Nr° *67 Erster Blatt s64- Zahrgmrg ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Montag. 26 M lW Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal luodieutltci) Gießener^amilienblätter, zweimal wöchenll.Ureir- dttuifärdenBreir Ziehen (Dienstag und Freilag): zweimal monarl. Landwirtschaftlich« seitfrogen Fernsprech - Anschlnsse : für die Redaktion 112. Verlag u. Expedition 51 Adresse für Tepcichen: Anzeiger (Sichen. Annahme von Anzeige» für die Tagesnnmmer n . _ - - — ^ M ... . bis vormittags 9 Uhr. HototronsOnuf Mt* Verlag der vrühl'scheu Unio.vuch- und Stcmöruderei B. Lange. Retoftion, Expedition und Druckerei: Schlllstratze 7. A^eigemeil: H?Becü Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel» jährlich Mt. 2.20; durch Ab hole- u. Zweigstellen m >natlich 65 Pf.; durch die Post Dir. 2.— viertel- fährt. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. BeranNvortlich für den polit. Teil: Allg. Goetz: für „Feuilleton", „Vermischtes" und„Gerichls- saal": Karl 9teuralh; für .Stadt und Land" Rumäniens schwankende Haltung. Unter der nicht gerade geringen Anzahl von Balkan- Problemen, die trotz aller offiziellen Anstrengungen nrrd geheimen Inkriqen der Großmächte noch rmmer den armen Staatsbürger in schrecken jagen, ist — so seltsam es auf den ersten Blick auch scheinen mag — das größte und rätselhafteste dos rumänische. Ob' Serble». 'Bulgarien Montenegro oder Griechenland sich offenkundig zu der oder ,ener Mächtegruppe schlagen, ob selbst die' Türkei ihre Kräfte an die Entente oder die Allianz bindet — das große europäische Gleichgewicht wird dadurch nicht berührt Anders aber steht es mit Rumänien. Das »stnigreich Iku bisher in engster Mtlitarehe mit Oesterreich gelebt. Alles, die ganzen Aufmarsch. Angrisss- und Bcrteidignngsplänc des Drei Hundes waren bis vor wenigen Monaten auf die M i l - Wirkung der rumänischen Armee cingestelll, die die direkte Flanke des Dreibundes gegen Rußland deckei, sollte und offenbar .zur Entlasttrng der österreichischen Äk mm zu einem Lorstos: aus Odessa bestimmt ivor Run plötzlich, nack, dem Frieden von Bukarest, l>ot sich das Bild geweht. Die rumänische Regierung hoi, nachdem die Tc- inenliermasch,ne die Welt mit der Erklärung iiberraschte, es habe sich nichts, auch nicht das geringste, an der Lage der Dinge geändert, in verschämler Form doch endlich zu geben müssen, daß sicl, alles mögliche geändert hat, Rumänien lvill nicht gebunden sein; es will sich alle Frccheiten der Wahl selber Vorbehalten, hieß es damals zuletzt. Es kam der Zarcnbesuch und es mehrten sich die stimmen, die nicht nur von einem Mrücken von Ocstcr- rerch-Ungarn, sondern sogar von festen Abmachungen mit Rußland wissen wollten. Die Dardanellensrage, hieß es, sei für Rumänien «in Lebensbedürfnis und cs könne nicht von neuem mit Möglichkeiten rechnen, die Meerenge — wie im ersten Balkankricg — für seine Ofc'trciboausfufrr auf Wochen und vielleicht aus Monate hinaus gesperrt zu sehen. Die Dardanellen seien der einzige direkte 'Weg zur großen Handelsstraße der Völker. Die Macht nun, die von ganz den gleichen Erwägungen heraus die Oefsnung der Dardanellen fordere, sei einzig und allein Rußland. Also sei natürlich, daß Rumänien sich an die Seite des „großen Bruders" stelle, der sicherlich, ivenn auch nicht heute oder morgen, die lvtacht haben würde, seinem Wunsche (Geltung zu ve»sct>aiscn. Es kam dazu daß die durch den leichten Erfolg gegen Bulgarien erhitzten Chauvinistenkreisc ihre Blicke ncul, der Rordscite des siebenbürgischen Grenzgcbirges wandern ließe», wo unter Ungarns Adreaskronc Millionen von „unbesreiten" Brüdern wohnen. Ein enges Verhältnis zu Oesterreich verhinderte von vornherein diese Hoffnungen und Pläne, eins zu Rußland gab alle Perspektiven . . Körrig Earol selbst ist indessen von jeher ein viel zu nüchterner Realpolitiker gewesen, um sich aus Abenteuer und Useriosigkeiten einzulossen. Aber auch er kann, siehe zweiter Bolkankrieg, , nicht immer wie er lvill. Er hat heute mit einer vorwärtsdrän- genden Lolksstimmung zu rechnen, der der Sinn für das wirklich Erreichbare vollständig fehlt, lhanz klar ist vor den Kulissen des großen Weltlheaters die neue Stellung Rumäniens bislier nicht geworden und cs scheint fast, als ob man selbst i» den^ Acnitern der Treibundstaateii nicht imstande wäre, den Schleier der europäischen Sphinx zu lüsten. Immerhin — mit der Möglichkeit muß gerechnet werden, daß die nicht mehr imKDrcibnndlager marschierende rumäiiischc Armee mit der Front nach Norden da- ltehen würde Das hat dre verhängnisvolle Folge, daß nicht nur auf die Hilfe von der unteren Donau nicht mehr ge- rechnet werden kann, falls ein Konflikt mit Rußland ausbricht, sondern daß auch mindestens t österreichische Ar- meckorps in Siebenbürgen und der Bulowina gebunden ivärcn — eine unter Umständen verhängnisvolle Schwächung der Toppelmonarchie. Die Bluttat von Serajewo ist inzwischen geschehen und der österreichisch-serbische Konflikt nähert sich seinem cntscheidenden Stadium Da plötzlich beißt es wieder an Wiener diplomattschen Stellen: König und Thronfolger in Bukarest sind aufs ttefstc entrüstet. Auch die Stimmung im Volke (das erst vor kicrzem Feuer und Flamnic für Serbien roarj ändere sich rapide. Man rücke energisch von Serbien ab und man erinnere sich jetzt auch — spät genug! — des großen geliebten Franz Ferdinand, der »ein so inniger Freund der ungarischen Rumänen und des Königreichs dazu gewesen lei. Man kommt plötzlich darauf, daß nach einem Zeriall Oesterreichs auch Rumänien wehrlose Beule der panslawistischen Aasgeier sein würde Dazu kommt die Wiener Meldung, man sei in Lien fest überzeugt, daß bei dem bevorstehenden Sälritt in BelgraL :>iuinä»icn sich „streng-korrekt und neutral" verhalten würde. Ist das nun ein Versuchsballon, den die Schachspieler am Ballhausplatz gegen den Garanten des Balkanglcich- gewichts aus eigenen Gnaden abließen, um ihn zur klaren Stellungnahme wenigstens in dieser abgetrennien Angelegenheit zu veranlassen, oder sind schon Versicherungen ergangen, denen das beruhigte Burecru in ßlicn auf diese Hirt den Weg in die Oessenklichkeit srcigibt? Selbst wenn diese Versicherungen aber auch erfolgt sein sollten, das europäische Rätsel, ist irotzdem nicht gelöst und die Oesfentlichkeit har eigentlich ein Recht darauf, zu erfahren, wie sich Rumänien in einem zukünsttgcn Konflikt zwischen Oesterreich und Rußland, zwischen Dreibund und Dreiverband verhalten wird. Bis jetzt ist diese Frage noch ungeklärt.... Aus Albanien. Dnrazzo, 17. Juli abends. Die Briese der Aus- ständischen an die Gesandten Italiens, Rußlands, Englands und Frankreich? sind heute Mittag überreicht worden. Sie find ehrerbietig abgesaßt. Die Aufständischen bitten darin die Minister, niorgen bei der Zusammenkunft in Schial zu vermitteln, ivo die Aufständischen ihre Wünsche