irr.fo Ter kletzener Hrjrigft erscheint tätlich, aitüer könnt ags. — Beilagen: viermal roödicntlirf» OietzrnerZamilieichlättcr: zwennal rotjcfcenÜ.XitiS: »lattfürdeuXreir Sietzen (Tienstng und Freiing): zn einial monoü. Laild- wirllchastliche Zeilfragen Ferigprcch - Anschlü»«: sür die Redaktion 112, Vertag u. Etpedivon 51 Adresse tür Tepclchen: Anzeiger Wietzen. Annahme von Anzeigen sür die Tagcsnumnier dir vormitlagS 9 Uhr. s Statt 164. Zahryang ihm:«]' RofatiOR$irnt, daß auch England in der Entscheidungsstunde uns als einer der Haupt ne ide r in den Rücken fallen werde Dir kehren nun zu der alten Ueberzcugung zurück, dast zwischen uns und dem „Vetter" einmal die Machtprobe aus gesockten werden müsse. England fürchtet unser Empor- fvmnicn. unsere ivirtscl>aftli dahin zu kommen, daß das deu»sct»e Reich die Fürsorge für seine ScemackU unterbreäzen und dem britischen Reick»e „vertrauen" »vcrde. Wir haben das nicht getan und die Vorschläge, Pausen eintrete» zu lassen, als nndurchsührbar gbgelednt Und nun, in der schiversten Schicksalsstunde, »ehe» »vir der unerbittlicl»en Herrschsucht und dein llcbel- ivollen Englands wieder ganz fest ins Auge, Nichts täuscht uns inehr, und Gewißheit und Entschlossenheit machen uns stark, den Krieg auch init dem neuen Feinde aufzunehmen. Wo gäbe eS jetzt noch einen Deutschen, der in zagem Stimmigen oder gar in Besorgnis vor unseren treulchen Feinden beiseite stünde! Nein, auch in dem Kainpfe init dem britischen Seebeherrschcr haben wir Recht und Gewissen für uns, Ter stamnivcrnxindtc „Vetter" stützt die Barbarcn- kultur der Moskowiter, die Reranchelust der Gallier. Mit verdoppeltem Mute und mit der stürniischen Dc- geisterung, die treuer Vaterlandsliebe und dem Bewußtsein inncwohnen, daß wir nicht nur sür unsere nationalen Jnter- eiscn, sondern iür die höchsten Güter der Kultur und Gesittung kämpfen, gehen wir ans Werk, In unserer nächsten Nähe sehen wir die blitzenden Augen unserer aus- rückenden Braven, und auch aus dem Grenllande Elsaß Lothringen koinml die erireulickc Nachricht, daß das ganze Volk eines Sinnes ist. daß die Sympathie für daS Frenidc zum Schweigen gekommen ist. Zu Lande kann uns der englische Feind nichts anbabcn, und Russe» und Franzosen werden cs criahren. daß der alte Geilst noch in uns lebt! Mir doppeltem Zorne, init heiligen» Entschluß rücken unsere Truppen ins Feld. Wir wollen heute die Frage nicht erörtern, ivelck' fremden Völker uns in diesen Zeiten zur Seite stehen werden. Noch lebt ei» s«ommverwandres Volk über den: Ozean. das durch deutsch,e Kultur seine !whe Stellung in der Welt gewonncii hat. Amerika! Noch dürfen »vir die sick»erc Erivartung hegen, daß die russisch-englische Hcrcrussordcrnng auch außerhalb unserer Reichsgrenzen nicht unbeantivvriet bleiben »vird. Mit Amerila gegen England, mit Japan, das tüchtiger und gesitteter geworden ist als das »vsakcnvolk. gegen Ruß »and! In soläiei» Lürrdnissci: müßte der „Triple-Alliance" die verdiente Niederlage bereiter »verden. Dor allem aber vertrauen wir au» die eigene Kraft! Denken »vir an den Heldengeist des alten Fritzen, der ebenfalls gegen eine Welt von Feinden iin Felde gestanden bat »md zuletzt sein Preuszen dvck groß und stark gemacht ha»! Denken »vir unserer rapseren Väter und halten »vir uns vor Augen, was aus dein Spiele steht! Dann wird die deutsche Entschlossenheit nicht wanken, und der Sieg muß unser sein! Die Eröffnung des Reichstags. Berlin, 4. Aug, Der Kaiser crösfnele heute mittag um 1 Uhr im Weißen Saale des Kgl. Schlosses die außerordentliche Session des R e i ch s t a g s mit folgender Thronrede. Geehrte Herren! In s ch i ck s a l s ch w e r e r Stunde habe ich dir qeioählten Vertreter des deutschen Volkes um mich verhimmelt, Fast ein halbes Jahrhundert lang konnten »vir auf dem Wege drS Friedens verharren. Versuche, Deutsch la»»d kriegerische Neigungen-anzudichten und seine Stellung in der Welt einzuengrn. haben unseres Volkes Geduld oft a u f h a r t r P r o l» e n g r st r l l t. In »nbeirrliarcr Rcdlich- leir hat »ncine Regierung auch unter h e r n » S f o r d t r 11 * den Umständen die Entwickelung aller sitllichen, geistigen und wirtschaftlichen Kräfte alS höchstes Ziel verfolgt. Die Welk ist Zeuge gewesen, »vir unermüdlich wir in dem Drang und den Wirren der letzten Jahre in erster Reihe standen, »m den Völkern Europas einen Krieg zwischen den Großmächtcn zu ersvaren. Dir schiveriten Gefahren, die durch die Ereignisse am Balkan hcrnusbcschworen waren, schienen überwrtnden. da tat sich mit der Ermordung meines Freundes, des Erzherzogs Franz Ferdinand, rin Abgrund auf. Mein hoher Verbündeter, der Kaiser und und König Franz Joseph, war gezwungen zu den Wallen zu greifen, um die Sicherheit seines Reiches gegen gefährliche Umtriebe aus einem Nachbarstaat zu verteidigen. Bei der Verfolgung ihrer berechtigten 7 ster-sien ist der verbündete» Monarchie daS Russische Reich in drn Weg ge treten, An die Seite Oesterreich Ungarns ruit uns nicht nur unsere Biändnispslicht. uns füllt zugleich die gewaltige Aufgabe zu, mit der a l l e» K u l t u r g e m c i n f ch a f t d e r b e i ü e n R e i ch e unsere eigcneStcllung grgcnden A n st u r tn feindlicher Kräfte z u s ch i r m r n. Nkit schwerem Herzen habe