8r. lbi i _Erstes Blatt 164. Jahrqanq Der Giestener Anzeiger — - — ^ ^ ^ erscdcinl auber bsnnlaqs. - Beilagen: viermal wücbelttitctr Oietzener.^amiliendiäNer. Siveunaln'öcdenil.Xreir- dlatt fiirden Ureir Ziehen (Dieir-tag und ivreun.'.l: zweimal mcmall. £(m$> »trlschafUiche -eikfragen (TcridiMYCb - Anschlüße: inr l>,e Redaklwn HL, Bering u. LI Adrette inr Derricken: Aazeiger «>c»eo. Anaadme von Aozciqr» lür d»e Tagesinnrrnrer 0 . .. bi« romntiag« 9 Nhr. notee» Günstling» Ma- 'tn-ro von Beginn seine» Regierungsantritt« an >.', Monate Inndnrch in wilder Jagd zu Iwtzei, (K< geschah „ich, ein« au» sittlicher Entrüstung. Nur im-il man in ihm den Gegner jeder amerikanisch.-» Einmischung in die l'Kschicke de» Lande» und den unerschrockenen Lst-rfechter inerikanisclier «Selbständigkeit, den Feind jeder Auslieferung reicher Petro- Icumdistriktc a» die amcrikanisckg:» Oeltrust» I>rftte. sollte er die Präsidentsclnrst nichi führen. Ini Norden und Süden standen, von gleißenden Dollar» gelockt, und von anieri- kanifchen Waffen unterstützt, Gegner gegen Huerta auf, die ihn I^utc zum landflüchiigen Fremdling gemacht haben. Engllsckie 2ck>ifsc bringen ihn und seine Familie in 'Silln-rlx-it. Wird er — vielleicht ,>iir unter dein stillen, aber mächtigen Schutz Großbritannien» — eine» Tage» wieder zii -ilckkehrrn, um Carranza und dessen ikreatnre» von der Slaatskrippe zu verdrängen und lvicdcr mit eiserner Faust die Zügel der Regierung zu führen ? Oder stxrrtet vielleicht auch seiner da» Los seine» Sck>icksal»gcnvsscn, de» Präsidenten ISaftro: der Tod im große» Bergcsscnwerde». Inzwischen haben die Rebcllcnführer, die llarranzisten niid Zapatisten, miteinander Fühlung genommen. Der Dollar, der au» der Union kommt, überbrückt schnell die kleinen Gegensätze. Die Unterblndler de» einstigen Professor» Wilson, der al» Präsident sehr schnell gelernt hat, den Wünschen der Trust-Magnaten und allmächtigen Imperialisten trotz aller lheorelisclg'n Abneigung gegen die Trust» ger,r>U zu werden, haben schon dafür gesorgt, daß auch bei dem neuen Regime in Mexiko die Interesse» der Union nicht zu kurz kommen. Wie Madero den II. St. A zu Lielst' daraus au» war, alle» da» zu vernichten. Iva» Pvrsirio Diaz zielbewusst zum Sckiutz de» Lande» gebaut und geschaffen hatte, so tvirh auch sein „Rächer" Earranza da» Land unbedenklich den zlihen Widersachern der mexikanischen Selbständigkeit in die Hände spielen. Freilich vorläufig l>erßt c» auch hier: Eile mit Weile. Uncle Sam lässt von den Mexikanern selber die Ereignisse soweit vvrbrreitcn, bi» er al» der willkommene Retter in der Not, al» der Friedensengel erscheinen kann. Wozu hat man denn in Washington so schöne Worte von ber friedlichen Verständigung der Völker, die nach und nach die Kriege überflüssig machen müsse, geprägt? Die neue Regierung, die den „Sieg der gerechten Sacka" bedeutet, wird bald ebenso viel Unzufriedene und Feinde finden, wie die Huerta». Wer nicht an 'der Krippe sitzt, ivird wieder zum Rebellen oder gar zum Räuber und brandschatzt die kleinen Pueblo» ohne besondere Firma. Aber in Washington rühmt man sich selbstgerecht ob seiner Mäßigung und Besonnenheit. Man Itz.t Wort ge laltc». Kein Krieg! Die Flaggenschinach von Tampico ist gerächt. Huerta ist bcsriedigt. E» genügte ein sanfter Druck, der Rest für eine kluge Diplomatie. Dann beginnt der neue Alstchnstt, für den man nicht» versprochen hat. Der Aus rühr vernichtet noch mehr fremde» Eigentum al» zuvor. Die Kräfte de» Lande» labe,, sich Nlld völlig aufgerieben. Jetzt kommt „Uncle Sam" und ln-setzt da» arnre xbmd im Interesse von dessen eigener Sieiwrlieit. selbstverständlich auch ohne Krieg. Wer sollte denn noch Widerstand leisten? Wenn er sich sckion vorher, che e» noch so weit ist, ein wenig umschatten sollte, so geschieht'» »>egr» der >ap«mischen .Urfahr. Freilich die klugen Löhne Ostasien» laben jetzt wichtigere» zu tun, al» nach Abenteuern in Mexiko auszuspähen. Die japaniscka Einwanderung nach Mexiko, von der so viel in ainerikanischen .Heilungen gefabelt wird, ist kaum der Rede inert. Kaum 4.HX1 Japaner liaben sich in Mexiko an- gesiedelt, die über da» ganze Land, da» nait größer al» Deutschland ist, verstreut sind nich von denen ein ge.» r Dbil Mexikanerinnen geheiratet iwt; ihre Kinder sind dann völlig im MexikEnertiuu aufgegangen. Soll auf solche» Menscheninalertal Japan seine „mexikanisckK" Politik stützen? Nein, hier gibt e» keine japanische Gesahr für Amerika. Aber man filmt sie gut al» Vorwand gebrauchen, wen» man sich ein wenig eingehender mit de» inneren Per- hültnissen de» Staate» befasse» ivill. Wie lange wird da» Land, da» seinen Kaiser Maximilian standrechtlich erschossen lat. noch ein selbständige» Staatslebe» führen, wie schnell ivird e» in die gleiche Adlan.xigkeit von der Union geraten wie da» „besreitc" »üba? Präsident yuertas Hficftritt. Mexiko, 15. Juli Die Abdankung Huerta» tvird durch aniiliche Manifeste bekannt gegeben. Der Minister de» Aeußern Earbajal übernimmt wie vorgesehen die Interim» präsidentscixrst. Der Gouverneur de» hanptstädtisrl>e» Distrikte» verspricht öfsentlich encrgisclte Aufrechterhaltinig der Rul>e. Die Stadt ist jetzt tatsächlich ruhig, obwohl die Straßen sehr belebt sind. In der H,t>tptstadt fehlt e» an Militär; e» >»errscht de»hall> Beunruhigung. Gestern gingen hier sieben Bahnzüge mit Militär al», um die Linie nach Beracrnz zu schützen. Me x ik o, ft!. Juli Der Minister Carlrajal legte gestern abend den Eid al» Präsident von Mexiko vor den versammelte» Abgeordneten und Senatoren ab. Daraus begab er siäi, von der Elarde geleitet, unter begeisterten Zurufen der Menge znm 9ia.tioualpalast. — Nachdem Huerta gestern abend feine Vll'dank»ng den Abgeordneten unterbreitet Ibitte, beauftragte da» Ministerin», de» Aeußern eine Kommission mit der Erstattung de» Berichte», wonach entscknrde» toerden soll, ob die Abbanktiiig anziinehme» ist. Die 'Abgeordneten und Tröbünenbesnckfer riesen „Hock, Huerta", al» die 'Ab- dankungöakte verlesen wurde». > , E» tvird allgemein erwartet, daß Obrrgon» vder Gon- zale»' 'Armee elwstcil» in der Hauptstadt sein tvird. Daß Billa zuerst einzieht, gilt al» nntvahrscheinlich, da Carranza ihm mißtraut. Präsident Wilson sucht jetzt diilü» seine Vertreter bei Carranza ein bestimmte» Versprechen strenger Disziplin in der Stadl Mexiko und allgemeiner Amnestie zn erivirken: e» hieß jedoch in den letzten Tagen, die Revolutionäre hätten dreißig hohe Offiziere und Beamte ak» unbedingt dem Tode verfallen bezeichnet. Huerta machte in seiner 'AbgaiigSprvllamatio» äußerst Ifestige Eingriffe ans die Vereinigten Staaten. Earbajal bereitet die Nebergabe der Regierung an einen Vertreter Carranza» vor Ei» Sonderan»schnß, bestehend an» drei früheren Mitgliedern der Drpntieeienkammer. bat die Hauptstadt verlasse», uni sich mit d» Führer» der »v»- stitniionalisten behns« Uebcruahme d>r Regierung i» Verbindung z» setzen. Die A b bank u n g H » e r t a » wurde bvm »' o n g r e st mit ILI gegen 17 Slimmen angenommen. In seiner Bot- sclmsl über seinen Rücktritt In'bt Huerta seine 'Anstrengungen