Nr. M Der Stctzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beitagen: viermal wöchentlich SiebenerFnmilienbtäUer: zwennat wöchentl.Xreir- dlctt für de« LreiL Stehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatk. rand- wirtschafttichescttftNy«, Feriijprech - Asfchlüflc: kür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition Sl Adresse iär'Depeschen: An zeig« r Httetzc». »nnakfi»« von Anzeigen tür die Tagesinunmer bis vormittags 8 Uhr. Erstes Blatt W. Jahrgang Samstag, 15. August Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen 8otatio«-r»ck uni» Verlag -er vrühl'sch«« Uaiv.-Vuch- und §tem-ru«kerei R. Lange. Redaktion. Lrpedition und Druckerei: Schulstrahe 7. An^eigeüteN: h? Beck Bezugspreis: monatlich 75 P(„oierlel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen »nonatlich 65 Ps.; durch diePost Mt. 2.— viertel« jährll ausjdjL Beslellg. Zeilenpreis: lokal 15 Ps, auswärts 20 Pfennig. Chesredakteur: A Goey. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goe?; für .Feuilleton^, .Vermischtes^ und.GerichlS- saal": Karl Neurath; Die Zeit der Vorbereitung. aufopfernde .Hilfe wird erst beim Eintreffen der Kranken und Verwundeten geleistet >»erden müssen. Wen Neugier zur Verteilung von Gaben an die Bahnhöfe treibt, der bleibe lieber daheim. Glaubwürdige Augenzeugen versichern uns, das; es auch hier in GießenFvauen und Mädchen gilt, die bei ihrer Hilfeleistung den hohen Ernst der Sache vergessen haben. Es soll da initunter ein Absuchen der Wagen 2, Klasse stattgefunden haben, um in erster Linie den Offizieren die zarten Hände entgegenzustrecken und Enttäuschung in den Gesichtern zu zeigen, ivenn das Bemühen keinen Erfolg hatte. Wollen wir das Wort unseres Kaisers vergessen, daß wir jetzt alle Brüder sind, die einfachen Soldaten ebenso gut wie ihre Vorgesetzten^ Prüfe sich jede, ob sie so reinen Herzens der heiligen Sache dient wie die Jungfrau Jeanne d'Arc, die von sich sagen durfte: „Mich treibt nicht eitles, irdisches Verlangen." Wenn wir auch nicht aus dem blutigen Felde der Gefahr irns befinden, so tut cs uns doch not, daß wir des Geistes Ruf richtig verstehen. Des Kaisers Dank. Wie die „Stratzburger^Post" mitteilt, fand des Kaisers Anerkennung über den Sieg der Deutschen bei Mülhausen Ausdruck in folgendem Telegramm: An das Armeeoberkommando: Dankbar unstrm Gott, der mit uns war, danke ich auch Ihren braven Truvven für den ersten Lieg. Sagen Sie allen beteiligten Truvven meinen kaiserlichen Dank, den chr oberster Kriegsherr Ihnen im Namen des Vaterlandes ausspricht. Wilhelm I. 8. Das Oberkommando ließ folgendes Antwortielegramm an den Kaiser abgehen: Ans dieses Telegramm gibt es nur die eine Antwort: Seine Majestät der Kaiser Hurra! Der Admiralöstab der Marine gibt bekannt: Dem Admiralsstad gehen täglich Anregungen für unser« Seekriegsführung zu, welche zeigen, wie lebendig das Interesse für unsere Flotte im deutschen Volke ist. Bei der Fülle der Arbeit ist es lrider dem Admiralstab nnmög- lich, auf jede derartige Eingabe zu antworten. Tic Einsender dürfen sich jedoch versichert halten, daß die Anregungen ans fruchtbaren Boden fallen. Tic beschleunigte Einsendung ausländischer Zeitungen an die Sektion 3 8 des Großen Generalstabs in Berlin NW. 40 wird nach »vie vor mit besonderem Dank ent-, gegengenommen. Eine Rücksendung, die teilweise erbeten »vnrde, kann nicht stattfinden. Zeitungen, die älter als acht Tage sind, haben keinen Wert. Deutsche Warnungen. Die „Nordd. Allg. Ztg." teilt folgendes mit: Als deutschcWarnungenistanFrankreichundBel- gien durch Vermittelung einer neutralen Macht folgendes mitgeteilt worden: 1. der französischen Regierung: Meldungen der deutschen Truppen lassen erkennen, daß dem Völkerrecht zuwider in Frankreich ein Volkskrieg organisiert wird. In zahlreichen Fällen schossen Landeseinwohner unter dem Schutze bürgerlicher Kleidung heimtückisch auf deutsche Soldaten. Deutschland erhebt Einspruch gegen eine derartige Kricgssührung, die dem Völkerrecht widerspricht. Die deutschen Truvven haben die Anweisung erhallen, jede feindselige Haltung der Landeseinwohner mit den fchärssten Maßregeln zu unterdrücken. Jeder Nichtsvldat, der Waffen iührt, jeder, der die deutschen rückwärtigen Verbindungen stört, Telegraphendrähte dnrchschncidct, Sprengungen vornimmt, kurz in irgendeiner Weise unberechtigt an der Kriegshandlungi teilnimmt, w i r d sofort st a n d r e ch t l i ch erschossen. Wenn die Kriegsführung hierdurch einen besonders schroffen Charakter annimmt, trifft Deutschland dafür nicht die Verantwortung. Frankreich trifft allein die Verantwortung für die Ströme von Blut, die sie kosten wird. 2. der belgischen Regierung: Die belgische Regierung hat Deutschlands aufrichtig gemeinte Anerbietungen zurückgewiescn. ihrem Lande die Schrecken des Krieges zu ersparen. Sic setzte dem deutschen, durch die Maßnahmen der Gegner Deutschlands gebotenen Einmarsch bewassneten Widerstand entgegen, sic hat den Krieg gewollt. Trotz den Note vom 8. August, in welcher die belgische Regierung mit- teilt, daß sie gemäß dem Äriegsgcbrauch den Krieg nur mit den uniformierten Mannschailcn sührcn werde, haben an den Kämpfen um Lüttich zahlreiche Truppen unter dem Schutze bürgerlicher Kleidung teiigcnommen. Sic schossen nicht nur auf die deutschen Trupven, sic erschlugen in grausamer Weise Verwundete und schossen A c r z t c nieder, die ihren Beruf erfüllten. Gleichzeitig verwüstete in Antwerpen der Pöbel deutsches Eigentum barbarisch, Frauen undKinder wurden in bestialischer Weise n i e - dergemetzelt. Teutschiand sordcrt vor der ganzen gesitteten Welt Rechenschaft für das Blut dieser Unschuldigen und für die jeder Zivilisation hohn sprechende Kriegführung Belgiens. Wenn der Krieg von nun ab einen grausamen Charakter annimmt, trägt Belgien daran die Schuld. Um die deutschen Truppen vor der entfesselten Volks- leidensclzast zu schützen, wird von nun an jeder Nichtuni- formierte, der nicht durch deutlich erkennbare Abzeichen als zur Teilnahme am Kainpsc berechtigt bezeichnet ist, als außerhalb des Völkerrechts stehend behandelt iverden, wenn er sich am Kampfe beteiligt, die deutschen rückwärtigen Verbindungen stört, Telcgraphendrähtc dnrchschncioet, Sprengungen vornimmt, kurz in irgend einer Weise unberechtigt an der Kriegshandlung teilnimint. Er wird als Franctireur behandelt und sofort standrechtlich er- s ch o s s e n werden. Eroberte Geschütze. Berlin, l4. Ang. Vor dem Kaiserpalast in Straßburg i. E. stehen seit gestern die ersten 4, den Franzosen in der Schlacht bei Mülhausen abgenommenen Feldgeschütze, die von den Mannschaften unter dem Jubel der Bevölkerung cingebracht wurden. Ebenso stehen vor dem Generalkommando in Allcnstein vier eroberte russische Geschütze. * . * Die beschränkte Kaperei. Es gibt Friedensverträge und Kriegsvcrträge, d. h. Vereinbarungen, die zwischen feindseligen Staaten während des Krieges abgeschlossen werden und bestimmte gegenseitige Bin- düngen erzielen. Ter Waffenstillstand z. B. ist ein Kriegs« vertrag. Ein solcher ist auch das Abkommen, das die deutichc Wir müssen uns mft Geduld wappnen. ES ist selbstverständlich, daß jeder und jede Deutsche von Tag zu Tag mit klopfendem Herzen die neuesten Meldungen erwartet, aber wir dürfen nicht enttäuscht sein, >r»enn unsere Spannung, vorläufig iwch nicht befriedigt wird. ?luch beute sind keine Mellmngen von nennenswerten Ereignissen eiwgetroffen. lleber die Haltung Italiens braucht man nicht viel Worte zu machen; daß der italienische Botschafter in Berlin nach Rom gereist ist zu mündlichem Bortrag, daß ans der .ordern Seite der österreichische Botschafter in Rom wegen Krankheft nach Wien zurückgekehrt ist, das könnte müßigen Zeichendeutern wieder Anlaß zu allerlei Vermutungen geben. Wir wollen darauf verzichten, diese dürftigen Zeichen zu deuten, wollen auch den Schilderungen einiger Zeitungen über die Stimmung in Rom iricht zu viel Bedeutung beilegen. Es heißt auch hier: ruhig abwarten! Wenn unser deutscher Generalsdab, auf dessen Käachrichten wir fast aus- stiließlick» angewiesen sind, sich sehr kurz saßr und nach dem ^orbilde Moltkes in der Zeit der Vorbereitungen sich in Schweigen hüllt, so wollen wir dazu unsere Zufriedenheit anssprechen, und die strenge Geheimhaltung aller Bewegungen und Geschehnisse, die mit dem Aufmarsch der Heere zusammenhängen, ist ganz selbswerständt!ch. Die Weltgeschichte wird nicht gemacht, um neugierige Schwätzer zu befriedigen. Diese Stunden der Vorbereitung großer Ereignisse sind dazu geschaffen, daß wir ein wenig znrückdenken