m. m ! Der «jcb Der f «ft««« »»r«Kk«« afäti.d täglich, außer go«üaqS. - Beilagen: rfc.mal wöchentlich H^eett^eetfliniblätlct; ' zwevnal wöchentl-lleeir- btall (firbtH Kr«U *i«ft«n : -weimal monatl. Land- ^rKchafMcheSeitfnV, Keuch,rech - Achchlätz«: für der Redaktion 118, Verlag n. Sxpedmon 51 Aderst« Sr Depesche«: «»,echer «iefte». anabme Mn Anzeige» für btt TageSrnonmer dir «orrniUag; S Uhr. Erster Blatt M. Jahrgang Eichener Anzei Samstag, l August IM YezuqSvrciS: monatlich 75 Pj., vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 85 Pf.; durch diePost Pik. 2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellq. Zeileiwreis: lokal 15P>, auswärts 20 Pjennig. Chefredakteur: A. Goeg. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz: für .Feuilleton', ,Ver- mijchtcs'unü.lSerichts- faal': Karl Neurath: iür .Stadl und Land': 8otaft'i» deutsches Ultimatum. Berlin. II. Juli. abcndS. Die ..Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Nachdem dir auf den eigenen Wunsch deS Zaren selbst unternommene Vermittrluiigsarbeit von der russischen Regierung durch die allgemeine Mobilmachung der russischen Armee und der Flotte gestört wurde, bat Ver Deutsche Kaiser beute i» Petersburg wissen lassen, daß die deutsche Mobilmachung in Aussicht steht, falls Rußland nicht binnen 12 Stunden die Kriegsvoibereikungen rinstellt und bicrübcr bestimmte Erklärung abgibt. Gleichzeitig ist an die französische Regierung die Anfrage übar ihre Haltung im Falle deS deutsch russischen Krieges gerichtet ivorden. Der Dcpcschcn-röcchscl zwischen Kaiser Wilhelm und den« Zaren. Berlin, 31. Juli. Der „Bcrl. Lokalanz." schreibt; Bon einem Tepcschcnwechscl zwischen den beiden Herrschern ist in den letzten Tagen vielfach die Rede gewesen. Wie loiiy, jetzt Mitteilen können, hat sich der Zar mit einem Telegramm an Kaiser Wilhelm gewandt, daS die Bitte enthielt. Seine Majestät selbst möge eine VcrmittelungSaktion übernehmen. Kaiser Wilhelm hat diesem Wunsche des russischen Herrschers entsprochen und seine Schritte auch weiter svrtgesetzt trotz der hier cingelausenen Meldung von einer Tcilmobilisicrung Rußlands und obwohl man damals unter dem Eindrücke stand, daß die Gesinnung Rußlands durchaus nicht friedlich war. Dank der Vermittelung Sir Edward Greys hatte diese von unserem Kaiser eingeleitete Vermittelungsaktion noch in der letzten Nacht eine neue Formel gesunden, die sich dem er- wüns hten Ziele zu nähern schien und die vielleicht trotz der ausfallenden russische» Haltung Aussicht ans Erfolg bot. Unter diesen Umständen muß die totale Mobilisierung Rußlands als eine Herausforderung ernster Form angesehen werden. Es muß hrrvorgehoben werden, daß schon in den letzten Tagen Gerüchte von einer drohenden Halcung Rußlands an der deutschen Ostgrenzc zur Kenntnis Kaiser Wilhelms gekommen waren, und es war ein ganz besonderer Vertrauensbeweis in die Lonalität des Kaisers Nikolaus, daß Kaiser Wilhelm nicht sofort daS von ihm erbetene Bermittelungsamt niederlcgtc und virläufig noch von militärischen (öegcnmaß- regcln absah. Dieses Vertrauen unseres Kaiser» ist von der russischen Seite in der schmählichsten Weise mißbrkiucht ivor- den. Die ganze Wucht der Verantwortung für dieses jeder Loyalität ins Gesicht schlagende Berhalten der russischen Krone fällt aus diese selbst zurück. Kaiser Wilhelm hat bisher gezeigt, daß er ein Friedenssürst ist. Nun soll Rußland auch erfahren, daß dieser Nachkomme Friedrichs des Großen ein Kriegcsfürst sein wird. Der Kaiser. Berlin, 31. Juli. Das Kaiserpaar ist um 2 Uhr 45 nachmittags in Berlin eingetrosfen und hat im Kgl. Schlosse Wohnung genommen Als sic in offenem Automobil, der Kaiser in der Uniform der Olardednkorps, die Linden entlang fuhren, gefolgt von dem Kronprinzen, dem Prinzen Heinrich und den anderen Prinzen, wurden ilmen stürmische Huldigungen zuteil. — Nachmittags um 3 Uhr fuhr, von der Bevölkerung lebhaft begrüßt, der Reichskanzler zum Kgl. Schloß. Berlin, 31. Juli. Im Königlichen Schloß waren gegen vier Uhr alle Prinzen und Prinzessinnen der königlichen Familie versammelt. Eine Ansprache Kaiser WilhclinS. — Berlin, 31. Juli, 8.40 N Um die sechste Abendstunde wurde das Gedränge um das Schloß ungeheuerlich. Tie Erregung der angesammelten Massen stieg dauernd und erreichte ihren Höhepunkt, als mit einem Sckwlltrichker von den kaiserlichen Olemächern geruscn wurde: „Ruhe, der Kaiser will sprechen." Der Kaiser erschien gleich darauf aus der Altane des Schlosses, begleitet von der Kaiserin, de» Prinzen Adalbert und Oskar, und sprach mit lauter Stimme, die aber dauernd von Jubel und Hochrufen unterbrochen wurde, so daß die Ansprache im einzelnen kaum verständlich nmrde, doch konnte man heraushören, daß der Kaiser sagte: „Eine schwere Stunde ist heute über Deutschland herein- gebrock>en. Neider überall zwingen uns zu gercchifertcgter Verteidigung. Man drückt uns das Schwert in die Hand. Ich hofie, daß, wenn es nicht in letzter Srunde meinen Bemühungen gelingt, die Gegner zum Einsehen zu bringen und den Frieden zu erhalten, wir das Schwert mit Gottes Hilfe so führen werden, daß wir es in Ehren wieder in die Scheide stecken können. Enorme Opfer an Gut und Blut würde ein Krieg vom deutschen Volke erfordern, dem Gegner aber würden wir zeigen, was