hervor, den Frieden herbeizusühren, sonne die S.tuvil-rig- t'eiten, denen er dabei begegnete, da die nötigen Fond» sehlten und die große Macht de» amerikanischen Kontinent» ofsenkuiidig die Rebellen schützte. Dieser Sck>ntz Imbe seinen HilhePunkt erreicht in dem empörenden Borgehen der amerikanischt'» Flotte vor Beracrnz. gerade in dem Augenblick, a>» die Revolution niedergeschlagen nur. Huerta iveist lveiter die Beltanptung zurück, daß bei ihm persönliche Interessen vorherrsckKnö gewesen seien Seine 'Abdankung sei ein Betvei» dafür, daß da» Interesse de» Staate» sein erster Gedanke gewesen sei. Später erschien Huerta in seinem Liel>Iing»Eas>-, gefolgt von einer »ngehrurr» Menschenmenge, die Hockirnse aus ihn ausl'rachte. Biele schüttelten ihm die Hand, andere »mannten und küßten >Iin. Bon Rührung iibenvatiigt. erhob Huerta sein Mas und sagte; Die» soll hier mein letzter Teinkspruch sein, ich trinke aus den neuen Präsidenten von Mexiko. Die Straße» tvare» bi» zur späten Stunde voll von Menschen, bo>l> kam e» zu keinen Ruhestörungen. E» ereignete sich ein einziger Zwischensall. AI» d.'r neue Präsident. Earbajal, die »aniiner verließ, da ertönten Ruse de» Iliitvillen» gegen die 'Abgeordneten, die sich geiveigert hatten, ihre Stimnia für die Einnahme der Al» Sieg Wilson» ausznsasfen. Sie verlangt, bast jetzt Realpolitik getrieben tverbe, an Stelle de» ideatistisüien Dilettauti»mn», der bisher mastgebend genasen sei. Die vuncanschlile. I" i o fl c n, 17. Juli. Ein liestigc» Gewitter zog Mitltvoät nachmittag blötzliä» heraus, Donner imb Blitze folgten einander nnb bald stürzte prasselnd der Regen Ijernii-iH-r. Ich saß in der Bahn ans di'in Wege na Bad Nauheim. Immer hi-stiger stürmte der Wiiw. minier ärger strömte der Regen. AI» ich in -Bad-Nauheim ankam, ivar kaum ein Wagen zu erlangen. .»» mich in da» .i'vnz.'rtlmtt» zn führen. Bald aber saß iä» in dem stimmungsvolle» Saale und hatte Sturm und Unwetter vollständig vergessen. Ein liebliche« Bild entrollte sich vor meinen Angen. Klcrnc bnstige Elle» slltirn'bten über eine Wiesenflur, nickten einander zu, scherzte» wiieinander, sänenen die Erbe kann, zu berühren, sänveblen bald wie Sännetterlinae datün. führten einen Reigen ans, haschten einander ivie neckische Kobolde oder sonstige schelmische Geister der Lust und de» Walde». Einnml führten sie stumm ihr Spiet aut. dann wieder ergötzte» sie sich am Ballspiel, warfen lustig und frohgemut einander de» Ball zu oder nmkreisten neckisch, immer im Rhnthmu» de» Spiele» de» rhvthmisch springenden Pall ober sie reichte.! einander die Hände, verbanden sich zu lustigen Reigen, sangen srohc sckn'linischc, einsack»' Kinderlieber. Man hätte glauben können, i» den Sommernachtötranm versetzt zu sein, vder »tan hätte annehmen können, daß die Elfen und Kobolde unserer allen Märchen sich Ister znm Rrndczboiis vcn'inigt hätten iml> in Fleisch »Iih Blut vor NN» erschienen.^In Wahrheit aber sah,'» »nr die Anfführnng der D» » c a n »Schn l e vor »n», t..,’ c« sich zum Zivcck gesetzt Izat. durch treue Schulung die jungen Menschenkinder gcsckuneibig, elastisch, anmutig, zn Bcheericktern ihrer IBewegnngen und ihre» Körper» zu niackte». Alle» nnrkte wie die Eingebung eines 'Augenblicke», wie ein lustige» neckische» ..linder spiel und jeder sühlte die ernste Schulung, die wohlüberd,.ck>tc Trainieruug, die sorgsame, fleißige Uebung in dem leichtesten Spiel. In unserer heutigen Zeit, nro für Körperkultur viel getan wird, ist das »ntcrnclnnen der Duncan mit Freuden zu b,'- grüßen Wie ich ihrem Buck»' entnahm, gi'ht eine Schulung in kontrollierter Atmung itiren Uebungen voran. Ohne diese geschulte 'Annnng wären die kleinen 6- und 7jährigen Elfe» auch wohl kann, imstande, ihr annrntige» Spiel mit solckrer tzlnsdaner bii.ckiznslitz.cn Leiber verpasste ick. die Einleitung, nwlehc scknvr- disckie Gymnastik vorfültrte. Daß auch diese von der Duncan >»-ran- ' gezogen nnrd. hatte ich sür äustz'.'st vorteittzist. Man sielst, mit welchen. Enist sie Um sich blickt, und alle» für ilw Unternehmen l.c. - onzickst. wo» irgend al» Ergänzung dazu dienen kam.^ Für da» Publikum sind natürlich bei weitem die anmutigen Spiele »nd Tänze da» Interessanteste. E» fasst sich darin ja anck) da» Resultat, die Blüte alle» Erstrebten zusammen. To» Publikum genoß mit sichtlicher Freude und großem Interesse die ganze Änsfiihnmg und schien sich sür jede» einzelne Kind besondcv» zu interessieren. Unser verehrter Großlwrzog mü seiner Gemahlin miü seinen prächtigen jknaben, soivic mehrere andere Fürstlichkeiten wohnten etwnfall» der Austühnmg bei, nnh die Gegeiovart de» edlen Fü.-stenpaare» trug sicher nicht tvriiig dazu bei, die allgemeine Feststiiiimung zu hebe». I,. In der Tanzschule der Isadora Du »ca» zu Pari» entstand gestern nnchniittag. ivsthrend die Dnnean einen Spaziergang »lachte, Feuer Die Schülerinnen tvaren seit drei Tagen «nt einem Erholungsurlaub. Nur ein junge» Mädchen war zurück- geblicben. Diese» siel bei dein Ausbruch be» Feuer» in Ohnmacht und mußte in Hospital gebracht werden Da» Feuer ist vermutlich durch Kurzschluß entstanden. Der Schaben soll bedeutend sein. E» verbrannten n. a. Tanzpartiturcn im Werte von 7000 Frank» und zahlreiche wertvolle Kunstobjekte. * * * Decjos, Ulanct «nö an-ere. Der bekannte irische Ronianschrislsteller George Moore gibt in seinem Buch; Hail and Fareivell (Salve algue Bäte) einige Scknittenrisse berühmter Maler, die er alle seinerzeit gut gelaunt Iiat. Er Ixit inanckien 'Alnnd mit ihnen in der 'Aonoelle AUtöni-», ienem Künstlereasö, verbracht. Hlon Degas gibt er solgeudk« Bild; Dega», bäiigesckiultrig, in einem Pfeffer- und Salz Anzug. Nicht» >st-rvorsteckst-nb Frauzösisckie» an ihm, außer seiner riesigen Halsbinde; seine Augen si.üi klein, seine Worte scktars, ironisch, zhuisch. ES UHir Dega», der zu Whistler sagte: „Whistler, wenn Sie kein Genie wären. Inären Sic Nt lächerlichste Mensch in Europa!" lieber Whistler, Nu cr nicht in Pari», sondern in London kennen lernte, N>> er linder nickst viel zn sagen. E» scheint, dasz der Poseur Whistler den Ironiker Moore abstiickz. Er berschtet von ihm, an» Anlaß einiger Zeicknnistudien, die Whistler in seiner Gegenwart mackste; „Die Zeichnungen, die er aus Blättchen braunen Patnrr» »mäste, ersästenen mir leer »nd nickstssagend Seine Witze waren mir unangenehin; er schien mir seine Knust nullt ernst zu udmtai. Ich bewunderte die Präraphaelite», besonder» Rossetti. ?I.n nächsten Sonntag besuchte ick. ilm er war von Ireunden nmg>'be», redete .nel »nd laut. Da» melan cholisckie Porträt seiner Mutter ding vor mir, geraN' »olbudet -mir sagte e» nickst». 'Als er schlieszlich meine» cttva» kindischen Entlnisiasmn» für die Präraphael.ten durch eine koniisck),' Amekdotc immbtot machte, twiste ickt ibu!" Bon Manet saht Moore; „Er erzählte mir einmal, daß er versucht balw. zu schriube», e» aber nickst sertig gebracht ltnbe. 