Hx. m Der LIeftener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienbliitter; zweimal wöchentl.lirei;- blattsürdenUreirSiehen (Dienstag undFreilaas; zweiinal monall. Land- «irtschastliche äeitsragen Fernsprcch - Anschlüsse: sür die Nedallion 122, Verlag n. Expedition 51 Adreffe kür Depeschen: Anzeiger Gieße«. Annahme von Anzeigen kür die Tagestilnnmer bis vorniittags 9 Uhr. Erster Blatt Jahrgang Montag, 1?. August I9W General-Anzeiger für Oberhessen Rotatlonrdnnk und Verlag der vröhl'schen Uuio.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Beznqsvrei»: monatlich 75 Vi.,v,enel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Ziveigstellen monatlich 65 Ps.: durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auSschl. Bestell,. Zcilenpreis: lokallöP!, auswärts 2l) Psenniq. Cheiredakteur: A Goetz. Beraiilwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goey; sür „Feuilleton", „Vermischtes" und,Gerichts« snal": Karl Neurath; iür „Stadt und Land": Rciaftion, Expedition und vruckerci: Zchulstrahe 7 . jf»*“ Abreise der ttaiserr und der Grohherzogr. Die Haltung der neutralen Staaten. In den Tagen der Spannung wieder eine Stunde nationaler Erhebung: unsere deutschen Fürsten zeigen, das; sie in ernster und entscheidender Lage unlöslich mit dem Bolle und dem Heere verbunden sind. Der Kaiser sowohl wie unser chrcchherzog haben die Stätte ihrer bisherigen friedlichen Regierungstätigkeit verlassen, sie haben sn der Heimat ihre Stellvertreter bestellt und selbst die wichtigeren Posten eingenommen, in ähnlicher Weise wie die felddienstfähigen einfachen Soldaten. Die Abschiedsworte der beiden hohen Herren rufen nochmals alle unsere Pflichten! in uns wach, und das ganze Volk gibt den Herrschern mit vollem Herzen und den treuesten Wünschen das Geleite. Inzwischen ist noch die Aufrufung des Landsturms erfolgt, die eine Nebersicht geben soll über die Zahl des Volles in Waffen, aber nicht so ausgelegt werden darf, als ob nun gleich schon der letzte Mann ansgeboten werden solle. Feste Siegeszuversicht hindert nicht, daß man für alle Fälle Vorbereitungen trifft, wie der Seefahrer auch bei günstigem Wetter seine Rettungswerkzenge mit sich führt. Von diesem Gesichtspunkt aus ist es zu verstehen, daß Frauen und Kindern in den Grenzfcstnngen der Rat erteilt worden ist, während der kriegerischen Ereignisse anderswo ein Unterkommen zu suchen. Bisher haben die deutschen und auch unsere verbündeten Truppen nur Erfolge gehabt. Das Augenmerk unserer Gegner ist nunmehr darauf gerichtet, die neutralen Staaten rrrit falsche» Nachrichten zu überschwemmen, um gegen uns zu Hetzen und neue Helfer gegen uns anznwerben. Die Engländer sind darin ganz besonders tüchtig; sie bewahrheiten wieder einmal das bekannte Gocthewort und „stellen toie vom Himnrel sich gesandt"', indem sie in die Welt lispeln, daß durch die dentscl>en Kontaktminen in oer Nordsee der neutrale Handel gefährdet werde. Das machte eine amtliche deutsche Berichtigung nötig, die >vir nachstehend obdrncken. sodann wird im Ausland die Nachricht verbreitet, in der Icordsec habe ein großes Seegefecht stattgefunden, lvobei 22 deutsche und 4 englische Schisse gesunken seien. Auch diese Nachricht ist, wie der Berliner Berichterstatter der „Franks. Ztg." »ach Anfrage bei zuständigen Stellen mitteilt, Wort für Wort erfunden; nur der englische Kreuzer „Amphion" ist bisher untergegangen. Ebenso nnloahr ist es, daß englische Truppen in Belgien gelandet seien usf. Ob es wahr ist, daß General French, der englische Lberkommandieren.de, im französischen Hauptquartier eingetroffen sei, wie eine Privat- mcldung aus Rom wissen will, steht ebenfalls sehr dahin. Was soll der gute General dort ohne Truppen? lins könnte dieser Vorgang ganz gleichgültig sein. Wie verwerflich aber von England gerade in Italien gearbeitet wird, geht aus der Verbreitung der unsinnigen Meldung hervor, in Deutsch' land sei Liebknecht erschossen worden, es hätten blutige Zusammenstöße zwischen Militär und Bevölkerung stattgcfunden, wobei auch Rosa „Luxemburg getötet worden sei! Ta dieser Unsinn auch in Italien gar bald sehr kurze Beine haben wird, darf man hoffen, daß das Gegenteil der englischen Absicht sich verwirklichen wird. Erfreulich ist, daß der italienische Botschafter in Berlin im Auftrag seiner Regierung erklärt hat, die Gerüchte, wonach Italien eine Deutschland unfreundlich Haltung zeigen werde, seien vollständig unbegründet. Englische Lügen. Berlin, 16. Aug. Die in dem neutralen Ausland verbreitete Ansicht, daß deutsche Häfen blok- liert und der Schiffsverkehr mit Deutschland unterbunden ist, ist unzutreffend. Kein Hasen ist blockiert, dein Schiffsverkehr neutraler Staaten mit Deutschland steht nichts im Wege. Tic von englischer Seite ausgestreuten Behauptungen, die Nordsee sei von deutscher Seite mit Minen verseucht, sind unrichtig. Neutrale Schiffe für die deutschen Nordseehäfcn haben bei Tage zehn Seemeilen nordwestlich von HAgolaiid anzustenern. Dort ist deutscherseits für Lotsen gesorgt, loelche die Sckstffe in die Häfen geleiten. Die Ostseehäfen haben neutrale Schiffe direkt anzustenern; vor jedem Hafen stehen Lotsen zur Verfügung. Das Kohlenausfnhrverbot ist nicht aus Bunker- kohlen misgedehnt, die Kohlenvcrsorgung ist gewährleistet. Empörung der türkische» Frauen gegen England. Wien, 16. Aug. Das Wiener Korr.-Bur. meldet aus Ko n st an t in o pe l vom 14. Aug.: Gestern fanden sich etwa 100 m n s e l m a n i s ch e F r a u e n vor dem Sommcr- sitz der englischen Botschaft am oberen Bosporus ein, um gegen die Beschlagnahme der Dampfer „Sultan Osman" und „Reschadich" durch England zu demonstrieren. Eine Abordnung von vier Damen wurde von dem britischen Geschäftsträger empfangen. Sic bat ihn, die englische Regierung von der Kundgebung zu benachrichtigen und sic von der Trauer in Kenntnis zu setzen, welche die muselmanische Frauenwelt über die Beschlagnahme der türkischen Kriegsschiffe empfinde. K o n st a n l i n o p e l, 16. Aug. Die sämtlichen hiesigen Zeitungen erscheinen wegen Papicrmangels in verkleinertem Format. In einem Leitartikel des „Tanin", in welchem ee die Anschuldigungen der französischen Presse zurückwcist, wonach Lesterrcich-Ungarn und Deutschland sür den Krieg verantwortlich seien, setzt er auseinander, daß die Triplccntcnte aus dem Balkan offen gegen den Dreibund gearbeitet habe. Schließlich stellte Oesterreich-Ungarn fest, daß Serbien ein ihm gefährliches Element sei. Das Deutsche Reich habe sich immer bemüht, den Streit zu vermeiden, aber Frankreich habe allezeit eine Revanchepolitik betrieben. Nicht nnr wir, sagt der „Tanin", sondern auch viele Franzosen bedauern^ daß Frankreich derart das Werkzeug Rußlands geworden ist. Wahre französische Patrioten weinten, als sie sahen, wie die französischen Milliarden nach Rußland wanderten und wie Frankreich der Sklave Rußlands wurde. Der „Tanin" schließt damit, daß die Tripleentente der Anlaß zum Kriege geworden sei. Oesterreich- Ungarn habe in den letzten Jahren vollkommen friedliche Gefühle an den Dag gelegt. Jeder Unparteiische müsse anerkennen, daß der Grund, der es gegen Serbien marschieren ließ, wirklich zwingend war. England und die Türkei. London, 15. August. -Reuter.) Die Blättermeldung, daß England an die Türkei ein Ultimatum gerichtet habe, ist unwahr. Rom, 15. August. (W. B.) Nach dem „Corriere d'Jtalia" erhielten die ofsizicllen Kreise keine Bestätigung von einem an die Türkei gerichteten französisch-englischen Nltiniatum. Es handelt sich dabei nur nmeinErsuchenumAusklärung. Die Haltung Italiens. Berlin, 