Nr. [15 Zwettez Blatt 15^. Jahrgang Erschein! täglich mit Ausnahme de? Sonntag?. Tie „Siehener Zaintlienblätler" werden dem »Anzeiger' viermal wöchentlich beigeleg«, das „Rrestblatt stir den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Tie „randwirtschaftlichen Sttt- sra-en" erscheinen nionallich zweimal. Gle General-Anzeiger für Gberhefsen Montag, »r.ZuIi M-s Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Unwerfitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: c^51. Redaktion: 112. Tel.-Adru AnzeigerGießen. Die kommenden Landtaarwahlen. Unter den neunzehn Landtagswahlkreisen der drei Provinzen in denen >m nächsten Herbst eine Neutvahl vorzunehmen ist befinden sich auch vier, in denen bereits eine Wahl mittelst des direkten Wahlrechts vollzogen worden ist, die Wahlkreise - Bingen Abg Svherri, Mühlheim—Bieber « srinimnngsergebiils gegenüber die Tatsache, daß bei ber RcichStags- Ivodi im Jahre 1997 in der Stadt Bingen für das Zentrum 796 stimmen und für die fortschrittliche Botlspartei 535 Stimmen abgegeben Ivvrdcn sind, loährend der ücnrsch-soziale Kandidat 159 Ttinrmen erhielt. Die Wahl des Abg. 'Adelung UN Wahlkreis Mkühlhcim-Bieber nach dem Ableben des Abg. Orb erfolgte am 25. Januar 1912. Unter den 4684 zur Wahlurne gekommenen Wählern besandcnZich 1995 Toppelwählcr l übcr 50 Jahre-, so daß insgesamt 5797 Stimmen abgegeben wurden, von denen 55 uu- giltig Ivarcn. Es wurden für Mclung 3820 u,u> für den natl. Stadtverordneten Nessel 1899 Stimmen abgegeben. Wären hier auch die übrigen bürgerlichen Parteien selbständig auf dem Plane erschienen, so hatte sich vermutlich eine Sticlnvahl notwendig gemacht. Bei der Rcickfstagswahl 1907 waren in diesen! Wahlkreis 3332 sozialdemokratische, 1215 Zentrums- und 544 nalionalliberalc Stimmen abgegeben worden. Noch interessanter als bei den beiden vorgenannten Wahlen gestaltet sich das StimmenverltältniS in den Wahlkreisen Wald- niichelback und Gernsheim-Pfungstadt. Im Wahlkreis Waldmickelbach handelte cs sich um die Ersahioabl für den Verstorbenen Abg. Dr. beibcnreich, der den Wahlkreis seit zwanzig Jahren vertreten hatte. In der Hauptwahl am 18. Dezember 1913 wurde kein positives Ergebnis crzi»ll, da vier verschiedene Parteien mit Kandidaten hervortratcn t es erhielten Oberamtsrichter Dr. Winzer 868 Stimmen, Gemcinderat Kasenzahl (Soz.j 965 Stimmen, Generalsekretär Hofmann 855 und der fortschrittliche Rechtsanwalt Carnier 434 Stimmen. Bei der Stichwahl am 2. Januar 1914 siegte dann Dr. Wunzer mit 1939 Stimmen über Hascnzahl, der 1475 Stimmen erhielt. Da die Sozialdemokraten erfahrungsgemäß vollzählich auf dem Platze sind, so kann wohl mit Sicherheit angenommen werden, dah die fortschrittlichen Stimmen sämtlich auf den sozialdemokratischen Kandidaten vereinigt worden sind, während sich alle übrigen bürgerlichen Stimmen erfolgreich aus Dr. Wünzer vereinigten. Bei der Reichstagswahl 1997 hatten die Nationalliberalen 1377, die Deutsch-Sozialen 890 und die Sozialdeinokraten 880 Stimmen aufgebracht. Der Wahlkreis Gcrnsheim-Pfungstadtwar srüher seit langen Jahren durch den Kammerpräsidenten, Geh. Rat Haas vertreten. Nach dessen Rücktritt wurde 191 l der Bauernbündlcr Jakob Friedrich - Groß - Rohrhcim und der nationallchcrale Reallehrer Böhm-Gernsheim aufgestellt. Das Ergebnis war, dah bei der Hauptwahl ersterer 1467 und letzterer 1223 St. erhielt, während der sozialdemokratische Parteisekretär Raab-Pfungstadt 2080 und der fortschrittliche Fabrikant Prah-Psungstadt 10i0 Stimmen auf sich vereinigte. Trotz der Aufforderung an die Wähler der fortschrittlichen Volkspartef, bei der Stichwahl für den Sozialdemokraten cinzutreten, gelang es, sür Friedrich soviel Reserven heranzuziehen, daß er mit 3359 gegen 2933 Stimmen geivählt wurde. Bei der RcichstagswaKl 1907 hatten die Nationatlchcralcn hier 2138 stimmen, die Deutsch-sozialen rcsv. Bauernbündlcr 903, die ryoNschrtttlichen 5.-'8 wtb die SojtaßHmtüfrateii 1607 Stimmen auf gebracht. ES ist wohl anzunchmen, dah die Nationalliberalen alles ausbietcn werden, um diesen alten nationallcheralen Aablkreis von dem Bauernbund wieder zurückzi,gewinnen. Diese Ermattung und die Rücksicht auf die Parteikonstcllationeii in mehreren anderen Wabllrciscn waren denn auch die Beraniossunz, weshalb die nationalliberale Parteileitung das 'Angebot des Bauernbundes zu einem gemeinsamen Vorgehen ans Grund des Status guo nicht akzeptierte. In den 15 weiteren ländlichen Wahlkreisen, in denen Ersatz, wählen zu erfolgen haben, fällt mangels einer Unterlage durch direkte Abstimmung eine genaue Beurteilung der Aahlchancen sehr schwer. In der Provinz Stärkend,>rg dürste vor allem daS Mandat des Abg. tzauck lBbd.s für Groß-Umstadt in Frage gestellt sein, wo bei der Abgcordnetcntwahl durch die Wahlmänucr vor sechs Jalfrei, svnwh! Lauck, wie Rechtsanwalt Lust je neunzehn Stimmen erhielten: beim zweiten Wahlgang entschieden dann die vier für Ockvnomicrat Waltcr-Lengscld abgegebenen Stimmen für Saurf. Im zweiten ftarkenburgifchen Wahlkreis (Michclstadts wurde der Wcinhändler Lang < natl.) mit 24 von 37 Stimmen gewählt, die übrigen stelcn auf Rechtsanwalt Windisch. Die übrigen Wahlen durch die Wahlmänner erfolgten in Starlenburg meist einstimmig oder mit einigen Stimmen Tiffcrenz. In R b e i n h c s s e n , wo neben den fünf städtischen Mandaten in Mainz und Worms nur noch vier weitere Mandate erneriert werden, dünste der umstrittenste ländliche Bezirk der 10. Wahlkreis, Ingelheim, sein. Dort loar bei der Wahlmänncrwahl am 7. November 1908 Bürgermeister Dr. Frcnay (Ztr.) mit 31 Stimmen gewählt worden, während der Gegenkandidat Dr. mcd. Wolf-Gonsenheim lsortschr. Pp.) 19 Stimmen erhielt. Infolge nachgewicsener Unregelmäßigkeiten bei der Wahlmännerwahl in Mombach wurde die Gültigkeit der ganzen Wahl angefochtcn und zwar mst dem Erfolg, dah die Wahl der elf Wahlmänner in Mombach für ungültig erklärt wurde, desgleichen auch die Wahl Tr, Frenap, da im Falle einer anderen 'Abstimmung der elf Mombachcr Dr. Wolf 30 und Dr. Frena» imr 23 Stimmen hätte erhalten können. Nach der Neuwahl der Mom- bachcr wurde dann am 26. April 1909 Tr Wolf mit 29 Stimmen zum Landtagsabgeordnetcn gewühlt, während Tr. Frenay nur 22 Stimmen erhielt. In, fechstcn rhcinheffischen Wahlkreis, Oppenheim, siegte Rechtsanwalt Tr. Winkler (natl.') mit 20 Stimmen gegen Bürgermeister Braun-Alsheim, der 14 Stimmen erhielt. In Oberhesscn erschein! am meisten umstritten der zehnte Wahlkreis, Hcrbsiciu-Ulrichstcin, wo 1908 mst 25 Stimmen Bürgermeister Schmalbach -gegen 11 Stimmen stir Gcmeindcrcchner Mciski) gewählt wurde. Nach Schmalbachs Ableben im Jahre 1909 erhielten Bürgermeister Jost-BcrmutSheim und Mciski fe 16 Stimmen, ein Zettel war unbeschrieben. Bei der zweiten 'Abstimmung kam statt dessen eine Stimme stir Mciski hinzu, der somit als gewählt galt. Glcichsalls stark umstritten ist auch der sechste ober- hessische Wahlkreis, Grünberg, wo Landwirt Lutz-Elpenrod (Bbd.) mit 22 Sttmmen gewählt wurde, während Bürgermeister Lang- Odenhausen 9 und zwei weitere Kandidaten 5, resp. 1 Stimme erhielten. Im Anschluß an diese, sich meist aus den Wahlakten ergebenden Details mag cs vielleicht noch interessieren, auck, sür die ländlichen Wahlkreile das Abstimninngsvcrhältnis kennen zu lernen, wie eS sich bei der Reichstagswahl unter genauer Berechnung der einzelnen Abstimmungsbezirke für die Landtagswahlkreijc dorstellt. Im Wahlkreis Starlenburg wurden abgegeben: Einw. Ztr. Eoz. Frs. T.