Nr. M Der Anzeiger erscheint täglich, cnlhrr Somtta-S. - Be,lagen: viermal wöchentlich Giehener.sanril ieudläNe r; zweimal wöchenkl.Rreir- blatt für den Kreis Sietzen (Dienstag und Freitag): j^weinn^ ruonatl. LanL- wiriichafUiche Leitfragen Fernjprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse inr Deutsch en: Anzeitrer «ictzcu. Annahme von AnzetgeM üir die Taqesnnminer bis vornrittags S Uhr. Erster Blatt 164- Jahrgang WnerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesjen Samstag, 18. Juli M4 VeznqsvreiS: monatlich75Ps., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abbsle- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.: durch diePost Nlk.2.— viertel« jährl. ausschl. Bestellq. Zeile«,preis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Bienniq. Ehesredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Gocr;: für .Feuilleton", .Vermischtes" uitd^Gerichls« faal": !1arl Neurath; für .Stadt und Land" «o«ation$6rud an» Verlag »er vrnbl'schen llnio.-vnch. an» Steia-rnckerei S. Lange. Redaktion, Expedition und Vrnckerei: Schnlftrahe ' ^-ndi: t»r .den Anzeigentett: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 16 Seiten. politische wochenscha«. Gießen, IS, Juli, Die vergangene Woche Mar reich an Sensationen man. chcrlei Art, besonders in Frankreich, das ja immer nrit emer neuen „Affäre" zu tun hat. Mit rücksichtsloser Offen- hmt hat Herr Humbert in den Senatsverlmndlnnaen die lotterige Militärverwaltung angeklagt. ohne daß diese aus seine schwere Beschuldigungen etwas zu erividern gewußt hatte, was von Belang gewesen wäre. Sie kann ja vielleicht wirklich nichts dazu, daß die Zustände so über alle Maßen jammervoll sind, es liegt wohl in erster Linie an dem beständigen Wechsel in den oberen Stellen, also an dem m Frankreich herrschenden Prinzip, an der «erwvrren- heit uiid Unklarheit seines politische» Völlens, an der Sckzaulelpolitik, die in dem rcpublikanijckwii Staat weit schlimmer ist, als sie in dem monarchischen jemals gewesen war Die Reibereien und die Feindseligkeiten, die zwischen den einzelnen Parteien herrschen, haben sich derartig verscl>ärft, daß sie eine unmittelbare Gefahr für das Land geworden sind, dessen Steuer Herr Poinearö hilflos in den Händen hält. Dabei ist cs in militärischer Hinsicht an der Grenze seines Könnens angclangt, denn da es eben über keinen gesunden und voll tauglichen Heeres- crsaß verfügt, muß es die Ansprüche an die Tauglichkeit seiner Mannschastcn derart herunterseßen, daß keine erst- klassige Weh rin acht daraus geschaffen werden kann. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb schweigen die Kriegshetzer und die Geldbcuteipatrioten keinen Augenblick, Tic harte Strafe, die das Reichsgericht über den Karikaturisten Waltz verhanät Hai, war ihnen ein willkommener Anlaß, gegen Deutschland vom Leder zu ziehen und sich dabei unsterblich läckgerlich zu niachen, Ter Gießener Anzeiger hat mit der überwiegenden Mehrheit der deutschen Presse das Urteil im Prozeß Hansi als viel zu hart empfunden, zumal der Reichsanioalt selbst zugestehen mußte, daß von Hochverrat keine Red«- sein könne und diese Anklage auch fallen ließ, aber die Art und Weise, wie jetzt in Frankreich für Hansi Stimmung gemacht wurde, das geht denn doch entschieden zu weit. Es ist schließlich eine Privot- sache, wenn „Damen" hem von den „prussiens" so übel mitgcspieltcn armen Hansi die Hände küssen, aber wenn' Leute, wie die Herausgeber der bonapartistischen „Auto- rite" wegen des Leipziger Urteils die Bcrtreter der deutschen Presse anpöbeln, dann muß man sich denn doch vcr- nmndcrt fragen, wie so etwas möglich ist. Der von diesen Vorkommnissen natürlich ebenfalls betroffene Vertreter der Köln, Ztg, gibt seinem Blatte über diese Vorkommnisse folgende Darstellung: Die Brüder Cassagnac, Leiter der von ihrem Vater begründeten bonaixirlislische» Autorite, und wie dieser die bona- parlistischcii Bannerträger des Bonapartismus in Frankreich, wollen sich die deutschen Berichlerstitier in Paris vornehmen, um an ihnen für die Verurteilung HansiS Vergeltung zu üben. Sie halten sich dabei zunächst an diejenigen, die selbst oder deren Blätter nach ihrer Meinung diese Verurteilung mit Erörterungen begleiteten, die sie als Herausforderungen an Frankreich betrachte». Sic haben die sämtlich von ihnen bezcickmeten deutschen Be» richterstaller — bis jetzt sind cs ihrer fünf an der Zahl — deshalb brieflich und in seiigcdruckicn Ansagen wissen lassen, daß sic ohne weitern Auftrag und andere Verantwortlichkeit zu haben, als die ihres patriotischen Gewissens, ihnen gegenüber forlan nur das Gesetz anwenden würden, das ja auch für die Deutschen das oberste Gesetz sei, nämlich die Gewalt und diese deshalb aus eigene Faust zur Anwendung bringen würden, um ihnen die entsprechende Antwort zu erteilen. Dieser Drohung haben sie die Tai folgen lassen, indem sic zweien von jenen deutschen Journalisten als Berichicrslailern des Berliner Lokal-Anzeigers, der ihr reionderes Mißjallen erregt bat. ihre Kärlellträger schickten. Diesr trafen nur einen von den beiden Deutschen zu Hause an, der ihnen erklärte. daß er nicht Berichterstatter des Lokal-AnzeigerS sei und im übrigen den gesuchten Ehrenhandel wegen seiner journalistischen Tärigkeil a b l e h n e. Den beides lemperamcziivollen Franzosen widersuhr bei ihrem Vorgehen auch das kleine Versehen, daß sie ihr patriotisches Faustrecht, das sic gegen die deutschen Bericht- erstatt« anläßlich der Verurteilung Hansis ausüben wollien, von letzteren auch einen verfallen erklären, der schon seit einem Jahr im Grabe liegt," Run dars man diele Sache ja nicht gar so ernst nehmen, denn die Autorite genießt in Paris das, was wir mit einem guten deutschen Wort „Eselssreihcit" nennen: sic durfte es sich sogar erlauben, von dem Präsidenten Fal lisres jahrelang in den schnödesten Ausdrücken zu reden, wobei ./widerlicher Gauch" noch einer der glimpslichstc» war. Immerhin ist es erfreulich, daß sämtliche Vertreter ausländischer Zeitungen in Paris gegen das von den Herren Eafsagnac beliebte Verfahren Protest erhoben, indem sie solgendcn Beschluß faßten: Der Ausschuß der Vereinigung der ausivärtigcn Presse hat Kenntnis genommen von dem Briese der Herren Prooost de Launav und Jean du Breuil, worin diese als Kariellträgcr des Herrn Guy de Cassagnac von Herrn Fuchs Rechenschaft fordern sür einen am Samstag im Berliner Lokal-Anzeiger erschienenen Artikel, der zu dieser Stunde Herrn Fuchs nocl> nicht zu Gesicht gekommen ist. Tpr Ausschuß der Vereinigung der sreindcn Presse ist der Ansicht, daß es durchaus unstaithait ist, den Pariser Bcrichierstaiier einer Berliner Zeitung versönlich verantwortlich zu niachen sür einen Artikel, der in diesem Blatte ohne sein Zutun, ohne seine Mitwirkung und ohne selbst die Elemente sür die redaktionelle Abfassung geliefert zu haben, erschienen ist. Es handelt sich hier um eine grundsätzliche Frage, die sämtliche Berichicrsiaiier und Mit- arheiier aller Zeitungen der Welt berührt. Eine so unbegrenzte Ausdehnung der Gcmeinbürgschafi aller Mitarbeiter einer Zeitung entspricht nicht dem Wesen der Verantwortlichkeit, die