'Moore glaubte dainnl», Monet lialw Kiese Unfähigkeit bedauert, cr sand aber bald heran», daß er sich damit rühmen wallte." ?ln. beiten ist e» wohl, loa» er über Eözanne sagt; „Ich er- innere mich nickst, Eözanne in der Nonnette Atbtzne. je gesehen zu haben; er war ein zn rauher, wilder Geselle. In Pari» erschien er r selten. Man hörte iwn ihm reden, er tiielt sich an den Grenzen der Stadt ans und stieg an N'N Abbängen umher in .t'irnonensticseln. Da sich lei» 'Mensch für seine Bilder interessierte, ließ er sic ans den Feldern zurück. Al» eine Nacktfragc daimch entstand, gingen sein Sohn und seine Tockiter in Nm Banernbänser» umher und suckiten sie auch hielten sie llinfcktau an den Zäunen und Hecken, wo er xzenialt tnitte, um sie danil cinzusaiiimelu.. ' . ' Da» beste deutsche Lustspiel bi» Lesslng. So wird mit Fug und Reckst da» Lustspiel „Die geliebte Dornrose" genannt, N>» 'Andrea» Grhphiu» schrieb, der am H>. Juli vor zweihundertnndfünfzig Iahien starb E» ist ein Bane.»spiel im schtesisckiin Dialekt und gibt stärker al» alle anderen Weite diese» Dichter» wirllickti-» Leben wieder. Die Handlung der „geliebten Dvrnrose" ist interessaiil und klar; ein Bursch und sein 'Rädel, die fiel» lieben, Bcrwandtenzii ist. Nt sie zn tiennen sinlst und »ach nieten Verwicklnngi'n deigelegt wird, so daß die Liebenden sich endlich kriegen. Dazu ein non dem Mädchen znrückgewiesener Freier lind eine alte Hexe, die Nm inngen -Bnrscktin sür sick, ergatter» möchte. Da» gibt die lustigsten B-'.Wicklungen, die endlich nor ttze- richl geklärt werden. 'Alle Charaktere haben persönliche Prägung und die Sprache ist, »ne in allen Lustspiele» GrhpbiuS Prosa, aiischaistiäi und lebendig. Linder ist „Die geliebte Dornrose" eingcsckxickitelt in ein t-nnisüie» Singspiel, „Da» verliebte Eß'- sprnft", dessen Berie wie Erfindung durcktau» kinimmlionell smd. 'Bei den berns-mässtgen Scktanspieli'ru, die da» Erde Nt englischen Komödianten angctrrten hatte», sand da-' Stück großen An klang und tmirde oft gespielt. E» untre iiilercssant genug, c» einmal auf einer heutige» -Bühne auserstehen zu sehen. -— BerbiS „'8 I anint". Der Komponist Giorza, N'r kürzlich in Seattle gestorben iß, erzählte gern solgende tstüische Geschichte von einem Sckierz, tum er sick, „ni Verdi erlaubt tnitte: „Eine Zeitlang wähnten Verdi und ich in Mailand einander gegenüber E» ivar eine enge Straße und da» Wetter war sehr beiß, so daß wir unsere Fenster weit ossenstehen hatten. Verdi sck.rieb geraN' eine seiner Opern, und iminer, wenn er eine Melodie komponiert batte, setzte er sich an ba» Klavier und spielte sie. Ich wollte ihm einen kliniien Streich spielen, und nachdem ick, die Fensterläden geschlossen batte, setzte ick, inich an inetn Klavier und spielte ihni die Melodie, die er eben kvnidoniert t.atte, nach Al» ich dann durch die Ritze» der Läden guckte, sab ich, wie Berdi bald an« dem Fenster licranshiug nnh aufgeregt nach allen Seilen blickte. Bon seinem Ktadierspiel aber hörte ick, nicht» mehr. 'Am 'Atzend glngiT, wir zusammen spazieren, und bn er angi'iisckst'inlich trüber Stimmung war, fragte ich ihn, wa» ihm lebte; „Denken Sie nur, Giorza," antwortete er, „da liatw ich heute nachmittag eine Melodie komponiert, ov» der ich iinbedingt üder- zengt uwr, daß sie ganz original toäre; aber kamn Iiatte ich sie gespielt, da hörte ich, Nste jemand in der Nachbarschast die Sa.be schon kannte und nnch spielte E» ist mir schrecklich, daß ich mir rinbilden konnte, die Komposition eine» andere» stammte von mir. . Al» ich ihm nun die Wahrheit mitteiltc, klärte sich sein Gesicht aus mib cr kam ist die sröhlichsle Lamie." Gesterrelch und Serbien. London, 16. Juli. Die .Times' veröffentlicht einen Leitartikel über „Oesterreich-Ungarn nnd Serbien'. Wöhrend oifiziell die Haltung der beiden Negierungen korrekt fei, heißt cs dorm, fei die Presse der beiden Länder in eine Campagne cingetreten, die zu wirklich unheilvollen Folgen führen könne. Dar Blatt verzeichnet mit Genugtuung, dag die grohe Mehrheit der verantwortlichen Zeitungen in Oesterreich den, Bei- ipiele deS Kaisers folgte, von der Mordtat in Serajewo mit Besonnenheit »nd Zurückhaltung zu sprechen. Sic verlangt mit vollen. Recht eine gründliche Untersuchung aller Umstände des Verbrechens, sowie der Natur und der Verzweigung der Verschwörung, die unzweifelhaft dahinterstehe. Die Blätter fordern auch eine gebührende Bestrafung der Schuldigen. Ferner bestehen sie daraus, dass Oesterreich-Ungarn wirksame Garantien gegen die Unterstützung ausrührcrischcr Bewcgnngeu in der Monarchie durch serbische Untertanen erhält. Hierin stinimen wir alle überein, sagen die .Time?', und dies ist eine Pflicht, die die Serben sich selbst schuldig sind, und der sie auch Nachkommen werden. Das Blatt fährt fort, daß die rücksichtslose und provozierende Sprache vieler serbischer Blätter vor und nach der Mordtat Europa empört und die Sympathie der zivilisierten Welt abgewendet habe. Der weise »nd ehrenvolle Kurs für Serbien sei, aus eigener Initiative die Untersuchung vorzunehnicn nnd eine» vollständigen Bericht den Mächten vorznlegen. Andererseits müßte Oesterreich- Ungarn eingedenk sein, daß die südslawische Frage, von der die Beziehungen z» Serbien einen Teil bildeten, in einer für die Monarchie befriedigenden Weise nicht durch Gewalt oder durch Drohungen uiit Gewalt gelöst werden kötine. Jeder Versuch in dieser Richtung werde eine neue Gefahr für den europäischen Frieden bilden. Bisher habe Oesterreich-Ungarn mit Selbstbeherrschung rurd Zurückhaltung gehandelt, und eS sei ernstlich z» hoffen, daß eS bis z»m Schluß darin fort- fahren werde. Ein Handschreiben des Kaisers Fran, Joses. Wien, 17. Juli. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht folgendes Handschreiben des Kaisers Franz Joses an den Erzherzog Friedrich: In Ihrer Eigenschaft als rang- ältester Ärmccinspcktor stelle ich Sie zur Disposition meines Oberbefehls. Ihr Verhältnis zu dein Generalstabc regelt eine besondere Verfügung. Indem ich Euer Liebden in- folgedeffen von dem Landwehrobcrkommando enthebe, drängt es mich. Ihnen für die durch sieben Jahre aus diesem Posten in hingebungsvoller Weise mit bestem Erfolg entfaltete Tätigkeit meinen Dank und meine wärmste Anerkennung auszusprechen. — Ferner veröffentlicht die „Wiener Zeitung" eine Anzahl von Auszeichnungen, die aus Anlaß der Auflösung des Kabinetts des verstorbenen Erzherzogs Franz Ferdinand an die Mitglieder des aufgelösten Kabinetts verliehen worden sind. Aus Albanien. Durazxo, 15. Juli. Der vergangene Tag verlief ohne ZwifclzenfaU. Um 3 Uhr morgens stieg eine Rakete auf, deren Bedeutung nicht aufgeklärt ist. Aus Balona wurden das von Hauptincinn Ghillardi dorthin gebrachte Geschütz, sowie vier Maschinengewehre hierhin geschasst und beschlossen, Dnrazzo bis zum äußersten zu verteidigen, falls die Stadt angegriffen werde. Zahlreiche Gcndarmericoffiziere, welche aus gefallenen Städten flüchteten, sind hier eingetroffen. Balona, 16. Juli. (Agcnzia Stesani.) Jsmael Kemal Bet, hat gestern die Bevölkerung Balonas rusammenberufen »nd sie ans- gesordert, sich des Namens der Skivetarcn »tttrdig zu erweisen, »u den Waisen zu eilen und die Stadt gegen die vorrückenden Feinde zu verteidigen. Die Bevölkerung riet begeistert: „ES lebe der Krieg, es lebe Albanien, es lebe unser König Wilhelm." Es wurde eine Kommission gebildet, deren Aufgabe ist, die Mittel zusammen zu bringen, um den Flüchtlingen aus den von den Rebellen besetzten Gebieten zu Helsen und für die Familien der Verteidiger der Stadt zu sorgen. Bon Koritza, Tepelcni, Berat und Fieri sind große Scharen Flüchtlinge cingetrosfen, die von entsetzlichen Greucltatcn, Bränden und Massakres berichten, die in ihrem Gebiet begangen Wochen seien. Auch die albanesischen Truppen, die in dielen Ortschaften in Garnison lagen, sind aufgelöst und entkräftet cingetrosfen. Ans Stadt «nd LanS. Gießen, 17. Juli 1914. ** Tageskalendcr lür Freitag, den 17. Juli: Gewerbe- Ausstellung: Konzert der Regln,entSkavell« 8—II Uhr. Anlagenmusik: 7 Uhr abends (nur bei gutem Weiter). ” Ernennungen. Ernannt wurden der AmtSgerichts- diener bei dem AnitSgerichtS Wald-Michclbach Reinhard Lehmann zum AmtSgerichtSdiencr bei dem Amtsgericht Bad Nauheim mit Wirkung vom Tage des DienstanirittS seines Nachfolgers; der Gesangenaufseher am LandcsznchthauS Marienschloß Friedrich Schneider zuni AmtSgerichtsdicner bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach mit Wirkung vom 1. August 1914, ** Kaisermanöver 1914. Es wird an maßgebender Stelle bestätigt, daß auch der türkische Kronprinz eine Einladung zu den Kaisermanövern erhalten hat und dieser ebenfalls Folge leisten wird. Der Prinz wird im Bad Homburger Schlosse Wohnung nehmen. " Tie Reifeprüfung an den Gymnasien. Mit Ermächtigung des Großherzogs vom 4. Juli 1914 hat Großü. Ministerium des Innern bestimnit, daß den, Absätze 1 de? § 17 der Verordnung, betreffend die Reifeprüfung an den Gymnasien vom 18. Januar 1893, folgender Zusatz beigefügt wird: .In dcni Falle, daß der Inhaber des Reise- zeugnisscs eine? deutschen Realgymnasiums nach dem Ausweis dieses Zeugmffcs als Schüler des Realgymnasiums sowohl in den Klassenleistungen als auch in der Reiseprüfung den Anforderungen im Lateinischen ohne jede Einschränkung genügt hat, ist bei ihm von einer besonderen Prüfung in diesen, Fache abzusehen.' — Diesem Zusatze ist rückwirkende Kraft vom J»ti 1912 verliehen worden. ** Die Evangelisch-lutherische Konferenz für Obcrhessen tagte am 14. und 15. Juli wie alljährlich in Grünberg. Rach einer von Pfarrer Weber- Langgöns geketteten Andacht ergriff Pfarrer Ries-Mel- bach das Wort W einem Bortrag über den „Begriff des Fundamentalen in der christlichen Lehre"". .Aus den kn die iFassungskvceft der Hörer hohe Anforderungen stellenden Bortrag folgte eine Ausspraclie. Tie Abendandacht hielt Pfarrer Bömel von Wallau bei Wiesbaden, die Püorgcnandacht des folgenden Tages Pfarrer M i ck c l - Allendors a. d. Lumda. Ter zweite Tag brachte zunächst eine Fortsetzung der Besprechung des Vortrags vom vorigen Tage. Darauf sprach Dekan W a hl-Beienheim über die Kasualrede zTaus-, Trau-, Grabrede), Auch hier schlsi sich einve Aussprack;e an, die bei der uninittelbar praktischen Bedeutung des Themas sehr lebhaft wurde. Das; die evangelisch lutherische Konferenz auch fernerhin eine Zukunft hat, zeigte sich darin, daß außer verschiedcncn Gästen ihr diesmal auch eine Reihe von Theologiestudenten aus Gießen beiwohnten, ** Gewerbe-Ausstellung. Die Ausstellungslei- tung macht die Eltern auf das am Montag, den 20. d. M., nachmittags 4 Uhr stattfindende Kinderfest mit Blume n k o r s o aufmerksam, zu dem schon Anineldungen erfolgt sind. Ter Korso ist so gedacht, daß Eltern die Kinder in kleinen mit Blumen geschmückten Kinderwagen, Sportwagen oder Holländern in entsprechendem Anzug teiluch- men lassen: die am schönsten geschmückten Wagen mit Zindern erhalten Preise. Bis jetzt sind 6 Preise gestiftet in Gestalt von Gutscheine» von 20 Mk. abtvärts, für die die Eltern aus Kosten der Ausstellungsleitung Spielsachen oder nützliche Ausstellungsgegenstände zum Andenken kaufen können. Anmeldungen bitte! man an Herrn Fabrikant Wilhelm Homberg er, Blockstraße, zu richten, auch liegt eine Ein- zcichnungsliste beim Festwirt offen, — Am nächsten Sonntag hat sich der O r t s g e w e r b c v e r e i n G r o ß - G e rau zum Besuch der Ausstellung angemeldet, um sür seine im Jahre 1915 mit der Jubiläumsfeier geplante Ausstellung Erfahrungen zu- sammeln. Weiter trifft an diesem Tage der Gewerbe- und Handwerkerverein Hanau ein. Angcmeldet sind ferner zum Besuch der Ausstellung für den 22. d. M. die Bürgermeister des Kreises Schotten mit ungefähr l70 Besuchern. Auch beabsichtigt die Freie Sludentenschaft Marburgs geschlossen am 25. Juli die Ausstellung zu besichtigen. ** Eine große militärische Ausklärungsübung, welche unter Leitung des Obersten v. Glasenavv, Kommandeurs der 21. Kavalleriebrigade, steht, hat gestern bei Hanau ihren Anfang genommen. Auch eine Fliegcrabtcilnng hat an der Hebung tcilzunel) . ,-n. Ter Hebung, die zwischen den Kavallerie» rcgimentern des 18. ArmeelorvS stattiindet, liegt folgende Idee zu Grunde: Eine blaue Armee hatte sich in der Psalz gesammelt und marschierte gegen einen bei Halle gemeldeten roten Gegner. Eine Kavallcricdivision A 5. ds. Mts. marschierten also die Ausklärungs- Eskadrons nach Norden, loährcnd die markierte Kavallerie-Division Hanau im Vormarsch Darmstadt erreichte. Aus Grund der eingegangenen Meldungen setzte sie am 16. ds. Mts. srüb ihren Vormarsch nach Norden sort. Von diesem Tage an wurde sie verstärkt durch eine halbe Feld-Fliegciabtcilung, die ihren Flughafen an) dem alten Exerzierplatz ausgcschlagcn hat. Am 17. ds. Mts. werden markierte Teile der blauen Hauptarmee den Main bei Hanau erreichen, womit die Ucbung ihren Abschluß erhalten wird. — Gestern kamen verschiedentlich größere Abteilungen auch durch Gießen, zumeist 23cr Dragoner in der neuen Felduniioim, ** Sozialwissenschaftlicher Bortrag. Auf einem sehr gut besuchten Abend der sozialwiffenschaftlichen Abteilung der G. Fr. St hielt gestern stuck, pbil. B. Geck einen Bortrag über das Thema: „Welche Aufgaben stellt die soziale St u deuten beweg ung an die' Freie Studentenschaft? Der Bortrag halle rein praktische Ziele, wenn auch die lhcoretischcn Voraussetzungen zu sozialer Studentenarbeit beleuchtet werden mußten. Er lies aus die Gründung eines studentischen Wohnungsamtes mit Hilfe der Gesamistudentenschast hinaus. Nachdem in der Aussprache Professor Dr. Ncsser und Oanck. pbil. Schmidt beachtenswerte Hinweise gegeben halten, zeichnete sich eine große Anzahl Herren ein, die unter der Leitung von Herrn Geck eine Wohnungsenquetc machen wollen, zur Gewinnung von geeignetem Material für das zu gründende Arbeitsam!. " Die Freilichtbühne, die Ende des Monats ihre diesjährige Spielzeit beschließt, bringt als zweite Aufführung morgen Anzengrubers Pfarrer von Kicchscld. Da die Sitzreihen inzwischen erhöht wurden, kann man die Bühne von allen Plätzen aus bequeni übersehen. • Im Lichtspielhaus? übt zurzeit ein äußerst reichhaltiges Programm seine Anzieh, ingskrast a,,5. Sehr interessant und spannend von Anfang bis Ende ist der Dreiakter .Das Geheimnis einer Nacht', Der russische Film in drei Alten „Der Sieg der Liebe' ist