Ur. ,r, Ter Sleheaer Anzeiger erscheint täglich, außer Sanntags, - Beilagen: viermal wöchentlich •iejjenerSamtlieoMiitltr, jivctinal ivödienil.KreiS: Man für »eaLreisSletzen (Dieustag »nd Freitag); zweiuial nionatl, l«»d- wirffihasNlche Zeitfragen Feruiprech - A»lchli>ye: lür die Redaktion 112, Verlag 11. Expedition öl Adresse lür Teoelchen: Anzeiger »ießea. Annahme von Anzeigen hit die Tages» unnner bis vormittags S Uhr. Erstes Blatt Wk. Zahrgang Zreitag. 24 . Zuli 19*4 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Notationrdnuk mi» Verlag der vrihl'schen Unio.-Yoch. mb Steiadruckerei H. Lange. Reiaftion, Erptdrlion und Vrv-kerei: Schvlstrahe 7. A^igmtttü' VezuqSpretA: monatlichTbVl., vierteljährlich Mt. 2.20: durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post Mt. 2.— viertel« jc' hrl. ausschl. Bestellq» Zeilenvrei-s: lokal 15 Ps^ auswärts 20 Pfennig C-hefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", »Vermischtes" und.Gerrchts- saal": Karl Neurath; für »Stadt und Land": Die heutige Nummer umfatzl 12 Seiten. Oesterreichs Ulttmatum. Oesterreich fjat mit kühler Entschiedenheit, die keinen Zweifel an seinem ernsten Entsclchns-, aufiommen laßt, Serbien vor die Alternntive gestellt, indem es gestern feine Note überreichen liest. Ter Stein ist im Rollen, und des Ans- ganges kein Ubsehen. Tie Forderungen Oesterreichs sind so sein politischer Natur, und greifen so tief in die Hoheits- rechte Serbiens ein, dast sich die serbische Regierung ihnen wohl kaum unterwerfen kann. Die Entscheidung steht vor der Türe, > Belgrad, 23. Juli. Der österreichisch-ungarische Gesandte überreichte heule abend 6 Uhr der serbischen Regierung eine Verbalnote mit den Forderungen der österreichisch- ungarischen Regierung. In der Note wird die Antwort bis Samstag, den 25 . Juli, 6 Uhr abends, verlangt. Dir Note. Wien, 23. Juli. Der österreichisch-ungarische Gesandte in Belgrad hat heute nachmittag der königlich serbischen Regierung nachfolgende Note überreicht: Am 31. März 1909 hat der königlich serbische Gesandte am Wiener Dos im Austrage seiner Regierung der K. K. Regierung folgende Erklärirng abgegeben: Serbien erkennt an, dass es durch die in Bosnien geschaffenen Tatsachen in seinen Rechten nicht berührt wurde und dass es sich demgemäss den Entschließungen anpassen Ivirtt, welche die Mächte inbezug auf den Artikel 25 des Berliner Vertrages treffen werden. Indem Serbien den Ratschlägen der Großmächte Folge leistet, oervslichtet es sich, die Haltung des Protestes und Widerstandes, die es hinsichtlich der Annexion seit dem vergangenen Oktober eingenommen hat, aufzugeben und vervslichtet sich ferner, die Richtung seiner gegen wärtigen Politik gegenüber Oesterreich-Ungarn zu ändern und künstighin mit diesem Lande auf dem Fusse sreundnachbarlicher Beziehungen zu lebe». Die Geschichte der letzten Jahre und insbesondere die schmerzliche» Ereignisse des 28. Juni haben das Vorhandensein einer subversiven Bewegung in Serbien erwiesen, deren Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie gewisse Teile ihres Gebietes loszutrennen. Diese Bewegung, die unter den Augen der serbischen Regierung entstand, hat in der Folge jenseits des Gebietes des Königreiches durch Akte des Terrorismus, durch eine Reihe von Attentaten und durch Morde Ausdruck gesunden. Weit entkernt, die in der Erklärung vom 31. März 1909 enthaltenen Verpflichtungen zu erfüllen, hat die königlich serbische Regierung nichts getan, um diese Bewegung zu unterdrücken. Sie duldete das verbrecherische Treiben der verschiedenen gegen die Monarchie gelichteten Vereine und Vereinigungen, die zügellose Sprache der Presse, die Verherrlichung von Urhebern von Attentaten, die Teilnahme von Offizieren und Beamten an den subversiven Umtrieben. Sie duldete eine ungesunde Propaganda im öffentlichen Unterricht und duldete schliesslich alle Manifestationen, tvelche die serbische Bevölkerung zum Hass gegen die Monarchie und zur Verachtung ihrer Einrichtungen verleiten konnten. Diese Tu!» düng, der sich die königlich serbische Regierung schuldig machte, hat noch in jenem Moment angedauert, in dem die Ereignisse des 28. Juni der ganzen Welt die grauenhaften Folgen solcher Duldung zeigten. Es erhellt aus den Aussagen und Geständnissen der verbrecherischen Urheber des Attentats vom 28. Juni, dast der Mord von Serajewo in Belgrad aus geheckt wurde, dass die Mörder die Waffen und Bomben, mit denen sie ausgestattet waren, von serbischen Offizieren und Beamten erhielten, die der „Narodna Obrana" angehören und dass schliesslich die Beförderung der Verbrecher nach Bosnien von leitenden serbischen Grenzorganen veranstaltet und durckzgeführt wurde. Die angeführten Ergebnisse der Untersuchung gestatten es der K. K. Regierung nicht, noch länger die Haltung zuwartender Langmut zu beobachten, die sie den jahrelanWm Treibereien gegenüber eingenommen Hot, die ihren Mittelpunkt in