es heißt, Teutschland anzugreifen. Und nun empfehle ich euch: Geht jetzt in die Kirche, kniet nieder vor Gott und bittet ihn um Hilfe für unser braves Heer!" Einen Augenblick herrschte eine waihevolle Ergriffen- heit, die dann von neuem durch brausenden Jubel abgelöst wurde. Tann verließ der Kaiser das Schloß und fuhr unter stürmischen Zurufen und lebhaften Begeisterungskund- gebungen der Massen die Linden entlang. Bor der r u s s i - sAxn Br,tsrhaft können Schutzleute nur mit Mühe die ÄT^chernnaisen atm&fzax.. Berlin, L Äug. Als die Kaiserin mit den Prinzen AdalVert. und Joachim von der Trauungsfeier im Beelevur nach dem Schloß zurückkehrre, wurde sie, ebenso wie das dgxausßolgeude kronprinzliche Pcmr, auf dem ganzen Wege mit Ovationen überschüttet. Die Kaiserin und die Kronprinzessin dankten der Menge tiefbewegt auf das freundlichste. Der Kaiser, welcher noch vor dem Generalstabs- gebande vorfuhr, traf erst nach 8 Uhr im Schlöffe ein. Das Publikum umdrängte ihn im Automobil und begrüßte ihn mit Donnerndem Hurra unter Tücher- und .Hüte- schwenken. Der Kaiser grüßte andauernd. Die Kundgebungen in der Umgebung des Schlosses dauern fort. Das Publikum hält s^hr gute Ordung inne. Prinz Heinrich hat sich noch Kiel begeben. Hochzeit de» Prinzen Oskar. Berlin, 31. Juli. Heute abend um 7 Uhr wurde im Kgl. «rchloß Bellevue mir Genehmigung Ihrer Mazeslären die Vermählung des Prin^n Oskar von Preußen mit der Gräfin Jmr Maria von Bm'sewitz stqndesamtlich durch den Minister des Königlichen Hauses Graf Eulenburg vollzogen und dxcrauf die kirchliche Einsegnung durch den General- superiutendenten Händler vorgenommen. Ter Feier wohnten die Königliche Familie und die nächsten Angehörigen der Braut bei, welche nunmehr den allerhöchst verliehenen Titel einer Gräfin von Ruppm führen wird. Ovationen vor dem Kronprinzen. Berlin, 31.Juli. Zwischen der fünften und sechsten Rachmsttaqsstund« versammelte sich, ebenso wie vor dem Königlichen Schloß, eine nach Tausenden zählende Menschenmenge vor dem Palais des Kronprinzen. Immer wieder brachen die Tausende in brausende Hochrufe aus und stimmten vaterländische Lieder an. Kurz vor 6 Uhr erschienen der Kronprinz und die Kronprinzessin auf dem Balkon des PalaiS, von ungeheurem Jubel der Volksmenge begrüßt. Ter Kronprinz, der die Litewka trug, grüßte dankend und auch seine hohe Gemahlin winkte grüßend herab. Nachdem das kronprinzliche Paar sich wieder zurückgezogen batte, verharrten die Tausende vor dem Palais, die begeisterten Kundgebungen unaufhörlich wiederholend. Maßnahmen de« Bundcsrats. Berlin, 31. Juli. Ter Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung dem Erlaß von drei kaiserlichen Berord- nungen zugestimmt, betr. das Verbot der Ausfuhr von Verpflegungs-, Streu- und Futtermitteln, ferner von Tieren und tierischen Erzeugnissen sowie Kraftsahrzengen (Motorwagen, Motorrädern mid Teilen davon), Mineralölen, Steinkohlentcer und allen aus diesen hergestellten Lclen. Zu den beiden erstgenannten Verordnungen erließ der Stellvertreter des Reichskanzlers eine heute im Reichsanzeiger erscheinend« Bekanntmachung, wonach unter das Verbot der Ausfuhr von Verpflegungs-, Streu- und Futtermitteln fallen: Roggen. Wenzen, Spelz, Gerste, Hafer, Buchweizen, Mais, Malz, Reis, Hülsenfrüchte, Müslereierzeugnisse aus Getreide, Reis, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, frisches Gemüse, Zwiebeln, Sellerie, Gemüsekonserven, Pflanzenfette, Heu, Stroh und sonstige Futtermittel aller Art, ferner Streu; unter das Verbot der Ausfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen fallen: Lebende Tiere und zwar Pferde, Maultiere, Esel, Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine, Kaninchen, Federvieh, Fleisch, Fleischwaren, Fettwaren aller Art, Milch, Rahm, Butter, Käse, Margarine, Eier, Fische, le- bcicke und nicht lebende, frische, gesalzene und gctrockiecte, sowie geräucherte Fleisch- und Fischkonserven >eder Art, Fleischertrakt. Die Verordnungen treten sofort in Kraft. Der Reichskanzler ist ermächtigt, Ausnahmen zu gestatten und die erforderlichen Sicherungsmaßregcln zu treffen. Berufung de» Reichstags. Berlin, 81. Juli. Für den Fall eines Kriegsausbruch-; ist die Berufung des Reichstags auf Dienstag, den 4. August 1014 in Aussicht genommen Die Erössmrng wird im Weißen Saale des königlichen Schlosses in Berlin um l Uhr nachmittags erfolgeil. Die kaiserliche Verordnung wegen der Be- rufnng steht ,uxf> aus. Beschränkter Nachrichtendienst. Berlin, 31. Juli Bekanntmachung betr das Verbot der Veröffentlichungen über Truppen- und Zchiffsbe- wegungen und Verteidigungsmitlel vom 31. Juli 1914: Aus Grund des 810 des Gesetzes gegen den Verrat mili- tärisäier Geheimnisse vom 3. Jrcni 1914 Reisgeseyblatt Seite 195) verbiete ich bi» auf weiteres die Veröffentlichung von Nachrichten über Truppen- wird Schisssbcwegungen oder über Verleidigunqsn»ttcl. eS sei denn, daß die Veröffentlichung der Nachricht durch die zuständige Militärbehörde ausdrücklich genehmigt ist. Zuständig für'die Genehmigung sind die Generalkominandos. die stellvertretenden General- lommaichvs. die Marrnestcitionskommandos, das Gouvernement Berlin für die in ihrem Bezirk erscheinenden Druckschriften. Zu RachrictNen, deren Veröffentlichung verboten