äußerst wirkungsvoll, hervorzuhebcn sind dabei aiich die prachtvollen Raturauf- nahmen. Daneben bieten zwei Komödien, eine Naturaufnahme »ud das Pathö-Journal adivcchslungSrciche llnterhaltiing, ** Borspannleistung b ei den Manövern. Anläßlich der diesjährigen Kaisermanöver werden zur Verpflegung der gewaltigen Trnppenmassen und zur Mitsührung des Gepäcks Prioatluhrwerkc in erhöhtem Umfange ersorderlich. Ta viele Fuhr- werlsbesitzer über die Verpflichtung zu Fuhrleistungen lür die Truppen noch im unllaren sind und es nicht selten zu Weigerungen und Auseinandersetzungen bei der Reguirierung kommt, möge folgendes gesagt sein: Nach den, Gesetz über die Naturallcistung für die bewaffnete Macht im Frieden sind zur Stellung von Vorspann — Fuhrwerke, Gespanne, Gespannführer — alle Besitzer von Zugtieren verpflichtet. Zur Vorspaunteistung sind in erster Linie die beranzuziehen, die aus den. Vermieten ihrer Tiere und Wagen oder dem Betriebe des Fuhrwesens ein Gewerbe machen. — Lei- stungspslichtige, welche ihren Obliegenheiten nicht Nachkommen, sind durch den Gemeinüeoorstand unter Anwendung der ihm zustchenden administrativen Zwangsmittel hierzu anzuhalten. Ist die Leistung nicht rechtzeitig zu erlangen, so kann sic anderweitig aus Kosten des Verpflichteten beschafft werden. Tie Kosten sind von diesen aus dem vorgeschriebenen Wege durch die Gemeinden betzutreiben. Ae Stellung von Vorspann lann nur gefordert werden sür die aus Märschen, im Biwak oder Lager befindlichen oder vorübergebend einguartietten Truppenteile und nur insoweit, als es nicht gelingt, den Bedarf rechtzeitig zu einem Preise zu ermictcn, welcher den vom Bundesratc sür den betreffenden Lieferungsverband scst- gcstellten Vergütungssatz nicht übersteigt. Nurwennmehrere Armeekorps zu gemeinsamen Ucbungen zu - sa m m c ng e zo g en werden, dürfen an den Korps- m an ö vertagen undbei den zugehörigen Märschen die Mietpreise die Vergütungssätze um 10 Prozen t ü b e r st e i g c n. In der Regel soll der Vorspann nicht länger als einen Tag benutzt werden; nur in den dringendsten Fällen ist eine längere Benutzung zulässig. Für außergewöhnliche Abnutzung an Zugtieren, Wagen und Geschirr, sowie sonstigen Verlust und Beschädigung, ist den, Eigentümer voller Ersatz zu actvähren. welche infolge oder gelegentlich der Vorspann- oder Spanndienftleistungcn ohne Verschulden des Eigentümers oder des von ihm gestellten Ge- spaimsübrers entstanden sind. — Tie Vergütung sür geleisteten Vorspann — mit Ausnahme des Vorspanns zur Ans,ihr der Ver- pflcgungs- und Biwaksbedürtnisse bei Hebungen und sonstigen Truppenzusammenziehungen, sowie zur Anfuhr des Fonragcbedaris — ist von dem Truppenteil in jedem Quatticr sofort zu bezahlen. In den vorgenannten Fällen erfolgt die Zahlung monatsweise bczw. nach beendeter Ucbung gcmeindcweiie durch Liguidation. " Ein eigenartiger Kongreß. Unser Mitarbeiter in Utphe gibt uns folgende humorvolle Schilderung: Wir leben im Zeitalter der Kongresse-. Wie sollte sich so ctioas nicht auch aut unsere Vogelwelt übertragen. So gaben sich am Montag »nd auch gestern die Störche der Äetterau aus den Wiesen unserer Gemarkung ein Stelldichein. Es war ein für feden Naturircunü entzückendes Bild, als „ach und nach ca. 30 der stelzbeinige» Klappervögel crntraien. Doch waren es anscheinend rein materielle Fragen, die da gemeinsam beraten nnd einer gedeihlichen Erledigung cnt- gegcngesührt wurden. Das Horloffbctt, soweit es im Eigentum unserer 6)emeindc steht, wird nämlich zurzeit gründlich vom Schlamm und Wasserpest gereinigt. Währenddessen wttd das Malier durch seitliche Gräben geleitet und hat einen Teil der Wiesen überschwemmt. Reiche Beute fanden da unsere gesiedetten Gäste vor. Auch einige Fischreiher und eine große Schar von Möoen nahmen an der reichbcsetzten Tasel teil. ** Das Großh. Hessische Regierungsblatt, Beilage Nr. 9 vom 16. Juli hat folgenden Inhalt- 1. Ocf- fciitllche Anerkennung. — 2. Bekanntinachung, die Ergebnisse aus der Rechnung der Staatsscbuldenvenvaltung für das Etatsjahr 1911 betreffend. — 3. Bekanntmachung, den Ausschlag des Gehalts des Rabbinen zu Bingen für das Jahr 1914 betreffend. — 4. Uebersicht über die in den Gemeinden des Kreises Offenbach zu erhebenden EKmeinde» Umlagen für das Rechnungsjahr 1914. — 5. Uebersicht über die in der Stadt Offenbach zu erhebenden (Gemeindesteuern für das Rechnungsjahr 1914. — 6. Uebersicht über die irt den Gemeinden des Kreises Oppenheim zu erhebenden Gemeindeumlagen für das Rechnungsjahr 1914. — 7. Uebersicht über die in der Stadt Bingen zu erhebenden Gemeinde- Umlagen für das Rechnungsjahr 1914. — 8. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern ffir das Rechnungsjahr 1914 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der .Kommunalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde Worms. —; 9. Uebersicht über die in den Gemeinden des Kreises Schotten zu erhebenden Gemeindeumlagen ffir das Rechnungsjahr 1914. — 10. Charaktererteilungen. " Kleine Mitteilungen. Der Landwitt Franz Rein- liard z» Echloßbor» wurde a,» Miltwock, a»! den, Felde von einen, Gewitter überrascht und durch einen Blitzstrahl getötet. — Heute Irül, gegen 8 Uhr wurde in Egclsbach der 13 Jahre alte Schüler Werner erhängt aulgesnnden. Der wohlerzogene brave Lohn achtbarer Eltern loll gelten, das Pserd eines Nachbarn geschlagen habe» und bekam dieserlialb einen Verweis seitens seiner Eltern; ferner wurde ihm mit einer Anzeige bei seinem Lehrer gedroht. — Die Bürger,neistcrwaht in Schanberg ergab sür PH. Hechler 54 Stinimen, die zu seiner Wahl lühtten. — Tie aus Kreisen der Landwirte gegen die bcabüchiigie Wasserleiiunqsanlage i» Lamverlheii» an, letzte» Sonntag einberuienc Protesl- versanimliing war zahlreich besucht, Rebe» der i„ der Hauptsache ablehnenden Stellungnahme wurden auch Stimmen sür die Wasserleitung laut. Kreis Alsfeld, w Appenrod b. Homberg, 17. Juli. Heute mittag gegen 4 Uhr ereignete sich in dem Steinbruch oberhalb unseres Dorfes cm bedauerlicher Unglücksfall. Der Knecht Fleischhauer des Landwirtes Cloos war damit beschäftigt, einen Wagen Steine aufzuladcn als plötzlich ein Stein von unbeträchtlicher Höhe ihm auf den Kopf fiel und den s o- fortigen Tod des im besten Alter stehenden Mannes her- bciführle. Der Mann hinterläßt Frau und Kinder. Kreis Friedberg, h. Fricdberg, 16. Juli. Beim Kirschenpflücken stürzte infolge eines Astbruches ein Arbeiter aus beträchtlicher Höhe ab. Hierbei zog er sich erhebliche innere Verletzungen zu, daß an seiner Wiedergcnesuilg gc- zweifelt wird. h Vilbel, 16. Juli. Durch die den hessischen Gemeinden gegebene neue Veranschlagungsordnung hat sich in säst allen Orten die Ausstellung der Haushaltspläne um Monate verzögert. Infolgedessen kommen die Pläne erst jetzt in den Gemeindcratssitzungen zur Beratung. Dadurch verzögert sich aber auch die Zustellung der Stcuer- zettcl so sehr, daß im Monat August gleich zwei Ziele fällig und gemeinsam zu zahlen sind. Starkenburg und Rheinhessen, rm. Darmstadt, 16. Juli. Wie die Ermittlungen der Staalsanwaltschaft ergeben, hat der gestern beim Bau der Lusts ch, f sh a l le aus 26 Meter Höhe ab gestürzte Schlosser Auracher den Unfall selbst verschuldet, da hinreichend Schutzgürtel vorhanden waren, er aber wegen der Hitze die Obcrkleider, wie auch den Gürtel zur Seite gelegt hat. Danach kann die Bauleitung kein Vorwurf treffen. rm. D a r m st adt, 16. Juli. Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich heute NIÜ der Vorlage bctr. die endgültige Festlegung der mtt der Ortskrankcnkassc getrossenen Vereinbarung über die Versicherung der Dienstboten. Danach bleiben die nach Auslösung der Stadt. Krankenkasse in die Allg. Ortskrankenkasse Ausgenommenen bei dieser versichett 'mit der Maßgabe, Haß sie in eine besondere Klasse eingcreiht tvcrden. Der Beitrag btträgt sür die Dienstboten 4 1 /, Prozent, der Wert der Sachbezüge tür die Dienstboten wird aut 75 Psg. festgesetzt. Die Ortskrankenlassc hat alsbald wenigstens eine weibliche Hilsskrast als Krankenbesuchcrin cinzustellen. — Der Kredit für die Wiederherstellung der Rathausfassade wird aus 5000 Mk. erhöht und dann nach längerer Beratung die neue FttedhofSordnung, wie auch die abgcänderte Bcstattungsordnung genehmigt, nachdem die Bestimmungen, nach der die Stadt das ganze Bcstattungswesen i n eigene Regie übernehmen sollte, vorläufig gestrichen sind. Es sollen in der Zwisck^nzeit wegen der Abfindung der geschädigten Schreinermeister nno Bestaltungsgcschäfte Verhandlungen gepflogen werden. — Weiter wurde die Einteilung der Wahlkreise für die nächste Landtagswahl genehmigt. Danach zerfällt die Stadt in drei Wablkreise von 27 858. 28 063 und 27 290 Wählern, diese werden wieder in zusammen 25 Abstimmungsbezirke cingetcilt, die die Wählerzahl von 3500 nicht übersteigen dürfen. Weiter wurde, entsprechend dem Vorgehen anderer Städte, beschlossen, die in der Liste eingetragenen Wähler über ihr Wahlrecht schriftlich, unter Angabe des Wahlbezirkes, zu benachrichtigen. Diese Bestimmung soll auch sür die Stadtverordneten und Reichstagsioahlen gellen. Hessen-Nassau. ck Frankenberg, 18. Juli. Aus einer Wagensahrt verunglückte der Vertreter einer Kasseler Firma, Ferd. Braunlchweiq. Er wurde vom Trittbrett seines Wagens geschlendert, da die Pferde scheu wurden und erlitt einen lebenSgelährlichc» Schädelbruch, Er wurde in die Klinik „ach Marburg gebracht. r R o d b ei IN a. d. Bieber, 16. Juli. Im V e r w a l I» n gs- st r e i t v e r s a h r e » hat der Kreisausschuß in seiner Sitzung am Dienstag die hiesige Gemcindevertreterwahl in Klasse I lür ungültig erklärt und best,innit. daß die Wählcrlsske durch Ausnahme der Teilhaber der Firma Rin» u. Eloos z» berichtigen ist. -j- Fulda, 16. Juli. Durch die hiesige Poltteivcr- waltung wurde heute inmitten der Spielzeit das hiesige Sommertheatcr — Direktor Meno Mendel —ohne Angabe der Beweggründe geschlossen. Durch diese Maßnahme sind sämtliche Mitglieder der Truppe brotlos geworden. " Limburg. 17. Juli. Gestern abend gegen 8>/.IIHr fiel auf der Strecke Obernhos und Laurcnburg ei» Wolkenbruch. Durch das Wasser und abgcspülte Erd. Massen waren beide Gleise gesperrt. D-Zug 125 erhielt 50 Minuten Verspätung, desgleichen erhielten di- Personcn- und Güterzüge größere Verspätung. Gegen 12 Uhr war das eine Gleis wieder fahrbar, das andere im Lause der Nacht. Das Wetter soll stellenweise starken Schaden anae- richtet haben. Vereinsnachrichten. ** Der Männer-Tur» verein hatte bei dein Gautnrn. teste in Kirchhatn »achitehende Ersolge zu ve>zcichueu. es er- hielten beim Eiuzelwelturneu in der CbtrFtufc den 3. Breis mit 133 Punkten iöans Thöt; in der Unlerstu'c den 5. Preis mit 140 Punkten L. Selben, den 9. mit 137 Punkten Rnd. Leisler, den 21. mir 130 Punkten Frih Gerhard. den 22. mit >29'/, Punkten Frih Röder, 39. mit 121 Punkten Karl Leisler. 31. mit 120 Pniiken Gg. Dreher, 58. mit 111', Punkten bau« Feit. Tie aktive Mutiert,eqe turnte am Dopvelharren und kanr mit ö>,5 Punkte» und der Note .Sehr aut" an 5. Stelle, die ZögliuqSmufterriege turnte ain Seitpierd n»d konnte init 50 5 P„nk- teu und der Note .Sehr gut" die er sie Stelle unter den ZöalnigS- nulstcirieqen erringen. " Tie Stenogr. Gescllickiait Gab elsberger (Gießen) nlnterninnut an, Samstag, 18. Juli kille» Ansslug „ach iilc,„- -,i, den. Ter Abmarsch ist um 9 Uhr von der kothol. Kirche ab. ver Besuch der deutschen Universitäten im Sommer 1014. Die seit Jahren im Besuch der deutschen Universitäten beob- achtete Iletige Steigerung hat auch im lausenden Sommerhalchahr angehaltcn. Die Gesamtzahl der Studierenden beträgt 6094.3 gegen 60 346 im Boriahr und 57 230 vor drei Jahren. Die Jahres, zirnahmc beläuft sick, auf 597 gegen 786 im Sommer 1913 und 2330 vor zwei Jalwrn; sie beruht ausschliesslich aus einem stärkeren weiblichen Zufluß infolge der jüngsien Envrilerung der Berechttgung der Abiturientinnen der preußischen Lberlhcecn Bon der heutigen (desrunrzahl sind 56 826 mannlicinm und 4117 werblichen Geschlechts gegen 59 910 und 3436 im Bonahr und rcichs. angehörig sind z. Zt. etwa 55 000. Mi, 4086 Hörern, nämlich 3112 Männern und 974 Frauen, ergibt sich in diesem Sommer eilte BeteUigung von 65 029 Personen am deutschen llnivcriiläts- unlerrichl. Was den Zugang zu den einzelnen Fakultäten bezw. Studicn- sächern berrsfst, so geigt sich hierin neuntens eine Wandlung, die der jüngsten Entwicklung der Anstellung--' und Versorgt, „gs- verhälmiise einiger Beruse entspricht, nämlich ein beträchtlicher Rückgang der Kandidaten des höheren Lehramts vhilolv>,i,chcr und realimscher Richtung, eine weitere Abnahmr der Julisten und andererseits eine Steigerung der cvangelisckren Theologen, die im lebten Jahrzehnt ungenügenden Zugang hatten, und der t Zahnärzte, die nach Erhöh,mg der Anforderungen an ihre Bor- I bildung (1909> stark zuriickgegangen waren; die Mediziner gingen I ebenfalls weiter in die Höbe und auch die Kameralisten und I Lanvwme und die katholischen Theologen erhöhten ihre Zister, s Im einzelnen ergeben sick, solgende Bestandzistern, denen wir die vorjährigen brisügen: Philosophie. Philologie oder Geschichte stu- ! bicren 14 321 gegen 15 471 im Vorjahr, Medizin 15 920 gegen I 14 750, Rechtswissenschaft 9824 gegen 10 396, Mathematik und 1 Naturwissensckmsten 8086 gegen 8346, evangelisckpi Theologie 4345 gegen 3882, katholische Theologie 2058 gegen 1965, Kameralia und Landlosrt!ck,ast 3876 gegen 3405, Pharmazie 1098 gegen 1073, Zahicheilkunde 980 gegen 655, Forstwissenschaft (in Münäien, Tübingen und Gießen' 211 gegen 190 und Tierheilkunde (nur in Gießen! 