Nr. 1?« Der Sichrncr Anzeiger ericheint täglich, aubcr Sonntags. - Beilagen: viermal wöcbeolllch Siehener^amiliendlätler: zweimal ivöcheiill.Aitir- blott sürden AreirSietzen iTienstag nnd Frciwgß zweimal inonail. Land« wirtschaftliche Zeitfragen siernivrcch - Anschlüsse: inr die Redallion 112, Verlag n. Expeditioir öl Adresse inr Teveichen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen h'it die Tages, inmmer bis vorniitlags s Uhr. Erstes Blatt U>4- Jahrgang Donnerstag, Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen kotatior.sdnick «nd Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange, vedattion, Expedition und Druckerei: Schnlstratzc 7. 25. Zttli m* Veru g-r»retS: monatlich75M^ vierteljährlich Mk. 2.2V' durch Abhole- \u Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausjchl. Bestellst, Zeileirpreis: lokallüPs^ aus,vär14 20 Pfenniq. Chefredakteur: 21. Goei;. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton', .Vermischtes' und^Gerichts- saal": Karl Neurath; für .Stadt und Lanü^: Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck- Oesterreich und Serbien. Tic öfterrcichlschen Forderungen. An Berliner politischen Stellen hat man stets gewußt, daß die Verzögerung der österreichisch ungarischen Forderungen an Serbien n i ch t, wie es voreilig« Beurteiler im Auslande dargestelll haben, als der Ausdruck von nachträglich entstandenen Bedenken gelten dürfe, sondern, daß diese Ver Zögerung auf reiflicher und weitblickender Erwägung bc- ruhte. Es war nur natürlich, wenn die verantworkiichen Personen in Wien den Boden, ans dem sich ihre Aktion vollziehen sollte, zuvörderst sorgfältig auf seine Tragfähigkeit prüften und im Bewußtsein der möglichen Folgen sür die größtmögliche Sickzerung ihrer Maßnahmen Bürgschaften zu gewinnen trachteten. Als die „N, A. am Sonntag die Erwartung aussprach, daß die österreichisch-serbischen Aus- einandcrsetzungcn würden lokalisiert werden können, geschah das ersichtlich aus der Kenntnis der sehr bestimmten Wünsche heraus, die Graf B e r ch I o l d demnächst der serbischen Regierung mitteilen wird. Je ernster diese Wünsche und Forderungen zu nehmen sind, desto mehr wird es selbstver- stündlich ins Gewicht fallen müssen, ob dje Unterhaltungen znnschen Wien und Belgrad ohne die Teilnahme einer dritten Macht stattfinden werden, oder ob der immer noch zu erwartende ruhige Verlauf dieser Auseinandersetzungen durch ein irgendwie geartetes Dazwischeutreteu gestöri werden sollte. Wenn Oesterreich-Ungarn und Serbien ihren Meinungsaustausch allein zu führen haben, könnte die Lage mit der Gelassenheit beurteilt werden, die eine Abweichung der beiderseitigen Kräfteverhältnisse naturgemäß gestaltet, lieber die Möglichkeiten, die sich im anderen Falle darbieten, braucht für jetzt nicht gcsprockwn zu,werden. Es wäre denn auch verfrüht, bereits in eine Erörterung darüber einzutreten, welchen Rückhalt eine etwaige Weigerung Serbiens, ans die Diener Ansprüche einzugehen, innerhalb der europäischen Mächtegruppierungen finden würde. Immerhin kann man von der Verizlntung ausgehen, daß wesentliche Verschiedenheiten in der Stellungnahme der Mächte des Dreiverbandes zu dem möglichen österreichisch-serbischen Konflikt bestehen, und daß vor allem das Londoner Kabinett schux-rlich geneigt sein möchte, berechtigte Forderungen Oesterreich-Ungarns mit unfreundlichen Augen anzuschen und so die Momente des Widerstandes zu verstärken, für die vielleicht in Belgrad von anderer Seite her gesorgt werden dmrd, Mer was geschehen ward oder, richtiger, geschehen kann, das hat man zunächst abzuwarten, Für jetzt stehen die österreichischen Forderungen zur Erörterung, soweit sie durch die Wiener Meldungen belaunt geworden sind, und wenn diese Forderungen sür die Berliner politischen Stellen nichts Aeberraschendes haben können, so bedeuten sic gleichwohl eine neue Lage, insofern eine Tat mehr ist als ihre Ankündigung, „Verfrühte Kombinationen". Wien, 22. Juli, Tcm „Neuen Wiener Tageblatt" wird von informieret: Seite mitgeteilt, daß die Meldung, nach weicher oic von oen, Grafen Bcrchto 1 d gestern dem Kaiser un.erbreileten Beschlüsse die Sanktion des Kaisers erhalten werden, zutreffcn dürste, Ministerpräsident T i s z a durfte heute im ungarischen Mgcordnetcnhause Mitteilungen darüber machen, — Die gestern kursierenden verschiedenen Versionen über den Zeitpunkt, die Form und die Art der in Belgrad zu unternehmenden Schritte, sowie die für die Antwort Serbiens zu setzende Frist, beruhen auf Kombinationen, Aus B u d a p e st wird gemeldet, daß die Note, die der serbischen Regierung überreicht werden soll, in höflicher aber bestimmicr Form gehalten ist und Serbien Gelegenheit vlid-Nauheim. Hochsaison! Das sind die Tage der Rosen, welche nirgends in so wundervoll frischer Prachl die dusligen Gewänder ihrer holden Schwestern schmücken, wie gerade jetzt in Bad-Nauheim, Ist doch die Umgegend des Bades berühmt durch ihre ausgedehnten Roscnkullurcn, — Aus der Terrasse, dem abendlich stets angenehm kühlen Brennpunkt der Geselligkeit, herrscht buntes Leben. Zweifellos hat Bad-Nauhrim die schönste Terrasse der Welt, Nirgends findet man so viel künstlerische Genüsse nnd so viel Annehmlichkeiten mit gesellschaftlicher Zwangslosigkeit gepaart. Der Kurgast kann in diesem Potpourri aller Sprachen ebenso zwanglos leben wie eine Rothaut aus der Prärie, Wer an Lackstiefcln keinen besonderen Spaß findet, der trägt Strandschuhe, ohne deshalb an seinen durch die Kurkarte verbrieften Terrassenrcchtcn: etwas einzubüße». Und wer aus einen Hut keinen Wert legt, der wandelt nach der neuesten Mode ehrbar mit gemessenem Schritt, wie die Pilger im Turmhäuser, barhäuptig daher. Dort sitzen mehrere Herren im Smoking, Der weiße Stehkragen sticht glänzend ab vom leichten Mokkoleint der Haut und den seidenen schwarzen Bärten, Es sind Landsleute von^ Ra- bindranath Tagorc: Ein indischer Nabob, der daheim über Schatz- kanKncrn von Brillanten verfügt, mit seinen Begleitern, Tic Maharadjas vom hcitigcn Ganges sind seit ^Jahren Gäste des -Bades, Auch Südamerika stellt in dieser Saison wieder ein reiches Kontingent von Planlagcnbcfitzern, welche daheim über ungezählte Rindcrhcerden kommandieren. Es ist Theater- und Konzertpause. Am Nachmittag Iwttc Elizabeth Duncan mit ihrer Elscnschar vor dem Groß- herzogspaar, den bessischcil Prinzen und Fürstlichkeiten und einem eleganten Publikum eine Vorstellung zum Besten des Roten Kreuzes gegeben. Alle stehen noch unter dem Eindruck dieser ästhetischen Darbietung, Auf dem weichen knirschenden Kies wogt die Menge, Der grauköpfige^ Amerikaner mit dem scharsgeschnit- tenen Profil, das ivinzige Sternenbanner am Rockaufichlog befestigt: der russische Student in Akademiker-Unisorm; der Demi Elegant in zitronengelben Sfieseln, Dort hinten sitzen bekannte Größen aus der Welt der R'uiM: die Kammersängerin Lola B e c t h und der Dichter Hugo vonHofmannsthal. „wea- ncrisch" plauschend, Elegante Damen und zierliche Backfische in Hellen Toiletten geben dem Gcwoge ein futuristisch buntes Gepräge, An der Brüstung a der sitzen beleibte Mütter mit rundlichem Doppelsinn, dicke Brillanten an den Fingern, auf der Modelnd Menschenschau, Mit kril scheut Blick mustern sie. die vorbei- bieten wird, eine entsprechende Aulwort zu erteilen, welche die Aufrcchtcrhaltung normal er und friedlicher Beziehungen ermöglicht, und rs würde keine Frist für die Erteilung der Antwort verlangt werden. Man müsse da her mit Ruhe und Geduld de» nächste» Tagen enlgcgeuschcn. Man müsse, ohne den Ernst der Situation zu verkennen, allen heuuruhigcnden Gerüchten, die über Maßnahmen bc richten, welche erst in jenem späteren Zeitpunkt nach einer unbefriedigenden Antwort Serbiens in Betracht kämen, mit aller Entschiedenheit als. stark verfrühten. Kombtnationc» cnlgegcntrcten. Eine österreichische Note. Wien, 22, Juli, Ter österreichisch-ungarische Gesandte Freiherr v, G i e S l übergab der serbischen Regierung, wie das „Neue Wiener Tageblatt" auS Semtin meldet, eine Note, i» welcher Beschwerde darüber erhoben wird, daß vor einigen Tagen serbische Gendarmen aus österreichische Unter- taucn, welche auf einem Kahn am Donauufcr landen wollten, geschossen haben. Nach der Note sind zehn Schüsse gegen die österreichische Grenze adgefeucrt worden: die Schüsse haben nrcht getroffen. Die serbische Regierung hat eine Untersuchung zur Bestrafung der Täter eingeleitct. Eine Erklärung des Grafen Ltuergkh. Wien, 22, Juli, Gegenüber einer Deputation der serbischen Nationalvartei in Bosnien nnd der Herzegowina, welche den lohalen Gefühlen der serbische» Nationalpartei des