und unser Deutschtum reinigen von allen Schlacken uird Unzierüen, die ihm noch anhängcn. Mit erfreulicher Frische hat sich bereits die Bewegung gegen die Fnftndtümelei und die Verunreinigung der deutschen Sprache mft ausländischen Brocken gellend gemacht. Erschütternde und schwere Erlebnisse läutern die Seele des Bettoffenen, hämmern seinen Charakter und lassen die Spreu vom Winde zerstteben. So müssen die jetzigen großen Zeiten auch in dem Leben unseres Volkes wirren, Manche lästige Spreu fliegt uns dabei aber nocb in die Augen. Da sind z. B. die betrübenden Vorgänge, die sich in Frankfurt bei der Einbringung französischer Kriegs- gesangenen ereignet haben. Nach den Berichten der dortigen Zeitungen hat ein Teil der holden Weiblichkeit dabei allen Anstand und allen Takt vergessen und sich schamlos an die Fremden heran ged rängt. Solche Elemente müssen derbster Zurechtweisung und allgemeiner Verachttmg überliefert werden. Das Frankfurter Generalkommando soll denn auch beabsichtigen, solche Personen der Polizei vorzuführen, da- mft ihre 'Namen in den Zeitungen veröffentlicht »verden. Aber auch die weniger grassen Erscheinungen müssen beachtet werden. Es ist auch unwürdig, wenn man den gefangenen Franzosen mft zuviel Freundlichkeit und zuviel humanem Interesse begegnet. Man begnüge sich damit, den Behörden (Mb und Gaben zu überweisen: das Los der Gefangenen zu besümmen. ist Sache der zuständigen Stellen. Man lasse die gefangenen «heguer die Zeit ihrer Gefangenschaft mir Ar b e i t verkürzen und begegne ihnen, wenn nian sie überhaupt erblickt, kühl und gleichgültig. Wer im Publikum sich anders benimmt, der stellt seinem Charakter ein Armutszeugnis aus. Tie hilfstätigkeit, die gleich bei der Mobilmachung eingesetzt hat, ist zu loben, aber sic muß im rechten Geiste verstanden und ausgesührt werden. Die schwierige und wie die Preußen mit dem alten Fritze in den Krieg zogen. Wenn unsere Feinde glaubten, der Schlachtenmut der Deutschen sei erswrben, so haben sie sich qeivaltig geirrt: ein schlachtenmuftges Volk waren die ollen Deutschen, »vie Tacitus sic kennen lernte, ein kriegerische- Volk waren sie zur Zeit deS alten Fritz. und genau io sind sie es noch heute: mit der gleichen Siegeszuversicht, mit dem gleichen Todesmutc ziehen sic dein Feinde entgegen. Etwas anders ging es zur Zeit des alten Fritz freilich zu, aber der Geist desj Heeres war dennoch derselbe, der er heute ist. v. Scharscnort hat in seinen Kulturbildern aus der Vergangenheit des altpreußischen Heeres, die bauptsächlich aus zeitgenössischen Quellen schöpfen, auch geschildert, wie der alte Fritz mit seinen Preußen in den Krieg zog. Die Marsche waren lang und anstrengend und so suchte man sür die Autiminlcruna der Leute zu sorgen, so nahm ein Leutnant, als er merkte, daß seine Leute ansingen. marode zu iverden, den Feldwebel und noch drei Mann, die Violinen mitführten, auch einige sangeskundige Soldaten, nach vorn. Diese sftmmten ein plattdeutsches Hochzeitslied an und der erste Zug »mißte bei dem Schluß eines jeden Verses als Rundreim singen: hoho, hoho . . . Das wirkte überaus anregend. hieß cs vom Quartier Abschied nehmen, so gab es Tränen, damals »vie heute. „Jetzt wurde Marsch geschlagen", so heißt es in der Schilderung eines Abmarsches aus der Berliner Krausensttaßc im Jahre 1756: „Tränen von Bürgern und Soldatcnlveibern stoßen zu Dausen. Auch die Kricgsleute selber, die Landeskindcr nämlich, welche Weiber und Kinder zurückließen, waren ganz niedergeschlagen, voll Wehmut und Kummer: die Fremden jauchzten heimlich vor Freuden und riesen: endlich ist unser Erlösung da! Jeder war bebünbelt wie ein Esel, erst mir einem Degengurt umschnallt, dann die Patronenlasche über der Schulter mir einem fünf Zoll langen Ruinen. über die andere Achsel der Tornister mit Wäsche usw. bepackt: item der Habersack mit Brot unc> anderer Fourage gestopft. Hiernächsl mußte jeder noch ein Stück Feldgerär tragen: Flasche, Kessel, haken, oder so >vas, alles au Riemen: dann erst noch eine Flinte, auch an einem solchen. So waren wir alle fünfmjal kreuzweis über der Brust geicklosien, daß anfangs jeder glaubte unter solcher Last ersticken zu nui'ien. Dazu kam die enge, gepreßte Montur und eine solche hunbstagshitzc, daß mirs manchmal deuchte, üb geh' auf glühenden Kohlen. Wenn ich meiner Brust «in wenig Lust machte, kam ein Dampf heraus wie aus einem siedenden Kessel." Wie vollzog sich damals der Aufmarsch? „Der König ließ die Armee treffenweise marichlerai, um i-derzeu zur .Schlachtordnung übergehen zu können. Die Truppen formierten sich, wenn kein Zusanimentresfen mit dem Feinde zu betürchieu »var, in drei Kolonnen, an deren Spitze sich Zftnmcrlcute und Pontoniere bc fanden, um die Wege auszubessern. Tic Truppensahrzeuge folgten hinter den einzelnen Kolomten, »vährend der Artillcnetrain auf der Hauptstraße hinter der Armee seinen Platz Halle. Kein Offi- zier durfte seinen Zug, kein Soldat seine Rotte verlassen. In kurzer Zeit war die Kolonne gefechtsbereit." Eine ganz andere Rolle als heute, spielte zur Zeit des alten Fritz der „Troß". „Einem Obersten standen zu: eine Chaise mit zwei bis vier Pferden, außerdem ztvci Packkaleschen, sechs Packpserde oder Esel und vier Reitpferde. Einem Kavitaine, heißt es im Reglcuient, »vird „nichts inehr an Bagage imd Eonipage gut getan als ei» ftompagnic wagen, ein Wagen vor ihm, ein Brotwagen iind zwei Reitpferde." 2cm Subalternossizicr stand kein Wagen zur Verfügung, wohl aber „wird ihm ein Pack-Pferd und ein Pferd gut getan". Um sofort gegen die „Knechte" bei der Bagage einschreiten zu können, befand iich da der Generalgewaltige, d. h. der P r o s o ß , der ohne iveiterc Umstände Missetäter auiknüpien ließ. Die Koinvagnic konnte einen Marketender mit ins Feld nehmen, der einen Eid ablegeu mußte." Einigen Soldatenweibcrn war gestattet, die Truppe zu begleiten: ihnen war auch erlaubt, zu Marketendern: sie wurden von dem Prosoß geführt. Unter den Packknechten, die alle gleiche Uniformen trugen, die aber durchaus von derjenigen der Sol daten verschieden war, gab cs tressliche Leute, die ihren Herren unschätzbare Dienste leisteten, da während der Schlacht und aut dem Marsche das Eigentuni ihres Offiziers ihnen allein anvertraul war. Es handelte sich dabei oft um recht bedeutende Werte. Die Offiziere bedurften daher zuverlässiger Lculc, denen cs auch nicht an Mut gebrach, den Kamp» mit feindlichen Panduren und hu- saren auszunebmen, die während der Schlacht mit Vorliebe bei der Bagage vorzusprechen pflegten Auf dem Marsche mußte alles gc- kauit iverden. Kein Offizier oder Soldat durste von dein Witte auch nur das geringste iordeni, wofür jeder Ossizicr „mit seiner Ehre repondieren" soll. Strenge Sttase traf den Zuwiderhandelnden. — Bielen Dorfbewohnern waren Soldaten ganz unbekannte Wesen, vor denen sie eine unbeschreibliche Furcht hatten. Hülsen erzählt, daß er seine Mahlzeiten mft dem Major entnahm und von seinem Wirte nicht» verlangte. Gleichwobl konnte er nicht Kindern, daß seine Wirtin ihm allstündlich zu effen anöol. „Dreimal hielt ich cs aus, bedankte mich sehr, und sagte ihr, daß ich sic bäte, mich in Ruhe zu lassen. Sie ging auch, aber schon nach einer Stunde war sie wieder da. Ick saß mft dem Rücken nach der Türe und las in einem Buche. Platsch, stand die Schüssel mit Sauerkraut und Schweinefleisch vor mir aus dcui Tische." - * ' ■ — Die „Feuertaufe" der „W acht am R b c i lt". Schueckenburgers Lick» von der Wacht am Rhein, das 1840 aus Entrüstung über einen kecken Plan von Thiers entstand und damals nur das Echo schwungvoller Gegcnstrovlfcn erweckte, bat erst 1870 gleichsam seine „Feuertaufe" erhalte», indem cs aut den Flügeln der Vertonung .von Karl Wilhelm den deutschen Heeren rwranslog über Frankreichs Grenze», .heute, da der mannhafte Ernst und der immdcrvolle Zauber diese» deutschen Ge'änges seine Wiederauserstebung in Millionen Kehlen und Herzen erlebt, darf daran erinnert »verden, wie nnbekannt das Gedicht vor dem deutsch-französischen Kriege »var. wie es damals erst wieder entdeckt iverden innßte. Ein Beweis dafür ist die ergreifende Geschichte, die Prinz .Kraft zu hoftenlohc-Jngclfingen in seinen Le- benscrinnerungen davon erzählt, wie er zum ersten Male die „Wacht am Rhein" hörte, »nie er ihre Feuertaufe aut sranzösischem Boden insierlebte. Am 8. August 1870 lag das Gardckorp- bei Moranweiler: von den Biwatfenern der Truppen lünlc Heller Gesang durch den trüben regnerischen Abend. Ter Prinz ging zu einem der Feuer und fand dort die besten Sänger des 2. Garderegiments, die verschiedene Lieder mit großer Vollkommenheit vor- tnigen. „Auf meine Bitte sangen ffc auch die „Wacht am Rhein". Ich hatte so viel von diesem Liede reden, es aber nie vollständig singen hören, heute zum ersten Male auf französischem Boden, in dunkler Nacht am Biwakseucr, selbst die Wacht am Rhein mit- haltend, klang mir das Lied besonders schön und ergreifend. Malerisch saßen und lagen sie da, die ffmgcn Männer mit den sonnverbrannten Gesichtern, meist von schwarzen Bärten uinrahmt. Sie waren lustig und guter Tinge und freuten sich au> die kommenden Taten, den winkenden Ruhm. Ich merkte mir die Vorsänger, dankte und ging. Eli 'Tage später suchte ich das Biwak des Bataillons »vieder aut. 