Ar. m Der kletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wücbemlich SäetzenerFamiNenblaltcr: zweimal ivöchenll.tireir- dlattsürdcu Urei; Sirtzen (Dienstag und Freilngß zweimal invnocl, !and- wiktschasllich« öeilsragen slernlvrech»Anschliipe: für die Äiedaktion 112, Berlagai. Exvedili»» 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gienen. Lnnahme von Anzeigen für die TagcLiininmer bis vormittags 9 Uhr. Erft« ölatt M. Jahrgang «chLnerZW'Zsr General-Anzeiger für Oberhessen Dienstag, J(. August Die Zranzosen westlich von Mülhausen zurückgeworsen. Berlin, i 0. Auy, Ter von Bclfort in das Obrr - elf aß vorgedrungenc Feind, anscheinend das 7. französische Armeekorps und eine Infanteriedivision der Besatzung von Belfort. ist heute von unseren Truppen aus einer verstärkten Stellung westlich von Mülhausen in südlicher Richtung zurückgeworsen worden. Die B e r l u st c unserer Truppen sind nicht erheblich, die der Franzosen grotz. Es sind noch keine großen entscheidenden Schlausten geschlagen worden, aber die neueste Meldung, daß ein Tvoid* zosisches Armeekorps und eine feindliche Infanteriedivision, Die zum Angriff übergegangen waren, westlich von Mil- Hausen in siidlicber Richtung zurückgeworsen worden sind, 'darf uns dost) wieder mit hoher Freude und mit Befriodi- -gung erfüllen, .Heimischer Boden wird nicht von den Feinden betreten, und wenn erst der strategische "Aufmarsch volleichet sein wird, werden wir erst ganz erfahren, das; um'ixe Heeresleitung das Vertrauen verdient, das ihr bei uns überall entgegengcbracht wird, Airs der --eite unserer Feinde versucht man die Welt zu täuschen. Der Präsident von Frankreich hat der Stadt Lüttich eine hohe Auszeichnung verliehen an denisciben Tage, als die Festung schon in unseren Händen war. Es stellt sich nach amtlieker deutscher Darlegung heraus, daß wir bei der Erstürmung von Lültich keineswegs sehr schwere Verluste hatten, da einzelne Forts nicht gestürmt, sondern von der nachrücken-- den deutschen Artillerie einfach zusammengeschossen worden sind, Tobec sind du deutschen Stürmer gegen die belgische Besatzung wahrscheinlich noch in der Mndcrzalil gewesen! Wie schamlos die Lügen sab rikerc des Auslandes schon am Werke sind, davon haben wir also bereits Beweise, Mau hat sogar den Versuch gemacht, ein deutsches Armeekorps durch ein gefälschtes Telegramm au die angebliche Landung eines englischen Expeditionskorps glauben machen zu wollen. Als Absender des Telegramms war, >oic in Berlin von einem toeneratstabsofsizier Vertretern der Presse erklärt worden ist. ein Ob e rprä s ide n t bezeichnet! Also Vorsicht gegenüber Sensations- und Alarm-Meldungen! Wir haben bisher nur Erfolge gehabt. Auch der angeiagtc russische Kavallcriecinfall, wo ist er? Zerschellt an unserer Grenzschutztruppc, Sogar die preußische Landwehr hat in einzelnen Fällen ausgereicht, um die Eindringlinge zurüchzuweiscn. Die größeren Zerstörungen wichtiger Bauwerke und Anlagen, wo sind sie geblieben? Nichts ist passiert. Nichts !>at unseren mit maschinenmäßiger Genauigkeit tick vollziehenden Aufmarsch auch nur um ein Tüpfelchen auf halten oder in Verwirrung bringen können, Tie erste Verlustliste ist heraus. Sie betrifft die Kämpfe an der Oftgrenze, Jüan findet sie vielleicht schon ziemlich erheblich, aber was haben wir mit ihnen errungen? Den Schutz unseres Landes, Wenn die Russen ins Land gekommen wären, wieviel Verluste an Gut und Blut hätten wir da zu beklagen gehabt! Und die Hauptsache: der taktische Erfolg, der mit der Einnahme von Lüttich errungen wurde! Auch die Oesterreicher haben sich äußerst brav gehalten. Nicht nur, daß ihr Reich innerlich einig ist und sogar die Deutschen und die Tschechen sich verbrüdert haben — sie haben auch den Serben und den vorwitzigen Monkenegriniern, und nuhr zuletzt, au der Grenze Galiziens, auch den Russen tüchtige Schlapven beigebrachl. Mit der russischen Tapferkeit scheint es sehr windig auszusehen. Daneben dürfen sich Herr Sasonow und Sir Grc» an- strengcn wie sie wollen, um uns mit ihren diplomati s ch e n Verdrehungen zu schaden — sic werden nichts zuwege bringen! Tie deutschen Waffen werden schließlich am über- zeugendstcii wirken! Die Russen bei Eydtkuhneu zurückgeworsen. Berlin, 10,Aug. Drei im Grenzschutz bei Ehüt- kuhnen sirdenüe Kompanien, unterstützt durch heran- eilende Feldartilleric. warfen die über Romeiken auf Schleub-n vorgrvende :s, russische Kavallcricdivision über die Grenze zurück. Erfolge der Oesterreicher. Wien, Ist, Aug. Auf dem südlichen Kriegsschauplatz zeigten die M o n t c n r g r i n e r gestern und vorgestern große Angriffslust gegen die österreichisch- ungarische Grenze. Am 8, August brachen sic in einer Stärke von 4000 Mann gegen den Grenzposten östlich der Festung Trebinjc vor. Tie Pcrl ustc der £ c ft c r rr idi c r betrage »einen Offizier und 21 Mann: dicMon - trncgrincrhattcn 2 00 Tote, ferner sah man zahlreiche Schwcrverivundete sich zurückschleppen. Am st, August früh versuchte eine andere montenegrinische Kolonne dir Posten bei Gad und Autovac zu überfallen, Tie Besatzung entdeckte den Anschlag und wirs ihn tapfer zunick. Der österreichisch-ungarische Kreuzer „Szigcrvar" erschien vorgestern vor Antioari und zerftörtedirmontencgrinischcFunkenstation durch Granatfeuer, Au der ganzen Grenze von O st - u n d M i t t e l g a l i - z i c n erneuerten die R u s s e n gestern früh ihre Versuche, in österreichisches Gebiet ein zu fallen. Außer Kavallerie traten auch Insanterieabteilungen und Geschütze in Tätigkeit, Trotzdem wcbrtc der österreichische Grenzschutz alle Angriffe ab, Tie österreichischen Verluste, die lucht genau bekannt sind, sind nur geringfügig, Ein besonders heftiger Kampf entspann sich mit zwei Sotnien Kosaken. Die angegriffenen Grenzposten hielten den Feind auf und nahmen ihm neun Pferde ab, woraus einige reitknndige Soldaten der Posten eine Attacke ritten. Dies veranlatzte die durch das Feuer arg mitgenommenen Kosaken zur eiligen Räumung des Gesichtsfeldes, auf dem sie 90 Tote und Verwundete zurückließen. Dir Oesterreicher hatten keine Verluste, Eine österreichsi'che Grrnzabkciiung, die vn Oesterreich i sch Novoffielitza über die Mobile-Höhe vis zu dem gleichnamige» russischen Grenzort vorgedrungen war, wehtte eine Reihe von Angriffen überlegen ab. Da der mit dem Vorstoß beabsichtigte Zweck inzwischen erfüllt war, wurde der Abteilung befohlen, ihre frühere Stellung wieder ein- zunchmrn, die weiter behauptet wird. Im Verläufe der mehr- lägigen Kämpft und bei Beginn des Vorstoßes bis zum Ein- rückrn in ihre frühere Stellung büßte dir Abteilung vier Tote und fünf Verwundete ein. Von den österreichischen Grcnztruppen wurden die zur Lösung besonderer Aufgabe» unternommenen kleineren Vorstöße erfolgreich durchgeführt, Bari, kv. Aug: Der aus A n t i v a r