Nr. 1?5 Zweitez Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. 164- Jahrgang Die „»ietzener Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger» vierinal wöchentlich beiqelegt, dar „«reirdlatt für den «relr Stehen" zweinial wöchentlich. Tie „rindwirtlchasilichen Sei,, fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Aiyetzer Seneral-Anzeiger für Gberhefjen Mittwoch, 2Y. Juli PN Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Ve.lag: e 3 £j»61. Redaktion: 112. Tel.-21dr.: AnzeigerGießen. 3«r tage in Irland. ,, L o n d o n , 28. Juli. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses führte der Antrag Redmonds auf Vertagung, um die Aufmerksamkeit des Sauses auf die Vorfälle in Dublin zu lenken, zu einer lebhaiten Debatte Redmond tadelte, dast die Waffeneinfuhr in Irland erst verdaten tvor- den sei, nachdem die Mehrzahl der Ulsterfreirvilltgen mit Waffen versehen gewesen, wahrend man in anderen Gegenden Irlands fäxrrf etngcfchritten fei, um die Waffeneinfuhr für die Nationallisten zu verhindern. Redmond verlangte -die Aushebung des Verbots der Waffeneinfuhr in Irland und die Entfernung der Beamten, die gestern für die Der- wcndimg der Truppen verantwortlich waren, ebenso die Entfernung des beteiligten Regiments. Der Sekretär für Irland Birrell sagte eingehende llnterfuchung zu. Er ivies darauf hin, daß die Truppen von der Volksmenge an- gegriffen und viele Soldaten verletzt worden seien Bonar Law übte an der Regierung schrafc sititir und erklärte, dast sie für die Vorfälle verantwortlich sei. Premierminister Asquith betonte, dast man das Militär herausgefvrdert habe. Die Waffeneinfuhr sei eine verhältnismäßig nebensächliche Angelegenheit. Weil wichtiger sei die Haltung, welche die Opposition gegen die Autorität des Gesetzes ein- nehme. Dadurch werde die Schwierigkeit, Irland unter den gegenwärtigen Verhältnissen zu regieren, vermehrt. Die Opposition habe die Gesetzesverletzung als Kardinaltugcnd proklamiert. Wenn sie selbst zur Regierung kommen sollte, so würde sie finden, daß die Regierung Irlands eine .Aufgabe für sie sei, die sie nicht lösen könne. 10. Deutscher Ztenographentag. Düsseldorf, 28. Juli. Der 10. Deutsche Steno- gr a Phcntag, der gestern in dem Rittersaal« der hiesigen Slädrischen Tonhalle tagte, zeigte einen außerordentlich zahlreichen Besuch. Im Vordergründe des Interesses stand die Stellungnahme der Vereine des Deutschen Sienograplsenbnndes Gabcls- bergcr zur deutschen Einhcitsstcnographie. Der Bundesoorsitzende, Professor P s a f f - Darmstadt, gab einen Rückblick über die langjährigen Verhandlungen zur Schaffung einer deutschen Einheitsstenographie, die jetzt vor dem Abschluß ständen. Dr. Ganticr- Franksnrt a. M. schlag namens der Bundesvvistandschaft eine Resolution vor, die besagst, daß der Deutsche Stcnographcntag bereit sei, für ein deutsches Einheitssystem weitere Opfer zu bringen und der die deutschen Regierungen sowie die österreichische Regierungt ersucht, dem Einheitssvstem nach dessen endgültiger Fassung durch Einführung in den Schulen zum Durchbruch zu verhelfen. Hieran schloß sich eine nuchrstündigc erregte Aussprache, an der sich auch der Kammersteiiogimph uud eigentliche Schöpfer des Effiheits- shstementwurses S ch c i bl«-Stuttgart beteiligte. Bei der Abstimmung ergab sich die Annahme der Entschließung Gantterz mit überwrcgender Mehrheit, während eine Entschließung der