Ür. lA Zweiter Statt Jahrgang Erscheint täglich mit Aufnahme des Sonntags. Die ZaoMenblätter" werden dem »Anzeiger' viermal wöchentlich bcigclcgt, das ' „KrrisMfltt für den Kreis Kietzen" zweimal ( wöchentlich. Die „landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Seneral-Anzeiger für Oberheffen Montag, \Z. August \9\H Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwerfitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: eg® 51- Tel.-AdruAnzeigcrGießen. wie die Franzosen kämpfen. Von einem militärischen Mitarbeiter. Das iranzösische Heer bat ieit dem sür es so unglücklich ver- laojenen Kriege von 1870 71 eine große Resormarbeit an sich vor- gemrnrmen. Es ist in der Tat ein ganz anderer Körper geworden, chat stell wesentlich vergrößert und grundstürzende Veränderungen in seinen, Gefüge, in seiner militärischen Ausbildung und auch in 'feijjwr. Anschauungen durchgesiihrt. Aus der Art, in der das ftan- zösische Heer seine Friedensübungen imd seine großen Manöver bisher bewirkte, konnte man erkennen, wie sich im Kriege das Zusammenarbeiten der verbundenen Massen gestalten wird. Hinsicht- ,1rch der Ansklärung und Sicherung unterscheidet man in Frankreich ^strategische Aufklärung sowie taktische Aufklärung und Sicherung. Diese letztere gliedert sich in die Fernausklärung und die unmittelbare Aufklärung. Die FernauiNärung ist die «Ausgabe der Kavallerie-Divisionen, die ihre Befehle unmittelbar von der obersten i Heeresleitung oder vom Armceführer erhalten. Sie finden durch die Zuteilung von Radfahrern und von Jäger Bataillonen wesentliche Unterstützung, die ihnen selbstverständlich auch eine erhöhte Gesechtskraft verleiht. Die Kavallerie-Divisionen können übrigens wich zu Kavalleriekorps vereinigt werden. Die taktische illufklärung wird durch die Masse der Korpskavallcrie bewirkt, die selbst, wenn sie noch je eine Eskadron an Infanterie-Divisionen abgibt, etwa rtrr Eskadron? stark sein wird. Ilm die «Aufklärung mit Aussicht aus Erfolg bis an die Jnsantcrielinien herantragen zu können, verlangt und erwartet das Kavallerie-Reglement der Franzosen vor allen Dingen das Zurückschlagen der feindlichen .Reiterei. Die stkahauiklärung fällt der Korps-Kavallerie zu. Zur Sicherung werden Marsch-Sichcrungsabteilungen und Borposten aus- g sieden, denen Telle der Korps-Kavallerie zngewiesen werden, allgemeinen ist die unmittelbare Sicherung des Marsches der Hut, der Nachhut und den Scitendeckungen üüerwiesen. Die Gliederung der Vorhut entspricht auch im französischen Heere den Grundsätzen, die in den Vorschriften säst aller Armeen in dieser Hinsicht Ausdruck finden. Vornehmlich zu polizeilichen Zwecken wird aber im französischen Heere auch beim Vormarsch eine Nachhut ansgeschiedcn, die bei einem Armeekorps gewöhnlich ein Bataillon stark ist. Beim Rückmarsch erfährt die Nachhut der Vorhut eine entsprechende Gliederung. Jede allein marschierende Kolonne sichert sich überdies noch durch Seitendekkungen. Während der Ruhe liegt der unmittelbare Schutz der Truppe den Vorposten vb.^Sie bestehen grundsätzlich ans Infanterie und Kavallerie. Ihre Stärke ist verschieden, se nach der Kriegslage und dem Gelände, niemals aber soll der wirkliche Bedarf an Zahl der Vorposten überschritten werden. Die Vorpostenausstellung wird soweit vorgeschoben, daß die vordersten Unterknnstsorte des Trnp- pmEttpers, der gesichert werden soll, gegen das überraschende und wirksame Feuer der feiichlichen Artillerie geschützt bleiben. Bei der schwachen Beteiligung der Infanterie Divisionen mit Kavallerie wird die Infanterie den Borpostendienst auch bei Tage säst ausschließlich zu besorgen haben. Der Befehl, der die Marschanordnungen enthält, heißt in Frankreich „Opcrationsbesehl". Größere Truppenkörper^ werden iür den Beginn des Marsches in der Regel nicht ans ellnin ^>ammel- pkoktz vereinigt. Die Marschgeschwindigkeit gemischter Verbände ist eiuschließluh der Rasten vier Kilometer in der Stunde. In den Bewegungen im Armeeverbande vermeiden die Franzosen den Anmarsch in Preller Front und wellausholenden Umfassungen. Sic beabsichtigen, die Armee mit einer starken Tiefengliederung und in, verhältnismäßig schmaler Front gegen ihren Feind vorznsühren, und erwarten, durch den Kampf vvrausgesandter starker Heeres- telle sichere Nachrichten über die Maßnahmen des Feindes zu erlangen. Dann erst würden sie die Hauptkrait planmäßig ernsetzcn, oder je nach den erlangten Nachrichten dem Kampfe answeichcn. Dementsprechend empfehlen die französischen Vorschriften der Armee je nach ihrer Stärke außer der Kavallerie Division ein Armeekorps oder eine Infanterie-Division als Armeevorhnt etwa einen Tageiuarsch vvranszusenden. Das Gros der Armee marschiert entweder mit den Armeekorps nebeneinander, oder es wird ein Teil hinter der Hauptmasse znrückgehaltcn, um später als R^erve einwirken zu können. Es ist auch zulässig, unr die schon erwähnte l tiefe Gliederung und schmale Front zu erhalten, mehrere Armce- ; korps dieselbe Straße benützen zu lassen. Vor die einzelnen Ko-- , tonnen aber sollen dann wieder Vorhuten für die unmittelbare | Sicherung vorgeschoben ivcrden. Im allgemeinen läßt sich sagen, »aß der Armee vielfach lleine Detachements Mer Waffen voraus wie das Eiserne kreuz gestiftet wurde. ^-Hell'geS Kreuz, ihr dunkeln Farben, seid in jede Brust ge- s'rägt!" Sv ries Schenkcndors aus in seinem Lied vom Eisernen Kreuz; so klingt es auch nun wieder durch die Lande, da zum nittenmal dies schlicht erhabene Shmbol aller großen Seiten in llreußen den Kämpfern siirs Vaterland gestistct wird. Wie in den Sesreiungskriegen, so geht ja auch heute mit der nationalen Er- ! jeJMtng