s kommende Dampfer „Brindisi" brachte die Nachricht, das? Antivari von ösberreichisch-ungarischeu Kriegsschiffen beschossen lverde. Die Beschießung begann gestern um 8,3O Uchr Ilm 8 Uhr erschienen zwei österreichisch-ungarische Kreuzer und teilten der funkentelographischen Station mit, daß sie nach zwanzig Mnuten die Beschießung eröffnen würden, Alsbald nach Ablauf der Frist begann das Bombardement, das auf das Gebäude einer Handelsgeftllschast und die sunkemelegra phische Station gerichtet wurde, Wien, 9, August, Die bis Mjcchow etwa 30 Kilomcter nördlich von Krakau vorgedrungenen österreichischen Truppen setzten gestern die Offensive fort und besetzten bis zum Abend die Ortschailen imgesäbr 40 Kilometer vorwärts. Die bisher an der Weichsel stehenden Grenztruppcn überschritten den Fluh und setzten sich am scnseiligen Ufer fest. In Ostgalizien bemächtigten sich die Oesterreicher der aus feindlichem Gebiete gelegenen Ort• schäften Radzivilow, eines GrenzPalmhofs im östlichen Galizien und Nowosielica bei Ezernowitz, die Bezirkshaupt- stadt der Bukowina, Sämtliche Versuche von feindlichen Reiterpatrouillen, in Ost- und Mitlekgalizien ein- zufallen, wurden abgeweh rt. Bei Zalozce zwischen Brody und Tarnopol wurden bei der Zurückwersüng feindlicher Reiter vier Kosaken getütet und zwei verwundet. Die Montenegriner beschossen gestern Teodo im Busen von Cattaro und stellten das Feuer, das vvn den Lesterreichern erwidert wurde, um sechs Uhr abends wieder ein, Tie Lesterreicher halten keine Verluste, Das Feuer der Montenegriner war völlig wirkun gslos, Tie Stellungen der Öesterreicher wurden nicht beschädigt. Lüttich und die Selbsttäuschung der Franzosen. "Am Freitag nachmittag sandte Präsident Poir.cars an den Körrig der Belgier folgendes Telegrarnm: „Ich freue mich. Eurer Majestät Mitteilen zu können, baß die Regierung ber Republik soeben die laviere Stadt Lüttich mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet hat, Tie Regierung wünscht die mutigen Verteidiger des Platzes und die gesamte belgische Arnree zu ehren, mit der verbündet die französische Armee seit heule früh auf dem Schlachtield ihr Blut verchcßt," "Am selben Freitag hat König Albert eine Proklamation erlassen, die in begeisterten Worten den belgischen Kriegern dankt und die zu neuen Taten aufruft und in der der König sagt: „Alle Angriffe sind abgeschlagen worden. Keines unserer Forts ist gefallen, Tie Festung Lüttich befindet sich noch in unserer Hand," Tas ist der Mut und die Unwahrheit der Verzweiflung! Eine amtliche Darlegung über de» Fall vo» Lüttich. Berlin, 10, August. In einer Depesche des General- guartiermeisters heißt es: Französische Nachrichten haben unser Volk beunruhigt. Es sollen 20 000 Deutsche vor Lüttich gefallen und der Platz überhaupt noch nicht in unseren Händen sein. Durch die theatralische Verleihung des Kreuzes der Ehrenlegion au die Stadt Lüttich sollten "diese Angaben bekräftigt werden. Unser Volk kann überzeugt sein, daß wir weder Mißerfolge verschweigen, noch Erfolge aus bau scheu iverden. Wir werden die Wahrheit sagen und haben das volle Vertrauen, daß unser Volk uns mehr glauben coird als dem Feinde, der seine Lage vor der Welt möglichst günstig hinstellen möchte. Wir müssen aber mit unseren Nachrichten zurückhalten, solange sie unseren Plan der Welt verraten können. Jetzt können wir ohne Nachteil über Lüttich berichten. Jeder wird sich selbst ein Urteil bilden können über die von den Franzosen in die Welt geschrieenen 20000 Mann Verluste, Wir Hallen vor vier Tagen vor Lüttich überhaupt n u r schwache K r ä f t. Denn ein so kühnes Unternehmen kann man nicht durch Ansammlung überflüssiger Truppenmassen verraten. Daß wir trotzdem den gewünschten Zlveck erreichten, lag in der guten Vorbereitung und in der Tapferkeit unserer Truppen, der energischen Führung und dem Beistände Gottes, Der Mut des Feindes wurde gebrochen, seine Truppen schlugen sich schlecht. Die Schwierigkeit für uns lag in dem überaus ungünstigen Berg- und Waldgelände und in der beimtückischen Teilnahme der ganzen Bevölkerung, selbst der Frauen, an dem Kampfe. Aus dem.Hinterhalte unh den Ortschaften aus den Wäldern feuerten sic auf unsere Truppen, ans die Aerzte, die die Verwundeten behandelten und die Verwundeten selber. Es sind schwere und erbittette Kämpfe gewesen. Ganze Ortschaften mußten zerstört Iverden, uni den Widerstand zu brechen, bis unsere Truppen durch Forksgürtcl gedrungen waren und in dem Besitz der Stadt sich befanden. Es ist richtig, daß ein Teil der Forts sich noch hielt, aber sie feuerten nicht mehr, Se, Majestät wollte keinen Tropfen Mutes durch Erstürmung der Forts unnütz verschivenden. Sie hinderten nicht mehr an der Durchführung der Absichten, Man konnte das Herankommen der schweren Artillerie abivarten und dcr Forts in Ruhe nach einander zusammenschießen, ohne nur einen "Manu zu opfern, Ueber dieses alles durfte eine gewissenhaste Heeresleitung nicht ern Wort veröffentlichen, bis sie starke Kräfte auf Lüttich nachgezogen hatte und auch kein Teufet es gnS mehr entreißen konnte. In dieser Lage befinden wir uns jetzt. Die Belgier haben bei der Behauptung der Festung mehr Truppen gehabt, ivie sich jetzt übersehen läßt, als von unsere r Seite zum Sturm an traten. Jeder Kundige kann sich daraus die Größe der Leistung ermessen, sie steht einzig da. Sollte unser Volk wieder einmal ungeduldig auf Nachrichten warten, so bitte ich, sich an Lüttich zu erinnern, Tas Volk trat sich einmütig unk seinen Kaiser zur Abwehr der zahlreichen Feinde geickmrt, so daß die Heeresleitung annchmen darf, cs werde vor« ihr keine Veröffentlichung verlangt iverden, die ihre Ab- sichten vorzeitig dem Feinde kundtun und dadurch me Durchführung der schweren Aufgabe vereiteln kann. Der Generalguarliermeifter, gez, v, Stein. Tie Beteiligung des Z. VI bei Lüttich. Wie das „Berliner Tageblatt" nach der „Kölnischen! Volkszeitung" meldet und wie wir auch den Mit erborgen! des amtlichen Lüolffschen Bureaus entnehmen, das die Notiz gleichfalls nachdruckt, ist „Z, VI" ain Donnerstag früh 3,30 Uhr von einer Kreuzfahrt aus Belgien zurück gekehrt, Vvn der erfolgreichen Fahrt erfahren wir zuverlässig folgendes: Das Luftschiff beteiligte sich tn hervorragender Weise an dem Kampfe, der sich bei Lüttich entsponnen Ixatte und konnte s c h r wi r ks a n» in ihn ein greifen. Aus einer Höhe von 600 m wurde die erste Bombe geworfen, die ein Versager blieb. Darauf ging das Lnsffchifs bis 300 Meter herab und schleuderte weitere zwölf Bomben, die sämtlich explodierten, Infolgedessen geriet^ Lüttich an mehreren Stellen in Flammen, Sämtliche Bomben wurden von einem Unteroffizier der Besatzung aus der Hinteren Gondel herabgeworfen. Der Unteroffizier war nach der Landung des Luftschiffes unter den Tanscnden von Zuschauern ein Gegenstand