Nr. J8<) Der Stetzener erscheint täglich, außer Eouiitagr. - Beitagen: viermal wöchentlich SiebeiierZamilienblätler; zweimal wöcheutt.llrei;- dlattsiirdeiirkreirSIeiien iDienstag und Freitag): zweimal monail. land- wirtschostlich« Zeitsragen fieriisprcch»Anschlnise: iür die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 51 Adresse Iür Depeschen: «nzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen Iür die Tages»,liininer bi« vonnittagö 8 Uhr. Erster Blatt i *64. Jahrgang Gietzemr Anzeige? General-Anzeiger sür Oberhessen §rettag. * 4 . August *9*4 Die englische Uriegrerklärung an Oesterreich. Ein schmachveiler Mord in Petersburg. Nun hat nckch einigem Zögern England auch unserem Bundesgenossen Oesterreich-Ungarn den Krieg erklärt. Das ist wiederum keine Ueberraschung, bedeutet aber wieder einen Markstein in der englischen Politik, die den Russen Knechtsdienste leistet. Tie Oesterrcicher rücken siegreich in Russisck)»- Polen vor, auch in den polnischen Landcsteilen Deutschs- lands bäumt sich der Widerwille gegen die slawische An maßung und Willkür auf, indem die Bistu,nsvcrweser von Posen und Gnesen den Polen einen trefflichen Spiegel der Tatsachen Vorhalten. England aber streck: seine schlitzende Hand über die Kojakenwirtschaft aus. Nach dem russisch englischen Marineabkommen sollten, wie Professor Schiemann in der „Krenzzeitung" aus „unbedingt zu verlässiger russischer Quelle" feststellt, russische Truppen auf englischen Schiffen in Pommern lan den. Tic Verhandlungen darüber wurden in London dem Marinebcvollmächtigten Wolkow übertragen und der Bot schafter von Penkcndorf war über den ganzen Plan unterrichtet. Der Abschluß der Konvention sollte erfolgen, wenn Prinz Ludwig von Battenberg im August in Petersburg eintreffe. Der Prinz ist nicht nach Rußland ge fahren: der von Rußland uns oktroyierte Krieg machte es unmöglich. Es konnte nun eher umgekehrt kommen, und die Russen haben durch Zerstörung des Hafens von Hangoc schon bewiesen, daß sic vor einem deutschen Einfall eine wahn sinnige Furcht haben. Die Heldentaten des belgischen Pöbels haben den Mob von Petersburg zu ähnlichen Leistungen angestachelt. Ein in Petersburg zurückgebliebener Beamter der deutschen Botschaft wurde schmählich ermordet: das Gebäude wurde in Brand gesteckt. Die russische Polizei hat dies angeblich nicht hindern können: das kennzeichnet die Kultur« höhe, auf der die Hauptstadt des Zarenreiches steht. Wir haben allen Anlaß — und die zivilisierte Welt muß es uns noch danken — daß wir der weiteren Ausbreitung dieser „Kultur" mit Feuer und Schwert cntgegcnwirken. Tie englische Kriegserklärung an Oesterreich. Wien, 13. Aug. Heute mittag H /2 Uhr ist der englische Botschafter im Ministerium des Auswärtigen erschienen und hat erklärt, daß sich England von gestern — Mittwoch — Mitternacht an als mit Lesterreich-Üngarn im Kriegszustand befindlich betrachte. Gleichzeitig Hai der Botschafter seine Pässe gefordert. Ein Beamter der deutschen Botschaft in Petersburg ermordet! Berlin, 13. Aug. Der „Bert. Lokalanzeiger" schreibt: Ein b e st i a l i s ch e r M 0 r d ist an einem bewährten Beamten unserer bisherigen Botschaft in Petersburg von dem russischen Pöbel verübt worden. Hofrat Alfred Katt- ner, der imt über dreißig Jahren in dein deutschen konsularische:! und diplomatischen Dienst in Rußland tätig 'war, und der bei der kürzlich erfolgten Abreise des Grafen ^Pourtales zurückgelassen worden war, ist ein Opfer des blutdürstige „Petersburg er Mobs geworden. Die grauenvolle Nachricht ist bereits vor einigen Drgen zugegangcn, es mußte aber aus naheliegenden Gründen von der Bekanntgabe Abstand genommen werden. Heute aber stehen wir nicht mehr an, unfern tiefen Abscheu über die empörende Bluttat vertierter russischer Horden auszu- chrücken. Daß sie möglich war, beweist den Tiefstand der russischen Kultur und die wahren Gesinnungen der dortigen Machthaber, die es nicht einmal für nötig erachteten, unserer Botschaft und ihrem Beamten jenen Schutz aiigedeihen zu lassen, auf den auch der Vertreter einer feindlichen Macht im Kriege bisher Anspruch erheben durfte. Wie sich jetzt herausstellt, ist die mordgierige'Volks- masse ungehindert in die im Zentruin Petersburg gelegene Botschaft eingedrungen, machte zuerst den greisen deutschen Beamten in bestialischer W e i s e n i c d e r, p l ü n d c r t e d i e R ä u m e u n d st eckte das Palais in Brand. Ms die Polizei und die Feuerwehr heranrückten, war das Entsetzliche bereits geschehen. Hofrat Kattncr, der aus Schlesien stammte, machte als Kriegsfreiwilliger den Feldzug von 1870/71 mit Auszeichnung mit. Nach Beendigung des Krieges bezog er die damals noch deutsche Universität in Dorpat in Livland, wo er besonders init dem Korps der Kürländer in besonders nahe Beziehungen trat. Bis an sein Lebensende unterhielt er mit den baltischen Deutschen, die seine ungewöhnlichen geistigen und gesellschaftlichen Gaben hochschatzten, enge Freunds chastsbandc. Ein Ausruf der Biötumsverweser von Posen und Gnesen. Posen, 13. Aug. Tie Bistumsverweser von Posen und Gnesen erließen am 1. Aug. in Posen und Gnesen folgenden A u s r u f an die Geistlichkeit und die Gläubigen beider Diözesen: Geliebte Diözesancn! Ein überaus ernster Augenblick, wie bis dabin kein anderer in der Weltgeschichte, ist cs, in welchem wir tinrscr Hirtcnworl an Euch richten. Die Geschicke der Völker, also auch unseres Volkes, harren der Folgen schwerer Entscheidungen. Ln ganz Mitteleuropa lodert die Kriegs sacket, angc- sacht durch die russische Regierung, unter deren Grausayikeucn unser Volk in religiöser und nationaler Beziehung über hundert Jahre hindurch schmerzlich gelitten hat. Es ist Euch, geliebte Diö- zcsanen, doch nicht unbekannt, wie viele Millionen der mit uns verbrüderten Uniten mit Gewalt und barbarischer Unmenschlichkeit der russischen Orthodoxie zugcsührt wurden, wie viel Tausende von Söhnen unserer heimatlichen Erde ihrer von den Vätern ererbten Habe beraubt und nach Sibirien vertrieben wurden, wo sic zum Teil der grausigen Kälte zum Opfer sielen. Ihr wißt auch sehr gut, unter welchem Druck noch bis jetzt.die katholische Kirche im Bereiche von Kongreßpolen und L i t t a u e n stutzt. Die unserer Nation und unserer Kirche feindlich gesinnte Regierung hat hinterlistigerweise die größte Halste Europas in einen feurigen Kriegs Herd verwandelt und unseren allergnädigsten Landesherrn, den Verbündeten des greisen Kaisers von Oesterreich, gezwungen, mit Waffengewalt die gerechte Sache und sein Land zu verteidigen. Ohne Zweifel ist jeder Krieg ein großes Unglück, aber es ist manchmal unvermeidbar: denn in den gegenseitigen Beziehungen der Staaten treten ab und zu wichtige Lebensfragen auf, die nur durch die Schärfe des Schwertes entschieden werden können. Eine solche Stunde hat jetzt für uns geschlagen Leder Krieg ist ein Unglück, denn er entfesselt Ströme mnt Blut und Tränen, er fordert große Opfer an Leben und Gut. Vielleicht hat noch kein Krieg früherer Jahrhunderte solch schwere Ovler verlangt wie der, welcher gegenwärtig sich zwischen den mächtigsten Reichen abspielt. Auch Ihr, Geliebte, seid nun als Untertanen des deutschen Kaisers und Königs von Preußen berufen, an diesen Opfern teilzuncbmen. Eure zu len Fahnen cinberuienen Ehemänner,Brüder und Söhne haben schon angefangen, zu kämpfen, und sie ivcrden weiter fechten gegen die verbündeten Feinde Deutschlands und Oesterreichs, besonders aber gegen die Feinde jenseits unserer nahen Ostgrenze, gegen Rußland. In diesem Kampfe wird so mancher von ihnen sein Leben hinopfern. Aber möge Euch sür alle Opser, groß Und klein, das Bewußtsein trösten, daß Ihr sie darbringet für eine gerechte Sache. Ich weiß wohl, daß infolge der A u s n a h m e - gesetze, deren Wirkungen nur seit einer längeren Reihe von Jahren schmerzlich empfinden, das Vertrauen der polnischen