Nr. J82 Ter Sletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Eonnlags. — Beilagen: viermal roöchetitlicb 6 iefeent r iarailienblütttr, zweimal ivöchentl.Arei»- blctt färben Kreis (Siegen (liensrag nnöfrtcitna); zweimal inanail. landwirtschaftlich- Seitfragen ^emipreef) - Anschlüye: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Tevelcheu: Anzeiger biießen. Anuadme von Anzeigen für die TagcStiiimmer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag. 6. August IW General-Anzeiger für Gberheffen RotattORSÖrud und Verlag der vrühl'schen lluio.-vuch- und Zteindrnckerei N. Lange. Redattlon, Lrpe-ition und vrnckerei: 5chnlftrahe 7. Vezn g Sorci»: monatlich 75Pi^viettel- jährlich Mk. 2.2V: durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.i durch die Post Mk.2.— uicrtcl* jäfjrL ausschl. Bestellq. Zeile» preis: lokal 15Ps, auswärts 2V Psemiig. Chefredakteur: AGoeg. Berank,vortlich sür den polit. Teil: 2i»g. Goer,: für .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichtssaal': Karl Neurath; für .Stadt und Land': .Nurt Bendt: für den Anzeigenteil: f>. Beck. Ein einig Volk von Brüdern. ES wird unS von Tag zu Tag lebendiger befmißi, wie herrlich daS deutsche Volk in der Stunde der Gefahr zu- saimnengeschnnedet worden ist Englands Kriegserklärung bar niemanden geschreckt Italiens Neutralität kann uns nicht enttäuschen mtd verstimmen; eS ist ja gemeldet ivvrden, daß cs freundliche Worte des Wohlwollens für seineVcrbün- .deien lzatte, un-d daher ist an^rnehmen, daß es wenigstens innerlich auf unserer Seite steht Wer tvollte auch verkennen, welchen Gefahren durch die englische Flotte die Halbinsel ausgesetzt wäre, wenn die römische Regierung ebenfalls den Krieg gegen unsere Feinde beginnen würde? Rot kennt kein liebst, dieses Wort des deutschen Rciohs- kanzlers müssen wir mich auf die Haltung der Italiener anivcndcn, die uns vorläufig noch keineswegs im Stickte gelassen haben. Tie heute eingetrosfcnen Meldungen sind geeignet, unsere Zuversicht auss neue zu erhöben. Südlich von Kalisch ist wiederum ein russisches Städtchen von deutschen Truppen besetzt worden, und die amtliche Meldung darüber fügt hinzu, daß die Einwohner die Einziehcnden „mit Jubel begrüßt" hätten. Somit gewinnt auch die österreichische Zei- tungsineldung an Wahrscheinlichkeit, daß der Petersburger Regierung in Russisch Polen ein Ausstand drohe. Was cs mit der Petersburger Meldung, ein deutsches Geschwader sei aus dem Wege nach Libau begriffen, aus sich hat, wollen wir einmal abwarten. Von großer Bedeutung ist die amtliche Meldung, daß deuischc Kriegsschiffe im Mittelmecr algerische Küstenorte beschossen haben. Es gilt, zu verhindern, daß von dort her französische Truppentransporte nach Frankreich abgehen. Hoffentlich bat die deutsche Unternehmung vollen Erfolg: da auch England zu unseren Feinden zählt, harren unserer deutschen Flotte jetzt die allcrschwierigstcn Ausgaben. Noä'mals muß nachdrücklich vor allen Sensationsmeldungen gewarnt werden! stferüchle von Gefechten an der französischen Grenze sind falsch. Im kröchstcn Grckbe ztveifelhaft ist auch die heutige Meldung der „Frankfurter Ztg,", die bezetchnendenveise aus New flork datiert ist, daß ein deutsches Luftschiff über LunSvillc Bomben geworfen, 15 Personen getötet und großen Schaden angerichtet habe. So lange keine amlliche deutsche Meldung dariwer vorliegt, dürfen ivir solck)e» Nachrichten keinen Glauben schenken. Deutsche Presscftimmcn. Die ganze deutsche Presse spiegelt nach» Englands Kriegserklärung die wachsende Entschlossenheit, Einmütigkeit und Begeisterung des deutschen Volkes wieder. In unserer nächsten Nähe schreibt z. B. die „Frankfurter Zeitung": Geeint nach innen, stark und opferbereit nach außen, so wollen wir den Feinden entgegentreten. Und haben wir gesiegt, so ivollen wir, die friedlichste der Nationen, die Uhr Europas für ein Jahrhundert richtig stellen und ein Reich des ^Friedens ausrichten Sir Edward Goeh hat England als den Bürgen des Friedens binznstellen gesucht. Die Bürgschaft war schlecht, weil sie eigensüchtig und parteiisch ausgeübt wurde. Dir wollen dem alternden Inselstaat die Last dieser Bürgschaitobnehmen und die Welt wird erfahren, daß wir sie beiier zu vewoalten wissen. Die ebenfalls auf der bürgerlichen Linken stehende „M orgenpost" bezeichnet cs als etwas Un ge Heuer liclies, Naturwidriges, das; England, das Mutterland des Parlamentarismus, die tiseburtsstätte der bürgerlichen Freiheit, an der Seite Rußlands stehe, diesem Lande mittelalterlicher Barbarei, dieser Brutstätte der Unfreiheit und der Unkultur. „Hat die Geschichte der Menschheit je eine solche Schmach, eine solche widernatürliche Paarung gesehen?"' Und dann sühn das Blatt fort: Sei es denn! Vielleicht ist es am besten so. Der Tag der großen Abrechnung ist über Europa hereingebrocben Es ist böser, wir haben wie der Große Friedrich gegen eine Welt von Feinden zu kampsen. als daß wir in jadem Augenblick im Leben unseres Reiches eines tückischen Uebersalles gewärtig sein müßten. Friedrich der Große ist Mit ihnen fertig geworden. Auch wir werden cs! , Die „K r e u z z e i t u n g" schildert die erhebende Sitzung int Reichstage. Sie spricht davon, daß die große Zeit, in der ivir leben, ein würdiges Geschlecht gefunden habe, und fügt dann weiter hinzu: Wir mußten von vornherein aus die aktive Unterstützung unserer Wegner durch ihren