der Presse aujzulegen ist. Leider wurde diese einheitlich« Stellungnahme durch Herrn F, Stephan, den Vertreter der Deutschen Tageszeitung, durchbrochen, indem er in die Redaktion der Autorite ging und um Schonung bat, da er Familienvater sei und sehr mit Frankreich synrpathisiere. Auf eine ernste Vorhaltung des Vertreters des Berl Tagbl., des Herrn Dr, SB. Auburtin, hat Herr Stephan mit einer Forderung geantwortet, die natürlich abgelehut wurde, Herr Stephaii hat sich seiner Zeitung gegenüber zwar zu rechtfertigen gesucht, indem er sich darauf berief, daß sein Brief an die Herren Cassagnac vertraulich gewesen wäre. In der gestrigen Abendausgabe teilt aber die Deutsche Tageszeitung auf der ersten Seite kurz mit, daß sic nach Prüfung der Unterlagen ihre Beziehungen zu Herrn Stephan gelöst habe, Tic Sack>e ist somit äußerlich geregelt, aber es ist tief bedauerlich, daß so etwas überhaupt Vorkommen kann. Wie eine Ironie des Schicksals mutet es an, daß ausgerechnet der Vertreter des Berl, Tagbl,, eines Blattes also, dem die Tageszeitung jo häufig Liebedienerei vor dem Ausland vorgcworfen hat, den Vertreter dieses Blattes über seine nationalen Pflichten zur Rechenschaft zieht. Gleichzeitig ist die Patriotenliga wieder an das Licht der Oefsentlichkeit getreten, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen, den sie denn in dem Dichter Maurice Barres auch gefunden hat. Dieser sprach dann in seiner großen Antrittsrede mit Emphase von einer Verschwörung, welche die Tripleentente zerreißen und an ihre Stelle eine Allianz mit Deutschland setzen, das heißt Frankreich zum Vasallen machen wolle, der vor Kaiser Wilhelm auf den Knien liege. Daß diese Worte den Russen gefallen haben, geht aus den Auslassungen der Nowoje Wremja mit deutlichster Klarheit hervor, wenn sie sich bemüht, den Franzose» zu beweise», daß General Peydou Unrecht I>abc, der die dreijährige Dienstzeit als über die Krast Frankreichs gehend bezeichnet hatte. Frankreichs Vertcidigr ngSmaßregcln seien bisher ganz illusorisch geivescn, man habe Millionen gespart, um Milliarden zu verlieren. Ter nüchterne Teil der französischen Politiker habe daher auf Herstellung des dreijährigen Dienstes bestanden, um Frankreich vor einem neuen Agadir und vor neuen Verlusten an Larrd und Leute» zu betvahrcn. Aber leider seien die Lehre» der Vergangenheit, ivie es scheine, vergeblich geivesem Wie auf Bestellung aus Berlin bemühe man sich, die Ostgrenzc Frankreichs zu entwaffnen und sie ftir den tödlickren Stoß zu öffnen. Schon seien die Vertreter dieser politischen Richtung so mächtig geworden, hast sie einen Platz a» der Spitze der Landesver- leidigiingskommission errungen hätten, um aus ihr eine Kommission nationaler Entivassuung zu machen. Es gebe nur ein Mittel, um der drückenden Rüstungslasten ledig zu werden: man müsse eine Lage schasicn, die das weitere A,rwackscn „gepanzerter Fäuste" ziveckloS mache. Mit dem bestehenden System des europäisch)«» Gleichgewichts sei dieses Ziel nicht zu erreich)«». Im Gegenteil, cs führe zu krampfhaften Anstrengungen beider Teile, das unsichere und ewig schivankcndc Gleichgenücht zu ihrem Vorteile zu verändern. Das deutsche Gesetz von 1913 habe das russisel>e von 1914 nach sich gezogen, daS die jährlirl>c Einbcriisung von Rekruten »n> 130 (XX) Köpfe erhöhe und die russische Armee in Fricdenszciten aus 2 Millionen Mann bringe. Ein Ende sei »ichi abzusehcn und nur die Diplomatie, die von ihrer Routine lebe, freue sich dieses Gleichgewichts. „Wir warten auf Taten von seiten der Diplomatie. Wenn die Diplomatie der Tripleentcnte alle Staaten zweiten Ranges auf die Seite des Friedens hinübcrzieht, wird die Rivali- tät zwischen den beiden diplomatischen Kombinationen von selbst aufhören. Die Triplccntcntc verkörpert in sich den Gedanken des Friedens — der Dreibund den Gedanken des Angriffs. Vermag die Diplomatie der Ententemächte die Mächte zweiten Ranges zu gewinnen, so wird das militärische Ucbergewicht dieser Kombination so groß, daß auch für „Räuber" keine Chance übrig bleibt. , , ." England dagegen rückt mächtig von Frankreich ab, um so entschiedener, als dort die Rede .Hnmberts wie eine Bombe eingeschlagcu hat. Es gab eine Zeit, wo man über dem Kanal geglaubt hat, daß das französische Heer dem deutschen weitaus überlegen sei. Das hat sich aber seit einiger Zeit wesentli cl>geäiidert. Es war einige Jahr« lang dort in den Blättern des internationalen Preßznsaiw mciilzanges das französische Heer, sein Material, seine Taktik, seine Führung, kurz alles, was damit zusammenhing, mit einem solchen Aufwand von Eifer und Lärm gepriesen worden, daß man an systematische Reklame denken mußte. Dieser Gedanke drängte sich um so mehr auf, als die ganze Lobrednerei vielfach ganz offen, aber mittelbar immer auf Kosten der deutsch)«» Hccrcscrnrichtungen betrieben wurde. Man ging dabei mit so viel Tatkraft und nur zu oft mit so auffallendem Mangel an Sachkenntnis zu Werke, daß der Beobachter der Dinge, der nur einigermaßen mit deutschem Verhältnissen vertrant war, nicht ohne Heiterkeit die Bildung einer neuen französischen Selbsttäuschung und Legende wahrnahm, die unwillkürlich-an das archiprst und den berühmten letzten Gamaschßniknopf der Marschälle vor dem deutsch-französischen Kriege gemahnte. Es muß dann aber doch allmählich von unbefangener fachmännischer Seite her eine bessere Einsicht in den englischen Hoereskreisen und sogar unter den klügeren Politikern zur Geltung gekommen sein, denn seit etwas mehr als Jahresfrist ist, wie der Köln. Ztg. geschrieben wird, die kritiklose törichte Ver- Als da; Meer zum letzten Male im Nheinland stand. Ein außerordentlich inleressantes Gebiet sür die geologische Wisscnschasi ist das Land rheinauiwärts von Bingen, das Mainzer Becken, denn bis dorthin rollten vor undenklichen Zeiten die Wogen des Miilclländischc» Meeres. Ter Geologe Gerb hat die einstige Mecresgrenze jener Gegend genau sestgclegt und dabei gesunden, daß im äußersten Winkel der Rheiitprovinz, da wo noch beute die idyllische Gebirgslandschaft des Badeortes Kreuznach durch ihre südlich üppige Vegetation den Wanderer überrasch!, in vorzeitlichen Tagen eine Küstenlandschast in das Meer ragte, die den ganzen Zauber der Riviera in sich vereinte, dasselbe Klima, dieselben Pstanzen, dieselben Tiere lullte, ivie heute die Kanarischen Inseln, In einem fesselnden Vortrag führte Gcib kürzlich aus der rheinischen Lchrcrvcrsammlung in Bingerbrück seine Zuhörer in die Urzeit jener interessanten Gegen) zurück, von der dem Kündigen die Steine und der Sand erzählen, aui denen wir Menschen von heute wandeln. Das Wissen des Gelehrten zauberte aus den unscheinbaren Uebcrblcibscln einer versunkenen Epoche der Erdgeschichte vor dem geistigeu Auge wieder jenen Garten Eden hervor, der damals die Höhen der Kreuznachcr Gegend bedeckte, als noch das warme Meer den Saum der rheinischen Berge bespülte und Lorbeerbäume und Fächerpaline in rheinischen Wäldern blühten. Zwar redet das Blatt der Geschichte von jenen urdcnklichen Tageri. aber doch hat sich der forschende Blick des nimnier rastenden Men- schcngcistes den Weg durch das Dunkel