt sich nicht allein darum, die diesjährige Ernte zu sichern, sondern vor allem ist äußerst wichtig auch für dos kommende Jahr zu sorgen,Wir müsien damit rechnen, daß für das nächste Frühjahr der ausländische Klee-, Luzerne- und Esparsettesameu fehlt. Es gäbe daher eüceir großen Ausfall au Futter, wenn nicht eine genügende Aieugc dieser Sämereien zur Verftlgung steht, Landwirte laßt daher den letzten Schnitt zur ! Samcngewinnung stehen. Die Futterernte tvar dieses Jahr sehr gut, sodaß auf das Grünsutttt des letzten Schnittes teilweise verzichtet werden kann, Landwitte, das Jahr l>at Futter " genug geliefert, seid vorsichtig im Verkauf des Viehbestandes itnd denkt, daß der Krieg längere Zeit daneru kann mch auch nach ilynt nach Fleischnahrung in genügender Menge zur Beffügung stehen muß! * si "• Schuldienst-Nachrichten. II ebertragen wurde ' ) am 12. August d. I. der Schnlamtsaspirantin Anna Veith anZ Hechtsheim, Kreis Mainz, eine Lehrccinslelle a» der ^ katholischen Volksschule zu Herbslein, Kr. Lauterbach, ** Stiftung. Herr Geh, Kommerzienrat Heichcl- , ' heim hat der Stadt Gießen 10000 Mark zur Anschasfimg eines Automobils für den Transport von Kranken und Verwundeten unter der Bedingung gestiftet, daß die Stadt die Aufbewahrung und den Betrieb des Automobils übernimmt I st und daß das Auto, solange der Krieg dauert, dem hiesigen I es Roten Kreuz zur kostenfreien Verfügung steht, J! c ** Vom Roten Kreuz, Der herrliche, vatttländische Geist, der alle Schichten unseres Volkes durchdringt, gibt sich auch darin I >t kund, daß alle, die nicht selbst mit ins Feld ziehen dürfen, von > d dem sehntickwn Wunsche erfüllt sind, an den für unseren Verwun- I ti beten und Kranken zugewendeten vaterländischen Liebeswerkcn regen I q, Anteil zu nehmen. Nicht weniger als 2500 Männer und Frauen „ jeden Alters haben sich der Gießener Ortsgruppe des » Roten Kreuzes zur Verfügung gestellt — also eine ganze | Armee freiwilliger Helfer! Selbstverständlich hat von ihnen nur ein kleiner Teil bisher in Tätigkeit treten können. Diejenigen, für die zurzeit noch keine ArlnfitSgelegenheit vorhanden ist, mögen sich in Geduld fassen. Sobald die zu erwattendc vermehrte Fülle | der Arbeitsaufgaben es erfordert, wird die Leitung des Roten Kreuzes darauf bedacht sein, jede sreinfillige Hilfskraft, alt oder >ung, aus den ttchtigen Arbeitsposten zu ftclleii, — Obst und P Gemüse (auck, Gurken), welches sich zum Einmacheit eignet, k wird in der Aliccschule (Steinstraße 10) angenommen uird ver- ff >veudet, Anmeldung des zu Spendenden toird einen Tag ziwor | erbeten. " Eine Warnung für unsere Krieger, Die „Dorf- D zeitung" verösfeMlickst solgende durchaus begründtte Warnung:,Dü | Truppen, die nach dem westlichen Kriegsschauplatz ziehen, seien daraus aufmerksam gemacht, daß in Fra n kr ei ch d i e H äusek jf. vielfach Falltüren nach dem Keller haben, und zwar ost U mehrere in einenl Bau, Aus diese Weise wurde 1870/71 unseren braven Kriegern mancher Hinterhalt gelegt, der, dem Auge ent- P zogen, im Keller lauette. Auch vor den Wandschränken sei gewarnt. Es gibt in ickem Haus sichtbare Wandschränke, aber > auch dnn hinterhältigen Wesen der Franzosen angepaßt, viel ver- , steckte Hohlräume, Und dann mögen sich die Ktteqer auch vor den I offenen Vorräten und vor der A b s n n t h s l a s ch e, die in jedem Haus zu finden ist, hüten. Die Augehöttgen unserer Krieg« mögen diese Warnungen den im Feld Stehenden schennitteln, — Diese Warnungen sollten toeitestc Verbreitung finden, I , ** Spiritus als Betriebsstoff für Automo- i , bile, Bon der Spitttus-Zenttate (Sitz Berlin) erbeten wir mit V bcr Bitte um Ausnahme folgende Nottz; Die Tatjaäze, daß W“ lutb SBntwI im SxmM nicht ntefrr gu baben sind und während der 'Dauer des Krieges auch nicht mehr erhältlich sein werden, zwingt die Besitzer von Kraftwagen, sich nach einem andern Brennstoff um* Ansehen. ES ist festgestellt worden, das; sich ieixr Automobil- Motor mit 95 Volume» prozentigem Spiritus betreiben läßt, wenn Aum Anlassen des Motors eine ganz geringe Menge Benzin in die Kompressions-Hähne bczw. in den Pergaicr gegeben wird. Um dies zu ermöglichen, lwben bereits sämtliche Vergaser-Fabriken und Erbauer von Kraftwagen, die ihre eigenen Vergaser verwenden, durch kleine Ergänzungen an den Vergasern diese und somit die Motore zur Verwendung von Spiritus eingerichtet. Bemerkt sei, daß sich nur hochprozentiger Spiritus von 95 Vo- lunien-Prozenten wegen seines geringen Wassergehaltes zum Betriebe von Automobilen eignet. An den Vergasern mutz im allgemeinen die Düse etlvas erweitert rmd die Luftzufuhr etivas verringert werden, wobei sich eine geringe Belastung des ^chmim- mers als -.wertmäßig erweisen kann. Ferner ist es ratsam, daß der Vergaser bczw. die zum Vergaser führende Brennstofflcitung durcl> Kühlwasser oder Auspuffgase vorgcwärmt werden. ** „Union-Theater" (Settcrswegs. Tie HariPt- nummer des neuen Programms ist der Kunstfilm: „Aus Deutschlands Ruhmes tagen 1R70/71Man sicht die Mobilmachung. Einquartierungs- und Binxikszencn, die Erstürmung des Geisbergs, die Kämpfe bei Wörth und Spicheru, bei St. Privat, die Fahne der 6l er, die Ueber- gabe Sedans, Gefangennahme Napoleons und die Kaiser- proklamation i» Versailles. " Oes! eiitliche B >'i ch er h a l 1 e. Im Juli wurden 8081 B ä nd c a nsa e li eh en. Davon kommen ans: Erzählende Literatur 1085, Zeitschrittcu 2t9, Jugeudschrilten 821, Literat.>r» oeschichtc I Gedichte und Dramen 22, Länder- und Völkerkunde 61, Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 83, Kunst- »elchjchte 15, Naturiuisicuschatt und Technologe 126 , Heer- und Seewesen 21. Hans- und Landwirtschait 13, GcsnndbeilSlehre 10, Religion und Philosophie 44, Slaatswissenlchait 16, Sprachivisien- frlioft 14, Fiemdsprachliches 27 Bände. Nach auswärts kamen 40 Bände. Landkreis Gießen. -KI- Steinberg, 17. 2Ing. Die Meister und Arbeiter der Firma R i n n & G 1 o o ? in Eteinberg veranstalteten eine Saimnluug, deren Ertrag (125 Mk. 90 Dkg.) dem Noten Kreuz libcrimltelt wurde. -r W a h c n v o r n - S t e i n b e r g, 18. Aug. Der Krieger- verein beschloß, asten zu den Fahnen eiuberistenen Verein?" niiigliedcrn als Beihilie tür die -Ungehörigen je 5 Mk. zu übergeben und durch ein Komitee iveilcrc Unterstützung bedürstiger 2>n- achörii-eu der Krieosteilnchmcr in die Wege zu leiten. Dem Roten Kreuz wurden 50 Alk. überwiesen. r. Allendori a. d. Lda., 18. Lina. Ter hiesige Krieger- verein iliitele 200 Alk. für die hiestgen ins Feld aezoaencn Krieger und 50 Mk. lnr das Note Kreuz. — Ter isracliiiiche Wo hltätigkeit-s verein ftiilete 50 Mk. für hilisbedürstige Familien der ins Feld gezogenen Krieger. Krci-Z Fricdberg. ft>': Fricdberg, 17. Aug. Auf Anregung des Kreis- vmtco sollen zum Vermahlen des Getreides die auf dein Lande noch zahlreich vorhandenen, durch die über- rnäcl/ige Konkurrenz aber stillgelcgten Kleinmühlen in weitgehender Weise hcrangezogen werden. Tie Mühlenbcsitzer wurden bereits zur Wiederherstellung ihrer Betriebe ausgefordert. _ L. Fricdberg, 17. Aug. Auch die staatliche Taubstummenanstalt wurde heute cröfsnet, und die noch anwesenden Kandidaten des Prediger-Seminars predigen wieder, so daß sämtliche Lehranstalten erössnct sind. Starkenbiirg und Rheinhcssen. ob. Bingen, 16. Slug. Unter ganz gewaltigem Andrang, ging hier heute früh die R o ch i, s v r o z e l s i o n von der Stadt zur Nochuskaoestc hinaus. Nicht wie sonst schien die Sonne von klnrblanem plnnncl. es regnete in Strömen und ohne Unterlaß. 