Nr. m Der Siebener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiebenerZamiliendlätler: zweimal wöchenll.rkrelr- blatlsürdeii «reis Sieben tTiensiog und Freitag); itveimal inonail. Land- Ntirilchastliche Seitsragen Ferniprech - Anichlüge: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition dl I Adresse fflr Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen sür die Tageönummer bis vorniütags S Uhr. Erster Blatt Jahrgang Mittwoch. 22. Juli IM General-Anzeiger für Oderhessen Rotationsdruck «nt» Verlag der vrähl'schen Univ.-Vuckp und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Schulftratze 7. Ne,u gSprctg: monatlich 75 Ps., vierteljährlich i'ik. 2^0; durch Abhole- >u Zweigstellen monatlich KL Ps.: durch diePost Mk.2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestell-, Zeilenpreis: lo'allLPs, ansivärts 20 Psenniq, Chesredakleur: A Goeq. Vergilt,vortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichts» saal": Karl Neurach; sür .Stadt »nd Land': Kurl Bendt; sür den Anzeigenteil: H. Beck. Die Zusammenkunft in peterhos. Wahrend in Paris der Kampf zwischen der Justiz und Madame Cailluur, die aus dcin^ Palast des Finanzministeriums Frauensttzefängnis Samt-Lazare gewandert ist, begonnen hat, tauschen in Peterhos der Zar und Herr Poineare die üblichen Versicherungen ihrer gleichen Gejr»- nungen aus. Trinksprüche von Staatsoberhäuptern und ihren Ministern, die die auswärtige Politik wenigstens nach außen hin verkörpern, gehören nicht zu den Seltenheiten. !lbcr dieses Mal lauschte säst ganz Europa, über das eine chwüle, gewitterschtrangere Luft lagert, gespannt nach den innischen Schären hinüber, wo Raymond'Pvincare sich an- chnkle, Felix Faures Bekenntnis zu wiederholen. Wer aber einen Schlüssel zu den politischen Rälselfragen hes Tages, einen halbwegs sicheren Maßstab für die Beurteilung der politischen Lage ans den Trinksprüchen an der Fest, laset von Peterhos zu erhalten >>offte. der sicht sich arg getäuscht. Auch Staatsoberhäupter verstehen sich auf diplo- «irtffckn' Künste, verstehen mit Viesen tönenden Worten recht wenig Greifbares zu sagen. Tie Herren Biviani und Sasanow dabei, ,ur die Tischreden ihrer gekrönten und ungekrönte» Landesherren aus den Zierfchränkchen der üblichen Cour toriie die artigsten Worte zusammengcsucht. Aber bei den Lrunkmählcri, wird zwar von der großen Politik feierlichst zesprochen, sedoch keine große Politik gcinacht: was aber m den nüchternen Schreibstuben die Kanzleidirektoren de Margeric und von Schilling auf Geheiß ihrer ministeriellen Chefs dem Papier anzuvcrlraiien hatten, dürfte noch mr geraume Zeit hinaus Amtsgeheimnis bleiben. Tie iihönen FriedcnSworie, die gar allzu nachdrücklich betonten, daß dre Verbündeten das Werk des Friedens und der Zivilisation unablässig verfolgen, hat der geschäftige Draht nach tlllen Himmeisrichkungen hinausgctragen. Hat aber die Friedensbotschaft, die nachgerade den Reiz der Neuheit verloren hat, überall auch gläubige Gemüter gefunden? Während Lloyd George, der Vertreter jener flacht, mit der Frankreich und Rußland ein weit engeres kündnts als bisher cingchen möchten, in überzeugten und iberzciigendcn Worten für de» Weltfrieden nachdrücklich rin- mli, während er die Bedenken der Schwarzseher mit der venicrkung hinfällig zu machen sucht, daß cs in der aus- »artigen Politik cineu völlig blauen Himmel niemals gibt, von anderer Leite cbcniv „aelchritcklich der „unvermeidliche" Krieg betont, beruft man sich auf die Aeußerung des ingarischeu Ministerpräsidenten vor der Kammer in Pest, cm -timt, der den nrieg nicht als ultima ratro i-e »ächte, fick, als Staat nick,: behaupten könne. Man loill auch «iffcn, daß. eine Persönlichkeit, die dem deutschen Herrscher- hrone außerordentlich nahe steht, darauf hingewicsen hat, laß nur das Pulver trocken halten müßten, um nicht von den treigniisen überrascht zu ivcrücn. Es ist außer Zweifel, daß rTonaumoiiarchie endlich Klarheit in ihrem Verhältnis zu «rbien schasse», daß sie nicht ständig die Gefahr eines prengfeuers an ihren Grenzen befurchten will. Reinliche liseinanderl'ekung mit Serbien, dessen Selbständigkeit als taat nicht gefährdet werden soll, ist der dringende Wunsch Wien, ist ein Gebot der Selbsterhaltung für die Habsbursche Monarchie. Läßt cs aber Serbien darauf ankommcn, den berech-- pen Vorstellungen Oesterreich-Ungarns mit leeren RedenS- tcn zu begegnen, loill man sich blindlings in 'Abenteuer trzcii, so wird man in Belgrad nicht überrascht sein dürfen, mn Serbien seinem Schicksal überlassen ivird, sobald es rt auf hart kommt. Man wird sich an der Newa — wenig- "S vorerst nicht — Serbiens wegen nicht in. Menteucr lrzcn. deren Ausgang niemand Voraussagen kann. Wenn rr Poineare und seine Begleiter zwischen den höfischen Ipfängen ein ivcnig Umschau, halten, dann werden sie Lkandalaffairen. Bon Alfred C a p u ?. In einer Gesellschaft t'orach man dieser Tage über die jüngsten hndalaffärcn und ein Greis begann von denen aus der Zeit is-Philirvc'S zu erzähle». Er sprach lächelnd, wie mit hemr- :r Erregung und man hatte den Eindruck, als trauere er m nach. Er breitete ilber alle Vorgänge einen Anstrich von ittnütstiktit und Bohämetum und schloß seinen Bericht, indem Wdie «kaudale ganz offen lobte. Wir wagten ihm nicht zu bcrch'.echen, denii iur ihn waren es Jugenderinnerungen. Wir merkten auch, daß sie sich in seinem Kopie mit den schönsten ütiljriffen tn damaligen Zeit Mischten Wir respekt,erteil diese Illusion, die in einem gewissen Älter entsteht, in dem Erinnerun- *n sich zu verwirren beginnen. Nach chm ergriff ein weniger bejahrter Herr das Wort, die Skandalaffären des zweiten Kaiserreiches ihrer Eleganz kgen zu eühmen. Niemand wagte ihn zu unterbrechen. ?lls er geendet te. zeigte ihm ein »ustimmendes Murmeln, daß inan, ohne I darum in allem beizuvslichten. dock» seine Nachsicht teilte. Tann sprach ein ctitm fünfzigjähriger Herr. Er hatte unter tev» den Ordensikandal niiigemackck. Die Empörung, die er »si darüber empfunden, schien verschwundeii. Er hehanplete «r. daß eine Epoche, NI der die einfache Tatsache, Mit der henlegion Schackmr zu treiben, eine derartige Erregung her- ilrusen konnte, sehr moralisch gewesen sein müßte. Die IlnterkwltiMg berührte dann den Panamakanal und die » legende Zeit der Drensusassäre. Und ein Vergleich zwischen diesen großen Ereignissen und den Skandalen von heule wurde war sich darüber einig, daß wesentliche Unterschiede -n ihnen bestehen. Ter zeitgenössische Skandal hat die Eigen- iichken. daß er eine u -gewöhnliche oder eine schändliche Hand- nichr vlößlich enthüllt, sondern daß im Gegenteil eine ich hrngsame Zusammenwirkung der Sittenoerwckderunq und Reklame ihn begleitet im. bestimmt. Tamit dieses Zusammen, zustande kommt, imi: die ganze Presse daraus gehetzt , ein öffentliches Ikng ück, eine Katastrophe müssen die liebe Meinung entjeiiein. Nur noch und nach zeigen sich e Anhaltspunkte: denn wir st-sinden uns in einer Zeit, mau aU& fagt, aber mchrq wsß. Techytd iudjt guur sehen, daß es mit der Kriegsbereitschaft des großen Verbün- beten noch gute Weile hat, daß, „och manche Hundcrtmillio- ncn-Anleihe auf dem sranzösischcn Markte solgen mutz, bis es so weil ist. Tozu die Gärung in diesem ungeheure» Reiche, das neben den inncrpolitischeii Wirren unter den Schrecken einer bevorstehenden völligen Mißernte steht. Aber Herr Poineare wird seinem hoben Verbündeten nach den Enthüllungen Humberts keine allzu ernsten Dorlzaltungen machen dürfen. Zu einem Angriffskriege gegen den Dreibund ist man weder an der Seine noch an der Newa schon gerüstet. Darum nach außen hin die nichtssagenden, vicltönenden Friedensworte ; im Geheimen aber wird man Vorsorge treffen, daß das Pulver trocken bleibt. Hat auch die „France", die ans der Reede von Kronstadt antcrt, dem armen Europa keinen Frieden gebracht, eine Verschärfung der gespannten Lage ist dadurch auch nicht eingetreten. Präsident Poineare besuchte gestern abend 6 Uhr das französisckze Krankenhaus. Um 7 Uhr abends fand in der französischen Botschaft ein Diner statt, an dem die Minister mit dem Ministerpräsidenten Goremhkin an der Spitze, sowie der russische Botsehaftcr in Paris, Jswolski, teilnahmen. Gleichzeitig gab die Stadtverwaltung den Offizieren des sranzösischcn Geschwaders ein Festessen, dem im Rathaus ein Rout sokgte, an dem etwa öllll Personen teilnahmen. Gegen 10 Uhr abends erschien aucki auf einige Augenblicke Präsident Poineare mit seinem russischen und französischen Gefolge und deni Minister des Innern. Daraus kehrte der Präsident an Bord der Jacht „Alexandra" nach Peterhos zurück, überall von der zahlreichen Menge begeistert begrüßt. Der kommende hessische Landtag. Bei den vom Staatsministerium auf Freitag, den 6. November ds. Js. sestgelegten Erneueruiigöivahlen zur Zweiten Kammer kommen, wie sckwn früher mitgeteilt, 30 Mandate