Dreiverbandsgenosse» rechnen und haben es getan Damit gelangen freilich muh die Vermiete, lungsbemübungen Englands in ein eigenartiges Licht. Der Verdacht, daß es mit ihnen Rußland und Frankreich nur ZeithabeAewähren wollen, läßt sich rc&t kaum noch von der Land weiten. Auch in den Verhandlungen über seine eigene Stellung ist es sonderbar zu Aterke gegangen insofern, als es nicht von vornherein ktwv und klar die Bedingungen seiner Neutralität genannt har. sondern sie gewissermaßen als stüder benutzt bat. um uns stüchveise Zusagen und Zugeständnisse zu Gunsten Frankreichs abzupresien. Denn Staatstekretär G-rev jetzt (tefliffcTttlieb die Frage der belgischen Neutralität^ in den Vordergrund gestellt dal. so wirb cr selber am besten wissen, wieckchr das mir eine Kulisse ist. durch welche die ohnehin sestsbehenden Absichten Englands verdeckt werden sollen. Der Berliner „Lokalanzeiger" schreibt: Uns ist kein Freund gestorben. Der Vetter über dem Kanal hat sich diese Berwandllchaft zn Unrecht angemaßt, ivir weiten ste zurück. Dir haben mchts gemein mit ihm Wir wollen ^fröhlich sein und gläubig kämpien, wollen an Gottes Güte glauben. " Da hatte sich an unseren Tit'ch ein Kdrl gesetzt und sich mit der Bcrwatchlschatt gebrüstet, als ob er zu uns gebäre. Tr bleibe uns vom Leibe, wir wissen heute, daß sein sriedliches Getue, das uns namentlich in jüngster Zeit eine trügerische Munk gewesen ist, ein falsches Spiel war. das gegen uns gerichlet wurde schon zu einer Zeit, da er uns die Hände schüttelte, als wäre er unser Freund und Bruder. Wir wissen heute, daß wir Freunde nur in der eigenen Krast und im Schwerte in unserer Faust besitzen, und wir wissen weiter, daß die heilige Not unserer Zeit keinen Mann im ganzen Reiche finden wird, der nicht bereit wäre, das Schwert zu tragen, um alles einzusetzen in dieiem deutschen Krieg. Ter „Berliner Lokalanzciger" sagt in einem Stimmungsbild ans dem Reichstag: Wenn irgend etwas geeignet war, die durch die Ereignisse der letzten Tagen hervorgerusene Stimmung noch zu heben, so war es die Rede des Reichskanzlers, die eine innere Glut ausstrahlte, die alle Herzen cmpfiirdcn mußten. Unter der machtvollen Wirkung dieses Auftretens brach aller parlamentarischer Burcaukratismus in sich zusammen. Nie mand sragic mehr, n>elchc Rechte den Mitgliedern, wclckfe den Gästen des Parlaments zustchen. Mehr als einmal gingen minutenlange Beisallstürme durch das Haus. Alle Abgeordneten, alle Vertreter der Regierung, alle Besucher der Tribünen erhöbet: sich von ihren Plätzen und gaben ihrer Zustimmung durch andauernde Zurufe und lcbhlstes Hände klatschen enthusiastischen Ausdruck. Dem Präsidenten siel es nicht ein, mit der allen Formel zu kommen, daß solclfc Kundgebungcn nicht üblich seien. In der „Täglichen Rundschau" l)cißt es: Dieser Reichstag hat viel gesündigt. Das alles ist wie weggcweht und ausgclöscht. Dieser KTieg brachte Wunder und das größte dieser Wunder geschah mit der Sozialdemokratie, die an dee Seite ihrer deutschen Brüdersclfast steht, eine einheitliche Front von Heydebrand bis Scheidemann. Ebenso einmütig wie in der Beurteilung der gestrigen Reichstagssitzung und in der Rede des Kanzlers, ist die Presse in der Auffassung der Kriegserklärung England s. — DaS „Berliner Tageblatt" meint, die Annahme erscheine begnst-deks tfofc oii'4 dänn, wenn Deutschland sich zur vollen Respektierung der belgischen Neutralität verpflichtet hätte, England bei der ersten dcut- sclzen Niederlage aus seiner Zurückhaltung herausgetrelen wäre, um den Gegnern Deutschlands zu Hilfe zu eilen. Und weil man das annehmcn mußte, hat die deutsche Regierung die englische Forderung, deren Annahme nutzlos die Taktik der deutschen Armee behindert und zur Verlängerung des siirchtbaren Krieges beigetragen hätte, nach eingehender Prüfung aügelehnt. In der „Deutschen Tageszeitung" wird gesagt: Die Deutschen können wieder einmal sagen: Feinde ringsum. Nur in einer solchen Lage hat sich, wie die ganze Geschichte zeigt, die deutsche Kraft voll entfalten können. So wird es auch diesmal sein. Die deutsche Flotte aber brennt vor Begierde, dem deutschen Volke, das sie mit so vieler Liebe und so großen Opfern geschaffen, zu zeigen, daß sic dieser Liebe und dieser Opfer würdig ist. Angriffe deutscher Nriegsschifse im Mittelmeer. Berlin. 5. August. Die im Mittclmeer befindlithen deutschen Kriegsschiffe sind gestern an der Küste von Algier erschiencn und haben einzelne b e f c st i g t e P I ä tz r z e r st ü r t. insbesondere Eiillchiffiingsoite sür französische Truppentransporte. Tas Feuer wurde erwidert. Wieder eine russische Stadt besetzt. Berlin, 5. Aug. Deutsche Kavallerie besetzte gestern Wielun, südlich von Kalisch, von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt. Ein Ausstand in Russisch Polen? Wien. 5. Aug. Die ..Reichspost" meldet aus Krakau vom Z. August: In Russisch-Polen wurde gestern ein aus Warschau datierter Ausruf zu einem polnischen Aufstande verbreitet, welcher von zahlreichen polnischen Parteien unterzeichnet ist. Der Ausruf erläutert die zukünftige Aktion: die Aufständischen, auch die Frauen fordert er dazu auf. den russischen Behörden und dem Militär alle möglichen Hindernisse zu vereilen. Die polnischen Organisationen sollen genau über die Bewegungen der Russen informiert werden. Jede Gemeinde wird aufgeforderl, Behörden cin- zusrtzcn, um die Ilnadhängigkeit vom russischen Reiche zu proklamieren. Ein deutsches Geschwader nach Libau unterwegs? Petersburg. 