21ns dem Berge selbst entwickelte sich nuch nicht dgs sröhkfche Treiben wie in den trüberen Fahren bei Wein, Bratwurst und Kaffee und Kuchen. Bon der Militärverwaltung war nur die Feier nach ihrer religiösen Seite hin erlaubt und so beschrankte sie sich auch ans die bekannte Rochnsvrcdigt. Kreis Wetzlar. Ur. A tz b a ch , 17. Aug. In unterem Orts wurden 336 Mk. p«sammelt. 236 Mk. wurden dem Roten Kreuz überwiesen und für 100 Mk. wurde Lazarett,väschc angeseriigt. Hessen-Nassau, h. Frankfurt a. M., 17. Ang. In der Person des Kans- mannes Hans Beer an? Grob-Habsdors wurde ans srischer Tai der Schwindler verhallet, der in Offenbacher und hiestgen Post- änitern Personen, die Paviergeld gegen Münzgeld ciiiwcchseln ivollicn, eine Rolle mit einem Stück Eisen gab. era»° zuarbeiten. Auch können Feldbefestigungen zur Täuschung des Feindes venvendct werden, lieber diese Ziele hinaus aber dürfen sie — so verlangen es die Grundsätze der modernen Kriegführung — keinerlei Einflüsse auf die militärischen Entschließungen der Truppenführung gewinnen, und insbesondere sollen sic nicht den offensiven Geist lähmen, ans den ja heutigen Tages die Kriegführung überhaupt bei militärisch gut organisierten Staate» sich gründet. Tenn Geländeverstärkungen, die an unrichtiger Stelle oder gar in einer falschen Front angelegt sind, können sehr leicht zu falschen Maßnahmen führen, und sind auch imstande, eventuell die ganze Führung des Gefechtes äußerst nachteilig zu bestimmen. lieber die Ausidchnung und über die Stärke verschanzter Stellungen entscheidet zunächst die taktische Lage, dann die Zeit, die zu ihrer Ausführung vorhanden ist, und endlich das Maß der eigenen Kräfte, der augenblickliche Anstand der Truppen, die Bodenverhältnisse, das Wetter, und auch die Möglichkeit, wenn nötig Arbeiter aus dem Zivil, dann die Baustoffe uno die Beförderungsmittel bereit zu stellen Nach der Schlacht bei Liaojang hatten die Russen in monatelänger Arbeit in ihrer Stellung bei Mnkden ein ganzes großes System von Befestigungen geldmäßiger Art geschaffen. Allein die vordere Verteidigungslinie bestand aus zwei, teilweise aus drei hintereinanderliegenden Stellungen mit vielen befestigten Dörfern und Schanzen, die mit Drahthindernissen, sogenannten Wolfsgruben und Astverhauen uingeben waren. Die Deckungen, die bei der Feldbefestigung in Frage kommen und zur Anwendung gelangen, gliedern sich gewöhnlich in Schützengräben, Verbindungsgräben und in der neuesten Zeit auch noch in Deckungen für Maschinengewehre. Ueberdies noch gibt cs ganze Feldwerke, dann Beobachtungswarten und Deckungen für die Artillerie. Feldbefestigungen müssen dem Gelände geschickt an- gepastt werden. Die Stellungen der Infanterie und Artillerie sind so zu wählen, daß beide Waffen in ihrer Tätigkeit einwandfrei zufainmentvirken können. Die Feldartillc- rie muß aus ihren verschanzten Stellungen das Feuer in der wahrscheinlichen Angriftsrichtung vereinigen, und den Angriff feindlicher Infanterie bis auf die nächsten Entfernungen bekämpfen