ist, gleichviel ob sie sich aus Deutschland oder einen fremden Staat bezieheir. sind besonders zu rechnen: Aufstellung von Truppen als Grenz-. Küsten- rrnd Jnselschup, Ucber- nxrchung der Haseneinsalrrten und Flußmündungen. Maß- nahvien zum Sctiutz der Eisenbahnen und zum Schutze des Kcasar-Wiltielm-Kanchlr, Aufstellung der dcezn bestimmten Truppe», Angaben über den cRrng der Mobilmachung, die Einberufung der Reserven und der Landwehr und das Klar- machrn (AuSrüslung! von Schiffen, Ausstellung neuer For- inationen und ihre Bezeichnung, das Eintreffen von Kom- manboS in den Grenzgebieten zur Vorbereitung der Ein- auartierung, der Bau von Rampen auf den Balmböfen im Grenzgebiete durch Eifcnbalmtruvven und Zioclarbeiter, die Einrichtung von Magazinen in deri Grenzgebieten und die Atlfkäufe von Vorräten durch die Militär- und Marinever- fvaltung, der Abtransport von Truppen und Torpedos aus den Garnisonen und die Richtung ihrer Eifenbahnfahrt. die Durchfahrt oder der Durchmarsch von Truppen anderer Elarnisonen unt-die Richtung ihrer Fahrt oder ihres Mar- fches, das Eintmssen von Truppenabteilungen ans dem Inland« an der Grenze und die Anerben ihrer Auslade- svationen und Onartiere, die Stärke und die Bezeichnung der in den Grenzgebieten cmfmarschierenden Truppen, der Angabe der Grenzgebiete, in denen sich keine Truppen be- fiiwen oder aus denen Truppen weggezoqe» werden, die '.'kamen der höheren Führer und idre Verwendung und etwaiger Kommandowechsel, die Angaben über Abtransport uw» Eintreffen höherer KömmandiKiedorden und der großen tzarivtgrcartiere, Störungen der ErjenbohntranspoNe durch Unglücks fälle und Unbrauchbarwerden von Eiienbatmen und Brücken, Arbeiten an Festungen und Küsten sonne Feldbe sesügungen, Bereitstellen von Wagenparks und Ardeirern für Zwecke des Heeres oder der i'Wtne. In- und Außer- dtenjrstellung von Kriegsschifje^ .Aüfcnihali rzud Bewegungen von Kriegsschiffen, Jertiasrellung und Ausleaen von Sperren und Ausrüstung von Schäden mit Minen, Berände rung von Seezeichen und Löschen der Leuchtfeuer, Beschädigung von Schiffen und ihre Ausbefferung, Besetzung der Nachrichtenstellen, Bereitstellung, Herruhtung und Beschlagnahme von Schiffen der Kaufsabrteimarine für Zwecke der Marine, Aenderungen ihrer Orders, Bereitstellung von Docks, Veröffentlichung von Briefen der Angehörigen des Heeres und der Marine ohne Einverständnis mit den in der Heimat verbliebenen Militärbehörden. Vorsätzliche Zuwiderhandlung gegen das Verbot wird mit Gefängnis bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bis zu 5000 Mark bestraft. Unterschrift: Berlin, 31. Juli 1914. Ter Reichskanzler. Teiegrammverspärnngen. Berlin, 31. Juli. Rach Aushangtareln au dem Haupttelegraphenamt, den Telegraphcnämtern und der Börse erleiden voraussichtlich Telegramme Verzögerungen: Bon ein bis zwei Stunden nach Frankfurt am Main, Hamburg und Seraßburg; über zwei «runden nach BreSlau, Dourzig, Emden, England, Hannover, Italien, Posen, der Schweiz. Köln, Eoblenz, Erkürt, Insterburg, Freiburg, Heringsdorr, München, Stralsund und Stuttgart. Beschränkungen de» Poftverkehr» i« Fulande. Infolge Erklärung 7>cs Kriegszustände» werden von letzt ab bis auf weüeres verschlossene Privatsen- dungen (verschlossene Briese und Pakete) zur Postbrsörderung nicht mehr angenommen 1. nach Elsatz-Lotbringen. 2. nach den zum Regierungsbezirk Trier gehörigen Kreise» St. Wendel, Otcrveiler. Saarbrücken (Crivt:, Saarbrücken (Land-, Saarlouis, Merzig und Saarburg Bz. Trier), 3. nad) Orten im Fürstentum Birkenfeld. 4 gach den zum Desebl-berriche der Festungen Slraßburg Elsaß» und Reubreisach gehörigen badischen Post« orten, das sind a) im Bereich der Festung Stcaßburg die Orte: Alien- Heim, Appenweier, Aucnheim -Amc Kehl). Bobersweier, Tiersbcim. Dundenheim, Ichenheim, Kehl, Kork, Legels- burst, Leutesheim, Liättenau Baden , Linz, Bkarlen, Mer- ßenbeun Baden. Mrmvrechkshvse» -Amt Kehl), Reusrei- steit Amt Kehl-, Rbeinbiichossheim, Scherzheim (Amt 8rU), Schuiterivald, Sund heim -Badens, Urlotsen, Wagshurst. Willstätt -Amt Kehl). Windschläg; b) im Bercich der Festung Reu drei lach die Orte: Ach- karren, Bceiiach, Burkhcim. Gottenheim, Jechnngen. Ih> ringen, Königschaffbauien -Kaiserstuhl-, Krozingen, Menge» cBaden , Merdingen -Baden), Munzingen, Oberbergen iKaiserituhl , Obrriiiwmgen, Oberrotweil, Lpingen, Sas- bach (Kaiserstuhl», SchaNstadt. 5. nach der Rheinpfalz. Die durch die Briefkasten ausgclieserten sowie die bei Ver- össenllichung dieser Bekanntmachung bereits in der Beförderung begriffenen veffchlossenen privaten Briesiendimgen und Privat- vakele nach den vorbezcichneien GcbietSicüe» und Orten werden den Absendern uirückgegeben oder, wenn diese nicht bekannt sind, nach den Boffchriflen für unbestellbare Sendungen behandelt werden. Freiwillige vor. Ueber die Einstellung von Nicht-Gedien- ten u. Freiwilligen Auf Grund des A98 der Heer- u. Wehr-Ordnung kann sich jede 'Persönlichkeit, die ihrer Dienstpflicht noch nicht genügt hat, bei Verfügung einer Mobilmachung einen Truppenteil (Ersatzbataillon usw) nach Belieben auswählen. Wenn erdies nicht tut.wirdbciderbaldcinsetzendcnAushebung überihn verfügt. Als Kriegsfreiwillige können sich solche Leute bei einem Ersatztruppenteil melden, die keine