ich »neinc Armee gegen einen Nachbar mobilisieren muffen, mit dem sic ans so vielen Schlachtfeldern gemeinsam g-fochten hat, init aufrichtigem Leid sab ich eine von Deutschland treu bewahrte Freundschaft zerbrechen, Die Kaiserliche Russische Regierung hat »'ich dem Drängen eines unersättlichen Rationalismus nachg dend, für einen Staat eingesetzt, der durch die Beg.instigling vrbrechr- rischer Anschläge das Unheil dieses Krieges veranlaßte. Daß auch Frankreich »ich auf die Seite unseres Gegners ge stellt bat, konnte uns nicht überraschen. Zu oft sind »liiere Bemühuagen, mit der französischen Republik zu freund kicheren Beziehungen zu gelangen, auf alle Hoffnungen und alten Groll gestoßen. Geehrte Herren! W a S m e n s ch l i ch c E i n s i ch t und Kraft vermag, um ein Volk für die letzten Ent- scheidungen zu wappnen, das ist mit Ihrer patriotischen Hilfe geschehen. Die Feindseligkeit, die im Osten und im Westen seit langer Zeit um sich g;R grissen hat. ist nun zu hellen Flammen aufgelovrrt. Die gegenwäri iqc Lage ging nicht aus vorübergehenden Jnteressenkonfliktc» oder diplomatischen Konst-lla- tionen hervor, sie ist das Ergebnis eines seit langen Jahren tätigen UcbelwollrnS gegen die Macht und das Gedeihen des deutschen Reiches, Uns treibt nicht Eroberungsluit, uns beseelt der »nbeugsame Wille, den Platz zu bewahren, auf den Gott »ns gestellt hat, für uns und alle kommenden Geschlechter Aus den Schriftstücken, die Ihnen zugegangen sind, »verden Sie ersehen, wie »»eine Regierung und vor allem mtin Kanzler bis zum letzten Atigenblick bemüht waren, das Aeußerfte aüzuwendrn. In aufocdrungcner Notwehr. mit reinem Gewissen und reiner Hand ergreifen wir das Schwert. An die Völker und Stämme des deutschen Reiches ergeht mein Ru», mit ihrer gesamten K r a f k i n b r ü d e r l i ch c m Z »s a m m e n st e h e n mit »n seren Bundesgenossen zu verteidigen, was »vir in frstdlimer Aibcit ge-'chassen Huben. Nach dem Beispiel unserer Väter seit und getreu, ernst ui»d ritterlich, deinütig vor Gott und kampscsfroh vor dem Feind, so vertr-'uen wir der ewigen Allmacht, die liniere Abwehr stärken zu gutem Ende l'iilen »volle. Auf Sie, aechrre Herren, blickt heute, um »eine Fürsten und Führer geichatt. das ganz, vculsche Volk, Fafsrn Sir Ihre Entschlüsse einmütig und ichncll, das ist »nein inniger Wunsch, Die Bewillig»,»st von 5 Milliarden für den ftriefl. Berlin, 4. August. Dem Reichstag ist ein Gesetz -,u- qcgangen bctr. die Festlegung eines Nachtrages zum Rcichs- Hansbalt-Elat für das Rechnungsjahr 1914, Der Reichskanzler soll rrmachtigl werden, als eine einmalige aiißerordeiillichc Ausgabe eine Summe von 5 Nülliarden Mark in» Vegc des Kredites flüssig zu machen. Die Einmütigkeit des Reichstags. Berlin, 4, Angust, Der Eröffnung des Reichstages im weißen Saale, wo die Verlesung der Thronrede durch den Laiser mit stürnrischer Begeisterung vor sich ging und da? gemeinsame Lied „Heil dir im Siegerckranz" leniten Jubel erweckte, folgte um 3 llhr die Sitzung in» ReicklStag, Das Präsidium »vurde nnedcrgenstihlt und der Reichskanzler hielt eine init nickt endentvvllendem Beifall und Händeklatschen begrüßte Anspracl>e, Er erörterte den bereits be- kaimtcn Inhalt des deutsck»en Weißbuches und sagte u, a,: Wir sind in der NotN'ebr, und Not kennt kein Wcbvt. Unsere Truppen haben Luxemburg besetzt »md vielleicht schon bel- gisck>cs Gebiet betreten — Bctvcgtlng und Beifall. — Ter Kanzler schloß mit den Worten: Hinter uns steht das ganze deutsche Voll, wiederholen^ indem er die Liand nach deu sozialdemokr, Sitzen ansstreckte, „DaS ganze deulsckze Volk!" -'buch der Präsident Dr, Kacinps hielt eine vm» hohem Idealismus getragene Ansprache. Die Vorlage >v»»rde e i n st i in m i g a n g e»» o in m e ii, Ter Vertreter der Sozial- dcinotstatie, M»g, Haase, crklärke, daß vor der ehernen Tatsache des Kriegs heiße Wünsche unserer Brüder ohne Unterschied der Partei ins Feld begleiten. Die ganze Sitzung atmete den erhebenden ztzeist der Einmütigkeit und Entschlossenheit. (Da niiscre Berliner Post heute ansgeblicben ist, »nüssen »vir uns heute mit der Wiedergabe dieser Iür- zcn Nachricht begnügen. Die Redaktion.) Ter gute Verlauf der Mobilmachung. Nach den bei den militärischen Zentralbehörden in Berlin eingegangenen arntlichen Nack>richten ist Ge Mobilmachung unseres Heeres und »mserer Flotte bisher ganz vorzüglich verlaufen. Alles ging wie a»n Schnürchen, Die Znsainmenzichnng der Einberufenen, »l»rc Beförderung an die zngcwiesencn Plätze, kurz alles, hat tadellos geklappt. Das Vertrauen der Bevi'lkci'iing in unsere militärische Organisation ist glänzend gerechtfertigt. Besondere Herworl-ebung verdient die Stinimung unter den Einberufenen, Llollcr Hingabe und Be- gcistcrung, aber auch von dein Ern st e der Stunde durchdrungen, sind alle der CKstclliingSvrdre gefolgt. Dem Publikum aber envächst fetzt eine cmßerorteiitlich liedentsanie Aufgabe: Es l>at sich ergeben, daß uns das Ausland init Spione» und Personen, die zur Ausführung verbrecherischer Anschläge bcstiinmt sind, geradezu üb e r s chivc in in t. Es sind bereits zahlreiche Versnclp iliitcriiomiilcn worden, wichtige Kunstbauten, Eisen- bahnbrückcn, Tunnels und dergleichen zu sprenge», um den Aufmarsch unserer Truppen