eine tief religiöse Weihe durch unser Volk, und sie findet ' oie damals ihren Ausdruck in diesem einzigarllgen Ehrenschmuck ines wahrhaft heiligen Krieges, zu dein das „vom Erlöser geadelte > Schandmal des Heidentums" erhoben wurde. Und mit der neuen I ötlftung deS Eisernen Kreuzes ist zugleich als guter Genius die I «erklärte Gestalt der Königin Luise herausbeschworen, der Hcrrsche- I in, die am schwersten unter des Feindes Ucbermut gelitten, bis ihr s as Herz brach, an deren Geburtstag, dem 10. März 1813, das 1 kreuz ans Eisen geschaffen wurde. Jeder Landwehrmann trug da- ! aals das schlichte Blechkreuz auf der Mütze; das neue Kreuz sollte ! cder, der es sich im Kampf sür Deutschlands Freiheit errungen, ' wlz auf der Brust tragen. Aus dem gleichen Urgrund der Gefühle oie damals, aus der Erhebung der Herzen zu Gott, steigt dies I öchste Zeichen des Christentums vor uns empor. Die Anschauungen er Freiheitskriege sind erfüllt von der Erinnerung an die alten | öottesstretter. „Ich möchte," schrieb z. B. General Bülow, „wie sromwell seinen roten Brüdern einem jeden Kavalleristen eine Bibel ! n den Sattclknopf hängen und bei der Schlacht ihm zurufen: „Gott ; at die Verruchten in Eure Hände gegeben!" Und neben dem Aus-- ruck eines echt soldatischen und doch frommen Patriotismus ward as Kreuz zugleich zum Sinnblld des gemeinsanien Kampfes aller, I er Erfüllung der allgemeinen Wehrpflicht. „Ihr alle sollt mir t stiller heißen, Ich schmück' Euch mit dem Kreuz von Eisen, i>lnf, I n die blnt'ge Schlacht hinein!" läßt Friedrich Förster den König a einem seiner Gedichte ausruscn. Das Volkstümliche dieses kreuzes, das an Ossiziere wie Mannschaften gleichmäßig vertellt nnche und von dem jeder zunächst die zweite Klaise erwerben mußte, ; stuf die gewaltige Resonanz, die diese Auszeichnung in Herzen von Rillromcn fand. Ein Gedanke gewann hier Gestalt, den bereits die krformer von 1807 und 1808, Scharnhorst, Gneisenau und Grol- ! nnm, in allen Ettizelhetten erwogen hatten. Sic verlangten da- l nrls, daß auch das Belohmmgssystem des Heeres von Grund ans eändert werde. Bisher hatte es im preußischen Heer zwei Ordens^ l eichen gegeben, den Orden paar Is möchte ausschließlich für die Mziere, das Militärehrenzeichen ausschließlich sür die Mannschas-- ! at bestimmt. Für das neu zu schaffende „Volk in Waffen" durste j snur noch einen Ehrenschmuck geben, den Scharnhorst den „Ber- ienst-Orden" nannte: nicht bei Revuen und Prunksestlichketten sollte r verlieben werden, wie die früheren Orden, sondern allein sür eino usgezeichnete Tat im Kampf gegen den Feind. Nachdem nunmehr ! as Vvllsheer begründet war, säumte der König nicht, anch diesen gehen, die in breiter Front in Form eines Schleiers vorgeschoben werden. Sie sMen die gegnerische Kavallerie hindern, ihrerseits Ansllärung vorznnehmen, sie sind dazu ansersehen, den Gegner zu täuschen und ihn zu zwingen, sich vvrzeittg zu entwickeln. Ferner siegt ihnen die Pflicht ob, wenn möglich den Sicherungsschleicr des Gegners zu durchbrechen und die ^jahl und Marschrichtung der feindlichen Kolonnen sestzustellen. Die Führer der französrschen Armee hoffen, auf diese Weise in jedem einzelnen Falle ein llares Bild vom Gegner zu gewinnen, und daß sie dadurch in der Lage sein würden, ihrerseits die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Erst hinter diesem Schleier folgt gewöhnlich ettie gemeinschaftliche Armeevorhut und dahinter, wie schon «»gedeutet, die in die Diese gegliederte Armee. Die ganze Rechnung ist ofsenbar darauf gegründet, daß sich der Gegner der Franzosen mit seinen .hauvt- krästen znsammenballen, seine Hauplkräste im Llngriff aus diese Armeevorhut Wersen wird, und dann, in einer für ihn ungünstigen Lage, von den französischen Hauptkräften angegriffen und vernichtet werden kann. Wenn somit in einem Kriege gegen Franzosen die gegnerische Kavallerie ans Abtettungen gemischter Waffen stößt, so ist damit noch nicht gesagt, daß er dadurch schon die Hauptkräfte sestgestellt hat. Der führende Gedanke des französischen Angrissverfahrens ist, ähnlich wie bei der Führung der Operationen, das Manövrieren. Man kann vielleicht hinzusetzcn, des künstlichen Manövrierens: denn dieses Lettmotiv durchzieht ivie ein roter Faden alle Maßnahmen im großen und kleinen, alle Absichten der obersten Heeresleitung sowie alle Einzelheiten in den Kämpfen. Man will durch das Anfassen des Gegners in einer breiten Front vor allen Dingen sichere Nachrichten über seine Absichten und Maßnahmen gewinnen. Dann erst werden die Hauvtkräfte, die inzwischen zurück- gehalten waren, planmäßig in der äußeren Form eines Massenstoßes gegen den schwachen Punkt des Feindes eingesetzt. Man hält aber auch noch nach dem entscheideirden Hauptstoß Kräfte zurück, die dazu dienen sollen, den Erfolg auszunutzen oder sich gegen Rückschläge zu sichern. Es gliedert sich demnach der Angriff der Franzosen in die Vorbereitung, in die Entscheidung und in die Vollendung. iJm Vorbereitungskampf gilt der Grundsatz, den Feind an der ganzen Frot anzufassen. Die Durchführrrng dieses Kampfes selbst soll aber keineswegs hinhaltend sein, sondern den Eindruck machen, als würde entscheidend angegriffen werden. Dies hat den Zweck, den Feind dazu zu veranlassen, daß er auch seine Reserven gleich heranziehe und in den Kampf Werse. Man will dieses Ergebnis aber mit einem Mindestnraß von Kräften erfüllen, damit man möglichst starke Kräfte zum Manövrieren und für die Entscheidung in der Hand behalte. Die Gefechtseinheften sollen in der Regel die Stützpunkte des Feindes angreifen. Äa aber in solchen Fällen die Gefahr besteht, daß dieser Kampf den Maßnahmen