begeisterter Ovationen, Belgische Pöbeleien. Berlin, 10, Aug, Der Brüsseler Vertreter des Lolis- schen Telegraphen-Burcaus telegraphiert aus Goch folgendes: Ueber Belgien ist gestern der Belagerungszustand verhängt worden. Alle Deutschen wurden gestern nacht ausgcsordert, das Land baldigst zu verlassen. Was sich in den letzten Tagen in Brüssel ereignet hat, übertrisft alles das, was sich die glühendste Phantasie ausmalen kann. Seit der Kriegserklärung am Dienstag vormittag demolierte der Pöbel alle Geschäfte, die Deutsche n gehöre» oder die den t s ch eProdukte an - boten. Jedes Schilv mit deutscher Anspielung wurde entfernt, Jeder, der ein deutsches Aussehen hat, wurde tätlich auf der Straße angegriffen oder der Spionage ucr- dächtigt. Tie unwahrscheinlichsten Dinge wurden kolportiert und von der Presse verbreitet, u, a, daß von den deutschen Soldaten der Versuch gemacht worden sei, den Kommandanten der Festung Lüttich, General Le man, der sich wacker geschlagen, zu ermorde». Auch haben einzelne Blätter die Nachricht verbreitet, daß unsere Soldaten mangelhaft verpflegt seien. Auch ergingen sie sich in heftigen Angriffen'auf Kaiser Wilhelm, lurzum, der Deutschenhaß wird in fanatischer Weise gepredigt. Fast jede Nacht verlassen tausende Deutsche unter dem Schutz des amerikanischen Generalkonsuls seit Donnerstag Belgien über Holland, in ritterlicher Weise von Offizieren und der Bürgergarde beschützt, die seit Freitag endlich beginnen, in Gemeinsckxast mit den Stadtbehörden dem Spionagcfieber entgegenzuarbeiten. Ter „Köln, Ztg," wird noch geschrieben: W sind einzelne Dörfer ganz nicdergebrannt, in einer Anzabl breimen einzelne Häuser, Aber nun die Gründe: Wenn inan mit Abscheu gelesen bat von Verstümmelung ufro. unserer braven Vcuie in Südwest, so wird wohl keinem der Gedanke gekommen sein, daß derartige Tinge auch im zivilisierten Eurova Vorkommen könnte». Hier haben wir von seiten der belgischen Bevölkerung, von Männern, Frauen und halbwüchsigen Burschen an unfern Truppen alles das erlebt, was wir sonst nur in Neger- usw, Kämpfen erlebt haben. Die belgische Zivilbevölkerung schießt aus jedem Haus, aus jedem dichten Busch mit völlig blindem Haß aui alles, was deutsch ist. Wir haben schon in den ersten Tagen eine Menge Verwundete und Tote durch die Zivilbevölkerung gehabt. Daran beteiligen sich Frauen ebenso ivie Männer, Vorgestern wurde einem Deutschen nachts im Bett die Kehle durchschnitten, ein anderes Haus hatte die Rvte-Krcuz-Fahne aufgefteckl: man legt fünf Mann hinein, am andern Morgen waren alle fünf erstochen. Gestern morgen findet man in einem Tone vor Verviers einen einzelnen Soldaten mit ans dem Rücken gebundenen Händen und ausgestowenen Augen, Von der vorgestern nach Lüttich abgegangenen Autokolonne hält ein Wagen in einem Dorse, eine junge Frau tritt an den Chauffeur heran, hält cbm ganz plötzllch einen Revolver an den Kopf und schießt ihn über den Hausen, Natürliäc ist die sosorlige Erschießung die Folge, aber coeder dies icoch die Branülegung der Häuser ichreckl das Volk. Von meinen Verwunderen ballen emzcine mir zunächst unerllartube Schüsse, z, B, Einschuß dicht neben dem Aster, Äupschuß^ im Lücken aut beut Krenjdenl CrS stellt sich toJflejitxS benm^: Eine Bnaago kvllomc, öcmt FLHrer der thttaoffijier trmr, wirb nadjti uun Dors« hTM'burni hejchosjeu, dir Stegieitmannfdtatt kriecht unter die Wciqen, um zwischen den Rädern durchzuieuern, der Uiüerosfltter fühlt plötz- lrch. daß.ihn etttm» crenm da» Gesäß stößt, sojott kracht aber auch der Schaß, i»w ihu nkderlrgte Zwei meiner Berwundeten haben Schro^chüsse in je einem Auge, eine seltwere Handverletzung ist erfocht dadurch, daß beim Vorbeimarsch der Truppe an einer i)ede tn der Stäsuomut t sich plötzlich eine Hcxnd ans der Hecke streckt, den Wann cuttchießt aus so naher Entfernung, daß ans der Haut twch alles voll PulverkSruer sitzt, Einem andern wird in der Dunkübeit durch einen Schrotschul; ans nächster Nabe der rechte Arm so zersetzt. daß er hier sofort abgenommen werden mußte. In tzleinmenich, eine Stunde zu Fuß von Aachen entsernt, hat am MsttN'ocii abetch die Bevölkerung in großem Maßstabe eine Auto« niobilsanitätSkoloime angehalten, aus allen Häusern beschossen: die Begleitmannschast (Husaren! ivar zu schivach, komlle aber doch noch 3 der Täter fassen, füsilieren und das Haus, aus dem die meisten Schüsse sielen, einäschern, Das rote Kreuz am Arm und Wagen schützt uns A e r z t e gar nicht. In mehreren Gelechten haben wir ci erleben müssen, daß Verwundete, die aus der Feuerlinie getragen waren, andern die aus Wagen zum Re« servelazarett fuhren, einfach von der herbeigeeilten Bevölkerung der nächsten Toner abgeschossen >mö abgeschlachtet wurden. Bei den Arbeiten zur Freilegung eines gesperrten Tunnels kamen auf deutscher Seite eine Anzahl schwerer Verletzungen vor. Die herbeigeeilten Weiber Itaben nach unsern auf der Böschung liegenden schlver verwundeten Leuten mit Steinen geworfen, sie ausgelacht. Die erste deutsche Verlustliste. Berlin, 9, Ang. Namentliche Liste von den Gesallenen und Berwimdeten aus den Gefechten unserer G renzschutztruppen: Jnsanterie-Regimenl Nr, 18: Grabvivski. Gcfr, 7, Komp, tot: (baut, Reserv, 8, Komp, wt: Jnsanterie-Regimcnt Nr, 41: Gailus, Musk, 4. Komp, tot: Jnf,-Neg, Nr, 59: Brink. Musk, 9, Komp, verwundet -linker Oberarm Knochensplitters: Nielsen, 9, Komp, verwundet (Schulder): Haß 12. Komp, leich: verwundet (linker^ Oberschenkel): Salewski, Musk, 6, Komp, leicht verwundet; Schnack, Musk, 6, Komp, leicht verwundet «linker Oberarm): Jnf-Regt. Nr, 63: Schütze, Musl, schwer verwundet: Geppert. Musk, verwurrdet >Quetschn»nrdc>: Daehne, Ddusk, leicht verwundet: Talmar, Reserv, leicht vernmudet: Buhr, Feldwebel leicht vernmndet: Jnf-Regt, Nr, lob: Matalla, Reserv, 6, Komp, tot: Glogvwisc, Reserv, 6, Komp, tut; Tyrakowski, Reserv, 6, Komp, to:: Köstlich. Reserv. 6, Komp, wt: Rother, Musk, 7, Komp, tot: Hänsch, Tambour 8, Komp, tot: Seitmann, Musk, 8, Komp, tot: Inf, Regt, Nr, 156: Parwel, Gesr, 6, Kömv, tot:'Cech, Cnprian, Reserv, 6, Komp, tot: Schubert, Ignatz, Gesr, d, R, 6, Komp, tot: Thoms, Reinh,, Musk, 7, Komp, tot: Kattner, Musk, 7, Komp, schivec verwundet (beide Arme : Sonntvald, Musk. 7, Komp, verwunde!: Krasiezyk, Alexander, Musk, 6. Komp, leicht verwundet: Szvsla, Hermann, Reserv, 6, Kvcnp, schwer verwundet «linke Huste): Rajawa, Reserv, 6, Kvmp, schwer verwundet (linkes Bein«: Schoove, Hubert, Unterofs, 7, Komp, schwer verwundet: Kreikenbolm, Musk, 7, Kvmp, schwer verwundet ("treibe Arme): Ins,-Regt, Rr, 157: Kost, Musk, tot: Zielontla, Musk, schwer verwundet: Jnf.-Regt, Nr, 17l: Schobuig, Josef, Reserv, geb, 8, Juni 1888 in Kaysersberg, Kr, Rappoltsweiler, 1, Komp tot: Kropf, Theodor Franz, Musk, geb, 6, März 1891 in Eisenach. 