Nr. H4 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, anher KpnntagS. - Beilagen: vier»,«! wöchentlich SietenerZamNIendlätteri zweimal wöchemlüireir- »I«1Isstrix» ilrek Sieben (Dienstag »nd Freüaq); zweimal monatl. kand- »irtschafliich» Seils nigen sierniorech - Anschlüße: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition H Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietzen. Annadnie non Anzeigen sür die Lagesnummer bis vormittags s Uhr. Erster Blatt m. Jahrgang _ Dienstag, 28 . Juli MfF 9 ^TT V m?nWL,ÄL.i. Giehener Anzeiger« Bl am Ctjjg Berantwortlich sür de» General-Anzeiger für Oberhessen W8 Sotaffo«dr»ck >md Verlag der vrilsstsch«« rtaw.-Sach- mtz Sirradnicktrei 8. rangt. SrdaMo«. Lxpe-itioi, und vrnckerei: Schulpratzr 7. Anzeige'm'eü:' BcL Bessere Aussichten sür den Frieden. Oesterreich mobilisiert acht Armeekorps, die Hälfte sei- ner Truppenmacht. lieber 2000 Einberufene sind schon ge- stern und heu te aus Berlin nach ihren österreichischen Standorten gefahren. Ein entscheidender Schritt gegen Serbien scheint noch nicht unternommen ru sein, tvenigstens sind aus Wien oder Belgrad zuverlässige Nachrichten nicht bekannt geworden, da der Telephonverkchr gesperrt ist und der Brief- und Telegrammverkehr unter scharzer Zensur steht. Die Diplomatie der Großmächte unter FuhrsntzDentsch- l^ds arbeitet jetzt in dem Sinne, daß die Einmischung einer dusiten Macht in den österreichisch-serbischen Streit verhindert wird. Jeder Versuch, aus die uns verbündete Doppelm onorchie einen Druck zugunsten Serbiens auszirüben, wird uns aus den Plan rusen und wäre geeignet, allgemeine europäische Verwicklungen hervorzurufen. Mau darf glauben, daß mit ernstem Willen schließlich ein Ausweg aus dem jetzigen Labyrinth widerstreitender Meinungen und Interessen gesuichen werden wird. In aNen enropäischen Lxruptstadten finden eifrige Verhandlungen der Diplomaten untereinander statt, Erklärungen gehen von Kabinett zu Kabinett und wenn ein positives Ergebnis auch noch nicht erzielt wurde, so scheint doch die starke Spannung etwas nachgelassen zu haben. Wenn alle Mächte wirklich niit bestem Gewissen auf die Beseitigung der drohenden Gefahr hinziclen. dann dürfte der große Kriog vermieden, diirstr der Frieden Europas gesichert sein. Eine Wiener Erklärnng. Wien, 27. Juli. (W. Korr.-Dur.) Der k. k. Gesandte Freiherr v. Gicsl hat die serbische Antwortnote auf die österreichisch-ungarischer: Forderungen am 6. ds. Mts. bei seiner Ankunft in Wien dem Ministerium vorgelegi. 'Diese Note beabsichtigt den falschen Schein zu erwecken, als ob die serbische Regierung die von Oesterreich-Ungarn gestellten Forderungen in weitgehender Weise zu erfüllen bereit wäre, tatsächlich ist aber die Note von einem Geist der Unaufrichtig)- keil erfüllt, der es klar erkennen läßt, daß cS der serbischen Regierung nicht ernstlich darum zu tun ist, der sträflichen Duldung ein Ende zu. bereiten, welche sie bisher den Umj- irieben gegen die Monarchie zuteil werden ließ. Sowohl hinsichtlich der allgemeinen Grundlage der österreichischungarischen Demarche als auch in Betreff der einzelnen van Oesterreich-Ungarn gestellten Forderungen enthält die serbische Note so weitgehende Vorbehalte und Einschränkungen, daß auch die tatsächlich gemachten Zugeständnisse bedeutungslos werden, insbesondere wurden unter einem nichtigen Vorwand die Förderungen Oesterreich-Ungarns auf die Teilnahme von k. k. Organen an den Erhebungen zur Eruierung Mrs serbischem Boden besindlicher Teilnehmer an dem Komplott vom 28. Juni vollkommen abgelehnt. Ebenso konimt die Zusage, die Oesterreich-Ungarn zur Bekämpfung der der Monarchie feindlichen Presse gemacht wurde, einer Ablehnung gleich. Das Begehren Oesterreich. Ungarn», daß die könrgliche Regierung die notwendigen Maßregeln treffe, damit die aufgelösten, der Monarchie feindlichen Vereine ihre Tätigkeit nicht unter einem anderen Namen u. in anderer F-orni fortsetzcn, wird überhaupt nicht berücksichtigt. Da die in der Note der k. k. Regierung vom 23. ds. Mts. enthaltenen Forderungen mit Rücksicht aus das serbischerseits bisher beobachtete Verhalten das Mindestmaß dessen darstellen, was zur Schaffung dauernder Ruhe im Südosten der Monarchie nötig ist, muß die serbische Antwort als unbefriedigend betrachtet werden. Daß übrigens die serbische Regierung sich selbst dessen bewußt war, daß ihre Note für uns inakzeptabel sei, beweist der Umstand, daß es uns am Schluß derselbe:: vorschlägt, die Regelung der Kontroverse aus schiedsgerichtlichem Wege zu suchen, eine Einladung die die richtige Beleuchtung durch den Umstand gewährt, daß schon Stunden vor der Ucbergabe der Note, die erst wenige Nttnuten vor Ablauf der Frist stattfand, die Mobilisierung der serbischen Armee erfolgte. Die österreichische Mobilmachung. Wien, 27. Juli. Folgende Korps sind mobilisiert: Graz, Prag. Lcümeritz, Bosnien, Herzegowina, Dalmatien, Temesvar. Budapest und Agram. Der erste Mobilmachungstag ist auf den 28. Jul: festgesetzt. Kaiser Franz Josef und das Vorgehen gegen Serbien. Wien, 28. Juli. Wie verlautet, kostete es schwere Mühe, den greisen Kaiser Franz Joseph zu dem energischen Vorgehen gvgen Serbien zu benregcn. Erst als der General- staibsches Konrad v. Hötzcndorft mit seiner Demission drohte und der Erzherzog Thronfolger Karl Franz Joseph sich aus dessen Seite stellte, gab der Kaiser seine Zustimmung. Das Tasten auf dem KricgSpfade. Semlin, 27. Juli. Jede Verbindung mit Belgrad ist abgebrochen. Der Belgrader Bahnhof ist von serbischen Soldaten in Brand gesteckt worden. Wiener Dank an Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel. Wien, 27. Juli. Nach der gestrigen großen Kundgebung der Wiener Bevölkerung vor bem Rathause richtete Bürgermeister Weißkirchncr an die Botschafter Deutschlands und Italiens eine Dmikeskundgedung sür die Bekundung der Bundestreue zur Weiterle:tung an ihre Souveräne. Vorher hatte der Bürgermeister eine zündende Ansprache gehalten und die Bundestreue Deutschlands und Italiens hervorgchoben. Brausende .Hochrufe aus Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel schlossen sich der Rede an. » Wien, 27. Juli. Seit gestern verkehren die Orientexpreßzüge nur von und bis Budapest. Budapest, 28. Juli. Beide Häuser des Ungarischen Reichstages sind ans morgen einberusen worden. Vorpoftengesechtc? Wien, 27. Juli. Die „Sonn- und Montag-Zeitung" meldet: Di« Serben haben die DonaubrüL zwischen Belgrad und Semlin in die Luft gesprengt. (Wiederholt.) Wien, 27. Juli. Bei Demeskubin beschossen serbische Truppen, die sich auf einem Dmiaudampscr befanden, von dem Schiffe aus österreichische Truppen. Das Feuer wurde erwidert. Es entspann sich ein größeres Geplänkel. Paris, 27. Juli. Einer Meldung aus Belgrad.zufolge soll in der Nacht zum 26. Juli durch eine Kompagnie, die in -Serbien :rnbe kannte Uniformen trug, der serbische Vorposten in der Nähe von Nikitsch angegriffen worden sein. Von feindlicher, angeblich österreichischer Seite sollen mehrere Schüsse gefallen sein. Die Serben sollen, einen: strengen Befehl zufolge, das Feuer nicht erwidert haben. Ein serbischer Sotdat, welcher aus die Lestcrreiclzcr schießen wollte, wurde sofort durch 25 Stockhiebe bestraft. Berlin, 28. Jüli. Nach einer Nöeldung des Lokal- anzcigers haben die österreichischen Truppen die ungarisckie Grenze überschritten und mit dem Vormarsch nach Mitro- vitza den programmäßigen Punkt erreicht. Die Serben sind überall zurückgcworfcn worden. In Wien wurde die Nack), nicht von dem AuSbruch der Feindseligkeiten mit großem Jubel ausgenommen. Miirovitza ist ein ungarischer Grcnz- ori an der Save und hat ungefähr 12000 Einwohner. Eine weitere Wiener Meldung des Lokalanzeigers besagt, auf der Donau bei Kozcwo wurde ein serbisck>er Truppentransport auf dem Dampfer „Wardar" und ,Lar Nikolaus" von der österreichischen