Bevölkerung zur staatlichen Regierung sich vermindert bat, aber ich weiß auch, daß unter uns nicht das Gefühl der Pflicht gegen die uns von Gott gegebene Obrigkeit geschwunden ist, daß wir vielmehr immer der Mahnung des Apostels Paulus eingedenk bleiben: Jegliche Seele sei den Vorgesetzten Gewalten untergeben, denn es gibt keine Gewalt, außer der von Gott: die es aber sind, sind von Gott gesetzt. lRöm. 13,1.) Erfüllet also als würdige Söhne einer ritterlichen Nation mutig Eure Pflicht im Kampfe! Ihr andern aber, die Ihr am häuslichen Herde verbleibet, verhaltet Euch ruhig, vertrauet auf Gott, schenket insbesondere kein Gehör verdächtigen Agenten und Friedensstörern. Vertrauet, daß, wenn Ihr in dieser großen, überaus bedeutungsvollen Zeit treu und mutig zu Eurem Monarchen haltet, und Ihr durch Eure loyale Haltung zunt Srege des tapferen Heeres beitraget. Euer Landesherr tu seinem edlen Herzen unsere gerechten Forderungen erfüllen und alles beseitigen wird, was uns bedrückt. Vertraut auch, daß wir durch unsere Mitarbeit zum Siege der kaiserlichen Armee und damit unseren leidenden Brüdern jenseits der Grenze zum Erringen einer besseren Zukunft mitverhelsen werden. Da jedoch die Geschicke der Völker in Gottes Hand ruhen, und im gegenwärtigen Kriege von ilmr abgewogen werden, werdet Euch auch in Gemeinschaft mit Euren Seelenhirten in täglichen Gebeten zum Herrn der Heerscharen und stehet ihn an, er möge in seiner Gnade das kaiserliche Heer, den, auch Eure Männer, Brüder und Söhne angehörcn, nach dem Kriege mit Siegesruhm gekrönt in die heimatlichen Fluren zurücksührcn. Der Aufruf schließt mit Vorschriften sür die Kirchengcbete. Gegeben zu Posen-Gnesenp den 9. August. Gez. Tie Bistumverweser: Bischof Dr. Eduard L i k 0 w s k i, Prälat Dorszeweski. Die Polenfrage. B e r l i n, 13. Aug, Die „Germania" bemerkt zu der Wahl des neuen Erzbischofs von Posen, daß die polnische Bevölkerung sowohl in Preußen, als auch in Oesterreich ihrem Baterlande Treue und Lohalität in denk Maße bewiesen habe wie alle Glieder des deutschen 'Reiches. Im „Tag" schreibt das Mitglied des Reichstages Erzberger: Die deutschen und die österreichischen Soldaten gelten heute nahezu allgemein in Russisch-Polen als die Befreier des Landes. Wo alles gegen uns steht, muß alles Mitwirken, um den Feind zu schwächen. Weite Kreise von Russisch-Polen hoffen auf uns. Wir wollen, indem wir ihnen Freiheit und Recht bringen, uns selbst schützen. Der Kaiser. Berlin, 13. Aug. Der Kaiser empfing den Fürst e n W e r n h a r d p. B ü l 0 w und den bisherigen Gesandten in Ceftnje, v. Eckardt, in Audienz. — Die Kaiserin Hai heute nachmittag das Fürstenpaar Bülvw empfangen. Später begaben sich beide Majestäten nach Potsdam. Tie norwegische Kolonie und der Kaiser. Berlin, 13. Ang. Tie norwegische Kolonie richtete an den Kaiser folgendes Telegramm: Ew. Majestät! In der schicksmsschweren Zeit, in welcher das deutsche Volk, von Feinden umringt, unter Führung Ew. Majestät dem Kampf für ferne Existenz, für die Kultur und das Wohlergehen des gesamten Germanentums anfnimmt, bittet die hiesige norwegische. Kolonie Ew. Majestät, den .Ansdruck ihrer warmen Sympathie und ihres anftichtigen Herzensanteiles darbringen zu dürfen. Mil staunender Bewunderung stehen wir vor diesem beispiellosen Opfermut und der begeisterten K a m p f e s f r e nd«, mit welcher das edle deutsche Volk, jung und all, ohne Unterschied de s Standes, wie ein Mann sein erprobtes Schwert ergreift, um seinen Herd und seine Ideale gegen eine Welt der Mißgunst und che s Neides zu verteidigen. Mit ehrlicher Begeisterung erfüstt, begleiten w i r stammverwandte Norweger diesen Hcldcnkampj unseres edlen Brudervolkes. Wir hegen die felsenfeste Ueberzcugnng, daß die heilige Begeisterung und die deutsche Zähigkeit Ew. Majestät ruhmvollen Fahnen.die machtvolle Erhaltung Deutschlands, worin wir die Vorbedingung sür das Wohlergehen der gesamten zivilisierten Menschheit und ein zuverlässiges Unterpfand des dauernden Weltfriedens erblicken, sichern iverdcn. Mögen Ew. Masestät geruhen, den Tank der norwegischen Kolonie sür die ihr in Deutschland zuteil gewordene großzügige lüastfreund- schast und die empfangenen Kulturgüter entgegenzunehmen. Die Kolonie leitete unter ihren Mitgliedern eine Sammlung ein, deren Ertrag die Kolonie glücklich sein wird, dem Roten Kreuz überweisen zu dürfen. Aus das Telegramm der norwegischen Kolonie ist folgendes Antworttelegramm cingegangen: Der Kaiser und König haben mich beauftragt, dem norwegischen Klub in Berlin für die im Nanlcn der hiesigen norwegischen Kolonie in so warmen herzlichen Worten ansgedrückte Anteilnahme an Deutschlands Geschick in dieser ernsten Stunde sowie für das hochherzige Anerbieten zur Linderung der Wunden des Krieges, den allerhöchsten Dank zu übermitteln. Reichskanzler v. Beth- mann Hollweg. Eiir Telegramm des Kaisers. Karlsruhe, 12. Ang. Ter „Karlsruher Zeitung" zufolge hat der Großherzog von Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm erhalten: Dankbar unserem Gott für den ersten Sieg spreche ich Dir meinen Dank aus sür die Tapferkeit Deiner Landeskinder. Gott helfe weiter, gez. Wilhelm R. lieber die Verluste in den Kämpfen um Lüttich sind bei dem Zentraluachwcisbnreau des Kriegsministeriums, Berlin, Dorotheenstraßc 48, bereits sehr viele Anfragen eingegangen. Ihre Beantwortung wird, wie wir hören, leider erst in einigen Tagen möglich sein, da die Berichte der Truppen noch nicht eingetroffen sind. —1 Im allgemeinen Interesse ist es wünschenswert, daß die Anfragen recht kup; gehalten werden, denn die Durchsicht erfordert sonst so viel Zeit, daß die Auskunft erheblich verzögert wird. Die vorgeschricbenen, bei der Post erhältlichen Doppelt arten werden zuerst beantwortet. Sie sind also das beste Mittel, um schnell die gewünschte Auskunft zu erhalten. Der Gesamtheit wird ferner zugute kommen, wenn die Anfragen auf solche Fälle beschränkt werden, wo die Vermutung wirklich begründet ist, daß der Familienangehörige, um den es sich handelt, auch tatsächlich au einem Gesechc teilgenommc» hat. Es versteht sich vor selbst, daß das Zentralnachweisbureau, sobald es Nachrichten hat, mit unbedingter Offenheit Auskunft erteilen und nichts verheimlichen wird. Ein Geretteter der „Königin Luise". B e r l i n, 13. Aug. Auf dem Dampfer „Königin Luise" der vor der Thcmsemündung Minen legte und dabei zum Sinken gebracht wurde, befanden sich auch zwei Groß-Bcr- liner. Einer von ihnen wurde glücklicherweise gerettet, während über das Schicksal des anderen noch Unklarheit herrscht. Der Gerettete ist der 42Jahre alte Postassistent Georg Wit- t i ch aus Pankow. Wittich hatte sich kurz nach Ausbruch des Krieges der Marine zur Verfügung gestellt und war der Besatzung des Bäderdampfers „Königin Luise" zugeteilt worden. Auf einer an seine Angehörigen in Pankow geschriebenen Karte teilt er mit, daß er wie durch ein Wunder dem Tode entronnen sei. Er habe lange Zeit mit den Wellen gekämpft, ehe er eine Schifssplanke habe umklammern können. Nach längerer Zeit habe ihn ein deutsches Kauffahrtcischliff an Bord genommen und ihn nach Westerland auf Sylt gebracht. Jusolge der Strapazen und Quetschungen war Wittich so erschöpft, daß er sofort einer Klinik zugeführt werden mußte. Er hat sich aber schnell erholt und ist bereits gefterr in Wilhelmshaven eingetrosfen. Der andere Großberlinci von der „Königin Luise" ist der Maschineningenieur Bank aus Hteglitz, Sohn des Direktors der Steglitzer Eisvertriebsgesellschaft und früheren Gemeindeocrordnetenbanv Von ihm fehlt bisher jede Nachricht. Ein deutscher Dampfer von Russen beschlagnahmt. Berlin, 12. Aug. Der Dampfer „Prinz Eitel Friedrich" der neuen Tampferkompagnie Stettin, der am 30. Juli St. Petersburg verlassen hat mit Ladung für Stettin und gegen 40 Passagieren, ist am 31. Juli früh, also vor Kriegsausbruch von russischer Seite beschlagnahmt und nach Reval gebracht worden. Die Passagiere wurden zwangsweise über Helsingfors-Torma abgeschoben. * * * Die Mobilisierung der Türkei. Konstantinopel, 12. Aug. Der Sultan hat fol« gcudc Proklamation an die Armee erlassen: Während wir im Frieden für den Fortschritt unseres Vaterlandes arbeiteten, ist in Europa ein großer Krieg ausgebrochcn. 