»Ss. Zahrgang Rt. ,tT9 Der »letz euer Anzeiger ericheinl täglich, ander EonntagS. — Beilagen: viermal n>öcl>e»llich rietzenetZainiüendlätter; »weunal wöchenllRieir- dlattfür-en Kreis Sirtzen ; jn’funol monatl. l«»d- «irtfchastlich« Zritfragen sterniprech - Anschlüsse: tür die Iledaktion 112, Verlag n. Erpedlvon 51 Adresse inr Depeschen: «nzeiger Sleßen. Annatfw« »an Ilozetgen tür die TageSnu,inner bis vornilNagj 3 Uhr. Montag, 3. August X9X4 SezngSvrct»: monatlich 75®., vierteljährlich i'tf. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6s Ps.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis; lokallöPs^ ausivärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich sür den xolit. Teil: Aug. Goetz: sür .Feuilleto»', .Vermischtes' und.Gcrichls- saal": Kart Neurath; Iür .Stadt und Land': Rotctionsörntf «nd Verlag der vrühl'stztll Uaiv.-Vuch- und Lteindruckerri 8. Lange. Redaktion. Lrpedition und Vrnckerei: Schnkstrahe 7. A^,gem-a? H^B-L k " Var Volk steht auf, der bturm bricht los! Volk und Heer find bereit, sehen den kommenden Ereignissen mit höchster Spannung zwar, aber auch mil größter Kaltblütigkeit und Zuversicht entgegen. Wie in der Reicho- bcnkvtfiadt da? gesamte Volk beim Bekairnl'werden der Ent' scheidimg eine geradezu herrliche Haltung an den Tag gelegt hat, so ist auch in allen anderen Gauen und Städten Deutschlands derselbe Geist erwacht, der unsere Vorfahren im Befreiungskriege beseelte. Wir stehen in großen Zeiten, und darum schtveigen alle peinlichen Sorgen deS Tages: Würdig zu sein unserer Väter, den Namen Deutsche mit lebendigem Stolze und Begeisterung zu führen, das ist jrfct unser aller einziges Trachten. Auch unser kleines Gießen süklt die Größe der Stunde und die Forderung der Zeit, und in der gestrigen Stadtverordnetensitzung hat es sich ebenfalls gezeigt, wie sehr der Kaiser allen Deutschen aus dem Herzen gesprochen hat, als er sie daran erinnerte, daß es jetzt keine Parteien mehr gäbe, sondern nur einige Bolksbrüder Wir freuen uns über die Stellung der Sozialdemokratie, die angesichts der großen Lage des Vaterlandes ihre Theorien über Bord geworfen hat. Die Vorbereitungen unckeln sich mit größter Sicherheit und Pünktlichkeit ab. Wir sind überzeugt, daß der Llpparat der Mobilmachung in tadelloser Weise funktionieren wird, und nicht nur dies beflügelt unsere Hoffnungen, sondern auch die schnelle Entschlossenheit und Tatkraft der gesamten Volkskreise. Jeder will mithelfen. Glaube und Konfession spielen keine Rolle mehr in der deutschen Politik. Auch der Verband der Juden, der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens veröffentlichen einen bochgemufen Ausruf, in den, zur'Pflichterfüllung, zur Hergabe von Gut und Geld für das Vaterland ausgöfordert wird. Schüler.und Studenten werben die Erntearbeiten verrichten, und fleder- mami im Volke wird ein waches Auge haben für die unglaubliche Tatsache, daß im Lande sich herumtreibende Russen unsere Bahnanlagen gefährden. Ja, solche Elemente scheuen tauch vor den größten Verbrechen nicht zurück, und in Gießen ist eine weithin warnende Gefahr entdeckt Warden Die au? einer Bekairntmaclnrng des Oberbürgermei- sters hervorgeht, soll von russischer Hand das Wasser dcrLahn und Wicseck vergiftet sein, wenigstens liegt ein dringender Verdacht hierfür vor. Sonst ist das Eingreifen der Feinde noch nicht im mindesten beunruhigend gewesen. Einige Franzosen haben vergeblich in der Nähe von Nürnberg versucht, aus Flugzeugen Bomben heriinierznwersen, ein Russe hat in Friedrichshofen die Luflschisshalle in die Lusl sprengen wollen, ist jedoch dabei bclrossen und erschossen worden. Die kleinen Grcnz- Überfälle der Russen, die heute durch unten verzeich- nete Meldungen weiter bestätigt werden, haben nichts Schlimmes angerichtet: bald werden unsere Strategen dort planmäßige ganze Arbeit machen und die Angreifer lehren, was deutsche fl riegsarbeit ist. Eine sehr erfreuliche Nachricht kommt vom Baltischen Meere: Dort bat unser kleiner Kreuzer ,.A u g s b u r g" am gestrigen Sonntag abend um st Uhr den Kriegshafen von Libau bombarbiert und ihn in Brand gesetzt. Der Kreuzer hatte auch ein Gefecht mit einem feindlichen Kreuzer, über den Ausgang ist aber zur Stunde noch nichts weiter gemeldet: hoffentlich haben unsere wackeren Seeleute gesiegt! Tie Stadt Libau hat 6', MO Einwohner, und der Kriegshafen, der erst 1890 ausqebaut wurde, hat starke Befestigungen erhalten. Der alte, seit Jahrhunderten berühmte Hasen ist der Berbiw- dungskanal des Libauischcn Sees mit der Ostsee; er ist durch zwei Moleti geschützt und mit Kaianlagen versehen. Innerhalb der Nordmole dient eine Erweiterung des Hasenkanals als Dinterhasen. itzemäß einem Ukas von 1890 hat man begonnen, den Hasen beträchtlich zu erweitern und zu einem großartigen Kriegehascn umzuwandeln, um der russischen Ostseeslotte eine Operalionsbasis in diesem „Hasen Kaiser Alexanders III." zu schoflen. Da Libnn fast das ganze Jahr eiSirei und an der deutschen Grenze ist. galt der Hasen als vor üaliche Angrisssstation sür die russische Angrisfsslotte. Die Molcnbamen sind aus Stein und Beton bergcstellt; ihr Ban hat >80Millionen Mark gekostet. Der kleine Kreuzer „Augsburg" gehört zu den kleinen „Kreuzern" der „Köln"-- Klgsse, er ist 1909 gebaut, hat 4350 Tonnen Wasserverdrängung. eine Geschwindigkeit von 27,2 Seemeilen, 27400 Pferdestärken, eine Lärrqc von 130,5 Metern, eine Breite von 14 Metern und einett Tiefgang von 5 Metern. Tie „Augsburg" ist mit zwölf 10,5 Zentimetergeschützen, vier 5.2Zenli- meterqcschützcn und vier Maschinengewehren bewaffnet. Eine vorlänflg für uns nachteilige Meldung kommt aus Endtkuhneu, der deutschen Grenzstadt im Regierungsbezirk Gumbinnen. Dorr soll eine russische Patrouille eingeritten sein. In Bilderwei ijchcn soll das Postamt zerstört worden fein. Aber das sind ziemlich bedeutungslose Dinge: Die Hauptsache ist, daß die Russen sich dort nickt werden behaupten können. Aus dem Westen, von Frankreich, kommen nur spärliche PMeldungen Am Sonntag ist in Berlin die Antwort Frankreichs eingelausen: sie ist unbefriedigend, und dab»r tvird die Kriegserklärung wohl bald folgen. Inzwischen haben «ruck die Franzosen bereits den Frieden gebrochen und das Völkerrecht verletzt, indem kleine Abteilungen die Grenze, allerdings erfolglos, überschritten haben. Zum Schluß möchten wir davor warnen, all die bermn- jchwirrenden, zum größten Teil unglaubwürdigen Gerüchte, zu ernst zu nehmen. So war die Falschmeldung in Umlauf gesetzt ivorden, der deutsche Kroirprinz sei einem Attentat zum Opfer gefallen. Die Bevölkerung sollte sich hüten, zmnötigcS Geschlvätz und Beunruhigung zu säxtffen. Auch lärmende Kundgebungen sind jetzt unangebracht, und ivcnn auch alle Volksgenossen wachsam sein sollen, so ist es doch absolut unnötig, daß sich große Aufläufe bilden, wenn hier und da einmal ein verdächtiger Russe narf> seinen AusweiSpapieren gefragt wird. Uebrigcns hat puch der Kaiser seine Berliner durch den Oberbürgermeister wissen lassen, daß Kundgebungen, über