1, Komp, tot: Winkler. Emil Lnciau Anwn aus Mülhausen (Elsaß), 10. Komp, tot: Jacobi, Gustav Adolt, aus Beckerseld bei Arnsberg, 10, Komv, tot: Jäger- bataillon Nr, 14: Hecht, Jäger. Chauffeur mts Freiburg, verwundet: Dragoner-Regt, Nr. 14: Lenz. Wilhelm, Gesr., geb, 15. 'August 1891 in Meiningen, wi: Heinrich Alfred. Gesr,, geb. 12, Februar 1892 zu Koitbus. vermißt: Kunkel, Wilhelm, Unterofs,, geb, 24, April 1891 zu Lieberstädt, vermißt: Kollek, Otto, geb, 16, März 1889 zu Horst. Kr, Hattingen, verwundet (Arm): Möller Fr,, Unterost,, geb, 1. Mai 1881, zu Parchim, verwundet (Schulter): Singer, Lucian, geb, 18, August 1892 zu Sennheim, gefangen: Heinz, Paul Oskar, Dragoner aus Untermarxgrör (Sachsen), wt: Dragoner-Regt. Nr, 22: Schneider, Gesr, tot: Reichmann, Dragoner, vermißt: Husaren-Regiment Nr. 7: Junghann, Leutn, d, R, tot: Reich II,. Husar, wt: Ulanen-Regt, Nr, 1: Noack, Einj- Freiw.-Unteroft, wl: Farster. Tromv.-Sergt, tot: Malt, Ulan, wt: Ulanen-Regt, Nr, 14: Busche, Ulan, 4, Esk, wt: Dieckmann, Lentti, 4. Esk. verwundet und vermißt: Hauser, Ulan, 3, Esk, verwundet nich vermißt: Aderhvlz, Unterofs, 3, Esk, verwundet: Ulanen-Regt, Nr, 15: Krüger, Eefr, tot; Kramer, Ulan, verwundet und vermißt: Schäfer, Ulan, verwundet und vermißt: Jägerregiment zu Pferde Nr, 3: Geil.w, Jäger, vermißt; Asal, Gesr,, vermißt: Jägerregiment zu Pse.de Nr, 5: Baader, Kurt, verwundet (Hals): Jägerregiment zu Pferde Nr, 11: Bach, Philipv, Gesr., schwer verwundet (Lunge): Feld-Artillerie-Regt, Nr. 35: Schalow, Tromv,-Unterofs, 1, Batt, verwundet; Feld-Artillerie- Regt, Nr, 57: Hilbek, Leutn, d, R, Sturz mit dem Pferde (beide Handgelenke verletzt). Der Ort und das Datum, an dem die ernzelnrn Gefechte statkgesunden haben, können bis auf weiteres iricht veröffentlicht werden, doch gibt den sich ausweifenden Angehörigen aus Anfragen das Zentral-Nachweis-Bureau des Krieqs- Ministeriums Berlin, Dorotheensrraße 48. schriftlich oder mündlich Auskunft, Die Bertoundeten befinden sich in guter Pflege, Die dänische Kolonie in Berlin veröfseutlicht folgenden Ausrus: An die Dänen in Berlin! Wir, die wir seit Jahren hier leben, fordern sämtliche Landsleute in diesxn ernsten Stunden aus, den deutschen Freunden mit Herz mtb Hand werktätig zur Seite zu steheir, um ihnen die Freundschaft und Sympathie zu beweisen, Straferlaß des Königs von Bayern. München, 10, Aug, Der König von Bayern erließ einen umfassenden Straferlaß, wonach angesichts der opferwilligen Vaterlandsliebe, die das gesamte Volk beweist, die Strafen sür eine Reihe von Vergehet: aufgehoben werden, ! Beförderungen im österreichischen Heere. Wien, 10, Aug«. Eine Sottderausgäbe des Armeever- ordnungsb lotles veröffentlicht folgendes Kr iegs- Avancement: Zu Generalen der Infanterie wurden ernannt: Erzherzog Josef Ferdinand, der ungarische Mtnister der Landesverteidigung, Frhr, Hazap, Graf Ma - renzi. zum Feldzeugmeister Feldmcrrschalleutnant Wurm, m Feldmcrrschalleutnants sieben Generalmajore und ein Landwelw-itzeueralnrajor, Ferner wurden 4000 aktive und Reserveoffiziere aller Waffengattungen der gemeinsamen Armee und der Lmrdwehr befördert. Erfolgreiches Vorgehen der galizischen Inngschntzen. Wien, 10, Aug, Die „Gazetta Porana" meldet aus Krakau: 800 galizisclte Jungschützen unter Hauptmann Frank überfielen heute nacht etwa 1000 meist schlafende Koscrk e n bei Mjechow, Ter Kampf dauerte einige Stunden und endete mit dem vollständigen Rück zu ge der Kosaken, die etwa 400 Tote und Verwundete hatten, Hauptmann Frank hatte 140 Verwundete und besetzte Mjechow, Die „Neue Freie Presse" meldet aus Lemberg: Die Jungschützen, welche Mjechviv einnahmen, setzten den Marsch nordwärts sort nach K'siaz, das nach kurzem Scharmützel besetzt wurde. Die fllussen ltesten viele Tote und Verwundete sowie bedeutend« Proviantvorräte zurück. Es heißt, dast auch Pilitza und Kielce von den Russen geräumt vor den sind. Unter den polnischen Jungschützen herrscht zroße Begeisterung. Di« Sozialdemokratie und die Hilfstätigteit. Berlin, 9 Aug, In der heute nachmittag im großen Saale des Gewerlschaftshauses abgehaltenen, überaus zahlreich besuchten sozialdemokratischen Kriegsversammlung — bk Hauptzahl der Besucher bestand aus Frauen — wurde auf Antrag der Frau Luise Zietz, Mitglied des Parlcutorstandes, beschlossen, in Groß-Berlin Kommissionen zu bilden, die den Hinterbliebenen der im "Felde stehenden Soldaten und dein durch den Krieg arbeitslos Gewordenen Hilfe leisten sollen 1. durch unentgeltliche Auskuuflserteiluug, 2, durch kommunale Arbeiten, d, h,, daß die Magistrale und städtischen Vertretungen ersucht werden, sür Hilfe zu sorgen, 3>, durch Kinderfürsorge und 4. durch Kranken- und Wüchnerinnen- hilfe, Frau Zietz bemerkte, dieSozialistinnensollten selb stänbig Vorgehen, aber mit den bürgerlich enFrauen Han dinHand arbeiten. Es komme darauf an, in dieser großen Not den Hinterbliebenen Frauen und Kindern Mut und Trost zuzusprechen. Es haben sich auch bereits eine Anzahl sozialistischer Aerzte der Frauen- hilfsaktion zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende Eugen Ernst teilte mit, daß die Parteiorganisation Groß-Berlins gemeinsam mit der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands bereits eine ähnliche Hilfsaktion in die Wege leite. * . * Russische Redensarten. Petersburg, 10, Aug, Nachdem Sasonow sestgestclll hatte, daß Rußland die kecke Herausforderung (!) angenommen hätte, bemerkte er, daß nach den ausrichttgen Bemühungen Rußlands, den Frieden zu erhalten, es den Feinden nicht gelinget werde, die Verantwortung für den gegenwärtigen Weltbrand auf Rußland abzuwälzen. Es sei nicht Rußlands Diplomatie, welche den Frieden Europas bedrohte, dennoch erbitterte die friedliche Machtstellung Rußlands seine Feinde! Ganz besonders Oesterreich- Ungarn, dieses Oesterreich-Ungarn, das unablässig Rußlands geschichtliche Stellung am Balkan zu erschüttern suchte, Oesterreich-Ungarn ist es, das den inneren Krieg der Slawen ber- aufbeschwor, eine Bewegung, welche Gott sei Dank dennoch das Werk der Einigung der Slawen nicht hindern wird. Man kennt den „Vorwand" zum gegenwärtigen Kriege, (So spricht ein Minister des Zaren vom Fürstenmord in Serajewo,) Zerrissen von inneren Wirren beschloß Lesterreich-Ungarn aus ihnen cherauSzukommen durch einen Schlag, der Rußland erniedrigen und Serbien zu einem Vasallen machen sollte. RußlandkonnteSerbienseinen Schutz nicht verweigern. Weder Rußland noch Frankreich oder England konnten das zulassen, dennoch machten Rußland und seine Verbündeten große Anstrengungen, um den Frieden zu erhalten, und die Feinde Rußlands täuschten sich, ivenn sie diese Friedensarbeit sür ein Zeichen von Schwäche nahmen. Selbst nach der Herausforderung (Die Provokation kam von russischer Sette!) gab Rußland seine Versuche, den Frieden zu retten, nicht