können. Verschanzte Stellungen, die zähe verteidigt werden sollen, müssen vor allem eine aus- reichcnde Bestreichung des Borgcländes durch dos eigene Feuer auf nahe und mittlere Entfernungen gestatten. Schützengräben, die auf dem Kamine einer Höhe gelegen sind, bieten wohl ineist ein weites Schußfeld, heben sich aber dafür leicht gegen den hellen Hintergrund des Horizonts ab. Bei der Anordnung der Schützengräben muß innerhalb der einzelnen Abschnitte der Kompagnien eine einheitliche Feuerleitnng für die Züge und Gruppen gewahrt bleiben. Bisweilen gestattet das Gelände eine Art von Etagen- Schützengräben anznlegen, wo eine Reihe von Grüben über der anderen sich befindet. Die Franzosen hatten in der Schlacht bei Spicheru an den Ablstingen des Roten Berges Schützengräben in Hufeisenform in drei Reihen übereinander angelegt. Die Deutschen konnten zunächst nur den untersten Schützengraben nehmen. Alle Angriffe ans die beiden höher liegenden Schützengräben scheiterten. Die Franzosen räumten die Stellungen erst, als sie umgangen waren. Fehlen natürliche Deckungen im Gelände, so werden für die Unterstützungstruppen, die im Verlaufe des Gefechts in die Schützenlinie einrücken sollen, Deckungsgräben angelegt und mit den Schützengräben durch Verbindungsgräben verbunden. Bei mangelnder Zeit sucht man den Verkehr zwischen den einzelnen kämpfenden Teilen wenigstens durch Masken der Dicht des Gegners zu entziehen. Bei genügender Zeit, und wenn ausreichend Baustoffe vorhanden sind, werden die Verteidigungsanlagen mit Eindeckungen, Beobachtungsständen, Mnnitionsräumen, Ab orten und Verbandsraumen ansgestattet, und in solckien Fällen mit Einrichtungen für das Schießen bei Nacht und für die Abwässernng versehen. Die Maschinengewehre sind bei ihrem geringen Raumbedarf besonders geeignet, tvidy- tige Linien frontal und flankierend zu bestreichen und das Jnfanteriefeuer an bedrohten Punkten schnell und kräftig zu verstärken. Die Feldwerkc sind besonders für die Nah Verteidigung von Wert, namentlich bei beschränktem Schuß selb cknd hinter solchen Stellen, die dem Einbruch, der Feindes besonders ausgesetzt sind. Eine Infanterie-Kompagnie stellt init ihrem tragbccren Schanzzeug einen 150 Meter langen Schützengraben io leichtem Boden für kniende Schützen in etwa einer Stunde,, für stehende Schützen ungefähr in zwei Stunden her. Für. einen verstärkten Schützengraben braucht sie drei Stunden,! und für einen Verbindungsgraben in der Länge von 150 Metern zwei Sllrnden. In mittlerem Boden verdoppelt sich ungefähr die Arbeitszeit. Sie wird aber auf die Hälfte vermindert, loenn die Dtannschasteri nicht mit ihrem trag« baren Schanzzeug, sondern mit bereitgestelltem großen Schanzzeug arbeite», wie dies etwa den Pioniertruppen in der Regel zur Verfügung steht. Handelt es sich um Arbeiten fiir die Verteidigung, so zeigt die Erfahrung, daß in einer Stunde zehn Man» fünf laufende Meter Hausfront einer Oertlichkeit in Verteidigungszustand setzen können, und daß ein Mann in einer Stunde zehn Hindernispfähle Herrichten kann, die mitunter vor versck>anzte Stelllmgcn, miteinander durch Draht verbunden, ausgestellt werden. Sandel. Die Bank von England. Stockholni, 17. Aug. Nach hier vorliegenden Nachrichten hat die e n g l i s ch e R e g i e r u n g gegenüber der Bank von England, um dieser die Fortsetzung der Dis- kontierungstätigkeit zu ermöglichen, die Garantie gegen jeden Verlust auf die von der Bank von England diskontierten Wechsel übernommen, soweit diese vor dem 