deren patriotijclten Zug er hocherfreut gewe>en wäre, jetzt nicht mehr wünschensivert seien, da die angestrengte Tätigkeit und die inhalisschtveren Entschließungen nicht von der Straße her gestört werden dürften. Wir verzeichnen nunmehr die heutigen Meldungen: BuS der Reichshauptstadt. Berlin, 2.Aug. Die Menschenmenge flutete bis spät in die Nacht hinein nocktvsiter Unter den Linden vom Brandenburger Tor über die Schloßbrücke bis .zur Kaiser-Wil- helm-tVrücke Ganze Züge mit Fahnen marschierte» über die Mittelpromcnade. Auch Reserveoffiziere iu Unisornt sah nian unter der Menge. Die Kaffeehäuser und Wirtschaften waren bis auf den letzten Platz gefüllt. In den meisten wurden patriotische Ansprachen gestalten, Lieder gesungen und Hochrufe auf den Kaiser, das Heer und die Marine ausgebracht. worin die tzÄstc stets stürniisch einstiminten. Auch Sammlungen für das Rote Kreuz sind veranstaltet worden, die teilweise recht ansehnliche Beträge ergaben. Gegen ll llhr durchfuhr der Kronprinz mit seinem Adjutanten im Automobil die Linden und die Friedrichstadt. Sein Erscheinen rief überall begeisterte Kundgebungen hervor, wofür er fortgesetzt freilnstiichst dunkle. Dis gegen I llhr in der Früh erscivollen Klänge von „Deutschland, Deutschland über alles" und „Die Wacht am Rhein". Dis Herzogffaar von Braunschweig ist hier eingctrosfen und i>a1 im Königlichen Schloß Wohnung genommen. — Das Kaiserpa r. begleitet von dem Herzogspaar von Braunschweig, begab sich beute vormittag nach der alten Garirisonkirche, um an dem Gottesdienst teilzuneh- mcn. 2kuf der Hin- und Rückfahrt wurde es von dem Publikum herzlich begrüßt. Berlin, 2. Aug. Das Kaiserpaar machte heute nachmittag von 5 Uhr ab im offenen Automobil eine zweistündige Ausfahrt nach dem Grunewald, allenthalben vom Ptlblikrun stürmisch umjubelt. Tie Umgebung voin König liehen Schlosse, in welchem das Allerhöchste Hauptquartier arbeitet, ist abgesperrl. Die Kaiserliche Marine stellt, wie uns von zuständiger amtlicher Seite mitgeteilt wird, geeignete Zivilflieger als Kriegsfreiwillige ein. Bewerber wollen sich an das Rcichs-Marineamt, Sektion für Luftsahrwesen, wenden. Berlin, 2. Aug. Am Bismarckdenkmal vor dem Rcichstags- gebäudc wurde heute vormittag ein Fcldgottesdicnst ab- gchallen, zu dessen Beginn die Kapelle des vierten Garde-Regiments das Niederländische Tankgebet spielte. Ellva 30 000Mcnschcn wohnten der gewaltigen Feier bei, die sämtliche Terrassen des Reichs- tag-sgebäudes sowie die Plätze und die Promenaden besetzt hielten. Hosprediqer Döring sprach von der schweren Schickung, die Gott über die Völker verhängt habe, von der gerechten Sache Deutschlands und von der Hoffnung aus Sieg. Entblößten Hauptes hörte die Menge die erschütternden und erhebenden Worlc des Geistlichen. Das gemeinsame Gebet des Vaterunser schloß die Feier. Unter patriotischen Liedern löste sich allmählich die Menge auf. Ein Erlaß des Kaisers an den preußischen Kultusminister. Berlin, 3. Aug. Der Kaiser bat an den preußischen Minister der geistlichen und Unterrichtsangelegenhciten folgenden Erlaß gerichtet: Ich bin gezwungen zur Abwehr eines durch nichts gerechtfertigten Angrisscs das Schwert zu ziehen und mit aller Deutschland zu Gebote stehenden Macht den Kamps zur Verteidigung unserer nationalen Ehre zu führen. Ich habe mich während meiner Regierung ernstlich bemüht, das deutsche Volk vor Krieg zu bewahren und ihm den Frieden zu erhalten. Auch jetzt ist es mein heißes Bemühen gewesen, wenn möglich, den Ausbruch des Krieges zu verhüten. Aber meine Bemühungen sind vergeblich gewesen. Reinen Gewissens über den Ursprung des Krieges, bin ich dergerechtenSachcvorGottgewiß. Schwere Opser an Gut und Blut wird die dem deutschen Volke durch freventliche Herausforderung ausgezwungene Verteidigung des Vv- terlandes fordern. Aber ich weiß. daß mein Volk auch in einem Kampfe mit der großen Treue, Einmütigkeit und Opserwilligkeit und Entschlossenheit zu mir steht, wie es in früheren schweren Tagen zu meinem in Gott ruhenden Großvater gestcrnden hat. Da ich von Fugend auf gelernt habe, aus Gott den Herrn meine Zuversüht zu setzen, so empftnde ich in diesen ernsten Tagen das Bedürfnis, vor ihm mich zu beugen und seine Hälfe anzurufen. Ich fordere mein Volk auf, mit mir sich zu vereinigen, imb am f>. Aug. einen außerordentlichen allgemeinen Bettag zu begehen urü» Gott zu bitten, daß er mit uns sei und unsere Waffen segne. Rach dem Gotresdiensve möge dann, wie die Rot der Zeit es erfordert, ein jeder zu seiner Arbeit zurückkehren. Ich erwarte, daß die zuständigen Stellen das zur Ausführung dieses Erlasses Erforderliche unverzüglich anordnen werden. Ter Reichstag ist durch eine kaiserliche Verordnung auf den 4. August 1914, also auf Dienstag, cinberufen. Die Militärbehörden sind angewiesen, die zu den Kriegsdiensten verpflichteten Mitglieder des Reichstages, die siel» als solche ausweisen, für die Dauer der Einberufung des Reiclvs- tags von den Kriegsdiensten nnverznakich zu befreien. Die Mitglieder des Reichstages find berechtigt, zur Falptt »ach Berlin die für MtlitürtranSporte bestininrten Eijcnbahn- züge zu benützen. AIS Ausweis für diese ^Krcchtignng gelten die Eisenbahnfrcikarten der 2lb geordneten. Die Eröffnungssitzung des Reichstages findet im Weißen Saale am Dienstag um 1 Uhr. die erste Plenarsitzung um 3 Uhr statt. Fraktionssitzungen finden statt. Konservative: Montag abend 7 Uhr; Reichspartci Dienstag nach- mittag 2> _> Uhr; Zentrum Dienstag 11 Uhr vormittags; Nationallibcraie 7 Uhr abends; Freisinnige Montag abends 7 Uhr: Sozialdemokraten Aävntag 11 Uhr vormittags. Dem Reichstag wird bei seinem Zusammentritt am nächsten Dienstag eine Anzahl Gesetzentwürfe vor- gclegt werden, deren schleunige Vcrabsckuedung durch die kriegerischen Ereignisse geboten ist, betreffend Nackzrichten finanzieller, rechlliclier mrd ivirlscl>afllicher Art. Vor allen Dingen wird der tXeicstskanzler ermächtigt iverden müssen, zur Bestreitung des Kriegsbedarfs nach dem Verbrauch der verfügbaren Summen weiter die erforderlichen Mittel flüssig zu »iacl>eii. Ferner sollen zn>ecks besserer Befriedigtlng des Krcditbcdürsnisses Darlchnskasscn errichtet werden, wie sie sich bereits im Jahre 1866 und 1870 bewährt haben. Die Vorschriften über die Notenstn und Notendeckung sowie über den Verkehr mit Rcichskasscn- scheinen, Reichs und Privatbanknolen werden Aenderungen erfahren müssen, um den Verkehr init den Zahlimgsmfttelir den außergewöhnlichen wirtschaftlichen Bedürfnissen anzu-I pasieit. Auf rechtlichem Gebiet wird ein OKsetz den Schutz derjenigen Personen zu regeln haben, die infolge des ikneaes in der Wahmchnning ihrer Rechte behindert sind. Dies soll in Anlehnung an die bewährten Vorschriften des cntsprrchett- den Gesetzes vom 21. Juli 1870 gescl>ehen Daneben iverden durch ein besoitderes Gesetz die Fristen des Wechsel- und Schcckrcchtcs zu verlängern sein. Ein weiteres Gesetz soll einzelne Handhaben schaffen, um die weitgcl-enden Veränderungen, die der Arbeitsmarkt infolge des Krieges erleiden muß, »ach Möglichkeit auszugleichcn. Zur Abiven- dung gemeiner dkot ist ferner erforderlich, daß aus Grund eines besonderen Gesetzes der w u ch e r i s ch c n A u s b e n- tung der gegenivärtigen Verhältnisse durch die Händler mit Gegenständen des täglichen Bedarfes, wie Nal)rungs« und Futtermittel», Naturprodukten, Hei,z- und Leucht- stosfen und dergleichen mit sttachdruck entgegciigctreteu werden kann. Schließlich sollen die Unterstützungen, die das Gesetz vom 28. Februar 1888 für die Familien der in den Dienst eingetrctenen Mannschaften Vorsicht, in den Grenzen des Möglichen erhöht werden. Sämtliche Gesetz- cnlwürfe haben am ersten August 1914 die Zustimmung des Bundesrals gesunden. Ta sie nur das enthalten, was im Hinblick auf den uns aufgezivunaenen Krieg erforderlich und selbstverständlich ist, kann bei der vaterländischen Gesinnung der ganzen Bevölkerung mit 2icherl)eil erwartet werden, daß der Reichstag sic rasch verabschiedet. Die Abrechnung mit Rußland. Libau bombardiert! Berlin. 