der höheren Führung vorgreifen könnte, so ist bestimmt, daß der Angriff nur etwa bis aus 700 Meter herangetragen werde. Die Artttlerie wird sehr bald und in möglichster Stärke in Stellung gckracht. Denn inan sagt sich, daß ein Vorsprung in ihrer Entwicklung den Feind auch bald schon in das verteidigungsweise Verfahren hineinzwängen kann. Stets aber feuern nur so viele Batterien, als nöttg ist, die Infanterie wirksam zu unterstützen. Da die feindliche Artillerie natürlich bald antworten wird, so entwickelt sich in dieser Phase des Kampses der einleitende Artillerie- kamps von selbst. Nach der Ansicht der Franzosen wird sich dieser Kampf für sie darum günstig gestalten, weil sie aus verdeckten Stellungen heraus schießen. Eine Unterstellung von Arsillerieein- heiten unter die Führer der Kampsesgrupven dieser Detachements tritt aber nur ganz selten und nur in Ansnahmefällen ein. Während dieses Vorbcweitnngskampfes stellt der Führer die Kräfte, die zur Entscheidung bestttnmt sind, die Manöveriertrnppe, bereit. Zn ihr gehören etwa ein Vixrftel bis ein DAittcl der Jw- fanterie, entsprechend starke Kavallerie, und meist auch mehrere« oder alle Abteilungen der Korpsartillerie. Dieses Zusammenfassen der Kräfte erfolgt gewöhnlich außerhalb der Sicht und Wirkung des Gegners, in der Regel Hutter der Mitte, seltener sedoch hinter einem Flügel. Bemerkenswert ist, daß auf ein Herausschieben weit nach seitwärts, oder ans ein Ausholen durch einen umfassenden! Anmarsch grundsätzlich verzichtet wird. Denn durch den wetteren Verlaus des Vorbereitungskampfcs will und soll der Führer erkenne», wo sich die schwache Stelle des Gegners befindet, die er dann als Einbrnchsvunkt auswählen wird. Diese schwache Stelle soll zunächst sttirnrreif gemacht werden, indeni alle Gewehre, Maschinengewehre und Geschütze, für die die Einbruchstelle erreichbar ist, ohne Rücksicht aus den gegenüber befindlichen Gegner ein überwältigendes Feuer dorthinrrchten. Ist etwa schwere Artillerie vvr- bisher auf dem Papier gebliebenen Plan zur Wirllichkeit zu machen. Das Vorbild des schwarzen Kreuzes auf weißem Mantel, das die preußischen Ordensritter als chr heiliges Zeichen so ruhmvoll verteidigt hatten, mochte bei der Stiftung dieses neuen „deutschen Kreuzes" vorschwcben. „War das alte Kreuz von Wallen, eisern ist das neue Bild, Anzudeuten, ivas wir wcstlen, Was der Männer Herzen füllt. Denn nur Eisen kann uns retten. Uns erlösen kann Nur Blut Von der Sünde schweren Ketten. Von des Bösen Ueber- mut." So singt Schenkcndors vom Ursprung des Ordens im alten Prcußenland. Der Anstoß zur Sttstnng ging von Friedrich Wilhelm selbst aus. „Ich habe," erzählt Botzen, „den eigenhändigen ersten Ent- tvurs des Wnigs sowie die von ihm init Bleistift entworfene Zeichnung selbst in Händen, gehabt. Es war dies in jeder Hinsicht ein glücklicher Gedanke: die Eigentümlichkeit de? gewählten Zeichens, welches von allen bisherigen Dekorationen abwich, das Metall, aus dem es ibestand, und das zugleich als Shmbol der Zeit dienen konnte, die Form, die an die deutschen Ritter in Preußen erinnette, vor allem aber das gleiche Anrecht des Soldaten wie des Generals gaben diesem Schmuck einen großen Wert und erzeugten bei dem allgemeinen Wunsch, ihn zu erwerben, mehr als eine kühne Tat." Mag die erste Sftzze des .Kreuzes, die sein ungefähres Aussehen seststellie, vom König selbst oder nach seinen Llngaben von dem Kriegsrat Eim'iedel, wie andere Quellen berichten, entworfen worden sein, seine eigentliche einfach edle Gestaltung erhielt cs von Künstlerhand; der Entwurf wurde Schinkel, dem genialen Meister, in dessen Kops sich damals zugleich großartige monumentale Pläne zur Verherrlichung der Zeit formten, nach Berlin gesandt »itb von ihm in der allbekannten Form ausgeführt mit den drei Eichenblätter» in der Mitte. In der Sttstungsurkunde, die zugleich mit dem Aufruf „An mein Volk" am 20. März in den Zeitungen veröffentlicht wurde, ward ans die Bedeutung und die Einzigattigkeit dieses Ehrenzeichens hingewicsen. „In der jetzigen großen Katastrophe," heißt es da, „von welcher für das Vaterland alles abhängt, verdient der ttäftige Sinn, der die Natton so hoch erhebt, durch ganz eigentümliche Monumente geehrt und verewigt zu werden. Wlir haben daher beschlossen, das Verdienst, welches in dem jetzt ausbrechenden Kriege entweder im wirllichen Kampfe mit dem Feinde oder außerdem im Felde oder dabeim, jedoch in Beziehung ans diesen großen Kampf nm Freihett und Selbständigkeit, erworben wird, besonders auszuzeichnen und diese eigentümliche Auszeichnung nach diesem Kriege nicht weiter zu verleihen." Mtt der Verleihmig des Kreuzes wurden durch eine spätere Verfügung noch neue Ehrungen verbunden. Die Namen der also Ausgezeichneten, die auf dem Felde der Ehre geblieben, sollten an erster Stelle aus Gedächtnistaseln in den Kirchen eingegraben werden: bei der Totenfeier wurden sie vom Geistlichen besonders erwähnt und auxh ihre Hinterbtiebenen noch geehrt, wie cs bereits Händen, so soll anch sic Mitwirken. Wurden noch vielleicht Batterien znrückgehaltcn, so werden auch diese eingestcht. Illiter Einsatz alle * Kräfte greisen die zum Vorbercitungskamps verwmdeten Truppen ans der ganzen Liisic an und drohen, falls ein Durchbruch ge ° Plant ist, häufig mit der Umfassung des gegnerischen Flügels, vm vom Feinde Kräfte abznziehen. Soiveit die Kavallerie nicht etwa bei der Reserve zurückgebiatien ist, soll sie den Angriff durch energisches Eingreifen auf dcni ganze:, Gciechtsseldc unterstützen. Währenddessen hat man die Entscheidnngstruppe auf Wegen, die sorgsam ausgesucht werden, bis zu der letzten Decsimg gegenüber