gesetzliche Verpflichtung zum Dienen mehr haben, erner jugendliche Personen zwischen 17 und 20 Jahren, soweit sie sich nicht in solchen Bezirke Haushalten, in denenderLand sturmaus, gebotenist, Studentische Kundgebungen. Breslau, 1. Aug, Der Allgemeine Studcntenaus schuß der schlesischen Friedrich-Äilhclm Universität hat fol gendes Telegramm an den Kaiser gerichtet: Die Breslauer «tudeutcnschait erlaubt sich Ew, Majestät die ehrsurchts- vollste Huldigung darzubringen und feierlich zu geloben, daß die Breslauer Sludeulenschast von heute derselbe Geist beseelt, wie ihre Komilitoncn aus der Zeit der Besrciungs und Einigungskriege. Auch sie ist bereit, den Hörsaal und die Bückzer gegen das Feld und die Waffen einzutauschen. In diesen, «inne rust sic Ew. Majestät ein donnerndes Mactc Imperator" zu. Tie Aufnahme de» Kriegszustände» in Berlin. Berlin, 31. Juli. Heute nachmittag verlas ein Ober leutnant des Alexanderregiments an der Spitze eines Wach- kommandos unter Trommelwirbel crt beschlossen, die Fondsbörse unverzüglich bis auf weiteres zu schließen. Tie Spareinlagen sind gesichert. Berlin, 31, Juli, Die „Berliner Korrespondenz" vcr- össentlichk folgendes: Augesichts der in einzelnen Orden auf« tretenden Besorgnisse der Bevölkerung wegen der Spareinlagen in den öffentlichen Spartzassen, Hai der Minister des Innern unter dem 30. d. M darmis hingrunesen. daß kein Anlaß zur Beunrulrigllng vorliegt. Fiir sebe öffentliche Spar- kässe hastet ihre Stadt oder der Kreis oder der sonstige Kommunalverband, der sie ermächtigte, mit ihrem gesamten Vermögen und der gesmnten Steucrkraft. Die Gelder der ösfenNicben Sparkassen sind fenier im Krirgssall als Pri- txlteigentum absolut sicher und jedem Zugriff des eigenen Staates sonne des Feindes entzogen. Die öffentlichen «par- kafscn bieten daher dem Einleger die denkbar größte Sicher» licit. Es kann den Sparern nur empfohlen werden, culch im Kriegsfall alles verffiglore Geld dort niederznlegen, nicht aber Ersparnisse abzulieben. Die letzten Tage liaben bewiesen, daß in weiten Kreisen des Publikums völlige UnkenntniA über den Zahlungsivert der RcichSbanknoten herrscht, ES wird daraus ausmerkscun gemacht, daß durch das ctzesctz vom l, Juni 1900 (ReictzsgcsetzblaU Seite 515) den Reichsbank- noten volle gesetzliche Zahlkraft beigelegt wird: sie sind des- halb wie die Goldmünzen von jedermann in jedem Betrag« zu dem vollen Rcnnwert in .sahlirng zu nehmen. Wer die Annahme einer ihm geschuldeten Sanninc in Reichsbankuoter, ablehnt, setzt sich den Folgen des AnnahnieverzugeS au». Die llmwechsetung der Reictisbanffioten in Goldmünzen erscheint deshalb völlig zivecklos. Befreiung vom ftande«amtlichcn Aufgebot. Berlin, Sl. Juli. Auigebotsliesreiim-ien für Militärpslich- tige zu erteilen, sind durch einen bekannt gegebenen Erlaß be« preußischen Minister« des Innern vom Veginn der Molnlmaäiuna an alle Standesbeamten ermächtigt, sofern beide Verlobte Deutsche sind Einer Rückfrage bei der ober-n Vedörde bedari es nicht Ferner sind österreichisch-ungarische Staatsangehörige, die durch die Mobilmachung ihre« Heimatlandes bctrosien sind, für eine Eheschließung in Preußen allgemein durch einen Erlaß de» Minister« des Innern vom 31. Juli 1914 vom Aufgebot betrnt Für die Angehörigen anderer Staaten bewendc! e« sich bei den bestehend» Bestimmungen. Teutsche Preffestimmen. B e r l i n . 31. Juli. ZurpolitischenLage schreibt die „Kreuzzeiiung": Die deutsche Regierung hat sich acht Tage lang entsprechend ihrer bisherigen ruhigen und sried- lichen Haltung zur Lösung der schwierigen Krise die redlichste Mühe gegeben. Die politische Siluation hat sich deffen ungeachtet von Dag zu Tay und nach jeder Richtung durch die Schuld und nach der Absicht des Dreiverbandes ganz erheblich verschlechtert. Auch aus die Bolksstimmung dürste eine länger andauernde politische Hochspannung kaum noch von günstiger Einwirkung sein. Der ungeheure Jubel über die Talfreudigkeit der österreichischen Regierung ist verflogen, die bell auslodernde Flamme naiionaler Begeisterung unter dem Drucke des Hangens und BangenS vor einer Enischeidung und unler polizeilicher Einwirkung in sich »usammengesunken. Bismarck« Wott von der Begeisterung, die sich nicht e,n- vökeln lasse, findet auch für den vorliegenden Fall seine Bestätigung An Stelle der Begeisterung ist Rervosität getreten. Tie deun'che Regierung ist in ibren Bemühungen um die Erhaltung des Friedens bis dort an die Grenze des Möglichen und im Interesse des eigenen Landes Zulässigen gegangen. Tie Berantworlung für ein Scheitern der sriedlichc-n Bestrebungen würde nun und nimmer ihr zur Last fallen können. S«e darf versichert sein, daß man im Volke von ihrer bis zum Letzten einwandfreien und korrekten Haltung durchdrungen ist. — In der „Boss. Ztg." beißt eS: Deutschland will den Krieg nicht und fordert ihn nickt heraus. Alle Bürger würden fick glücklich schätzen, wenn die Sriegswolkcn an uns oorüberginqen. ohne sich ,u entladen. Muß es aber fei», dann in Himmels Namen Tann soll und wird sich Bismarcks unvergessenes Trodworr bewadrbeiten, daß ganz Deuffchland ausiliegen wird, wie eine Pulvermine. Daß dies nicht ge« schehe. liegt bei Rußland. Rur wenn Rußland den Krieg rbcn- öwenig will wie Deutschland, nur wenn Rußland sich