bosnlsäj-herze- gowiniichen Landtags Ausdruck gab, erklärte der Ministerpräfident Gras Stucrgkh, es sei gerade in dieser Zeit erfreulich, daß insbesondere der Landwirkschast treibende Teil der serbischen Bevölkerung von den schädlichen Einflüssen unberührt sei und seine korrekte lohalc Gesinnung und Haltung bestätige. Es wäre nicht Sache ruhig erwägender Staatsmänner, sür die Frcveltaten einzelner eine ganze Nation verantwortlich zu machen. Andererseits könne nicht geleugnet werden, daß das stuchwürdige Attentat in Serajcwo der Ausfluß einer unter mannigfachen Einflüssen stehenden äußerst staalsgesährlichen -Bewegung sei, welche für die Entwicklung Bosniens und im Rahmen der Gcsamtmonarchie einen bedrohlick«» Charakter aufweise. Wenn in Bosnien die kulMrellc Arbeit unter dem Zusammenwirken der Nasionen und Konsessioncn ausgenommen werden sollte, müßten die vorhandenen Schäden gänzlich ans Tageslicht gebracht und unnachsichtlich getilgt werden. Daran hätten in erster Linie die Vertreter jener Richtung innerhalb des serbischen Volkes in Bosnien und der Herzegowina ein Interesse, welche mit der Verwaltung Bosniens die Ueberzeugung teilten, daß Bosnien und die Herzegowina in der österreichisch- ungarischen Monarchie nichts minder endgiltig einverleibt seien als die übrigen unter dem Szcvter Seiner Majestät befindlichen Länder und daß jede nationale Bewegung, welche eine Verwirklichung ihrer Ideale außerhalb der Monarchie suche, gegen die Lebensintcrcsscn der Monarchie in strafwürdiger Weise sich vergehe. Aus Albanien. D u r a z z o, 22. Juli, Ter albanische Gesandte in Wien, Sureya Ben, ist gestern früh- aus Lalona hier eingetroffen und vom Fürsten in längerer Audienz empfangen worden. Der Gesandte setzte sodann seine Reise nach Wien fori, — Der Fürst stattete gestern an Bord des französischen Panzerkreuzers „Edgar Quinst" und des russischen ungeschützten Kreuzers „Terez" Besuche ab, — Tie Haupt sichrer der Rebellen sind Tschafer Tajar, der früher unter dem jungtürkischen Regime militärischer Gouverneur von Fpek und später unter Torgut Pascha bet dessen albanischer Expedition' Oberstleutnant w-ar, sowie Gjenach Beh, gleichfalls früherer Generalstabsofftzicr unter Torgut Pascha, und Selim Tema, früherer Gendarmcriekapitän Essad Paschas, — Die Vertreter der sechs Großmächte teilten gestern den Aufständischen mit, daß es' die diplomatischen Gebräuche nicht gestatteten, sich zu den Aufständischen nach Schiak zu begeben, doch defilierenden Paare. Auch fehlt cs nicht an wohlbeleibten Männern mit „glatten Köpfen", wie sie Cäsar liebte. Sie geben dem Ganzen einen etwas böhmischen Kureinschlag, Die „Fülle" dieser Besucher in des Bortes körperlicher Bedeutung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Sie sind die Pioniere und Schrittmacher sür die Nauheimer Trinkkur, welche sich in den letzten Jahren so lebhaft entwickelt hat und jetzt nach Fertigstellung der neuen Trinkkuranlagcn in weiterem Aufschwung bcgrificn ist. Es handelt sich um die beiden salinischcn Trinkguellen Kurbrunnen und Ka r l s b rnn n e n. Der elftere ist eine sehr stark kohlensäure- haltige- Kochsalzquellc, welche auf Magen und Darm wirkt. Der letztere wird bei Erkrankungen der Stimmorgane, sowie bei Luftröhren-, Kchlkops- und Rackwncrkrankungcn mit großem Erfolge getrunken. Dazu kommt noch der Ludwigsbrunnen, der bei Stoffwcchsclersiankungcn und Blutarmut sowie als Tafelwasser für Herzkranke genossen wird. Ein besonders erfrischendes Getränk sind auch der Schwalhcimer Säuerling und die Löwen quelle. Ein bekannter Norddeutscher Parlamentarier und ein noch bekannterer Berliner Bühnenkünstler kommen schon seit Jahren lediglich als leidenschaftliche „Genießer" der Trinkquellen nach Bad-Nauheim, Ter letztere verabschiedete sich triumphierend kürzlich nach beendeter Kur mit den Worten, daß er sich wiederum 10 Pfund in Nauheim „fortgcschminkt" habe, Ter Wert des Bades läßt sich ani leichtesten folgendermaßen ermessen: Aerzte in Sanatorien, Krankenhäusern, Lazaretten rechnen nicht nach Kürzesten und Kuren, sondern nach „Vervslegungstagen", wie die fachmännische Bezeichnung lautet. So sollte cs auch bei Bädern sein! Eine „Nauheimer Kur" besteht durchschnittlich aus 5—6 Wochen, also aus etwa 40 Berpflegungs- tagen. Andere Bäder haben durchichnsttlich Kuren von nur drei Wochen, also von etwa 20 Derpstcgungstagen, Bei einer Fre- auenz von 35 000 Kurgästen ergibt dies eine Gesamtziffer von 1 400 000 Berpstegungstagen für Bad-Nauheim, Bei der gleichen Frequenz von Kurorten mit nur etwa 20 Berpstegungstagen ergibt die Gesamtzifier derselben nur die Hälfte, also 700 000 Vervstegungstage! Hiernach kann man nach ärztlicher Bewertung die wirtschaftliche Bckeukung Bad-Nauheims ziffernmäßig erkennen. — Drahtloser Betrug. Auf eine Gefahr, die in der drahtlosen Telegraphie schlummert, macht ein Mitarbetter der in London erscheinenden „Electrica! Review" aufincrsiam. Als die „Titanic" umerging urrd ähnlich bei späteren Unglücksjällcn dieser Art, .gingen an verschiedenen Ausnahmestcllcn sür drahtlose Tclc- scicn sie gerne bereit, die Wünsche der Aufständischen anzuhören, weshalb sie es für praktisch hielten, wenn die Aufständischen ihre Wünsche schriftlich mitteilen würden. Tschechische Ausschreitungen. Wien, 22, Juli, Dos „Neue Wiener Abendblatt" meldet aus M ü h r i s ch-O st r a u: Nach voilwrgegangcnen De- inonstrationeu versammelten sich gestern abend die Tschechen in Maricnberg nnd zogen nach Mährisch-Ostrau, Auf dem Wege zertrümmerten sie die Fensterscheiben der Friedhofs- lzallen und verwüsteten den deutschen Sportplatz, Auch im Roseggergarten in Marienberg ivurden sämtliche Fensterscheiben zertrümmert, Gendarmerie und Polizei waren sofort zur Stelle und trieben die Menge auseinander, die sich versammelte, aber immer wieder zusammenrottete, Wien, 22, Juli, Eine Lokalkorrcspoudenz meldet aus W i i k o w i tz: Gestern abend kam es zu einem neuerlichen Zusammenstoß zwischen Tschechen und Deutschen, Polizei und Gendarmerie mußte die Streikenden trennen. Ein Teil der tsckzechisckcn Demonstranten versuchte die deutsche Schule ln Lberfranzental zu stürmen, wurde jedoch von berittener Polizei daran gehindert. Einige Demonstranten wurden dabei verletzt, mehrere verhaftet. Ausstände in Ausland. Petersburg, 22, Juli, Auf der Strandbahn hielten heute über 800 Streikende vier Werst von Petersburg entfernt einen Personenzug an und zwangen den Maschinisten unter Drohungen, ihn zu erschießen, die Lokomotive zu verlassen. Alsdann forderten sie die Passagiere auf, auszu- stcigcn, stürzten dann die Telegraphenstangen uni und versperrten das Gleis, Aus Petersburg ging sofort Gendarmerie und ein Truppcnkoinmando zum Tatorte ab. Ter Bahnoerlehr ist wieder hcrgesteslt. Jedem Zuge folgt eine Lokomotive mit einer Schutzwache, R t g a, 22. Juli, Die Zahl der Streikenden ist auf 40 000 gestiegen -, darunter -befinden sich über 1000 Hafenarbeiter. M o s k a u, 22. Juli, Der Straßenbahnverkehr ist wieder hergestellt. Tiflis, 22.Juli, Ter Straßcnbahnverkehr ist infolge des Ausstandes des Personals eingestellt. poincare in Petersburg. Petersburg, 22, Juli, Präsident PoincarK hat in Kraßnoje Sselo an einer Truppenschau teilgeuommen. Der Kaiser ritt die Front ab, der Präsident folgte mit der Kaiserin und den Großfürststruen-Töchtern im Wagen, Später fand im Palast des Großfürsten Nicolai Mcolatowiksch ein Diner statt, an dem die Majestäten, der Präsident und die Minister teilnahmen. Darauf wohnte Präsident Poincgrö einer Ätr- stellung tm Theater von Kraßnoje bei. Vcutidf» 75cid». Für die Reichstagsersatzwahl im 12. badischen Wahlkreis Heidelberg-Eberbach haben die Nationalliberalen den Karlsruher Landgerichtsdirektor Tr. O b k i r ch e r aufgestellt, Ter Kandidat war von 1898 bis 1909 Mitglied der Zweiten badischen.Kammer und von 1908 bis 1910 erster Vorsitzender der nationalliberalen Partei Badens. JndemBerichidessozialdemokratischenPar« teivorstandes an den Parteitag in Würzburg heißt es über die -Organisation: Tie schleck,te wirtschastlickü: Koniunktur der letzten Jahre hat ans unseren Mitglicdcrzuwachs hemmend gewirsi, Dre Steigerung, welck>e 1910 13 6, 1911 16,1, 1912 15,9 Prozent betragen hat, beziffert sich 1913 nur aut 1,3 Prozent. Wesentlich günstiger, wenn auch nicht beftiedigend ist der Mstgliederstanü grathie Meldungen ein, die sich später als falsch herMisstellten. Ganz kürzlich hat sich ein Fall dieser Art ereignet: es wurde drahtlos geiticldct, der amerikanische Dampfer „Siberia" sei im Sinken in der Nähe der Küste von Formosa. Diese Nachricht wurde geglaubt. Bald darauf aber meldete der Dampfer