15. Ang. Mit Rücksicht auf hier umlaufende Gerüchte, daß Italien gegenüber T-entschlarw und Oester- rcich-Ungarn eine wenig freundliche Haltung einnehme, hat die italienische Regierung den hiesigen Geschäftsträger beauftragt, diesen falschen Gerüchten entgegenzntreten. Der Geschäfts Niger hat in Erfüllung dieses Anstrages das Auswärtige Amt ersucht, diese Ausstreuungen sür unbegründet zu erklären. Var Vordringen der Oesterreicher. Wien, 16. Aug. (Amtliche Meldung.) Uns.,e Truppen haben am 14. August nach heftigen Kämpfen den Feind auS einer seit langer Zeit befestigten, stark besetzten Aufstellung mif den östlichen Userhöhen der Drina nächst Ljesnica geworfen. Hier sowohl wie bei S ch a b a tz wurden am 14. August nachmittags und in der Nacht zum 15. August zahlreiche mit großer Tapferkeit geführte Gegenangriffe der Serben ab gewiesen. Heute haben unsere Truppen das Borrücken fortgesetzt; eine Fahne, zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre wurden erbeutet. Die Verluste des Feindes sind schwer, doch auch unsere Berluste sind nicht unbeträchtlich. Montenegrinische Strcitkräfte, die auf unser Gebiet einzudringen versuchten, wurden allenthalben zurück geworfen. Im Norden gingen unsere Truppen westlich der Weichsel vor. Auch östlich der Weichsel sind wir bereits im Vordringen begriffen. Der Kaiser. Berlin, 16. Aug. Der Kaiser hat heute 8 Uhr vormittags in der Richtung Mainz Berlin verlassen. Der Oberbürgermeister und der Stadtverordnetenvvrsteher brachten heute morgen dem Kaiser kurz vor der Abreise im Schloß die Abschiedsgrüße der Stadt Berlin. Der Kaiser hat an den Oberbürgermeister folgenden Erlaß gelangen lassen: Der Fortgang der kriegerischen Operationen nötigt mich, mein Dauptgnarticr von Berlin zu verlegen. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, der Berliner Bürgerschast mit meinein Lebewohl innigsten Dank zu sagen für alle die Kundgebungen und Beweise der Liebe und Zuneigung, die ich in diesen großen nnst schicksalsschweren Togen in so reichem Maße erfahren habe. Ich vertraue fest auf Gottes Hilfe, aus die Tapserkeit von Heer und Marine und die unerschütterliche Einmütigkeit des deuffchen Volkes in den Stunden der Gefahr. Unserer gerechten Sache wird der Sieg nicht schien. ! Berlin im Schloß, 16. August 1914. Wilhelm. Berlin, 16. Ang. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht in einer Sonderausgabe folgenden Erlaß des Kaisers über die Ermächtigung des Reichskanzlers zur selbständigen Erledigung von Regicrungs- geschäften im Bereiche der Reichsverwaltung vom 16. August 1914: In dem Wunsche, während meiner Abwesenheit im Felde die unverzügliche Erledigung der Rogicrungsgeschäste zu sichern, will ich den Reichskanzler bis auf weiteres ermächtigen, folgende sonst zu meiner Entscheidung gelangende Angelegenheiten im Bereiche der Reichsverwaltung selbständig zu erledigen: 1. Bewilligungen aus meinem D.ispositionsfonds bei der Reichshauvtkasse, soweit es sich um die Weiterbewilligung laufender Unterstützungen oder um die Bewllligung einmaliger Unterstützungen handelt. 2. den Erlaß von Forderungen, Erstattung vom Reiche vereinnahmter Beiträge und Niederschlagung von Fehlbeiträgen. 3. Abänderungen von Verträgen. 4. Genehmigung von Schenkungen und Zuwendungen. 5. Verleihung der Anstellungsberechtigung. 6. Ernennung und Entlassung der Präsidenten und Mitglieder der Kaiserlichen Tiiziplrnarbcbördcn, sowie der Mitglieder der technischen Kommissionen sür die Seeschiffahrt und des Versicherungsbeirates, der ständigen Mitglieder im Nebenamtr sowie der richterlichen Beamten, der Mitglieder höchster Verwältungs- gerichtshöfe, bei dem Aussichtsamte sür Privatversicherung und der nicht ständigen Mitglieder des Patentamtes, der Vorsitzenden und Beisitzer des Oberkeeamtes und Oberprisengerickttes, der Prisenrichter und deren Stellvertreter, sowie der Bankkommissarirn bei den Reichsbankhauptstellen. 7. Versetzung von Beamten in den Ruhestand. 8. Bewilligung von Pensions Zuschüssen aus'Grund des Artikels I 31 des Gesetzes vom 22 . Mai 1895. Die demnach ergehenden Erlasse sind zu zeichnen: Aus Grund Allerhöchster Ermächtigung des Kaisers: Der Reichskanzler. Berlin Schloß, 16. August, 1914. Wilhelm R. v. Bethmann Hvllweg. Der preußische „Staatsanzeigcr" veröffentlicht in einer Sonderausgabe ebenfalls einen Erlaß dies Königs über die Ermächtigung des Staatsministeriums zur selbständigen Erledigung von Regierungsgeschäften. Ausruf des Landsturmes. Das „Rcichsgesetzblait" veröffentlicht folgende Verordn nna betreffend den Aufruf des Landsturmes: Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden deutscher Kaiser und König von Preußen usw. verordnen auf Grund des Artikels 2 8 25 des Gesetzes betr. die Aenderung der Wehrpflicht vom 11. Febr. 1888 (Reichsgesetzblatt Seite 11 im Namen des Reiches was folgt: § 1. Sämtliche Angehörige des Landsturms ersten Aufgebotes, die ihm überwiesen oder zu ihm aus der Ersatzreserve nbergetreten sind, werden lstennit aufgeriffen. Bon dem Ausruf sind nicht betroffen die wegen körperlicher oder geistiger Erbrechen'als dauernd untauglich ,aus dem Dienst im Heere oder der Marine Ausgentusterten. Die Ausgebotenen haben sich sofort uMer Vorzeigung etwaiger Mititärpapierc bei den Lrtsbehörden ihres Aufenthaltsortes zur Landsturnrroll« anMmelden. 8 2. Sämtliche Jahres Nossen des Landsturmes zweiten Aufgebotes, die ans der Landwehr ^der der Seavehr zweiten Aufgebotes zum Landsturm übergetreten sind, werden zum aktiven Dienst ausgerusen. Ucber den Zeitpunkt der Gestellung ergeht besonderer Beseht. K 3. Diese Verordnung sindet ans die königlich bayerischen Gebietsteile keine Anwendung. Urkundlich unter unserer Höchsteigenhändigen Untersckwist und beigedrucktem Kaiserlichen Fnsiegel. Gegeben Berlin im Schloß, 15. August 1914. Wilhelm, v. Bethmann H o l l w e g. Tic nach der Allerhöchsten Verordnung aufgerufenen Landstnrmpflichtigcn, die sich im Ausl an de aushalten, haben die Verpflichtung zur alsbaldigen Rückkehr nach dem Jnlande, sofern sie nicht auf Grund des 8 100 Ziffer 3 und 4 der deutschen Wehrordnung ausdrücklich hiervon befreit worden sind. Weitere Befreiungen sind unzulässig. Die zurückkehrenden Landsturmpflichtigen ersten Aufgebots haben sich bei den Zivilvorsitzenden der Ersatzkommiffion ihres Wohnsitzes und bei Ermangelung eines Wohnsitzes bei demjenigen Zivilvorsitzcnden zur Landsturmrollc an- zumelden, dessen Bezirk sie bei der Rückkehr nach Deutschland zuerst erreichen. Tie znrückkehrenden Landsturmpflich- tigcn zweiten Aufgebotes haben sich bei dem BezirkSkom- mando ihres Wohnsitzes und in Ermangelung eines Wohnsitzes bei demjenigen Bezirkskommando zu melden, dessen Bezirk sic bei der Rückkehr nach Deutschland zuerst berühren. Die von dem Aufruf betroffenen ehemaligen Offiziere, Sanitätsoffiziere, Beterinärofsizicre und oberen Militärbeamten des Heeres uird der Marine haben sich innerhalb 48 Stunden nach Bekaimtmachnng des Aufrufes mündlich oder schriftlich unter Vorlegung der vorhandenen Militärpapiere bei dem Bezirkskommando zu melden, in dessen Bezirk sie ihren Aufenthalt haben. — Befindet sich der Aufenthaltsort im Auslande, so haben sie sich unverzüglich bei dem Bezirkskommando zu melden, dessen Bezirk sie bei der Rückkehr nach Deutschland zuerst erreichen. In gleicher Weise melden sich a) ehemalige Offiziere, Sanitätsoffiziere, Beterinärofsizicre und obere Militär- beamte des Heeres und der Marine sowie Zivilärztc, Zivil- tierärztc und Zivilbeamte, die von dem Aufruf zwar nicht betroffen, aber zu freiwilligem Eintritt in den Landsturm