in »wölsier Smnde besinnt, ob der Einsatz des furchtbaren Spieles wert ist, ist das Verhängnis auszuhalten, das uns alle bedroht, dir wir in Europa wohnen. — Die „Deutsche Tageszeitung" äußert sich zu dem Erlaß der deutschen Aussuhr- verbore: Diese Maßnahme zeigt, wie ernst die Lage in Deutschland ausgesaßl wird. Man ist sich eben der Tatsache bewußt, daß eine unbefriedigende, ja schon eine unklare Antwort aus Petersburg die sokonige Mobilmachung in Deutschland zur Folge haben muß. Hoffen wir, daß Rußland sich noch in lej^er Stunde serner schweren Verantwortung bewußt wird. — Ter „Berliner Lokalanzeiger" läßt sich aus Pelers- burg melden, die Lage gelte im dortigen Auswärtigen Änit als säst hoffnungslos. Tie Kriegsparieien, die Nationalisten und Panslawisten arbeiteten mit Hochdruck für den Krieg. — Die „Rowose Wremja" sagt, ein Krieg mit Oesterreich wäre äußerst populär. In demselban Blatte heißt es aus Krakau, 'j f-xüereä Bombenattentat in Warschau und zwar aus f I CUs ks-plpostamt erfolgt ist. Tas Gebäude soll in Flammen erjchei Tie russische Mobilmachung. SonEydtkuhnen, 31. Juli. Die 2. und die 3. russische , ^allerirdivision stehen an der Grenze zwischen Wirballen and Augmstow. f Sil lenste in, 31. Juli. Es kann keinem Zweisel unter- I liegen, daß die russische Mobilmachung an der Grenze in j, vollem Gange ist. Königsberg, 31. Juli. In den Gouvernements Täu- | roggen und Suwalli sind Pferdcankäuse im Gange. Thorn, 31. Juli. Im Gouvernement Plock werden j] Mobilmachnngspserde ausgehoben E y d I k u hn c n , 31. Juli. Tic russische Grenzwache hat die Wachlhäuser in Brand gesetzt. Zollbeamte behaupten, daß dies die Mobilmachung bedeute. Danzig, 31.Juli. Zuverlässige Reisende sahen aus der Fahrt von Petersburg nach Wirballen in Wilna drei Militärzüge mit Artillerie: alle Mannichasien waren kriegsmäßig ausgerüstet. Tie Cholera in Rußland. Lemberg, 81. Juli Infolge der Ausbreitung der astatischen Eboleva im Gouveruemeuc Podolien Hai die St«ttt»kterei die sanitäre Revision der au» den verseuchten tlKbiercn cuttommenden Reisenden und des Reisegepäcks aus den Stationen Brodh und Podwoloszyska verfügt. Tic Russen sprengen. Mtislowitz, 31. Juli Heute nacht Höne man von der russischen Grenze her mehrere Explosionen. Es ver lautet, daßdieBrückezwischenGranitzaundScza- kowa gesprengt worden ist. Sofia, 31. Jull. Dem Dlait „Utro" zufolge ist das Archiv der russischen Gesandtschaft in Belara d gestern hierher geickmfft und in der hiesigen russischen Gesandtschaft untergehracht worden. Tic österreichische Mobilmachung. Wien, 1. Ang (Amtlich.) Tie Amtsblätter in Wien und Budapest werden morgen folgendes verlautbaren: Nach der amtlichen Mitteilung vom 31. Juli bat der Kaiser die allgemeine Wotüifterung de« Heeres und der Kriegsmarine sowie der beiden Landwehren. ferner die Auibietunq und kinberuiung der Landstürme-; anbesodlen Diese Verfügung ist veranlaßt worden durch die von Rußland angcordnete Mobilisierung. Tie vom Kaiser bc» sobleneMaßnahmehat keine wieimmer geartete aggressive Tendenz, sondern eS handelt sich lediglich um eine v o r - sichtsbalbcr getrofjenc Vorkehrung zum uner» lttzlichen Schutze der Monarchie. Verordnungen. Berlin, 31. Juli. Der „Reichsanzciger" verösfentlicht in einer -Sonderausgabe folgende Verordnungen: 1. eine Verordnung brtr. die vorübergehende Einführung der Paßpilicht: 2 eine Verordnung. berr. das Verbot der AuSsuhr und Turchsuhr von Waslen und Munition. Pulver, Sprengskossen, sonne anderen Ar- tiftln des Kriegsbedarf« und von Gegenständen, die zur Herstellung von KriegsbedariSaNikeln dienen: 3. eine Verordnung betr. da« Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Eiicnbahnmaterial aller Aei, Telegraphen, Fernlvr«t«erät sonne Teilen davon, von Luitschiftergerät aller Art, von Fahrzeugen und Teilen davon: 4. eine Beiordnung betr. das Verbal der Ausfudr und Dirchiuhr von RobUonen, die hei der Herstellung und d'»> Betriebe von GeienftäAdeii de» Krieg-;bedarf- tu: V r:.>endimg gelangen: 5. eine Verordnung deir da« Verbot der Ausfuhr und Durchiudr von Verband- und Arzneimitteln sowie von ärztlichen JnstruineMcn und lAuSfubr Von Tmiben: 7. eine Verwendung betr. die Verwendung Geraten: 6. eine Verordnung betr. daS Verbot der Einfuhr und ,Ausfuhr von Tauben: 7. eine Verordnung betr. die Verwendung von Tauben zur Beförderung von Nachrichten. Franz Josef. Wien, 31. Jstüi Ter Kaiser empfing gestern den Grafen Perchtold, den Kriegsminister Krobatin und den Generalstal'schcf Eonvad v. Hohendorf in zweistündiger gemeinsamer Audienz. Französische Verhandlungen. Paris, 31. Juli. Ter Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten PoincarS hat über die auswärtige Lage beraten. Ter Minister Noulens legte dar, unter welchen Bedingungen er die Bestimmung anwenden lasten wolle, die gestattet, daß die Sparkassen alle 14 Tage nur je 50 Frcs. an den Einleger auszalsten. Der Ministerrat berät morgen über die Frage der Verlängerung der Wechselfälligkeiten. Mobilmachung in Belgien. Brüssel, l. Aug. Di« Regierung ordnete die Mobilisierung an. Die Delegierten des Friedensbureaus, die hier zu einer aiißerordrnlücheii Tagung vereinigt sind, sandten an alle Moi-.arckwn Europas und a» den Präsidenten Wilson . Telegramme mit dem Ersuckwn, in letzter