11m mit Gottes Hilfe unser Recht zu wahren, habe ich alle meine Kinder zu den Fahnen berufen. Noch vor Ablauf der ersten Mobil- mckiungsuwche ist eine Anzahl junger Männer eingerückt. Die ersten Bedürfnisse der Armee sind gedeckt. Ich bin außerordentlich gerührt durch den Patriottsmus, den mein Volk an den Tag gelegt lwt. Ich ordnete an, daß die älteren unter den »ichtausgebildeten Eingezogenen zurzeit beurlaubt ioerden. Bis sie neuerdings zu den Waffen gerusen werden, werden sie die Feldarbeiten der bei den Fahnen verbleibenden Kameraden mitvcrichcn müssen. Meine Regierung will die Fortdauer des Friedens. Dank der Hilfe Gottes uich seines Propheten bin ich sicher, daß wir das Land und seine Rechte »Mer allen Umständen werden verteidigen und schützen können. Ich entbiete allen meinen Kindern meinen Gruß. Die Proklamation schließt mit dem Ausdruck des Wunsches, daß die Soldaten ihren .Vorgesetzten gehorchen und im' Notfälle >kfie°«n Mann in den Tod-gehen. Der Sulbanchosse. d>rß die Armee ihre Pflicht tun werde. — Das Sfrieg-sS« m i n ist t rin m-begleiket die Proklamation des Sultans mit einem Tages bcsedl, in dem es heißt: Tic unentwegte -Ausdauer und Vaterlandsliebe, welche die Nation i.üibrend der ersten Adobilinarlnmgsivoche an den Tag gelegt hat. ist ein grneS Vorzeichen für die ottomanische Armee. Diese ist verpflichtet, ün gegebenen Augenblick grosse Opfer auf sich zu uelnuen, uni den Makel des tOallankrirges zu tilgen. Die Erbaltung des Kalifats und des Osmanentums bängt von den Verdiensten und der Selbstverleugnung der Armee ab. Der Tagesbefehl schließt mit Ratschlägen bürsichtlich der Pflichten der Offiziere und Soldaten. Wechsel im italienischen Marineministerium. Rom, 13. Aug. (?lgenzia Stcsani.) Mariilcminister Millo, der noch immer nicht von den Folgen des Sturzes in Genu», wo er ein Bein brach, genesen ist, hl,/ sein wiederholt schon ein- gercübtcs Entlasst! ngsgesuch er neuert. Ter ü'önig hat sein tzKsuch mit dem Mi s druck grössten Bedauern? und Wünschen sür baldige Genesung genehmigt. Vizeadmiral Leone Viale ist zum Marineminister ernannt worden. Sofia—Konstantinopel. Sofia, 13. Aug. (Agence Aula) Der Eisenbahnverkehr mit Konstantinopel ist wieder ausgenommen worden. Gras Tisza und die Rumänen. Ofenpest, 13. Aug. Ministerpräsident Graf Tisza hat an den -llbgeordneten der rumänischen Partei, Alexander Baj da, den er in einer Sitzung der letzten Parlamentssession infolge eines von dem panslawistischen Agitator Gerowszky an Basda gerichteten Schreibens der Teilnahme an der panslawistischen Agitation beschuldigt hatte, ein offenes Schreiben gerichtet, in dem er an eine von Vajda beim Kriegsausbruch inr Bnkarester „Adeverul" veröfsentlichte drcibundsreundliche patriotische Erilärnng «rnknüpst und bereitwillig anerkennt, daß durch Vajdas jetziges Auftreten des Ministers frühere Annahme widerlegt werde. Tisza fährt dann fort: „Dir erleben setzt entscheidend« Stunden. Das rumänische Volk muh zeigen, ob es eine Verständigung und ein Zusammenwirken mit dem Deutschtum und dem Ungarntum wünscht oder ob es sich dem panslawistischen Koloß in die Arme werfen will. Jeder Akt treuer Vaterlandsliebe bildet heute einen Granitwürfel zu dem Fundamente einer schöneren, sich auf gegenseitigem Vertrauen und gegeirseitiger Shmpathic aufbauendcn Zukunst." Gold gab ich sür Eisen. Wien, 13. Aug. Gestern wurde dem Hilfskomitee „Gold gab ich für Eisen" der 500 0. Ehering z-um Einschmelzen übergeben. — Ter Andrang zu den Pflege- rinnenkursen ist so groß, daß die Anmeldung geschossen werden mußte. Roheiten belgischer Frauen. Kopenhagen, 12. Aug. Ans Herbestal ein^e- troffenen Meldungen zufolge verteidigten die in den Lütticher Wasfensabriken beschäftigten Frauen die Häuser, indem sie kochendes Wasser auf die stürmenden deutschen Soldaten gossen. Der Eisenbahnverkehr. Berlin. 12. Aug. Tank der ausgezeichneten Leistungen der deutschen Eisenbahnen hat es sich ermöglichen lassen, jetzt schon erhebliche Erleichterungen für den öffentlichen Verkehr anznordncn. In ivelchem Umfange dieses in den einzelnen Direktion?bezirken und ans den einzelnen Strecken geschieht, wird von der Bahnverwaltung midge- teilt werden. Eine Mahnung zur Verschwiegenheit und Besonnenheit! Das Wolsf-Bnreau schreibt in amtlichem ?lustrag>: In den ernsten Zeiten, die über uns bereingebrochen sind, fordert das Vaterland neben vielen und großen Opfern auch eine unbedingte Verschwiegenheit über alle Mahnahmen, die mit dem Kriege im Zuianrmcnhang stehen. Dies gilt nicht nur von den militärischen Maßnahmen, sondern auch von den Anordnungen der Zivilbeftötden, den Vorgängen in Privatbetrieben nnd sonstigen Vorfällen irgend welcher Art. die von dem alltäglichen Leben abweicken und dadurch den Feinden zu Schlüssen über die militärischen Mahnahnicn Veranlassung geben können. Insbesondere dürfen Nachrichten, die Angehörige vom Kriegsschauplatz senden, nicht weitcrgegcben werden. Auch über Vorkommnisse und Mahnahmen bet unseren Verbündeten muh Stillschweigen beobachtet werden. Ter Reichskanzler bat ans Eirund des Gesetzes gegen den Verrat niilitärischer Geheimnisse durch die Bekanntmachung vom 31. Juli 1914 Veröfsentlichungen über militärisch wichtige Nachrichten verboten. Die vorsätzliche Uebertretung dieses Verbots wird mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bis zu 5000 Mk. bestraft. Mit Gefängnis bis zu einem Jahre wird bestraft, wer in Beziehung auf die Zahl. die Marschrichtung oder angeblichen Siege der Feinde wissentlich falsche Gerüchte ausstreut oder verbreitet, welche geeignet such, die Zivil- oder Militärbehörden! hinsichtlich ihrer Mahrcgeln irrrzuführen. Eine gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher, sei es auch nur fahrlässig, die Verbote Übertritt, die in dieser Hinsicht die Militärbeschlshaber aus Grund des Kriegszustandes erlassen haben. * Ein jeder tut deshalb gut, bei seinen Mitteilungen gröhte Vorsicht walten zu lassen, im m ü n d l i ch e n Verkehr sowohl wie auch rm Brief-, Fcrnsprech- und Telcgrammverkehr, nicht allein nach dem Äuslaich, sondern auch im Inland. Tie Interessen des Reiches fordern, dah rücksichtslos gegen unbefugte Verbreiter der oben bc.zeichnetrn Nachrichten eingeschritten wich. Zuversichtlich hoffen aber die Kriegsleitungen des Heeres und der Marine, dah sie in keinen! Falle zu einem derartigen Einschreiten gezwungen werden, sondern dah alle Stände allerorts ihren Wünschen mit Verständnis für den Ernst der Lage und mit patriotischem Empfinden entgegenkommen werden. Durch den Grohen Gencralstab und den Admiralsstab der Marine in Berlin werden den Tageszeitungen dauernd Nachrichten über die Ereignisse auf den Kriegsschauplätzen zugeheu. Sie werden so reichbaltig und ausführlich gehalten werden, wie es das Reichswohl gestattet. Hiermit muh sich die Allgemeinheit genügen lassen: alles weitere schädigt das Reich. Besonders wichtig blecht dauernd die Erhaltung aller Verkehrseinrichtungcn, namentlich der Kunstbauten an Eisenbahnen, Kanälen und Wegen, sowie aller der Schisfahrt dienenden Einriäilungcn. Eisenbahnen, Kanäle und Brücken wer- !