4. August akzeptiert sind. Die Bank von England berechnet für die durch das Wechselmoratorium geschaffene Prolongationsfrist 2 Prozent über ihren offiziellen Satz, zurzeit also 8 Prozent. Briefkasten der Redaktion. Anonyme Zuschnitt» finden auch in der Rubrik.Eingesandt' kein« Verwendung. Amtlicher Wetterbericht. Oesfentliche Wetterdienststelle Gießen. WctterauLlichtcn in Hessen am Mittwocli. den 19. Aug. 1014: Wechselnd bewölkt, trocken, wärmer; Winde aus nördlichen Richtungen. Letzte Nachrichten. Ein deutsches Unterseeboot verloren gegangen? Berlin, 18. Aug. Von einer Fahrt mehrerer Unterseeboote nach der englischen Küste ist das Boot „U. 15" nichtzurückgckchrt. Englischen Zeitungsnachrichten zufolge soll „11. 15" im Kampfe mit englischen Streitkräften verloren gegangen sein. Von den dem Gegner bcigcbrachtcn etwaigen Verlusten ließ sich nichts ermitteln. Die Ukrainer gegen Rußland. (i ) Köln, 18. Aug. Aus Wien meldet die „Köln. Ztg.": Gleich dem polnischen, fordert auch der ukrainische Nationalrat zum Kampfe an die Seite Oesterreich-Ungarns gegen das russische Joch auf. 30 Millionen Ukrainer sind ihrer Selbständigkeit beraubt und bilden Freiwilligenkorps aus, um mit den Waffen den Kampf gegen den Zarismus aufzunehmen. Die Haltung Griechenlands. i. Köln, 18. Aug. Aus Mailand nieldct die „Köln. Ztg.": Ter „Corriere Della Sera" meldet aus A t h e n, daß dort eine Konserenz zwischen der Regierung und den Führern der Opposition stattgeftmden hat. Man glaubt, daß außer Theotokis, der absolut für Neutralität und eine dcutsckireunüliche Politik sei, alle anderen Politiker BenizcloS beiskimmcn. Dieser wollte Nen- lralität, solange die anderen Balkanstaaten neutrat bleiben, andern. falls muß sich Griechenland aus die Seite von Serbien stellen. _ _ Aufstand in Serbien. DDP. Berlin, 18. August. Hier aus Serbien zn- rückgekehrte deutsche Gewerbetreibende berichten übereinstimmend, daß in R e u s e r b i e n ein großer Aufstand ausgcbrochen ist. Die Eroberer von 1912 sind dort derartig aufgetreten, daß auf die Kunde von dem österrcichischr- nngarischen Angriff aus Serbien die annektierten Gebiete sofort die Losrcißnng von dem neuen Staatsverbande in das Äuge gefaßt und zu den Waffen gegriffen haben. Der Bürgerkreig soll mit allen dort herkömmliche» Greueln geführt werden. Dieser Aufftand soll sich bereits im Rücken der kämpfenden serbischen Armee sehr fühlbar machen. (Berliner Lokalanzeiger.f Billige Lorbeeren der Engländer. Berlin, 18. August. Aus London wird gemeldet: Am vorigen Donnerstag habe der englische Regie- run"gsdampfer Gwendolin den deutschen Regier» ngsdampser v. Wißmann auf dem Njassa- See vorgenommen und die Maschine sowie die Geschütze zerstört. Der Kapitän, der Ingenieur und die übrige Besatzung sei gefangen genommen. (Falls die Nachricht zutreffend ist, iväre dies ein neuer Beweis der verwerflich siegessichereu Politik, die sich nicht scheut, im Innern Afrikas, wo cs wenige Weiße gibt, den Eingeborenen den Kampf zwischen den europäischen Nationen vor Augen zu führen, um billige Lorbeeren zu ernten.) Der Papst erkrankt. Rom, 18. Aug. Nach dem „Giornale d'Jtalia" ist der Papst an einem leichten Fieber erkrankt und hütet das Bett. Montag nachmittag ’/*3 Ubr verschied nach kurzem, schwerem Leiden in der Klinik zu Gießen unser geliebtes Söhnchen und Euketchen Wilhelm im 7. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familien Lotz und Psciff. Wielcck, den 17. August 1914. 9260 Die Beerdigung stndetMittwoch. nachmlttngS 2 Uhr, vom Trnuerhaule Jungierstr. 