Nr. 168 Der Sleffener Anzeiger erscheint täglich, nutzer Sonntags. - Beilagen: viermal wöckeullich OiezenerZamIliendlSkter, zweimal wöchenil.ltreii- bfatt füröe» Krcts Sietzen (Dienstag und Freiing); zweimal monail. Land- winichastliche Seitsragen Ferniprech - 'Anschlüffe: lür die Redaktion IIS, Verlag ». ExvediNoi, LI Adresse inr Tcvelchen: 'Anzeiger «ictzea. Annahme von Anzeige» ‘»iv die Tagesiiiiinnier bis vormittags S Uhr. Erster Blatt 164- Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dienstag. 2 \. Juli M4 Offiziere alz Aritiker. Die bedauerliche Fälle von Solttatenmißhandlung" Prozessen, die wir leider in der letzten Zeit erlebten, hat einen „altardienten Frontossizicr" veranlaß,, im Anschluß an den fchlgejchlagcncn Luremburg-Prozeß in einem rheinischen Zentrumsblatt Vorschläge zu machen, wie der »amps gegen die zahlreichen Mißhandlungen in der Armee zu rühren sei. Es müsse mit der leider bei vielen Vorgesetzten noch immer gangbaren Meinung: „Ein FagdhieK schadet nichts; zu Hanse werden die Leute auch nicht mit S«mt- handschuhrn angefaßt", gründlich auigcräumt werden Ter alte Ossizier bczwriselt vor allem, ob der Kriegsminister durch die Anstrengung des Luxemburg Prozesses gerade besonders gesclncki die Interessen der Armee vertreten >>at und wendet sich scharf eingehend gegen das Nachexerzieren, gegen die Strafbücher und gegen die jetzige, ganz unzulängliche Art des Beschwerderechts. Der Versasser rechnet damit, daß er nrit seiner Meinung aus manchen Widerspruch stoßen nätd, ebenso mit der, daß jeder Vorgesetzte, der Untergebene mißl-andelt, aus der Armee heraus muß. Gleichzeitig erscheint nun eine Broschüre, die der che malige Kompognicchef im 07. Infanterieregiment in Soar- burg, der Hauptmann a. T. V o in m e r herausgegeben hat, unter dem Titel „Zwanzig Jahre als Infanterieossizier in den Reichslanden" richtet der Lssizier schwere Anklagen gegen Ofsizierkorps und Heeresverwaltung Er kritisiert vor allem die nicht einwandfreie Lebensführung eines großen Teils der Offiziere, besonders in den Grenzgebieten. ,;ur seine Behauptungen inuß ihm natürlich die Verani- wortrrng überlassen bleiben, doch wirkt der sachliche und ruhige Ton der Ä'ritif Überzeugend und ausrichtig. Als einen Krebsschaden bezeichnet Pommer die Strasvcrsetzung von Offizieren an die Grenzen, Er meint, diese Strafversetzungen müßten für das Osfiziertorps der Grenzregimenter moralisch nicderdriickend wirken und die Strafversetzten, deren Lebenswandel schon in den „vornehmen" Garnisonen unliebsames Aussehen erregte, trieben cs in den Grenzgar, risoncn nackt wller. Er behauptet, „daß gerade die- lerrigen Ossiziere, deren Standesdünkel am ausfälligsten ist, sich bei den Liebesmählern zu einem Vandalismus hin- reiße.n lasse, der jeder Beschreibung spotte." Er konstatiert im Anschluß an das Abschiedsessen des Osfiziertorps einer Kavalleritchivision im Lager von Elsenborn, bei dem -der hohe Adel und sogar ein.Prinz vcrrreten war, die bedauerliche Tatsache, „baß der Firniß der Zivilisafion auf diesen Herrenmenschen nur ganz dünn aufgetragen ist". Besonders scharf kritisiert Pommer das Verhalten der Lfsi- zzere beim Pserdehondel und beim Spiel, Er erhebt gegen die Heeresverwaltung den Vorwurj der ungleichmäßigen Behandlung je nach dem, ob sie adlig oder bürgerlich find. Im Reich-stap haben die verschiedenen KriegSministcr die gleichen Vorwürfe innncr mit einein Achselzucken abgestcit ten. Als Beispiel führt Pommer den Wechsel im Offizier korpS des lö. Ulanen-Rcgiments an, das von Straßburg nackt Saarburq versetzt wurde. In Straßdurg bestand das Osfiziertorps zum allergrößten Teil aus Adeligen, Freiherren und Grasen, sogar ein Fürstensohn war darunter. Mit der Verlegung nach Saarburg trat ein Wechsel ein und nach zwölf Jahren gab eS im Regiment nur noch bürgerliche Ossiziere. Mit einem idealen Feuereifer bekämpst Herr Pommer in seinem Buche gogeu den Luxus im Ofsizierkorps und wendet sich gegen die hohen materiellen Forderungen, die an einen Offizier bei seiner Eheschließung gestellt werden. Aus der Gftseite. Eine amerikanische Plauderei. 0r. 6. Neuyork.im Juni. ,It looks least" pflegt man in Ncuvork zur Bezeichnung dessen zu sagen, was vo» der OAefte kommt oder dortbin gehör!. Am der Ostscite, besonders bi» zur lk. Straße, geht cs aber oft noch etwas mittelalterlich zu. Tenu hier machen die vielen russischen und südeurovüischen Einwanderer ihre „greenhorn-Zeit", ihre Karenzzeit, wenn man so sagen darf, durch. Und die engen, meist vierstöckigen Häuserreiben sind buchstäblich mit Mensche» vollgestopft. Und auf den Straßen stehen Tafclknrren in langen Reihen mit allen erdenklichen Sachen, Fraucnputz, unechten kckmiucklachen, gclrockneten Fiichcn, Bananen, Haaröl, alten Kleidern, alten sachnden und dergleichen mehr. Bis in die sinkende Rach, zwängen sich die dunklen Massen aneinander vorbei, haschen sich Kinder, stirten orientalische Schönheiten von oft ausgesucht seinem ttzesichtsschnitt, — Wob! begegnet man hier der Armut, selten aber der Not und nie der Resignation. Sie scheinen alle zu wissen, daß Arbeit in den Berenngten Staaten zum Paradiese führt, aber sie scheinen sich auch darüber im klaren zu sei», baß die Mühsal des Erwerbes ihnen ihr Beites untergräbt, nnd gehe» voriichllg auf die Suche, bevor iie ihre» Haken irgendwo anicktlagen Hier war es auch, wo ich unverfälschtem Judentum zum ersten Mole grgenübertrat. Bei einem Heine» Flickschneider, der sich m Firmenichildc imrürlich „Jmporting Taiior" »aimie und ganz nett beim Aufbügeln verdiente, worauf man am einer Galerie im bnueigrundc seiner -rochwitzbudc warten konnte. — Er war Riist'c, gehörte den gebildeten Ständen au, konnte aber weder englisch irockt deutsch schreiben, ivrach aber beides recht fließend. | Ich pflegte bei ihm twrzujvrechen, weil interessantes Iah reiches Volk bei ihm verkchne Große, hagere, alte Herren im betitln, kleine Ticke mit Makkabäerbart und ialttgcm Eblad, >md ncrvoic junge Braufckövsc, die noch nicht wußten, daß sie ihre, nnier dem Truck der volitischen Verhältnisse erblühten Ideale in den Dcreiiiigten Staaten nicht diskontieren konnten. Israel Zangtirills „Meiling Pot" der Lxhmelztiegel, >oar taniols nocki nicht über die Bretter gegangen, worin so bezeichnend vechgewiestm wird, daß sich in der allen Welt einander jo scktroft bsgrnübcrstehendc Nationalitäten unter dem Sternenbanner oft bis »um Verschwinden der Rast'enmerkmale ausgleichen. — Dich; bei dem Tchneiderladen dingen dre, große goldene Rugeln noc einem vielbesuchten Hause. Das Molkabäerwavpen "" drei Kirschen an einem Stengel — als Ausdruck der Fülle. Tie Svtdatcnmißhandiunge» stellt er als eine vollzogene Tatsache hin und gib« zu ihrer Ahstellung ähnliche Anregun gen. wie der cingmigs erwähnte-Frontoffizier Viele seiner