-S. Nil, Michelstadt..... 18 949 1162 7 9 15 0 Waldiiiichclbach.... 16 210 880 690 137 7 Ober-Ramstadt-Reinbeim 20 963 71 1267 74 7 Babenhausen-Gr.-Umstadt 22 561 373 944 27 0 Lampertheim .... 26 765 2096 1177 85 582 147, Groß-Sierau..... 24 241 — 1585 1203 — 719 Oberhessen: Gründern...... 20 819 865 5 1933 127" Lauterbach..... 16 995 — 505 424 568 169 Herbstein-Ulrichstein . . 17 771 — 63 86 1606 1667 Schotten ...... — 345 129 13)2 117: Friedberg...... 8 852 — 500 269 112 778 Als'eld....... 4 022 — 159 356 145 180 R l, e i n h « f f e n : Ei„w. Ztr. Eoz, Frf. D.-S. Nil. PleddeiSheim .... 18325 811 183 143 — 3914 Ovvenheiiii..... 17 308 704 339 62 — 2493 Ingelheim...... 19 825 1807 903 973 — 503 Bing«,,....... 9953 796 150 535 — — Ucberblickt man das Gesamtergebnis der ersten direkten Landtagswahl im Jahre 1911, so läßt sich nicht verkennen, daß die Sozialdemokratie, namentlich in den größeren Städten und in den Landgemeinden, die zugleich Vororte sind oder größere Industrie haben, einen nicht unerheblichen Stimmenzuwachs hatte, daß aber andererseits in den Wahlbezirken mehr ländlickfen Eharakiers es! der Sozialdemokratie trotz ihrer größten jahrelangen Anstrengungen nicht gelungen ist, irgendwelche Erfolg zu erzielen; ja in Rheinhcssen, mit Ausnahme zweier Voror sgemeindcn, und in einigen Gemeinden Oberbeisens zeigt sich ein st st lläglicki zu nennendes Ergebnis der sozialdcmokratifchcn Agitation. In mehreren Wahlkreisen Rhcinhcsscns stellte sich die sozialdemokratische Stim- menzahl nur aus 1,5 bis 3»/o, in Wörrstadt aus 3°,o, in Nierstein auf 4"o, kn Al zell und Bingen-Land aus 6°» und de» höchst erreichbaren Prozentsatz hat sie in Osthofen mit I I»,». DaS gesamte Abstimmungsergebnis bei der Landtaqswabl vor drei Jahren ergab 29 078 nationalliberalc. 30 130 forifchrittliche, 24 858 bauern - bündlerifche resp. deutsch-soziale, 22 874 Zcntrumsstimnien, und 54 452 sozialdemokratische Stimme». Es sichen also den letzteren wohl über 100000 Stimmen der bürgerlichen Parteien gegenüber. Ta kann man doch wirklich nicht mehr die besonders auswärts viel verbreitete Mär von der „roten Flut" in dessen oder dem „starken Ruck nach links" aufrecht crlfalten. Arbeiterbewegung i» Rutzland. Nikolajew, 25. Juli. Ein Driltcl der seit dem 23. Juli streikenden Arbeiter der Schiffswerft der Nikolajewcr Aktiengesellschaft hat die Arbeit wieder ausgenommen. Petersburg, 25. Fult. In mehreren Fabriken ist die Arbeit wieder ausgenommen worden. Auch in der Mehrzahl Druckereien wird gearbeitet. I» den Arbeiterviertel» ist Beruhigung eingetrctcn. Weitere Ausschreitungen sind nicht vorgekommcn. Man nimmt an, daß an allen Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen werden wird. Orel, 25. Juli. In den Brjanskwerken sind 7000 Arbeiter in den Ausstand getreten. Tie Ruhe ivurdc nirgends gestört. Petersburg, 26. Juli. Am 25. Juli vormittags betrug die Zahl der 'Ausständigen 130 500, von denen 8000 im Laufe des Tages zur Arbeit zurückkehrten. Au; Albanien. Rom, 25. Juki. De „Ageneia Stefani" meldet ans Durazzo vom 24. Juki, abends 10»/, Uhr: Der Fürst, der gestern abend beschlossen hatte, sich nrorgen nach Valona zu begeben, verschob seine Reise. Abends näherte sich eine Ueine Abteilung Aufständischer den «crfchanzungen. Des rief ein lebhosles, über 15 Minuten dauerndes viewehrfeuer hervor; auch Kanonenschüsse wurden von den Berleidigern abgegeben. Dc Panik in der Stadt nimmt beständig zu. Lin Atterta» auf den llhedive in Uonstafftinopel. Konstantinopel, 36. Juli. Eine erste Feststellung ergab, daß Mahmud Mazhar, der Urheber des Attentates auf den Khedive, der Sohn von Mehmed Mazhar Paschfa ist. Mahmud Mazhar ist Handelsschüler. Er feuerte zwei Schüsse auf den Khedive ab. Zwei Personen wurden durch die Schüsse verletzt. Nähere Untersuchung ist eingeleitet. veutjcke» Heid», Z u Bass er manns 60. Geburtstag fand am Samstag abend im Friedrichspark in Mannheim ein großes Festbankett statt, dem eine Reihe hervorragender ALgeord- r Mawsons Bericht über feine tragische Südpolarexpeüition. Sir Douglas Mawson, der Führer der australischen Südpolar- expedition, bei der bekanntlich zwei seiner Gefährten den Tod fänden und er selbst nur unter den surchtbarsten Gefahren wie durch ein Wunder dem sichern Tode entging, veröffentlicht im Strand Magazine den ersten ausführlichen Berscht über seine Entdeckungen Nild Abenteuer. 2>Z Jahr hat die Expeditton in den Eisgebieten südlich von Australien gearbeitet und Bedeutendes sür die Wissenschaft geleistet. Am 2. D^ember 1911 verließ das Expeditionsschiff „Aurora" Hobart und wählte als erstes Ziel der Reise die Mac- guaric-Insel, tvv eine Station für drahtlose Telegraphie eingerichtet wurde. Von dort aus fuhr man weiter durch das Packeis, und am 6. Januar 1912 entdeckte Mawson ein neues Land, dem er den Namen Adelic-Land gab. An einem felsigen Punkt, der Kap Denison getauft wurde, blieben 18 Mitglieder du: Expedition in den Winterquartieren zurück, während ein kleinerer Teil der Expedition mit dem Schiff weiter nach Westen suhv und auch dort unbekannte Gebiete austand. Von dem Haupt- auarlier aus wurden Expeditionen unternommen, die sich bei einer Kälte von 33 Grad Celsius und furchtbarem Wind sehr schwierig gestalteten. „Der Schnee, init großer Schnelligkeit ins Gesicht getrieben und von den Ausdünstungen der Haut erwärmt, bildete rasch eine E i s m a s k e über dem Gesicht. Diese Eis- massc, die sich an Bart und Augenbrauen anklcbte und fest über daS Fleisch legte, war dadurch von Nutzen, daß sie gegen den eisigen Wind schützte. Sic mußte häustg zerbrochen iocrden, damit man nicht ersttcktc, und das höchst sorgfältig vollzogene Abnehmen der Kruste Ivar eine ebenso mühsame wie schmerzvolle Arbeit, da manchmal Stücke der Haut mit abgeriiscn wurden." Einen romantischen Unterschlups hotte die Expedition in einer arohen Höhle gefunden, die in einer Höh« von 1500 Fuß aus dem blauen Eis hcransgehaucn wurde. Sie machte mit ihrer Grabesstille und dent geheimnisvollen -Schimmer der Lichter darin einen so zauberischen Eindruck, daß sie den Namen „Aladdins-Döhlc" erhielt. Durch ein schmales Loch erfolgte die Luftzufuhr, und als diese eines Tages fehlte, wären um ein Haar drei der Reisenden in der Höhle erstickt. Trotz des ungewöhnlich schlechten Wetters gelang es in fünf verschiedenen Exoeditionen einen großen Teil des neuen Landes zu cerforschen und geographisch auszunehmen. S(nt tragischsten verlies von diesen Reisen die, die Mawson selbst mit dem Leutnant Ninnis und dem Dr. Mcrtz, der auf den Universitäten Leipzig und Bern seine Studien gemacht hatte, unternahm. Mit 17 Hunden und einer Ladung von 1700 Pfund brachen sie auf, um