selbst auS Manila, er fei vollkommen unbeschädigt nnd setze seinen Weg fort: außcrdeni sei er nicht näher als 160 Klm. an die Küste von Formosa herangckonrmen. Man forschte näher nach und es stellte sich heraus, daß der Dampfer für acht Äiillionen Mark versichert war. Die drahtlose Meldung, an der der Dampftr völlig nnbcteiligt war. war eine Fälschung, und die „drahtlosen Fälscher" Hallen durch ihren Betrug eine für sic günsttge Konjunktur auf dem Versichciungsmarktc hervorgeruscn. Es war ihnen wirllich gelungen, dabei Geschäfte zu nmchen. Ganz abgesehen davon, daß Dampfer nach der angeblichen Unglücksstclle zur Hilfe geeilt nnd die Angehörigen der Schiffsbemannung und der Fahrgäste ganz unnüsig in Sorgen versetzt worden sind, haben cs die drahtlosen Betrüger also verstanden, eine Menge Geld zu ergaunern, und die Wiederholung dieses „Geschäftes" ist nach der durchaus richtigen Ansicht des englischen Fachmannes ziemlich leicht für einen Verbrecher, der über die genügende Vorbildung versügi. Wenn er sich unter dem Schutze der Nacht etwa mit Hilfe eines Drachens eine genügend lange Scnde-Antcnne herstellt, kann er nach Herzenslust falsche drahtlose Meldungen in die Welt senden, die ihm Vorteil verschaffen, wenn sie als echte hingcnom- men werden, Nachzuweisen ist ihm der Betrug nicht, denn man kann höchstens durch eine Umftagc bei allen bekannten drahtlosen Sendcstcllen erfahren, daß sic die ftagliche Meldung nicht abgc- sandt haben. Noch verhängnisvoller können solche drahlwse Meldungen zu politisch gespannten Zeiten werden, die Leute, die im Trüben fischen wollen, geschickt auszunutzen. Sofern man nicht eine dralfilose Chiffreielegraplne einsühri, Hai dies modernste aller Vcrständtgimgsmittel neben dem Vorzug, daß seine Meldungen nicht an der Erreichung ihres Zieles gehindert werden können, den Nachteil, daß die Wsendnng falscher Meldungen durch Unberufene kaum zu verhindern ist, — Kurze Nachrichten ans Kunst und Wissen- schalt. In W i l m e r s d o r s ist Wirll, Geh, Oberbaurot V o i a- t e l, der frühere Chef des Militärbawvesens. im 81, Lebensjahr gestorben, — In Wien ist der Lehrer des römischen Rechts und Mitglied des Herrenhauses Karl Czyklerz gestorben. i am \Wuit des m-nen «fridjtiiabtf« ?,■ Mitaliederiatzt tu.,, o,, U-VVSÖO am 31 Mär» 1913 aut 1 uV/905 am il'Vä» J;'l 1 /■' '»"»» eine Zunahme t>on 103 055 Mitgliedern ober 10,5 Prozent |u uovjfirtinm. “ uml - ---- 31tl»lotld. Die türkische Kammer nahm Me nuftfrorbent- 'Vn-iute Mb Shnegbminifttrimnb int XZe I ^ ^iNE.. Pf...» und die beSrtiSS i°"böhe' l»on » MrUrone« Pfund n .,!enick>enltrom, der sich über Kanada ergötz» viel Gesindel mit, ner weuans größte Teil des Bettelvvlks Ivar aber zn schlapp und energielos, um den Kainvt mit der Wildnis im Innern des Landes antzunehmeni er blieb deshalb in den basenstMcn, Dermelrrt wurde das städtische Proletariat durch den nicht Prozentsatz jener Farmer, die als Ackerbauer Schissbruch gelitten hatten und daraus in der Stadl ihr »eil versuchten, Wer Kanada aus den Zeitungsnotizen kennt, die ab und zu ils die europäische Presse geschnmggelt werden, hält eine solche Landflucht für undenkbar. Und doch ist sie vorhanden. In Neu- brannschweig bat die ländliche Bevölkerung in den lebten zehn Jahren um 1103 Seelen abgenonrmen. Dasselbe trifft aut Neu- fmottlanb und Ontario »u Dort ging die Landbevölkerung um 23931 Personen »nrück, und in Ontario betrug die Abnahme aus dem Land 52 18t Seelen. 'Xaä sind beunruhigende Zahlen, die die auswanderungslustigen Europäer aber selten erfahren werden. Besonders beunruhigend für ein Land, das zwar eine wachsende Industrie besrpi, aber vorderhand doch noch Ackerbaustaat ist und sein sollte, lim so mehr begrüßt man die beachtenswerten Bcröffentlichungen Tr. R Heindls in den neuesten Nummern der Technischen Monatshefte (Stuttgart), denen auch diese Zeilen, die die Wahrheit über Kanada sagen, entnommen sind. Tie Folge dieser Landflucht ist zunächst eine gewaltige Steigerung der städtischen Lebensmittelpreise, Wie erstaunt aber sind die rukunstssrohen Einwanderer, wenn sie noch der Landung erfahren, datz Rind- und bammclsleiich, Geflügel, Putter und Eier aus Australien und Neuseelarch bezogen werden müssen. Zu den hohen Lebcnsmtklelpreisen gesellt sich eine himmelschreiende Wolprungsnot, Fsfth-Avemre-Häuser in New Bork und Grundstücke am Strand in London Und nicht teurer als Häuser in Montreal, In den anderen Städten Kanadas liegen die Wolmverhältnisse nicht besser. Erst kürzlich wurde bei einer Versammlung von Arbeiterführern in Winnipeg zur Sprache gebracht, das; die Mieten kaum mehr aufzubringen seien, das, die 'kanadischen Arbeiter gezwungen seien, weit mehr als ein Fünftel ihres Einkommens zu verwohnen. Kein Wunder also, datz in Winnipeg oft 10 Personen in einem Raume schlafen oder datz in Toronto Verkäuferinnen oft zu dritt und viert ein geurein- samcs Zimmerchen mieten, loeil sonst der Zins unerschwinglich ist. Man hat diese Mißstände mit privaten und städtischen Mitteln zu verbessern gesucht. Aber die jungen Genie,mveien lind nicht imstande, ihrem überaus schnell anwachsenden Proletariat wirksam zu helfen. Dir sanitären Kvmmunaleinrichtungen sind natnr gemäß noch nicht genügend ausgebant. So kommt es, datz in keiner Stadt des amerikanischen Kontinents so viel Tbvknisfälle zu verzeichnen sind, wie in Montreal, datz in der Provinz Qnebeck der grösste Prozentsatz von tödlichen SchwindsuchtsUNen der ganzen zivilisierten Welt zu finden ist, Tas ist die Atmosphäre, die den Proletarier erwartet, der übers Meer gebt, um die reinere Luft der neuen Welt zu atmen. Ja, werden mir Zweifler einwenden, der Arme hat es ja in jenem Land der unbearenzten Möglichkeiten in der band, ein Reicher zu werden. Aber die so sprechen, wissen nicht, wie schwer auch in den kanadischen Städte» der Kamps ums tägliche Brot, wie grotz auch dort die Konkurrenz, der Ueberflutz des Arbeiterangebots ist, • ■ < : • kos. Aus Stadt und Land. Dieben, 23. Juli 1914. *• Da? Groß herzogspaar in Gietzen. Wie jetzt bekannt wird, werden der Großherzog und die Grotzherzogi» am Samstag nachmittag, gegen 5 Uhr die Gewerbe au S- stellnng besuchen, Aus diesem Grunde wird von 3—6 Uhr das AusstellungSgebände abgesperrt. — DerGroßherzog empfing am 22, Juli den Geh, Justiz rat Gebhardt von Gießen, ** Offene Lehrer st eile Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Mör seiden, jdreis Groß-Gerau, ** Herr Justizrat Grünewald sendet uns auf unsere Ausführungen über die Vorstellung des Pfarrers von KirchfcD natürlich) eine Berichtigung, die folgenden Wortlaut hat: Ten Artikel in Nr, 169 des Girtzener Anzeigers betr, die gestrige Stadtverordnetensitzung berichtige ich dahin, datz 1, ich die Kritik über die Ausführung des „Pfarrer von Kirch- feld" nicht als „zu schafi und falsch", sondern als „falsch und verkehrt und die idealen Interessen der Freilichtbühne und damit diejenigen der Stadt schädigend bezeichnet babe und datz namentlich die Beanstandung des Kritikers, es sei nicht das Bühnenbild verändert worden, als widersinnig charakterisiert habe, weil eine Naturbühne sich nicht ändern lasse", 2, Ihre Behauptuiig, der genaue Text des Stückes sei mir nicht gegenwärtig gewesen, ist falsch, denn nicht nur der Text, sondern auch die Bühnenweisungen des Dichters sind mir bekannt ilnd gerade letztere ergeben die Unrichtigkeit Ihrer Krifik, 3, Es ist unrichtig, datz mein Standpunkt von der Versammlung nicht geteilt worden sei — mit Ausnahme des Ihrem Verlage nahestehenden Herrn Stadtverordneten Schaiistaedt — hat die Versammlung Ihre schädliche und falsche Kritik ebenso mitzbilligt wie der gesamte Ehrenausschutz der Freilichtbühne, der anerkannt hat, datz die Vorstellung eine in allen Stücken vortreffliche war, 4, Es ist falsch, daß Herrn Schaiistaedt nicht widersprochen worden sei, es wurde ihm durch Ziurufe und außerdem durch mich widersprochen, noch ein bischen schärser als er sich geäußert hatte. 