bereit sind, d) ehemalige Unterossiziere des Friedensstandes des Heeres und der Marine, die zwar nicht von dem Aufrufe betroffen, aber bereit sind, zum Dienst in Ofsiziers- stellen freiwillig einzutreten. Für ehemalige Unteroffiziere des.Fricdensstandes des Heeres und der Marine gilt dieses mir insoweit, als sie mindestens 8 Jahre aktiv gedient haben. Tie Einberufung der Reserve, der Landivchr und des Landsturms kann, so schreibt das amtliche Wolfs-Bureau, die Ursache werden, daß Uniformen auf treten, die der Bevölkerung weniger bekannt sind. Acltere Männer werden des Königs Rock anlegen, und es kann der Verdacht austreten, daß die Uniform unberechtigt oder zu staatsfeindlichen Zwecken getragen wird. Es darf aber nicht Vorkommen, daß ehrenhafte Männer verdächtigt und belästigt werden und daß der Dienst, worin sie stehen, dadurch leidet. Deshalb wird erneut darauf hingewiesen, daß jeder Verdacht der Polizei mitzuteilen ist. Das Publikum soll sich jedoch jeden Eingriffs enthalten, Ruhe Besoisstenhnt hÄvahren und nur dnnn Eingreifen, wenn lAefahr droht. Das Wolfs-Bureau veröffentlicht aus amtlicher Feder Noch nachstehende Ausführungen: Wie amtlich mitgetcilt würbe. gehört das Aufgebot des Land sturm-? zu den ntanmähigen, von der allgemeinen Mobilmachung untrennbaren Matznahmen. Sein Zweck ist in erster Linie, die stinnlickien zur Berlvendnng im Felde geeigneten Kräfte für die Einstellung in mobile Fornurtioncn frei zu machen. Das geht natürlich nur, wenn man ihnen den weniger anstrengenden, aber gleicknn'iil unentbehrlichen inilitärischcn Dienst im Heimat- gebiete abnimmt und andere Leute mit ihm betraut. In den von dem Feinde zunächst bedrohten Gebieten must das schon sehr frühzeitig geschehen, denn hier kommt es darauf an, so schnell wie möglich Schutzmaßregeln gegen feindliche EinbruchSveriuche zu treffen, bannt nickst nur das Leben und Eigentum der Landescinwobner, sondern auch ein ungestörter Verlauf der Dddbilmachung und des Aufmarsches gesichert wird. Gegenüber diesen dringenden militärischen Ersordcrnifjcn must die Rücksicht auf v o l k s w i r t s ch a f t l i ch e Interessen in den Hintergrund treten. Wer sonst noch ivafsensähig ist, must sich an dem Schutz der gerade in jenen Gebieten besonders bedrohten Vcrkchrseinrichtungen und sonstigen militärisch nnchtigcn Bauten und Vorräte beteiligen. Es ist aber klar, daß man eine derartige Maßregel, die den bürgerlichen Berufen so plötzlich gerade die besten Arbeitskräfte entzieht und dadurch große wirtschaftliche Nachteile verursacht, so lange wie möglich aufzuschieben sucht. Darin liegt auch der Grund dafür, daß die inner preußischen Provinzen länger von ihr verschont geblieben sind als die übrigen, wo es nach dchn oben Gesagten nickt möglich war, »aS Aufgebot des Landsturmes in einen späteren Abschnitt der Mobilmachung zu verlegen. In den inneren Provinzen konnte man die auf die Schonung der nürtschcrstlichen Interessen abzielende Rücksicht auch schon deshalb verantivorten, weil es eine Reihe von Tagen erfordinie, bis die mobilen Truppen in die Aufmarschgebiete abgeslosscn waren, und weil sie daher viel länger ccks in dem Grenzbezirken zur Verwendung blieben sür Zwecke, die ihrer ganzen Natur nach Sache des Landsturnies sind. Dieser Zeitabschnitt nähert sich jetzt scinenr Ende, und deshalb must die Ablösung des noch im Landinnern vorhandenen Restes von mobilen Formationen durch solche des Landsturines cingelertct werden. Uebrigens bedeutet das Aufgebot des Landsturmes durcharrs noch nicht die Einstellung sämtlicher Landsttrrmpslichttger in militärische Formationen. Man will zunächst Gelmehr nur einen Ucberblick über die Zahl der verfügbaren Mannschaften gewinnen, die ja bekanntlich in Friedenszeücn keiner militärischen Kontrolle unterliegen. Die Einberufung wird erst nach Bedarf unter Berücksichtigung aller wirklich dringenden Interessen von Landwirtschaft, Handel und Gewerbe erfolgen und mit der j ü n g st e n Iahresklasse beginnen. Niemand braucht also seine bürgerliche Berufstätigkeit auszugeben oder seine Stellung zn kündigen, bevor ibm ein besonderer Stellungsbefehl zugeh!. Aus alledem geht hervor, daß es völlig unbegründet wäre, wenn ängstliche Naturen etwa aus der Ausdehnimg des Land- sturmaufgcboteS auf 'das gesamte Reichsgebiet den Schluß ziehen wollten, daß die militärische Gesamtlage weniger günstig geworden wäre. Mit den Vorgängen im Operationsgebiet hat das Laiidsturmaufgebot unmittelbar nichts zu tun. Es ist vielmehr, wie nochmals wiederholt sei, nichts weiter als ein planmäßiges, schon in der Friedensvvrbcrertung von langer Hand vorgesehenes Mittel, um in dem Kampf um Sein oder Nichtsein die völlig selbstverständliche Ausnutzung der gesamten Wehrkraft des Volkes zur Niederwerfung unserer Feinde durchzusehcn. Der Bater und sechs Söhne bei einem Truppenteil. General der Kavallerie z. D. Kleist, der von 1892 bis 1895 das 3. Ulanen-Regiment sühtte und seit dem Jahre 1909 ß In suite des Regiments steht, hat sechs Söhne. Die drei ältesten dienen, bezw. dienten in demselben Regiment, der vierte und fünfte traten als Kriegsfreiwillige ein. Der sechste trägt als Brigadeadiutant auch nock die Ulanka. General von Kleist stellt sich der Militärbehörde ebenfalls wieder zur Verfügung. Ein Gnadenerlaß des Kaisers für Fremdenlegion«»«. Berlin, 16 . Auq. Das „Armee-Verordnungsblatt" veröffentlicht folgenden (Äradcnerlaß des Kaisers vom 12. August: Ich will, sofern nicht das Begnadigungsrecht einem der hohen Bundcssürsteii zusteht, denjenigen Fremdenlegionären deutscher Abstammung, die sich der Fahnenflucht f§ 69 M. St. G.l oder der Wehrpftichtoerletzung (§ 140 R. St. ®.) schuldig gemacht haben, hinsichtlich der verwirkten Freiheits- und Ehrenstrase die Begnadigung in Aussicht stellen, wenn sie während des gegenwärtigen Krieges, spätestens aber innerhalb dreier Monate vom heutigen Tage ab gerechnet, sich bei einem deutschen Truvven- oder Marineteil, einem deutschen Kriegsschiff, einem deutschen Konsulat oder einem deutschen Schutzgebiet zum Dienst melden. Ausgeschlossen von dieser Gnadenerweisung bleiben diejenigen, die zü Zuchthausstrafe verurteilt oder auf Grund eines gerichtlichen Urteils aus dem Heere oder der Dlarine entfernt worden sind oder im gegenwärtigen Kriege gegen Deutschland gekämpft haben. Die Neutralität der Niederlande. Petersburg, 15. August. (Petersb. Telegr.-Agent.) Der niederländische Gesandte hat heute dem Minister des Aeustern eine schriftliche Erklärung überreicht, derzusolge entgegen den aus dem Ausland gekommenen Mitteilungen, die Neutralität der Mederlande nicht verletzt worden ist, und nach der die Regierung der Niederlande beschlossen hat, die Neutralität mährend der ganzen Dauer des gegenwärtigen Krieges aufrecht zu erhalten. Wechsel des KriegsministcrS in Schweden. Stockholm, 15. Aug. (W. B.) Der Staatsminister Ham- marskiöld reichte seine Entlassung als Kriegsmi.nl- st e r ein. Der Minister ohne Portefeuille, Oberst M o e r ck e, wurde zu seinem Nachfolger crnamrt. Hammarfflölo bleibt Ministerpräsident. Belagerungszustand in Bulgarien. Sofia, 16. Aug. (Agence Bulgare.) Das Amtsblatt veröffentlicht die Verhängung des Belagerungszustandes im Königreich. Ein englischer Torpcdojägcr gesunken. Amsterdam, 16. Aug. Der englische Torpedojäger „Dullsinch" stieß in der Nordsee infolge falschen Manö- vricrens mit dem holländischen Dampfer „Kinderdyk" zusammen. „Bullsinch" sank, ein Teil der Mannschaft ertrank. (Die „Dullsinch" gehört zu einer Klasse von Torpedobooten. die aus den Jahren 1895 bis 1901 stammen. Länge zwischen 64 