>cn dauernd militärisch scharf bewacht: die unerlaubte Annäherung an Bahnstrecken und Brücken ist daher mit Lebensgefahr verbunden. Jedem, der einen verbrecherischen Anschlag gegen unsere Verkchrsvorrichtungen vereitelt und den Verbrecher cinlicsert oder zu seiner Festnahme verhilst, loird hohe Bechhnung zuaesichert. Auch bei dieser Gelegenheit wird aber nochmals daraus hingewiesen, daß der dienstliche Automobilverkehr nicht durch falsch betätigte Wachsamkeit gestört werden darf, weil sonst die gröhtcn Nachteile für die Befehls- und Nach- richtenübermittvlung mtstchen würden. Fremde Autos sind jetzt nicht mehr im Lande. Freiwillige Flugzeugführer. Berlin, 13. August. Das Kriegsministerium erläßt folgenden Aufruf: Tie glänzende Entwicklung unseres nationalen Flugwesens darf durch den Krieg nicht zum Stillstand kommen; sie muß in, Gegenteil weiter gefordert werde», damit die jüngste Masse mit vollem Erfolg sür die Verteidigung des Vaterlandes mit eingesetzt werden kann. Der Nachschub von Flugzeugen an die Armee uich Marine ist durch besondere Mahuahmen, durch Verwendung von Zivilpiloten im Deere? und Marinedienst euigeleite:. Die Fliegerschulen setzen ihren Ansbildungsbetrieb fort. Aber die Möglichkeit großer Abgänge, mit der int Kriege naturgemäß noch mehr als im Frieden zu rechnen ist, zwingt zu rechtzeitiger Vorsorge für die Ausbildung weiterer Flugzeugführer sür den Krieg. Die Mcwungcn Kriegsfreiwilliger überschreiten zwar, lote bei allen Waffen, so auch bei der Fliegertruppe, den augenblicklichen Bedarf weitaus. .Indessen muh hier eine besonders sorgfältige Auswahl getroffen werden. Auch von den Ausgewäbltcn werden im Lause der Ausbildung noch viele znrücktreten müssen. Es kommt deshalb daraus mi, von vornherein die geeignetsten Kriegsfreiwilligen einzuslcllen, d. h. solche, die neben der erforderlichen Intelligenz und tüchtigen Eparaktcreigen« sckasten auch säwn Borkenntnisse in der Bedienung und Pflege von Flugmowren besitzen. Solche Persönlichkeiten weiden sich namentlich unter demenigen Studierenden der Technischen Hochschulen und anderer technischer Lehraustalten finden, die sich diesem Sonderfach zugewandt haben. Außerdem werden.geübte Mechaniker und Monteure gebraucht. Kriegsfreiwillige melden sich zur Ausbildung als Flugzeugführer oder zur Einstellung als Hilssmonteure bei der Königlichen Jnspeltion der Fliegertrupven. Berlin-Schönebcrg, Alte Mserne, Fiskalische Straße, auswärtige schriftlich. Spenden sür die Rationalstiftung für Hinterbliebene im Kriege Gefallener. Berlin. 13. Aug. Der Staatssekretär des Reichspost- amts Kraetke hat angeordnet, daß sämtliche Reichsposd- anstalten, Postämter, Postagcnturen und Posthilssstcllen Spenden für die National st iftung für Hinterbliebene im Kriege Gefallener entgegennehmen können. Das Bureau der Nationalstistnng befiitfaet sich in Berlin NW. 40. Alseustr. 11. Die Einziehung von Schuldsordcrungen feindlicher Staaten. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Dem russischen, französischen, belgischen oder englischen Staate sollen gegen eine Reihe von Banken, Gesellschaften, Instituten uslv. in ganz Deutschland nicht unerhebliche Forderungen zustehen. Die A b s ü h r u n g solcher Guthaben an die .feindlichen Mächte nach dem Äusbrnch des Krieges schädigt das Baterlaird. Wer auf diese Weise dem Feinde Vorschub leistet, wird unter Umständen nach 889 des Reichsstrafgesetzbuches wegen Landesverrats bestraft. In Berlin beschlagnahmte der Oberbefehlshaber in den Marken die dem russischen Reiche gegen seine Schuldner zustehenden Forderungen, namentlich aus Bank- und^Kredit- geschäften aller Art, als Eigentum eines feindlichen Staates, und überwies sie dem Fiskus des deutschen Reiches, vertreten durch den Staatssekretär des Reichsschatzamtes, zur Einziehung. Den Reichsinteressen würde es dienen, wenn das Bestehen solcher Forderungen dem Reichsschatzamt in weitestem Umfange bekannt gemacht würde, damit wegen ihrer Beschlagnahme das Erforderliche veranlaßt werden könnte. Keine Eholcragefahr. Gegenüber der Besorgnis, ob die zurzeit in Rußland angeblich herrschende Cholera auf Deutschland übergrcifcn wird, sei auf folgendes hingewiesen: Rußland nntrbc im letzten Jahrzehnt wiederholt von der Cholera heimgesucht; es hatte z. B. im Jahre 1905 eine schwere Choleraepidemic. Obgleich aber die lange deutsch- russische Grenze dem Vordringen der Krankheit nach Deutschland keinerlei natürliche Hindernisse bietet, im Gegenteil die Weichsel mit ihrem Schtffahrtsverkchr geradezu ein Einsallstor darsteüt, drang die Seuche niemals über die Grenze hinaus. Einzelne bei uns eingeschleppte Fälle wurden dicht an der Grenze sogleich erkannt und durch die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln alsbald unschädlich gemacht. Diesen Erfolg verdankt Deutschland seinem vorzüglich organisierten Seuchenschutz, lieber das ganze Reich sind zahlreiche Medizinaluntersuchungsämter (Bakteriologische Stationen) ausgebreitet, welche zur sofortigen Feststellung ansteckender Krankheiten dienen. Treten irgcndivo solche Krankheiten gehäuft aus, so können diese Aemter „fliegende Laboratorien" in die gefährdete Gegend senden, um an Ort unb Stelle noch rascher und nachdrücklicher die Seuche zu unterdrücken. Durch Isolierungen und Desinfektion wird die Ansteckungsquelle unschädlich gemacht und eine Ausbreitung der Krankheit dadurch verhindert. Auch bei unserem Heere befinden sich zahlreiche tragbare bakteriologische, nach den neuesten Anforderungen der hygienischen Wissenschaft eingerichtete Laboratorien, damit jeder Seuchenverdacht sofort an Ort und Stelle geklärt werden kann. Hygienisch wohlgeschulte Sanitätsoffiziere begleiten die Truppen. Je ein hygienisch spezia- listisch ausgebildeter Sanitätsoffizier befindet sich bei einem jeden Korpsarzt und schließlich bei einem jeden Armcearzt je ei» beratender Hygieniker, die aus den ordentlichen Professoren der .Hygiene an den Universitäten und Instituten! anSgewählt sind. Ein sachverständiger Rat in gesundheitlichen Fragen steht hiermit ausreichend zur Verfügung. Gegen den Typhus und die Cholera gibt es ferner eine ziocckntäßige 'Schutzimpfung, welche das Krirgs- ministerium natürlich längst in den Plan zur Bekämpfung der Seuchen etnbezogen hat. Impfstoff steht zur Verfügung, Zum Abkochen des Wassers sind fahrbare Trinklvasser- bereiter und zur Ausführung von Destnsektionen fahrbare Desinsektionsapparate vorhanden. Ein solcher neuzeitlicher auf Kraftwagen montierter Desinfektionsapparat ist mit einer großen Feldwäschereianlage, gleichfalls auf .Kraftwagen montiert, verbunden. Gegen die Pocken ist das .Heer durch Impfung geschützt. Wir dürfen demnach mit Sicherheit daraus vertrauen, 'daß wir auch sür den Kampf mit den Seuchen auf das beste gerüstet sind. Unterstützung der Kolonialbeamten. Berlin, 13. Aug. Seitdem der Schiffsverkehr mit den deutschen Kolonien gestört ist, werden manche in Deutschland lebenden Angehörigen von Kolonialbeamten und sonstigen Angestellten des Kaiserlichen Gouvernements in Afrika und der Südsee sich sorgen, woher diese jetzt die Mittel zuni Leben nehmen sollen, die ihnen, sonst regelmäßig durch die Baulhänser oder durch die Post nach Anweisung aus den Kolonien zugegangen sind. Diese Sorgen sind nunmehr dadurch behoben, daß Staatssekretär Dr. L>ols Bestimmungen für die Hilfeleistung getroffen hat. Wie wir hören, wird dadurch solchen in Not befindlichen Antragstellern ein Teil der Gcbnhrnisse ihrer bei den Gouvernements augestellten Dtänner, Söhne, Brüder usw. während des Krieges in jedem Monat durch die Kolonialhauptkasse oder deren Vermittelung ansgezahlt, wenn sie Nachweisen, daß ihnen Geldbeträge zum Lebensunterhalt in regelmäßigen Zeitabschnitten aus den Kolonien ücherwiesen wurden. Rn Fron Sophie Nebel von Türkyri«. Du singst in Hessen hohe Lieder, Aus Schwaben tönt das Echo wider —! Wie einstens zwischen Hirsch und Leu Wird alte Freundschaft wieder neu. —'J Die deutsche Treue hoch in Ehren! — Ja! — tapfer wollen wir uns wehren Wir Brüder all' aus deutschem Land, Dein Lied ist uns ein Unterpfand. Wir werden nimmermehr verderben» Wir, alten deutschen Ruhmes Erben, So lang in einem deutschen Gau x. Roch singt wie du, die deutsche Frau! —» Am