Gegenparteien, wonach die Schule Gabelsberger nach der endgültigen Fassung des Einheitsentwurscs nochmals gehört werden möge, ab- gelehnt wurde. Au» Stavt uuv («nd. Gießen, 29. Juli 1914. ** Instruktion an bie preußisch-hessischen Eisenbahnbeamten. Die Beamten der preußisch-hessischen Staatsbahnen erhielten, wie die „Darmst. Ztg," mitteilt, eine umfangreiche Instruktion, wie sie den gegenwärtigen veränderten politischen Zuständen Rechnung zu tragen haben. Danach sollen sie allen aus der Heimreise befindlichen Oesterreichern nach jeder Aichlung hin behilflich sein. ** Telegrammverkehr nach L> e st e preich- ll n g a rn, Rußland und den Balkan st a a t e n. Wegen sehr starker Anhäufung der Telegramme nach Oesterreich-Ungarn, den Balkanstaatcn und Rußland erleiden die Telegramme dorthin große Verzögerungen. Sämtliche tele- Hraphischen Verbindungen zwischen Ungarn und Serbien sind aufgehoben. Telegramme nach Serbien können auf Gefahr des Absenders zur Wvrttaxe von 35 Pfg. via Schweiz-lJtalien-Griechenland befördert werden. " 7. Gesellschastssahrt des Hess. Flotten-' Vereins an die Wa s, c r t a n t c. Ter Landes lusschuß für das Grosthcrzogtum Hessen des deutschen Flvttenp.-reins unternahm vom 16. bis 27. Juli d. Js, unter der Leitung des Hauplmanns V o l lm a r-Darinstadl die 7. Gesell- sibaftssahrt nach Hamburg-Helgoland-Kiel und dora anschließend nach Kopenhagen' Saßnitz. Die Besichtigungen der kaiserlichen Werft, des Torpcdohafens, mehrerer Kriegs- schissc usw., boten ein reiches Bild von der Tätigkeit unserer Flotte. Ten etwa 200 Teilnehmen, für Hie vorzüglich, auch sür Essen und Quartiere, gesorgt ivar, nnrd diese Fahrt eine schöne dauernde Erinnerung bleiben. ** Hessischer Schutzverein für entlassene Gefangene Trat soeben erschienenen ReäseusibastSbericht des Var standes des Vereins cnwehmcn wir folgendes aus der Statistik der Pfleglinge des Jahres 1913. Unter den 210 Pfleglingen des Berichisjabres ivaren 39 <1912: 42) weibliche Gefangene (18,6»,o gegen 21,6°° im Vorjahre). Dem Familienstand nach waren 61 <571 Pfleglinge noch letjig, 141 (132) verheiratet, 5 (2i verwitwet, imd 3 (31 geschieden. Zum ersten Mal bestrast waren 75 ( 73), 135 (121) waren bereits vorbestrast. Dem Wohnsitz nach entsallen am Starkenburg: 111 Pfleglinge (53°/o), 1912: 100 Pfleglinge (51°°), Obettjessen: 31 Pfleglinge (15°/o), 1912: 20 Pfleglinge chs,ags.rbge»rdneter Dr O e r t e l-Berlin die ,ch„en- lchiveeen «;,e>.ii»s e der leglen Zn, unb erwähnte besondc-rS die vor „er Wochen ertolgte ©ntordung de« üsterreich.jcknn Thronfolgers Ar r chw e l y gefeiert. Die schöne alte Sitte, die ersten Tänze lunter der alten Linde. Unweit der Kirche, auszufiihren, wnrde auch in diesem Jalire wieder treu gewahrt. Da in zwei Gasthäusern ^oir.minit statrnndet, und ,ebc der beiden Parteien diesem alten httrauche huldigt, so beriechen sie noch Vereinbarung kurz mrs- etnondersolgend diesen Platz. Kreis Schotten. z. Herchenhain, 27. Juli. Gastwirt deinrich Alt von st'er verkaulte heute sein bisheriges Wohnhaus mit der darin be- !leidlichen Wirtschast an den Kellner deinrich Klein lBurkarts) in Hohe von 8500 Mark. Alt wird nun wieder seine ganze Tätia- lert der Laiibwirtschait widmen itnd lein srüheres Wohnhmts, worin zurzeit die Firma deinrich Kronrm jun., Schotten, eine Maschinen- striaerei errichtet hat, beziehen. Dcsscn-Nassau. XHanau, 28. Juli. In Fechenheim ist der Ge - mc rndeseikretär Hock, weil er im Verdacht steht, sich der Unterschlagung von Mündelgeldern schuldig gemocht fru halben, in Untersuchungshaft genommen worden Sport. X Offtr»ierS-La.wnten!nis-Turnier in Bad Üionkdurg. Der zweite Tag des Turnier« ist ebeirsalls vollständig verregnet. Rur am Nachmittag konnten einige Spiele aus- getragen iverden. Die wichtigsten Ergebnisse vom Dienstag find: Herren-Einzelspiel um den Kaiserpreis: l. Runde Hauptmann Seebohm (—301 vom Jns.