und 69,3 m, Besatzung 60 bis 72 Mann. Ein Bruch des Bölkcrrcchts durch Rußland. Wien, 16. August. Durch die amerikanische Botschaft ist km Ministerium des Lleußern folgende Tatsache zur KennMis gebracht worden: Am 13. August ist der österreichisch-tingarische V i z e k o n s u l H o f f i n g c r, der von dcni österreichisch-ungarischen Botschafter zun, Schicke des diplomatischen Archivs in Petersburg zurück- gelassen worden ,oar und für dessen Sicherheit das russische Aus- wärtige Amt ausdrücklich garanttcrt hatte, als Kriegsgefangener verhaftet worden. Der P r o t e st, den die amerikanische Botschaft, die bekanntlich in Rußland den Schick der österreichisch-ungarischen Interessen sür die Dauer des Krieges übernommen hat, gegen diesen eklatanten Bruch des Völkerrechts crnlegte, blieb ohne Erfolg. Die österreichisch-ungarische Regierung hat sich daher veranlaßt gesehen, diesen russischen Gewaltakt, dem übrigens bereits die willkürliche Verhaftung des Botschaftskanzlei- beamlen Lost er vorangegangen war, mit der völkerrechtlichen Waffe der Repressalie zu bekäinpftn und hat daher^ noch heute die Gefangennahme des rupischcn Kanzlcibeamten Stoltowsky, dem die diplomatischen Archivs der hiesigen russischen Botschaft an- vrrtraut waren, des russischen Botschaslsgeistlickien I a tub o ws ! y und des gegenwärtig sich in Budapest aushallenden früheren rufft- schen Konsuls in Serajewo von I g e l st r ö m verfügt. Wien, 15. Aug. Die Blätter geben ihrer Entrüstung Ausdruck über den neuen Bruch des Völkerrechts, den Rußland begangen hat, indem es einen Beamten der österreichisch- ungarischen Botschast in Petersburg verhaften ließ. Sic veriveiscn darauf, daß diese Maßnahme in geradem Gegensatz zn der von Ocsterrcich-Ungarn und auch Deutschland abgegebenen und auch eingehaltenen Erklärung hinsichtlich der vollen Sicherheit fremder Staatsangehöriger stehe, und bedauern, daß Oesterreich-Ungarn infolge des Vorgehens der russischen Regierung Repressivmaßregeln ergreifen mußte. Wien, 16. Aug. Ein ausländisches Blatt hat die aus Petersburg stammende Mitteilung gebracht, daß die österreichisch-ungarischen Truppen ber der Besetzung eines russischen Grenzortes einen 89 Jahre alten bcisitzenben Richter in ein Haus cingesperrt und dieses angezündet hätten, weil der Richter sich geweigert habe, sein Geld herauszugeben; der Mann fei lebendig verbrannt. Derartig« gehässige Lügen zu widerlegen ist nicht notwendig, da die ganze Welt weiß, wie in diesem Kriege Kultur und Barbarei verteilt sind. Wenn diese gehässige Ausstreuung wiedergegelum wird, so geschieht das nur, mn zu zeigen, mit welchen Ltgitationsnntteln die Gegner Oesterreich- Ungarns arbeiten. Ta sich die österreichisch-ungarische Armee in der Kriegsführung streng an die internationalen Gesetze und Gebräuche hält, werden die Verleumdungen künftighin überhaupt nicht registriert werden. Die dänische Kolonie in Berlin. Berlin, 16. Ang. Die heute nachmittag abgchaltenr Versammlung der dänischen Kolonie von Berlstn war sehr stark besucht. In einer kurzen Ansprache wurde den Teilnehmern dargelegt, in welcher Weise den hier ansässigen Dänen anheimgestellt lverden könne, zu zeigen, wie sie die genossene Freundschaft und Gastfreiheit würdigen. Eine größere Summe wurde an Ort und Stelle gesammelt, darunter waren Beiträge von 500 Mark. Bon einer Anzahl dänischer Arbeiter wurden sogar wöchentliche Beiträge von 5 Mark gezeichnet. Die Sammlung dauert fort. Eine größere Anzahl von Familien ist erbötig. Kinder, deren Väter im Felde sind, zu verpflegen. Eine einmütige Stimmung beseelte die Versammlung. Der Magistrat von Ofenpest hat beschlossen, dem „Waitznerring" den Namen „Kaiser Wilhelm-Ring" und der „Parisergasse" den Namen „Berlinergasse" zu geben. Außerdem soll die „Serbengasst" in „Bulgarengasse" umgetauft werden. Müssen Wehrpflichtige, die im Felde stehen, Steuern zahlen? Es herrscht allgemein über die Steuerpflicht von Einberufenen große Unklarheit. Es sei deshalb folgendes bemerkt: Da die Mobilmachung am 1. August nachmittags befohlen worden ist und die ersten Krieger am 2 . August ein« rückten, so müssen alle Wehrpflichtigen für den Monat Juli noch Staats- und Einkommensteuer zahlen, also V.i des Quartalbetrags. Soweit dies noch nicht geschehen ist, müssen die Angehörigen die Zahlung veranlassen. Die im Monat August zum Deere Einberufenen zahlen bis zur Entlassung vom Truppenkörper keine Steuern, auch ihre Ehefrauen nicht, soweit sie kein selbständiges Einkommen versteuerten. Wer für das laufende Quartal noch keine Steuern gezahlt hat, tue dies alsbald. Es genügt im allgemeinen, daß die An>- gehörigen die Erklärung abgeben, der Steuerpflichtige sei ein- berufen, sie zahlen alsdann nur den Juli-Anteil. Es ist gleich, ob der Wehrpflichtige Anfang, Mitte oder Ende August einberufen wird, sür August usw. entfällt jede Steuerpflicht, Während bei militärischen Uebungen nur die Staatssteuev sortsiel, die Kommunalsteuer aber sortzuzahlen war, fällt im Kriki,. jede Steuerpflicht fort. Auch der Entlassungsmonat bleibt steuerfrei. Nach Friedensschluß tritt die Steuerpflicht auf Grund der alten Veranlagung in Kraft. Des deutschen Mannes feste Burg. O Deutschland, liebes Vaterland, Jetzt greise slaik zur Wehre! Vom Hochgebicg zum Nordseestrand Schütz Haus und Hos und Ehre. Durch Luit, Land und Meer Ziel,« unser Feind daher, Nuss', Bril' und Franzos — Es treibt der Neid ihn blo? — Kanu uns ins Aug' nicht schauen. O Deutschland, liebes Vaterland, Jetzt dar! kein Man» dir fehlen. Mein Werkzeug wer! ick aus der Hand, Du mußt aui jeden zähle». Wer jung iroh gespielt, Nun mit der Büchs« zielt. Labt die Hobelbank, Jetzt beißt's: die Waffen blank, Das Träumen hat ei» Ende. O Deutschland, liebes Vaterland, Mit Wott magst du es wagen, lind wär'n sie nne des MeeieS Saud, Du darist und sollst sie schlagen. Gott nab guten Geist In unser Volk znmeist. Durch böser Tage Leid Ward uns das Reich bereit, Gott läßt es nicht zerbrechen. Mit Gott wir wollenS greisen an; Und ob auch viele sterben, ES bleibt doch mancher deutsche Mann, Tie Kinder möaenS erben. Cie mögen an nnS seh'n, Wie deutsche Männer steh'»; Und fliebt unser Blut, Den Unser» kommls zugut. Herr Gott, hils Weib und Kindern! Zur Geschichte des Köitigrcidjs Belgien. Ursprünglich war das heutige Königreich Belgien eine Provinz der Niederlande, nachdem es abwechselnd im Besitze des Hauses Habsburg. des Königreichs Spanien und Frankreichs gewesen war. Die Bereinigung mit Frankreich dauerte bi§ zum Sturz Napoleons I.. dann wurde Belgien aus Betreiben Englands durch den Londoner Vertrag mit Holland zum „Königreich der vereinigten Niederlande" vereint, dessen König Prinz Wilhelm von Oranien als Wilhelm I. wurde. Bald jedoch erwies sich der neugckbildete Staat als wenig lebensfähig. Das heutige Königreich Holland und das jetzige Königreich Belgien waren in wirtschaftlicher rrnd kirllnreller Beziehung zu verschieden; Holland betrieb Schiffahrt undi> ixntdel und war protestantisch, Belgien betrieb Gewerbe und Industrie und war katholisch, seiner ganzen geistigen Richtung nach auch durchaus französisch. Vor allem inuHte dtzs- halb schon die Einführung des Holländischen als Amtssprache große Unzufriedenheit erregen; auch fühlte sich Bcl - gien durch drückende Stenern und durch die Uäbernayme der großen holländischen Staatsschuld beeinträchtigt. Nach langen inneren Kümpfen brach endlich im Jächre 1830 der offene Aufsband aus; in der Brüsseler Oper bei Gelegenheit der Aufführung der Llnberschen Oper „Die Stumme von Portici", am 24. August 1830, wurde das