5, Ten versteckten Vorwurf, datz ich Ihr Recht sreier,- sachkundiger und richtiger Kritik anzweiseln wolle und datz meine Kritik Ihrer Kritik das Odium einseitiger Jmeressenwirtschast (welcher Interessen — heraus damit!) aus mich lade, weise ich als einen ungehörigen zurück. Hochachtungsvoll Justizrat Grünewald, Darauf haben wir zu entgegnen: Ob Herr Grünewald gesagt hat. unsere Kritik sei falsch und verkehrt gewesen, was sa wohl dasselbe ist, oder zu scharf und falsch, ist sicherlich ziemlich nebensächlich, T-aß man auch bei einer Natur- bühne durch kleine Wttel das Bühnenbild verändern kann und das; das sehr häufig geschehen muß, ist für jeden, der nur einigermaßen Verständnis für die Sache hat, selbstverständlich, Bei der hiesigen Freilichtbühne aber, die aus die versunkene Glocke zugeschnitten ist, läßt sich das auf die Tauer nicht vermeiden. Herr Tworkowski hat diese Ansicht sogar selbst mehrfach vertreten, auch in den Sitzungen des Ehrenausschusses, als Herr Grünewald noch nicht zugezogen war, Herr Tworkowski, dessen sachmännisches Urteil Herr Grüneivald wohl nicht bc streiten will, hat sogar die Ansicht vertreten, daß bet dem einen oder anderen Stück die Blockhäuser mit bcmalter^cin- wand verdeckt werden müßten. Wir würden an deren stelle allerdings lebendes Grün setzen. Wenn .Herr JustizratGrune- wald den Text so genau kennt, wie er jagt, dann müßte er eigentlich einschcn, daß verschiedene Rollen falsch ansgesatzt waren, aber seine künstlerische Auffassung ist nicht Gegenstand unserer Kritik und auch nicht maßgeblich dafür, -tenn Herr Grünewald behauptet, daß die Versammlung tun seinen Ausführungen einverstanden gewesen sei, so fit das wohl eine starke Selbsttäuschung, denn von mehreren stadtverorc neten wird uns schereinstimmend bestätigt, daß es so gewesen ist, wie wir gestern mitgeteilt haben, Darnach wurde nicht Herr Schassstädt durch Zurufe unterbrochen — sondern Herr Grünewald. Daß der Ehrenausschutz, der Freilichtbühne, das heißt die Herren davon, die anwesend waren, nach dem Urteil des Herrn Grünewald, die Vorstellung in allen Stücken für vortrefslich hielt, scheint doch nicht ganz zu stammen, denn einige Herren behaupten, daß man unsere srritiT zwar als scharf, aber nicht als falsch bezeichnet hatte, Ter Vorwurf, Herr Grünewald wolle unser Recht auf Kritik an- anzweifeln, ist absolut nicht versteckt gewesen. Wir haben dockt deutlich genug gesagt, daß wir uns dieses Recht von niemano beschneiden ließen. Wir erblicken darin eine einseitige Inter essennahme und Schädigung des Unternehmens, das; Herr Justizrat Grünewald entgegen dem Urteil der Sachverständigen, die wir bis jetzt gehört haben, dem Kritiker und nicht dem gerügten mäßigen Spiel öffentlich eine Schuld veimessen will, wenn die späteren Vorstellungen schlecht bc- sucht würden, '• G-iv-rbe-Ansstellung, Geifern waren die Bürgermeister und >8 e »t e t n S e b e a m t e ti desKreisesSchot- t e it etwa 200 Personen ans Veranlassung des Kreisrnies Herrn Tr, Merck zum Besuch der Ausstellung hier. Nach der Besichtigung der Ausstellung sand i» der Festhnlle ein geineinsames M>,. iagsmahl statt. Hierbei begrützie der Vors,i,ende der AiisstellungS. Icitiuig Pro'. Tr, Kran SMüller die Wäil« und svrach de»! Grobh. Kreisamt Schotten jemtii Tank ans für seine latkrällige Unterstützung zur Förderung der Ausstellung. Herr Dr Merck daiikle in, Ngmen aller Amvesenden lür de» frcimblicfieu Emplang und die Führung dnrcl, die Ausstellung: er hob die schönen muster- güliigen Leistungen oberhessischen Gew.'rdefleitzes besonders hervor, die geeignet seien, vor der iveiien Oefseiilttchkeit gtäiizeud z» besiehe», Allgeinein bewiniderle nian auch die übrige» Veranstaltungen der Alisstellnng und igiijchte bei, vorzüglich gelpielie» Weisen der Zirn'lchen Kapelle und den Vorträge» des Komikers Velch-Mario, der i» eine,» Eonvlet die alierletzien lofaleu Ereignisse kritisierte und damit io slürmtichen Beifall erzielte, datz er sich zur Wieder- holiing gezwungen sah, — Weiler wird belaiint geaeben. datz der Reitierlrag de? Roten-Kreuz-Tages am Eamstag für die örllicheu Oraainsattane» des Roiet, Kreuzes zur Berwendiing bei der Mobil- machung m Gießen d«zw, zu ihrer Vorbereitung destimnit ist. Die Be- sehlutzsgssung ilber die Berivendung, besonders auch sür die Zwecke der Sanitälskolaime soll dem Vorstand des hiesigen Zweigvereins vom Rote» K, en» überlaste» werde». — Um Zweckel zu heben, sei bemerkt, datz aiich die Mitglieder hiesiger Krieger- und Mililärvereine Kongretzkorlen zu 50 Big. durch Vermittelung ihrer Vereine erhalten. ** Jugend sc st. Zu dem diesjährige» 38. Jugcndfest, das heute nachmittag statkstndet, stellt sich der Festzug gegen 2 Uhr nachmittags in der Ost- und Südanlagc aus; der Abmarsch erfolgt pünktlich 2‘/i Uhr von der Bürgermeisterei a»S, Bei der Ankiinjt ans dem Festplatz maschieren die zwei unteren Jahrgänge aus den Bretzelplatz, wo sie ihre Geschenke erhalten und dann an ihre Angehörigen entlassen werden. Die Kinder des 3„ 4, und 5 . Jahrgangs begeben sich im Walde sofort auf ihre Spielplätze, Die Übrigen Züge nehmen Ausstellung vor der Ncdncrbühnc, wo Herr Dr. Ebel eine Ansprache halten wird, ** GießencrPaedagoginm veranstaltete gestern auf dem Schisjenberge ein Wetturnen und Konzert, Die sehr zahlreich erschienenen Eltern der Schüler und Freunde der Anstalt zeigten durch ihren Beifall, wie sehr die einzelnen Darbierungen gestelen, Ten sportlichen Teil des Programms bildeten l. Barlauiwetlspicl, 2, Faustballwettsviel, 3, Einzcllämpse, a) Laut über 100 Meter (Sieger: Fischer II), b> Sackhüpfen (Sieger: Botst), o) Hindernislaui über 150 Meter (Sieger: Christ), ä) Sackhüpfen mit Hindernissen (Sieger: Westrum,^e) Geländelaus mit stark steigender jBahn Aber zirka 1000 Meier (Siegpr in 4 Minuten: Schlich), Während der nach den Wettkänipsen stattfindenden gemeinsamen Kaffcetasel in der Kapelle führten vier'Schüler (Klavier: G u! z e i t: I, Violine: Christ: II, Violine: L u d w i g. I u n k e r) ein Konzert aus, das ebenfalls wohlverdienten reichen Beifall fand. Nachdem dann der Tirektor der Anstalt, Herr Br ackern a n n, an die Sieger in den Einzelkämpsen Eichenkränze verteilt statte, schloß er nach einer kurzen Ansprache mit einem Hurrab aus den Großherzog und ans den Kaiser den ossiziellen Teil der jVeranstalwng, Während ein Teil der Gäste, besonders die Auswärtigen, ging, blieb der Rest, und das waren durchaus nicht wenige, noch längere Zeit bei Tanz und flohen Liedern, die mit komischen Vorträgen einiger Gäste abwechsclten, zusammen. Ein gemeinsamer Abstteg durch den nachtdnnkeln Wald, hei dem es nocki einige viel belachte Stürze gab, beschloß die in allen Teilen wohlgelungene Veranstaltung, ” Familienfest. Am Dienstag mittag fand stier in EteinS Garten bas Familienfest der Familie Bern deck statt Die Familie ist besonders in Hetzen sehr verbreilet, und so iß es anch erklärlich, datz über hnndert Glieder der Familie an der Feier teilnahinen. Das Oderstauvt oder der Senior der Familie in der wohl in weiteren Kreisen bekannte Plärrer >. P. Christian Scriba. Im nächsten Jahre sind es vierzig Jahre, daß da« Korresvondenzblatt der ganiilte Bernbeck, welches atznionatiich berat,«gegeben wird, zum erstenmal erschien. Die nächste Zu» sammenkunit der Familie findet in der Pfingstwoche ISIS statt, ** Telegraphenamt Gießen, Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie an dem Verbindungsweg von Krnmbach nach Daldhaus bei Krofdorf liegt bei dem Kaiserlichen Tetegraphencrmi in Gießen von heute ab vier Wochen aus, ** Unfalltterfufcerunfl. Der Taglöhncr Anton Vreh- mann in Dorn holzhausen verunglückte dadurch tödlich, daß er sich bei der Obvuktion bezw, beim, Verscharren einer verendeten Kuh eine Milzbrandvergiflung zuzog, Tie Hinterbliebenen stellten Antrag auf Rente mit der Begründung, daß der Verstorbene zur Hilfeleistung ausgefordcrt worden sei und durch seine Tätigkeit in den landwirtichafllichen Betrieb de« ^Landwirts Way, dem die Kuh gehörte, übergetreten wäre, Tas Schiedsgericht sür Arbeiterversicherung verurteilte auch die Berussgenoisenschait zur Zahlung einer Rente an die Witwe und rentenberechtigten Kinder des Verstorbenen, Gegen dieses Urteil verfolgte die Bernssgenosien- schasi Rekurs an das Reichsversicherungsamt Berlin mit dem Erfolge, daß die Hinterbliebenen mit ihren Ansprüchen abgewiesen wurden, Tas Reichsveriicherungsamt hat noch Beioeis erhoben über die tierärztliche Obduktion der an Milzbrand verendeten Kuh, durch Vernehmung von Zeugen und Einholung eines kreis- ärztluhen Gutachtens darüber, ob anzunehmen sei, datz der Verstorbene, der auch die Stelle des Abdeckers versah, sich die Milz» hrandvergisttrng nicht schon gelegentlich der tierärztlichm Obduk- tion, sondern erst beim Beficharren des Tieres zivrezogen habe, INr lepteren Falle handelt es sich um die Aussühnmg einen, polizeilichen Mastnahme, die als Tätigkeit im lgndwfltschafllichen, Betriebe nicht angeielten werden kann. Aber selbst dann, wenn der Verstorbene sich die Vergiftung bei der Seklion zugezogen hat, war der Verstorbene nach Ansicht des ReichrversichcrungSamts im Dienste der Gemeinde bei der Ausführung einer polizeilichen Maßnahme, für die er auch von der Gemeinde entlohnt wurde,. Es könmen deshalb derartige polizeiliche Maßnahmen