-Reg 167 gegen Lt Brrnk vom Fld-Art-Rgt. 32 mit 6—2 6—1, i!t. Hopp vom In,- Reg 79 gegen Lt. Brunnen vom Baner. Jns.-Reg. II mit 6—3 6—2, Lt. Bartels vom Ulanen-Reg. 6 gegen Lt. H. Bering vom Füsil.-Reg. 80 mal i3—6 6—1 6—1, Lt. v. Schienstedt vom Garde-Kürass.-Reg. gegen Lt. Boiler vom 2. Bad. Ari-Reg 30 mit 1—6 6—4 6—4, Lt. W. v. daugk vom Ulanen-Reg. 17 gegen Lt. Ludwig vom Lothr. Jns.-Reg. 144 o. Spiel, Oberlt. v Lveper vom Ins. Reg. 54 gegen Li. v. Münstermann vom Eisenbcrhn- Reg. 3 mit 6—4 6—3. In die 2. Runde kamen Oberlt. v. Loepen gegen Lt. Prätorius vom Fußart.-Reg. 9 mit 6—4 6—3 und Lt. daessner vom Bad. Inf.-Regt. 143 gegen Lt. F. v. Daugk vmn Garde-Reiter-Regt. mit 6—3, 6—4. Herren-Doppel» spiel : 1. Runde dvtm. Seebohm-Lt. daessner gegen Lt. Schneider m Kreise befindlichen drei Geftütsstativnen — Engelrod, Grebenhain und Schlitz — sind im Jahre 1913 insgesamt 230 Stuten »VN Pferde,»chtern ans dem Kreise den Landgftiütsbeichälern zur Dek- kung zugefirhrt nwrden, und es wurden im Laufe dieses Jahres hiervon 135 lebende Fohlen geboren. Einige Fohlen sind während oder gleich nach der Geburt eingegangen, so daß man mit einer Trächtigkeit don 150 Stuten rechnen kann. Bon ber Pferdezucht nimmt das Schlttzerland, das übrigens einen prächttgeu Pferde- fchlag auszuweise» lzat, die erste Stelle im Kreise ein, denn es tvurden der GesiütSitation Schlitz aus den >7 Gemeinden allein >25 Stuten zugesührt, wovon 68 lebende Fohlen gefallen sind. Unter diesen Gemeinde» steht Psordt mit 27 bedeckten Stuten und 22 lebenden Fohlen an der Spitze im ganzen Kreise. Die im vorigen Jahre neu errichtete Gestütsstalion tökebenbain hat eine Bor- sührung rwn 57 Stuten mit 37 gesallenen Fohlen aufzuweisen. Diese Station, sowie die Station Schlitz iverden auch aus den benachbarten preußischen Orten von Pserdezüchtern in Anspruch genommen. In Engelrod kamen aus dem Kresse 48 Stuten zur Bedeckung, von denen 30 lebende Fohlen vorhanden sind. Diese Station ist auch sür eine Anzahl Ortlchasten des Kreises Schotten bestimmt Außerdem befindet sich in Äaar eine Hengsthaltungs- genoisenschast, deren Beichäler, die von der LandgestütSdirekttan gestellt wurden, eine Anzalil Fohlen erzeugte. Die in dieser Gemarkung befindliche Inngviehweide hat zurzeit einen guten Bestand ein- und zweijähriger Fohlen aufzuwersen. Die Auswanderung. Die Zentral-Auskunfts stelle für AuSwan- derer in Berlin V 35, Am Karlsbad 10, hat im zwecken Vierteljabr 1914 (1. April bis 30. Juni) in 6053 Fällen Aus- knnst an Auswonderungslusfige erteilt und zwar in 4939 Fällen schriftliche und in 1114 Fällen mündliche. Beantwortet wurden insgesamt 8530 -Anfragen über die verschiedenen Auswandernngschiebiete. Davon bezogen sich 4288 aut die deutschen Kolonien und zwar aus Deutsch-Tüdwestaftika 1520, Deulsch-Ostasrika 984, Kamerun 161, Togo 54, Samoa 74, Kiaut- schon 74, Deutsch-Neuguinea 110, aut die afrikanischen Kolonien im allgemeinen 235 usw. Unter