Zeichen zur Rovo- lution gegeben. In Brüssel, der jetzigen Hauptstadt Belgiens, bildete sich eine vorläufige Regierung; ein Angriff der niederländischen Truppen auf die .Hauptstadt wurde nach viertägigem blutigen Kampfe zurückgeschlagen. Am 20. Dezember 1830 erkannte eine Konferenz der europäischen Großmächte in London die Selbständigkeit des befreiten Belgiens an und setzte die Grenzen der beiden Staaten fest. Zarny König des neuen Staates wurde am 4. Juni 1831 Prinz Leopold von Sachsen-Kvbnrg als König Leopold I. mit großer Mehrheit erwählt. Gleich im ersten Jahre seiner Regierung mußte er das Schwert gegen Holland ziehen, das sich noch immer nicht in den Verlust Belgiens finden konnte und die Beschlüsse der Londoner Konferenz für ungültig erklärt«. Wenn auch die Feindseligkeiten schon 1833 beigelegk wurden, war doch erst im Jahre 1842, nachdem Belgien sich zur Zahlung eines Beitrags zn den Ziitsen der holländischen StaatsschuM verpflichtet hatte, der äußere Bestand des Königreichs gesichert. Am 10. Dezember 1865 starb König Leopolds I.; ihm folgte sein Sohn Leopold II. und diesem sein Nesse Albert Leopold. Dessen Gemahlin Elisabeth ist die Tochter des verstorbenen Herzogs und Blind enarztes Karl Theodor in Bayern und somrt eine Mchte des Kaisers Franz Josef von Oesterreich, da Kaiserin Elisabeth ein« Schwester des Herzogs Karl Theodor in Bayern war. Belgien, das sich immer mehr zum großartigen Industriestaat entwickelt hat, innß heute als der innerlich am wenigsten gefestigte! und einer Revolution am meisten ausgesetzte Staat ' Europas angesehen werden. Paris nach der ersten Niederlage J8Z0. Die ersten Schlachten in diesem Völkcrkriege sind geschlagen, die ersten deutschen Siege errungen. Wie wird Paris diese Nachrichten aufnehmcn? Wird es die Wahrheit über-- Haupt jetzt schon erfahren? Wir wissen es nicht. Aber der Blütenkranz von falschen Meldungen, der uns soeben bekannt wurde, läßt vermuten, daß die Pariser die Wahrheit vorerst nicht erfahren werden. Wie die Dinge sich dort abspielcnj mögen, davon kann man sich ein Bild machen, wenn man an die entsprechenden Ereignisse von 1870 denkt. Ein gewiß unverdächtiger Zeuge, wenn man das Bestmögliche von den Franzosen hören will, Emile Olli vier, hat in seinem großen Werk über die Geschichte des zweiten Kaiserreiches auf Grund seiner persönlichen Erlebnisse die Stimmung in Paris nach den ersten Niederlagen geschildert. Kaiserin Eugenic hatte schon in der Nacht des 4. August die Meldung erhalten, daß die Franzosen bei Weißenburg geschlagen seien, aber sic hatte sie erst um 11 Uhr morgens des anderen Tages den Ministern mitgeteilt. Die Oeffentlichkeit erfuhr von diesen Kämpfen nur durch eine sehr abgeschwächte und veränderte Meldung: „Drei Regimenter der Division des Generals Douap und eine Brigade leichter Kavallerie sind von sehr beträchtlichen Kräften bei Weißenburg angegriffen worden. Die Truppen haben während mehrerer Stunden den feindlichen Angriffen widerstanden und sich dann zurückgezogen." Auch in dieser Fassung, die das Publikum im Unklaren ließ, war die Depesche geeignet, Beunruhigung hervorzurufen, und so drängte die Menge sich auf den Boulevards in einer furchtbaren Erregung. Lange Reihen von Fußgängern schoben sich aneinander vorüber, dazwischen standen Gruppen herum, in deren Mitte irgendein Redner möhr oder weniger falsche Nachrichten mitteilte. Man drängte sich an den Verkaufsständen der Zeitungen, dazwischen zogen wieder Trupps junger Leute, die zu ihren Regimentern gingen, vorüber, an chrer Spitze wurde eine Fahne getragen, Freunde und Bekannte gingen mit, und Kriegslieder wurden angestimmt, so daß die Stimmung immer erregter wurde. Während die Kaiserin nicht entmutigt schien und den Ministern, die ihr ihr Beileid bezeugen wollten, eine Stelle in der Bibel zeigte und sagte: „Nicht währ, läßt sich das nicht in einem günstigen Sinne ausdeuten?", stand Ollivier selbst ganz unter dem Druck schwerer Befürchtungen. Bon seinen Erlebnissen, während er sich zu Fuß nach den Tuilerien begab, erzählt er Folgendes: „An der Place de la Concorde traf ich auf Pferde, die kleine Fahnen aus ihren Köpfen trugen; ich sah empor und bemerkte, daß viele Häuser geflaggt hptten. Ich fühlte einen unbeschreiblichen Druck auf dem .Herzen., Ich hielt einen Borbcigehenden an und fragte ihn: „Warum diese Fahnen? Es gibt doch nichts Neues?" „O gewiß, mein Herr," antwortete der andere freudestrahlend, „man hat so« eben an der Börse die Nachricht von einem großen Sieg Mac Mahons angeschlagen. 25 000 Gefangene sind gemacht, und der Kronprinz ist darunter." Die Wirkung dieser gefälschten Depesche war unbeschreiblich. Im Augenblick war die Börse leer, die Menge zerstreute sich über die Straßen, um das Glück allen zu verkünden. Die Bravos, die Schreie, der Gesang der Marseillaise wurden mit Begeisterung ausgenommen, im Nu hatte sich die Neuigkeit über die Stadt verbreitet und die Erregung war in ein Delirium umgcschlagen____ Ich schlug einen eiligeren Schritt ein; auf dem Bendome- Platz geriet ich in eine wild erregte Menge, die Wutschreie gegen die Regierung ausstieß, die kein Wo» sage und die Siegesnachricht verbergen wolle. Mit Mühe kam ich unerkannt hindurch. Aber kaum war ich im Ministerium, so hörte ich die Ruse der Menge: „Ans den Balkon, auf den Balkon". Ich trat hinaus und sagte mit schmerzerfüllter Stimme: „Die heule an der Börse angeschlagene Nachricht ist ein unwürdiges Manöver. Eine Untersuchung ist eingelcitct, um die zu bestrafen, die in einem so feierlichen Augenblick die öffentliche Ruhe stören, die die Regierung aufrecht erhalten hat. Die Regierung gibt allen Zeitungen unverzüglich die Nachrichten, die sie erhält. (Eine Stimme: „Zehn Stunden später!" Rufe: „Die Börse schließen!") Sie fordern von mir die Schließung der Börse. („Ja! ja!") Das ist eine sehr schwere Maßnahme, zu der sich die Regierung erst nach reiflicher Ucberlegung entschließen wird. Aber was ich Ihnen sagen kann, das ist. daß alle Bvrsichtsmaßrcgeln gclrofseit sind, damit sich nicht von neuem ein so skandalöser Vorfall wiederhole. Hier alle Neuigkeiten, die wir haben: „Der Marschall Mac-Mahon zieht seine Truppen zusammen, um die Schlappe wieder gut zu machen, die eine unserer Divisionen erlitten hat." Eilen Sie durch ganz Paris und sagen Si« überall, daß die Regierung alle bestiminlcn Nachrichten veröffentlichen wird. Wenn sie gut sind, werden wir sic Ihnen mit Freuden mitteWen; sind sic schlecht, so werden wir sie Veröffentlichen mit dem festen Vertrauen, das; ein vorüber gehendes Unglück niemals Ihre Vaterlandsliebe »nd Ihren Ulla »den a» den glücklichen Enderfolg erschüttern wird. Setzen Sic Vertrauen in uns, wie wir Vertrauen in Sie setzen. Während unsere Brüder an der Grenze kämpfen, wollen auch wir genug Selbstzucht zeigen, um durch unsere Gedilld sie zu unterstützen und vereinigen wir unS in dem einstimmigen Ruf: „ES lebe das Vaterland, es lebe Frank reich!" (Beifall, Rufe: Es lebe Frankreich!! Rach diesen Worten verlief sich die Menge." Die Folge dieser Erlebnisse war der Beschluss der französischen Minister, einen der ihrigen nach Metz zn schicken, um den Kaiser zu unterrichten, welche Schwierigkeiten durch diese Art der Berichterstattung ent stehen könnten und zugleich einen direkten Eindruck von dem Geist des Heeres zu erhalten. Au» un- Candr ©icfjcn, 17. August 1914. Der Großherzog hot sich am Samstag vormittag mittels Sonderzuges zu den Truppen ins Feld begeben. Auf dem Hauptbahnhof hatten sich vor den Fürstenziminern Staatsmrniftcr Dr. v. Ewald, Oberstallmeister Freiherr