203 gegen 213. Len heutigen Besuchszahlen der einzelnen Universitäten stellen 1 wir, um die hinsichtlich der Reihensvlge der .Hochschulen nach k der Besuckzerzatzl eingettrtencn Verschiebungen darzuürllen, ebrn- r falls die entsprechenden Zahlen des vorsährigen Sommerhalb- k ja Ins gegenüber. Wie auch in den Winterhalbjahren steht die [ reich-hanöislädtische Universität an der Svitzc mit 8538 Stu- ( dierenden (gegen 8383 im Borsahr', dann folgen Ptünchen 6626 »(6655,, Leipzig 5359 (51711, Bonn 4524 (4460', Freiburg 3178 l (31631, Halle 2855 (2765), Göltingcn 2834 (2853), Breslau 2813 E (2790), Heidelberg 2668 (2617), Marbiirg 2522 <2406,>, Siel 2330 (2266), Tübingen 2219 (2234), Münster 2169 (2209', Straßbnrg 1959 (2037), Jena 2007| (2038), Königsberg 1543 (1646), Würzburg 1605 (1456), Gießen 1432 (1436), Greifswald 1451 (1443), Erlangen 1302 (1291 , Rostock 1009 (1005). Gegenüber dem Vorjahr sind von den norddimtjchen Universitäten Güttingen, Königsberg und Münster zurückgrgangen, von den mitteldeutschen Jena und Gießen und von den süddeutschen München, Straßburg und Tübingen, und zwar abgesehen von Straßburg, alle geringfügig; verhÄtnismäßig am meisten zugenommen h>„ Würzbnrg, In Preußen sind 31 579 Studierende eingeschrieben in Bayern 9533, in Baden 5846, und im übrigen Drutscküand 13 985 In der Rerhemolge der llnioersitäien noch der Besucherzahl gegeir- über dem leinen Sommerhalbwhr wurde OioiNngen um zwei Stufen zurückgedrängl und von Halle überholl, das oon der 8, aus die 6, stelle stieg und Königsberg nruiüe auf der 16, Smle Würzburg weichen, R. LanSwirtschaft. — C b ft ii n b A e in fi f e v e r iu e r I ii n fl S t u r f e. Ter Land- ivirtschastskaininer-AuSschiiff wird gemeiuschaitlich mit dem Dber- hessischen Dbllbauverciii und dem Kreisobndanverem Gieffen in der nächsten Zeit durch Hei-rn Tr. Hofs mann in ^riedberg nachstehende Cb|t* nud Gemüseverivertungskurse obwalten: In Leih- 0 «ft ec ii vom 11.—13. 'Jlnquft und in 8 t a u i e n b e r q vom IS. bis 2.'. August. Neste I einer allqemeineu Belehrung über die Zusammen etzung. die Ernte und Aufbewahrung, sowie den Versand des Sbsles sott in erster Linie die Verwertung desselben im Haus- Halle gelehrt und durch Aoisührung der verschiedenartigsten Kon- scrvierunflsmetstoden (Fruchtsaft-, Gelee-, D,'armelade'. Mus- und Latwerge-Bereitung» erlernt werden. Weiterhin wird in praktischen Hebungen das Einmachen von Cbft nach den verschiedensten Verfahren. sowie das Dörren von Cbft und Gemüse und die Verwer- lnng der Geniüsearleu gezeigt iverden. Für den Kursus steht eine komvlette Einrichtung zur Versüginia. Ta die Zahl der Teilneh- merinnen an den Kursen eine beschränkte ist, ließt es in deren Intel esse. ihre Anmeldungen baldigst bei der stelr. Bürgermeisterei oder dem Landwirlschastskammer-Aiisschusr in Giesten zu beivirken. b B i e d e n f o p i, 15. Juli. Zur B ezir ks li e rs ch a u am Montag waren ans dem hiesigen Kreise zur Prämiierung aufge- triesten: 160 Rinder, 81 Ziegen, 5 Schweine und 45 Kaninchen. Lelerich über 8000 Meter hoch. Leipzig, 16. Juli. Nach den Ermittelungen des physikalischen Instituts der hiesigen Universität erreichte der Flieger Oelerich auf seinem Höhenflüge eine Höhe von über 8000 Metern. W Schwerin, 16. Juli. Ter Fluglehrer Geigant, der am Tienstag ans dem GoerrieS durch den Zusaminenstoff seines Apparates mit dem des Leutnants von der Lnehe einen Unglückssatt erlitt und in eine Privatklinik übergeiührt wurde, ist boit gestern astend infolge der erlittenen Gehirnerschütterung gestorben. Er hatte seit dein Unsall das Bewußtsein nicht wiedererlangt. Univerkrtäts-Nachrichten. — Ans den Lehrstuhl für deutsche Literatur, Aesthctik und Redeüstungcn an der Stuttgarter Technischen Hochschule ist als Nachfolger des perstorstenen Professors Harnack der Direktor des Gymnasiums zu Ulm. Dr. Theodor Meyer berufen worden. vermischtes. - Rad in in geflohlen. In der ersten medizinischen Klinik der Königlichen Charits zu Berlin ist Radium !NI Werte von 20 000 Mark abhanden gekommen. • Expl osion durch spielende Kinder. An dem Mililärexerzierplatz bei Tri stach (Tirol) fanden Kinder in einen, Gebüsch die geöffnete Hülse eines Artilleriegeschoffes, Sie schütteten da? Pulver heraus und zündeten es an. Es erfolgte eine furchtbare Explosion, durch die zwei Kinder sofort getötet wurden. * Paris sinkt noch tiefer. Au? Paris 16. Juli wird gemeldet: Eine neue Bodensenkung ereignete sich heute früh an der Ecke der Boulevards MaleShcrbes und Haußmann über dem großen Hauptkanal von AsniLreS nahe den Schiencnkrcnzungen der Untergrundbahn. Nach dem Passieren eines Mietautos zeigte sich ein 75 Zentimeter breites Loch. Der Verkehr wurde sofort eingestellt. E? werden noch zwei andere Fälle von Stcaßensenkimgen ge. weidet. Wahrscheinlich ist der heftige Gewitterregen der letzten Pacht die Ursache. ks, EingutesGeschäst, Bor beinahe einem halben Jahr hundert (1867) Übernahmen die Vereinigten Staaten Alaska von dem damaligen Besitor, einer amerikanisckz-rmsiicklen tzandclsgesell - schasl, gegen eine Entschädigung von 30 Millionen Mark, und Präsident Johnson, »er den Handel abschloß, mußte nicht wenig Spott einstecken, weil er einen solchen „Eisbärenvark" und eine solche „EiSwüste" mit Millionen guten Geldes bezahlte Heute denkt man darüber anders; Alasla iit den» doch etwas ,nette trcrt als 30 Millionen Mark, Man schätzt allein die Bodenschätze — 5 , davon Koble — aus 75 Milliarden Mark Im vergangenen Jahre hat Alaska sür über 70 Mlllionen Morl Gold, sür 20 Millionen Mark Kupier, sür 71 Millionen Mark Fische und sür 5 MU- lionrn lvkark Felle hervorgebracht, uich im vergangenen Jahre bc- irug die Ausfuhr um 60 Millionen Mark mehr, als die Einfuhr, In einem einzigen Jahre als» bringt das Land durch seine Schätze den dopvelten Kauivreis aus. Ist das nicht eine gute Verzinsung? '-Die Reis ein den Kleiderschrank, Aus Merseburg wird uns erzählt: In einem Dörfchen der Umgebung war ein Mann in -Sckuckden geraten, und ein Gläubiger Ijattc einen Vollslreckungsbesrbl gegen ihn in der Tasck-e, Der Schnldnir, der noch niemals em>as mit dem Gerichtsvoldirher zu tun gehabt Hane, glaubie, er würde der Pfändung entgehen, wenn ihn ton geiiirchtete Mann mit der Mütze nicht zu Hause träfe. Als sich nun der Gerichtsvollzieher eines Tages seinem Hause näherte, vrriieckke er sich rasch in einen, Kleiderschrank und gab ieman Söhnchen den Auftrag, iveiui der Gerichtsvoll lieber nach ihni frage, zu sagen, er sei nickü zu Steirie. Der Gerichtsvollzieher kommt, piehl kick' in der llLohnnng nach allen Seiten um, streicht dem Kinde über den Kops und fragt sckstirßl'ch; „Ra. mein Sohn, wo ist dein, der Vater?" — „Der Vat, r ist nicht zu Hause," „Ter Vaier ist ni»ht zu Hanse? Soso? Wann wird er dein, nnrdertämmen?" Ans diese Frage ist der Junge nicht gefaßt. Er sieht sicki erst rallos inn, eilt bann an den Schrank, klovft an die Türe und ruft hinein: „Du, Vater, wann kommste denn wieder Twente?" Der Anger des Vaters soll sich, als er wieder aus dem Kleidenünanl hrrauskam, weniger gegen den lachenden Gerichtsvollzieher als gegen seinen llugen Holm gerichtet haben. vüchcrtisch. — 750 vegetarische Kochrezepte bringt daS soeben in zweiter-, vollständig neu bearbeiteter und verbesserter Auslage rncknrnrne Sachbuch von Maria Apselbaum. Das in der Küche, nicht nur am Schreibtisch entstandene Kockchuch ist im Berlage von Wilhelm Möller, Lranienburg-Berlin erschienen unt koltet nur 1,50 Mk,, geb. 2 Mk, Märkte. k BtttzbliÄ, 16. Juli. Ter heutiye Schweinemarkt war gut bcsastren. Es waren aufqetrieben 800 Ferkel, 100 Lauser, 40 Einleger. Preis pro Stück: a) für Ferkel, bis 6 Wochen alt, 10-12 Btt. 