in Betracht und dazu noch das durch Abteben des Abg. Friedrich erledigte Mandat für Griesl-eim-Pfungstadt, an denen die Nakionalliberalen mit ll, die fortschrittliche Bolkspartei mit 7, die Bauernbündler nrit 6, und Zentrum und Sozialdemokratie mit je 3 Mandate», sowie ein Parteiloser beteiligt sind. Mit der Einsührung des direkten LondtagSwahlreckUS durch das Gesetz vom 3. Juni 191 l wurde die Mitgliederzaht der Zweiten Kammer von Ü0 aut öd erhöht. Unt^ diese Mandaisvcrmehrung durchzuführe», von der ö auf die Städte und 3 auf das Land entfielen, mußten vor drei Jahren liei d-r bölitigen Erneueimng der Kammer neben dem Ersatz für die ausscheidenden 25 Mitglieder der alten Kammer auch noch die 8 neuen Abgeordneten , zusannnen also 33 Mitglieder zur Zweiten Kammer gewählt werden. Tie Art der Aus- sührung dieser MattdatSvermehrnng bot mancherlei Schwierigkeiten und man half sich bei der Verabschiedung des Gesetzes schließlich dadurch, daß neben der ersttnaligen Wahl in dem emen der für jede Provinz durch die neue Wählkreiseinteilung geschaffenen weiteren Wahlkreis noch für jede der fünf größtm Städte die Wahl eines neuen Abgeordneten bestimmt wurde. Tie Wahl der drei neuen ländlichen 'Abgeordneten erfolgte auf die gesetzt mäßig vorgeschriebene Zeit von sechs Jahren, die Wahl der füni neuen städtischen Abgeordireten aber nur am drei Jahre und zwar durck) sämtliche Wähler der belreffeichen >-t>adt. mit der Maßgabe, daß im Öerbff 1914 aus Grund der inzwischen genehmigten neuen städtischen Wahllreiseinteilung gleichmäßig eme Neuwahl aller Abgeordneten in den Städten Tarnlstadt, Mainz, Offenbach, Worms und Gießen stattzusinden habe. Es handelt sich also bei der kommenden Lamdtagswahl um eine Neuwahl aller zwölf von den größeren Städten zu wählenden Abgeordneten und damit erhält die bevorstehende hälftige Erneuerung der Zweiten Kammer ein besonderes Gepräge, IvetcheS Iwch dadurch verstärkt wird, daß auch die Erneuerung der B!a». daie in den früher privilegierten Städten Wsfeld, Bingen und Trriedberg erfolgt, die trotz ihrer verhältnismäßig geringeren' Wälilerzahl noch je einen Wahlkreis für sich bilden. Bei der kommenden Londtagswahl Ivird also zum ersten Mal Gelegenheit gegeben sein, die ganze städtische Wählersckiaft in Hessen in ge- ichlossener Front zur Wahlschlacht auffnarschicren zu lassen, um in der Tunkelheit umher, um aus Schriftstücken, die noch niemand gelesen hat, die Wahrheit zu erfahren. Noch eine andere, sehr merkwürdige Charakteristik zeigt der zeitgenössische Skandal. Wie zu Beginn einer mysteriösen Krankheit aus dem ganzen Körper.hier und da Flecken erscheinen, so taucht auch er zur selben Zeit an den verscküedensten Punkten auf. Zu gleicker Zeit offenbart er sich in der Gesellschaft, in der Regierung, in der Stadtverwaltung, in Paris, in der Provinz und in den Kolonien. Man könnte ihn mit einem unheilsystenven Geiste vergleichen, der rastlos umgeht, von Toulon nach Oudhda, vom Louvre nach der Pulversabrik Pont de Buis, der hier ein Bild stiehlt, dort Schienen verdirbt, unsere Kolonien plündert und unsere Schiffe in die Lust sprengt. 'Alle Gestalten nimmt er au. er sprickü alle Sprachen. Er tritt als Beamter verkleidet auf, als Apache, als Museumswächtcr oder als Tirektor der staatlichen.Pulversabrik. Ein zwanzigjähriger junger Mann, der unserer Unterhaltung beiwohme, meinte: „Sie, die älteren Herren, sind in Bezug auf Skandale begünstigt gewesen. Sie haben große, auffehen- arregrnde, erschütternde Affären miterlebt. Je nach Ihrem Temperament haben Sic Erregung ober Ironie darüber empfunden, aber sic haben Ihnen eigenllick, nickitS Ungesundes hinterlasien. Aber die Skandale, die sich jetzt bei uns abspielen, lassen bei ünS Ekel und Zorn zurück, oder eine Art Gleichgültigkbit, die nocki schlimmer ist. Sie versetzen UNS fveder in Erregung, noch amüsieren sic uns. Sic ruien kaum unsere Neugier hervor, denn wir sind aus den Standpimkr gelangt, sie als etwas Natürliches rmd Besteheiches in der Lebrnsorimung oder vielmehr in der „Lebensunordnung" anzuschen." Ach! wenn wir wirNich wüßten, was unsere zwanzigjährigen nmgen Leute von der gegenwärtigen Situation denken, welche klare Anschauung der Zukunst hätten wir. Man Hai zahlreiche Umfragen über diesen Gegenstand gehalten und trotz ihrer Unbestimmtheit haben sie uns ganz wertvolle Grundgedanken gegeben. Sie weisen UNS darauf hin, daß die heutige Jugend gleich Eiserffpänen den Polen des Magneten znslrebl, und alle Zwischrmzonen vernachlasiigt. Tie Anarchisten drängen zu dem einen Pol. der andere zieht wiederum seme sanatychen Anhänger an. Diese Lage ist für die Republik sehr gefährlich» wenn sie nicht aus der Hut ist, wenu sie'nicht eme SSyoLüSck ‘ämtJXXSwa zu rimchm versteh:, uns die ccherea in ähnlich, wie bei der Reickvstag-wabl. out dem Stimmzettel in der Ha ich durch direkte Notierung die Enncheitt ng herbe,zuführcn. Tenn die von raditaler Snie immer wieder erb'bene Behauplung, daß durck: die m das Wahlgesetz Hineingebrathtcn „Schönheil»- fehler", Festsetzung einer untersten «teuergrenze und Gewährung einer Dvvpelsnmme voni 50. Lebensjahr ab. das direkte Wahl- redtt weienllich beichränlt worden sei. hat sich bisher nicht bestätigt: das Pluralwahlrecht wenigstens hat bei der ersten dueücn Wahl vor drei Jahren keine besondere Einwirkung zu Gunsten der einen oder anderen politff'chcn Partei erkennen lassen. Wenn wir uns nun zunächst mit den zwölf städtischen Mandaten näher deichästigen, so sei bemerkt, daß es sicki um die vor drei Jahren gewählten Abgcordnelen Henrich-Tarmstadt. Heerdt-Mamz, Eißnert-Offenbach, Tr. Stepbani-WormS und » r st a dt - Gießen haichett. während die vor sechs Jahren noch durch indirekte Wohl gewählten und jetzt ausscheidenden Mitglieder die Llbqeordneten Tr. Lsani, und Münch in Darmstadt, Bach und Dr. Schmitt in Mainz und Köbler-Worms, Ulrich-OssenLach und G r ü n e m a I b - Gießen sind. Bei den fünf Ersterwähnten ist insofern ein gewisser Maßttad sür eventuelle Ehancen bei der Wahl gegeben, als sie bereits durch den Stimmzettel direkt gewählt wurden. Für Henrich-Tarmstadt iFreis. wurden bei der Hanotwahl 3374 und für Baitim, tnarl ) 3229 Stimmen abgegeben, während der Zentrumskandidat 478 und der sozialdemokratische Kandidat Knoblauch 378.'! Stimmen erhielten. Bei der Ttickpvahl ist dann die naiionalliberale Wählerschaft der Parteiparole gefolgt und geschlossen sür Henrich eingetreten» In Mainz lvae infolge einer Vereinbarung unter den bürgerlichen Parteien lordcr ein nationatlibrralee noch ein Zenteums- landidai ausgestellt worden. Sie traten gleich bei der Hauvtwabl! einmütig für die Wahl des freisinnigen Kandidaten Heerdt ein und die Folge war, daß dieser mit 6803 Stimmen geioäblt wurde, während sein Gegner, der Sozialdemokrat Adelung, mit 6620 Stimmen unterlag. Am glänzendsten schnitt damals in WormL der nationalliberale Kaiündat Tr. Stephan ab, der mir 2797 Stimmen gegen den sozialdemokratischen Parteisekretär Engelmaun siegte, heb nur 1173. Stimmen erhielt, während der freisinnige Kandidat. Rechtsanwalt Toldan-Mainz, gar nur 922 Stimmen erhielt. Da das Zentrum aus seinen Kandidaten 694 Stimmen vereinigte, so blieb also Tr. Stephan den beiden linksstehenden Parteien gegenüber mit 70 ausschließlich nationallibeealen Stimmen im Doe- tpeung. In Os send ach siegte im ersten Wahlgang der Sozialdemokrat Eißneet mit 5795 Stimmen über den natl, Kandr- daten Tr. Cratz, der 4491 Stimmen erhielt und zwar haupr- sächlich deshalb, weil die Forischrittlicke Bolkspartei überhaupt keinen eigenen Kandidaten aufftcllte, sondern wohl von vornherein die Parole für den Sozialdemokraten auSgegchen halte: der ZenlrumSkandidat, Arbeiterjekretär Frede erhielt iß Offenbach 1155 Stimmen. 