auf, indem es die Bemühungen in dieser Richtung, und diejenigen seiner Freunde ehrlich bis znm Eirde durchführte, Als Rußland mit Rücklicht auf die österreichische Mobilisierung eine ähnliche Maßnahme traf, versicherte der Kaiser mit seinem kaiserlichen Worte dem Kaiser Wilhelm, daß Rußland keine Gewalt anwenden werde, solange die Hoffnung bestehe, den Konslikt auf sreundschastliche Weise beizulegen, Seine Stimme ist nicht gehört worden, Deutschland erklärte Rußland den Krieg, (Sasonow „vergißt" hier die russische Gesamtmobilisierung, die eine Kriegsdrohung gegen Deutschland war und, wie er wußte, von Deutschland so aufgefaßt werden mußte.) Im gegenwärtigen Kriege kämpft Rußland für sein Land und ferne Großmachtstellung, (Bravo.) Rußland und seine Verbündeten können nicht zugeben, daß Europa von Deutschland und seinen Verbündeten beherrscht werde. Diese sehr mäßige Repe wird weder in Rußland noch anderswo überzeugend wirken. Zur Widerlegung dieser dreisten Behauptungen bedarf es keiner Worte mehr. Wir wollen es Rußland jetzt durch Taten beweisen, ob seine anmaßende panslawisttfche Politik berechtigt war oder nicht! Die bedrohte Sicherheit Petersburgs. Kopenhagen, 8, Aug, „Nationaltidende" in Stockholm berichtet über die Zerstörung Hongoes durch die Russen, Die Russen versenkten am Sonntag und Montag mit einem großen Dampfer am Hafeneingang alle Dampskräne und sprengten^die Eisenbahnwerkstätten und die Hafenmole in die Luft, Sie steckten dreißig Magazine in Brand, zerstörten die Eisenbahnlinien und sperrten die Einfahrt nach Petersburg durch Minen, Die Einfahrt wurde durch Tor- pedobootsslottillen bewacht. Aus Bulgarien. Sofia, 10, Aug, Politische Kreise tadeln allgemein den Entschluß des Generals Radko Dimitriew, in die russische Armee einzutreten. Die Regierung hat den General auf,Kiesen Beschluß hin sofort von serüemi Posten als Gesandter in Petersburg enthoben. — Das Blatt „Kambana" schreibt: Dimitriew fühlte sich schon während des Balkankrieges mehr als Russe nnd Serbe dcmn als Bulgare, Man müsse ihn als Verräter an Bulgarien behandeln und dürfe ihn nicht mehr über die Grenze lassen. Die Stimmung in der Türkei. Ko n st an tin op e l, 10. Aug, Die türfische Presse bekundet offen ihre S hm pathienfürOe st erreich- Ungarn nnd Deutschland. Sie fährt fort, England ivegen der Beschlagnahme türkischer Dreadnoughts anzu- gxetfcjt. „Terdjumcmi Hakikat" betont, wie sehr sich die Ottomanen getäuscht hätten, als sie englisch-türkische, französisch- türkische und russisch-türkische Komitees gründeten in dem Bestreben, dadurch herzliche Beztelfungen zur Tripel-Entente zu schaffen, „Tasviri-Efliar" schreibt : Wenn eS der deutschen Flotte gelingt, einen furchtbaren Schlag gegen die englische Flotte zu führen, so werden alle Dkuselmanen damit, zufrieden und getröstet sein. Unter großer Beteiligung der österveichisch-amgcrrischen und der deutschen Kolonie wurde heute vormittag in der deutschen Kirche in Pe ra eine feierliche Messe abgehaltcn, wobei ein Gebet für den Sieg der österreichisch-ungarischen und deutschen Waffen gesprochen wurde, Ucber die Lage im Innern Serbieits meldet die Wiener „Reichspost" aus Sofia: Während die österreichisch-ungarischen Truppen von der Donau, Save und Drina aus das Land umllammern, versagt die Zufuhr aus den neuerworbenen Gebieten Serbiens infolge von vielerlei Störungen, Bor allem ist die wichtige Brücke von Gewheli zerstört, die die Verbindung mit Salonik herstellt, so daß der Nach s chu b au s gr ie chi s ch e n Hä f e n auf gehalten wird. Von Bulgarien erhält Serbien nichts, da Bulgarien selbst Vorräte sammelt. Infolgedessen beginnt sich bei der serbischen Armee und detn Volk Berpfle- gungsMangel fühlbar zu machen. An der albanischen Grenze find starke albanische Banden aufgetaucht. Konsularberichte aus Albanien melden, daß die Aufständischen vor Schiak mit den Truppen des Fürsten fraternisiert haben und nach der albanisch-serbischen Grenze abgezogen sind. Der schweizerische Oberbefehlshaber. Basel, 10. August, Der Mailänder „Secolo" schreibt: Die Wahl des schweizerischen Overbefchlshab ers> die entgegen den gehrten Erwartungen ausgefallen ist zeigt deutlich den Einfluß, den Deutschland unzweifelhaft auf die Berner Regierung ausgcüb; t>at. Me Parteien hatten sich «ruf den Stabschef Sprecher von Bernegg geeinigt, aber unerwartet intervenierte der Bundesvat und setzte die Wahl Willes bei den Parteien durch. — Der „Secolo" schließt aus, alledem, daß die Wahl Willes auf den Einfluß des deutschen Kaisers zurückzufübrcn sei, der als Schuwizcr General einen Mann haben wollte, auf den er sich gegen Frankreich verlassen könnte. Die Schweizer Presse erklärt demgegenüber die Ausführungen des „Secolo"^ als verwerfliche politische Brunnenvergiftung. Die Wahl Willes sei ausschließlich aus mflitärischen Erwägungen und rein sachlichen "Gründen epfolgt. Auf mit Gott! 1, Aus mit Gott! — nun gibts kein Kalten, Heilig ist der Ehre Pflicht, Traut und dran mit Himmels Walten, Bis der Feind in Trümmer bricht, Dtt das Höltenspiel getrieben, Sei es auch aus goldnem Swhl — Laß sie, Gott, mie Streu zerstieben. Wirf sie nieder in den Pfuhl! 2, Wetternacht lag aus den Herzen, Träge schlich der Tag zum Ziel, Doch nun lodenr heil'ge Kerze» Seit der eh'rne Würfel fiel. In der Seele ttefstem Grunde Flammt der Väter Löwenmut, Und die schicksalsschwere Stunde Läutert uns in hril'ger Glut, 3, O mein Volk, du Voll der Treue, Frei von Frevels Leidenschaft, Laß den Erdenkrcis auf's neue Spüren deine Siegeskraft! Herrlich stark in.Geisleseinhett Trittst du aus den blut'gen Plan, ^ Und das scharfe Schwert in Reinheit, Stürmst du aus die Ruhmesbahn, 4, Swlz und furchtlos, ohne Zagen, Felsenfest im Gottverttau'n, Wirst das LlM'ge Werk du wagen. Und die Welt wird Wunder schau'n. Hier da§ Recht, hier Treu und Glaube, Dort Verrat, Mord, Lug nnd^Trug, Draus mit Gott! bis sie ttn Stmtbe Winselnd sleh'n: „es ist genug". 5, Preis dir, Friedefürst auf Erden, Treu im Bund mit deinem Gott, Siegesfürst sollst nun du werden Allem Feind zu Hohn und Spott! Aus, mit Gott laßt's kühn uns wagen. Er wird gnädig schauen drein, — Herr, hilf' uns die Schlachten schlagen, Und der Sieg muß unser sein! Römheld, Aur dem Reiche. Berlin, 10, August, Ter K a i s e r hat dem Hauptvvr- stande des Vaterländischen Fraueuvereins für Zwecke des Roten Kreuzes 50 000 Mk, huldreichst überwiesen, Münster i. SBeftf., 10. Aug Die Herzogin von A r e it 6 e r g aus Schloß Nordkirchen stellte dem Landeshauptmann von Weflfalen für die Zwecke des Roten Kreuzes die Summe von 1 0 0 0 0 0 M a r k zur Verfügmig, Mannheim. 