Borwürse ivcrden bei de» nächsten Militärdebatte» im Reichs Parlament sicher zur Sprache kommen und >r»enn wir auch davon überzeugt find, daß cs sich nur um bedauerliche Auswüchse handelt, so entsteht doch für unsere Heeres Verwaltung die 'Pflicht, den Behauptungen nachzugchen und da, wo sich Mängel und Schäden zeige», diese rückhaltlos und rücksichtslos auszumerzen. Daß die Behauptungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt eine große Reihe von Beispielen, die der Versasser — ohne Namen zu nennen ansührt, die aber für den Kenner der Verhältnisse durch sichtig genug sind Tie Kritil stammt nicht vo» einem Verärgerten, der Verfasser lieb ich beute seinen srühcrc» Beruf und saßt ihn hoch hehr >..is Man sieht das, wenn er sagt: politisch hak sich der Lssizier naturgemäß passiv zu verhalte», denn als Stütze des Thrones und der Bersassung muß er sich den Anordnungen seines Monarchen bedingungslos untcrwrrsen, ivcnn auch sei» Tente» und Fühle» ihm vielleicht manches Resormbedürstige zum Bewußtsein bringt. An dieser Kritil eines Patrioten wird auch der Kriegsminister nicht ohne weiteres vorübergehen können und man dars wohl erwarten, daß — ihre volle Berechtigung vorausgesetzt - Remedur erfolgt. Poincare und der 3ar. Kronstadt, 20. Juli, Heute nachmittag um 3 Uhr ist Präsident Poincaie a» Bord des Linienschiffes .France' hier cingetroffen. Tcr Zar begrüßte de» Präsidenten an Bord der Kaiserjacht .Alexandria' tmf der kleinen Reede. Der Kaiser empring den Präsidenten an der Schjffsireppe der Pacht und begrüßte ihn in herzlicher Weise. An, Großmast ging die Flagge des Präsidenten hoch. In Begleitung des Kaisers befanden sich die Hofnsinister, die Minister des Aeiißern und der Marine, der französische Botschafter, französische Militärattache nnd der Marmcaitachs, der rnssijche Botichastcr in Paris und daS Gefolge. Präsident Poincars betrat >» Begleitung des MarineniinislcrS Grigorowitsch die Pacht, die dann die Rückfahrt nach Peterhof anstai. An bei» La»d>ing-5platz in Petcrhos, ivo eine Ehren- ivachc ansgestellt ivar, wurde Poincars von den Großfürsten, den Generalen, den, Gouverneur von Petersburg, dev, Kom- u, andante» von Peterhos, dem Personal der französischen Botschaft begrüßt. Der Zar geleitete den Präsidenten in einer vierspännige,. Eqnipagc, die von jiuei Zügen dcS kaiserliche» ConvoiS begleitet ivar, in das Große Palais, wo der Präsident Aufenthalt nahm. Bald nach dem Eintreffen wurde der Präsident von der Zarin einpsangcn, Trinksprnch des Zaren. Bei der Galatasel, die heute Abend 7 »/ 2 Uhr im Großen Palais stattjänd, richtete der Kaiser folgenden Trinkspruch an den Präsidenten Poincare: Herr Präsidciit! Lassen Sic mich Ihnen zum Ausdruck brmgen, wie glücklich ich bin, Sie hier willkommen zu heißen. TaS Ober- Hanoi des verbündeten Staates ist inimer sicher, in Rußland der wärmsten Ausnahme zu begegnen: aber heute ist unsere Befriedigung, den Präsidenten der französischen Rcvublik begrüßen zu können, noch verdoppelt durch das Vergnügen, in Ihnen einen alten Bekannten zu finde», mit dem ich vor zwei Jahren persönliche Beziehungen anzuknüpien die Freude hatte. Vereinigt von langher durch die gegenseitige Sympathie der Völker un» durch ge- meinsame Interessen sind Frankreich und Rußland bald ein Viertcl- jahrhundcrt eng verbunden, um bester dasselbe Ziel zu oer- Tahliiier ltziustc aber Herr Hilvoidstciner, eine gewichtige Per- söniichlcit, ein Onkel, irre man den Pfandleiber in den V^- cinigtc» Staaten nennt. Ein trüberer Gardeossizicr zählte zu scinc» besten Äundeii und erhielt für halb wertlose Sachen oft kingeheure Preise, iveil er ein: Rente bezog und wieder einzulösen pstegte. AlS er aber einmal einen kostbaren, kaum getragene» Winterrock seines Paters erhielt, versetzte er ihn spornstreichs nach dem Grundsätze: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um cs zu besitzen," Ta er aber zehn Tollar für de» Rock erhalten hatte, hotte er ihn nicht ivieder ab, sondern vermietete sich für die bitterkalten Wintermonate als Laundrh- man, Wäscher, in einem Hotel Jn Neunork findet man überall Juden,, unter den Schutz- leuten, Kondukteuren, Soldaten, Kellnern und Beamten jeder Klasse und Schattierung. Unter Offizieren und Richtern auch? Unter crsteren ja, wenn der Kongreßmann oder i-cnator ihres Bezirke» sic wie jeden anderen empiahi. Unter letzteren auch >a, wenn iie dazu gewählt wurden. Richter fein, ist aber kein angenehmer Posten in den Vereinigten Staaten, da die richterliche Auiorität mit dem Verlosten des Gerichtssaaies auihort. Weiter südlich, bei der Ost HO. bis 123. Straße, östlich der dritten Avemie, erstreckt sich das größte Juoenvicttcl der Welt. Hier hinein ergießen sich nach Gejchäftsichluß Taniende und Aber tausende, Mit der Hochbahn, dem Subwan, und oerschiedeneir Straßenbahnlinien kommen sic aus allen Himmelsrichtungen her bei. Scho» am Nachmittage kann man niete dieser Straßmi kaum noch vaiiicren, so groß ist der Kindersegen der Neuyorker Jude». schaff. In Ebikago war eS, nur diesmal ioaeci, eS^ nicht Kinder, sondern die langen Züge der Streikenden, die die Sttaßen füllten Bei Maffenstreils läßi man zur Säuberung der Straßen U. S Postwagen die Geleise entlang lausen. Einen solchen Hallen Strecker angegriffen, und es wurde aus Freiwilligen zusammengesetztes Militär reguiriert, unter denen sich sehr viele Juden befanden, die auch erfolgreich daranl losbrannten, dann oher — in andere Staaten versetzt werden mußten. Ein Mr. Mark Grat, der dann noch lange Jahre eine Ber- lraue>»sstellung im Rrwseveltschen republilanisthen Hauptguartier rnne hatte, hat mir dies hübichc Stückchen ioäler selber erzählt Amerika ist eben kein Boden für anarchisttsche Umtriebe. ES geht dorr vielmehr doch rech! hartherzig-ariiwkratiich zu, — und zwar auch in dem Sinne, daß man geben muß, wenn man nehmen will. iolgen, das darr» besteht, ihre Jntcresic zu ioahren. indem iie Mitarbeiten a» der Erballung des Gtcickig, mchis und des Friedens IN Europa Ich zweifele nicht, daß unser' beiden Länder, getreu itreni .ftiedtichen Ideale, i>ch stützend au> ibr ermodies Bündnis, ebenso wie ani qeineiniämc Freundichailen auch icrnerbin die Wohltaten des durcki die Fülle ihrer Kräfte gesicherten Friedens genießen werden, indem sie die Ban!»', die sie einigen, immer iestcr knüpfen. I» diesem ied-r anirüliligen Wunsche erbebe ich mein Glas airi Ihre Geftiirdheit, Herr Präjideni, cbemo wie auf die Wohlfahrt und den Ruhm Frankreich». Ter Trinksprnch Poincartzs. Präsident Poincare antworirle ani den Tnnkivruch deS Zaren wie iolgli Ich danke Eurer Maiestal für die l>erz>ichc Ausnahme und bitte Sie. zu glauben, daß es mir lehr angenehm geiveien ist, hier dem erhabenen Herrscher des betreunbrtcn und verbündeten Volkes einen neuen Betuch abzustatien. Getreu