den fremden Auswanderungs-Gebieten steht Argentinien mit 576 Slnsragen an der Spitze: dann folgen Kanada mit 501, die Vereinigten Staaten von Amerika mit 45>9, Süd-Brasilien mit 383, Mittel-Brasilien mit 257, Chile mit 106 , Brasilien im allgemeinen mit 94, die Türkei mit 88, Nlederländisch-Jndien mit 86, China mit 72, Rußland mit 69, Brckislh-Jndien mit 58, der coüdasrikanische Bund mit 48, Paraguay mck 43, England mit 40, Nord-Brasilien mck 35, Stturien mit 34, Bolivien und Oesterreich-Ungarn mit je 30, Neu-Südwoles mit 28, Neu-See- land mit 27, Guatamala, Peru und Frankreich mck je 25, Rumänien mck 24, Bulgarien und Spanien mck ,e 23, Aegypten, Queensland und Serbien mck je 22, Meriko unb Biewrra mit je 21, Japan mit 20, Venezuela mit 18, Ecuador und Albanien mit je 16. Der Rest verteilt sich auf Costarrca, daitt, Kolumbien, Kuba, Eon Salvador, Uruguay, West-Jndieu, Abessinien, Algier, Belgisch-Kongo, Britisch- und Portugiesisch-Ostairika, Brittsch-, Französisch-, Portugiesisch- uub Spanisch-Westafrika, die Kanarischen Inseln, Liberia, Marokko, Tripolis, Tunis, Hongkong, Persien, Siam, Nord-, Süd- und West-Australien, Tasmanien, die Fidschi-, Freundschasts- und Salomvns-Jnseln, Belgien, Dänemark, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, die Schweiz usw. Von den 3795 Ansragenden, die ihr Alter angaben, waren 472 weniger als 20 Jahre, 2379 zwischen 20 und 30, 733 zwischen 30 und 40, 176 zwischen 40 und 50 und 35 über 50 Jahre alt, und von den .5364 Fragestellern, die Angaben über ihren Personenstand machten, waren 4241 ledig, 1078 verheiratet und 45 verwitwet. Nach dem Berufe waren unter den Ansragenden am stärksten die Kausleute, Handwerker und Landwirte vertreten. Von den Ansragenden hezeichneten sich 198 als mittellos, wäh- rend über 1100 zum Teil über recht erhebliche Summen verfügten: z. B. 63 über 10000 Mk, 20 über 15 000 Mk, 26 über 20000 Mk , 17 über 25 000 Mk., 21 über 30 000 Mk., 13 über 50000 Mk, 7 über 100 000 Mk., 3 über 400000 Mk. usw. Von den Ansragenden kamen aus Preußen 3389 und zwar aus Brandenburg mit Berlin 1343, aus der Rheinprovinz 415, aus Westfalen 306, aus Schlesien 226, aus Hannover 188, aus Sachsen 175, aus Ostpreußen 169, aus Schleswig-Holstein 156, aus Hessen- Nassau 153, aus Westpreußen 95, aus Pommern 84 ,md aus Posen 72. Au der Spitze der übrigen Bundesstaaten steht Elsaß-Lothringen mit 488 Anfragen, es folgen das Königreich Bayern mck 468, Sachsen mit 375, Württemberg mck 254, Baden mit 184, Hamburg mit 144, Hessen mit 70, Bremen mit 52, das Herzogtum Braunschweig mck 37, das Großherzogtuui Sachsen mit 36, Oldenburg mit 27, Mecklenburg-Schwerin mit 26, Sachsen-Mtenburg mit 25 und Anhalt mit 23 Ans den deutschen Kolonien kamen 19 Ansragen, aus dem Auslände 343, davon 169 aus Oesterreich-Ungarn, 46 aus der Schweiz, 23 aus Frankreich, 17 aus Rußland, 15 aus England usw. Die Zentral-Auskunftsstelle für Auswanderer erteilt kostenlos schrislliche und mündliche Auskunft. vaudel. — Die Sparkassen in Knrhessen. Der Nachweisung über den Geichästsbetrieb und die Ergebnisse der Sparkassen im Regierungsbezirk Kassel für das Rechnnugssahr 1913 entnehmen wir folgendes: Zahl der Svarkassen 36, Filial- oder Nebenkassen 3, Sammel- oder Annahmestellen 2, Verkaussstellen von Sparmarken 9, an Sparkassenbüchern wurden im Lause des Jahres ausgegeben 24 469, zurückgenommen 18 201 Stück, am Jahresschluß befanden