1 | , In Gießen standen sich bei der Hanptwabl der nationalliberale Kandidat, Fabrikant Klingspohr mit 1362 und der iort- schrittliche Kandidat Prof. Urstadt mit 1256 Stimmen zient- lich gleich gegenüber, während der sozialdemokratische Kandidat 1233 Stimmen erhielt, die dann bei der Stickpvahl sür Urstadt chitschieden. Bei Beurteilmrg dieser Stimmenverhältnisse dari aber nickt übersehen werden, daß damals die Stimmabgabe durch die Wähler der ganzen Stadt erfolgte, während jetzt Moff^ und Tarmstadt gleichzeitig je drei, Offenbach, Worms und Gießen ,e zwei Abgeordnete zu wählen hat. Ungleich schwieriger', als bet den fünf direkt Gewählten, ist die Beurteilung der Wahlausirchten sür die sieben im sechsiährigenl Turnus ausscheidenden städtischer Landtagsveeteetee. Sie waren durch die von den Urwählern präsentierten Wahimänner gewählt Worten und zwar zunächst effistimmig, da ja durch die einfache Stimmenmehrheit nur Wahlmäimer gewählt wurden, die sich vorher ans den betreffenden Landtagskandidaten verptlichtet hatten. Hier dürften aber vielleicht die osfiziellen Ergetmiffe der Rrrchs- tagSivahl vom Jahre 1907 einigen Anhalt bieten, die j. Z. bei der Beurteilung der neuen WahlkreiSeinteilung für die drei Provinzen als Grundlage mit herangezogen wurden. Darnach wurden bei der Reick'stagSivnhl in Mainz rn, Jahre 1907 bei einer Einwohnerzahl von 91179 Seelen 4050 nattonalliberale, 3132 Zentrums- und 8636 sozialdemokratische Stimmen abgegeben, welch letztere ja auch die Wahl des Abg. Tr. David herbeiführten. In Tarmstadt wurden bei 83123 Einwohnern 4973 nalional- liberale, 4046 fteiffnnige und 5205 sozialdemokratische Sttmmen. abgegeben und die Residenzstadt halte zu dieser Zeit die große Freude, daß dank der Einsicht der freisinnigen Wähleeschajt der Zucht stich Ordnung zu halten und die anderen nicht unoersöhnlich zu stimmen. Tie Republik hat sich sehe verändert. Sie hat an B» geisterungStähigkeit eingebüßt. Sie hat ihren jugendlichen Charme verloren, ihr Gang ist ichiveriälligcr geworden. Graste Wandlungen haben sich mit ihr vollzogen. Iwch und nach hat sie io viel Gewänder gettagen. daß man sie nicht mehr wiedererlennt. Zuerst trug sie das kriegerische tßewand und jeder bewunderte sie in ihrem schönen Waffenschmnck. Tann trug sie ein büeger- lubes Kleid, das ihr nick,t schlecht stand, und nack>dcm legte sie wieder dic Volkstracht an und zeigte lich so d-r Menge. Heute sind Flicken und Fetzen ihre Kleidung: sie ist weder volkstümlich noch bürgerlich nockr kriegerisch. Tos Kbeid wirkt eigentümlich und paßt nicht zusammen. Sie aber trägt e- mtt sichtbarer Verlegenhett und ähnelt einer Frau mit wirrem Haar, die taumelnd durch die Straßen geht. * — Leipziger Kongreß für das Deutschtum im AuSlande. Einen Teil derLeipzigerWeltausstcllung für Buchgewerbe und Gravbik bildet die SonderauS- stellnng für „Deutsche Kolonien und Tcutschtum im Lluslande". Außerordentlich reich beschickt, soll diese Ausstellung dazu dienen, die Kenmniffe über Verbreitung und Wirkung des Auslanddeutschtums zu beleben und über die Ziele einer weüansschauenden brutschen Kullurvolitik Llusklärung zu geben. Im Zusammenhang mit dieser Llusstcllunq stndet in der Tat voni 3. bis 8. August ein „Deutscher Kongreß" in Leipzig statt, zum Zwecke, durch eine Reche von Vorträgen die allgemeinen Probleme zu erörtern, welche das Auslandsdeutichtum in iemee geistigen sind sozialen Entwicklung, ieiner politisckrcn, kulturellen und wirt- schattlichen Bedeutung und in seinen .'lukunstaufgaben bettessen. Anderseits soll sich die Tagung mit der Verbreitung und Lage der Deutschen in den verschiedenen Teilen der Erde bcschasttgen rmd den geistigen Führern unseres Volkes auf diesem Gebrrtc lGclcgcnheit geben, sich durch eingehende Aussprache über die wichtigsten Richtlinien natwnaler 'Arbeit zu verständigen. Die Teilnehmer des Kongresses sind gegen Zahlung von 10 Mark zum Besuch der Lechziger Ausstellung Bugra, vom 2. bis 8. Aug. berechtigt. Anmeldungen sind an Tr. tz. Groth« rg Leipzig» Gohlrs zu richtm. Ofr unteren Stichwahl ein bürgerlicher Vertreter, Abg. Dr, Osann, in den R-stchstag entsandt wurde. In der Stadt Offenbach hatten damals schon die Sozialdemokraten eenen groben Vorsprung, Sie brachten bei 59 767, Einwohnern tBülgel war noch nicht angeschlossen) 5210 sozialdemokratische gegen 2789 nationallibcralc Stimmen aus, ivährend das Zentrum mit 70l Stimmen antrat, und die Freisinnigen keinen Kandidaten ausgestellt hattciu In Ziehen standen bei 31787 Eruwohnern (nnt Wieseckt 2063 >o- zialbcmokratischen 2978 nationalliberale und 337 deutsch-soziale -Stimmen gegenüber. . . Können die vorstehend aufgestellten Uebersichten über die lrüh^ ren Stärkeverhältnisse der einzelnen politischen Parteien auch keinerlei sichere Unterlagen für die Walirschcinlichkeit der Entscheidungen im Herbst 1916 bieten, so dürsten sie doch zu mancherlei lehrreichen Betrachtungen und Erwägungen ernstliche Veranlassung geben. Sie lehren vor allem, daN das Bürgertum an den gröberen Städten Lessens uod) immer einen breiten, festgewurzelten Boden bat und daß es nur eines einmütigen Zmammen- gehenö der biirgcrlichen Parteien bedarf, um auch bei den kommenden Wahlen den Ansturm der roten Flut siegreich zurückzudrängen, Ueber die allgemeine Situation in den ländlichen Wahlbezirken soll in einem wetteren Artikel das Nähere gesagt werden. Aus folgenden ländlichen Wahlkreisen sind mit dem Schluß des Landtags ausgefchieden: . Provinz starkcnburg: Michelstadt: Wernhändler Lang (natl,), Wald-Michelbach: Oberamtsrichter Tr, Wünzcr (na- tionall,). Ober-Ranstadk-Neinheim: Dierbraucreibesitzer Schönberger „atl , Babenhausen-Groß-Umstadt: Landwirt Georg Hauck III, Bbd,), Lampertheim: Rechtsanwalt Dr, Boxheimer -Zentr), Groß-Gerau: Bürgermeister Senßselder (Bbd,), Dazu noch Mühlheim: Redakteur 'Adelung, GernSheim-Pfungstadt für Friedrich ß. Provinz Ober Hessen: Grünbcrg: Landwirt Lutz-Elpen- rod, Lautcrbach: Bürgermeister Stöpler-Laulcrbach, öerbstein: Tparkassenrechner Meisli-Mrichslein (natl.). Schotten: Dr, Weber, Forstmeister IN Konradsdori, Friedberg: Beigeordneter Damm Ä i fr. 23p.). Alsscld: Justizrat und Notar Reh, Bad-Nauheim: Kauimann Joutz (wild). Provinz Rhein Hessen: PsedderSheim: Bürgermeister Finger inatl.), Oppenheim: Rechtsanwalt Dr, Winkler, Ingelheim: Dr. Wolf-Gonsenheim, Bingen: Deinhändlcr Soherr (Zentrum). Au? Albanien. Durazzo, 2l,Juli, Die gestern abend aus dem Rc- bellenlager eingetrosiene Antwort lehnt es ab, an einem anderen Orte als Sch-iak Verhandlungen mit den Vertretern der Großmächte zu führen. Es ist festgestellt, daß der militärische Leiter der ?lusstandsbe>pegung ein Offizier ist, der unter Torgut Pascha GeneralstabSoberst ivar, Durazzo, 21, Juli, Heute trafen hier 340 rumänische Freiwillige mit mehreren Offizieren ein. Gestern traf in Durazzo die bisher unbestätigte Meldung ein, daß dre regierungstreue Bevölkerung von Berat die Rebellen aus der Stadt Vertrieben habe. Die Regierungstreuen sollen 12 Tote und 36 Verwundete gehabt haben. Auf Beseht des Majors Kroon werden die Verieidigungsarbeiten in der Stadt, insbesondere Drahtverhaue von der Stadtbevölkernng wieder ausgenommen. Sämtliche Geschäfte in der Stadt sind geschlossen. Au? Mexiko. Puerto (Mexiko), 21, Juli, Huerta nebst Gattin mit zwei Tächtern, sowie Blanquet mit Gattin und Tochter begaben sich Nachmittag als Gäste an Bord des deutschen Kreuzers „Dresden", der um 7,30Uhr nach Kingston abfuhr. Am Pier hatten sich nur wenige Personen cingefun- den, darunter etwa 50 Mitglieder der früheren Leibwache, Es kam zu keinerlei Kundgebungen, A«»lanv. Finanzkrise in China, Nach einer Meldung aus Peking ist im Oktober, spätestens im November d,I,, mit einer ernsten Finanzkrise der chinesischen Republik zu rechnen. In Teheran fand die Krönung des Schahs in Gegenwart des diplomatischen Korps und einer großen Versammlung von Prinzen, Notabel» und Kaufleutcn statt. Im Anschluß daran empsing der Schah die Diplomaten, ver prozetz gegen §rar> Caillaux. Paris, 21, Juli, Zeitungsdirektoren und Pressevertreter füllten heute ebenso wie gestern den größten Teil des Saales, in dem gegen Frau Caillaux verhandelt wird. In dem dem Publikum vorbchaltenen Teil des Saales sind etwa 150 Personen zusammengedrängt, wo normal sich nur etwa 60 Personen aufhalten könnten. Der Romanschriststeller wid Akademiker Paul Bourget sagte aus, er habe mit Calmette die Redaktion des „Figaro" verlassen! wollen, als diesen: die Visitenkarte der Frau Caillaux überreicht wurde. Er habe Calmette abgeraten, Frau Caillaur zu emvsangen, doch habe dieser bemerkt: Es ist eine Frau, ich kann sic nicht abweisen, Bald darauf habe er einige so rasch auseinandersolgende Schüsse getwrt, daß er nicht wisse, wieviel abgeseuert worden seien. Der Redakteur am „Figaro", Giraudeaut, der in das Bureau Ealmettes sosort eimrat, nachdem er die Schüsse gehört hakte, erklärte, Frau Caillaur sei volllommen ruhig gewesen. Der Zeuge Latzarus sagte aus, daß Calmette diplomatische Dokuments von der größten Bedeutung gehabt hätte, die vollkommen genügten, Caillaux zu vernichten, doch habe er sich geweigert, sie zu verösfentlichcn. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung sprach der Verteidiger Labori von den im Besitz Calmettes gefundenen Schriftstücken. Darauf wurde die Sitzung unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung verlas der Advokat Ehenu das Dokument Favres und den mit „Dein Jo" unter- zeichneten Brief. Darauf wurde die bereits bckanwe Aussage Cail- laux' verlesen. Vor dem Eintritt Caillaux', der sodann auszusagen hatte, erinnerte der Präsident daran, daß er keine Kundgebungen dulden werde, Caillaux gab mit klarer und leich bewegter Stimme eine Darstellung seiner ersten Ehe und seiner Scheidung, Er setzte aus- einander, wie er erfahren Habel daß die intinum Briefe, die ieino erste Frau verbrannt habe, für die Verösfentlichung bestimmt gewesen seien. Daraus erging er sich in lebhaften Lobeserhebungen über seine zweite Frau, Bei diesen Worten brach die Angeklagte ,n Schluchzen aus, Ueber den Feldzug der Presse erklärte Caillaux, daß er gewußt habe, daß er lebhaft angegriisen werden würde, aber er sei erstaunt gewesen, als der „Figaro" den mit „Tdln Jo" Unterzeichneten Brief verössentlicht habe. Caillaux fuhr dann fort: Aber, wird man sagen, eS handelte sich nur um die volttischen Stellen! — Indem man jedoch die intime Unterzeichnung beide- biclt, welche zeigte, in ivelchcm Grade der Brief persönlich war, wies man deutlich auf den privaten Charakter der Korrespondenz hin. Machte es nicht deni Direktor des „Figaro" selbst Mübe, sich wegen dieser Verösfentlichung zu cmschuldiqen, indem er erklärte es sei seit dreißig Jahren das erste Mat, daß er so handele'? — Am Tage der Veröffentlichung des erwähnten Briefes teilte mir meine erste Frau telephonisch mit, daß sic an dieser Veröffentlichung nicht beteiligt sei und fragte mich, waS sie tun solle Sie möge nach ihrem Gewissen handeln, erwiderte ich ihr. In icnem Augenblick habe er durch sichere Mitteilungen erfahren, daß auch ine übrigen Briefe verössentlicht werden sollen, Zeitungikritiken, Paris. 21. Juli, Di- konservativen und nationalistischen Blätter kritisreren bereu; jetzt schon die Art und Weise, wie der Prozeß gegen Frau Caillaux geführt wird. — Der „Figaro" schreibt: Frau Caillaux hatte sehr recht, als sie Herrn Albanel zum Vorsitzenden ihres Prozesses wünschte. Dieser Richter ist nicht aus der rauhen Schule von einst, die mit ihrer Unbarmherzigkeit bei den Zuhörern oft Ruse der Entrüstung auSlöstcn. Wir können Herr» Albanel deshalb nur loben. Aber warum geht er in seinem Wohlwollen so weit, daß er in seinem Verhör seine Rolle säst ganz aufgibt? Gewiß, er hat recht, Ivcnn er alles sagen läßt, aber vielleicht könnte er doch dann und wann cincn^Jrrtum richtig stellen oder eine Bemerkung machen, — Der „Solei!" schreibt: Ter GerichtSvräiident Albanel übcrtteibt ein wenig, Caillaux ielbst, der ein intelligenter Mann ist, dürfte finden, daß er etwas zu sehr übertreibt. Im Interesse der Angestagtcn wäre eS besser gewesen, wenn eS nicht so aussähe, als ob Herr Albanel nur auf höheren Befehl aus seinem Präsidentcnstuhl säße, — Die radikalen Blätter geben ihrer Sympathie für die Angeklagte sehr lebhaften Ausdruck, Ter „Radical" schreibt: Die Berleidigung der Angeklagten hat init einer Besttmmthcit und einer schmerzlichen Aut- richtigkeit alle Ursachen und Umstände des Dramas ins vollste Llcht gesetzt, Ter Eindruck ist drr, daß eine lange Reihe von Demütigungen und Kränkungen den bitteren Kelch in tragischer Well« »um Ueberlausen gebracht hat, — Die „Aurore" sagt: Ter politische Kampf dringt nun auch in den GcrichtSsaal ein. Würden wir denn sonst, wenn cs sich nur um die Tölung eines Mannes durch eine Frau handelt, solche Ausbrüche von Haß zu hören,bekommen? Wenn man die Gegner Caillaux' anhört, dann und die Richter, die Geschworenen, der Staatsanwalt und die Polizei bestochen und verkauft bis ins Mark hinein, und gerade dieienigen, welche die Mißbräuche der Bcamtenschaft sonst verteidigen, werten sich heule zu deren Anklägenr auf. Aus Stadt und LanS. Gießen, 22. Juli 1914. Aus der Sitzung der Stadtverordnete«. Die gestrige Sitzung hatte eine nur wenig umfangreiche und schnell zu erledigende Tagesordnung: cs handelte sich in der Hauptsache um Baugesuche, Wahlen usw, — Dinge, die von den Ausschüssen fotoeit beraten waren, daß sie nur der Bestätigung der Versammlung bedurften. Eine weit ausführlichere Betprechung erfordertau mehrere Mitteilungen des Oberbürgermeisters, Besonders die Bekanntgabe des Vertrages zwischen der Provinz Oberhessen und der Rheinischen Schuckert-Gesellschast in Mannheim über Lieferung von elektrischer Energie erregte einen Sturm der Entrüstung, da man darin eine erhebliche Schädigung für das Gießener Elektrizitätswerk erblickt. Sämtliche Redner traten für die vom Oberbürgermeister vor- gcschlagcnc Entschließung ein, die gegen den Vertrag Ein- svruch erhebt. Der Abdruck der Entschließung soll dem Ministerium, den Kammern der Landstande, dem Provinziallandtage und den Gemeinden zugestellt werden. Große Freude entiachlc die Mitteilung, daß Herr Geh, Kommerzienrat Heichelheim seine Spende von 50000 Mark, die als Grundstock für den Saalbau dienen soll, der Stadt bedingungslos übergeben hat, nachdem die frühere Bedingung, wonach der Saakbau bis zum 1,Juli19l4 fertiggestellt sein sollte, nicht zu erfüllen gewesen war. Um besorgte Gemüter zu beruhigen, machte der Vorsitzende des Saallmuvereins, Stadtv, Ha b e n i ch t, die Mitteilung, daß heute die Ausführung des Saalbaues noch in weiter Ferne liege, Ueber den Wirtschaftsbetrieb in der Gewerbeausstellung machte Justizrat Grüncwald einige abfällige Bemerkungen und nannte ihn einen „Jahrmarkstrubel", dem aber energisch von den Abg, Schaffst« dt und Petri widersprochen wurde. Wenn der Trubel auch dem Stadtv, Krumm reichlich groß erschien, so war man im allgenieinen doch der Meinung, daß eine Ausstellung solcher Veranstaltungen, irre Konzerte, bedürfe, um Gälte anzuziehen. Der Vorsitzende stellte fest, das; sich jene Kritik nur aus den Wirtschaftsbetrieb, nicht auf die Ausstellung selbst bezogen habe. Herr Justizrat Arünewald kam dann auf die Freilichtbühne zu sprechen und erwähnte dabei, daß die Besprechung, d;e der Gießener Anzeiger über den „Pfarrer von Kirch- feld" gebracht habe, zu scharf und falsch gewesen sei. Wir sehen keinen Grund, uns mit Herrn Justizrat Grünewald über literarische Fragen auseinanderzusetzen, zumal er im Stadtrat bei künstlerischen Fragen des öfteren den Standpunkt vertreten hat, daß hier nur die Fachleute zu, entscheiden hätten. Wir sehen auch keinen Grund, unsere sachlich begrün- detc Ansicht über die Ausführung mach nur in einem einzigen Punkte zu ändern, denn wenn Herrn Justizrat Grünewald der genaue Text des Stückes gegenwärtig gewesen wäre, dann wäre er mrt seinem Urteil wohl etivas vorsichtiger gewesen. Daß sein Standpunkt von der Versammlung übrigens nicht geteilt wurde, ging aus der unwidersprcühen gebliebenen, scharfen Entgegnung de§ Herrn Kommerzienrats S ch a ffstäd t hervor, der besonders darauf verwies, daß sehr viele Leute, die von künstlerischen Fragen etwas verständen, mit der Kritik durchaus einverstanden gewesen wären. Es geht daraus hervor, daß auch in unserem Stadtrat die erfreuliche Ansicht herrscht, daß die Freiheit der Kritik, die wir uns von niemandem beschränken lassen dürfen, nicht angetastet werden sollte, wenn man nicht das Odium einseitiger Jnteressenwirtschaft ans sich laden will. Daß sich unser Kritiker, der auch zum Ehreniusschuß der Freilichtbühne gehört, durch diese Zugehörigkeit in ferner freien Meinungsäußerung nicht behindern lassen darf, ist natürlich selbstverständlich und bedarf wohl keiner besonderen Feststellung, ** TageSkalender lür Mittwoch, 27. Juli: Gewerbe- A u S st e 11 u n (i : Konzert der Regiinentskapelle 8—II Uhr abends. — Tiroler Gesangs- und Tanzgruppe in Alt-Hessen, 4—7 und 8—11 Uhr. Trinker-Fürsorge si eile sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg s. Sprechstunde jeden Donnerstag abend 6 dis VI, Uhr. "DerGroßhcrzoghat dem Ortsgerichtsvorsteher, Standesbeamten und Bürgermeister Johamr Klein III, in Burkhards das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Philipps-Ordens verliehen, ** Aus dem Schuldienst Uebcrtragen wurde dem Lehrer August Becker zu Wohnscld, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Nieder-Rosbach, Kr, Friedberg: dem SchulamtSaspiranten Alfred Jung aus Groß- Gerau die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Betzen- rod, Kreis Schotten, " Aenderung der Reisepässe und Pa ßkar- t c n, Tie .Königlich Sächsische Regierung Hai einige Aende- derungen der Pässe und Paßkarten angeregt, wobei folgen- der Vorschlag von besonderem Interesse sein dürfte: Tie jetzige Kennzeichnung des Paßinhabers durch eine kurze Per- sonakbeschrerbung und seine Unterschrift habe sich nicht als genügende Unterlage für die Prüfung des berechtigten Be- sitzeS des Passes erwiesen. Auf dem Gebiete des Verkehrswesens, für die Führung von Kraftfahrzeugen, für Bahn- abonnements u. dal, habe mm längst durch Einfügung von Photographien in die Äusweispapiere erhöhte Gewähr gegen Mißbrauch geschaffen. Als sicherstes Mittel zur einwand- sreicn Personalscststellung empfehle sich die Abnahme etneSj Abdrucks des rechten Zeigefingers neben de«! Unterschrift des Paßinhabers, Außerdem sollte etwa aus dem vierten Seite des Passes die Photogravhie des Inhabers ein-« gellebt und mit dem Passe in der Weise untrennbar verbun-i den werden, daß der anitliche Stempel und Bescheinigung^« vermerk die Photographie leillveisc überdecken, Tie gleichet Anregung ist für die „Paßkarten gemacht worden. Das Rcichs- amt des Innern bemertt hierzu inil Recht, daß