nickst dem, landwirtschaftlichen Befliebe des davon betroffenen Landwirts zu- gerechnet werden. Durch diese ENtscheivung des Reichsversickte- rungsamts wurde den Hinterbliebenen die Rente entzogen: außerdem wurde die Witwe ausgcsordert, die inzwischen erhaltene Rente mit zusammen ,685 Mark wieder zurüchzuzahlen, Tnrch Vermittlung der Gemeinnützigen Rechtsberatungsstelle des Evamg, Arbeitervereins Gießen hat die Berufsgenosscnschaftant die Rückzahlung dieses Betrags verzichtet, ** 21 us dem oberen Bogelsberg, Seit einigen Tagen sind wieder die Köhler hier angckommen, die schon seit Jahren im Obcrwalde mit dem Köhlen von Nadelhol» beschäftigt sind, Sic verkohlen etwa 1000 Raummeter .hol» jährlich für eine große Firma aus Westdeutschland, Tätlich sieht man Neugierige, die sich das seltene Handwerk eines Köhlers anschen wollen, ** Die allgemeine Lage des Arbeitsm grkte muß als wenig günstig bezeichnet werden, insbesondere trifft dies wieder sür die M e t a l l i n d u st r i e, namentlich die Großindustrie zu. In Frankfurt a. M'. ist die Zahl der tzlrbcitslosen, gegen den Vormonat etwas gestiegen, da jedoch auch die Zahl der visenen stellen imichs, war das Verhältnis trotzdem etwas günstiger als im Vorjahr und Vormonat, Ten verhältnismäßig stärksten Anteil an den Besetzungen hatten die Schmiede, Bam'chlosser, Spengler und Installateure, In Mainz Ivar »ach dem Bericht des Llrbeiisamts in der Metallverarbeitungs- und Maschinen-Jndustrie die Nachfrage nach Arbeitskräften in allen Zweigen mit Ausnahme der Wagnerei größer als im Vormonat. In Ottenbach a. M, zeigte der Arbeitsmarkt in der Metallindustrie eine Keine Belebung, Im, Tapezierergewcrbe war der Geichästsgang im allgemeinen unbefriedigend. Nach dem Bericht des Tapeziererverbandes in Frankfurt a. M, war die Beschästigimgsmöglichkeit im Juni d, Js. noch fchlechtcr als in den Wintermonaten,, Im Holzgewerbe hat in Franksurt a. M, der Arbeitslosenandrang nacktgelassen. Am meisten wurden Bau- und Möbelsch-einer, teilweise auch erstklassige Möbelschreiner sür Innenausbau verlangt. Für Banschreiner >Werkstättenarbeiter) und tzlnschläger machte sich ein kleiner Fortschritt in der Vermittlung bemerkbar. Als ungünstig wird der Geschäftsgang noch für die Bauanschlägcr angesehen: die Neubauten; stich rwch nicht soweit sortgeschritten, um mit diesen Arbeiten beginnen zu können. In Frankfurt a. M, war im Schuhmachergewerbe der Geschäftsgang im Stadtgebiet nicht so günstig, wie im Dofiahr, dagegen war die auswärtige Vermittlungstätigkeit reger. Im Schneidergewerbe ist gegenüber dem Vorjahr der Gesckfästsgang der gleiche. In Mainz ist die Zahl der arbeitsuchenden, Schneider erheblich gestiegen, trotzdem konnten nicht alle Stellen besetzt werden, da es an ?lrbeitern aus Militärnnisormen sehlte. Für Schuhmacher war ebenfalls reichlich Arbeitsgelegenheit, In Frankfurt a. M ist die Zahl der dlrbeitsuchenden im Bäcker- g e w e r b e gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres gestiegen (259 gegenüber 149!); die Zahl der »fsenen Steilen ift ( ebenfalls, aber nicht im gleichen Verhältnis gestiegen. In Castcl' brach Anfang des Monats ein Ausstand im Brauereigewerbe aus, der bis zum Abschluß dieses Berichtes noch nicht beendet wurde. In der Z r g g r e t t e n i n d u st r i e war auch iin Juni die Besserung anhaltend, dagegen war in der Zrgarrenindu- strie noch Ueberangebot von Arbeitskräften vorhanden. Im Baugewerbe n>ar in Mainz während des ganzen Monats Mangel an Zimmerleuten: Maler und Weißbinder wurden Mitte des Monats nach BeendrMttig der Slrbeiten am Krankenhausneubau in größerer Anzahl arbeitslos, doch konnten die Ortsansässigen bis aut wenige wieder in 'Arbeit kommen. Für Lackierer in Fabriken blieb die tzlrbeitsgelegenheit normal, Dfl Bantätigkeit ist noch immer sehr gering. In Wiesbaden bewegte sich Angebot und Nachfrage in bescheidenen Grenzen, In den Kurorten (Bad-Nauheim, Bad Wlldungen) ließ die Beschäftigung im Baugewerbe infolge der sortgeschritteneu Saison nach. In Worms war im Baugewerbe ein lebhafter Geschäftsgang. Im graphischen Gewerbe macht sich besonders in den Schristgsetzereien die Arbeitslosigkeit mehr und mehr bemerkbar. Die Zähl der arbeitslosen Mitglieder war in Frankfurt a, M, etwas höher als im Vorjahr, die Lokalunter- stützungeu jedoch niedriger. Gegenüber dem Vormonat war die Arbeftslosigkeit geringer. Im Gastwirtsgewerbe wird aus Frankiurt a, M, berichtet, daß ständige Nachirages>ach jungen Kellnern, besonders aber Saalkellnern, herrschte, so daß viele Aufträge unausführbar waten. Das Arbeitsamt Wiesbaden schreibt, datz der Geschäftsgang gegenüber dem Vormonat etwas ruhiger war. In Mainz konnte die Nachfrage nach tüchtigen Erdarbeitern nur mit ?Äühe gedeckt werden. In Ossenbach g, M. ist die Einstellung von Fabrikarbeitern erheblich zurückgegangen. In Wiesbaden war der Slrbeitsmarkt für ungelernte Berufe günstiger als für die Handwerkerberuse, In der landwirtschaftlichen Vermittlung in Wiesbaden war die Nachfrage nach Arbeitskräften größer als das tzlngebot: Worms hatte eine starke Zunahme der offenen Stellen zu verzeichnen, das Vermittlungsergebnis ist ein wenig günstiges, da die Landwirte fast durchweg Knechte »nd Arbeiter unter 20 Jahren verlangten, während Arbeitsuchende in diesem Alter säst gar nicht vorhanden waren. In Wiesbaden machte sich in der F r a u e n a b t e i l u n g sür Privatversonal die Ferienzeit in einem stärkeren 'Andrang der Dienstboten bereits bemerkbar. Für Putz- und Monatssrauen bot sich reichlich Arbeitsgelegenheit. ** Die Eisenbahnpaketadressen für die Auflieferung von Eisenbahu-Expreßgn t (rotgeränderte tveiße Paketadrefse) und Eisenbahnpaketen (blaue Paket- adresse) find nach einem Beschluß der deutschen Eisenbahn- Verwaltungen geändert worden. In den neuen Paketadreflen ist der ?lbsendcr nickst nur auf dem Abschnitt, der dem Empfänger mit der Sendung ausgchändigi wird, einzutrazen, sondern auch in der Paketadrefse selbst in einer hierfür besonders vorgesehenen Spalte, Die Absicht der 21endernng ist, auch nach Slushändigung der Sendung ohne störende Rückfrage beim Empfänger schnefl den Absender aus der Paketadrefse ermitteln zu können und so ettva notwendig werdende Nachforschungen zu vercinsackMn, Die alten Formulare dürfen bis zum l.März 1915, weiter verwendet werden, Es empfiehlt sich aber, auch in diese alten Formulare schon jetzt die Adresse des Absenders in der Spalte „Erklärungen" einzusetzen, was auch durch Firmenstempel geschehen kann, **Das Ansklopscn von Teppichen Berechtigte Klagen über erhebliche Belästigungen durch rücksichtsloses Teppichklopfen zu jeder Tageszeit, insbesondere auch in den frühen Morgenstunden, geben Veranlassung, daraus aufmerksam zu machen, daß das Ausklopfen von Teppichen usw, ans die Werktage von8Ufirv^ormittags bis 12 U h r m i t t a g s zn beschränken ist. Sollte dieser Hinweis wider Erwarten keine Beachtung finden, so wird die Polizeibehörde Strafmaßuahmen zur Anweirdung bringen, ” Das ® r o 6 b. veIsische R e >, e r n » g s h I a t I Nr, l 1 vom 22, Jnl, hat folgenden Inhalt: 1, Bekanntmachmig, die Wahl der Versichertenbeisttzer bei dem Grobherzoglickien Oberversicher,nig« amt Tarnistadt betreffend, — 2. Bekauntmachnng, die Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und Berycherte» in, AuSschntze der LairdeSverstcherungSanstalt Grotzherzagtmn Hetzen zu Tarmslgdt (§§ 1351 ff, der R.-V.