4 aus statt. ET- -2 -3, rr-i > I Für Sehulklas KadagOglum Einjährig Kirrtihßim-Tecli (mm.) —— a Schulklassen, i es. SOJähr. Jubiläum 1912. - Schüler von 12 bis 20 Jahren. Aach t. Zurückgebliebene j und Schwächere. Pracht. 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August, 4 Uhr, in der alten Klinif Eefthalle) zu melden. 0260 D EinewillkommeneGabe für unsere tapferen Truppen im Felde Ohne jede Sonderberechiuingen gebe meine bekannten Qualitäts-Marken ZIGARREN in geeigneter Form als Fcldpost- .... .....— briet verpackt ab ——— Briefe bis zu 50 g (etwa 5 bis 7 Stück) portofrei Briefe bis zu 250 g (etwa 20 bis 25 Stück) 20 Pfennig Porto Wilhelm Moeser - Hoflieferant. Zinimcr mit Küche und •Stellet sofort iiefuctn. 061801 Riegclvsad 38 H. 11 Seltersweg 63 ♦ r Fernsprecher 776 r % h la. Hüttenkoks flir Zentralheizungen gibt zu den billigsten Preisen ab Ed. ÜSiaikei 9-254 Telephon 620. Balinhofstr. IO. Prima 19250 Speisekartoffeln empfiehlt zu den billigsten Tagespreisen Kartoffcl- llcr. Handlung H. Trechsl Stcinstr. 18. Tel. 881. Ocfen und Herde! Ein nvöB. Posten gebe. Ocfen u. Herde stets ainLager u.gebc dieselben zu jedem Preise ab. Halte stets Leibberdc in jeder Gräne für Festlichkeiten am Lager bei billig. Berechnung. 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Komp.! »tid 1 Offizicr- säbcl kann unentgeltlich ab- gcholt werden. [9200 ...... - - ---fo6. Löberstrabc 8, II. 2t Bekanntmachung. Hierdurch bringe ich gemäb 8 151 K. O. zur allgemeinen Kenntnis, dab ich in den Konkursveriabren 24 10/13 über das Vermögen dcS BaunntcrucbmerS Heinrich Kehler von Annerod die Schlubrcchnung dem Grobb. 'Amtsgericht Gieben eingereicht habe. ES sind zu verteilen 3452.52 50)f. auf eine Schuldcnmasie von 00403,40 Mk., sodab nach abgebaltenem Schiubtcrmin eine Dividende von 5,675"/» zur Periciliing gelangt. 9201 D Giehen, den 17.A„gust1!l14. Or. S v o b r, Rechtsanwalt, a!S Konkursverwalter. LchilimitMeiiiMlNü. Mittwoch, den 19. August, nachmittags 3 Mir, werden beim Promenade- bauS dahier 3 Schweine ivoiii vorigen Herbsii gegen Barzahlung versteigert. Die Versteigerung findet bcstinlnit statt. 9243 Gcibier, Gerichtsvollzieher. 1. Gicbener Bügel- und Reparatur Anstalt von Karnbach befindet sich nur Kaplansgasse 37. 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Stück Spezial-Abteilung: Herren-Stärkewäsche Garantiert schadlose Behandlung 7114 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Giehen. Zu dem Fonds sür Liebesgaben find bei dem Oberbürgermeister weiter cingegange«: von der Pserdemarki Deputation...... 5000 Mk von Geh. Hosral Prosessor Or. Pasch..... 500 ,. vom Verein Frohsinn........... 200 „ vom Beanttenvcrein............100 „ vom Giehcner Lokomotivsührerverein .... 100 „ vom Gesangverein Heiterkeit........100 „ vom Verein der Dctaillisten........ 200 „ von Professor Or. Gmelin.........20 „ von Rentner Louis Kattrein........50 „ von Geh. Hosrai Or. Hansen [Eramengeb.s . . 04 „ von Herren- und Damenschneider Horeyseck . . 10 » von einem Damenkränzchen, überreich! durch Frau Winn............ 350 „ von Siadibaumeister Gerbel........25 „ von Stadibaunieister Branbach.......25 „ von Siadlsekreiär Allendors........20 „ von Konditor Heinrich Hettler.......10 „ von demselben Sammlung bei den Kartsviel ern 56,42. 