5. August. Ein aus 19 Schissen bestehendes dculschesGeschwader ist gestern in der Richtung Memel-Libau bemerkt worden. Deutsche Unterseeboote in den dänischen Gewässer«. Kopenhagen, 5. Aug. Drei deutsche Unterseeboote wurden gestern nachmittag im Südausgang des Sundes gesichtet. Sie scheinen dort eine Vorpostenstellrurg eingenommen zu^ haben. In einer Sonderausgabe der vom Reichsmarineamt herauSgegebenen Nachrichten für Seefahrer wird mitqeteilt: Im Kopenhagener Sunde, Königstief iKvngcdyb), Holländer Tief und Drogden liegen Minen. Die Fahrstraße der Dampfer führt durch die Flintrinne. Für Kopenhagen besteht Lotsenzwang. Die ungefähre Lage des Drogden-Feucr- schtfss ist 550, 330N, 120, 43°0. Ans Rußland. Petersburg. 5. August. Im Schwarzen Meer nahmen die Russen mehrere deutsche Handelsschiffe weg. Der ttamps mit 5erbien. Wien, 5. August. Berichte der an der serbischen Grenze stehenden Truppen lassen erkennen, dass eine erhöhte Tätigkeit einzutrcten beginnt. Bei Belgrad suchten serbische FestungSgcschützc der oberen und unteren Festung und den benachbarten Höhen durch heftiges Feuer die Bewegungen am diessciligcn llscr und die Schissahrt nach der Save und -r Donau zu verhindern. Dieses veranlaßle die österreichischen Truppen gestern, das Artillerie- teuer zu eröffnen. Der Kampf endete damit, daß die serbischen Geschütze zum Schweigen gebracht wurden. Die Festungswerke sind schwer beschädigt, die Stadl blieb vollkommen verschont. An der D r i n a herrscht R u h c. Sehr lobend wird die Tätigkeit der im Sicherheitsdienste verwendeten Truppen, insbesondere der Infanterie und Grenzjäger, hcrvorgchobcn. Das Kaiscrpaar. Berlin, 5. August. Der K aiser und die Kai serin nahmen heule an dem Gottesdienst im Dom teil. Die ungeordneten Gottesdienste waren überall außerordentlich stark besucht. Unter anderem Ivar der Andrang an der Neuen Kirckie so groß, daß der Gottesdienst im Freien auf dem Gendarnicnmarkt abgehglten iverdcn mußte. Der Prediger sprach von der Freitreppe des Sel-anspicll/auseS. TaS Rcichstagspräsidium beim Kaiser. Berlin, 5. August. Nach der denkivürdigen Sitzung des Reichstages begab sich das Rcichstagspräsidium in das Schloß, um dem Kaiser Mitteilung von der einstimmigen Annahme der .Kriegsvorlagen zn machen. D e r K u, fc r empfing die Herre n m 1 t Fel o rt 6 c r cr'^Ter’z- lichkeit und bat sie, allen Abgeordneten seinen Dank auszusprechen. Begeisterung in den Schutzgebieten. B e r l i n , 5. Aug. Die glühende vaterländische Begeisterung, die in diesen Tagen alle Deutschen des Mutterlandes erfüllt, hat nach eingetrossenen Meldungen auch die Volksgenossen unserer Schutzgcbiclc ergriffen, so richteie der Gouverneur von D e u t s ch - S ü d w c st a f r i f a folgendes Telegramm an den Kaiser: „Ew. Majestät versichern die Deutschen Südwesls Unverbrüchliche Treue. Sic bitten zu Gott um den Sieg für das Vaterland. Tie Truppe Und die Bevölkerung sind voll Mut und Vertrauen. Allcruiilertänigst Gouverneur Seih." Ter Orden des eisernen Kreuzes. Berlin, 5. Aug. Durch Verordnung vom heutigen Tage crneuertederKaiscrsürdengcgenwärti- gen Feldzug den Orden des Eisernen Kreuzes. * . * Begeisterte Zustimmung in Wien. Wien, 5. August. Sämtliche Blätter begleiten die gestrige Thronrede und die Kundgebungen im Reichstage mit begeisterter Zustimmung. Das „Fremden- bla t t" sagt: Heute wurde von Kaiser Wilhelm in einer sür alle Zeiten denkwürdigen Rede das deutsche Volk Mt den Waisen gerusen gegen eine Welt von Feinden, die von Ost und West heranrücken, um Deutschland seine durch heroische Waffentaten, emsigen Fleiß nnd wunderbare gesittete Tättgkeit eroberte Stellung zu wehren. Mil bewunderungswürdiger Kraft und mit Mut nimmt das Deutsche Reich, an desien Seite als treuer Bundesgenosse wir stolz sind, uns zu besinden, den Kampf mit einer Sckar von Feinden aus. Deuh'chland zieht ohne Ueber- fjetnntg, aber mit fester Entschlossenheit in den schweren KNmvt und sckzart sich begeistert um seinen Kaiser, an dessen Seite die unverbrüchliche Treue des Kapers Franz Joseph steht. Das „Ntut Wiener Tageblatt" schreibt: Tic ganze Wett lat die g e w a j t i g c S l i m m e vernomnten. die in der Hauptstadt Deutschlands in so seierlichw lies ernster Werse erklang. Wir Oeslerreicher haben die Rede des erhabenen Monarck-en, unseres Kaisers treuesten Bundesgenossen und Freundes, mit tiefer Ergrüienlzeit vernommen. Was der Fichrer unseres deutschen Brudervolkes sagte, klang in unseren Herzen wieder und das Feuer des prachtvollen Mutes, das wir in hellen Flammen auflodern sehen, leuchtete in dem Dunklen sehwe- rer Tage. Wie der Deutsche Kaiser sprach, so schlicht,, ehrlich und in so hohem Verantwortttchkettsgemhl vor Gott, kann nur der sprechen, der reinen Herzens ist und sich keines Zolles bewußt ist. Die „Neue Freie Presse" betont: Alles wird übersck-aitet von dem strahlenden Glanz der Kundgebung des deutschen Reichstages. Die Ansprache des Deutschen Kaisers ist ein Denkmal sckKicküer Ehrlichkeit. In ganz Oesterreich werben die Worte, die heute in Berlin gesprochen worden sind, wie ein Ausruf an uns selbst klingen, dem deutschen Bolle mit umerer ganzen Macht und bis zum letzten Bluts- tropsen zu hellen, damtt auch wir zeigen, daß wir der großer Schicksalsstunde gewachsen sind und die gleiche Flügellraß ii uns haben, wie