der Einbruck)sstellc hcrangesührt. Von hier aus soll nur noch eine ganz kurze Sttecke bis zum Feinde zu nbenvinden sein, da man ja beab- sichtigt, in Massen dervorzubrechcn und die Entscheidung herbeizn- fnhrcn. Es ist selbstverständlich, daß iür die Bereitstellung ganz besonders loaldiges und uirüüersickstliches Terrain ertvünscht ist. Diese ganze Rechnung ist, wie stian sieht, fein ansgellügelt, aber derart kourpliziert und von Zufällen beeinflußt, daß sie. in di« Wirllichkeit überttagcn, kaum jemals in den einzelnen Fällen nach den Wünschen der Führer restlos ausgchcn kann. Wenn es sich um einen Angriff aus einen teindlickien Flügel handelt, so müssen die Trnvveii ineist von ihrem Ausstellungs- Platz hinter der Mitte der Gescchtsfront aus, hinter den vorderen Truppen vorbcimarschieren, so daß es mehr zu einer Verlängerung der Front als zu einer Umfassung kommt. In de»c Regel wählen nach den Erfahrungen der französischen Manöver die Führer die Einbruchsstelle in der seindliäien Front so, daß sich der Durcl>- bruch ergibt. Den Befehl znm Beginn des entscheidenden Angriffs erteilt der oberste Führer: die französischen Vorschristcn bezcichncii cs als die schwierigste Aufgabe, den Zeitpunkt richtig zu wählen. Man sucht bei diesem Angriff den Erfolg nicht in mühsamen Heranarbeiten durch bas Feuer, sondern in der Wucht iind im moralischen Eindruck der Massen. Hierin unterscheidet sich die französische Auffassung vom Wesen uiid von der Durchfühning des Kampses sehr erheblich von den Grustdsätzen, die in andern großen Armeen, offenbar gelten. Der französische Vetteidiger gliedert sich stark nach der Tiefe. Er will den Angreifer diirch vorgeschobene Teile häusig zur Entwicklung zwingen, und ihn aushalten, so daß er schon erschüttert vor der Hmiptstellung ankommt. In dieser Stellung soll dann der Kainps vornehmlich offensiv gcsühtt werden, iiidem man den Feind mit den Mschnittsreserven imd mit der Hauptreserve entweder aus der Betteidigungsstellung herwis oder nach seinem Eindringen in die Stellung mit Erfolg angreift. Au» StaSt ttitid (and« Gießen, 17. August 1914. Wohlfahrtspflege während des Krieges. Man schreibt uns: Das Zentralkomitee voni Roten Kreuz hat dem „Reichs-Anz." mitgetettt: „Das deutsche Volk, zu einem Ktteg mit drei Fronten gezwungen, sendet seine wehrfähigen Männer hinaus in das Feld zur Verteidiinng des Vaterlandes. Die Zurück bleibeichen rüsten sich, um den verwundeten und kranken Kriegern Pflege und Heilung zu bringen. Unter diesen schönen Kriegswerken dürfen aber die Friedenstverkc, welche die Gesundheit unseres Volkes erhalten und fördern wollen, nicht lechen. Die Tuberkulose, die schwerste Geißel für die Volksgesundheit, darf nicht ivährend des Krieges aufs neue ihr Haupt erheben. Die Lungcnhettstätten, die sich in dankenswerter Weise per Pflege unserer Krieger öffnen, dürfen nicht solche Tuberkulöse entlassen, welche durch den Zustand ihrer Lechen ihre Umgebwig gefährden. Die Anssirnfts- und Für- sorgcstcllcn, die sür die schwerkraitten Tuberkulösen sorgen solle:,, müssen weiter ihre segensreiche Tättgkcit entsMen. Fast noch losch tiger ist für die Familien, die von ihren zur Fahne berufenen Ernährern verlassen sind, die Säuglingspflege. Säuglingsheime und Säuglingsfürsorgestellen sollen unter allen Umständen ihre Arbeit ausrecht erhalten. Es ist dringend zu empfehlen, die vorbczcichnelen Anstalten zwar für die Verwendung im Kriege pvrzuberciten, aber nicht eher zu räumen, als bis sie von der Kriegskrankenpslegc ongesordert werden. Die Zentralstelle des Roten Kreuzes für Kriegswohlfahrtspflcge, der Präsident des Kaiserlichen Gesundheitsamtes Dr. Bnmm, der Ministerialdirektor im preußischen.Ministerium des Innern, Dr. Kirchner, der Präsident des Rcichsversicherungsamts Dr. Kans- mami und der Präsident der Reichsversicheriingsanstalt für Angestellte, Koch, haben sich zusammengcschlossen, um die Werke der Wohlfahrtspflege auch während des Krieges aufrecht zu erhalten." Hierzu wird bemerft: Der Vorstand der Landcsver- sicherungsanstalt Großh. Hessen sowohl, als auch der Grolmann mit mächsigen Wotten in seinem Vorschlag von 1807 gefordert hatte. So war im Eisernen Kreuz den Kriegern des Be- srciungsheeres das Zeichen gegeben, in dem sie siegen sollten, ,v gleich eine höchste Verdienstkrone geschaffen, heilig über irdisches Maß hinaus. * — Moltkes „S chni t t". In demselben Zuge, in dem König Wilhelm 1870 seine von nicht enden wollendem Jubel begleitete Reise ins Feld machte, befand sich auch der Große Ge- ncralstab, und General von Moltke hatte besonderen Wert daraus gelegt, daß ihn sogleich alle seine Offiziere begleiieten. Dem Generalstab war ein großer Salonwagen zur Verfügung gestellt worden: zum Arbeiten aber blieb den Herren wenig Sammlung, denn in unaufhörlicher Folge umbrauste sic an allen Stasionen die „Wacht am Rhein" und das Hurrarufen der Scharen, die von allen Seiten herbeiströmten, um den geliebten Landesvater noch einmal zu sehen. Da vertrieb man sich denn schon auf dieser Fahrt, wie General I. von Verdn du Veriioss in seinen persönlichen Erinnerungen an den Knieg 1870 erzählt, die Zeit mit einer W h i st p a r t i e, sür die Moltke eine besondere Neigung hatte. Ter große Feldherr hat während des Krieges so manche Stunde mit diesem harmlosen Zeitvertreib zugebracht. „Es gibt wirklich kaum ein besseres Mittel, im Drange der Geschäfte dann und wann eine Ruhepause auszufüllen, als eine „Partie", erzählt Verdn du Vernois, „und wir hielten fest daran während des ganzen Feldzuges, wo die Verhältnisse irgend gestatteten, dem General aus ein Stündchen diese Zerstreinrng zu verschaffen. Das