der Uebcrtieierung. der »ieuic ehrenwerten Vorgänger gefolgt sind, Itabe ich Eurer Majestät und Rußland das ieierlickie Zeugnis von Gefühle» bringen wollen, die unverändert in allen iranzöiischcn Herzen wohnen. Beinabe 35 Jahre sind vergangen, seit liniere Länder i» einer klaren Vision ihre Geschicke »nd Anstrengungen ihrer Tiplomaten vereinigt haben nnd die glücklickte Wirksamkeit dieser dauernden Verbindung mackst sich alle Tage süblbar in den, Gleichgewicht der Welt. Olegründet aus die Gemeinsamkeit der Jmeressen, geweiht durch den irirdiicheii Willen der beiden Regierungen, gestützt aus Armeen zu Wasser und zu Lande, die sich kenne», sich schätzen und sich gewöhnt haben zu verbrüdern, gefestigt durch eine lange Eriabrung und ergänzt durch wertvolle Freundschaften hat das Bündnis, zu dem dcr crltabene Kaiser Alexander III und der betrauerte Präsident Earnot die erste Jnittative ergnffen haben, seitdem beständig den Beweis seiner wohltäkigcn Wirkung und seiner unencktüiter- lichen Festtgkesi gegeben. Eure Majestät kann versichert sein, daß Frankreich nach wie vor in Einigkeit und täglichem Zusammenwirken mit seinem Verbündeten da» Werk des Friedens und der Zivil liätion verfolgen wird, an dem die beiden Regicrunaen und die beiden Nationen nicht autgchön hnben zu arbeiten. Ich erheb» mein Glas zu Ehren Eurer Maiestät, Ihrer Majestät der Kaiserin, Ihrer Majestät der Kaiserinmultcr, Seiner Kaiiertichen Hoheit des Großsürst Thronfolgers imi der ganze» Kaiserlichen Familie. Ich trinke aus die Größe und die Wohlsahri Rußlands. Au» iieffen. Von der LandtagswahI. Im 14. Starlenburgcr Wcrhllreis Groß-Gerau hat die sozialdemokratische Partei dem bisherigen bauernbünd- lerischcn Abgeordneten Senßseldcr in Buitelborn, dessen Wahlzeit abgelaufen ist, der aber wieder kandidiert, den Gemeindcrat Peter Feutner in Trebur gegenübergesteklt. vsutscbe» Reich- Rc>>e Steuern. Die „Tägliche Rundschau' behauptet, unter den Vorschlägen der Reichsleilung zur Beschaffung weiterer Ein- nahme» stehe an erster Stelle das Z ignretteimi onopol. Der Erlrng werde mii 100 bis 120 Millionen jährlich angenommen. Das Monovol sei als Fabrikationsmonopol mit einen, damii verbundenem Verkaussmonopol gedacht. Die S t i ch >v a h i u» ReiclistngSwahIkreis Lab iau - Wehiau ist au! Touuerslag, deu '23, Jiili augeseiit ivorde». Das sächsische Justizministcrium iägl cillärcu, daß die sächsische Justizverwaltung die Warnung verschiedener sächsilcher Schwingerichtspräsidenlen vor einer RechiSbeugnug nicht veranlaß» und nicht billige. Auslanv. Ein höchst bedeutsamer Schritt zur Beilegung der inneren Krisis ist in Engt and dcr , Tim eS'zulolge ge- Icheheii: Ter König Hai Eiiiladungen zu einer Kouscrenz »n Buckinghampalast ergehe» laffen, a» dcr die hauptsächlichst beteiligte» Parteien, nämiich die Regierung, die Opvosilion, die Naiimialisten und die Ulsterleule durch je zwei Mitglieder vcr- ireieu sei» sollen. Die Konlerenz soll am heutigen Dienstag sial>- TumaS gegen Schiller. Ter Dichter dcr „Trci lNuskcticre" verfügte über eure weitbekannte Phantasie und Erfindungsgabe. Schier unerschöpstich schien sic zu sein. Dennoch hatte er selbst wohl die Empsindnng, daß es nöttg wäre, sich ab und zu Airreguugen und »eilen Stofs zuzuiühren. Er benutzte dazu alte Schatteten und Abenteurer- und Ritterromanc, die^ in -deutscher Sprache efichienen, ihni nur dadurch zugänqlich waren, daß eine junge Elsässerin, mit der er zusammenlcbte, sie Ins und ihm ihren Inhalt imcdererzähltc. Aber nicht nur auf diese alten Schmöker beschränkte sich TumaS Kenntnis der deutschen Literatur. Tie Geliebte, Halbdeutsche von Geburt, machte >knt auch mit Schillers Werken bekannt, und von dicini war xs natürlich die „Jungftau von Orleans", die sein größtes Interesse weckte Er mußte zugeben, daß Schiller „kein gewöhnlicher Geist" sei. „Aber," sagte er, „eine unverzeihlich-: Ollbernheit hat er dennoch begangen; wie war es möglich, daß er die Jungftau von Orleans in einen Engländer verliebt machen konnte? Eine ^Französin in einen Engländer verliebt! das verhunzt das ganze Ltück." — Sin seltsames Geldstü ck. Zu den merrwuedigstev. kblünzen der Welt gehören die sog. Manillas, die i» manchen Städten und Töriern von coüdwest-Nigeria an der Westküste von Afrika noch in Geltung sind. Ticse Geldstücke ähneln in ihrer Form Huieiscn, deren Enden wie Kamelftiß- gestattet icirb T» sie ganz aus Kupier bestehen imd Zoll dick sind, wiegen iie pro Stück last ' j Pfund. Ta 7 Manillas den Wert eines Schilling ausmachen, io muß der, der eine größere Zahlung in dieser Münze machen will, ein sehr kräftiger Lastträger sein. Teshalb ist auch der (gebrauch der Manillas jetzt nur noch aut einige kleinere Gebiete beschränkt, nnd die Münze wird bereits zu einer ethno- gravbilchen Seltenheit, deren Liebhaberwert größer ist als der wirkliche. — Tie schlimmste Kritik. Ter bckannic amerilanischc Schauivicler William H. Eranc saß dieser Tage mit einem allen Kollegen und plauderte von »ergangenen Tagen. „Entsinnst du dich noch RIF?" „Al Travers, des Dramatikers? 'Aber gewiß. Was ist aus ihm geworden? „Weiß nicht, sah ibn seit Jahren nicht. Sah in zuletzt in der ersten Parkettreide des Theaters in Tavannad. Es war die Premiere icines letzten Stückes. Es fiel durch, es fiel iänimcrttch durch 'Ai laß kreidebleich, abc,' gefaßt, innritten des Zilchcns. Tann aber lam d a s S ck I i m m st e. Eine Dame hinter ihm beugte sich vor m,' jagte „Verzeihung, ich wußte nicht, daß Sic der Dichter sin» und schnitt m,r vor Beginn des Tviels eine Locke Ihres Haares ab. Gestatten Si» nun. sic Ihnen zurückzugebcn," Das war das letzte, . fknfeeu. Wie man erfährt, wird Premierminister Asquith heute nn Ureterhause eine förmliche Mitteilung darüber machen. Die ,TnneS- fügen hinzu, daß folgende Herren an der Konferenz teil- nehorenwerden: Für die Negierung Asquith und Lloyd George, lür die Oppasttron Lord Lanßdowne rmd Bonar Law, für die Nationalisten Ledorond und Dillon, und für die Ulsterleute Sir Edward Cursor und Grayg. Ministerpräsident Viviani hat den russischen Regierungs- kreisen nrrtteilen lasten, daß er, getreu seinen demokratischen Grund- sähen, keiiie DrdeuSauSzeichiitmg zu erhalten wünsche. Ter Zar werde deshalb Bwiani als Erinnerung an die Reise nach Rußland einen Krnrstqeqen stand znur Geschenke machen. Ein Geistlicher als deiltscher Spion? Irr Bernay (Eriredepartement) wurde der Pfarrer von Fontaine Heurteboud unter der Beschuldigung der Spionage verhaftet, weil e^c dem Staticnisvorfteber von ThiberviÜe eine Sumnie von 500 Franks für einen Eisenbahnmobiüsierungsplan angeboten hatte. Der Stationsvorsteher ivar auf diesen Vorschlag scheinbar einaegangen und hatte die Polizei verständigt. Als der Pfarrer beim StatwnS- vorsteher erschien, wurde er festgenomnien. Einigen