sich im Umlauf mck Einlagen überhaupt 231612, darunter gesperrte Sparkassenbücher 2309, Betrag ©Klagen am Schlüsse des Rech- nunsvvrjahres 174 485 042,24 Mk., ZutoachS während des Rechnungsjahres dnrch Zuschreibung von Zinsen 5917 801,24 Mk., durch Neueinlagen 38990 607,59 Mk., Betrag der Rückzahlungen im Rechnungsjahre 39 217 511,46 Mk., Betrag der Einlagen am Schlüsse des abgelausenen Rechnungsjahres 180175939,61 Mk., Betrag des Reservefonds, wie ec am Schlüsse des Rechnungsjahres zu Buche stand, 8 716 119,53 Mk., aus dem Reservesonds bezw. den Ucberschüssen der Rechnungsvvrjahre sind zu öffentlichem Zwecken verwendet seit dem Bestehen der Kassen 6 078 224,65 Mk., im letzten Rechnungsjahr 202 289,50 Mk., Betrag des eigenen Vermögens der Kaisen 18 086,95 Mk., Betrag der Zinseimrahmem 7623215,79 Mk., Zinsausgaben 6314589,34 Mk, Zinsüberschüsse 1308 626,45 Mk., Betrag der Verwallungskosten der Sparkassen im Rechnungsjahre 336 581,22 Mk, von dem Vermögen der Sparkassen sind zinsbar angelegt 61381 136,46 Ml, dabei in Schuldverschreibungen lNeimwerl! des deutschm Reiches 2921966 Mk., Preußens 16 123 563 Mk. Betrag des Haren Kassenbestandes m allen ?lbteilungen der Svarkassen am Schlüsse des Rechuungs- sahres 3 225 198,78 Mk. Rechnet man Hann noch die 3. Landgemeinde-, Pie 17 Kreis- und die Vereins- und Privcck-Svar- kasien binzu, so stellen sich die ©»lagen aul insges. 283 056 503,83 Mk. und der Kassenbestand mif 5 283 418,81 Mk. = Darmstadt, 28. Juli. In der fünslen Jahressitzung der Grvßh. Handelskammer Tarmstodt nmrde eine Anfrage wegen BeschränkungdesDeredelungsverlehrs mit ausländischem Weißblech dahckr beantwortet, es müsse dieser Beredelungsverkehr aus dem Grunde auftecht erhalten werden, daß die ausländische Konkurrenz preisregelnd in Deutschland sür Weißbleche wirken könne. — ©ne Ergänzung des Entwurss eines neuen Warenzeichengesetzes durch besondere Bestimmungen zum Schutze der Wappen, Familiennamen, Eigenbildnisse und Firmen gegen mißbräuchliche Verwendung im Warenzeichen wurde dem Grvßh. Ministerium des Innern gegenüber befürwortet. — Die Hessischen Handelskammern haben eine ©ngabe an den Deutschen Handelstag gerichtet, es habe das geplante Vorgehen der Reichsbanlleitung bezüglich der Verstärkung her LZarreserven bei den Banken berechtigtes Aufsehen erregt. Es sei nicht zweckmäßig, die Lipuidatton durch rein schematische Maßregeln verbessern zu toollen, da die Forderung aut Erhöhung der Barbestände letzten Endes zu einer weiteren Belastung des Handels und der Jndusttie führe. Es gingen hierdurch Betriebsmittel verloren, wodurch die Zinssätze für Anlagen ermäßigt würden und das Kapital in verstärktem Maße den Sparkaffen oder dem Auslande zuftösse. Es sei auch nicht einzusehen, warum dem Barvorräte nicht die Bestände an Staatspapieren, an sofort greifbaren Guthaben und insbesondere an Auslandsdevisen gleichgestellt sein sollten Würde die Maßnahme doch hurchgeführt werden, so dürste sic sich keinesfalls auf die Großbanken' allein ctftnden, sondern mühte allgemein au, alle Bankinstitute, Sparkassen und Genoffenschaften ausgedehnt werden. Der Lwndelstag möchte m dieser Angelegenheit Stellung nehmen. — Die Erdölwerkebannover bohrten, wie aus Obers- hagen-Nienhagen gemeldet wird, im Forst Brand in der Nabe der Kiliauanschlußbahn eine neue Oelader bei geringer Diese an. Die Bohrung ergibt jetzt schon täglich 1 Waggon