ununterbrochene Denken und Ve- schästtgen mit den ernstesten Fragen selbst da, wo dies nicht mehr nötig ist. kostet viele geistige Krail und spanut ab. Wollte man die Pausen der Ruhe auch mit anderweitigen Eicsprächen anssüllcn, jo kehren doch immer die Gedanken aut das betreffende Gebiet sehr bald wieder zurück. Dagegen wirkt cs erfrischend auf den Geist, wenn er sich auf eimge Zeit von dem aufregenden Getriebe deS Tages loslösen kann, und es ist gut. dann eine Zerstreuung zu suchen, wo dies überhaupt statthaft ist. Damals war unser hoher Chef noch ein recht mäßiger Kartcnspieler. Einen allerliebsten Eindruck machte er dabei, tvenn es ihm daraus ankam, ob er einen „Schnitt" wagen sollte oder nicht. Alsdann legte er die Karlen aus den Tisch, beugte sein Haupt vor und sah den in Hinterband Sitzenden eine Zeitlang mit den großen Augen aus nächster Nähe in das Gesicht, inden: er sagte: „Ich muß ihn studieren, ob er wob! die Karte bat." Es geschah dies stets so komisch, daß nicht bloß der Bettefferidc, sondern auch die anderen schließlich in ein lautes Lachen ansbrachen. Wenn darauf der General seinen Entschluß faßte und seine Katte ausspielte, ereignete cs sich doch oft, daß seine Php. iiognomicn-Kenntnis ihn getäuscht hatte u. der „Sel nitt" mißglückte. Dann legte er sofott die Karten wieder nieder, hob beide Hände empor und rief: „Nein, was der Mensch sich aber verstellen kann!" Im übrigen ivaren bei diesen Partien wahrlich keine Schätze »u gewinnen oder zu verlieret^" - ivilftäitenmein für das ©roRb. Hessen haben die Ernst-Ludwig - Heilstätte bei Landbach i. Chtmu mid die Elcoiwrew. Heilstätte bei Winterkaften i. Odenw. zur Aufnahme twn Verwundeten zur Verfügung gestellt. Es ist jedoch mit Rücksicht aut die Abgelegenheit der beiden Heilstätten von deren Jnansprnämahme zunächst Abstand genommen. Der Betrieb in den beiden Heilstätten ist ebenso, ivie der Betrieb in der Heilstätte zu Reichelsheim i. ÜocmD. und in der Luvnt'Heilstätte zu Gießen seither aufrecht erhalten loorden. Sobald die Personenbeförderung ans der Eisenbahn wieder einigermaßen regelmäßig stattsindet, wird in der Einweisung von Ertränkten, für die ein Heilverfahren übernommen ist, sortgesahren. Auch die T u b e r tu l o s e - F ü r so r ge stell en im Grvßhcrzogtum Hessen haben ihre Tätigkifft fortgesetzt. Nur in Darmstadt sind während der Mobilmachungszeit die Sprechstunden der Tuberkulose Fursorqestelle ausgefallen. Sie werden demnächst wieder startiinden. Die Beratungsstellen für Alkohol kranke haben ilrrc Tätigkeit ebenfalls nicht Eingeschränkt. Bei der Beratungssteltc in Darmstadt, linden die Sprechstunden nach wie vor jede» Montag von 5—7 Uhr statt. ** Bolksküchc. Ein Besuch in der Kriegs-Volksküche har gezeigt, haß diese eine notwendige W o h l f a h r t s e i n - r i ch t u n g ist. Es ist anzuerkennen, daß der Betrieb der Küche ohne jede bezahlte Krast von den verschiedenen Damen im Ehrenamt ausgeübt wird, dabei konnten wir beobachten, daß die neun Personen, welche in der Küche beschäftigt sind, voll und ganz ihre Beschäftigung haben. Die Einrichtung, welche zu Anfang von 100 bis 150 Familien von Kriegs-, teilnehmern in Anspruch genomnien wurde, hat ihren Wirkungskreis auf 450 Familien einrichlcn müssen, welche sich täglich melden. Man ist in der Verabreichung von Mittagessen auch insofern entgegenkommend, als auch bedürftige Fa-> milien, deren Ernährer nicht im Felde stehen, so iveit der Vorrat reicht, unentgeltlich beköstigt werden. Eine Unterstützung des llnternehmens nnt Naturalien und (Geldmitteln ist im Interesse der sozialen Fürsorge sehr zu empfehlen. " Aufrechter Haltung des wirtschaftliche» Lebens. Ausivärtigc Handelskammern erlassen folgende Er- klärnng, die auch für Gießen der Beachtung wert erscheint: „Um das wirtschaftliche Leben im Gang zu erhalten, ist erforderlich, daß alle Behörden die cingegangenen Zahlungsvervsiichttuiqen unter Verineidung jeder Verzögerung erfüllen, daß die staatliche» und städtischen Verwaltungen die erteilten Aufträge nicht znrückziehcn u >id bereits begonnneiic Arbeiten nicht unterbrechen lassen. ES wäre zum Beispiel gilt, wenn die betreffenden Beamten sich nicht „aus die Rechnmigen setzen' wollte», sondern daß sie unverzüglich für deren Anweisung und Auszahlung sorge» würden. Behörden und fkaufleiite, gebt den Geschäftsleute» Verdienst und damit die Möglichkeit, ihr Personal zu behalten.' " Feld-Postscheckverkehr. Inhaber von Postscheckkonten können Zahlungen an Angehörige, Behörden und Dienststellen des Feldheeres auch mit Postscheck leisten, und zwar in Militärdienst-Angelegenheilen bis 800 Mk., in Privatangelegenheiten der Angehörigen des Heeres bis 100 Mark. Fm Scheck ist oberhalb des Vordrucks „Adresse für die Postbeförderung' der Vermerk „Feldpost' zu schreiben. Ferner ist im Scheck genau an- z»geben, zu weichem Armeekorps, welcher Division, welchem Regiment, welchem Bataillon, welcher Kompagnie oder welchem sonstigen Truppenteil der Einpsänger gehört, foivic welchen Dienstgrad und iretche Dienststellung er deklciürt, **Wirwollensei nein ei nigLolkvon Brüdern! Ein hiesiger Richter, dessen nachstehenden Worten >oir lebhaft zu- stimmen, schreibt uns: Welch gewaltigen Eindruck hat es in der ganzen Welt gemacht, daß in dem Augenblick, in dem der Krieg i:iwermeidlich war, alles Trennende in unserem deutschen Volk verschwunden war: keine Parteien, keine Konfessionen, keine Rassen und keine Standrsnnterschiedc gab es mehr. „Einer für Alle und Alle für Einen" war die Losung. In solchen Zeiten sollten alle Streitigkeiten im Volke beseitigt luerden. Darum ergeht an alle, die irgend welche Rechtsstreitigkeiteil führen, die Mahnung, „laßt die Prozesse ruhen, einigt Euch mit Euren Gegnern und opfert das so gesparte Geld dem Vaterland !" Auch die RÄhtsbeistände sollten heMc in diesem Sinne zu wirken bestrebt sein. Wieviel Bagatellsachen werden jahraus jahrein vor unseren deusschen Gerichten unter Aufwendung ganz erheblicher Kosten unnötigerweise verhandelt. In so großer und ernster Zeit darf das nicht sein. Man denke auch an die Richter, denen es geradezu widersteht, jetzt noch solche Streitigkeiten zu schlichien. Also fort mit allen Prozessen! ** Bücher für Verwundete haben bis jetzt gespendet: Rechtsmnvalt Tr. Homberg«, Frau Pfarrer Hepding, Vbrchbinder Sann.