kund tun, >nn unnützes Blutvergießen zn vermeiden. Tie Gesandten traten zu einer Besprechung zusammen und beschlossen, die Gesandten Oesterreich.Ungarns und Deutschlands von den Wünschen der Aufständischen in Kenntnis zu setzen, sowie den Aufständischen anheimzustellcn, auch den Vertretern der übrigen Mächte solche Briese zu senden; dann erst werde man eine Entscheidung treffen. Paris, 18, Juli, Der „Liberlö" wird aus Durcrzzo gemeldet, daß von den für den Fürsten rckriitiectcn 800 Gcn- darmcn 600 mit Sack und Pack desertiert sind. Man habe dieser Tage in aller Eile eine ans zwölf berittenen Gendarmen bestehende Leibwache für den Fürste» zusammengestellt. Vier dieser Gendarmen seien sofort nach Enrffsang der Pferde im Galopp in das Lager der Aufständischen geritten. Dnrazzo, 18, Juli. Die Anfftändischen haben eingewilligt, auch mit den Gesandten Deutschlands und Oester- reich Ungarns zn verhandeln. Sie sandten ihnen Br,eie. in denen sie eine Zusammenkunft für den 22. Juli Vorschläge,, — Fürst Wilhelm besichttgl - gestern abend sämi- lrchc Geschützabteilungen, um auch g, uclzzeitrg für die ncu- angekvmmcnen Gebrrgsgcschütze entspccchcnd günstige Positionen scstzustellen. Da sich der Fürst bei dieser Gelegen Herr an de» Bildhauer Gnrschncr wandte, um dessen Meinung über die Geschützpositionen zu hören, fühlte sich der anwesende vcrantworilichc Artilleriekommandant, der holländische Hauptmann Fabius, zurückgesetzt und überreichte seine Demission. Baiona, 18 Juli. Hauptman» Ghirardi ist mst achl- hundcrt Freiivilligcn und zwei Maschinengewehren nachts aufgebrochc», um gegen die Aufständischen zu marschieren, die jenseits des Wosictzaflusses lagern. 'Aus deni Innen, des Landes treffen beständig Flüchtlinge ein. Die Stadt ist ruhig. _' _ Aus Mexiko, Mexiko, 18, Juli. Das diplomatische Korps ließ heute durch seinen Dopen, den spanischen Gesandten, den neuen Präsidenten Earbajal im Nationalpalast begrüßen. Der Gesandte gab in seiner Ansprache der Hoffnung Ausdruck, daß Mexiko endlich den, Frieden sich nähern möge, den das divlomatischc KvrpS ernstlich ersehne und der für Mexiko nötig sei. Der Präsident erwiderte, ec versichere das diplo- piatisch« üorps, daß er keine Muhe scheuen werde, das vatriotische Ziel zu verwirklichen, daß der Frieden in Mexiko bergcstellt und infolge davon die Bereinigung aller Mexikaner durch gesührt ivcrde. __ Die deutsche Presse in Paris. Tic Pariser Vertreter der deutschen Presse haben aus Anlaß der gegen einzelne deutsche Vertreter gerichteten Angrissc der .Herausgeber der „Autorits" folgende Erklärung erlassen: Die Vertreter der deutschen Presse in Paris sind gegenwärtig einer in der Geschichte des Journalismus ganz neuen Verfolgung ausgcsctzt. Ein Pariser Tagesvlatt hat die Verurteilung Hcmsis driffch das Reichsgericht zu einem persönlichen Feldzug gegen die Pariser Vertreter derjenige» deutschen Blätter benutzt, deren Haltung gegenüber Frankreich dem betreffenden französischen Blatt nicht Aejällt. Dieses Blatt, das in Opposition siebt zur sranzöjiichcii Republik und deren Regierung, droht tagtäglich, die Vertreter dieser deutschen Blätter aus Frankreich hinauszu» jagen, auf jede Weife, selbst mit gewalttätigen Mitteln. Tie Herausgeber dieses Blattes haben zunächst Ducllsordcrun- gen erlassen und wir wissen nicht., wie weit sic in der Ausführung ihrer Drohungen gehen werden. Es ereignet sich zum ersten Mal^, daß in dieser Weise versucht wird, gegen die Bcrtreier der Presse im Ausland« persönliche Repressalien zu üben. Die Vorstände der drei Vereine ausländischer Journalisten in Paris liaben es deshalb auch für nöttg erachtet, die jetzt allein bedrohten deutschen Journalisten zn unterstützen, denn dieses Ber- sahreli tonnte morgen gegen die journalistischen Vertreter einer al,deren Nation ebenfalls angewandt werden. Die französische Press» hat sich, nue fcsigeskcllt sei, im allgemeinen neutral verhallen. Wir selbst sind außerstande, uns gegen eine derartige individuelle Verfolgung wirksam zu verteidigen, nicht nur, weil wir als Deutsche in Paris wegen politischer 'Keie nungsvcrschiedeilheiten keinen persönlichen Zant mit der Siejjener Zreitichtbühne. Ter Pfarrer von Kirchseld. Gießen, 20, Juli. Bor bald einem halben Jahrhundett erschien Anzengrubers „Pfarrer von Kirchseld" zum ersteninal aut der Bühne und errang damals einen Erfolg, der gewiß auch den rein dichteriichcn Werte» des Stückes galt, im Grunde aber doch durch seine leidemcktzist- lichc politische ^tcllungnalnne zu erklären lvar. Man überiah zwar schon danials inchl, daß der Schwerpunkl der ganzen Handlung, die Umtriebe der orthodoxen Gegner, hinter die Bühne ckkhilcgt lvar, und man verhehlte llch auch nicht, daß der Ansgongl schließlich nur durch ein paar Klatschbasen hcrbeigcführt wird, aber die Kraft und das blulwarmc Gefühl des Dichters, der mit dreister Faust mitten in die Probleme der Zeit gegriffen hatte, überwand auch den stärksten Widerioruch und setzte sich siegreich durch. Und wie damals, so überwältigte das Stück auch am Samstag aus der Freilichtbühne, obwohl man nicht sagen kann, daß es eine mustergültige Wiedergabe gesunden hat. Außer Frl, ^ i c t: ner errüllie in den größeren Rollen niemand völlig seine Aur- gabc und bot etwas wirklich bedeutendes, Herr Steinhoscr gab nicht den Pfarrer.Hell, wie man ihn von Anzengruber her kennt. Es war nicht der wegsichere Alaun, wie es aus seiner Unterredung mit dem Grasen Finsterberg hervvrgeht, nicht der geliebte Fübrer seiner Gemeinde, sondern ein schwärmerischer und etwas phantastischer Jüngling, der mit hilflos verschlungenen Händen seinen Gedanken nachhängt, ES war nicht der Mann, der sich unter einem inneren Zwang zur Anna gewaltsam hingedrängt sülch. sondern mehr ein Liebhaber, der ein Gcbändct sucht. Aber das ist schließlich nicht seine schuld, denn Herrn Sleinhorers Talent neigt entschieden nach einer anderen Seite als der des Pfarrers von Kirchseld, Es sei aber nicht verschwiegen, daß er auch enrige bedeutende Stellen hatte, wie z. B. die Unterredung mit dem Grasen Finsterbcrg, das zweite Zusammenttessen mü dem Wurzelsepv u, a, , ^ _ Eine feine und gute Lkiltung gab ,rrl. Ltcttner als Anna Birkmeier. Das zarte 2lustcimen ihrer liebenden Vercbrunq iür den Geistlichen, die ganze Skala eines reichen EmvnndnngslehenS brachte sie sehr glücklich zun, sllu-Liruck. Dabei itand sie mit ihrer robusten Gestalt so krästig und selbstverständlich im Raum, daß nran sich kaum eine bessere Darstellung de.iken kann, denn was man sanft an Bauernmädchen aus der Bühne sieht, dar imd meistens dünnhäutige, nervenschwache Geichövse, die mit Uwrr Blutarmut jede Illusion zerstören. Der W u r » c l s e v v des Herrn Dworkowski war eine prächnge Figur, aber mir dem eigentlichen Wurzelier-V Anzengrubers hatte sie wenig zu tuu^Er loll ein stiller, verbitterter