Hohenstaufen, 11. Aug. 1914. H. v. W. Aus dem Reiche. Berlin, 13. Aug. In der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung wurden gestern eine Million Mark bewilligt zur Durchführung von Maßregeln der Lebensmittelversorgung zwecks Steuerung einer Lebensmittelverteuerung. Essen (Ruhr), 13. August. Frau Friedrich Msred Krupp hat für verschiedene Zentralen und die örtlichen Organisationen des Kriegsliebesdienstes 50000>0 Mark zur Verfiigung gestellt. Bismarck über England. Jetzt wo England die Maske hat fallen lassen und als unser offener Feind hervorgetreten ist, gewinnen die Aeuße- rungen Bismarcks besondere Bedeutung, in denen er immer wieder auf die Selbstsucht und Heuchelei der englischen Politik und auf die Gefährlichkeit des Treibens unserer „Vettern" hingewiesen hat. Die Anständigkeit des einzelnen Engländers hob er in einem „Tischgespräch" mit Poschinger hervor. „Die englische Politik hingegen sei von allem das Gegenteil; ihre hervorstechendste Eigenschaft sei die Henchelei, sie wende alle Mittel an, die der einzelne Engländer verabscheue. In Frankreich sei ja die Politik zu Zeiten auch nicht sehr wählerisch in ihren Mitteln gewesen, namentlich schwächeren Volksstämmen im Auslande gegenüber sei sie ebenso grau-^ sam und brutal verfahren wie die englische; Gewalttaten und Ueberlistung seien ebenso vorgekommen wie im englischen Regime, aber das Maß von Heuchelei und Perfidie, wie es der englischen Politik häufig eigen ist, sei doch an ihr nicht nachzuweiscn." Dieser Gedanke wird des Näheren aus- gesührt in einer Betrachtung, die Busch in seinen Tagebuchblättern aufzeichnet. Bismarck weist hier nach, daß die englische Politik in der ganzen Neuzeit immer darauf ausgegan- gcn sei, „unter den Mächten des Kontinents Zwietracht zu stiften oder zu erhalten und sich der einen gegen die anderen zu bedienen, so daß sie zu Englands Vorteil geschwächt und geschädigt wurden". Besonders hätten die EnAänder immer versucht, »ns gegen die Russen auszuspielen. „1877, als der russisch-türkische Krieg sich ankündigte, sollten wir ihn durch Einspruch in Petersburg verhinocrn, im Interesse der Menschlichkeit, wie die Times demonstrierte, und die Königin Viktoria uns ans Herz legte, in einem Briefe an den Kaiser, der von Augusta übermittelt und befürwortet wurde, und in zweien an mich. Menschlichkeit, Friede und Freiheit ist immer ihr Vorwand, wenn es nicht Christentum und Ausbreitung der Segnungen der Gesittung unter Wilden und Halbbarbaren sein kann, zur Abwechslung. In Wahrheit aber schrieben die „Times" und die Königin im Interesse von England, das mit dem unfern nichts gemein hatte. Das Interesse Englands ist, daß das Deutsche Reich mit Rußland schlecht steht, unser Interesse, daß wir mit ihm so gut stehen, als es der Sachlage nach möglich ist." Wie England den Haß zwischen Deutschland und Rußland schürt, daraus kommt er immer wieder zu sprechen. „England braucht nicht mit Rußland zu kämpfen, wenn ihm Deutschland die Mühe abnimmt," sagte er 1892 zu Poschinger. „So versuchte England auch stets während des Krimkrieges, den Kriegsschauplatz von der Krim nach der Weichsel zu verlegen. England hat recht. Wenn ich einen großen und starken dummen Kerl finden könnte, der für mich mit meinenr Feind kämpft, so würde ich ihn absolut nicht daran zu hindern suchen, und wenn ich ein englischer Staatsmann wäre, würde ich es ebenso machen wie sie. Ich wäre ein Esel, wenn ich es nicht täte." Und ein andermal meint er: „Hoffentlich wird unser Kaiser durch die Enttäuschungen, welche ihm seine Freundschaft sür England einbringen wird, von der unseligen Gewohnheit der deutschen Fürsten abkommcn, dem Wolf John Bull gegenüber die undankbare Rolle des gutmütigen Kranichs zu spielen und für das englische Interesse Krieg auf dem Festlande zu führen. Als wir im Gedränge waren, hat England sich auf die Seite unserer Feinde gestellt und das Geschäft auf zwei Seiten zu machen gesucht. Wenn also England zwischen das welsche Roß und den russischen Elefanten kommt, wollen wir Deutsche nicht mit der großen Ofengabel drein fahren, sondern ruhig zuschauen, wie der steifleinene Lord gequetscht wird, daß er nach Gott schreit!" Auch über die Bedeutungslosigkeit der englischen Streitkräfte auf dem Lande war er sich stets im Klaren, und wie gering er die Wirkung Englands sei einem Kampf auf dem Kontinent einschätzte, geht aus den Worten hervor: „Dieses England mit seinen paar Tausend Mann Linienlruppen und seiner — dadurch halb gezwungenen — Niclitintcrvcntionspolitik ist eine ganz gleichgültige Großmacht, die sich nur durch ewiges lantenbaftes Bevormunden einen gewissen künstlichen Einfluß geschaffen hat, den man auf seine reale Grundlage wieder zurücksühren muß!" Ebenso hat er auf die Raficnver- wandtschaft zwischen Engländern und Deutschen nie viel gegeben. „Blut ist dicker als Wasser. Das mag sein," sagte er 1896 zu Sidney Whitman. „Jedenfalls ist Blut eine zähe Flüssigkeit: ich kann mich aber nicht erinnern, daß Blutsverwandtschaft jemals einer Fehde das Tödliche genonrmen habe. Die Geschichte erzählt uns, daß keine Kriege so grausam! waren, als jene zwischen Völkern derselben Rasse: Zeuge dessen die Gehässigkeit, die in den Bürgerkriegen zutage tritt." Die Verwundetenversorgung an Bord unserer Kriegsschiffe. Man spricht mit Recht von einer besonderen See kriegs- chirurgie, denn nicht nur weichen die Verwundungen an Bord in ihrer Art von anderen Massenverwundungen erheblich ab, sondern die besondere Bauart unserer Kriegsschiffe verlangt auch eine besondere Art des Transports und der Versorgung der Verletzten. Die gesamte Kenntnis von der Seekriegschirurgie ist kürzlich von einem schwedischen Marincarzt in einem großen Sonderwcrk nicdergelegt, doch bestehen auch in Deutschland zahlreiche Werke und Einzclschristen über dies Thema. Das Wichtigste sei im folgenden mitgeteilt. Nach den Erfahrungen der letzten Seekriege rechnet man bei einem Kampfe moderner Flotten mit 5 Prozent unmittelbaren Bev- lust an^Toten: dazu kommen 15 Prozent Verwundungen, deren Schwere sich nur ungefähr schätzen läßt. Die Mann schast unserer Kriegsschiffe ist nun nicht nur im Verwunde tenlransport vollständig ausgebildet, sondern darf und soll sich auch gegenseitig sogenannte „erste Hilfe" bei leichteren Verletzungen leisten, wozu aus den einzelnen GesechtSstationen Taschen mit sterilen Einzelverbänden niedergclegt sind. Diese Taschen enthalten aber auch schon Schienen und Watte zur Stillstellung eines Gliedes bei Knochcnbrüchen und vor allen, Gummibinden, die bei schweren Blutungen an Ort und Stelle schnell umgelegt und so lebensrcttcnd wirken können. Achnliches gilt von der künstlichen Atmung, i» der die Mannschaften ebenfalls ausgebildet sind. An cigent lichem Personal für die Verwundetenversorgung sind Kran kenträger Lazarettgehilfen und Aerzte vorhanden. Auf kle: nercn Schiffen mit einem Arzt findet sich auch nur e i n Ver bandplatz, doch hält man einen zweiten in Reserve für den Fall, dass der erste zerstört wird. Unsere Linienschisfe haben drei Aerzte, die sich in den Dienst derart teilen, daß einer aus den, sogenannten Hilfsverbandplatz die herangebrachten Verwundeten sichtet und zwei auf dem Hauptverbandplatz tätig sind. Diesem werden alle Schwerverletzten zugcwicseu: doch beschränkt man sich im Interesse der Verwundeten auch hier auf lcbensrettende Eingriffe, wie Stillung schwerer Blutungen, Rolamputationen, Luströhrcnfchnitte, vielleicht Bauch und Brustschnitte u. dgl. Im übrigen ist man, ähnlich wie bei der Armee, auf möglichst schnelle Beförderung in geordnete Lazarettverhältnissc bedacht, wobei die Lazarette der Armee allerdings im Seekrieg oft durch das Hospitalschiss Ersatz finden müssen. Japan, England und die Bereinigten Staaten haben solche ständig in Dienst, Deutschland harte 1900 bis 1901 Gelegenheit, Erfahrungen auf diesem