'Mau sang nicht. Ich fragte nach den Vorsängern. Es war keiner mehr am Leben. Wir hatten Tags zuvor die Schlackt von St. Privat geschlagen Seftdcm Imbe ich mehrere Jabrc hindurch die „Wacht am Rhein" nickt mehr hören können, ohne so tief beivegt zu werden, daß ich fürchten mußte, mich weich zu betragen, wie cs einen» Krieger nicht ziemt. Bei den ersten Tönen der Melodie sah ich dann den Dirigenten im Geiste vor inir sitzen, wie er mit kirschbrauncm Gesicht, sckivarzbrmincn, Vollbart und haar, mit Feldmütze und Mantel belleidet, leuchtenden Auges mit dem ausgestrcckten zweiten und dritten Finger der rechten Hand den Takt schlug, und dann horte ich seinen kräftigen und reinen Bariton, dann ober dachte ick daran, wie bald daraut sie alle unter der kühlen Erde lagen. Ja, der Krieg hat poetisch« Momente, aber die Poesie ist emc recht schauerliche." B. Wcatmma töten Gegnern über eine Beschränkung des Kaper- friegeS vorgeschlagen hat. England Kar den Vorschlag nur bedingungsweise angenommen. Häuc cs ihn ganz abgelehnr, so wäre es in einen KeschämenKeu Widerspruch su den Erklärungen geraten, die Lnr Edward Grco noch am 6. Mai dieses Jahres im britischen Unterhause abgab. Englands Außenminister ließ drei Monate vor Ausbruch des Krieges durchblickcn, daß er nicht mehr die früher von der britischen Regierung hinsichtlich des Seebeulercchls vertretene Stellung einnähme. Er sagte: „Im Hinblick aus den Konflikt mit dem Eigentum auf hoher See glaube ich nicht, daß es unseren Interessen entspricht, als Vorkämpfer für die Erhaltung des Rechts auszutreten. England sollte bei der nächsten Haager Konferenz nicht das Haupthindernis für die Beseitigung dieses Rechts bilden". Das war doch deutlich genug, und es ist bezeichnend für die Politik Albions, daß es setzt aus jenen Erklärungen nur soviel Folgerung zieht, um nicht vor der ganzen Welt als wortbrüchig dazustehen. Schiffe nur bis zu 5000 Tonnen aus den feindlichen Häsen sreizulassen, das war ein Gegenvorschlag der Verlegenheit und Hinterhältigkeit. Und überhaupt: Das Verdienst, in der Frage der Kaperei bahnbrechend vorgegangen zu sein, gebührt nicht unseren jetzt verfeindeten Vettern, sondern dem — preußischen Staate, dev schon im Jahre 1785 in einem Vertrag mit den Bereinigten Staaten die Beseitigung der Kaperei anstrebte. Großbritannien verstand sich zu solchen Verträgen erst um die Milte des vorigen Jahrhunderts. In der Seerechtsdeklaration vom 16. April 1856 vereinbarte es mit Preußen. Oesterreich, Frankreich, Rußland, Sardinien und der Pforte: ,,Tie Kaperei ist und bleibt abgeschofst", in aiibctracht dessen, „daß da-Z Scerecht in Kriegszciten während langer Zeit der Gegenstand bedauerlicher Streitigkeiten gewesen ist". Jene Deklaration ist bis jetzt in allen Seekriegen befolgt worden. Auch im Kriege von 1898 haben sowohl die Vereinigten Staaten als auch (trotz seiner entgegenstehenden Erklärung) Spanien aus die Verwendung von Kapern verzichtet. Aber dann ist die Verbesserung und Zivilisierung des Völkerrechts wieder zurückgegangen, trotz und neben den scheinheiligen Friedenskonferenzen. Tie Forderung der Vernunft und Menschlichkeit, daß das Privateigentum unter Handelsflagge auch im Kriegszustände unverletzlich sein solle, wagte man auf der zweiten Friedenskonferenz 1907 nicht mehr zur Sprache zu bringen. Man ging um den heißen Brei mit platonischen Beschlüssen über den verwandten Begriff der Konterbande herum: Die Lebensmittelzusuhr für die Ziviibevolkerung sollte sreigegeben, die Zufuhr für die feindlichen Heere dem Kriegsbeuterecht überantwortet werden, eine ganz unhaltbare Unterscheidung, die im Kriegsfälle sofort über den Haufen geworfen werden muß und nun auch tatsächlich bereits über den Haufen geworfen worden ist. Die Seekriegsrcchlskonfe- renz, die vom 4. Dezember 1908 bis zum 26. Februar 1909 in London tagte, hat zwar schon etwas besser gearbeitet, aber sie fand sofort auch die schärfste Opoosition im englischen Oberhause, wo sie mit 145 gegen 53 Stimmen abgclchnt wurde und infolgedessen für England nur auf dem Papiere stehen blieb. Jetzt, vor den furchtbaren Entscheidungen des Weltkrieges wäre es gerade noch Zeit zu einem Kriegsvcrtrage zwischen England und dem Deutschen Reiche über eine beiderseits befriedigende Beschränkung des Kaperrechts. Sollten sich die Engländer an dem ihnen so ans Herz gewachsenen Begriff des Piralenrechts stoßen, so ließe sich aus dem Umwege über Vereinbarungen betreffend die Kriegskonterbandc manches erreichen und eine entsetzliche Schädigung des beiderseitigen Welthandels vermeiden. Eine vorzügliche Unterlage für solche Vereinbarungen böte gerade das Schlußvrotokoll der genannten Londoner Konferenz von 1909. Es unterscheid»! zwischen absoluter Konterbande, relativer Konterbande und Gegenständen, die nicht als Kriegskonterbande angesehen werden dürfen. Die Gegenstände der absoluten Konterbande «Waffen, Kriegsmaterial jeder Art) unterliegen ausnahmslos der Beschlagnahme, die der relativen Konterbande nur wenn bewiesen wird, daß sie für den Gcs- brauch der Streitmacht oder der Verwaltungsstellen des feindlichen Staates bestimmt sind. Keine Kriegskonlerbande, also dem Sceraub entzogen wären fast alle friedlichen Handelswaren wie Wolle, Baumwolle, Seide, Kautschuk, Papier, Chemikalien, Maschinen, bürgerliche Einrichtungsgegenstände, Mode- und Galanteriewaren usw. Hier wäre wirklich eine brauchbare Grundlage gegeben, um den Weltkrieg nicht zu einer Weltkatastrophc ausarten zu lassen. Wenn das „Krämervolk" der Engländer wirklich wirtschaftlich und kaufmännisch und nicht fanatisch wie die Belgier denkt, wird es aus so etwas cingehen. Die Banditen von Antwerpen. Berlin, 14. Aug. Die fürchterlichen Zustände, die seit dem Kriegsausbruch in den belgischen Städten herrschen, sind so ausgeartet, daß jetzt auch die Sicherheit der belgischen Bürger selbst bedroht ist. Tie „Nieuwe Gazet" knüpft, wie wir dem „Rotterdamer Maasbvde" vom 9. August entnehmen, an die Verhängung des Belagerungszustandes in Antwerpen einen Kommentar, in dem es heißt: Läßt man es so wcitergehen, dann ist binnen zwei Tagen kein Bürger zu Antwerpen mehr in seinem eigenen Hause sicher. Die Banditen haben nun einmal Geschmack am Plündern bekommen. An vielen Stellen hat Polizei und Bürgerwehr schon Plünderer angehalten, aber das ist nicht genug. Wenn wir uns von den Banditen überrumpeln lassen, dann sind wir verloren. Noch mehr gilt dies von den Außenvierteln. Gestern und heute nacht wurden an verschiedenen Stellen rund uni die Stadt die Billen von vertriebenen Deutschen geplündert und in Brand gesteckt. Vorstellungen der Schweiz in Paris. Bern, 14. Aug. Wie die schweizerischen Blätter melden, herrscht große Unruhe über die M a s s e n a u s we i- sungen der Deuffchschweizcr aus Frankreich. Zahlreiche, seit Jahrzehnten in Paris, Marseille und anderen französischen Städten ansässige Schweizer haben Ausweisungsbefehle erhalten, zumteil wurden sie unter Zurückbehaltung ihrer Habe über die Grenze abgefchoben. In Paris sind viele Geschäfte, deren Inhaber Schweizer sind, von dem Pöbel gestürmt worden. Die schweizerische Regierung hat ernste Vorstellungen in Paris erhoben. Inzwischen dauern die Massenschübe von Schweizern aus Frankreich fort. Zur Kriegserklärung Englands an Oesterreich-Ungarn. Wien. >4. Aug. Ter österreichisch-ungarische Botschafter in London hat gestern eine Note oesenglischen auswärtigen Amtes folgenden Inhalts erhalten: Aus Wunsch der französischen Regierung, die nicht mehr in der Lage ist, unmütelbar mit der österreichisch-ungarischen Regierung zu verkehren, habe ich Euer Exzellenz folgende Mitteilungen zu machen: Die österreichisch-ungarische Regierung hat sich, nachdem sie an Serbien den Steeg erklärt und somit in Europa den! Beginn der Feindseligkeiten eröffnet hat, ohne jede Provokation seitens der