6-8 Wochen 14-17 Mk., 8-13 Wochen 19-23 Mk. ; b) für Läufer 25—30 Mk.; c) Einleger 30—35 Mark. Tendenz: rnäbig. — Zugleich wurde von 10 Uhr ad in der städtischen Markthatte eine Z u ch t v i e h- ^)l u k t i o n von deni LandtvirtschaflS- kanimer-2lusschuß für Osterhesseu veranstaltet. Zur ^luktion waren zugelassen 45 Simmentaler Bullen, 1 Sinnnmentaler Kuh, 22 Edelschweinester. ES wurden versteigert 15 Butten und 5 Eber. i; Echzell, 16. Juli. Der vorn Zieg enzuchtverein des Kreises veranstaltete Markt war von Käufern nur schwach besucht. Ausgctriesten waren gegen 70 Tiere. Landtagsabgeordneter Breist en stach-Dorsteiin legte in einer Ansprache den Wert derartiger Märkte im Interesse der Ziegenzucht dar. Am besten seien derartige Märkte mit Schweine- und Rindviehinärkten zu verbinden. Aus dem Markte konzertierte der hiesige Musikverein. ch. Rieder-Ingelheim, 16. Juli. Ob st markt. Kirschen 12—23 Mk., Johannisbeeren 11—13 Mk., Stachelbeeren 6—8 Mk., Aprikosen 15—25 Alk., Pstrstche 12—25 Mk^ Frühbirnen 8—12 Alk., Frühäpfel 8 — 12 Mk. der Zentner. fa. Franksitrt a. 17.Juli. Heu- und St robm arkt. Ange^ahren waren 4 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für ven 3.50—3, <0 Mk., Stroh (Kornlcmgstroh) 0.00—^.00 Atk., Wtrr- stroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Geschäft lebhaft. — Tie Zufuhren waren aus dem Oberlaunuskreise und dem Kreise Dieburg. ke. Wiesbaden» 16. Juli. Heu- und Stroh mar kt. Angeiahren waren: £1 Wagen Heu, 13 Wagen mit Stroh. Man notierte: Heu höchster Preis 3,60 Mk., niedrigster Preis 3,00 Alk., Durchschnittspreis 3,21 Mk.; neues Heu höchster Preis 2,90 Mk., niedrigster 2,00 A!k., Durchschnittspreis 2.33 Mk. Stroh (Nichtstroh) höchster Preis 2,20 Dtk., niedrigster 1,80 Mk.; Durchschnittspreis 1,97 Mk. Krummstroh höchster Preis 0,00 Mk., niedrigster 0,00 Mk.: Durchschnittspreis 0.00 Mk. — Frucht markt. Haler höchster Preis 9,80 Dis., niedrigster 9,75 Mk.,' Durchschnittspreis 9,80 Akk. Attes für 50 Kilo. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 18. Juli 1914: Meist wolkig, vereinzelte Regensälle, keine Temperaturänderungk westliche Winde. fitialie n. Erholung mitten im Walde .lugrciiheim an der BerjjMf ra*«r. EnrhaBS n. Pension Odonwaldheim. Luft-, Sonn.-n.Enr-Bart. GnleKtiche.KIä9.Preise. Danksagung. Für die vielen Beweise berzlicher Teilnahme bei der Beerdiaung unseres lieben Vaters und Schwiegeroalers und sürdiezahlreichenBlnmen- svenden innen wir allen auf diesem Weae unseren innigsten Dank. 8385 Im Name» der tieftrauernden Hinterbliebenen; Zamilie wilhelni Rentmeister. Gießen (Großer Steinweg 18), 17. Juli 1914. )ruck8Ackien LNer^rt liefert in jeckerxevünsebtea äuWtattunxpreiizrert die Irühl’sche Universiläts-Druckerei, Schulstr.7 Jeöec iennt fi Dio weftberäljmte Cedecputf'CcemO „Raooliet" Ginmal gebraucht, will /ick niemand miedet miffenJ empfehle Knaben- u. 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Eintrittskarten sind bereits zu den Vorrennen nötig. 8277 d i(tä I W Dnler dem Prolektoral Sr. Kgl. Hoheit des GroBherzogs von Hessen j H IIIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII.....Illllllllllllll Ü | In den Ausstellungs-Anlagen | 1 täglich von nachmittags 4 Uhr an: 1 IKONZERT I 68050 = BniiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiNiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ äl Zweig-Verein Giessen. Einladung zur Mitgliederversammlung am Montag, den 20. Juli 1914, nachmittags 6 Ubr im StaotbauS, Gartenstratze 2 (Saal Nr. 111. Tagesordnung: KV*SD 1. Beschlutzfassung über den neuen Satzungsentwurf. 2. Wahlen. _ Die Vorsitzende. Gieftenerfmlidjtbütme - ®eav. 1909. - Künstlerische Leitung: Walter DworkowSki Samstag, de» 18. Jnli 1914, abends 6 Uhr: Der Dfarrer von Kinhsck Bolksstück mit Gesang von L. Anzengruber. Preise der Platze: Numerierter Platz Mark 2.—, unnumerierter Platz Mark 1.50, Stehplatz Mark 0.75. Sechscrkarten haben Gültigkeit. — Der Porvcrkaus sindet i. d-Cballier'schcn Musikalienhandlung statt. Für dlc Freilichtbühne: Jjbr. Bernbeck. [8353D Sonntag, den 19. Juli abends S'/ 2 Uhr hält Herr (olprediaer David aus Halbersladl § im Bcreinshausc der Stadtmissio» in I Giehen Löberstratze 14, einen Vortrag zu welchem jedermann frcundlichst eingeladen wird. Kavallerie-Verein Giessen. Abfahrt zum Krieger- sest lStaudarlenweibe des ^!avallcrievereins> Darm stadt: Sonntag den 19., »>orm. 0 " Uhr. Emvsang in Darmtzadl am Nbein- tor um 10 Uhr vorm. Stand- auartier im „Schützenhof" Hüaelstratze 34. daselbst gemeinsames Mittagessen. Antreten z. Fcstzug 1V 4 Ubr nachmittags. Anzug wie bestimmt. Die Kameraden, welche bereits Samstag abreisen. wollen sich Punkt 7 Uhr nachniittagö zur Empfangnahme der Freikarten für das Festspiel vp. im Schützenhos einfinden. Ter Vorstand. 8384 V KriegerVcrcin Mainzlar. Sonntag, den 19. Juli 1914 aus dem neu errichteten Schießstande grosses Preisschiessen. 8425 Der Borstand. Stadttheater Einladung zum Abonnement auf die Spielzeit 1914/15 Die Liste zum Einzeichnen liegt in der Musikalienhandlung von E. Ohaliier am Neuenweg auf, wo auch jede Auskunft erteilt wird. Der Theaterverein. 8375 D Die Direktion. Gleiberg-Verein Am SamStag. den SS. Juli 1914, nachmittags 4 1 /* Ubr, aus der Burg Gleiberg General-Versammlung Tagesordnung: RechnungSablage 1913/14 Geschäftsbericht 1913/14 Feststellung des Voranschlags 1914/15 Verschiedene». 84140 Liederkranz Sonntag, den 19. Jnli, nachmittags Ausflug nach dem Ludwigsbrunnen Daselbst Musik-u.Gesangsvorträge,Kinderspiele etc. Bei ungünstiger Witterung von 5 Uhr -ab gesellige Zusammenkunft in Stein’s Garten. 8427 D Der Vorstand. Sonntag, den 19. und Montag, den Sv. Jnli 4944: Kirmes Zu zahlreichem Besuch ladet sreundlichst ein n «g Der Gastwirt: Seipp Zum jugendfest offeriere ich hübsche weisse Waschkleider iiii i i iii i i .uiii i i iiii miiiiii ii im i miiimii i iiim i iiii i .mii i .mii i ii i mimi ii Miii in allen Grössen zu sehr billigen Preisen 8143a J. Pfeffer Marktplatz 6 Marktplatz 6 rein Heili SamStaa, IS. Juli abends 9 Ubr: Zusammenkunft bei Mitglied Uobcl. [„„D Der Vorstand. V. C. -V. H. C. SamStag, den 18 . J»li: Picknick am Ludwigsbrunnen. Abmarsch 7,4 Uhr von der Unio.-Bibliolhek. 83790 StwiOBraphen- Gesellschaft Babelsberger* Glessen. SamStag, 18. Juli. Abmarsch 9 Ubr lKaih. Kirche) 81261) Sonntag, den 19. Juli 4. Verbandsfest in Grossen-Linden 1 Uhr: Festzug durch die Stadt l 3 /. Uhr: Massenehor der Verbandsvereine auf dem Festplatz (Niederländisches Dankgebet) Begrüssungen 2 Uhr: Beginn der Gesangsvorträge in der Turnhalle Eintritt 20 Pfennig 8299 D mumm Einmachkessel Fliegenschränke und Eisschränke (letztere mit 20°/ 0 Nachlass wegen vorgerückter Saison) offeriert zu billigen Preisen 8250a End Pistor Hecht. 5aiso8*Ä#$V«rl(aws Damen-, Herren- und Kinder-Stiefel Sandalen, Tennisschuhe, braune und weisse Schuhe zu wirklich staunend billigen Preisen i!» Giessen Mäusburg 12, Teleph. 2010 Bringe SamStag Rhein. Avrikoicn, Pfirsiche, sowie Einmach Kirschen aus dem Markt billig zu», Verlaus. Der Rheinische Obstbandle Anton Schneider. ]84*