Mensch sein, der mit kauernder ^-emut dem Pfarrer gegenüber tritt, denn io heißt es metz nach . ^Herr Dworkowstr hat dar Gegenteil daraus gemacht, einen beweglichen etwas toniödiantenhast agierenden Mann, der dem Pfarrer mit imoerschamter Frechheit gegcnüberltand. Auch die Art, lvic er der Anna bei seinem ersten Zusammentreffen den Becher bot, ober wie er gleich darnach um den Disch sprang, paßte nicht zu dem Charakter deS Sevv. Tic Schilderung dagegen, die er de>n Witt gibt, und die endliche Zerknirschung, mit der er vor dem Geist- iirben mchüttert in die Knie bricht, lvar ganz wundervoll und von Sackender Gttvalt. An sich nebenlächllch, aber doch störend war es, daß dieser csepv, der seit Jahrzehnten im Gebirge herumläuit, so blendend weiße Kniec hatte. Bescheiden und schlicht isrn der Pfarrer von St. Jakob, den Herr Schubert spielte: ein lieber guter Mann. Sein Finsterberg hatte meiner Ansicht nach einen scharfen Stich ins Ostelbiiche. Eine liebe dabei stattliche Haushälterin verkörperte Frl. Frenzel. Voll übcrjchüumcndcr »rast steckte der Michel des Hemn Höcker, Eül putziger Lehrer lvar Herr Ulrich, mur sehe üb keinen Grund, aus diesem obzwar sanattschen aber doch ehrlich überzeugten Mann eine Kaspar Hänncsckien- st-igur zu mmhen. Auch die Dilettanteu hielten sich recht wacker. lBesonders zu erwähnen wären die Herren Branda» als Wirt und Lotz als Loisl. Unangenehm berühtte die Teilnahmlosiglcit der Statisten bei der Bekanntgabe der obrigkeitlichen Verfügung: sic standen da, als ob sie die ganze Sach.' gar nichts «»ginge.. Die Musik wurde von den Herren Fr. Bauer jr„ Frey, Hanau und v, Grolman ausgesührt. Frl. Suey Tunbar erwies sich als eine tüchtige Harmonlkaspieleein und Herr Ger- hart als ein angehender Meister des Harmoniums. Wenn man allerdings die Kürze der Zeit überlegt, die für die Proben zur Bcr- iügung stand und die nick» unbedeutenden Schwierlgieiteu, die sich einer Freilichtaufführung des Pfarrers von Kirchseld emgegen- stcllen, dann muß man die Aufführung, die von Herrn D w o r - ko WS kn geleitet wurde, immerhin als recht tüchtig anerkennen, und die Zuschauer kargten am Schlüsse auch keineswegs mit ihrcnl Bestall, Störend wirkte es aus mich ein, daß nicht das geringste getan war, um die Szenerie ein wenig zn verändern, beispielsweise durch einen .ßaun oder dergl. So wurde man beständig an die versunkene Glocke erinnett, auf die nun einmal die Bühne zu- geschnitten ist, ^ ■ Neue Funde auf dem Römerlasteg Nhemgönheim. Man schreibt uns: Die inr Jahre 1912 im Aufträge des Historischen MuseumS der Pialz begonnenen A-usgrabungen im K a st e l l der Römer st adl Rheingönheim de i L n d w igs- Hasen waren in letzter Zeit von großen Ersolgen gekrönt. In erster Linie erstreckten sich die Schürfungen auf das inr Jahre 1911 entdeckte römische Erdkaslell. Nacki Mrtteckungell des Schriftführers vom historischen Museum der Pfitlz bildete dieses Festungswerk, das etwa vom Jahre 40 n. Ehr. an dis 74 ständig emc Besatzung gehabt hat, ein wichtiges Glied in der Reihe der von den Römern längs des linken Rheinufers von Straßburg bis Mainz errichteten Kastelle, einer Grenzbefestigung, welcher die Aufgabe zufiel, die römische Provinz links des Rheines gegen Angriffe vom rechten Rheinuser her zn schützen. Die ganze Anlage ward allsgegeben, nachdem es im Jahre 74 den Römern gelungen war, die Angriffe vom Ueberrhcin zlirückzuweiseil und daraufhin sogar auf dem rechten Rhcnmser festen Fuß zu fassen. Eine älmlicbe Reihe von Kastellen entstanden nun im eroberten Gebiete rechts des Rheins. Den Zweck des Kastells bei Rheingönheim halte von da an drüben das Kastell bei Ladenburg zll erfüllen: das e>llfprcche,lde lillks» rheinische Werk dagegen ward dem Verfall überantwortet. In- dessen scheint diese Verschieblnlg der Grenze und der Vertcidtglmgs- (uitc die Niederlassung beim heutigen Rhemgönheim durchaus nicht nachteilig berührt zu haben: die Ausiedlung blühte lveiter, ver- größerle sich und bestand sicher noch einige Jahrhunderte nach Ausgabe des Kastells, vielleicht ebenso lang, als sich überhaupt Römer aal germanischem Boden befanden. Jedenfalls war der Ort stark bevölkert; denn man konnte außer dem jetzt in der Turchforschnnq begriffenen großen Friedhof schon ein z,veiles Gräberfeld fest- stellen. Der Leiter der Ausgrabungen, Dr^ S p ra ter, glaubt sogar, die von Ptolemäus erivähnte ctadl Rufiana gelinden zn haben. Tie Ausbeute im vauptsriedhof der Römerstadt bestand hauptsächlich in Bromegeraten, Waffen und Rüstnngsteilen. Schmllck, Kinderspiclzeug. Lämpchen, Glas- und Tongefäßen. Tie Zahl der gefundenen römischen Urnen verschiedener Form und Größe gehl über 200. Allerdings waren bte Tongcfäße sämtlich durch die Last der Erde zerdrückt; doch konnten die Scherben vollzählig gesammelt und in der Alnseumswerkstätte ivieder zu Urnen und Amvhoren zusammengesetzt werden. Zu den bemerkenswertesten Entdeckungen nn Friedhof der Römerkolonie gehören drei vorgeschichtliche Grabstätten, die zerstreut zwischen den Reihen der röntijchen Bestattungen in envas tieferer Lage angetroffen wurden. Tie Knochengefäße verweisen ja in die La Tene-Zeit, in die Hallstatkzeit und sogar zurück bis in die jüngere Steinzeit; es sind also da nicht weniger als drei verschiedene vorgeschichtliche Kulturstufen vertreten. Durch einen Wohllstätteniund, ein Geiäß der reinen Bronzezeit, ist noch eine vierte Stufe bei Rheingönheim sestgestellt worden. Das größere Gesäß bat Keffeliorin und außen in halber Höhe der Leibung vier gleichmäßig verteilte Ansätze; das kleinere Gesäß ist durch seine eigenartigen vertieften Zierate und ein im Zickzack ringsum lausende.' Bandmuster bemerkenswert. Das Borkoninren dieser Verzierungsweise an Gesäßen ans Stein» zeitgräbern Süddemschlands gehört zn den größten Seltenheiten. X — Kurze Nachrichten auS Kunst und Bisse»- s ch a s t. Nach langem Leiden verstarb der Professor für Volkswrri- schafr an der Technischen Hochschule zu Dresden, Professor Robert Wuttke, in einer 2>reSdener Klinik. faauaaftMym Presse aufkommen lassen wollen, sondern Mich, wert w>>- hie Uiiabhängigkrft der Presse ohne Unterschieb h»r Meinungen achten und es abtehnen müssen, uns als Wedeln für-die Hattunz der deutschen Presse behandeln zu lassen. Air kennen und achten die Rechte der Regierungen (gegenüber den Ausländern, aber wir weichen keinen pri- vale» Eiiischüänerungsversuckien und werden unbeirrt unsere Bcrschiersliattung aus Frankreich nach bestem Wissen und Genüssen so ersehen Wir müssen schließlich miserm Bedauern Ausdruck geben, daß sich währimb dieser Tage ein Vertreter der deutschen Presse, der Korrespondent der „Deutschen Tageszeitung", nicht gescheut bat, unS in den Rücken zu sauen und den von uns geschätzten Vertreter des „Berliner Tageblattes" geradezu unseren Angreifern auszuliefern Dr Äuberttn (Berliner Tageblatts, Dr, Ebstein lFrank- furtcr Gencralanzeiaerl, Fuchs (Berliner Lokalanzeiger), Hercovici (Berliner Zeitung am Mittag'', Dr, Kröger lKölnische Zeitung, Lsry (Straßburger Burgerzeitung), Loeb lDortmunder Zeitung), Neu Frankfurter Zeitung), Dr. Nordau Vossische Zeitung', Tr, Prevot (MünchenerNeueste Nachrichten , Pohk (Vorwärts), RegierungSrat Schiff lWolsir lelegraplischcs Bureau , Schottböser (Frankfurter Zeitung), Simon iTelcgraphenunio» , Stein Kreuzzeitung), Steinherz Pariser Courier, Tr. Tschiedel kDerl. Üokalanzeiger), Dcutidt» I?etcb. Der Kaiser hielt gestern vormittag an Bord der „Hohenzollcrn" Gottesdienst ab. hieraus nahm er den Vortrag des Vertreters des äußeren Amte.