Stunde für däir Friede» zu wirken. Auch die Vermittlung des Papstes rief das Fricdcnsburoau an. Holland» Vorsichtsmaßregeln. Hsag, 31. Juli. Ter Bürgermeister rief gestern abend *u 10 Uhr die gesamte Mannschaft der Landwehr der Küstenwacht unter die Fahnen. Ein amtlicher königlicher Erlaß verbietet einstweilen für fremde Kriegs- schüre die Einfahrt in die niederländischen zkustengewäfser mit Ausnahme von Säststen der Fifchereipolizei und Kiflcgs- schiffen, die in Secgejahr sind oder Havarie erlittcri lwbcn. Mobilmachung in Holland. Haag. 31. Juli. (W B.) Tie Königin der Niederlande hat heute mittag I'/, Uhr durch Erlaß die allgemeine Mobilmachung befohlen. Bulgarien bleibt neutral. Sofia, 31. Juli Tser rumänische und griechische Ge- andre statteten gestern dem Ministerpräsidenten einen Beuch ab und erklärten ihm in der freundschaftlichsten Form, daß ihre Regierungen au der AufrechterhaUung des Buko- rr\-7 Friedens sesihicltcn Radoslawow wiederholt« die Erklärung, daß Bulgarien in dem österreichisch-serbrsckwn Kriege strenge Neutralität bewahren werde. — Tic bul- garstche Regierung dar ihre Vertreter im Auslande an- gewiejeu, die Ncutralitärserklärnng Bulgariens den b>> i treffenden Regierungen mitzuteilcn. Spanien unterstützt Frankreich nicht, k Madrid, 31. gilli Ministerpräsident Taro erklärte > die Gerüchte, das: Spanien naä> dem spanisch-französischen l Vertrage verpflichtet sei. 100000 Mann in die französische Zone Marokkos zu entsenden, die, falls die französischen L Truppen abberufen würden, zu deren Ersatz bestimmt seien, » für unrichtig. Spanien sei durch keuierlei internationale | Verpflichtung gebunden. — „Epoca", das Crgitn des Mim- I stermms, erklärt, daß -Spanien im Falle eines internatio- I I nalcii Konfliktes strengste Neutralität bewahre Sin Ersuchen an den Präsidenten Wilson. B rüssel, 31. Juli. 1.30 N. Das Berliner Friedens- Raurean und zahlreiche Telegierie europäischer Friedens- Mhereine beschlossen, die Regierungen Hollands, Belgiens, » .er Schweiz, Spaniens, Portugals, Tänemarks, Schwöens und Norwegens sowie Präsident Wilson telegraphisch zu ersuchen, den Regierungen der Großmächte üns- Vernriit- lung anzubielen und sttr die Erhaltting deS Friedens Europas emzu treten. veuizelo» reist doch. Brindisi, 3l. Juli. (Agenzia -slefani.) Der griechische Ministerpräsident Venizelos hat die Rückreise nach Saloniki angetreten. Buch Kanada ist bereit. Montreal. 31. Juli. Die kanadisch»: Regierung wird im Kriegsfälle als erstes Kontingent 30000 Mann stellen. Der Kamps zwischen Oesterreich und Serbien. W i en, 31.Juli. Ein Zug Grcnzjäger hat gestern einen überlegenen serbischen Angriff bei K I o I j e v a o zurückgewiesen, ohne selbst Verluste zu erleiden. Die Serben sollen einen Offizier und 22 Mann verloren haben. Dien, l. Ang. (K. K. K -Bur.) Der gestrige Bericht über das Eingreifen der Artillerie in daS Bortruppengefechl bei Belgrad wurde von einem Teile der Presse irrigerwsise dahin ansgelegt, daß es sich um das Bombardement der offen«, >stadt gehandelt hat. Selbsrverstäüblich werden die allgemein anerkannten völkerrechtlich»:» Bestimmungen unsererseits viel zu gcwissenbasl beobachtet, als daß unsere Artillerie sich einer solchen Verletzrmg des Völkerrechtes schuldig machen würde. Es wurde lediglich auf di« kämpfenden Truppen geschossen, die sich einzelner .Häuser als Feuerstellungen bedienten. Ans dem Kriegsschauplätze ereignete sich sonst nichts Nemieuswertes. Wien, 1. Aug. Zwei Grenzjäger aus Mährisch- Schönberg durchschwammen gestern an der mittleren Drina unter feindlichem Feuer den angeschwollenen Fluß und zer stönei- am feindlich«! User die dort befindliche serbische Telcphonlcitung. Serbische Gefechte. Sofia, 31. Juli. Nach d«i bisherigen Nachrichten svllnt die serbischen Vortruppen südlich von Belgrad bei A d a l a die erste Berteidigungsstellen beziehen. Die Hanpt- kräste wcrdnr in dem Raume von Arangelowaisch Uzice konzentriert werden, wo cs zu den ersten größeren Aktionen kommen dürfte. Semlin, 31. Juli. Um 8>'j Uhr kam es zu einem heftigen Vorposteugesecht an der Save, wobei aus der österreichischen Seite auch Artillerie und Flugzeuge eingriffcn. * . * Maßnahme» des BnndcSratS Berlin, 31. Juli. Der Bundesrat hat heute dem Erlaß von drei kaiserlichen Verordnungen zugestiinmt betr. das Verbot der Ausfuhr von Verpflegung--, Streu- und Futtermitteln, Tieren und tierischen Erzeugnissen und von Kraftfahrzeugen, d. h. Motorwagen, Motorfahrräder» und Teile» davon, sowie von Mineralölen, Steinlohlenteer und daraus hergesteltten Selen. Tic Verordnung«' treten sofort in Shraft. * . * Bon der Gauleitnng de- Wandervogels E. B. wird folgcirde Flugschrist verbreitet: heit allen Wandervögeln! Unser Vaterland gebt schwerer Zeit entgegen. Die wassen- fähigc Mamrschast wird ins Feld müssen, und dann verdirbt dem Landmanne aus Mangel an Händen die Ernte. Laßt uns hier Helsen und genossene Gastsrcundschast vergelten. Jeder Gau (Lrtsgrupve, meldet bei der Landivirtsck'astS- kanimcr seiner Provinz, wieviel wütige Wandervögel — in Gruppen zu zwei, drei oder mehr, Buben und Mädchen — bereit sind, als h el s er in der Wirtschaft tätig zu sein. Die Schule wird schon Urlaub erteilen. Denn cs fehlen der deutschen Land- lvirtschait einmal alle einheimischen, die zur Dasse einberusen werden, und dann die 400 000 fremden Wanderarbeiter. Und jeder Wandervogel, der nicht wafscnsähig ist, wird Landarbeit am sreudigstcn tun. Das ist .ittiegsdienst auch für die nicht Wassensähigen. Im Auftrag der Ebener W.