^Buchhalter Brehm, (sieh. Hosrat Behaghel, dre Augenklinik, Frl. Tasche, Frl. Schudt, Frl. Thomas, Frl, Behaghel, Geh. Hosrat Hansen, Hörbuch,Händler Färber, Frau H. Weinbergcr, Gerichtsvollzieher Geißler, Geh. .Hofrat Haupt, Gcrichtsrat Rumpf, Fabrikant Zurbuch, Geh. Medizinalrat Bostroem, Herr L. Stern, Prof. Aiittcrnraicr, Frau Dr. Fader, Rechtsanwalt Dr. Jung, Aoäsitekt Meder, Frl. Paletta, Dr. Hepding^ Frau Oekonom Pult), Landgerichtsrat Schadt, Prof. Horn, Frau Dr. wtuhl, Frl. Theobald, Geh. Kornmerzienrat Heichelheim, Frl. Vigclius, Dr. Fritzfche, Prof. Graßmann, Frau Bahnhofsreif Mirateur Nie- momi, Frl. Kffrch, Rcrrmer Bender, Frl. E, Pfatzgraf. Frau Eieh, Hosrat Biermer, Dr. Mehcr, Frau Wcinhändler rxliwan, Frl. Kronenberg. — Weitere baldige Zuwendungen erbeten, auch von Lesestoff für einfachere Ansprüche lVolkserzähtungen u. bergt.!. Abzugeben in der Universität zwischen 11 und 1 llhr. ** Sozial-Politik im Kriege. In einem Aussatz mit vorstehender Ucbersckrist behandelt die „Soziale Praxis" die freie Liebestätigkeit n. a. mit folgenden Worten: „An Helfern febtl! es nicht: in hellen Haufen strömen sie herbei, Frauen und Mädchen aus allen Ständen und Berufen, die begeistert sich in den Dienst fürs Vaterland cinrciheu wollen, zu leder Arbeit bereit, sei sie wie immer geartet: nur helfen, Helsen! Aber auch hier gcht es, ireben deni lxißen Herzen den kühlen Koch zu bewahren. Es wäre verfehlt, jetzt, wo die harte Not uns preßt, neue, unerprobtc Organisationen aus dem Stegreif zu schassen. Wer inittun will und kann, der rüge sich in die bewährten, gefestigten Einrichtungen ein. die wieder unter sich planmäßig das gewaltige Ardeitsgebict aufreilen. Und es wäre geradezu verhängnisvoll, wemr der hochherzs'gc Eifer oder Uebereiser freiwilligen, unbezahlten Heltens geschulte Arbeitskräfte verdrängte, die um ihres Unterhalts willen verdienen müssen. Wird der gute Wille nicht rechtzeitig in jbeftümnte Kanäle gelenkt, so überschwemmt er den Markt, verstärkt er die Arbeitslosigkeit, die Not und Eiend herausbeschwört. ** Bezirkssparkasse Gießen Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, sieht sich die Bezirks! parkasse Gießen nffl Rücksicht aut die durch die Mobilmachung eingetretene Verringerung chrer Arbeitskräfte genötigt, den Verkehr mit dem Publikum auf die Vormittagsstunden 8 bis 1 Uhr zu beschränken. Kreis Lautcrbach. — Lauterbach, 14 Aug. Das hiesige Rote Kreuz teilt mit, daß folgende Beträge eingeqangen sind: Bei der Geldsammlung insgesamt 605),27 Mk., als Spende des Kriegeroereins 500,00 Mk,, das Vermöge» des Zweigvercins vom Roten Kreuz 801,78 Mk., zusammen 8451,05 Mk, Außerdem sind viele Gaben an Stoffen, Gar», Kaffee, Reis, Zucker »sw. cingegaiigeii oder zur Verfügung gesiellt und endlich eine große Anzahl Belten und Bettwäsche für ein Lazarett angemeldet ivordcii. Kreis Friedberg, L. F r i c d b c r g , 16. dlug. Nächsten Mittwoch abend wird das hiesige Lehrerseminar ivieder eröffnet werden. Geschlossen bleibt noch das Predigersemiuar und die Taubstummenanstalt. Hessen-Nassau. [] Marburg, 15. Aug. Die sich den gegenwärtigen Zeitverhältnisscn anpassenden Vortrage hiesiger Universitätsprofessoren finden jetzt lvegen des außerordentlich zahlreichen Besuchs in der Anla der Universität statt. So sprach am Mittwoch abend Professor Dr. Köppe über „die Geld- und Kreditverhältnisse während des Kriegs" und gestern abend der bekannte Geschichtslehrer Professor Dr. Busch über das Thema „Von der Mobilmachung bis zu den ersten Entscheidungskämpfen, das Gebot der Geheimhaltung. Erläutert am Beispiel des Krieges von 1870." — Die Sammlungen für die durch den Krieg in Not geratenen Familien sollen bereits die Summe von 30000 Mark überschritten haben. — Der Unterricht in sämtlichen hiesigen Schulen und Lehranstalten nimmt am Dienstag seinen Anfang. h. Bad Hombnrg v. d. H., 16. Ang. Für die heute aus Metz hier eingetrosfenen 350 Frauen und Kinder bewilligte die Stadtverordncten-Versammlung den Qnartier- wirten eine tägliche Verpflegnngsvergütung von 2 Mark für jede Person. Die Stadl Metz erstattet hiervon 1,50 Mark pro K opf und Tag zurück. Lari »Wirtschaft. -z. Aus dem oberen Vogelsberg, 12. Aug. Durch Vas in letzter Zeit eingetretenc Rcgenwettcr ist man auf unseren Bergen mit der Heuernte noch nicht zu Ende gekommen. Da seil Sonntag sich das Metier gebessert hat, sicht inan täglich, daß anschauliche Wagen Heu eingefahreu werden. Eine so reiche und gute Ernte haben wir lange Zeit nicht erlebt. Nach Wiederaufnahme des Güterverkehrs wird man mit dem Verladen be- ainnen. — Tie Getreideernte wird noch einige Tage auf sich warten lassen. Die Aussichten auf die Sommerfrüchie sind günstig. Die ersten Kartosiel» sind zur Zufriedenheit au»- gesallen. , ___ _______ - — _____ Meteor^oglsche Beobachtungen der Station Gietzen. » — ~ V ~ 1 ~ ~~* — = , Aug. J|ö.| lau H O-'Ü H ^ Ck» Ä 6V w 's sf SS C ö0 TD ^ sß 1 ftf eil* |s| Well« 16. j| 745,5 18,0 12,7 83 NE 10 Bcd. Himmel 16. &") 744,7 15 8 10,9 81 NE 10 Regen 17. 