der Aufnahme von Fingerabdrücken in Pässe und Paßkarten daS Bedenken cntgcgenstchen dürfte, daß diese Maßnahme bisher im allgemeinen nur zur Erkennung von Verbrechern und lästigen Persönlichkeiten verwendet ivordew ist und daher in weiten Kreisen der Bevölkerung sehr unliebsam empfunden werden würde, was im öffentlichen Interesse nicht zu begrüßen loäre. Es stände wohl zu befürchten, daß viele Reisende aus diesem Grunde die Beschaffung von Pässen oder Paßkarten unterlassen würden, ** In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, die der öffentlichen Sitzung gestern nachmittag um 7 Uhr folgte, wurde die freie Feldschütz c n st c lle dem städt. Meßgehilsen L. Hofmann übertragen. Der bisherige Branddirektor Siadtbaumeistcr Braubach, dessen Amtszeit abgelaufen ivar, wurde als Brand- ! direktor wiedergewählt. *' Herr Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Usingcr hat am Montag einen 12tägigcn Urlaub ange« < treten. Sein Vertreter ist Regierungsrat Welcker. ** Di c LandwirtschastSkammcr für das Groß« Herzogtum Hessen veranstaltet Ansang September eine land- - wirtschaitliche Studienreise zur Besichtigung süddeutscher, \ Weinbaugebiete, Die Reise wird sich aus die Dauer einer Wache erstrecken. Am ersten Reisetag wird die Pfalz, am zweiten ein - badisches Weinbaugebiet besticht. Ter dritte Tag ist zum Bestich ! der staatlichen Wcinbauantagen in Laanenexy und des Gebietes um Metz vorgesehen. Es handelt sich hierbeji u, a, um die Besichtigung von Weinbergen, die mil Hilse Amerikaner Reben rekon- ) struiert sind. An den salzenden Tagen wird dem Wcinbauinstitut I in Colmar und dem Weinbaugebiet in der Nähe ColmorS ein Be- 1 such abg chattet. Den Schluß der Reise macht die Besichtigung des , Weinlwugebictes in der Umgegend von Twann und Ncuenburg in ! der Schweiz, Tie Reise wird eine zahlreiche Beteiligung finden i und ist daher baldigste Anmeldung bei der Landwirtichastskamwer t Darmstadt, die auch bereit ist, weitere Auskunft z» erteilen, zweck- s mäßig und zwar besonders auch deswegen, weil die Höchstzahl dev l Teilnehmer eine beschränkte sein muß, ** Gießener Stadttheater, Das fünfte Overelten- gastsvie! des Bad-Nauheimer Kurthraters brachte unter der Lei- 3 tung des Herrn Ahn et t eine treffliche Aufführung vom jidelen! » Bauern, die sehr starken Beifall sand, Herr Georg Schmidt J war ein ganz ausgezeichneter Lindobercr, Herr Ähnelt ein vor- M züglicher Scheichelroither, Ten Stephan brachte Herr H a r d , r- : sehr schön heraus und als Annamirl feierte Frl, Martini wieder f Triumphe, Daß das Lied vom Heinerle, das von Frl, B e h n und 4 der kl. Stcuerwald gesungen wurde, lebhaften Beifall iändJ» : braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Eine sehr schone FiquvM war Herr Grosser -Braun als Zopf: Herr Nickel sang den^ Vinzenz mit großem Ersolg, Die Regie hatte Herr Ähnelt, dis I musckalische Leitung Herr Lanzer, *’ Konzert-Verein. In der vor einiaen Tagen abgehal- I te»cu Sauvtoersaniinlung konnte der Rechner seststellen, daß das »s verflossene Konzertjahr ohne jede llntcrbilanz abgeschlossen habe. I Zugleich wird daraus hingewtesen, daß nia» im vorliegenden I Konzcrlsahr daß Zurückstellen der Konzerle bis in de» Mai ver- I miede» habe, dadurch ist zwar ein stärkeres Znsammendrängen I der Konzerte nicht zu vermeiden gewesen, Alii Ausnahme der I beiden Kirchenkonzerte, die am Mittwoch stattsinde» mühen. M werden ,vie immer, alle Konzerle SonntaqSnachmittags zur üblichen A Zeit abgshalten iverden. Das erste Kirchenkonzert würde nach M langjähriger Pauie eine Wiederbolung des Reguiem von I, BrahmS R, bringe»: das z-veite Beethovens E-d»r Messe und Bruckners Tcdsnm, W beide find in Gießen noch nicht zur Aufführung gelangt. Erst- W ktassige Quartettvereinignngen find gewonnen worden: M die tl»ünchener, die Böhnien und das Klingler-Qnarteit, letzteres W i» Gießen »och nie gehört. Zwei große Orchester-Konzerte » mit hervorragenden Solokräsien sind wieder in Aussicht genommen, W Für das am In. November 1914 ist der Cellist Botormnnd engagier», sür das am 12. Januar 1915 Frau Bosetti, die auSgezeichnele j Münchener Kamnisrjängcliii, Weiter sind u. a. vervfiichtet: Frl, Elena Gerhard, Frau Ellen 91oi), Frl. Rhode, Flau C a l> n b l e u - H i n t e n. So kann der Vorstand leine» Mitgliedern ein lnnstlcrisch reich anSgestalteteS Konzertjahr bescheren und hohl, daß z,l seinen affen Freunden sich noch recht viele neue finden werden. " Ceplon-Ausstellung. Die „Königin der Nacht * dürfte morgen ober übermorgen zum letztenmale blühen. ” Die Maul- und Klauenseuche ist auSgebrochen und erloschen im Viehhof Frankfurt a. M. ** (Siegelt d i e klei neu Stechmücken, die sich ganz besonders lästig machen. Hilst auch oft Einreiben des Gesichts und der Hände mit Nctlenöl, Für das Zimmer bewährt sich bas fleißige Bestreuen der Fensierrändcr Mit unverfälschtem vevi- schen Jw'ektenPulver, Das beste ist ftcilich ein in die Fenstcr- össnung eingevaßter stsazerahmen. Gegen Abend werden Tür und Fenster geschlossen, in der Dämmerung ziehen sich die Mücken an die Gazefenster, und ma» tötet sie leicht mit einem Tuch und kann so ruhig schlafen. Auch empsiohlt ez sich noch, em Nachlstcht auk entern Teller mit Wasser in die Mitte der Stube auf den Boden zu stellen. Das Licht lockt die Mücken an, und sie fallen ins Wasser, ** E > n gefiederterSvitzbube, Man schreibt uns auS unserem Leserkreise: Am SamStag vormittag vaffierte eS meiner Frau, daß sie beim wiederholten Betreten des SchlaszimmerS jedes- 4 mal einen Vogel unmittelbar vom Bett auffliegen sah, der zum ^ Fenster hinauseilte. Durch die wiederholte Beobachtung veranlaßt, betrachtete sie das Bett genauer und entdeckte, daß der Vogel das , Kopikiffen an der Naht qeöffnet hatte und aus dem ganzen Befund I ging hervor, daß der Sperling, ein solcher war es. Federn aus 1 dem Kissen entnommen hat, zweifellos, um damit sein Wochenbett , zu füllen, '* Kleine M i t t«i I» » q e n. In B a d - N a » h e ! in wird im Frühjahre das Erand Hotel Astpria, ein Patastba» in großzügig moderner Ausmachung, eröffnet werden. — Tas sechsjährige , Kind des Landwirts Emde zu Flechtdori oeriet iniler ein gestillter Faß und verschied nach kaum einer Stunde an einer schwere-, Kopsverletzung. — TerDachdeckernieisterAnton WeierS Häuser I ans Wohra, der in vergangener Woche vom Tache des Land. I wiriS Claar in Al bs b a ujen stürzte, ist in derMarburger Klinik I qesiorben. — Eine im Felde beschältigte Frau aus Hobensolins s ivurde durch einen Rehbock zu Boden geworsen. Dabei trug d-e t! Fron einen Armbrnch und Hautabschürlnngen im Gesicht davon, i — Ter achtjährige §oh» des Maurermeisters Kehr ans Nieder» R F l o r st a d t ertrank anr Montag beim Baden in der Nidda. Die J Leiche Tonnte noch nicht geborgen werden. — Ter Gntspüchter T h i e r i ch hat sich a,n Montag im Hause seiner in Griesheim a. M. wohnenden Eltern ersckioffen. ” Konkurse ln Hessen, lieber das Vermöge» des Handels- mannes Julius Marx in Eich wurde am 17. Juli und über das Vermögen von deffen Eheirau wurde .m 18. Juli das Konkurs- , versabren eröffnet, da die Gemeinscht.idner ihre Zahlungen eingestellt »nd die Eröffnung des Konknrsveriahrens beantragt haben. Rechtsanwalt Weidmann i» Oslhoien wurde znm Konkursverwalter ernannt. KonkurSiordernngen sind bis zum 2?. August 1914 bei dein Gerichte anzumelden. Aus Montag, den 17.August 1914, - vormittags 9)4 Uhr, und Dienstag, l. September 1914, vormittags 10)4 Uhr, sind Termine anberaumt worden. Landkreis Gietzen. * Sief), 21. Juli. Her>te wurde hier dar erste Sorn-und die erste Meiste geschnitten. In einigen höher gelegenen Aarhdqr- gcmaikmiqcti iv>ic ?. B. in Sarbenteich, Steindach ,,„d Birklar. !ial am Samstag berest? der SornsehnUl begannen. Weizen »nd Vater, die hier zumeist anaebain werden, haben uuler den scheveren Weilern der vergangenen Woche detrüchtüch gelftten Die Frucht liegt zumeist, sodaß tze laoglamer heranreist „nd bei der ferne lnchr Arbeit verursachen wird. Da von den Masthinen in diejem Jahre wenig Scbrauch gewacht werden kann, dürsten sich die Ernleardeiten länger als fonft btnziehen. - Die ersten Krüh- karlosfeln kenuacn ^tzt von hier auf den Markt. Der Pr«G beträgt 4 —4.50 Wk. pro Zentner. e Uttph«. 20 . Juli. T« Gemeinde bat in, Rechnungsjahre 1914 einen bedeutend böberen U m I a ge nb e d arl als 1913. Sie erbebt daher ans IVO äJH. Sleuerwert de« Vermögens 5.84, Pt» aus I Mt. 