v. Riedesel, Oberhos marsck-all von Ungern-Sternberg, Ordenskanzler Oberst Röder von Diersburg u. a. eingefundcn. Im Gefolge Sr. König!. Hoheit befinden sich Prinz Löwenstein-Werthcim, ^Gcneraladjutant Erz. v. Hahn, Major v. Massenbach und Rittmeister v. Schröder. Se. König!. Hoheit, der die graue Felduniform angelegt hatte, verabschiedete sich von den Zurückbleibendcn in herzlicher Weise und drückte dem Herrn S»aatsminister auch durch das Wagcnfenster nochmals die Hand. Als sich der Zug in Bewegung setzte, brach das anwesende Publikum in stürmische Hochrufe auf den Großherzog aus, der die Abschiedsgrüße dankend erwiderte. Dem Scheidendei; ivurden von den Damm zahlreiche Blumm- sträuße überreicht. Der Großherzog hat, wie Staatsminister v. Ewald in der „Darmst. Ztg." zur Kenntnis des Landes bringt, nachstehcndm Gruß an sein Volk gerichtet: An mein Hcssenvolk! Jetzt, wo ich im Begriffe bin, zu den Brüdern, die im Felde sind, zu gehen, dir im heißen Kampfe für die Freiheit des deutschen Geistes, des deutschen Volkes und unseres geliebten Hesscnlandes stehen, grüße ich euch noch einmal Alle, euch meine Hcsscnkindcr, die ich überallesliebe. Jeder Mann und ihr Frauen alle, die ihr zurücküleibt, seid nötig an unserer Stelle. Arbeitet mit fr-ohem Mut. niemand bleibe müßig: so werdet ihr zu Hause das erhalten können, wofür unsere Soldaten ihr Alles und ihr Leben opfern, das strahlende deutsche Reich, in dessen stolzer Krone mein Hrssenland eine der leuchtendsten Perlen ist. Gott grüße Euch! Ernst Ludwig. Während seiner Abwesenheit hat der Großherzog seiner Gemahlin der Großherzogin Eleonore die Regentschaft übertragen. Diese richtet, wie wir in der „Darmstädter Ztg." lesen, folgende Worte an das Volk: Der Großherzog, mein teuerer Gemahl, ist ins Feld gezogen um seinen Truppen nahe zu sein, die berufen sind, für unser Vaterland gegen dir Feinde zu streiten. Für die Dauer Seiner Abwesenheit hat Er mich mit Seiner Stellvertretung in Ausübung der Regierungsrechtc betraut. Ich weiß, daß unser Volk mir hierin treu zur Seite stehen imd mich in den schweren Aufgaben, die die Zeit uns auferlegt, unterstützen wird. Gott schütze den Großherzog, unsere Truppen und unser Vaterland. Eleonore Gvotzherzogin von Hessen und bei Rhein. * ** H uldigungsgruß der Universität an die Großhcrzogin. Rach der Ausreise des Grohherzogs sandte der Rektor folgendes Telegramm an die Großhcrzogin: „Eurer Königlichen Hoheit sendet nach schwerem Abschiedstag die Landcsunivcrsität wärmsten Huldigungsgrnß. Wir Zurück- bleibenden wissen uns mit Eurer Königlichen Hoheit eins in dem Gelöbnis, die sriedliclieu Güter der Heimat still und treu zu hüten für die draußen blutenden Brüder. Gott schirme Ernst Ludwig und Eleonore von Hessen. Ter Rektor: Eck." Die Großhcrzogin anUoorrete: „Ter Landesunwersität danke ich herzlich für ihren Huldigungsgruß. Ich weiß, daß sie mit mir zusammen arbeiten wird. Eleonore." ** Kinder-Fürsorge. Auf die Bekanntmachung des Ausschusses für Kindersürsorge in der Samstag-Nummer machen wir nochmals mit denr Anfügen aufmerksam, daß außer am Montag, den 17. August, auch noch am Dienstag, 1^8. August, nachm, von 2—4 Uhr Anmeldungen in der Stadtmädchenschnle in der West-Ablage cnlggengeiwmmen werden. ** Einlegung von Güterzügen zur Befördern n g v o n Lebensmitteln. Bis ans weiteres wcr- den auf einer Anzahl Strecken des Direktionsbezirks Frankfurt a. M. G ü t c r z ü g e gefahren, je ein Zug in jeder Richtung. Mit diesen Güter; üg cn können befördert werden: Lebensmittel aller Art und Vieh, Futtermittel aller .Art, Apotheker- und Arzneiwarcn aller Art, Mineralwasser, medizinische Instrumente, Mineralöle aller Art, Spiritus vergällt, Waffen, optische Instrumente, .Hefe, Druckpapier für Zeitungen, sowie Sendungen der Heeresverwaltung, als Militärgut oder als Privatgut dieser Verwaltung. Unterwegs bei Ansbruch der Mobilmachung angehaltene Güter dieser Art können, wenn verfügt, jetzt ivcitcrgcsandt werden. Die Züge befördern im,übrigen hauptsächlich Güter für Sta- tionen des Tirektionsbezirks Frmiksurt a. M. und verkehre;; u. a. aus folgenden S;reckcn: Gießen—Frankfurt a. M„ Gießen -Troisdorf, Gießen—Oberlahnstein, Gießen—Geln hausen, Gießen—-Fulda, Friedbcrg— Hanau-Ost, Frankfurt an; Main—Bad Homburg usw. Nähere Auskunft, auch über die Fahrpläne dieser Güterzüge, erteilen die Eilgut- und Güterabfertigungen. ** Die Beschränkungen des Po st Verkehrs im Inland und mit dem neutralen Auslände, die durch die bei den Postanstalten aushängenden Bekanntmachungen Nr. 1 und 2 an- bcordnct worden waren, sind eingeschränkt worden. 1. Es lst jetzt auch Privatpersonen gestattet, verschlossene Pakete mit Sanitäts material an Krankenhäuser, RoteKreuz- JBerctnc, Samaritervercine, -letzte usw. nach Elsa ß-L o t h r i n - gen und den übrigen für geschlossene Privatseudungen geiverrien Inlandsgcbieten (Bekanntmachung Nr. 1) mit der Post zn versenden, wenn der Absender vor der Ausgabe sich verpflichte;, dem Inhalt andere.als für sanitäre Zwecke bestimmte Sachen nicht bcizupacken. Die Postanstalten sind jedoch berechtigt, die Annahme solcher Pakete abzulehncn, sofern die Bernrutung eines Mißbrauchs dieser Vergünstigung begründet erscheint. 2. Privatpersonen dürfen verschlossene Postsendungen — Briefe n nd Pakete — an österreichische und ungarische Militärbehörden und Truppenteile (nicht an einzelne Militär- svnen) durch die Post versenden. Der Inhalt der Paket« darf jedoch nicht aus Gegenständen bestehen, die p'lusinhrbeschränkunqen unter liegen, worüber der Absender sich zu vergeivissern hat. ** FeIdvi» stbriefe. In der Bekanntmachung des Staatssekretärs des Reickts-Postamts vvni l. 'August ist besonders daraus hingewicsen worden, wie notwendig eine deutliche und vollständige Aufichrist für die Feldpostbriefe und.Feldpostkarten ist. Gleichwohl verwenden viele Absender auf die Anfertigung der Aufschrift lecher nicht die Sorgfalt, die eine schnelle Behandlung der Sendungen ermöglicht. Die Angaben der Aufschrist sind vielfach so undeutlich und unübersichtlich, daß ihre .Entzifferung die Bearbeitung der anderen Sendungen stört. Die Angabe „Soldatenbries, Eigene Angelegenheit des Empfängers" ist überflüssig. da am oberen Rande der Sendung „Feidpostbrics" oder „Feldpostkarte" angegeben sein muß. Dagegen muß unbedingt der Truppenteil, dem der Empfänger angehört, so genau angegeben werden, als es dem Absender irgend möglich ist. Wir machen unsere Leser nochmals daraus aufmerksam, daß sie gut daran tun, zu Mitteilungen an die Ange hörigen des Feldheeres vorg cd ruckte Feldpostbriesumschläge und Feldtvstkarten zn verwenden und diese Formulare recht sorg fällig, llar „ich deutlich ansznsüllen. Feldpostbriesumschläge sind zum Preise von 1 Psg. für je 2 Stück und Feldpostkartcn zum Preise von 5 Psg. für je 10 Stück bei allen Postanstalten, Pvst hilsstellen und amtlichen Markcnverkaufstellen zu haben. Auch können im Privatwege lrergestellte Feldpostbrieiumschläge und Feld- postkarten, die den anitlichen Mustern entsprechen, an vielen Stellen bezogen werden. P a k e t e an Angehörige der m o b i l e n Trup; e!n teile sind vorerst nickt zugclassen. ** Vereins-Spende Der Gesangverein Heiterkeit übergab dem Oberbürgermeister 100 Mark als vorläufige Svende zur Unterstützung bedürftiger Angebörigcn von Kriegsteilnehmern. Weiter bewilligte der Verein einen Betrag von 400 Mark als Beihille für die Angehörigen seiner am Feldzüge teilnehmenden Mitglieder. — Der Turnklub beschloß in einer Borstandssitzung, dem Roten Kreuz 50 Mk. zu übergeben. Ttarkenburg und Mcnihksscn. rm. Darm