Gebiet in Ostasien zu sammeln, wo „Savoia" und „Gera" als Laza- rettschifie vcrivendet wurden. Fast die wichtigste Aufgabe der Schiffsärzte ist und bleibt aber die Fernhaltung von Seuchen, die, einmal ausgebrochen, bei der Besonder^tit der Bord- verhältnisse früher oft gewaltige Dimensionen annahmen und durch Schwächung des Mannschaslsstandcs ein Kriegsschiff leichter kanlvsunfähig machen konnten als die Kanonen des Feindes. Au» Stadt «nd Land» Kiesten, 14. August 1314. Von der Handelskammer wird uns folgendes geschrieben, Der Ausbruch des Krieges hat in allen Schichten der Bevölkerung eine derartige Verwirrung hervorgernfen, daß es dringend notwendig erscheint, mit allem Nachdruck immer lmeder darauf hinzu- weisen, dass der Krieg an der Pflicht zur Erfüllung vorher übernommener privatrechilicher und öffentlich-rechtlicher Derpslichtungen nichts ändert. Stellt sich der Einzelne bewußt oder unbewußt mit den ihm obliegenden Verpflichtungen in Gegensatz, so schädigt er nicht mrr sich selbst, sondern er gefährdet auch den gesamten Wirtschastsorga- nismus. Wenn imn in weiten Kreisen des Handels und Verkehrs die Auffassung besteht, daß nur durch den Erlaß eines für das ganze Reichsgebiet geltenden allgemeinen Moratoriums einer ernsten Wirtschaftskrisis vorge- beugt werden könne, so sei demgegenüber darauf hi „gerne sen, daß den Vorteilen eines allgemeinen Moratoriums vielleicht noch schwerer wiegende Nachteile gcgenüber- stehen. Auf jeden Fall kann es keinen, Zweiset imterliegcn, daß von einer solchen gesetzlichen Maßregel in erster Linie der faule und böswillige Schuldner zum Schaden des ehrenhaften Kaufmanns Gewinn ziehen wird. Aus diesem und noch anderen Gründen hat denn auch die Reichs rcgie- rung sich nicht zu dem folgenschweren Schritte eines Moratoriums entschließen können. Wohl aber hat sie in Anbetracht der durch den Krieg veränderten Wirtschaftslage eine Reihe von Anordnungen getroffen, ivelche in ihrer Gesamtwirkung geeignet sein dürften, die vielfach befürchtete Vernichtung zahlreicher kleiner und mittlerer Existenzen zu verhindern. Tie trächtigste der twm Bundesrcrte getroffenen Maßnahmen betrifft die gerichtliche Bewilligung von Z a h l u n g s f r i st c n. Hiernach kann das Gericht für eine vor dem 31. Juli 1914 entstandene Eieldfordcrung Zahlungsfrist von längstens 3 Monaten gewähren, wenn die Lage des Bellagten dies rechtfertigt und die Zahlungsfrist dem Kläger nicht einen unverbältnisMüßigen Nachsteil bringt. Bon nicht geringerer Bedeutung sind die vom Bundesrate angcordnete Verlängerung der Fristen des Wechsel- und Schcckrechts sowie die Suspendierung von AuslandSforderungcn. Werden alle diese Anordnungen in einer den veränderten Zeitverhälttttssen völlig Rechnung tragenden und verständnisvollen Weise durch die Behörden aufgelegt und angewendet, dann darf auch gehofft werden, daß die Reichsregiernng von der NotwendigkÄt des Erlasses eines allgemeinen Moratoriums, welches „leicht die Räder unseres Wirtschaftslebens zum Stillstand bringen würde", enthoben lvird. Im übrigen erklärt sich die Handelskain m er, um dem Schuldner die Anrufung des Gerichts zu ersparen, bereit, die Erlang ungeinerZ ah lungsfri st aufdemWege der Vereinbarung, zu verniittclu. * ** G nt t, f a n g. Der Großhcrzog empfing am 12. August den Generalmajor z. D. von Hartmann, den Oberstleutnant Maistre. ** Ruhestandsversctzung. Der Grobherzog hat den Obcrlondesgerichtsrat bei dem Obcrlandesgericht Peter Fleitz aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1914 bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit i» den.Ruhestand versetzt. ** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Oberlandesgerichtsrat Peter Fleitz das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. " K > n de rf ürs o rg c. Gestern abend fand im Saale de- Ca sä Leib eine ziemlich gut besuchte Versammlung statt, in der die erschienenen Mütter über die in Aussicht ge- „ouimeiien Maßnahmen zur Beschäftigung und Versorgung der Kinder während der KriegSzeit belehrt wurden. Viele Mütter wissen schon jetzt nicht mehr — besonders sind es solche, die tagsüber einem Verdienst nachgehen müssen — wie sie ihre Kinder behüten sollen. Aller unbeaufsichtigten Kinder wollen sich nach Kräften die ins Leben gerufenen Kinderhorte annehmen. Sie bieten auch den besten Schutz gegen die in Kriegszciten drohende Verwilderung der Jugend. Wir verweisen auf die in der heutigen Nummer dieses Blattes erscheinende Bekanntmachung des .Ausschusses für Kinder- fürsorge' und cnipsehlen dringend, besten Bestrebungen zu unterstützen. ** Aus dem Militärwochenblatt. Zu Leutnants, vorläufig ohne Patent, besürdett: Haagner im Inf.-Regt, --"iser Wilhelm (2. Grosth. Hess.) Nr. 116, Prinz Maximilian von .»eilen H. im Lcib-Drag.-Regt. (2, Grosth. Hess.) tztr. 24, Knackfuß im 2. Grosth. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, Loerbroks, Meyer im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116. — Im Beurlaubtenstanü: Der Abschied bewilligt dem Leutnant der Reserve d. 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nsr. 168 (I Berlin). Zn Oberleutnants befördert: die Leutnants der Reserve Weber (Katt Reinhards d. 5. Großh. Hess.-Inf.-Regts. Rr. 168 (Dessau), Dach- sold d. Leibgardc-Jiif.-Regts. (I. Großh. Hess.) Nr. 115 (I Essen), Waldcck d. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 (I Trier). Der Abschied bewilligt dem Leutnant itrackc d. Res. d. tzirosth. Hess. Train Abt. Nr. 18 (Gera). Zu Obetteutnants befördert Maurach d. 2. Grosth. Hess. Feldart.-Rcgts. 9tr. 61 (Rastatt). Zun, Leutnant der Reserve befördert der Vizcwachtmeister Ncufchwender (Karlsruhe) des 2. Großhcrzvgl. Hess. Feldart.- Regts. Nr. 61. — Zum Fähnrich befördert der Unteroffizier Grast in die Großh. Hess. Train-Abt. Nr. 18. — Im Benrlaubtenstand: Zu Leutnants der Reserve befördert die Bizeseldwebel dczw. Vizewachtmeister Arnold (II Darmstadt), d. Leibgarde-Jns.-Rrgts. (1. Grosth. Hess.) Nr. 115, Barthel, Aibrecht (Mainz), d. Grosth. Hess. Train-Abt. Nr. 18. — Im Veterinärkorps: Versetzt der Untcrvctcrinär bei der Mil. Beterinär-Akad. Dr. Kahnert zum Garde Drag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23, unter Beförderung zum Veterinär. ** Personal nach richten der Ober-Po st dirck- tion Darm st ad t. Verliehen aus Anlaß des Scheidens au-s dem Dienste das Preußische Äerdicustkreuz in Gold dem Postsekretär T i 11 m a n n in Büdingen, das .Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" dem Oberbrieiträger Bcchtold in Erbach mW dem Landbriefttäger Henzcl in Groß-Rohrheim. Versetzt: Obcr-Pvstfekretär Brinkmann von Alsfeld nach Hildesheim, Postsckretär Hoch von Worms nach Alsfeld unter Ernennung zum Ober-Pvstsekrctär. Ernannt: zu Ober-Postsekretären die Postsekrctäre Keller, Röder und Wolf in Tarmstadt, Hoffmann in Ofscnbach: zu Ober-Tclegravhensekretären die Tclegraphensekretäre Ger - mann in Darmstadt und Ackermann in Worms: zu Postmeistern die Postsckretäre Bauer in Rüssclrheim und Will in Erbach. Etats mäßig angestellt: Pvstgchilsin Kratz und Tclegrapl^engehilfinnen Lehn und M ü s s i g in Darmstadt, Goc- b e l in Worms. Bestanden: die Postassistcntenprüfung Post- ai,Wärter von K l i p st c i n in Groß-Gerau, Müller in Worms und Postgehilic Stvll in Dieburg. Angenommen: zu Telc- gravhengehilsinnen K n ö ß in Butzbach, Baumüller und Schneider in Darmstadt. Pille, Seekatz und Meißrnger in Friedbcra. Burg, Enenkel, Hein, Kissel, Zeiger in Mainz, S ch l i e ß h a h u in Osfenbach, Bangert, Hüther. Weg mann und Muth in Worms: zu Postagcnten: Denzel in Groß-Rohrheim; zur Postagentin Susanua B o p p Witwe in Bellersheim. Freiwillig ausgeschieden: Telegraphengehittinnen E n t> e r s in Osfenbach und Luxem in Worms: Postagent Heß in Groß-Rohrheim. Gestorben: Postsekretär S ch w e i tz e r in Mainz, Postagent B o p p in