-, Gesandten von Wedel, entgegen, Nachmittags machte der Kaiser einen mehrstündigen Spaziergang mit einigen Herren seiner tlmgeb.-ng. Ter kaiserliche Statthalter oon Elsaß. Lothringen I>at cs abgelehnt, den bisherigen Bür- germeist er Knöpflcr in Zubern wieder znni Bürgermeister zu ernennen. Ausland. Zu dem Besuch P o i n c a r e 3 in Petersburg hebt der „Rjetsch" die schweren Militärlasten hervor, die Rußland aus die Initiative Frankreichs hin übernommen habe. Das Blatt schließt,- Solche tleberlegungen sind selbstverständlich geeignet, den angenehmen Eindruck des Besuches unseres Verbündeten abzukühlen. Ru» Stadt und Land. Gießen, 20, Juli 191). * " Tageskalender silr Montan, 26. Juli: Gewerbe- A >! S st e l l » » 9 : Slinbevtag mit Kinder-PreiSkorsosahrt. 4 bis 7 Uhr nachmittags. . •* Landesuniversität. Herr Tr. Otto Hunte- inüller aus Hopa an der Weser, Assistent am hiesigen hygienischen Institut, der sich für das Fach der Hygiene an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält m» TicnStag, den 21. Juli d. I. abends 8 h. c. t. in der kleinc» Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: ,Ueber moderne Seuchenbekämpfung'. "DerGroßherzog empsing am 18. Juli den Ober- l-uidstallmeifter Willich gen. o. Pöllnitz, den Tr. Mül- ler, den Postdirektor Har res von Friedberg. ** Ans dem Schu 1 di en st c. Bestätigt ivurde der von dem Stadtvorstand zu Mddo auf die erste Lchrerstelle an der Volksschule zu Nidda angebotene Lehrer Peter Gatzert aus Nidda für diese Stelle. "JndcnRuheftandversetzt wurde Bahnwärter Heinrich Becker zu Alsfeld. ** Offene Lehrer st eilen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Merlau, Kreis Alsfeld. Gne mit einem evangelischcii Lehrer zü besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Burg-G e münden, Kreis Alsfeld. ** Für d ie Sitzung der Stadtverordnetcn- Versammlung am Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 5 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestelli worden: I. Mitteilungen. 2. Einfriedigung des Grundstücks des M. Kreiling, Rodheimer Sttaße 2. 3. Einfriedigung des Grundstücks des Karl Noll an der Goethescraße. 4. Dauqesuch des Georg Eirler für Hcrmmsbraße 1. 5. Bebauungsplan südwestlich des Schiffenberger Wegs bis zur oberhessischen Eisenbahn. 6. Anschluß der Wortanlage des Maschinenhauses des Elektrizitätswerkes an den städtischen Kanal. 7. Anschluß des Wasserwerks der Gemeinde Göbelnrod an die lleberland- anlage. 8. Festsetzung des Ortslohnes gemäß j? 149 SR. S O. 0. Wahl der Beisitzer für das KailfmannSgerichl. 10. Wahl des Vorsitzenden des Gewerbe- und Kaufmannsgerichts. II. Wahl eines stellvertretenden Vorsitzenden des Gewerbe- Mrichts, 12. Gesuch des.Joh Gerlicher um Erlaubnis zum Schaerckwirtschaftsbetrieb im Hause Alicestraße 20. ** Jugendfest. An dem diesjährigen Jugendfest werden etwa 4300 Kinder aus allen Schulen der Stadt teilnehmen. Der Festzug stellt sich gegen 2 Uhr nachmittags in der Ost- und Südanlagc auf; der Abmarsch erfolgt pünktlich 2'/, Uhr von der Bürgermeisterei aus. Bei der Ankunft auf dem Festplcch nurrfchieren die zwei unteren Jahrgänge auf den Bretzelplatz, wo sie ihre Geschenke erhalten und dann an ihre Angehörigen entlassen werden. Die Kinder Sxs 3., 4. und 5. Jahrganges begeben sich im Walde sofort auf ihre Spielplätze, Tie übrigen Züge nehmen Ausstellung vor der Rednerbühne, Hier: Gesang und Ansprache, Für die Eltern der Kleinen und namentlich für die El t e r n von schwächlichen Kindern empfiehlt es sich, stets in der Nähe des Zuges und der Spielplätze zu bleiben, um sich nötigenfalls der Kinder sofort annehmen zu können. Es wird gebeten, verirrte Kinder zur Musiktribüne nben dem FesbcmS- schußzelt zu dringen, damit sie dort von den Eltern in Empfang genommen werden können. In einem Zimmer der ,har- iiickelsthcn Wirtschaft wird eine Sanitätswache eingerichtet, damit i,ölige,ifaNs sofort Hilfe zur Hand ist. Der SRückmarsch wird um 7>/> Uhr angeireten; er wird durch ein um 7>, Uhr am verschiedenen Stellen des Festplcrtzes abgegebenes Trompetensignal angezeigt und ersolgi in der- lelben Reihenfolge wie der Ausmarsch. Im Interesse der Jugend ist es sehr erwünscht, wenn die Eltern dafür sorgen, daß die Kinder auch beim SRückmarsch am Zuge teilnehmen und nicht noch länger im Walde zuruckbleiben. Denn ein Fest, das der Jugend gewidmet ist, muß mit Anbruch der Nacht beendet sein. Im Interesse eines ordnungsmäßigen Verlaufs deS Festes wird das Publikum ersucht, den Weisungen der Festordner zu folgen und sich nicht in den Zug zu drangen, nicht die Spielplätze zu betreten oder sich gar ,n die Spiele einzumischen, "Voip Zuge überfahren. Am Samstag gegen 10 Uhr abends überfuhr ein Personenzng zwischen den Stationen Brau nse lS-Ober nd ors und BurgsolmS- Oberndors ungesähr 200 in vor dem Bahnhoj BurgsolniS- Obccndocs de» Arbeiter Rudolf Müller aus Oberndorf. Er trug am Kopfe schwere Verletzungen davon, während ihn, beide Beine unterhalb der Knie überfahren ivurden. Das Zugpersonal uahui ihn im Packwagen mit nach Wetzlar, wo ihm durch den Bahnarzt ein Notverband angelegt wurde. Bahnhof Wetzlar sorgte für Ueberführnng mit Zug 11.08 91m. in die Klinik zu Gießen. Müller trug als Ausweis seine Lohiimarkc vom gestrigen Zahltage, wodurch seine Personalien seslzusiellen waren und die Bcuachrichtignng der z» Haus» wartenden Fran crsolgc» konnte. Wieso Müller um diese Tageszeit auf die Gleise gekommen, ob er den Weg abkürzen, oder ob er sich irre gegangen, ist noch nicht sestgestellt, da ei noch immer bemnßtios war. ** Ein verwegener Flüchtling. Unter eigenartige» Umständen nahm die Gießencr Polizei einen durch- gcgangenen ZwangSzögling fest. Der 18 jährige Bursche war feinem Lchrherrn vor 14 Tagen durchgegangen, und man vermutete mit Recht, daß er hier bei seinen Eltern eines Tages ankommen würde. Am Freitag vormittag — man hatte festgestellt, daß der Durchgegangene tatsächlich in Gießen war — rückten 3 Schutzleute vor das elterliche Haus. Ein Doppelposten blieb vor der Haustür als Wache zurück, während ein Beamter, der den Burschen persönlich kannte, sich vor die Wohnung begab, in deren Türe die Mutter