das Hochland des neuen Gebietes zu untersuchen und die Küstenlin.e aus eine große Entsernung nach Osten hin sestzustcllen. Nach l arkem SchneesaU und Wind trat am 17. November 1912, ein: Wvchc nach ihrer Wreisc aus dem kdauvtgnartier, prachtvvUe- Wetter ein; Tr. Mertz, der ein vorzüglicher Schiläufer war, bildete auf Schneeschuhen die Vorhut dcs Zuges; /^nn folgte Mawson, dessen Hundegespann zuuääiit zwei Schlitten stihrte, und zuletzt Ninnis. Im Süd-Süd-Oskcn erhob sich ein schroffer Gipfel, den man Aurora-Spitze nannte, mit gewaltigen bis zu 2000 Fuß hohen Gletickfcrn, die die Namen Mcrtz- und Ninnis-Gletschcr erlficlten. Die Fahrt über diese Gletscher gestaltete sich außerordentlich schwierig, da man immer- sort verborgene und gcsährlühe Spalten zu überwinden hatte. Ninnis entging am 21. November einmal mit knapvcr Not dem Tode: am 26. November mußten sic den sehr steilen Abstieg von dem Ninnis-Gletscher beginnen, den sie nach einer Woche schwieriger und gefahrvoller Arbeit überschritten. „Wie froh waren wir, als wir diese Totenfalle hinter uns hatten und wieder solides Eis auf dem Plateau vor uns sahen. Unsere Nahrungsmittel waren stark zusammengeschrumpst. und wir beschloiscn, mit zwei Schlitten weiterzusahrcn, der dritte wurde zurückgclassen. Ninnis litt seit einigen Tagen an einem eitrigen Fingergeschwür, das ihm viel Schmerzen machte unp den Schlaf raubte. Am 13. Dezember konnte ich ihm Erleichterung verschaffen, indem ich daS Geschwür ausstack. Unser Lager war 1900 Fuß über dem Meeresspiegel, und wir l-attcn noch gegen fünfhundert Kilometer bis zur Schutzhütte zurückzulegen. Am 14. Dezember machten wir Halt: es war ein strahlend schöner Tag, der beste, den wir auf der ganzen Reise harten. Als Mertz auf seinen Skis her der Weiterfahrt die Spitze nahm, sang er die ganze Zeit Studentenlieder." Es war der letzte Lichtsttahl, bevor der erste Todesfall aus diese tragricke Reise seine schweren Schotten warf. Ninnis saß auf dem Schlitten, der hinter dem Maivsons kam; er trug die Hand in einer Binde. „Als ich den Boden beobachtete, sah ich vor meinem Schlitten die scharfe Linie einer Spalte. Es ivar nur eine gewöhnliche, und da wir Dutzende viel gefährlichere überwunden !>atten, so rief ich Ninnis eine Warnung zu^und suhr in der Diagonale darüber hin. Ich dachte an nichts Schlimmes, als ich einen angstvollen Blick von Dr. Mcrtz auffing, der vorn in einer beunruhigenden Stellung Halt gemaäst hatte. Ich sah mich um und erblickte nichts als eine einzige Schlittenspur. Ich war allein! Wo war Ninnis mit seinen Hunden und seinem Sckstitten? Ich eilte zurück, aber wie entsetzt war ich, als ich statt des schmalen Spaltes ein llaffcndcs Loch von etwa elf Fuß Durchmesser in der Obcrstäche bcnierkte. Der Rand des Spaltes war cingebrochcn. Wie war cs möglich, daß ich glücklich hinüber kam? De einzige ErNäuung war, daß Ninnis neben seinem Schlitten gegangen war, während ich vor dem Spalt auf den meinen gesprungen. Die Last eines Menschen, der mit seinem Fuß austritt, ist sehr beträchtlich, und sp war Ninnis zweifellos eingebrochen. De beiden Zurückgebliebenen lehnten sich nun über den Spalt und riefen in die ! dunklen Tiefen hinab, aber kein Laut antwortete, als das winselnde I Stöhnen eines Hundes, das auch allmählich verstummte. Drei Stunden schrieen sie hinunter und suchten oergel>ens einen Rettungsweg. lllußer dem Kameraden hatten sic mit dem Schlitten AusrüsviNg und Proviant verloren, den sie schmerzlich entbehren mußten. Nachdem sie an den Spalt einen kurzen Totendienst gehalten hatten, traten sie den Rückweg an. „Lang und furchtbar mußte diese Reise für uns werden, aber ich ahnte damals noch nichts von dem unendlichen Grauen dieser Tage, die meinem andern Gefährten das Leben kosten und mir das meine nur durch ein Wunder lassen sollten." — Ein wertvoller Münzen in nd in Hessen. Ans Melsungen wird uns geschrieben: Einen Schatz von bedeutendem Werte hatte der Landwirt Enzcroth im benachbarten Spangenbcrg im Acker, ohne daß er bisher etwas davon wußte. Als er dieser Tage auf seinein Grundstück Ausschachtungen zur Anlage eines Fischteiches vornehmen ließ, stieß der Spaten in etwa anderthalber Meter Tiefe aus eine große Anzahl gut erhaltener Silbermünzen verschiedener Größe, die säst dreihundert Jahre in der Erde gelegen haben dürsten. Insgesamt konnten über 130 Münzen gesammelt werden, die zum Teil fest aneinander hingen, woraus man schließt, daß das Geld einst in Rollen verpackt der Erde übergeben worden ist. Die Stücke zeigen sämtlich aus der einen Seite den hessischen Löwen und aus der anderen das Spanqenbergcr Schloßwavpcn. 2iui den meisten sind ferner die Jahreszahlen 1622 und 1623 deutlich zu entziffern. Zu dieser Zeit regierte Landgraf Moritz der Gelehrte in Hessen. Die Wirren des dreißigjährigen Krieges, der bekanntlich das Hejsen- land besonders schtver hcinisuchte, sind augenscheinlich der Anlaß zur Vergrabung des öseldcs gewesen. Einen Teil der Münzen lmt der glückliche Finder dem Kasseler Museum zur Untersuchung übergeben. — Sonderbare Wundnadeln. Man weiß, mit wie primittvem Nähmaterial die Naturvölker sich oft begnügen müssen, und wie sie daher gern alles hergcben, um europäische Stahl- nadeln in ihren Besitz zu bekommen^ Als Nadel diente früher die Fischgräte, als Faden die tterische Selfne. Noch vor 100 Jahren, als Chamisso seine Weltumsegelung machte, mußten die Aleuten- mädchcn von den ihnen geschenkten europäischen Nadeln das Lehr abbrechen und ihren dicken Faden an diese sonst freudig gcnom- menen Nadeln aullebcn. Aber es gibt lzcute inxlf Stämme, denen selbst primitives Nähzeug fehlt und die doch sogar Wunden nähen können! Wie machen sie es? Sie lassen große Ameisen in die einander genäherten Wundränder beißen und schneiden ibnen dann schnell die Köpfe ab! De so vom Runivi gettennten Kövse ver- lfarren in der Bißstellung und werden aus der Wunde belassen, bis deren Ränder zusammengewachsen sind. Dese Art der Wundnaht hat man neuerdings einerseits bei den Eingeborenen Süd- kameruns, andererseits bei denen von Atjeh und Sumatra sest- gestetlt. Herr Seidel spricht im neuesten Heft der Mittest, z. G. d. Med. die Ansicht aus, daß diese Sstte nach beiden Orten von Arabien aus gekommen sei, wo fic schon im Altertum im -ochwange war. Interessant ist, daß französische Aerzte, ohne ossenbar das iöorbild aus der Tierwelt zu kennen, eine ganz ähnliche Vorrichtung zum Wundverschluß, dkc sog. ierres sincs, aus Metall ge- scrtigt haben. Ob die Aaneiscnkopinaht auch in anderen wie den genannten Gegenden vorkommt, bedarf noch der Feststellung. _ nctrr betoofrtlon >l)lvnrtK 5Mnmtn(Vnrt>en und tctparn- pl' -t.e tülikftimnjct/f nu« vi-ch und ,Vr„ ttafen in. S ^(fonnami-.' «>., Öd ta «anfttt hielt Rechlsamval! * Geh. Ober- rrgtrrtuig-M-at Äerf-LaJ)!: überbrachte die OKuctioünsch« der »allonüli.bev» cn Reuchslapsfriaktion und Geh Hosrat Reh. ma^.Äurwruhe d,e,en,gen der badisch,-,, Landtaasfraktion, Griebe,'Ä"" *** Wahlkreise/ Gietzen- “•'! l»«dct Ihne» zum t-ü. Gtmrtsttiae die h, r»Ir - ^re" ,.