Bootsflottille ausgcdracht. Serajewo, 28. Juli. Bei Bisegrad an der Drina ist eS zu einem Scharmützel gekommen, bei dem serbische Soldaten von einer Insel in der Drina auf das österreichische WacksthauS schossen. Das Feuer wurde von diesem heftig erwidert. Nach einem viertelstündigen Kampf zogen sich' die serbischen Soldaten zurück, indem sic in drei Booten nach der serbischen Seite übersetzten. Sie nahmen drei Verwundete mit sich. Nuterwerfung Serbiens? Wien, 27. Juli. Hiesige Banftreise haben Nachrichten erhalten, daß Serbien sich bis morgen unterwerfen werde, bereits durch den Botschafter einer ftcmdcn Macht unterhandle und bereit sei, die Kosten der österreichischen Mobllisicrung zu bezahlen. Die Entscheidung fällt morgen Dienstag mittag. Masscndesertioucn serbischer Soldaten. Wien, 27. Juli. Die „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Agram: Die Desertionen serbischer Soldaten nahmen in den letzten Tagen einen bisher noch nicht beobachteten Umfang an. Vielfach betraten die Deserteure in voller Uniform mit Waffen den österreichischen Boden und erzählten, daß unter den serbischen Soldaten Unzufriedenheit herrsche; sie verlangten, nach Hause entlassen zu werden. Tie Stimmung i» Belgrad flaut ab. Belgrad, 28. Juli. König Peter traf gestern in Belgrad ein und btzgab sich in den Konak, wo die Königs- standarte gehißt wurde, aber keine Wache auftog. Nach Iftzstündigem Aufenthalt reiste der König im Automobil nach dem Hauptguarlicr. Die Mobilisierung schreitet angeblich rasch vorwärts, doch herrscht bei den Bauern teilweise Unzufriedenheit, weil sie die Ernte im Stich lassen müssen. In Belgrad herrscht nach dem ersten Rausch eine ernste nüchterne Stimmung. Die Behörden zeigen sich den österreichischamgarischen Äaats- angehörigen g^cnüber sehr höflich. Die Zeitungen schreiben, der Frieden sei noch nicht endgültig verloren. Ein Angriff auf den serbischen Kronprinzen? Wien, 27. Juli Die „Zeit" läßt sich aus Belgrad melden, daß der Kapitän Dusan Petrowitsch, der Bräu- tigani von Ldumilla v. Hartwig, der Tochter des verstorbenen russischen Gesandten, den Kronprinzen Alexander mit der Reitpeitsche angegriffen habe. Der Dank Serbiens sür Bulgariens neutrales Verhalten. Sofia 27. Juli. Die serbische Regierung hat hier ansragen lassen, welche Haltung Bulgarien in eirieut Konflikt mit Oesterreich-Ungarn «innehmen werde. Ministerpräsident RadoSlawow anttvortetc, daß Bulgarien sich neutral verhalten werde. .Pasitsch erwiderte mit einer Dank- depcsche und fügte hinzu, daß Bulgarien für seine Neutrali- tät entschädigt werden würde. Eine Erklärung Sir Greys London, 27. Juli. Die Erklärung, die Sir Edward G r c h im Unterhaus über die europäische Lage abgegeben, hat folgenden Wortlaut: Ich glaube, dem Hause ausführlich die -Stellung, die die brittsche Regierung bis setzt eingenommen hat, darlegen zu müssen. Am letzten Freitag morgen erhielt ich vom österreübißb-ungarischen Botschafter den Text der Mrttrilungen der österreichisch-ungarischen Regierung an die Mächte, die in der Presse auch erschienen sind, welche die Forderungen Ocsteircich-Ungarns an Serbien enthalten. Am Nachmittag sah ich die übrigen Botschafter und drückte ihnen gegenüber die Ansicht aus, daß wir, solange der Streü aus Oesterreich-Ungarn und Serbien beschränkt bleibe, kein Recht hätten, uns ei »zu Mischen, wenn aber die Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn, Deutschland und Rußland bedrohlich würden, sei es eine Sache des europäischen Friedens und gehe uns alle an. Ich wußte in jenen: Augenblicke nichl, welchen Standpunkt die russ. Regierung eingenommen hatte und machte doSivegen keinen unmütclbarcn Vorschlag, aber» ich sagte, wenn die Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland einen bedrohlichen Charakter annähmcn, so scheine mir die einzige Chance sür den Frieden darin zu bestehen, daß die vier an her serbischen Frage nicht unnnttelbar rntcressrerten Mächle, nämlich Deutschland, Frankreich, Italien und Grvßbrüannien in Petersburg und Wien gleichzeitig und zusammen dahin wirken svll- ten, daß Oesterreich und Russtand dre militärischen Operationen ein- ftellen möchten, während sich die vier Mächte bemühen, dü Beilegung des Konfliktes zu erzielen. Nachdem ich gehört hatte, daß Oesterreich-Ungarn die Beziehungen zu Serbien abgebrochen habe, machte ich folgenden Vorschlag: Ich wies gester:, nachmittag die britischen Botsckraster in Paris, Berlin und Rom telegraphisch an, bei den Regierungen, her denen sic beglaubigt sind, anzusragen, ob diese gewillt seien, ein Einvernehmen dahin zu treffen, daß der französische, deutsche und italienische Botschafter in London mit mir zu einer Konferenz in London zusammen - treten, um sich zu bemühen, ein Mittel zur Beilegung der gegenwärtigen Schwierigkcücn zu finden. Gleichzeitig beauftragte ich unsere Vertreter, jene Regierungen zu ersuchen. ihre Vertreter in Wien, Petersburg und Belgrad zu ermächtigen, die dortige Regierungen von der vvrgcschlagencn Kon- screnz zu informieren und sie zu ersuchen, alle aktiven militärischen Operationen bis zur Beendigung der Konferenz einjustcllcn. Daraus habe ich noch nicht alle Antworten erhallen. Bei diesem Vorschlag ist natürlich die Zusammenarbeit der vier Mächte eine wesentliche. In einer so schweren Krisis wie diese, Ivürden die Bemühungen einer einzelnen Macht, den Frieden zu erlösten, unwirksam sein. Die in dieser ?lngelegenheü verfügbare Zeit war so kurz, daß ich die.Gefahr aus mich nehmen mußte, den Vorschlag zu machen, ohne die üblichen vorbereitenden Schritte zu unternehmen, um mich zu versichern, ob er gut ausgenommen werde. Aber wo die Dinge so ernst, die Zeit so kur» und die Gefahr, etwas unwillkommenes vvrzuschlagen, unvermeidlich ist, bin ich trotzdem der Ansicht, daß er angenommen wird. Der in der Presse erschienene Text der serbischen Antwort ist richttg. Wie ich glaube, sollte dieser Vorschlag wenigstens die Grundlage bieten, aus 'der eine freundschastliche und unparteiische Gruppe von Mächten, unter denen sich Mächte bcftnden, die her Oesterreich-Ungarn und Rußland gleiches Verttauen genießen, imstande wäre, eine Beilegung zu finden, die allgemein annehmbar wäre. Es müßte jedem, der nachdenkt, klar sein, daß in dem Augenblick, wo der Streit aufhärt, ein solcher zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien zu sein, und wo er einer wird, in welchen eine anders Großmacht verwickelt ist, dies mit einer der größten Kata- strvvhen enden kann, die jemals den Kontinent und Europa heimsuchten. Niemand kann sagen, was das Ende der auSgebroche- nen Schwierigkeiten sein wird. Ihre direkten und indirekten Folgen würden unberechenbar sein. (Beifall.) Nach der Erklärung G r e n s fragte Harrst L a w s o n, ob eS wahr sei, daß der deutsche Kaiser flaute morgen das Prinzip der Vermittelung, das Grev vvrgcschlagcn habe, angcnomml», habe. Gren erwiderte, er sei überzeugt, daß die deutsche Regierung der Vermittelungsidee im Prinzip als zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland günstig sei, aber über den speziellen Vorschlag, daß man zu dem Prinzip der Vermittelung greise, habe er noch kerne Antwort von der deutschen Regierung erhalten. London, 27. Juli. Frankreich hat der britischen Regierung sein vollständiges Einverständnis mit dem Vorschläge' Sir Edward Greys mitgeteilt. Rom, 27. Juli. Man bestätigt an maßgebender Stelle, daß die italienische Regierung den Vorschlag einer Vermittlung Englands angenommen habe. Man meldet weiter, daß der Botschafter Deutschlands in Petersburg der ruflischrn Regierung erklärt habe, Deutschland widersctzte sich durchaus nicht einer Vermittlung. Botschafter-Konferenz in Paris. Paris, 27. Juli. Der interimistische Minister des Acußern Bienvcnue Martin empfing lzeute nachmittag den östcrreichisch-ungarisckxn Botschafter, mit welchem er eine