10. Äug, Dem Roten Kreuz wurden weiter zugewiejen: Bon der Rheinischen Kreditbank in Mannheim 50 000 Mark, ron der Rheinischen Hvpothekenbank in Mannheim 30 000 Mark und der Süddeutschen Diskontogesellschaft in Mannheim 30 000 Mark. Hannover, 10. Aug. A, Constantin sen., Generaldirektor u. Konsul Constantin haben dem.Kaiser 5 0000 Mark zu Kriegszwecken zur Verfügung gestellt, Der Kaiser hat befohlen, daß. das Ge.ü für Zwecke des Roten Kreuzes in der Provinz Hannover verwendet werden soll. Neustrelitz, 10. Auallst. Ter Großherzog von Meck- lenburg-Strelitz stellte dem Roten Kreuz das Rest- denz sch loßReubranden bürg als Lazarett zur Verfügung und überwies ihm fünftausend Mark. Der Geist der alten Chatten. Gießen, den 10. Llugust. Stiller wird's von Tag zu Tag in den Gassen unserer Stadt, und doch wollte es uns in diesen Tagen sck>eiuen, als wäre Gießen zum Mittelpunkte geworden, in dem das Leben und Treiben der ganzen Welt pulsierte. Ich möchte sie nicht missen, diese Tage in der kleinen Unlversiiäts- stadt. Wieviel Erschütterndes, wieviel Herzergreifendes hat sich vor unsern Augen in der letzten Zett abgespielt. Ich greise nur einige Szenen aus dem Straßenleben heraus, die uns einen llaren Blick in dieBerhälttrisse gestatten. Ich geriet in ein Menschenknäuel, welches sich vor der Druckerei drängte, um die neuesten 'Nachrichten zu erfahren. Ein einfacher Mann im Arbeitsfittel stand vor mir. Er las die Kriegserllärung, daun wandte er sich zu mir und sagte: ,Lch wollte, unser Kaiser schickte rms von dem Landsturm in. die Front! Bier meiner Söhne müssen sofort ttts Feld. Ich gehe Montag. Uns ist die Faust hart geworden durch Arbeit, llits sollte der Kaiser hineiuwerfen ins Feindesland, Im Frühling habe ich meine Frau begraben, drei junge Kinder lasse ich zurück. Wir vont Landsturm w-ffsen, daß unser Alles auf dem Spiel steht, Drum heißt es für uns: „Drauf und dran!" Wo wir zielen, da trifft es. Ob wir fallen oder wiederkehren, wenn >oir nur unser Deutschland erhalten," Der Mann sagte das alles so selbstverständlich, als ob es das natürlichste von der Welt wäre, daß Mensch zu Mensch sich ausspräche in diesem ernsten Augenblicke, Ich ging durch eine Neine Gasse, als die Hkachricht sich verbreitete, das Quellwasser sei von einem Russen vergiftet, Männer ivaren weit und breit nicht zu sehen. Einfache Frauen kehrten die Straße vor ihrer .Haustür. Als sie von einem Gerichtsboten die Kunde hörten, form tiefer Ernst in ihr Antlitz, Einige stützten sich auf ihre Besen, andere falteten die Hände, und ich lzörte, wie eine Frau zu ihrer Nachbarin sagte: „Das ist ja kein .Krieg, mit dem wir es hier zu tun haben, das ist flltchwürdig, das ist schändlichste Gemeinheit, Gott helfe uns allen!" 'Und still und ruhig setzten sie ihre Arbeit fort. Ich traf eine junge Frau mit veriveinten Augen. „Rluß Ihr Mann in den Krieg?" fragte ich. „Ja," sagtc''sie, „mein Mann, zioec von meinen Brüdern und drei von seinen Brüdern gehen mit." Ich gab ihr die Hand. „Das ist schwer für Sie." sagte ich. ,^fa," meinte sie, „schwer für mich, und schwer sür alle, aber," fuhr sie fort, „mein Mann sagt, es geht um alles, da darf keiner zurückstehen." Ich kam am Kasernenhose vorüber und sah ergreifende 'Abschiedsszenen. Mütter trennten sich von thrcnt Söhnen, Schwestern versuchten für den Bruder noch ein Wort des Trostes zu finden, Bräute erstickten das Schluchzen uird drückten noch einmal die .Hand des Geliebten. Eine große Zartheit und Tiefe des Empfindens zeigte sich iiberall. Die bitteren Tränen wirren daheim in verschwiegener "Aacht geflossen, frier zeigten alle das gleiche Bestreben/ dem Sttun- denden bte Erinnerung zu sichern an einen freundllcheu Blick und ein zuversichtliches Wort. Ich sah Heu Ausmarsch der Püaschmengewvhrvdttlltrng. Fttsche Gesichter, soviel stramme frohe Jugend' Mar unter der Mannschaft, dass einenr das Herz vor Freude lachte bei dieser Blüte unseres Volles, Eine Gruppe von Bäuerinnen hatte sich an der Straße aufgestellt, wo die Mannschaften vorildcrkamcn. Mir war schon länger eine alte Frau ausgefallen in der bekannten hessischen Tracht. Ws die Mannschaft heranrüekte, sah sie forschenden Auges umher, und dann blitzte es aus in ihren Zügen, und zwischen ihr und ihrem Lohne ein Austausch herzlichen Grüßens, ein Blick des Segens von der mütterlichen, ein Leuchten der Zuversicht von seiten des Sohnes, und fest stand die alte Mutter, bis der ganze Zug vorüber und auch der letzte Soldat ihren Blicken entschwunden war. Dann glitt sie auf den Rasen, bedeckte mit der Hand die Augen, und die Dränen flössen. So recht, du tapferes Mutterherz! Festgcstanden, Zuversicht in Blick und Haltung, damit der Sohn nicht gelähmt wird durch die Erinnerung an den bitteren Mutterschmerz. Und auch hier winkten Schwestern und Bräute ihr letztes Lebewohl, und die kleinen Geschwister jauchzten dem Zuge nach und liefen hinterher, solange die Füße sie trugen. Es ist ein eigener Stamm, unser alles Hessenvolk. Zu Friedcnszciten ost als starrköpfig verschrien, verkannt wegen seiner Verschlossenheit und seines Eigensinns. Wer es aber näher kennt, der weiß, daß hinter der scheinbaren Verschlossenheit ein tiefes, zartes Empfinden ruht, und jetzt, in diesen Tagen, offenbart sich aufs herrlichste die Seele der alten Chatten, Groß und tapfer in Gefahr, fest und entschlossen, das Aeußerste zu wagen und treu seinen Mann zu stehn. Am Morgen desselben Tages stand ich unter der Volksmenge, die vor den Toren der Kaserne Spalier bildete, während drinnen der Feldgottesdienst abgehalten wurde. Ein Mann in der Arbeiterbluse stand neben mir. Wir gerieten in Unterhaltung, Er war soeben aus der Schweiz zurückgekehrt und schilderte mir ergreifende Szenen, die er in Basel erlebt hatte, wo eine Menge Deutscher zusammengeftoßen waren, „Alle", meinte er, „ivaren sich des Ernstes unserer Lage bewußt. Aber alle beherrschte der eine eiserne Wille: Wir müssen es zwingen und wir werden es zwingen!" Er war verlobt. Schwer, meirlle er, war ihm der Abschied von der Braut geworden und ihr wäre schier das Herz gebrochen. Da hätttz er der Qual ein Ende machen wollen, hätte eine Besorgung vorgeschützt, sei schleunigst abgcreist und hätte ihr von der nächsten Station aus noch einen Abschiedsgruß gesandt, Derselbe Mann erzählte mir von seinen Beobachtungen aus Friedrichshasen und eine freudige Zuversicht blitzte aus seinen Augen. „Die werden dem Feind zu schaffen machen, unsere Schiffe in der Lust. Männer von Eisen sind dort am Werke, die wissen, wajs sie wollen." Und weiter schilderte er mir, wie von Station zu Station Deutsche aus allen Gauen zu ihm stießen, sich einander ihre Erlebnisse mitteilten und wie durch alle nur der eine Wunsch ging, schnell drauf und dran, nicht in übereilter Hitzigkeit, sondern fest und besonnen, wie wir sonst unsere Arbeit anzupacken pflegen. Aber unerschrocken und mit Gottvcrtrauen in den Feind, so muß und wird es uns glücken. Ob der einzelne zurückkommt oder nicht, unser Deutschland dürfen sie uns nicht nehmen. Bon