-,ück,mmsche mit dem Wunsche, Sie noch'tauge als erprobten I-uhrer an der Spitze der Partei zu sehen, _ a ' '? " gspvr. Krausmilller. r»:r Prozeß ge cn §rau Lllillanx. ?>er heutigen Verhandlung wurden verschiedene Äerzte ge- andre nach der Verwundung Calmettes getrof- !chhmen brllrgtcn und eS zum Teil ablclpiten, ein Urteil ^b>n, indem sie sagten, daß die anwesenden ersahrenen Chir- - n r"J* ^ Frage, ob eine Operation am Platze qe- Ü',!!?. ^ iachverüandn, seien. Immerinn antwvrtele Tr Pozzi - , , Frage Labvrrs, daß, wenn ein chirurgischer Eingrijs srül)ei rwlgl wäre, er mehr Eriotg gehabt hätte, — Am Montag werden noch andere Acrzle gehört, Tie Verhandlung wurde daraus aufgehoben. Die flauen an "en dexfi^en Universitäten im Sommer _ ,??? Ergebnis der ersten Franen-Jmmatriknlationen in -llkntschland im Jahre 1300 an den, den Frauen zuerst zugänglichen zwei badischen Universitäten war ein zahlenmäßig gering- fünigcr, schüchterner Versuch der Frauenwelt, an den Universi'Sts- uudien tejlzunehmen, 1905, als sich den Frauen alle süddeutschen Universitäten — ausgenommen Strastburg — geössnel hatten, studierten bereits 137 Angehörige des weiblichen Geschlechts und 1303, bsw Znlaffnng zu den preußischen Universitäten, stieg ihre Zisser Plötzlich mif 1432, Das folgende Jahr brachte eine Erhöhung aus -163, 1312 ergab die Statistik 2368, im Vorjahre 3436 und in diesem Sommer sind die Universitäten des Reichs von 4 1 I 7 Studentinnen hevölkctt. Die beträchtliche Jakireszimnhme von 681 zeigt die Nachhaltigkeit und Stärke de? weiblichen Bildungsstrebens, das der „vierte Weg" ldie jüngst crsolgte Erweiterung der Berechtigung der vrenstffchen Oberlvzeenl erneut gesteigert hat. Die absolute Zunahme in den letzten iünf Jahren ist zwar eine gröbere als die verhältnismäßige, Während nämlich die absvlute Zisser sich säst verdreisachte, ist die relative Zahl nur zweieinhalbiach gestiegen. Der relative Anteil der Frau am Umversitätsstudium stiea im Vorjahr von 2,7 v, ,h, im Sommer 1903 aus 6,63 und in diesem Sommer ans 6,76 v, ö. Bon den Frauen sind 60 Prozent vro- tcstantisch, nur 26 Prozent katholisch und 16 Prozent jüdisch. Von besonderem Interesse ist, welche Berufe die Frauen wählen, und welche Wandlungen die Entwicklung seit 1303, dem eigentlichen Beginn des deutschen Franenstudiums, zeigt. Die Studienwahl der Studentinnen ergibt aus bekannten und naheliegenden Gründen eine Abweichung von der der männlichen Kom- mssstonen Während derzeit von den letzteren 47,7 Prozent in der philosophischen Fakultät immatrikuliert sind, obliegen von den Frauen 74,6 Prozent dem Studium der vbilosovhischen Diszivlinen, Umgekehrt widmen sich dem medizinischen Studimn 23,6 Prvz, der Frauen gegen 26,1 Droz, bei den Männern In Preußen cnt- sallen ans die philosophischen Fakultäten 81,2 Prozent aller Studentinnen gegen 61.6 Proz, an den austervreustischen Hochschulen, und nur 17.2 Proz, studieren in Preußen Medizin gegen 31,1 Vroz, Gegenüber den Vorjahren ist insofern eine bemcrkenstvertc Aendc- rnng eingetreten, als jetzt der Zugang zur Medizin relativ stärker ist als zur Oberlehrerinnenlaufbahn, und auch Zahnhcilkunde und Staatswi'senschasten und Landwirtschaft zeigen neuestcns beträchtliche Zuuabmen, Tie Gründe der Vorherrschaft der pbilo- sovhischen Fakultät liegen wesentlich in der Art der Vorbildung der prenstischen Studentinnen, Die nächste Zukunft wird zeigen, ob der „vierte Weg" künftig die Abiturientinnen der Ober» lhzcen in dem erhofften Maste anderen St'idienzweigen zusilbrt, wobei allerdings unterstützend ins Gewicht sallcn dürste, dast den Oberledrerinnen wohl l-ald dieselbe lleberftillung droht, die bei den Männern bereits vorhanden ist Es ist auch nicht verständlich und in de» Vorlnldunasverhältnissen nicht genügend begründet, dast ein akademischer Beruf, der den Franen dankbares Betätigungsfeld bietet, die Medizin, immer noch nicht die Anziehungskraft aus- zmlben vermag, die bei der besonderen Eignuna der Frau hicrftiv und dem zweifellos vorhandenen Bedürsnis (in Deutschland praktizieren zurzeit neben 34 500 Männern nur 250 Frauen) angenommen werken kann. Tic einzelne» Studiensöcher find solgendermasten besetzt: Phi- losovhie, Philologie und Geschichte 2216 gegen 699 vor 5 Jahren, Mathematik und Naturwissenschaften 753 lgcgcn 246), Medizin 370 1371), Zahnbeilkunde 43 1441, Kamcrnlia und Landwirtschaft 137 (42), Rechtswissenschaften 57 (23), evangelisck-e Theologie 16 (4) und Pharmazie 13 (41 Auch in der Wahl des Studienorts zeigt fick bei den Frauen eine Abweichung von den Ergebnissen der Statistik des Geiamtbesuchs der Universitäten, Während derzrft 51,8 Prozent der deutschen Studentenschaft in Preusten immatrikuliert sind, studieren dort von den Frauen 60L Prozent tgegen 68,0 Pr^cnt vor drei Jahren), waS daraus zunlckznsübren ist, dost bei den Franen das prenstische Element relativ stärlcr überwiegt al§ l>ei den Männern, An den banerischen Universitäten befinden sich 15,6 Prozent der Gcsamtzisscr und nur 13,1 Prozent der Frauen, an den badischen 9,5 und 14,1 Prozent, dagegen an den übrigen einzel- staatlichen 22,3 und nur 12,1 Prozent der Frauen, In Berlin studiert über ein Fünftel der Studentinnen, nämlich 842, ^egen früher ein Drittel, während von den Männern z, Zt, Unr ein Siebenrel dort immatrikuliert ist. Am nächsten steht Mün cheu, das nenestens von Frauen stark bevorzugt wird, mit 400, dann iolgt Bonn mit 398, Freiburg bat 316 Studentinnen, tzridcl- berg 266, Münster 226, Göttinnen 220, Marburg 217, Leipzig 200, BreSlau 133, Königsberg 123, Jena 111, Halle 101, Bel 88, Greifswald 79, Tübingen 78, Wnizburg 40, Erlangen 33, Giestcn 32 und Rostock 19 Studentinnen, Im Vergleich mit dem Vorjahr haben alle Universitäten, ausgenommen Göttinnen und Greiss» wald, mebr Studentinnen auf,»weisen: am stärksten zngenonrmen haben Leivziq, München, Würzburg, Freiburg und Tübingen, Prozentual haben Berlin, München und Bonn den gröstten Anteil am Frarienstitdinm, nämlich 20,4, 11,4 und 3,6 Prozent, dann folgen Freiburg mit 7,6, Heidelberg mit 6,4, Göttingen mit 5,3, Marburg mit 5.2 und Breslau mit 4,6 Prozent, Auster den immatrikulierten Studentinnen sind diesen Sommer noch 374 Franen an den Universitäten als sogenannte Hörerinnen zugelassen, in dast z. Zt, insgesamt 5091 Frauen am deutschen Uni- versitätsunterricht teilnebmen gegen 4473 im Vorjahr, Die Hörerinnen sind om zahlreichsten in München, wo 133 eingeschrieben sind. In Berlin sind as 103, in Lchpjig 67, in Bin-»-, 61, iw Breslau 45 usf. Au» Stavt unv Caitd» Gießen, 27. Juli 1914. •* Der neue Rektor der LnndeSnniversität. Der Grostherzog hat den ordentlichen Professor der incdi- zinischen Fakultät der Landcsnniversität Gießen Geh. Medizinal, rat Dr. Robert Sommer snr die Zeit vom I. Oktober 1914 bi? 30, September 1315 zum Rektor ernannt, ** Gewerbliche Revisionen 1914. (2. Vierteljahr) !Jn den Monaten April. Mai und Juni wurden revidiert: 1, Die Hausarbriter der Tabakindustrie ans Grund des z 10 des Haus- arbeitsgesetzcs und der bnndrsmUichcn Besfinrnrunqen vvm 17. No- remb-- 1313, 2. Beminlager ans Grund der Verordnung vvm 20, Mar 1903 und der güelffen Bedinnmgen. 