längere Unterredung hatte. Anßerden: hatte der Ministcr eine neue Zusammenkunft mit dem deutschen Botschafter. Der russische Botschafter, der gestern abend von Petersburg zurückgckchrt ist, erschien nachmittags im Ministerium des Äeutzern und konferierte längere Zeit mit dem Minister Bicnvenue Martin. -Schließlich hatte der Minister des Aeußern noch eine Besprechung mit de::: Minister des Innern, den Ministern des Krieges, der Marine und der Kolonien. Paris, 27. Juli. Nach einer aus London datierten anscheinend offiziösen Mitteilung beraten die Großmächte über zwei Interventionspläne. Der erste Plan bestehe in einer Intervention Englands, Deutschlands, Frankreichs nnd Italiens zwischen Oesterreick) und Rußland. Dieser Plm: sei bereits vor einigen Tagen in einer Unterredung des Sir Edward Grey mit dem französischen Botschafter Paul Cam- bon aufgetaucht. Anfänglich habe die Haltung Deutschlands diesen Plan als nicht sehr hoffnungsvoll erscheinen lasse::. Nach der gestrigen Unterredung sck>einc die deutsche Regierung dein Plane etlvas günstiger gestimmt zu sein. Der ztvctte Plan bestehe in einer Intervention Englands zwischen Oesterreich und Serbien. Die Anregung zu diesem Plane sei von der serbischen Regierung ausgegangen. — Nach einer aus Rom datierten Mitteilung habe Rußland Vvrgeschla- gen, daß Italien die Vermittelung zwischen Oesterreick»- Ungarn und Serbien übernehmen möge. Italien wäre hierzu angeblich bereit, wenn Oesterreich zuskimmen würde. L o:: don, 27. Juli. Der deuffche Botschafter Fürst Lüh- nowskn hat ®it Änvard Grey im Auswärtigen Amt einen Besuch abgestatiet. London, 27. Juli. (Reuter.) Wie gester:: abend in diplomatischen Kreisen bekannt wurde, Ijat die englisch)« Regierung ihre Boffchaftcr in Paris, Berlin mrd Rom angewiesen, Schritte anznregrn, die in Wien und PeierS- 6»ira untcTnuiumcn werden svlltcn. damit den an dem »»er- rmchcsth.serd.s>iwn Konflikt nicht lürell interchsicrtm, v n lluad^di'' ^ta"en und Eng land. die .lufpadc der Vermittlung übertragen werde •® uI i *« italienische Botschaf ter stattete heute nn ÄuSnnrrtiHen Amt einen Besuch ab Eine englische Stimme. sTrriipli JP CT ^ internationalen politischen awh" TS u te Vertreter des „Daily Tele- f""™» »Urtt: fein Staatsmann in der König Peters Regierung für ln-rant- ^? re . nbe ^erbrcckxm. Sie sind im grügten ^ b * e serbischen Minister nicht'zögern 'r , , rb i r J tnb U>Te Mitschuldigen mit der anßer- bC ‘ 3 ® e f c * eä zu besttajcn Aber die wrrlllche £*8/ 9“*# wo anders. Niemand hier in Oesterreich fr-T-rd- 1 'riiV Ja wr*Staatsmänner dafür, daß sie grandiose kur ihr Land hege,,: bat ist ihre pattio- Pl"cht. Aber iverm das, was sie zu erreichen wün- irnrden stört und die Existenz O-esterrcich-Ungarns ^tadrdet, dann ist diese Macht eben gerechtfertigt, daß sic auc-> tut, was src Farm, um diese Plane und die öffentlichen und gehermen Mionen zu ihrer Verwirklichung zu unter- inuden. Der Streit ist eine Mnchtfrage. Der Kaiser in Wildpark. Wildpark-Potsdam, 27. Juli Zum Empfang des Kaisers halten sich auf dem Bahnsteig der Fürstenstalion ergründen: der Reichskanzler, die Generalobcrstc v. Kessel, v. Pressen, die Herren des Hauptquartiers, Oberstkämmerer ülurst zu Solms-Baruth, Oberhofmarschalt Frhr. v, Reischach, de r Ch ef des Generalsrcrbes General v. Moltke, der Chef des Adnrrralftrrbs, der Stadtkonrnrandant von Potsdam General v. Kleist. Kurz vor Ankunft des Zuges erschien die Kaiserin. Der Kaiser, welcher Marineuniform trug, begrüßte die Kaiserin aufs herzlichste und überreichte Ihrer Majestät einen Strauß roter Rosen. Der Kaiser unterhielt sich sodann mit den Anwesenden etwa eine Viertelstunde und fuhr davauf mit der Kaiserin im Autmnöbil nach dem Neuen Palais, ans dem Wege von einem zahlreichen Publikum init Hurrarufen empfangen. Zum Neuen Palais begaben sich auch der Reichskanzler, der Chef des Gencralstabes General .der Infanterie v. Mcütke und der.Chef des Admiralstabes Admiral v. Pohl. Potsdam, 27. Juli. Der Kaiser nahm alsbald nach seiucr Ankunft im Neuen Palais zunächst einen längeren Vortrag des Reichskanzlers entgegen und empfing darauf die Chefs des Gencralstabes und des Admiralstabes. Der Kaiser gedenkt einige Tage hier zu bleiben uud demnächst den gewohnten Aufenthalt in WilhelmShöhe zu nehmen. Potsdam, 27. Juli. Der Kronprinz hat seine Reise von Zoppot nach Berlin ausgegcben. Deutsche FricdenShoffnuiigcn. Berlin, 27. Juli. Der mit amtlichen Stellen bekanntlich in Beziehung stehende „Berliner Lokalanzeigcr" sagt unter der lleberschrist „Kerne Verschlimmerung der Krise", die hier als glaubwürdig bezeichnet? römrsche Meldung über einen englisch-italienischen Vermittlungsoorschlag könne als friedliches Zeichen angesehen werden. * ' Die Stimmung in Berlin. Berlin, 27. Juli. Während gestern, am Sonntag »abend, fottwährend Truppen, besonders Unter den Lrnden, hin und her zogen, ist heute früh lvieder der Charakter tBettäns als Arbeitsstadt hervorgetteten. Aber überall, sieht man die Männer tiefernst ihrer Tagesarbeit iiachgehcn. Die Spannung uud die Banken. Berlin, 27. Juli. In einer von den maßgebenden Berliner Banken und Banksirmen abgehaltenen Versamm- flung wurde folgendes beschlossen: 1. Für den hiesigen IBörsenfirmen gewährte Vorschüsse begnügen sich die <5feü>» geller mit der vereinbarten Ueberdeckung auf Grund der 'Kassakurse vom 25. Juli pnd für die Ültimopapiere ans .Grund der ersten notierten Kurse vom gleichen Tage. 2. Um das Privatpudlikum vor einem Verschleudern seines Effekte nllesitzes zu belvahren, wird bis auf weiteres von der ^Einforderung von Zuschüssen der Kundschaft gegenüber solange abgesehen, als der Kurswert der bevorschußten Wertpapiere die dagegen bewilligten Vorschüsse nicht unterschreitet. Paris, 27. Juli. Trotzbem in der politischen Lage noch keine Klärung cingetreten ist, wird die Tatsache, daß man jttrt der Börse heute die allgemeine Lage ruhiger und nüchterner beurteilte, schon als Zeichen dafür aufgefaßt, daß .der lähmende Druck der Angst gewichen ist. Die Schlüße tendcnz war bei behaupteten Kursen ruhig Berlin, 27. Juli. Bei einigen Groß-Bcrliner Sparkassen machte sich ein stärkerer Andrang des Publikums bemerkbar, das Gelder abhob. Alle wurden anstandslos befriedigt und der Andrang ließ sehr bald nach. Sehr beruhigend wirkte, daß gleichzeitig viele Einzahlungen gemacht wurden. Funksprüche Poincare». Paris, 27. Juli. In dem von dem Präsidenten Poin- carö von Bord de? Panzerschiffes „France" an den König von Dänemark gerichteten Funkenspruch heißt cs: Der Crnst der Lage legt mir die bindende Pflicht auf, direkt nach Frankreich zurückzukehren, wohin ich von dem Minister- rat, dem Dolmetscher der öffentlichen Meinung, berufen werde. — Präsident Poincarö sandte eine ähnliche Depesche an den König von Norwegen, in welcher es u. a. heißt: Da ich dupch den Ernst der Ereignisse plötzlich nach Frank- reich zurückkelircn nmß, kann ich zu meinem sehr lebhaften Bedauern nicht nach Christiania kommen, um Ew. Majestät und Ihre Majestät die Königin zu begrüßen und dem norwegischen Volke die Wünsche meines Landes zu übermitteln. Friedensdemonstrationen in Paris. Paris, 28. Juli. Die Vereinigung der Arbeiterspndi- kate de? SeinedepattementS hatte ihre Mitglieder auf- gefordert, gestern abend ans den Boulevards und vor den Gebäuden der Hauptzcitungen zugunsten des Friedens eine große Manifestation zu veranstalten. Kurz vor 9 Uhr begannen sich aus allen Stadtteilen Menschenmengen auf den Boulevards zu sammeln; gegen 10 Uhr wurde der Verkehr fast unmöglich. Die Polizei mußte durch Münizipalgarden verstärkt werden. Die Manifestanten, die unter den Rusen „Meder mit dein Krieg', „ES lebe der Frieden" die Boule- vards durchzogen, kamen verschiedentlich mit Zuschauern inS Handgemenge, die gerufen hellten: „Es leben die drei Jahre." Die Polizei sprengte die