'taatürhe L»d>nime,iste>ler zz,83 Big. mehr alz im 'Dar- lahre. Unter den 81 Slememde» der Kreises Tiehe» halten im ver- aangeneu Jahre nur sieben eine» niedrigeren prozentlialen kteuer- a Umschlag als Utpbe, jetzt sind es deren 14. — Ti« Kreisttraß« Jnheiden-Ulphe-Berftadt wird zur Zeit gewalzt. Kreis Büdingen. - Nidda, 31. Jilli. In, Lause des veraangenen Frühjahrs wurde an drei Schüler der hiesigen Gewerbeschule aus Grund bervorrnqender Lefstnngen ans handwerklichen, Gebiete -md dem des lechniichen Zeichnens, di« Berechtiauilg sär die erleichterte Prüiunq zum ei n, a hr, g. sr e i w , l I ia e n Militärdienst znerkoimt. In Anbelracht der Würdigung dieser handwerklich- technisch-,, Leistungen in Schule und Praxis sostte von den ,i,„gen Handwerkern im weitgehendsten Maße von dieser Vergünstigung Gebrauch gemacht werden. Kreis Alsfeld. §§ Ilsdorf, 20. Juli. An, heutigen zweiten F e N t a g e brachte wie ani ersten ein Schillerreigen in Tiroicrlrachl eine sedr beilästi.i ausgenommen- Slbwechselung. Tie hiesigen Schüler b-< sinden sich zurzeit n,it denen von Nachbargemeinden in einem Ta„z- tursus, den Tanzlehrer Strasjer au« granliur, o. M. abhält. Di, Kinder belebten i» ihrer malerischen Tiroicrliachl auch da» Bild d-S Festzuge». Kreis Schotten. = Schotten, 20. Juli. Tie hiesiae Bezirkssvarkasse läsit auch in diejem Jahre unter Dienstboten, di- »lindesten? fünf Jahre bei «in »nd derselben Herrschaft im Dienste gestanden und sich durch Sittlichkeit, Treue und Fleiß anszeichnen, Prämien verteilen. — Ter frühere Bürgermeister Johannes Klein III. ,» Burkhard», welcher die Geschäite einer Ortsgerichtsvorstehers und Standesbeamte» iveitersühri. erhielt kürzlich da» Astgenielne Ehrenzeichen für langjährige treue Tiensle am Band- de» Phtlipos- ordeu». — Laubach, 2l. Juli. In unserer raschlebigen Zelt berührt es immer wohltuend, wenn alteingesesienen Geschäften ein Weiterbestehen gefiebert wird auch dann, wenn der Tod eine kaim, ersetzllche Lücke gerisien hat. So ist cs mit Freude» zu begrüben, dag di« 1884 gegründete Zigarrensabrik Wilhelm Repo aiich nach dem Tode des in weiten Kreisen bekannte» Besitzers von der Witwe »nd ihren Söhne» weitergesührt >vird. wie es aus eiuer entsprechenden Anzeige im gestrigen Blatte ersichtlich war. Kreis Friedberg. m Friedberg, 22. Juli. Der 8 jährfge Sohn des Schornstein- segermeisters Ernst Walter von hier stürzt« heute nachmittag gegen 4 Nhr Mis 22 Meter Höhe durch einen Schacht in de» Eiskeller der Brauerei Windecker, ivo er mit zerschmetterten Gliedern von Biaucreiaehilse», welche in der Nähe mit Bieradsülle» beschäftigt loare». in beivußilosei» Zustande ausgesimde» wurde. Er wurde wohl noch lebend i» das hiesige Hospital verbracht, doch zweifelt man, daß er die heutige Nacht überleben wird. — Fri ebbe rg, 21. Juli. Die 96. Sitzung der Großherzog- lichen Han de I s k a m m e r F ri edb c r g für die Kreise Friedberg, Bübingen lind Schollen findet an, TienSläg, den 28. Juli 1914. nachmittags 2 Uhr, in Bad- 8 atzha>lsen stall. Ans der u»>- fangreichei, Tagesordnung seien erwähnt) Bericht über die Zu- sammenkunst der hessischen Handelskammern am 14. Jiiti 1914, .Abänderung de» Gemeindenmlagen-GeietzeS'. — Eingabe der hessische» Handebskmnniern an den Deutschen Handclsiagi .Die von der Reichsbank geplante Maßregel, d,e Barbestände der Banken betreffend." — Eingabe der Bereinigung der Oberhessischen Kohlenhändler betreffendi .Untergewichte bei Kohlensendungen.' Bad»Nauheim, 21. Juli. Gestern erhielt unser Bad den Besuch von 20 ru.s fischen Acrztcn und Aerztinnen, die uater Führunchdes Herrn E. M u r a w k i n « Berlin eine Reihe von deutschen und österreichischen Bädern und Kliniken studienhalber besichtigen. Tie Gäste wurden von Geh. Baurat Dr. Eser und Reg.» Baumeister Loren» an der Bahn emviangen und nach einer kurzen Erläuterung des letzteren durch sämtliche Betriebe geführt. Sic nahmen mit großem Jmeresse von den Einrichtungen Kenntnis. Nach Beendignna der Führung erguickten sich sämtliche Teilnehmer der Reisegesellschait mit den Sprudelbädcrn. Ein Abendimbiß, der ihnen von der Großb Bade- und Kuroerwaltung gereicht wurde, nereinigtc sie daun auf der Terrasse. Um 9.42 Uhr abends verliehen sie hochdcfricdigt unsere schöne Badeanstalt. Starkenburg unv Mkiiilicsscn. m. Offenbach a.M., 22. Juli.- Der Wüstling, der unlängst im Hcujenstammcr Wald eine beercnsuchcnde Frau vergewaltigen wollte, sein Vorhaben jedoch, infolge der heftigen Widerstande- der Frau, nicht aussührcn konnte, übersicl gestern schon loiedcr «ine auf freiem Felde bei Lämmerspicl arbeitende Frau in der gleichen Absicht. Auf die gellenden .Hilferusc der Uel'erfllllenen eilte ein hinter eincin Kornfeld arbeitender Mann herbei, bei besten Aubiuk der Utrhold von seinem verbrecherischen Borhaben abliest und im nahen Wald verschwand. Eine vor kurzem in den Wäldern der Unigegend Ottenbachs veranstalleie Razzia verlief leider erfolglos. Ter Verbrecher, ein lunger Bursche IN den 20er Jahren, trägt braunen Anzug, Normolhemd und weißen Strohhut. ch. Bingen, 21. Juli. Eine böse Statistik in dem soeben heiausgegcbencn Jahresbericht der .Handelskammer zu Bingen ist die Zusammenstellung der Konkurse im Kammerbezirke. Während Ende 1912 nur 19 Konkurse und zwar 7 in Ober-Ingelheim, je fünf in Bingen und in Wöllstein und zwei in Alzey verblieben waren, waren es Ende 1913 23, also vier mehr, und zwar 7 in Obcv-Jngelheim, 6 in Wöllstein und je 5 in Alzeo und in Bingen. Erledigt wurden im Laufe dcS letzten Jahres insgesamt 27 Konkurse, davon 10 in Bingen, je 6 in Älzev und Ober-Ingelheim ind ö in Wöllstein. Im Jahre 1913 wurden im Kammerbezirk nicht weniger als 31 Konkurse, von denen 17 erledigt werden konnten, erüstnet. Hessen-Nassau. I Frankenberg, 21. Juli. Gestern hat sich mit siner Axt der Gastwirt Glaser im Nachbarorte Totena» 'en rechten Fuß schwer verletzt und die Sehne durchgeschlagen. Tr wurde in der Klinik Marburg nntcrgebracht. b Frankfurt a. M., 21. Juli. Um den künstlerischen Rist ,nd dasAnsehen des Opern- »»d Schansvielhanles zu Heden, hat der TheaterauSschuß bei der Stadtverordnelenverjammlung einen Antrag nui eine bedenlende Erhöhung der bisher gewährten Eventual-Subvention eingebracht nnb zwar von 272 500 Mk. aus eine jährliche feste Gcsaintjubventio» von öü2bü9 Mark. X H a n a », 21. Juli, Im Gemeindewald zu Wachenbuchen hat sich heule mittag aus bis jetzt noch m,bekannte» Gründen der in einer Hanauer Tiamantschlesterei beschäftigt gewesene ledige 26- jährig c Kaufmann Stroh erschossen. (SB) Wiesbaden, 21. Juli. Aus der Ebausier nach dem Jagdschlösse Platte hat sich gestern abend ein schwerer Automobilunfall ereignet. Bei .Kilometer 1, dem sogcnunn- ten „Teufelsgraben" versagte die Steuerung eines in voller Fahrt befindlichen Autvmoblls, in dem stch zwei Wiesbadener Kurgäste aus Rußland befanden und stürzte den Abhang hinunter. Ter 54 Jahre alte Hotelbesitzer Lanzia aus Kiew, der den Wagen lenkte, wund dagegen einen Baum geschleudert underlut einen schweren Schadelbruch. Der zweite Jchcme, der 34J-chre alle Kmrsmmrn BübkÄaw Gvw-d v n aus Kiew, trug schwere innere Verletzungen davon. Beide Jnsahan wurden bcirnuuoyslvS dem Lrankenhausc zu» getührt- Das stbriv tunide vollMndrg zertrümmert. ^ • Bald »inst« in, 21. Juli. Ein Streik von «nein groben Teste der hiekgen Kirchenbesucher dm,er« nun berestb drei Monate. Tief« Iahten nach wie vor jeden Eonnlnq Vormittag mit dem Sahnmotorboot nach Die» zur Kirche und dann ,vieder zurück. Am Sonntag besuchten über 100 Personen di« Kirche zu Tiez. Ter Grund des .Streikes' soll in einer etwas scharfen Aeußerung des Pfarrers z» suchen sein. vereiornachrichtr«. -e- Utvhc, 20. Juli. Bei günstigem Werter unternahm gestern der hiesige Gesangverein «inen Ausflug nach der Saalburg ch Nieder-Lhmen. 19. Jul, Tie freiwillige Feuerwehr beging ihr 15,übriges Sttilunasßm verbünde» mit 'Fahnenweihe. 32 Wehren aus allen Teilen Ober bestens — auch drc Herden G> eßener Wehren — hatten sich eingesunden. Um <612 Uhr fand die Haupkübung der breiigen Wehr statt, bestehend aus Bvandangritt und Exerzieren, um 2 Uhr bewegte sich der Festzug durch das Dorf, das un Festschnruck prangrr. Aui den, Festplatze an der Ohm begrüstic der erste Hauvtmami die Gaste. Lehrer Schäfer hiell die Fest- und Weihercdc. im Namen der Gäste dankte der Lenietrr von Bstbel für den herzlichen Empiang Die Turner und der Gesangverein trugen zur Verschönerung des Festes bei. > tz Vadenrod. 