anderer Seite nmrde uns erzählt, daß ein frecher Schwadroneur seines losen Mauls wegen gefangen gesetzt sei, „Er wird schon wieder frei kommen," sagten lachend seine Gefährten, „aber den Denkzettel gebrauchte er. Wer in so bitter ernster Zeit das Maul nicht zu zügeln weiß, verdient es nicht, das Schwert führen zu dürfen," Ich gestehe es, mit Kummer und Zagen habe ich in den vergangenen Jahren oft hineingesehen in mein geliebtes deutsches Volk, Die Vergnügungssucht schien überhand zu nehmen, die Kluft zwischen Gebildeten und Ungebildeten schien immer größer zu werden, der Abgrund zwischen den Ernststrebenden aller Schichten und denen, die nur dem Genuß nachzujagen schienen, klaffte schier unüberbrückbar. Da habe ich mich in, stillen oft gefragt, wird unser Volk noch imstande sein, einer großen Gefahr zu begegnen? Und siehe, jetzt in der Stunde größter Not, wo es sich um die Existenz unseres Vaterlandes handelt, zeigt es sich, daß all die Verirrungen nur rein äußerlich waren. Der goldene Kern unseres Volkes ist unberührt gehlieben. Wie Firlefanz im Mummenschanz, so hatten sie sich fremde, undeutsche Art uni die Schultern gehängt, Aber jetzt in der ernsten Stunde wird der Narrenmantel abgeworfen und geläutert und unverdorben stehen vor uns besonnene, deutsche Männer und von einer Kluft zwischen den verschiedenen Ständen von einem Sichnichtverstehen zwischen den verschiedenen Bildungsstufen ist nicht länger mehr die Rede, Vom Thron bis zur ärmsten Hütte fühlen wir uns heute als eine große Familie, als Brüder und Schwestern, die ehrlich mit Tran- qabe ihres ganzen Seins, mit Einsetzen ihrer Habe und ihres Bluts füreinander einstehen in der Stunde der Gefahr. Alles Kleine ist von uns abgefallen. Der Blick ist einzig auf das eine notwendige Ziel gerichtet, wie wir unser Bott vor den von allen Seiten anstürmeuden Feinden retten. Ernst und überlegen, tti stillem Sinne alles prüfend und erwägend, freiwillig sich unterordnend der höheren £nt> sicht, die Hand ans Schkoett gelegt, den Blick erhoben, so zieht der Deutsche hinaus ins Feld, dem Feinde entgegen, lind groß im stillen Walten, persönliche Interessen willig dem Gesamtwohl unterordnend, treu im kleinsten, ohne je das Große aus dem Auge zu verlieren, so sollten auch wir Zurückbleibenden jeder auf seinem Posten wirken. Eine schwere Zeit ist herangebrochen, so bitter schwer, wie unser Volk sie seit dem Freiheitskriegs nicht mehr erlebt hat. Jedem werden fast übermenschliche Opfer auferlegt, aber die Hausfrau am Herde, der Beamte, der Fndnsttielle, kurz alle, welche noch in der Heimat wirken, sind nicht loeniger verantwortlich für die Erlangung des Sieges als der Krieger im Felde, Je mehr dies Bewußtsein uns alle durchdringt, um so treuer helfen wir cm unserem Teile unfern opferbereiten herrlichen Kriegern, Gott helfe uns allen, p. l. Au» Stadt und kanS« Gießen, 11. August 1914, Rcichsdarlehnskasse. Wie aus den amtlichen Bekanntmachungen in diesem Blatt hervorgeht, ist aus Grund des Reichsgesetzes über die Errichtung von Tarlehnskassen auch in Gießen, im Anschluß an die Rcichs- bankstelle und für deren Bezirk, also auch für den Geschäftsbereich der Reichsbankncbenüellen Friedberg, Marburg und Wetzlar eine ^.arlehnskasse eröffn« worden, um für das Publikum und insbesondere die Geschäftswelt die Möglichkeit zu schaffen, gegen Verpfändung von Wertpapieren und Waren Geldvvrschüsse zu «hatten vic — Arbeitslose Ulanen suchen dauemd« Beschäftigung in Frankreich, Rache ist süß! — Paris wird preußisch, --- Franzolmhackfleisch Pfund 25 Pfg,, dto, Russen 20 Pfg,, Schurken 5Ö Pfg, — Wenn ihr Franzosen auch lacht, ihr werdet alle tot gemacht, — Wir fangen den Zaren mit Hank und Haarm, — In 14 Tagen früh-stücken wir in Patts, — Ankunst in Patts laut Fahrplan, — Sieg oder Tod! — Gott mit uns, — Par combat au siege. — AU«, marcher, toujours travailler, — Lebe wohl, liebe Httmat. — Es lebe Kaiser Franz! — Lieb Vaterland, magst ruhig fein. — Allons enfams de la Partie, le jour de gloire est arrive: — Russische Wick»c a Schachtel 10 Pfg, — Wir' Deutsche fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt, — Hier wirb' alles angenommen, bloß keine Schwiegermütter, — Auf froheS' Wiedersehen! — Nächsten Sonntag Maskenball in Paris, Entree frei, — Franzosen unser Rationalftitter, — Die Serben sind alle Verbrecher, ihr Land ist ein schwarzes Loch. Die Russen sind auch nicht viel besser, aber Keile kttegm sie doch. — Jede Lanz ein Franz. — Und droht es im Osten, und droht cs in West, wip schlachten dm Bären, den Hahn uns zum Fest. Kreis Frievberg, ** Reichelsheim-Wetterau, 10. August. Ti« Frauen und Jungfrauen unserer Gemeinde beschlossen gest«n, dem Ruse des Ortspsarrers folgend, dic Errichtung eines Lazaretts für uus«e verwuudeten Ktteg« im Psarrhaus und d« 'Apotheke, Hierzu wurden 80 Betten zur Verfügung gestellt. 30 Fraum und Mädchen habm sich zu stet« Hilseleistnng dahi« bereit «klärt. Es fehlt uns freilich nock» «ne geeignete Verba n d sschwe st er, Tr. Eich e n b e r g zu Echzell hat an Stelle des ins Feld gehendm Tr. Leue die Leitung des Lazaretts üher- nommm. An Gaben gingm bereite 300 Mk, ein, Ter hiesige Männcrgesangverein fpcnfcetc seinen heim Gesangswettstreit zu Hörnsheim errungenen Preis im Wnte von 50 Mk, Kreis Wetzlar. d Wetzlar, 10. A»g. Eine außerordentliche Stadtverord neten-Bersammlung bewilligte einstimmig 5 0000 Mark zur Unterstützung hilfsbedürftiger Familien, deren Ernährer zu de» Fahnen berufen wurden, Hessen-Nassau. rn, Bad Wildungen, 10, Aug, Die hiesige Verwaltung d« Königsguette hat 20 000 Flaschen Mineralwasser zur Verladung gebracht, die als Liebesgaben für Soldaten verwendet werden sollen. vermischte». , * Mtt 72 Jahren in den Krieg, Ein 72jähttgcr Kriegssreilvillig« ist eingeriickt, Es ist d« tzausvcrwaltn Ludwig Ohl melier ans Neukölln. Ohlmeher machte die Feldzüge von 1866 rmd 1870 71 mit und enoarb sich anß« and«en Auszeichnungen anck» das eiserne Krmz, Der alte Kttegsmann war aus Smnmerirrlaub nach Lelflesim gefahren. Dort hörte « von dem bmorstehmden Ansbttich d« Feindseligkeiten gegen das deutsche Reich, Als er in Berlin die lodernde Begeisterung nach der Verkündigung der 'Mobilmachung sah, heftete er sofort seine Kriegsauszeichnungen aus dic Brust, eilte zmn Bezittskommando und meldete sich ftttwillig zur Fahne, Man machte Einwendungen imgen seines hohen Alters, d« Veteran aber wies auf seine Rüstigkeit hin und erklärte, daß er hinter innen drei Löhnen nicht znrückbleibm ivolie. Diese, zwei verheiratete und ein noch lediger .Handwerker, hatten ihre Einberufung «halten, Endlrch «- klärte der begcistette Mann, daß « es nicht überlcbm werde, jetzt untätig zusehm zu müssen. Zu sein« Freude bekam d« Veteran die Nachricht, daß man sttne Dimste als Markcbmd« bei seinem a!tm Regiment in Anspruch