fie sich uns heute in Deub'chland erwiesen. In der „R e i ch s p o st" entbietet der Dichter Rudolf von Kralik Deutschland und Deutschlands Armee Oesterreichs Waffengruß zu der gerechten Bekämpfung des Feindes. Der Herzog von Cumberland ftiftete 20000 Kronen für kriegssanitäre Zwecke. Ein guter Entschluß dcS Königs von Bayern. München, 5. August. Ein köuiglickMs Haudsttzreiben an den Minister des Innern besagt: Die bayerischen Städte. ©cnttntben sowie der Üaninrt QberbaherrrS beabsichtigen, Tnir jinn 70. Geburtsfeste eine wertvolle Gabe $u widmen. Es ist mein dringender Wunsch, daß diese Wid- mnngen unterbleiben und würde es mir freudiger Genugtuung begrüßen, wenn die hierfür bestimmten Mittel der Fürsorge für Kriegsteilnehmer und deren Angehörige zus; «wendet würden. Kabeluntcrbrechung. Berlin, 5. August. Die Kabel Emden —Vigo, Emden — Azoren und Emden — Teneriffa sind unterbrochen. Telegramme, die über diese Kabel gehen sollen, können nicht mehr angenommen werden. Die Dardanellen und der Bosporus geschlossen. Konstantinopel, ö. Aug. Amtlich wird bestätigt, daß die Dar da ne llen und der Bosporus oeichkssen sind, doch können Handelsschiffe mit Hilfe von Lotsen die Meerengen passieren. Um die Folgen der Mobilmachung «tbzuschvächcn, beschloß die Regierung die Einführung einer Steuer für die vom Militärdienst Befreiten Wie verlautet, wurde die Sperrung deS Bosporus und der Tardancllen infolge einer durch den Kapitän eines türkischen Tamvfers überbrachten Nachricht verfügt, nach der die russische Schwarze Meer- flotte unweit der Mündung des Bosporus gesichtet wor- den sei. Die Leuchttürme bet den Meerengen wurden gelöscht und Minen gelegt. Wie der „Tanin" aus Erzerun erfährt, haben sich di« Russen nach Verbrennung ihrer Blockhäuser und Lebens- mitteloepots von der türkisch-russischen Grenze zurückgezogen. Tic Neutralität Rumäniens. Bukarest, 6. August Erlrablätter melden, daß der »gestrige Krön rat in Sinaja die Neutralität Rumäniens beschlossen hat. Täneniark. Kopenhagen, Aug Ta der Krieg daß er selbst die Beröffenil'ichung des „Marin" darüber gelesen habe, nach der Caillaur von zwei Kugeln getroffen wurde. Jedoch sei es nicht richtig, daß. wie zuerst verlautete, auch Frau Eailanr gelötet worden sei. Aus dem Reiche. Berlin, 5. August. Die englisch lautenden Firmenschildcr, die sich über zahlreichen Geschäften befanden, wurden schon gestern abend, als die Nachricht von der englischen Kriegserklärung bekannt wurde, und noch mehr im Laufe des heutigen Vormittags von den Geschäftsinhabern entfernt, ober, wo eine Wegnahme nicht möglich war. mit Flaggentuch in den deutschen Farben verhüllt. Einige Besitzer ließen, um keinen Zweifel an ihrer nationalen Gesinnung auikominen zu lassen, Fahnen in den deutschen und preußischen Farben aus- hängen. Beri'chiedene Geschäfte ändern ihre Firmen, so z. B. das bekannte Eaf'e „Piccadilly". Dieses teilt mit, daß es den Zeitumskänden Rechnung tragend seinen Namen in „Deutsches Kaffee" umwandeln werde. Berlin, 5. Aug. Das „Berliner Tageblatt" dal eine Sammlung iürFrauen und Kinder der im Felde stehenden deutschen Wehrmänner eröffnet und fordert alle Leser dringlich aus. ihm Beiträge zu senden. Ter Verlag des „Berliner Tageblatts" hat z> r Eröffnung der Sammlung 100000 Mark gezeichnet. Leipzig, 5. Aug. (Priv. Tel.) Der Rat der Stadt Leipzig ließ den Stadtverordneten eine Reihe von Vorlagen zugehen, die infolge der Kriegserklärung notwendig geworden sind. Zusammen werden 1 200 000 Mark gefordert. Dresden, ö. Aua. Tie Stadtverordneten bewilligten einstimmig l M i l l i o n Mark zur Teckung der für die Stadl und ihre Bevölkerung enlsteh-enden Kriegskosten. N a u m b u r g, 5. Aug. Eins der Automobile, die von Frankreich Geld nach Rußland schassen sollen und mu Damen besetzt find, führt die Nummer 1.12386. Die Automobilisten sollen das Geld jetzt Radfahrern übergeben haben, die Manrerklcidung trage». K ö l ii, 5. Aug. In der „Köln. Ztg." gibt der Landrat von Cochem bckaniu, die Nachricht, der Gastwirt Rikolay habe den Tunnel bei Cochem zu sprengen versucht und sei standrechtlich erschossen worden, sei ebenso erfunden wie die ive-tere, daß seine Frau und Tochter nach der Kartause gebracht worden seien. M an n h c i m-r . Aug. Der heute tagende Ausschuß des Verbandes der M i l j „ d u st r i e l l e n Badens, der Pfalz und angrei.,e.>oer Inonstriebeerrke. mit dem Sitz in Mannheim, beschloß auf den Antrag des Vorsitzenden, ohne jede Debatte, einstimmig, angesichts des dem Reiche auige- zwungenrn Krieges und der erforderlichen ungeheuren Lpier an Gut und Blut, dem Roten Kreuz und anderen dem gleiche» Zwecke dienende» Anstalten sofort zunächst 230000 Mark zur Verfügung zu stellen. Frciburg i. Br, 4. August. Die erste Sammlung des hiesigen Ausschusses vom Roten Kreuz hat in wenigen Tagen gegen «!00 Mk. ergeben. Au» SioSt und Cond« Gienen, 6. August 1914. Eine akademische AbschiedSscicr für die in» Felo Ziehenden. In der Aula der Lrndesunioersität venanimelte» sich gcsler.i abend aus den Ruf des Rektors mit den Angehörigen der Universität eine große Anzahl deutscher Männer und Frauen, und ihnen wird diese Feier in so ernster und hvitz» Stunde ewig in der Erinnerung sein. Ja, auä> von dieser ^Stätte der Wissenschaft wurde es herrlich offenbar, wie einltz'llig jetzt alle Gedanken der Deutschen beieinander sind, ivie das Volk den Alten von 1613 nicht