Manifestantenansammlungen auseinander. Verschiedene Polizisten wurden bei den entstehenden Handgefechten verletzt. • . * PariS, 28. Juli. Der Sonderberichterstatter des „Matin" meldet aus Berlin, man frage sich daselbst, ob die rujsijchq Regierung wirllich wegen einer durch einige serbische Mörder hcrvorgerusenen Frage den Krieg wolle. Eine russische Persönlichkeit habe ihm «rllärt, eS w>ire dieS in 'der Tat eine wenig ehrenvolle Sache, um Rußland zu veranlassen, in den Krreg zu ziehen. Paris, 28. Juli. Mehreren Blättern zufolge betonte der russische Botschafter IS wolSki in seiner Unterredung mit mehreren Ministern, wie sehr die russische Regierung den Wunsch nach Bcrsöhnung bewiesen habe. Man dürfe in dieser Maßnahme jedoch nicht etwa ein Zeichen der Schwäche erblicken. Rumänien. Bukarest, 25. Juli. Die Zeitung „Dittorul" schreibt: Die Perpslichtung. die Serbien 1909 übermnnmen bat, scheint den Ton uud den Inhalt der Note zu rechtscrtigcn. welche die österrcichüch- ungarische Regierung der serbischen übergab. Rumänien erwartet ruhig und ohne Erregung die Entioillung der Ereignisse. — „Diminedza" schreibt: Die einzige Politik, die sich Serbien ausdrängt, ist die 'Ablehnung ausschließlicher Verpflichtungen und tne vollständige Aktionsfähigkeit ohne Abhängigkeit von irgendeiner Großmacht. Die Abhängigkeit von Rußland würde ein Verzecht aus die disberegen Früchte der rumänischen Politik sein und eene schwere Gefährdung der kommenden Generation bedeuten. Bis vor drei Jahren machten alle Dal'anstaaten die Politik der einen oder anderen Großmacht. Dar Ziel der großen Anstrengung während der vorherigen Krise war vor allem, sich von dieser Vormundschaft zu befreien. Das Beispiel hierzu gab Rumänien, das, ohne ans die guten Beziehungen zu der Nachbarmcmarihie zu verzichten, Kaiser Nikolaus in Conüanza emvfing. Niemand würde aber wagen, deswegen omi einer völligen ichngäbe an die russische Politik zu svrechen. Gllcchenland und die Türkei folgten dem rumänischen Beispiel. Nur Serbien bleibt auf dein alten Wege und hält die Abhängigkeit seiner auswärtigen Politik von Rußland aufrecht. Die Schädlichkeit einer solchen Politik ist offenkundig. Serbien muß der Abhängigkeit von Rußland ein Ende machen, ohne daß es deshalb österreichische Politik zu machen broilcht. Er ist den Balkan- Völkern nicht mehr erlaubt, Gebieter zu haben. Englische Prefsestimmcn. London, 27. Juli. Tic „Times" betonen, daß Serbien mit einigen Vorbehalten die Bedingungen der Wiener sttote akzeptiert habe Wenn diese Inhaltsangabe der serbischen Rote korrekt sei, so spräche jeder gebieterische Grund für einen Auftchub in der Eröffnung der Feindseligkeiten. Tie Punkte, betreffs deren Serbien protestiere und Erklärungen fordere, enthalten zweifellos einen Bruch der elementarsten Rechte, die von der Souveränität untrennbar sind. TaS Blatt spricht von einer kllegslustigen Stimmung in Wien und Berlin, die an die Stimmung von Palls im Juli 1870 erinnere, hasst aber, daß Oesterreich-Ungarn vor der Verantwortung eines Krieges zulllckschreckcn werde. Tas Blatt schließt: Solange wir hossen können, daß der Friede erhalten werden kaün, werden wir mit den Großmächten zusammenwlrken. die nicht unmittelbar an dieser gefährlichen Sache beteiligt sind. Wir werden uns dieses Ziel vor Augen halten. Mer weirn i» irgend welchen Kreisest der Wunsch bestehen sollte, unser Festhalten an Prinzioien einen Probe zu unterwerfen, die unsere Freundschaften beleben und damit das europäische Gleichgewicht garantieren, so werden wir nicht minder bereit und entschlossen sein, sie mit der ganzen Kraft des Reiches zu verteidigen, nie war cS getan haben, weim sie in der Vergangenheit auf die Probe gestellt wurden. Das erheischen unsere Interessen, unsere Pflicht und unsere Ehre. — Ter „Dailv Telegravh" crklärt es für die Ausgabe Sir Edward Gretzs, soweit es möglich ist, zwischen den streitenden Parteien zu vermitteln und wenn möglich, die Gegensätze zu versöhnen. Wenn eine Vermittlung nicht nrehr möglich sei, so sei ostenbar das Nächstliegende, das Areal des KonilikteS zu lokalisieren und zu verhindern, daß der Brand zu weit um sich greift, serner Rußland zur Vorsicht zu raten und sich Mit Frankreich und vielleicht auch Italien zu einer ernstlichen Friedensvolllik zu vereinigen. Europa verlangt anss dinglichste eine friedliche Lösung in dem Augenblick akuter Gefahr und jede Hauvtstaht, und besonders London, muß sich jeder egoistischen Wsicht entäußern und auf eine jlledliche Lösung dieses gefahrdrohenden Problems hinarbeiten — „Daily Ehroniclc" erinnert an die englische Anregimg zu einer Botschafter-Konferenz während des DalkanniegeS und lagt: ES ist Nicht immer möglich, einen solchen Erfolg zu wiederholen, aber eine ähnliche unausdringliche Anregung könnte vielleicht von Nutzen sein. — „Taily News" sagen: Deutschland und Frankreich, Italien und England ntüssen imstande sein, Europa vor dem drohenden Unheil zu bewahren. Wenn es zu dieser späten Stunde nicht mehr inöglich sei, den Ausbruch des Krieges zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien zu verhindern, so wäre cS doch zum mindesten möglich, den Kampf zu lokalisieren. — „Daily Graphic" betont, daß England wcher durch Vertrag noch durch seine rnternationalen Interessen Vervslichtungen hätte, anzugreiscn. Wir sind Freunde, sowohl Oesterreich-Ungarns als auch Rußlands und unsere Aufgabe soll daher sein, zu versuchen, Frieden zu machen, oder den Streit zu umgrenzen. — Der „Standart" erklärt cs für die Pflicht der englischen Regierung, direkt in Petersburg und indirekt durch Frankreich einen hemmenden Einfluß auf die russische Regierung anszuübeir. Diese Bemühungen müssen aber nicht einseitig erfolgen, sondern von Teutschland uMerstützt werden, wie während der Balkankrise im Jache 1913. — Die „Mor- nrng Post" schreibt: Die Lage ist eine solche, IN der ein mutiger fflaim der Menschheit einen seltenen Dienst erweisen kann. Ein solcher Mann ist der deutsche Kaiser: an der Spitze einer großen Nation, einer großen Armee und großen Flotte, einer Nation, die nichts fürchtet als Unreche zu tun, ist der Kaiser in der Lage, etwas für die Sache des Rechts zu riskieren. Er hat sich bereits Unpovularität zugczogcn, indeni er sich weigerte, einen Krieg her- aufzubeschwörcn »nd deshalb nöag es für ihn schwerer sein als damals. Aber der Kaiser ist vielleichjt in einer Lage, die ihn mehr dazu yualisiziert, die Jniljiative zu einem Schikitt zu ergreisen. indem die österrcichisch-ungallschc Regierung cingcladen werden könnte, mit den anderen Mächten in Verbindung zu ttetcn, bevor eine militällsche Aktion unternommen werden würde. Wenn die? erreicht werden kümite, so brauchte nach unserer Meinung in Europa lein Schuß wegen dieser Sache adgefeuert zu werden. Ein solcher Schritt könnte zur Zerstreuung vieler Wolken führen, die lange über Europa gehangen haben und zum Verschwinden von manchem gründlichen Haß und Argwohn. Wir geben uns der Hoss- nung hin, daß der deutsche Kaiser bemüht ist, den Fllcdcn zu erhalten. Französische Pressestimmen. Paris, 27. Juli. Auch die heutigen Morgrnblätker svrechen fast einmütig ihr Erstaunen darüber aus, daß Oesterreich die serbische Amwort, welche eine fast vollständige Unterwerfung bedeutet, als unzureichend abgelcbnt habe. — Der „Gaulois" meint: Aus dieser Haltung Oesterreich-Ungarns geht Izeroor, daß die serbische Angelegenheit nur ein Vorwand war: denn, wenn die östcrrcichisch- ungarftchc Regierung lediglich ernsthastc Bürgschaften gegen die pcmserbischen Treibereien verlangt hat, dann hätte sie sich beeilen müssen, die vom Belgrader Kabinett gemachten Zugeständnisse sür genügend zu erklären. Man weiß nicht, was Oesterreich will. Tas eine nur ist sicher, iiaß es sich durch seine unbegreifliche Hart- näckigkelt aut einen ungiinstigc» Boden gestellt, die Unterstützung