französischen Regierung in Kriegszustand mit Frank- reich gesetzt l. hat Oestcrieuh-Ungarn, nachdem Deutschland erst Rußland und dann Frankreich den Kteeg erklärt hatte, in einem Konflikt Partei genommen, in dem es seinerieils Rußland ben Krieg erklärte, das bereits an der Seite Frankreichs ine Kampsla begriffen war. 2. nach zuverlässigen und glaubwürdigen Informationen bal Oeslerreich-Ungarn Truppen an die deutsche Grenze geschickt unter Bedingungen, die einer direkten Bedrohung Frankreichs glcichkommen. Angesichts dieser Tatsachen sieht sich die sranzöiische Regierung gezwungen, der österreichisch- ungarischen Regierung zu erklären, daß sie alle Maßregeln ergreifen wird, um diesen Handlungen und Drohungen entgegen- treteu zu können. Anschließend an diese Note hat Sir Edward Gre» dem üsterreichlsch-ungarrschen Botschafter in London erklärt: Nachdem der Bruch zwischen Oesterreich-Ungarn und Frankreich in der angegebenen Weise veriolgt sei. sehe sich die Königlich englische Regierung genötigt zu erklären, daß von Milternaäit der Kriegszustand auch zwischen Großbritannien und Oesterreich-Ungarn eingctreten sei. Zu dieser Darlegung der englische-n Note ist vor allem zu bemerken, daß .der .Konflikt Oesterreich-Ungarns mit einem unabhängigen Staate wie Serbien, besonders in der Frage, die die internationale europäische Politik nicht betrifft, nicht als per Grund der Feindseligkeiten zwischen den europäischen Mächten betrachtet werden kann. Was die Begründung der französischen Kriegserklärung anbelangt, so wäre hervorzuhebe»: l. 'Diese geht über das gewiß wesentliche Moment vollkommen hinweg, daß Oesterreich schon deshalb genötigt war, an Rußland den Krieg zu erklären, weil dieses die Monarchie durch die an seiner Grenze vorgenoinmene Mobilisierung ossenkundiq bedrohte. 2 . O e st e r r e i ch - Ungarn hat feilte Truppen an bie deutsch- französische Grenze geschickt und dieser Umstand ist der französischen Regierung auf eine von ihr gestellte Anfrage durch eine offizielle Erklärung belänntgegeben worden. Die Argumentation des französischen Kabinetts ist daher nicht bloß eine willkürliche Entstellung der Tatsachen, sondern auch eine bewußte Lüge. Wenn England sich entschlossen hat. die traditionellen Freundschaften, die es mit der Monarchie verbanden, so leichten Herzens auszugeben, um die Sache Frankreichs zu vertreten, so ist dies eine bedauerliche Tatsache, Die aber die Monarchie nichr unvor- bereilei trifft, und die sie im Bewußtsein, daß das gute Recht auf ihrer Seite steht, mit Gleülmiut hinnimmt. Wien, 14. Aug. Ten Blättern zufolge hat der amerikanische Botschafter in Wien, Pensield, den Schutz der englischen Untertanen in Oefterreich-Ungarn über- nominen Die zweite Verlustliste. Berlin, 14. Aug. Stab der 14. Jnf.-Brigadc: v. Dussow, Generalmajor, tot: Bäüicker, Oberlt. d. R., wt. — Jns.-Regk. 18: Gcabowski, Paul, Gefreiter, 7. Komp., tot: Gand, Paul, Reservist, 7. Komv., tor. — Jnsant.-Regt. Nr. 20: Schultze, Oberst, tot. — Jnsant.-Regt. Nr. 17: Krüger, Oberst, tot; Hildebrandt. Haupimann, toi: Rübesamen, Lt., tot: Damrath, Lt., tot: Rudlosf, Lt. d. R., tot: von dem Borne, Lt., tot: v. Groß, Lt., tot: Prcuß, Lt., toi: Voigt, Lt. d. R.. tot. — Füsilier-Regt. Nr. 35: Meckatz, Major, toi: Sabinski, Hauvtmann, tot: v. Putt- kamer, Hauptmann, tot: Zowada, Hauptmaiin, tot. 3. Echtes. Jns.-Regt. Nr. 156: Bartels, Jos., Musk., 7. Komp., schw. vcrw., rechtes Bein: Jde, Emil, Musk., 8. Komp., schwer vcrw., rechter Fuß überfahren und gebrochen, Marienhospitat Tschenstochau. — Jns.-Regr. Nr. 160: Levvien. Lt., tot. — Jns.- Regt. Nr. 171: Lichl, Rob., Musketier, 10. Komv., tot: Bäcker, Ernst, Musk., 10. Komp., tot: Franzen, Alb., Unteroklizier, 10. Komp., tof; «Bittroltt, Harald, Lt., 6 Komp., vermißt, soll nach Angabe von s'rarkzös. Gefangenen gefangen genommen und nach Gcrardmcr transportiert 'worden sein: ebenso sollen gefangen genommen worden sein und werden vermißt: Mattres, Hermann, Musk., 6. Konto, eben«» Sturm, A.be.t Heinrich, Musk, 6. Komp., ebenso Siegfried, Gust., Musk., 6. Komp., Lange 2, Karl Friedrich Ernst, Gefreiter, Hornist, 7. Komp., tot; Svin- ting, Wilh., Bizeseldwebcl, 3. Komp., schwer verw., r. Oberschenkel; Fett, Theodor, Musk., 3. Komp., schw. verw., r. u. l. Oberschenkel: Markus. Friedrich Wilhelm, Reservist, 1. Komv., tot: Wischeninann, Wilh.. Musk., 1. Komp., schw. verw., Unterleib. — Jäger batäillon Nr. 1: Kather, Aug., Jäger und Radj., 'tot: Mehl, Otw, Vizefeldwebel, Rads., schw. verw., Kopsschuß, Lazarett Neidenburg. Jägerbataillon Nr. 4: Gandert, Lt., tot. — Jägerbat. Nr. 14: Wegener, Fähnrich, tot: Schwenk, Jäger, tot: Wrche, Jäger, tot; Nique, Jäger, verw.: Wesche, Jäger, verw.; Henkel, Jäger, verw.; Ketelhon, Jäger, verw.; Andre, Obersäger, verw.: Engel, Obcriäger, verw.: Braasch, Jäger, vcrw.: T redemann, Jäger, verw.; Kovvlow, Jäger, verw.: Sumv, Gesr., verw.: Hennings, Gesr., verw.; Woest I., Gesr., vcrw.; Mahnte, Jäger, verw.; Hecht, Gesr., verw.; Ulrich, Jäger, verw.: Dreoer, Jäger, verw.: Verdun, Jäger, verw.; Schuldl II., Jäger verw.: Jürgens, Jäger, vcrw.: Hauth, Jäger, verw.; Probt, Jäger verw. Kürassicr-Regt. Nr. 5: Goltz, 'Adolf, Vizewachttneister, 4. Eskadron. vermißt. Dragoner-Regt. Nr. 7: Leidermann, Dragoner, 4. Eskadr., tot. Mindermann, Drag., 4. Eskadr., tot, Limbitzki, Sergeant, st. Eskadr., verwundet und gefangen, Palm, Drag., 2. Esk., wt: Leisinann, Drag., 1. Esk., verivundct und gefangen: Brückmann, Drag., 4. Esk., tot: Herrmann, Drag., 5. Esk., vermißt. Dragoner-Regt. Nr. 14: Lenz, Wilhelm, Trag., tot: Singer, Lucian, Drag., gelangen: Koleck, Otw, Drag., leicht verwundet lArmschutz). Lazarett Schlettstadt: Müller. Friedrich, Unteroff., leicht verwundet (Schulterschuß), Lazarett, Colmar: Kukel, Wilh., Unteross., vermißt: Weinrich, Alfred, Gefreiter, vermißt. Ulanen- Regt. Nr. 7: Teßmar, Olberl., wt. Ulanen-Regt. Nr. 8: Böhm, Werner Richard Willi, Lt., l. Esk., vermißt ()ol( gefallen sein), Wichmarm, Paul, Ulan, 1. Esk, vermißt (soll gefallen sein); Norn- schat, Emil. Sergeant. 1. Esk., tot: Kühnast, August, Ulan, l. Esk., leicht verwundet «rechte Schulter), Reservelazarett Stallu- vönen: Lohr, Paul Johann, Ulan, 1. Esk., vermißt: Held, Johannes, Ulan, 1. Esk.. gefallen: Kibellus, Ferdinand, Ulan, 3. Esk., schwer verwundet (linke Hand und rechter Arm), im Re- servelazaretk Stalluvönen: Tulowitzki, Wilhelm, Ulan, 3. Estz., wt: Kalinkat, Fritz, Gefreiter, 4. Esk., leicht verwundet (rechte Huste«, Reservelazarett Stalluvönen; Laborius, Karl Adolf, Gesr., 4. Esk., leicht vcrw. (linke Schulter), Reserveiazarett Stalluvönen: Westvhal, Franz Otto, Ulan, 4. Esk., leicht verwundet «rechtes Bein), Reserveiazarett stalluvönen: Swrm. Max, Gesr., 4. Esk., leicht verwundet (rechter Arm), Reservelazarett Stalluvönen; Zim- mcrning, August, Ulan, 4. Esk., vermißt: Kröck, Fritz. Ulan, 5. Esk., leicht verwundet «rechter Arm), Reserveiazarett Stallu- vönen: Szillat, August, Sergeant. 5. Esk., schwer verwundet, rechte Schulter«, Reservelazarett Stalluvönen: Schwabe, Gustav, Ulan, 5. Esk., schwer verwundet irechte Hüfte), Reserveiazarett Stollu- vonen; Dadlke, Otw, Ulan, 5. Esk.. leicht verwundet stinker Arm), wieder dienstfähig, Reserveiazarett Stalluvönen. Feldaitillerie-Regiment Nr. 4: Wilmsen, Hauvtmann, wt; Brandhorst, Leutnant, tot: Dürre, Lt. d. R., wt; Rudoloh, Kommandeur der Munitwnskolonne. Oberstleutnant z. D., wt. Fttegertrupven: Jahnow, Oberleutnant der Fliegerabteilung I, wt, abgestürzt, Schädelbruch Berichtigung der Verlustliste I: Jns.-Regt. 156: anstatt Schubert, Ignaz Franz, Gesr. d. R., 6. Komp., wt, ist zu setzen: Krawietz, Aug. Jos., Reserv., 6. Komp., wt. Au§ dem Reiche. Hamburg. 