nackKtehen will. Tief ergreifend, hinreißend und deutsch waren die Worte des Rektors Geheim. KirchcnratS Professor Dr. Eck. die, nachdem der Torgauer Armeemarsch die Gemüter geweckt hatte, die ernsten Errig. nisse, die große und gewaltig« Zert, in der wir jetzt leben, spiegelten Es bedürfe jetzt, so etwa war der «tzr- donkengang der Rede, keines besonderen Aufrufes mehr a» die Studentenschaft. Worte seien nicht mehr vonnöten, »ackwem der Kaiser die Söhne deS Vaterlandes unter die Fahnen gerusen lnrbr Diese „akademische" Feier aber solle jetzt dartu», daß in dieser Stunde Universität uird Bürger- >ä>aft eins seien, daß diese Schicksalsstunde alle gleich ge- nmcht lxibr Es scheine, als fei es eine besondere Eigentnm- lcctckcit des deutschen Volkes, daß es gerade in schwerer Zeit uiid Nvt brüderlich sich zu samm-.n finde. Ter Reimer entwarf kurze Bilder ans unserer Geschichte und führte uns vor. daß die Toten noch lebendiger und butter redeten, als die Lebenden. Aber auch die Ereignisse der letzten Tage erfuhren eine durchaus nickt akademische, sondern ins Innerste lackende. kerndeutsche Erörterung. Ja, der Herr Rektor batte Recht, diese Sitzung des Reichstag« wird im Buch der Grichichir mit ewig leuchtenden Lettern geschrieben sein. Aber der llnterichzed zwischen heule, 1813 und 1870? Biele deutsche Dichter haben die großen Kriegs,eiten be^ sungen, aber immer war das Sinnen aus den Feind im Westen gerichtet. Heute jedoch baden wir auch den Angreifer nn Rücken, im Osten, und dafür ist noch kein Lied geschrieben worden. Aber noch mehr! In tiefer Bewegung, so klang es durch die Rede, müssen wir es hinnehm.-n. daß auch der Bruder über dem Kanal, mit dem wir Shakespeares und Goethes Dichtungen und eine ganze Kultur gemeinsam Haben, England, sich zu unseren Feinden geschlagen hat. Aber wir verzogen nicht: mit uns find unsere Großen aus der Vergangenheit, und Gott, der so sichtbar die Geschicke des dermcken Vaterlandes aus Bedrückung immer wieder aus« gerichtet und zur Blüte cmvotgedoben bat. er wird auch jetzt mit uns sein, in dieser Zeit, in der wär jauchzend, ja. voll heiliger Freude, spüren, daß der deutsch« Ge,st sich n i e m a l s unterdrücken lassen wird. Es ist unmöglich, die sackende Stimmung der Rede des Rektors hier mit kurzen Worten vollständig wiederzugeben. Man stimmte begeistert in das Hoch aus Kaiser U,- Großherzog ein, sang gemeinsam „Deutschland, Dcuischlaiid über alles", und Proi Tr. Eck richtete noch Worte des Dankes an den Obersten unseres Regimentes, der trotz seiner jetzt kostbaren Zeit ebenfalls in der Aula erschienen war. Tiefe Bewegung ging durrli den ms zum letzten Platz gefüllten Saal, als der Rektor versicherte, alle Herzen nnirden dem Regiment in jeder stunde nahe sein und als er den Segen Gottes an, alle seine Ängchorr- gen anttef: „Ter Herr segne euch und behüte euch, der Herr lasse leuchten sein Angesicht iiber euch und gebe euch durch Kämpfe und Michen feinen irrieden." Vaterländische Lieder durchbrennten die Aula, und der Vorschlag des Rektors, nunmclw den Rcgimentskvniniandcur, die anwesenden Krieger und die Kapelle nach der Kaserne zu geleiten, fand jubelnde Zustimmung. So ging es unter vaterländischen Krängen durch die Stadt, nach der Zcng- hauskaserne. wo der Rektor ein Hoch «ruf das Regiment und seinen Führer ausbrachtc und iw> Oberst Scknmmelfennig gelobte, das Regiment iverde die Lorbeeren der Vorfahren erneuern und seine kurzen Tantestvorte mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Tem ausruckenden Regiment und der ganzen ü-ießener Bürgerickraft wird dieser Abend in alle Zukunft erbebend vor der 'Seele stehen. Gott schütze und segne unsere heimischen Soldaten nnc das ganze deiltsche Heer! « ** Zum Abschied unserer oberbessischen Krieger. Ter Großd Prov i nzialdirektor der Provinz Sberhessen hat gm 2.13. l. MtS. folgendes Schreiben an den Regimentskommandeur, Herrn Oberst Schimmclfrnnig, gerichtet: Gießen, de» 2. Lugrrst 1914. Hochgeebrtrr Herr Oberst! Sie stehen im Begriff, an der Svive oberbesfifcher Landes- > kinder gegen den Feind zu ziehen. Die gloroeichen Tage, die in I der Gcichichte des von Ihnen geiührlen RegimeMs verzeichnet I stehen, sind Blätler in dem Rubmeskranz. den >>ch iriltierr Gene- I ralionen. in schwere», fürs Vaterland durch kämpfte» Zeuen. ums I Haupt flechten dursten. Daß die dcunge iKeneralwii, ivas Maiur- I und Webedastigkeil. Furchlloiigkeil und Pilichlkoeue antangt, sich I der Vorfahren würdig erweiien wird, daiür bürgen di« Eharakter- I eigeuichelten unserer Oberhefsen. Aus diesen ö-mv'indnnnen I heraus begleitet die Bevötkerung der Provinz das :1teg,mcnt ans I dem schweren Weg, den es sich zu gehen an schickt. Möge eS zu den alten Lorbeeren neue pflücken, dem Vaterland zu Dank und I sich und damit den Volksgenossen zur Ehre. ^ ! I Daraus ist folgende Anlwott des Obersten Schimmel- ! sennig cingegangen: Hochgeehtter Herr Provinzialdirrktor! I Ich danke Ihnen, zugleich im Namen meines ganzen Re- I gimenis, herzlich für die warmen, erhebenden Watte, die Sie I mir mit Ihrem Schreiben vom 2. d. MtS. misiorochen. Seiriz I Sie und die Provinz Oberluisen übeezeugt. datz das tttegnmnt J Kaiser Wilhelm vom ältesten bis znm nuigilen -oldaten. seinem Eid« geneu. bis ,um letzten Blnlslrovfen seine Pflicht tun ivirt», s wie vor 100 Jahren, io jetzt und immerdar. I Welche Nolle spielt da» Trinkwasser bei der