Rohöl. — DercinDeutscherEisengiehcreien. Tie Hessennassau,sche Gruvve beschlo,, jüngst in einer Ätzung zu Frankfurt a. M. an den bisherigen Preisen für Landelschchereien seft» zuhaltcn. Die linksrheinische Gruppe des Vereins faßte den gleichen Beschluß. Universitäts-Nachrichten. Ter Verein deutscher Studenten in Breslau ausgehoben, Breslau, 28. Juli. Ter hiestge Verein deutscher E t >, d e n I - n wurde, wie es heißt, wegen Umtriebe hiesiger deutschvölkischer Studenten gegen den Rektor aujgelöf« vermischte». - * Drei Touristen erfroren Aus München, den 29. Juli, wird gemeldet: Die Münchener Touristen Martin S i r t , Rosa Leim sei der und Luise Öolzinger wurden gestern im K-isergcbirge bei Innsbruck erfroren auigesunden Sie Hallen am Montag trotz des Neuschnees den Predigerstnhl bestiege» und ivaren dort ostenbar wegen des Schneetreibens und des Neuschnees mcht mehr weitergekonrmen. Die Leichen werden vorairssichtlich heute geborgen werden können. * Das Unglück ans der Zeche bausemann. Aus Dortmund, 28. Juli, wird gemeldet. Rach endgültiger Fest- srelliriiq sind bei dem Unglück auf der Zeche Lurusemann, das sich bereits gestern abend l0 Uhr ereignete, 13 Bergleute getötet und drei Bergleute durch ausströmende Gase schwer oergiiter worden. Sic wurden in bedenklichem Zustande in das itzrankcichaus gebracht Bon den (Getöteten sind sieben bereits geborgen worden, während sich sechs noch in der Grube bcstndcn. Man hofft, deren Leichen norli am Rackrmittag zu Hergen Bon den sieben Verunglückten waren zwei ledig, einer verwitwet, die anderen verheiratet. Die Verletzungen der Toten sind verhältnismäßig leicht. Sie sind durch Einatmen giftiger Gase schnell und toohl last schmerzlos gestorben. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Bcrantworlling.) Ueber den Wcttcrkartcnaushang am Scltcrswcg durch den Be r s ch ö n e run g s vcrc i n. Gießen, 28. Juli. Es ist sehr bedauerlich, daß seit 14. Juli die Wetterkarten am Torhäuschen des Selterswegs nicht mehr ausgehängt ivrrden. Sicher wurden sie nicht aus Mangel an Beachtung abgeschafft, denn cs gab wirklich viele Leute, die mit Interesse den Angaben der Karten folgten. Ich glaube sicher, daß cs im Interesse des Publikums liegt, wenn die Karten wieder erneuert werden, da wohl der Preis ihrer Anschaffung kaum ins Gciviclit sälli. Das Siammpublikum, denn ein solches hat sich rm Lause der ,sell hcrausgcbilder, wird dem tzerrn Borsitzenden des Verichöncrungs- Vereins sehr dankbar sein, ioenn er den Aus ding der Karren wieder ermöglicht, und einer Menge Wissensdurstiger grstallel. hier am Sclterswcg ihre mrtevrolvgi scheu Kenntnisse zu erweiiern. Einer sür alle. .— Gießen, 28. Juli. Ter Einsenderin dieses Artikels ist es schon sehr häufig vorgckvmmcn, — zuletzt erst am Sameiag, — daß Butter, die an den Markttagen zum Berkgui h>cr scil- geboten wird, schon am nächsten Tage ungenießbar ist. Dabei wird sic von mir iosvrt tüchtig gewaschen und gesalzen. Ein klarer Beweis, daß die Ländler usw. Margarine oder Erjatz sür Butter darunter mischen Hier dürfte es doch von der U n l e r s u ch n n g s- volizei angedrackit sein, des öfteren die Bnller zu kontrollieren. Ebenfalls iindet man häuftg im Käse Stücke von Kartoffeln und Brod. — In anderen Städten findet ialche Konirollc an fast allen Markttagen statt, so daß es die Berläuier erst gar nicht wage», schlechte, ungenießbare Ware sür gute Eßbulter aul den Marft zu