der Vergangenheit zu den Gchcin,Nissen der ersten Tage erzwungen. Wann stand nun das Meer zum letzten Mal in unserer Gegend? Damals, als der Wasserspiegel der Nahö, die bei Bingen in den Rhein fließt, noch 40 Meter höher lag, als heute. Die jetzige Nahe braucht 40 Jahre, um ihr Beil um einen Millimeter zu verliefen. Danach berechnet, ist es mindestens 3' , Millionen Jahre her, daß das^Meer im Rheinland stand. Die zerstörende Krast des Meeres^bröckelt ständig Gestein aus dein Untergrund ab. Die schweren Stücke läßt cs nahe der Küste liegen, sie bleiben scharfkantig. Die Ueincrcn Sieine werden weiter ins Wasser hinausgespült und hin und her bewegt, wodurch sic ihre Künten verlieren und sich rundlich abschleiicn. Das ganz ferne Geröll tvird über 200 Meter hinaus sorigespüli und bildet den Mceresschlamm, den wir Schlick nennen. Tiefes Gesetz der Sirandbildung erinöglichie die genaue Fetilegung^ der alten Meeresküste und gestattete auch einen Rückschluß^auf die Stellen, au denen Flüsse in das Meer nrüirdeten. Die Flüsse lagern nämlich an ihrer Mündungsstelle Geröllpariikelchen aller jener Gegenden ab, durch die sie stießen. Die Nahe bctördcrt so jährlich b Millionen Zentner Festland ins Meer, Wollten n>ir die gleiche Menge mit der Bahn verschicken, müßten wir einen Güterzug haben, der 150 Kilometer lang ist Was die Nahe in einem Jahre schasst, bringt der Rhein natürlich schon in zwei Tagen fertig. Wo die Küste des alten Meeres war, siridgn wir Fels- gestade, nahe der Küste gelben Sand und weiter entfernt den Meeresschlick, der heute als grüner Thon in Erscheinung tritt. Der gelbe Mceressand ist weiter nichts als Porphyr, also abgebröckeltes und von den Wellen geschlissenes Material des Untergrundes, Aber nicht nur die Steine, sondern auch die Tiere bezeugen uns den Verlaus der alten Meeresküste, Bei Kreuznach fand man zahlreiche Austernschalcn, Wenn heute der Forscher mit Hacke und Spaten den Boden der Heimat durchsucht, feiert manch begrabenes Leben verklungener Tage seine Auferstehung, Da linden wir Muscheln in allen Formen, Famslienaustern mit Sck)alen, deren jede sünf Psund wiegt, Schnecken usw. Merkwürdigerweise sindcn wir die Verwandten der bei uns gefundenen Fossilien immer in den warmen Meeren des Südens, im Mittelländischen Meer, im persischen Golf usw. Aber auch Haifische lebten in unserem rheinischen Meer, vor altern dev Heringshai, der sünf bis sechs Reihen Zähne im Maul trug, im ganzen über 400 Stück, Harsrsch,zähne werden in großer Zahl gefunden, au der N e » m ü h l c bei Alzey kann man bc- auem in einer Vierielstundc 200 Stück auslcsen. Die Fische erhalten sich nur schwer, im Sand verwesen sie, nur der Schlamm, der sie von der Luit völlig abschließt, Hai einzelne Exemplare in die Gegen- toari herübergerettei. Aber etwas haben die Frsckie, das nicht verwest, die aus Kalk gebildeten GehöNiernchen, die an der Stelle der Ohren liegen und den Fisch beiähigen, in der Gleichgewichtslage zu bleiben. Wie uns das Druckgcsühl sagt, ob nur unseren Hut schiel oder gerade ausbabeir, so zeigt der Druck der Gehörsieinchen den Fisck)cn an, ob sie die richtige Lage im Wasser haben. Jede Fischart bat anders geformte Gehörsieinchen, und da Geologe Gerd nun solche Sieinchen in großer Zahl gesunden, ausgeschlemmi und unicr der Lupe bestimmt hat, wissen wir ganz genau, welche Fisch- artcn im rheinischen Meer vorkamen. Der Redner zeigte alle Tiere und Pstanzen jener Zeit in prächtigen Lichtbildern und Versteinerungen, Aus diese Art machten wir SBekannischafi mit den Seekühen, deren Hinterbeine iniolge Nichtgebrauchs bei zunehmendem Auienihali im Wasser verkümmerten und schließlich verschwanden. Wir sahen aber auch an Land das riesige Schreckcnstier, einet, SBorläufcr unseres Elefanten, mit nach unten gebogenen Stoßzähnen, das Mastodon, den Tapir, von den Pferden sogar das allerälieste. das noch fünf Zehen hatte und nicht größer wie ein Foxhnnd war. Mit Emzücken rutNe unser Blick aus den dichten Lorbecrwäldern, aui den üppigen Palmen, den Feigenbäumen, dem mächtigen Eukalyptus, dem oft zwanzig Meter hohen Mammutbaum, den viclar- tigen Kicsern, die damals die Söcrgc, die als Inseln aus dem Meer ragten, bedeckten. Auch Zimtbaum und Kamvherbaum kamen vor. die wir jetzt nur noch in Japan und China linde,i. Im allgemeinen können wir sagen, daß die Kreuznachcr Gegend damals ganz das ?kussehen und das iklima der Kanarischen Inseln hatte. Die Alpen gab es damals noch nicht, sie sind erst sväier durch eine gewaltige Eruption aus dem Schoß der Erde auigcsriegen, sic trennten uns also nicht, wie heute, vom warmen Süden, Dasselbe Meer, das die Wüste Sahara bedeckte, bespülte auch die Rhein- laitde, daher die Verwandtschaft zwischen unseren Fossilien und der lebenden Flora und Fauna jener öiegendcn. Und wenn wir manche der Tiere und Pflanzen der rheinischen Meercszeit heute nur noch in Nord- oder Südamerika sinüen, so weist uns diese Erscheinung daraus hin, daß Nordamerika durch Island einst fest mit Europa verbunden war, Afrika durch die Kanarischen Inseln, das sagen- hasic Atlantis, mit Südamerika, Erst lange nach der rheinischen Meercszeit tauchte der Mensch auf der Erde auf, noch kaum 10 000 Jahre ist es her, daß die Menschen angcsangen haben, Geschichte zu machen, aber langsam zieht uns der Rhein wieder den.Boden, auf dem wir stehen, unter den Füßen weg. Und nach Jahrtausende,» wird er sein Werk vollendet haben, und dem Meer wieder den Weg in unsere Heimat weisen, das eines Tages wiedcrkommen wird, wie cs vor Millionen von Jahren gekommen ist. — Deutsche Frauen, deutscher Wein verpönt. Bei dem letzten Großherzogsbankett in Waldshut erregte es, wie der „Badischen Nationalliberalen Korrespondenz" geschrieben wird, unter den Teilnehmern großen Umvillen, daß in dem allgemeinen Liede „Tcutschland, Deutschland über alles" der zweite Vers, der sonst lautet: „Teutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang" umgcändcrt war in den Text: ^.Deutsche Sitte, deutsche Treue, deutscher Mut und deutscher Sang". Einer, dem die Aendcrung gleichfalls mißsiel, ging der Sache aus die Spur und stellte fest, daß die Buchdrnckerei, die den Text hergestellt halle, denselben dem Karlsruher Liederbuch, Liedersammlung für die Schule, bearbeitet von L. Jäger, Oberlehrer, 2, Heft, 4942, Verlag von I. I. Reifs, Karlsruhe, entnommen hatte. Auf Seite 94 findet sich tatsächlich dieser verschandc.ie Text des schönen Vater- landsliedes vor. Die Korreivondenz bemerkt hierzu mit Recht: „Wir möchten in aller Oefsentlichkeit ansragen, welche Gründe für tün Herausgeber maßgebend waren, als er diese „Verunreinigung" des Textes vornphm? Will man auch schon in Baden mi! solchen Mätzchen kommen? Hält man es sür „unsittlich", wenn der Volksschüler den edlen Klang der deutschen Frauen besingt und sür „alkoholhaltig", wenn auch dem deutschen Wein sein Lob erklingt?" t)«rxltd>Miti; der französischen Waffen nach und nach säst ganz eingeschlnmwcrt, und inan ist auch in den erwähnten ZettiingSorgtiilen davon abigefommen, jede französische Preß- stimme, die von deutschen ÄngrifsSgclüstcn melden wollte, cinsach nactiznvrten und zu