Entstehung von Leuche« ? Zur Aufklärung und Beruhigung wirb uns von sachverständiger Seite geschrieben: In Betracht kommen vor allem: TvvtnS, rot« Ruhr und Cholera, die alle drei als KrieqSseuchen sattsam bekannt such. ' Cholera ist solange bei uns völlig airszuschfreßen, als nicht innig Ausland« Rußland! Fälle eingeschlepvt iveeden Tvpvus und rote Ruhr s,nd bei im« jederwit vereinzelt vorhanden, lei!» bei wirklich Erkrankten, teils bei sogewanniril gesundem Baglllen-- trägern. Diese sind Leute, die eiminll in ihrem Leben birö'mnt-. heit dnrrfigemacht baden und iniym, »Inn- unen.Mino kr,ui.' zu sein, dauernd oder zertwris« TovbuSbazillen nn Kot oder llrinr ausschcidrn können I» der Bekämvnrng der von dnfen gesunden Bazillenträgern twohenden biesahren sind in neuerer Zeit durch hvqicnische Uebenmichung besonder- auä, in den Heil- unti ^ tzslegeanstollen große Erfolge erzielt worden Nur we,m solch insekliSser Kot oder Urin in da« Wasser getaugt, kann dieses krank machrn. D-rs ist aber b-i rinrr guten Gninonirsierlrittuig. wie wir sic auch hier haben, solange nuSgeschlosfen, a l S n i ch k ganz grobe Fahrlässigkeiten an den Sammelbehältern begangen werden. Anders liegt dir Sache bet Brunnen, die ,chlecht obgedeckl sind und nahe bei Abortgrnben oder Dungkauien liegen Da besteht immerhü, die Möglichkeit einer Verunreinigung. Solche Berhältnilsc tön ulen vor allem ans deni Lande vorliegen. Es muß aber betont werden, daß durch! Wasser erzeugte »ttankbeilSfälle durchaus an Zahl inrückrretrn hinter solchen, die durch direkte Berührung mst Kranken oder l gesunden Bazillenttägcrn oder ober durch nicht grkochle rohe NahrungS- und Genußmitttl enlstrhrn Als solche stmimen vor allem in Betracht: rohe Milch und ihre »ngekockKrn Produkte, also Rahm und Schlagsahne. Käse und Butter sind weniger bedenNich: bei der Sauermilch ist die Gestchr cbensall» gering, doch nicht ganz von der Hand zu weilen. Bei der Infektion der Nahrungsmittel Urten lchnnitzjgch Finger von Kranken »der von geiunden BazillFiirägern. ferner auch Fliegen eine große Rolle ES sollen ötabruna.'mittrl mit Fingern möglichst wenig oder gar nicht in Berührung kommen und nitr m absolut sauberen, am besten zuvor ausgekochten säßen bereiter und aufgehoben iverden. je küdler, desto bester. ES ist geboten. NahrunqsmzNel stets zuqedeckr annrä-ewahrriL Inwieweit kann Trintznusser durch verbrecherische Bei- nnschuwg von Krankheitserregern injiziert werden? Es ist klar, daß bei wmenüqender Bewachung der Wassrrbebät- »er und der Brunnen inrmerbin diese M»gtichb".i varkieg». Doch wird die Gefahr auch noch gZchehener Inseklion dadurch icbr stark obqelckgoächt, daß die Lebensdauer der enigesäten Bazillen in gutem Leiiungswasser eine sehr beschränkt« ist. etwa 24 Stunden. Tazu kommt, daß die evtl, vernnmdtrn BaziUen-Kulturkn wohl fast immer alte, künstlich sortgevävoelle Ladoralottumskultnre» fern würgen, die allmäblich entarten nnb nicht mehr iniiucren könnem. Für die diebessichere Aanbcwohrnng irisch gezuchieter i'ullnrrn ver- wenden nalürlich die In gröiüe Sorgsall. Fn'.ch au» k»-m kranken Körver gezüchtete Edoleeo-Kulniren gibt es auqenbiicklick, in Deutschland überhauvt nicht. Man kann gnrost zusammensasten: Die Möglichkeit, daß durch unser L>ütungswaster Seuchen entstehen ist fast null: durch Brunnenwasser nicht viel größer, wenn Anlage und Abdeckung des Brunnens gut sind. Ter Schwerpunkt liegt b« der Verhütung der genannten Seuchen in der Beschauung einwandfreier, sauberer Nadrungs- und ozennfmiiiel. unter denen die Milch ,md ihr» Produkte die größte Rolle imelrn Milch sollte in Kr>ea«,eiten stet» ab- aekochtgenossenwerden. Ferner ist allen sieberhasten, mit Durch'ast. Erbrechen und Kovstchmer^n cmhergeb>'nden Krank- > denen qrößie Aunnerstamkeil zu schenken Für die rechtzeitige Fest. I stellun, !sicher Krankheuen und die Absonderung der ErkranklcTr I ist sofort Sorge zu tragen. Sache der gesamten Bevölkerung ist cs. * bei dicker Arbeit mirzuhelien. vor allem verdächtige Fälle der z Behörde sofott bekannt zu geben. Gießen, den 4 August 1914. 1 Pros. Dr. Schmidt, Direktor des hygienischen Instttuts der Universität Gießen. ’’ Empfang. Der Sroßberzog emvEng am ö. August den Lbeen v. Helldock, den Pcknzen Viktor ,n Erbach-Schön- ? berq Durchlauckn. zum Bockro-, den Siaatsminiiter T-r, v Ewald » den Bontand de« Kabinetts Wirk. Römhelb Erz de, » Lderiägermckster Fr er Herrn van der dooo. »> "Ernennung. z.er Gro-.,h-r,».g dal den Frciherrn Bol- k vrecht Rredefel zu Elienboch, Ivhanmier-Rüter und Lelegierte» » bet freiu-tfügcrt StnanrcWwIenc beim 18. Armeekorps zum Major g la suite der Lavallcric mü der Uniform des Leib^T-ragoner- Aeginrems ',2. Grotzh. Lesi-> Nr. 24 er»«ult. ** Ruheüondsvcrsctzung. Der Grofcherzoy bat den evongdückien Pfarrer .ffirrbenral Karl Strack zu Leih« gestern aus sein Narhzuchen unter Anerkemrung 'einer lairg- >ädrigen und cnpriesüustcn Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1914. in den Ruhestand versetzt. ** Ordensverleihung. Der ®rofif»>b ältere» 2 a » d iv e b r »i ä n n e r z» den »ob en. linier dein Gesang deS LiideS ^Morgenrot' zogen sie zum Tor'e hinaus. Aul der Höbe angetonnne», wo- sie den Ort nochmals übcrl'licke» konnten, ilelllen ge sich in enic» Kreis und sangen das alte Lullierlled ,Ei» lesle Burg ift unser Wo»*. TaS war ein erbevcnder Moment, wenn man bedenkt, daß Männer von Frau und Kindern