Blättern zu- folge soll er gestanden haben, daß er für Deutschland Spionage betrieben habe, nach anderen soll er geisteskrank sein. Wie aus Bernall weiter gemeldet wird, wurden in dem Dause des wegen Spionage verhafteten Pfarrers Heurteboud zahlreiche wichtige Schriftstücke beschlagnahmt. Heurteboud soll durch ein Inserat. in dem gut bezahlte Mitarbeiter für eine Zeitschrift gesucht wurden, mit einem Lpionagebureau in Perbindung getreten sein. Tie Blätter erzählen, er habe dem Stationsvorsteher von Thiber- ville mitgeteilt, daß er mit ihm zusammen 500 000 Francs ver- 'dienen könne, wenn er ihm den Mobilisierungsplan der Nord- bahnlinien verschaffen würde. Tie Untersuchung ergab, daß Heur- teboud ein kostspieliges Liebesverhältnis mit einer Pariserin unterhielt. Auch in der Wohnung dieser Frau wurde eine Haussuchung vorgenommen, es wurden jedoch nur Liebesbriefe vorgesunden. ver Prozeß gegen Zrau Caillaux. Paris, 20, Juli, Ter heute mittag beginnende Schwurgerichtsprozetz gegen die Frau Caillaur wird voraussichtlich noch eine größere Zahl von Berhandlungstagen in Anivrnch nehmen, als von der Gerichtsbehörde in Aussicht genommen worden war. Man glaubt, daß der Wohrivruch der Geschworenen im besten Falle in der Nacht zum Tonnrag verkündet werden wird, Ein ganzer Verhandlungstag dürste durch die Aussagen der Chirurgen P o t z i, Tonen und F r c i s s e u. a, ausgeiüllt werden, die van dem Verteidiger der Frau Chaillaur geladen wurden, um Larzulegen, dosz Calmettc mittels eines chirurgischen Eingreifens hatte gerettet werden können. Allgemein herrscht die ileberzeugung vor, daN die Prozeßoerhandlungcn einen überwiegend politischen Charakter annchmen werden und daN der Gatte der Angeklagten, der ehemalige Ministcrpräsideni und Abgeordnete Caillaux die Gelegenheit benuxen werde, um die von Calmette gegen ihn gerichteten Angrisse ,n allen Einzelheiten zurückzuwcisen, Der Nachfolger Calmcttcs i» der Leitung des ,,Figaro", der Akademiker Cavus schreibt: Cs scheint, daß die Partei, welche Calmettc ermordet hat, den Versuch machen wird, sein Andenken zu beschmutzen Plan hat dies bereits in Broschüren und Flugblättern angekündlgt, welche die (Geschworenen >eden Morgen vor ihren Türen linden. Man will beweisen, daß der heldenmütige Direktor des ,,Figaro" ein skrupelloser Mann war, der sein einflußreiches Blatt in den Dienst seiner persönlichen Interessen und nicht in den seiner lleberzeugung gestellt hat. Man will zeigen, daß das Leben, weiches man ihm genommen hat, voller Zügellosigkeiten und Ausschweifungen war Man schreckt vor kernen Nachforschungen zurück, man respektiert kein Geheimnis. Forderte man doch iogckr den Fiskus aus, die Zister des von Calmette hinter- losscnen Vermögens zu verraten. Diese Mochenschasten können uns nur ein verächtliches Lächeln entlocken. Tic Freunde Cal- mettes fürchten nichts für seine Ebrc, Er wird sich ilcckcnlos ganz allein im Lichte der Prozcßverhandlungen verteidigen. Die nationalistische „Libre Parole" sagt: Man will den Prozeß Caillaur in einen Prozeß Calmettc umwandeln, und der Prozeß Calmette soll der Prozeß der Journalisten im allgemeinen werden. Wie, cs gibt noch unabhängige Schriftsteller, die mit ihrer Feder die Gewaltigen des Tages zu züchtigen wissen? Das ist ein «kaudal, welchen Frauen, rote die Gattin lCaillaux u. andere zu ahnden verstehen! Man will sie wie Carlvtte Cordah verherrlichen. Die radikale „Lanterne" schreibt: Der Prozeß, der heute beginnt, ist nicht der Prozeß der Fra» Caillaur, cs ist der Prozeß der Demokratie gegen das Privilegium der Reichen, Man wird bald wissen, ob cs eine Justiz des Volkes und für das Volk gibt, Ter Schwurgerichissaal ist bis aus den letzten Platz mit sZeugen, Berichterstattern und Advokaten gefüllt; nur ein kleiner, durch ein lßeländer von dem eigentlichen «aal getrennter Raum in für das Publikum reserviert. Gegen ' -1 Uhr erscheinen die Mitglieder des Kerichtshoses und alsbald wird auch die Angeklagte, Frau Cailhaux, van zwei Justizsoldaren begleitet, in den Saal geführt, Gerichtspräsident Albancl ersucht die Zuhörer, mit Ruhe lund Würde den Verhandlungen beizuwohncn, und richtet sodann die vorichriitSmäßigc Ansprache an die Geschworenen, Rach deren Vereidigung verliest der Gcrichtsakruar die Anklageichrist, die sedoch, da sic durch die VcröffciUIichung in den Blättern bereits bekannt ist, nur mit geringer Aufmerksamkeit angehört wird. Bei dem Ausruf der vorgeladenen 75 Zeugen finden nur die Namen der Damen d'Estradere, einer ehemaligen Mitarbeiterin des „Figaro" und Guevden, der ersten Frau Caillaur? und der ehemaligen Minister Caillaux und Barthou einige Beachtung, Ter Präsident fordert Frau Caillaux aus, den Geschworenen eme Darlegung chrcr Tat zu geben, Frau Caillaux, welche in ihrer schwarzen Toilette »war ziemlich blaß, aber durch die lange Untersuchungshast keineswegs allzu angegriffen ausjietn, schildert mir ziemlich leiser, manchmal stockender «timmc zunächst ihr Vorleben, Sie berichtet, das sic nach ihrer «cheidung von ihrem ersten Manne, dem Schriitsteller Leon Cloretis, den Minister Caillaur geheiratet und in dieser Ehe das vollste Glück gefunden Hobe, «ic erzählt eingehend und mit großem Nachdruck, welch heilige Angrisse Caillaux von seinen politischen Gegnern, namentlich in der Presse, erfahren, wie man ihn verdächtigt habe, den Kongo an Deutschland verkauft zu haben, und erhebt mit lauter und zorniger Stimme Einsmuch gegen die Verleumdung, daß ihr Gatte seine Stellung dazu benutzt habe, um sich zu bereichern, Ihr Verteidiger würde den Beweis erbringen, daß sie und ihr Gatte nur das besitzen, was sie von ihren Eltern erholten habe. Die volltische Fehde gegen ihren Gatten sc, mit alten Mitteln geführt worden. Man habe einen intimen Briet ihres Gotten veröftcntlicht. um ihn bloßzustellen, und habe auch andere intime Briese vcröftentlichcn wollen, von denen die erste Frau ihres Mannes, Madame Guevden vhotograhhiiche Bcrvicl- sältigungcn erhalten habe, um sich an Caillaux wegen dessen zweiter Ehe zu rächen. Frau Caillaux bespricht sodann ausführlich die vom „Figaro" geführte Campagne, Der Vorsitzende legt ihr eine Reihe von Fragen über Briefe vor, die aus der Zeit vor ihrer Ehe mit Caillaur stammen und deren Veröftenttichung sic fürchtete. In einem dieser Briefe bähe Caillaux seiner ictzigen Frau auseinandcrgcsetzt, aus welchen Gründen er die Scheidungsklage gegen seine erste Frau nicht gleich eingeleitet habe, Gründe sehr intimer Natur, durch deren Veröffentlichung der „Figaro" seine Kamoagnc gegen Caillaur noch wirksamer gestalten wollte. Die Verhandlung wurde nach einer kurzen Unterbrechung um 2 Uhr nachm wieder ausgenommen. Frau Caillaux ivrach über den Besuch des Präsidenten Monier bei ihr, Ci antwortete aut ihre Frage noch dem Anklagcgrundc gegen denjenigen, der Privatbrieie veräftenttiche» wollc, daß cs in Frankreich kein Gesetz gäbe, das den Journalisten die Verleumdung öffentlicher Persönlichkeiten unmöglich mache Damit müsse man sich entweder zufrieden geben oder mi, eigenen Mitteln vcncrdigcn, Ausrechl stehend, die Hänbc gegen die Bank gestützt, erklärte sie, daß sie die Tat nicht mrl Vorbedacht ausführte, oder zum mindesten, wenn sie den Gedanken, aus Calmette zu schießen, in Betracht zog, blieb ihr Entschluß dis zuletzt unentschieden. Um 4> . Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen und aus morgen vertagt. i An» Stadt und Land. Gießen. 21. J»l, >0> l. Besuch des Grobherzogspaares in Gießen. Der Großherzog und die Grobherzogin werden am San,Stag nachmittag nach Gießen kommen, um die Gewerbe.Ausstellung zu besichtigen. Ein offizieller Empfang findet voraussichtlich nicht statt. Im Anschluß an die Besichtigung wird das GroßherzogS- paac die Aufführung der Freilichtbühne besuchen, die um 8 Uhr beginnt. Der Großhcrzog ha! schon wiederholt sein lebhaftes Jnterefle für die Gießcncr Freilichtbühne ausgesprochen, " Tageskalender sür Dienstag, den 21, Juli: Stadttheater: .Der fidele Bauer,- Aniang 8 Uhr. Gewerbe-Aus st ellung: Tiroler Gesangs- und Tanzgruppe in Alt-Hessen, 4—7 und 8—11 Uhr. ** A n den Kaisermanövern wird in Bad Homburg v. d. So. eingegangenen Nachrichten zufolge Prinz Heinrichvon Preußen teilnehmen und beim Landrat v, Marx wohnen, ** Verleihungen, Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Grvffherzog Theodor L eigner, Karl Le ihn er, Adam Hock, Karl Dönges, Jean Enflelter und Julius Kann, sämtlich zu Friedberg, verliehen, "VonderTechnischenHvchschule, Die Diplom- Ingenieure Otto Scheck aus Fechenheim und Otto Sch inehl aus Darmstadt haben sich am 17, d, Mts, der mündlichen Doktor-Fngenieur-Prüsung tm Chemischen Fach unterzogen und sie mit „gut" bestanden, — Zu Beginn des nächsten Wintersemesters 1914—15 sind an Studierende der Technischen Hochschule etwa 9 Studiengelderlasse und eine Reih« Stipendien zu vergeben, — An der zu Beginn des folgenden Wintersemesters stattsindenden Diplom-Vorprüfung sür alle Abteilungen nehmen 135 Kandidaten teil, in Architektur 26, Bauingemeurwesen 2, Maschinenbau 46, Papierfabritation 5, Elektrotechnik 19, Chemie 9 und Elektro-Chemie 4, ' Landesverband der Hausbesitzervereine im Großherzogtum Hessen. Die Vorstandssitzung des Landesverbandes in Neu-Isenburg war von den Vereinen: Dormstadt, Gießen, Mainz, Mainz-Kostheim, Mainz-Mom- boch, Neu-Isenburg und Offenbach beschickt. Es wurde endgültig über die Beitrittsmodalitäten zürn Zentralverband der Hans- und Grundbesitzer-Bereinc Deutschlands verhandelt und dis Herren Grünwald-Mainz und als Stellvertreter v. Heffcrt- Tarmstadt dem Zentral-Verband zur Wahl in den Vorstand vorgcschlagen. Sodann wurde über den Erfolg der Eingabe des Landesverbandes, betreffend die Wertzuwachsstcuer, berichtet und die diesbezüglichen - Kamineroerhandlungen besprochen. Im Anschluß hieran ward dem Abgeordneten Frei- herrn Or. v. Heyl zu Herrnsheim in WormS a, Rh. der Dank der Hausbefitzervereine für dessen tatkräftiges Eintreten in der Ersten Kammer für die Eingabe des Landesverbandes durch ein Schreiben ausgesprochen, ** Gewerbe-Aus st ellung. Der am Montag geplante Kinder-Korso ist aus fruchtbaren Boden gefallen; denn über alles Erwarten groß war die Beteiligung seitens des Publikums, 48 verschiedenartige Gruppen mit 75 Kindern nahmen teil. Alle Fahrzeuge waren mit Sorgfalt ausgeschmückt, daß das Preisgericht, 2 Damen und 3 Herren, große Mühe hatten, um ihres Amtes zu walten. Die Bewertung erfolgte von 5 Stellen aus ohne Kenntnis der Besitzer nach Nummern Neben den Preisen wurden sämtlichen Teilnehmern am Korso Ueberraschungen zuteil. Gegen 7 llhr verkündigte der Vorsitzende des Bergnügungsaus- schusses, Fabrikant Wilhelm Homberger, das Ergebnis des Preisgerichtes: 1, Weißenberg, Emil, Kaufmann, 2, Jas- lowskn, Max, Gastwirt; 3, Kaufmann, Kurt, Rechtsanwalt; 4, Dambron, Johnp, Küchenchef; 5, Wittmann, Gustav, Gärtner; 6, Knapp, (Georg, Geometer 1, Kl,; 7. Heilbronner, J„ Kaufmann: 8, Peters, Ludwig, Rechtsanwalt; 9, Bakvfs, Hermann, Redekunstlehrer: 10, Niemann, Ernst, Bahnhofs- restaurateur; 11, Peters, Ludwig, Rechtsanwalt; 12, Schütte, Heinrich; 13, Neurath, Karl, Redakteur; 14, Schulze, Bernhard; 15, Moog, Johann; 16, Noll, Ernst; 17, Bergen, Otto, Direttor; 18, Neurath, Karl, Redakteur: 19, Breuer, Anton, Mechaniker; 20, Heinz, Hubert, Kaufmann; 21, Dr, Siring; 22. Neuling, Friedrich; 23, v, Düring, Friedr,, Kaufmann: 24, ütppel, Heinrich, Installateur, --Das Schützenfest, welches der GießenerSchützen- vcrcin alljährlich veranstaltet, war am Sonntag und gestern, besonders abends, sehr gut besucht, Tie Beteiligung am Schießen hätte allerdings besser sein tonnen. Besonders fremde Schützen waren beim Preisschießen schwächer als früher vertreten. Die Gießener Schützen hatten viel ausgeboten und ein reich besetzter Gabentisch winkte für gute Fresser, Tie Prctsverteilung zeigte solgendes Ergebnis: 100-M e te r - S ch eib e, 1, Heinrich Gögy-Laubach 35 Punkte. 2, Ph, Rilokaus 35 P, 3, Guth-Wetzlar 34 P, 4, Palm-Wetzlar 33 P, 5, Eberts-Wetzlar 33 P 6, Aug, Pascoe-Dutenhofcn 33, 7 Georg Llppel 32 P. 8, Seibert- Wetzlar 32 P, 9, Ritter-Laubcich 32 P. — 1 7 5 - M e t e r - Scheibe, 1. Heinrich Schmidt 54 P, 2, Aug, Pascoe- Tutenhvfen 53 P 3, PH, -Nikolaus 50 P. 4, Georg Appel 43 P, — 300-M e t e r - Sch eib e, 1, Nikolaus 51 P, 2, Heinrich Schmidt 49 P. 3. Aug, Paseoe-Dutenhofen 48 P 4 Georg Appel 47 P, 5, Hch, Noll 46 P, 6, Friedr, Groß 45 P, — Lausend-Wildscheibe, 1, Aug, Pascoe- Tutenhosen 33 P, 2, PH, -Nikolaus 29 P, Tic Schützen ohne Lrtsbezeichnung haben ihren Wohnsitz in Gießen, '• Jugcndsest. Anläßlich des JugendfcsteS wird voraussichtlich ein sehr starker Verkehr be, der Straßenbahn z» erwarten sein. Im Intcrcffe der paschen Abwickelung des Verkehrs wird den Fahrgästen geraten, sich möglichst schon vor der Fahrt mit Fahrniarken resp. Kleingeld zu versehen, damit die Wagenführer nicht durch Ausgabe von Fahrmarken und Wechselgeld in ihren sonstige» Dienstobliegenheiten be- hindert werden. --T erWiescnnachbar alsHeinzelmännch«n Aus Herchenhain wird uns geschrieben: Wenn man Glück hak, verrichten einem auch heute noch die Heinzelmännchen des Nachts die sür den kommenden Tag gedachte Arbeit. Ein Landwirt, der bei der Gemeinde ein Stiük Heugras gesteigert hätte und sich nun gestern morgen dotthin begeben wollte, um das Gras ab- zumähen, gewahrte bei seinem Näherkommen, daß es schon darnieder lag. Zein Wiescnnachbar hatte diese HeinzÄrnännchenarbeit verrichte: In der Absict». lein eigenes Stück avzumahcn, hatte « sich irrtümlich an dem Eigentum des andern vergriffen, *• Kleine