nehmm wolle, Leine Frau, die schon 73 Jahre alt ist, «klärte, daß sie sich ihrem Manne und ihrm dtti Söhnm angeschlossm hätte, wenn sie nicht schon zu gebrechlich wäre, * Eine Geschichte von Moltke erzählt Frau von Hegcrmann-Lindmerone, die Gattin des früh«en dänischm Gesandten in Berlin, in ihren Erinnerungen, die sie in .harvers Magazine verösseutlicht Der Kaiser zog sie btt Empfängen und Festen öfters ins Gespräch und nnt«bielt sich gern mit ihr. Bei einer dieser Gelegenhttten erzählte Frau von Hegermann dem Herrscher eine hübsche, wenig bekannte Anekdote von Moltke, übe« die dieser herzlich lachte. Btt dem Besuch des Königs von Spamen 1905 wurde König Alfons auch das diplomatische Korps vorgestellt: auch d« Kaiser sprach mit den Gesandten und ihrm Damen und erzählte Frau von Kegermann, daß er soeben die Lebms«innerungen Moltkes gelesm habe, in dmen auch von dm Elt«n und Großeltern ihres Gattm viel die Robe sei, „Er spricht oft in seinen Briefen von dem Heim der Großeltem Ihres Gattm in Kopenhagen," sagte der Kaiser, „wie wohl er sich bei Ihnen fühlte und wie glücklich er war, dort immer ttnen reizenden Kreis von interessanten und gebildeten Menschen zu ftndm," Daran knüpfte die Dame ihre Geschichte, indem sic sagte: „Haben Euro Majestär schon von dem Besuch gehört, den Moltke einmal am Hofe eines Großherzogs machte? Ich glaube, mein Lchwieg«vater war es, d« sie mir erzählte, Moltke dachte natürlich, da er all« großen Ordm und Ehrenzeicheir der deutschen Staatm hatte, er besäße auch den Hauptorden dieses Hofes, Als er sich daher zu seinem Besuch bei dem Großhcrzoq rüstete, sagte er zu seinem Diener: „V«giß mir nur nicht, den ttchtigm Orden anzusteckm," Der Dien« sah sämtliche Orden seines Herrn durch, konnte ab« diesen nicht finden, uird da er annahm, er müßte ihn loohl verlegt haben, kaufte er einfach den großherzoglichen Ordm und legte ihn sorgsam in den Koffer, Als Moltke seine Unifonn anzog, blickt« er auf die Brust und war befriedigt, dm Orden an Ort und Stelle zu finden. Der Augenblick der 'Audienz war gekommen, Moltke betrat den Audimzsaal und zu seiner höchstm Verwunderung sah er den Großhcrzog cintreten mit einem Etui in der Hand, in dem sich der Orden befand, den « schon an der Brust trug, T« Fürst hatte sich Vorwürfe gemacht, daß er dein großen Fe!dhe«n die Dekoration nicht bereits fttiher verliehen habe, und wollte sie ihm nun sogleich an dm Rock heften. Man stelle sich seine Ueber- raschung vor, da « ihn schon an Ort und Stelle fand!" Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 12. Aug. 1914: Meist heiter und trocken, warm, Gewitterneigung. _ Letzte Nachrichten. Russischer Rückzug an der türkischen Grenze. Konstantinopel, 11. Aug, Ter „Tanin" meldet: Die Russen räumen seit einigen Tagen in Eile die Nachbargebiete der russisch-türkischen Grenze, indem sie Lebensmittel-Depots verbrennen. Eine Division Kavallerie hat sich nach Kars zurückgezogen. DieBevölkcrungflüchtet nach der Türkei, ebenso viele russische Deserteure. In Baku sind Unruhen ausgebrochcn: Reservisten haben den Polizeidircktor getötet. Bulgarische Gefahr für die Serben. Sofia, 1 l, Aug, Die 2l!gence Bulgare hat die Mitteilung erhalten, daß zahlreiche Banden versammelt sind, angeblich um sogenannte bulgarische Kvmitatschis in Mazedonien zu verfolgen und einen Einmarsch in das serbische Gebiet vorzubereiten. Die mazedonische Bevölke- rung ist sehr erregt, Sofia, 11, Aug, Agmce Bulgare meldet: Ter Minist«- präsidmt «klärte in d« Sobranje, Bulgarim sei entschlossen, strenge Neutralität zu beobachten, Angesichts der inter- nationalm Lage »«lange die Regierung doch die Erklärung des BelagemngSzustandes für das ganze Land, Wenn ungeachttt ftcr Erklärung d« Neutralität die Grenzen des Königsrttckfs verletzt würden, müßte die Regiemng b«ttr sein, jeder Eventualuät dm Spitze zu bittm. * . * Stuttgart, 11. Aug, Das mit der Ausstellung fü« Gesundheitspflege v«bunbenc Stadion auf dem Cannstatt« Waim ist beute teilwttse n r e d e r g c b r a n n l, Tie Haupb- tribüne wurde vollständig zerstört.. Heute morgen 6 s / 4 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld getragenem Leiden meine liebe Gattin, unsere treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Gfossmutter, Schwester, Schwägerin u. Tante Frau Katharine Schneider geh. Schneider was wir Verwandten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme anzeigen. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Löwengasse 22), den 11. August 1914. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des nenen Friedhofes aus statt. 9159 Wer krank ist und Interesse hat für gute Hausmittel I (keine Arznei- oder Oehelm- J mittel!) verlange kostenlose schriftl. Aufklärung durch: Krankenschwester Marie Wiesbaden S. 75, Adelheldstr. IS Magenleiden. Stublver- stoplung. F)ämorrbotden, Blutarmut, BUichfutht, Scbwäcbe^uftände, Shro- phuloTe, Adern Verkalkung, Nervenleiden. Gicht, Rheuma, Gailensteine. Leber-, Nieren-, Blasenleiden. Ludrerkrankbeit» Auslchläg«, flechten. Rrampfadern . fuß - und Beinleiden etc. GMOMOOGO Färberei Braubacb <8 Fischer Chemische Waschanstalt Seltersweg 79a, Tel. 627 Neuenweg 4, Tel. 553 | Gegründet 1848 | Grösster Betrieb der Branche in Hessen I_125 Angestellte_I Wir erlauben uns, die Besucher der Gewerbe- Ausstellung auf unseren Pavillon im Garten aufmerksam zu machen. (Katalog Nr. 230.) Statt jeder besonderen Anzeige. Di« Verlobung unserer einzigen Tochter Grete mit Herrn Dr. phr). Emil Sehrt, z. Zt. Einj.- Freiw. des Inf.-Regts. Kaiser WilhelmGrossherzogl.Hessiseh.es Nr. 116, beehren wir uns hiermit ergebenst anzuzeigen. Ewald Knehe u. Frau Auguste geb. Geiger. Elberfeld, im August 1914. Uellendahler Strasse 499. Grete Knehe Dr. phil. Emil Sehrt Verlobte. Elberfeld u. Giessen, im Aug. 1914 9144 Todes-Anzeige. Heule nadimittan 27, Uhr entschlief sauft nach langem schweren Leiden meine liebe Krau, Misere gute Mutter, Schwester, Schwägerin, Tante, Schwiegermutter, Großmutter u. Urgroßmutter Lina Schreiber verwitwete Seit*, geb. Wagner im bald vollendeien 69. Lebensjahre. Im Namen der irauernden Hinterbliebenen: Cnstav Sehrelbcr. Gießen t Wagengaffe 5), Hanau, New Aork. den 10. August 1914. 916V Die Beerdigung finbet Donnerslag uachnnttag 5 Uhr vom Portale des neuen Friedhofs aus statt. i Statt Karten o+o+o+o+ioi+o+o+o+o ^ Umpfchle Ihre am 4. August in Darmstadt vollzogene Vermählung beehren sich anzuzeigen 06081 Milton Darmstädter Frieda Darmstädter, geb. Walther. Für ITIilifärpflidifige Unterhosen in Normal, Makko u. regulär gestrickt X ohne Naht. Hautjacken, Normal-Hemden, Bihsr- V hemden, Hosenträger, Fußlappenbiber, Taschentücher etc. © ™ Für Pflegerinnen m £ Kleiderdruck, getupft etc., Kleider- ^ siamosen in echtfarbigen Qualitäten. 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