Rußlands gcsichcrl und die austro-serbische Angelegenheit in eine dentsch-stawischc umgewandclt hat. Wir stehen vor her Gefahr einer europäischen Konslaqiation und gerade deshalb sind die Aussichten aus eine friedliche Lösung gewachsen: denn angesichts einer allznschweren Verantwortlichkeit werden auch die Verwegensten zögern und zurückschrecken. Auch in anderen Blättern kommt der Gedanke züm Ausdruck, daß, wenn auch ein allzuweitgehender Optimismus nicht angebracht sei, immer noch die Hoffnung aus Erbaltung des Friedens bestehe. Zur Begründung dieser Aus- sassirng wird u. a. aus die halbamtliche Odrte hingcjwiesen, nach der der demschc Botschafter Freiherr v. Schmr und der interimistische Minister des Aeußern Bienvenu Marlin in einer neuerlichen Unterredung nach Aktionsmitteln der Mächte zur Aufrechtcrbaltung des Friedens gesucht haben. — Jauräz schreibt in der „Hnmanitä": Wenn Deutschland von Oesterreich-Ungarn vorher nicht um Rat gefragt worden ist, dann hat es zweifellos das Recht, der östrr- rcichisch-ungallschen Regierung, von der cs in einen Konsliki hm- eigigczogcn werden kann, Ratschläge zur Mäßigung und Vorsicht zu ertellen. Falls die österreichisch u»garisii»e Monarchie von Serbien nur Bürgschaften will, dann bleibt eine Verständigung möglich. Für den Krieg fehlt jede Entschuldigung und jeder Vonvand. — Die nationalistische „Auloritö" schrcchi: Heute nacht zog an unserer Redaktion eine Anzahl.Manisestanten vorbei, die schrien: „Nach Berlin!" Wir erklären diesen unbekannten Freunden ganz unzweideutig, daß sic viel besser daran täten, sich stlll zu verhalten. Denn wenn die ernstesten vandlungcn vorbereitet werden, dann geziemt sich Ruhe und Sammlung. — Die revolutionäre „Bataille Syn- dicaliste" fordert ihre Anhänger aus, sich heute abend aus den großen Boulevards zu versammeln und die herausfordernden Kundgebungen der Chauvinisten durch Ruse: „Nieder mll dem Alleg!" zum Schwllgen zu bringen. A«» Stadt «nd Canft» Gießen. 28. Juli 1914. ** Tagcskalender fiir Dienstag, den 28, Juli: Stadttheater: .Wie einst >m Mai' Anlang 8 Uhr. G « w e r b e - A u s sl e I l » » g : Famtlienabend der beide» hiesigen »nd auswärtigen Feuerwehren rmd der Sanitätskolonne. Der Großherzog hat dem Pllnzen E r n st A u g. zu S o lm s-Brann f el s die Erbaubnis zur Annahme und zirm Tragen des ihm verliehenen Fürstlich-Reußschen EhrcnkreuzcS erteill. — Dem Geheimen Medizanalrat Professor Tr. Groedel zu Bad-Nauheim wurde die Erlaubnis Mr Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Ruinänien verliehenen Kommandeurkreuzes des Königlich Rumänischen Kronenordens erteilt. " Aus dem Schuldienste. Uebcttragen wurden dem Lehrer Ludwig M a t t h e S zu 'Schwickartshausen, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Bolksschube zu Däne rn- h e i m, in demselben Kreise; dem "Schulamtsaspirauten Hain- rtch Schäfer aus Psungstcedt die erledigte Lehrerstelle cm der Volksschule zu Radmühl, Kreis Lauterdach. — Bc- ställgt wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwensteiu- Wcrllreim-Rosenberg und dem Herrn Fürsten und Grafen zu Erbacl-schünberg auf die erledigte 2. Lehrerstelle an der Volksschule zu Lützel-Wiebelsbach, Kreis Erbach, varge- schlagene Schulamtsaspirant Karl.Bl ei aus Einarts- hausen. Kreis Schotten, für diese Stelle. ** Offene Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einern evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Wackernheim, Kreis Bingen. Mit der Stelle ist Ovgänistendienft verbunden. — Eine mtt einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Bürstadt, Kreis Bensheim. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Dodenrod, Kreis Friedberg. Mit der Stelle rst Organisten- und Lektordienst verbunden. Dem Inhaber kann «ine Ottszulage bewilligt werden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende l. Lehrerstelle an der Volksschule zu Elmshausen, Kreis Bensheim. Dem Fürsten und Grasen zu Erbach-Schönberg steht das Präsen- tattonsrecht zu. ** Von der Technischen Hochschule. Auf Antrag der Slbtcilnng für Jngenieurwesen wurde durch Beschluß von Rektor und Großem Senat dem Stobtbäurat a. D. Sir William H. Lindley, Zivilingenieur tu Frankfurt a. M., in Würdigitiig seiner Tätigkeit auf dem Gebiete der Wasserversorgung und Entwässerung der Städte, sowie des gesamten städtischen Tiefbaues und der öffentlichen Gesundheitspflege die Würde eines Doktor-Ingenieurs Ehrenhalber verliehen. '* Eine militärische Ucbung spielte sich am Montag rnrd der darausfolgenden Nacht am Lakmtal Moischeu Klein-Linden und Atzbach ab. Das .Hauptgesccht war in der Nacht, und es handelte sich um die Erzwingung des Lahnübergangs. An der llebung beteiligten sich dos Infanterieregiment Nr. 116, die Unteroffizierschule Wetzlar, das Pionierbataillon Nr. 21 aus Mainz, eine Scheinwerferobteilung und ein Flieger, der wiederholl das Gcsechtsgelände kreuzte. Am Montag mlltag ttafen die Pioniere in Allendvrf ein und bezogen am Wege nach, Rtünchholzhauscil Feldlager. Die vier Kompa-gnien kochten hier ab und bezogen Biwak. Um 12 Uhr kam eine Abteilung' 116er über Klein-Linden und Allendors bis Dutenhofen. Die .Hauptmacht der ll6er rückte über Heuchelhcini nach Atzbaci, Uud besetzte das rechte Lahnufer. Es entwickelte sich zwischen beiden Parteien ein hesttges Feuergeßeclst, in das auch die Maschinengewehre einarifsen. Da nach der Annahme die Brücke bei Dutenhofen gesprengt war, so siel den Pionieren die Aufgabe zu, neue Flußübergänge zu er- llchtcn. Um Vj 1 Uhr rirckten die Pioniere aus ihrem Lager bei Allendors. Die blaue. Partei marschierte gegen die Lechn und eröffnet« nun ein heftiges Gefecht, während die Pioniere an den Brückenbau grngcn. An der Stelle, wo die .Kleebach in die Lahn mündet, wurden innerhalb kurzer Zeit von den flinken Pionieren vier Brücken hergestxlll. Die rote Partei, die rechts der Lahn stand, ließ ihre Scheinwerfer- Abteiluna spielen, doch es gelang ihr nicht, den Brückenbau zu hindern. Nach Vollendung der Brücke erfolgt der Vorstoß der Blauen, ein Teil ging über die Brücke, und die Roten würden gegen Atzbach zurückgeschlagen. Um y 2 5 Uhr war die Uebung bee»det und die Kompagnien rückten nach Gießen bczlv. Wetzlar ab. Die Pioniere schlugen die Drücken ab urid bezogen wieder ihr Lager bei Allendors. Eine große Mensck>enmenge aus den benachbarten Orten wohnte der sehr interessanten Uebung bei. Der Straßenbahnvcrkehr beim Iugendfest. Die Straßenbahn beförderte beim Jugendicst 7993 Fahrgäste. Der Turchichnittsverkehi an Wochentagen beträgt gewöhnlich zwischen 3200—3400 Personen, so daß auf den vermehrten Festverkehr, der sich aus sechs Nachmittagsstunden erstreckte, rund 4600 Personen entfallen. ” Einberufungen zur Fahne haben gestern sür österreichische Wehrpflichtige und auch für Militärpflichtige aus Italien in Gießen stattgcftindcn. Me Leute lind sofort nach ihrer Heimat abgereist, "EingutesRezeptsürSpitzbub'en verabfolgte am Sonntag mittag der Milchhändler H. Günther von Stcinbach einem Burschen von ungefähr 18 bis 20 Jahren G. kam aus einem Hause IN der Walltorstraße, als der Bursche gerade aus einem Korbe auf dem Milchwagen ein Paket herausnahm, und damit verschwinden wollte. G. nahm ihm das Paket ab und gab ihm' eine gehörige Tracht Prügel. Inzwischen batte sich eine große Menschenmeime angesammett, die mit Vergnügen der schnellen Justiz des Milchhändlers zuschautc. ** Kleine Mitteilungen. Während der bisherige Pächter der Rodheimcr l«. d. Dieberl Gemeindejogd tBaron van der Hvpvl 600 Mk. zahlte, haben 3 Herren ans Düsseldorf jetzt 1330 Mk. versprochen. Dies bedeutet in der 9jährigcn Jagdperiode für die Gemcindekasse eine Mehreinnahnie von 6570 Mk. — Der 74 Jahre alte Privatmann Vetter zu D a r m st a d t, der sich an nnem 12 Jahre alten Mädchen vergangen hatte, sollte gestern vernommen werden. Aus Furcht hat sich der Mann auf dem Fried- Hofe erschossen. ■— In Niedcr-Saiilhcim entstand am Montag mittag in der Wohnung des Eisenbahnbcdienstetcn Kvnrad Weingartner an einem Spiritusavparat eine Explosion, wobei der zwölsjährigen Tochter des W. die Kleider in Brand gerieten. Das Kmd wurde am ganzen Körper verbräunt uud von b« 3JFaln»n: Sanitätswache ins vtochushospital nach Mainz gebracht. ES dürste schwerlich mit dem Leben davonkonrmcn. — Ern Aund der Bing er Wach- und Schliehgeselffchast im Werte von 0000 Wt, ist vom Südexpreß übcriahrcn und getötet worden Kreis Büdingen. 