bestätigen. ES ist auch bemerkenswert, daß gerade, elw im französiselwn Senat die Stimme der Kritik und des Tadels laut wurde, in diesen Tagen in den Spalten der „MorningPost" eine englische artilleristische Autorität in ein paar gewichtigen Artikeln kritisch und gründlich die ^Nachteile des seit einigen Jahren hier in die Mode gekotnmcnen französischen Systems der artilleristischen Ausbildung und Taktik beleuchtet und bloßstcllt. Man denke nur, dieser Ketzer wagt sich an die Artillerie, den Stolz der sranzvsischen Waffen, heran, und er ist augenscheinlich der Meinung, dast daS deutsche System vorzuziehen sei, in- soscrn als es viel mehr Wert und Nachdruck auf gutes Schießen und Tressen legt als die Anhänger des französischen Systems, das hier, wie es scheint, tvohl nickst gerade sehr schmeichell-ast mitunter als das „Allez, allez-System" bezeichnet wird und das mehr einen sogenannten moralischen Eindruck anstrebt. Dpr Genxihrsmann der Morning Post versäumt auch nicht hervorzuhebcn, daß gerade guten und sesten Truppen gegenüber dieser moralische Eindruck, ivenn er nicht durch 'sichere Treffer Nachdruck erhält, eher das Gegenteil der beabsichtigten Wirlung erzielt/ In Mexiko ist nach der Abdankung Huertas wohl für einige Zeit Ruhe eingekehrt, in Alba nie n ist immer noch alles beim alten und in Deutschland ist gegenwärtig auch nicht viel los. Die Stichwahl in Lab iau - We hlau hat keine besondere Ueberkaschung hervorgernsen, bemer- kenswcrt ist jedoch, daß der konservative Kandidat 852 Stimmen weniger erhalten hat als bei der Hauptwahl im Jahre 1912 und der freisinnige 273 Stimmen mehr, wahrewd die Sozialdemokraten 769 Stimmen verloren haben. Die Reichstags-Ersatzwahl in Lad tau-Wehlau ist durch den Tod des konservativen Abgeordneten v. Mässow er- jordcrlich geworden. Bei der Wahl im Jahre 1912 erhielt v. Ma ssow 8397 Stimmen, der fortschrittliche Bürgermeister W a g n e r-Tapiau, der in einer Nachwahl der vorigen Legislaturperiode gewählt worden war, 5856, der sozialdemokratische Kandidat 2962 Stimmen. In der Stichwahl siegte v. Massow mit 9704, während Bürgermeister Wagner 8694 Stimmen erhielt. Gegen die Wahl war ein. umfangreicher Wahlprotest eingereicht tvvrden, der in der WahlprüfungSkommission zu mehrfachen Beanstandungen führte. Die Entscheidung wurde ousgcsctzt, weil über verschiedene Protestpnnktc Beweis erhoben werden sollte. In der Ersatzwahl kandidiert für die Fortschrittliche Bolks- partei wiederum Bürgermeister Wagner. Die Konserva tiven haben den Amtsrat Schrcwe ansgestellt, der bei der letzten Landtagswahl ins Preußische Abgeordnetenhaus gewählt worden ist. Für die Sozialdemokratie kandidiert wiederum Parteisekretär Linde. Tic Stichtvahl in Sachsen- Koburg ist gestern zu Gunsten des Freisinns entschieden worden, womit die Zahl ihrer Wgeordneten ans 45 gestiegen ist. Behutsam und hinter verschlossenen Türen ist in Lesterreich die Untersuchung gegen die Mörder von Serajewo und ihre Hintermänner geführt worden. Merlei ist in der Oesscntlichkcit gemunkelt und auch laut gesagt worden über angebliche Mitschuldige und Helfershelfer diesseits und jenseits der Grenze der Donaumonarchie. EltvaS absolut zuverlässiges über die llntersuchung ist indes bis heute noch nicht an den Tag gekommen. Um die Mitternachtsstunde von Mittwoch aus Donnerstag ist der Präsident der franz. Republik von Paris ausgebrochen. Das Ziel seiner Staatsvisite ist die Hauptstadt des Zarenreiches, der Zweck neben begreiflicher Höflichkcitserweisung. die Besprechung über die neuen Probleme der großen Politik und die Stellungnahme des Zweibundes ihnen gegenüber. Tie Enffcheidung über das Verhalten Rußlands vor allem in dem heraufziehenden österreichisch serbischen Konffikt wird in diesen Tagen geräuschvoller Feste und geruhiger Bcratuitgen fallen. Der österreichisch-serbische Konflikt ist noch recht unentschieden. Es scheint, als ob man sich in Oesterreich-Ungarn diesnml wirllich sür ein Vorgehen bis zur klaren Entscheidung entschlossen hat, entschlossen unter dem Eindruck der Blutarbeit, die als unwiderlegliches Symptom gezeigt l>at, >vas man hei Lässigkeit und Friedensliebe um jeden Preis vom zügellos geworden«,! Grostserbentum zu gewärtigen hat. Man denkt, wie in Wiener und Budapester diplomatischen Kreisen versichert wird, an nichts weniger als an eine Pression, an ein Ultimatum in irgendwelcher Form von vornherein. Wer man wird in allem Ernst nicht nur Genugtuung verlangen, sondern auch gewisse Garantien für anständiges und loyales Verhalten' der Belgrader Regierung gegenüber den- großserbischen Umtrieben Man wird die Ausstoßung und Bestrafung der kompromittierten Persönlichkeiten verlangen. Mehr vorerst kaum. Sollten aber die serbischen Staatsmänner sich ruhigen Vorstellungen ver schließen, so wird nran weiter gehen. Daran ist nicht zu zweifeln. Es liegt aber im Bereich der vollsten Wahrscheinlichkeit, dast nian in Belgrad schnell genug nachgeben wird. Ter Augenblick»! Mir Serbien so ungünstig wie nur möglich. In dem einen Lager steht ganz Europa mit seiner — bis ins tiefste entrüsteten - Weltanschauung von politischer Moral; in dem andern Serbien allein mit der seinigcn. Es ist heute selbst den Panslawisten schwer gemacht worden, sich in einem etwaigen, aus den! blutigen Schlagjwort Serajewo enffprungenen Konflikt hinter das Baltantönigreich zu stellen. Dieses hat zudem eben auch seinen treuesten Freund und Heiser am Zarenhos, den Gesandten v. Harttvig, verloren und steht so mit der befleckten Skrupellosigkeit seiner Pläne allein. Freilich, ein Umstand scheint die österreichisch- serbische Angelegenheit zu vernnckeln. ES ist immerhin möglich, daß die Wiener Staatsmänner den Augenblick für günstig erachten, auch das drohende Problem der serbisch montenegrinischen Union anzuschneiden. Die Worte Tis- zas von der Notwendigkeit der Klärung des Verhältnisses zu Serbien scheinen darauf hinzudeuten, und hier ist,es, wo rin Strich durch Rußlands längst nicht mehr geheime Zu kunstspläne gemacht werden könnte. Hier wird es auch sür Rußland schwer genug sein, ju schweigen. Damit erst wäre die zweite Phase des Konslikts da, die ininier wicderkchrende - Rußland gegen Oesterreich. Alles wird darauf ankominen ob man in Wien und Budapest nun endlich die ruhige Festigkeit aufbringen wird, die absolut nötig ist. Au» und (an\ Gießen, 18. Juli 1914. ** TageSkalender für Samstag, den 18., und Sonntaa den 19. Jul,: G e ,v e r be . A u S st e l l n n g: Samstag nachmittag oon 4—7 Uhr und abends von 8—II Uhr-. Tiroler Gesang. und Tanzgruvve. — Sonntag nachnnllaq und abends Kontert der Kapelle des 2. Nass. Pionierbataillons. Freilichtbühne: Samstag abend 6 Uhr: „Der Pfarrer von Kirchfeld." Giebener R » d c rg e l c l l I ch a f t: Ruderregatta Sonntag uachiniliaa 3 Uhr. Vorrenne» : Samstag »achniiltag 4 '/, Uhr und Sonntag vormiltag VI, Uhr. C e y l o n - AuIst el l u ng im Botanische» Marten. Sonntag geöffnet vorniiitagS oon 8 —12 Uhr und nachmittags von 2—7 Uhr. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. U » i o » - T h e a i e r: Täglich Vorstellung. M i 11 e l d e n I s ch e r Sängerverband: Sonntag nachmittag von 1 Uhr ab Vcrbandstag in G ro b en -L i n d e n. " Offene Lehrer st eilen. Erledigt sind: Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Biblis, Kreis Bcnshcim, eine katholische Lehrcrslelle an der Volks- schule z» Bechtolsheim, Kreis Oppenheim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine evangelische Lehrerstelle an der Volksschule zu Eimsheim, Kreis Oppenheim, eine katholische Lchrerinsielle an der VolkSschiiic zu Weisenau, Kreis Mainz. — Die Ausschreibung der Lchrerstelle zu Hör gen au, Kreis Lantecbach, ist zurück- genominen. " Ernennung. Am 1. Juli wurde der bisherige Oberlokomotivführer Topp von der Biebertalbahn zum I. Werknieisler ernannt. Herr Topp erfreut sich in seinein Berufe hoher Achtung bei seinen Vorgesetzten und bisherigen Kollegen. " Ernennung. Durch Entschließung deS Großh. Ministeriums der Justiz wurde der Referendar Dr. Waldemar Kissel in Bad-Ranheim ziini GcrichtSasseffor ernannt. ** Entlvurs eines neuen Warenzcichengesetzes. Das Großh. Ministerium des Innern hat der Mainzer Handelskammer mitgcteilt, von verschiedenen Seiten sei angeregt worden, in dem Entwurf eines Warenzcichengesetzes besondere Bestimmungen zum Schutze der Wapven, Familiennamen. Eigenbildnisse und Firmen gegen mißbräuchliche Verwendung im Warenzeichen auszunehmen, und die Handelskammer um eine Aeußerung zu dementsprechenden Zusätzen zu § 8 und § 20 des Entwurses ersucht Die Handelskammer hat in ihrer letzten Sitzung die Ausnahme derartiger Bestimmungen in das Warcnzeichcngesetz bcsürworiet. ** Gewerbe-Aus st ellung. Das oberste Preisgericht hat seine schwierige Arbeit gestern erledigt. Seine Vorschläge wegen Verleihung der Staatsmcdaillen, der Medaillen der Provinz und der Stadt sind an die betreffenden Behörden abgegangen; die Veröffentlichung wird nack, Eingang unverzüglich erfolgen. Im übrigen ist es den Ausstellern un-benommen, von heute an schon durch Schildchen in der von der Ausstellungsleitung zugelasscnen besonderen Form kenntlich zu machen, welche Äusstellungsanszeich- nungen ihnen zuerkannt worden sind. — Zum Äinder-Korsö sind bis jetzt 28 Kinder angemeldet und weitere Anmeldungen sind in sichere Aussicht gestellt. Me Anmeldefrist läuft Sonntag, abends 6 Uhr, ab. Es werden eine erhebliche Anzahl Preise verteilt. Jedes zum Korso gemeldetes Kind erhält außerdem eine kleine Ueberraschung. Eltern mit Kindern, die am Korso teilnehmen, iverden durch das untere Tor am Liebigsmuseum "Einlaß erhalten und zwar von i/ 2 4 Uhr an, jedoch wird dringcno gebeten, daß keine Verspätung cintritt. Tie Ausstellung erfolgt aus dem Platz von Althesscn. An diesem Nachmittage werden vom Ans- stellnngsgclände eine Anzahl Luftballons aufgelassen. ** Ueber den Truppenübungsplatz für das 18. Armeekorps bei Bad Orb werden noch folgende aus amllichen Quellen kommende Nachrichten von Interesse sein; Die Arbeiten ffi'r seine Zweckbestimmung sind im Gange. Während- die Truppen, die zur Hebung ans dem Platze weilen, jetzt noch in den alten Dorfhäusern in Lettgenbrunn und Villbach nntergebracht sind, wird das Lager in großem Umfange auf der Höhe der sogen. Wegscheidc, etwa 4 Kilometer von der Stadt Bad Orb, errichtet, woselbst Klaserncments zur gleichzeitigen Unterbringung von 9000 Mann errichtet werben. Tie Abholzung des umfangreichen Bauplatzes ist bereits erfolgt. Me Kleinbahn Wächiersbach— Orb ist durch ein mehrere hundert Meter langes Anschluß- geleisc durch die Haselstraße verlängert. J!m Endpunkt derselben beginnt die etwa 5 Kilometer lange elektrisch betriebene Drahtseil-Förderbahn, die dazu bestimmt ist, zunächst die Baumaterialien zur.Baustelle des Lagers zu befördern. Me Wasserversorgung des Lagers ist bereits fertig- gestellt. Das .Wasser der bei Mernes im Dal liegenden Quellen wird durch eine Motoranlage ans die Höhe des Trupvcnlagers gepumpt. Die Ortschaft Mernosß die die Quellen verkauft hat, ist auf diese Art ebensalls zu einer Wasserleitung gelangt. Der Truppenübungsplatz hat eine Größe von 4770 Hektar. ** Besichtigungsreise. In den Taigen vom 7. bis 12. Juli hat die zweite diesjährige Besichtigungsretse heffen- nassauischer Landwirte nach dem Ansicdlungsgebiet in Posen und Wcstprcnßen stattgeffinden. Es waren hierzu Teilnehmer aus den Kreisen Cassel-Land, Marburg, dem Bezirk Wiesbaden, der Provinz Oberhessen u. a. in Cassel einge- trosscn, welche in der Frühe des 7. d. M. unter Führung des Lertraucnsmannes der König!. Ansiedlungskommission die Fahrt nach dem fernen Osten antraten. Die Reiseteil- nehmer äußerten sich sämtlich sehr befriedigt über das An- siedlniigswcrk in dein zukunftsreichen Osten unseres deutschen Vaterlandes. Besondere Verwunderung rief cs hervor, daß man fast überall in der Provinz Posen schon am 7. Juli mit dem Schnitt des Roggens begonnen hatte. Auch im übrigen waren die Feldfrüchte bedeutend weiter vor als in .Hessen und ergaben einen untrüglichen Beweis von der Fruchtbarkeit des Bodens. — Mit Rücksicht darauf, daß eine größere Anzahl Landtvirte unserer Provinz ihre Beteiligung an dieser Reise zugesagt, aber wogen der verspäteten Heuernte nicht erscheinen konnten, soll in diesem Jahre noch eine dritte Besichtigungsretse ani 8. September nach dem Ansiedlungsgebiet stattfinden. " Die Ceylon-Ausstellung wird morgen außer am Vormittag von 8 Uhr an, am Nachmittage von 2 bis abends 7 Uhr geöffnet sein. Die Ausstellung wurde bis beute von rund 6000 Personen besucht. Fast täglich treffen Schulen auS der näheren und weiteren Umgebung Gießens ein. Vom Bureau des Stadtthea-terS wird uns niitgeteilt. daß der .Jtdele Bauer" am Dienstag nur einmalig bei kleinen Preisen gegeben wird. " 4. Verbandssest des Mitteldeutschen Sängerverbandes. Die Vorbereitungen für das morgen in Großen-Linden stattfindende'4. Berbcmds- scst des Mitteldeutschen Sängerverbandes sind beendigt, und die Feststadt ist bereit, ihre Gäste zu euipsamgcn. Der Festzug stellt sich um l llhr in her Bahnhofstraße auf und bewegt sich von da aus durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Festplatz an der Turnhalle. Es beteiligen sich außer den gemeldeten 27 Gesangvereinen auch der Rad- falwcrvcrein. die freiwillige Feuerwehr, der Schützen-, Krieger und Turnverein Großen-Linden, sc, daß der Fest- ! zug nicht weniger als 38 Nummern aufweist. Hoffentlich ist »deni Feste auch das rechte Festwetter beschchchyn. " Fttnlzig Jahre als Lehrer tätig. Wie nur bereis kurz meldeten, leierle Lehrer Strack zu OrleShanfc^ >«>>> 50-jähriqeS Dtenlijndiläinn. Vormittags brachleu ihin tu: Schnl- Haufe das Großh Kretsamt Büdingen, sowie dir !Irc-i»schul-" lommisffon die Glückwünsche dar, wobei ihin das voni Grotzhertog verliehene SHittcrfrcuj 2. Kl. des Verdienstorden« überreicht wurde. Feriier dankte der Vertreter der Ktrcheiibchörde Inr die der Kirche bewiesenen Dienste als Lektor »iid ReligionSlehrer, di« Lehrer-- vereiiiiglinqen brachten ihm Glückwünsche nebst Gcschenkcii. Die« Schulkinder, soivic der OrtSvorstand der Geiueliide Orleshausen brachten ebensalls Geschenke. Unter den Gratulanten belanden sich; auch alle Bekannte aus GtaShüIte» und Rainrod, auch ein Bild- deS -LchulbnuseS Rainrod, wo