Mittellunge n, I» Bilbel starb bei seinem Lohne der srühece langjährigeKreisstraßenmeister H o h e ii a b ei. — InGeln h a » Ie » stürzte ein jünger Mann von einem Kirschbaunr und trug innere Verletzungen davon, die eine Verbringung in dt« Gießener Klinik nötig machten, - I» Marburg sprang am Montag ei» Geisteskranker von der Brücke bei der Hauplpost mit voller Kteidilng ins Wasser Ter Uiigliickliche wurde ln Lickierheit gebracht und ärztlicher Behandlung übergeben, — I» die M a r b ii r q e r Klinik ivnrde ein Mann aus Froiihausen e>n- gelieleri, der im Iähzorii in einer Wirlschast eine Glasscheibe zertrümmert und sich dabei den Arm total ausgerissen hatte. — In Erbach i. C. land gestern und beule die Feier des schon über tvü Jahre destedende» Eulbacher Marktes statt, — Ter Wirt und Kolonial,varenhäiidler Beter z» Darmstadt wurde wegen eines an einem ininderjährigen Mädchen begangeneil SitilichkeitS- verörechens verhaslel. — Die in Franksurt a. M. als Köchin be- dienslete sbjähriae Anna M ei sch, die vorübergehend bei ihren Verwandten in Offcnbach weilte, begoß mn Montag ihre Kleider mit Petroleum und setzte sie dann in Brand, Glncklichermeise kannte der Plan der Lebensmüde» noch rechtzeitig vereitelt werden. Mit schweren Brandwunden bedeck! wurde die Unglückliche von der Rettungswache in daS städt, Krankenhaus gebracht, Kreis Alsselü, ra Homberg, 30. Juli, Der Fuhrmann Fleischhauer war damit beschästigt, im Steinbruche bei dem Dorse Appenrod Steine aufzuloden; dabei hatte er sich zu nahe an eine überhängende Wand gestellt. Plötzlich rollte von dieser ein schwerer Stein herunter »nd traf Fleischhauer mit solcher Wucht aus den Kopf, daß die Schädeldeckc zertrümmen wurde und der Tod ans der Stelle eintrat. Kreis Schotten. 2 Ober-Seemen, 20. Juli, Das achtjährige S ö h n ch e n des Landwirtes Johannes H o f m a n n von hier ging gestern Mittag in der Absicht, sich auf das Nieder- Seemer Fest zu begeben, ohne Begleitung vom Hause fort und ist bis heute Morgen noch nicht zurückgekehrt. )( Ulrichstei», 20. Juli. Am vergangenen Samstag; sand hier tm Gasthaus zum .Darmstädter Bo>' eine Hauptversammlung der Mitglieder der hiesige» Svar- und Darleheuskasie statt, Tie Kasse verlor durch den Konkurs der Darinstädter Genossenschaftsbank 72 000 Mk. lim diesen Verlust wieder zu decken, wurde be» sliniint, daß von den Kavitalien der Aktionäre 20"/» abgezogen werde» sollte. Ferner müssen die Mietglieder der Kasse sür dieses Jahr aus die sonst 6°/.igei, Zinsen verzichte». Fast einstimmig wurde von der ganzen Versa»,»,lnug der gemachte Vorschlag gut» geheitzen, die bisherige Spar- und Darlehenskasse mit unbeschränkter Haftpflicht in eine solche mit beschränkter Haitpsttcht nmzuwandeln. Aber erst vom nächsten Jahre an, kann die Kasse als solche angesehen werden. Starkenburg und Rheinhessen. = Mainz, 20. Juli. Ani SamStag Nachmittag sank ans dem ÜRain eine Baggermaschine. Mit den Bergungsarbeiten wurde alsbald begonnen. Hessen-Nassau, p Marburg, 20. Juli, Am Samstag entwich aus dem Landgcrichtsgcsängnis der 27 Jahre alte Strasgesangene Jakob Forst aus Castellaun, Der Mann batte vorher einen Selb st Mordversuch gemacht, h, Franksurt a, M„ 20, Juli, Unter der Leitung des zweiten Vorsitzenden L e o v o l d /Berlin) begannen heute im Kaufmännischen Verein die Verhandlungen des 4 3, Verbands- tages des Bundes deutscher Barbier-, Friseur- und Pc rücken m acher-Jnnungen. Dem Verwaltungsbc- richt zufolge gehören dem Bunde 24 Bezirksverbändc mit 237 freien und 222 Zwangsinnungen an. Die Zahl der Mitglieder beträgt 20 200 Meister, 13 198 Gehilsen und 8893 Lehrlinge, Der Bund unterhält 247 Fachschulen, von denen 85 Anstalten mit rund 17 000 Mars staatlicher und städtischer Gelder unterstützt werden. Die Stcrbckasse verfügt über 40 181 Mark, die Bermögenskasse über 45 627 Mark, Uebcr die einheitliche Regelung des Ladenschlusses nahm man einen Antrag auf Abänderung der Gewerbeordnung an, — Höch st, 20. Juli. Selbstmord verübte am Samstag abend in einem Gasthouse in Unterliederbach der dort ivohnende Arbeiter Will, der in den Farbwerken in Stellung war. Er hatte zuvor aus seine Frau geschossen, ohne diese jedoch ernstlich zu verletzen, und hiernach Selbstmord begangen. Grundlose Eifersucht soll den Mann in den Tod getrieben haben. — Wiesbaden, 20. Juli. In seiner Wohnung am Jdsteiner Weg erschoß sich der Geheime Banrat Eduard Schugt, weil er befürchtete, geisteskrank zu werden. — Ein Fuhrwerk geriet, als eS eine Straßenkreuzung passieren wollte, zwischen zwei in voller Fahrt befindliche Straßenbahnwagen. Die Insassen, der Fuhrwerkshalter Schauß, seine Frau und ein sechsjähriges Söhnchcn wurden aus der Droschke herauS- geschlelidert. Schauß selbst wurde leicht, seine Frau und das Kind schwer verletzt. Der Kutscher Schäfer geriet zwischen das Fuhrwerk und einen Straßenbahnwagen und wurde totgeguetscht. veretnsnachrichtrn. — Landwirts Gastlicher Lokalverein Gießen, Begünsttgt von prächtigem Wetter hielt der landw, Lokalverein Gießen gestern auf dem Schiffenberg sein diesiähriges Familie nk r ä n z ch e n ab. Die Mehrzahl der Mitglieder hatte cs vorgezogen, im eigenen Wagen zu erscheinen, so war es eine reck» itatllichc, »um Teil sogar hoch elegamc Wagenreihe, die festlich geschmückt den Korso nach dem Schisienberg fuhr. Bei der Kaffeetatcl in der Kavclle des alten Klosters, an der sich rund 80 Personen beteiligten, herrschte schon eine sehr heitere Stimmung, die sich noch steigerte, als nach einem Rundgang burcki die landschaftlichen und landwirtschaitlichcn Sehenswürdigkeiten des hoben «chiffcnbergs eine unter sachocrständiger Leimng des Herrn cand. Vogel gebraute Erdbeerbowle erschien und bas tunge Volk nach den Klängen der Mititärnmük das Tanzbein ichwang. Noch lange nach dem bei magischem Lampionschein in der Kavclle eingenommenen Abendbrot lockten die munteren Weisen znm Tanze und begleiteten die in milder, lauwarmer Sommernacht heimwandernden älteren Teilnehmer wie liebe Erinnerungen an eine schone, frohe Zeit, 4. Lich, 19. Juli, Der Kliegcrvereilt Mühlheim a, M, unternahm heute unter Führung von Herrn Hanvtlehrcr Alk von Friedberg über Bad-Nauheim und Arnsburg einen Ausftug hierher und verweilte längere Zeit in unserer Smdt, die eingehend besichtigt wurde, " Ils dors, 20. Juli. Heute und gestern hielt der Krieaer- oereiii sein F a h n e » w e ihs e st in Verbindung mit dem Bezirks kriegers e st des Bezirks Grünberg ab. Zugleich nwr diele Feier das Sö-jährige Sti»gs>«st, an dem der Verein die löroßherzogsschleilc verliehen bekam. In dem großen Festzng, den drei Reiter, als Blücherhusaren gekleidet, cröflneten, schritten 12 Vereine. Tie Straßen und die Häuser ivareu prächtig geschmückt. Der große Jestvlatz besand sich zwilche» Jlsdoff und Solms-Jlr- dort aus einer