9263 8 zusammen 6830,42. Mit herzlichem Dank sür alle diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten, ________ Aus der Kommerzienrat Hcickclbeim-Stistung find am 1. November 1914 = 996 Mark zu verteilen. Nach § 3 der Stistnngsurkunde können zur Bewerbung nur zngelassen werden ui Personen, die während des Feldzuges 1870/71 im Lllililärverbältnis gestanden haben und dl Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, dab sie einer derartigen Unterstützung würdig und bcdürstig sind und votn Tage der Bewerbung ab rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre ununterbrochen in Giegen geivobnt haben. Bewerbungen sind bis znm 30. September d. IS. im SiadihgiiS, Gnrlcnstrabc 2, Zimmer Nr. 15, schriftlich oder mündlich cinzureichen unter Vorlage der die Erfüllung der Bedingungen nachweisenden Papiere und ärztlicher Bescheinigungen über etwa behauptete tkrank- beilen. _ 9251 B Bekanntmachung. Festsetzung von Höchstpreisen. Unter Bezugnahme auf das unterm 9. August 1914 im „Gietzeuer Anzeiger" Nr. 185 veröffentlichte Gesetz, die Festsetzung von Höchstpreisen betreffend, mache ich hierdurch erneut daraus aufmerksam, dass ich bei berechtigten Klagen über angerechtfertigte Preissteigerungen für den Bezirk der Stadt tJiessen die Höchstpreise festsetzen werde. Es liegt im Jniereffe der Bevölkerung, mir von nngerechisertigien Preissteigerungen setort Hitteilung *u machen. Gietzcn, den 17. August 1914. Ter Oberbürgermeister. ___ stelle r. _ 92668 Bekanntmachung. Fch habe Beranlaffung, darauf hinzn- n-eiscn, daß die Mitarbeit in der freien Liebestätigkeit die Einwohner von ihrer Pflicht, die ihr zugeteiltc Einquartierung auszunchmen und zu verpflegen, keineswegs entbindet. Es wird ferner daraus aufmerksam gemacht, daß cS Sache der Vermieter oder ihrer Stellvertreter ist, für eine gerechte Verteilung der einzuquartierenden Mannschaften unter die Hausbewohner Sorge zu tragen. Gießen, den 17. August 1914. Der Oberbürgermeister. _ Keller. _ 92558 Grnmmetgras - Versteigerung der Stadt Giehen. Samstag, den 33. August, Montag, den 34-Anguü, und Dienstag, den 35. August d. I.. soll das Grummet- gras von den städtischen Wiesen meistbielend versteigert werden nnd zwar: SamStag, den 33. August, nachmittags 4 Uhr, an Ort nnd Stelle bei der Ilklienbrauerei, am Ohleberg- weg bei der Heyligenstaedt'schen Fabrik und in der StepbanSmnrk. Zniammenkunst aus dem Leihgesterner Weg an der früheren Aktienbrauerei. Montag, den 34. Augntt, as vormittags 9 Ilbr, Zusammenkunft am Schlachlboi, von den Wiesen im Neustädter Feld und am Elektrizitätswerk nnd von den Wieseckböschnngen: bl vormittags IO 1 /, Uhr, in der Restauration von Melchior Schäfer Witwe, Kaiier-AIIee 4, von den Wiesen im Heegsirauch und in, R,«bland: c) nachmittags 3 Ilhr, im Philosovbenwald von den Wiesen am Fürilenbrnnnen. im Wieseckinl, von den Hosvitalwiesen in der Gemarkung Wieieck: ä| nachmittags 5 Ubr, an Ort und Stelle von den Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 25. August, a) vormittags !» Ubr, an Ort und Stelle von den Ochsenwiesen, von den Wiesen im Stolzenmorge», am UierSbrnnnen und Alienlisch: b> nachmittags »>/- Uhr. an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen: cl nachmittags 4 Ubr, an Ott und Stelle von den W,ele» in der Gemarkung Grohen-Buseck. Sleigliebbaber, welche die Wiesen zu besichtigen ve- absichligen..wollen sich an den städtischen Wiesenwärier Belloi, Wolsstrabe 1:,, wenden. Die Grobberzoglichen Bürgermeistereten der umliegenden Gemeinden werden ersucht. Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen. Gieben, den 17. August 1914. Der Oberbürgermeister. I- V.: G r ü n e w a l d. 9283 B 8 tu