bringen. Auch müiicn dort, laut polizeilicher Vorschrift, sämtliche Ttandinbaber ihr Namens- und Ortsschild an der Verkauisstellc ausgebängt haben, wodurch doch dergleichen Mischer schneller fcstgkstrllt werden könnten Warum nicht in Gießen? Eine für viele. Man kann nur sein Erstaunen ausdrücken über die Eile, mft der die Verlegung der Bürgermeisterei nach der alten Klinik ge- sördert wird, vosseiitlich handelt cs sich in der Ttadtverordneien- sitzung morgen nur um eine Besprechung über die Beschaffung von Aniisräumen für die städtische Verwaltung, und nicht um eine Beschlußfassung. Pressiert denn das^ wirklich so? Kann man in einer so wichtigen und von großen Teilen der Stadt mißbilligten Angelegenheit nicht wenigstens warten. bis das Stabtvarlamenk wieder vollzählig ist? Ist denn in so ernsten Zeiten nicht auch ftädlll'chmeits äußorstc Vorsicht und Sparsamkeit angebracht, zumal, wie es scheint, ein trotz äußerster Beschränkung außerordentlich hoher Betrag in dieses alte Gebäude hineinverbam werden müßte, und dennoch nichts Ordentliches damit erreicht wäre? Gill denn das Urteil aller sachverständigen Architekten in dieser Angelegenheit gar nichts, die sich ohne Ausnahme gegen dieses Projcft aussprechc»? Muß denn die Entwertung der Besitztümer des nordöstlichen Stadtteils und auch großer Teile der Innenstadt durch übermäßige Begünstigung des südlichen Stadtteils, der durch Bahnhof und Uni- vcrsitätsbautcn schon genügend übcrwiegt, immer noch mehr gefördert werden? Man sollte denken, cs sprechen schwerwiegende Gründe genug gegen diese Art der Verwertung der alten Klinik, und in i n d e - stenS sollte doch vor der wieder erreichten Vollzähligkeit der Stadtverordnetenversammlung in dieser Angelegenheit keine Entscheidung getroffen werden. Märkte. k Ulrichstciu, 28. Juli. Dar traditionelle Iakobtmarklwetter: Regenschauer »nd Kälte, begleitete auch den heutigen I a k o b i > markt. Ter Schwei ne markt war schwach befahren. Ta die Racbirage l-bha>t war, ging der Handel flott bei den bisher niedrige» Breiten. Ta? Paar Ferkel geringster «orte kostete 20 dis 28 Mt., niittlerer 20—40 Mk., bester 40 —50 Mk. ch. Nieder-Fngclheim, 28. Juli. Obstmarkt. Stachelbeeren 10—12 Mk., Jobannisbeeren 12—14 Mk„ Aprikose» 16 bis 26 Mk., Pfirsiche 12—25 Pik., Krühbirnen 10—18 Mk., Frühäpiel 10 bis 18 Mk., Frübj,Veilchen 20 Mk., Pflaumen 12—22 Mk. der Zentner. F. C. Limburg, 21. Juli, Ter Oberpräsideni der Provinz Leffen-Raffa» hat die Abhaltung von zivei S ch io e i >i e m ä r k l e ii ,m Jahre >>» nahen Elz als dmiernde Etnriehtung genehmigt. Tieft Märkie sollen oon Mai 181b am drille» N lltwoch in, April und am dritte» Plitiwoch im Pfiff jeweils abqeh^ien werden. Müllersche Badeanstalt. Wasierwärme der Lahn a m 29. Jttli 12' K. Meteorologische veodachtnngen &er Station Gietzcn. |s r Juli l|ö | »np § i Z ^ »w p- , o S- 5 = e-a lf 90 ■lf Bf I ii Wellt» 28.1 H| '38,2 16,8 0.8 69 w 4 9 Bew. ftimmet 28.| 9" <39,7 131 10 I 89 sw 2 10 Bed. Himmel 29.{ 7“f U0,3 12,8 10,1 91 SW 2 10 Sprühregen Höchste Temperatm: a,n 27.-28. Juli 1911 = -f* 17,5 * Sliebciqfte , , 87.