zu stören. Ein jeder solcher Vctsuch wird unter den oGvaltcnden Uiii- sländen nnnachsichtlich in i t d c in T o d e b e st r a s t. Alle bisherigen Versuche französischer und russischer Agenten in dieser Richtung sind glückl>chern>cise ersölg- los geblieben. Gute Stimmung in« Elsaß. B c r l i n , 3, Aug. Vom kaiserliche» 2 t a t t h a l t e r in Straßburg ist dem Reichskanzler folgendes Telegramm zugegangen: Eiv, Erze!lenz beehre ich mich mitzuteilen: Tie Stimmung der Bcvülkcruilg im ganzen Elias; ist vorzüglich. Die Truvvn» »verleu b-i ihren Durchzügen mit Begeitteriing begrüßt. Die Presse der verschiedensten Parteiricktnugen erkennt an, daß »vir einen gerechten Krieg zu führe» haben, und »'ordert die rlsäsiischen Sol- dalc» ani, keinen Flecken nui dem Ebrenschil» des elsäsjisckien EoldaiciiruhmS kommen zu lassen. Zahlreiche Elsässer melden sich als Kriegsfreiwillige, Die Mobilmachung ist nach den eingegan» gcnen Meldungen bisher im Lande glatt verlausen, Patriotismus in der lothringischen Geistlichkeit. Metz, 3. ?lug. Ter Gouverneur gibt eine Mitteilung der bischöflichen Behörde bekannt, »»ach welcher es sämtlichen Geistlichen verboten ist, sich in französischer Svrachc zu unterhalten, und daß angeordnet ist, daß täglich 20 Geistliche z n Hilfeleistungen bei Verprovianlicrungsarbeiten zur Verfügung gestellt werden, Ter Gouverneur freut sich, diesen Beweis vatriotischer Gesinnung der lothringische»' Geistlichkeit der Lefsentlichkcit zur Kenntnis bringen zu können. Tic ttntcrstü-nng des KeicgssanitätSdicnsteS. Berlin, 4, ?lug. Das Kriegsministerium ersucht alle zur Unter st Übung des Kriegssanitäts- dienstes bereiten Genossenschaften, Vereine u n d P e r s o n e n, soweit sie sich hier nicht schon im Frieden oder bei den staatlichen Annahmestellen für Pflegepersonal verpslichlet haben, ihre Anerbietungen an den Kaiserlichen Kommissar und MilAärinspekteur der Freiwilligen Krankenpflege, Berlin, Behrenslraße 70, zu richten, dessen weiteren Bestimmungen Folge zu leisten soivie alle freiwilligen Spenden von Geld und Matcrialgaben für die Kraiikenpslege >vie für die bewaffnete Macht überhaupt und sür sonstige Zwecke den von dem Kaiserlichen Kommissar bekanntgegebenen Stellen zuzuweisen. Habt Acht auf verdächtige Tlutoinobilc! Naumburg, 4, Aug, Mehrere K r a s t >v a g e n mit Damen und Geld, für Rußland bestimmt, sind in der Züchtung nach Rußland unterwegs, Die Autcp mobile sind anzuhalten und sofort der nächster Behörde zuzuführen. Die schnellste Verbreitung dieser Notiz ruirb den Zerrungen zur Pflicht gemacht. Des Kaisers Tochter im Dienste der vaterländischen Sache. Braun schweig, 4. August. Auf eine Anregung der Herzogin wird in dem herzoglichen Residenzschlvh ein Lazarett eingerichtet werden, in dem bis zu W Betten Aufstellung senden sollen. Im Anschluß an die La- zaretträumc werden Untersuchung», und Berbondszinnnrr usw. eingerichtet werden. Die ErnrrckKunaen sind in einem derartig grossen Umfang vorgesehen, daß nast der ganze südliche Flügel des Residenzschlosses in Anspruch genommen wird. Ferner wird auf Befehl der Herzogin warmes Mit. tagsessen allen bedürftigen Frauen und Kindern von zum Heeresdienst eingerufenen Wehrpflichtigen auSgcgeben. Eine Abschiedsrede de« btroßherzog» von Mecklenburg-Schwerin an die Truppe«. Schwerin, 3. Aug. Der Großberzog verabschiedete gestern die verschiedenen Truppenteile, bei welcher Gelegen-, heit er etwa folgendes sagte: Soldaten, ich bin gekommen, um Luch Lebewohl zu sagen. Es ist rin liciernster Augenblick, in w ei ch em stchc Euch anfcknckt, dem Ruse des obersten Kriegsherrn zu folgen. Ihr sollt aus'iehen in den Krieg, in den Kampf, der uns auigeumingcn worden u't, in welchem 1 -ef.t die Sicherheit de» Reiches angelaitet ist Run giU es, das, die Armer Zeugnis ablege von dem, was sie in langer FiredenSarbeil erlernt bat Ihr Mecklenburger dürft tcilnebmen. und für die Süberbeil des Reiches einstehen. Ta zieht denn freudig Und tapfer hinaus. Die Arbeit wird keine leichte iein. Aber denkt an die Heldentaten der Bat». Was sie vermochten, tut Ihnen nach. Folgt den Offizieren vertrauensvoll und mutig. Vertrauet Eurem Gott und Herrn. Ich iagr Luch hiermit Lebewohl Den Uid aber, den ivir dem obersten Kriegsherrn gelobt hoben, erneuern wir. Präsentiert ba« «'Gewehr! Der Kaiser, unser oberster Kriegs- Herr Hurra! Hurra! Hurra! Schwerin. 3, Aug, Die .Hlse-Bergbauaktietigesell» schast" hat dem Samaritersonds des roten Kreuzes desvater- ländischen Frauenvcreins 50000 Mark in bar überwiesen. Gin Dementi. Metz, 3. Aug Die Meldung, daß gestern in Metz durch einen französischen Arzt vergeblich der Versuch einer Infizierung eines Brunnen« mit Cholerabazillen unternommen »worden sei. stelll sich als unrichtig heran«, »vie sich auch andere Gerüchte «a»b und Modilisiernng in der Dürkci. Konstaniinovel. 