3, Verschiedene Petrolcumlager, Tankwagen und Tankanlagc, der deutsch ameri- kaniichcn Petrolenmgesellschast auf Grund der Verordnung vvm 20,, Mai 1903 und der gestellten Bedingungen, 4. Bäckereien und die mit diesen verbundenen Kondilvrereu mp Grund der biiNdes- ratlickn-i, Bestiinmirngen vom 4. März 1896 und der Polizetverord- nnng vom 20, Oktober 1907, 5, Offene Verkaufsstellen mit in der Regel über 20 Gelülsen imd Lehrlingen auf Grund des § 133k der Gelverbeordnnng, 6. Verschiedene Betriebe ans Gnmd des ß 1203 der Gewerbeordnung, 7, Steinbrüche und Strinhauereren ans Gnmd der buichGratlschen Bekanntmackmng vom 31, Mot 1dv3 8, Luntten- imd Knockzenlager auf Oirund des Lokal- Reglements vom 8, Oktober 1884, 9, Fruchteishändler in Bezug aus Rem- Haltung der Geräte und des zur Verwendung konrmenden Prate- rials, 10. Die gewerbsmäßigen und nick» gewerbsmäßigen Stellen- vermiitler auf Grund des Stellenvcrmittlergksetzes vom 1, Oktober 1910, II, Die geiverbsmästigen Güterhindlcr aus Gruno der Bekannttnachung vom 27, Juni 1908, 12, Brauereien und Bier- liändlcr bezügl, Führung von Bieren unter dem istamen »Mmlz- lncr" aus Grimd des Braunnlergeieches. 13, Steinbrüche und Gra- bcrcicn auf Grund der PolizeivervrdmiNg vvm 16, Dezember 190-, die IlnfallverbnNing in Strinbrüchen und Gräbereien betr., sonne auf Grimd des Art. 284 des Hess, Polizeistrasgesetzes, 14 Bvrsten- nirichtereien, Bürsten- und Pinsclmachereien mif Grund der buiweS- ratlichen Bestinimnngen vom 22, Oktober 1902, sowie beznal, Dcs- infekiion ausländischer Ware und Jminung ausländischer Arbeiter, 15, beider- und Wäschekonsektionsgeschöfte bezügl, Führung von Lohnbücknwii, mif Grisnd der bniidesrallichen Bekannttnachung vom 14 Febr-nar 1913 16, Egrbrdlaqer auf Grund der Verordnung »om 2, Oktober 1905 und der Polizeivcrvrdnung vom 4, April 1906, 17, Feldziegeleien auf Grund der Sä 135—138 der Ge- wrrbeordmma, S 241 der Helf, Ansffihrungsvcrordnunq zur Ge- iverbcordming sowie der Bekannttnachnna vom 21, Februar 1910 Mid 8, Dezember 1913 und der Pokizeiverordmmg vom 1, Avril 1907 betr. Besckzäftigung iiigendlick>cr Arbeiter und Arbeiterinnen, imd Unterbringung von Arbeitern in Bgckstenrgrnbeii. 18. Waren- bässier, größere und offene Verkanssstelleii und aniwstende Schreib- sttiben, in Bezug ans Sitzgeteaenbnt -des Personals aus Grund der Bekannttnachung des Reichskanzlers vom 28, November 1911, 19, Friseur- imd Toilettengescknifte in Bezug aus bleibalttge Haar- särbemittel, 20, Geschäfte m Bezug aus öffentliches Anpreisen imd Tlnsstellen von Präservativs nsw. ans Grund des S 184 des Reichestrasgcsetzes, 21. Psaudleihinstoffen und Trödler ans Grimd der Verordriuna vom 2, August 1899. 22, Verschiedene Tamvs- kesselanlagen. 23, Warenbäuser und offene Verkaufsstellen in Bezug aus Laaerimg von Zelluloidsvaren, 24, Mineralwasser und Limv- nadensabriken ans Grund der Bekanntmachung vom 22, Jisli 1885, 25, Offene Verkanssstellen, in denen ein Handel mit gisthalfigen Farben betrieben wird, auf Grund der Verordnung vom 15. April 1895, 26, Badeanstalten bezügl, Beschäftigung des Personals an Sonntaaen, 27, Bescknistigiing sch'iloftichtiger Kinder in aewerb» lichen Betrieben aus Grund des Kinderschutzgesehes, 28, Schlossereien ans Grimd des ä 1203 der Gewerbeordnung, 29, Anpr-ffung von sog, Bliitwcin in den offenen Verkaufsstellen, 30, Oftmrmi- iabrikcn mii Grund gestellter Bedingungen. 31, Molkereien in Bezug aus Beschäftigung von Arbeiterinnen gus'Grund der bundes- ratlichen Bestimimmgen vom 4, Juni 1910, 32, Zur Erhebung kamen 59 Nabrungs- und Gennsnnittelproben darunter 29 Voll- miickiproben und wurden dem chemischen Untersnchungsamt übergeben. Bon den Milchproben wurden zwei als der Wässerung verdächtig beanstandet: von den übrigen Nalzeimgs- imd Genust- mittelprvben wurde eine Butterprvbe wegen zu starken Wassergehalts, eine Wurstprvbe wegen künstlicher Färbimg der Wnrst- lsüllc, imd eine Essigvrvbc wegen zu geringer Säure beanstandet: in allen Fällen trat Verwarnung ein. — Außerdem wurden 91 Strastenkontrollcn mittelst des Milckmeffers vorgenvMinen, ** Vorschriften für Radfahrer, Trotz wiederholter Warmingen verstoßen die Radfahrer tagtäglich gegen die von ihnen zu beobachtenden Vorschriften, Insbesondere wird häuftg übermäßig rasch gesahren und die rechte Seite der Fahrbahn nicht eingehakten, Unqlückssälle sind die Folge, Bei Uebertrctungen dieser Art wird künftig stets Sttafanzcigr erchoben werden, ** Grundstücksverkehr, Ein Grundstück zu Londorf, das auf den Namen des Heinrich D a v p e r imd Frmi Auguste Dapver geh, Böttqrr van Londorf eingetragen war, soll Dienstag, den 6 Okwber 1914, vormittags 8'ä llbr, auf dem Geschäftszimmer de? Grosth, Ortsgerichis Londorf im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden, ** Güterrechtsrcgister, Herz genannt Hermann Weinberg zweiter von Gießen und dessen Ehefrau Veilchen geh, Jsenberg haben Gütertrennung vereinbart, Kreis Büdingen, # Büdingen, 25, Juli, Nachdem erst vor kurzem Oberschulrak Dr, Lucius aus Darmftndt einige Tage im KUeisc Büdingen .geweilt und eine Anzahl Volksschulen besucht hatte, bereiste gestern Und heute Durninspcktor, Schulrat Schmuck, aus Darmstadt im Auto den Kreis, um in Begleittmg des Kreisschnlinspektors, Schulrat Bakdan f von hier, in einer größeren Zahl Schulen eine Prüfung des Turminterrickits vorzunehmen, — In den meisten Gemarkungen des Kreises ist nun mit der Kornernte begonnen worden: doch tritt die Reife der Gerste zurzeit häufig rascher ein, als diefenige des Roggens, Daher kommt in diesem Jahre die Gerstcnernte in vielen Orten vor der Kornernte, Wem, auch in manchen Lagen das Korn dünn stecht, so ist der Kern doch vorzüglich entwickelt, und man kann die diesjährige Roggenernte hinsichtlich der Menge als gut, bezüglich der Güte sogar als recht gut bezeichnen, ^ B o b e n h a u s e n, 25, Juli, Heute feierten die Landwirt Aiigust Ries IIP Eheleute in voller Rüstigkeit die goldene Hochzeit, = Lorbach, 25. Juli, Auf der Höhe des Herrnhaags, an der Straße Lorbach,—Diebach. a, H., wird ein neues Pfarrhaus für die Gemeinden des Kirchspiels Herrnhaag erbaut, zu den, die Dörfer Diebach q, ($., Lorbach und Vonhausen gehören, Kreis Schotten. Ober-Schmitten, 25. Juli, Gestern wurden hier die Arbeiten zur Erbauung eines neuen Schulhanses vergeben. Tic Maurerarbeiten wurden Maurermeister Rau von Eichclsdors, die Zimmerarbeiten den Zimmerinaistern F, Ustner und Otto Ulrich in Unter-Schmitten und die Svcnglerarbeiten dem Svenalermeister Jmhoi von hier übertragen. Bis zum I, Okwber soll der Rohbau vollendet seftl. Das Gebäude kommt in den jenseits der Pavier- fabriken und Bahnstrecke gelegen, östlich» Ausgang des Ortes zu stehen. Das alte Schillbaus, das nur eine Lehrerwohnnng enthielt, soll daim für die 2, Schnlstellc bcsffmmt werde»., die schock seit Ostern 1910 errichtet, aber noch nickst endgültig besetzt ist, Ulfa, 25, Juli, Obgleich hier schon seit mehreren Jahren die Pferdezucht verhältnismäßig stark betrieben ivurde, hat