2. Aug. Der kleine Kreuzer „Augsburg" meldet von 9 llhr abends durch Funkspruch:, B o m - bardiercden Kriegchafcnvon Libau undhabe Gefecht mit einem feindlichen Kreuzer. Ich habe Minen gelegt; der KricgShafc» von Libau brennt. Grciiznberschrcitungcn der Ruflcu. Königsberg i.Pr., 2.Aug. In Ehdtkuhnen ist eine russiiche Patrouille eingeritten. Tas Post- am t in Bi l de r w e i t s ch c n ist »ach einer sicheren Meldung zerstört worden. Der Frir.d Hai die <8-renze an vielen Stellen ickerschritten, wie zweifelsfrei feügcstcllt worbe» ist. Johannisburg, 2.Aug. (<>Uhr abds.i Eine Eskadron des Dragoner-RegimentsNr. 11. die Johannisburg besetzt hält, imirdc soeben von Russen aneg rissen. Tie Bahnverbindung Johannisburg Lvck ist ei Guten unterbrochen; ebenso die Stichbahn nach Diode wen. Bisherige Verluste: russischerseits etwa 20 Mann; deutscherseits mehrere Leichtverwundete. Berlin, 2.Aug. Der russische Botschafter hat die Pässe zugestellt bekommen. Danzig. 2. Aug. Deutsche Bahnhofsarbeiter bei Jllowo, die von Russen beschossen worden, haben sich zurückgezogen. Ein vereitelter Anschlag aus die Thorner Eisenbahnbrückc B e r l i n, 2. Aug. Auf der T h o r n e r E i s e n b a h n- brücke versuchte ein Mann, aus dem Zuge eine Bombe zu wersen. Er wurde indessen rechtzeitig dingfest gemacht. Die Besetzung von Luxemburg durch deutsche Truppen. Berlin. 2. Aug Luremburg ist ;um Schutze der dort befindlichen drur-chen Ei'enbahnrn von Truppenteilen des L Armeekorps besetzt worden. Ereignisse im Westen. Berlin, 2. Aug In der Nacht vom 1. zum 2 August hwrb« ein feindliches Luftschiff auf der Fahrt von Kerprich noch Andernach beobachtet IN der gleichen Nacht machten eine Cochem er -tzastwirr und sein Lahn den Versuch, den Cochem er Tunnel zu sprengen. Dies mißlang jedoch. Beide wurden erschossen. Feindliche Flugzeuge wurden auf der Fahrt von Düren nach Köln beobaclstet. Ein französischeSFlugze ug wurde bei Wesel heruntergeschossen. Koblenz, 2. Aug Heute vormittag versuchten 80 französische Effijiere in preußischer Uniform in Kraftwagen die preußilche Grenze bei Wal deck, westlich von Geldern, zu überschreiten. Der Versuch mißlang Ter kommandierende -Seneral des ll. Arme-siprp« . teilt mit, daß die Gerüchte über ungünstige Gefechte im Elsaß der Begründung entbehren. Die Franzosen haben an einzelne» Stellen mit Patrouillen und kleinen Abteilungen die Grenze überschritten, sind aber überall zurückgesch agen worden. Lörrach (Badens 2 Aug lOllhr abdS Heute früh 1 Uh: wurde in Muttanz bei Ba>el einehemaligersran- züsischer Lfsizier wez,en Einfuhr von Brieftauben verhaftet. 156 Brieftauben wurden beschlagnahmt Ter Verhaftete wurde dem Gefängnis in Lifkal überwiesen. 'Such in diesem Falle hat sich die Beobachtung verdächtiger Elemente zum Vesten der Sach« wieder glänzend bewährt. Ein Ausruf der sranzösischen Negierung au da« französische Volk. P a r iS, 2. Aug. Der Präsident und die Mitglieder der Negierung haben einen Aufruf«» das französische Volk erlassen, in loelchein es heißte Seit einigen Taien bat sich die Lage in Europa wesentlich verschlimmert. Trotz der Anstrengnnqen der Diplomatie bat sich der Lori ton! versinke:! Tie meiste» Nationen mobilisieren, selbst neutrale Staaten, „m die aaramiertc NeutralüLt zu schüven Frankreich, da« seine friedlichen Absichten im Verlaufe der letzten tragischen Tage kundgegeben hat und Europa den Rat »ur Mäßigung und lel-endigel Bei, viel der Berüändizkeii gab. seine Anstrengungen «ur Erhaltung de« Selsrieden» verdoppelte, hat sich aui alle Eventualitäten vorbereitet „nd jetzt die ersten unerläßlichen Maßnahmen »um Schutze seine« Gebiete« getrossen, eingedenk! seiner Verant- »vartung und im Bewußtsein, daß e« eine geheiligte Pflicht verletze. wenn ei dir Truge so ließe, wie sie sind. Tie Regierung hat die Anordminge» getrosten. die die Lage gebietet. Tie Mobilisation bedeute nicht den Krieg Im Augenblick erscheine sie im Gegenteil al» da« beste Mittel, um den Frieden in Ehren tu erhallen Schließlich sagt da« Manifest: Tie Regierung hone noch, eine friedlich' Lösung zu erziele» Sie rechne mit der Kaltblütigkeit der Nation und aus den Patriolitmu« aller Fran- »osen. die alle bereit seien, ihre Pflicht zu Mn. In dieser Stunde " dt es keine Parteien, sondern nnr ein einige«, friedliches, ent- chtossene« Frankreich, da« Vaterland de« Recht« und der Gerech- igkcit. in Rübe, Würde und Wachsamkeit geeint. Paris, 2. Ana. Das Kabinett Diviani hat sich in ein Ministerium der Landesverteidigung umaewan- Telt. Biviani bleibt Ministerpräsident, Delcasss hat daS Anrßere, Clemenceau das Innere. Ribot die Finanzen und General C a st e l n a u den Krieg übernommen. Generalissimus wird General P au. Französische Flieger über Nürnberg. Berlin, 2. Aug. Soeben läuft die militärische Meldung ein, daß heute vormittag französische Flieger in der Umgebung von Nürnberg Bonibrn abyeworsen haben. Ta eine Kriegserklärung zwischen Frankreich und Deutschland bisher nicht erfolgt ist, liegt ein Bruch deS Völkerrecht« vor. N ürnberg, 2. Aug Tie Eisenbahndirektion Nürnberg teilt auf Anfrage mit, daß aus den Strecken Nürnberg--Kitztilgen >md aus de» Strecken tzkürnbevg Ansback Flieger gesehen wurden, die Bomben auf die Bahnstrecken warfen. Irgendwelcher Schaden wurde bisher n i ch t a n g e r i ch t e k. * » * Die Haltung Englan-r. London, 2. Aug Ter „Taily Telegraph" schreibt, oirwohl keine bindende Berpslicktinrg vorlieg«, erklärte Sir Edward Greb deutlich. daß England aus den parallelen Linien mit den anderenEntentemächtrn handele. — Tie „Tailv News" schreibt: Tie Pslicht der Regierung sei nickt nur, sich vom Krieg fern zu hak t e n. int Falle er ausbrccifr, sondern sofort strrnge Nentralitäk zu erklären. Ter lowcrva ive „Standard" schreibt: Wir haben die Freiheit, trotz der Entente an dem Krieg teilzunehmen, oder ihm scrnziil'leiben » ^ O » Ter König von Bayern an den Kaiser und an da» baverische Heer. München. 