20. Juli. Gestern hielt der hiesige Krie- yerverein sein dies,ihrige» Preis schießen ab. Es 'and folgend« Dreisvertrstung statt) Den l. Preis er hiell Tiegel >n Kestrich) 2. I. Zulaus (Meichess) 3. Gg Schneider .Dadenrod ; 4. H Kasper ^SSalleurod): 5. Otto Hahn Vadenrodll 6 . Paul Stock iSeornüorf): 7. H. Grcb ^'Vadenrod). ch Hcldenbcrgen, 18 Juli. Ein stark besuchtes Wetteraucr Kriegervereinssest »and deute hier statt. Aus der gesamten Umgebung, aus den kkreisen Friedberg, Hanau Hnd Büdingen nahmen Kiregervereine lest. Im Namen des hiesigen Kriegcrvereins begrüßte Präslbent Müller d,e Gäste, für den Hasiiabezirk Friedberg imach Reckmungsiai T ö n g c s - Friedberg, im Austrag der Ariegerkameradschast Hassia Kamerad D c r n - Asseiiheim. ch Ditzkirchcn, Kreis Büdingen, 19. Juli. An der Doppel so hnenwc r h e des K r > e g e rv c r e i n s und des Gesangvereins nahmen 47 Krieger- und Gesangvereine aus der hessischen und preußischen Nachbarschatt teil. Vormittags war FestgotteSdienst. Plärrer Döll hielt die Festprcdigt. Mittag» traf auch der StandeShrrr Fü ist von Jfenbi, ra-Bir stein mir Familie auf dem Felrolafte ein. Lehrer Gönner begrüßte die yrstgäste im Namen der Herden Vereine, Pfarrer T öl l sprach über die innige Verbindung von Kneger- und Gesangvereinen. Ter Fürst Isenburg Birstein brachte ein Hoch a»> die fcsigebcnccn S-errine aus. Im Sluitrage des Hasiiabezirls Bü dmgen sprach Bejirlsvvrjitzcndei' Pros. Tr. K r a m e r - Büdingen über die Ausgabe der nationalen Beicine. Tas Fest war sehr stark besucht, so daß wohl 3— 4000 Menschen a:,i dem Festplatz versammelt waren. Ter Fürst von Jsenburg'Birsicin hatte jedem fcstgebenden Verein 20 Mark zur Fahne gestiftet. Gietzener Strafkammer. Gieße». 21 . Juli 1914. Freigesvrochen wurde der Dipl.-Ingen. G. zn Friedberg. '»ährend der Obermon- ienr S. daselbst drei Monate Geiänqnis erhielt. Beide waren der iahrläffigcn Töinng »ach § 272 Si.G.B. ongekiagt. I», Noocniber o» I. hatten sich durch de» Sturm, an der hochqejpannlen Eiroin snhrendc» Leilllnasslrecke Bn>agrä!cnrodc-Oka'den einige Fcrnlei- tlingsmastc geneigt. Ter Ingenieur G. beaultragte den Monteur S. an einem Montag mi! der Herstellung der Strecke und teilte diesem mit, er könne aniangen zn arbeiten, der Strom sei abgestellt. S. konnte »un an dem betr. Tag anderer Ardeiten meqe» nicht aniangen laste» und der Jngenienr schaltete am Abend, nn> Okarben nicht ohne Licht zn laffen, den Strom wieder ein. ?lus nächsten Morgen hatte er sei» Attto bestellt, um de» Strom wieder abz»- stelle», bat oder >norge»S erfahren, daß der Mitangeklagte S. sich de» Schlüffcl zu der Schaltstatio» Burggrä'enrode geholt habe, um vor Beginn der Slrbeil den Strom abzustellcn. Daraus unterließ cs der Ingenieur hinauszusahren und selbst den Strom abzuitellen, weil er stch aus den Obermonteur verließ. Ter Obermonteur ging aber nicht aus btc Schallftntion und überzeugte sich auch vor Beginn der Arbeit nicht davon, ob die Lcitiinq stromsrci sei, insbesondere nicht durch Hersiclltmg eines Kurzschlnsjcs und Erdung an der Arbeitsstelle, sonder» ließ mit der Arbeit beginnen. Ter Hilismonteur Peters erstieg einen Mast, um em Seil anzumachen, wurde aber vom Strom ersaßt und sosort getötet. Verworfen wurde die Verusuug des Nebenklägers M. in Homberg, das den Ikjährigen Mattier G. zu Avvenrod wegen Körperverletzung zn einer Geldstrafe von sechs Mart verurteilt hatte. Ter Sohn des 3)!. und ®. waren in Wortwechsel aekomnien, W. drang mit erbo- benetn Stock ans G. ein, woraus dieser ihm mit seinem Stock einen Schlag versetzte. Fünf Mark Geld st rase wegen Beleidigung und zwanzig Mark Gcldstrasc wegen Körver- Verletzung erhielt der Lehrer H. i» Z. Wegen einer wetteren Körperverletzung und Freiheiisberaubunq wurde derselbe lreigejvrochen. H. hatte sich hinreißen laffen, einen Fortbildungsschüler, der es daraus angelegt batte, ihn zn ärgern und ihn anloq, au den Ohren zu ziehen, obwohl ei verboten ist, FortbildungSschnler körverlich zu züchiige» »nd mit Bezug nus deuselben bei dem Polizeidicuer das Wort Mißgeburt gebrauchte. Sport. Mann heim, 21. Juli. Ter erste Tag im Meister- t u r n i e r, das gestern nachmittag um 4 Uhr begann, lieferte folgende Ergebnrsfe: Spielmann-Mänchen siegte über Flam- brrg-SBarschau, John-Breslau über Dr. Tarrasch-Nürnberg, Dr. Tartakomer-Petersburg über Mieses-Leipzig, Röti-Wien über Fahrnv-München. Tie Partie Marshall-Amerika und Bogoljubvff-Kiew blieb remis, ebenso die Partte Krüger- Hamburg mit Carls-Bremen. Die Partien Tr. Bidmar-Lai- bach und Janowskst-tParrs, Duras-Böhmen und Mjcchin- Pctersburg, PrätorruS und Brehcr-Budapest, lourden abgebrochen. — Die Paarung für heute Dienstag ist) Ja- nowsch-Breier, Carls-Post, Mjcchin-Krüger. Bogoijubosf- TuraS, Flamberg-Marshall, Tr. Tarrasch-Spielmann. Mie> ses-John, Fahrny-Dr. Tartakower und Tr. Vidmar-Reti. Lnftschisfahrt. Englische Amtssprache im deutschen Luftverkehr? Ein sonderbares Vorkommnis aus dem deutschen Zepvelin- Lustschitt „Viktoria Luise" bringt ein Fabrikant in der „Glad- bacher Zeitung" zur Sprache. Er war mit zwei anderen Einwohnern M.-Gladbachs am vergangenen Sonntag in Baden Baden und hatte von der Zeppelin-Lustichitthalle Oos aus eine Rundsahrt in der „Bikwrra Luise" unternommen. Tobet sind er und die anderen Fahrgäste von einem Lustschiffbcomtcn mir Namen K l c l n, der die Fahricheinc nachsiehr, Erklärungen abgibt und in der Gondel bebiem, dauernd in englischer Sprache angeredet worden, obwvbi olle drei Herren wiederbolt erklärten, daß sie Deuttche seien und sich aus einem dcuttchen Luttschitt zu besinden glaubvm. Auch der Aufruf der Fahrgäste erfolgte durchweg in englischer Sprache. „Unsere Stimmung", so führte der Gladbacher Herr dazu aus. „wurde durch ein derartige- Berhalien stark beeinträchtigt. Aut unsere neust der Landung sofort bei den leitenden Beamten der Gesellfchast erhobene Beschwerde erkundigte sich dieser bei „Mister Kleur" und kam dann zurück inst der Antwart, der Monn habe ihm gesagt, in dem Luftschifse führen so viele Ausländer mit, daß man nicht wissen könne, wer Teutscher sei. Unsere Antwort war, daß inan ui einem deutschen Luttschitt doch bcjjev alle deutsch anrede. als von vornherein euglüch. Es ist auferordenllrch bs- dauerlich. daß so etwas bei einer Gesellschatt mög.ich ist. die doch gerade vorbildlich dänisch sein sollte. Bon der allgenremen » 4 « «crländischenBegeisterung grrrvgrn, wurde es dom greisen Grasen Zcpvelin ermöglicht, sei» Lebenswerk zum guten Vollenden zu bringen und nun geht eine deutsche Lusttchiffahrts- geiellschott der und duldet e-s. daß aus dculjchen Zepoelm-Lust- ichijscn doittsche Männer mis „Mister" angeredet weiden. Gegeii- über den fremden Fahrgästen muß den »urschen bei solcher Detandlung die Schamröte und Zornröte ins Gesicht steigen." EinPostflugvonMelbournenachSstdnest. Sydnen, 2l. Juli. Der Flieger Gnillaux itberbrachte eine unisangreichc Luftpost, die er in Melbourne und an verschiedenen Zwijchenstotipncii aufgenommcn hatte. Die zuruck- gelegtc Strecke beträgt 570 ciigliiche Meilen. Tie letzte Etappe von 160 Meilen legte Gmllnur in 90 Minutcn zurück. Zwischen Goulburnc und Harden mußte der Flieycr einen mcilcnnscilcii Eucalüptuswatd ühxrfliegrn. der erne Landung, salls eine solche erforderlich geworden wäre, unter keinen Umständen zugclasscn hätte. Brüssel, 21. Juli. iPrio.-Telegi.) Llnläßlich desNatrvnal- fcstes wurde deute Nachmittag aus der Rennbahn bei BrAIel ei» Flugmeetinq abgebalien. Hi-rbei machte e ne Französin. Madame Eanal de Castella Versuche mit ei icm Fallschirm. Dieser öffnete sich ,cdaäi nicht beim Absturz und di - Madame stürzte in d,» Tieic und blied aus der Stelle tot. T-r irairzöisiche Flieger Eham er baitc den Fchllschirmapvarai an icinem Flugapparat beiesiigr und in 600 Meter Höhe tosgelassen. vermischte». Eisenbahnunfall. Toulouse. 21. Juli Zivei Pcrjoncnzüge sind gestern abend bei Toulouse zusammengestoßen. Ssicr Wagen ivurden zertrümmert, sechs Reisende getötet und etwa 30 verletzt. * Unfall auf dem Marsche. Aus Erofken an der Oder, 21. Juli. meidet ein Privattelogramm) Tas Husarenregiment Nr. 12 aus Toraau. das sich auf dem Marsche nach dem Truppenübnngsvlatz Warthelagcr bei Posen bcsindet, setzte heule vorniittag bei Pollenzig über die Ober. Bai einer Buhne geriesc» vier Husaren in ein liefe» Loäs und gingen samt den Pserden unser. Zwei Husaren rettelen sich ans User. Ter Husar Koch geriet in ein 5 -6 Meter tiefe« Lacks) er wurde von dem 'Wachtmeister der Reserve v. Harnock, einen, Sohn des Professors v. Harnack-Berlin, aus dem Wasser geholr, der Tod war ober bereits «ingetrete». Tic bei dem vierten Husaren rngcstcllten Wicdcrbelcbittigsvcrinchc ivarr» von Erfolg. 