3. Aug. Heber das ganze Reich ist der Belagerungszustand verhängt worden. Die Lttomani- schen Handelsichi'se haben den Dienst nach dem Schwarzen und dem Aegäischrn Meere eingestellt. Die Session des Parlaments wurde heute geschlossen. Der Vorsitzende betonte in seiner Ansprache, daß alle Ottomanen in dem gegenwärtigen schwierigen Augenblicke die Pflicht hätten, dem Throne wie ein Mann zur Seile zu stehen und sich der Verteidigung des Vaterlandes- zu widmen. Die teilweiseMo- bilisierung wurde nach einem im Palais abgchaltenen Ministerrotc beschlossen Eine diesbezügliche Kundmachung wurde bereits in Vtambul plakatiert. Tie Regierung hat eine Zensur sür Auslandslclrgrammc eingesührt und trifft Maßnahmen gegen die Vertencrung der Lebensmittel. Ter Heutige Tag gilt als erster Mobilmachungstag. Die türkischen Blätter betonen die Notwendigkeit in der Türkei rasch z» mobilisieren, da sie ihre Neutralität verkündet habe und fordere alle Ottomanen aus, sich eiligst um die Fahne» zu scharen. Der „Dänin" erklärt, niemand in Konstantinopel sei ein Anhänger der Abenteurerpolitik. Die Türkei müßte in dem Kriege zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien Zuschauer bleiben. Das Blatt fährt fort: Tie Ereignisse baden litt» mit schn-indelnder Schnelligkeit überstürzt. Dir Türkei ivird neutral bleiben in jrtx-m Sinne des Wortes: aber die Neutralität zwingt deute die Türfti. eine partielle Mobilisierung zu proklamieren. lorlcbe die Ottomanen zu ihrem eigenen Heile au> sich nebme» müßten, Rumänien, Griechenland imd Bulgarien baden Noch nrckn mobilisiert, aber i» Kviistmiiinopel sei cm Anhänger der Abenteuerpolitik, ihre Mobilisierung kann in einer Woche vollzogen sein, die nasche Wieoetbersteltung des Friedens. » . * * Gin Ausruf zur Unterstützung der beteiligten Arbeiter-Familien. Der Derl>and mitteldeutscher Industrieller, der seinen Sitz in Frankfurt a M hat, erläßt folgende« Schreiben an seine Mitglieder: Tic politischen Verhältnisse haben sich in einer Weise »ugcfvitzt. baß wir vor einem Kriege stehen, wrc ihn die Menschheit noch nick» aescdin bat. In dem Ringen der Völker wird Teulfchtand für seinr Kultur und seine Eigenart zu ktimvien haben und hierzu der Mithilfe sedeS einzelnen nach seinem Vermögen bedürfen Auch viele Arbeiterfamilien roerden. wenn rs zum KriogsanS- bruch kommt, wodl monatrlaiz» lbrrn Ernährer dem Vaterland zur Verfügung Nellen müssen, und diese Schichten der Bevöltlerimg muß deshalb dir Mobilisierung ganz besonder» hart irrsten. Zwar werden der Staat und tue Gemeinden sich in der Fvlge- zcit der Bedüriliqrn annehmen. aber in den rrsten Tagrn brr Mobilmachung bedürfen von dekselben betroffene Arbeiter so milien ganz bcsonder« der Unterstützung. da nicht nur die in den Krieg Zfehende» zu N-aianzchasninarn an Kleidungsstücken genötuft werden, londem auch die Lebensmittel infolge des Andrangs de« kantenden PubUkuirt« bereit« un Preise nicht unerheblich gestiegen sind, während andererseits die staatlich, and grmemdliche Füriorge in den ersten Tagen der Mobilmachung noch nichl voll und ganz einfrtzen vnnrn nnrd. Um deswikx» baden, «me ua» mitgefeil! wirb, in erirniluber Weiic bereit- eilige größere Firmen tr« hiesigen Industriede,irk» ihren in den Krieg »lebenden Arbeitern den Lohn sür l oder 2 Wochen im voraus rntrichtet. und man ist an un« mit der Anregung berangetreken, den Miigiiedern de? Verbandes, die finanziell so gestellt st.ld. daß sie ibrc Ardeiser in dies» oder ädnlich» Weise zu unterst >hen in der Lage »uv. eine solche Lilie!eiin,»» nabe zu lcqen. ktir geben diese Anregung «fern an irrvere Mitglieder weiter uno fügen airjerrrseit» drr Hoffnung bei. daß dik Zahl d» Ardeitgeb» nicht gering sein nurd, die auch ,etzt selbst >n ernsten Zeiten nneder den Beweis erbringen, daß dem Umcr- nkbm»ium da« Schicksal d» Arbeiterichast am Hrr»en liegt, und ,ed» Ardengeder an seinem Teil und soviel in 'einen Kräraar stedt willig dazu beiträgt, wirktich bestcdenbe Rot in Arbeuer- familirn zu lindern. Zugleich testen wir uns»en Mitgliedern »gebenst mit, daß der Svudiku« Tr. Andre« inwlqr d» Mobstmachunq n>r Fahne muß. daß aber gleichwohl d» Verkehr „Al dem Mitglied»« des V»- bandes durchs den Vorsitzenden, H»rn Fabrikant Theodor Voedm. Lssendach a, M, ^auirrchtrrbalten werden kann. Alle kür de» Verband bcsnmmte Sendungen bäten wrr vor lvre nach au das Bureau des Verband«« zu adcrssievc». Rcichskasseuscheine und Banknoten. Der Gesetzentwurf betreffend die Rrschskassc scheine und die Bemknoten besrimmk folgendes: § l R ei chska ssenschein e sind bis auf weiteres g setzliches Zahlungsmittel « 2 Bi« au! weit»e» in die Reichsbaiwtkai'e zur lnnloiu d» Reichskassrnicheine und die Rcichsbank zur Einlösung ihr Noten «rick: verpilichtrl. ' ... §3. Bis aui weiteres sind die Priratnotenbanken bmechUc »ur Einlöluug ibr» Noten Rcicbsbanknoten zu verwenden. 8 4. Ter Blindesral wird ermächtigt, den Zeilvunkt b stimmen, zu weichem die Vorschriften in den 88 1—3 dieses G setze» außer Kran treten. 8 5 Dieses Gesetz tritt bezüglich der 88 2 und 3 mit Wirkur vom 3l. Juli 1914, im übrigen mit dem Tage der Verkündigur in Kraft Die Begründung gebt von der Annahme aus, da es bei dem gewaltigen Bedarf an Zahlungsmitdelst im Ber kehrsinteress« liege, den Retckskirsseiischeinen den Eharokte «tnes gesetzlichen Zahlungsmittels zu gebe», um schikanösci oder grundsätzlichen Zurürkw.'issmgen vorzubeugen. Tie Ein löiu ngsvslickk für Reichs lassen scbeine und Reict>^banknotei im Kriegsfälle untcrliegl den ernsvesren Bedenken, da sie dei Mrtallbesrand der Gefahr einer Schwächung dnrcl Goldentzievungen aussetzt. Tie Atttzerkraslsetzung des vorliegenden Gesetzes soll auch vor Beendigung des Krieges erfolgen können, da e? in der Absicht liegt, die EinßösungS- Pflicht, sobald die Verhältnisse es irgend gestatten, nneder herzustellen. Au» StaSt mit Cond« Gießen. 