sic sich seit der Errichtung des Gestüts nock, bedeutend gehoben. Zahlreiche Züchter besitzen vom lebten Frühjahr schöne Fohlen: ein Teil ist in der vcrflossciien Woch an baverisckic Händler verkauft worden. Die erzielten Preis« erschlfinen recht befriedigend, denn für >/«, Jahre alte Fohlen wurden 320 bis 370 Mk, gelöst. Die noch nrit dem Verkauf zurückhaltenden Züchter erhoffen noch bessere Presse auf dem Schottener Svminermarkt, Heffcn-Rassnu. I) Marburg, 26, Juli, Nachdem gestern früh vvm Pathologischen Jnsfitut aus in, Anschluß an eine Traucrseier die Leiche des- so früh dahingcschiedenen besffschcn Dichters Karl Engelhard nuS Hanau zur Einäscherung nach Osscnback, überführt worden war, fand heute nachmittag im Beisein der Angehörigen sowie zahlreicher Freunde und Verehrer des Dichters dir Persetznilg seiner Asche aus dem hiesigen Friedhof statt, -m Niederscheld, 27. Juli. Gestern fanden Spazier, qänqer im Walde die an einen, Baume hängende, schon stark in Verwesung überqegangene Leiche eines in den 20er Jahren stehenden, ans Bosnien stammenden Mannes, WaS den Selbstmörder, der am Bahnbau beschäftigt war, in den Tod trieb, ist unbekannt. Er war erst vor kiirzem aus der Klinik enftasten worden. Giebcner Strafkammer. Gießen, 24, Juli Je 10 dNprk Geldstrafe erhielten der Äckafttvagenführcr Sch,, idrt in Barmen, und der Arbeiter Sitz- in Wetzlar wegen Hausfriedensbruch auf die Bc- ruffmg der StaatSanwalffchast gegen das sreisprechcndc Urteil dcS Schüisengcrichts Gießen, Dieselb.ni waren der Aufforderung eines Wirt« in Allendorf, fein Gebiet zu verlassen, nachdeni er mit einem weiteren Geiwisen der Angeklagten in Streit geraten war, nicht gefolgt. Einen Monat Gefängnis erhielt ein Stiideni W, aus Gaarocii wegen Abgabe einer wissentlich falschen Versicherung an Eidesstatt, Derselbe halte an verschiedenen Universitäten Jurisprudenz sttidieri und dann bei der hiesigen juri- stischcn Fakultät zuul Zwecke der Promotion eine Distertation, be- litcl« „Die Fusion zweier ?lkticngescllfchasten", eingcreicht. Der Fakultät gegenüber gab er dann die cioesstatttichc Versicherung ab, dast er bei Bearbeitung der Dffsertaiwn außer den in dem Literaturverzeichnis, das der Diffenalion beigefligt mar, aiisgeführtcnl Hilssmitteln keine weiteren benutz, habe, obwohl er die Promo- ttonsschrift „Fusion zweier Aktiengesellschajtcn" von Wilhelm Sommer benutzt hatte. Freigesprochen tourde der Dienstmann B, von hier aus seine Berufung gegen das ihn verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts dahier von der Anklage der Sachbeschädigung, Er sollte sich am Zerschneiden von Erkcrichechen z, N, hiesiger Geschäftsleute bedelligt haben, was lhni aber heute nicht nochgewiesen werden konnte. Freigcsvrochen ivurde der Arbeiter K, aus Frankenstcin von der Anklage des Diebstahls im strafrechtlichen Rückfall, Derselbe hatte bei seinem Weggang aus dem Dienste bei einem Landwirt in Nicder-Erleniach eine Joppe und einen Hut mitgenommen, Bleibes hatte er seinem Trenstherrn abgekaust und behauptet, den Kaufpveis abvcrdient zu baden, was dieser abstreitct. Die rechtswidrige ZueignungK- abslcht konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. 15 Mark Geld st rase erhielt der Viehhändler G, aus Düdelsheim, wegen Vergehen gegen das Viehseuchengesetz, Er hatte eine Schafherde nicht auf der ihm von der Bürgermeisterei zugcwiesenen Quarantäneweide gelassen, sondern geduldet, daß sein Schäfer dieselben nachts in einen an- grenzcnde n Garten getriebe n hat, veremrncichrichten. * Nidda, 25, Juli, Ter hiesige Musikverein „Kaiser-Orchester", besten ordentliche und außerordentliche Mtt- glicder den besten Kreisen der Stadt und deren Umgebung angc- hören, feierte gestern unter miter Beteiligung sein diesjähriges Svmmer-Familiensest im Krastschcn Garten und Saalbau, Nachmittags 2V- Uhr fand ein Kindersest statt. Nachdem sich das lleine Voll an Kaisee und Kuchen gelabt hatte, führte es in vrächtigrn Kostümen mft farbenreichen Fähnchen eine schöne Kinderpolonaiss aus: daran schloffen sich mannigfache, teilweise recht originelle Kinderspiele, Abends gab von 8>/- Uhr das Orchester ein Konzert. ?Nle vorgetragenen Musikstücke zeugten von einer feinen musikalischen Aufsassung sowie meisterhaften Schulung der Mitwirken- dcn und einteten großen Beifall: ganz besonders geffelen die ftan- zöslsche Lustspiel-Ouvertüre van K, Beta und der Kalif von Bagdad von Boieldieu, Geselliges Zusammensein und ein Tänzchen bildeten den Schluß des in allen Teilen wohlgclungencn Familienfestes^_ Sport, Bootslause und Sommeriest des Verein? Rudersport und des akademische» Rudervereius. 4t- Gießen, 27, Juli. Gestern nachmittag hatten die Bootstaufcn des Vereins Rudersport und des Akademischen Rudcrvercins trotz des Regens zahlreiche Freunde des Wassersports am Bovtshause des Vereins Rudersport versammelt. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt H o m - b e r g e r, vollzog die Taufe eines Remwierers ohne Steuermann aus den Namen .Liidoviciana" und eines Gig Vierers mif den Namen „Rudersporl" und sprach in seiner Rede die Erwartung ans, daß die dcreinsffgen Kämpen in den Booten stets hvssnnngü- voll darin zum friedlichen Wettkampf ansziehen sollen, um auch als Sieger nneder hcimzukehren. An die Bootslause schloß sich ein wassersportlichcr Teil, der folgenden Perlauf nahm: I Wettfahrten im Rennboot: 1, 4 Min, 11 Sek, (Mannschaft .löset Moebs, Hch, Wegener, Gustav Geiße und Ernst Schürmann, Steuermann Emil Kiiccht- gegen Otw Bernhard, B, Mannseld, Lev Hoos, G, Svorhasc und Steuermann Wftly Schwan, welche die 1500-Mcter-Strcckc in 4 Min, 27 2 /s Sek. fuhren, 2, W ettfahrtcn in Gigbooten, 1, Verein Rudersport in 4 Min, 4 Sek, "Mannschaft Otto Bernhard, Bernhard Mannsetd, Gustav Geiste, Heinrich Wagner, Steuermann WAy Schivan) gegen Akad. Ruderverein in 4 Min, 4-/$ Sek, Mannschaft Joses ilstoeser, ?ll>, Hcinrichscn, Franz Schacier, Anton Al- brecht, Steuermann Karl Strack, 3, Stascttcn-Sch wimmen (140 Meter), Sieger Sckmnmm- und Wassersporiverein in 2 Min, 9 Sek, gegen Verein Rudersport in 2 Näin, 15 Sek, Die Entsckieidung brachte allein Sanny Eck, der mit der Schnelligkeft eines geölicn Blitzes die Fluten teilte und seinen Mvalen hinter sich ließ, 4, Wasserbatlsviel »unschen Schwimm - und Wassersport- Verein gegen Verein Rrüx-rsport, Das sehr interessante Spiel endete mit 0 zu 2 zugunsten des Schwimm- und Wassersportvereins und muhte leider wegen dcS einsctzcndcn heftigen Regens abgebrochen werden. Die Veranstalter, der Verein Giestener Rudersport und der dkkademische Ruderverein, haben als junge Vereine gezeigt, daß sie aewillt sind, auf svortlichem Gebiete voran zu kommen: sie versügen zusammen über 88 Mitglieder, darunter zahlreiche kräs- ttge Diannsihasten junger Ruderer, Gcsellschaftsfahrt des Helstschen Automobilllnbs. E r st e r T a g, Uebcrlingcn a Br>densee, 25, Jull, Die Fahrt des Hessischen Antom obilklubs hat Samstag früh 6 Uhr, wie nur bereits meldeten, in Darmstadt ihren Ansang genominen und die erste Etappe, die 350 Kilometer lange Strecke van