den Gesuchten mit ihrer Person deckte. Der Vogel, der zweifellos Witterung von seinen Verfolgern hatte, brach inzwischen aus dem Boden des Fachwerkhauses ein Gefach durch und entkam über den Bode» des Nachbargebäudes unangefochten, er ging sogar unangefochten an den beiden Schutzleuten vorbei, die ihn nicht kannten. Ain andern Tage redete der eine Schutzmann dem Vater des Flüchtlings ins Gewissen und sprach die Ansicht aus, daß der Vater ja nur einen Antrag zu stellen brauche, um den Sohn aus der Zwangserziehiing heraus zu bekommen. Dies Vorgehen führte zu dem Erfolg, daß Vater und Sohn sich freiwillig auf dem Polizeiamt einfanden, und der junge Mensch wieder dahin gebracht werden konnte, wohin er gehörte. Auf der Polizeiwache händigte der Bursche einen geladenen Revolver und zwölf scharfe Patronen aus, von denen er Gebrauch gemacht haben würde, wie er freimütig versicherte, wenn man ihn mit Gewalt wieder festgenommen hätte. *' Gewerbe-Aus st ellung. Die Ausstellung hatte am Sonntag den stärksten Besuch auszuwcisen. In Scharen flrömte unsere Landbevölkerung schon am frühen Morgen hcrzn. Unter anderen ivaren folgende Vereine vertreten: Landwirtschafil. Bezirksverein Alsfeld, Schützenverein Wetzlar- NiedergirmeS, OrtSgeiverbevereme: Crainscld, Herbstein, Groß-Gerau, Turnvereine: Mimzcnberg und Agbach, Kricger- vcrein Kesirich. ** Der Oberhessische Geschickt s verein unternahm am gestrigen Sonntag seinen Sommer-Ausflug nach Hirzenhain und Ortender g. ES sind Stätten, die abseits von der großen Heerstraße der Touristen liegen, aber gerade darum hat sich ihr Besuch gelohnt. In H i r z e n- hain steht die alte Wallfahrtskirche noch aufrecht, die bedeutsame Reste ihrer einst reichen Ausstattung bewahrt; Statuen, die einst Alräre schmückten und die Skulpturen der feingegliederten Chorschranken sind fast unbetannte, aber darum nicht weniger wertvolle Vertreter unserer hochgewerteten mittelrheinischen Kunst, deren Hauptort einst das goldene Mainz war. Und in dem reizvoll am BcrgeS- bang gelegenen Städtchen Ortend erg, schon mehr bekannt durch die Biloer unseres einheimischen Malers Fries, ist schier die ganze Stadt noch ein künstlerisches Denkmal der Vergangenheit, mit ihren mittelalterlich engen Gassen, ihrem sRathaus, der Kirche, die das Stadtbild krönt, mit dem stattlichen Torlurm der mittelalterlichen Befestigung, ** Vereinigung selbständiger Buchbcnder- Meister in Hessen. Ter heutige 8. Verbandstag der Vereinigung selbständiger Buchbindcrmcistcr in Hessen, der in B i n g e n abgehalten wurde, wies einen sehr guten Besuch auf. In manchen Bezirken werden die Submissionen noch nichtöffentlich behandelt. Herr Emmerich-Lampertheim stellte daher den Antrag, daß die Vereinigung dahin wirken möge, daß sämiliche Submiisionen aus öffentlichem Wege.behandelt würden, Herr Steinhänscr- Gießen stellte den Antrag, daß von der Vereinigung jedes Jahr in einem Rundschreiben die Preise der Vereinigung bekannt geben sollen. Dadurch hätte bei etwaigen Streitfrage» der Lieferant seinen Kunden gegenüber einen Ausweis. Beide Anttägc wurden nach kurzer AuSforachc angenommen und dem Vorstände zur weiteren Bearbeitung überwiesen Ter Kassenbericht schloß 'mit 528.46 Mark Einnahmen, 483.23 Mark Ausgaben uild 45.23 Mark Kaisenbestand. Herr Paul L e h m a n n - Bad-Nauheim hielt einen Vortrag über „Die gewerbliche Buchführung nach dem Zwci-Bücher-Shftem". Zum Orte des VerbandStageS im kommenden Jahr wurde oon her Versammlung die Einladung O s s e n b a ch S einstimmig angenommen. In den Vorstand wurden die Herren A. Greffer-Darmstadt, O. Weitz-Darmstadt, W. Müller-Mainz gewählt. ** Die Maul- und Klauenseuche herrscht fort in Groß-Bieberau und Neunkirchen, KckeiS Dieburg, in Hüttenihal un d Hain stad t, Kreis Erbach, in Affolterbach und Siedelbrunn, Kreis Heppenheim, in Seligenstadt, .Kreis Offenbach, in Rodheim. Kreis Friedberg, in Stadecken, Kreis Mainz, in Welgesheim und Zotzenheim, Kreis Alzey, in Ober-Ingelheim, Schwabenheim, Groß-Winternheim, Dromersheim, Elsheim und Bubenheim, Kreis Bingen. Tie Seuche wurde festgestellt in Reichelsheim i, L>„ Kreis Erbach, in Mackenheim, Kreis Heppenheim, und in Engelstadt, Kreis Bingen, ** Das Gcwcrbeblatt für das Großherzogtum Hessen sZeitschriit des LandeS-GewerbevereinS) Nr. 29, vom 17. Juli, bat folgenden Inhalt: Ocffenilich-rechtliche Versicherung oder Privatversicherung. Großh. Zentralstelle fßr die Gewerbe. Sitzung des Ausschusses des LandeSgewerbevereinS. Hauptversammlung des VerbandeS demscher Gcwerbeveretne und Handwcrkervercinigungen. Handwerkskammer zu Darmstadt. An die verchrl. Vorstände der gewerblichen Korporationen deS Kammerbezirkes. Bek, bett. Neuerrichtung von GesellenprüfungSausschüffen. Meisterprüfung. Sitzung des Verbandsvorstandes deutscher Gewerbevereine und Handwerkervereinigungen. ** Briefaufschriften. Der Briefverkehr Berlins hat einen solchen Umfang angenommen, daß es zur Ermöglichung einer unverzögerten Bestellung der Sendungen dringend erforderlich ist, in der Aufschrift der nach der Reichs- Hauptstadt gerichteten Briefe außer dem Postbezirke (C., N., O.,W. usw. - auch die Nummer des Postamts anzugeben, von dem die Sendung bestellt oder abgehvlt wird iz.' B Berlin, S. 42; Berlin, O, 17), Selbstverständlich darf aber auch die Angabe der Straße, der Hausnummer, des Gebäudeteils und des Stockwerks in der Auffchrift nicht fehlen. ** KleineMitteilungeii. Ter P v stneubau in N a i- sa u ist >etz' in Angriff genommen. — Das Missionskcst in Fellingshausen, welches im nahen Walde gefeiert wurdr, erfteuie sich eines außerordentlich starken Besuches Pfarrer Pö- mes aus Tüffelial hielt die Felwreaigt. — In W a ll d o r t ffl» krankte am Donnerstag abend anscheinend nach dem Genuß mm Wurst der nierzehntähkige Sohn des Arbeiters Hirschhorn. Trotz rascher ärztlicher Hllte erlog der Junge berelli am zwecken Tage unter schweren DeigiitungSerscheinuugen seinen Leiben, — In Dvrmstad! wurde am Tamöiag vormittag das 3> r Jahre alle Kind des Schutzmanns Horst II. oon einem Motorwagen der elektrischen Straßenbahn überfahren und war sofort tot. " Konkurse i» Heften. lieber das Vermögen bei Handelsmannes Julius Eohu zu Darnistadt ist am 13. Juli das ItoiikurSveriabreu eröffnet worden, da die Zahlungseinstellung dae- aetan ist. Ter Kauimann Ludwig Raab zu Darmstadl in zum KonkurSoerivalier ernauut. KonkurSiorderungen l»id vis zum l. August 1014 bei dein Gerichte anzuinelde». Es wird zur Beschluß- lastuiig über die Beibehaltung des ernaiiuteii oder die Wahl eines anderen Verwalters und über die Bestellung eines Gläubiger» auSschulleS aul Montag, 18. August 1814, vorinillngS !i Uhr, vor dem Amtsgericht I Tarmstadt Termin anberaumt. — In dem Konkursveriahren über den Nachlaß des Jakob Barl, zu Hot- Heim sind zur Schlußverleilung tür die »icbt bevorrechtigte» Forderungen 5288,78 Mk. nebst de» bei der Bezirkssoarkaffe Lorsch aut- gelanienen Zinsen versügbar. Zu berücksichtigen sind nicht bevorrechtigte Forderungen im Wesamtbetroge von 18 486,88 Mark. — In dem Konkursverfahren über das Vermögen der A n t o m o d i t- post EhringShausen — Kirtort — Kirchhai», e. i«. m. b. £>., zu Kirtori toll eine AbschlggSvsrleilung criolgen. Dazu sind 12 288,88 Mk. veriugbar. Z» berücksichtige» süid 21 781,48 Mk. nicht bevorrechtigte Forderuugen. Landkreis Gießen. 