Belgrad haben und von da ant bas Gebiet der Monarchie übertragen ,verden. Diese Ergebnisse legen her St. K. Regierung vielmehr die Pflicht aus, diesen Umtrieben ein Ende zu bereiten, die eine ständige Bedrohung für die Ruhe der Monarckne bilden. Um diesen Zweck zu erreichen, sieht sich die K. K. Regierung gezwungen, von der serbischen Regierung eine osffzielle Versicherung zu verlangen, dass sie die gegen Oesterreich-Ungarn gerichtete Propaganda verurteilt, d. h. die Gesamtheit der Bestrebungen, deren Endziel es ist, von der Monarchie Gebiete abzulösen, die ihr angehören und dass diese sick, verpsticknet. diese verbrecherische und terroristische Propaganda mü allen Mitteln zu unterdrücken. Um diesen Ver- pstichtuugen einen feierlichen Charakter zu geben, wird die königlich- serbische Regierung aus der ersten Seite ihres offiziellen Organs vom 13. Juli nachfolgende Erklärung veröffentlichen: „Die königlich serbische Regierung verurteilt die gegen Oester- xetch-Ungarn gerick>tete Propaganda, d, h. die (Gesamtheit ,ener Bestrebungen, deren Ziel es ist, von der österreichischen Monarchie Gebiete loszutrennen, die ihr angehören und sie bedauert aufrichtig» die grauenhaften Folgen dieser verbrecherischen Handlungen. Die königlich serbische Regierung bedauert, dass serbische Offiziere und Beamte an der vorgenannten Propaganda teilgcnvnrmen und damit die sreuntmochbarlichen Beziehungen gefährdet haben, die zu pflegen sich die Königliche Regierung durch ihre Erklärung vom 31. März 1909 feierlich verpflichtet hat. Die königliche Regierung, die jeden Gedanken oder jeden Versuch einer Einmischung in die Geschicke der Bewohner welchen Teiles Oesterreich-Ungarns auch immer-missbilligt und zurüclwefft, erackstct es für ihre Pfficht, die Offiziere und Beamten und die gesamte Bevölkerung des Königreichs ganz anÄncüikllch aufmerksam zu machen, dass sie künftig mit äußerster Strenge gegen jene Personen Vorgehen wird, die sich derartiger Handlungen schuldig machen sollten. Handlungen, denen vorzubeugen und sie zu unterdrücken, sie alle Anstrengungen machen wird," Diese Erklärung wird gleichzeittg zur Kenntnis der König- lichrn Armee durch einen Tagesbefehl Sr. Majestät des Königs gebracht und in dem offiziellen Organ der Armee veröffentlicht werden. Die königlich serbische Regierung vervstichtet sich überdies: 1. jede Publikation zu unterdrücken, die zum Hasse und zur Verachtung der Monarchie ausreizt und deren allgemeine Tendenz gegen die territoriale Integrität des Landes gerichtet ist, 2 . sofort mit der Auflösung des Vereins „Narodna Obrana" vorzugehen, dessen gesamte Propagandamittel zu konfiszieren und in derselben Weise gegen die anderen Vereine und Bereinigungen in Serbien! einzuschreiten, die sich mü der Propaganda gegen Oesterreickz- Ungarn beschästtgen. Die königliche Regierung wird die nötigen Maßregeln treffen, danüi die ausgelösten Vereine nicht etwa ihre Tätigkeit unter anderem Namen oder in anderer Form sortsessen, 3, ohne Verzug aus dem öffentlichen Unterricht in Serbien sowohl was den Lehrkörper als auch die Lehrmittel betrifft, alles zu beseitigen, was dazu dient oder dienen könnte, die Propaganda gegen Oesterreich-Ungarn zu nähren, -t. aus dem Militärdienst und der Verwaltung im allgemeinen alle Offiziere und Beamte zu entfernen, die der Propaganda gegen Oesterreich-Ungarn schuldig sind und deren Namen unter Mitteilung des gegen sie vorliegenden Materials der königlichen Regierung bekannt zu geben, sich die K. K. Regierung vorbehält, 5. einzuwlltigen, dass in Serbien Organe der K. K, Regierung bei der Unterdrückung der gegen die territoriale Integrität der Monarchie gerichteten subversiven Bewegungen Mitwirken, 6. eine gerichtliche Untersuchung gegen jene Teilnehmer des Komplottes vom 28. Juni einzuleiten, die sich auf serbischem Terrüorium befinden. — Bon der K. K. Regierung hierzu delegierte Orguie werden an diesbezüglichen Erhebungen teilnehmen, 7. mit aller Beschleunigung die Verhaftung des Majors Voja Tankovic und eines gewissen Müan Ciganovic, serbischen Staatsbeamten vvizunebmen, welche durch hie Ergebnisse der Untersuchung kompromittiert sind, 8. durch wirksame Massnahmen die Teilnahme der serbischen Behörden an dem Einschmnggeln von Wassen und Exvlosivkörvern über die Grenze zu verhindern und jene Organe des Grenzdienstes von Scha'-ats und Lozncea, die de» Uehebern des Verbrechens von Scraietw beim Uebertritt über die Grenze behilstich waren, ans dem Dienste zu entlassen und strenge zu bestrafen, 9. der K. K. Regierung Ausklärung zu gehen über die nicht zu rechtsertigenden Aeusserunqen hoher serbischer Funktionäre in Serbien und im Auslande, die ihrer offiziellen, Stellung ungeachtet, nicht gezögert haben, sich nach dem Affen-« tat vom 28, Juni in Interviews gegen Oesterreich-Ungarn auszu- sprechen, 10. die K. SV. Regierung von der Durchsühn,ng der in den vorigen Punkten zusammengefassten Massnahmen