weg mit Mut und Gottverlrane» i» den Krieg ziehen. Lessen-Nassau. X, Hanau, 4. Aug. Tie vor vier Tagen von einem neuen Tierleger übernommene liberale „Hanauer Zeitung" teilt heute nur, daß sic gezwungen sei, bis auf weiteres ihreil Betrieb einzustcllen, nachdem fast ihr gesamtes Per- icmal'und auch der Verleger zu den Waffen einberuscn worden sei, Tic Zigarrenfabrik Lasse Wwc. in Langee-Zit dem Oberbürgermeister 50000 Llück-Zchsarren ftir,dibm taf iOQ"au ausrückcndcn Vaterlandsverteidigcr überwiesen. Frankfurt a M., ü. Aug, Tie „Verdeutschung" der Stadt hat infolge der englischen Kriegserklärung weilere Fortschritte gemacht. Sämtliche Lotcls wie „Englischer Los", „Bristol", „König von England". „Eartonhotel" entfernten heute die betresscndcn Inschriften. „Bristol" lauste sich in „Brostil" um. Dad Homburg v.d.H, S.Aug.iDie Fleischerinnung spendete sür die Unterstützung verwundeter Krieger 50ttMk., dem Vaterländischen Framenverein und dem Roten Kreuz die gleiche Summe. Ausiepdem leiht sie den im Felde stehenden "Mitglieder» eine Hilse insofern, als sie deren Ehefrauen den täglichen Vieh- tzezw. Fleischbedarf besorgt und bis in die Läden schassen läßt. Frankfurt a. M., 4. Aug. An den Standesämtern in Frankfurt und Bockcnheim haben dieser Tage 28b Not- trauungen statigesnnden. w Treysa, v. Aug. Ein trauriger U n g l ü ck S k a l l ereignete sich beute morgen ain der Eisenbabnbrücke in der Nähe von Nassenerlnrt. Ans derselben stand der Roltenardeiter Ätzirglinrü Thomas von Baschhaute» aus Posten. Als derselbe beim berannaben eines MiltlärznqeS, der von Kassel kani, ans diesen seine Aulmer'samkeit gerichtet hatte, wurde cr i» demselben Zeü- punfle von einer Maschine, die ans der entgegengesetzten Richtung kam, nbersabre», so das; der Tod aus der Stelle eintral. Die »Itevn lind über den Verlust des hossmingsvollen Sohnes untröstlich. Vermischte». * Ein Opfer der Kriegsfurcht. Eine ältere Dame in Cassel, die Angst vor -Kriegsgefahr hatte, hob nn- versürndigerweifc ihre bei der Spartchse eingelegten Spaa'- Pfennige, en»i 300 Mark, al>, um das c r e ir Krieger, welche zwecks Einkleidung usiv. in Gießens Mauern iiiid, bäte ich Sic. folgende Zeile» der Oesfentlichkeit zu übergebe». Biele Frauen und Tollster melden sich an „ässentlicifer" stelle zum Dienste des teuren Vaterlandes. Nun sollten aber jetzt auch die Hausfrauen in ihrer „stillen." Häuslichkeit dabin wirken und einig demübt sein, den inS Feld ziehenden Srieflrnt bei dem ersten und vielleicht auch letzten Liebesdienst durch Ouar- tiergewährung das allermö>ilichstc zu tim, um ib»m eine gute Lagerstatt und Verpflegung zu gebini. Die Leute beanspruchen leine Salons und sind auä> wohl mit einem Bund Stroh — was sür uns nicht maßgebend sei — zufrieden. Aber leider bat die Eriahrung gelehrt, baß Frauen, die an össentlieher Stelle hilsbcrcil sind, sich geradezu vor der Kinquartierung drücken, oder sie aus dem Speickier in enge Tallikammern vlaciereii, und dies geschieht bei besseren bemittelten Leuten. Wir sind jetzt alle gleich und müssen begeisternd sür die heilige ernste Sache in jeder Liniccht Helsen und stützen. Deshalb empfanget die Einquartierung als liebsten Gast, nicht etwa als — Störenfriede, - H, A. Märkte. kimbnrg a. d. Lahu, 5. Aug. Fruchtmark!. Durchschnittspreis rro Walter. Vater Weizen ttziassauischerl 00,00 weißer Weizen (angcbante strcmdsorlenf 00,00 '"K, Korn 00 Os Mk^ Gerste lstutlerl ",00 Alt.. Braugerste 00,00 Mk, Haler 0,00—0,00 m, Erbsen 0,00 Ulf» Kortosselu 50 Kilo 0,00—0,00 Alk, Butter das Vinns 1,15—1,20 Mf., Eier daS Stück 8—9 Psg. Kirchliche Nachrichten. Izracliilsche Rclifltonsgcmcinöe. ffiottcsbUnft in der Synagoge (Süd-Anlage). SainSlai, den 8. August 1914: korab end 7.30 Uhr. DI argen 4: 8.30 Uhr, Nachmittags: 4.00 Mir. LabbatauSganz: 8.50 Uhr. p.Ziai 6 Zimmer | Kleine» I.offis ml ciluclnc ruhige Person ver bald zu verm. Zu ersr. sicuüadi ll. im Laden. I8SXS Erednerstrahe 11 hübsche 5 Zim.-Wobiiung nebst Zu- bcbör, Gartcnanteil re. zum 1. Oktober zu vermieten, l*** Näheres Hosveannnr. 11. 000241 Kleine LLobnung vcr t.Sept.z.v. S lei««. 69. Zu vermiete» vcr 15. Aug, ob. 1. Trat. klciucTLobnung 1 Zimmer mit 2 schrägen Kabiiietien. mit Tamvibei- zung, Küche und KcUerrauw, am besten geeignet tür eine alleiusteh. Tarne. Zchigc»- berner Weg 50 II. Stock. Zu eriragen daselbst Bart, im Kontor und in der Wohnung des I. Stocks. 19038 Gugcn Kauirmann. Möbl. Zimmer Fi 41. 2 ;öhl. Zi«. v Demi. WorÄ- aalas« ^ p. N. d. WeÜlNll - ln 1 L&dea u. dpi. RodhoiniopSlr.41 n. 43 nröBcre Stallung. lowic Lagerräume iür Fabrik- sweckc gceianci. iotert „i vermieten. Rad. Arankiurlcr Tirahc 29. 