Wiese, Mit einem Chorlied erössuete der Gesana- uerein Groß-Cicheu die Feier, Obersteiger Zciler begrüßte als Festpräsident den Vertreter der Kreisbeborde, die Bezirksobmänner von Laubach und Grünbcrg, die Kriegerkameradeu und Festgäste i nud schloß mit einem Hoch aus de» Kaiser, Der Präsident des Krieaervereins, Bürgermeister Veite», beivillkonimete iuehrnials die Festteiliiehmer, Fräulein Theiß überreichie die neue Fahne. KreiSamtmann Blumers hesleic die vom Großherzog verliehene Fahnenühleife ntt, (ein Hoch gaU dem Grotzherzog. Bfarrer Siede ck - Dlertau legte hiernach in interessanter Weise die Bedeutung der Fahne und ihrer Emblemen aus. Bürgermeister Ritte r-Lau- dach sprach als Veurkspräsiden! des Bezirtr Laubach über die Bc- deinnng des 1 >. Jul, vor 44 Jahren. Lehrer Jung widmete zun. Schlug allen, die zum Feste geholien batten, Tankcswoite. , L Nidda, 19, Juli, Sein 2öiähtige§ Siiüungsleft beging der K r i« ger o erci n im nahen Ober-Lais, icisrat Tr Merck- Schotten überreichte dt« vom Grotzherzog ge» stiftete Fa hnensch l e ise, Die Begrübungsanipiache dielt Wcieinsvvrsitzcnder Hirz, Lehrer Mohr hielt die Festrede. Der Vorsitzende des Hassiabezirks Nidda, Lehrer I u n g - Ober-Mockstadt, überbrachte die Glückwünsche des Verbands und ubergab den Vorslandsniilgiiedern, die 25 Jahre im Amte sind, Ehrenurkunden, * tz, Nieder-Dhmen, 20. Juli, Tic fteimilligc Feuerwehr feierte gestern ihr lbiahriges Bestehen. Es hatten sich tingesähr 32 Vereine eingeiunden, um an dem Festzuge ttü- ,unehmen Durch die geschmückten Strotzen unseres Tortes be- wegte sich ein festlicher Zug. unter dem Borantritl der »aoelle Mank aus (Wieseck! Auf dem Festvlapc fanden turnerische Hebungen und Gcsangsnorträge statt, Srabübungen, Freiübungen und Spiele wurden von den Schülern vorgesührt, Es kamen etwa 80 Preise zur Verteilung, ^Nicdcr-Wcisel, 19. Juli. Sem diessähriges Stil- tungssest beging der Turnverein im Gasthaus zum „Löwen". Der 1, Sprecher Heb Jak. Hein; hielt die Ansprache und gedachte der guten turnerischen Leistungen des Vereins, die durch zahlreiche Preise Anerkennung landen. Nach der Jrhres- rechnung des Rechners Fr. Laus betrugen die Einnahmen 821 Mk., hie Ausgaben 748 Mk: der Bausands für eine Turnhalle beträgt über 500 Mk, Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Vonlandsmitglieder. Der 2, Vorsitzende ft. Lildebrand hob die Verdienste des I. Vorsitzenden Heinz sind des Kassenwans Laub hervor, die schon 10 Jahre ihr Am, versehen. Sport. Heidelberg, 20. Juli. Bei dem Akademilchen Turn- und Sportfest am Samstag und Sonntag trug den Siegespreis des Grotzherzogs von Baden in der 500 Meter Stafette die Hochschule von D a r m st a d l davon, Mannheim, 20. Juli. Der 19, Kongreß des Deutsch e n 'S chach b u n d e s , der vom 18, Juli bis Mitte August in Mannheim tagtz inid mit welchem das 50sährigc Jubiläum des Mannhcimer Tchachklubs verbunden ist, wurde am Samstag abend mit einem Begrützungsbgnkett cingelcttet, Riga. 20, Juli- Die allrussischen olympischen Spiele sind liier feierlich eröffnet worden. Univcr?itäts-Nachrichten DicFrankfurterUniversität, l Frankfurt a. M., 20, Juli, Das heute herausgegebcne Vorlesungsverzeichnis der Universität Frankfurt für das Winterhalbjahr 1914/15 bringt in der Einleitung einen lieberblick über die einzelnen Fakultäten und die in diesen tätigen Lehrer. Tie Universität umfatzt fünf Fakultäten: die juristische, medizinische, philosovyssche, Naturwissenschaft liche und wirtschasts- und sozialwissenichaitlichc Fakultät. Es werden vorläufig lesen in der j u r i st i s ch e n Fakultät 7 ordentliche Projcssoren, 1 außerordentlicher Proscssor, 3 Privatdozenten und 3 mit Lehraufträgen versehene Herren: in der m c d i zi n i s ch. Fakultät: 15 ordcntl. Professoren, I ordcml. Honorarprofet- >or, 4 autzerordeml Brojessoren, 2 autzerordeml Honorarprofes- lorcn und 3 LAncheaustragtc: in der philosophischen Fa k u l i a t 10 ordentliche Professoren, 1 autzerordentl Professor, 6 Prrvaldozentcn und 10 Lektoren und Leyrdeauirragte: in der nat urwi ssen f cha ft l i ch c n Fakultät: 11 ordentliche Prof., .3 autzerordeml. Prof., 7 Privatdozcmen und l Lektor: in der wirtschasts - und sozialwijsensckiaftlichen Fa kultät: 7 ordeml. Prof., 3 Privaidoz., 9 Lebideaurtragte und 3 Lekwren, Insgesamt wird der akademische Lchrlörvcr umjasicn: 50 ordentl., 9 autzerordentl. Projesjoren, 16 Privardozemen, 26 Lehrbeauftragte und Lekwren. — Neuartig ist die Einreihung der Psychologie umer die Naturwissenschaften. vermischte». * Selb st mordschweizerischer Offiziere. Aus Bern wird gemeldet: In einer hiesigen Kaserne wurde ein Leutnant mit einer Schußwunde im Kopse tot aufgefunden. Man vermiUcl Selbstmord. An dem Tage, an 'dem der Leutnant beerdigt wurde, wurde der Jnstruttionsofsizier, Hauptmann Gerber, ebenfalls mit einem Schuß >m Kops in derselben Kaserne tot ausgesunden. Gerber halte noch an der Beerdigung des Leutnants tcilgenommen * Zwischen Zivilisten und Militärper- fo tt c n lam es am Sonntag in M u tz i g zu einer schweren Schlägerei. Straßburger Husaren sollen nach Feierabend in einer Wirtschaft durch Schläge an die Läden Einlaß begehrt haben, worauf vier in der Wirtschaft befindliche Arbeiter hecauskamcn. Es entstand eine Schlägerei, bei der zwei Soldaten durch Revoloerfchüsse ernstliche Verletzungen erlitten. Tic Zivilisten sind bei den Kascrucn- bauten beschäitigte pfälzische Arbeiter, während cl- sässischc Arbeiter nicht beteiligt waren. Der ganze Vorfall trug den Charakter einer Wirtshausschlägcrci, * Das elegante st e Kinotheater in ganz Berlin, die Lichtspiele im Mozartsaal am Notlendors- vlatz, das vor der Einführung der Schöneberger Lustbar- keitsstcuer großartig florierte, hat infolge der Lasten der Steuer seine Pforten schließen müssen, * Des Kaisers Schwimmlehrer gestorben. Aus F r a n k t u r t o M,, 20. Juli, wird uns geschrieben: Metzger- mcistcr Adoli Jung ist heute früh im Alter oon 60 Jahre» einer schweren Erlrankung erlegen. Der Verstorbene bcflciöctc eine Reihe von Ebrenämtern. Im deutschen Schützcnwescn hatte er eine führende Rolle imie. Auch als Vorsitzender der Frank- surt-Wicsbatener Handwerkskammer erwarb er sich bleibende Verdienste. Im hiesigen Stadrxarlamente vcrtrnt er als Sladtverord- nctcr die Interessen des Handwerls- und Mittelstandes lehr gut. —- Wenig bekannt dürste cs sein, daß Jung in Bad Homburg, wo er bei den 80mi diente, 5er Schwimmlehrer des jetzigen Kaisers und des Prinzen Heinrich war Mit Vorliebe erzählte Jung, daß er den Prinzen Heinrich auf dessen Wunsch nur Mil „Prinz" anreden mußte, während sich Prinz Wilhclm, der letzige Kaiser, diese Titulatur energisch verbat und stets die Anrede „Königliche Hoheit" verlangte. Als der Untcrosiizier Jung dann dem Prinzen Wilhelm, als dieser einen