27 - Jiili. In nächster Zeit erhält auch Ober-Mockstadt die lange enetmte Wasserleitung Zurzeit rk man mit Ausgrabungen nach guten, reichlichen Lucllen beschätttgt. Biesie Bewohner mus-.ten das Trinkwasser sehr weit lherbeiholen. und es wird der Beschluß des Gemeinderats daher freudig begrüßt. — In den umliegenden Gemartungen wurdeii schon mehriach Kreuzottern angelrossen. Kreis Alsfeld. , «roh.Felda, 25 Juli Das 50j°hrige Ge- schäftsiubilaum des hieiigen Spar- und Vorschuß- vercrns wurde heule im Ganbaus „Zur Traube" seitlich be- gangen. Mit dem Jubiläum des Vereins ivar auch das goldene Amtsiubiläum seines Rechners und Miigründers. des Lehrers rn Pension Schmirmund, verbunden Um 2 Ubr crösfncte Direktor Völzing die Versammlung mit einer An- sprachc. Als Anerkennung der Tätigkeit des Rechners Schuir- Mund überreichte er ihm im Namen der Vorstandes ein Gk- ühenk. Der Jubilar sprach dem Direktor, dem Vorstand und den Mitglichcrn seinen Tank aus. Sodann gedaclne Tirektor Völ- »,ng des verstorbenen BürgcrmeiswrS Kreuder ,u Kestrich und seiner unermüdlichen Sorge um das Wohl der Kasse Tie Versammlung^ ehrte den im Jahre 1897 Verstorbenen durch Erheben von den Sihen. Die revidierte Rechnung vom Jahre 1913 wurde voraelegt und genehmigt Sie schließt in Aktiva und Passiva mit je 1635 339 Mk ab. Dem Reservefonds konnten 3107 Mk. »u- gewiesen werden, wodurch er Ende 1913 aus 81093 Mk gestiegen ist Aus die haftbaren Mitglicdseinlgqen wurden nnedcr 8 Prozent Dividenden ,oie seit Jahren verteilt. Die bisher gewährten Zu- Wendungen für wohltätige und gemeinnützige Zwecke wurden weiter bewilligt. Noch Erledigung der Tagesordnung begann die Jubi- läumsseier mi, einem gemeinschaitliche» Festessen Die Festrede hielt Lehrer >. P Hü nergarth zu Büdingen, einer der Gründer des Vereins, der iHm 50 Jahre lang ununterbrochen angehört hat. Eine von Lehrer N e e b verfaßte Tenkschriit über die Geschichte des Vereins wurde unter die Mitglieder verteilt. Kreis Frirvber«. r. Bad-Nauheim, 27. Juli. In der Stadtverordnetenversammlung teilte der Vorsitzende ms,, daß die Ver- saiirinlung sür die provisorische Herstellung des Eleonoren- Ringks 8720 Mk. bewilligt hat. Tie Arbeiten kommen zur Aus» schrechnnq und sollen möglichst beschleunigt werden Für die (sziisrie- digung des Volksschulgarlens aus der Cftfcite werden 1350 Mk bewilligt. Die Wanderhaushaltungsschule des Kreises will im Oktober d Js. hier einen Ilnterrichtskursns abhaltcn. Die Stadt übernimmt 200 Mk. Miete iür ein der Schule zur Verfügung zu stellendes Lokal. Am Elconoren-Ring sollen zunächst sieben Richtlaternen ausgestellt werden Die Versammlung ist einverstanden — Der am Samstag »nd Sonntag zum Besten des Roten Kreuzes im Großh. Konzerthaus abgehaltene Basar war von ungesähr 3000 zahlenden Personen besucht. Die Roh- cinnabme aus Eiutrittsaeldern, Verlaus, Lotterie usw. schätzt man mit 8000 Mk. nicht zu hoch. A Maibach bei Butzbach, 27. Juli. Veteran Phil Iauer- b a ch, der an den Feldzügen 1866 und 1870/71 feilnahm und zuletzt dem Jnsanterie-Reginient Nr. 81 in Frankfurt angchörte, wurde zur letzten Ruhe gebettet. Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes. Der Hassiabezirk Butzbach lieh durch Medizinalrat Dr. Vogt einen Kranz am Grabe niederlegcn Starkenburg und Rheins, essen, rw. Darmsiadt, 27. Juli. Aus dem Truppen. Übungsplatz Griesheim stürzte am Samstag ein Unteroffizier der Fliegertruppe mit einem Flugzeug aus geringer Höhe ab. Er blieb unverletzt; dar Fliigzeng wurde stark beschädigt. — Zwei russische Studenten, die am Sonntag abend den an dem alten Palais auf dem Luisenplatz stehenden Infanterie-Wachtposten durch Zuruse beleidigten, wurden mit Hilse von Passanten und der dann rasch herbeigeeiltcn Schloßmachc fest g cn o in men, nachdem sie versucht hatten, zu entsiiehen. Mit aufgepflanztem Seitengewehr wurden sie durch die Wache nach den, Schloß gebracht und »ach Feststellung ihrer Personalicn wieder entlasten. Sie schienen etwas angeheitert zu sein, obwohl cS erst t/,11 Uhr war. Kreis Wetzlar. »cht. Hochelheim, 28. Juli. Das etioa drei Jahre alte Töchterchen einer hiesigen Familie ,var nach dem Felde gegangen, wahrscheinlich um die mit Feldarbeiten beschäftigte Dicnstmagd der Eltern anszuiuchen. Ilm nun über den Müblgrabenzu kommen, lies e^ über den Balken einer Schleuse. Dabei glitt das Kind aus und stürzte IN den Graben, der an dieser Stelle ziemlich breit und etwa einen Meter tief ist. Ein dabeistehendes sechsjähriges Mädchen erhob ein großes Geschrei, woraus die zwölsjäbrigc Maria Schwei- z e r sofort an die Unsallstelle eilte. Entschlossen sprang ste dem Kinde nach und brachte es wohlbehalten ans Land. Hessen-Nassau. ss M a r b u r g 27. Juli. An einer scharfen Kurve der Landstraße von Schröck nach Marburg üb erschlug' sich gestern abend gegen 11 llhr ein mit Damen besetztes Automobil. Bon den Jnsastcn erlitt rin hier zu Besuch weilendes Schulmädchen namens Börner aus Frankfurt so schwere Verletzungen. daß eS in der Klinik ge st o r he n ist. ss Marburg 27. Juli. Der letzte der gefährlichen Einbrecher, die kürzlich in Gladenbach ausbrachen, ist jetzt an der luxemburgischen Grenze fest genommen worden. Es ist dies der Einbrecher, der dem Wackumcister Kreiling den Dostch- stich beibrachie. Dos Kleeblatt besindct sich jetzt im hiesigen Unter- suchungsgesängnis. I. Frankenbcrg, 27. Juli. Der in Mainz bei einem Sturz mit dem Pferde tätlich verunglückte Dragoner Faust von hier wurde gestern unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. b. Biedenkopf, 27. Juli. Die sür Zwecke der Waisen- pflegc im hiesigen Kreise veranstaltete Hauskvllekte ergab 2078,tzö Mark gegen 2001,22 Mark im Vorjahr Die Sammlung de; hiesigen Kreises sällt dem Landarmenverband zu, während die übrigen Kreise ihre Erträgnisse sür ein Zentrastoaiscnhaus vereinnahmt haben. --- Frankfurt, 28. Juli Eine Einkaussreisc des Direktor; des Zoologischen Gartens, Dr. Priemck, nach Hamburg und Alseld, war iür den Garten von großem Erfolg Nicht nur wurden überzählige, hier gezüchtete Tiere verkauft, sondern der Tierbcstand konnte um eine Reibe wertvoller, seit Jahren erwünschter Seltenheiten vermehrt werden. Darunter die Südafrikanische Reise-Antilovc, der sogenannte K a - vis che Spießbock, zwei in der Nähe der RaubvogelVolieren untergebrachte Katzenbären oder Pandas, die vom Himalaya stammen und vorwiegend banrnbcwvhncnde Bogrlsresser und Nest- räuber sind. Für das seit vielen Jahren im Garten besindliche Därenpavsanweibchen wurde ein starkes, nahezu erwachsenes Männchen angekaust. Ein sunges Mandrilwcibchen, eine schwarzaesichtige Weißnasenmeerkatze und drei seltene Halb- assen vervollständigen das Asienhaus. Reich bedacht wurde auch die Dvgelsammlung. Ein kleiner südomerikanischer Raubvogel, der Ehima-Ehima. ein mexikanisches Zwerg käuzchen und ein Paar Goldvhr-Arasaris, Nilgänse und Buschwaldsittichc wurden erworben. Auch iür das Agua- rium Riesenchamäleone, einige große bengalische Warane, eine asrilanischc Riesenlandschildkröte, die sogenannte Leopardcnschildkröte. h. Franksurt a M. 27 Juli. Die im Verband der Reiwigungsunternchmer Deutschlands zusammcn- geschlostenen Berufskollegen bielten im „Kaiserhos" ihre Hauptversammlung ab. Dem vom Vorsitzenden D a l l i st a t (Hamburg) erstatteten