2 Aug König Ludwig richtete an den Kaiser nackstehendeS Telegramm: Ta« baverilche Heer ist heutr. mit dem Beginn der Mobilisierung. unter Teuren Bei-hl al« Bundeeieidhrrr getrnrn Schon ,n Frledcnszriten in dem siristr erlogen, der die dmtichrn Truppen vor 4s Jahren ,um Siege silbrte. wird da« baverische Herr sich de« Vertrauen« würdig erweisen, da« >,»„> leuksch- land in seine Kne,r»tüchtiqkeit setzt Nie ist da« Deut'che Reich vor einer ernstcren Entscheidung gestanden, als in dieier Smnde, in der seine Fürsten und Völker nnt ein Mann »»fliehen, um seine Ebne. Stellung und Zukunft gegen mächiige Fi-inde ;u verteidigen. NieaMrwirdsich die unerschütterliche Treue, ü, der die Teulscheu iusammensteden. üderwöluqende: oncndaren. als in dem Kanipse, der uns aui gezwungen wird. Ta« Vrrlrauen auf Gott u>ch seine Gerechtigkeit wird unsere Heere stärken In dem Bewiißtiein idrer >'«rschtoilend-i». ihrer eisernen Mannrspickt und ihre« ernsten Mule« werden sie, wenn es zum Kriege kommen sollte, den Kump, für Ew Majestät und da« ^emerniamc Vaterland. für den Ruhm und die Wurde de« dentlchen Namen« mit Ehre bestehen. In dieser Erwartung heiße ich Bavern« Söhne, sich um ihre Fahnen scharen, und bitte Gon. er uiöge. wenn 'der Kampf entbrennt, den deutschen Wasirn den Sieg verleiden. Ter König von Bayern hat an da« Heer nacksielzenries Manifest gerichtet: An mein Heer! Alle Versuche. den Frieden in Ehren zu wahren, baden unscrc Nachbarn z» Schanden gemacht. Tic Edre des Reiches »nd da« Schickal de« Vaterlande« stehen aus dem Spiel und -nnngen uns da« Schwert in die Hand Unter dem Oberdcfcdl unsere« erhabenen und -geliebten Bundcsfeldberrn. des deutschen Kaiser«, wird die auch schon in manch schweren Tagen erprobte baverische Armee ihre» Mann stellen, ihrer ur ernst« Frieds»Sackest gestählten Kraft bewußt, ein würdige; Glied wnres großen deutschen Heere«, würdig der Opfer ihrer Väter. Mü diesem Wunsche begleite ich meine brave Armee ins Feld; vertrauend aui den Allmächtigen Gorr, der unsre gerechte -ache schirmen wird, ersteh« ich seinen Segen für Bayerns und des deutschen Heeres Fahnen! Gegeben zu München am l. Augast 1914. Ludwig. München, 2 Aug Die beiden Kammern des Laichüages wurden beute vormittag durch Allerhöchste Bol- scharr bis auf weiteres oerragt In der Kammer der Reichs- räre aedachre der Präsident Fürst Fugger in seiner Schluyanspracke des Ernstes der Weltlage und sagte: In voller Erkenntnis dessen, was wir dem König und dem Vaterland«, dem Kaiser und Hem Reiche iclMtldig sind, sehen wir in heiliger Begeisterung nnl girier Kraft und reinem Gc- wissen den Ereignissen entgegen Gott schütze unser Vaterland und verleih« unseren Waisen den Sieg! Das Haus ging mit einem stürmischen Hoch auf den König auseinander. — Tie Kammer der Abgeordneten nachm in ihrer Schlußsitzung einstimmig den Antrag des Zentrums an. die Regierung zu ersuchen. anqesicht« der Mobilmackarnq de« deutschen Heeres die notwendigen Maßnahmen zur Einbringung der Ernte zu treffen. Minister v Soden versicherle. daß die Regierung alle diesbezüglichen Maßnahmen gelrossen habe. Abg. Held grck daraus im Namen de« Zentrums eine Erklärung at>, in der er sagte: Da« deutsche Volk chcke dem Treiben de- Feinde« eine seltencLangmut entgegengesetzt. Ter Feind will den Krieg. Ter Kamps gilt einer berechtigten Sach«. Darum nehmen wir ihn mit gutem Gewissen apj. Kein Feind soll deutsch« Erde zerstampfen. Tie bayerischen Truppen werden in dem schweren Ringen ihre alte bayerische Treue und Hingebung für Laser und Reich glänzend beweisen. Der.Rede folgte ein stürmisches Bravo. Tie Sozialdemokraten verließen mit Ausnahme erneS den Saal. Präsident Orterer schloß daraus die Sitzung Ter König von Sachse» hat alsbald nach Pekanntwerden deS Mobilmachungsbefehls an de» Kaiser solgendeS Telegramm gerichtet: Es drängt mich. Tir zu sagen, daß ich mich in dieser ernsten Stunde ein« weiß mit Dir im Vertrauen auf Gott und unser gutes Heer, daß meine Sachsen Dir kriegsbegcistert zujubeln. Friedrich August. Auch der König von Sachsen hat anläßlich der Mobilmachung eine Amnestie für Militärpersonen erlassen. Eine Proklamation de» Großhcrzog« von Baden. Karlsruhe, 2. Aug. Tie lgeutige „Karlsruher Zeitung" veröffentlicht folgende Proklamation des Großherzogs von Baden unter dem Darum des 2. August 1914: „An mein teure« badische« Volk! Unser Kaiser ruft zu den Walsen. In dem sck»vrrrn Kamps, den Deutschland zu führen sich anschiät. handelt es sich um die Ehre und die Eriken» unsere« Vaterlandes, um unsere höchsten und heiligsten Güter. Ich »erst daß mein teurer Volk mit unbedingter Hingebung und a.reuc die sklgreren Pflichten ersilllen n-ird, die an un« heran- treten werden, vor allem unsere Söhne und Brüder, die zu Feld ziehe» und von denen ich sickger bin und erwane. daß sie, eingedenk des Wassenrilhmc« ihrer Väter, tapfer und selbülos ihr Leben einsetzen werben für da« Vaterland. Aber auch die übrigen Glieder des Volke« werden, deß bin ich gewiß, in ernster Ueberzeuaimg die Ltüer zu bringen bereit sein, die gefordert werden müssen. Gott schütze und erhalte Deutschland!" Stimmen der deutschen Presse. TaS „Berliner Tageblatt" schreibt: Die Würfel sind gefallen. Tie Erregung in den letzten Stunden war unerträglich geworden. Berlin hatte sich merklich gewandelt. Wo sonst im sieien, ueitschrchtige» Leben die Standarte de« raüloien Schassen« slatlerte, schlichen gestern quälend die Stunden in läbmeudem, gehemmtem Lauf. Gegen Mittag schien e«, al« ivolle die Sonne Ke« Frieden« wieder leuchten. Gerüchte zinkten durch die erregte M-nge. daß Rußland die Rüstungen cin- Aestellt und den Forderungen Teuischiano« entsprochen habe. Al« sich gegen lech« llhr die Kunde von der Mohilisirrung unserer Slrrrtkräste wie eine Woge durch Berlin wälzte, verschwand das Hessen von den sorglosen Gesichtern uno Erqrüfrnheit und tiefste Bewegung senkten sich auf die Seelen der Menschen. Der grstern schon die vielen Tränen stießen sab. wer überall da« wehe, wund« Gestibk ans sich wirken ließ, mit dem heute tzunderttankende non Frauen und Kindern dein Ernährer nachblicken, der fühlte den Ernst der kommenden Laae. Die „V o s s i s ch e Z e i t u n g" hebt hervor: Tie Mobilmachung ist noch nicht der Krieg Gewiß nicht. Es bat wirklich Fälle gegeben, wo trotz der Mobilmachung der Krieg unterblieb Aber diese Fälle sind so eigenartig und selten, daß sie sich »um Vergleich mil den heungcn Berhälinlüen nicht eignen. Wenn eine ungeheure Katastrophe über die Kultnrwelt heirin- bricht. so trägt niemand die Verantwortung dafür, außer Rußland, da e« nicht unterlassen ivill. der für die schmähliche Ermordung de« Thronfolgers Sühne verlangenden habsburaischen Monarchie in den Arm zu fasten. Ohne die brutale Einmilchung Rußland« bliebe der Krieg zwischen Oesterrrich-Ungnrn und Serbien lokalisiert, wie e« Deutschland, wie r« England und leibst Frankreich gewünscht haben. Aber was kümmert sich Rußland um dre Wünsche anderer Mächte. E« bat kein anderes Ziel, al« seinen Witte» aller Welt rücksichtslo« anfzuerlegrn. Deutschland beugt sich nicht. In der „Kreuzzeitunb" wird gesagt: Jetzt beißt e«. der Wirklichkril. dem was kommt, fest und ruhig in« Auge sehen. Unsere Mobilmachung ist nnr die Antwort aus die Mobilmachung der russischen Armer und Flotte. Wir werden nicht vergessen, wem wir all da« Eiend und Unheil verdanken, da« wrr letzt ans un« zu nehmen baden. Rußland und Rußland allein ist e«, da« die Veranrworruna für diesen Kr'^g trägt. Dieser Krieg hat keine inner« sittliche Rech l- f e r t i g u n g. Un« gegenüber, die wir bar gute Recht gehabt hätten, schweigend in den Kamps argen den Feind unsere« Bun- delgeiivssen einzulreren. und dt« wir doch aut lernen Wunsch, zu seinem Vesten, zum Frieden geraten baden, bedeutet e« den >i«- erhär» eften Ireudruch. einen Uederfatl au« dem Hinter- hail! Die Möglichkeit zu« Frieden Metbt Rußland auch ,rtzt noch oben. Er kann ihn haben, wenn e« Oesterre,ch-Un>iarn ,m Rahmen de« Nouoendigen sirre Hand läßt. Aber dieser Frredenszmtle des,«hl nicht. Wir haben e« schmerzlich en'ahrrn müssen Die „Tägliche Rundschau" meint: Europa ist heult ein Knegrlager Rußland will den Krieg den es .ahrelang »orderene, hat. der da« Ziel seiner k^-ndespotilik mu Frankreich wgr. So reiße den» die deutsche Geduld! Ter „Vossischcn Zertung" wird aus München ge- meldet: Eine derartige Entfesselung de« Bolkraeiste« wie nach der Anordnung der MobUmachnng durch den König ist nixb nickt erlebt worden. Vergesse» waren die Rangunltr- schied«, Ti« Schule» geschlosie« zur Hilfe bei Erutearbeite». Frankfurt, 2. Aua. Der kommandierende General des 18. Armeekorps erläßt folgend« Bekannt- machung: Damit die Ernte eingebracht wird und die notwendigen landwrrtschaftltchen Arbeiten ausgeführt werden, bestimme rch^für den Bezirk des 18. Armeekorps: 1. Eämliche Schulen auf dem Lande und die Volks» und Mittelschulen in den kleineren und mittleren Städten werden sofort bis auf weitere» geschlossen. L- 2. In allen Schulen der großen stadte. nämlich: Frankfurt a. M.. Wiesbaden. Lsanau, s^ulda.^ berg, Lüdenschcrd.Stegen.Tarmsladl, Mainz, Osfeiwacha.T!., Worms und Gießen, sowie in den höheren Echmen rn deir anderen Städten werden die Schüler von den Schulleitern aufgefordert, sich zu demselben Zwecke zur Verfügung zu stellen. . Röln. 2.August. Der Oberpräsident der Rhe, n- p rovrn; hat sämtliche Behörden ersucht die ihnen unterstellten Schulen schlreßen zu lassen. Bezüglich der höheren Schulen wurde dies durch das Prornnzialschul» kollcgium angrordnet. Es fei auf lunlictßte Mitwirkung der Schulkinder auch der Schüler der höheren Lehranstalten bei den Ernlearbriteu hinzuwirken. Man schreibt unS: Ter Wandervogel bittet die älteren Scküler. die sich .Nicht freiwillig »um Erntrur in« Heer gemeld« baden, um Mit bäte bei den Ernieardeitrn Besonder« soll den Bauersleuten in der Nahe von Gießen qedolsen iverden. die ibren einzigen Ernäbrrr ber- gegeben haben. Tie Hilte soll iür beide Teste unentgettlick Inn. nur Kost und Wohnung wird gegeben werden. Wer tick an den Arbeiten bcrestigen will, nndet Vorscktäc am Wandervogrlheim, Walllorstraße 58. Ter Poftverkehr zwischen Deutschland und Rußland forme Frankreich ist gänzlich eingestellt und nndet auch aus dem Wege über andere Länder nicht mehr statt. E4 werden daher keinerlei Postsendungen nach den angegebenen fremden Ländern mehr angenommen, bereits vorliegende oder durch die Brieslasrrn zur Einliescrrmg gelangende Sendungen rverdcn den M'sendern zuruckgegebem. Ter private Telegraphen- und Fernsprechverkehr zu und von diesen Ländern ist ebensallS eingestrltzt. Ta die ReichS-Postverwalllmg eine namhafte Zahl ihrer Beamten zum Feldheere teils für den Dienst mit der Waffe, teil« zur Wahrnehmung deS Feldpostdienste« abgegeben hat, werden voraussichtlich an manckien Orten d>c Beamienlräfte nicht mehr ausreichen, um die seitherigen Tienststunden der Postämter sür den Verkehr mit dem Publikum in ihrer vollen Ausdehnung aufrecht zu erhalten. Die Postämter sind daher ermächtigt worden, ihre Tienststunden einzuschränken, soweit die unabweiSlicbe Notwendigkeit dies bedingt und eS ohne wesentliche Beeinträchtigung der Verkehrsbedürsmsse geschehen kairn. Tie Vcrhälmisie machen die sofortige Einstellung des PostanweisungS-, Postlreditbrief-, deS Postnachnahme- und PostaustragSverfah- rcnS in den Ober-PostdirektionSbezirken Straßburg (Elf.), Metz, Trier, Gumbinnen, Mnigsberg iPr.), Tan,;ig. Broin- bcrg, Posen, Breslau u. Oppeln erforderlich Postanweisungen, Postnachnahinesendringen und Postaustragbrrese sind daher bis auf wertere« im Verkchrr nach und von den Postanstalten der genannten Bezirke nicht zulässig; auch die Ausstellung von Postkreditbriescn sowie die Auszahlung von Beträgen auf Grund solcher Postkreditbriese wird sür di« bezeichneten Bezirke aufgehoben; finmer können daselbst weder Einzahlungen auf Zahlkarten sür ein Postscheckkonto noch Auszahlungen auf ZahlungSairweisungen der Postscheckämter erfolgen. Die Postscheckämter lßchen die an Empfänger in den io Frage komnienücn Orten bar zu zahlenden Scheckbeträge mittels Wertbriefs abzusenden. Ti« Einziehung gestundeter Steuer«. Ti« .Norddeuisck« ?ll>qe,neine Zeitung' veröffentlickt lolgend« D«k«m»kinack»»a deireffend die lolortige Einziehung gestundeter Zölle und Relchrstenern: Auf Griiiid der nur iür de» Faß einer Kriegsgelahr beige- leqlen Vestigiiisie bestiinnik ich: 1. Die zurzeit gestundeten »nd nach den gesetzlicken Vor- schri n z » > a bl e >,, lotern der Stundung«,ledmer e« nicht vorziedt, in der Höbe der gestundete» Beiräq» Wechsel zu zeichnen und zu übergeben. Diel« Desliiiimung sindel keine Anivendiing, ivenn die z» dem Zenpiiutl >äl! .i werdenden gestundet«« Beiruge injammen di« Summe von 30a Mark nicht erreichen, doch steht «4 de» Stundungsnehmern in Vielem Falle frei, die Beträge gegen Deivährung de« >n Absatz t seftqrseisten Abzug« solort dar eiu» zuzadlen. 3. Tie Anrechnung noch nicht lälliqer Vraunlweinsteuer- o e r g ü t» n q «s ch «i n », «ranutweinsteuergulscheine, Znckersteuer- veraüiimqen aut gestruidete Abgaben ist bi« aut ,vettere« au«ge- Ichlolseu. Ter Relchskinzler. In Bertretung: Kühn. Uebce die Sicherheit der Sparkasiengelder kursieren anscheinend noch Befürchtungen, daß der Staat oder die Militärverwaltung die Auszahlung der Sparkassengelder bei den öffentliche» -Sparkassen verbieten werde, wie in Frankreich, um sic »u Mobil,nachungszwecken zu verwenden. In Frankreich sind di« öffentlichen Barkassen StaertSeinrichtungen. Ter Staat hat über sie freie Ber- filguna. In Preußen und DeutscÄand dagegen sind die ölientlichen Sparkassen Einrichtungen der Kommunen, Städte, Kreise, Landgemeinden usw. DerStaatistganz außerstande, diese Gelder den Kommunen fvrtzu- nehmen und für sich zu verwenden Demgemäß ist es für einen jeden Einsichtige» verstöndlichz und auch in der amtlichen öffentlichen «ekanXtma-chung de« preuß. Minister« deS Innern vom 31. Iulilid. I gesagt, daß die Einlagen bei ossentlichen Sparkassen als Privateigentum auch gegen Zu- griffe des Staate« wie einer feindlichen Mach« geschützt sind. Wie ' an tue Kommunen keinerlei Verbote ergangen