Lehrer Strack 1884 als 18-fährigee leine Lehrtätigkeit beqanii, wurde ihm überreicht. Die Feier im Hotel Ster» zu Büdingen hatte eine ansehnliche Schar von Freunde» um die Familie Strack versaminelt. llnter den Reden sei die des BürgernieisterS Viehl von Rainrod bejoiiderS gcnaiini, itt der dieser die Schnlverhättnisie vor ctiva äO Jahren schilderte. Der Redner selbst war ein Schüler des Jubilars. Lehrer Strack war der erste seminaristisch gebildete Lehrer in der Gemeinde Rainrod. Seine Gattiii wählte sich Lcbrer rckrack ebenialls in Rainrod, sie war eüie seiner ehcinaiigc» Schülerinnen. Heute um- ringt das Ehepaar eine ansehnliche Zahl von Söhnen »iid Töchtern, sowie Schwicgerlöhnen und Enkeln. Der Jubilar aber ist lisch ein rüstiger Man», sein LebenSabeiid ist rein vom Glück beschieltem " T i eiist j n b i l äu »>. Heute steht das Dienstiiiädchei, Martha Wo lisch läger sünsnndzwanzig Jahre in Ttensle» bei Herrn Rroseffor Gisevins. Das ihr znkoinnicndc Goldene Kreuz sür I. nnmdzivanzigiährige Dienstzeit Ivurde ihr trotz eiiriger Bemü- huiigci, ihrer Herrschait nicht ziierkannt, weil — Herr Proseffor Gisevins erst elf Jahre in Gießen a ns äs s i g ist ! "Ausbau deS SelterSivegeS. Mit einem Zuschuß der Stadt soll jetzt das Erdgeschoß des Geschäftshauses Adolf Welz zurückgesetzt werden, so daß die Straßcnflucht des SelterSweges zwischen dem Neubau Wirsig und der Ecke der KaplanSgaffe fortan in gerader Linie laufen kann. ** Frankfurter Würstchen in Amerika. In der Streitfrage über die Bezeichnung „Franffurter Würstchen"', die in Neu-Isenburg und Sprendlingen größtenteils hergcftcllt und nach den Bereinigten Staaten abgesetzt wcrden, hat die Offcnbacher Handelskamnier erwirkt, daß die Bezeichnung „Frankfurter Würstchen" für die in Neu-Isenburg hergcstellten Würstchen nicht mehr beanstandet wird. Bisher wurden diesen Würslcktcn insofern Schwierigkeiten in den Vereinigten Staaten bereitet, als aufgrund einer Erllärung des Bureau of chcmistrh des Ackerbaudepariements der Vereinigten Staaten von Nordamerika die „Franffurter Würstchen" als mit falscher Bezeichnung versehen im cpiime des Artikels 8 des amerikanischen Nahrungsmittelgesetzes erachtet und danach zur Einfuhr nur dann zugelassen wurden, wenn die Worte „Franffort sausages" (Frankfurter Würstchen) aus den Etiketten der die Würstchen enthaltenden Blechdosen in „Franffort style sausages" (nach Franffurter Art) abgeändert waren. " Die Maul- und K l a »e n s c u ch e ist auSgcbrochen aus dem Schlachtoiehhof z» München. ** Aus der guten alten Zeit. Ueber ein alt-hcssen- nassauisches Schulidnll berichtet die Wiesbadener Zeitung: Bis znm Erlaß der „Allgemeinen Schulordnung für die Volksschulen im Herzogtum Nassau" im Jahre 1817 herrschten im Nassauer Land» chen ans dem Gebiete des Schulwesens nock, mancherlei idyllische Zustände. So kam es z. B. häufig vor, daß die Lehrer, wenn es ihnen beliebte, aut ein paar Tage oder Wochen den Schuluntcr- richi aussallcn ließen und anderwärts die selbstgcschasscncn Ferien in Ruhe und Behaglichkeit genossen. Mehrere solcher Fälle lourden jedoch dem Herzoglich Nassauischen Konsistorium zu Wiesbaden hinterbracht, und dieses erließ daraus am 4. Juli 18l0 folgende Verordnung: „Nachdem die Anzeige geschehen, daß die protestanff- schen Geistlichen und Schullehrer in den hiesigen Herzoglichen Landen viele Tage, ja Wochen lang ihre Wohnorte ohne vorherige Anzeige und cingeholtc Erlaubnis verlassen, sogar die Schullehrer sich beygehen ließen, nach eigenem Gutdünken Ferien zu machen, solches aber schlechterdings nicht gestattet werden kann; als wird hiermit von Consislorii wegen die dicserhalben bestandene Perordniiiig dahin erneuert, daß kein Geistlicher ohne geschehene Anzeige bey seinen! Ephorns (Superintendent) über zwey Tage, und kein Schullehrer ohne Anzeige bey seinem Pfarrer, über Nacht von seinem Wohnort sich entfernen solle. Zugleich wcrden alle Geistliche hierdurch nochmals angewiesen, wenigstens die Woche zwcymahl die ihnen zur Aussicht anvertrauten Schulen zu besuchen, lind den Lehrern und Kindern die nöthige Zurechtweisung nach Pflichten zu erthcilen. Schließlich wird allen Schullehrern ernstlich anbetohlen, den Kindern keine weiteren Ferien, außer denen, die in der Schulordnung bestimmt sind, besonders vor und nach den hohen Festen zu gestatten, zugleich denen Evhoris und Ortsgeistlichcn aufgegeben, aus die strenglichc Befolgimg dieser Verordnung ein genaues Augenmerk zu schlagen." ** Giiierrechtsrcgister. Steinmetz Eugen Rudolf Frischauf und seine Ehefrau Alma Emilie Markha gcb. Bindernagel zu Friedberg haben unter Aushebung ihres bisherigen Güierstandcs vollständige Gütertrennung unter Ausschluß der Verwaltung und Nutznießung des Mannes am Frauenvcrmögen vereinbart. i i " Konkurse itt Hessen. In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Landwirts Ferdinand Fritz von Obbornhofen ist der Schlußtermin auf Montag, den 10. August 1914, vormittags 10 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Hungen bestimmt worden. — In dem Konkurs über das Verinögcn des Gutspäch- lers Heinrich Hahn zu H o s - A l l e n r o d ist Termin zur Gläu- bigervcrsammlung aus Donnerstag, den 6. August 1914, vormittags ll Uhr, bestunmi worden. — Ueber den Nachlaß des Heinrich Simon II., Sieinhauer in Flonheim, ist am 14. Juli 1914, vorniitiags 8 Uhr, das Konkursversahrcn eröffnet. Der Notariats- gchilse Wilhelm Groß in Alzey ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssordcrungen sind bis zum 30. Juli 1914 bei dem Gerichte anzumelden. Aus Mittwoch, den 5. August 1914, vormittags II Uhr, ist vor dem Amtsgericht Alzey Termin anbcraumt. — Ueber das Vermögen des Schneidermeisters Timon Schuhmacher in Worms ist am 13. Juli 1914, nachmittags 4 Uhr, das Konkursveriähren eröffnet. Rechlsann>all Looss in Worms wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungcn sind bis zum 15. August 1914 bei dem Gerichte anzumclden. Termin ist auf den 5. August 1914, vormittags 11 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeicn Forderungen aus Mittwoch, den 26. August 1914, vormittags 11 Uhr, vor dem Amtsgericht Worms, Saal Nr. 16, anberaumt. — Der Zusammenbruch des Bankhauses Plaut, Heß u. Co. hatte auch den Privatkonkurs des Bankiers Heß zur Folge. Aus dieser Konkursmasse wurden jetzt 0,983 Prozent sür die Gläubiger ausgeschüttet. — In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Tonwcrk Pfaffen »Becrsurth, Gesellschaft mit beschränkter Haktpslicht in Pfafscn-Beersurth i. O., ist Termin zur Abnahme der Schlußrechnung und zur Anhörung der Gläubigerversammlung über Einstellung des Verfahrens, da eine den Kosten des Verfahrens cntsorechende Masse nicht vorhanden ist, auf Samstag, den 8. August 1914, vormittags 10". Uhr, vor dem Amtsgericht in Reichelsheim im Odenw. besffmmt. — In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Ludwig G r ä c m_« n n, Gastwirt in Osfenbach a. M., ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen der Schlußtermin aus Donnerstag, den 6. August 1914. vormittags 10 llhr, Saal 12, vor dem Amtsgericht Ossenbach bestimmt. Landkreis Gießen. 