Gescliättsberich! zusoigc umsaßt der Verband bereits mehr als 200 Mitglieder und Körverichasten. Die Kasscnverhältnisse sind günstig. Man beschloß, den Beitritt zur Sterbeunterstützungskasse sür icdcs Mitglied obligatorisch zu gestalten. Tie Jahresversammlung 1915 tritt in Düsscldori zusammen. b Bad-b omburg v. d H., 27. Juli. In dem Streit der Acrzte des Bczirls Usingen mit der O r t s k r a n k k n - lasse Hamburg ist eine Einigung nicht zustande gekommen. Tie Kaisc beschloß deshalb, sür die in Frage kommenden erkrankten Mitglieder die von den Usinger Aerzten gesordertc Minim rltar c zu bezahlen. Ten Mitgliedern wird aber empsoblen. in KrankheitSsällen die Usinger Aerztc möglichst nicht zu bkhetligen, sondern sich an die Homburger Kassenärzte ZU weichen. Sport. X Offiziers - Lawntennis - Turnier in Bad Homburg Am Montag nahm das unter der Schirmherrschast des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen stehende Lawntennis- Turnier für aktive Offiziere des deuißchen Heeres „nd der Flotte aus den Tennisplätzen im Homburger Kurpark seinen Ansang. Es sind diesmal 27 Nennungen eingelausen, darunter Hauvtmann See- bohm vom Jn'anterie Regiment Nr 167, der im „Kaiierpreis" wir ecner Vclastung tfoni —39 spielti Die Leitung des Turniers liegt in den fänden des Hauptinanns o. Frankenscld (Mainz/. Zunächst sind vier Konkurrenzen vorgesehen und zwar das Herren- Einzclsviel um den vom Kaiser gcstisteten Goldpokal, um den 26 Offiziere kämpsen: sowie das Herren-Dovvelsvicl mit dreizehn Paaren Ferner kommen noch ein Herrcn-Einzel- und Herrrn» Tovvelspiel mit Vorgabe zum Austrag. Das Wetter ließ am ersten Turniertagc leider viel zu wünschen übrig, so daß bis jetzt nuv wenige unbedeutende Resultate erzielt werden konnten. XDasersteJungmannen-Wettfechtend«s2. Bezirks dom Mittclrheinturnkreis hat am Sonntag in Hanau stattgefunden, zu denk 18 Fechter der Zil dem Bezirk zählenden Vereine aus Franksurt. Bornheim, Bockenheim. Offen- buch, Hanau. Bürgel, Isenburg, Fechenheim und Klcin-Steinhrim sich eingcsunden hatten. Die Leitung hatte BezirkS-Fechtwart Zimmermann aus Ossenbach. Gesochten wurde Mit Florett und schwerem Säbel in sestcr Stellung <29 Teilnehmer) und Florett und leichtem Säbel in loser Stellung (19 Teilnehmer). Bei dem Fechten in fester Stellung nnirde erster Sieger mit 18'/, Punkten Whil. Müller von der Turngemeindc Bornheim, bei dem Fechten in loser Stellung erster Sieger mit 55'/, Punkten A. Müller vom Turn- und Fcchtllub Franffurt a. M. An das Wettscchten schloß sich ein! Fecht-Akademie. an welcher die hervorragendsten Fechter des Bezirks II sich beteiligten. Landwirtschaft. ** Der Kreis-Obst- und Gartenbauverein Gießen hielt am Sonntag nachmittag seine Hauptversammlung in G r ü nb e r g ab. In Vertretung des l. Vorsitzenden, des Regie- rungsrats Langerniann, erössnete der 2. Vorsitzende, Stadtverordneter Simon 'Gießen) die außerordentlich gut besuchte Versammlung. Er begrüßte die Erschienenen aus; herzlichste und im besonderen den l. „nd 2. Porfitzenden des Grünberger Ortsvereins, des KrciS-Obsl und Gartenbouverciiis. Er wies daraus hin, daß es im vorigen Jahre im Krcisverein dahin gekommen sei, die Selb- ständigmachuug der Ortsgrupven zu Ortsvcreinen anzustreben. Die erhofften Ersolge. wie Förderung des Bereiuslcbens und Aneisc- rung für die noch nicht als Mitglieder ausgenommenen Einwohner sind zur Wirklichkeit geworden. Mit den besten Wünschen sür das fernere Wohl d-S Vereins und mit dem Wunsche, daß auch serncr stets Ersprießliches geleistet iverden möge, schlietzt der Redner und erteilt hieraus dem l. Vorsitzenden des Grünbcrgcr Ortsvereins, Uhrmachcrmeistcr Jöckcl I., das Wort. Er begrüßt ebenfalls die Versammlung, bc-sondcrs Stadtverordneten Simon und den Redner des Tages. Dr. Hossmann (Fricdbcrg). Er weist daraus hin, daß der Grünbergcr Verein nunmehr schon über 70 Mitglieder verfüge, und in absehbarer Zeit die 100 erreicht sein werden. Mit einem Hoch aus den Kreisvcrcin schließt der I. Vorsitzende des Ortsvereins Grünberg. Nunmehr ergriss Dr. H o s s m a n n (Fried- bcrg) das Wort zu seinem Vorträge „D ieFraualsBlu mengär t n e r i n". Er behandelt in knrzcn, leichtverständlichen Ausführungen die Heranzucht der Pflanzen, ihre Pflege, ihre Feinde, vraltische Arrangements von Blumen, und macht schließlich noch praktische Vorführungen zum Vermehren von Blumen usw. Vorsitzender I ö ck e l sprach ihm seinen Dank aus und begrüßte den inzwischen eingetrosscncn Gast, Herrn Landtagsabqeordneten Lutz (Elpenrod'. Dieser dankte sür seine Begrüßung uiw erwähnte, daß cs ihm als AbAcordneten sür den Wahlkreis Grünberg-Gicßen eine Ehre gewesen sei, der liebenswürdigen Einladung des Grünberaer Ortsvereins zu folgen. Es sreue ihn ungemesin, daß die Ziele des Obst- und Gartenhauvereins wieder ein neues Gebiet auch sür seine Gegend crössnelen und hofst, daß cs nicht mehr lange dauern loerde, daß man auch dort unter gleichen Verhältnissen eine solche Glanzversammlung abbalten könne. Er berührt, wie schon seit langem gerade in der Schweiz eine Dlumenzüchtung herrsche, der man bei uns noch selten begegne, und hofft, daß sich auch hier eine immer weitere Verbreitung der Liebe zu Blumen und schönen Zimmervilanzen entwickeln möge. Den Verhandlungen wünscht er gedeihlichen Verlaus. Hieraus schritt nian zur Verteilung der Medaillen mrd der Diplome für die stalt^esiindene Prämiierung des Grünberger Blumenschmucks. Der Vorsitzende I ö ck e l wies daraus hin, daß zum erstenmal zu einer Wertung des Blumenschmuckes geschritten sei. Das Preisrichteramt lag in Händen der Herren Dr. H offmann (Fricdberg) »nd Emil Frank (Grüiiberg). Dr. Hossmann betont nochmals die Vorbildlichkeit Grünbergs auf dem Gebiete der Blumenpilege, obwohl die ganze Sach: noch in den ersten Ansängen begrisfcn sei und man sa^en könne, daß erst seit zwei Jahren sich eine solche Lilchc zur Sache berausgebildet habe. Den 1. Preis, die silberne Psedaille, gestiftet vom Kreis- verein, erhielt Herr Karl Gieß (Grünberg), das l. Ehrendiplom des Kreisvcresns Herr Karl Rohm (Grünberg), dos 2. Ehren« diplom die Schivestcrn Charlotte und Babctte (Grünberg), das 3. Ehrendiplom Herr Herm. Frank (Grünberg). Weitere Ehren- diplomc vom Verein erhielten! Frl. Marie Bock (Grünberg), Herr Konrad Bock, die städt Krankenschwestern Marie und Antoinette, Frau Rechtsanwalt Beilstesn, die Herren Philivv Müller, Karl Becker, Martin Schmidt, Lehrer Roth, Bricsirägcr Herz und Friedr. Ritter. Außer diesen Diplomen konnten noch 10 lobende Erwähnungen zur Verteilung gelangen, und das Preisgericht hofst mit Recht, daß diese nur lobend Erwähnten darnach streben werden, im nächsten Jahre ebcnsalls unter die Reihe der Ausgezeichneten zu kommen. Was die össcntlichen Gebäude in Grünberg anlange, so ließe sich noch vieles tun, gerade die Realschille und die städt. Schule böten mit ihren zahlreichen Fenstern ein gutes Feld für die Pflege von Blumen und würden auch auf die Einwohner und Besucher, ganz abgesehen von den Schulkindern selbst, einen sicher lcbenweckendcn, erfreulichen Eindruck machen. Herr Dr. H o s s - mann schließt mit der Hofsnung, daß man wohl^bald Grünberg als die hessische Blumcnstadt betrachten könne. Stadtverordneter Simon legt den Gästen ein Epempel an Grünberg ans Herz und bittet, wenn irgend möglich, Aehnlichcs zu Hause zu veranlassen. Züm Schluk; schritt man zu einer allgemeine» Verlosung von 10 Gebrmichsgcgcnstäichen. deren viele aus der Grünberger Bevölkerung gcsttftet tvaren und lnernach zu einer Verlosung eines Rex-Apvarates, nur sür die Mitglieder des Kreisvercins, und zwar unentgeltlich. Ter 2. Vorsitzerlde des Kreisvereins schloß mtt den besten Wünschen für sernerc Zeiten die harmonisch verlausene Festversammlung, die durch Konzert auch auss beste unterhalten worden war. » Provinzialberband Oberhess. Kaninchenzüchter