sind noch ergehen werden, mit der Auszahlung der Sparkassen- gelder zurückzuhalten. so wird und kann, wie da« preuß. Ministerium de« Innern mitteilt, der Staat oder die Militärverwaltung unter keinen Umständen diese Gelder sür Kriegszwecke angreifen E» bleibt dabei, daß eS keine sicherere Aufbewahrung der Spargelder gibt als bei den öffentlichen Sparkassen. Wer sein Geld nicht verlieren will, hebe es dort nicht ab, sondern ttofle allesGeld, was er nicht nötig braucht, zu den öffentlichen Sparkassen hin. Tie Teutsche Gesellschaft sür Rausmann». Erholungsheime Kal ihre Heime in Wiesbaden. Traunstein. Oberbayer» Buhl Baden , Salzhau,'en (Oberhcssen/ mit .zusammen übe, oOO Belten dem Küiser als Krie azlazar e t te »ur Verfügung gestellt. Tie Oesterreichisch-Nngarische Bau» hat den Diskont von 8 auf 8 Prozent erhöht. ’ . • Dem „Berliner Lokalanzciaer" wird mrS zi e ua ge meldet , daß die optrsiüen WerHdsLter: tma Skn# I S« t\: ttnb das ©faStoerf von <5ott unb Genossen den zurückgelassenen Familien der Kriegspflichtigen und den Gescdäftsangehörigen deutscher und österreichischer Staats- -vngehörigkeit folgende Unter st Übungen gewähren: Für >die Ehefrau */i« des pensionsfähigen Lohnes bezw. Gebaltes, für jedes Kind */i« mehr Die Unterstützung der Kinder reicht bis zur Vollendung des 15. Jahres. Die Zeit der Einberufung zum Kriegsdienst nnrd von der pensionssähigen Dienstzeit nicht in Abzug gebraäst, so daß inbezug aus die Pension keinerlei Nachteile für Krieas- pflichtige entstehen. Auch die Vorteile der Krankenkassen soUen den zurückgebliebenen Familienangehörigen gesichert bleiben. Aufschrift der Feldpostscndungen. Der Staatssekretär des Reichs Postamts vervttentlicht folgende Bekanntmachung: Die nach dem Feldheere gerichteten Postsendungen können, da die Marschguartierc der einzelnen Truppenteile fortwährend wechsln, nicht, wie im gewöhnlichen Verkehr, auf einen vom Absender aneugcbenocn bestimmten Lrt geleüct, sondern müsse» zunächü der Feldpostanslalt »ugeiübrt werden, die für de» Truvventril den Post- dienst wabrzunchmen hat. Für jedes Armee-Oberkommando. jedes Armeekorps, jede Division — Infanterie-, Kavallerie- oder Reservedcviiivn — ist je eine mobile Feldpostanslalt in Tätigkeit. Bis zu dieser Fcldpost- «nstaii, die bei dem Stabe mitmarschiert, werden die an den Truo pen gerichteten Sendungen befördert; von dort werden sie durch Kommandierte der einzelnen TruvpenabteUungen oder Telache- Menis abgeholt. hiernach können die Sendungen nur in dem Fall- pünktlich an den Empfänger gelangen, wenn die Aufschriften der Briese usw. richtig uich deutlich ergeben: welchem Armeekorps, welcher Division, welchem Regiment, welchem Bataillon. welcher Kompagnie oder welchem sonstigen Truppenteile der Empfänger angchört sowie welchen Dienstgrad und welche Dienststellung er bekleidet. Dasselbe gilt sinngemäß für die Angehörigen der mobUcn Rarine Sind diese Angaben aus den Brieien usw. an die mobilen Truppen richtig und vollständig emhalten, dann können die Sendungen mit Sicherheit der zurr eisenden Feldpostanslalt zugesührt werden Eine Angabe des Bestimmungsorts in der Aufschrift ist nicht erforderlich, kann vielmehr leicht zu Verzögerungen bei Uebermittlung der Sendungen führen. Es ist daher zweckmäßiger, aus den Briefen usw. einen Bestimmungsort gar nicht zu vermerken. sofern der Empfänger »u den Truppen gehört, die infolge von Marschbewegungcn den Standort wechseln. Wenn dagegen der Empfänger zu den Truppen einer FcstungSbesatzung gehört, bei einem Ersatztruppcn- teilc steht oder überhaupt ein lest cs Stand« uartier hat, j» ist dies aus den Briefen usw. deutlich zu vermerken, außerdem ist in diesen Fällen der Bestimmungsort anzugeben. Die Aufschriften der Briese usw. müssen recht klar und übersichtlich sein. Besonders empfiehlt es sich, die Angaben über Armeekorps, Tivisü>n.^Rcgiment usw. oder Kriegsschijs immer an einer bestimmten Stelle, am besten unten rechts nieder; »schreiben. Tic Zittern und die Nummern der Divisionen, Regimenter ut'w. > und der Name des EmvsängerS mühen recht deutlich, scharf und , genügend groß geschrieben werden. Blasse Tinte und seine Schrist nnd möglichst zu vermeiden. Nachlässige Zissern und schriilzüge, oder auch solche, die zwar dem an seine Schrist ge- uzöhnlen Absender recht deutlich Vorkommen mögen, es aber in der I Tat nicht sind, zumal wo es sich unter Hundertlausenden von Aus- schristen um sosortig« Entziiserung im Augenblick bandelt, werden leicht die Ursache der Verzögerung oder Unanbringlichkeit der Feld- Postsendungen. Im übrigen empfiehlt es sich, auf allen Bricssendungen nach »em Feldheer oder der mobilen Marine den Absender anzugeben. Eine Verpflichtung hierzu besteht jedoch nicht. Da» Publikum wirb ersucht, im eigenen Interesse auf die obigen Punkte Rücksicht zu nehmen. An unsere Leser! Die Mobilisierung und die damit der undene Einstellung Angestellter, Arbeiter ind Hilfsarbeiter aus unserem Betrieb zwin- ,eu uns zur vorläufige», Einschränkung des ZeitnngsnmfangeS. Die (Sictzener Familicn- lätter erscheinen deshalb zunächst nicht egelmäftig, sondern je nach den gegebenen Zerhältniffcn. Unsere Leser aus dem Lande, sowie unsere jwcigstelleninhabcr machen wir daraus auf >t sierksam, das» der Mobilmachungsfahrplan vährend der nächsten Tage ie regelmäßige Zustellung der Zeitnngs akete durch die Bahn wahrscheinlich nicht »läßt. 2obald es die Zugverbindnngen ^-statten, erfolgt die pr"»nktlichc Zustellung fort wieder. Unsere Zweigstellen Inhaber ollen deshalb bis ans weiteres möglichst i alle« Zügen nach den Zeitnngspaketcn mschau halten. Im übrigen find auch die roßherzogl. Bürgermeistereien des Kreises testen angewiesen, für die möglichst schnelle erbrcitnng des (Hiestencr Anzeigers 2orgc tragen. (2iehe Bekanntmachung des Gr reisamts Gießen in der hentigcn Nummer s Gießener Anzeigers.) ♦erlnfl des Gießener Anzeigers. An» Stadt und Land. Dießen, 3. August 191». TaS Rektorat der LandcSuniverfität zum Ausbruch des Äricaj». Gleich nach dem Bekanntwerden de: Mobilmachung fand ender Tepejchenwechftl statt: An Seine Königliche Hoheit den Großherzog Dannstadt. Eurer Königlichen Hoheit, unserem geliebten Rektor Magnistccntijsimns, bitten wir in schwerer, aber großer Stnnde herzlichste Grüße übersenden zu dürfen. Gott ichütze unseren Landesherrn, unseren Kaiser, unser herrliches Vaterland, unsere stolze Wehr. Der Rektor: Eck. Seine Königliche Hoheit erwiderten: Rektor Tr. Eck. Gießen. Von Herzen Dank für Ihre schönen treuen Warte. Galt segne unsere Waffen und schütze unser geliebtes Vaterland. Ernst Ludwig. Oberst Schi,»»,clpennig, hier. Die Gedanken der Ludoviciana sind bei dem Kaiser- Regiment. Dem Führer, dem OsstzierkorpS, allen Mannen herzlichste Grüße. In Treue stark! Der Rektor: Eck. Der Herr Oberst erwiderte: Dem Rektor der Universität, Eck, Gießen. Eurer Magnisizeiiz, dem Lehrkörper und den Kommilitonen sagt daS Regiment Kaiser Wilhelm allerherzlichsten Dank für die übersandten Wünsche. Das Regiment Kaiser Wilhelm wird, eingedenk der