-O.) betreffend. " Der Stand der fflnivl- und Klauenseuche, lieber den Stand der Maul- und Klauenseuche in Hetzen veröffentlicht der Reichsanzeiger, dc ß von der Seuche zurzeit in Oberhcsscn 28 Gehöfte in einer Gemeinde (bnoan 6 neue Fälle- betroffen sind. In Starkcnbury herrscht die Maul- nnd Klauenseuche in 1b, in Rheinhesien in 309 Gehöften. In Starkenburg sind darunter acht neue Fälle, in Rhein- Hessen 104. *• Die Schweinefett che und Schweinepest befiehl nach der amtlichen Veröffentlichung im Rcichßanzeiger z.Zt. „> Oberhessen in fünf Gedösten und vier verschiedenen Gemeinden, von denen ein Gehöft ne» betroffen ivorüen ist In Starkenburg, da? i» letzter Zeit von der Seuche frei war, sind jetzt zwei Gehöfte befallen, während die Schwcincscuchc in Rheinhesien in drei Gehöften besteht (ein Gehöft neu besallen). " Ceylon. Ausstellung. Heute abend blüht die Königin der Rocht. *• GüterreckttSrealster. Landwirt Heinrich Reis und bellen Tbetran. Marie, aeb. 3H1«4, gu Dorheim habe» E»r»ngc»- Ichaiisgenieinschait vereintu» t. ** Grund st ücksverkehr. Grundstücke zu Rieder- Mörlen , die aus den Namen des Philivv Wilhelm Schweitzer zu Rieder-Mörlen eingcrraaen waren, sollen Samstag, den 17. Oktober 1914, vormittags 10 Uhr. aus dem Ortsgerichtsbureau zu Rieder-Mörlen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert wer den. — Grundstücke zu M u s ch c n h c i m , die auf den Namen des Karl Eller II und dessen Ebesrau Lina geb Weisel eingetragen waren, sollen Dienstag, den 6. Oktober 1911, nachmittags 3' - Uhr. durch das Amtsgericht Lich im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu Babenhausen und S ch w i ck a r t s h a u s e n , die au» den Ramen des Gastwirts Heinrich ^nös» und dessen Ehefrau Anna Margarete geb. Menge? zu Bol cnham'cn eingetragen rvarcn, sollen Mittwoch, den 23. September 1914. vormittags 10 Uhr, aus dem Ortsgericht in Boben- hausen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu Ober-Seemen, die aus de» Namen des Kaufmanns Joseph Goldschmidt I und dessen Ebeirau Jett- ckten Goldschmidt geb. Lind zu Ober-Seemen eingetragen waren, sollen Samstag, den 10. Oktober 1914, vormittags 10 Uhr. aus dem Ortsgericht zu Obrr--Teemen ,m Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu O b c r - 2 e e m c n , die auf den Ramen des Johannes Kneipp III zu Obcr-Sccmcn eingetragen waren, sollen Tonnerstag, den 10. September 1914, vormittags 10 Uhr. aus dem Ortsgericht zu Ober-Seemen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. ** Kleine Mitteilungen In K e 1 e n r o d brachte eine Knh drei aelnnde Kälber zur Mell. — J»> Oühalengebiet zu st r a n k s n r t a. Al. wird ein A r b e i t e r i n n e n h e i u» errichtet. Es wird da« erste Deutschland« sein, da« nach modernen hygienischen und technischeil Grundsätzen gebaut ivird. Da« Heim erhält b» Betten »Ntd 100 Anlenthaltsrämne. Die Kosten des als Erbban- ha>i« anlgesührten Gebäude« betragen 113 000 Mk. Hiervon übernimmt die Stadt nenn Zehniel al« Hypothek. — Ji»« Bad Hamburger Ai»t«aerlcht cingetietert wurde der 44 Jahre alte Karl dltzler aii« Bockenhelm, da der driiigende Verdacht besteht, dab er einer Einbrecherbande ai,gehört, die in letzter Zeit i» vier Wirt- schnsleii in Darin stad t Einbrnchsdiebstähle verübte. " Konkurse !» Hessen. In dem Konkiirsversahren Über den Nachlaß de« Joses Nikolaus Wirt! von N e ck a r st e i u a ch ist der Schlußtermin ans Mittivoch, 13. tzlugust 1914, vormittags 9 Uhr, vor dem ltzrosih. AiutSgericht Hirschhorn bestimmt. Für die Schluß- verteiliinq snsd 32»,40 'Mk. sür die ntchtbevorrechligten Forderuiigeii vertügbar. Diese Forderungen betragen 862 ,70 Mark. — In dem Konkiirsversahren über den Nachlaß de« Jakob Bär I. in Hol- beim ist ,i»r Abnnhine der Schlußrechnung des Verwalters »sw. Terinin aut Montag, 17. Aiigust 1914, vormittags 10 Uhr, vor dcui Mroßh. Aiiitsgcricht Lorsch bestiinmt. — Das KonkurSversahren über dei, Slarblaß des Philip» Held II. z» Heppenheim ist nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins ausgehoben worden. Landkreis Kieken. r Lollar. 22. Juli. Am letzten Sonntag wurde in der Kirche zu Kirchbcrg der neue Pfarrassistent Barth durch Dekan Guß mann ordiniert und in seinen Dienst am Kirchspiel Kirchberg eingewiescn. Die Feier wurde noch durch einen Vortrag des KitchengesangvereinS verschönert. -m L a n g i>, 23. Juli. Auf dem Buberusschen Eisensteinbergwerk im sog. Heckcnwald ereignete sich am Dienstag früh ein schwerer Unglllcksfall. Als kaum die Arbeit begonnen hatte, stürzte ein dort beschäftigter früherer Schtveinehändler von hier beim Versuch, einen in Fahrt be- siiidlichei, Rollwagen aufzuhalten, mit diesem in einen sehr tiefen Schacht und war sofort tot. Der Verunglückte stand in den 40 er Jahren. Auf dieselbe Weise und an derselben Stelle ereignete sich im vorigen Fahre ein ebenfalls tödlicher Unglücksfall. Kreis Büdingen. X Ridda, 23. Juli Am Freitag feiern Glasermeistcr Georg Wagner und Frau Elise geb. Jenick das Fest der goldenen Hochzeit. Seit 1883 bis zu seinem freiwilligen Rücktritt im vorigen Jahre gehörte der Jubilar ununterbrochen dem Stadtvorstande an und betleidct jetzt noch mehrere Ehrenämter als Kirchen gemeinde» Vertreter, Mitglied des Schulvorstandes, des Auffichtsrats beim Gcwcrbevcrcin und der Verwaltung verschiedener Kassen. Das Jubclvaar ersrcut sich nicht nur großer Hochachtung und Beliebtheit, sondern auch noch einer ungewöhnlichen Rüstigkeit. Kreis AlSfrlV. o. Alsfeld. 21. Juli Nachdem m der letzten Stadtvor- standssitzung der Zuschlag für Los l sür die allgemeine Kanalisation noch nicht erteilt werden konnte, befaßte sich hiermit nochmals der G e m e i n d e r a t in seiner heutigen Sitzung. Die in engerer Wahl bcffndlichc Firma Großelstngcr & Co. in Frankfurt a. M. hat ihr eingercichtes Angebot zurückgezogen, nachdem Los 2 und 3 bereits vergeben sind, und sie nur auf die Gesamtübertragung der drei ersten Lose reflektiert halte. Es werden deshalb der nächst- wcnigstnchmcnden Firma Paul Niesten in Höhr, dem Vorschlag der Grosth. Knlturinsveltion Gießen entsprechend, die Erd-, Maurer- und Robrvcrlegungsarbcitcn zum Angebot von 230 399 Mk. unter den vorliegende» allgemeinen Vertragsbedingungen übertragen und hieran die Verpilichtuiig geknüpft, die erforderlichen Maurerarbeiten nur von hiesigen Geschäftsleute n aus- sühren zu lassen, bei gleichzeitiger Garaniieübcrnahme sür diese Arbeiten. Ferner wurde der Zuschlag erteilt: sür Lieferung der Zementschachtringe der Firma Otto Leidner hier zum Angebot von 7945,50 Mk. und der gleichen Firma die Lieferung der Sinkkasten ohne Wasserverschluß sür die Summe von 7613,60 Mk Den Zuschlag sür Licsernng der Manlochkasten erhielten die Alsfclder ge- ineinschastlichei, Anbieter, Firmen Herzog u. BierheUer, Otto Leid- ncr und I. A. Waldeck zum Angebot von 12 960 Mk. Kreis Lauttrbacki. z.Altenschlirf. 19. Juli. Das Tc k a n a t s m i s s, on s- fest des Dekanats Lauterbach wurde gestern mit einer Feier hier begangen. In dem Fcstgottesdienst, welcher um ein Uhr im Gotteshaus seinen Anfang nahm, nnd wozu zahlreiche jBciucher erschienen waren, predigte Missionar Müller aus Hersseld (b. Bebra» über seine Missionsarbeü in Tcutsch-Ostairika. Bei der Nachfeier, die unter schattigen Bäumen in den, Wiesen- grnnd unterhalb des Dorfes stattsand, hielt der Ortsgeisrlichr, Pfarrer G ö t t e r t die Begrüßungsansprache. Weitere Ansprachen dielten Pfarrer Gcngnagel, Stockhause,r und wieder der Fest- prediger Missionar Müller. Zur Verschönerung des Festes hat» der Gemischte Chor Altenschlirf unter Leitung des Ortsgcistiickzen, die Schuljugend von hier, und der Posaunenchor Stockhausen uirter Leitung des dortigen Lehrers ein gut Teil beitragen. Ei» gern veschcner Mann hierbei war der frühere Leiter des Posaunenchors. Stockhausen, Psarrer Lenz, der im vorigen Jahre mm Stock Hansen nach Darnrstadt versetzt wurde und heute imeder cinmal in dym Chore fest mittvirkrc Rach einem kurzen Dankeswort des Orb>- gerstllchen an alle mitwirkenden Kräfte des Festes und an die zahl- reeckxn Besucher trat man mit frohem Herzen den Heimweg an. Kreis Schotten. z. Herchenhain, 20. Juli. E»n hiesiger Einwohner, Ivel- chcr sich ,m Lause des gestrigen Nachmittags etwas angeheitert l-atte, wollte sich gegen Abend einen Scherz solaender Art erlauben Der Gastwirt 'Adolph, bei welchem er sich diese »rohe Stimmung geholt hatte, hielt unweit des Hauses ein eineinbalbsähriges Fohlen in einem Garten eingesperrt. In dem OKdanken, dasselbe seinem Stall zu überführen, erfaßte er das Fohlen an der Halfter, und 'ührte es aus seinem Pferch heraus. Auf der Straße, die sie nur eine kurze Strecke zu paffieren hatten, setzte das Fohlen in Galopp ein und ,'chleifre den sonst so Lustigen einige Meter weit, »vobci er einige erhebliche Verletzungen an der linken Hand davon trug. Kreis Friedberg. — Ba d - R a u h e i m, 22. Juli. Eine für Sammler von Autographen bedeutsame Versteigerung wird auf dem Basar zum Besten des Roten Kreuzes a m 25. und 36. Juli stattfinden. Eine Reihe berühmter Zeitgenossen hat in der dankenswertesten Weise Autogramme von sich eingesandt, so daß dem Sammler günstige Gelegenheit geboten ist, nx'rtvolle Stücke zu erwerben Unter anderen iverden Autogramme zur Versteigerung kommen von Graf Zeppelin, Hans v. Zobeltitz, Honsjacob, Rudolf Presber, Rudolf Herzog, Jda BoyZfd, Ernst Zahn, Johaimes Trojan, Gustav Frenssen, Joses Laufs usw. Starkeiiburg und Nheinhessen. rm Darmstadt. 