4. VerbandSsest des Mitteldeutschen Sängervubandes. A Großen-Linden, 19. Juli. Aus Anlaß des heutigen 4. DerbandSlesteS der Mitleldcnlsche» SänaerverbandS prangt« Großen-Linden im Festschmilckc, an den Eingängen deS OctcS waren Ebrenplorten errichtet. Bereits um XI Uhr traten die Sangesbruder ans nah und sern ein, sie begaben sich nach dem Ichön gelegenen Festplatz an der städtischen Turnhalle. Hier traten die VerbandSvereine zur Hauptprobe de- ÄlasteuchoreS an. Um 2 Uhr wurde in der Bahnhotstraße der Festzug ausgestellt, er mn- sabte 38 Gruppe», darunter 38 Gesgugvereine anS dem Lahntal und der Wetlerau. Dem Festzng voraus tnhr der Radiahrerverein mit prächtia gelchmückte» Rädern, dann lolgte der Stadtoorstand, der Festausschuß, der Vorstand deS Verbandes und an diese schloß sich die cndlole Reihe der Vereine. So waren erschienen Gesangvereine ans Gießen l..Liedertn«el'>,PoblgönS, Oberhörgen, 'Annerod, Butzbach t.Emtrachl'), Latig > Sons, Lollar, Leihgestern, Groksn-Buseck, Garbenteich, Steinberg, HörnSheim, Allendort a» der Lnbn, Steinbach, Wambach, Niederkleen, Klein-Linden, Watzenborn, Hattenrod, Wieieck und Lützellinden, Den Schluß des Jesi- zugeS bildeten die sämtlicheii Großen-Lindener Vereine. Nach dem Uiiiziig saminelte sich die Säiiqerschar des VerbaiideS — ivohl an 300 Mann — vor der sängerhallc jum Dortrag des MasscnchoreS. IliiiversitätS-Musikdirektor Prolffsor Tr aut IN an» leitete beit Chor und eine Aiusikkapelle begleitete ihn. Mächtig scholl daS ewig schöne, ergreiiende „Niedertändische Tankgebel' über den Festvlatz ,iiid lebhatter Bestall der Festgäste lotgte dein Gesang. LandtagSabgeordnster Biiraermeister L e:: n begrüßte die Sänger i»> Na»,ei, der Stadt. Lehrer Römer sv»ach im Austrag des FestniiSIchusieS und der beide,, biestgen Gesangvereiiie dem Verband herzitchen Dank a„S tür die Uebertragung deS 4. VerbandStesteS >ind toastete aul das de,,tsche Lied nnb den deutschen Männer» geiang. 2114 Vertreter des Mitteldeutsche» Sängerbundes hielt destsn ziveiter Vorsitzende, Proteisor Tr. A l l e S-Gießen, die Festrede. Er teilte niit, daß der I. Vorsitzende, Provinzioldirektor Geheimrat Tr. 11 (inner seine Verhinderung lebhaft bedaure und deni Feste besten Verlaiit ivünsche. Großen-Linden lei ein mohlgeeigneter Festort tür ein GesongSiest, hier tvo inan die oltehrwürdigen Bauwerke zu erhallen strebe, >,ndc auch daS alte deutsche BollSlied eine gute Pftegeliätle. Ter Lcrbaud siiche feine vornehmste Ausgabe darin Volksmusik, Volkslieder >,»d volkstüinliche Lieder zu erhallen und zu iördern, deiin sie seien KemütSivortc des deiitscheii Volkes. Eine Saminlnng geeigneter Volkslieder sei out Anregung des Verbandes von llniversitälSmiisikdirektor Protestor Trautinan» inid Reallehrer Gelter erschienen, tstuch habe der Verband die ziveckinäßigen Dirigeiitentage eingerichtet. Tie Entwicklung und die En'olge des Verbandes seien gut und hosteuttich würden sich in»»cr »och mehr Gesangvereine anschliitzen. Sein Hoch galt dem Mitteldeutsche» Verband und allen nngeschlossenen Vereinen. I» der Turnhalle begann da»u das WiltuugSsingen Ser 27 Ver- bandSoereine, das Ergebnis deS vlesangeS bleibt geheim und wird den Vereinen zugelandt. Ei,,e große Ate»Icheiimenge wohnte dem WertmigSsingen bei, und auch der Festplatz wimmclte von Besuchern. ck. Reiskirchen, 19. Juli. Eine erfreuliche Bewegung für eine Kleinkinderschule macht sich jetzt in unserer Gemeinde bemerkbar. Scheiterte der Plan vor etlichen Jahren an der Zurückhaltung des fffemeinderatS, so sollen die neuen SRäte die Sache eiftig befiirworten. Als Tummelplatz hat man die alte Schule auSersehen, den oberen Saal für «t—7jährage und den unteren für die Kleinen Bei gutem Wetter steht der geräumige Schulhot zur Verfügung. — Der K i r ch b e r g , ein beliebter Ausflugsort der Vereine, soll eine Verschönerung erfahren. Die gute Einnahme bei der letzten Versteigerung wird den Anlaß dazu gegeben haben. Alte abgestorbene Baume sollen durch neue ersetzt und die durch Brechen von Mauersteinen enfftandenen Löcher zugeworfen werden. Sl Burkhardsfelden, 19. Juli. In unserem Orte fand heute ein auch von auSwsirtS ^ut besuchtes Mission-, fest statt. Auf dem Lindenplatze inmitten deS TorieS sammelte sich unter sreiem Himmel eine andächtige Gemeinde. Missionar Win ner-Lichund Stadtmissionar H e r m an n- G ie ß e n waren die Festprediger. Ein Gießener Posaunenchor verschönte die Feier. Kreis Büdingen. — Mittelgründe! ii, 18. Juli. Deni Milchfuhrmann Joh«. Hafner von Rothenbergen ging gestern abend gegen 8 Uhr sein im Milchwagen cingespannteS Pferd durch und rannte mit dem Wagen durch das Dorf, wo es von einem Einivohner aufgehalten wurde. Ter Besitzer fuhr nun mit deui iuimer noch sehr unruhigen Pferde in das Dorf zurück, um noch Milchkannen aufznladen. DaS dreijährige Kind des TaglöhnerS Philipp Llchtzchnter in SRittclgründa» wurde vom linken Vorderrad des Milchwagens ersaßt und überfahren, die entstandenen Berletzungen waren so groß, daß kurze Zeit nach dem Vorfälle der Tod eintrat: scheinbar ist dem Kinde der Brustkorb eingedrückt worden. Den Fuhrmann soll angeblich kein Verschulden treffen. Zur Ausklärung weilte heute das Großh. Amtsgericht Büdingen und der Großh. Kreisarzt Medizinalrat Dr. Fresenius an? Büdingen hier an Ort und Stelle zur Sachnntersuchnng und Leichenschau. Kreis Schotten. Z H a rt m a n n S h a i ii, 18. Juli. Tie erste n Gurken kamen dieter Tage hier zum Verkaul. DaS Stück kostete im Tu ,e» wächse dabei. Angeblich soll der Preis noch ivachsen, da die ffluv fei,ernte in der Wetteran schlecht ausgetallen und auch aus N^h- wuchS nicht zu rechnen ist. z. AuS d e m oberen Vogels berg, 19. Juli. Tie E r d b e e re n e rn t e hat sich in diesem Jahre in den Waldungen deS OberwaldeS an Ertrag als (ehr arm erwieien. Wen» auch „> den Gärten nnlcier bochaelegenen Orts nur lehr wenige dieier Beeren gezüchtet werden, so sind doch die wenigen Erdbeeranlagen mit Früchten zahlreich behänge«. » ^ - Kreis Sntootry. f B» Sb« t, IS. Juli /> U&r im biruqtn Rolbauie Ter» mm igir Veihunblung neu dem ltzemcinderot lind den Beteiligten, die bei der beadsichtigten Regulierung der Gemarkungsgrenzen derGemailungenButzbach-Pohlgons in Beiro-chi kommen, anberaumt morden !c>, und die Mitglieder des Ltadworüan- bes erscheinen möchten. Tr. Vogt berichtet alsdann im Namen des