'G roßte »er b e i B l o h in » n d B o ß. Ans Hamdurq, 20. Juli wird g«»i«ldet) Aus der Werst vou Blohm und Voß gerieten heut« uachmiltaq »»> 4 Uhr die hölzernen llnierttütznngen «nies stir Rechnung der Werst in Bau beimdlichc» TockS in Brand. Ta» Feuer griff in rasender Geschwindiakeit um sich, so daß leider nicht alle fflrdeiter ftüchten konnte». Bieder wird die Zahl der "ölen ans drei a>>gegeben. Tie Zahl der Verletzten steht noch nicht lest, dürste jedoch größer sein, da ndgejeben von den durch Brand- ivunde» Verletzten verschiedene ülrbcitcr bei der schleunigen Flucht, die durch große Ranchenlwickelung anßcrordenllich behindert nnirde, ditreli Hernnterspringe» Knochenbrüche erlitten. Die Wehrder Werst »nd die Hanrbnrger Feuerwehr waren mit vier Zügen »nd sieben Spritzendampfern bei den Löjcharbciteit mit 10 Rohre» tätig. Ilm etwa 8 Uhr tzatte die Feuerwehr den Brand in der Gewalt. ' Eine dörsliche Mobilisierung. Eine heitere Vrobe- niobilisierung wurde, wie der .Gesellige' milteilt, I» dem stlnstedler- dorle S k a r l i n vorgenommen. Ter dortige Geineindeoorstester hatte das nur im Kriegsfall z» öffnende Paket mit den Mobil- machnngsbekannlmachimgen irrlünilicherweisc geöffnet und diese an allen Ecken und Enden des Tories n»brf»gen laffen Tie Wirknna blieb natürlich nicht aus. Wat, zn den Fahnen mußte, machte sich inarjchserttq und tnanch rührende Abschiedsszene spielie sich ab, bis schiicßlich gegen tztbend eine telegraphische Richstg» stellnng von zuständiger Stelle, die von dem Vorfall Kenntnis erhalten hatte, die Trauer in helle Freude verwandelte. Märtte. Fraukenberg, 22. Juli. Die Zufuhr von Klauenvieh ist für den A r o 11 e r Rindviehmarkt am b. und 8 . k. Nits, wegen der Seuchengeiahr polizeilich untersagt. !e. Franksurt a. Ar. Schweinemarktberich! vom 22. Juli. Ansgctrieben waren 1784 Schwein«. Vollsteffchige Ecknvcine van 80 bis 100 ki; Lebendgewicht 44.00—47.00 Mk., Schlachtgewicht 57.00 — 59.00 spif.. vollsteffchige Schweine unter 80 kx Lebendgewicht 44.00 — 46.00 Mk., Schlachtgewicht 57.00 —69.00 Wk.) vollsteijchige Schwein« von 100—120 k s; Lebendgewicht 44,00—47,00 Mk„ Schlachtgewicht 55.00—57 Mk.; vollsterschige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 42.00-44.00 Mk, Schlachtgewicht 52—55.00 Mk. Eejchnsl langlam, bleibt Ueberstand. te. Frankfurt a. M„ 22. Juli. lOrig.-Telegr. des „Gieß. ?Inz."> Amtliche Notierungen der heutigen Jruchtmarktpreise. Weizen lhiesigers Mk. 00.00— 00 . 00 , Knrdessischer M. 00.00— 00 . 00 , Wetteraner Mk. 00.00—00.00, Roggen lhiesigers Mk. 17.00 —00.00, Werste Mk. 10.50—18.00, Gerste. Franken, Psälzer, üited Mk. 18.50—17.50. Haler Mk. 18.50—18.50, Mais Mk. 15.80—18.00. Weizenmehl 0 Mk. 00.00—00.00. Weizenmehl I Mk. 00410—00.00. Weizenmehl III Mk. 00.00 - 00.00, Roggenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00. Weizenkle!« Mk. 0.00 —0.00. Weizenschalen Mk. 0.00—04X1, Roggen- kleie Mk. 00.00-00410. Dlalzkeime Mk. 00.00-00.00. Biertreber 00.00 — 00.00, Futtergerste Mk. 00.00 — 00.00. Alles ver 1O0 kg ab hier. ke. Frankfurt a. Hl., 22. Juli. lOrig.-Telegr. des „Gießener Anzeigers".» Karkosselmarkt. Man notierte: Kartoffeln, neue, ln Wagcons Mk. 7,50-8,00, int Kleinhandel Mk. 8,00—9,00 für je 100 kr. Müllerschc Badeanstalt. Walierwärm« der Lahn «m 22. Jul! 18’ K. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 22. Juli 1914) Derbrettete Weioitter, voriviegend wolkig, Regensälle, kühler, nordwestliche Winde. Verantwortlich für den politijchen Teil i. SS.: R. Lange. An der Ingenieur-Akademie Wismar a. d. £3. haben kürzlich wieder die Jngenieur-Haumprüfungen unter dem Vorsitz des designierten Prüfungs-Kommissars iOber-Baurats, sowie in Gegenwart des Vertreters der Auffrchtsbehörde in allen iAbteilimgen 'Maschinen-Elcktrotechnische-, Bau- Ingenieur- und Archricktur-Abterlungt stoitgcsundcn. Bo» 26 AbjolvcMen trat ein Kandidat von der Prüfung zurück, tvöhrend ein Kandidat sich noch einer Nachprüfung zn unterziehen hat. Die übrigen Kandidaten bestanden mit den Prädikaten „sehr gut", „gut" und „im ganzen gut". Das nächste Wintersemester beginnt am 26. Oktober! ein sreiwilligcc Vorkursus am 1. Oktober ds. I. Vorlesungsverzeichnisse durch da» Sekretariat. "/ 7 b. Rrsuorei-k'üllllnu Lrauerei-kütlung l-iebbeber einer Flasch« gelten Bieres verlang, ansdrückl: iGiessener Branhans-Bierl hell und nach Münchener Art. j Sanithte-Kroftbfer: alkoholarm — eitrakfcreich • Ausschließlich Brauerei-Füllung • | daher Gewähr für beste Beschaffenheit | Direkt vom Lagerfaß in die Flasche WW-Mereien '«toticv Posten, cintfle 1000 OTlv., S'fttfc 4'/, Wir. hall, i'cv 3tiiit 75 Psg, folanac l'Otrat reicht, renut. Preis naiw bedeutend höher. [8548 Bahnhojitrastc BO Part. Kein Laien. Feraspr. 2B0. Jngendfcst. nltt-top ^Vinri'tesfrt«♦ •<> .___ ___b« c *ihUvi,ie ^Vuocribfcft, zu dein etwa 4800 »Inder ?£ s ra& > .7t!}; b £? 011 TonnerMa«, den «:». d. M.. tm Ponohovbenwald abgehaltcn werden. ..«k iIÄ i * nachmittags 2 Uhr in der Ost' «SiaLaSS».!!*! 1 «l e ? UT «! ,n ^ nimmt feinen Wen durch die Gartemtrahe, Katser-9iUee nach dem Fettplaiz. An den Entgangen zum Festplalr wird zur Bestreitung der Kosten von atLen nicht zum June gehörenden g^kteilnehmern ein EmlrtitSgeid von 30 Psg. erhoben Im Vorverkauf. btS zmn 23. d. Mts., mittags '.',12 Uhr dauert, werden (Eintrittkarten zu 25 Psg. abgegeben. VorverkauisiteUe» sind eingerichtet bei: Cr. Baiser, MauSourg; E. Bourgeois, Kirchenvlatz, W. Klee. Markt- NAEr LLxuhr, Sonnenstrahe,- Ehr. ,;ranz, Plockitrabe: 8 ?oll. Mausburg: A. Salomon, Schulstrahc; Buch- vtnder Lchneider, Kirchenvlav _ Die tm Borverkauf gelösten Karlen sind an den Kanenstellen tm Walde vorzuzeigen. Giehen, den 15. Auli 1911. Der Festausschuß. ___ Pr. Ebe l. 8559 B Giefiener Freilichtbühne - ®ear. 1909. - Künstlerische Leitung, Walter Dworkoivski Samstag, den 25. Juli 1914, abends « Uhr: In Anwesenheit Ihrer Königl. Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin. AitlikckilkkllkKIiilke Ein deutsches Märchcndrama von Gerhart Hauptmann Preise der Platte: Numerierter Platz Mark 2—, unnumcrierter Platz Mark 1.—, Stehplatz Mark 0.58. Ter Vorverkauf sindct in der k> hallicr'ichcn Muft- kalteuhaudluna stau. Techserkarten haben Gültigkeit, die damcu werden hösl. gebeten, die hüte adzunehmen. Für die Jrcilichtbühnct Dr. Bcrnbcck. [88081) Steins Garten findet Donnerstag, 30. Juli statt (Operetten-ftbend). sooöd Gesellschaftsverein ( e.'v’ Giessen Bücher-Rückgabe. Sämtliche vor dem heutigen Tage (10. Juli) entliehenen Bücher bitte spätestens bis zum 25. Jali 1914 zur Musterung zurückzugeben. Für solche Bücher, deren fernere Benutzung gewünscht wird, sind neue Leihscheine auszustellen. Im August, bleibt die Bibliothek geschlossen. Bibliothekstunde Montag und Samstag von 2—4 Uhr, Mittwoch von 4—6 Uhr. Die Bibliothek-Verw. «les Gescllschaftsveroins A. Frees. 8101D LichtSpiel-Haus Rahnhofstraße 34 8611a Heute bis Freitag ist unser Theater wegen Renovierung geschlossen Bekanntmachung In unser Gcnossenschaftsrcgister wurde heute eingetragen: Oberhessische Werkstätten zu Gießen, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Gieße». i Gegenstand des Niitcrnchinens ist: Herstellung und Vertrieb vollständiger Inneneinrichtungen oder von Teilen solcher nach künstlerischen Entwürfen und unter künstlerischer Leitung aus gemeinschaftliche Rechnung einschließlich des gemeinschaftlichen Ankaufs der erforderlichen Rohstoffe, der Veranstaltung selbständiger Ausstellungen und der Be schickung geeigneter sonstiger Ausstellungen mit den genossenschasttich oder im Aufträge der Genossenschaft hergestelllen Erzeugnissen. Die Ausdehnung des Geschäftsbetriebs aus Nichtmitglieder ist statthaft. Die Haftsumme ist aus 250 Mark festgesetzt, jeder Gcnostc kann bis zu 3 Geschäftsanteilen erwerben. Zum Vorstand sind bestellt: l. Wilhelm Bach, 2. Hans Burg? beide zu Gießen, und Adam Metzger II. zu Münzenberg. Das Statut ist am 7. Juli 1914 errichtet. Die Bekanntmachungen erfolgen im Gicßcner Anzeiger. Zur Verpflichtung ,genügt die Erklärung von zwei Vorstandsmitgliedern. Die Vorstandsmitglieder müssen dem Namen der Genossenschaft ihre Namensunterschrisl beifügen. Die Einsicht der Liste der Genossen ist während der Dienststunde» des Gerichts jedermann gestattet Gießen, den 18. Juli 1914. 8617 B v Eroßhxrzoglichcs Amtsgericht, jj Gewerbe - Ausstellung Gießen 1914 für Oberhessen und angrenzende Gebiete Mai—August H Protektor: Seine Kgl. Hoheit GroBherrog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein , Samstag, 23, Juli | Roter-Kreuz-Tag ■ 11 bis 1 Uhr Konzert: Kapelle Zirn. 4 bis 7 Uhr Konzert: Regimentskapelle. 1 8 bis 11 Uhr Konzert: Regimentskapelle. Die Eintrittsgelder fliessen dem Roten Kreuz zu. H Eintritt für Besitzer von Dauer- und Beikarten 20 Pfennig, ■ Arbeiterkarten 10 Pfennig. Mitglieder auswärtiger Krieger- B vereine 50 Pfennig. Sonst üblicher Tagespreis 70 Pfennig. Basare werden nicht eingerichtet. 86260 s KaHHBIBBBEäaBfflBBPgHBHBBgB BBgBBIB BfflB BWBH BMB Ilorderney Dar ctönigl. Nordsccbad Das grünte Seebad Tcutichlands. Die Intel des ^orts. Die Stätte klassischer Musik. Höchste Besucherzahl: 45000. Führer. Ortsplan, kostenlos durch deine,ndeverwaliuna u. («cschasiSslellen der Annoncen.Ervehi,ton Nudols Matte. Achtung! Am 3. August ist die Ausstellung zu Ende. Benützen Sie diese kurze Zeit noch zur Deckung Ihres Ofenbedaifs. (8533a DieAnsnahmepreise haben nnr bis dahin Gültigkeit. Beachten Sie in der Ausstellung die fabelhaft bill. Preise der Kaminöfen! Emil Pistor Nfl. mit 25% Rabatt auf Listenpreise ab. 18618a J.B. Häuser 56 IVenst-adt 56. Ausstellungs-Lose k 1 Mk. sind bei allen Lose- Verkäufern zu haben. Ziehung: 12. August. 1646 Gewinn« im Werte ▼. Hk. 30000 1. Hauptgewinn Hk. 10000 2. 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