zu verständigen. Die K. K. Regierung erwartet die Antwort der königlichen! Regierung spätestens bis Samshag, den 25. d. Mts., um 6 Uhr nachm. Eine umfassende Zusammenstellung der Ergebnisse der Untersuchung von Serajewo, soweit sie sich aus die in Punkt 7 und 8 genannten Funktionäre bezieht, ist dieser Note bei-- zuschließen, Sie lautet: Die bei dem Gericht in Serajewo gegen Gabrielo Princip und Geiwssen wegen des am 28. Juni d. I. begangenen Meuchelmordes bezw. wegen Mitschuld hieran anhängige Strasunterluchung hat bisher zu folgenden Fesfftell ungen geführt: I. Ter Plan, den Erzherzog Franz Frrdinand während seines AusenthalteS in Serajewo zu ermorden, wurde in Belgrad von Gabriele Princip, Ndeljko, Cabrinovie, einem gewissen Milaneigano- vie und Trifko Grabez unter Beihilfe des Majors Voja Tankovic ausgeheckt. 2. die sechs Bomben nick» vier Bcowningpiitolen, deren sich die Verbrecher als Werkzeug bedienten, wurden dem Princip, Gabrinovic und Grabez in Belgrad von einem geivissen Milan Ciganovic und dem Major Voja Tankovic verschafft und übergeben, 3. die Boniben sind Handgranaten, die aus den, Wäffendepot der serbischen. Armee in Kragujewatz entstammen, -t. um das Gelingen des Attentats zu sichern, unterwies Milan Ciganovic Princip und Gabrinovic und Grabez in der Handhabung der Granaten und gab in einen, Walde neben dem Schietzselde von Topschider dem Princip und Grabez Unterricht im Schießen mit Brvwningpistolen. 5 . um dem Princip, Gabrinovic und Grabez den Uebergang über die bos- nisch-herzegvwinische Grenze und das Einschmnggeln ihrer Waffen zu ermöglichen, wlrrde ein ganz geheimes Transvvrtshstem durch Ciganovic organisiert. Der Eintritt der Verbrecher samt ihren Waisen nach Bosnien und der Herzegowina wurde von de» Grenzhaupt- leuten von Schabass (Rade Popovie) und Lezniea sowie von den Zollorqanen Rudivoj Grbic von Loznica mit Beihilfe mehrerer anderer Personen durchgeführt. Kundgebungen im ungarischen Abgeordnetenhause, Budapest, 23.Juli. In der gestern bis Mitternacht dauernden Sitzung des Abgeordnetenhauses erklärte: Graf Julius Andrasjy, daß- er gemäss dem Wunsche des Ministerpräsidenten darauf verzichte, seine Interpellation zu stellen. Er wolle nicht so fehr Aufklärungen, als endlich Taten sehen. Die Erörterung der auswärtigen Lage würde übrigens weniger Schaden angerichtet haben, als die durch die Feindseligkeit der Parteien geschaffene parlamentarische Lage, tuelche die Interessen des Landes aus das tiefste schädige. Graf Tisza erklärte, daß man in der gegenwärtigen Lage, die er keinestvegs als tragisch ausmaleu wolle, die aber ernst sei, eine Erschioerung der parlamentarischen Lage vermeiden müsse. Er sei überzeugt, daß es im Falle des Ernstes keinen Ungarn ohne Unterschied der Partei gebe, der nicht bereit sei, alles für das Wohl des Vaterlandes zu tun. (Lebhafter Beifall.) Der Oppositionelle Rakowszkh zog Ricarda Huchs veutuna des menschlichen Gesicht?. „Ta alles Aeussere die Erscheinung eines Inneren ist, so versteh« sich von selbst, dass das Aeussere des Menschen sein Inneres oüsdrückt." So leitet Ricarda Huch, die grosse Dichterin, deren 50. Geburtstag jesst allenthalben gefeiert worden ist, Betro.ck»- tungni ein, in denen sie im Rahmen eines neuen, soeben von ihr veröffentlichten kultuiphilosophischen Werkes die Erscheinung des Menschen ausdeutet. „Natur und Geist als die WurzÄn des Lebens und der Kunst" heisst diese bei Ernst Reinhard in München erschienene Arbeit, in der die Dichterin eine Erklärung der Welt und der Weltgeschichte aus dem männlichen und weiblichen Prinziv des Lebens^ versucht und trotz einer lveitgehenden romanttschen Symbolik und Schematik so manch hellseherischen Blick in die Rätsel des Daseins tut. Wie sie in ihrer Schilderung des Helden zugleich ein persönliches künstlerisches Bekenntnis ablegt, so wird man auch in ihrer Ausdeutung des menschlichen Gesichts, die hinter der sichtbaren Gestalt Seele und Geist ahnt, die Dichterin nicht verkennen dürfen. So sagt sie vom Munde: „Der Rknird ist nicht mir das essende, sondern auch das sprechende, singende und küssende Glied: er bezeichnet den Punkt, wo das Unbewusste bewusst wird. Insofern sieht man am Munde hauptsächlich, wie der Mensch als sich kleussertwer beschaffen, ob er verschwenderisch oder geizig, offen oder verschlossen ist. Ter volle Mund gehört der Natur an und drückt ihre Fülle und Berfckevendung aus; der schöne weibliche Mund, nickt voll, nickt schmal, edles Mass: der Mund des innerlichen, geistigen Menschen ist dünnlipvig, manchmal verkniffen, und bedeutet Geiz und nfferwilliges Sichäussern: denn der Geist spart, die Natur verschwendet." In dem Kinn sieht Rieardr Huch die Grundlage des Gesichts. „Ein Gesicht ohne Kinn, d. h. mit sehr verkümmertem Kinn, deutet auf das Fehlen der iwrmalen Basis und auf eine wackelige Existenz." Doch muss über das Kinn die Stirn herrschen. „Die Stirn ist die