Bellersheim. ** Osfenhaltung der evangelischen Kirchen. Während der Kriegszeit sollen auf Grund einer Anregung des Oberkonsistoriums die hiesigen evangelischen Kirciren in jeder Woche am Samstag abend sür diejenigen offen gehalten tverdcn, die in dieser unruhigen, schweren Zeit sich an einem stillen Otte innerlich sammeln wollen und Ruhe für ihr Gcmütsleben suche». Bon 7—V28 Uhr wird in jeder der beiden Kirchen Orgclspict stattsinden. Als Gottesdienst ist das ganze nicht gedacht, es soll nur am Schlüsse ein Bibelabschnitt verlesen werden. Jedermann kann kommen und gehen, wie es ihm gerade beliebt, vielleicht auch bttngen die, die an dieser Veranstaltung teilnehmcn, Bibel, Gesang- oder Gebetbuch oder etwas anderes, von dem sie sich Aufrichtung versprechen, zum Lesen mit. Samstag, den 15. August, soll in beiden Kirchen damit der Anfang gemacht werden. ** Vercinsspenden. Der Geflügel- und Bogel- Zuchtverein Gießen und Umgegend 1897 E. B. bewilligte in seiner gestrigen Generalversammlung zur Unterstützung seiner ins Feld ziehenden Mitglieder vorläufig den Betrag von 700 Mark, der bei dem 1. Vorsitzenden Jvhs. Schäscr III., Bleich- strastc 6, ausgezahlt wird. —' Der Verein Frohsinn beschloß in seiner am Mittwoch stottgeiundcncn Versammlung, dem Herrn Oberbürgermeister für den Wohlfahrtsausschuß der Stadt 200 Mk. aus der Vercmskasse als Kriegssvcn.de zu überweisen, ferner auch seinen Kriegsteilnehmern eine Extranntrrstützmrg zukommen zu lassen. ** Vom Roten Kreuz. Die Sammlung von Liebesgaben nimmt einen erfreulichen Fortgang. Bis jetzt sind an die Liebes- gabensammelstelle im Roten Kreuz etwa 20000 Mark in bar eingegangen, ein erfreulicher Beweis für die Opfcrwilligkeit unserer Einwohnerschaft, die sich, wie schon früher, auch in diesen ernsten Tagen glänzend bewährt hat. ** M i t bene redde mer deutsch. Man schreibt uns: Als ich dieser Tage einen bei mir einguartietten Landwehrmann beim Studium eines französischen Wötterbuches traf, bemerkte ich, daß er eigentlich auch bemüht sein müßte, sich den Engländern verständlich zu machen. „Was, den Engelännern," ftagte er wegwerfend, „mit dene redde mer deutsch!" ** Silberne Hochzeit feierten heute Laternenausseher L. Petri und Frau. Landkreis Gießen. r. Wieseck, 13. Aug. (Gemeinderatssitznng.) Infolge Einberufung des Bürgermeisters Schomber führt von Montag den 17. l. Mts. ab der Beigeordnete Schäfer die Bürgermeistereigeschäfte. Zu dessen Stellvettreter wurde das dienstälteste Gemeinderatsmitglied Becker gewählt. Zur Unterstützung der durch den Krieg in Not geratenen Familien wird ein vorläufiger Kredit von 2000 Mark bewilligt Die Unterstützung soll nicht in barem Geld, sondern in Verabreichung von Brot, Kartoffeln und Brennmaterial, soweit dies erforderlich ist, bestehen. Die Verteilung soll durch ein Komitee besorgt wcvden, dem Gemeindeeiimehmer Mö- bus, die Gcmeindcratsmitglieder Wacker, Erb, Seibert und die Bürger PH. Hch. Mank, Ph. Hch. Keller, Wilh. Hildebrand, Leopold Löwenstcin und Hermann Katz angehören. Bei der am Sonntag veranstalteten Sammlung für das Rote Kreuz gingen rund 1000 Mark ein. -. Altenbork a. d. Lda., 12. Aug. Für die Krieger aus unserer Gemeinde bewilligte der Denieinderat 5 0 0 Mark. Tie zweckdienliche Verwendung dieser Smnme baiAvotheker Welcker übernommen. Ten Vorsitz im Ortsausschuß des Noten Kreuzer isihrt Pfarrer M i ck e l. R. Odenhausen (Hessen), 11. Aug. Auf Veranlassung des Pfarrers .Hamburger soll lsier ein Lazarett eingerichtet werden. Freifrau von Nordcck zu Rabenau, welcher das hiesige Hofgut gehört, stellt einen Saal im „Burghof" zur Verfügung. Eine Sammlung brachte beinahe 200 Mk. ein, außerdem wurden 14 Betten zur Verfügung gestellt. Die Pflege der Verwundeten werden Dr. Hcnnemann und Krankensäüvestcr Marie Schmidt von hier übernehmen. An der Spitze der Organisation stehen Lehrer Höchst und der Vorsitzende des Kricgervereins, Bahnhofs-Aufseher Weber, sowie die Krankenschwester. Die Schulmädchen, Frauen und Jungfrauen sollen Sonntags zusammenkommen, um sür unsere Krieger Strümpfe zu stricken. Zum Stticken, sowie zur späteren Aufnahme von Verwundeten stellte Gastwirt Balling seinen neucrbauten Saal zur Verfügung. Kreis Lauterbach. R. Rimbach, 13. Ang. Me bei dem Bahnbau Schlitz— Niederjossa beschäftigten in der hiesigen Gemeinde wohnenden russisch-polnischen Arbeiter haben eine Sammlung zu Gunsten des deutschen Roten Kreuzes veranstaltet, die den Betrag von 6,50 Mk. ergab. Wenn auch diese Gabe genug ist, beweist sie doch die Shm- palhie. die die Russisch-Polen gegenwättig für Deutschland haben. Ihr Verhalten hat bis jetzt zu Klagen keinen Anlaß gegeben. Starkenburg und Nheiichesscn. rm. Darinstadt, 13. Aug. Im Falle Vogt—Hevdrich, in welchem bekanntlich Anfang Juli der Privatgelehrte Hcydrich durch den Studenten der Medizin jedenfalls unter Milwisscnschaft der Ehefrau ^endlich erschlagen und das Wohnhaus Hevdrichs in Brand "Nickt wurde, ist nunmehr nach Abschluß der Voruntersuchung ourch den Untersuchungsrichter die wettere Beobachtung beider Angeklagten aus ihren.Geisteszustand in einer Irrenanstalt beantragt worden, damit dürste die Verhandlung der Ankkige vor dem nächsten Schwurgettcht nicht mehr möglich sein. __ m. Offenbach a. M., 14. Aug. Einem raffinierten Schwindler zum Opfer gefallen ist die Ehestau eines hiesigen Beamten, die aut dem Postamt Geld einzahlen wollte. Während sie die Einzahlungskarte schrieb, trat an sie ein Unbekannter mit der Frage heran, ob sie ihm nicht eine Banknote gegen S i l b e r g e l d geben wolle. Die Frau erllärte sich dazu bereit und übergab dem Mann einen Hundertmarkschein. Dieser händigte ihr dafür ein einer Gcldrolle ähnliches Päckchen aus und entfernte sich. Als die Frau die vermeintliche Silberrolle, die die Aufschrift: „100 Mk. in Stücken zu 1 Mk., Städtischer Viehhof, Osfenbach a. M." trug, öffnete, mußte sic zu ihrem Entsetzen wahrnehmen, daß sie einem Gauner in die Hände gefallen war, denn die Rolle enthielt statt Silbergeld ern Stück Eisen. m. Offenbach, 13. Aug. Mit der Frage der fkriegsnnter- stützuncien für die Familien der zur Fahne Elnberuienen befchäs-- tigte sich gestern mittag der Kreistag des Kreises Ofscnbach, der unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrats Lvchmann zu einer dringenden Sitzung zusammen gettrtni war. Es handelte sich namentlich um die Erhöhung d» durch das Gesetz festgelegten Untcrstützungsbeittäge für die Angehörigen der Z»S Feld gezogenen Soldaten, die für die Ehefrau während der Sommermonate l)Mk. und während der Wintermonatc 12 Mk. bettagen. Außerdem »oird fitt jedes Kind eine Unterstützung von 6 Mk. pro Monat gezahlt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Mindestsätze für die Bestreitung des Lebensunterhaltes nicht cmsrcichen. Aus dieser Enoägung beschloß der Kreistag, der mit 22 Abgeordneten vertteten war, diese gesetzlich) vorgeschriebenen Unterstützungs- sätze von 8 Mk. aus 14 Mk. während des Sommers und von 12 Mk. auf 16 Mk. während des Winters zu erhöhen. Der Untcr- stützimgsfatz von 6Mk. sür jedes weitere Kind soll bei behalten bleiben. ch. Bingen, 12. Aug. Me Abhalttmg von Kälbermärkten in Bingen ist bis aus weiteres von der Bürgermeisterei mit Zustimmung des Großh. Krrisamtcs Bingen genehmigt worden. Zugetrieben dürfen ans diesen Märkten jedoch nur Kälber werden, welche in Bingen geschlachtet werden. Damit >oll eine Erleichterung m der Fleischwrrsorgung der Stadt Bingen herbeigeführt werden. Hessen-Nassau. 