-P.-Ortsgruppe und Gilde. A. Wunderlich, Gießen. Anmeldungen aus dem heim und bei den Führern. » * * Auswanderung aus Amerika. New Pork, 1.Atzg. hier erwartet man eine gewaltige Abwanderung europäischer Olestellmigspflichliger nach Europa. Ocsterreichischc und serbische Reservisten haben bc« rcils zu Tausenden die Vereinigten Staaten verlassen. Ermordung des französischen5oziallftenführers)aurö5 Paris, 1. Aug. Gestern abend feuerte in einem Cafe ein Mann mehrereRevolverschüsse auf den sozialistischen Deputierten Jaurös. EinigeSckKsse trafen Jcmrss in den Kopf, der kurz darauf st a r b. Au» StaSt und Land. Gießen, 1. August 1914. Außerordentliche Sitzung der Stadtverordncten- Bcrsamnllung. Lbcrbürgcrmeifter Keller hat dir Stadtverordneten Versammlung aus nächsten Sonntag. I I Uhr vorm., zu einer außcrorvcntlichen Sitzung rinbeniftn. in der namentlich über Maßnahmen berate» iverden soll, wie der in der Stadt zutage getretenen unberechtigten Preissteigerung cntgegengcwirkl werden soll. " Tage-kalender lür Conntag, 2. August: Ley lon- A » »stell u » g im Botanischen Garten. Zum letztenmal aeössnet Sonntag vormittag von 8—12 Uhr und nachniUlags von 2-8 Uhr. L i ch t s p i e l h a u 8: Täglich Vorstellung. Union-Theater: Täglich Vorstellung. Oberdellilche» Museum und Gail'sche Sammlungen. Geöffnet Sonntag voeniittagr 11—1 Uhr unentgeltlich. Museum t ü r Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormitiag» von 11—1 Uhr unentgeltlich. Lderhrisilcherltunsl verein. Di« Gemälde-AuSstellung ist täglich von 11—1 Uhr, Mittwochs von 3 bis S Uhr, und a» Sonntagen von 11—3 Uhr geöffnet. " Aus dem Schuldienste. Der Großherzog hat den Lehramtsassessor Dr. Heinrich Kiefer aus Gießen zum Oberlehrer an der Biktoriaschule zu Darmstadt ernannt. ** Offene Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mir einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Nackenheim, Kreis Oppenheim. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzeirdc Lchrerstelle an der Volksschule zu Gau-Bickelheim, Kr. Oppenheim. »»SicherheitderGelberanfder Sparkasse. Man schreibt »ns: Von größeren Plätzen, wie Berlin, Stvaßbmrg irfw., wurde dieser Tage vereinzelt von größeren ALHebünge» besondcr'sl äiigstlickfer Gemüter bck Depositenkassen und Sparkassen berichtet. Die besondere Sicherheit der öffentlichen Sparkassen ließ aber diese Abhebungen sehr bald adflanen, die iÄnzahlungen von Spargeldern haben wieder ihre normale Höhe erreicht. Dies trotz aller Kriegsgefahr. Gewiß ein Beweis für die in allen Zertrn der Gesahr dcwährle machtvolle Stärke der dcnt- scden Sparkaffeii. Am hiesigen Platze kann sestgestcllt werden, daß das Publikum von Stadt und Land in sein«» Verkehr mil Banken und Sparkassen größtenteils in jeder Weise seine Besonnniheit bewahrt. So halt sich z. B. bei der hiesigen Bezirkssparkafse der Einlage- und Ab- hebiuiM-rrkehr in normalen Grenzen. Ae Abhebungen sind, von Eiiizelfällen abgesehen, nicht höher als zu anderen Zeiten, die Einlagen haben die normale höhe: die Kriegsgefahr äußert keinen desondernr Einfluß. Und das mit Recht. St-argelder find nach staats- und völkerreckü- lichen Grundsätzen dem Zugriff jeder Staatsgewalt in Krieg und Friede» entzogen. Aus qlle Fälle sind Eftldcr bei einer Sparkasse sickeercr angelegt, als zu Hause i» der G.'ldkiste, ganz abgesehen von dem bei lniiislickwr Aufbewahrung ent- iichcndeil Züisvcrlustc. Der de» der hiesigen Bezrrkssparlcrsse durch Spargu!I>rbr» beteiligten Bevölkerung kann die an den Dag gelegte Besonnenheit und Riche mir >ruch weiterhin empföhle» rverdcii. Tie-dez i r kS s par ka ssc Gießen ist eine in und e l s i ch e r e, unter stamlichcr Aufsirlft stehende, öffentliche Sparkasse, die in jeder Hinsicht volle Sicherheit für die Einlage» dielet. De Stadt Gießen und 34 Landgemeinden deS Kreise-! lxiftoi neben den Hypotheken. Wertpapieren und Dein sonstigen Vermögen der Sparkasse mit ihrem eigenen gesamten Vermögen und ih re r gan ze n Stc u c r t ra f t für sämtliche Einlagen. Der Geschäftsbetrieb nftrd sell 'iverständlich auch während eines Krieges, in de» Deutschland verwickelt werde» sollte, aufrecht erhalten, erleidet keinerlei UiEerbrcchungen: das sei einigen Aii- sragen gegenüber ebenfalls betont. ** Tic erwartete Mobilmachung und tnweii Folgen hat in unserer Bevölkening «ne Unruhe hcrvorgerufen, die ganz außergewöhnlich ist und sich besonders bei den Frauen in Maßnahnie» Luft macht, die unbegreiflich sind. Seit zwei Tagen stürmen unsere Hauösrauen die Geschäfte, die Nahningsmitlel seil halt«!, und machen Einkäufe «i grvs. Man verproviantiert sich, als ob Gießen demnächst eine Belagerung zu erwarten hätte. Tie Umsätze in Niehl, Kaffee, Reis, Kartoffeln, Salz, Zucker usw. sind durch die gestrige Nachfrage enorm gesteijiert. Ei» Metzgermrister versicherte, daß er sich nicht bciiitncii könne, soviel Speck und Dörrfleisch, das sonst immer schwer abgeht, verkauft zu lsaben, wie in den letzten ^agen. Man kann lobend anerkeimc», daß bisher außer dem Mehlpreis