Eguausschusse» über- die vorliegenden Eingaben und Anträge, sowie über die von ihr gesoßten Deschtüssie. Houmleprer Storch ersucht die Bürgermeisterei, vrranlaisen tu wollen, daß während der ^oommcrsericn >ru4 den beiden Zimmern hinter dem Singsaal des Vereinsbairses der mcheltierte Schulioal sür die '! laise ha beigericht« werde. Die Kinder seien eben ,n dem unzulänglichen Roum des früheren Lehrlinqsheims unrcrgebrach». Ueber die Einrichtung von zwei -schuljälcn im Bercinshous hat Bauunternehmer Kr oh einen Kostenanschlag gefertigt, wonach die Kosten etwa 412 Mk. betragen. Ter Baumisschuß hat beschlossen, die Scheidewand zwischen den kleinen Sälen zu entfenien und die Teilung des groben Saales, um einen gesondcnen Flur zu gewinnen, abzulehnen. Tic Kosten würden dann Mir noch etwa 201) Mark betragen. Ter Gemeindeiat stimmte tMsem Be'ä'lulse zu und übertrug die Arbeiten a»t Antrag des Gemeinperols Lv - pcnheimer dem Heren Kreh — Kretz beahsirchigi, aut seinem an der Tounu-lttaße gelegenen Grundstück ein Wohngebäude zu erbauen und wünscht eine Anschlußseining für Kanal, und Wasserleitung von der städtischen Hauptleitung bei dem Wc- { berschen .Hause ab nach dem Neubau zu führen Ter Bauauslchuß schlägt vor, dem Wunsche zu .entsprechen unter der Bedingung, da« Kretz einen Revers ousstellt, Ivvnacki er sich und seine Rechts- Nachfolger vcrptlichlei, die erbauten Häuser direkt an den städtischen Kanal anzuschlicßen u. da« die nach dem Trtsiünul z» zad- ' lende Ansä lußgebühr bezahlt wird, sobald diese von der Siadl- ka-se zur Aniorderung gelangt Metzger stimmt dem Borichlagc h der Baukommission zu, wenn dieses nur ausnahmsweise für ein L Gebäude «nehn-igt wird. Ter Antrag des Bauausläui-!es wird k mit dem Ergänzungsantrag Metzger angenommen. Tie Boll- ' zugskommillioii der Fcldbereinigung Butzbach hat bclchloisen, in » den Graben an der Gießcncr Chaussee für die Ableitung c der Abwässer der Brauerei Melchior aus Kosten der Stadt , Robre legen zu lassen. Die Kosten würden nach der von Grontz. § KulturinspektiiUt Friedberg ausgesieilten Koüenrechnung etwa 1100 ».Mark betragen. Ter Bonousichaiß schlägt vor, die Rohrlegung der y hohen Kosten wegen abzulehnen. Ter Bvrlibag wurd- einstimmig angenommen. — Tem Emil Ristow soll mngeieilt irerden, da« der Anschluß seines Kellers an die städtische üanalleüung wegen der f tikscn Lage der Keller» unmöglich sei und ihm ernpiotzlen werde, $ seine Kellcrsotzle so zu erhöben, das- kein Wastel mehr in den Keller 1 eindringc. — Tie Mitglieder des Arinenausschulies d e h d und jMü 11 er berichteten, da« trotz des Beschlusses des Gemeinderats, vorerst von der Zwangserziehung von zwei hiesigen Knaben ab- ,»sehen, die Schulbehörde und da» Großb Amtsgericht die | Zwangserziehung dieser Knaben beschlossen Hab«. Öeyd \ hast cs für richtiger, sich mit dem Schulvorstand künftig in einer f gemeinsamen Sitzung in derariigen Fällen zu verständigen. Ter Armenausschu« schlägt vor, gegen die Entscheidung des Großh, ■ Amtsgerichts bei hem Großh. LandgerichtGießcn Bc- rusung einzulegen »nb dem Gemeinderaismiiglied, Rechtsanwalt Ohnackcr, diese Angelegenheit zu übcnraggn. Ter Vorschlag wird akzeptiert. — Tie im Niedcrschlagungsverzeichn. als endgültig uneinbringlich ausgeiührten Bosten im Geiamlbetrag von 1198,110 Mark würden zur Niederschlagung genehmigt. Tr. Vogt berichtet ! sür den Finanzausschuß, daß die katholische Kircktengemeinde sich mit der Herabsetzung des Anteils Beitrag zu den Kosten sür Her- I stellung des Fußsteiges an der kolh. Kirche von 416 MI auf i 300 Mark nicht zufrieden gegeben und sich deshalb an das Großb. l Kreisamt Friedberg gewandt habe. Eine Entscheidung dieser Be- ' Hörde sei noch nicht getrosten. Sturkenburg und Nhcinhcssen, rm. Tarmstadt, 19. Juli. Das große Tarmstädter Kriegcrfcst zu Ehren des vierzigsährigen Bestehens des Dormsttidter Krregervcrcins, für das drei Festtage in dem herrlich gelegenen von dem Großherzog zur Verfügung gestellten Lrangcriegarten vorgesehen sind, ivurde am Samstag abend durch Konzert und ein von Diletanten vorzüglich zur Ausführung gebrachtes Festspiel „Armin der Befreier", das von Hch. En derS zu der Feier verfaßt wurde, eingeleitet. Leute früh fand gemeinsamer Kirciienbesuch statt, an den sich um 10 Ehr ein Festakt in Anwesenheit von Vertretern des Großherzogs, sowie staatlicher, städtischer und Militärbehörden anschloß. Nachanittags um zwei Ehr be- . ivegtc sich ein mächtiger Fe stzug in 92 Gruppen mit zahlreichen Festwagen und Musikkorps von der Hochschule aus nach dcni Festplatz. Zahlreiche auswärtige Krieger- und Mavinevcreine, die mit Musik von der Bahn abgehvlt worden waren, hatten sich an dem Festzug beteiligt, darunter der Kricgerverein Gießen und Kavallerieverein Gießen. Der Gr oßh e rz o g hatte mit der Großherzogin, den beiden Prinzen und großem (befolge vor dem Denkmal des Großherzogs Ludwig IV. auf dem Paradeplatz an, Schloß Aufftellung genommen und nahm pic Huldigungen mit großer Freude entgegen. • — Darmsta dt, 19. Juli. Im Darmslädter Kranken- hausc ist am SamStag abend das dritte Opfer des Hofheimer Mordes, die 32 Jahre alte Auguste Back, die Tochter des ermordeten Ehepaares Back, an den durch den Bäckergesellen Flörsch erlittenen Verletzungen gestorben. h. Bin gen, 18. Juli. Tic an ihrem Hock>zeirStagc verschwundene Anna Weiß aus Schimbshcim, der, wie allge- mern angenommen inurtx, ein Unglück zugestoßen sei, ist zu chren Geschwistern in Tchimbsheim zuruckgekehrt und gab an, da- Tage in Marienthal Rheingau . crnem Soll ■ sahrtSorr, oerbracht zu haben. Was ire zu diesem Abstecher am Hochzeitstage veranlaßt hat, lsr noch nicht bekannt, Kreis Wetzlar, x Wetzlar, 17, Juli. Heute wurde unter äußerst reger Bcletligung die Kr e i» l eh r e rzu sam m e n lunji im Schutzengarten abgehalten Kreisjchulinlpeltor A n > l, o n , - Werdors führte den Vorsitz. Das von der Konigl. Rcgicruiig gestellte Thema lautete- „Der pädagogische Dali des Lehrers und der Geist der Schule". Die beiden Lehrer Di c b c r-Breidenbach und Ke i n e r-Oberlemp waren als Vortragende bestimmt; ihre Letlsätze sanken einmütige Annahme. Hessen-Nassau. 