Taten der Väter, vor dem Feinde stets seine Pficht tun. Schicken Sie recht viele Koui- mililonen zu uns. Sch in, m clpennig. » ** Zur Abwehr etwaiger verbrecherischer Anschläge hat die Militärbehörde umfassende Maßnahmen getroffen Um tsiese zu unterstützen, ist es dringend notwentag-, bafo das Publikum Ruhe bewahrt und vor allen TLi.jxn die Kinder soweit als möglich von der Straße hält, damit unangenehme ZwischensäNe vermieden werden. Bor allen Dingen ist daraus hinzuweisen, daß jedermann den Anweisungen der int Dienst befindlichen Militürpersonrn unbedingt Folge zu leiste n ha t. Wasser abkochen. Eine Bekanntmachung deS Oberbürgermeisters weist daraus hi», daß vorsichtShcllber nur abgekochtes Wasser verwendet werden soll, weil der Verdacht vorlicgi, daß das Waller injiziert worden sei. Da nnserc Wasserleitung schon seit mehreren Tagm streng bewacht wird und autzerdem der Zugang zu 'öem Reservoire nur i.ftt mehreren Schlüsseln möglich ist, handelt es sich um eine Vorsichtsmaßregel, die keine» Grand zu besonderer Beunruhigung des Publikums bilden darf. Soweit das Wasser bis jetzt untersuckst ist, hat sich der Verdacht der Infizierung nicht b c st ä t i g t: es sind keine Bazille» gesunden worden. Äußerten, sind die in Gießen vorrätigen Wazlsleii, io unlergebracht, daß *7ie für unberufene v'atibc nicht erreichbar sind. Um aber dennoch allen Möglichkeiten gerecht zu werden, nur' das Wasser unter Fündiger Kontrolle gehaltem Soeben, vor Redaktionsschluß, geht ans noch folgende Meldung zu: Die um V»12 Uhr abgeschlossene Voruntersuchung ergab keinerlei Verdacht für die Infizierung des Wassers. " RotesKrcuz Tie örtliche Organisation des Roten Kreuzes hat unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats, Haupt- nianns a. D. Wi euer unter Mitwirlung des Alice-Frauen Vereins seine Tätigkeit bereits begonnen. Das Geschäftszimmer befindet sich zunächst in der Bürgernieisterei Zimmer 12 und nach Räuinung der (tzewerbemisswllnnz in der asten Klinik und steht unter der Leitung des Militär-Inten dantur-Sekrctärs Setzer. Durch einen Ausruf fordert das Rote Kreuz die Bewohner Gießens auf. sich dem Dienst für das bedrohte Vaterland zu nudmen, soweit sic nicht im Heere selbst mitzuwirken berufen sind. — Bor Allem ist dringimd Geld ersorderlich; Spenden aller Art werden auf dom Ge- schästsrimmer entgegenlgenomincn. Das Rote Kreuz nnrd unverzüglich Listen mit ixr Aufforderung um Zahlung von Geldbeiträgen in der Stadt in Umlauf setzen und es yt zu hossen, daß die stets opfern»illige Bürgerschaft Gießens in dieser ernsten Stunde recht zahlreich»: spenden zum Wohle unserer braven Soldaten zu verabfolgen bereit ist. Um das das Werk der Nächstenliebe auch mit Erfolg durchführen zu können, ist cs erforderlich, daß Frauen und Jungfrauen, 'Männer und Jünglinge sich für den Transport und die Pflege Verwundeter u. Kranken zur Verfügung stellen, auch zu anderen Zwecken der vielseitigen Tätigkeit hes Roten ü'reuzes sind Meldungen erivünscht. Für Mäimer und Jünglinge, nicht unter 17 Jahren, beginnt am Dienstag. 4. Ang. nachm. 5 Uhr im allen städt. Spital im SelterSiveg durch den Kolonneuführer Balser ein AusbiliiwigSkursus für Krankenträger und wollen hierfür geeignete Herren sich dort ein- finldcn. Die Ausbiürung der Frauen und Jungfrauen wird in den hiesigen Kliniken erfolgen und wird nähere Mitteilung in kürzester Frist ersolgen. — Eine größere Anzahl Kriegsfreiwilliger hat sich bereits gemeldet, darunter Herren von 64, 62, 42 Jahren. Auch der im Dienstgrad Höchststehende der hiesigen Stadt, Generalleutnant z. D. Klingelhöffer, hat um Verwendung bei vorderer Linie gebeten. Möge das gute Beispiel viel Nacheiferung finden! In dem schweren Kampf, der un» bevorsteht, wird Deutschland wie 1813, wie 1870 einmütig zu den Waffen greifen. Gilt es doch die Verteidigung von Haus und Familie, von unseren heiligsten Gütern, handelt es sich doch um Deutschlands Zukunft, um sein Sein oder Nichtsein! Da wird gewiß niemand aus der Stadt, niemand aus der Provinz an Aufopferuligssähigkeit und Opfcrwilligkcit Zurückbleiben wollen! Man denke an die Schrecken, die Verluste, die Arbeltslosigkeit, die 1806 über Deutschland kamen. Dies gilt cs zu verhindern. Siegen wir, so werden die Opfer weider zum großen Teil ausgeglichen. ** Hilfe für die durchreisenden Truppentransporte. Die Militärbehörde macht darauf aufmerksam, daß den hier durchreisenden Militärtransporten NahrungS- und Genußmittel gereicht werden dürfen, jedoch keine alkoholischen Getränke. Da Mich viele arme Leute bei den Transporten find, so helfe wer nur irgend helfen kann. ** Verhaftete Russen Zwei russische Generale und ein russischer Staatsrat find heute nacht von der Militärbehörde verhaftet worden. Sic werden als Kriegsgefan- ene behandelt. Der Windhvf ist von der Militärbehörde eschlagnahmt worden und loirb in der nächsten Zeit als Aufenthalt der festgenonmrenen Russen venoendet. Im Interesse unteres Vaterlandes ist es dringend notwendig, auf jeden Ausländer ein scharfes Auge zu haben, damit etwaige Anschläge rechtzeitig vereitelt werden können. •* Juristische Notprüfung. Das Großherzogliche Ministerium gibt folgenden Erlaß bekannt: Aus Anlaß der Mobilmachung haben wir die Abhaltung einer Notprüfung für das höhere Justiz- und Verwaltrmgs- fach ungeordnet. Tie Prüfung ist im wesentlichen eine schriftliche, findet am Dienstag, dem 4. Auguffi ds. Js., vormittags 9 Uhr, im Prüftmgssaal am Paradcplatz in Tarmstadt statt und beschränkt sich auf die Tauer eines Tages. Wir lassen zur Prüfung alle diejenigen Referendare zu. die dem vorgeschriebenen Vorbereitungsdienst ganz oder mit Ausnahme des letzten Dier .el-- jahres genügt haben und die zum Dienste im Heere oder in der Marine kommen, in der Reserve oder in der Landwehr verpflichtet sind, oder anderweit für die Zwecke der Landch-vcr- leidigung verwandt tverden. Bezüglich der zuletzt genannten Referendare bleibt es unserer nachträgliciten Entschließung Vorbehalten, ob die Notprüfung als Staatsprüfung zu gelten hat. Eine vorgängige Zahlung der Prüfungsgebühr ist nicht erforderlich. Kreis Alsfeld. 8 Mücke, 1. Ang. Zu dem Bericht über die 53. Wan- dervcrsammlnng des Oberhessischen Bienriizüchtcrver eins ist ergänzenü noch zu bemerken, daß das inil der Au-- ftellung am Sonntag verbundene Fest sich eines sehr guten Besuches crfteute trosz uitgüustiger Wttternng, trotz eine- Festes in der Nachbarschast? Die Hwngauskelsturg im Baist scheu Saale war sehr scizün und geschmackvoll augcordnet. UeberhLttN hatten hie diesjährigen Veranstalter und llebe:- nchmer keine Arbeit und Mühe geschcitt, die 53. Wmtder Versammlung würdig ihren Porgätigern zu gestalten. De Bericht über die Prämiierung bedarf der Berichtigung. Wenn ser von einer Prämiierimg in der 4. östnppe: Lehr- gegenstände bezw. Lehrnnttel berichtet, so sttmml das keine - lallS; denn diese Estuppe war gar nicht beschickt, mithin konnte auch hierin keine Prämiierung erfolgen. Starkciiburg und Rheinhessen. rm. Darmstabt, 2 Ang. Der russische Botschafter Baron van de Bliet ist am SamStag vornriltag unt Gepäck in drei Automobilen nach Frankfurt gefahren von wo er über Kopenhagen naä» Rußland reiste — Das Großh. Hoflager wurde mir dcnr heutigen Tage narli dem Residenzschlosse verlegt. Das erzog1i,n, durch lärmende .Krähenschreie auigeschrcckt nmrbc. Er blickte cm vor und sah in den Aesten einer mächtigen alten Eiche eine gan.; 'Schar Krähen, die einen unlücn Lärm vollführten. Einer der Vögel schien ßlcichsam de» Donift Mi führen: die anderen grup- merten sich im Halbkreis um hisse „Präsidentin" und Mu tiert eine in >: Mehrheit schien dock» reckü zn behalten, denn plötzlich guig er» loic ein Zittern durch den Körver des Vogels, und er senkt- v n Kops, als erflehe er Gnade. Allein die demütige Haltung schien den »lvrn der anderen nicht zn besänftigen: die „Prasid.