Sonne im Anttitz, das Strahlende, das zuerst ins Auge satten soll: nicht vom sitze der elementaren Kraft, sondern vom Thron des Geistes ans soll der Mensch herrschen Die verhältnismässig niedrige Stirn ilt für das Gesicht des modernen Menschen charakteristisch und nähert es häuffg dem Derbrechertvpus: denn die enge, niedrige Stirn bezeichnet, mit brutalem Untergesicht verbunden, den Verbrecher. Es ist das Weib im Menschen, das sich in Stirn und Auge osten- hart: eine hohe und breite Stirn ist das erste Erfordernis weiblicher Schönheit. Man sieht de> Stirn an. dass sie Geist birgt, nichts männlichen, entwickelnden lsseist, sondern den innerlichen, positiven, der in zutreffenden Einiällen, ans unerschöpflichem Füllhorn verschwendeten Wundern überraschend zutage tritt." „In den Augen liegt dos Erleunen und Anichauen, und zwar sind schmale, längliche Augen mehr ins Innere, grosse, runde mehr miss Aeussere gerichtet: jene wirken geistiger, diese sinnlicher." Eine hvh: Bedeutung für die psychologische Ergründung des Antlitzes spricht die Dichterin der Nase zu. Die Verschmelzung von Stirn und Nase bei den Griechen der Antike erscheint ihr als ein Anzeichen dafür, daß die beiden Prinzipien des Männlichen und des Weiblichen hier Iwch nicht scharf von einander geschieden sind. „Die Nase, die im Antlitz den Mann repräsentiert, gibt dem Ge- sicht seinen Charakter, wie es ja auch die Persönlichkeit ist, die für die entscheidende Wirkung des Menschen den Ausschlag gibt. Nirgends zeigt sich die Symbolik des menschlichen Aeiissern schlagender, als in der wesentlichen Veränderung des anttken Gefülltes durch das Borsprrngen der Nase: es macht die Losreissuirg des Geistes von der Natur, das Selbstbewnsstwerden sinnfällig. Durch das Vorspringen der Nase hat das Antlitz an chvischer Schönheit verloren, die persönliche Schönheit und unendliche Mannigfaltigkeit ist dadurch erst geschaffen , , . Weite Nüsteim drücken Genuss- sähigkeit aus: man sieht die Seele, die das Leben verschlingen möchte: sie werden sich gewöhnlich mit vollen Lippen zusammen finden. Ein Gesicht mit schöner Nase kann nicht hässlich, ein Gesicht mit hässlicher Nase kann nicht schön sein," Auch die Farbe des Haares wird deni Schema eines positiven und negativen Prinzivs g!ntergeordnet. „Schwarzes Haar ist positiv, das Haar des primitiven, unbewusstm Menschen, braunes Haar neutral, blondes Haar negativ (die blonde Bestie), Rotes Haar, die Fenersarbe, bedeutet die äußerste Negativ», es ist das Haar der Loreleien und Zauberer, destruktiver, ran erregender, nicht gebender Menschen." — !150 unveröffentlichte W erke von Rossini. Aus eine interessante Taffache lenkt der Guido Muiieal die Aufmerksamkeit, indem er die Frage nach dem Schicksal der bisher unveröffentlichten Komposiffonen Rossinis autwirit. Es gibt nicht weniger als 150 Werke des Meisters, die bisher der Oeffent- lichkeit ambekannt geblieben sein. Als der Schöpfer des „Barbier von Sevilla" im Jahre >862 die Augen schloss, wurde die Frage, was mit seinen hinterlassenen Koinpoiiffonen geschehen solle, vertagt: die Witwe Roffinis hatte zwar die Absicht, dae Werke sofort zu veräußern, aber sie stellte derarffg hohe Ansprüclse, täass kein Verleger sich imstande sah, die Kompoiitionen zu erwerben. Erst im Jahre 1873 erschien ein Käufer. Allem er veröffentlichte dam: mir vier Stücke von den 154 unbekannten Kompositionen des Nachlasses: alle Rellamaffonen der Witwe Rossinis blieben erfolglos. Dabei sind die hinterlassenen Arberte» für das Wesen und das Temperament des Meisters höchst bezeichnend, sie zeigen, dass Roffinis unerschöpfliche Phantasie auch die Ijereeeu und ironischen Intermezzi liebte. Schon die Titel der Kompositionen lassen das spüren. Sie spiegeln den von Rossini beliebten Wechsel der Stilarten, bei dem auch m'osikalisckie Ironie und Satire mitzuklingen scheinen, llütt" den Walzern finden wir beispielsweise einen „Boudoir-Walzer", einen „Antttanz-Walzer", einen Trauerwalzer, einen „Volle toriurse", einen „hinkenden Walzer", während uns unter den „Präludien" Titel begegnen wie Präludium des ancieit legime". „Pr-ilndium meiner Zeit", „Anspruck>svolles Präludium", „Hygienisches Präludium", ferner ein ländliches, ein krampshastes, ein ungefährliches Mid ein Zu- kunfispräludium. Ter ganze Landschriftenschatz gliedert die 154 Kompositionen in 16 Albums, darunter vier AlbnmS mit zusammen 74 Gesangstücken, ein „Album der Nichtigkeiten" für Klavier, eine Hvmne an Napoleon III., eine Fanfare „Tie Krone Italiens", einen Band mit zwölf Klavierkompositionen sür „iugendliche Kinder", einen gleichen 'Band für „ausgeweckte Kinder",,vier „horS- d'oeuvre" lRadieschen, Anchovis, Gurken, Butler), sodann die „vier Bettler" (Feigen, Nüsse, Mandeln, Rosinen) und noch eine grosse Reihe von Klavierstücken, — Die Aufdeckung eines merowingipchen Friedhofes. Eine sehr interessante archäologische Entdeckung ist, wie der