Darmstadt nach UlPerlingen am Bodcnsee programmästig »nd ohne Unfall hinter sich gebracht, Folgende Fahrer stellten sich in Darmstadt dem Starter und wurden in der Rcihensolge wie folgt abgelaffen: Wagen Nummer 1, Bes, Goebel-Gicsten (Adler), Unp, Lt, Holtz, Wagen Nummer 2, Bes, Bernhard-Darmstadt (Opel), Unp, Lt, Brodrück, Wagen Nummer 3, Bes, Schleinitz-Berlin (Onyri, Unp, Lt, von Mick>ele, Wagen Nummer 4, Bes, Dr, Stahlschmidt-Darmstadt iBen»), Unp. Lt, v. Frankenberg, Wagen Nummer 5, Bes, Arnvldi-Frankfurt lAdler). Uno. Lt, Hanesse, Wogen Nummer 6, Bes, Bauer-Darmstadt lSldleri, Unp, Lt, Jrnisch, Wagen Nummer 7, Bes, Ober-Darmstadt.Adler), Unp, Lt, von Wangcnheim, Wagen Nummer 8, Bes, Ass, Müllcr-Tarmstadt lOpell, Unp. Rittni, Hehler, Wagen Numnicr 10, Bes, Kellncr-Franksurt lAdler), Unp, Ltnt, v, d, Wcnze, T-as Wetter ivar zur Startzeit günstig. Es war über Nacht rcirblich Regen gefallen, der für Stanbbindung in ausgiebigster Weise gesorgt hatte, ohne jedoch die im großen und ganzen ausgezeichnete Beschaffenheit der Wege z» beeinträchttgen. Im Lause des Tages gingen allerdings mehrfach hcstige Regenschauer nieder, so daß die Fahrt doch erhebliche Ansordcrungen an Fahrer lind Maschine stellte, und dadurch an sportlicher Bcdentting erheblich gewann. Umso bemerkenswerter ilt es, dast alle Teilnehmer das Ziel ohne Unsall und ohne die Preisaussichten gesährcnda Straspunkle erreilbten. Die Fadrt ging von Darmstadt über Dieburg durch den Odenwald, Krähbcrq, Beerselden, Eberbach, Heilbronn, Stuttgart, Tübingen, nach Uebcrlingcn, Als erster traf an dieser ersten Etavvenstation Wagen Nummer 1 um 2.59 Uhr ein. Er hatte also die fast 350 Kilometer lange Strecke in der Zeit von 8.59 Stunden zurückgelegt. Die Wagen liefen in folgender Reihenfolge am Ziel der ersten Etappe ein.: Nummer 1, 5, 3, 2, 6, 1 . 4, 10, 8. • ** R ii 8 b a IL Am Soimtaa l»i«tte bie I. Mannschaft beS Sport oet«tn« Merkur gegen bie 1. Mannschaft bes Gleßener Ballspiel-Klubs von 1904. Trotzbem ber Eichener B.-Kl. »»-„ iebv schnwch niilrot. konnte ec mit 3: ü Soccn gewinnen. IValbjeit 2:0 (üc ben B.-Kl. 19041. CanC>trirt!d>nU. •e* Langsdorf, 26. Juli. Bei ber vor einigen Tagen im Lanhwirtichattskammerbezirk Hnnaen abgeballenen Stallschau für Simmentaler Rindvieh wurden folgende Landwirte unseres Dorfes mit Preisen bedacht: In Gruppe 2 Be ider mit 10—20 Stück Bich: erhielt Ludwig Schmidt den l. Preis -lO MI 1 Adalbert Kehler den 2. Preis (30 Mk.). in Gruppe 3 (Beiitzei mit 5—9 Stück Vieh) Christian Bausch II. den l Preis 30 Mk Wilhelm Bendec II.. Jakob Rap IV. Karl Kühl und Heinrich Kleinkurt III. je einen 2. Preis 20 Mk. . in Gruppe 4 Heiiper mit I—< Stück Biehi Johannes Kühl eine Anerkennung (5 Mi -m. Hungen. 25. Juli. Ter schnitt bes Getreides (Korn und Gerste! I»at hier begonnen, man ift mit dem Ertrag im allgemeinen recht zusricben. Durch die schweren Niederschläge der letzten Zeit bat sich die üppig entwickelte Frucht. nannmilich der Hafer, vielfach gelagert, so daß die Mähmaschine aus die Kn Feldern nicht vi-l »errichten kann und man gezwungen ift. wieder zu der alten Methode, zu dem sog. Ress, ,u greisen. — Das Grummet hat durch die feuchte Witterung einen guten Ansatz und verspricht einen guten Erttag. _ 500-jährige Jubelfeier der vüdmger Schützengesellschatt. Büdingen, 26 Juli. Zum 500iährigen Jubelfeste der Schützengesellschaft kamen schon geftern nachmittag zahlreiche Schützen der Schützenvereine Hessens und Heislir.Nassaus an. Die Fahnen wurden vom Schüvenverein unter Lertung der Schützenmeister Eberling, D-irck und Schn,r er ins Schloß gebracht. Fürst Wolfgang von Isenburg- Büdingen begrüßte die Schützen und überreichte den Ehren- trunk Um 8 Uhr fand großer Zapfenstreich statt, wobei die Kapelle der 61er Artillerie spielte Die Feier im „Fürsteuhos" begann kurz nach 9 Uhr unter Mitwirkung des Gesangvereins „Liederkranz". Ter Schutzherr Fürst Wollgang erSNnete die Feier und begrüßte die Gäste. Im Namen der Feststadt Büdingen sprach Bürgermeister Fendt. Kreisral Gcheimerat Böckmann iibcr gab die vom Großhcrzog der Sckwtzengescllschast verliehene Fahnenschleisc und den vom Kaiser genisteten Kaiservreis, einen prachtvollen Becher. Schützenmeister Eberling dankte und ernannte den Funken zum Ehren-Lberscknitzenmeisier Äm Sonntag vorrnittag 8 Uhr fand die Abholung des „Ritters" im Schlosse statt. Um 8 1 . Uhr war Festgottesdiknst im Hain, wobei Psarrcr Göbcl die Festprcdiat dielt. Im histo- rischen Fcstzug hatte mau geschichtliche Bilder zu wirkungsvoller Darstellung gebracht Das Hautnverdienst am Fcstzug ge- dühtt dem Verfasser des Festspiels. Rest iMünäxm. und dem Oekonomierat Andrae von hier. Mehr als 200 Personen, Mitglieder der Schützcngcsellschast^oder deren Angehörige, hatten sich, wie zum Festspiel, auch zum Fcstzugc freudig zur Verfügung gestellt. An Fürstlichkeiten nahmen am Feste teil: die hiesige Fürsten- samilic, Gras Kuno von Stolberg zu Otteirherg, der Fürst von Kirstein, die Grasen von Rechtcrn-Limpurg,! Freiherr von Hehl zu Herrnsheim und andere mit der hiesigen Fürstcnsamilic verwandle Standcsherrcn. Fürst Wolfgang überreichte der Schützen- aeiellschast eine Fahnenschleisc in den schwarz-weißen Isenburgi- lchcn Farben Mit dem Festessen in-der Festhalle war um 2 Uhr ber eigentliche Festakt verbunden. Der erste Schütze,i- weister Eberling erklärte, daß durch die füns Jahrhunderte des Bestehens der Schützengesellfchail sich die Liebe und Sorgfalt des Hauses Isenburg zur Schützcngcsellschast wie ein goldener Faden durchs deren Geschichte ziehe, jederzeit habe baS Haus Isenburg der schützengesellschatt Schutz >mb Unterstützung gewährt. Auch ber jetzige Fürst Wolfgang bringe bem Verein bie geätzte Geneigt- heit entgegen und habe gern die Ghrenherrschaft über bas Jubcl- scst übernommen. Begeistert stimmte die Festvcrsammlung in das Hoch aus den Fürsten und sein Haus ein. .Kreisrat Neheimrat Bock Ui u n it brachte ein Hoch aus Kaiser und Großherzog aus. Daraus sandte man an Kaiser und Großhcrzog Ergebendeitstcle- grammc. Der Fürst erklärte, daß er ber schützcngesellschait zum Zeichen seiner Anhänglichkeit bie Festhalle, die aut seine Kosten erbaut war, als Tchützenhcim schenken wollc. Sein Hoch galt der schützengcsellschast. rcrmifdiU». * Ein llnsall bes Herzogs von Cumberland ! Aus Gmunden wirb gemeldet: Als der Herzog von Tumder- laich heute im Automobil zu Kaiser Franc Joseph nach Bad Ischl fuhr, glitt das Automobil aus der neu asphaltierten Straße aus! und fuhr gegen ein Eisengelänber, ivvbei das Automobil zcrtrüm mett wurde. Der Herzog wurde herausgcschleudert, blieb jedoch unverletzt ' 50 000 Mark unterschlagen. Ter 27 Jahre alte - Buchhalter Alfred Dorn, der in einer Berliner Brauerei beschäftigt war, ist mit 50 000 Milk., die ihm zur Bezahlung der Braustener: übergeben ivorden waren, flüchtig geworden. *• 2 00 Häuser abgebrannt. Aus Krakau wird gemeldet : In der Stadt Burtu» sind 200 Häuser abgebrannt. Bier Kinder sind verbrannt, viele Personen wurden verletzt. Ucber 300 Familien sind obdachlos. 