22. Juli Der Zevvelin-Krenzee .Victoria Luise' ist heute nachmiitaa nach 6 Hin über »nscrer Stadl ge- kreuzt und <»hc in beträchtlicher Höbe in „ordivesllichee Richinna »veiler — Tie hiesigen S o n, m e r - F l u g z e u g - W e r kc, ivelchk aul dem Besitz des einen Teilhaber«, de« Archiietten Müller an den, Karlshos in, Simile des letzien Jnlne« errichiel wurde», haben nm>- inebr, »nie sie ihren Gläubiger» »,i,teilen lasse», ihre Zahlungen eingestellt, da sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Verpflichtungen nachznkommen. Ter vo» ihnen gebaute Flngapvarai hat bekanntlich nach verschiedenen gerade »ich! Ichlechlen F ngveesuchen bei der diesjährige» Prinz-beiipnchlahrt versagt und tonnte» Nicht starten. Da keine verwendbaren Actwa vortzanden sind, iverden die Gläubiger nicht« crhnlten, da nicht eiinnal zur Erössnung des Kviiknrses die Mittel ausreichen. eli Bingen, 22. Juli. Rach dem soeben erschienenen Jahresbericht der Großh, Handelskammer zu Bingen für da? Jahr 1914 haben die Binaer Nebenbahnen im Jahre 1918/14 nicht weniger als 566 307 Personen, davon 160017 auf Arbeiterkarleu bcsördert. Gegen daS BctriebSjahr 1912 ist ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Einen wesentlichen Ausschwiiiig hat dagegen der Güterverkehr genommen. Kegen 6938 Tonnen im Jahre 1912/13 wurden im Jahre 1913/14 8768 Tonnen, also 1830 Tonnen inehr, befördert. Kreis Wetzlar. w We h la r, 22. Juli. Der BahnhofWetzlar erhält ein neues Stationsgebäude, das mit einem Bahnpostge- bänbe verbunden ist. DaS jetzige Bahnhofsgebäude bleibt stehen und wird zu Beamtenivohnungen eingerichtet. n Dorlar, 22. Juli. Unser Bahnhof erhält jetzt ein UeberholungSgleiS. — DaS neue Pfarrhaus wurde unter Dach geführt. e Erda, 22. Juli. Lehrer Küster wurde zum Hauptlehrer ernannt. Infolge der großen Schülcrzahl soll eine vierte Lehrcrstellc eingerichtet iverden. Hessen-Nassau. = Aldshausen (Kreis Kirchhain), 23. Juli. Der Dach- decker Anton Weyershäuser aus Wohra stürzte bei Ausführung von Dachdcckerarbeiten vo,n Dache ab und wurde schwer verletzt in die chirurgische Klinik nach Marburg gebracht, wo er seinen Berlctznngen erlegen ist. (Hs Frankfurt a.M., 22. Juli. Die Städtische Sparkasse erzielte im Geschäftsjahre 1913 bis 1911 bei einer Einnahme nnd Ausgabe von 40 027 161 Mark einen Jahresrcingewinn von 135 441 Mark. Die Höhe der gemachten Spareinlagen betrug 24 595 263 Mark, die der zurückgezahlten Spareinlagen 21198 976 Mark. Die Bilanz am 31. März 1914 schließt in Aktiven und Passiven mit 36 613 313 Mark ab. — Rach nahezu zweimonatlicher Pause wurde heute früh die Schiffahrt auf dem Main von Kastei bis Höchst eröffnet. Durch diese lange Sperre, die sonst in die Wintermonate fiel, ist der Mainschiffahrt bedeutender Schaden zugefügt worden. Mehr als 100 Fahrzeuge lvarteten seit Mitte Juli an der Mainmündung auf die Eröffnung der Schiffahrt, mußten aber wegen der nickst rechtzeitigen Fertig- stellung der Schleusen still liegen. Der dadurch entstandene Schaden an Löhnen, Spesen und auch an Mrbrkosten geht in die Tausende. (X) B a d H o m b u r g v. d. H., 22. Juli. Als am Dienstagabend die Frau des Hofantiquars I. Rosenbaum in Frankfurt a. M., die seit einiger Zeit in einer hiesigen Pri- vai-Villa zur Kur weilt, auf kurze Zeit die im Parterre gelegenen Zimmer verließ, schlich sich unbemerkt über den Balkon durch das offenstehende Fenster ein D i e b in die Zimmer und nahm die auf einem Tisch liegenden Brillanten an sich. Hierauf öffnete der Dieb, der mit den Verhältnissen im Hause sehr vertraut gewesen sein mußte, den Klcider- schoank und eignete sich die in einem Kästckzen aiifbcwahrtcn Schmnckjachen an: darunter zwei Ringe im Werte von 3000 Mark, sowie eine Brosche im Werte von 1700 Mark. Der Wert der gestohlenen Wertsaeben beträgt r,ind 8000 Mark. Seltsamerweise ließ der Dieb ein aus dem Tisch gelegenes Perlenhalsband im Werl von 35000 Mark liegen. Bon dem Täter fehlt bis zur Stunde noch jede Spur. vermischte«. * W o ist Ebender? Aus Kassel wird gemeldet: Der seit langem gesuchte Mörder des Försters Romaiius in Kämmerzell, der Zigeuner Wilhelm Ebender, auf dessen Ergreifung eine Belohnung von 5000 Mk. ausgesetzt ist, ist jetzt in der Nähe von Sitzenhanlen gesehen worden, wo er unter falschem Namen bei einem Eisenbahnbau Arbeit gefunden hatte. Ajs er sich erkannt sah, llüchtetc er. Die ganze Gegend wird jetzt nach dem verschwun- denen Mörder abgesucht. * F eu ersbrü n st e. In Dietersdorf an der bayerischböhmischen Grenze brannten infolge des durch Blitzschlag entstan denen Feuers 29 Wahnbäuscr und 4l Wirtschaftsgebäude nieder. 51 Familien sind obdachlos. Kleinvieh und Erntevorräte sind verbrannt. Personen kamen nicht zu Schaden. Der Schaden wird aus über 200000 Mark geschätzt. — In einen» Lagerhause des Hafenviertels von Antwerpen brach in der Nacht Feuer aus. Nach Mitteilungen der Morgenblätter wurden etwa 2o00 Ballen Baumwolle im Werte von ungefähr 400 000 Francs ein Raub der Flammen. Bei den Rettungsarbeiten wurde ein Feuerwehr- maim leiikst verletzt. * Der Großglockner bleibt frei. Aus Bochum wird gemeldet: Ter Großgrundbesitzer Millers, der das Großglocknergebiet käustich erwerben Ivvlüe. bat den für den Abschluß des Kauses festgesetzten Termin verstreichen lassen, so daß der Laus unterbleibt. viichrrtisch. — Zeitschrift des Hauvtverbanbes deutscher O r t s k r a n ke n k a sse n, e V. Der Hanvtverband deutscher Ortskrankenkaffen, dem die überwiegende Mehrzahl aller Orts- kankenkassen Deutschlands angehvrt, gibt vom l. Full ab im Selbstverläge unter dem Titel „Ortskrankenkaffe" eine zweimal monatlich erscheinende Zeitschrift heraus. Sie wird als amtliches Organ des Verbandes alles bringen, was sür die Ortskrankenlaffen, ihre Vorstände. Ausschußmitglieder, Bcamt.n usw. von Interesse »st, darüber hinaus aber auch allgemein der Krankenversicherung nnd dem Krankenkassenwesen gewidmet sein und eine Zentralstelle lür die literarische Betätigung aus diesem Gebiete bilden. Als Herausgeber zeichne» Justizrat Dr. Mayer in Frankanihal und Direktor Kobn von der Allgemeinen Ortskrankenkaffe der Stadt Berlin. Als Schriftleiter ist Dr. Ba»m, Rechtsanwalt am Kammeigericht zu Berlin, der langjährige Archivar des Verbandes deutscher Gewerbe- nnd Kaufmannsgcrichte und Herausgeber der Zeilschrist „Das Geioerbe- und Kausmannsgericht" geloonnen worden. Nach dem an der Spitze der ersten Probenummer veröffentlichten Redaktionsprogramm soll die Zeitschrift »re, von »eder Parteivolitik, aber im Geiste einer fortgeschrittenen Sozialvolilik gesührt werden. Bon wirtschaftlichen Jnteressenverbänden finden »ick unter den Mitarbeitern neben hervorragenden Leitern von Arbeitgeberorga- nisationen säst alle Arbeite, und Angcstelltenverbände vom deutich- iiakionalen^ Handlungsgehilsenverband bis zu den freie» Gewerkschaffen mit ihren hervorragendsten Mitiliedern vertreten. Etwa 70 Vorsitzende »>on Oberversickeningsäm ern und Perffchenings- ämtern aus allen Teilen Deutschlands haben ibre Mitarbeit und die Einsendung von Entscheidungen in Aussicht gestellt. Aus de» beiden vorliegende» Probenummern seien namentlich folgende Aussätze hervorgehoben: „Krankenkaffe» »Md Rothelscr" von Prosessor Dr. Ocrtmann, Erlangen: „Geschlechtskranlliciten und Krankenkassen" von Geh. Mcdizinalrat Pros Dr. Reißer. Breslau : „Tie Vcrsickicrnng von Hausgewerbetreibenden" von Stadtverordnetem Emil May. Julius Cohn. Geschäftsführer der 'Allgemeinen Ortskrankenkaffe. und Tr. 'vlif Clauß von der Gcscll- schast sür soziale Reform in Berlin: , ''ir Ausgaben der Kranken- kassenkontrollkurc bei her Bekämpfung 'er Tuberkulose" von Dr. Sominerscld: „Tie Vereiniachung des Rezeptwesens bei den Krankenkassen" von Sanitätsrat Moll, Berlin, und Burcauvorslanb Frenzel in Dresden: Tic Wahlbeteiligung der Arbeitgeber" von Kommerzienrat Map Sinwn, Berlin u. a. — Hans Pommer. Zwanzig Jahre als Jnfanterieoffizicr in den Reichslanden. Rach einer 2ljährigen Fooirtdicnstzeit in den Rcichslanden hol der Pcrsasser, ein inaktiver bauptmann, seine Er- salirungrn niedei'geschrieben und kann daher aus Glaubwürdigkeit Anspntch erheben, auch wenn seine Schilbenmg biswz'ilen in sehr schivarzen Farben gemalt ist. Das Buch ist den Vätern zu empfehlen, die ihre Söhne als Fähnriche zu den Grenzregiinentern schicken wollen. (Rener Frankfurter Verlag. Preis 2.— Mark.) Markt«. fr. Frankknrt a. M. D i e h l» o l IN a r k t b e r l ch t von» 23. Juli . Auitrieb: tzllnber 11 l, Ocklen 32, Bullen 2, Kühe und Färsen 7g, stälber '10, Srtin’e 48, Schweine 1061. Tendenz: Kälber reae, Schafe ruhig, wird geräumt, Schweine gedrückt, bleibt Ueberstand. Preis ffir^OO Pfd. Lebend- Schlachtgewicht Käkbe e. Feinste Mastkälber ...... Mittlere Mast- „nd beste Jangkllber. Geringer« Mast- und gut: SaugkAdw Mt. Mk. 60 04 100 107 ISO - Ö6 85 -93 45-49 78-83 Schal-. Etallmasticha»« Mastlämmer >mv innrer- -Mastdamnrel . . 40 41 80 88 Schwein». Bvllllellchlg, Schweine von 80 —100 ',f Lebendgewicht........ 