7*i 744,6 14 7 9.0 72 NE o 10 Bed. Himmel Höchste Temperatur am 15.-16. August 1011 = -f- 19,0 “c. Niedrigste „ » 15,-16. „ 1011 — + 11,8°. Niederfehlaa 1,2 mm. _ Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Ang. Goetz. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Die Einstellung von Kriegsfreiwilligen. Junge Leute, die das wehrpflichtige Alter — das vollendete 17. Lebensjahr — noch nicht erreicht haben, haben bei etwaiger Meldung als Kriegs jreiwilliger zwar kein Recht aus Einstellung, tonnen ober, da gesetzliche Bestimmungen nicht cntgegenstehen, dennoch eingestellt werden, wenn ihre unbedingte Tauglichkeit sestgestcllt wird. Bei der Meldung ist deizubringen: die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters — der Ellern oder des Vormundes — und ein obrigkeitliches Führungszeugnis. Gießen, den 15, August 1914. Großhcrzogliches Rrcisamt Gießen, _ Dir. Usinge r. Bekanntmachung. Betr.: Sicherung der Ernte; hier: das Dreschgeschäft. .Wir sind zur Vcrmitllnng von Dreschmaschinen und von Personal zu deren Bedienung bereit. Anträge sind durch die Großh. Bürgermeistereien unter genauer Angabe der Zahl der Tage, für welche Maschinen oder Personal gewünscht werden, bei uiis einzureichen. Es wird empfohlen, Anträge schnellstens zu stelle», da Dreschmaschinen und Personal hier nicht lange zur Versügung ge- halten weichen kann. Gießen, den 15. August 1911. .Großhcrzogliches Kreisamt Gießen. _ Dr. Usinger. Bekanntmachung. Bet r.': Proviantlieserungen. Auf Ersuchen des Königl. Proviantamts Frankfurt a. M. bringen wir zur öffentlichen Ke nn t n is, daß nunmehr auf den Eisenbahnlinien Gießen-Fulda und Gießen Gcjukausc» genügend Güterwagen zum Transport von Naturalien nach Frankfurt a. M. zur Verfügung stehen. Tic Vermittllmg der Linicn-Kommmidmlttir ist zur Beschaffung der Wagen nicht mehr erforderlich. Das Proviantamt kann an Ort und Stelle zum Aufläufen Abgesandte nicht schicken. Tie Landlcutc wollen daher, wie in: Frieden, dem Proviantr- amt Frankfurt a. M.-Bockenbcim ihre Erzeugnisse anbietcn. Zunächst legt das Proviantamt aus Hafer, Gerste, siöoggcn, Weizen und Heu Wert. Gießen, den 15 . August 1914 Großherzoqliches Kreisamt Gießen. _ I.' B.: Wclcke r. Bekanntmachung. Betr.: Die Errichtung von Prüfungskommissionen zur Abnahme der Meisterprüfungen. Unter Hinweis auf unsere Bekanntmachung vom 9. Juni d. I. wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Bestellung der nachgcnannten Gewerbetreibenden zu Mitgliedern den Prüfungskommissionen für Abnahme der Meisterprüfmrgen vom Großh Ministerium znrückgenommcn ist: 1. Wilhelm Weißbäcker, Bürst,enmachermeister, Gießen, 2. Rudolf Rüdiger, Jnstallationsmeister, Gießen, An deren Stelle sind bestellt: für das Gürtler, und Bürstenmachergewerbe: Wilhelm L eff cht-z weiß, Bürstcnmachermeister, Gießen, für das Jnstallalenrgewerbe: Heinrich Blum, Jnstallationsmeister, Gießen. Gießen, den 16,August 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: Hemm erde. Ktaiiöesaentskrachrichteii. Gicßcn. Aufgebote: August l. Taumel Teller, Kaufmann, mit Frime Ehrenbrod, beide in Gießen. — Philipp Heinrich Rahn, Hochbauauffeher, mit Henriette Ladude, beide in Gießen. — 5. He- noch Baß, Kausmann, mit Biene Kalfus, beide in Gießen. Eheschließungen: August 8. Johann Jakob Möller, Zuschneider in Pforzheim, mit Katharina Schneider ffr Gießen. — 1l. Johannes Georg Karl Sebwindt, Bahnarbeiter in Grüningen, mit Luise Sophie Henriette Suer in Gießen. Geborene: Juli 26. Dem Zuschneider Karl Joseph Nike! ein Sohn, Hans August. — 29. Dem Taglöhner Konrad Eller eine Tochter, Else Marie Luise. — 30. Dem Bnchbindermeister Johann Georg Leopold Louis Häuser eine Tochter, Grete. — 31. Deor Metzger Joseph Käilmann Zwillinge. Karl Joseph und Lina. — August 1. Dem Schneider Karl Rinker Zwillinge, Wilhelm und Hermann, — 2. Dem Schneider Heinrich Kaspar Winn- ecker eine Tochter, Minna. — Dem Kutscher Grcgorius Robertus Linde eine Tochter, Martha. — Dem Kaufmann Heinrich Hahn Zwillinge, Erika und Gcrtrudc. — Dem prakt, Arzt Dr. Wilhelm Emil Goetz eine Tochter, Wilhelmine Dorothea. - Dem Taglöhncr Wilhelm Zecher eine Tochter, Franziska. — 4. Dein Shlosser Karl Friedrich Hermann Storger ein Sohn, Wilhelm Karl. — Dem Assistent an der Handelskammer Dr. Arnffn Karl Reinhard Viktor Heinrich Budcrus ein ^>vlm, Arnim Georg Heinrich Anton Peter Viktor. — 5. Dem Kellner Fritz Beilecke eine Tochter, Johanna Maria Angela Emilie. — Dem Kutscher Heinrich Schmidt ein Show Heinrich Konrad 2ldvls Wilhelm. — 7. Den, Schneider Johann Theodor Klinger ein Sohn, Kurt Hans. — 8. Dem Bureauvorsteher Artur Münch eine Tochter, Frreda. — 9. Dem Maler Ernst Friedrich Pctzold ein Sohn, Willi Hans. — Dem Eisendreher Johann Heinrich Kühl eine Tochter. Eiertrnde Luise. — Dem Fuhrmann Heinrich Erb eine Tochter, Anna. — Dem Lokomotivführer Philipp Jakob Schneider eine Tochter, Viktoria Germania. — 13. Dem Schneider Johannes Schmidt eine Tochter, Dora Anna. Sterbesälle: Juli 30. Ferdinand Schott, Wcinhändler, 63 Jahre alt, Wolkengassc 27. — 31. Louis Heilbrunn, Rentner, 72 Jahre alt, Wilhelmstr. 6. — 30. Lina Katharine Elise Grünewald. 23 Jahre alt, Schiffenbergcr Weg 71. - August 6. Heinrich Kaiser, 74 Jahre alt, Licher str. 74. — 8. Elise Rabenau, 28 Jahre alt, Tainmstr. 9. — Marie Stock geh. Habermehl, 60 Jahre alt, Licher Str. 74. — Peter Martin Müller, Dachdecker, 49 Jahre alt, Rodheimer Str. 2. — Elisabeth« Nicolai geb. Merker, 69 Jahre alt, Dämmst«. 