Bericht der archäologischen Gesellscl>ast der Ehrn» -igne mitteilt, in dem französischen Ort Bannes gelungen. In einiger Entserrnmg von den berühmten Sümpfen von Saint-Gond, >vo man seiner Zeit Psahlbaulen fand, ist ein alter Friedhol jreigelegt norden, dessen Gräber in die Skreidefelsen eingehauen waren. Man hat in den 260 Gräbern, die auSgegraben wurden, Tongesäße, Waffen und Münzen der Merowingerzeit gesunden. In einem der Gräber stieß man auf die Reste eines Häuptlings, dem sein Schwert in einer hölzernen mit Bronze beschlagenen Scheide mitgegeben war: ausserdem lagen an seiner jeüe zivei grosse Messer, eine schönverzierte Bronzeschnalle, Stoffstücke und silberne Sporen. Besonders zahlreich waren die Plünzen. die geborgen wurden, und unter ihnen befanden sich römische Geldstücke der veffchie>n- sten Art. DaS Nichtvorhandensein von Schmuck lässt daraus schließen, daß die Bewohner der Gegend außerordentlich arm waren, denn man weiß von anderen Funden her, mit wieviel Schmuck und kostbaren Steinen die alten Gallier sonst ihre Toten ver- sahen, Airdere Ausgrabungen der archäologischen Gesellichast der Champagne führten zur Aufdeckung des Hügels von La '.Uiotfe* Heriton. der sich auf dem Wege von Biffly-le-RevoS nach Freine findet. Dieser Hügel, der aus Kreide- und Sandsteinblöcken ausgerichtet ist, hat einen Durchmesser von etwa zwanzig Meter und eine Höhe von 2,50 Meter. Zahlreiche menschliche Gebeine ivurden am Kusse des Hügels gesunden, ebenso zahkreichc Basen und Bronze- aegenNände. Der Hügel ist wahrscheinlich für einen religiösen Zleeck erbaut worden: ec diente in der römischen Zeit als Wegweiser und tvar vielleicht ein Denkmal, das die Römer dem Gott der Wege an einer ihrer Chausseen errichteten, — Neue Funde antiker Kunstwerke. Aus Ky- rene, 23. Juli wird gemeldet: Bei den Ausgrabungen an dem Apollotempet wurden neue Künsttverke aufgeffinden, dairinter eine Statue der Artemis als Jägerin, ein Apollo mit der Leier, eine Mänade, ein don Bogen spannender Eros, Marniorkövse t>:r Aphrodite. der Athene, des Bacchus und des Hermes, schliesslich eme Goldplatte mit der vorzüglichen archaischen Darstellung eines Kampfes, cfrcnfon* jeiHt- vfutenH-Uatiun über die ausMuiirtinc Laae »u- nld utvb Mrütfte den Wunsch«--», bafi der Ministerpräsident bem Wunsche '.HnbrnfW* fofflcn und Kr dir Zeit der ttiasabr einen GvlteSfr,edr-n schaffen möge. ^ ' p Vedrohtiche «iizeichen» Die Svmtsamv>n>li>i»isi j« Prag beschlaanabmte srch-, tsttzoilzische Morgenblut irr. tvelche Leilorttkl über dir öfter reich'sech-serbisch« --puunuug gebr«!>, hatten. wegen der Mel- dünge» über die österreichischen Kriegsvorbereitnngcn. ,,, Wien, 23 IM. Dem „Fremdenblott" zufolge Hut der Kurser de» Enzliepzo^Tlironfolger Karl Franz Joseph zum nannten U " b SPon ™ ant,cur bcs Husarenregiments 1 « §>eg des Zreifinnr in Labian-welflau. ' r , A. Juli. (Vorläufiges amtliches Wahlergcb- t r ^n^k, u ^'^kagsersadstielmmhl im Reichs- erhielten Bürgermeister Un£> ' 2ratärat S cki r e me- tSJlJ'Iv 5 »l-)7^i)lciirrvirr sind allabendlich zu Ausschreitungen E Buri7 lifir wurde die Schwurgcrichtssitzung abgebrochen und auf morgen vertagt. Paris, 23. Juli. Nach der gestrigen Prozeßverbandlung kam es in der Nähe des JustizyalasteS zwischen Camelots du roi. welche unter dem Rufe „Caillaur. der Mörders" eine Kundgebung veranstalteten, und einer Gruvpe Sozialisten und Radi kalen zu einer argen Reiberei, hei der mehrere Personen nicht unerheblich verletzt wurden. < • A«» StaSt Mseö €ait9. Gieß e n. 24. Juli 1911. Das Gietzcner Jugendfest. Dhandlungen Verbreitung: fanden. Mit Karl Engelhard ist auch ein tteucr Sohn des Hejsen- landes dalffngegangen. In seinen vielen Gelegenlteitsverseu schilderte er gar ost die erhabene -Schönhett einzelner Orte und Lond- sckiafteu seiner hessischen Heimat und deren gefchickstliche Vergangenheit. In Marburg, wo er bei seinen ebenfalls als Lehrern tättgen beiden Brüdern in den Ferien weilte, wurde er von ein« tückischen Krankheit ergriffen, die eine Operation nötig machte. Mittwoch siüh begab er sich in die Klinik und abends gegen acht Uhr hatte er bereits sein Lehen ausgehaucht. ** Ein hessischer Diamantenkönig. Der Diamantenkönig W e r n h e r , der in London verstorben ist, hat 230 000 000 M k. hinterlassen. Er war ein geborener Darmstädter und hat dort am 9. April 1850 das Licht dev Welt erblickt als Sohn des um die hessischen Bohnen verdienten Eisenbahntechnikers August Wernher. Der.spätere Multimillionär hatte in Mainz die Schule besucht, dann in einem Bankhause zu Frankfurt a. M. seine Lehrzeit durchgemacht, war von 1869 zu Paris, von 1871 ab zu London im Banksach tätig, begab sich noch 1871 nach dem Kap- lande und hat sich dort bis 1877 mit dem Einkäufe von Rohdiamanten abgegeben. 