unsere Kauslcute trotz der starken lftachfragr mit den Preisen nicht aufsclstugen. Nach der ganzen Marktlage ist es durchaus unrichtig, sich mit Mimdvorrat auf längere Zeit zu versehen, da dadurcl) erst ein Anziehen der Preise herbeigesührt wird. Sicher aber ist, daß bei der vorzüglichen Ernte eine Knappheit von Nahningsmilteln in Teulschland niclit bcvorsteht, selbst wenn cS zum Kriege kommt. In allen Dingen soll mau Ruhe bewahren und abwarteu, wie die Tinge sich gestalten werden. " G civccbe-AiiSstcll nng. AngksichlS der ernsten Lage hat der AaSslelliingSoorsland beschlossen, von der Vcr. anslaltnng eines ossizicllcn Schlußaktes am Plonüeg, zu dein schon eingeladen mar, abzistebea. " Gießencr Freilich t-Bühnc. Infolge der Unsicherheit in der politischen Lage, die sich gestern von Stunde zii Stunde zu verschlimmern drohte, hielt man es für angebracht, von einer Aufsührung im Naturtheater abzusehc» Zunächst soll diese als versäzoben gellen. 2»ülen sich jedoch die Verhältnisse so ändern, daß eine Pontellung in absehbarer Zeit unmöglich ist, dann bringt der Gicßener Anzeiger alles Nähere. **DiesinanziellcKriegsbereitscha:tderbeut- schen privaten Lebensversicherungs-Anstalten. Angesichts der gegenwärtig sehr ernsten politischen Lage heisft es gerüstet sein! ölerüstct nicht bloß für de» Staat, mcht bloß für den Wehrvsliclaigen. sondern für wden Staatsbürger. Als eine der siäiersleii Kapilalanlage» ist »ach den Ecsah.imgcu aus irüberan »liegen die L e be n s ver s i ä! c rn n g anzuseben. So ist es denn auä: ganz natürliä». das: gerade in diesen Tagen besoirdi'rs viele Lebensversicherungen mit Einschluß der Krieg.--geiahr abge- scftlossen werden, um so für den ü-nfl des Todes im »riegr einen Ersatz der Aibeits- und Erwerbskroil zu schaflech Welche Mittel die privaten Lebeii-versiäerung-gesellsthailen allem sür den »ricg, d. h. den schgversten Krisensall, bereiigestellt haben, zeigt da« Beispiel der „Stultgorler Lebensverftchcrungsbanl a. G Alte Stuttgarter ", bei twlrf-cr die vorhandenen Kriegsdeckuugsmittel mehr als 56 Millionen Mark betragen und ansvühcn würden, einem Kricgsverlust voll zu decken. Kreis Alsfeld. -- Alsfeld, l. August, heute morgen hat sich der Inhaber eines lsicsigeii BankgeschäftesB. erschossen. Er stand im Alter von OK Jahren Wie mir hören, sollen zu der Tat Zahlungsschtvicrsgscitcn, wie man zuerst vermutete, nicht maßgebend gewesen sein. vermischte». * Tiealte Kettenbrücke zwischenOfen und Pest über die Donau ist gestern unter lautem Krachen eingestürzt. Seit einigen Monaten wurde» an ihr Ausbesscrungsarbeiten vorgenommen, die aus mehrere Jahre berechnet waren. Amtlicher Drtlcrbericht. Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen. Detteraussichten in Hessen am Sonntag, den 'i. Aug. 1914: Zunächst melsach heiler, trocken, warm, südliche Winde, spater Zu- »ahme der Bewölkung. Letzte Nacl»r»»78D ■ ■ am Sonntag. 2. August Tanzmusik ZumOstend, Joa. Schlüter. [ a -*w Alice-Schnlverein Abteil. II. <*ieiiKen, Steinstranse IO. I llcirtnn des Haushaltung»- and Handarbeits-Seminars. 1 der Hanshaltungs-Srhule und de» Ko<-hKur*e* am 1. Oktober 1914. — Wohnung und Verpäegung für auswärtige Schtilerlnhen in der Anstalt — Anmeldungen Verein der Gastwirte von Gießen und Umg. E. B. Die für Donnerstag beabsichtigte Fahrt nach Lich wird hiermit bis auf weiteres abgesagt. Der Vorstand. ürftliches Nonsewatorium in Sonderrhaufen. Dirigenten. Kelang-, «lavier-. Rompofitiond-, CrAefterbodilrbule. CraeL Harte, «nmim-rnmtif uln<. 'stroke» 2diulrrovtbc ar brn autugreifen. is« nab wischbar, ertrugt losorl cochglant Ichnnen nicht Ist loson Hocken unb wirkt bebinsitiereub. Tie Anwendung ist bie benkbar einlachste. Prospekte unb tstebrauchsanweisungen gratis. ^dotii-ii« wacht alle anberen RetnigungSmtnel wie (Ylllll .111 Ciablipaiir. Terpentin. Bobnerwachs Überflüssig. (fin Bersuch Überzeugt l »Vakirtn übertrtm Alle»! Fktfitttt wirb verkauf In Kannen k 1 Liier 2V, fiter 5 Liter ILA fiter u. 2f> fiter zu Mk. 2.2« Mk. 2.10 fltf. 2.00 Mk. 4.»« »tf. t.HO pro fiter, erklulive Ranne», bie mit: Mk. Mk. 0.4« Mk. «.73 Mk. l.BOuSW. berechnet unb in gutem Zustanb tu */, der Preise »urück- genommen werben. In (stieben zu haben bet: 7(VM Georg Wattenfels Tel. 4«. Marktplatz 21 . gegenüber d. (vngelavotdeke. Photograph. Apparate/ Fordern Sie bitte s die neueste x Camera-Liste bei jtfugust Tlofl Jfreuj Drogerie llnhntiofntrnftae 51 zfämtl. 'ßedarfs- Artikel. llttlkigMIW. 91m TienSiaa. den ». Angntt d. I . vormiilaa« I« Ubr, werben wir lämlliche» Jnoeiitrtr ji!» Wikischiistsbckikbe ötr Kfiutrbfflitgjltlliinii Sstenllich mriftbietcnb gegen Barzablung versteigern Einen (kibichrank. eine Eibmnlddne. 7VO Nache unb tirte ItUtt. :Ui IvHcrlifUfr, i»n fomulcuc «nHri ivncriicucr, nn rommrtte .vann at'di'tre fCber- unb Untertasten.Milchkännchen.Zuckei schatiben. kabletibt 4>h»eos:ere unb kleinere Portella, planen, td ’ilid Bestecke tMester. löstet (stabelt towi r»rrg>a,er. eit nnb irftalafft, t'ikorglaser utro. Ierner bie gi Nucheaeinnchluna wie: «anostelschalmaschlur i Braipiannen. zwei Ileitchma'chmen. Mestr L Ji i* i uouiii, rum i, toaDru vom ESfe ?" 14 ". f L WBO Bterglater. kn --Sen . r. Töps — »--»» imiiuiiiiu'iuinrn. 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