4 Lich, 18. Juli. Im Zuscrmmeirhcnrg mit der Feld- berernigung werden gegenwärtig hier mehrere B rücken» bauten ansgeführi Kir die geplante Rin gstraß-e, die die Alfftadt direkt mit dem neuen Stadtteil an der Bahn verbinden wird, sind allein ztvei große Brücken nötig, eine über die Wetter und eine über den „Weidgraben". Tic Gesellschaft sür Beton- und Eisenbetonbau ,n. b. H., Gieren hat mit der neuen Wetterbrücke bereits angejangen. Kreis Büdingen. § Bü den gen, 17. Juli. In diesem Frühjahre wurde die hiesige GenosscnschastSmolke rei nebft der Ent. rahmungSitation Ranstadt össentlich incNtbietend versteigert und der Erlös blieb hinter den gehegten Erwartungen zurück, Tic Mitglieder der in Liquidation getretenen Genoffenschaft glaubten einen merkten Verlustbcilrag außer deS 50 Ml. betragenden Geschäftsanteiles lersien zu müsien, welcher sich aber jetzt zur Freude der Beteiligten auf eine ganz geringe Summe beziffert. Krris Schotten, z. Hercheurhain, 17, JuL, Dieser Tage besichtigten die .Herren Manrstcrialrat Sch lie p hake -Darmsiadt Kreisrat Dr. Merck-Schotten, Kreisrat v. Jäcrntr-'W tcrlxich und K-lturinspettvr Kunz-Lauterbach die" in einem Auto von Lauterbach kamen, das Gemeindegeländc um Erkundagungeir über GraÄimchs, Lage und Bodenbe- scknrffenhcit des Geländes einzu^ichen, da n-w ,chon längere Zeit die Absicht besteht, eine Bichiveide anzulegen. Kreis Friebderg. m Friedberg, 17. Juli. Der Gewerbeschüier Ludwig Möl. I er, Sohn der Schreiner,ncisters Heinrich Müller zu Friedbcrg wurde aus Grund belondcrer Leistungen in vraktischer 'tzrbeNS- läiigkelt und zeichn eriichen Kenntnissen. nach den, Gutachten ua,n- ! aller -v-chverstandiger, von dem Nachwe,» der ivisseuichasilichen Belähigung iür den eiuiahrlg. sreiwilligen Dienst b-lre» und kann dringen,aß zu der erleichterten Prüsuna zugelassen werde» Starkenburg und Nheinhesskn, rm. Darmsiadt. 17. Juli. Für den Bundestag Deutscher Zimmcrm eister im August dieses Jahres hat die Stadtverordnetenversammlung gestern in nicht- össentlichcr Sitzung den Betrag von Ö00 m. beivilliqt der Ausschuss, hatte nur die Bewilligung von 300 Mk vor- geschlagen. In der gleichen Atzung wurde der Bcterinär- arzt Dr. Bausch zum zweiten Schlack,thoftierarzt angc- ftellt. Dem Reichsausschuss für die ol y m pi s che n Sp i e l e in Berlin 1916 wurde ein Zuschuss von 50 Mk. gulgelzeisscu. Kreis Wetzlar. -- Wetzlar, 17. Juli Aus einem durch die Regengüsse der letzten Tage gebildeten Teiche vergnügten ' sich beute nachmittag die im Alter von lO und 13 Jahren! stehenden Söhne des Schneiders P e Ir ff von hier mit Fahren auf einem Floss. Dieses tippte um uirü hie beiden Knaben c r trän kc n. Hessen-Nassau. = Frankfurt a. M.. 18. Juli. Nach Mitteilung de? statistischen Amts ist die Bolkszahl für den Stadtkreis Frankfurt a. M. unter Berücksichtigung der seit der letzten Volkszählung polizeilich gemeldeten Z>i- und Abwanderungen, sowie des entsprechenden UeberschuffeS der Geburten über die Stcrbcsälle am 1. Juli dS. IS. mit rund 149 700 anzuneh. men. Am 1. Juli 1913 wurden 440100 Einwohner gezählt. — Kassel, 18. Juli. Aus dc>» Zentralbahnhos gelang cs, eine ausländische Mädchenhändlecin in dem Moment zu verhafteu, als sie d,e Tochter einer Kaffelcr Bür- gerfamilie inS Ausland zu enlsilhrcn versuchte. -r E s chw ege , 17. Juli. In einem Schachte des benachbarten ÜalibergWerks Abteroda nmrde gestern abend beim Eintritt der Feierschicht der verheiratete 'Bergmann Kümmel durch einen in die höhe gehenden Förderkorb gegen die Wand gedrückt und getötet. Der Verunglückte tsiuterläsit eine Witwe und drei unmündige Kinder vrretnLnachrichtrn. --- Büdingen, 17. Juli Vom Lö. Juli bis 2. August begeht die „Büdinger S chü tze n g c s e l l s -b a i t" durch Fest- zug. Festspick und Prrisschiessrn die ickicne Jnlx-iieier ihres 500 - jäbrigenreftchens In unerinüblichcr Arbeit sind alle Aus- schüssc seit Monaten tätig, das Feit in allen Teilen zu einen, großartigen zu gcktalten. Dem auswärtigen Publikum wirb insbesondere an dem Festzugstage > Sonntag, 26. Juli! und an den Festspiel - tagcn (Mittwoch, 29. Juli und Sonntag. 2. August ckn erbebender Geiiuß geboten. Die landschaftliche Schünhcft unseres lieblichen Städtchens ist weck bekannt; der Auiemhalt Ivährcnd der Festwoche bielck Gelegenheit zu herrlichen Exkursionen in den Büdinger Wäldern. Ertrazügc werden den Be>nch des Festes erleichtern. Für Unterkunft und Perpslegun,, der Gäüe ist rckchlich gesorgt, doch empfiehlt sich dringend die soiortige Anmeldung Schon seht sind Ehrenpreise im Werte von über 7000 Mk. gestiftet worden. Tie SchießeinrichtuNHeu sind durchaus modern und erstklassig , erhebliche Quoten der schießgclder werden zu Geldpreisen verwendet. Luftichistahrt. Schwerin, 17. Juli. Leutnant von der L u e h e, der zweite der ans dem Flugplatz Goerries insolge des Zusammenstoßes ihrer beiden Flugzeuge am letzten Dienstag verunglückten Flieger, ist jetzt ebenfalls seinen Verletzungen erlegen. vermischte». * Die Suffragette mit dem Schlack, terbeil. AuS London, 17. Juli, wird geschrieben, Eine Suffragette beschädigte heute morgen das Büd Thomas Carlvlcs von Sir John Millais in der Nalionalbüdergalcric schwer mit einem Schlächterbeü. Tie Täterin wurde verhaftet. * Ein ganzes Do rfniedergcbrannt. Die „Times" melden aus Toronto vom 16. d. Mts., Das Dorf H e a r st in North Ontario ist durch einen Waldbrand zerstört worden, nur drei oder vier Häuser sind stehen geblieben. Der Ort zählte 800 Einwohner. -Eisenbahnunfall. Aus Neio Bork wird gemeldet, Bei Fairmont in der Nähe von Norfolk in Virginien streß ein elektrischer Eisenbahnzug mit ckncm Aöhlcnzug zusammen. Sechs Person cn wurden getötet, mehr als 20 verwundet. Bücherlisch. — Der Fall Meynell von Mrs. Hnmvhry Ward, von Eornelia Bruns übersetzt. Stuttgart, I. Engelhorns Nacht. 1914 Preis geb. E>.— Mark. Der Fall Meynell kailn eine englische Parallele zu dem Falle Jatho genannt werden, allerdings mit dem Unterschiede, daß den, englischen Roman kein eigentlicher tatsächlicher Fall zngrnnde liegt. Und doch malt Mrs. Ward den aul- rechten. nnbengiamcn Porkälnpfer der liberalen Theologie, den Pfarrer Mehnell. nrit so wuchtigen Farben vor die Seele, daß wir den Kämpfer leibbastig vor uns zu sehen meinen Mit erstaunliche SachkennrniS schildert die Schriffftellerin die GlaubenSrichtungen und den Ursprung und die einzelnen Phasen izrer Kämpfe, die mit einer vorbildlichen Sachlichkeit durchgesührt werden. Meynell ist ein Spier semcr Anschauungen, wie cs auch »ein Vorkammer Robert Elsmere war. Weniger bedeutungsvoll als diese heroische Glaubens« kiechc ist cknc damit verknüpfte Liebesgeschichte, deren Heldin, die wilde Heiler, eine problematische Natur, den VcrsührungSkünsten eines Weiberjägers erliegt und ihre Sünde mit dem Tode bezahlt. Anmutig ivieken die reizenden Bilder des englischen Land- und Familienlebens. Auch die Naturbildcr sind von einer seltenen Schönheit. L. Amtlichkr Wetterbericht. Oeffcntlichcr Wetterdienst, Gießen. Wettcraussichten in Hessen am Sonntag, den lS. Juli 1914: Vorwiegend wolkig, doch trocken, westliche Winde, keine Tempe- raturändernng. Letzte 2Tocbricfi reit. Explosion in einer Thnamilsabrik. Pari S, 18. Juli. In einer Dynamitfabrik in Cnn>i bei Foniaineblean wnrdcn durch eine Explosion drei Arbeiter getötet und nichrere schwer verletzt. Fahrrad-Vertreter: Adam Klrcher. [5582ss UnflbartroHes in s. raschen u. vorzüglichen Wirkung. Ir allen Apotheken. garantiert rein, von feinst. Aroma kaufen Sie preiswert in der Mediz.