-28. , 1S14 = + 10,9°. Niederschlag 3»4 mm. Verantwortlich für den politischen Teil i. B.: R. Lange. Die Lommerbitzc bringt arohe Gefahr für alle mit Milch ernährten Säuglinge. und treten Darmkrankheiten und Brechdurchfälle in erschreckender Weise aus. Wer seinen Liebling dieser groben Gefahr nicht auSseben will, beuge vor und verabfolge dein Kinde eine gleichbieibende. die Verdauung nicht störende Nahrung. Die beste Gewahr bietet hierin daö seit fahren altbewährte Nestle'sche .ikinder- mchl. weil dasselbe nur mit Wasser -übereilet rverden braucht. Probe und illustrierte Broschüre gratis und franko durch Neftle'S Kinder- ntehl G. ni. b. £>„ Berlin W. 57. S50 Brauerei-Fällung I Brauerei-Ftillung Liebhaber einer Flasche guten Bieres verlang, ansdruckl: Giessener Brauhaus-Bier b« hell nncl nach Münchener Art. | ttanitütK-Kraftbier: alkoholarm — eztraktreich I © Ausschließlich Brauerei-FtLllung © daher Gewähr für beste Beschaffenheit SV »,D Direkt vom Lagerfaß in die Flasche Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste, der uns betroffen hat, sowie für die vielen Kranzspenden und die rege Teilnahme des Kriegervereins, sagen wir allen Verwandten und Bekannten auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Schäfer Familie Heinrich Weller Familie Ludwig Pausch Wieseck, den 29. Juli 1914 8860 Todes-Anzcige. Nach langer, schwerer Krankheit verschied beule morgen 4 Uhr Eine liebe Frau, unsere gute Müller. Tochter, Schwester u. Schwägerin Anna Mader im 40. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Namens derselben: Robert Mader. Gießen lSciterSwcg 35), den 28. Juli 1914. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 2 1 /. Uhr oon der Kapelle des neuen Friedbvies aus statt, 18849 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie sür die trostreichen Worte ddr Herrn Dekan Gußmann und die zahlreichenBlnmenivenden bei dem uns io plötzlich bctroncnen schweren Verluste sagen wir aus diesem Wege allen herzlichen Dank, Die trauernden Hinlerbliebenen: Familie Lepper und H. Mohr II. Daubringen, den 26. Juli 1914. 8834 Vergebung vonVrückenbauten Für die Feldbercinigiiugsgescllschast Londorf, Kreis Gießen, soll die Herstellung von zwei Brücken in Eisenbeton vergeben werden. Angebotsvordrucke sind gegen ganz freie Bareinsendung von 1.— Mk. ohne und von 2.— Mk. mit Plänen und Bedingungen von uns zu beziehen. Die Eröffnung der Angebote sindet Mittwoch, de« S. August, vormittags 1» Uhr, auf unserem Bureau, Frankfurter Straße 29, statt. Freie Auswahl unter den Bietern bleibt Vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 23. Juli 1914. 8813t! Grotzh. Kulturinspektion Gießen. H. Sternbach. 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A. wurde bezüglich der Firma I. Mendclsohn zu Gießen eingetragen : Das Handelsgeschäs! mit der Firma ist mit Aktiven und Passiven aus de» Teilhaber Louis Mendclsohn übergegangcn. Die Prokura der Thekla Mendelsohn ist erloschen. 88448 Gießen, den 23. Juli 1914. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A wurde bezüglich der Firma I Schmucker Nachfolger in Gießen eingetragen: Die Prokura des Kaufmanns Heinrich Böhringer in Gießen ist erloschen. Gießen, den 24. Juli 1914. 88458 Großherzogliches Amtsgericht. Für die Feldberemigung Lich sollen Chausfic- rnngsarbeitcn, veranschlagt zu 820 Mk., Freitag, den 31. ds. Mts., vormittags 9 Uhr, auf dem Rathause vergeben werden. Berdingungsunterlagen liegen aus Großh. Bürgermeisterei offen, wo auch die Angebote, verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen sind. Gießen, den 25. Juli 1914. 88880 Großh. KlUturinspettion Gießen. H. Steinbach, Verkauf von Eichenstammholz. 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