1905 erhob ihn, den nunmehr großen Bankherrn, König Eduard VII., der ihn auch persönlich sehr schätzte, zum erblichen Baronet, ** Warnung vor unlauteren Darlehcns ver- Mittlern. Das Großherzogliche Polizeiamt Gießen schreibt uns: Wir haben schon wiederholt vor dem unlauterenGeschäfts- gebaren gewisser 'Darlehnsvermittler gewarnt, die in Zeitungen sich zur Vermitllung oder Beschaffung von Darlehen unter anscheinend günstigen Bedingungen erbieten, denen es aber vielfach weniger um die Beschaffung der Darlehen zu tun ist, als um die Erzielung von Gewinn dadurch, daß sie entweder die Behandlung der Dutlehensgesuchc von der Vorauszahlung eines die wirllickzen Auslagen übersteigend« Kosttnvor- schusses für lkinholung einer Auskunft über die Kreditwürdigkeit! des Nachsnchend« usw. abhängig machen, oder aus Grund von zur Irreführung geeignet« iZeiMngsannoneen und Prospekt« den DarlehenssiickMtden eine sogenannte Gelooffert«liste, d. i. cm Umfangreiches Verzeichnis von Tarlehensvermittlern und Darlehensgebern, gegm Bezahlung einer Gebühr, die meist durch Nach» nolMe erhoben wttd, übersend«. Wie berechtigt diese Warnung ist, beweist die Tatsache, daß fortwährend Verurteilungen derartiger Persmnn wegen Betrugs zu empsindlichen Strafen bekannt werden^ Do auch hiesige Einwohner durch das unlautere Gefchäftsgebaren derartiger Person« zu Schaden gekommen sind, können wir unsere iMahmmg Mr Vorsicht gcgmüber unbekannten 'Darlehensvermitt- lem nur wiederhol«. ** Die Tage werden kürzer. Nachdem wir eh« der lang« Sommertage froh geworden sind, milss« wir uns mit der be- trüb«den Taffache absind«, daß die Tage — wenn auch kaum! Merklich — kürz« werden. Denn während die Sonne am X Juli 3,51 Uhr ausging, und 8,15 Uhr wieder verschwand, läßt sie sich am 31. Juli erst um 4,25 Uhr blicken und entzieht sich bereits 'um 7,47 Uhr unserem Gesichtskreis. Die Tageslänge betrug demnach am 1. d. Mts. 16,24 Stunden, am 31. d. Mts. aber mir 15,22 Stunden. ** Kleine Mitteil»ngen. Ein Bewohner Hart- mannsha ins hatte seinem Nachbarn durch das Dienstmädchen sagen lassen, seinen Hund, welcher schon oftmals seine Hoireite betreten habe, bei nochmaligem Kommen nieoerzuschießen. Ms der Hund wieder in den Los gelaufen kam, brachte er ihin einen Schrotschuß bei, der ihn unzwriselhast verenden läßt. Ter Beschädigtt wird gegen den Schützen Klage erheb«. — Beim Ueberschreit« des Fahrdamms der Klostergasse zu Frankfurt a. M. wurde das neunjährige Töchterchen des Taglöhners Wagner, Fahrgasse 36, von dem Automobil eines Arztes überstzhren und so schwer verletzt, daß eS nack einer Stunde im Heiliggeist- Hospital st a r b. Eine Spielfreundin der Wagner konnte sich rechtzeitig durch einen Sprung retten. — In d« Elektronwerken zu Griesheim a. M. siel der Arbeiter Bleber in ein« mtt Lauge gcjüllt« Kastm. Er erlitt schwere Brandwunden. —- T« Gemetndevkrlretung vrm ©offen beim schloß mit dem Höchster Gaswerk einen auf 30 Jahre währenden Gas - lieserungsvertrag ab. Landkreis Gießen. = Heuchelheim, 23. Juli. In einer Sandgrube an der Lahn wurde in einer Tiefe von fünf Metern ein Baumstamm gesunden, der eine Länge von zwölf Metern und einen Durchmesser von zirka l Meier hat. Eigenartig an dem Funde ist, dost er mit Pfählen befestigt und von einem noch teilweise sichtbaren Holz- geslechi umgeben gewesen ist. Tie Freilegung des Stammes ist noch nicht beendet, so dah sich Bestimmtes über seine Form unt> Bestimmung noch nicht sagen lästt. Kreis Büdingen. § Büdingen, 23. Juli Vom 19. bis 21. August findet in Wenings und vom 26. bis 23. desselben Monats in Geiß- Nidda ein O b st - und Gemüseverwertungskursus statt Leiterin der beiden Dernastaltunqcn ist die Lehrerin der Wanderhaushaltungsschule, Fräulein Höhn. Kreis Fricdberg. sh) Vilbel, 23. Juli Der Hauslxiltsplcin der Ge- mernde sieht für das neue Rechnungsjahr 282630 Mark Einnahmen und Ausgaben vor Das Vermögen der Gemeinde beträgt 1 433816 Mk., die Schulden belaufen sich auf N6 319 Mark, so daft ein Vermögensüberschuß von 1317 297 Mark verbleibt. Da sich die Gemeindeumlagen von 100 030 Mark erhöhen, must eine Steuererhöhung von etwa 28 Proz. eintreten. Während das Gaswerk keinen Zuschutz erheischt, sieht der Voranschlag deS Wasserwerks einen solchen von 2030 Mark vor Starkenburg und Rfteinhessen. h. Bingen, 23. Juli. Die Lage des Weinhandels in Bingen und der näheren Umgebung wird in dem Jahresbericht der Handelskammer zu Bingen wie solgt beurteilt: Das Jahr 1913 war im allgemeinen ein Jahr mittleren Geschäftsganges. Der 1911er erfreute sich nach wie vor grösterer Nachträge. Für Konsumweme hätte der 1912er Jahrgang in bin« reichender Menge zur Verfügung gestanden, leider ist aber das Mißtrauen gegen diesen Jahrgang ein so großes, dah es vielfach nicht einmal gelang, die gröberen Abnehmm zu einer Verkostung von Weinen dieses Jahrganges zu bewegen, geschweige denn zu deren Kauf. Man beschränkte sich auf das Allernotwendigste, und die meisten Abnehmer haben daher im verflossenen Jahr weit weniger abgenommen, als sie dies seit Jahren gewohnt waren. Trotz des