44.00—47.01 58.00—60.0) Lollfleffchige Schweine unter 30 Ir« Lebendgewicht........ 44 00—46.00 57.00— 59 » Vollfleijchige Schweine von 100—120 Lebendgewicht........ 44,00—47.0» 55,00—57 ») Bollfletschige Schweine von 110—151;; Lebendgewicht ........ 42.00 -44.00 52.00— 55 00 kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. ©ottesMcnit in der Synagoge (Süd-Anlage)- S a m s t ei (j. b c « 25. Juli 1911: Porab end: 7.45 Uhr. Morg ens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.0V tthr. Lchrifterklärnng. LabbatauSganz: 9.15 Uhr. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Giesten. Wetteraussichtcn in Hessen am Freitag, den 24. Juli 1914: Zunächst wolkig, einzelne Negenialte, kühl, nordiveslliche Winde, später atlinähliche 2llmnlmie der Beivölkking. Nervöse, die anAvvctitmanacl nndunaercaelterPerdaunua leiden, tun gut, sich längere Zelt mit »Kufeke" äu ernähren. Die nach dem bekannten „Mufcic"«.^od)biid) hcrznstellenden mannigfaltigen Gerichte sind von angenebnicm Geschmack, regen den Avvetit som. dieDerdauungotätigkeit au u. wirken gleichzeitig kräftig ernährend. 762h r # V. H. C. Zweig-Verein Giessen T Morgen abend: Karlsruhe. Die neuen Liederbücher sind angekommen u. bei unserem Schristsührer «Z-aber erhältl. Abonnement! I QröOL Vorteil f.Sprcchmaschinen- besitzer! Unbegrenzte Abwechslg. Fortwähr. Umtausch. Prosp.^rati«. Karl Borbs. Berlin MThu^oigsM! Wer krank ist und Interesse hat für gute Hausmittel (keine Arznei- oder Oehelm- mittel!) verlange kostenlose schriftl. Aufklärung durch: Krankenschwester Marie Wiesbaden S.75, Adelhcldstr. IS Qlagcnleidsn, Stuhlver- Ttopfung, Fjämorrbolden, Blutarmut, BUichfucht, SdowädoejuTtÄnd*, Shro- pbulot«, Hdernvsrhalhuna, Nervenleiden, etdot, Rheuma, 6allenfteine, Leder-, Vieren-, Btaf«n- Ictdeh, Lucherkrank heit, Rustchläg«, siechten, Krampfadern, f uB - und Beinisiden etc. >Zenen- Kdfcn zur See 8 zu mäßigen preisen nach ^Holland ch Belgien England Zrankreich I Portugal ch Spanien | und -en käsen ües Mtteimeers \ mit Neichspost- und Salonöampfern nähere Auskunft ZaHekorten und druckfachen durch [ Norü-eutscher I Llopüöremen feine Vertretungen Giessen: Chcodor Loos, Hm Klrdocnptatz Butzbach: " 1 nn su s * !l *'*' ^ on teueren Marken unsere Einkoohgläser und Apparate uiutt. Durch ganz bedeutende Abschlüsse sind wir in der *ago, zu folgenden enorm billigen Preisen verkaufen zu können. BEinkoch-Gläser „Renata“ genau wie Rexgläser V« V. V« VtLtr. 13 35 40 45 50 Pt. bre te ■/, 3 / t 1 1 Vr 2 Ltr. vollkommenste der Gegenwart Mk. in garant. bester Qualität, schmale zu jedem Apparat passend, Form mit Deckel und Ia. Gummi- breite Ring .. Form 50 55 60 70 80 Pt. sles Fabrikat O 51 von Mk. 0 an ff Kellers Fruchlsallgewinnungs-Äpparat W der denkbar beste u. einfachste Mk. Uu Kochbuch mit Gebrauchsanweisung zujedera Apparat gratis. Einkoclikriige, Eininaclitl>pfe,C4eIeegläser,Snftflasclien Saftbentel, AnsetzHaschen, Kochtöpfe fiic t»elce ns«. DC“ Trotz der billigen Preise noch Rabattmarken. “OQ Porzellanhaus Löwer&Bechstein Xcnstadt 2—4 ------ - 8009 Telephon 484 Färberei Braubach & Fischer Chemische Waschanstalt Seltersweg 79a,Tel.627 Neuenweg 4, Tel.553 | Gegründet 1848 | Grösster Betrieb der Branche in Hessen I_125 Angestellte_1 Wir erlauben uns, die Besucher der Gewerbe- Ausstellung auf unseren Pavillon im Garten aufmerksam zu machen. (Katalog Nr. 230.) Der feine, prickelnde nnd aromatische Geschmack und die ausserordentliche Bekömmlichkeit meiner Flaschenbiere Marke Mainzer Aktienbier Marke Sandler Culmbach steht einzig und unerreicht da. Jeder Versuch führt zur dauernden Kundschaft« Fuhrwerke jeden Tag nach allen Stadtteilen. Von # /i oder "/, Fl. Lieferung frei ins Haus. Röhrle’s Biergrosshandlung Harbnrgcr Strasse 7 Telephon 344 August Kilbinger mF Seltersweg 79 Bähllko f^r in zirka 20 Grössen..........vonM. 20. — an Pa?p elp att enbügelkoffer 3J&ÄK? Fabrikat vonM. 36.- an Handkoffer in allen Grössen bis 80 cm lang.....vonM. 4.— an Rei ehandtaschen.............. vonM.3.75 an Japsnkörfce mit prima deutscher Beriemung.....von M. 4.— an Rucksäcke für Herren und Damen.........vonM. 1 .— an Eigene Fabrikation von Reiseartikeln. Volle Garantie. Das denkbar Beste zu billigem Preise. Reparaturen sofort. 8342 Prima neue 8570 Speiicfnrfoftln zum Preise von Mk. 4.50 per Zentner liefert Jakob (Orcbe VI.,Kolonial’ waren- n. Fouragebandlung, Wallau, six. Biedenkopf. Telephon 69._ Neue Kartoffeln Sritmin 4 , 5 « flf.I freiHaus, alles prima Qual. ^ Sonnemtr.6 ^VClyCI Telephon 88 Kaiserkrone per Ztr. M. 4.00 mit Sack gegen Nachnahme, versendet Earl J-röblickr Butzbach. Tel. 235. !8464 Neue Kartoffeln k Zentner Mk. 4 —, bei Abnahme von mehreren Zentnern billiger, empffehlt N. I. Dreysuff Stcinstr. 60 Tel. 753. Neues Grünhorn friid) cinnctroftcn. I. M. Schulhof Marktstraste 4. Tel, ll». 10000 Zesrenpreslen sind zwar nicht vorrätig aher die größte Auswahl und billigsten Preise finden Sie bei 7855a J. B. auser Xrnatadt 5C Hmm- nnd KUrhcngcrikte Telephon «60 Nkllks II. Mt Sfl Saucrfrnut fllprffit empffehlt 8654 Th. Schlierbach, Frankfurt. Str. 9 Tel. 766. Üilovflcn a-rritnn trifft eine (U'öitere Sendung 2flIflt=unöGinmn(fifliirfcn ein und werden dieselben zu den billigsten Preisen abgeg. 05779 Vindcuvlatz 12 . Wegen vorgerückter Saison stellen wir unser gesamtes Lager In Fahrrädern / Automobilzubehör- teilen / Gummimänteln / Staubmänteln und sonstigen Zubehörteilen zu bedeutend ermässigten Preisen zum Verkauf. Göbel & Appe Süd-Anlage 20 8159 >• 11 1 1 d.intercff. Stadt r Llmocrg (Lahn) mit berühmten Dom vers. grat. d. Berk.-Bcrein. ! 1854701 _ Salomon, Schulstr. (7058a WWe-Mereieil Groffer Posten, einige 1000 Mtr., Stücke 4V, Mtr. halt, per Stück 75 Psg. solange Vorrat reicht, regul. Preis ganz bedeutend Höker. [8548 Babnbofstrakc 60 Part. Kein Laden. Fernnpr. 289. I Zlenuno am 12 . u. u. /luonst ish fl othaer Lotterie 8 4638 Gewinne i. W. v. M. | 5 Qß 00 ! Hauptgewinne i. W. v. M. I 10000 50 CIQ llncnäiM Pono u. üsie 25 Pi. [ LU5c flI NI. extr.Nocnn^oPLttur. | Zu luten ln alles Loseaescft. u. bei d. I il.Prenfl. Loli.-Eiflidn. [ Fortgesetzte Ersparnisse im Haushalt! Meine Nass- und Pfund-Wäsche ist zirka 50% billiger als jede im Haus gereinigte Wäsche :: Ohne Anwendung scharfer Mittel zu jeder Jahreszeit blendend weiss Lieferzeit zirka 2 Tage -----—- GROSSWASCHEREI EDELWEISS Schützenslrasse 12 GIESSEN Fernsprecher 487 «niiui Iß,! Einmachkessel Fliegenschränke und Eisschränke (letztere mit 20°/ 0 Nachlass wegen vorgerückter Saison) offeriert zu billigen Preisen 8250a Emil Pistor Nacht. Graustückkalk Weißstückkalk zu Bau-, Dünger- u. chemischen Zwecken ab ihren Werken Großen-Linden und Bieber bei Gießen, sowie Kalksteine zu Bau- und Hüttenzwecken ab Station Bieber-Abendstern empfiehlt (Inhaber Carl Haas jr., Gießen), Fernsprech-Anschlüsse Amt Gießen: Werk Großen- linden Nr. 139, Werk Bieber Nr. 1080, Bureau Nr. 282. Abfuhr kann täglich erfolgen, eventl. Anlieferung durch eigenes Fuhrwerk. 3305D Rheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende nehmen die glänzend bewährten Petrin - Tabletten Name gesetzlich geschützt 7607 anerkannt beste« Mittel, da vollständig unschädlich, ohne jegliche Nebenerscheinungen und sicher wirkend. — Zn haben in allen Apotheken, wo nicht, durch Universit.äts-Apotheke zum goldenen Engel in Gießen, welche auch zu jeder Auskunft gerne bereit Dt. Photoartikel Sehr wichtig! für Reise und Sport ist eine gute photographischeKamera. Größte Auswahl finden Sie in der Central-Drogerie, Schulstr. Emil Karn. 8535 LL>L>L>L> L>L> LL> L>L>L> L> L>L> L>L> Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 28. Juli 4914, abends 8 Uhr: Sechstes llllä letztes Operettengastspiel des Großherzogi. Kurtheaters Bad-Nauheim. Unter Mitwirkung der Kapelle des biefigen Jns.Reais. „Kaiser Wilhelm" Nr. 118. 18831C Nochmalige Aufführung: Kleine Preise: Kleine Preise! Neuheit! Neuheill Mit neuer Ausstattung! ff Wie einst im IVlai“ Paffe mit Gesang in 4 Bildern von Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzen Musik von Walter Kollo und Willy Bredschneider. Kaffendffnung 7>/> Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 10*/. Uhr. studierende geniesten PreiSermiistigun«. ^nmmPnfpiQrhp ResL u.Pens.„Waldsriede". Eisenb.-St.Snalb. oOIIIIIIvllllöl'Ilvjetz.Bes.6aeod2worwaini.Tel.A.BadHombg.87 1288 Vvldgevlllllv | Zio hang bestimmt am 3. August | ir MM Hauptgewinn 16200 « 16000 -«I Lose a 1 Hark bei allen Lose-Verkäufern zu haben. General-Vertrieb Bnchacker, Neuen Bäue 11. Daselbst 11 Lose, gemischte Nummern, für 10 Mk., solange noch Vorrat. Für Porto u. Liste 25 Pfg. mehr. Nachnahme teurer.