--. " stieß einen schrillen Schrei aus, und sofort stürztm sich mm alle aus die „Arrgeklagte" und mißhanhelten sie, daß die Federn mn> so stoben. Dann ließen sie, wie befriedigt über ein vollzogen - > Urteil, von ihrem Lvier ab. Die Krähen ltatten ihr Mrit'r t» rickik abgrhalten. Welchen Vergehens fiel) steilich die Lteriirtcille schuldig gemacht hat, bleibt das Geheimnis der lkrähenrvelt. * Der richtige Weg. „Prächtig," sagte der Rerlitsann>alt schmurizelnd, nachdem er ausmcrksatn der Darstellung deS neuen Klient«» gelauscht hatte. „Zhr Fall liegt mehr als gunsng. Mein lieber Herr, ich kann Ihnen sagen: wie Sie es auch aitfl ; v i, Sie müssen gewinnen. Eine sichere Sache. Ich freue mich, sie -,n führen." — „Danke sehr," sagte der KlieM, „danke Ihnen - lich sehr." Uich dabei nahni er seinen Hut und -ring zur . >ir. „Wie?" fragte dc-r Anwalt erstaunt, „Sir gehen?" — „Ja, ie 1 ' ^ehe meinem Gegner und werde einen gütlichen veraleich - -t ihm ichtießcn." — „Aber, lieber Herr, das ivärc wirklich hinaus- geworfcnes Geld, Ich sagte Ihnen doch schon, die Sackr ,st so sicher, daß man garantier«! k«iin." Ter eilige Klient ioar sä -n bis zur Treppe gekommen: „Möglich, möglich!" ries er nocl, zur-,-.'. „Ich habe Ihnen nämlich den Fall — vom Standpunkt meines Gegners aus vorgetragcn..." verseht Sure Löhne für aste Zölle mit der stark desinfizierenden providol Leise. Lrh. in Apotheken nnd Drogerien. Bekanntmachung. Nach Mittcilllnqen der hiesigen Neichsbanlsteltc sipd die Michsbanknoten gesepliche Zahlungsniittel und es ist Jeder zu ihrer Annahme verpflichtet. Nichtannahine der Noten entbindet den Zahlungswilligen unter Umständen von seiner Zahlungspslicht. Gießen, den 1. August 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. U sing er. Bekanntmachung. Betreffend: Die zum einjährig-Freiwilligen Dienst Lc- rechligtcn Mediziner, Die zum einsährig-freiwilligen Dienst berechtigteir Mc di- ziner, welche bereits sieben Semester studiert haben, werden ausgesordert, sich sofort unter Vorlage des Berechtigung- scheines und eines Nachweises der Universität, daß obig. ? .>r- aussetzungen zutressen, im Regierungsgebäude (Zimmer 4) hier zu melden. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, daß dicst Studierenden am 4. Dtobilinminingstag, also am ..cu:,, den 5. August, vormittags l0 Uhr, beim Großh. Bezirkskom- mando Gießen sich zu stellen haben. Gießen, den 2. August 1914. Der Ziviloorsitzende der Ersatzkommission des Kreises Gießen. Belcker^ Wir bringen unsere SAFES eiserne Schrank-Fächer unter Selbst-Verschluss des Mieters in unseren mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestatteten fcuer- und diebessicheren Panzer- Gewölben in empfehlende Erinnerung zur .Aufbewahrung von Wert- und Silbersachen während der Zriegszeit. Mitteldeutsche Credithank Filiale Giessen Heichelheim GS-riessbauer Giessen, .Johannesstr. 17 1 (gegenüber der .Johanneskirche) . Fernspr. 108 u. 2009 9024a Don unseren 500 Mitgliedern müssen über 300 zu den ___ Fahmen einrücken. Um sosorl am richtigen Orte den zurück- bleibenden Familien unserer cinberusenen Mitglieder Helsen zu können, wenn Not ausbricht, ist eine allgenteine Aussprache notwendig, gelegentlich der den ausrückenden Kameraden ein Abschied gegeben werden soll. Ich lade deshalb alle Mitglieder zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung auf Montag, den 3. August d». Io., abend» 9 Uhr, in das Ottostherzog ein und bille um zahlreiches Erscheinen. Mit kamcradschastlichem Gruß! Der erste Vorsitzende: 8. Kaiismann, Rechtsanwalt. Hotel »6 Ein Deckbett mi!7 ühtnb doppelt gereiniaten neuen Niedern «tfftai'Wt 9.50 1*.— 14.70 16.50 **,—K. Kjssen mtl 2 c,lint> ^ ft>cTn Mk. 3.— 3.60 4.10 6.20 K. e. M 44 an Vollständige Betten SchlafzisBiner Einrichtnn^en » I VI. 160 an. Deiltablungen na* Ucbtrcinfnnil gestaltet. Geirr. Weil Neustadt IQ GIESSEN Fernspr. 508 Die Gerüchte über vorge- fommene Uebervorteilungen in meinem Geschäft find absolut unwahr. Ich werde jeden Bertreiber solcher Unwahrheiten gerichtlich belangen» !«H Emil Mschbach. I! r 6 Zimmer l.udn IfMrnMr 19 clco. 6 ;{im. l\»obniinn mit Babe»., fZremdenz. Tricfalicb. Zubeh., iHarlenani.. Trockenboden. elekir. Pichl »nd via», «„in I. Oktober »u verniieien. «tzrau A. Petri 4^we Neuen Baue « 1K701 | Verschiedene | schone 4—5* mit allem .-’.ubcbdr per i. Es werden verlangt: 2 WnMllk iilt. (pensionierte Beamte) zur Beaufsichtigung. 4 geübte Heizer rtroa 40 mönnl. u .40 luriül. Jlrrfonrn. ßu melden am Tag nach der Mobilmachung in der Bahnhofs-Restauration. «004 Bekanntmachung. ik» werden »UNI sofortigen lfinlriii tüchtige, UN beicholteoc und rüstige reute »ur Verwenbuna al» BZageusubrer für die Llraneubabn gciuchi. :««>:!!) 2)!eldungen und folort an die Direktion der siSdiiiiben ekiri»>iäi»werkr und Strahenbabn in Giehen »u ricknen. Wärter Xrntfdif cAäfcrljnnM* 2,Zabre. prima Liammbaum. wachsam, umsliindcbaiiier «u verlaus, -lad i- d GeichäliS- ilelle de« Gieh. An». [S8HB liM'2 Cflobfr. evi. früher j. verin. ''.VilhrJmfir. 36L I» leine« l,««l»nnetii »eine nibiae Perlon per bald »u verm. Zu ersr. Neustadl tl. im Paden._ tw<«r> iM-i unmObl. Zlm r ,u KslstrAllst AI E I Möbl. Zimmer\ iiidl. Zimmer inirrtrri. OtBtffi Reuenwc, : 1 7r4f.iibU.Zla. ».Perm. lab U»i»,»7». d. A'e’lnn l. Um Lch. mobl. Gimmer m «eo iFmnnnn »u vermielen. HK) «IfinürnKC 51, p. | Lüden u. dal. \ Vodcn ju ofnifttn. 80201 Renliadt 41. Pseebeiiall mii Burschen oclaii ,u vermiet. Nähere» Walltorftr. 75 h, Bureau. «1M> sofort gesucht. Lohn 450 — 600 Mk. steigend, bei freier Station und Dienstkleidung, nach 6 Jahren 1000 Mk. Prämie. Kräftige unbescholtene Leute über 18 Jahre wollen Lebenslauf mit Zeugnis richten an die Direktion der Heil- und Pstcgeanstalt «testen. Auch einige verheiratete Frauen oder Witwen werden bei gleichem Lohn zum Krankendienst aus der Männcrabteilung sofort gesucht. .D MmMN für Militärlicsttinili sofort gesucht. G. W. Tchncidcr Rachf., Markt stratz» 30. _ [OffliH .Heizer und Tchlosser 71%'i Fräulein aber nicht unter 22 .fahren. ibi aeiuchi. lMLO I hlrurglRebr Klinik. lunarr. unverbriral, zuvrrl. Chauffeur SW. aeluch! »um 1. ScvL d. äitTilll. 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