recht geringen Erträgnisses des 191.3er Jahrganges gestaltete sich deshalb die Nachfrage nach dem 1912er durchaus nicht besriedigend und die Preise zeigten statt des zu erwartenden Steigens eher ein Abflauen. Kreis Wetzlar. n. Waldgirmes, 23, Juli. Aul Anregung des Turnvereins wurde zur Beschaffung eines Spielplatzes ei» Ltaatszuschuß gewährt, Hessen-Nassau. m. Bonder Edder, 23. Juli. Ein neues Gemeindewesen, die Gemeinde Edersee, ist an der Waldeeker Talsperre gegründet worden. Zum Bürgermeister der Gemeinde wurde der kgl. Oberbauwart d o s m e i e r , sowie zu seinem Stellvertreter der kgl. Bausekretär Schröder ernannt. Beide Herren sind dieser Tage in ihr Amt eingeführt worden. X. Bad Brückenau, 23. Juli. Die in Mainberg bei ihrem Oheim, dem Dauvtlehrer Werner, zu Besuch weilende Lehrerstochter Hedwig Wirsing aus Albersfeld nahm gestern abend in einem Wasseranbau des Maines ein Bad, geriet plötzlich auf schlammigen Boden und sank ein. Ihre Hilferuse veranlahten die am User zuschauende Haushälterin des Hauptlehrers Werner, die in den 50 er Jahren stehende Kunigunda Retz aus Kolihheim, in dos Wasser zu springen, um dem Mädchen herauszuhelsen. Sie : otte auch bereits das Mädchen erfaßt, als plötzlich ein H er z- ' ^ 1 " " Hefli- schtttt, die bisher im Rahmen des allgemeinen Turniers ausge- iragttl wurde und immer starke Beteiligung iand, ist nun salb»! ständig gemacht und zu einem besonderen Turnier für den ganzen! Bereich des 18. Armeekorps erweitert worden. Gleichzeitig wurde auch die Grenze der Teilnehmerberechtigung wei er gesteckt und umfaßt jetzt alle aktive, inaktiven und Reserveossiziere im Bereiche des 18. Armeekorps. Der Termin des Toarniers ist der ! 14. bis 18. August. Die erste Konkurrenz, Einzelspiel für aktive Ossiziere des 18. Armeekorps, ist mit einem Ehrenpreis des . Grobherzogs von Hessen ausgestattet. 2Sniocrfitäts»nacbricfrten. T. Marburg, 23. Juli. Der seit dem Wintersemester 1912 an der diesigen Universität wirkende Privatdozent der neueren Ge-« schichte, Dr. phil. Willi Andreas, nahm einen Ruf als außervrdent- \ ficher Professor an die Technische Hochschule in seiner Heimatstadt Karlsruhe an. vermischte». * Dampseninglück aus der Oder. Ans Stettin, 22. Juli. Wirb gemeldet: Ter Dampfer „Berlin- der Swinemiinder Dampstchitiahtts-Aktiengesellichast ist heute naätmittag um 2 Uhr aus denr Papenwasser in der Nähe des Hafss mit dem Schleppdampfer „Ostsee", der einen großen schwedischen Dampfer im Schlepptau hotte, zusammengestoßen. Der Tamvser „Office" wurde glatt durchschnitten und sank in kürzester Zeit. Infolge des Anpralls kollidierte die „Berlin" auch mit dem Frachtdampser uilü wurde dabei am Vorderschiff beschädigt, so hast sie zu unten begann. Der Unfall ereignete sich unterhalb der sogenannten Krampe- Mündung. Der zahlreichen Fahrgäste bemächtigte sich sosmt nach dem Zusammenstoß eine große Panik, aber der Dampfer „oebön", sowie mehrere in der Nähe liegende Baggerprähme und Schleppdampfer, dattmter der Dampfer „Werner", nahmen die Fahrgäste ans. Es scheint, daß kein Menschenleben zu beklagen ist, doch lourden mehrere Personen verwundet. Der Dampfer „Werner" brachte einige Verwundete nach Stettin, die ins ikrankenhaus b» förderi würben. Ein Lehrer ans Swinemünde, der gleich vielen anderen Fahrgästen nach Swinemünde gebracht wurde, erlitt mehrere Rippenbrüche und mußte ins Swiuemünder Kranke,ibous übergeiübri werden. Ein anderer Teil der Fahrgäste wurde nach Stepenitz gebracht. Der Dampier „Berlin" tauchte zuerst mit dem Vorderschiff unter Wasser, später vttsank auch das Hinterschiff * Schweres Unwetter in Budapest, Aus Dnda- Pest, 24. Juli, wird gemeldet: Gestern hauste hier ctn schweres Unwetter. Der Polizeibericht stellt fest, daß dem orkanattigen Sturm viele Menschenleben znm Opfer gefallen sind. Tie Zahl der Berwnndettti ist sehr beträchtlich, aber noch nicht genau sest- gesielll. Vor dem Parlamentsgebäude riß die elektrische Leitung und tötete mehrere Passanten. I» der Lordischen Holzhandluny ftürjte ein Gebäude ein. die lierabstürzenden Trümmer löteten zwei Kinder. Das Dach des Franzstädter TnrnflubS wurde berabgeichleu- dett. wodurch ein Manu getötet wurde. Ein Blitzstrahl schlug in eine Druckerei ei», sieben Arbeiter wurden schwer verletzt. Zahlreich- Menschen wurden durch herabstürzende Dachtrümmer, Ziegel und dergleichen verwundet. Der Sturm hat außerdem einen sehr großen Materialschaden verursacht. * Straße ubahnunfall. Telegrammen ans N e w B o r k zusolge sind in Bridge Port fßonnecticut) zwei einander entgegenkommende Straßenbahnwagen, von denen der eine zumeist mit Kindern dichtbesetzt war. zusammengestoßen. Füns Kinder sind ihren Verletzungen erlegen, zehn andere wurden schwer verletzt. Kleine Tageschronik. — Unter dem Gütennagazin des Warschauer Hanpt- bahnhoses wurde ein unterirdisches Magazin entdeckt, das mit gestohlttieit Gütern vollgepsropst um. Zahlreiche