6. August 1914. Der «roßherzog har sich am gestrigen DienSbag vor dem T-crl.tdcn der T rnppen in die Kasernen rrsp. ,m Automobil mit d» Großherzogin nach dem Truppenübungsplatz beifeben und sich mit »n» Ansprache von den Offizieren und Mannschaften in h»z- lich» Weise verabschiedet. Er wurde dabei von der Bevölkerung in herzlichst» Weise begrüßt. Wir wir weil» aus Darmstadt hören, wird sich der LandeSsürst im Gefolge des Divisionsstabes befinden. ” Notprüsnngrif für Aerz 1 » und Tierärzte. Großh. Ministerium hat telegraphisch verfügt, daß Prüfungen für Aerzte und Tierärzte zunächst unter Abkürzung der durch die Prüfungsordnung vorgeschricbencn Frist-n »nd WiederholungSfrjsle» abgebaltcn werden können. ** Keine Wasservergislung Ta« Großh KreiS- gesundheitsamiGießen testi folgendes inir: An d» panikartigen Erregung de« Publistims über vie angrdliche Vevgrftnng unserer Girßener Wasserleitung mit Edoi»a-Bokterien war rin unseliges Mißv»st«ndni« schuld, iveiche« — wie alle Nachrichten in schweren Zeilen — von Mund zu Phmd vevgrvkert und verschlimmert worden ist. Es diene beute deni Puvtllum nneder holt zur Beruhigung, daß die genaue baktcru»logr>cbe und ch^iniche Untniuchuiig unseres Lcitunaswassers ergeben hat. daß es frei von Tvvdus- und Ebolera-Baklerien und chemisch tadellos ist. Die Untersuchungen de» Wasser« werden fortgesetzt Es wird außerdem arrignrl srin. die ltstmüt» zu benilngen durch die Tatsache, daß säum mehrere Tage die Wasserleiinna für Gießen durch »»»»lässige, bewallnete Männer bovacht wird. Endlich i» daran erinnert, daß unsere Quellen schon sahrrlana tadelloses Master aus tiefen Spalten des Bogelsb»»» Bia lat «es liefern und de« der Konstruktion und dem voriichtmen Verschluß der Quelllastungen. drr Rohrleitung »nb der Beüältrr »n Eiw- dringen und ein Einbringen von Verimrrrnigungrn in da« Wass» vollständig und sicher ausgeschlossen ist. •• A»ss>ndung fint« unbemannten Flugzeug». Der , Franks. Zig.' wird berichtet, daß zwischen Hanau »nd Frirdderg am Dienstag früh ein leerer Flugapparat gesunden wurde, lieber den Verbleib de» Flieger» konnte nichl» mitgeleill werden, er hält sich rntweder verborgen oder ist irgendwo verwundet abgestürzt. Ta» Flugzeug, »», welche» e» sich vennutlich handelt, ist am Abend vorher in Frankfurt gesichtet »nd beschallen worden. ** Ter Evang Arbeiterverein bat in sein» am Montag abgeballenen Vorstandssttzung brschlosten, aus Anlaß des Krieges den, diesigen Zweigvertin des Roten Kreuzes einen Beitrag von 25 Mark zu gewähren. A„ß»dem sollen die Angcdöriae» der rinberuirnen Mitglied» des Verein« unterstützt tvrrden Vereinsbeiträge werden von den einbcrusenen Mitgliedeni während der Dauer des Kriege« nicht erhoben. ** Dringende Warnung. Wir richte» an alle Enurwb- ner da« drmgende Ersuchen, in Bezug aut B»breil,mg von Nachrichten die größte Vorsicht wallen zu lassen. Wir itehcn unter dem Kriegsgcsetz. da« vergesse niemand! Den Verbreitern salich» Gerüchte ivird imchgegangen und unt» Umständen loorten ihr» i'chrvrr- und harte Straien Auch mit den Erzählungen von Erlebnissen mit Spionen, versuchten Zerstörungen usw. sc» man am Wiri«tiich und überall sehr zurückhaltend. Unter Umstände» können auch solche Berrchte dem Vaterlande schaden — wenn sie von verdächtigen P»sonrn vernomrnar imd weit»gegeben werben. Wir sind von 2v>onen umgeben Sn jeder aus sein» Hut. " Die Hassia Militärverrinr Gießen» laden »u ein» allgemeinen Ven'ammlung aus Tonner»!ag. den 6. August abends 8V» Uhr im Saale des Felsenkrller« ein. Der ReNor drr vandes-llnivenität. Geb. Rat Pro' De. Eck ist al« Recm» gewonnen. Es evgcl» an oll« inorenl Einwolm» d» Stadt Gießen die Einladung, nicht nur die Versammlung zu besuchen, sondern sich auch sür den Bcwachungsdienst, für wrlckie L>ipArg»mg und dir gesetzliche V»gütun» gewährt w»den, zur Verfügung zu strllen. “ Spendung von Uni s orm st ü ck e n. Prosellor Tr. GiseoiuS teilt mit, baß ec einige Ofsizier-Uniforme stücke gratis abzuqeben hot. •• Enteignung von Gelände für die Verbindungsbahn dei Gießen. Das Großh. Rrgi»,mgsi»Iatt meid»: Dem Königlich Pveußiiche» Staate, vertreten durch tue Königlich Preußische Eu'enbahndirektion Frankfurt a. M., wird diermr! da' Recht erteilt, da« zur Herstellung ein» V»bindnng«- bad» br> Gießen nach dem lant»-St»'li»eiIilv genehmigten Plan erforderliche in Gemarkung Klein-Linden gelegene Gelände, soweit nötig, rm Enleigiiuirgswcgc »„ enrwrben - Dre Frist zur Stellung de« Antrages aui Enilertung des ErilrlgnungSderfabrrns wird auf ein Jahr festgesetzt. — Die v»orbnung tritt mit dem Tage ihres Ericheinen« im RegierungSblaktr in Krast. Pflanzt Gemüse! Wir stnd in Kriegszeiten, und es beißt Vonorge zu trrssen sür dir kommende Lebensmiktelleuerung. E« sollte daher leder, d» ein Stück Land hat. diese.' „im Anbau von solchen Ge»>len rmsnützen. die. wenn bald anSqesäl, noch rillen Ertrag brrngrn. Es sind dir« Wintroivinat. Feldsalat ad» Nüß- chrn. Karotirn, wezßr Rüben. Grünkohl und Winterfalat. Daß u»s»e Landwinlchatt durch reichlichen Anbau rwn Stovtnlrübrn d» Futl»tkurrirng eMgeM-n arbeiten wird, soweit die nötigen Hände ln»,» »ichen, ist al« sicher anzuncdmen " Stellenvermittlung durch die ösfent- lichen Arbeitsnachweise im Kricgsfalde Die Landwirt« und t»ic Gewerbetreibenden iverden darauf auf- merksam gemacht, daß sie ihren etwaigen BÄ>ars an Ar- beitskrösten umgebend per Postkarte, per Telephon oder mündlich bei den nockiftehend vcrzeicimeien össentlickien Ar- beilc-nachweiscn am ziveckmäbigsteil anmelden. Wir bemerken htetbei, haß die Ardcttsnachweije gehalten jinsd, iu»gLheitb> z fit «lg Bt. ?r- *9 ch r. et Ni n. !» ch r. * 3- olle Stiften, die sie nicht besetzen können, dem Mittel- dentschin Arbeitsnochweisverbanü in Frankfurt a. 