14. Aug. Das japanische Generalko-nsulat dementiert die Meldung, Japaner, welche in Halle Medizin studieren, hätten Einberufungsbefehl erhalten. Bremen, 14. August. Der Norddeutsche Llovd stellte vom Tage der Mobilmachung an seine gesamten neuen große» Bahnhofsanlagen in Bremen dem Roten Kreuz für Lazarett-, Verpslegungs- und sonjltgc Zwecke zur Verfug» nq. Die Anlagen sind ganz besonders hierfür ncciirnet und lver« den bis.ana dazit benutzt, Liebesgaben, die für die durchziehenden Truppen bestimmt sind und in großen Mengen eintreffen, zu sammeln und den Truppen bei der Durchh sahrt auszuhändigen. Dann wird mit der Einrichtung von Lazaretten begonnen werden. Für alle diese Zwecke eignen sich die Anlagen ganz vorzüglich. Die erste Sammlungzum! Besten des Roten Kreuzes ergab in Bremen 629 000 Mark. Letzte TZacln'icbtcn. Kundgebungen in Osenpest. Ofenpest, 15. August. Gestern abend zogen etwa 15000 Personen vor die Konsulate der befreundeten Mächte und veranstalteten besonders eindrucksvolle Kundgebungen vor dem deutschen Konsulats- palast, wo ein höherer Beamter eine begeisterte Ansprache hielt und die Menge „Die Wacht am Rhein" sang. Bor dem türkischen General-Konsulat hielt der türkische General-Konsul eine türkische Rede, die ins Ungarische übersetzt wurde. Auch der bulgarische Konsulatsbeamte hielt eine begeistert aufgenommene Ansprache. Stiftung. Wien, 15. Aug. Erzherzog Karl Franz Josef und Gemahlin spendeten 17 000 Kronen für das Rote Kreuz in Oesterreich-Ungarn, sowie für die Familien Einberufener in Oesterreich-Ungarn und Bosnien. Monaco. /Monaco, 15. Aug. Entsprechend dem zwischen Frankreich und 'Monaco bestehenden Vertrag werden die Angehörigen deutscher und österreichisch-ungarischer Nationalität aus dem Fürstentum ausgewiesen. Ans Staöt und €'cm®* Gießen, 15. August 1914. Tic Beamte» und Lehrer für das Rote Kreuz. Die Vertreter von 24 Beamten- und Lehrervereinen in Hessen erlassen folgenden Aufruf: Als wir int vergangenen Jahre die tznndertjahrseier von 1813 begingen, da ahnten wir nicht, daß wir jo schnell Gelegenheit finden sollten, die Probe daiür abzulegen, ob wir auch selbst jenen Heldenmut von 1813, icnen Geist einer hingebenden Vaterlandslübe in den Herzen tragen. Jetzt ist die Stunde des tatkrästigen Beweises gekommen, jetzt können und wollen wir vor aller Welt bezeugen, daß wir von dem Blute und von dem Geiste der Helden von 1813 und 1870 sind, daß wir, jeder in seiner Art und auf seinem Platze, freudig Opfer zu bringen gewillt sind. Vor allem sollen sich Hieran auch die beteiligen, welche nicht Leib und Leben aut dem Schlachtselde für das Vaterland einzusetzen haben. Viel Not gibt es zu lindern, lnele Wunden sind zu heilen, viele Werke barmherziger Liebe sind zu verrichten. Das „Rote Kreuz" steht an der Spitze dieser helfenden Liebestätigkeit und seiner wollen auch wir Beamten und Lehrer gedenken. ^ Je sicherer, regelmäßiger und airdauernder die Spenden ihm zuiließen, desw besser und erfolgreicher ist die«. Deshalb sprechen wir den herzlichen Wunsch aus, daß sich möglichst viele von uns alsbald dazu verpflichten möchten, für die Kriegsdauer oder einen sonst zu bestimmenden Zeitraum einen Abzug von dem Tienstgehalt zu G u nft e n des „R o t e n Kreuze s" zu gewährleisten, jeder nach seinem Vermögen und seiner Krait. Das Bewußtsein, daß wir in einem uns aufgezwungenen Kampfe stehen, daß un«'ere Sache eine reine, hehre und beilige ist, läßt wohl alle Opfer leichter tragen. Die Liebe zu Volk uno Vaterland erhält durch Hingabe und Entsagung ihre schönste Weibe! Unterzeichnet haben: Hessischer Richtervercin. Verband akademisch gebildeter Lokalbcamtcn für den Hessischen Oberlehrerverein, Verein akademischer Finanzbeamlen bei den Finanzämtern, Verein der akademischen Skaaksbaubeamten, Medizinalbcamtenvercin. Verein Hessischer Oberförster, Verein der akademisch gebildeten Landwirtschastslehrer, Hess. Städtebeamten-Verband, Verband mittlerer Reichspost- und Telcgraphcnbeamten, Verein mittlerer Justizbeamten, Verein mittlerer Verwaltungsbeamten, Verband Hessischer Finanzbeamten, Reallchrervercin, Verband der mittleren Bau- beamtcn. Verband der unteren Post- und Telegraphenbeam- ten Ortsgruppe Darmstadt, Verband Hessischer Steueraui- seher, Verband der Finanzamtsbureaubeamten, Verband Hessischer staatlicher Unterbeamten, Verein Hessischer Domanial- sorstwarte. Hessischer Landeslehrcrverein, Katholischer Lehrcr- verein. Verband Hessischer Gcrichtsassessoren, Verband Hessischer Forstassessoren. Da die Vereine mehr wie 10 000 Mit- Aliedec haben, ist ein schöner Ertrag für das Rote Kreuz sicher. Die Zustimmung mehrerer Vereine, von denen bei der Kürze der Zeit die Antwort aussteht, ist noch zu erwarten. * ** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Lehrer Johann Heinrich Schmidt zu Sickenhofen das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** P far r die n stn a ch ri ch t e n. Der Großherzog hat dem Pfarrverwalter «Otto Herpel zu Lißberg die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. ** R u h e st a n d s v e r s e tz u ii g. In de» Ruhestand ver> setzt wurde der Lehrer an der Volksschul«« zu Sickenhofen, im Kreise Dieburg, Johann Heinrich Schmidt aus sein Ncrch- suchen, unter Anerkennung seiner langsährigci, treuen Dienste. ** Heimkriegshilfc. Nicht jeder ist waisenfähig, nicht jeder ist vflegefähig. Und doch muß. jcbc Kraft letzt ait beit richtigen Platz gesetzt werden. Sie darl nicht unnütz verbraucht werden, nicht unnütz brach liegen. Ihr selbst wißt es, wozu Ihr bisher im Leben am besten getaugt habt, wozu Ihr Lust und Geschick habt. Mädels, die Ihr Knöpfe annähen, Buben, die Ihr Botengänge oder Schreiberdienste leisten könnt, bummelt nicht herum, sondern sagt, was Ihr könnt, wann Ihr könnt, ob Ihr Arbeit in oder außer dem Haus haben wollt, und wie alh Ihr seid. Hausfrauen, Dienstmädchen, die Ihr gerade jetzt am Herd nötig seid, weil Eure Familie durch Euch besonders ernährt werden soll, laust nicht davon: aber vielleicht könnt Ihr eine Pilegerin, einen Landwehrmann mit beköstigen, so daß er Kraft hat für sein Amt. Reiche, die Ihr genötigt seid, von Euresgleichen Dienste anzunehmen, zahlt den entsprechenden Entgelt in untenstehende Kasse. Vaterländische Vereine, wir wollen keine neue Zersplitterung der Kräfte herbeiführen, sondern im Gegen- reü all die kleinen Hilssauellen, die zurzeit unnütz versickern, zusamensührcn zu einem kleinen Fluß, der Euch, dem großen Hilfestrom, der unser Vaterland durchbraust, zugeleitct wird. Trum - auch Ihr Vaterländisck>eii Vereine bietet uns Eure unvcrwendeten Kräfte an, fordert von uns für Euch verwendbare Kräfte. All« Meldungen seien kurz gefaßt, klar, nur schriftlich. Heim- kriegshilfe, Henselstraße 41. — Es gingen bereits cm: Freifrau Hans v. Liebig in bar 20 Mk.; Wundkranker Karl Meier aus Altstadt für erhaltenen Verband 10 Psg.; Frau Pros. Colliu für gel. Schneiderei 5 Mk.: Pros. P. s. eleklr. Licht Herstellen 50 Psg.: der vierjährige Erich O. j. gcsanimeltes Fallobst 30 Psg.: Rote Kreuz-Helserin B. v. L. f. erb. Essen und Ruhelager bei Geh. Rat S., Professoren H., G., B. Dr. Th., Bankbeamter K.. Staatsanwalt Scb. zuiammen 7,30 Mk.; Dienstmädchen Afra Baur Trinkgeld für verliehenen Wecker 30 Psg.: Ptantst SO-, f. (Botengang ß0 Pjg.; 7- nutb chähnge W. und W. v. G. fftr ©atfcnbegitBcit 30 Big.; {yrau St- f. litnguattierungirufjtat 1 3KI; «ätub. O, 'S. und Oberwostsekretär f, Botengänge 40 Psg. Zusammen 36,40 Mk, ** Kinder sürsorge, Wir verweisen aus die in der heutigen Nummer dieses Blattes erscheinende Bekanntmachung des „Ausschusses für S'mbcrfiirforge" und empfehlen dringend, dessen Bestrebungen zu unterstützen. ** Die Handwerkskammer su Darmstadt schreibt uns: Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß die Mobilmachung auch auf die Pcrsonalverhältnissc unserer Kammer cingewirkt bat und wollen daher alle Handwerker-Korporationen und Handwerker dringend ersuchen, für die nächste Zeit nur in ganz wichtigen An- gelegenbciren an die Kammer heranzutreten, ** Bedrängte Lage der Schauspieler. Bon Sieh. Hosrat Professor Tr, Fromme erhalten wir folgende Zuschrift: Durch den Ansbruch des Krieges sind die Mitglieder aller mittleren und kleinen Theater, die keine JahreSkontraktc haben, plötzlich brotlos geworden: so auch die Mitglieder unseres Stadttheaters, die im Sommer in Bad.Nauheim resp, Bad-Ems spielen, Tiefe Kurtheater wurden, wie die airderen, geschlossen, und ihre Mitglieder stehen, obwohl Herr Tirektor Steingoctter noch ilber seine vertraglichen Verpflichtungen hinaus zahlte, jetzt zum großen Teil mittellos da, Schon ist es gelungen, einzelnen von ihnen andere Stellungen zu verschaffen, die gern angenommen wurden, auä» wenn sie niit der Kunst keinerlei Gemeinsames besagen. Aber einige Herren tvartcn immer noch) sehnlichst auf Beschäftigung. Ter Unterzeichnete bittet deshalb, ihm von freien Stellen Mitteilung zu machen. Sollte das Einkommen aus denselben zum Lebensunterhalt nicht ansreichen, so ist der Theatervcrein gern bereit, aus seinen Mitteln einen Zuschuß zu leisten. ** Die Fahnen, mit denen unsere Einwohner zum Abschied der Truppen ihre Häuser geschmückt haben, sollten nun wieder eingeholt werden, Ter Krieg ist eine ernste Sache, und wenn wir auch die feste .Hoffnung auf den Sieg haben, so wollen wir doch nicht heute schon Freude bekunden, ** A tt unsere Vereine, Vom Lande wird uns