Verhaftungen find bereits erjolgt. Büchertisch. — Eine Karle der Umgebung von Marburg, Oberhessen, und den angrenzenden Gebieten ist i soeben im Verlag der N. G. E l v e r t s ch e n Universitäts- b »ch ha n bin n g’(0V Braun, in Marburg erschienen. Die Karte, die tm Maßstab von l : 200 000 attgeiettigt ist, umtaßt das Gebiet Fttedberg, Alsseld, Embach und Dillenbnrglalso auch den Edersee) Mid ist nicht nur sehr üben'ubtUd), sondern auch sehr genau bear- beitet. Dadurch, da» die Flußläuie blau und die Höhenzüge graugrün eingedruckt sind, gewinnt die Uebersichtlichkeit noch be- deniend. Wir können die Karte, die eine Mark laulgezogeti Mk. 1.40) kosttt, durchaus empsehlen. Wetteraussichten NI Hessen am Samstag, de» 25 Juli 1914: Wechselnde Bewölkung, Regenschauer, keine wefeniliche Temperatur. s änöf rnno, kebhaste Winde nns welttichen Richtungen. Itulie u. ilrholun; mitten im W’sfdc Jugenheim an der Kergsfrnsse. Kn’-haas u. Punslon Otlenwaldkehn. Lutt-, Sonn.- xl . Kar-Bai. QnteKftche.5350.Preis*. itir.,, - «.y,,,,. werden oft durch Ermüdung des Körpers hervorgerufen. Absätze Continental machen Ihren Gang leicht und elastisch und verhindern vorzeitiges ErmOden. Verlangen Sie aber ausdrücklich von Ihrem Schuhmacher die enorm haltbaren Continental -Absätze Färberei Braubach L Fischer Chemische Waschanstalt Mi: Gültigkeit vom 20.Juli 1914 werden die Bestimmungen für die Frachtbereck- nung sürSendungenvon und noch Grohcn-^mden dahin geändert, das; auch für Eilgut in Wagenladungen, wie seither schon für Eil- und Frachtstückgut, die Entfernungen für GroHen-Linden der Frachtberechnnng zugrunde gelegt werden. Kür die Frachigut-Wagen- ladungen verbleibt es bei den seitherigen Bestimmungen, d.h.bei der Frachtberechnung nach den Sätzen für Gienen nebst einem Zuschlag von 1 Mk. 50 Pf. für den Wagen. Frankfurt (Main), [K681id den 17. Juli 1914. Königl. Etsenbahndirektion. Wollen Sie üllsell aber nerfaufen, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an [05743 5üdi>eutscheAgentur Bleichstrahe 32. b'eae Spelsckart-olTeln Morgen Saiiiötaa trifft ein Waggon vrima Wetterauer Eveifekartoffeln ctn, L Ztr. 3.75 Mk., bei Abnahme von 5 Zenlner billiger. 105785 V. 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Lonimersrilchlern deftenö cmviohlc». 664311 üfiicitsacknaüerArl llefa-t In )ed»r gawönsclito» Aasntathre* stDrataugirrtswnrt In ßriU'sske Itor.-Onnkar»! bereitungs - Unterricht zum RbLsrsüäar- LXÄMKll von praktischem Juristen u. langjähr.Revetitvr. Schrift!. Angebote unter 2470 au den Gietzener Anzeiger erbeten. 8 gl>.Nrmi»«Smlsrtii. Abznaebeu gegen Beiohuuu« SetiMauXaeg«- Wagtt U. r” Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Grotz- herzoglum Hessen für das Jahr 1913 liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 27. Juli bis 8. August d. Js., auf dem Bureau des Großherzoglichen PolizeikommiftariatS zur Elnsichl der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder nicht ausgenommen, sowie dagegen, wie er veranlag! ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegnngssrtst bet dem Borstand der land- und sorswirlschasllichen BernsSgcnosscnschaft zu Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. Kloster Arnsburg, den 23. Juli 1914. GroßherzoglichcS Polizeikommisiariat Arnsburg, Hesse. 8682 n X Braunkohien-Presssteine X der staatlich. Grube Lndwigshoffnung billiger und vorzüglicher Brand, gleichwertig jedem B^aunkoblcubrikett. 50S2D Grossh. Bergwerkstdirekt. Fricdberg (Hcswcn) Zu beziehen in iSieher» von der Kohlenbandlung: Jahann Fischer, Alieeftrahe 28. iwwwwwwwvwva Wegen Beendigung der Bauarbttten haben wir 2 schwkrc Akllkitspserdk, IBelgier): kräftig und gesund, llberzabllg und daber billig abzugeben. Ferner stellen wir zu Verkauf; 1 junges Fohlen, 6 li jährig ebenfalls Belgier. Eisenwerke Hirzenhain Hngo BndcruS, (V. m. b. E». Hirzcnbain (Qberb 'ücn. K. 56/14. 1382« B ^nuinfls^crScigcruua. Freitag, den 31.Juli 1014, vormittags 8'/r Uhr, sollen die im Grundbuch von Giefzen denIsaak WalldorfEheleuren in Giegeu zugeschriebenen Immobilien Flur 1 dir. 1314 — 24 qm Hofreite in der Flügelsgasse tDammsir. I8|.- soivie das ideelle Drittel von Flur 1 Nr. 1315 — 41 qm Einfahrt daselbst am hiesigen Amtsgericht, Zimmer Nr. 18p zwangSwelfe versteigert werden. Die amtsoerichtliche Bcr- fügurig ist an der Ortstafel ntt Ortsgerichtszimmer zur Einsicht mtgeheilet. Gienen, den 2. Juni 1914. Äronb. OrtSgericht. I. B.: Leo. ■r^ Taulende.. Raucher empfehl. mein. aaranl. unge- Idiucfdl., deshalb sehr befcömml. u. qesundco Tabak. I Tabakspfeife ura- ionllzuöPfd.meloer berühralen Tabake frenho gegen Hadin. Bille oDzuncben, ob DebeDlIehende 6e- lundhcllspfelfe oder eine reldigcldinl&le ßolzpfelfc oder eine yj lange Pf. eroflnldit. m Pf. _ „ s?af!ormta8n(l „ 5.— 8 „ ^sgö-Aanaftcr „ 6.SO 8 . jo.t. Aanafler „ 7 50 8 „^irnnftf ilanoßer „ 10 - 8 „ ^«iferÖlälter „ 13 5g B. KöllfiP. Brnehsal Fabrik. W