SitzGichen. Gießen, 27. Juli. Am Sonntag, den 26. Juli fand hier eine Vertrctervcrsammlung statt. ES waren 20 Vereine nnd sieben Einzelzüchter vertreten. Auch war Landtagsabgeord«cter Pros. Urstadt der Einladung gefolgt. Neu ausgenommen wurden die Vereine i Effolierbach, Ruppettsburg, Harheim, Nieder-Weisel und Garbentcich. Einem Einzelzüchter mußte die Ansnachne versagt werden. Den Geschästsbcricht vom 1. Halbjahr 1911 gab Herr Martin Schwall (Gießen). In diesem Jahre konnten dis jetzt sieben neue Vereine und füm Einzel Züchter ausgenommen werden. Ferner stehen noch 2 Nengründnngcn bevor. In den ersorderlichen Versammlungen sprachen Schmall »nd Bock (Gießen) sowie Ebert Gelnhausen). Dem Hess. Landes-Bcrbande sind vom Hess. Landtage zunächst 1000 Mark zur Förderin g der Kaninchenzucht zur Verfügung gestellt worden. Aus Vorschlag des Verbands- vvrstandes werden die Gelder wie folgt verwandt: An 30 Vereine je dnc Stcnitsdeihilsc von. 20 Mark — 600 Mark, 10 Staats-Ehrenpreise i 15 Mark — 150 Mark, sür Züchter, welche i» der Zucht »urückgekvmmen sind, 50—150 Mark, für Vorträge und Agitation 100 Mark. Dem Provinzial-Verbände sind 50 Döark sür .Agitarion bewilligt. Ter 1. Schriftführer macht bekannt, daß für August 1911 eine größere Agitationsversammlung in Gießen geplant sei. Landtagsabgcordnctcr Pros. Ir städt habe einen Vortrag über „Förderung her Kaninchenzucht durch Staat und Kommune" übernommen. Außerdem solle ein Vortrag über! Volkswirtt'chastliche Bcderttaing der Kaninchenzucht gehalten werden, den ein Vorstandsmitglied halten werde. Die Satzungen werden nach dem Vorschlag des Vorstandes angenommen. Ferner wiurde eine sclbstäichigc Preisrichter-Bereinigung gegründet. Die Provinzial-Verbonds-Ausstellung lindkl in Lollar im Oltober 1911 statt. Der Laudes-Bcrband Nistete 50 Mark zu Ehrenvreiscn, jedoch >.-urden noch weitrrc 50 Mark angesordert Ter Provinzial-Verba ch gab 32 Mark zu Ehrenpreise», ferner stehe» eine Anzahl sonstiger Ehrenpreise zur Versüguug. Bei dieser Gelegenheit sei mrtgrtcilt, daß im Voriahre anläßlich der Vcrbonds-AuSstellung in Butzbach vergeben wurden: l Bundes-, 8 Staats-, 2 Stadt-, 9 Verbands- imb 16 Bercins- Ehrenvreiie, sowie 96 Standgeldvreis«. In dieicm Jahre konnte,, in Mainz 1 Bundes-, 10 Staats-, 25 Verbands- imb 25 Vereins- Ehrenpreise, sowie weit über 100 Standgeldprcise vergeben Ivcrden. 'A Mücke. 26. Juli. Die 5 3. Waudervcrsammlung und Imkerei ausstelluizg des ove rh c s^i s chon Aienenzüch- terverein? fand heute hier in Verbindung mitt einem Öonig- niarkie statt. Die Ausstellung war gut beschickt und erfreute sich trotz des nicht sehr günstigen Wetters eines lebhaften Besuchs. Die Eröffnung sand um 2 Uhr durch den Vorsitzenden siir Oberhcffen, Lehrer Buß (Leihgestern), statt. Die Prä^erung qrschah inl. Abteilungen durch die Imker Kumps (Gießen), Vetter (Gießen) und Seivv (Geiß-Nidda). E? erhielten Auszeichnungen in Gruppe I, Lebende Völker! l Preis Lchocr Hvnnann und Hübner cNidda), ferner erhielten Preise! Krast (Allcndors). Keck (Gedern). Gruppe II, Bienenhonig: l. Preis Erb (Mücke) Nich der Verein Schlitz, serncr wurden nttt Preisen bedacht! Funk 'Sellnrod) und Philippi (Mücke), Runk iOkarben), Hofmann lFreren- secn) und Kumps (Grünberg). Gruppe III, WvhnungundGe- rätk! Schminke stSachsenbcrg), Hübner (Nidda), Kraft (Allcn- dvrf>. Keck (Gedern). Gruhpe IV, Lchrgcgenstände: Medaille des Zcntralvercins iür Oesterreich Schminke (Sachsenberg), Preise erhielten Buß cWctzlar) und Heidenreich (Sonnenberg'. Die Jahresrechnung des Vereins, welche Rechner Meergott (Nidda) stellte, zeigte ein recht crsrculiches Ergubnis, die Einnahmen betrugen 3580 Mk., die Ausgaben 3251,50 Mk., so daß ein Ueberschuß von 228,50 Mk. zu verzeichnen ist, der Reservefonds konnte aus 2000 Mk. erhöht werden, sl Marburg, 27. Juli. Uitter dem Vorsitz des Landrats v. Löwen st ein (Marburg) sand gestern im Hottl Kaiserhos eine Sitzung des Vorstandes des Kurhcssischcn Ziegenzucht- Verbandes statt. Es wurde beschlosien, eine Vcrtretting des Verbandes bei der Landwirtschastskammer in Kassel zu beantragen. Ferner genehmigte man den Antrag, füns Saaner Zuchtböckc in der Schwei» ankaufen zu lassen. Zwei sollen in Niederhcssen und je einer in Obcrhessen, im Kreise Schmalkalden und in der Hanauer Gegend statwnicrt werden. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 27. Juli. Unbegründete Sorgen, dürsten es sein, die sich ein Einsender in Nr. 171 des Gießcner Anz. macht wegen des Umstandes, daß am 29. ds. die Gelderbewil- ligung sür den KlinikS,imbau den Stadtverordneten zur Beschluß- sassung unterliegt. Wenn auch die Befürchtungen aus Ersahrungen der Vergangenheit erllärlich erscheinen, so liegt doch in ihnen eine Verkennung der Gegenwart mit ihrer gänzlich veränderten, zu Aengstlichkeit vor erneuten Ueberrumpclungcn keine Veranlassung bietenden Lage vor. Ja. es ist nickr zu leugnen, daß sich die Zcit- umstände noch wesentlich mehr zugunsten der Bürgerschaslsmchr- hcit rcsp. deren Aufsassung verschoben haben. Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor. daß die Krankenbaussreunde im Stadtvcrord- netenkollcgium den Einwohnern nach Geßlcrs Rczeot ein Zwinguri ausoktroieren wollen könnten. Im Olegenteil, dieser Verdacht müßte um so weiter »urückgeiviesen werden, als ja inzwischen die Dürgerschast durch das llare Votum der Wahlurne ihre Stimme in unzweidcuttger Weise gegen das ebenso kostspielige wie »nvovu- läre Projekt erhoben bat. indem sie die hauptsächlichsten Gegner desselben ins Sladtparlamcnt berief. Denn die nachträgliche zbassa- tion der Abstimmung ändert nichts an ihrem moralischen Gewicht. Auch darf nach dem Novembcrsturm des vorigen Jahres mit Frig und Recht angenommen werden, daß die Zwölf-Männcr-Masorität unseres Rathauses nach nnier Verantwortung am Vorabend der Neuwahlen nicht lüstern, sondern geneigt sein werde, den Willen der Bürgerschaft zu respektieren. Die letzte günstigste Wandlung aber sür den Sieg der guten Sache erblicken wir in der Person des verehrten neuen Leiters unserer städttschen Geschicke. Wir Nüssen uns sicher unter der Leitung eines wohlmein cndci- nnd charaktervollen Mannes, der nicht zugebcn wird, das die Brandfackel der ZwieirackK weitrrglimme in der Bürgerschaft durch Verletzung ihrer vitalsten Jrtteresien. Herrn Oberbürgermeister Keller kann es auch unmöglich entgangen sein, wie schwer die durch die „ngünVgc Lage des Platzes verursachte Enttäuschung der Geschäftsleute und Wirte usw. gewesen ist, die ihre Hofsnung aus die Gewerbeausstelluug mit bittersten Gefühlen zu Schanden werden sahen. Einen solchen Zustand kann man nicht verewigen wollen. Darum Köpsc in die Höh'! Das Rathaus blnbt, wo es ist! Mürtte. ke. Franksurt a. M., 28. Juli. Aus dem heutigen Heu- u»d Stroh in arkt war nicht; angesahren. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwocv, den LS. Juli 19)1: Wechselnd bewölkt, Nachlaßen der Niederschläge, Temperatur wenig geändert; nordwestliche Winde. rvEA, Creme ^ Seife erfacHen bei regelmäßigem Gebrauch die Hanl fchön, ge/und und Jugendfrifch- -Seif® 1SLSO Pf ,3 St. 1,40 ■. ■h*a^rwn»ui10^e,40,7'.Pt u.11. gF ‘Rhelnliöhes "TK»onnanirBuTPöETroTooTurn?7" rprhniklim Binnen Autoraobllbau, Srüokonbau. I C^lUHftUHl UlllljCU Direktion: Professor H o • p k «. wenn sie statt den teueren Marken unsere Einkochgläser und Apparate kauft. — Durch ganz bedeutende Abschlüsse sind wir in der Lage, zu folgenden enorm billigen Preisen verkaufen zu können. Einkoch-Gläser „Renata“ genau wie RexgSäser V. V, '/. V.Ltr. in garant. bester Qualität, zu jedem Apparat passend, mit Deckel und Ia. Gummi- Ring .'. schmale Form 35 40 45 50 Pf. breite >/, s /i 1 l 1 /, 2 Ltr. Form 50 55 60 70 80"TE I I" von Mk. ''an Dampfeinkochsppsfäb ß* vollkommenste der Gegenwart Mk. 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