25. — 9. Emma Schneider, 4 Monate alt. Brand- gassc 4. — Tr. Georg Wilhelm Koch, Zahnarzt, 77 Jahre alt, Äest-Anlage l. — 10. Lina Schreiber geb. Wagner, 68 Jahre alt, Wagengaffe 5. Alsfeld. Eheschließungen: August 3. Arthur Gustav Paul Bau- mairn, Lokomotivführer, mit Juliane Katharina Maria Röth, beide in Alsfeld. Richard Philipp Rudolph Mädel, Schrcibgehckse, mit Marra bLargaretha Hcioelbach, berde in Alsfeld. — 4. Ludwig Wollrab, Gärtner, mit Margaretha Katharina Manns, beide in Alsfeld. — Adam Dechert, Aufseher, mit (Asse Diel, beide in Alsfeld. Geborene: Juli 18. Dem Rollensnhrcr Georg Heuser ein Sobn, Georg Karl. — 20. Dem Kaufmann Leopold Spier ein Sohn, Kiirt. — 21. Dem Bauunternehmer Heinrich Knierim III. ein Sohn, Hans Heinrich. — Dem Schreinermeister Karl Jalob 2Nüllcr ein Sohn,^Wilhelm. — 26. Dem Daglöhner Wilhelm Krömmelbein ein Sohn, Johannes. — Dem Postschaffner Jakob fflorwig eine Tochter, Hedwig. — 30. Dem Friedhossanf- seher Johann Georg Stein eine Tochter, Hedwig Marie. —• August 2. Dem Fabrikarbeiter Johann Peter Reul ein Sohn, Johann Peter. — 6. Dem Feuermann Ernst Friedrich Schmucker aus Düsseldorf eine Tochter, Marie Ernestine Wilhelmine. Sterbesälle: August 3. Johann Peter Reut, ll stunden alt. — 11. Jeanette Strauß, geb. Reis, 51 Fahre alt. Bad-Nauheim. _ Aufgebote: Juli 24. Karl Otto Paul Gleim, Kinemato- graphenbesitzer, mit Älagdalene Schäfer, beide in Baü-Ranhcim. Geborene: Juli 2. Dem Parkausseher Christian Steuler eine Tochter, 2lnna Johanna Margarete. — 8. Dem Kutscher Anton Grießer ein Sohn, Leonhard. — 12. Dem Hvteldirektor Hilmar Böttner ein Sohn, Karl Friedrich Hans. — 17. Dem Kutscher Julius Klee ein Sohn, Friedrich Wilhelm. — Dem Maler Friedrich Wilhelm Brandt ein Sohn, Georg Adolf. — 27. Dem Badewärter Georg Karl Groth eine Tochter, Anna Lina. Stcrbefäjle: Juli 3. Katharina Stamm, geb. Spahn, 37 Jahre alt. — 4. Anna Maria Stoll, geb. «inner, Rcnlnerin, 69 Jahre alt. — 12. Christian Langsdorf I., Postschaffner i. P„ 75 Jahre alt. — 16. sfottrab van Baßhuhsen II., Wcißbinder- ineister, 74 Jahre alt. — 18. Maria van Baßhuhsen, geb. Heß, Privatin, 75 Jahre alt. — 30. Juliane Schulmeyer, geb. Steuernagel, 53 Jahre alt. Butzbach. Aufgebote: Juli 22. Karl Engelhardt, Bahnarbeiter in Butzbach, mit Katharina Weil in Rockcnberg. Eheschließungen: Juli 18. Heinrich Ludwig Otto Hahn, Oberlehrer in Golha, mit Emma Sckiweitzer in Butzbach. — August 5. Leonhard Britting, Metzger von Niederweisel, mit Elise Zulauf in Butzbach. — Wilhelm Rnpp, Schriftsetzer von Großkarben. zurzeit Gefreiter in der 4. Komp, Jns.-Regts. Nr. 168 in Butzbach, mit Elisabetlw Katharina Ihrig, Schneiderin von Großkarben. — Jvlwnn Wilhelm Dcbus, Fabrikarbeiter von Schwanheim, Kreis Höchst a. M., zurzeit Gefreiter in der 2. Kvmv. In- santerie-Regiments Nr. 168 in Butzbach, mit Elisabetbe Safran, Nälterin in «cknoanheim a. M, — Jakob Mauer, Schneider in Ober-Erlciibach, Kr. Friedberg, zurzeit Musketier in der 2. Komp. Jnf.-Regts. Nr, 168 in Butzbach, mit Katharina Eugenic Pfjaum in Ober-Erlenbach. — Karl Josef Kömpel, Weißbindcr in BUbel, zurzeit Musketier in der 2. Komp, des Jns.-Rqts. Nr. 168, mit Margarete Elisabetbe Walles, Weberin in Klesnkarben. — Äonrad Philipp Leonhard Haßmann, Unterofffzier in Butzbach, mit Luise Bahlinger in Butzbach. — 7. Gustav. Herrmanu, Volksschul- lehrrr in Oberstedten, Odcr-Taunuskreis, zurzell Unteroffizier in der 4. Kompagnie des Jnf.-Regts. Nr. >68 in Butzbach, mll Hedwig Ernestine .haser in Dillenburg. Dillkreis. — Valentin Schneid iw, Tüncher in Kostheim, znrzeii Musketier in der 4. Komp, des Jnf.-Rgts. Nr. 168 in Butzbach, wir Margareta Katharina Sophia Bitz, Aufschcrin in Kostheim — 8. Otto Wilhelm Mtcu- dorf, Professor, Oberlehrer, in Gießen, mit Anna Marie Karo- ‘ line Bogt in Butzbach. Geborene: Juli 18. Dem Oberlehrer Tr. Wilhelm Wagner ein «ohn, Heinrich Volker Armin. — 27. Den: Oberbahuassistent Wilhelm Josef Kais eine Tochter, Hilda Katharine. — 30. Dem ,J Eisendreher Wilhelm Georg Otto Leidig ein Sohn, Erwin Karl. ■ ij —• Aug. 2. Dem Dachdecker Wilhelm Krikau eine Tochter, Barbara j Ella. — Teni Rechtsanwalt Wilhelm Heinrich Hill eine Tochter. i — 4. Dem Vizefeldtoebcl Heinrich Konrad Sann ein Sohn, Heinrich Otto^ I, Sterbesälle: Juli 10. Marie Eliiabethe Errgelhardt, geb. f Kilian, 37 Jahre alt. — 29. Ottilie Koch, 25 Jahre all. Fricdbrrg. Eheschließungen: August 6. Friedrich Wllhelm Böhm. Gefreiter in Friedberg, mit Katharina Luise Engel in Mainz. — 7. Richard, Ernst Hartmann, Lehrer in Darheim, mit Katharina Karoline Kern in Groß Karben. 9. Heinrich Wießäier, Sergeant in Friedberg, mit Elisabeth« Olange in Londorf. Geborene: August 3. Dem Großh. Oberlehrer Dr. Wllhelm Schäfer eine Tochter. Anna Hcrminc Hildegund. — 8. Dem Schreiner Karl Heinrich Strauch eine Tochter, Luise Marie. — 9. Dem Lokomotivheizer Otto Meist eine Tochter. Luise Babette.' Sterbesälle: August 7. Heinrich Eduard Map, Kammmacher, 48 Jahre alt. Grünbcrg. Geborene: Anglist 6. Dem Kaufmann Justns Karl Hcll- wig ein Sohn, Fritz Wilhelm Jarob. ' Sterbesälle: August 7. Rentner Wilhelm Duchard, 12. Rentenempfänger Martin Fisch, ,78-J. alt. 60 alt. Oppenrod. , Gebotene: August 10. Dem Pflasterer Johann Hcrnrllh- vahn ein «ohn, Otto. i, Hungen. Geborene: August. Dem Bahnarbeiler August Leinweber ein Sohn, Mlhelm. Klein-Linden. Eheschließungen: August l. Bergmann Friedrich Witz Helm Jung in Lützellinden mll Maria Säniler in .Klein-Linden -- 8. Eisenbahn-Hilssschasfner Louis Steinmütter in Wein-Linden^ mir Luve Christiane Gottlieb in Bleidenstadt. Geborene: Juli 27. Dem Lagecarbeller WShelm Germer III, an Sohn, Rudolf. — August 7. Dem HMtzciMr Friedrich Jlge ein Sohn, Ernst Ludwig. — 8. Dem Schreiw-c Julius Jung «in Sohn, Ernlst Hugo. I l CI