Fisch vergeblich zi, töten versuchte, zuriei: „Eecn Angeblich Prinz, ich mach cn gleich tot!" erregte sich Prinz Wilhclm über diese Anrede derart, daß er Jungs augenblickliche Zurückstellung in die Kompagnie vcranlatzte, Prinz Heinrich dagegen hat seines Lehrers nie vergessen und ihn vit besucht. Zuletzt weilte Jung bei der silbernen Hochzcitsscicr des Prienzenpaares in Kiel 1913, Lingcsandt. (Für jjorm und Inhalt aller unter biejer Rubrik siedenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Beramwortung.) L i ch, 19. Juli. Die Art der Heranziehung der hiesrgen Einwohner zur Pstichtfeuerwebr bnt schon oster zu Unzufriedenheiten, ja sogar zu Etrertigkeiten geführt. Der Einsender ist der S«b« nachgegangen und bat tatsächlich gesunden, daß die' Art der Heron- zichung zur Pstichtseuerwehr in Lich höchst seltsam ist und ganz kompliziert sein muß, da nicht ^zn erleben ist, ans ivelche Grund- lagen sich die Heranziehung stützt. Werden doch zu den Pflncht- sener>vehrübungen '.Leute im dllter von 40 Jahren der an gezogen, während andere wieder im Alter von 26 Jahren u. s. schon längst von den Pstichtscuerivehrübungen befreit sind. Das Prinzip, daß die Leute, die in Lich aujäjsig sind, in in bestens eine bestimmte Darier der Pflichneuerwebr in Llch anqehoren müssen, als Grmrd- lage cmzunehmen. ist nicht gut uröglich, da denr Einsender verschiedene Herren bekannt sind, die der Pstichlsei»erwehr >,etzt nixd angehören. ivährend andere irneder schon läuqft der Psiichtseuer- ivebr haben ..lebe wohl" jagen können rmd inüffeu, obgleich sie zu gleicheur Zeitpunkt der Pflichtfeuerwehr in Lich beigetreten sind. Auch wäre dieses Prinzip vonr lonalen Standprlnkt aus nicht ganz richtig, da daun diejenigen Herren, welche in spätere,n Alter in Lich ansässig iverdeii, noch zu Pftichtseuerivebrübriugen herauqezogen werden föuuen. obgleich sie in ihrem seitherigei Wohnort ebenfalls schon lahrelang der Pstichtseuerwehr angehört , abeir. Um iiuli die Unzufriedenheiten der hiesigen erlerwehrpstichtigen Einwohner, die seit Jahren hier herrschen, uns dem Wege zu schanen, wäre cs doch lehr zu wünschen, ia es rst sogar nnumgänglich nonvendig, das; m Zukunft bestimnite Altersklassen, je nach Bedari, der Psfichtseuerwehr angehören »iiißteil und zwar so. daß dam, jedes Jahr der älteste Jahrgang denr neuen jinigsteir Jahrgang zu weichen hat; deiiu miv so kann eine ungerechte und ungleichmäßige Heranziehung der hiesigen Einwohner zur Psiicht- leuerwehr vcrurieden werden. Auch iväre es sehr zu ivünicheu. daß die Gemeindevertretung, der ja eigentlich die Pslichtienerivehr direkt miterstellt ist, sich mehr für die Pflichkseiierivehr bei Hebungen intcicfftereu würde, damit nicht allein die Pstichtfenerivehr der Jreiivilligen Jerlerivehr willkürlich überlasten bleibt. Einer für Dille und Alle für Einen! Märkte. kc. Franlfnrt a. M, 21. Juli. Ans denr hetitigen Heu- u »l d S t c o 1) m a r f t war nichts ungefähren. Amtlicher Wetterbericht. C e f f c n 11 1 d> e r Wetterdienst, Gießen. Wetterausiichtcii in Hessen am Istillivoch, beit 22. Juli 1014 : Wechselnd bewölkt, stellenweise Gewitter und Regenfälle, Temperatur nicht geändert. HaairmUcH reinigt. Kräftigt und erfrilcHt des Haar und die Kopfhaut. Fl «(ehe zu 2 M. für mehrere Wochen ausreichend. Juaendfest. DaS dieSläbrigc Jugendsest, zu dem etwa ^>0 Kinder angemelde: worden sind, soll Douncrstaa. den '2.1. d. M., im Pbiloiophcnwald abgehalten werde» Der Jestzug stellt sich nachmittags 2 Uhr ist der Ofi- ttnd Lüd-2lnlaqe auf und nimmt seinen Weg durch die Garrcnstraße. Kaiser-AUee nach dem J-esivlaP. An den Eingängen zum »>estplnt; >vird zur Bestreitung der kosten oon allen nicht zum Zuge gebörcnden Jeitteilnebniern ein Eintriltogeld von 30 Pig. erhoben. Im Vorverkauf, der bis zum 23. d. MtS.. mittags ' ,12 Uhr dauert, werden Elntrittkarteii zu 25 Pfg. abgegeben. Vorvcrkaui^stcllcn und eingerichtet bei: E. Balicr. Mänoburg. E- Bourgeois. >rirchenvlatz: W. 51lee. Marti ürane: L. .>uhr. Sonnenstraße: Chr. Jranz, Plockitrakc: L' 2loll, MäuSburg: A. Salomon, Schulstraßc: Buchbinder Schneider. Kirchenvlay. Die lm Borverkauf gelösten Karten sind an den .Kassenstellen im Walde vorzuzelgen. Gießen, den 15. Juli 1911. Der Festausschuß. __ Pr. Ebel. _K 550 B Cafe Ernst Ludwig 06720 Inh. H. Adam. Mittwoch, den 22. Juli, 8V 4 Uhr: Grosser Solisten-Abend unter gütiger Mitwirkung des Opernsängers Gnutftv Lehrmann. WoSf f s PCb ndersf ief ei schnarr. 19-22 22—24 25—W 57-30 31—35 1.30 2.20 2.40 2.60 3.15 19-22 22—26 27-30 31-35 1.30 2.95 3.50 3.95 Sandalen extra billig! GSuyltSnaus ^OLFF GIESSCV- 8596 a =üll!ll!!lllfl:li(lll!!lllilill!llllllllllllllllillilllllllllllllliillliiillllllllll!!lli!lll!!ll!lll^ fi te 8 rte-ksl 8 l!ua|fcl»IS 141 Hü I g loler dem Protektorat Sr, isgi. 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Etwaige Widersprüche dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungssrist bei dem Vorstände der land- und sorsüvirt'schastlichen Berus«- genossenschaft in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. Nicder-Bessingen, den 20. Juli 1914, Großh, Bürgermeisterei Rieder-Bessingen. Horst. 8581 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Oeffcntliche Impftermine im Jmvilokal Neuliadl 61 werden mit muh abgeb allen am Mittwocki. den SS. Juli, und Mittwoch, den 2 9. Juli 1914 . ______ S391B Das mit 15. Juli 1011 iällig gewesene Pachtgeld von Grunditückcn kann in den nachnen 8 Tagen noch obne Kosten bezahlt werden, 8587 3 Statt besonderer Anzeige. H*ute früh verschied sanft nach kurzem Leiden meine liebe, gute Frau, unsere treue, besorgte Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Marie Elisabeth Weyl in ihrem 67. Lebensjahre. Wir bitten um stilles Beileid Hermann Weyl, Hauptlehrer Dr. jur. Ferdinand Weyl, Direktor Dr. med. Adolf Weyl, Arzt Marie Weyl Anni Weyl geh. Hepding Gertrud Weyl, geh. Eichenauer und vier Enkelkinder. 8599 Wieseck, Mainz, Giessen, 21. Juli 1914. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. Juli, nachmittags 5 Uhr, in Wieseck statt. Klavierstimmen im Abonnement und auf Einzelbcstellung. Reparatur-Werkstätte für Pianinos, Flüp-el und Harmoniums. Jede Reparatur, die einfachste wie die schwierigste, wird unter Garantie in technisch vollkommenster Weise ausgeführt. Aufpolieren von Piano«. WiBh. Rudolph, Hoflieferant Fernsprecher 389 Selterswes 91 6530 _ 8476 a Alleinverkauf: Schuh-Haus W. Benner auch nach dem Tode meines Mannes, entgegen ausgestreuten Gerüchten, von mir in unveränderter Weise weitergefiihrfc wird. Es wird mein Bestreben sein, gestützt aut die sachkundige Hilfe meiner seit .fahren im Geschäft tätigen Söhne, die anerkannte Güte der Fabrikate weiterzupflegeu und für gute Bedienung zu sorgen. 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