1s M a r bu r g, 13. Aug. Utt heute hier abgchalteuc Schweinc- mrrrkt brachte bei geringer Zufuhr ganz außergnvöhnlich niedrige Pttise. Es wurden z. B. 6—10 Wochen alte Ferkel sür 18—20 Mk. das Paar verkauft. Auch die Lauser kosteten nicht viel mehr. 3 bis 4 Monate alte Ware wurde mit 25—35 Mk. und ältere Tier« je nach Größe und Qualität mit 40—50 Mk. das Paar verlaust. Der Handel blieb trotz der niedrigen Preise stau. X Hanau. Id. Aug. Ti« hiesige Ortsgruppe des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie hat sich a » f g e l ö st und ihr Vereiusvermöqen de». Rote» Kreuz übermittelt. — Tie hiesigen Ireien G e w e r k s ch a I t e n haben den Dersammlungssaal ihres GewerkichaitShanles kür Zwecke der Derwundelenpstege a» die Militärbehörde a^etreten. An England; Old England, denkst du nicht mehr daran, Wie in Cbina vor vierzehn Jahren Von dcutfckzen Soldaten viel laufend Mann Deine treuen Mitkämpfer waren? 'Vier Worte reichten hin — nur vier. Sie ins Vordertreffcn zu stellen, Und die vier Worte sollen dir Deut' laut in die Olnrn gellen: Me Deutschen können des gleiche — hörst du. Was sie damals in China gekonnt. Nur breh'n sie den Spieß nm und rufen dir zu: Hurra! „Oermans to tste krönt!" vüchrrtisch. — Sensationelle Entlarvungen geiviegter Verbrecher, die es mit elegantem Raisinement verstehen, ihre Svuren hinter sich z» verwischen, bilden den interestanten Inhalt der neuesten Kriminalerzählung von W. Detteminkel, die unter dem Titel »DaS Lackschränkchen" soeben in Kürschners Bücher- schatz Nr 9S3 erschienen sind. (Hermann Hillger Verlag, Berlin und Leipzig). — Hesse? Volksbücherei. Nr 922-936. Preis jeder Nummer 20 Vkg. Leivzig, Heffe & Decker Verlag. Die neueste Serie von HesteS Volksbücherei bringt eine Reihe von klangvollen Namen. Walter vo» Molo läßt unter dem Titel „2>ls ich dis bunte Mütze trug" md ich" (Nr. 927—230) vo» Nicolai (Henrik Scharling), „i'lui Capri, der Eirenentnsel" (Nr. 963—936) spielt ei» Roman de? Erzähler- Conrad T e l m a n n. Ter Täne Jen? Peter I a c 0 b s c 1, ist ver- Ireten durch die Novelle,Möge»?" (Nr. 922). Nach Alt-Wien fahrt ei» Roman von Pantraz S ch » k: „Ferdinand Raimunds letzte Liebe" (Nr. 923 —926). Tic Nummer 932 füllen HmnoreSken des Erzähler? Karl B i e n e n st e i n. Nonatl. llebersichl Ser Tederfülle kn der Stadt Sketzen. Monat Jnli 1914. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom I. Lebensjahr: 2.—IS. Jahr : Blntvergiltung 1(1) 1 (1) — — Tuberkulose 8(1) 8 (I) — — Lungenentzündung anderen Lungen- 5(2) 2(2) 2 1 krankheilen 4(1) 2(1) 2 — Herzkrankheiten 826) 13 ( 4 ) 8 (3) A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel ter Todesfälle in der dctreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlichcr Wetterdienst, Gießen. WcttcrauSsichten in Hessen am SamStag, de>! IS. Aug. 1914: Fortdauer der bestehenden Witterung: nordöstliche Winde. Nachts kühler. Letzte riachrichten« Das Moratorium in Oesterreich. Wien, 14. Aug. Die „Wiener Ztg." veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung, nach der das am 14. August ad- laufende Moratorium bis zuni 30. September verlängert wird. Ein Dampfer gesunken. Triest, 14. Aug. Der Dmnpfcr „Baron Gautsch" ist auf der Fahrt noch Trieft gesunken. Bis gegen Abend wurden 130 Personen gerettet, 20 Leickien geborgen. Ausftihrvrrbot in Bulgarien. Sofia, 14. Aug. Ein königlicher Ukas untersagt die A u ssu h r von Nahrungsmitteln, Bieh, Pferden, Mauleseln, Eseln, Mehl, Kleie, Getreide, Kartoffeln, Gemüse. Leuchtöl und Brennholz. Wir machen unsere Mitglieder hierdurch darauf aufmerksam, daß in unserer noch einige Schrankfächer zu vermieten sind. Mietpreis für das Jahr Mk. 10. — . Die Schrankfächer werden auch auf kürzere Zeit abgegeben. Gewerbebank zu Gießen eingetr. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht. 9178V Selter»:!) II. Stock, clC 3 . 8 Vimmcr- Wobnling, Badezimmer, (9aS- und elcktr. 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Kinder, die bereits seither in hiesigen Anstalten untergebracht waren, haben in diesen zu verbleiben. 9215v Im übrigen sehen wir zahlreichen Anmeldungen entgegen. _Der Ausschus; für Kinderfiirforge. o-D--— Ein bewährtes Rezept gegen schnelles Ermüden ist das Tragen von Con- tinental-Absätzen. Sie ermöglichen einen leichten, elastischen Gang, der den Körper nicht ermüdet und nicht erschüttert. Verlangen Sie aber ausdrücklich von Ihrem Schuhmacher Absätze Continental Hüten Sie sich vor Nachahmungen! Morgen Samstag von 81Ihrab bill. Vertan! von KlMllGlckll iw Felfenkeller« °6H3 M. Scib. Morgen Samstag schöne Einmachgnrken zu haben aus dem Brandplatz gegenüb. dem Botnn. Garten. 08142 Dienstmanu Feeder. R»k KlirtHclii In.Wetterauer Ware, p, Ztr. Rik. 3.— mit Sack, versende! unter Nachnahme ab Echzell Ludwig Erb Kartoffel - Versand - Geschält Echzell in der Wcttcrau Telephon Nr, 21 "™* Ami Reichelsheim, Wctterau. ' Prima Tpeifekartoffeln per 50 kg. 5.— Mark emvfichit [06095 M. 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Leichtlin Prof. Wilhelm van Ealker in Kiel und drei Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge meiner lieben unvergeh- iichen Frau, unserer guten Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Tante, Groh- mutter und Urgrohmutter Lina Schreiber, verwitwete Venz geb. Wagner, sagen wir auf diesem Wege unseren liesgesühilesten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbiiebenen: om Gustav Schreiber. Sieben, Hanau, New Bork, den 14. August 1914. DanksaMng. Für die zahlreichen liebevollen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieben unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir unseren tiefgesühltesten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Schneider u. Ainder. Gießen, den 14. August 1914. 92U Danksagung. Für die uns bei dem schweren Verlust bewiesene herzliche Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir herzlichen Dank. Besonderen Dank derFirma H.Schmidt,Grünberg Für die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Fitzler. Gienen, 14. August 1914. 9211 Allen, welche meinen lieben Sohn, unseren guten Bruder, Schlvager und Onkel Heinrich zur lebten Ruhestätte begleitet haben, sagen wir unseren innigsten Dank. Konrad Kraft Witwe. Familie Seivv. Familie Kraft. Familie Baumbach. Trais-Horloff, den 14. August 1914. Bekanntmachung In unser Handelsregister Abt. A. wurde heute bezüglich der Firma Johannes Nickel in Gießen eingetragen. Dem Johannes Nickel zu Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 11. August 1914. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen : am 12. August 1914: bezüglich der Firma August Ackermann, Gießen: Der Ottomar Weberling Ehefrau, Rosa geb. Tcubner zu Gießen, ist Prokura erteilt. am 1Z. August 1914: o.) bezüglich der Firma Ludwig Georgi zu Gießen: Dem Kaufmann Christian Georg in Gießen ist Prokura erteilt; b) bezüglich der Firma A. Grünebaum, Gießen: Der Max Grüncbaum Ehefrau, Tilla geb. Weil zu Gießen, ist Prokura erteilt; o) bezüglich der Firma Rudolf Löwenstein 8- Co. zu Gießen: Der Julius Rosenbaum Ehefrau, Rosa geb. Löwenstein zu Gießen, ist Prokura erteilt; d) bezüglich der Firma Max Weißbäcker zu Gießen: Der Max Weißbäcker Ehefrau, Elisabeth geb. Marx zu Gießen, ist Prokura erteilt. Gießen, den 13. August 1914. _ Grosth. Amtsgericht. _ Adler-Drogerie Seltersweg 39 Von kommender Woche an bin ich genötiat, mein Geschäft von i— 3 Uhr nachmittags zu schlichen Firma Otto Schaaf, Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen. Die Friedböfe sind vom 16. August bis 15. Oktober von morgens 6 bis abends 8 Ubr geöffnet. 9202 8 3u dem Fonds sür Viebesaabcn find bei dem Oberbürgermeister weiter eingcgangcn: von Bankdirektor A. .Heichelheim...... 10000 Mk, vom Tierschutzverein........... 500 , vom technischen Verein..........100 » vom Verein Union............ 200 » von Rentner E. Wasserschleben....... 5000 „ von Geh. Medizinairai Proieffor De. Strahl . 1000 . von einem Damenkränzchen, Überreicht von Frau Enzeroth und Mener........150 » von Oberlehrer a. D. Fuhr........ 20 , von Stadtgeometer Wihner........ 20 , von Materialoerwalter Georg Fritzsch.... 5 « von der Firma Bär L Weiterhahn.....100 * vom Rauchklub Jriedenspseise...... 25 » W01B zusammen 17120 Mk