'Dt. mitzuteilen. Es qerobgt die AnnieL>un-g bei dem zunächst gelegenen Arbeitsnachweis. DoPpelmeLungen sind zwecklos. Zur Erleichterung ersöügt die Vermittlung nHhrenö des Kriegsfalles voftkömmen kostenlos. Mir die Transportkosten find von dem Arbeitgeber zu trügen. Es empfiehl: sich, die Arbeitsbedingungen dem Arbeitsirachneis zur Erleichterung der Vermittlung mitzutrilen. Mzey, Aschaffenburg, Bebra, Bensbeim a. B., Biebrich a. Rh., Bingen a. Rh., Butzbach. Cchset. Lorbach, Darmsvobr, Dieburg, Elto,Ile, Ems, Jechen- deim a M , Frankfurt a. SOI., Friedberg i. £>., Fulda, iberns- bem i. H, «ießrn, Groß-Karbc», Grünberg i. H.. Ha- nau a M., Hcrdorn, Hvckfft a. M., .innigen, Kreuznach, Latten, Limburg a. L., Main;, dlstarburg a, L. Nafjan, diasrätten, Bad 9öauheim, Lberstchnstein, Lberntsel. Qffen- darb a. M.. Oppenheim, Rüdesheim a. Rh., Weikburg a. L., Asttzlar, Wesbaden. Wilbungen-Bdd, Witzenhaufen, SormS am Rhein. "Die Firma Bänningcr, GmbH., hier, hat folgende Bekanntmachung erlassen: Unsere Gesellschaft hat heule besctstossen, die Hinterbliebenen Familien der ins Feld gezogenen Beamten uitd Arbeiter bis aus wri- terrs wie folgt zu unterstützen: 1. Die Beamten erhalten einen Teil ihres Monatsgehaltes, der von Fall zu Fall von der Griellschast festgelegt wird. 2. Tie Frau eines jeden einberusenen Arbeiters erhält pro Woche 5 Mark und überdies jedes Kind bis und mit 15 Jahren 2 Mark die Woche. Bon dieser Summe kann besser situierten Hinterbliebenen bis '/, abgezogen werden, der dann minder- bemittelten Familien zugute kommt. Die Beträge können «..en Mittwoch im Bureau abgeholt werden. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M, 4. Aug. Die am Sonntag erfolgte Zerstörung de« Phantasie-Lichtspieltheaters weit dieses in derausfordernder Weise einen französischen Film voriührtc, ist von heilsamer Wirkung aus alle die hunderte von Geschäftsinhabern gkiveien, die sich nicht genug im Liebäugeln mit französischem Leien durch französische Schilderausschristen, sranzösisltie Preistafeln. französische Speisekarten usw. ufw. tun konnten. Frankfurt ist seit gestern eine kerndeutsche Stadt, in der man nur noch deutsch spricht und liest. Alte die prunkenden iranzösischen Schilder- anffchriiten in den Straßen und was nur irgendwie französisch klingt, hat das gewaltig erwachte Deutschbewußtsein der hiesigen Bevölkerung hinw-ggeiegt. Hoffentlich bleibi's so. Nebrigens dielen unsere großen Geschäftsstraßen mit ihren abgerissenen, verbanaien, ausgemeißelten und übeivinielten Geschäitsscknldcrn sranzösiicher Sprache eine Sehenswürdigkeit besonderer Art. Meteorologische Beobachtungen der Station Siebe». Aug. jsö.S J91J s-i u U w u Ä 6V |f 1 = S C » jo =? e| JO c ä g'-’j 1*! feil Wette» 4.! r"i> 713.8 21.2 11 0 59 sw 1 6 Sonnenschein 1. b-.i 711.6 161 10 9 78 S 2 10 Bed. Himmel tz. 7"^ 716,8 15 5 10,8 82 SW 2 1 koniienlcheiir köchffe Temperatur am 3.—1. August ISIt = -f- 21,3 ' Siiedrigile , . 3,-4. , 1914 --- + 16,1". Niederschlag 5,0 mm. Lingcsanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Mobilmachung bringt schon jetzt für manche Volkskrcise einen umniitelbaren Notstand mit sich. Namentlich iind es auch die an den Theatern m'w. tätigen Künstler und Künstlerinnen, die plötzlich in die bitterste Notlage versetzt sind und meistens völlig mtltellos dasteden. Es tvürc deshalb wobt iwtioendig, dieic Leute zu unterslützc», vor allem dadurch, daß man sie aut den jetzt stark emblüßten Aemtern und Bureaus im Tagelobn oder sonstwie beschäftigte. Hoisentlich iindet sich wmand, der die Organisation dieses Hilfsdienstes in die Hand nimmt, daunt namenloses Unglück rechtzeitig verhütet wird. In der Ausstellung für Gesundheitspilcge in Stuttgart sind unter den Ausstellungsobjektcii für Körvcrpilegc und Ernähnmg die Fabrikate der Firma Dcutsäie Matte-Industrie, G. m. b. v., Köstritz, Thüringen, von der größten Wichtigkeit für die Bolks- xesundl)cit. iilchtzchn Jahre eifrigen Forschens und unermüdlicher Versuche dedurstc es, bis endlich das Ideal eines naturrcmcir vegeiabüisätcu Getränkes gefunden wurde. Dieses entstammt dem an unermeßlichen Naturschätzen überreickien Brasilien, zu dessen Produkten der Mattebauiil oder -Strauch gehör!; seine Glatter lifinrn ein anregendes, aber dabei nicht ansregendes (tzctrünk, welches nninderbar erfrischend wirkt. Das Getränk kommt unter dem Namen „Rio-Matte" in den Handel und eignet sich gleicherweise für Gesunde und Kranke sowie für alle, die an nervöjen Ma^en- und Herzbeschwerden leidat. i-V«- Läuglingc »nd magenkranke Ninder schlitzt