-Drogerie zJCreozpiatz Inh.: O. Winterhoff 8499J Kreuzplatz 9. Vorzügliche Weiss- u. Rotweine Flasche von 75 Pfennig an Deutschen Kognak Flasche von Mk. 1.40 an Gute Margarine 90 Pfennig bis Mark 1.— Rosinen,Korinthen Sultaninen, Pflaumen j in allen Preislagen, ebenso Zitronen u. Orangen! Feinst. Bliitenmeh! per Pfd. 22 Pfg. und billiger bei: liipsl Walleniels Kolonialwaren und Delikatessen Giessen, Marktplatz 17 Telefon 262. *"* Zöpfe Haarunterlan. 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MtS., nachmittags 2', Ubr, sollen dahierWalltorstr.6(Darm städtcr HauSt: 105685 1. 1 Ladentbckc. I Mar morwagc, l EiSichrank, 1 Ladcnblock. niedrere Tiichc, 1 Wurstaerüst, 2 Kleidcrichr., 2 Nachttische, l Schreibtisch, u. verschiedenes andere. 2.1 Kaffeeröster, 1 Ladeneinrichtung. 3 Stämme Werkholz, 6 Mille Zigcrrr., 1 Kassenschrank, 40 Mistbeetfenster, eine Schreibmaschine, inehrere Fahrräder und Nähmasäiinen, sotvie eine gröstcrc Part. Schubwarcu und Haus- u. .Küdiengeräle aller Art zwangsweise gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung der unter ad 1 ansgestihrten Gegenstände sow. der Schuhwaren bestimmt. G ietzen, am 18. Juli 1914. Seivel. Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dicustag. den 21. d. Mts., nachm. 2 llbr, versteigere ich Neustadl üü dahier gegen Bnrzablnng: ein aut erhalte». Pianino. Dcritciacruna ftndet bestimmt statt. 8160 Born, GerichtSvoilziebcrin Gießen. W Sdura«4«ls*r!,? Fensfer Obfliithtc.BjfliDm.rürrn. fjrrf'j Sprossenwerk. , Ä-U-1 Ladenfronten. I H. Schön. 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Zu obiger Veranstaltung laden wir unsere werten Kameraden mit Familie ein und bitten um rege Beteiligung. Zur genauen Kontrolle ist das Vereinsabzcichen anzulcgen. Nur ScmnsntitflltcDer mit ihren direkten Angehörigen haben Zutritt. 8481v Der Musik u. Bergnügungsausschutz. Auf folgend« bei der Inventur zurückgesetzte Posten vergüte bei Bar-Einkauf 15 % Rabatt Ein Posten Anzugstoffe, moderne kurante Muster Ein Posten Blusen- und Kleiderstoffe in Wolle und Halbseide Ein Posten Herren-, JUnglings-u.Knaben-Anzüge Ein Posten Wascb-Blusen und Wascb-Anzüge Gross. Partien Kleider-Kattune, Wollmusseline, Batiste, Zephirs, Siamosen und Reste aller Art bedeutend unter Preis Carl Horn Telephon 395 5459 a Slarktstrasse 28 ***************** Schwalm Zahnarzt Mühlstr. 5 EckeBahnhofstr. * * * Radikalin. sicherwirkender rtei'ev Fliegcntod Massentötung ohne Tierquälerei. vevtrsl-vragerls, Lehalslr.; Illeü.-vrogsrle rum Xresrplrlr; vrog. 6. Walleu- ke!s. Markt. ln Lieb: vrag. F. Zimmtr. [8126 SchützenFest Sonntag, 19. Juli, und Montag, 2V. Juli « auf dem LchützenfestPlatz Schützenhans Fest-Programm: Samstag abend: Kommers aus dem Schützenhaus. Sonntag I Preisschiefien, Militär - Konzert, Gartenfest mit Montag | Brillant-Feuerwerk. Bayerische Bierhalle mit Schrammelmusik, Juxplatz* Tanz- boden. [8328DJ Eintritt: 30 Pf*., Kinder frei. II! Zweig-Verein Giessen. Einladung zur Mitgliederversammlung am Montag, den 20. Juli 1014, nachmittags 6 Ubr im Ltaotbaus, Gartcnstrafre 2 iSaal Nr. 11). Tagesordnung: 8388V 1. Beschlußfassung über den neuen Satzungsentwurf. 2. Wahlen. _ Die Vorsitzende. Gesellschaftsverein ft Giessen Bücher-Rückgabe. Sämtliche vor dem heutigen Tage (10. Juli) entliehenen Bücher bitte sp&testen* bis zum 25. Jnli 1914 zur Musterung zurückzugeben. Für solche Bücher, deren fernere Benutzung gewünscht wird, sind neue Leihscheine auszustellen. Im August bleibt die Bibliothek geschlossen. Bibliothekstunde Montag und Samstag von 2—4 Uhr, Mittwoch von 4—6 Uhr. DicBibliothek-Vervr. des Gcsellschaftsvcreins _ A. Frees. 8101V Q. F. F. F. G. F. GkillkilischMche Mrbunj Montag, den 20. Juli 1914 Antreten: 8'/* Uhr abends an den Gerätehäusern. AussteUung: 8'/, Uhr abends aus Oswaldsgarten. Der städtische Branddirektor. B r a u b a ch. 8256 B Licht-Spiel Haus Beate Samstag bis Dienstag: Nat Finkerfons Abenteuer in Aegypten s=ss Großer sensationeller Detektiv-Schlager in 3 Akten. Ferner: 8463 MaxensFilmKollegen Komödien-Schlager mit Linder in der Hauptrolle. Sonntag, de» 19. und Montag, den 80. Juli 1914: Kirmes Su zahlreichem Besuch ladet freundlichit ein Der Gastwirt: Seipp 1414 M 1914 500jährige Jubelfeier der Büdinger Schützengesellschaft vom 25. Jnli bis 2. August 1914 unter dem hohen Protektorat Sr. Dvrchlaneht des Fflrsten Wolfgang zn Tsenbnrg nnd Büdingen. Täglich von vorm. 8 Uhr an * Schießen, Konzert, Volksbelustigungen Tanz, Abendunterhaltungen unter Mitwirkung der Büdinger Vereine. vor n Äfv,if vfc Historischer Festzug. Mittwoch, 29. Juli, u. Sonntag,2. Aug., nachm. SVaUhr: Hist. Festspiel: Der Schützengilde Gründung Näheres zu erfahren vom Presse-Ausschuss. 5choEwein unä frübftüffcsStube Bahnhofstrasse 151 empf. guten Mittagstiseli, reingeh. Rhein-, Mosel- und ausländische Weine, sowie ein vor- zügliches Glas Dortmunder Union und Münchener Löwenbräu im Ausschank. Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steinsoettcr. Dienstag, den 21. Juli 19X4, abends 8 Uhr: Fünftes Operettengastspiel des Großherzogi. Kurtheaters Bad-Nauheim. linier Milivirkuna der Kavellc des hiesigen Jns. Uhr. Ansang 8 Uhr. Ende 10>/, Uhr. _ Studierende geniesten Preisermäßigung. _ H (Tfliuiicrgiiiigni S! 0)688 Schlüter. Brauufels. gricr i)fs lüj. Wehcns brs MSnntt-Ktsliligoerciils verbunden mit der Weihe einer neuen Jahne. Sonntag, de» 19. Juli, nachmiiiags 2 Uhr: Jestzug. 2lus dem Fenolav am Alicnbachswegi Esesangsvorträgr, Tanz. Volksbelustigung. AbendS: Vorsührungen de» Turnvereins Braunsels. Montag, den 29. Juli: Frübkonzert um 11 Uhr aus dem Fesivlatz. Rachmmags von 3 Uhr ab: Tanz und Volksbelustigung. Musik: Die Kabelte der 80er aus Bad -Homburg. Braunfels Hotel-Rest. Böhme. Tel. 50. (Sin. Jubrw. Gr. Saat mit Klav. Vergnüg.- Park. Grober Garten. Ausflügler u. Gesellschaften empf. Musik frei. Gute Vens. Kegelbahn u. Auto-Garage. [6561D KirmesjtordecK findet am 28. und 27. Jnli 1914 statt Musik wird auSgesührt von der [8447 Marburger Jäger-Kapelle. Es ladet ergebenst ein, Heinrich Vogel, Metzgerei nnd Wirtschaft. Bade- + Artikel, wie kohlens. Bäder, Sauerstoff- Bäder, Nauheimer u. Staßfurter Bade-' salz, Seesalz. Moorlauge, Badekräuter, Thermometer, Frottierlappen, Lofah, Schwämme etc. Reise- 8500a Artikel, wie Toiletteseifen jeder Art, Kopf-, Hand-, Zahn-Bürsten, Toilettekämme, Zahn- und Hanr-Pflegemittel, Toilette-Seiten, in- und ausländische Parfüms etc. kaufen Sie preiswert bei großer Auswahl in der Medicinal - Drogerie zum Kreuzplatz Kreuzplatz 9 Inh. : 0. Winterhoff. 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Kursus erb. l""v Verein ttfcrkritik Lonntag, den abends 9 Nbr 19. Juli. 05698 Pckanntznbc Der Üicsnltntc Der Rmlta im VercinSlokal Schieler Balken". Der Vorstand.