6miecl. kl Lollar, 26. Juli. Die seit eiwa einem Jahre aus den hiesigen Bndcrusschen Eisenwerken herrschende S I o k. kung ist behoben. Feierschichten, die bei vielen Arbeitern einen bedeutenden LohnanSsa» vernriachte», gibt cs keine mehr. BcsorcherS groß ist soeben der Absatz in Rabiat.,rcn. Täglich gehen 20—30 Wagen mit der Eisenbahn ab. zum ioeitaus größten Teil in das Inland. Der Vorrat in diesem Artikel, der während drr ruhigeren Zeit hergestellt wurde, und die täglich verscriiitcn Stücke reichen nicht aus, um alle Bestellungen sofort erledige» zu können, so daß die Leute dieser Wtcilung täglich 2 Uebcrstnuden machen müssen. TaL Werk sieht sich daher genüligt, seinen Betrieb durch Errichtung einer tvcitcren großen Radiatorcnfabrikanlage mid durch Arbeitercinstellimgen z» vergrößern. Tie Arbeiterzahl soll nunmehr 1500 überschritte» haben. Auch ist der Bau eines Iveuercn größeren Lagers für Radiatoren beschlossen. Bei Einttstt e^icr Ichlechtcren Lage des Arbcitsmarktcs solle» tägliche vorhandenen Lager gefüllt werden, um alsdann dadurch plötzlich in größerem Umfange cinsetzenden Anforderungen genügen zu können. Märkte. I, Fricbbcrg, 26. Juls, Der gestrige Markttag war, da in Ockstadt das PatroiiatSsest nekelecl wurde, schwach beschickt, Rur Verkäufer aus den vorderen TaunuSdörier» und Viltzet waren mit itzemülen und Obst erschienen. Kirschen sind setz, »i,r »och Ivärlich da, das Pluiid zu 18 Plenum. Erd- und Himbeeren kofteteu 35 Ptg-, Stacbelbeereii 16 uub Johannisbeeren 16 Plg. dns Ptunb, Hcibetbeeren 3b Pfg. der Liter: Birnen bas Plnnb 30 Psg, Viel Avrikolen, wenig Alirabelleu wnrben teilgebote». Bohnen 14 Plg das P!nnb, Eimnachgurke» Ib Psg. doS Stück. A6e 2lrten Gemüse nnb Suppenkränter ivare» ba. Kartoffeln kofteien b Mk. der Zentner. Butter wurde niit 1,40 Mk. bas Psunb, Eier mit 8 Psg. das Stück verkauft eh. Ntcber-Fngrtheim, 25. Juli. Ob st markt. Kirschen 15-25 Mk., Stachelbeeren 6—7,40 Mk„ Johannisbeeren 10 Mk,, 2Ipr,kosen >4—22 Mk., Pßrstche 10—22 Mk„ Frnhbiiwk» 10—11 Mk„ Finhäpicl 10—20 Mk, Pflaumen 16—22 Mk. ber Zentner. fe Frankfnrt a. 211. D i e h b o l Nt a r k t h e r I ch t voin 27. Jtilk. Auftrieb: Rtnber 1169, Ochsen 414. Bulleit 78, Kühe unb Färsen 636, Kälber 345. Schate 62, Schiveine 2'75. Tendenz, Rinder, Kälber, Schase unb Schiveine rege. Preis für 100 Pkb. Lebend- schlacht- Dollfleiichlge, anSgemästets, höchsten Schlacht- gewicht wettes, 4—7 Jahre alt....... 48-54 88-92 Jiimof steilchige, nicht ousgemästete und ältere auSgemästel«............42 —47 Mäßig genährte junge nnb gut genährte ältere 38—44 Bullen. Vostllestchkge, anSgewachsene. höchsten Schlacht,v, 44 —47 Bollsteischig«^ jüngere..........33—43 Sitten. St fl 6 c. PoNstetlchig« auSgeni. Färle» höchst. Schlachtw. 43—48 L ollste,schiae a»rgen>asteleKühe höchsten schtach- wettes d,s z» 7 Jahren........40—45 wenig gut entwickelte Färsen.......37—42 ältere autzgemästete Kühe........34—39 Mäßig genähtte Kühe »nd Färsen.....23-32 -- enim genährte Kühe und Färsen.....18—24 Kälber. Rfinde Mastkälber ... ..... 58 6 > Mittlere Mast- >md beste 8a»>kälbw. ... 54 58 Geringere Must- nnb gute SauzkÄirr . . 46 50 Geringer« Saugkälber.........42—45 8 chn' 74—85 70— 75 73- 78 63-72 77—83 74- 81 71— 81 61-72 56-64 41—55 96-13 92 -83 18 -85 71-70 Mastlämmer uno tüngere Mastirmmtzl ... 42 43 92 94 S ch >vel ne. Boklstellchig» Schwein: vo»30 — 1» , kebenbqewicht........ 48.01—50.0) 63.00—63 >1 kollfteilchii« schwetn» unter 31 c; Ledendiewt.cht........ 47.01—48.00 61.00— 63 » koUstcffchtge Schwein« von 100—100 stx Lebensgewicht . 43.00—50,0 ) 60.00 - 62)1 Pollstetschige Schweine oon 120—150:» LtveuSgewicht ....... 48 01-50 00 60 )1-62 0) WScyentl. Uedersicht der Todesfälle!. d. Stadt Sieheü 28, Wollte. l ! om 5. bi-5 11. Juli 1914. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 9)0 (inkl. 1600 Mann Militär) Lter'. lichkeitSziffer: 23,70 °i„ nach 2lba»ui von 8 üiliicc uoeit 11,06 ° „ v Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr : Tuberkulose 11) I (1) Lungenentzündung 3 ll) 1(1) 1 1 Herzleiden 2 2 Darmlähinung 1 1 'Aiagengeschwür i dt KD llredS 3 (1) 3(1) — — Selbstmord 1 (1) 1(1) — — Leben-öschwäche 3(3) 3(3) — Summa: 15(8) 10 (5) 4(3) 1 .A n m.: Dte in Klammern gesevlen Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betrefsenden Krankheit aus von auswärts nach Kieken gebrachte Kranke kommen. Ü!?0' e rw arme der Lahn am 27. ^ u 1 1 l 4 R. Meteoroiogische^eodachtungcn der Station Stehen. Just Ijkf HU pl| e L £.a (Ti 0.3 S-L ■s« S C » 4? if i Ifi 2 Q n - sgSir» COx» Wetter 26 | 2 "II 739,1 14,3 9,0 74 w 4 10 Regen 26. 9'*|| 739,5 113 90 90 w 10 Bed. Hiinmel 27.7** >389 13.1 8.6 81 SW 2 9 Bew. . Höchst« Temperatur av a 25.- -26. J> i(i 914 = + 17,0 "CL Niedrigste 25.- -28. 1914 = + 10,9’. Verantwortlich fiir den politischen Teil >. B.: ist. Lange. Was ist Trapp? ®MÜÜ ist die beste ».billigste Waschmaschine ZIJB MAAT! Somnierrfiboen tGommersamen) 18315 Senf. Oelrettich, Erbsen. 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Kutscher II., 8785) Hattenrod. im 73. Lebensjahre. Königl. Lokomotivführer i. P. Die tief trauernden Hinterbliebenen: Marie Kreiling geb. Stritter Familie Carl Schwan, kom. Unter-Assistent Familie Jean Krause, Kgl. Bahnhofsvorsteher Familie David Emge. Giessen (Bahnhofstr. 8), Gummersbach, Frankfurt a. M., den 27. Juli 1914. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. d. M., nachmittags 4 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. g 774 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, sowie für die überaus reicher Blumenspcnden bei dem Heimgänge unsere» teuren Entsdilaseneu n> Fm Zchnntlte Kurz geb-M' sagen wir unseren herzlichsten Dank. 8;78 Die tralittnden Hinterbliebene». Gießen, Köln, Osfenbach, den 27. Juli 1914. färben und Reparieren von StraaSleSsiu, Baas, Reihern usm. bei billigsten Preisen und schnellster Bedienung. Aus allen federn werden Pleureusen geknüpft, federn ans Wunsch aus dem Hut ge- kranüt. schonende mchmänn. Beliandl. ^-rau Eichmann. 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August 1914 bei dem Itiilerjeidjiiftcn einzureichen, welcher auch über die weiteren Vertragsbedingungen Auskunft erteilt. 85181) Alsfeld, den 18. Juli 1914. Der Direktor der Spar- und Leihkasse für den Amtsgerichtsbezirk Alsfeld G. m. b. H- 3» Alsfeld. __ Reh, Justizrat. Der durch den Tod Ittiseres langtährigcn Generalagenten Herrn Hch. Krieb. Gietzcn, f rcigc wordcnc WT KciNopoHton "t3T5 für den Bezirk Oberheffen iü neu zu besetzen. Tüchtige Bewerber, die gute Erfolge in L. U. und H. Nachweisen können und denen hohes (behalt, Provision und Reise» svesen vergütet werden, wollen fick, melden. Evtl, können auch kaufmännisch gebildete dkichtsachlcute Berücksichtigung ffnden. Magdcbttrgcr LebeuS Bersichcrungs-(ttcicll ickr ait Snbdircktitut Easscl. _8740ss von alter angesehener Lebens-BersicherungS» Gesellschaft für Bezirk Oberhessen gesucht. Gute Organiiation vorhanden. Verträge u. konkurrendäbigc Tarife bieten grästle Erleichterung bei der Akauistiion. 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