stad t, 14. Aug. Die auf Veranlassung des Großherzogs dahier auf der Marienhöhe eingerichtete Dun - canschule ist nunmehr mit Genehmigung des Großherzogs ausgelöst worden, und das hübsche Gebäude, das mit Unterstützung des Vereins für Förderung und Erhaltting der Elisabeth Duncanschule auf Großherzoglichem Boden seinerzeit errichtet wurde, wird zu Sauitätszwcckcn her- gerichtet werden. Die Großherzogin hat weiter angeordnet, daß in dem hiesigen Säuglingsheim ein Lazarett eingerichtet wird. Für den gleichen Zweck soll das Fürstenlager in Auerbach und im Bedarfsfälle auch das herrliche Sec- lrcimer Schloß ausgestattet und zur Verfügung gestellt werden. Ebenso sollen die Fürstenzimmcr iw Obergeschoß dl.'s Empsangsgebäudes im lsiesigen Hauptbahnhofe und die Gänge und Vvrrciume für das im Dienste des Roten Kreuzes stehende Pcrsvnal venvcndct werden dürfen. w O s I e » b a ch a. /M., 16 . Ana. Tie st ä d t i s che Hills- aktion bat am vergnnaenen.Samstag erstncalig eingesetzt, nachdem die Hill-be'i nugkeit der Einzelnen vorder durch Umtrage lestaestellt worden nt. Es hat sich gezeigt, daß die Zahl der Juli'- bednrltigcn weit größer ist, als man aniangs angenommen halte, und sich nicht allein ans die Angehörige» der in de» Krieg Gezogene» erweckt. sondern in ireit höherem Mgße aus die zahlreichen Arbeitslolc», die durch den Krieg erwerbslos geworden sind. Tw Zahl der llnterftütztinasbedüttiigen ist ans rund 8500 nngeivachse». Alan rechnet nädtilcherleits mit einem monatlichen Unterllntzmigs- beilrng von über 25n000 Alk., lo daß die täglichen Ausgaben dir die städtische Öwsaktion etwa 8000 bis 9800 Alk. betragen. Vorerst sind eine halbe Million inr diele Zwecks bewistigt »nd iveitere 50 ) 009 Alk. dakiir in Aussicht gestellt. Tie Unterstntznnge» er- iolgen in der Panplsachs mit Naturalien, die gegen Gntichnne in allen hiesigen Geschallen zn normalen Preisen von den Einzelnen bezogen werden. Daneben werden geringe Kelobeiräqe iür nn- vorliergescliene Sache» gewährt. Ter Staatszuschnß iür die An- aehörige» der llriegsteilnebmer beträgt sür die SomnierSzeil monatlich 14 Mk. und im Winter 16 Mk. und außerdem 6 Mk, sür ledes Kind. Kreis Wetzlar. A hb a ch , 16. Ang. Unter großer Beteiligung ivurde heute der 17jährigc Friedrich Bepler zur letzten Ruhe gebettet, welcher gestern beim Baden in der Lahn ertrunken ist. NcvMisMte». * Die Eisenbahnen der kriegführenden Staaten. Bei der ungeheuren Wichtigkeit, die die Eisenbahnen sür den Aufmarsch und die Konzentration der Truppen- massen haben, wird es interessant sein, die genauesten und neuesten Daten darüber zu erfahren. An der Svitze steht Deutschland ; es besitzt 62 784 Kilometer, d. h. 11,6 Kilometer auf 100 Quadratkilometer oder 9,5 Kilometer auf 10000 Einwohner. In der absoluten Zahl folgt nun Rußland, d. h. das europäische mit 62 198 Kilometer, aber da es über sechsmal so viel Flächeninhalt und das Doppelte an Einwohnern hat wie Deutschland, so kommen hier nur 1,2 Kilometer auf 100 Quadratkilometer und 4,8 auf je 10000 Einwohner. Frankreich besitzt 50 232 Kilometer. Da seine Fläche nur 4000 Quadratkilometer kleiner ist als die Deutschlands, so kom-, men nur 9,4 Kilometer auf je 100 Quadratkilometer. Hingegen ist der Prozentsatz der Kilometerzahl zur Einwohnerzahl, weil es nur 40 Millionen Einwohner hat, größer, nämlich 12,8 auf 10000 Einwohner. Oesterreich-Ungarns Eisenbahnnetz ist verhältnismäßig schwach entwickelt: es zählt 45 823 Kilometer, d. s. 6,8 Kilometer aus 100 Quadratkilometer und 9,0 auf 10 000 Einwohner. Serbien schließlich besitzt 936 Kilometer, d. h. 2,7 Kilometer auf 100 Quadratkilometer und 3,3 auf 10000 Einwohner. * Auch des Zaren Lunge reicht nicht zu, um die Sonne auszublasen" sagt eins der zahlreickx'n russischen Sprichwörter, die von den Grenzen der Zarenmachr handeln, und von denen wir hier eine kleine Blutenlese zum besten geben. So beißt es z. B. im Volksmnnd: Des Zaren Arm langt wohl ivcit, aber nicht bis in den Himmel — Der Zar kann wohl den Erdball erschüttern, aber nicht ans den Angeln heben — Auch des Zaren Masse gelten nichts, wenn Gott nicht Amen sagt — Dem Einäugigen wächst das Auge nicht, auch wenn er zum Zaren wird — Auch eines Zaren Gaul kann stolpern — Auch des Zaren Krone schützt vor Kopsweh nicht — Ter Zar geht auch nur auf zwei Füßen! Eine andere Gruppe von Sprichwörtern ivieder drückt das Bennißtsein des russischen Volkes aus, daß es die Fehler, die der Zar begeht, mitznbüßen habe: „Wenn der Zar sich erkältet hat," l>eißt es z. B., „hat ganz Rußland den Schnupfen", oder „Wenn der Zar sündigt, muß das Reich Buße tun". Hierher gehört auch die Redensart: „Stoße dich nicht an der Hand, Väterchen Zar, sonst müssen wir bcn Arm in der Binde tragen!" Gingesanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 16. August. Me über das Vaterland hcreingebrochene schwere Kriegsnot führt nicht nur die Parteien näher zusammen, sondern auch die Bevölkerung selbst. In so schwerer Zeit haben Standesunterschiede und dasCliguemvesen auszubören, ohne Ansehen der Person sollen wir alle einireten sür das Wohl unseres Vaterlandes. Diese Grundsätze nrüßtcn vor allen, auch beim Roten Kreuz Geltung lwben. Gerade unter den weiblichen Personen dürfte nicht daran; gesehen werden, wes Standes das junge Mädchen iit, welches sich freiwillig zum Roten Kreuz gemeldet bat. Mcjcnigen iungen Mädchen, die bereits einen Kursus durchgemacht haben und fähig sind, sofort sich unter dem Roten Kreuz praltisch dienstbar zu machen, sind in erster Reihe hcranzuziehen, dann würde es vielleicht nicht notwendig sein, daß junge Damen, nvil sie die Töchter höchstehender Beamten oder hochsteheirder Persönlichkeiten der Stadt sind, erst einem Kursus untenvorten iverden müssen, während andere tunge Mädchen, die solchen Kursus bereits hinter sich haben, zur G : te stehen und noch nicht einmal wissen, ob sic überhaupt, trord nt sie üch gemeldet haben, hcrangezoqcn werden. Gerade junge Mädchen der arbeitenden bürgerlichen Bevölkerung geben die Gewähr, daß sie ÄuÄxiuer in der Arbeit haben und meist tveniger zarte Nerven besitzen als junge Damen ans hohen Kreisen, die bisher noch nicht nötig hatten, lich mit schwerer Arbeit zn beschäftigen. Dem Roten Kreuz unterstellen sich alle ohne Unterschied der Personen, deshalb muß auch hier jedes Standesvorurleil wegfallen und nicht Mißstimmung hervorgerufen iverden dadurch, daß Damen ans den höchsten Krei>en bevorzugt werden, wenn ans den bürgerlichen Fa- milien solche jungen Mädchen da sind, die den vom Roten Kreuz gestellten Anforderungen von vornherein gewachsen sind. vüchertisch. - F l e n> m i n a s d e u t s ch -! r a n z ö s i f ch - r i, s s i s ch e Krieg starte, Maßstab 1:2000000, Mk. ],—, bietet e ne vorzügliche Ueberstcht über den ganzen deirtsch-lranzösisch-riissiiche», sowie über den größten Teil des österreichiickien striegdschniivlatzes und aestattet durch die dicht«, trotzdem ober klare Befchri'lnng auch dse Derlolgnng der einzelnen KricgSereig,risse. — Flemmings 2 p e z j a l k a r t e sür den deutsch-französischen Krieg, Maßslab 1:600 900, Mk. I,—, isi ebenialls sehr emvieblenSwcrt. Tie in ihren Einzelbeiten klare und auch iür die Veriolauug der Einzelvorgänge an> dem Kriegsschauplatz vorzüglich geeignete Karte ist begrenzt im Osten durch Franlsntt a. Al., im Norden durch stöln, Brüssel, Hille, im Westen durch Paris, im Süden durch Tijon und die Südgrenze Deutschlands. Sie enthält also die gaiize deutsch-traiizöstsche ö'tcnjc, Luxemburg, ei» Stück Niederlande, bei, vorzngsiveise iit Betracht kommenden Teil Belgiens, vor allein aber auch das gnnze lran.zöstsche Gelände bis über die Westgreiize v»i, Paris lünanS. Tie statte ist sür jeden Zeitiiiigtz» lescr, der die Vorgänge anl dein deiilscki-sraiizönsch-bclqiicheii Rriegs- schanvlatz veriolgei, ivill, von aiißerordentlichein Wert, da auch die kleinsten Orlschalte» die irgendwie bei den striegsereigniffcn nenaiint ivcrdeii köinite», a»l ihr eiilhn! ea sind. — Tie starten sind » n r durch den Bnchban et z» beziehe». — Ileberlichtskarten des deutsch-russischen und des dentsch-sranzösisch-belgischen K r i e g s s ch a u v l a tz es in hand- licheni Taschenformat sind soebcii ziiiii Preise von je iinr 20 Pig. im Verlage von Georg Wagner L Eo. in Nürnberg 'erschieiien. Tle vieriarbiq (tcbrucfteit, au'geschlagc» 20:32 Cemimeler großen Pläne bringen eine genaue lledersicht der Grenzgebiete >i»d ge- fintten an! Grund der täglichei, Kriegsberichte eine bequenie Ver iolgimg der Entivickliing der Kriegslage. wöcyentl. Uederficht dcrTo-e?fä8e i. d.Ztadt Gletzeir. 