ma» am betten argen die im Sommer !o Icichi auilreienden Brechdurchfälle und Darmkaiarrbe, ivenn ma» dte gefahrbringende Milch eine Zeitlang forilnin und daiür das allbemäbrte Rcftlcffche Kindermchl anwendet, welches als eine iieis gleichbleibeiide, vollendete Nahrung nur mit Waffcr gekochl werden brauchl. niemals Verdauungsstörungen ver- uriacht. beliebende aber beleiiiai. Probe araiiv und franko durch Rente S ztiiiderinebt G. in. b. H.. Berlin V. 57. l.ieddober einer kliuiebe griten kiero» verlang, »ueärilelil: Liessever 8 rAudM 8 - 8 i 6 r bell imil noch Jlünehenep Art. i !SaniJJlt«-Kr»flhior: .Alkoholarm — extrakt-reich • Ausschließlich Braueroi-Füllunff • daher Gewähr für boto Beschaffenheit mo.D SB Direkt vom Lajrerfafi in die Flasc Das Bclrelc» des Waldes zwischen der Straße Gieficn— Reiskirchen, dem alten Annaröder Weg und der 6. Schneise (SchießstandSgelände) ist Verboten. Die Wachen sind angewiesen, nach ersolgloscr Androhung des Wassengedrauchs schars zu schießen. Gießen, den 2. August 1914. Großherzogliches Pvlizeiamt Gießen. Gebhardt. T CARL VON GROLMAN Leutnant Im Inf. Refrt. Kaiser Wilhelm (2. Grossh. Hess. I Nr. 116 HILDEGARD VON GROLMAN treborone König geben ihre am 4. August vollzogene Vermahlung bekannt , Z » Die glückliche Geburt eines SOHNES g zeigen hocherfreut an Dr. jur. Armin Buderus und Frau Maria § geb. Gentil § e o o Giessen (Seltersweg 38), 4. Aug. 1914 § e o«oi! e ßroffcttjojliit flrüfnitjistominifiion fär das l|öl|trt Lkhrmt. Für diejenigen Kandidaten, die im Winter- Halbjahr 1914/15 zu prüfen sein würden und die beide Hausarbeiten erledigt haben, findet eine Rot- Prüfung statt. Zugklaffen find alle, die inS Feld ziehen oder sonst zur Landesverteidigung verwendet werden. Meldungen wolle man (mündlich, schrisllich, telegraphisch) an den Vorsitzenden (Bergstraße 15) gelangen laffen. Dir Klausurprüfungcn finden am Freitag, den 7., und Montag, den 10., von 8 Uhr früh ab, die mündlichen Prüsilngen an denselben Tagen vor- und nachmittags statt. Vorausbezahlung der Gebühren ist nicht erforderlich. Nichibestandene Prüfungen gelten als nicht unternoiiimen. Noten werden nicht erteilt. !W 64 D _Schlesinger. Hassm-Militärvereine Gießens. Unsere Pflicht gebietet, soweit wir abkömmlich sind, uns dem lieben teueren Vaterlandc in diesen ernsten Stunden zur Verfügung zu stellen. Das Großherzoglichc Bczirkskommando stellt noch Mannschaften für den Bewachungsdicnst rin. für welche Leistungen Verpflegung und die gesetzliche Vergütung gewährt werden. Die Vorstände der Hassia - Militärvcreine Gießens berufen zur Besprechung eine allgcnieinc Mitgliedcr-Versammlnng auf Donnerstag, ti. Aug,, abends 8 V, Uhr im Laalc des Felfcnkellers ein, und rechnen bestimmt ans vollzähliges Erscheinen der Mitglieder. Die TagcS-Ordnung wird bei Eröffnling der Versammlung bekannt gegeben. Männer heraus! Alle diejenigen männlichen Einwohner Gießens, die bereit sind, ihre Dienste in dieser Ehrensache dem Vaterlandc ebenfalls zur Verfügung zu stellen, find zur Versammlung herzlich cingcladen. Redner: Herr Geheimerat Proseffor Dr. Eck. Tie Vorstände. 9065D Bekanntmachung. Dir von de», hvairniiibe» UmvrriitäiS-Jnstitul oor- arnommrnc chrmifche und datlrrioiogilche Nmerfuchuna rroad, dah das (^icszener Lcitnngswasscr in jeder Be.ziebuna ahKoInt elnwnndfr.-l ist. Bon trnrndwrlLer Brruiirrininuna mit Krankheilskrimen kan» nach dem dnklcrtotooüiden Bemnd keine Rede icin. Aiilh die vom ihemiiche» Untcriuchuiiasami für die Provinz Lberdrsfen voracnommene Wniieriinieriuchuna ergab da» gleiche Rrlulkai. Der Lberbüracrrneister. »ellrr. st«i7N Btzirkssparkasie Gießen Die am I. Juli L I. fällig gewesenen Zinsen von Darlehn aus unserer Kasse können nur noch in den nächsten 8 Tagen ohne Kosten bezahlt werden. Bemerkt wird, daß eine weitere Zahlungsaufforderung nicht mehr erfolgt. Gießen, den 1. August 1914. SE7r> Bezirtssparkaffc Gießen. Oberhemden nach Mass. Tadelloser Sitz Vorzügliche Verarbeitung 5754 Fr. Levermann, Selterswe^ 81 Bielefelder Herren-Wäsche Dr. Richfer zum Kriegssanitätsdienst einberufen 06000 Bekanntmachung. Während meiner Zugehörigkeit zin» aklive» Heere und der dadurch bedingien Abivcieuheii von Giesten besteht der aciamtc llnierrtchtsbetrieb des (Sicstciicr Pardaao aiumo völlig unverändert lort. Die Klaffen der frftnl* vffichiigeii Lchlllcr baden .Zcrien bis zum lö. Beot. Alle andere» Abieilungen haben l>ericn von etwa 3 Wochen von Ende September ab. Svrechstundcn meines Bcr- trelcr»: liigiich von 2—8 Uhr. Nruaninabmen von Knaben >md Mädchen finden ftändia statt. >9082 Direktor Krackemann, Klcichstratze 6. 0rvKe8^LZei- in Normal- und Mako-V«indcn, Unter-Hofen, Unter-Jacken, ttzofenträgern, Strninpfen, Taschentüchern nsw. fürSoldatcnbedarf prima Qualitäten, billigste Preise. 00 «« Granstein gegenüber der alten Klinik. i für den Todesfaü. Die Versicherung tritt sofort in Kraft. Anmeldungen werden entgegengenommen und Policen innerhalb 24 Stunden verabfolgt. A. Fröhlich, Generalagent | Nord-Anlage 31. Ein bewahrtes Rezept Rr^en schnelles Ermüden ist das TrnRen von Con- tinental-Absitzen. Sie ermöglichen einen leichten, clistischen Gang, der den Körper nicht ermüdet und nicht erschüttert. Verlangen Sie aber ausdrücklich von Ihrem Schuhmacher Absätze Continental Hüten Sie sich vor Nachahmnngcn! PROTEKTOR OER KÖNIG VON WÜRTTEMBERG AUSSTELLUNG FÜR GESUNDHEITSPFLEGE STUTTGART 1914 MAI BIS EMDE OKTOBER Volkstümliche Gesundheitslehre, Darstellungen über den Organismus des Menschen, Ernährung und Wohnung, Hygiene im täglichen Leben, Mutier, Säugling und Kind. Wissenschaftliche, Historische und Literarische Abteilung. 