0 Marburg, 18. Juli Nachdem die Stadtverordnetenversammlung den Verträgen wegen Versorgung der Stadt mit elektrischer Energie aus den Krast- werken der BuderuStverke und später der Edertolsperre- Ueberlandzentrale zugesttmmt hat, erklärte gestern der Krcislag des Kreises Marburg ebenfalls sein Einverständnis damit, daß die Landortc auf dieselbe Weise mit Elektrizität versorgt werden soEen, Die Vorarbeiten sind schon soweit gediehen, daß die Belricbscroßfnung am 1. Cft erfolgen kann — An Stelle des Geheimrats Schütcr wurde Untvcrsltätskurator Geh Ober-Rcg. Rat yassen- pflug zum Mitglied des Kreisausschusses ernannt. X Gelnhausen, 19. Juli Wie der Vcrwaltunasbe- richt des KreisauSschusser mitteilt, sind seit dem l. April 1911 31 Jugendheime, die der Jugendpflege dienen, eingerichtet worden. Der Stadt Gelnhausen ist von einem Privai inann ein großes Jugendheim im Werte von 30 000 Mark gestiftet worden, dessen Ausführung der Neuzeit entsprechend auf Kosten des Stifters erfolgt. In Bad Lrb und Wächtcrsb-ach sollen größere Jugendheime unter Beteiligung der Stadtverwaltungen crrtchtel werden. + Eschwe gc a. d Dcrra, 19. Juli Auf dem benachbarten Rittergute Hcrbigshagen neckte ,nährend der vergangenen Nacht in der gemeinsamen Schlaskammer ein Knecht seinen bereits im Bett liegenden Mitknechl. Erbost hierüber sprang dieser auf und erschlug im Jähzarn mit einer Hacke den Arbeiiskollcgcn. Der 60 Jahre alte Täter wurde verhaftet. Universitäts-Nachrichten« — Berufung nach Frankfurt. Ter Piivatdozent für Zalinheilkunde an der Straßburger Universität Oberstabsarzt Tr. med. Otto Loos hat einen Rui als antzerordentlicher Professor i,ach Frankilirt erhalten. Dr. Loos ist 1b71 zu Nenenburg in Württeiuberg geboren. — Zum a. o. Professor sür altteitamentliche Theologie iu der Tübinger evangelifch'theologischen Fukalität wurde der Privat- doze>u Lic. theol. Hans S ch m i b t von der Universität Breslau berufen. — Der a. o. Pro'essor der klassischen Philologie an der B e r l i it»e r Universität Dr. Karl M e i st e r hat einen Ruf als ordentlicher Professor an die Ulüversität Kbirigsberg i. Pr. als Nachfolger von Prof. O. Imin sch erhalten und angenominen. Prof. Nieisler ist 1860 zu Leipzig geboren. Sport. — Frankfurt, 18. Juli. Das Tennisturnier des Frankfurter Lawntennis-Vereins 1H4 wnrde am Samstag beendet. In dein Herren'Einzelspiel ohne Vorgabe uni die K l n b m e i st e r- s ch a f t ge,vann v. Kreuzer den evflen Preis. Im Kampfe um den zwetteli Preis trafen sich L o h e r t - Gießen und Behringer. Mit prachtvollen Bor- und Rückhandschlägen leitete Behringer das Spiel ein, jedoch scheiterten seine Angriffcil an dem sicheren ivohl- überlegteir Netzspiel von Lohnert, sodaß die'er nach stundenlangein Wettkampf mit 3:6, 7:5, 6:3 als Sieger den Platz verlassen konnte. Oskar Lohnert ist erster Vorsitzender des neu gegründeten TenniS- kli.br Gießen. Heidelberg, 19. Juli. Unter reger Beteiligung der Hochschule,, Tarinsladt, Gießen, Marburg, Heidelberg und Karlsruhe fanb gestern und heute hier, veranstaltet von der Universität Heidelberg, das akademische Turn- und S p o r t f e sl statt, dessen Protektorat der Großherzog voll Badeir übernommen hatte. Luftichiffahvt. W. Saarbrücken, 19. Juli. Heute fand in Anwesenheit von Vertretern der Zivil- und Militärbehörden und unter riesiger Anteilnahme der Saarbevölkerunp die Einweihung des Flugstützpunktes Saarbrücken statt. Aus diesem Anlaß waren von den Fliegerstationen bezw. Abteilungen Metz, Straßburg, Saarburg, Bitsch, Freiburg i. B. und Tarmstadt insgesamt 18 Flugzeuge eingctrosscn, die sämtlich glatt aus dem Landungsplätze landeten, um bald darauf prächtige Schleifen, Spiralen, Gleit- und Sturzftuge zu zeigen, — Paris, 19. Juli. Me aus Madrid gemeldet wird, stürzte das Flugzeug des spanstche» Fliegers Avaro, als dieler eine Notlandung unternahm, bei Aranda aul eine» mit acht Personen besetzten Bauernwagen, Ein Kind wnrde getötet, die sieben anderen Insasse-, des Wagens wnrdcn schwer verwundet, Auch der Flieger erlitt ernste Versetzungen. «Serichtrfaa!. V Paris, 19. Juli. Gegen den „ZempS" würbe wegen der vorzeitigen Veröffeullichuna der A,ikiagefchrift bes Ober- slaalSanwatts Herdeaux gegen Frau Caillaur daS Strafverfahren eingeleitet. vv Tokio. 19. Juli. In dein B e st e ch u n g 5 p r o z e ß M i t f u i - V i ck e r l wurde gestern das Urteil gefällt. Itda erhielt 18 Monate, Hasegara 4, Matsudo und Sfano je 3 Monate Gefängnis. Allen wurde ein dreijähriger Etrafausschub bewilligt. Ohne Straf- auisäulb wurden Jwahara und Vizeadiniral Matfuro zu je zwei Jahren »,nd Painamoto zu 18 Mouaten Gefängnis verurteilt. vermischte». * Explosion. Aus Eastcllamare di Stabia, 18. Juli, wird gemeldet: Während eines heftigen (Witter# in der Umgebung der Stad! schlug der Blip in eine F-abrik sur Feuerwerkskorper ein. Das Gebäude tvurde in die Lust geiprengt. Alle Personen, die sich darin befanden, wurden linier den Trümmern begraben. Seckis Leichen sind bisher geborgen ivorden, * Merkwürdiger Blitzschlag. Ans Kruin- hübel wird gemeldet: Gestern nachmittag schlug der Blitz in die Telephonleitung der Hampelbaudc ein und ging in bar bvllbesetzie Gastzimmer. Dort zerti tmnterte er die Wandubr »nd wars eine Dame um, ohu daß diese Ver- letzuugeu erlitt, * Grubenunglück. Aus der Grube Backstein am Rut- hausberg bei Bad Gafdein sind ei» Obersteiger und ll Bergleute durch Kohleuoxppgase u »gekommen. vüchsrüsch. — ,,T c r Z e i t u » g s s ch l ü s s c 1. Allerlei Brauchbares tüe I c der m n n n". Ter durch seine liieraiijche Tätig, seit bestens bekannte Herausgeber, Landgerichtsdirektor W. John- ion in Leipzig, sag! im Borwort des Büchlein»: „Unsere heutigen Zeitungen mit ihren, gewaltigen Leseltoss lassen sich ohne ein Hilssmittel kaum mehr so lesen, da« man die volle Ledeutuiig des Gebotenen richtig eriaßt. Geiviß sind die Lchristlcitungen bestrebt, ihre Auksätze, Mitteilungen nsw. in allgemein verständlicher Form zu bringen. Ader bei dem Riesenumsangr de« Stoßes und der Kürze der Zeit, in der er verarbeitet werben nwß, in das immer nur in gewissem Maße möglich: Tg soll unser Büchlein helfen! Ta« Büchlein, das man als ein kleines Konverfalions. lezilon sür die Rockiaschc bezeichnen kann und bas aus 370 Seüen- soalien sorgsälngc-l Truckes über 8000 Inavv und zweckentsprechend erläuterte Slichworlc enthalt, kollei eine Mark. Verlag Otto Wigand, Leipzig, Slernwartcnstr. 12, Amtlicher Wetterbericht, Oeffcntlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetleraussichten in Hessen am Dienstag, de-, 2t, Juli 1914: Meist trüb i„,t> -volk-g, bis auf Gewitterregen tiocten, südlich« bis s-idweslliche Winde. Letzte Nichrichten. Explosion aus einem Motorboot. Berlin, 20. Juli. Auf der Obersprec ereignete sich gestern abend auf einem Motorboot, das etwa 30 Aus- flügler nach Berlin zurückführte, eine Bcuziuexploston. E» gelang, alle Passagiere zu retten, doch erlitten mehrere erhebliche Brandwunden, Der Bootsführer wird vermißt. Zusammenstoß zweier Automob-Iomnibuffe. Paris, 20. Juli, Auf der Straße von Banissaf bei Oran stießen zwei mit zahlreichen Ausflügler» besetzte Autobusse zusammen. Drei Personen wurden getötet, mehrere schwer verletzt. /Ludmigflf(er\ ( ö —_ f)oF' Möbelfabrik 'S I 'JOcmnftadt \ t HORIEFEWM S KOI HOHEIT D GR 0 S 5 HERZ 09 SV HE 55 EN. S( ^ HOFIIEFERANT S MAJESTÄT D KAISERS WON RUSSlANa & \ Große Sonderaus^ellung fürß \W 0 HNUNG 5 KUNST/ Lieferung nach allen Weltteilen. Innerhalb Deutschlands frachtfrei. 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