geschrieben: In der gegenwärligen schweren Zest sehen viele Familien, besonders diejenigen, deren Ernährer vor dem Feinde steht, mit großer Sorge in die Zukunft, Da soll heute einmal an ein Kapital erinnert werden, das gegenwärtig vollständig untätig ist, seinem Besitzer sogar mancherlei Beschwerden verursacht. Es sind die vielen Wertpreise aus Gold, Silber, Kristall usw,, die bei manchen Vereinen ganze Schränke füllen und nicht selten große Werte darstellen. An alle Vereine ergeht hiermit die Bitte: „Opfert diese Zeichen Eures Erfolgs dem Vaterlande!" Metall kann mngegossen, Kunstgegenstände können an vermögende Leute verkanst werden. Mancher Soldat und manche arme Familie danken herzlich für den Opfersinn, Von amtlicher Seite kann den Spendern eine Urkunde Über die dargebrachten Liebesgaben ausgestellt werden, Dieses einfache Schriftstück ehrt in späterer Zeit den Verein mehr, als es ein goldener Becher oder silberner Tafelaufsatz tun kann, ** D ie städtische Pfcrdemarkt-Deputation hat dem Herrn Oberbürgermeister aus ihrem Reservefonds für den Fonds zur Unterstützung der Familien zum Feldzug einberusencr Rannschalten den Betrag von 6000 Mark überwieien, ** Schenkung, Fabrikant Georgi hal den beiden Land- wchrbataillonen des Regiments Nr, 116 je 6000 Zigarren geschenkt, ** D i e Wacht am Rhein, Gegen die Bemühung, neue Kciegslicder zu schassen, soUte Einspruch erhoben loerden. Es ist eine Geschmacklosigkeit, unser prächtiges altes vaterländisches Lied „Tie Wacht am Rhein" durch Umdichtung zu verwässern, Wir sind wahrhaftig nicht arm an guten Kriegsliedern, sie alle Voraussetzungen in sich vereinen, wirklich volkstümlich zu verden. Die letzte Woche hat eine ganze Fülle solcher Gedichte lebracht, und es wird gewiß nicht an Komponisten sehlcn, die hnen im Volk Eingang verschaffen. Wie alle Kriege, die die :rutschen Waffen zu führen batten, so wird auch der Weltkrieg wn 1914 seine begeisternden Lieder baden. Wer abgesehen hiervon vollen wir uns nicht die Freude au einem der schönsten Vaterlands- I ieder, die wir von ftühcr her besitzen, vergällen lassen, Unver- älicht soll uns die „Wacht am Rhein" erhalten bleiben. Wir nrben es in diesen Tagen wieder erlebt, loelche zündende Wirkung >erade von diesem Liede ansgeht, dem kaum ein anderes an die Seile gestellt werden kann, "Die Rabatt-Sparvereinigiing des Vereins werTctaillistcn zu Gießen hat in ihrer gestrigen antzer- irdentlichcn Hauplveriammlnng den Betrag von 1000,00 Mk. aus hrem Vermögen zu Unterstützungen und für wohltätige Zwecke nährend des Krieges bewilligt. Von diesen! Betrage sollen zn- ächil dein Roten Kreuz, Geschci'tsftelle Gießen, 200,00 Mk. und benio deni Herrn Oberbürgermeister der Stadt 200,0d Mk. zur lnterslützuug von Angehörigen ins Feld gegangener Krieger als- alb zur Verfügung gestellt werden. Bezüglich der Art, wie die • eiteren 600,00 Mk, verwendet werden sollen, wurde dem geschäsiS- ihrenden Ausschuß der Rabalt-Svarvereiuigunq von der Hauvt- e rsanimlung ausdrücklich das Recht eigenen selbständigen Handelns ) in geräumt. ** Union-Theater (Selterswcg). Wie uns die Tireklion >itteilt, werden 10 Prozent der täglichen Einnahme dein Roten reuz überwiesen. Das Programm ist der gegenwärtigen ernsten eit angepaßt und enthält eine Serie Bilder aus dein Leben der önigin Luise. " Das Großherzoglich Hessische RegierungS- latt, Beilage Nr. 14, vom 14. 'August 1914 enthält: I. Vor- simgsverzeichms der Großh, Hessischen Ludwigs-Unirersität zu •ießen (Wintersemester 1914/15. — 2. Berichtigung. , Kreis Alsfelv. -x, Atzenhain, 13. Rüg. Tie Gemeinde Atzenhain stiftete ir das Rote Kreuz die Summe von 897 Mk. 10 Pig. Kreis Lauterbach. n-, S chlitz , 15, Aug, Der hicsigeZweigvercinvom loten Kreuz hat sofort nach der Mobilmachung mit der E r - icktung eines Lazaretts mit 35 Betten begonnen, wo- ür der Graf von Schlitz, gen, von Görtz, zwei Stockwerke der beatmten Vorderburg zur Verfügung gestellt hat. Neben vielen irei- silligen Spenden ergab die erste Geldsammlung alsbald 2500 Mk, sn verschiedenen Kursen wurden sreiw, Pfleger und Pflegerinnen usgebildet, Auch ist zur Unterstützung von notleidenden Fami- :en der Einberufenen eine Beratungsstunde und ein Kinderhort ingerichtet worden, Kreis Schotten. — Gedern, 12, Ang. Unter dem Vorsitze des Hoioredigers lidmann fand eine Dersaminluug zwecks Bildung eines Komitees ir Unterstützunq der ins Feld gezogenen Krieger on hier statt. Hoivrediger Widmann wurde zum Vorsitzenden, orstmeifter Ktingelhöffer zum siellvertrelenden Vorsitzenden, (sie. leindeeinnehiner Franz zum Viech,>er, Rechuungsrat Rapp, Ge- leinderat Vöhl und Beigeordneter Vonalt zu Komiteemitgliedern mannt, Kreis Friedberg. L, Fricdberg, 14, Aug, Gestern fand eine Stadtverord- eten-Vcrsammlnng statt. Ter Bürgermeister verlas ein Schreiben um .Abschied an das ins Feld ziehende Bataillon und das in erblichen Worten abgesaßte Rückantwortschreiben, Es wurde be- hlossen, den tlernen Kindern, deren Väter ins Feld gerückt ad, unentgeltliche Aufnahme in die Kleinkinderschule zu gewähren, irr Bürgermeister gab Mitteilung über die städtischen Finanzen, en ins Feld gezogenen Beamten soll ihr Gehalt ,veiler gezahlt •erben. Tie Arbeiter erhalten den Lohn 14 Tage weiter. Weitere ürsorgemaßregcln werden noch gerroffen, b. Butzbach, 14, Aug. Tie Familie G. I. Mülle r, raidhaus WerdeuielS, von hier übergab dem Grobh. Bürgereißer Flach 5000 Mark zur Unterstützung hiesiger hilfsbedürftiger ainilien, deren Väter in de» Krieg gezogen sind. h. Aus der Wetterau, 14. Aug, Während die Stadt- "wohner ihren Opfersrnn für die im Felde stehenden Krieger und Ken notleidend« Angehörige naturgeinäß durch große uiw Keine •eldsvenden betätigeir, geben die Bewohner des flachen Landes on dem Ueberfluß, den Haus, Garten und Feld bieten, in reicher Fülle, Eine geradezu ruhrende Opferlvilligkeft in dieser Richtung entsalten gegenwärtig die Bewohner unserer Wettcrau, Aus den Dörfern^fahren täglrch Wageir mit Brot, Wurst, Fleisch, Eiern, Milch, Speck, Karwsieln. Gemüse usw, nach den Sammel- und Verteilungsspellen, Vielfach schicken die Geineinden geschlossen ihre Gaben zur Linderung der Not fort, so die Ortschaften Langen- hain-Ziegenbecg, Okarben, Nieder-Wöllstadt, Schwalheim, Stein- surth, Wölfersheim, Ockstadt, Laichen u, a, Starkenburg und Rhcinhessen. rm, Darmftadt, 14, Aug, Auf dem Bessunger Fried- Hose dahier fand am Donnerstag die feierliche Beisetzung der beiden aus dem Truppcnübungs- und Flugplatz Griesheim abgestürzteu und dabei verunglückten Flieger Leutnant Spieß und Fliegerpilot Tr aut wein unter sehr lebhafter Beteiligung von Freunden, Bekannten, Ossizieren usw, statt, rm, Darmstadt, 14, Aug, Ein schwerer Anto- unsall ereignete sich heute an der Landgras-Philipp-An- lage nächst dem alten Bahnhof. Der Führer eines von außerhalb kommenden Antos hatte anscheinend die Steuerung über das Auto verloren und kam auf den Bahnsteig, wo gerade die Frau eines im Feld bcsindlicksen Baterl-ands- verteidigers mit ihren beiden Kinderit spazieren ging. Das Auto überfuhr das hinter der Mutter herlaufende etwa 5 Fahre alte Bübchen und verletzte es schwer. Der Besitzer hielt sofort und brachte das bewußtlose Kind nach dem städtischen Krankenhause. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 14. Aug, Gestern nachmittag gegen 5 Uhr brach ein größeres Schadenfeuer aus, welches das Wohnhaus des Anslreichermeisters Herm. Schneider iast vollständig einäscherte. Auch das Tachwerk des sogenannten Säntnrnis, welches vor kurzen, erst neu hergerichtet wurde, bräunte vollständig aus. Einige Möbelstücks aus dem Wohnhaus« des Schneider konnten »och gerettet werden. Im iveiteren gelang es der rasch herbeigeeilten Feuerwehr, den Brand aus seinen Herd zu beschränken. Hessen-Nassau. m. Kirchhain, 14. Ang. Ter Turnverein hat aus der Vcrernskasse einen Betrag von 200 Mk, zur Verfügung gestellt, der wie folgt verivenjdet wird: 50 Mk, für dasjenige im Felde stehende Mitglied des Turnverein-, welches das erste eiserne Kreuz erhält, 50 Mjk, wurden für allgemeine Liebesgaben und Zwecke des Roten Kreuzes bewilligt und für 100 Mk, sollen den vor dem Feind stehenden Mitgliedern des Turnvereins direkt Liebesgaben zugesandt werden. — Auch in Kirchhain werden Vorbereitungen für die Aufnahme verwundeter Krieger getroffen. So sollen der große Saal des Bahnhosshotels und einige Schulklassen zu diesem Zwecke hergerichtet werden, b Franksurt a. Dt., 14. Aug, Heute früh wurde in zahllosen Flugblättern zum Boykott gegen den mit belgischen, Kapital arbeitenden .Grand