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Alle Männer vom 20. bis 45. Jahr sind zur Verteidigung der Grenzen des Vaterlandes gegen die Angriffe heimtückischer Feinde zu den Waffen einberufen. Draußen auf dem Lande steht die Frucht in der Reife und harret der Einerntung. Unsere Landbevölkerung braucht dringend Hilfe. Für Alle, die nicht zu den Waffen einberufen sind, ist es eine hohe vaterländische Pflicht, bei der Einerntung mit- zuhelfen und so für eine genügende Verpflegung unseres Heeres und Volkes mitzusorgen. An alle Mitglieder der dem Fung-Deutschland-Bezirk Gieffen-Stadt angeschloffenen Vereine richte ich die dringende und ernsteBitte, alle verfügbaren Kräfte zu diesem vaterländischen Dienste zu melden. Alle Meldungen zur Mitarbeit bitte ich schriftlich oder mündlich an den Städtischen Arbeitsnachweis in Gießen, Asterweg. zu richten. Unsere Mitbürger aus dem Lande aber ersuchen wir. ihre Wünsche um Hilfskräfte an die Landwirtschaftstammer in Gießen zu richten, die sich bereit erklärt hat, die nötigen Vermittelungen zu übernehmen. Die Hilfe geschieht nur gegen Gewährung von Kost und Wohnung, sonst aber unentgeltlich. Und nun auf. Iung-Deutschland! Zeigt, welch vaterländischer Geist in unserem Bunde herrscht, zeigt, daff Deutschlands Fugend nicht zurückstehen will, wenn es gilt, dem Vaterland zu helfen. Helft unseren Landwirten und damit unserem Volke! Der Dank des Vaterlandes wird Euch dann sicher sein. (Ziehen, den 4 . August UM 4 . '* ß4D Ter Bezirtsvertraueusmanu des Jung Deutschland Bundes für Gießen-Ltadt: <£. Naufmann, Rechtsanwalt. Bekanntmachung. (tzemitst dem Neichsqesctze vom 5. August d§. IS. ist in Wicftcn für den GcschästSbezirk dcr NcichSbcmkstcllc zu (sieben eine TarlchnSkasse errichtet ivordcn, welche ihre Tätigkeit am 5. August dS. IS. aufnimmt. Die Geschäftsräume der DarlehnS- kassc sind mit denjenigen dcr vorgenannten Reichsbonkanstalt vereinigt. Tic GeschäftSstiinden sind auf die Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags festgesetzt. Ter Vorstand dcr Tarlrhnskasse besteht auS den Unterzeichneten, von denen dcr an zweiter Stelle Genannte als Reich-'bcvolliiiächtigter fungiert. Gießen, den 5. August 1914. «i7od Ser Horflanii kr Sctlelnsfafe jn Sitjjt«. Müller. Kaiser!. Bankdircktor. 91. tfrfjr. von Iuligeufcld, ....... XtaAKK Hofmann, Großh. Oberstaatsanwalt. Adolf Noll. J&WMWrcffCTttuV. , Bekanntmachung über Güterbeförderung au» der lrtienbahu. Güter werden zur Belörderiiiia aus der iriienbadn di» a»I wrilerr» nicht anacnommen. Äudaena,innen iind die a>» Arinaiini der Miliiorverwalinna dercicdneicn illiticr, welche iür Mililar- oder Marinedrdörden durch rie'cranlen a»i besonderen ttuitran oder verirnalich »u iiciern nnd. ttnirane aus Nciörderiing solcher »üinc» sind bei derjenigen vinienkonimandaniur »» ilcUen. in deren >Ned>ei der l5im ladrbadnboi Um:. Der Bereich der vmienkonimandoniuren enilorichi deinjenigen dcr Ejsenbabndirekiioncn. Audi deck! »ich der 2ig der beiden Bebördc». Die Aniraglieller baden durch Borlnae von AusweiSpaoiere» »achtuioeiien. daN die i»>iiier für Militär oder Marinebcdörde» driiimini lind, Ausirrdem ist anu,geben der trinladebabndos, dcr Ziclounki. die abiendendc besw. eiiivsanacnde «>irina oder Bcbürde, Art. ikewichl und Ansabl der >i>üier. euva cp sordrrlichc iLilenbabnwagcn und der Daa der aewünichien Einladung und Anknnli am Biel. Nach Prüsnng diirch die «»Nandiac vinienloininandaninr ivird ein Annabmc- Ichein für jeden Einladcdadndol aiisgeiielli und dcni Acr irachier als AuSivei» übergeben. Eine zweiie AuSseriiming de» Dchrine» wird dem Babnboj durch die Eisenbahn- dlreklion übersandt. E» iN zwecklos, an ElsenbabndienNkiellen oder Linien- eommandaniurcn Anträge aus issüicibciördcruna »» Nellen, wenn vorilcdendc Bedingungen nich, erfüllt werde» könne». Dclevbonilche oder iclcraohilchc Anirngc werden nichi enigegengenominc». sie bleibe» unbeanlworlei. Die Milchbesörderuna ist nach Mähe der bereil» er- solgicn öbenilichen Bekanntmackoing besonder» aereaeli. Da» olelchasi«,immer sür die Au»gnbc von Anngdme- lchkincn der für den Bezirk >>ranks„rl zuNanSinen Viinen kommandanlur i beiindei sich im Eilcnbabndirckiion- - aebaudc. eiobeniollernolatz 3">, Erdgeidion tcch<». Dicnfi- jiunden 8 bi» IS und .1 bis « lldr nachmiiiaa». Bon nml>>n-rb und in welcher Weise der Gvierverkebr im l vrue.iM äMin'taniir wieder »ugelaisen werden kann. wird besonder» bekannt geneben, j .Trankluri lMnini. den 4 Aligusi 1SI4. Der Babnbevollinnchiigic der Die »önlgl. '»königl. Eis> nbabndirckiion. Linlenkommandantur C. > Martin Bicinssen IRrgicrungS- und Baurat. Major n. Vinienkvininandanl. ,, . , ^ , » s\ mm i | >W ! imegicrungo »no rniiirni. rvlnior II. r'inienl.»:»»a»oa»i. Färberei Braubach <£ Fischer Tfjnker-FOrsorgestelle Chemische Waschanstalt Seltersweg 79a. Tel.627 Neuenweg 4, Tel. 553 | Gegründet 1848 | Grösster Betrieb der Branche in Hessen I_125 Angestellte___I Wir erlauben uns, die Besucher der Gewerbe- Ausstellung auf unseren Pavillon im Garten aufmerksam zu machen. 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Auch Nselchwilter unserer nae werden ausgenommen. JlinDrrdflrtcnDcrfin uni) KicRfnrr ^röbfb3cininar. Hiesjener Lirverei» Der 'k!or,',»e„de de» tdirhmrr i- iSvernn?. Graustückkalk Weißstückkalk .i. i hm. i iiiir n TTTnTTTTT i ii n ii inii,i l !' ii i i i, m i n, m if i.iiiu iiiii ii ii im iiiiiiiiii i i rn Ban-. DOnsrer- u. chemischen Zwecken ab ihren Werken tlroÖen-LJndeii und Blrher bei Gic&en, »■•wie Kalksteine zu Hnn- nnd Hiltienzweckca ab btation Biebcr-Abcndstem empfiehlt (Inhaber Carl Haas jr.. GieBeni, Femsprech-Anschlüsse Amt GieSen: Werk Gr»Sen linden Xr. 130, Werk Bieber Xr. 104), Bureau Nr. SC. Abfuhr kann Iftcrlich erfolKen. erentt Anlieferung durch eigenes Fuhrwerk. 33fJ5D GieOenerGeweriiE- Äussteliungs-Lase h 1 Mk. sind bei allen Losc- VerkHufem in haben. Zlrlmni: 12. Aofnii. 1446 Gtwlaas Iw Werts T. Ik 30000 1. Ilaaptffcwlnn Mk. 10000 2. Hfinptcrwinn Bk. 4000 n»w. 7171 General-Vertrieb: Richard Baekacksr, Qltdsa. Dn.elb»t 11 Lose, auch tremischt. 10 M. 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