31. Woche. Pom 26. Juli bis I. August 1914. (Einwohnerzahl: anqenonimcn zu 32 9)0 (ttifl. 1600 Mann Militärs Sterblichkeilszisjer: 20,0»/^ nach ?lbzng vo>i 7 Ottsice noeii: 9,50'7^ Kiiider E; starben an: Znsaimnen: Erwachsene: tut vom Tuberkulose 2 1.2 2 ebensjahr: 2.—15. Fa l)r : Tarmkatnrrh 1 — — l jserzsctzlcr 2 ( 2 ) 2 (2) — — Sniigeneriveiterting 10) 1 (1) — — Schlagsin» 1 I — — Gehirnerweichung 1(1) 1 (1) — — Niereukrankhcit 2(1) 2(1) — — Krebs I 1 — — Weißblütigkeit 1 0) 1 (1) — — Brnchleiden 1 0) 1 (1) — — Summa: 13 (7) 12 (7) — 1 An m.: Die in Klanimcrn gesetzten Zissern geben an, wie viel ttr Todesfälle in der betressenüen Krankheit au; von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. WettcranSsichten in Dessen am Dienstag, beit 18. Ang. 1914: Wechselnd bewöllt, nur vereinzelt ßliederschläge, kühl. Letzte 2?ttcHpici;ten. Ein Grünbuch der italienischen Regiening. Berlin, 17. Anq. Der österreichisch-ungarische Botschafter Freiherr von Macchio hatte eine mehrstündige Besprechung mit dem Unterstaatssckrctär des Ministers de; Aeußern, da San Giulianv erkrankt ist. Die italienische Negierung veröffentlicht demnächst ein Grünbuch zur Rechtferttgung ihrer Haltung. (Boss. Ztg.) In Rußland verschleppte Dentt'chc. Berlin, 17. August. Im „Berliner Tageblatt" liest man: Ein Dokument, das man noch nicht genügend beachtet hat, soll ein Ukas des Zaren sein, der das -AcksicksaL der in Rußland lebenden Deutschen und Oestcrreicher bestimmt. Nach diesem Ukas sind die wehrpflichtigen Deutschen und Lesterreicher nach verschiedenen Gegenden Rußlands verschickt. Es sei bekannt geworden, daß Deutsche, darunter Familien mit Kindern, nach Sibirien verschleppt wurden. Wäre es nicht angebracht, mit Hilfe neutraler Staaten die Wahrheit festzustellen? Schamlose Frauen. Stuttgart, 17. Aug. Bei der Ankunft der französischen Gefangenen am Donnerstag abend haben sich hier unwürdige Szenen abgespielt. Eine Anzahl Damen drängte sich an die Gefangenen heran und, überreichte ihnen Blumen. Am andern Morgen haben sich einige Damen im Lazarett erkundigt, ob es gestattet sei, den Gefangenen Sch v- kolade und Rosen zu bringen. Das Vorgehen hat die größte Entrüstung des Ptlblikums hervorgerufen, und auch die Presse hat dieses Verhalten scharf verurteilt. Die Stimmung der großen Massen in Frankreich. Rom, 17. Aug. Pariser Briefe in der „Tribüna" und dem „Giornale d'Jtalia" lassen erkennen, daß der Gemütszustand der Pariser Bevölkerung der zuversichtlichen Stimmung der Regierung sehr wenig entspricht. Die Presse gibt sich alle Mühe, die traurige Sachlage milde zu verzeichnen. Die Einnahme von Mülhausen habe alle Herzen mit Jubel erfüllt. Den schrecklichen Rückzug nach Frankreich habe man erst aus englischen Zeitungen erfahren. Jedermann im Volke sei gedrückt und inan sehe trübe in die Zukunft. Tie Lebensmittelläden habe die Bevölkerung eine Stunde nach der Kaiegserklärung blank ausgekauft gehabt und sich für eine Belagerung versorgt, als ob sie unvermeidlich imire und viel härter als die vor 44 Jahren. Den Sieg halte jede rmann für ausgeschlossen. __ -. 1 » Koste Kart« von Mitteleuropa mit iänttl. anichlieüciid. Krieaoicbauplätzen, sowie90 Seiten starkem Orts- registcr znr Icickit. Auinndiina kleinerer Plätze, Gr. 80: 110 cm. Preis N. M. , ohne Cttär. M. 1.50. Oskar llorn. Verlag. Leipzig 51, PüschtgsttaBe S. Die berühmte Milch der kernaciuuden Gebirgokube deck Allgäus ist enchalien im Nestle scheu Stin&crmcOI. Desbalv :it cs in geilen sev Milchknaoicheil ratsam, bei der Säuglingscriiäbriing zu diesem Präparat zu greisen. Ed leistet gute Dienne beim Eniwübncn oder als Beikost zur Brultnabrung. Jniolge seines Woblgeichmackes und der lcichien Bcrdaulichkcii, wird es von den Kleinen gern gc- nommen und qm vertrage». Probcdoie nebst illustr. Broschüre erhält jedermann aus Wunsch von Nestlet Kmdermehl G. in. b. H., Berlin IV. 57, Bülowstraße 56. 850»s -,**5 Todes-Anzeige. Nach langem schweren Leiden verschied heute morgen 4 Uhr unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater und Urgrossvater Herr Jakob Wagner II, im Alter von 78 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: L. Wagner III. ^ Allendorf a. d. Lahn, den 17. August 1914. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. d. M. 3 Uhr statt. Bekanntmachung. Gemäß dem Ncichsgesetzc vom 5. August ds. Js. ist in (ließen für den Geschäftsbezirk der Reichsbankstelle zu Gießen eine Darlchnskasse errichtet worden, welche ihre Tätigkeit am 5. August ds. Js. aufnimmt. Die Geschäftsräume der Darlchnskasse sind mit denjenigen der vorgenannten Reichsbankanstalt vereinigt. Die Geschäftsstunden sind aus die Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags festgesetzt. Der Vorstand der Darlchnskasse besteht aus den Unterzeichnete«, von denen der an zweiter Stelle Genannte als Reichsbcvollmäch tigter fungiert. Gießen, den 5. August 1914. 9070D Ier Sotfttnii der DeriehiMe z« Gieße». Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres innigst- geliebten treuen Gatten und herzensguten Vaters sagen wir auf diesem Wege tiefgefühlten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Oberpostsekretär Stetter u. Kinder. Giessen, 17. August 1914. 9245 Beka^iifmaeli aasig Mit Rücksicht auf die durch die Mobilmachung erfolgte Verminderung unserer Arbeitskräfte sehen wir uns im Interesse unserer sonstigen Bureau arbeiten genötigt, den Verkehr des Publikums bei unserer Kasse auf die Vormittagsstunden zu beschränken. Die Zahlstunden finden daher bis auf weiteres nur werktäglich vormittags 8 bis t Uhr statt. Giessen, den 14. August 1914. 9er Vorstand der Bezirkssparkasse Giessen. Zach eis. : ____________________MannpBHipBaaiiaBBaJI I I : ♦ ♦ I EinewillkommeneGabe Müller, Kaiser!. Bauldircktor. Hosmann, GroßH. Oberstaatsanwalt. A. Zrhr. von Zungenfeld, Rentner. Adolf Noll. Kommcrzicnrcit. Verein ehemaliger 116er Kaiser- Wilhclm-Negiment Gietzen. Unseren Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Verein mehrere Zentner Kartoffeln angekauft hat, die zum Preise von 4 Pfennig per Pfund bei Kamerad Öhler, Neustadt 8 in Empfang ge nommen werden können. l928S C Ter Vorstand. verkaufe sämtliche Artikel, welche fürKriegszwecke bestimmt sind, auch irn einzelnen zu den gleichen Preisen wie an Händler. Mein Lager besteht in: Unterhosen, Unterjacken, Hosenträger, Strümpfen, Taschentücher, Ohrenschützer, Strohsäcke, Bettkolter, Stauchen, Bettücher. Sigmund Jacob, ö Bahnhofstrasse 54 I. Ich kaufe Hafer und Roggen alter und neuer Ernte. 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