Bazar" ausgefordcrt. Tie Pol,zei macht« dem Treiben ein rasches Ende. . Frankfurt aß auch diejenigen Industriellen, die nicht anwesend waren, diesem Beschluß bcitreten werden. — Otto Reutter ist nicht nur der größte deutsche Humorist, sondern ein sehr scharfer Beobachter einer nun wohl für alle Zeiten abgetanen Eigenart unserer Landsleute, Schon vor vielen Wochen hat Otto Rentier nachfolgendes Couplet auf einer Platte der Deutschen Grammophon-Aktiengesellschast verewigt: Michel, sei stolz! Jüngst kam ich in eine Stube rein, Das mußt' die Stube von Michel sein, Michel natürlich war nickt zu Haus, Der war aus Reisen, hielt's hier nicht aus. Was sah im Zimmer ich rechts und links, „Modes", „Costumes", „American Drinks". Dort war aus Brüssel ein Spiyentuch, Hier, ein französisches Wörterbuch, Englischer Sport auf ckines'schem Pavier, Hast du denn gar nichts aus Teutz'chland hier? Michel, sei stolz, Michel, sei stolz. Brauchst ja nicht arrogant zu sein, Brauchst ja nur stolz auf dein Land zu sein. Findest das Fremde nur immer avart. Wahre dir doch deine Eigenart, Bist ia ein Kerl aus besonderem Holz, Michel sei stolz. Laß doch den ausländischen Firlefanz, Two-step und Cakewalk und Tangotanz, Five o clock tea, Michel, ich schimipf, Pseis auf den „Klock Thee" und „sauf um fünf". Kommt mal ein Engländer nach hier. Der spricht nicht deutsch, der spricht englisch mtt dir. Du von speak englich? so fragt er. Dann spätst du englisch grad wie er. Wie er sich räuspert, und wie er spookt, Hast du ihm glücklich abgegockt, Michel, sei stolz, Michel, sei stolz! Komm'» wir mal ins Ausland rein, Reden sie unsere Sprache? — Nein! Doch wenn sie kommen, verlang'» sie's von uns — Und wir sind dämkick genug und tun'S. Tie sagen: „Wir wollen nicht, aber ihr sollt's". Michel, sei stolz! Kommt ein Franzose, der lacht uns aus, Ter sühlt in Deutschland sich wie zu Haus', Jeder Flickschneider nennt sich „Tailleur", Jeder Bartkratzcr ist „Coiffeur", . 'n Mann im Full dreß, trägt 'ü „Cutaway", 'ne Frau trägt des Morgens 'ne Matinee, Sie hat Kombination, Juvons, Wattons, Eau de Cologne, und Parfüm, Flacons, 'ne Mutter von heule, 'n Kind hat die nie. Die hat immer 'n „Baby" „Made Germany". Michel, sei stolz, Michel, sei stolz. Wirst oft beneidet, Ürnm denk' daran. Nur, wer was kann, den beneidet man. Hast deinen Bismarck, den Zeppelin, Deine Armeen, deine Industries, Wenn du nur nullst, schießen alle Koboltz, Michel, sei stolz! Schaust immer nack, wie's im Ausland Brauch, Und wie die's machen, so machst du's auch. Weilst gern im Ausland lvo's schöner ist. Sagst dort nickt gern, woher du bist. Bist über'n Teich du 4 Wochen da. Sagst du: „Bei uns in Amerika". Achtung vor'm Fremden, wenn der spricht, Tenn er verleugne! die Heimat nicht. Wie kommt's, daß du irur so schnell vergißt. Schämst dich wohl, daß du cin Tcutscher bist? _ ___ Michel, sei stolz, Michel sei stolz, 's ist zwar nicht alles vollkommen hier. Doch wie wo anders, ist's auch bei dir. Achte das Fremde, wirs's nicht hinaus, Llber bleib selber der Herr im Haus, Bist doch ein Kerl ans besonderem .Holz, Michel, sei st olz!_ Gkngesandt. (Für Form Und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 14. August. Dian konnte auch in den letzten Tagen noch in unseren Wäldern Arbeiter sehen, die wie im liessten Frieden das Gras neben an den Wegen enlseriiten. Gäbe cs jetzt nicht für die Leute dringender«; zu tun? Könnte nicht die Forsiverwaltung sie zur Erntearbeit. wenn auch nur tageweise, zur Verfügung stellen? _ m. Märkte. Gieße». 15. Aua Marktbericht. Aut denr heutigen Wochemnarkte kostete: Butter das Psiuid 1,00—1,15 Mk.: Hühnereier 1 Stück 9—10 Pia-, 2 Stück 00 Psq.; Enteneier 1 St. 10 Pta., 2 St. 00 Pig,; Gänsccier 1 St. 0-0 Pig,, 2 St. 00 Pig.; Käse das Stück 10—12 Big, Käsemalte 2 Stück 5—6 Psg.; Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk., Hahnen das Stück 1,50 — 3,00 Mk,, Enten das Stück 3,00—4,00 Mk., Gäus« das P!d. 00—60 Pig,: Welsches—SMk.: Ochienfleiich dasPid. 66—96 Pig,, Rindfleisch das Psiuid 90 — 94 Psg., Kuhfleisch 80 Psg,, Schweinefleisch das Pinnd 70-86—96 Psg,, Kalbfleisch das Vidi 84-8« Pig.. Hammelfleisch 1 Pid, 70—95V!/ Kartöffeln lneue) 100Kg. 9,00 bis 12,00 Mk.: Weißkraut das Stück 10—20 Pig.: Zwiebeln der Ztr. 15,00—20,00 Mt.: Milch das Liier 22 Psg.: Aepiel der Zentner 10—20 Alk.: Birnen das Piund 10—20 Pig., Nüsse 100 Stück 50 Pig,, Gurken 100 Stück 2,50—3,50 Mk,, Bohnen 1 Psund 15 bis 20 Pig,, Erbsen I Pfd. 10—18 Psg. — Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. fc. Wiesbaden, 14. Aug. Viebuiark t. Aui dem heutigen Viehmarlt ivaren auigetrieben 97 Rinder (Ochsen 25, Bullen 19, Kühe 53), Kälber 147, Schale 29, Schweine 182. — Geschält mittelmäßig. _ Nirchlrche Nachrichten. Evangelischer Sotterdienst. Kirchberg: Sonntag, den 16, August, vormittags ILIOlIhr. Dekan G u b m a n n. Mainzlar: Sonntag, den 16. Anglist, nachmittags ‘/.‘t Uhr. Dekan Gußmann. Wettcraussichten in Hessen am Sonntag, den 16, Aug. 1914: Unbeständig, meist trüb und wolkig, strichweise Regensälle, mäßig warm. Letzte Tlachrichten. Großherzog Ernst Ludwig zieht ins Feld. (rm) Darmstadt, 15.Aug. Der Großherzog hat sich heute vormittag I l Uhr in Begleitung seiner drei Adjutanten und eines kleinen Gefolges mit der Bahn zu den Truppen ins Feld begeben. Die Verabschiedung von der Großherzoglichen Familie war außerordentlich herzlich. Während der Abwesenheit des Großhcrzogs wird Großhcrzo- gin Eleonore die Regentschaft führen. Eine diesbezügliche Bekanntmachung der Staatsrcgierung dürfte heute in der amtlichen Darmstädtcr Zeitung veröffentlicht werden. Gefangene Franzosen, rm. Darmstadt, 15, August, Etwa 250—300 gefangene Franzosen sind heute früh 5 Uhr ans dem' hiesigen Bahnhof eingetroffen und nach dem Truppenübungsplatz bei Griesheim transportiert worden, lvo sie in den dortigen Baracken nntergebracht worden sind. Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug, Goetz. Tie Deutsche Matte-Industrie stellte dem Kriegs- minifterium Matte-Crtrakt gebrauchssertig in Büchsen, ausreichend für 100 000 Tassen Tee, als Kriegsspende zur Verfügung, Matte ist brasilianischer Tee, Besondere Eigenschaften: anregend, nicht aufregend, außerordentlich erfrischend, Matte stillt Durst in hervorragender Weise und hält Hungergesühl nieder, Urteile von Militärärzten und Heersührern liegen vor, c Vj /g Bekannt»!,tchuirg. Mit Bezugnahme aus den Aufrus des Landsturms warne ich die u n a u s g e b i l d e t e ii Landsturnipilichtigeil, voreilig ihre Stellung oder ihren Beruf auszugeben. Alle Arbeitgeber ersuche ich dringend, diesen Leuten wegen Verbleibens in ihren Stellungen oder beim Suchen neuer Stellungen keine unnötigen Schwierigkeiten zu machen, weil diese Leute, die sich nach Ziffer 5 c des Abrufes zunächst nur zur Stammrolle zu melden üatAi, voraussichtlich nicht oder nur zu einem ganz geringen Teil zur Aushebung kommen werde». Ziiser I des Landsturmausrutes besagt ja auch bereits ausdrücklich, daß zunächst nur militärisch a ns- gebildete Landsturmpflichtige zur Einstellung kommen werden: auch von diesen wird voraussichtlich zunächst nur ein geringer Teil zur Einstellung gelangen, Frankfurt a, M„ den l 4, August 1914, Der koniinandiereilde General, Freiherr von Galt, General der Jnsanterie, ~ Bekanntmachung. Die Möglichkeit ist nickt ausgeschlossen, daß in den Bür- gerguarlieren, in denen die einberuseiien Landwehrinänn- schaften einguartiert waren, versehentlich Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke oder andere der Aülitärverwaltung gehörigen Gegenstände liegen geblieben sind. Es ivird ersucht, diese Stücke zu sammeln und alsbald an die Hauptwache der neuen Kaserne abgeben oder die nähere Adresse zur Abholung mitteilen zu wollen. Vor anderweitiger Veräußerung wird dringend gewarnt. Gießen, den 15. August 1914. Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116. F r h r, Schilling. Bekanntmachung. B e t r,: Pserdeanshebung, Tie Zahlung der Entschädigungen für die im Kreise Gießen ausgehobenen Mobilmachungspserdc und Fahrzeuge sindet vom 17, d, Mts, ab, mit Ausnahme des 19, August, bei der Großd. Bezirkskasse Gießen II. Alicestraßc Nr, ll, hier statt, Tie Großh. Bürgermeistereien wollen dies alsbald ortsüblich veröffentlichen, Gießen, den 14, August 1944, Großhcrzogliches Kreisamt Gießen.. Or, ll s i n g c r. Unterfertigte setzt hiermit ihre Bundesbrüder in Kenntnis, dass ihr Aktiver stud. theol. Ernst Grosch aus Wörrstadt, Unteroffizier d. Res. in Belgien den Tod fürs Vaterland erlitt. In tiefer Trauer: Paso Oie Burschenschaft Alemannia. Todes* Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine liebe Frau, unsere gute treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Auguste Lietz • geborene Weber im Alter von 55 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Johann Lietz und Kinder. Gießen (Bleichstraße 31), den 15. August 1914. Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. August, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 9229 Donnerstag nnrijmittfta 4 Uhr nerftfiteb nach langem, schwerem i'eiben in bet Klinik zu Sichen mein lieber Satte, unser guter Dater, Sohn unb Bruder Ludwig Walther Weichensteller in Giesten im Alter von 39 Jahren. Dies zeigt tiefbetrübt an int Namen der trauern den Hinterbliebenen: Micuc Watthcr. Danbringen, beit 15. August 1914. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 3 Uhr, »an der Behausung aus statt. 9217 Für die herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Mutter sage aufrichtigen Dank. Wilhelm Kafjtt. ] Gießen, den 15. August 1914. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes sage ich allen, insbesondere der hiesigen Krankenpflegerin für die liebevolle Pflege, meinen innigsten Dank. Margarethe Rein ncbst Kindern. Wieseck, den 14. August 1914. 9225 volkEch im Cafe Ebel, Burggraben 8. Die Abgabe eines kräftigen Mittagessens an bedürftige Familienangehörige der Kriegsteilnehmer geschieht kostenlos täglich mittags von 12 bis 2 Uhr. Anmeldungen müssen in gleichem Lokal am Abend vorher zwischen 6 und 8 Uhr erfolgen und werden Marken ausgegeben, die zum Empfang je einer Portion berechtigen. Teller und Löffel sind mitzubringen. Gleichzeitig richten wir an die Bürgerschaft die herzliche Bitte, diese Wohltätigkeitsanstalt durch, Uebersendung von Nahrungsmitteln zu unterstützen. Hilfe ist dringend nötig. 9126 D Bekanntmachung. Wr haben, um den Ellern, besonders auch den alleinstehenden Frauen der Feldzugsteilnehmer, einen Teil der Sorge für ihre Kinder abzunchmen und um diese in erzieherischer Weise zu beaufsichtigen, Horte für alle Kinder dis zum 14. Lebensjahr eingerichtet. — In diesen werden die Kinder in angemessener Weise beschäftigt, bei gutem Wetter auch ins Freie geführt. Wo es not tut, wird auch für Verpflegung gesorgt. Anmeldungen werden am Montag, den 17. August 1914, nachmittags zwischen 2 und 4 Uhr in der Stadtmädchenfchule, West-Anlage, entgegengenommen. Ohne Anmeldung keine Teilnahme! Kinder, die bereits seither in hiesigen Anstalten untergebracht waren, haben in diesen zu verbleiben. 9215 O Im übrigen sehen wir zahlreichen Anmeldungen entgegen. Ter Ausschuh für Kinderfürsorge. Bekanntmachung Mit Rücksicht auf die durch die Mobilmachung erfolgte Verminderung unserer Arbeitskräfte sehen wir uns im Interesse unserer sonstigen Bureauarbeiten genötigt, den Verkehr des Publikums bei unserer Kasse auf die Vormittagsstunden zu beschränken. Die Zahlstunden finden daher bis auf weiteres nur werktäglich vormittags 8 bis 1 Uhr statt. Giessen, den 14. August 1914. Der Vorstand der Bezirkssparkasse Giessen. Zacheis. „„„ Bekanntmachung. In das Gcnossenschaftsregister wurde heute bei dem landwirtschaftlichen Konsumverein, eingetragenen Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Langsdorf, eingetragen: Die Genossenschaft ist in eine solche mit beschränkter Haftpflicht umgewandelt. Die Firma lautet jetzt: Landwirtsä)aftlicher Konsumverein, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, Sitz in Langsdorf. Die Haftsumme ist ans 300 Mark, die höchste Zahl der Geschäftsanteile auf 10 festgesetzt. An Stelle des Statuts vom 24. Juli 1898 ist das neu gefaßte vom 15. Juni 1913 getreten. Die Bekanntmachungen erfolgen jetzt im Hcssenland. 9224 D Lich, den 12. August 1914. Grosth. Amtsgericht. Jagd-Verpachtung. Samstag, den 28. August d. IS., nachmittags 2 Nhr, wird die hiesige Gemarkungsjagd, welche ani 31. l. Mls. pachtftei wird, bestehend ans 960 Morgen Feld und 1100 Morgen Wald, auf hiesigem Gemeindehaus öffentlich an den Meistbietenden aus weitere 6 bezw. 9 Jahre verpachtet. Guter Reh- und Rotwildstand. Crumbach (bei Gießen), Post Rodheim a. d. Bieber, den 13. August 1914. Der Jagdvorsteher: 9222 Krauskops, Bürgermeister. Wgeintiiie Sttsfnmlciifiiiie Gieße». Die Beiträge zur Kranken- und Invalidenversicherung für den Monat Juni 1814, sowie Anteile für Arbeitgeber der befreiten Ersatzkassenmitglieder pro I. und II. Quartal 1914 können noch bis zuni 27. August 1914 ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 14. August 1914. 9223 O Der Vorstand. I. A.: Alb. Lentz. Tberhessische Vieh-Versicherungs-Anstalt. Unser Vertreter Herr August Klein in Giesten musste infolge des Krieges bis au! weiteres unsere Vertretung nieberiegen. Wir baden baher an besten Stelle snr Giesten unb Umgegenb unseren Rechner Herrn (4. Lcstnchard in Lick mit Wahrung ber Geschäfte betraut und bitten wir im Bedarfsfalls sich an biesen ober birekl an die Direktion nach Nidda wenben zu wollen. 92160 Die Direktion Der aufgeklärte Landwirt kauft nnr Hü’tteroSsemgia Drill- und Hackmaschinen (früher Torpedo) Der enorm »teilende Um» atz für beste Qualität u. P.oi st an trsf äbtirk eit. Mäßig: im Preis, stabil in Bauart. V erkingenSie Prospekte und kostenlosen Besuch von der WM MÄata-Jttl! Anton Volk« Butzbach 2251 D Kotes Kim unb Kriegchillk. Wie uns mitgeleilt wird, ist in der in unserer Nr. 188 gebrachten Lcröffentlichung betr. „Rotes Kreuz und Kriegshilfe" unter den Mitgliedern des Kreiskomitces der Name des Herrn Bankdirektors Albert Heichelheim, Gießen versehentlich auf. zuführen unterlassen worden. Wir wurden gebeten hiervon Notiz zu nehmen, was hiermit geschieht. Alldeutscher Verband Alldeutsche GiestcnS! Der Welibranb, der unsere deutsche Kultur vernichten will, enisachl sidi mit erschreckender Genauigkeit so, ivte es unser Borsitzenber seil Zähren geschildert hat. Für uns ist daher dieser Krieg, im Gegensatz zu viele» Vereinen, keine lleberraschung. isasti uue> vor allein ihm daher gewachsen sein! Es ist ohne weiteres anzunebmen, dast Ihr alle Euch zum Heer oder zum Noten Kreuz gemeldet babi. Aber nicht jeder ist waffenfähig, nicht jeder ist vstegesäbig. Wer von Euch noch Zeit und Kraft hal, siunbenweise kleine Haushali, Näh- unb Gartenbiensie zu übernehmen, wer umgekehrt solche gegen Entgelt geleistet haben möchte, der melde Angebot oder Nachfrage, kurz aber klar, schriftlich bei Hcimkriegshülsc Hcnselstrage 4 1. 'Näheres im Teri dieser Zeitung. Diesen Ausrus an Euch stelle ich ohne Willen des Vorstandes, den die KriegSiurie wohl in alle Winde getrieben hat. Doch wird es mich treuen, wenn Ihr über das Ergehen unserer Mitglieder Nachricht gebt an 92261) Freifrau Haus v. Liebig. FreiwilügeGail’sche Feuerwehr Die Mannschaften werden gebeten, heute Limstag, öen 15. Anguß, abenös 87 4 Uhr, am Spritzenhaus anzutreten. Ersckieinen aller Kameraden ist unbedingt erforderlich Uniform: Arbeiisanzug, Helm. 9232t Das Kommando. Bekanntmachung. Während meiner Zugehörigkeit zum aktiven Heere unk der dadurch bedingten Abwesenheit von Giesten besteht bei gesamte Unterrichtsbetrieb des Gicstener Pacdago giums völlig unverändert fort. Die Klassen der schul pstichiigen Schüler haben Ferien bis zum 15. Sepi. All, anderen Abteilungen haben Ferien von etwa 3 Wocher von Ende September ab. Sprechstunden meines Ber treiers: täglich von 2—5 Uhr. Neuaufnahmen von Kna ben und Mädchen llnden ftändia statt. [903 Direktor Brackemann, Bleichstraste 6. SrnföChciüier! Rudolph's [fadiL Giefeen • üeuenweg 9 • Tel. 6711 ITIuslkatien- u. Hlusikinslrumenfenßaus | Grammophone I Offizielle Perhaufsllelle der Deutölen Srammopbon- I kUstlen-Selelllchiist Berlin I Offene Wunde. 26 Sehr gern bestätige ich Ihnen, daß mir die Dm Salbe bei meinem offenen Bein sehr gute Dienste geta hat, nachdem ich fast 11 Jahre lang niit und ohne Ar. die verschiedensten Mittel ohne icden Erfolg angewanl hatte. Hofheim b. Worms M. 6 Vorzüglich gegen Brand-, Biß-, Schuß- und Stiä wunden, Hämorrhoiden, Karbunkel und Drüsengeschwür — Zu haben in Apotheken, oder durch Vermittelung d> Fabrik Hans Hertz & Co., Duu-Präparate, G.m.b.H Darmstadt. Prospekt kostenlos und frei. 1 B. Dun-Sall 1.30 M. D.-Pillen 1 .30 Mk., D.-Zäpfchen 2 Mk. Yoghurt die von Prof. Metschnikoflf | empfohlenen (7121 SS rco-Bacterlen. -Von Aerzten I selbst ge- abraucht und e verordnet bei *chron. Darm- l schwäche, bei »Magen- und f Darm k&tarrh } Bekämpf, der r ' Darmfäulnis u [ihrer schädl. Folgen, wie z. B. Blinddarm-Entzündung. 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