'Erzeugnisse angewandter Hygiene. Vorträge, Führungen, Mikroprojektionen und Lichtbilder. Sonder-Veranstaltungen. Eigenes Stadion mit grossen sportlichen Veranstaltungen 'GRÖSSTE BISHERIGE AUSSTELLUNG! IN WÜRTTEMBERG 72 o?hv Godesberg Kurpension Wald-Eck am Rando des Kotten -Forntos — Schönste Höhenlage. Aerr.tl. IscManfC. — Pensionspreis von li TI. an. Itail Worten h.Salmünster Kiu»b*th direkt am Walde. Schöne etimmrr u. ?>aniilien Wohnnng ,ni> und ohne Benfio». Befitzer <*. Wroucl LHwc. 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Oetker, nährmittelfabrlk, Bielefeld. 4M , hT 1 Vl«Wwi»nnfli«tiiinnuili I Steckenpferd r Seife r die Seile UllenTn(IcS-$€lfi : fdr tafle. welSc Haut und Wen g • dend fchdnm Trlnf SlOdi »PS | • Fernermodii..Dadä-Cre«® ! k ro«e und (prdde Hau! «rert uni ! I Lsmmer»cich. Tube 50 Ptg. tx * P. J. »St»,. Carl Silbe' W. Sckrader, Emil Karn Gutenbergstraße 14 hec’&f. HirruiaIt>-W«kDviB. « .Himnitr nrbft 'SMmerfiati.. Sab, .’,nttTn[>> 9(äb- T .»ekUrler »Ir. M. | tS Zimmer Crfiünracrdiim. filnbnnnn, t,.«',immer Wafchküibr,Blei di olau, ?rcrtenb*brn. Boben« tainincr vcr I Cttbr. b. ,1 wrcfbioert zu nttmift. 18045 R. Cbbrnbeimtc 3»hn, W alliorftrafie __ •'"I Etea.. brr Beuzrn eni« tvrklbcnb m» alle» Berbeff. ausgeftniieie t> ^sim Wob». I. stock. balbtaft zu vermiet. S’äl). Eli>, 7,-U4rick»lr. 14 T. C it Anlage i ;, e^tfc raub nrafcuflraftc. Seletaae. r. Zimmer nebst Badezimmer, foivie 2 Liianfarbenziinmer unb Bobenkainmer ». 1. Cft. z» verm. '.'(ab. 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Man sorge dasür, daß stets ein Familienmitglie oder ein Beauftragter in Hans oder Wohnung' an wesend ist. Den Baterlandsverteidigern ei« gutes Hein zu bieten, ift Ehrenpflicht. Gießen, den 4. August 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. «08 ennä. phli. eri lonbTcnb bet ,Serien Privalilniibcn. Schliffl. Änaed, „ntci if4»4i! an ben Gicfi. Änz, crbeien. Wärter sofort gesuchi. Lohn 450—600 Mk. steigend, bei freier Station und Dienstkleidung, nach 6 Jahren 1000 Mk. Prämie. Kräftige unbescholtene Leute über 18 Jahre wollen LebcnSlans mit Zeugnis richten an die Tirektion der Heil» und Pstcgcanstalt (Richen. Auch einige verheiratete Frauen oder Witwen werde» bei gleichcin Lohn zum Krankendienst aus der Mäiincrabteiluug sofort gesucht. <»>«>D ^W> Kotoniatware». Branchrkunbioe.llotikunbauicmpfohlene VcrKsufmnnen per balb aefuchi. Schriftliche Offerten mit .'Irunuizabfchristcn unb iücbaliSan- fprüchcil siub zu richten an NOUIti» Scliade & Fällgrabe Frankfurt a. Main Hanancrlanbitrafie IG!)—173. Hermes Lehr-Institut Wtsl-Ail.Sl BtkahoNtr. 4S ol B^stlnn tll neuer Hnndelsknrae anl Ai|**t ii. II. »*!*»>. Anmelnanecn tätlich. KX7441| Poranichl.u.Bechtnuiiaen stellt. AiiSknnit ert. >'Vn-j ft. Bfenzel . Schilierstr.23 H. Dsmrn - I hrkeltr verl, Bitte oeac» Belobnnno am Polizeiamt ab>>iacbrii l,... Verloren. r»e»«kI»Ll»ek«>MlI »-.kr„k« ei». E»I»-N»I«i!»ki,i.D»»nI»>« von iRiefien bis 8lein-l'inbei> verloren, Äbzuaeben auf bezu -Polizeiaini. 1011015 Lehrerheim Prachiv Höbenlane. Dicht a. ÜOnlbe, Auch lür Stichilebrer, Anrrk. belle Bervll- Dennis- vlav- Bab, Saal m.jilavier, ?-.>alb-P?irtlch, fkinberlvielvl, PlichiertBub. Müller. «033 An den Lehrkörper, die Studentenschaft und die Bürgerschaft Giessens. Der Rektor der Landes-Universität ladet, vor dem Ausmarsch unseres Regiments, zu einer kurzen akademischen Feier ein auf heute Mittwoch, abends 8‘j, Uhr, in der neuen Aula. 9038 Eck. Bcrtrauendftelluug lucht Kaufmann mit In. .Irunniffrii über »• unb l.tiabc, Doiiakcil. 31 Wroker Sieinwea 11. vm z. Älcinhkioshiicii vsi«iiiiiM8t.) ivegzngsdalb zu nrrk ob, k vcrmfcicn, Anznf zwffchrn 11 und 12 oormiiiag», i 0 üi«Z Am Abbruch de« IdrfchäftS- baufe» Horn. Kre»zvlas. find abzuaeden alte, aui er- brlirne Froster. Düren ffv.~ fiesiden,schloß, ___kerung staUsand. Zweck» »spräche an die Herzog mit einer koinmi das «iiivevölkerunq erwiderte, in Horb Herrn Ek hinwies. In i Flcfltn, Wallttr - - » , o, vormittag murden aus dem Diefelbe'fr ere hundert Militär« als levtend nach Deutschland ob« bei» bet ta 200 ein berufene Reichs- ,C '«ünitia atfn Fadncn. patriotische Lieder «rüiibunlistertum. wvdei ihnen da» Pudli- stenz bei.„en bereitere, -ob00 Brie nnirden bes-ülaguahmt Der Berkastele wurde dem ^ nis Liesthal iwcnviesen. Amerika» RrutralitSt. Washington, 3, Aiw Die thrfUmmfl b« 31 eette• itat der Union sdaaten ist vordereitel. Skt wird isorgen veröffentlicht werden. Tie Börse i« Rom. Rom, 3. Auguü Der WechsekdiSkont und der L omba rdsatz ist mit Wirkung vom 3 August auf 6 ’&av jent erhöht worden. Der Geichäftf-verkehr au der Böese rst bis auf weitere« eingestellt worden. • » * Tte Versorgung mit Lcbensmittekn t« Teutschland gesichert. rcklirherweife kann sich Drutscktaud gegeulvLrlig, fr« eS noch vor der unberührten neuen Ernte steht, mit seiner Bersor